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Gesundheitsreformen: Mehr Transparenz, mehr Effizienz und mehr Digitalisierung sind notwendig

Author: Jochimsen, Beate
Publisher: Warsaw: Sciendo
Year: 2024
DOI: 10.2478/wd-2024-0156
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/306445/1/10.2478_wd-2024-0156.pdf
Jochimsen, Bea e
A icle
Gesundhei s e o men: Meh T anspa enz, meh E izienz
und meh Digi alisie ung sind no wendig
Wi scha sdiens
Sugges ed Ci a ion: Jochimsen, Bea e (2024) : Gesundhei s e o men: Meh T anspa enz, meh
E izienz und meh Digi alisie ung sind no wendig, Wi scha sdiens , ISSN 1613-978X, Sciendo,
Wa saw, Vol. 104, Iss. 9, pp. 594-598,
h ps://doi.o g/10.2478/wd-2024-0156
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/306445
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Wi scha sdiens 2024 | 9
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Zei gesp äch DOI: 10.2478/wd-2024-0156
Wi scha sdiens , 2024 104(9), 594-598
JEL: I11, I18, L52
Bea e Jochimsen
Gesundhei s e o men: Meh T anspa enz, meh E izienz und meh
Digi alisie ung sind no wendig
© De /die Au o :in 2024. Open Access: Diese A ikel wi d un e de
C ea i e Commons Namensnennung 4.0 In e na ional Lizenz e ö -
en lich (c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/deed.de).
Open Access wi d du ch die ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um
Wi scha ge ö de .
Die demog a ische En wicklung, de Klimawandel und
eine unzu eichende Digi alisie ung s ellen (auch) ü das
deu sche Gesundhei ssys em g oße He aus o de ungen
da . Die SARS-CoV-2-Pandemie o de e das Gesund-
hei ssys em zusä zlich he aus und ha die S ä ken und
Schwächen des Sys ems schlaga ig deu lich gemach
sowie zumindes bei de Digi alisie ung unmi elba klei-
ne e Re o men ini iie . So sind beispielsweise Video-
sp echs unden ode elek onische A bei sun ähigkei s-
bescheinigungen heu e eine Selbs e s ändlichkei .
Um eine beda sge ech e, quali a i hochwe ige Ge-
sundhei s e so gung – auch in ländlichen Regionen
– siche zus ellen, den Kos ens eige ungen wi ksam en -
gegenzu e en sowie den Anschluss an in e na ionale
Gesundhei ss anda ds nich zu e lie en, sind jedoch
einschneidende Re o men no wendig. Vo diesem Hin e -
g und is es gene ell zu beg üßen, dass die Bundes egie-
ung in diesem Jah zahl eiche, eils mu ige Re o mp o-
jek e e abschiede ode anges oßen ha .
Ein Re o mschwe punk lieg dabei im s a ionä en Sek-
o , dessen le z e g undlegende Umges al ung o übe
20 Jah en mi de Ein üh ung on Fallpauschalen (Diag-
nosis Rela ed G oups – DRGs) e olg e. Mi dem am 28.
Mä z 2024 in K a ge e enen K ankenhaus anspa enz-
gese z und dem im pa lamen a ischen Be a ungsp ozess
be indlichen K ankenhaus e so gungs e besse ungsge-
se z (KHVVG) wi d die K ankenhauslandscha deu lich
e ände we den. Zusä zlich be inde sich das Gese z
zu Re o m de No all e so gung im pa lamen a ischen
Be a ungsp ozess, das un e ande em zu eine s ä ke en
Ve zahnung des s a ionä en mi dem ambulan en Sek o
üh en soll.
