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Die Strukturanalyse des wirtschaftlichen Kreislaufs

Abstract

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Die Strukturanalyse des wirtschaftlichen Kreislaufs

Author: Mangold, Gerhard
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1953
DOI: 10.3790/schm.73.1.27
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/290766/1/schm.073.1.027.pdf
Mangold, Ge ha d
A icle
Die S uk u analyse des wi scha lichen K eislau s
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Mangold, Ge ha d (1953) : Die S uk u analyse des wi scha lichen K eislau s,
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke
& Humblo , Be lin, Vol. 73, Iss. 1, pp. 27-72,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.73.1.27
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/290766
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27] 27
Die S uk u analyse
des wi scha lichen K eislau s
Ein Bei ag zu Dogmengeschich e de K eislau heo ie
Von
Ge ha d Mangold -Be lin
Inhal s e zeichnis: I. Wesen und Inhal de Theo ie des wi scha lichen K eislau s:
1. De Beg i des wi scha lichen K eislau s und das wi scha liche Gleichgewich . —
2. Pa ielles und o ales Gleichgewich . — 3. Die zen ale S ellung des Einkommens
inne halb de K eislau analyse. — 4. Mögliche Typen de K eislau analyse. —
II. S uk u leh en des Wi scha sk eislau s: 1. Das mak oökonomische Sys em Ques-
nays. — 2. Ka l Ma x' Analyse des gesam wi scha lichen P ozesses. — 3. Böhm-
Bawe ks Theo ie de S u eno dnung. — 4. Die Analyse des Rep oduk ionsp ozesses
du ch Wilhelm Lexis. — 5. Übe einige wei e e Un e suchungen zu s uk u ellen
K eislau e klä ung. — 6. Leon ie s Sys em zwischenindus ielle Beziehungen. —
7. Hans Pe e s S uk u leh e de9 wi scha lichen K eislau s. — 8. Die olkswi -
scha liche Gesam echnung als S uk u analyse des Rep oduk ionsp ozesses. —
III. Ausblick.
I. Wesen und Inhal de Theo ie des Wi scha sk eislau s
1. De Beg i des wi s ch a
11
i c h e n K eislau s
und das wi scha liche Gleichgewich
Die Vo s ellungen, die man eilweise mi dem Beg i des wi scha -
lichen K eislau s e binde , sind so ieldeu ig und e schwommen, daß
seine wissenscha liche Ve wendung ums i en is . Ve gegenwä igen
wi uns abe die wi scha lichen E scheinungen, die die Theo ie heu e
sinn olle weise da un e zusammen assen muß, so läß sich kaum ein
kü ze e und e ende e Ausd uck inden, o ausgese z , daß eine
kla e Abg enzung on Inhal und Um ang des Beg i es möglich is .
Eine lüch ige Übe legung e gib schon die Unzweckmäßigkei eine
Nominalde ini ion. Leide wu de das nich imme und übe all ein-
gesehen, und die Polemik gegen die K eislau be ach ung en nahm ih e
A gumen e meis eine Wo e klä ung des Beg i es „K eislau ", den
man als ypisch na u wissenscha lich aus de Wi scha swissenscha -
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28 Ge ha d Mangold [28
liehen Diskussion e bannen müsse, wobei dann zugleich mi dem Wo
auch die k eislau heo e ische Be ach ungsweise übe Bo d gewo en
wu de.
Eine ande e F age wä e, ob die Ve wendung des Wo es K eislau
ü unse en Un e suchungsgegens and zweckmäßig is . Man könn e s a
dessen om „gesam wi scha lichen P ozeß" sp echen. Abe abgesehen
on de Kü ze des Wo es K eislau bezeichnen im deu schen Sp ach-
geb audi: Blu k eislau , Wasse k eislau , Wi scha s k eis-
1 a u eine bes imm e, imme wiede keh ende Fo m eines Rep oduk-
ionsp ozesses, so daß auch da aus eine logische Be ech igung zu Ve -
wendung des Wo es „K eislau " abgelei e we den kann.
Wenden wi uns also de Realde ini ion unse es Beg i es zu.
Sago o 1 kennzeichne den „Wi scha sk eislau ... (als) Inbeg i de
S öme, die den Aus ausch on P oduk ions ak o leis ungen und Ein-
kommen (...), on Gü e n und Einkommen sowie on Gü e n und
Gü e n zwischen den Elemen en de Volkswi scha in eine Zei einhei
da s ellen". Diese De ini ion aß den Beg i „Wi scha sk eislau "
zwa schon wesen lich exak e , sie aß ihn abe im Hinblick au die
P obleme, die de gesam e Wi scha sp ozeß de Theo ie s ell , imme
noch zu eng. Die Schwie igkei eine e s ändlichen, kla en Beg i s-
e klä ung ha ande e Au o en dahe e anlaß , on eine De ini ion
abzusehen.2 Allgemein he sch abe Übe eins immung insowei , als man
un e dem Ti el „wi scha liche K eislau " den gesam en wi scha -
lichen P ozeß inne halb eine Volkswi scha zu besch eiben und zu
analysie en such . Man be ach e die To ali ä des olkswi scha lichen
Geschehens un e dem Gesich spunk op imale En sp echung de ele-
an en Va iablen im Zei ablau . Die K eislau heo ie be aß sich also
mi dem gesam wi scha lichen Gleichgewich , indem sie einmal die
S uk u des Gleichgew ch ssys ems analysie und zum ande en die Be-
dingungen au zeig , die die E hal ung des Gesam gleichgewich s gewäh -
leis en.
Das gesam wi scha liche Gleichgewich is nun ech komplexe
Na u , so daß wi uns zunächs mi eine e häl nismäßig neu alen
Fassung dieses Beg i es begnügen müssen: Eine Volkswi scha be-
inde sich bei gegebene Da enkons ella ion im Gleichgewich , wenn
1 Sago o , Slaw scho: „Wi scha ss a is ik, Theo ie de In e p e a ion",
I. Teil. Be n 1950. S. 59.
2 So haben wede L e x i s („Allgemeine Volkswi scha sleh e" Be lin 1913),
W i
1
k e n („De K eislau -de Wi scha ", Jena 1928), Fohl („Geldschöp ung und
Wi scha sk eislau ", München-Leipzig 1937) noch Schneide („Ein üh ung in
die Wi scha s heo ie, I.Teil: Theo ie des Wi scha sk eislau s", Tübingen 1949),
um einige Au o en zu nennen, die das Wo „Wi scha sk eislau " wesen lich in
unse em Sinne e wenden, eine De ini ion e such .
