Gische , Ho s ; Sp ink, Joachim
A icle
Die in e na ionale Schuldenk ise: Bes andsau nahme und
Ausblick
K edi und Kapi al
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Gische , Ho s ; Sp ink, Joachim (1991) : Die in e na ionale Schuldenk ise:
Bes andsau nahme und Ausblick, K edi und Kapi al, ISSN 0023-4591, Duncke & Humblo , Be lin,
Vol. 24, Iss. 1, pp. 107-137,
h ps://doi.o g/10.3790/ccm.24.1.107
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Be ich e
Die in e na ionale Schuldenk ise:
Bes andsau nahme und Ausblick
Von Ho s Gische , Do mund, und Joachim Sp ink, Ra ensbu g*
Eine ebenso g undlegende, wie his o isch bewäh e Beg ündung ü die
Ve schuldung eines Landes is de Zusammenhang zwischen Kapi alimpo
und Wi scha sen wicklung: Auslandskapi al is ein Mi el, einen unda-
men alen En wicklungs ücks and au zuholen und einen höhe en Wachs-
umsp ad zu e eichen. Dabei kann das Auslandskapi al g undsä zlich in
ückzahlba e wie in nich - ückzahlba e Fo m in die Wi scha eines Lan-
des ein e en. Wäh end bes imm e A en de En wicklungshil e wie auch
p i a e Di ek in es i ionen zu den nich - ückzahlba en Kapi als ömen
zählen, is „Ve schuldung" ein Synonym ü den ückzahlba en Kapi al-
impo .
I. Kapi alimpo und Wi scha sen wicklung
De ex e ne Kapi alzu luß soll das Wachs um de Volkswi scha in
zweie lei Hinsich un e s ü zen: Au de einen Sei e e höh diese Zu luß
die Summe des übe haup ü In es i ionszwecke e ügba en Kapi als und
e mag so, o handene Spa lücken zu schließen; au de ande en Sei e
e möglich das Auslandskapi al den Impo on In es i ions echnologien,
die im Inland ga nich ode nu zu seh hohen Kos en he ges ell we den
können und ü de en E we b die Expo e löse zugleich nich aus eichen, so
daß das Auslandskapi al hie eine bes ehende De isenlücke au üll . Eine
höhe e Kapi alauss a ung de o handenen und In es i ionen zu Scha -
ung neue A bei splä ze sind Vo ausse zungen ökonomische En wicklung.
Theo e isch ollzieh sich die Kapi alin ensi ie ung solange, bis die Spa -
und De isenlücken geschlossen sind,
d. h.
das Land quan i a i und quali a-
i genügend eigene Ressou cen be ei s ellen kann, um die anges eb en
* Die Ve asse danken einem anonymen Gu ach e ü we olle Hinweise und
An egungen. E waig e bleibende I üme gehen selbs e s ändlich zu Las en de
Au o en.
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108 Be ich e
Wachs umsziele zu e üllen. Sowei das Auslandskapi al dabei abe in Fo m
on K edi en he angezogen wu de, wi d die du ch Kapi alimpo e e mög-
lich e Anhebung de In es i ionsquo e - ohne gleichzei igen (en sp echen-
den) Ans ieg de Wachs ums a e - in Zukun du ch den Schuldendiens
wiede e minde . Es müssen dann nich nu die bes ehenden Spa - bzw.
De isenlücken geschlossen we den, sonde n das be o ene Land muß wei-
e e Mi el be ei s ellen, um den Tilgungs- und Zins e p lich ungen nach-
zukommen.
Ob bzw. inwiewei ein sich schließlich selbs agende Wachs umsp ozeß
mi Hil e on Auslandskapi al bzw. Auslandsk edi en übe haup in Gang
gese z we den kann, häng on e schiedenen Fak o en ab. Be ach e man
zunächs einmal die Mi el e wendung, sind olgende Aspek e zu be ück-
sich igen:
- Welche Teil de Auslandsk edi e wi d in es i genu z , welche Teil geh
in konsum i e Ve wendungen? Die ökonomische Wachs umswi kung on
Finanzmi elimpo en häng nich nu on den zusä zlich zu Ve ügung
s ehenden ausländischen Finanzmi eln ab, sonde n auch on de Ve än-
de ung des ü in es i e Zwecke genu z en An eils des aus inländische
P oduk ion e dien en Einkommens1.
- Mi welche Geschwindigkei se z sich de begonnene Wachs umsp ozeß
o ? Dies häng im wesen lichen da on ab, wie sich die ma ginale Spa -
quo e mi s eigendem B u osozialp oduk en wickel und welche Fo -
sch i e bei de Kapi alp oduk i i ä zu e wa en sind ( echnische Fo -
sch i im Inland).
- De ma ginale E ag eines mi Auslandsk edi en inanzie en In es i-
ionsp ojek s muß zumindes dem ma ginalen Zinssa z de zu Finanzie-
ung au genommenen K edi e en sp echen.
- Die ü Zinsen und Rückzahlungen de Auslandsk edi e benö ig en Mi el
müssen nich nu absolu au geb ach we den, sonde n sind in Fo m on
De isen be ei zus ellen, d.h. de Expo muß im Wachs umsp ozeß en -
sp echend ausgewei e bzw. die Impo e müssen zu ückged äng we den.
- De Schuldendiens (bei Roll-O e -K edi en zumindes de Zinsendiens )
da die aus dem P oduk ionswachs um esul ie enden De iseneinnah-
men nich übe sch ei en.
- Sowei de S aa die Auslandsk edi e au genommen ha , muß e da ü
so gen, seine S eue kapazi ä sowei auszubauen, daß die ü den Schul-
dendiens e o de lichen Mi el auch dann eingehen, wenn Nu zen und
E äge s aa liche In es i ionsp ojek e zunächs (in e s e Inzidenz) bei
P i a en an allen.
1 Vgl. Spe be (1984), S. 22 .
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Be ich e 109
Je meh ein Land au Auslandsk edi e zu Un e s ü zung seines Wi -
scha swachs ums e au , um so s ä ke is es zu wel wi scha lichen
In eg a ion gezwungen, da en sp echend hohe De isenbe äge zu Beglei-
chung de Schuldendiens e p lich ung übe einen länge en Zei aum
e wi scha e we den müssen. Es gib eine Reihe wel wi scha liche S ö -
ak o en, die dies e heblich e schwe en können.