Ein zwei e Schwe punk de ak uellen Re o men lieg bei
de Digi alisie ung des Gesundhei swesens. Ande s als
beim s a ionä en Sek o , de sei Ein üh ung de DRGs
keinen wesen lichen Ände ungen un e lag, we den sei
übe zwei Jah zehn en in Deu schland imme wiede ge-
se zliche Maßnahmen e g i en, um die Digi alisie ung
o anzu eiben. Ein p ominen es Beispiel is das Gese z
zu Mode nisie ung de gese zlichen K anken e siche-
ung (GKV) aus dem Jah 2003. Im Jah 2020 wu den in
Deu schland als e s em Land wel wei Digi ale Gesund-
hei sanwendungen (DiGAs) als e sch eibungs ähige
The apien einge üh . Zudem s eh den gese zlich Ve si-
che en sei 2021 die elek onische Pa ien enak e (ePA)
zu Ve ügung, um den Zugang zu und die Ve wal ung on
Gesundhei sda en zu e leich e n. T o z diese Fo sch i -
e gib es im in e na ionalen Ve gleich einen e heblichen
Nachholbeda , insbesonde e im Ve gleich zu Vo ei e n
wie Dänema k, Es land ode Is ael. Im Jah 2024 sind bis-
he d ei Bundesgese ze zu Digi alisie ung im Gesund-
hei swesen om Kabine e abschiede wo den: das Di-
gi al-Gese z (DiGiG), das Gesundhei sda ennu zungsge-
se z (GDNG) und das Gesundhei s-Digi alagen u -Gese z
(GDAG). Die e s en beiden sind in diesem Mä z in K a
ge e en, das d i e be inde sich im pa lamen a ischen
Be a ungsp ozess.
E s e Re o mschwe punk : s a ionä e Sek o
Die Re o mno wendigkei im s a ionä en Sek o wi d
mi Blick au den S a us quo de K anken hauss uk u
deu lich. Sei 1991 ha sich die Zahl de K ankenhäuse
in Deu schland on gu 2.400 au un e 1.900 e inge
(minus 21 %). Im gleichen Zei aum sank die Zahl de au -
ges ell en Be en soga um knapp 30 % (S a is isches
Bundesam , 2023a). Dennoch e üg Deu schland im
in e na ionalen Ve gleich imme noch übe eine übe aus
hohe K ankenhausbe endich e. Im Jah 2021 kamen
knapp ach K ankenhausbe en au 1.000 Einwohne . Im
OECD-Ve gleich is die Be endich e nu in Japan und Ko-
ea höhe , de OECD-Du chschni be ug gu 4,5 Be en
(OECD, 2024). We den jedoch nu die Be en be ücksich-
P o . D . Bea e Jochimsen is P o esso in ü
allgemeine Volkswi scha sleh e, insbesonde e
Finanzwissenscha , an de Hochschule ü Wi scha
und Rech Be lin.
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 595
Zei gesp äch
ig , die mi Pe sonal ausges a e sind und den Pa ien en
zu Ve ügung s ehen, sink die Quo e au 5,7 (S a is i-
sches Bundesam , 2023b). Und hie zeig sich be ei s ein
P oblem de deu schen K ankenhauslandscha : De ei-
ne sei s o handenen Übe auss a ung mi Be en s ehen
ehlende Möglichkei en zu de en e ek i e Nu zung ge-
genübe . K ankenhausbe en ohne medizinisches Pe so-
nal sind nich e izien . Es bes eh also d ingende Hand-
lungsbeda und dami s ell sich die F age, ob wi meh
medizinisches Pe sonal ode wenige Be en benö igen.
S uk u elle De izi e in Ambulan isie ung, A bei sbelas ung
und Mengeno ien ie ung de Fallpauschalen
Im in e na ionalen Ve gleich hink Deu schland bei de
Ambulan isie ung medizinische Leis ungen hin e he .
G ünde da ü liegen in angebo sinduzie e Nach a-
ge (das K ankenhaus is „um die Ecke“ und imme ge-
ö ne ), abe auch in eine zu ge ingen Ve zahnung des
ambulan en und s a ionä en Sek o s, insbesonde e bei
de Ve gü ung. Hinzu komm eine angespann e A bei s-
ma k lage beim medizinischen Pe sonal. Von einem ge-
ne ellen Fachk ä emangel zu sp echen, wä e alle dings
unzu e end. Im deu schen Gesundhei ssys em s ehen
ela i iele medizinische Fachk ä e p o Einwohne zu
Ve ügung. De en e gleichsweise hohe A bei sbelas ung
esul ie aus eine ela i hohen Zahl on Fällen bzw. Pa-
ien en p o Einwohne – nich nu im s a ionä en Sek o .