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29] Die S uk u analyse des wi scha lichen K eislauls 29
keine k eislau endogenen K ä e die Ve häl nismäßigkei de Beziehun-
gen zwischen den K eislau g ößen zu e ände n ach en, da alle (en-
dogenen) K ä e im Gleichgewich sind. Die Volkswi scha kann dabei
du ch exogene Ein lüsse (z. B. Be ölke ungs e meh ung3) wohl e -
ände we den, wenn nu diese Ve ände ung die Ve häl nismäßigkei
de Beziehungen zwischen den K eislau g ößen unange as e läß , sich
also ohne S ö ung des Gleichgewich s ollzieh . Das gesam wi scha -
liche Gleichgewich is also nich nu im Gleichgewich szus and" (s a-
ionä es Gleichgewich ), sonde n auch bei Ve schiebungen des Gleich-
gewich sni eaus (kine isches Gleichgewich 4) gewah .
Um e was genaue zu sein, könn en wi in Anlehnung an E ich
Schneide übe den Gleichgewich szus and olgendes aussagen:5
Bes eh in eine Wi scha spe iode Übe eins immung (Kong uenz)
zwischen den indi iduellen Wi scha splänen alle Wi scha ssubjek e
eine Volkswi scha und den aus ihnen esul ie enden Disposi ionen,
so be inde sich das e keh swi scha liche Sys em im Gleichgewich .
Bes eh keine Kong uenz zwischen den Wi scha splänen, so e leben
einzelne ode alle Wi scha ssubjek e am Ende de Pe iode Übe -
aschungen. Das e keh swi scha liche Sys em be inde sich im Un-
gleichgewich . Die Abweichungen zwischen E wa ungen und Ta sachen
e anlassen die Wi scha ssubjek e, ih e Disposi ionen zu ände n.
Die Bedeu ung dieses gesam ökonomischen Gleichgewich s ode
K eislau gleichgewich s, wie wi es auch nennen können, ,, lieg (also)
da in, daß . .. on den olkswi scha lichen Gesam g ößen kein Ans oß
ausgeh , welche Haushal e und Un e nehmungen zu eine Ände ung
ih e Disposi ionen e anlassen wü de."6 Konk e ausged ück e lang
das gesam ökonomische Gleichgewich : „daß alle A bei e des Landes
einen A bei spla z ge unden haben, daß also kein A bei slosenhee
bes eh , daß de Appa a de daue ha en P oduk ionsmi el op imal
ausgenu z wi d und de S om de e b auchlichen P oduk ionsmi el
und Konsumgü e ohne S auung dahin ließ ."7
Die Bes immung dieses gesam wi scha lichen Gleichgewich s-
3 Die Be ölke ungs e meh ung is als Da enände ung k eislau exogen. Ve gl.
auch Schumpe e s Au assung de Be ölke ungs e meh ung als mi de „s a ischen"
Wi scha (wie e sie nenn ) e einba . Schumpe e , Joseph: „Theo ie de
wi scha lichen En wicklung", München-Leipzig 1926. S. 76.
4 Es emp iehl sich, hie nich om „dynamischen" Gleichgewich , wie es meis
bezeichne wi d, zu sp echen, da heu e das Wo „dynamisch" zu Kennzeichnung
eine besonde en Be ach ungsweise e wand wi d. Da übe S. 40 .
5 Schneide , E ich: „Ein üh ung in die Wi scha s heo ie", II. Teil, Tü-
bingen 1949. S. 196.
a Böhle , Eugen: „G undleh en de Na ionalökonomie", Be n 1948. S. 95.
7 Eucken, Wal e : „Kapi al heo e ische Un e suchungen", Jena 1934.
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30 Ge ha d Mangold [30
sys ems, die Analyse seine S uk u und die E klä ung de Gleich-
gewich sbedingungen is Au gabe de K eislau heo ie.8
Welches sind nun die Ansa zpunk e zu eine Analyse des gesam -
wi scha lichen Gleichgewich s?
In de ein achen Wi scha , de „Eigenbeda swi scha ", is Übe -
eins immung on E zeugung und Ve b auch — so können wi die Gleich-
gewich sbedingung zunächs einmal o mulie en — eine F age de Pla-
nung de Wi scha ssubjek e inne halb ih es eigenen Haushal s mi
dem Ziel, die A bei smenge zu bes immen, die bei gegebenem S and
de Technik und mi de e ügba en Kapi alauss a ung eine Be iedi-
gung de Bedü nisse in de Weise e möglich , daß die A bei smühe dem
Nu zen de P oduk ion gleich is . Eine K eislau be ach ung is ohne
Sinn. E s die Ma k wi scha mi ih e o ganisa o ischen T ennung
on E zeugung und Ve b auch (Un e nehmen und Haushal e) s ell das
K eislau p oblem, und zwa weil je z in olge des um assenden Ne zes
de Tauschbeziehungen das Gleichgewich nich nu in den einzelnen
Zellen de Wi scha , sonde n auch in de Gesam wi scha zwischen
E zeugung und Ve b auch au ech e hal en we den muß. Das gesam -
wi scha liche Gleichgewich zeig sich uns dabei un e zwei Aspek en:
Als ho izon ales Gleichgewich e lang es Übe eins immung zwischen
E zeugung und Ve b auch sowohl au dem Ma k de Konsumgü e als
auch au dem Ma k de P oduk ionsmi el und au allen höhe en S u en
de P oduk ion.
Als e ikales Gleichgewich e lang es Übe eins immung de E -
zeugung on In es i ionsgü e n9 du ch die P oduk ionsmi elab eilung
mi de E spa nis (und dem Ve b auch on In es i ionsgü e n du ch die
eigen lichen In es o en).
2. Pa ielles und o ales Gleichgewich
Die Klassike glaub en das Gleichgewich in de Gesam wi scha
e wi klich , wenn au jedem de Teilmä k e de Volkswi scha Gleich-
gewich he sch , wenn au jedem Pa ialma k eine Wa e E zeugung
und Ve b auch so übe eins immen, daß kein Wi scha ssubjek Ve -
8 Da aus e klä sich auch das Au audien k eislau heo e ische Un e suchungen
in Zei en k isenha en Ungleichgewich s de Gesam wi scha : Quesnays Sys em
en s and un e dem Eind uck de Finanzk ise F ank eichs im 18. Jah hunde , Ma x*
Analyse als P o es gegen die Auswüchse de kapi alis ischen Wi scha so dnung,
Keynes* We k au G und de E ah ungen in de Wel wi scha sk ise de d eißige
Jah e.
9 Un e In es i ion e s ehen wi im Rahmen diese Abhandlung die Neu-
e ich ung on P oduk ionsanlagen sowie den Zugang an Lage bes änden on
Konsum- unid P oduk ionsgü e n (Neuin es i ion), ku z: den Ve mögenszuwachs
eine Volkswi scha inne halb eine Wi scha spe iode.