Die Wel konjunk u is ein ebenso allgemeine wie pe manen wi ksame
Ein luß ak o . Nega i machen sich o allem wel wei e Rezessionen
beme kba , die zum einen die Absa zmöglichkei en ü Expo e (aus En -
wicklungslände n in Indus ielände ) einsch änken, da wi scha liche
Schwie igkei en schnell zu p o ek ionis ischen Maßnahmen üh en, g und-
sä zlich abe o allem die wel wei e Gesam nach age ühlba eduzie en
und hochges eck e Expo ziele ge äh den. Zum ande en beein luß die
Wel konjunk u neben de Nach age auch die Expo p eise, wo on beson-
de s iele En wicklungslände als Expo eu e s a k p eis eagible Rohs o e
be o en sind2.
Unabhängig on s a ken Expo e lösschwankungen insbesonde e im
Rohs o be eich kann ein Land auch mi eine daue ha en (une wa e en)
Ve schlech e ung seine Te ms o T ade kon on ie we den. Fü jene En -
wicklungslände , die eine indus ialisie ende Wachs umss a egie e ol-
gen, e weis sich dabei o allem die ela i e Ve eue ung indus ielle
Impo e (insbesonde e Kapi algü e ) als P oblem3.
Die Ölk isen on 1973 und 1979 gel en als wel wei en scheidende ex e ne
Schocks, die jeweils eine sp ungha e Ve eue ung de Ene gie mi sich
b ach en. Da on wa en besonde s jene En wicklungslände ha be o en,
die sich ohne Ölquellen im eigenen Land au dem Weg de Indus ialisie ung
be anden und dadu ch be ei s s a k expo abhängig wa en.
Abhängig o allem on de Wi scha spoli ik wich ige Indus iena io-
nen, un e Ums änden abe auch e wa ungs- bzw. spekula ionsbeding ,
schwanken die Zinsen au in e na ionalen Finanzmä k en. Ein Schuldne -
land is da on nich nu bei po en ielle Neu e schuldung be o en, son-
de n auch dann, wenn ühe e K edi e zu a iablen Zinssä zen au genom-
men wu den.
Du ch Miße n en - ode auch du ch eine e ehl e Ag a poli ik - können
sich Nah ungsmi el in e n bed ohlich e knappen, so daß mögliche weise
2 P o ek ionis ische Maßnahmen de Indus ielände behinde n die Expo chancen
on En wicklungslände n zusä zlich, gl. auch Fische (1987), S. 102.
3 Nunnenkamp / Schweicke (1989), S. 158, sehen in sinkenden Te ms o T ade
und s eigenden in e na ionalen Zinssä zen wich ige De e minan en de Kapi alnach-
age on En wicklungslände n.
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ein un o he gesehen g oße Teil de Expo e löse ü Nah ungsmi elim-
po e e wende we den muß. Wi d dabei eine na ionale Miße n e on eine
wel wei en Angebo s e knappung on Nah ungsmi eln beglei e , so is
nich nu mi einem e höh en Impo olumen, sonde n auch mi e höh en
Impo p eisen zu echnen (dies en sp ich , ce e is pa ibus, eine Ve schlech-
e ung de Te ms o T ade).
All diese Fak o en üben po en iell D uck au die Leis ungsbilanz de
be o enen Lände aus. Du ch e meh e ode e eue e Impo e und
gesunkene Expo e löse wi d die Handelsbilanz zunehmend de izi ä ,
e höh e Zinszahlungen können diese En wicklung de Leis ungsbilanz
bed ohlich e s ä ken. Sowei es sich dabei um ku z is ige Schwankungen,
wie e wa bei de En wicklung on Rohs o p eisen, handel , müssen diese
lediglich übe b ück we den, bis eine S abilisie ung ein i . Im Fall lang-
is ige Ve ände ungen wel wi scha liche S uk u da en, wo un e e wa
die Ve eue ung des E döls ode abe eine p inzipielle Ve schiebung de
Wel nach age allen, is jedoch eine daue ha e Anpassung de Volkswi -
scha an die neue Lage e o de lich.
Es kann zweckmäßig sein, eine solche Anpassungsphase mi Hil e on
Auslandsk edi en zu übe b ücken und dami konzen ie e wi scha liche
Einb üche, mi wei eichenden Folgen, zu e meiden. Ökonomisch bedeu en
diese K edi e, daß Einkommen, die e s in spä e en Pe ioden mi de Übe -
windung de ex e nen Schocks und de Redynamisie ung de Wi scha
wiede e s ä k zu e wa en sind, in die Gegenwa ans e ie we den.
Au diese Weise sind die Mi el in dem Momen e ügba , in dem sie am
d ingends en geb auch we den und dahe auch den g öß en G enznu zen
au weisen.
Da aus olg : Ein k edi inanzie e Anpassungsp ozeß is heo e isch
sinn oll und e olg eich, wenn die ealen Anpassungen, die mi Hil e de
K edi e übe einen länge en Zei aum ges eck we den sollen, in diese Zei
und mi den zu Ve ügung ges ell en Mi eln ollziehba sind und auch a -
sächlich in Ang i genommen we den. Fe ne wi d hie deu lich, daß die
T ennung zwischen lang is ige Ve schuldung zu En wicklungszwecken
und ku z- bis mi el is ige Ve schuldung zu Anpassung an nega i e Wel -
ma k ein lüsse zwa analy isch e end, in de Reali ä abe nich exak
auszumachen is 4.
Neben de Ve wendungssei e is alle dings auch die Bescha ungssei e de
K edi e zu be ücksich igen. Wenn ein on Jah zu Jah gleichbleibende
Ne o essou cen ans e au ech e hal en we den soll, so is dami eine s e-
4 Siehe hie zu Köhn (1984), S. 26 .
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Be ich e 111
ig s eigende B u oneu e schuldung e bunden. Die Di e enz zwischen
B u oneu e schuldung und Ne o essou cen ans e bilde de zu leis ende
Schuldendiens . Diese wi d zum einen du ch das Ausmaß de Ve schul-
dung und zum ande en du ch die Kondi ionen de au genommenen K edi e
bes imm . Zu den K edi kondi ionen zählen neben den übe wiegend ma k -
bes imm en Zinssä zen und Lau zei en de K edi e auch die Zuschlagsä ze
de in e na ionalen Banken, die on de Einschä zung des K edi isikos
abhängen (sp eads).
Ge ade hinsich lich des K edi isikos e schein indes das Ve hal en de
K edi gebe in besonde s ahlem Lich . Im Rückblick s eh im wesen lichen
auße F age, daß die p i a en und ö en lichen Gläubige die ohne Zwei el
e kennba en Möglichkei en des K edi aus alls wei gehend igno ie haben5.
Insbesonde e de Ve such, e mein lich die Risiken deckende Zinsau -
schläge om Schuldne zu e langen, is bei K edi en an En wicklungslän-
de zum Schei e n e u eil , wenn man die diesen Lände n übe haup zu
Ve ügung s ehenden Schulden ilgungspo en iale be ach e . Allein die
(mengenmäßige) K edi a ionie ung kann die Gläubige e lus e beg enz
hal en6.
