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Der interpersonale und der strukturelle Ausgleich der Steuerlast

Abstract

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Der interpersonale und der strukturelle Ausgleich der Steuerlast

Author: Mann, Fritz Karl
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1972
DOI: 10.3790/schm.92.4.393
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/291280/1/schm.092.4.393.pdf
Mann, F i z Ka l
A icle
De in e pe sonale und de s uk u elle Ausgleich de
S eue las
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de
Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Mann, F i z Ka l (1972) : De in e pe sonale und de s uk u elle Ausgleich de
S eue las , Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de
Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik, ISSN 0342-1783,
Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 92, Iss. 4, pp. 393-403,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.92.4.393
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/291280
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De in e pe sonale und de s uk u elle
Ausgleich de S eue las
Von F i z Ka l Mann, Washing on, D. C.
Nu au wenigen Gebie en de Finanz heo ie sind die poli ischen
und sozialen Vo u eile so üppig ins K au geschossen wie in de
Leh e on den G undsä zen de S eue e eilung. Dabei konzen ie -
en sich diese G undsä ze meis au die nüch e ne F age, wie die
S eue las gleichmäßig e eil we den kann. Die Vo u eile e en
he o , sobald de Beg i de s eue poli ischen Gleichmäßigkei de i-
nie und gedeu e wi d, auch dann, wenn, wie es iel ach geschieh ,
Gleichmäßigkei mi Gleichhei e meng wi d.
Ich besch eibe zunächs einige de bedenklichs en Kons uk ionen.
S eue ge ech igkei und S eue neu ali ä
Viele Finanz heo e ike haben geglaub , einem Dilemma dadu ch
en gehen zu können, daß sie das Gleichmäßigkei spos ula in den Bo-
den de E hik ode de poli ischen Wissenscha e p lanz en. Fü
den e s en Ausweg ha sich soga Al ed Ma shall e wä m : Die S eu-
e e eilung — so e siche e e — sei ein P oblem kons uk i e
E hik1. Abe obwohl diese Annahme auch schon in ühe e Zei wei -
e b ei e wa , ha sie niemals F üch e ge agen. Ih e Un uch ba -
kei ha haup sächlich zwei G ünde: E s ens is de Beg i de di-
s ibu i en Ge ech igkei , alls e Allgemeingül igkei beansp uchen
will, en wede nu in o male Weise ode — im Anschluß an Scho-
penhaue — nu nega i bes immba ; zwei ens wi d un e Gleich-
mäßigkei wenige „absolu e Ge ech igkei " als Kon o mi ä mi „zei -
lichen Ge ech igkei skon en ionen" e s anden2, die e ah ungsgemäß
1 Al ed Ma shall: Na ional Taxa ion a e he Wa . In: W. H. Dawson (H sg.):
A e Wa P oblems. London 1917. S. 317.
2 Nähe es in meinem Au sa z: Die Ge ech igkei in de Bes eue ung. In: Hans
Teschemache (H sg.): Fes gabe ü Geo g . Schanz, Bei äge zu Finanzwissen-
scha . Tübingen 1928. Bd. II, S. 112-140. — Vgl. hie zu: Gün e Schmölde s: Das
Ge ech igkei spos ula in de Bes eue ung. Fes gabe ü F i z Ka l Mann. Finanz-
a chi , N. F. Bd. 23 (1963), S. 53-65. — Fe ne Woldema Koch: Das Ve häl nis
de gesellscha lichen und s eue lichen Ge ech igkei bei Adolph Wagne . Ebenda
S. 36-52.
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394 F i z Ka l Mann
mi Kul u ni eau, poli ische Wel anschauung, soziale S ellung und
Wi scha sin e essen schwanken und auße dem dem his o ischen Wan-
del ausgese z sind. O mals spiegeln sie nu die lüch ige ö en liche
Meinung3.
Noch eine ande e poli isie ende Hil skons uk ion sei e wähn .