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31] Die S uk u analyse des wi scha lichen K eislau s 31
anlassung ha , seine Disposi ionen zu ände n. Diese Zus and wi d nach
klassische Au assung zumindes au lange Sich hin deshalb e eich ,
weil „die Quan i ä jede zu Ma k geb ach en Wa e sich na ü lich on
selbs nach de wi ksamen Nach age ich e ."10 Die in de Wi klichkei
zu beobach enden und auch nich zu übe sehenden Abweichungen on
diesem Gleichgewich we den au F ik ionen (wie P eisab eden, P eis-
o sch i en, Monopols ellungen usw.) zu ückge üh .
Das Anliegen de klassischen Schule wa dahe auch au die P eis-
heo ie, au das pa ielle Gleichgewich des jeweiligen Einzelma k es
ge ich e . Eine To alanalyse wu de ü übe lüssig gehal en, da eine
solche ja — implici e — in de P eis heo ie en hal en zu sein schien,
de en P eismechanismus wie du ch eine „unsich ba e Hand" das Gesam -
geschehen im Gleichgewich hiel .
Die P eis heo ie bes imm e dahe auch lange Zei das Gesich de
Wi scha s heo ie. Man un e such e den P eisbildungs o gang au dem
Teilma k eines Gu es, un e de Vo ausse zung, daß die nich zu diesem
Teilma k gehö enden Va iablen un e ände bleiben (ce e is-pa ibus
Bedingung). Angebo und Nach age wu den lediglich als om P eis des
be e enden Gu es de e minie angesehen.
Un e de Vo ausse zung olls ändige Konku enz is dann ein
P eis denkba , bei dem die nachge ag e Menge dem Angebo gleich ,
so daß die Wi scha ssubjek e au dem Teilma k keine Ve anlassung
haben, ih e Disposi ionen zu ände n. Es is nun leich einzusehen, daß
E zeugung und Ve b auch au einem Teilma k keineswegs nu on den
Va iablen dieses Ma k es, sonde n auch on ande en Va iablen de
Gesam wi scha abhängig sind. So wi d die Nach age nach einem
Konsumgu nich nu on dem P eis dieses Gu es, sonde n auch on den
P eisen alle Konsumgü e , die in den In e essenbe eich des be e en-
den Käu e s allen, und on seinem Einkommen bes imm . Das du ch
die Pa ialanalyse e mi el e Gleichgewich au den Teilmä k en ga an-
ie keineswegs, daß alle Va iablen inne halb de Gesam wi scha
au einande abges imm sind und kein Wi scha ssubjek Ve anlassung
ha , seine Disposi ionen zu ände n, das gesam wi scha liche Gleich-
gewich also gewah is . Es muß zumindes de Zusammenhang zwischen
den P eisbildungsp ozessen au den Pa ialmä k en au gezeig we den.
Von diesem Gedanken ausgehend, ha die neoklassische Schule du ch
Wal as und Pa e o und spä e du ch Gus a Cassel das P oblem des
o alen gesam wi scha lichen Gleichgewich s au ge oll und de Lösung
zuge üh .
Ohne au die Da s ellung de Wal asianischen und Casselschen
Theo ie nähe einzugehen, können wi die o ale, mik oökonomisch au -
10 Smi h, Adam: „Eine Un e suchung übe Na u und Wesen des Volkswohl-
s andes", Bd. I, Jena 1923, S. 73.
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32 Ge ha d Mangold [32
gebau e K eislau analyse du ch nachs ehende Übe legungen cha ak e i-
sie en:
In de s a ionä en Wi scha , in de das gesam e Einkommen on
den Einkommensemp änge n ü Konsumzwecke e ausgab wi d, is
das Gesam gleichgewich zwischen E zeugung und Ve b auch om ho i-
zon alen Gleichgewich au jede S u e de P oduk ion abhängig. Die
Einkommensemp änge (Konsumen en) bes immen ih e Nach age nach
Konsumgü e n de a , daß bei gegebenen P eisen die gewogenen G enz-
nu zen de e schiedenen Konsumgü e einande gleich we den. Das
Angebo an Konsumgü e n wi d on den P oduzen en so bes imm , daß
bei gegebenen P eisen die G enzkos en mi dem P eis des P oduk es
übe eins immen. Es is dann ü jedes Gu ein P eis denkba , bei dem
die Nach age dem lau enden Angebo gleich . Das Gesam sys em komm
zu Ruhe, wenn au allen Teilmä k en dieses Gleichgewich he sch .
Beim Gleichgewich sp eis wi d nich nu die zu diesem P eis angebo s-
willige P oduk ion es los abgese z , sonde n diese P eis siche auch
den P oduzen en ollen E sa z ih e Kos en.
Das gil auch ü die Gü e au den höhe en P oduk ionss u en. Die
P oduzen en bes immen die Nach age nach P oduk ionsmi eln so, daß
bei gegebenen P eisen die Mengen de nachge ag en P oduk ionsmi el
sich wie die P eise e hal en und die gewogenen G enze äge ü alle
P oduk ionsmi el einande gleich sind, wäh e id sich das Angebo an
P oduk ionsmi eln ü diese S u e wiede in de Weise bes imm , daß
bei gegebenen P eisen die G enzkos en mi dem P eis des P oduk es
übe eins immen. Bei olls ändige Konku enz is somi ein ho izon-
ales Gleichgewich denkba , bei dem ü alle Gü e a en au allen P o-
duk ionss u en die E zeugung dem Ve b auch gleich .
Bei o sch ei ende Wi scha , in de ein Teil des Einkommens ü
In es i ionen be ei ges ell wi d, se z das gesam wi scha liche Gleich-
gewich neben dem ho izon alen Gleichgewich au allen P oduk ions-
s u en ein e ikales Gleichgewich zwischen In es i ionsgü e e zeugung
und E spa nis o aus. Mi ande en Wo en: das Einkommen, das ü
In es i ionen zu Ve ügung ges ell wi d, muß den Kos en de In es i-
ionen gleich sein. Und wie geschieh das? Das Angebo an Geldkapi al
ü In es i ionen (die E spa nis) is abhängig on de Höhe des Zins-
ußes, und zwa in de Weise, daß die E spa nis au Ände ungen des
Zins ußes no mal eagie : zunehmendes Angebo bei s eigendem Zins,
abnehmendes Angebo bei allendem Zins. Die In es i ion (Nach age
nach Geldkapi al) is abhängig on den Kos en de Realin es i ion und
om E ag, de aus diese neuen Realin es i ion ließ . Dabei wi d de
E ag (nach dem E agsgese z) mi zunehmende In es i ion allen
(die Kapi aldiens e nehmen zu), wäh end die Kos en de Realin es i ion
bei zunehmende In es i ion s eigen (s eigende G enzkos en, E ags-
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33] Die S uk u analyse des wi scha lichen K eislau s 33
gese z). Die Un e nehme we den also so lange in es ie en, bis die
Kos en des le z en in es ie en Kapi al eilchens dem E ag gleich
we den, de aus de Ve wendung dieses Kapi al eilchens im P oduk ions-
p ozeß zu e zielen is . Sie we den auch ih e Nach age nach Geldkapi al
so bemessen, daß de Zinssa z dem E agswe (bezogen au 100 Wäh-
ungseinhei en in es ie en Kapi als) gleich is . Im Gleichgewich en -
sp ich dann das Angebo an Geldkapi al de Nach age an Geldkapi al,
und beide en sp echen sowohl dem E agswe des in es ie en Kapi als
als auch den Kos en des in es ie en Realkapi als.