Die nach olgende Tabelle 1 zeig , daß Zinsau schläge zu Abgel ung des
K edi isikos kaum geeigne sind. Von den zehn be ach e en Umschul-
dungslände n eichen bei ün Lände n die e ziel en Handelsbilanzübe -
schüsse ohnehin nich aus, um die auss ehenden Ve bindlichkei en zu ilgen.
In d ei Fällen is de Handelsbilanzsaldo nega i , A gen inien könn e nu
bei eine du chschni lichen Ve zinsung on wenige als 5,59%, Pe u bei
wenige als 1,63% seine Schulden abbauen7. Die Beispiele Mexiko, Chile
und A gen inien belegen, daß schon Risikoau schläge on zwei P ozen -
punk en au die Ve p lich ungen gegenübe K edi ins i u en zu eine übe -
p opo ionalen Ve länge ung de ( echne ischen) Schulden ilgungsdaue
bzw. zu „Insol enz" üh en.
Um Miß e s ändnissen o zubeugen: Selbs e s ändlich kann sich de
Spiel aum ü den Schuldendiens du ch eine Ve besse ung de kün igen
Wachs umschancen e g öße n. Ande e sei s benö igen abe ge ade die
5 Nunnenkamp / Schweicke (1989), S. 152, sp echen in diesem Zusammenhang
on Risikoillusion.
6
Zu Rela i ie ung des Zinsein lusses bei de K edi e gabe gl. Gische (1988),
S. 66 . und S. 104 ., g undlegend ü die Theo ie de K edi a ionie ung is die
A gumen a ion bei S igli z / Weiss (1981).
7
1982 wa en bei 15 hoch e schulde en Lände n gegenübe in e na ionalen Ban-
kengläubige n insgesam 270 M d. US-$ Schulden au gelau en. De du chschni liche
Zinssa z ü diese Ve p lich ungen be ug damals 13,6% (einschließlich eine Ma ge
on d. 1,5%) bei eine mi le en Lau zei on ach Jah en, gl. He hausen (1989).
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112 Be ich e
Tabelle 1: Höhe de Ve schuldung und echne ische Schulden ilgungsdaue
ausgewähl e Umschuldungslände
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
B asilien 115 71,3 10,31 8,97 18,3 22,3 31,3
Mexiko 102 67,1 7,26 7,12 31,3 - -
A gen inien 59 30,4 3,30 5,59 48,5 - -
Venezuela 35 24,2 3,40 9,71 16,8 20,6 29,2
Chile 20 9,0 1,40 7,00 24,2 29,5 41,9
Pe u 19 4,0 0,31 1,63 - - -
Nige ia 31 7,4 3,43 11,06 11,0 11,4 11,8
Ma okko 20 5,2 - 1,13 - - - -
Philippinen 29 9,9 - 0,50 - - - -
Jugoslawien 22 7,6 - 1,16* - - --
*: in kon e ie ba e Wäh ung
(1) Gesam e B u o e schuldung Ende 1989 in M d. US-$
(2) Ve bindlichkei en gegenübe wes lichen Banken Ende 1989 in M d.
US-$
(3) Du chschni liche Handelsbilanzübe schuß de Jah e 1984 bis
1988 in M d. US-$
(4) Handelsbilanzübe schuß in % de gesam en B u o e schuldung
(5) - (7) Tilgungsdaue in Jah en bei al e na i en Zinssä zen:
Annahmen: Die Ve bindlichkei en gegenübe Banken sind mi 8%
(5), 10% (6) bzw. 12% (7) zu e zinsen, die es -
lichen Ve bindlichkei en mi 2%, de Schuldendiens
en sp ich de Höhe des in (3) e mi el en Handels-
bilanzübe schusses
.
Quelle: Wel bank, In e na ionale Wäh ungs onds, Bank ü In e na iona-
len Zahlungsausgleich, eigene Be echnungen
hoch e schulde en En wicklungslände wei e e zusä zliche Kapi alim-
po e, um ih en En wicklungs ücks and au zuholen. Das heiß , selbs wenn
man on zukün ig höhe en an die Gläubige ans e ie ba en Handels- und
Diens leis ungsbilanzübe schüssen ausgeh , is wohl anzunehmen, daß
diese ehe als Spiel aum ü Neu e schuldung denn als ( eies) Schulden il-
gungspo en ial anzusehen sind. Die Be ach ung de ( echne ischen) Schul-
den ilgungsdaue is somi ein Indiz (un e meh e en) ü die Beu eilung
de Sol enz eines Landes8.
Da die K edi kondi ionen bei un e schiedlichen K edi gebe n a iie en,
spiel auch die Schuldens uk u eine wich ige Rolle ü die Schulden-
diens belas ung ( gl. Tabelle 2): Ö en liche K edi e sind meis güns ige als
p i a e, En wicklungshil ek edi e en hal en da übe hinaus de ini ionsge-
mäß einen „Zuwendungsan eil" on mindes ens 25 %9.
8 Wenngleich es eine Reihe on Un e schieden zwischen Insol enzen on Un e -
nehmen und Lände n gib , so sind Pa allelen zu K edi wü digkei sanalyse on
Un e nehmen du chaus o handen. Auch hie is de dynamische Ve schuldungsg ad
eine aussage ähige Kennzahl, auch wenn niemand da on ausgeh , daß ein Un e neh-
men seine Ve bindlichkei en jemals au Null zu ück üh .
9 De Zuwendungsan eil be echne sich als Di e enz zwischen dem Nominalwe
des K edi s und dem Ba we de e einba en Zins- und Tilgungszahlungen, gl.
Spe be (1984), S. 28 .
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Be ich e 113
Tabelle 2: Schuldens uk u de En wicklungs- und S aa shandelslände in M d. US-$
Gesam e Ve bindlichkei en _
B u o- 1 gegenübe wes lichen Banken
Ve schuldung1} Ende 1989 Ende 1988 Ende 1987
En wicklungs- und S aa s-
handelslände insgesam 1361 627,0 634,4 648,1
- La einame ika/Ka ibik 420 229,6 246,2 260,0
- A ika 205 58,5 62,1 68,6
- Mi le e Os en 163 73,7 68,1 65,6
- Asien 333 123,7 124,0 120,3
- Eu opa 240 141,5 134,0 133,6
nach ich lich: 15 hoch-
e schulde e Lände 503 252,2 274,4 293,8
1) Ve bindlichkei en gegenübe Banken, Lie e an en, Regie ungen und in e na ionalen O ganisa ionen; Ende
1989.
2) Banken in wes lichen Indus ies aa en und an einigen O sho e-Zen en.