Dies deu e au s uk u elle Schwächen des deu schen
Gesundhei ssys ems hin, die allein du ch meh Pe so-
nal nich gelös , sonde n ehe zemen ie we den. Da on
abgesehen is o dem Hin e g und de demog a ischen
En wicklung und de angespann en Lage de ö en lichen
Haushal e (inklusi e de Pa a iski) eine wei e e E höhung
de Zahl de medizinischen Fachk ä e un ealis isch (SVR
Gesundhei und P lege, 2024, S. XXII).
Fe ne ha sich in den e gangenen 20 Jah en gezeig ,
dass das au Fallpauschalen basie ende Sys em de
K ankenhaus e gü ung s a k mengeno ien ie is . Es be-
s eh deshalb ein An eiz, Behandlungen nich au g und
medizinische E o de nisse, sonde n auch (im schlimms-
en Fall allein) zu Gewinne zielung du chzu üh en. Zu-
sä zlich bes eh ein An eiz, bes imm e Leis ungen wei e
anzubie en, obwohl sie nu sel en du chge üh we den
und deshalb wenig E ah ung bes eh . Quali ä sde izi e
können die Folge sein.
Ein Abbau de Übe kapazi ä en im s a ionä en Sek o ,
eine Konzen ie ung on K ankenhauss ando en (und
dami auch de Ressou cen), eine Re o m de Ve gü ung
sowie eine Ve meidung on Doppels uk u en im ambu-
lan en und s a ionä en Sek o sind deshalb d ingend e -
o de lich.
Vo diesem Hin e g und sind das K ankenhaus anspa-
enzgese z und das K ankenhaus e so gungs e bes-
se ungsgese z gene ell zu beg üßen. Mi dem digi alen
Bundes-Klinik-A las, dem Ke n des K ankenhaus anspa-
enzgese zes, soll deu schlandwei T anspa enz übe die
s a ionä e Behandlungsquali ä gescha en we den. Die-
se T anspa enz is eine Vo ausse zung, dami Pa ien en
a ionale En scheidungen e en können, und dami ein
wich ige Bes and eil des We bewe bs. Eine esul ie en-
de po enzielle S eige ung de Behandlungsquali ä is im
Sinne des Pa ien enwohls ein anzus ebendes Ziel. De -
zei inden sich im Klinik-A las lediglich In o ma ionen zu
Zahl de Behandlungs älle und des P legepe sonals. Dies
soll e um wei e gehende In o ma ionen z. B. zu Zahl de
Komplika ionen e gänz we den, was auch geplan is .
De Ke n des KHVVG is eine Re o m de K ankenhaus-
e gü ung. Beim sogenann en 2-Säulen-Modell wi d mi
Vo hal epauschalen in Höhe on 60 % de bishe igen
Fallpauschalen (DRGs) das Vo hal en bes imm e S uk-
u en in K ankenhäuse n wei gehend unabhängig on
den e b ach en Leis ungsmengen e gü e (1. Säule). Die
e bleibenden 40 % we den wei e hin übe Behandlungs-
älle e wi scha e und mi im Ve gleich zu o he abge-
senk en DRGs e gü e (2. Säule). Dami soll de An eiz
gesenk we den, die Zahl de Fälle aus ein ökonomi-
schen G ünden zu e höhen. Vo hal epauschalen e hal-
en K ankenhäuse jedoch nu ü die Leis ungsg uppen,
bei denen sie die jeweils maßgeblichen Quali ä sk i e ien
und Mindes mengen einhal en sowie ü Leis ungsg up-
pen, die ihnen on den Lände n zugewiesen we den. In
de Folge wi d es zu Konzen a ion on Leis ungen in den
K ankenhäuse n kommen, die ü eben diese Leis ungen
Vo hal epauschalen e hal en. Die ande en K ankenhäuse
we den diese Leis ungen ühe ode spä e nich meh
anbie en, da die neuen Fallpauschalen allein nich kos-
endeckend sein we den. Es wi d dann K ankenhäuse
au e schiedenen Ve so gungss u en geben, bei denen
jeweils eine quali a i hochwe ige Ve so gung in „ih en“
Leis ungsg uppen e olg . K ankenhäuse , die in keine
ode zu wenig Leis ungsg uppe(n) die no wendigen An-
o de ungen e üllen, we den unwi scha lich und aus
dem Ma k aus e en. Um die Ve so gung im ländlichen
Raum zu siche n, sind Ausnahmen sowie de Ausbau
sek o übe g ei ende , in eg ie e Gesundhei szen en
o gesehen. Die Lände und die gese zlichen K anken-
kassen sollen diesen Umbau de K ankenhauslandscha
inanzie en.