Un e diesen Bedingungen is auch das e ikale Gleichgewich
gewah .
Au de Basis dieses ho izon alen und e ikalen Gleichgewich s, das
du ch die a ionalen En scheidungen des Wi scha ssubjek s in allen
Be eichen de Wi scha he beige üh wi d, konzipie Wal as11 und
nach ihm Cassel12 ein o ales Sys em de gesam wi scha lichen Be-
ziehungen.
Die Nach age und (da im Gleichgewich wi ksame Nach age = a -
sächlichem Angebo ) das Angebo au dem Ma k eines jeden Gu es
we den als Funk ion alle P eise angesch ieben. De P eis jedes Gu es
selbs kann bei bekann en P oduk ionsmi elp eisen mi Hil e de P o-
duk ionskoe izien en13 als Funk ion de P oduk ionskos en ausged ück
we den, da im Gleichgewich de Un e nehme gewinn nach null endie
und de We de p oduzie en Gü e dem We de Fak o leis ungen
äqui alen is . So lassen sich die 1... n unbekann en P eise aus den
1... n Gleichungen aus echnen.
Im Gleichgewich we den abe auch die o handenen P oduk ions-
mi el es los ausgenu z , so daß die benö ig en P oduk ionsmi el-
mengen mi Hil e de P oduk ionskoe izien en di ek als Funk ionen
de angebo enen Gü e mengen angesch ieben we den können.
Da das Angebo eine Funk ion de Gü e p eise is , die Gü e p eise
eine Funk ion de P oduk ionsmi elp eise, gib es auch einen unk-
ionellen Zusammenhang zwischen dem Gü e angebo und den P oduk-
ionsmi elp eisen.
Wi gewinnen dami ein zwei es Gleichungssys em, in dem die
P oduk ionsmi elmengen als Funk ionen de 1... unbekann en P o-
duk ionsmi elp eise ausged ück we den. Bei bekann en P oduk ions-
mi elmengen lassen sich die 1... unbekann en P oduk ionsmi el-
p eise mi den 1... Gleichungen aus echnen. Dami is das P oblem
gelös : Das (ho izon ale und e ikale) Gleichgewich wi d du ch die
11 Wal as, Leon: „ Elémen s d'économie poli ique pu e", Ed. de ini i e,
Pa is, 1952, S. 208—230.
12 Cassel, Gus a : „Theo e ische Sozialökonomik'4, Leipzig 1932. S. 121 .
13 Die P oduk ionskoe izien en bes immen den An eil eines P oduk ionsmi els
an eine Einhei des Endp oduk es des be ach e en Gu es.
Schmollen Jah buch LXXm, 1 3
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34 Ge ha d Mangold [34
En scheidungen de Wi scha ssubjek e selbs ä ig e wi klich . Mengen
und P eise lassen sich du ch das besp ochene Gleichungssys em e ech-
nen, wenn gewisse olkswi scha liche Da en (P oduk ionskoe izien en,
P oduk ionsmi elbes and) gegeben sind.
Gegen diese o male Lösung des gesam wi scha lichen Gleich-
gewich sp oblems sind eine Anzahl on Bedenken zu äuße n, die den
We diese exak en und in ih e A einmaligen Da s ellung des K eis-
lau p oblems in F age s ellen.
De e s e Einwand be i die Da s ellung des s a ionä en und des
gleichmäßig o sch ei enden Gleichgewich ssys ems du ch eine p ak isch
nich aßba e Anzahl on Gleichungen. Das Wal as-Pa e ianische und
auch das Casselsche Sys em sind s a is isch nich e i izie ba , denn sie
sind mik oökonomisch undie , d. h. sie nehmen die einzelne Un e -
nehmung, den einzelnen Haushal , die indi iduellen P eise und Mengen
in ih e Analyse au . Dami wi d zwa die In e dependenz alle olks-
wi scha lichen Vo gänge glanz oll o ge üh , zu Bewäl igung k eis-
lau heo e ische P obleme und o allem ü de en p ak ische Anwen-
dung is eine Zusammen assung de indi iduellen G ößen zu Gesam -
hei en jedoch une läßlich.
Ein zwei e Einwand muß uns zu demselben E gebnis üh en: die
Sys eme de o alen mik oökonomischen K eislau e assung se zen au
jedem Einzelma k olls ändige Konku enz o aus, d. h. es handel sich
um Mä k e homogene Gü e , und au keine de sich jeweils gegenübe -
s ehenden Ma k sei en bes ehen P ä e enzen pe sönliche ode äum-
liche A bezüglich einzelne Ma k eilnehme de Gegensei e. Das
Angebo bzw. die Nach age jedes Wi scha ssubjek s wi d on de
Ma k gegensei e als indi e en angesehen. Die K i ik du ch die mode ne
Theo ie ha jedoch zu Genüge gezeig , daß die Vo ausse zung de
olls ändigen Konku enz in den sel ens en Fällen e wi klich is . Sie
ha da übe hinaus gezeig , daß „es zwei elha is , ob die F age nach
de eine bes imm en Da enkons ella ion en sp echenden Gleichgewich s-
lage hie übe haup noch einen Sinn ha ."14
Un e Be ücksich igung diese Einwände bie e sich nu ein Ausweg:
Besch eibung des o alai Gleichgewich ssys ems du ch eine „Hand oll
Va iable ". Mak oanalyse an S elle on Mik oanalyse, da nu dadu ch
de Gleichgewich sbeg i wiede einen Sinn e häl und das sich da aus
e gebende Sys em e i izie ba is . Das Ve ah en, Gesam g ößen an
S elle konk e e aßba e indi iduelle G ößen zu e wenden, is jedoch
nich ganz ei on Bedenken. Da mak oökonomische G ößen in de
Wi klichkei nich ein o ge unden we den, muß man sich mi Gesam -
14 Schneide , E ich: „Ein üh ung in die Wi scha s heo ie II", Tübin-
gen 1949, S. 260, de sich hie auch au : Sweezy, P.M.: „Demand unde Condi ions
o Oligopoly" (Jou nal o poli ical Economy, Bd. 47, 1939) bezieh .