3) B asilien, Mexiko, A gen inien, Venezuela, Chile, Pe u, Nige ia, Ma okko, El enbeinküs e, Philippinen,
Jugoslawien, Boli ien, Ecuado , Kolumbien und U uguay ("Bake -Lände ").
Quelle: Wel bank, In e na ionale Wäh ungs onds, Bank ü In e na ionalen Zahlungsausgleich.
K edi e on p i a en Gläubige n um assen neben Expo k edi en, die mi
Wa engeschä en e bunden sind, o allem Ausleihungen in e na ionale
Banken. Diese bilden nich nu die eies e, sonde n auch die eue s e Fo m
in e na ionale Ve schuldung. Man kann da on ausgehen, daß p i a e K e-
di gebe den E ags we ih e Fo de ung mi mindes ens 100% des Nomi-
nalwe s e anschlagen. Aus de Sich des Schuldne landes bedeu e dies,
daß de E ag eines mi p i a en K edi en inanzie en In es i ionsp ojek s
- wegen des ehlenden Zuwendungsan eils - um mindes ens ein D i el
höhe sein muß als de eines mi ö en lichen En wicklungshil ek edi en
inanzie en Vo habens, wenn das zukün ige e ügba e Einkommen de
K edi nehme lände nich e minde we den soll. Zudem sind K edi e au
in e na ionalen Finanzmä k en zunehmend du ch a iable Ve zinsung
gekennzeichne , was die Schuldendiens belas ung ü den K edi nehme
seh iel schwe e kalkulie ba mach und ihn mi dem Zinsände ungs isiko
belas e .
II. U sachen de Ve schuldungsk ise
De Beginn de Ve schuldungsk ise äll mi de wel wei es ik i en
Geldpoli ik und dem dadu ch e u sach en d as ischen Ans ieg des Zins-
ni eaus An ang de ach zige Jah e zusammen. Be ei s 1978 wa das in e -
na ionale Zinsni eau deu lich anges iegen, jedoch hiel sich die Schulden-
diens belas ung de En wicklungslände angesich s des konjunk u ellen
8 K edi und Kapi al 1/1991
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114 Be ich e
Au schwungs in den Indus ies aa en, des in la o ischen P eisau iebs und
de es en Ve assung de Rohs o mä k e noch in e e ba en G enzen.
Die Realzinsen lagen bis zum Beginn de ach zige Jah e unge äh bei Null,
zei weise soga be äch lich un e Null. Die Bundes epublik Deu schland
wa in den siebzige Jah en das einzige g öße e Land, das du chweg einen
posi i en Realzins au wies. Die jäh lichen Wachs ums a en des Schulden-
diens es de wich igs en Schuldne lände lagen bis Ende de siebzige Jah e
meis nied ige als die nominellen (in la o isch au gebläh en) Wachs ums-
a en de Expo e de Schuldne lände .
Die Si ua ion ände e sich g undlegend, als sich de P eisau ieb in
den Indus ielände n im Zusammenhang mi de zwei en Ölk ise s a k
beschleunig e und die No enbanken au eine es ik i e Geldpoli ik
umschwenk en. Das Geldmengenwachs um soll e asch un e Kon olle
geb ach we den, selbs un e Inkau nahme seh hohe Zinsen. 1980 s ieg
die P ime Ra e in den USA au die Reko dhöhe on 21,5%; an den Eu o-
mä k en s ieg die London In e bank O e ed Ra e (LIBOR) ü US-Dolla
eben alls au übe 21%, und auch die Rendi en alle eu opäischen Wäh un-
gen e zeichne en his o ische Höchs s ände.
De Zinsendiens de En wicklungslände e höh e sich dadu ch on 1980
bis 1982 um meh als die Häl e au as 50 M d. US-$ 10. In den hoch e -
schulde en S aa en übe a e soga e s mals deu lich die älligen Kapi al-
ückzahlungen. Dabei schlugen die hohen Zinssä ze nich nu au die Neu-
k edi e, sonde n auch au die be ei s bes ehenden Schulden du ch, da schon
damals meh als 60% - heu e sind es 70% - de Ve äge au zins a iable
Basis abgeschlossen wa en. De Schuldendiens iele En wicklungslände
eagie e somi deu lich schnelle au die allgemeine Zinsen wicklung als
dies noch Mi e de siebzige Jah e de Fall wa .
Die Wi scha spoli ik in den Indus ielände n e schä e die Si ua ion
inso e n noch, als sie in e heblichem Maß zu dem wel wei en Konjunk u -
einb uch 1979/80 und den mi ihm einhe gehenden E schü e ungen im
Wel handel bei ug. Mi dem P oduk ions ückgang in den Indus ies aa en
e inge e sich die Nach age nach Rohs o en, und die P eise de meis en
diese E zeugnisse e ielen. Besonde s be o en wa en Schuldne , de en
Expo e löse om Absa z eines einzigen ode einige wenige P oduk e
abhingen. De zwei e Ölp eisschub en las e e zwa die Zahlungsbilanzen
de e dölexpo ie enden Schuldne lände , s ell e jedoch die Ölimpo eu e
o zusä zliche ex e ne Finanzie ungsp obleme. Hinzu kamen on Sei en
de Indus ies aa en e s ä k e p o ek ionis ische Maßnahmen im in e na-
10 Vgl. Sa azin (1989), S. 399.
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den, so muß en diese Lände 1988 und 1989 pe saldo jeweils übe 30 M d.
US-$ an das Ausland ab üh en.
Tabelle 3: Ne ozu luß inanzielle Ressou cen in die En wicklungslände
(in M d. US-$ zu lau enden P eisen)
1980 1985 1986 1987 1988
I. Ö en liche
En wicklungs inanzie ung 45,6 49,0 56,1 61,7 65,7
II. Expo k edi e 16,5 4,0 -0,6 -0,7 3,0
III. P i a e Finanz lüsse 66,2 30,8 28,2 35,6 32,9
Di ek in es i ionen (OECD) 11,2 6,7 12,2 13,2 19,9
In e na ionale Banksek o 49,0 13,6 5,0 5,6 4,7
da on: ku z is ig 26,0 12,0 -4,0 5,0 -
Ande e p i a e Mi el 3,6 7,7 8,8 6,5 5,6
Gesam e Ne ozu luß (I+II+III) 128,3 83,3 83,7 96,6 101,6
Quelle: OECD, De elopmen Co-ope a ion in 1990s, Pa is 1989
Un e den Lände n, die ih en Schuldendiens nich e agsgemäß leis en,
gib es wiede um 15 Haup p oblemlände , o wiegend in La einame ika,
au die sich 503 M d. US-$ konzen ie en. Die Auslandsschulden diese
hoch e schulde en Lände sind meh als d eimal so hoch wie de en jäh li-
che Einnahmen aus dem Gü e - und Diens leis ungsexpo . Ih e Belas ung
is , so gemessen, doppel so hoch wie 1980. S öm en den 15 Lände n An ang
de ach zige Jah e noch du chschni lich ne o 10 M d. US-$ inanzielle
Mi el aus dem Ausland zu, so be ug de Ne okapi al ans e an das Aus-
land in den le z en d ei Jah en jeweils und 25 M d. US-$23.