Viele Sch i s elle nehmen an, daß die S eue las dann gleichmäßig
e eil wo den sei, wenn sie die bishe ige Wohls ands e eilung und
soziale Schich ung e häl ode , ande s ge aß , wenn die S eue e ei-
lung „neu alisie " is ; wobei das Wesen de S eue neu ali ä da in
e blick wi d, daß sie wede wi scha liche noch soziale Ände ungen
he bei üh 4.
Da ich jedoch beiden Al e na i en schon in ühe en Sch i en nach-
gegangen bin, will ich in de olgenden Da s ellung nu eine enge e
ökonomische F age e ö e n: wie eine S eue e eilung he beige üh
we den kann, bei de Bü ge A eine ela i gleiche Bü de äg wie
seine Mi bü ge B und C, mi hin — wie ich es nennen will — ein „in-
e pe sonale Ausgleich de S eue las " s a inde . Dabei schal e ich,
wie die Fo mulie ung e kennen läß , eine ande e und noch kompli-
zie e e F age o läu ig aus: wie eine s eue poli ische Gleichmäßig-
kei zwischen sozialen G uppen he ges ell we den kann. Mi diesem
S ie kind de S eue e eilungs heo ie we de ich midi e s am
Schluß beschä igen.
De indi idualpsychologische Ansa zpunk
Das P oblem is zum Teil au ein indi idualpsychologisches Gleis
e schoben wo den: Viele Finanz heo e ike nehmen an, daß dem
Gleichmäßigkei spos ula dann genüg wi d, wenn jede Bü ge des
Landes ein gleiches ökonomisches Op e b ing . Dabei ag es sich
alle dings, ob und wie die G öße des Op e s zu bes immen is . Es wi d
häu ig e wa e , daß ein indi idualis ische Nu zwe e gleich zum
Ziele üh .
Um das analy ische Handwe kszeug ha sich be ei s John S ua
Mill bemüh , alle dings (wie dies dem S ande de damaligen Fo -
schung en sp ach) ohne den G enznu zen de Indi idualeinkommen
ode de du ch die Bes eue ung e u sach en ma ginalen indi iduellen
3 Beispiele in meinem Buch: S eue poli ische Ideale. Ve gleichende S udien zu
Geschich e de poli ischen und ökonomischen Ideen und ih es Wi kens in de ö -
en lichen Meinung, 1600 -1935. Jena 1937.
4 Aus üh liche in meinem Au sa z: Die Neu alisie ung des Finanzsys ems. In:
Heinz
Halle
, Lo e
Kullme ,
Ca l S.
Shoup
, He be
Timm
(H sg.): Theo ie und
P axis des inanzpoli ischen In e en ionismus. Fes gabe ü F i z Neuma k. Tü-
bingen 1970. S. 67 - 82.
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De in e pe sonale und de s uk u elle Ausgleich de S eue las 395
Nu zwe en gänge („disu ili ies") mi einande zu e gleichen. Als ein
Maßs ab dien e ihm nu de du ch die Bes eue ung bewi k e o ale
Nu zwe en gang, de , wie e mein e, die G öße des on dem einzel-
nen geb ach en S eue op e s anzeig e. Imme hin wa dieses Op e -
p inzip ein Zwi e ökonomische Ra ionali ä und auße ökonomi-
sche Zei ideale. Mill s ü z e es au die Maxime des demok a ischen
S aa es, alle Bü ge , sowei als i gendwie möglich, dem gleichen
D uck zu un e we en, und be ach e e diese Maxime zugleich als das
Gegens ück zu dem G undsa z de gleichen S aa shil e: „As a go e n-
men ough o make no dis inc ion o pe sons o classes in he
s eng h o hei claims on i , wha e e sac i ice i equi es om
hem should be made o bea as nea ly as possible wi h he same
p essu e on all5." Auße dem üg e e dieses Op e p inzip nodi in den
soziale hischen Rahmen ein: Kein Bü ge — so e siche e e —
soll e meh als seinen „ ai sha e" zu den S aa slas en bei agen, also
meh als ein Mi bü ge un e de S eue las leiden6. Zum Übe luß
e wies e noch au ein e b ei e es, sozialphilosophisches A gu-
men : Wenn ein einzelne Bü ge en las e wü de, abe o zdem de
S aa sbeda oll gedeck we den soll e, müsse die einem ande en Bü -
ge au e leg e Las ela i zunehmen, was dem u ili a is ischen Ziel
eine „maximiza ion o happiness" wide sp ach: „I anyone bea s less
han his ai sha e o he bu den, some o he pe son mus su e
mo e han his sha e, and he alle ia ion o he one is no , on he
a e age, so g ea a good o him as he inc eased p essu e upon he
o he is an e il." Un e diesem Gesich swinkel wu de mi Hil e des
Op e p inzips das Gesam op e minimisie 7. Mi diese le z en Ve -
ke ung nahm e be ei s einen Gedanken o weg, dessen Blü ezei
e s ein halbes Jah hunde spä e beginnen soll e8.