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41] Die S uk u analyse de9 wi scha lichen K eislau s 41
Gleichungen ein, welche gleichzei ig e schiedene diese G ößen um-
assen, die zu e schiedenen Zei punk en gehö en."27
Von eine s a ischen Theo ie we den wi dann sp echen, wenn „bei
de Analyse ausschließlich solche Rela ionen zwischen den ele an en
Va iablen (benu z we den), in denen sich die We e de Va iablen au
den gleichen Zei punk ode au die gleiche Zei pe iode beziehen."28
Da aus e gib sich, daß eine Theo ie dadu ch nich dynamisch wi d,
daß man Da enände ungen ein üh und sie e klä . Die Da en we den
ielmeh ü jede Wi scha spe iode neu angenommen, und die
s a ische Theo ie un e such die Anpassung an diese Da en in de selben
Pe iode. Audi die sogenann e kompa a i e ( e gleichende) S a ik, die
die Gleichgewich e in e schiedenen Pe ioden mi einande e gleich ,
is keine dynamische Theo ie. Denn sie e gleich und besch eib nu
ü eine Ände ung das Gleichgewich am Ziel, am kün igen Zei punk ,
abe sie un e such nich den Übe gangsp ozeß. Sie e gleich nu und
e binde nich die G ößen de Ausgangssi ua ion mi den G ößen de
Endsi ua ion.29
Die wi klichkei snähe e, geldwi scha liche K eislau heo ie, die
zwangsläu ig die Au me ksamkei au ku z is ige Ve ände ungen
lenken muß, die Au hebung „de Simul ani ä zwischen Einkommens-
(bzw. Kau k a -) E we b und Einkommens e wendun g"30 und
die dadu ch he o ge u enen zei lichen Di e enzen31 ( ime lags) machen
eine dynamische Theo ie no wendig. Das bedeu e nich , daß alle Bei-
äge zu geldwi scha lichen K eislau heo ie „dynamisch" sein
müssen; ein g oße Teil diese Un e suchungen is s a isch ode bes en-
alls kompa a i -s a isch, d. h. sie be ach en lediglich zwei au einande -
olgende Gleichgewich szus ände.
Wi können dahe im Hinblick au die oben ge o enen Fes s ellun-
gen olgende Typen de K eislau heo ie un e scheiden:
1. die S uk u leh e32 des wi scha lichen K eislau s, die 'gü e -
wi scha liche Theo ie;
27 F isch, Ragna : „P opaga ion and Impuls P oblems" in „Economic Essays
in Honou o Gus a Cassel", London 1933. S. 171, zi ie nach: Habe le , Go ied:
„P ospe i ä und Dep ession", Be n 1948. S. 239.
28 Schneide , E ich: 1. c. Bd. II, S. 188.
29 Habe le , Go ied: 1. c. S. 239.
30 K o o p m a n s, J. G.: 1. c. S. 265.
31 Koopmans, J. G.: I.e. S. 265 sch eib dazu als Anme kung: „Es handel
sich... (in de Gü e auschwi scha G. M.) nu um die Eliminie ung de .. .
speziellen Ka ego ie de Zei in e alle, keineswegs abe um eine olls ändige Aus-
schal ung des ,Zei momen es4 in dem Wi scha sablau übe haup ."
32 Diesen Ausd uck e wende : Pe e , Hans: „S uk u leh e des Wi scha s-
k eislau s", Be lin 19
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42 Ge ha d Mangold [42
2. die eigen liche Theo ie des wi scha lidien K eislau s, die geld-
wi scha liche Theo ie, die s a isch ode dynamisch sein kann.
Diese Un e scheidung da nich zu de Ansich e lei en, als wü de
die gü e wi scha liche K eislau heo ie om Geld ganz abs ahie en.
Das Geld spiel nu eine seh un e geo dne e Rolle, und wi sp echen
on gü e wi scha liche K eislau heo ie, „wenn säm liche Vo gänge
in de Geldwi scha dem Ideal ypus eine einen Tauschwi scha ...
en sp echen"33, das Geld also neu al is . Un e diese Vo ausse zung
is bei den du ch das Wal asianische und Casselsche Gleichungssys em
gegebenen P eisen und Mengen das o ale Gleichgewich a sächlich be-
s imm . Beide Modelle s ellen Sys eme ela i e Tauschwe e da , die
ü p ak ische P obleme, da nich e i izie ba , alle dings unb auchba
sind. In gleiche Weise gehen abe alle un e dem Beg i „S uk u -
leh en des wi scha lichen K eislau s" zusammenge aß en Modelle on
de Neu ali ä des Geldes aus. Teilweise se zen sie dabei die Ve wi k-
lichung des K eislau gleichgewich s o aus ode , wie die spä e en,
scheiden sie diese F age als unbeach lich ü ih e Zwecke aus. Sie be-
ach en dami nu eine Sei e de Wi scha und können auch als
S uk u modelle des Rep oduk ionsp ozesses bezeichne we den.
Bei nähe e Be ach ung de S uk u leh en zeichnen sich deu lich
d ei G uppen ab:
Die e s e, die physiok a ische Leh e Quesnays, glaub das Gesam -
gleichgewich du ch eie Konku enz e wi klich , wenn im E zeugungs-
und Ve eilungsp ozeß gewisse P inzipien beach e we den, die de
na ü lichen O dnung en sp echen: wenn die landwi scha liche E -
zeugung als allein p oduk i e ge ö de wi d und die mone ä e Nach-
age sich in bes imm e Weise au landwi scha liche und gewe bliche
P oduk e e eil . En scheidend hie ü sind die G undbesi ze , die
allein En scheidungs eihei bei de Ve wendung ih es Einkommens
haben. De na ü lichen O dnung en sp ich , daß sie es je zu Häl e ü
landwi scha liche und gewe bliche E zeugnisse ausgeben.