In den meis en Lände n is de Lebenss anda d zu nied ig, als daß sie die
e o de lichen T ans e zahlungen du ch die Reduzie ung des Konsums au -
b ingen könn en. De Schuldendiens geh dahe zu Las en des In es i ions-
olumens, was wiede um den kün igen En wicklungsp ozeß nachhal ig
belas e 24.
23 Zahlenangabe aus Wel bank, Wo ld Deb Tables.
24 Das DIW komm dahe zu dem Schluß, daß die Si ua ion de En wicklungslän-
de nach wie o wei k i ische is als zu Beginn de Schuldenk ise und sich die Rah-
menbedingungen ü die Schuldne lände nich e besse haben, gl. Deu sches
Ins i u ü Wi scha s o schung (1990), S. 672.
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IV. Lösungs e suche
1. De Bake -Plan
Das Wi scha swachs um diese Haup schuldne lände is nich , wie mi
de Ba/ce -Ini ia i e25 on 1985 anges eb , in Gang gekommen, die In la ion
iel ach auße Kon olle, die In es i ions ä igkei unzu eichend, de Lebens-
s anda d b ei e Be ölke ungsschich en gesunken. Viele Lände be inden
sich nich nu wi scha lich und sozial, sonde n auch poli isch in eine
schwie igen Si ua ion. Die Fähigkei und die Be ei scha , Zinszahlungen
zu leis en, lassen nach. Die Wiede he s ellung de K edi wü digkei bzw.
die Be ei scha de Finanzmä k e zu länge is igen K edi en au eiwilli-
ge Basis sind nich nähe ge ück . Die bislang im T end nachgebenden
P eise ü Bank o de ungen gegenübe P oblemschuldne n am Sekundä -
ma k sp echen ehe ü das Gegen eil.
De Bake -Plan om He bs 1985 ha e o gesehen, das Ve schuldungs-
p oblem o allem übe wi scha liches Wachs um und höhe e Expo e zu
lösen. Dazu soll en die be eilig en Gläubige g uppen du ch aus eichende
Neuk edi e und die be o enen En wicklungslände du ch eine s ä ke
ma k o ien ie e Wi scha spoli ik einen Bei ag leis en26.
Im einzelnen sah de Bake -Plan olgendes o :
- Die Schuldne lände müssen selbs Wi scha s e o men einlei en, d.h.
ih e Mä k e ö nen, de p i a en Ini ia i e meh F ei äume geben, den
s aa lichen Sek o zu ückd ängen, ealis ische Wechselku se zulassen
und eine solide Haushal s- und Geldpoli ik be eiben.
- De sogenann e „o izielle" Sek o , insbesonde e die Wel bank, soll e in
den Jah en 1986 - 1988 ca. 20 M d. US-$ ne o an die genann en Schuld-
ne lände auszahlen.
- Die Geschä sbanken soll en in diesem Zei aum eben alls 20 M d. US-$
zu Ve ügung s ellen.
Ke npunk des Bake -Planes wa die Fo de ung, daß die Schuldne lände
selbs in e ne Re o men zu Gesundung ih e Wi scha einlei en; die on
außen be ei zus ellenden Mi el wa en lediglich als Un e s ü zung diese
Maßnahmen gedach . Man wa sich da übe im Kla en, daß die Übe schul-
25 Zu aus üh lichen Da s ellung und k i ischen Wü digung des ßa/ce -Plans gl.
Nunnenkamp (1986).
26 Die Fo de ung nach einem zügigen Abbau des s aa lichen In e en ionismus in
den En wicklungslände n is auch wei e hin seh ak uell, gl. e wa Fische (1987),
S. 103.
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dung iele Lände ohne de en ak i e Mi wi kung nich au ein akzep ables
Maß zu ückge üh we den kann. Es wa genau diese Aspek des Bake -
Planes, de eine Lösung des Schuldenp oblems übe haup möglich machen
soll e.
Es haben abe nu ganz wenige Lände (z.B. Chile) ech e Anpassungsmaß-
nahmen o genommen. Das heiß , daß ü die Lösung des Schulden- und
Wachs umsp oblems on den meis en Schuldne lände n selbs wenig ode
nich s beiges eue wu de.
2. Die B ady-Ini ia i e
Vom Miße olg des ßa/ce -Konzep s ausgehend ha US-Finanzminis e
B ady die Schuldens a egie in neue Bahnen gelenk . Seine im Mä z 1989
o ges ell e Ini ia i e ela i ie die bishe ige Poli ik o lau ende
Umschuldungen und o ganisie e K edi gewäh ungen und s ell die
E leich e ung de Schuldenlas in den Mi elpunk . Reduk ion des Schul-
dens andes du ch Um ausch on al en Bankschulden - jeweils mi Abschlag
- sowie Um ausch on al en Bankschulden in gleich hohe, abe nied ige
e zinsliche neue Papie e sind die wesen lichen Ins umen e. Daneben soll
die Umwandlung on K edi o de ungen in Be eiligungskapi al (deb o
equi y swaps) o gese z we den.
Tabelle 4: Umschuldungsabkommen mi Geschä sbanken
1983 1984 1985 1986 1987 1988
Umgeschulde e
Be äge (M d. US-$)
Du chschni liche
Konsolidie ungszei -
aum (Jah e)
Du chschni liche
Kondi ionen
- Lau zei
- F eijäh e
- Ma ge ü/LIBOR (% p.a.)
44 87 23 73 90 80
1,5 2,75 2,75 2,75 4 6,5
9 11 10 15 19
3 4 4 5 7
2,0 1,8 1,5 1,3 1,0 0,8
Quellen: Wel bank, Wo ld Deb Tables, Vol. 1.
Sei de Neu o mulie ung de Schuldens a egie du ch B ady wi d die
Schuldenk ise s ä ke als ühe - damals s and de Liquidi ä saspek im
Vo de g und - auch als Sol enzp oblem in e p e ie : Deshalb soll dem
Abbau des Schuldenbe ges bzw. de Reduzie ung des Schuldendiens es
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nunmeh eine höhe e P io i ä einge äum we den. Mi le weile haben auch
IWF und Wel bank in eine konze ie en Ak ion Rich linien ü Schulden-
eduzie ungspläne es geleg , wobei mi einigen Lände n, da un e Mexiko,
be ei s konk e e Ve einba ungen ge o en wu den27.