Wie das Op e p inzip Mills wei e ge üh und dabei eils e ie
und e eine , eils auch e lach und e g öbe wo den is , b auch
in diesem Zusammenhang nich geschilde zu we den. Nu die wich-
igs en Abweichungen und Zu a en seien ku z egis ie 9.
5 John S ua Mill: P inciples o Poli ical Economy wi h some o hei Applica-
ions o Social Philosophy. Edi ed by William James Ashley. London 1926. S. 804
(5. Buch, 2. Kap. Pa . 2).
6 „Equali y o axa ion, he e o e, as a maxim o poli ics, means equali y o
sac i ice. I means appo ioning he con ibu ion o each pe son owa ds he
expenses o go e nmen , so ha he shall eel nei he mo e no less incon-
enience om his sha e o he paymen han e e y o he pe son expe iences om
his." (Mill: a.a.O.)
7 „. .. which, i mus be obse ed, is he mode by which leas sac i ice is oc-
casioned o he whole" (Mill: a.a.O.).
8 Alle dings spiel en hie bei audi nodi ande e Mo i a ionen mi ; zum Beispiel
bei Edgewo h me hodologische Vo züge.
9 Vgl. zum Folgenden auch Elme D. Fagan: Recen and Con empo a y Theo ies
o p og essi e Taxa ion. Jou nal o Poli ical Economy. Vol. XLVI (1938), No. 4.
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396 F i z Ka l Mann
Viele on ihnen sind echnische A und be e en zum Beispiel die
Messung des S eue op e s. So wi d eilweise pos ulie , daß die Op-
e gleichhei nu dann e ziel wi d, wenn säm liche s eue zahlenden
Indi iduen die gleiche Nu zeng öße („U ili y a ea") an den S aa ab-
e en ode , psychologisch ge aß , ein „absolu gleiches Op e " („equal
absolu e sac i ice") b ingen. Dabei wi d jedoch de übliche Ta bes and
zu seh e ein ach . Wenn wi be ücksich igen, daß die Einkommen
meis ungleich e eil sind und dahe ih indi iduelle To alnu zen
a iie , wi d die in e pe sonale Op e gleichhei nu dann e eich ,
wenn jedes Indi iduum die gleiche P opo ion des ihm bishe zuge-
lossenen To alnu zens einbüß , also ein „gleiches p opo ionales Op-
e " („equal p opo ional sac i ice") b ing .
Scheinba noch g öße e P äzision wi d mi de G enznu zenanalyse
e eich ; zum Beispiel bei de Annahme, daß die Op e nu dann aus-
geglichen sind, wenn die allen S eue zahle n au e leg en G enznu -
zenen gänge ode G enzop e gleich sind, also ein „equi-ma ginal
sac i ice" bes eh , wobei alle dings zu bedenken is , ob nich dieses
nega i e Ziel, ebenso wie schon ühe , nu sekundä e Bedeu ung ha
und on einem posi i en Ziel wie dem Ausgleich de Ne obe ie-
digungen („ne sa is ac ions") e se z we den soll e, wo ü auch so-
ziale hische G ünde ange üh wo den sind. Fü diese wei en K eisen
plausible Wendung ha sich zum Beispiel A. C. Pigou eingese z : E
e au e da au , alle dings ohne seinen Op imismus beg ünden zu
können, daß eine dem Ge ech igkei spos ula en sp echende s eue -
poli ische No m auch om gesam ökonomischen S andpunk aus ge-
bo en sei10. Da au komme ich noch zu ück.