Die zwei e G uppe sah, beein luß on den ökonomischen Klassike n,
im K eislau gleichgewich kein eigenes P oblem. Sie wa dahe lediglich
bemüh , den sys ema ischen Zusammenhang und die Gese zmäßigkei en
im Rep oduk ionsp ozeß zu klä en. Ih Ziel wa ein Modell de K eis-
lau s uk u . Hie zu gehö en sowohl die Bei äge de Klassike als auch
die Konzep ionen on Ma x, Böhm-Bawe k, Lexis, Bu cha d u. a. Aus-
gangspunk ü diese Un e suchungen wa die Fes s ellung Adam Smi h's,
daß „de P eis alle Wa en ... das gesam e Jah esp oduk ... en wede
83 Koopmans, J. G.: I.e. S. 228; dazu Fo s mann, Alb ech : „Zu mone ä en
Gleichgewich sp oblema ik" in „Schmolle s Jah buch44, 67. Bd., 1943, und die do
angegebene Li e a u .
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43] Die S uk u analyse des wi scha lichen K eislau s 43
als Lohn, ... als P o i ... ode als Ren e au ge eil "34 wi d, und „in
jede Gesellscha ... am Ende de P eis säm liche ( on mi ge-
spe , G. M.) Wa en ... in ... diesen d ei Teilen au (geh )."35 Say ha
dieselbe Ansich e e en, wenn e sch eib , daß „de We h alle ze -
s ö en Diens e du ch den We h de p oducie en Sa dien au gewogen"
we den muß, auch dann, „wenn... (man) sich alle P odücen en in de
Pe son des Indus ie-Un e nehme s"36, d. h. des Gesam un e nehme s,
o s ell . Die p oduk i en Diens e sind „A bei slohn" und „Capi al-
e ag", so daß also „de Gesam we h alle P oduk e dasselbe wie die
Summe de einen Gewinns e37 alle P odücen en"38 und de „Roh-
e ag de Gesellscha dasselbe is wie ih Rein-
e a g."39
Hie an anknüp end be ach e eine Reihe on Theo e ike n die
S uk u des Rep oduk ionsp ozesses und k i isie en wede die on
Smi h und Say pos ulie e Iden i ä om Rohe ag und Reine ag
(Gesam wa enp eis und Gesam einkommen) ode is bemüh , du ch
e eine e Analyse ih e Gül igkei nachzuweisen (Böhm-Bawe k).
Die d i e G uppe besch eib einen konk e en wi scha lichen
K eislau quan i a i , „ohne eine E klä ung zu e suchen, wa um diese
K eislau ge ade die o ge undene S uk u ha ."40 Ein K eislau gleich-
gewich wi d dabei en wede o ausgese z (Hans Pe e ) ode de K eis-
lau wi d lediglich als s uk u elle Spezi izie ung de S omg ößen an-
gesch ieben, ohne Be ücksich igung de En sp echung im Sinne eines
Gesam gleichgewich s (Leon ie ). In gleiche Weise is das We bilanz-
sys em konzipie , das Ungleichhei en du ch Ausgleichspos en au
ande en Kon en besei ig , ohne au die F age de op imalen En -
sp echung de K eislau g ößen einzugehen. Die olkswi scha liche
Gesam echnung egis ie nu die a sächlichen Gegebenhei en.
So is die S uk u leh e des wi scha lichen K eislau s eigen lich
keine Theo ie im Sinne eine Analyse des P ozeßablau s und seine
Zu ück üh ung au Gese zmäßigkei en. Sie is eine S uk u leh e, die
an änglich eine na ü liche O dnung e kennba machen soll, spä e die
sys ema ische O dnung des K eislau s au zeig und schließlich einen
34 Smi h, Adam „Eine Un e suchung übe Na u und Wesen des Volkswohl-
s andes", Bd. I, Jena 1923, S. 66. Da Smi h om gesam en Jah esp oduk de
A bei sp ich , könn e man ielleich un e s ellen, daß e da un e nu das Ne o-
p oduk e s eh ; aus dem Zusammenhang muß man abe en nehmen, daß e das
B u op oduk mein , bzw. daß ihm de Un e schied ga nich kla is .
35 Smi h, Adam: I.e. S. 63.
38 Say, Joh. Bap .: I.e. Bd. 1, S. 150.
37 gemein sind alle Einkommen.
38 S a y, Joh. Bap .: I.e. Bd. 3, S. 17.
39 S a y, Joh. Bap .: 1. c. Bd. 3, S. 17.
40 Pe e , Hans: „S uk u leh e des Wi sdia sk eislau s", Be lin 1943. S. 22.
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44 Ge ha d Mangold [44
Au iß des wi scha lichen P ozesses bie e , de die s a is ische Ve i-
izie ung zum Ziel ha . Sie konn e deshalb auch nu eine s a ische
Theo ie sein, die sich wede bemüh , „eine bes imm e S uk u ... (als)
einzig mögliche ode ökonomisch bes e"41 nachzuweisen, noch Sch i e
un e nahm, um bei gegebenen Da en das Gleichgewich abzulei en, ode
ga den no wendigen Ablau o auszusagen.42
In de Folge soll nun eine Reihe on S uk u leh en des wi scha -
lichen K eislau s be ach e we den, wobei wenige Nachd uck au Voll-
s ändigkei als au die un e schiedliche Me hodik in de Behandlung
dieses P oblems geleg wi d. Es en sp ich de Si ua ion de deu schen
wissenscha lichen Biblio heken, insbesonde e de Be lins, daß auch im
sechs en Nachk iegsjah noch kein olls ändige Übe blick übe die en -
sp echende ausländische Li e a u möglich is .
II. S uk u leh en des Wi scha sk eislau s
1. Das mak oökonomische Sys em
F ançois Quesnays
Sei dem An ang de Wel , sch eib Mi abeau in seine „Philosophie
u ale", seien d ei En deckungen gemach wo den, die den poli ischen
Wissenscha en ih e Haup s ä ke gegeben haben: Die E indung de
Sch eibkuns , die des Geldes und als Resul a de beiden, das „ ableau
économique", die g aphische Da s ellung de olkswi scha lichen Ve -
häl nisse, „die un e allen he o agende E indung ..., de en F üch e
die Nachwel p lücken wi d."1
Es wi d zu p ü en sein, ob diese Fes s ellung ge ech e ig wa .
Das ak i e Elemen in Quesnays Wi scha sp ozeß is die „classe
p oduc i e" (ode „p oduc ice"), die Päch e , die als Un e nehme
(„en ep eneu s") au gepach e em, also emdem G und und Boden,
abe mi eigenen Be iebsmi eln ( ichesses d'exploi a ion") — on
Quesnay2 auch „a ances des dépenses" (Kos en o schüsse) genann —
a bei en. Sie se zen sich aus den „a ances p imi i es", dem beweglichen
Anlagekapi al (Vieh, Maschinen) und den „a ances annuelles" (Saa gu ,
A bei slöhne) zusammen. Diese Un e nehme o schüsse sollen sich mi
10% e zinsen, die Absch eibungsquo e ü die Maschinen ein-
geschlossen.