Neben de Vo ausse zung, daß die be o enen Schuldne lände selbs
die no wendigen wi scha spoli ischen Maßnahmen e g ei en, lieg dem
B ady-Vo schlag die unausgesp ochene Fo de ung nach eine Neuau ei-
lung de Finanzie ungskos en zwischen Banken und den sogenann en „o i-
ziellen" K edi gebe n zug unde. Von diese g undsä zlichen Übe legung
ausgehend en wickel de B ady-Vo schlag e schiedene Al e na i en, die
au eine e s ä k e Be eiligung de Geschä sbanken hinauslau en28.
So is o gesehen, Al schulden in leich e handelba e Anleihen umzu au-
schen, die einen ge inge en Nennwe ode eine un e dem Ma k ni eau lie-
gende Ve zinsung au weisen. Eine wei e e Va ian e s ell die Schuldenum-
wandlung in Be eiligungskapi al da . Bei allen diesen Ve ah en können die
En wicklungslände an den Abschlägen am Sekundä ma k ü Lände -
schulden pa izipie en. Dami diese Op ionen s ä ke als in de Ve gangen-
hei ausgeschöp we den, dü en - und das is die wich igs e Neue ung de
B ada/-Ini ia i e - auch IWF- und Wel bankk edi e ü solche Zwecke ein-
gese z we den.
Ende Mai 1989 e abschiede en die beiden Ins i u e neue Rich linien, nach
denen und 25 P ozen de ü ein wi scha liches Anpassungsp og amm
o gesehenen Da lehen ü die Schulden eduzie ung e wende we den
können. Da übe hinaus s ehen zusä zliche Mi el - bei de Wel bank wei-
e e 15 P ozen de K edi summe, beim IWF bis zu 40 P ozen de Quo e
eines Mi gliedslandes - zu Schuldendiens eduzie ung, insbesonde e als
Zinsga an ie ü Schuldenumwandlungen, zu Ve ügung. Zu Zei geh man
on eine Summe on insgesam 20 bis 25 M d. US-$ ü die kommenden
d ei Jah e aus, mi de die gegenübe den Banken geschulde en Be äge
eduzie we den können. Japan will zusä zliche 4,5 M d. US-$ be ei s el-
len, um diese Maßnahmen zu un e s ü zen.
Die Ini ia i e B adys s ell nun alle dings keinen ollkommenen B uch
mi den G undideen des ßa/ce -Plans da . Auch in Zukun soll an de Ein-
zel allbe ach ung jedes Schuldne s un e Wah ung de Kondi ionali ä
es gehal en we den. De neu gescha ene Spiel aum muß dazu genu z we -
27 Alle dings wi d gegen den einsei igen Schuldene laß als A gumen o ge agen,
daß „eh liche" Schuldne gleichsam bes a und ande e Lände zu Nachahmung
ange eg wü den, so bei Fische (1987), S. 104 . ode Huss / Nunnenkamp (1987),
S. 114.
28 Vgl. Paulus (1989).
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den, s abile wi scha liche Rahmenbedingungen zu scha en und wachs-
umso ien ie e S uk u e o men du chzu üh en. Ansa zpunk e da ü sind
un e ande em de übe mäch ige S aa sein luß au die Wi scha , die übe -
höh en Wechselku se, das e ze e P eisge üge, das hohe Haushal sde izi
und die dami e bundene hohe In la ion in ielen En wicklungslände n.
Zumindes ein Teil de Kapial luch aus diesen Lände n dü e den genann-
en wi scha spoli ischen Ve säumnissen zuzusch eiben sein. Wenn es den
Regie ungen geling , diesen „Exodus" zu s oppen bzw. den In es o en wie-
de neue Anlageal e na i en im Inland „schmackha " zu machen, kann das
die Posi ion de Schuldne lände nachhal ig s ä ken.
3. Das Beispiel Mexiko
Ih e e s e Bewäh ungsp obe ha die neue Schuldens a egie bei den
Schuldne n Cos a Rica, Mexiko, Philippinen und Venezuela zu bes ehen,
de en einschneidende Wi scha sp og amme be ei s die Zus immung des
IWF-Exeku i a es e hal en haben. Von besonde em In e esse - nich nu
ü die USA - is de G oßschuldne Mexiko. Du ch eine konze ie e
Ak ion de In la ionsbekämp ung konn e die P eiss eige ungs a e 1989 e s -
mals sei zehn Jah en un e 20 P ozen ged ück we den (1990:25%). Fe ne
wu de die kon ollie e Abwe ung de mexikanischen Wäh ung gegenübe
dem Dolla o gese z .
De IWF un e s ü z das Finanzp og amm de Regie ung d ei Jah e lang
mi bis zu 4,7 M d. US-$; die Wel bank ha ü den gleichen Zei aum neben
P ojek k edi en neue P og ammk edi e in Höhe on 1,5 M d. US-$ p.a. in
Aussich ges ell . Mi dem Pa ise Club wu de die S eckung on zwischen
Mi e 1989 und 1992 älligen Tilgungs- und zum Teil Zinszahlungen on
2,6 M d. US-$ e einba . Mi den Banken kam es inzwischen nach länge en
Ve handlungen zu eine o läu igen Übe einkun zu Neu egelung on
mi el- und lang is igen Schulden on 53 M d. US-$, die Schuldene leich-
e ungen als wesen liches Elemen beinhal e . Die mi den Be a e banken
ausgehandel e G undsa z e einba ung sieh d ei Op ionen o , un e denen
die einzelnen Banken wählen können29.
- Schuldennachlaß: Um ausch de K edi e in Anleihen bei 35% Abschlag
au das Kapi al und Ve zinsung zu Ma k kondi ionen.
- Zinsnachlaß: Um ausch mi un e ände em Nennwe , abe au 6,25%
he abgese z em Zinssa z (au Dolla -Basis).
29
Vgl. Deu sches Ins i u ü Wi scha s o schung (1989).
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126 Be ich e
- F esh money ü die Jah e 1989 bis 1992 in Höhe on 25% des jeweiligen
mi el- und lang is igen Engagemen s de einzelnen Banken. Dieses
Ins umen bleib auch im B ady-Konzep Bes and eil de Schuldens a-
egie.
Bei olle Ausschöp ung de Schuldennachlaßop ion hä en sich die
Schulden um 18,4 M d. US-$ e minde , bei ausschließliche esh-money-
Gewäh ung wä en sie bis 1992 um 13,2 M d. US-$ ges iegen. Die Zinsbela-
s ung lieg im Du chschni de e s en d ei Jah e im Fall on 100% Nu zung
de esh-money-Op ion um nahezu 2,5 M d. US-$ höhe .