Jeden alls begegnen säm liche, auch die e eine s en Ve sionen
des Op e p inzips s a ken Bedenken. E s ens e bü gen sie nich ,
daß die S eue las auch om gesam wi scha lichen S andpunk aus
a ional e eil is . Zwei ens se zen sie s illschweigend o aus,
daß säm liche Indi idualeinkommen des Landes das physische ode
soga das soziale Exis enzminimum übe sch ei en, so daß die Allge-
meinhei de S eue p lich wede Gesundhei noch Kul u s and ein-
zelne Bü ge bed oh . D i ens ag es sich auch, ob ein nach
Wiede abged uck in: Richa d A. Musg a e und Alan T. Peacock (H sg.): Readings
in Economics o Taxa ion. London 1962. S. 19 - 45. — Fe ne Musg a e/Peacock
(H sg.): Readings, a.a.O., S. 95 -110. — Audi meine Au sä ze: Die Ge ech igkei de
Bes eue ung, a.a.O., S. 130 -134, und G undsä ze de Bes eue ung. Schm. Jb., Bd. 50
(1926), S. 80-81.
10 „On he basis o Sidgwick's in ui ion, o say no hing o he claims o equi-
ma ginal sac i ice, he e is a leas as good a base o axa ion ha makes ne
sa is ac ions equal as o axa ion ha makes sac i ices equal. Indeed he e is a
be e case." (A hu C. Pigou: A S udy in Public Finance. Thi d Edi ion. London
1960. S. 44).
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De in e pe sonale und de s uk u elle Ausgleich de S eue las 397
diesen P inzipien ges al e e in e pe sonale Ausgleich de S eue las
auch den allgemeinen wohl ah sökonomischen G undsä zen en sp ich
und — auße dem — ob e auch den wi scha s- und sozialpoli ischen
Au gaben zu dienen e mag.
De wohl ah sökonomische Ansa zpuk
Zunächs wende ich mich de F age zu, ob die No wendigkei des
Ausgleichs de S eue las aus dem allgemeinen Wohl ah sziel dedu-
zie we den kann. Dann hä en die o he geschilde en indi i-
dualpsychologischen Analysen höchs ens einen beg enz en E kenn nis-
we ; sie e möglich en eine e s e o läu ige O ien ie ung. Wich ige
als ein in e pe sonale Ausgleich de Einzelop e ode de indi iduel-
len „disu ili ies" wä e die zwei e Phase de Analyse, die eine mög-
lichs e Kleinhal ung des Gesam op e s e s eb und, wie zahl eiche
ih e Ve ech e be on haben, nich nu au die üblichen u ili a is i-
schen E wägungen, sonde n auch au das he schende poli ische Res-
sen imen gegen den S aa ges ü z we den kann.
Da aus en sp ang jedoch eine o sch ei ende Aushöhlung des Op-
e p inzips. Dessen Gel ungsbe eich is schon on Edgewo h wesen -
lich eingesch änk wo den; zunächs dadu ch, daß e e lang e, daß
diejenigen S eue n, die ein Äqui alen ü s aa liche Diens leis ungen
bilden, in de Regel „Zwecks eue n" genann , nach einem ande en,
nämlich dem ma k wi scha lichen P inzip e eil we den müß en:
Imme hin gal dieses Sonde gebo nich ü die Meh hei de Fälle.
G undsä zlich blieb das Op e p inzip gegenübe denjenigen S eue n
in K a , die den kollek i en Gesam beda inanzie en und dahe
(wie e o ausse z e) keine Volksg uppe Sonde o eile e scha en.