41 Pe e , Hans: „S uk u leh e ..I.e. S. 23.
42 Pe e , Hans: „S uk u leh e .. .M, I.e. S. 22.
1 Mi abeau, V. R.: „Landwi scha sphilosophie44 (philosophie u ale, d sch.
. Ch. A. Wichmann), Liegni z 1797,1, S. 47.
2 Quesnay selbs sp ich in de Analyse on: „dépenses des a aux44. Gemein
is jeden alls: Be iebskapi al + bewegliches Anlagekapi al.
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45] Die S uk u analyse des wi scha lichen K eislau s 45
G und und Boden einschließlich de Gebäude3 we den on de
„classe p op ié ai e", manchmal auch „classe disponible" genann , zu
Ve ügung ges ell . Zu ih gehö en die Landes ü s en und die ande en
wel lichen und ki chlichen G undbesi ze . Den G undbesi ze n gebüh
de Reine ag (p odui ne ) des Bodens. Sie haben das Land u ba ge-
mach und du ch Wege, Kanäle und En wässe ung au geschlossen. Du ch
diese G undauslagen (dépenses onciè es) is de G undbesi ze zum
Emp ang de Pach en e be ech ig .
E e häl also den Reine ag abzüglich eines Un e nehme gewinns
ü die Päch e . Die Pach en e selbs en häl die Zinsen und die Ab-
sch eibung au die „dépenses onciè es" und den on de Na u ge-
spende en Übe schuß (su c oî ).
Diese „ ichesses disponibles" we den zu Konsum ionszwecken an
die Päch e (Einkau on Nah ungsmi eln) und an das Gewe be bzw.
den Handel (Einkau on gewe blichen P oduk en) wei e gegeben.
Die Gewe be eibenden und die Handelsleu e bilden die „classe
s é ile", sie sind unp oduk i , weil sie keine We e neu scha en; du ch
S o Umwandlung und du ch A e ände ung wi d de We de Gü e
zwa e meh , abe nu um den Be ag, de dem du ch die A bei be-
ding en Nah ungs e b auch äqui alen is . Das Gewe be is „s é ile",
weil hie nu eine Addi ion on Reich um s a inde , nich wie beim
Ag ikul u be ieb eine „mul iplica ion."4
Die unp oduk i e Klasse ha dahe nu Ansp uch au ih en Un e -
hal , au die A bei s e gü ung (gage salai ie); mach sie da übe hinaus
Gewinne, so geschieh dies au Kos en de ande en Be ölke ungs-
schich en, und zwa gewöhnlich dann, wenn an S elle de eien Kon-
ku enz om S aa Monopole, P i ilegien und P ohibi ionen zuguns en
des Handels und de Manu ak u einge üh we den.5
Die a bei ende Be ölke ung, de ie e S and, „le de nie classe des
ci oyens" wi d in das „ ableau" nich au genommen.6 E s ell keine
Un e nehme , die du ch selbs ändiges Handeln ü den Wi scha s-
ablau in Be ach kommen. Seine In e essen sind die de üb igen
Klassen, in die e du ch seine A bei sleis ung eingegliede is .
Die ökonomische Bedeu ung des ie en S andes als Ve b auche is
ü die Physiok a en noch unin e essan . E leb on seinem ixen
A bei slohn7, den e im üb igen oll e b auch .
In den meis en Da s ellungen de physiok a ischen Leh e spiel die
Da s ellung des „ ableau", so wie sie uns on Mi abeau übe lie e
3 bei Quesnay nich ausd ücklich e wähn .
4 Oncken, Augus : „Geschich e de Na ionalökonomie", 1. Teil: Die Zei o
Adam Smi h. Leipzig 1902. S. 363.
6 Oncken, Augus
:
1. c. S. 363.
0 Oncken, Augus : I.e. S. 379.
7 Oncken, Augus : I.e. S. 365.
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46 Ge ha d Mangold [46
wu de, eine beach liche Rolle. Man kann jedoch nich behaup en, daß
das „Sphinx ä sel"8 dadu ch an Kla hei gewonnen habe.
Wi wollen dahe e suchen, du ch eine e wei e e Da s ellung des
„ ableau" den Ablau und die S uk u des Sys ems au zuzeigen.
Ausgangspunk is ein Pach be ag on 2000 P und („ e enu
annuel"), de den G undbesi ze n on de p oduk i en Klasse ü das
e gangene Jah übe agen wu de.
Von diese Summe we den nun:
1000 P und an die p oduk i e Klasse als „dépenses p oduc i es" ü
die Lie e ung on Lebensmi eln im lau enden Jah abgegeben und
1000 P und an die Indus iellen und Kau leu e als „dépenses s é iles"
ü en sp echende ande e Lie e ungen wei e gelei e .
Die Päch e klasse e üg je z übe 1000 P und. Diese „dépenses
p oduc i es" we den zu P oduk ion e wand , we den ep oduzie ,
und da die Landwi scha übe p oduk i e (Boden-) K ä e e üg ,
e höh sich die Summe au 2000 P und; da on gehen
1000 P und an die G undbesi ze als Pach zins,
500 P und an die Gewe be eibenden zum Kau on We kzeugen
und Wa en,
500 P und sind Eigen e b auch.
Die Gewe be eibenden (classe s é ile) haben auch 1000 P und e -
hal en, die sich abe bei de Rep oduk ion nich e meh en. Es gehen
dahe :
500 P und an die Päch e klasse zum Kau on Lebensmi eln,
500 P und sind als Eigen e b auch anzuse zen.
De E zeugungs- und Ve eilungsp ozeß beginn nun mi den
500 P und, die die Päch e on den Gewe be eibenden e hal en haben,
und den 500 P und, die die Gewe be eibenden on den Päch e n e -
hiel en, on neuem.
Dadu ch daß die Päch e imme das Doppelle ih es Einsa zes als
E ag e zielen, und dadu ch daß die Häl e de „dépenses p oduc i es"
an die Gewe be eibenden ließ und daß, on diesen ep oduzie ,
wiede die Häl e an die Päch e ließ , e gib sich eine Reihe imme
kleine e Be äge, die sich am Ende des inne halb eines Jah es ge-
dach en P ozesses zu den ele an en Gesam g ößen addie en.
Die Analyse de „ o mule a i hmé ique", die uns Quesnay selbs
hin e lassen ha , zeichne sich du ch g öße e Kla hei aus.9
8
wie F ied ich Engels die ökonomische Tabelle bezeichne („He n Eugen Düh-
ings Umwälzung de Wissenscha ", Vo ede zu III. Au l. on 1894).