Das KHVVG g ei wich ige, d ängende P obleme de
s a ionä en Ve so gung in Deu schland au und lie e im
Ke n übe zeugende Lösungsansä ze. Die Konzen a ion
on Leis ungen in spezialisie en Kliniken und die Reduk-
ion on Gelegenhei s e so gung wi d die Behandlungs-
Wi scha sdiens 2024 | 9
596
Zei gesp äch
quali ä s eige n und in de Folge die Mo bidi ä und Mo -
ali ä de Be ölke ung sowie die Kos en im Gesundhei s-
sys em senken. Fe ne we den pe sonelle Ressou cen
e izien e allokie .
K i isch zu beme ken is alle dings, dass de ganz g oße
Sp ung zu eine sek o gleichen Ve gü ung on Leis un-
gen nich ollzogen wu de. Im Sinne de no wendigen
Ambulan isie ung on Leis ungen wä e dies wünschens-
we gewesen. Fe ne is im 2-Säulen-Modell kein Qua-
li ä sk i e ium en hal en. Ein Ausbau zu einem 3-Säulen-
Modell mi einem Quali ä szuschlag als d i e Säule, wä e
deshalb zu beg üßen (SVR Gesundhei , 2023, Zi . 429).
Zu bezwei eln is zudem, inwie e n das neue Nebeneinan-
de on Finanzie ungssys emen, also Vo hal epauschalen
und DRGs, zu En bü ok a isie ung bei agen soll. E s mal
s ell es einen bü ok a ischen Meh au wand da , de bei
eine d i en Säule na ü lich noch g öße wä e. He aus o -
de nd ges al e sich zudem die Umse zung in ielen De-
ails wie de Be echnung de Höhe de Vo hal e e gü ung
ode die Fes legung (de Zahl) de Leis ungsg uppen.
Schließlich komm K i ik on den Lände n, die ü die
K ankenhausplanung zus ändig sind. Be ü ch e wi d,
dass sie zwa die Leis ungsg uppen den K ankenhaus-
s ando en zuweisen sollen, abe de Bund diese Ge-
s al ungsop ion du ch seine s uk u ellen Vo gaben ü
Leis ungsg uppen (un e ande em Mindes allzahlen) ein-
sch änken wi d. Aus poli ische Sich is diese K i ik e -
s ändlich, aus ökonomische Pe spek i e is sie nich zu
eilen. Ge ade im Hinblick au hoch spezialisie e Kliniken
(Maximal e so ge ), die in olge de do igen Konzen a-
ion on Leis ungen übe egional ü die Be ölke ung an
Bedeu ung gewinnen, schein eine bundeslandübe g ei-
ende S uk u öde alismus heo e isch sinn oll.
Zwei e Re o mschwe punk : Digi alisie ung
De zwei e Re o mschwe punk lieg im Be eich de Di-
gi alisie ung im Gesundhei swesen. Sie bie e iel äl ige
Chancen, die sowohl ü Einzelpe sonen als auch ü die
Gesellscha insgesam on g oße Bedeu ung sind (SVR
Gesundhei , 2021, S. 1). Die sys ema ische Auswe ung
und Nu zung medizinische Da en, die in de elek oni-
schen Pa ien enak e (ePA) gespeiche we den, kann
einen unmi elba en Nu zen ü den einzelnen Pa ien en
haben. Beispielsweise können sel ene E k ankungen
schnelle diagnos izie , une wünsch e A zneimi elwi -
kungen (Pha mako igilanz) asche e kann ode du ch
da enbasie e En scheidungsun e s ü zungssys eme
passgenaue e The apien iden i izie we den. Fü Leis-
ungse b inge im Gesundhei swesen e leich e die ePA
nich nu die Diagnoses ellung, sonde n op imie zudem
P ozesse und Dokumen a ion und e ein ach die Kom-
munika ion sowohl mi Pa ien en als auch un e einande .