Abe ü diese G uppe on S eue n wi d das Op e p inzip in doppel-
e Weise sublimie . Eine sei s soll es nich meh , wie bishe an-
genommen wa , den gesam en Ne onu zwe („ o al ne u ili y")
maximie en, sonde n e olg nu noch das nega i e Ziel: den gesam-
en Nu zwe en gang („ o al disu ili y") zu minimie en. Ande e -
sei s glaub e Edgewo h, dieses Ziel nich du ch das bishe ige egali-
ä e Schema e eichen zu können, das allen Indi iduen den gleichen
Nu zenen gang au e leg e. Eine solche Ve eilung, so mein e e , sei
e ehl , alls die Einkommen so ungleich e eil sind, daß de s aa -
liche Finanzbeda nich meh inanzie we den kann: „ he e may
no be axa ion enough o go ound so o speak". In diesem Fall, so
e klä e e , müß en ielmeh die g oßen Einkommen meh als die
mi le en und die kleinen Einkommen gekü z we den; ode — in
noch adikale e Wendung — die g oßen Einkommen müß en ge-
kapp we den: „The Solu ion o he p oblem is ha he highe in-
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comes should be cu down o a ce ain le el." Diese Va ian e des Op-
e p inzips üh demnach zum Einkommensausgleich. Dami e üb-
ig sich abe auch, wie e mein e, dessen zu o pos ulie e Einsch än-
kung au die den Kollek i beda inanzie enden S eue a en. Viel-
meh müß en die Reichen so s a k und so lange o belas e we den,
bis nich nu alle Einkommen, sonde n audi alle Ve mögen ni ellie
sind. Dami enn sich die u ili a is ische Leh e om kleins en Ge-
sam op e on den ühe e wähn en Ve sionen des Op e p inzips:
„minimum sac i ice, he di ec emana ion o pu e u ili a ism, is he
so e eign p inciple o axa ion11."
Von nun an schlüp das P og amm eines Ausgleichs de Las en in
das Gewand des En eignungsp og amms. Auch in diese Ve kleidung
ha die No m wei e K eise ge essel , imme hin auch den Gedanken
nahegeleg , einen Abkü zungsweg zu wählen. Ich e wähne hie nu
Thomas N. Ca e , de soga — wie ich glaube, zu Un ech — o als
de Schöp e de „minimum sac i ice heo y" ge eie wi d. Wie eins
Ben ham, e schien ihm jede S eue belas ung e we lich, die das de
Gesam hei zus ehende Glücksquan um e kü z . Abe diese Annahme
hinde e ihn nich , sich noch auße dem sowohl au ein indi idualpsy-
chologisches als audi ein e hisches A gumen zu be u en. Von dem
S andpunk des Indi iduums aus be ach e , so mein e e , sei die
S eue ein Übel und wide s ei e deshalb dem sozialen Ziel, de
„maximiza ion o happiness". Folglich müsse sie du ch ge ech e Ve -
eilung au ih unumgängliches Mindes maß eingesch änk we den.
Den obe s en S eue e eilungsg undsa z bilde e dahe die nega i e
Maxime: „ o be he leas e il o he leas numbe 12." Ande e sei s
wi d diese Maxime — so e mu e e e — im Lau de Geschich e zu
eine o sch ei enden Ve allgemeine ung de S eue p lich üh en.
Is zum Beispiel de S aa sbeda klein, kann e be ei s du ch eine
S eue gedeck we den, die nu die höchs en Einkommensspi zen
köp — in einem G enz all soga nu die Spi ze des Einkommens des
eichs en Mannes des Landes; und zwa geh dessen Bes eue ung bis
zu demjenigen Punk , an dem de G enznu zen seines Einkommens
bis au die Höhe des Einkommensg enznu zens des zwei eichs en
Mannes äll . Ode konk e e ge aß : Sobald de de Spi zeng uppe
e bleibende le z e Dolla mi dem le z en Dolla de zwei höchs en
11 Vgl. F ancis Y. Edgewo h: The Pu e Theo y o Taxa ion (1897). In: F ancis
Y. Edgewo h: Pape s Rela ing o Poli ical Economy. Vol. II. London 1925. S. 100
bis 107. — Vgl. auch seine Besp echungen in Band III, a.a.O., S. 193 und 233.