Rückzahlungen (nach 30 Jah en) und Zins e p lich ungen au die neuen
Anleihen (le z e e alle dings nu e ol ie end ü mindes ens jeweils 18
Mona e) we den mi Mi eln on IWF, Wel bank und de japanischen Re-
gie ung sowie aus mexikanischen Wäh ungs ese en besiche . Die beim
Um ausch gewäh en E leich e ungen können sich au g und eine Re i-
sionsklausel je nach eale Ölp eisen wicklung ab 1996 e minde n. Des
wei e en wu de die beg enz e Wiede au nahme des im No embe 1987 un e
ande em un e Hinweis au in la ionä e Auswi kungen abgeb ochenen deb
o equi y swap-P og amms e einba .
Neun Zehn el de Banken en schieden sich im Rahmen des Mexiko-
Abkommens ü einen eilweisen Auss ieg aus de Schuldenp oblema ik. Sie
wa en be ei , en wede die Fo de ungen ode die Zinsen zu e inge n. Zu
Ve gabe on Neuk edi en en schlossen sich dagegen nu wenige K edi ins i-
u e. Du ch das Abkommen dü e sich somi Mexikos Schuldendiens um
le z lich ca. 3 M d. US-$ p o Jah eduzie en.
Das Abkommen konn e somi zwa nich den g a ie enden Kapi almangel
besei igen, mi den Schuldene leich e ungen in Höhe on d. 7 M d. US-$
bes eh ü Mexiko abe zumindes die Chance, bishe ü den Schulden-
diens au gewende e Ressou cen ü die S ä kung de eigenen Wi scha
einzuse zen. Bei konsequen e Ve olgung des wi scha lichen Re o mku -
ses solle es möglich sein, nach jah elange S agna ion au den Wachs ums-
p ad zu ückzukeh en und den Lebenss anda d de Be ölke ung zu e bes-
se n.
Neben Mexiko, dem e s en Tes all ü die ß ady-Ini ia i e, gil es nun,
wei e e au die jeweilige indi iduelle Si ua ion zugeschni ene P og amme
ü e o mwillige Schuldne zu en wickeln. Das Rahmenabkommen mi den
Philippinen is ein Beispiel da ü . Es sieh eben alls eine Kombina ion on
neuen K edi en und Schulden eduk ion o , weich jedoch schon wegen des
hie zug unde geleg en P inzips de eiwilligen Teilnahme e heblich on
de Mexiko-Regelung ab. Die Philippinen kau en - mi Hil e on IWF-K e-
di en - eigene Ve bindlichkei en zu Sekundä ma k p eisen zu ück.
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Be ich e 127
Hie und da wi d die F age disku ie , ob Lände wie Indien ode Indone-
sien, die ih e Auslands e schuldung pünk lich bedienen, de en Schulden-
diens e p lich ungen jedoch eine e hebliche Bü de da s ellen, in P o-
g amme zu Schuldene leich e ung einbezogen we den sollen. Hie zu is
zunächs es zus ellen, daß diese au die zahlungsges ö en Lände abzielen.
Da on abgesehen wä e abe angesich s de ela i ge ingen Ve schuldung
beide Lände gegenübe Banken zu p ü en, in welchem Ve häl nis de en -
s ehende Nu zen zu de dann wohl zu e wa enden Beein äch igung des
K edi s andings s eh .
Wü de beispielsweise im Zuge eine Umwandlung on mi el- und lang-
is igen Bankk edi en in Anleihen - wie im Falle on Mexiko - ein Nachlaß
on 35
%
gewäh , wü de sich die Zinslas Indiens um d. 300 Mill. US-$ p. a.
und die Indonesiens um 450 Mill. US-$ p. a. e minde n. Ve glichen mi dem
gesam en Schuldendiens diese Lände on 6,5 M d. US-$ bzw. 7,8 M d.
US-$ sind das wenig ins Gewich allende Be äge, de en wegen es sich
kaum lohnen wü de, das K edi s anding au s Spiel zu se zen.
4. Ma k echnische Bei äge zum Schuldenabbau
So e n die Schuldne lände übe De isen ese en e ügen, kann de
Sekundä ma k ü Schuld i el die Schuldensi ua ion en las en. Wenn p i-
a e Banken ih e Fo de ungen hie e äuße n, ziehen sie sich mi (meis
e heblichem) Ve lus aus ih en Engagemen s zu ück. An de Si ua ion de
Schuldne lände ände sich abe nu dann e was, wenn sie als Käu e de
eigenen Ti el au e en und dami ih e Ve bindlichkei en löschen. Wechseln
die Papie e nu den Eigen üme , bleib die Si ua ion ü den insol en en
Schuldne un e ände . Nich banken wie Pensions onds ode Ve siche-
ungsgesellscha en könn en, wenn sie als Käu e in diesem Ma k au e-
en, lang is ige Anlageziele e olgen und e suchen, spä e Gewinne zu
ealisie en.
Vo allem Boli ien und Chile haben au dem Sekundä ma k eigene Ve -
bindlichkei en zu ückgekau . In diesem Fall wi d de Absch eibungs e -
lus de Banken zum Gewinn de Schuldne lände . Boli ien zahl e An ang
1989 11% des Nominalwe es beim Rückkau seine Schulden. B asiliani-
sche Ti el we den zu und einem D i el, mexikanische zu und 40% und
chilenische zu und zwei D i eln ih es Nominalwe es am Sekundä ma k
angebo en. Fü Schuldne mi eien De isen ese en s ell sich in jedem
Fall die F age, ob de Schulden ückkau au diesem Weg sinn oll is ode ob
mi de o handenen Liquidi ä nich besse de übliche Zinsendiens gelei-
s e we den soll.
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Zu den Schulden eduk ions o men gehö e ne de Swap, de Schulden-
ausch. Mi diesem Ins umen we den al e Schuld i el gegen neue zu einem
nied ige en We ge ausch . Ein Geschä , das ü die Banken a ak i
we den kann, wenn die Zinszahlungen dann on IWF ode Wel bank ga an-
ie we den (bspw. Ve b ie ung du ch „Exi Bonds"). S a k nachgelassen
ha mi le weile das Geschä de Umwandlung on F emdwäh ungsk e-
di en in Risikokapi al. Du ch Dep -Equi y-Swaps (DES)30 wu den und
16 M d. US-$ an Schuld i eln ge ilg ( o allem in B asilien)31. De DES
e binde den Kau en we e e Schuld i el mi eine In es i ion im Schuld-
ne land. Nach eilig ü das Schuldne land is , daß die Umwandlung on
Auslandsschulden in In es i ionen übe die dami e bundene Be ei s el-
lung on Landeswäh ung zu eine Geldmengenauswei ung üh .