Fe ne bie e die Nu zung on ePA-Da en ü Fo schungs-
zwecke eine we olle G undlage ü eine b ei e e und
ak uelle e Ve so gungs o schung sowie ü eine e idenz-
basie e Bewe ung poli ische Maßnahmen. Dies kann
le z lich zu eine E izienzs eige ung im Gesundhei swe-
sen üh en, was angesich s angespann e ö en liche Fi-
nanzen on e hebliche Bedeu ung is (SVR Gesundhei ,
2021, S. 70–78).
Dennoch is das Po enzial de ePA de zei wei gehend un-
genu z : Bis Ende 2023 haben sie lediglich e wa 1,2 % de
gese zlich Ve siche en genu z (Janson, 2023), wäh end
sie ü p i a Ve siche e p ak isch nich e ügba wa .
Mi dem Ink a e en des Digi al-Gese zes (DiGiG) am
26. Mä z 2024 ha die Bundes egie ung einen wich igen
Sch i zu Hebung de Po enziale de Digi alisie ung im
Gesundhei swesen un e nommen. Ab An ang 2025 wi d
die elek onische Pa ien enak e (ePA) ü alle gese zlich
Ve siche en e p lich end einge üh , wobei das bishe i-
ge Op -in-Modell du ch eine Op -ou -Op ion e se z wi d.
Eine wei e Ve b ei ung und ak i e Nu zung de ePA is
en scheidend ü ih en E olg, da nu so Ne zwe ke ek e
en s ehen (beispielsweise zwischen Leis ungse b inge n)
und die Da en sinn oll ü Fo schungszwecke genu z
we den können. Lau dem Telema ikin as uk u -A las
planen de zei übe die Häl e de Ve siche en, die ePA
ak i zu nu zen, wäh end lediglich 4 % beabsich igen, ih
zu wide sp echen (gema ik, 2024). Um die Vo eile de
ePA in noch g öße em Maße zu ealisie en, wä e jedoch
ein noch höhe e An eil ak i Nu zende e o de lich. Mi
dem DiGiG bleib es dabei, dass die Pa ien en die Kon-
olle übe die Speiche ung und Löschung ih e Da en in
de ePA behal en. Doch diese Regelung könn e den po-
enziellen Nu zen de ePA e heblich einsch änken. Un-
olls ändige Da ensä ze sind sowohl ü die indi iduelle
Diagnos ik als auch ü die Ve so gungs o schung on
beg enz em We .
Balance zwischen Da enschu z und Da ennu zung
De e s ä k e Einsa z on Telemedizin, Teleca e, digi-
alen Gesundhei sanwendungen (DiGAs), echnischen
Assis enzsys emen sowie Kommunika ions- und Wei-
e bildungspla o men kann dazu bei agen, den gesell-
scha lichen He aus o de ungen des demog a ischen
Wandels e ek i e zu begegnen, insbesonde e ange-
sich s de zunehmenden Zahl äl e e Pa ien en und de
sinkenden Zahl on Fachk ä en. In diesem Kon ex is
de du ch das DiGiG e möglich e Ausbau on Video-
sp echs unden sowie die Auswei ung de DiGAs au Me-
dizinp oduk e höhe e Risikoklassen posi i zu bewe en.
Diese Maßnahmen agen dazu bei, die Gesundhei sin-
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 597
Zei gesp äch
as uk u an die e ände en Bedü nisse de Be ölke-
ung anzupassen.