12 „Since axa ion may, in i sel , be ai ly ega ded as an e il, ough i no
in e e e as li le as possible wi h he gene al happiness?" Vgl. Thomas N. Ca e :
The e hical Basis o Dis ibu ion and i s Applica ions o Taxa ion. Annals o he
Ame ican Academy, Vol. VI (1895), S. 95. — Vgl. auch: Thomas N. Ca e : The
Minimum Sac i ice Theo y o Taxa ion. Poli ical Science Qua e ly, Vol. XIX
(1904), S. 73.
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De in e pe sonale und de s uk u elle Ausgleich de S eue las 399
Einkommensg uppe gleichwe ig gewo den is , ück die zwei höchs e
Einkommensg uppe in die F on de S eue p lich igen ein. Falls im
Lau e de Zei de Finanzbeda wei e zunimm , we den die Ein-
kommen de beiden eichs en G uppen so lange gekü z , bis ih e Be-
we ung des Dolla s mi de Bewe ung du ch die d i höchs e Ein-
kommensg uppe übe eins imm , und so o , so daß allmählich meh
und meh Einkommensg uppen s eue p lich ig we den. Abe im Ge-
gensa z zu den Ve sionen des egali ä en Op e p inzips bliebe die je-
weilige nied igs e Einkommensg uppe s eue ei13.
Un e Ca e s Vo ausse zungen wi d dahe eine „ex eme Fo m
de S eue p og ession un e meidlich"14. Abe ein solches Schema, das
die Gesam s eue las de wohlhabenden Minde hei au e leg , wa ,
wie e mein e, om gesam ökonomischen S andpunk e aus a ional;
denn bei de üblichen p opo ionalen Ve eilung wü de die Gesam -
s eue las noch d ückende sein15.
Imme hin soll e de Un e schied beide Schema a nich übe schä z
we den. Nehmen wi an, daß de Finanzbeda meh und meh s eig ,
so daß auch bei de Be olgung on Ca e s P inzip die un e s en Ein-
kommenss u en he anzuziehen sind. Alsdann wü de auch die geschil-
de e wohl ah sökonomische S eue e eilung ebenso allgemein sein,
wie dies om indi idualpsychologischen S andpunk aus pos ulie
wo den wa . Wi könn en auch sagen: Die dem G undsa z des klein-
s en Gesam op e s en sp echende, ausschließliche S eue belas ung de
Minde hei wä e nu eine geschich liche Du chgangsphase gewesen.
G enzen und Schwächen
S a bei den ech en und den e mein lichen Un e schieden de
Schema a zu e weilen, wende ich mich ih en G enzen und Schwächen
zu. In de Haup sache olgen sie aus de Willkü lichkei de „Ais-
Obs" und den Mängeln des jeweils benu z en Handwe kszeugs. Eine
e schöp ende Wü digung — e wa eine K i ik des subjek i is ischen
Ausgangspunk es und des Ums andes, daß die säm lichen hie behan-
del en Op e heo ien „Ve b auchs heo ien" sind und, wie mi un e
ange eg wo den is , du ch objek i is ische K i e ien wie die „op-
po uni y cos s" e gänz ode e se z we den soll en16 — muß jedoch
13 „The minimum amoun o sac i ice is secu ed by collec ing he whole ax
om hose ew incomes which ha e he lowes inal u ili y" (Ca e : The E hical
Basis, a.a.O., S. 97). — Vgl. auch The Minimum Sac i ice Theo y (Ca e : a.a.O.).