Dies e deu lich das Beispiel Mexikos. Das mexikanische DES-P o-
g amm lie 18 Mona e lang und üh e in diese Zei zu eine Ve dopplung
de Geldmenge Ml. De Zu luß neue Auslandsin es i ionen e d ei ach e
sich zwa inne halb eines Jah es, doch gleichzei ig s ieg die In la ions a e
au 160%. Das Swap-P og amm muß e deshalb ges opp we den wie inzwi-
schen aus dem gleichen G und auch in B asilien ( gl. auch Anhang 2). Die
e schiedenen ma k echnischen Bei äge zum Schuldenabbau sind alles in
allem nich meh als „ein T op en au den heißen S ein". Insgesam konn en
bishe schä zungsweise und 30 M d. US-$ Schulden du ch Kon e sions-
p ak iken gelösch we den.
5. S aa liche Hil en ü die ä ms en Lände
Fü die a ikanischen Lände südlich de Saha a komm eine Lösung de
Schuldenk ise a la B ady kaum in F age. Ih e Auslands e schuldung on
103 M d. US-$ - gu 85 M d. US-$ da on sind no leidend - bes eh wei
übe wiegend gegenübe ö en lichen Gläubige n. Den komme ziellen Ban-
ken schulden diese Lände 13 M d. US-$. Au dem Pa ise Wi scha sgip el
wu de 1989 die No wendigkei eines Schuldene lasses ü die ä ms en Län-
de e neu un e s ichen, nachdem dieses Thema be ei s ein Jah zu o in
To on o au de Tageso dnung ges anden ha e. Inzwischen haben zahl ei-
che Indus iena ionen den Lände n südlich de Saha a Schulden- ode
Schuldendiens e leich e ungen gewäh bzw. in Aussich ges ell . Von de
Bundes epublik Deu schland sind den ä ms en En wicklungslände n sei
1978 as 9 M d. US-$ e lassen wo den.
30 Zu Besch eibung de Funk ionsweise und Auswi kungen on Deb -Equi y-
Swaps gl. Huss / Nunnenkamp (1987), S. 118 .
Vgl. Sa azin (1989), S. 410.
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Be ich e 129
Auch bei seh g oßzügigem Schuldene laß dü en selbs solche Lände
wie Ghana, die in den e gangenen Jah en mi Un e s ü zung on IWF und
Wel bank eine e olg eiche En wicklungspoli ik be ieben haben, in abseh-
ba e Zei nich den Maßs äben genügen, die die Geschä sbanken ü die
Ve gabe on mi el is igen K edi en se zen und die als Vo bedingung ü
ausländische In es i ionen gel en. Die schwa za ikanischen En wicklungs-
lände bleiben dahe au ö en liche Mi el angewiesen32.
Die Regie ungen in den Indus ielände n sind ge o de , ih e En wick-
lungshil eleis ungen au mindes ens 0,7% des Sozialp oduk s au zus ocken,
wie es die OECD und die Wel handelskon e enz de Ve ein en Na ionen
(UNCTAD) be ei s 1964 es leg en. Bishe wu de diese Ziel o gabe wei
e ehl . Insgesam belie en sich die ö en lichen En wicklungshil eleis un-
gen de OECD-S aa en 1989 au 50 M d. US-$ ode 0,33% ih es Sozialp o-
duk s. Die Bundes epublik Deu schland lag mi 0,41% nu knapp übe dem
Du chschni 33.
Li e a u
Deu sche Bundesbank (1978): Geschä sbe ich de Deu schen Bundesbank ü das
Jah 1978. - Deu sche Bundesbank (1990): Neue e Tendenzen in de en wicklungs-
poli ischen Zusammena bei de Bundes epublik Deu schland, in: Mona sbe ich de
Deu schen Bundesbank, 42. Jg., N . 10, S. 33 - 40. - Deu sches Ins i u ü Wi -
scha s o schung (1989): Ve schuldungsk ise de En wicklungslände : Zeichen, abe
keine Wunde , in: DIW-Wochenbe ich N . 33/89, S. 399 - 402. - Deu sches Ins i u
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32 Gleichzei ig soll en alle dings auch die no wendigen poli isch-ökonomischen
Rahmenbedingungen gescha en we den, eine aus üh liche Analyse und de aillie e
Vo schläge lie e die S udie on Hiemenz (1989).
33 Vgl. Deu sche Bundesbank (1990).
9 K edi und Kapi al 1/1991
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Be ich e 137
Résumé
La c ise in e na ionale de l'ende emen :
Si ua ion ac uelle e pe spec i es
Les c édi s a ibués aux pays en oie de dé eloppemen cons i uen , con ai emen
aux in es issemen s di ec s, une cha ge du able pou les pays ende és. D'une pa , la
igueu économique exige que les c édi s oc oyés soien in es is dans des p oje s
a o ables à la c oissance, ou en é i an l'appa i ion de pe es dûes à l'ine icaci é
du sys ème; d'au e pa , le se ice de la de e neu alise une pa sou en considé a-
ble du modes e excéden de la balance comme ciale des pays en oie de dé eloppemen .
Tan que la sol abili é des pays débi eu s es main enu à cou comme à long e me,
peu d'objec ions peu en ê e a ancées con e un ende emen lo sque celui-ci pe me
d'a eind e un ni eau de dé eloppemen plus éle é. Le passé écen a ou e ois mon é
que la sol abili é de nomb eux pays en oie de dé eloppemen a é é su es imée de
açon considé able pa les c éancie s p i és. De plus, les o ganismes p ê eu s n'on pu
en aye l'appa i ion de l'insol abili é de ce ains pays, en aison du manque de i-
gueu des condi ions liées aux c édi s acco dés; il semble au con ai e qu'ils y aien
plu ô con ibué. L'e ond emen conjonc u el in e na ional du débu des années
qua e- ing s a inalemen po é au g and jou la si ua ion p écai e dans laquelle se
ou aien la plupa des pays en oie de dé eloppemen . Du p oblème ini ial de liqui-
di é des pays débi eu s a ésul é un p oblème du able de sol abili é que les pays en
oie de dé eloppemen ne peu en en aucune açon su mon e sans aide ex é ieu e.
Les solu ions p oposées jusqu'à main enan pa les pays c éancie s n'on pe mis
aucune amélio a ion no able de la si ua ion. Au con ai e, un p og amme a ié me -
an en oeu e des mesu es économiques p i ées e publiques ainsi que des mesu es
basées su des echniques de ma ché con ibuan à une éduc ion de la de e ainsi que
des aides é a iques pou les pays les plus dé a o isés es en plus que jamais indispen-
sables.
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