Den iel äl igen Chancen de Digi alisie ung im Gesund-
hei swesen s ehen zen ale He aus o de ungen gegen-
übe . E s ens is eine ausgewogene Balance zwischen
Da enschu z und de sinn ollen Nu zung on Da en e -
o de lich. In de gesellscha lichen Diskussion, o allem
auße halb de Gesundhei spoli ik, dominie wei e hin
die Vo s ellung, dass in o ma ionelle Selbs bes immung
gleich Da enschu z is und diese in e s e Linie du ch Da-
enspa samkei gewah we den soll e. Dabei wi d häu ig
übe sehen, dass in o ma ionelle Selbs bes immung auch
das Rech beinhal en kann – und ielleich soga muss –,
pe sönliche Da en zum eigenen ode zum gesellscha li-
chen Wohl einzuse zen (SVR Gesundhei , 2021, S. 11–18).
In diesem Zusammenhang soll e de Da ensiche hei ei-
ne g öße e Bedeu ung beigemessen we den. Die im Di-
GiG o gesehene S ä kung de Cybe siche hei s eh im
Einklang mi diesem o sch i liche en Ve s ändnis on
Da enschu z und is dahe zu beg üßen. Da übe hinaus
geh die Bundes egie ung mi dem Gesundhei s-Digi a-
lagen u -Gese z (GDAG) einen wei e en Sch i in die ich-
ige Rich ung. Dieses Gese z übe äg de Digi alagen u
Gesundhei hohei liche Au gaben zu Ge ah enabweh ,
einschließlich de Möglichkei , Bußgelde zu e hängen,
was die Siche hei ss uk u im digi alen Gesundhei swe-
sen wei e s ä ken könn e.
Zwei ens bes eh nach wie o d ingende Handlungsbe-
da bei de Ve besse ung de echnischen Rahmenbe-
dingungen im Gesundhei swesen. Dazu gehö en un e
ande em ein lächendeckende , s abile B ei bandzu-
gang in ganz Deu schland und die In e ope abili ä de
Gesundhei sda en, um die F agmen ie ung de digi alen
S uk u en im Gesundhei swesen zu übe winden. Be-
sonde s wünschenswe wä e auch die Möglichkei , Ge-
sundhei sda en mi sozioökonomischen Da enquellen zu
e knüp en, um um assende e Analysen zu e möglichen.
Die im Digi al-Gese z und im Gesundhei s-Digi alagen u -
Gese z anges eb e Ve besse ung de In e ope abili ä is
g undsä zlich posi i zu bewe en. Jedoch bleib die mi -
le weile übe zwei Jah zehn e al e Telema ikin as uk u
unange as e , was k i isch hin e ag we den soll e. Mo-
de ne So wa elösungen könn en den bes ehenden Kon-
nek o en in Bezug au Siche hei , Kos en und Benu ze -
eundlichkei mögliche weise übe legen sein.
Das Gesundhei sda ennu zungsgese z
Das Gesundhei sda ennu zungsgese z (GDNG) se z
wich ige Impulse, indem es eine na ionale Da enzugangs-
und Koo dinie ungss elle ü Gesundhei sda en – e wa
aus de ePA ode on den K ankenkassen – e ablie und
die Abs immungsp ozesse mi Da enschu zbeau ag en
un e s ü z . Diese Maßnahmen könn en eine sinn olle
Nu zung on Gesundhei sda en ü die Fo schung e heb-
lich e leich e n. In Kombina ion mi dem en s ehenden
Eu opäischen Gesundhei sda ennu zungs aum könn en
so auch in Deu schland in den kommenden Jah en Ge-
sundhei sda en in g oßem Um ang ü die Fo schung e -
ügba we den. Dies se z jedoch o aus, dass das GDNG
zügig e abschiede und umgese z wi d. Un e s änd-
lich bleib , wa um de Schu z on Gesundhei sda en in
Deu schland wei e hin agmen ie ge egel bleiben soll.
Die neue Koo dinie ungss elle soll lediglich die Abs im-
mung zwischen den 17 Da enschu zbeau ag en on
Bund und Lände n e leich e n, bundeseinhei liche Da en-
schu z egelungen im Gesundhei sbe eich zu scha en, is
nich o gesehen.