14 Ca e : The E hical Basis, a.a.O., S. 99.
15 Ca e : The Minimum Sac i ice Theo y, a.a.O., S. 79.
16 Alle Spiela en de Op e heo ien wa en — so mein e Edwin R. A. Seligman
— „ h ough and h ough an essen ially consump ion heo y o inance (Essays in
Taxa ion. 9 h ed. New Yo k 1923. S. 339). — In ähnlichem Sinn F ied ich on
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400 F i z Ka l Mann
un e bleiben, da sie uns in zu zahl eiche allgemeine Kon o e sen e -
s icken wü de. Nu wenige naheliegende Vo behal e seien genann .
We die Vo eile s a ische Analyse genießen will, muß auch ih e
Sch anken in Kau nehmen. Die geschilde en Schema a konzen ie en
sich au die augenblicklichen S eue wi kungen, igno ie en dahe Ein-
lüsse und Ve ände ungen, die sich in de Zei dimension e geben, so
zum Beispiel die E ah ung, daß die dem einzelnen zuge eil e S eue -
las häu ig on ihm au ande e Indi iduen ans e ie und mi wi k-
samen Mi eln de „S eue abweh " modi izie wi d. Ein öllige in-
e pe sonale Ausgleich de S eue las könn e dahe als ein a iona-
lis ische Spo und e lo ene Liebesmüh angesehen we den. Auße -
dem wi d on den Ve ech e n beide Schema a häu ig die Ta sache
übe sehen, daß die Bes eue ung nu ein S ück des inanzwi scha -
lichen Ne zwe kes is , o nehmlich nu eine Phase jenes P ozesses,
de als ein „K eislau de ö en lichen Gelde " o ges ell we den
kann. Alsdann wi d die Möglichkei ode soga Wah scheinlichkei
igno ie , daß dem Indi iduum ein Teil ode soga die Gesam hei sei-
nes S eue op e s in Ges al de ö en lichen Ausgaben wiede zuge-
schwemm wi d. Vom analy ischen S andpunk e aus mag diese Mög-
lichkei , wie dies Neuma k ange eg ha , als das „P oblem des An-
angs" gekennzeichne we den17.
Die on de Op e heo ie gezogenen Schlüsse sind noch wei e en
Zwei eln ausgese z , zum Beispiel dann, wenn wi annehmen, daß de
G enznu zen eines zunehmenden Einkommens schnelle äll , als dies
dem Be nouillisdien Gese z en sp ich , daß dahe die Elas izi ä de
Einkommensku e g öße als 1 is ode auch, daß diese Bedingung
ü einen Teilabschni de Einkommensku e, e wa die kleinen und
mi le en Einkommen gil , wäh end Be nouillis Gese z ü die höch-
s en Einkommen in K a bleib 18.
Noch ein wei e e Vo behal d äng sich au : daß de du ch den e -
s en Abschni des Einkommens e mi el e Genußwe als unendlich
g oß zu be ach en is und dahe bei de Nu zwe analyse g undsä z-
lich auszuklamme n is . Diese Vo behal zwing alsdann zu dem
Schluß, daß, so e n eine Gleichhei de p opo ionalen Op e alle In-
Wiese : „Das Op e des Geschä smannes in de ,ein achen Wi scha ' bes eh
da in, daß e du ch die Widmung ü ein bes imm es E zeugnis die Möglichkei en
einsch änk ode ganz ausschließ , ande e E zeugnisse he zus ellen." (F ied ich
F eihe on Wiese : Theo ie de gesellscha lichen Wi scha . G und iß de So-
zialökonomik. 1. Ab lg. Tübingen 1914. S. 198.)
17 Vgl. F i z Neuma k: G undsä ze ge ech e und ökonomisch a ionale S eue -
poli ik. Tübingen 1970. S. 177.
18 Vgl. zu Be nouillis Hypo hese Joseph A. Schumpe e : His o y o Economic
Analysis. New Yo k 1954. S. 303 - 305. — Fe ne auch Edgewo h: The pu e
Theo y o Taxa ion, a.a.O., S. 108 -109.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.92.4.393 | Gene a ed on 2023-04-04 11:47:36