Schließlich is es no wendig, die digi ale Gesundhei s-
kompe enz und ih e ungleiche Ve eilung in de Be ölke-
ung zu ad essie en. Eine e olg eiche Digi alisie ung des
Gesundhei swesens e o de einen um assenden Au -
bau on Kompe enzen in allen gesellscha lichen Schich-
en (SVR Gesundhei , 2021, S. 277; Deu sche E hik a ,
2018). Die e p lich ende Ein üh ung de elek onischen
Pa ien enak e (ePA) ab 2025 könn e hie zu einen wich-
igen Bei ag leis en. Dabei is zu be ücksich igen, dass
sowohl die Nu zung digi ale Gesundhei s ools als auch
die Be ei scha , pe sönliche Da en zu Fo schungszwe-
cken zu Ve ügung zu s ellen, de zei signi ikan on so-
zioökonomischen Fak o en beein luss we den. Männe
und Pe sonen mi höhe em Bildungss and sind signi ikan
häu ige be ei , eine ePA zu nu zen, als F auen und Pe so-
nen mi mi le em ode nied igem Bildungss and. Zudem
sind F auen, äl e e Menschen und Pe sonen mi nied i-
gem Bildungss and sel ene be ei , ih e Gesundhei sda-
en ü Fo schungszwecke eizugeben (SVR Gesundhei ,
2021, elek onische Anhang IV). Diese Ungleichhei en
könn en, insbesonde e in eine Zukun mi e meh e
Da ennu zung ü die Fo schung, die E gebnisse e ze -
en und bes ehende soziale Ungleichhei en e s ä ken.
In den ak uellen Gesundhei sgese zen de Bundes egie-
ung is bislang keine S a egie e kennba , wie diese He -
aus o de ung bewäl ig we den soll.
Fazi
Deu schland ha im in e na ionalen Ve gleich zu iele
K ankenhausbe en an zu ielen S ando en und ein zu
wenig digi alisie es Gesundhei ssys em. Beides üh
dazu, dass das Po enzial ü eine lächendeckende, be-
da sge ech e, quali a i hochwe ige Ve so gung de
Be ölke ung nich ausgeschöp wi d und inanzielle und
pe sonelle Ressou cen subop imal eingese z we den.

Wi scha sdiens 2024 | 9
598
Zei gesp äch
OECD. (2024, 23. Juli). Anzahl on K ankenhausbe en in OECD-Lände n
in den Jah en 2020-2022 (je 1.00 Einwohne ) [Da a se ]. S a is a.
S a is isches Bundesam . (2023a, 13. Dezembe ). K ankenhäuse – Ein-
ich ungen, Be en und Pa ien enbewegung [Da a se ], des a is.
S a is isches Bundesam . (2023b, 2. Sep embe ). Be en in K ankenhäu-
se n [Da a se ], des a is.
SVR Gesundhei – Sach e s ändigen a zu Begu ach ung de En wick-
lung im Gesundhei swesen. (2021). Digi alisie ung ü Gesundhei - Zie-
le und Rahmenbedingungen eines dynamisch le nenden Gesundhei s-
sys ems. Ve lag Hog e e.
SVR Gesundhei – Sach e s ändigen a zu Begu ach ung de En wick-
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im Gesundhei swesen – Nachhal ige Einsa z eine knappen Ressou ce.
Alle e wähn en Re o men behandeln diese P oblema ik
und gehen – o z K i ik an einzelnen Aspek en – in die
ich ige Rich ung. Wich ig is nun eine zügige Umse zung
de Gese ze sowie eine mu ige Ad essie ung k i ische
und o ene Punk e.
Li e a u
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Ti le: Heal hca e Re o ms: Mo e T anspa ency, Mo e E iciency and Mo e Digi alisa ion Is Needed
Abs ac : The Ge man heal hca e sys em aces a di e se se o challenges including demog aphics, clima e change and insu icien
digi isa ion. The cu en heal hca e e o m in ol es a se ies o new legisla ion. The i s ocus is o o e come he o e capaci y o hospi-
als and beds as well as economic disincen i es in he inpa ien sec o . A second ocus is o ad ance he in eg a ed digi isa ion ac oss
heal h se ices. The cu en inpa ien sec o is o e ly quan i y-d i en, which among o he hings leads o inc easing case numbe s due
o economic a he han pu ely medical impe a i es. Digi sa ion legisla ion seeks o allow ull use o elec onic medical eco ds. The
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