9 Quesnay, F ançois: „Analyse Du Tableau Economique", Ed. Oncken, abge-
d uck in „Ausgewähl e Leses ücke z. S udium d. poli . Ökonomie" (Diehl-Mombe ),
3. Bd. Von de G und en e, Ka ls uhe 1922. S. 21 .
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47] Die S uk u analyse des wi scha lichen K eislau s 47
Die Päch e p oduzie en mi einem ixen Kapi al (a ances p imi-
i es) on 10 Mia d. P und10; ih e Ve zinsung bz . Amo isa ion geh
in die „ o mule" mi 10 % des Kapi alwe es = 1 Mia d. P und ein.
Zu Beginn des Jah es zahlen die Päch e ih e Pach in Höhe on
2 Mia d. P und.
Die Päch e haben e ne Vo ä e im We e on 2 Mia d. P und in
Fo m on Nah ungsmi eln, Saa gu und Gewe bep oduk en und Vo -
schüsse im We e on 1 Mia d. P und zu Ve zinsung ih es ixen
Kapi als (a ances p imi i es).
Mi diesen Gü e n im We e on 3 Mia d. P und p oduzie en die
Landwi e Ag a p oduk e im We e on 5 Mia d. P und.
Da on we den e kau : Lebensmi el an die G undbesi ze (We
1 Mia d. P und), Rohs o e und Lebensmi el an die Gewe be eibenden
(We 2 Mia d. P und).
P oduk e im We e on 2 Mia d.P und we den als „a ances,
annuelles" ü das kommende Jah au gehoben.
De E lös on 3 Mia d. P und geh mi 1 Mia d. P und an das Ge-
we be und kau dessen Gü e . 2 Mia d. gehen zu Beginn des nächs en
Jah es als Pach an die G undbesi ze .
Die G undbesi ze e pach en also ü 2 Mia d. P und ih e G und-
s ücke an die Päch e und kau en mi diesem „ e enu" Wa en ü ih en
pe sönlichen Ve b auch (1 Mia d. P und ü gewe bliche Gü e , 1 Mia d.
P und ü Lebensmi el).
Das Gewe be e üg übe Geld o schüsse on 1 Mia d. P und und
kau dami Rohs o e und Lebensmi el bei den Päch e n im We e on
1 Mia d. P und. Dami p oduzie es Gü e im gleichen We und e -
kau sie den G undbesi ze n, kau mi dem E lös nochmals Rohs o e
und Lebensmi el (We 1 Mia d. P und) und e kau das P oduk an
die Päch e . De E lös on 1 Mia d. P und dien als Vo schuß ü das
kommende Jah .
Um den Zusammenhang mi de K eislau heo ie he zus ellen,
wollen wi hie noch ein Kon ensys em des physiok a ischen Sys ems
be ach en, das uns die summie en We e de Gesam g ößen und ih e
S uk u am Ende de Rep oduk ionspe iode e anschaulich . Wi
müssen dazu beide E klä ungen he anziehen, sowohl die Besch eibung
des wi scha lichen Ablau s im physiok a ischen K eislau modell wie
sie Mi abeau im „ ableau" bie e , als auch Quesnays „ o mule", die das
heo e ische Sys em de Zi kula ion en häl , das im „ ableau" s ill-
schweigend mi einbeg i en is .11
10 Die In es i ionen de G undbesi ze (a ances onciè es) we den nich in de
„ o mule" be ücksich ig .
11 ?oog, Hen i: „The Tableau Economique o F ançois Quesnay". Be n 1950.
S. 72.
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48 Ge ha d Mangold [48
Zu Beginn des landwi scha lichen Jah es übe gib die Päch e -
klasse den G undbesi ze n den Pach zins on 2000 Geldeinhei en. Da-
on gehen 1000 Geldeinhei en zu ück an die Päch e ü Lebensmi el
und 1000 Geldeinhei en an das Gewe be ü ande e Gü e .
Die Päch e e hal en auße den 1000 Geldeinhei en on den G und-
eigen üme n zweimal 1000 Geldeinhei en on dem Gewe be ü Roh-
s o e und Lebensmi el. Die Päch e haben an das Gewe be 1000 Geld-
einhei en ü indus ielle Gü e zu zahlen, e bleiben also 2000 Geld-
einhei en Pach zinsen.
Das Gewe be e häl on G undbesi ze n und Päch e n je 1000 Geld-
einhei en und zahl selbs an die Päch e 2000 Geldeinhei en.
Kon enmäßig wü de de Geldbe eich sich dann wie olg da s ellen:
1. G undbesi ze
Pach 2000 G.e.12 ü gewe bL P oduk ion 1000 G.e.
ü Lebensmi el 1000 G.e.
2000 G.e. 2000 G.e.
2. Päch e
om G undbesi z . . . 1000 G.e.
om Gewe be 2000 G.e.
3000 G.e.
ü gewe bl* P oduk ion 1000 G.e.
Pach 2000 G.e.
3000 G.e.
3. Gewe be
om G undbesi z . . . 1000 G.e. ü Rohs o e und
on Päch e n 1000 G.e. Lebensmi el 2000 G.e.
2000 G.e. 2000 G.e.
In de landwi scha lichen P oduk ion we den an Kos en ü ge-
we bliche Gü e 1000 Geldeinhei en, ü A bei sleis ung de Päch e
(und ih es Gesindes) 1000 Geldeinhei en, ü Bodenleis ungen (G und-
en e)13 2000 Geldeinhei en eingese z .
In de gewe blichen P oduk ion we den an Kos en ü landwi -
scha liche P oduk e 1000 Geldeinhei en und ü A bei sleis ung de
12 Geldeinhei en (G. e.).
13 De on den Physiok a en ielge ühm e „p odui ne " is selbs e s ändlich
nich s ande es als das, was die Wi scha s heo ie nach ihnen G und en e nann e.
Ve gl. dagegen Schumpe e s Einwand in „Epochen de Dogmen» und Me hoden-
geschich e" (GdS I. Ab .), Tübingen 1914. S. 47.
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49] Die S uk u analyse des wi scha lichen K eislau s 49
Gewe be eibenden und ih e Anges ell en 1000 Geldeinhei en ein-
gese z .
Die P oduk ionskos en haben dann olgende S uk u :
Landwi scha liche P oduk ion
a ances annuelles .
. . . 2000 G.e. P oduk e 6000 G.e.
Gewe bl. Gü e . . . . . . 1000 G.e.
A bei . . . 1000 G.e.
Boden . . . 2000 G.e.
6000 G.e. 6000 G.e.
Gewe bliche P oduk ion
a ances annuelles . ,
, . . 1000 G.e. Gü e 3000 G.e.
Landw. P oduk e . . . . 1000 G.e.
A bei , . . 1000 G.e.
3000 G.e. 3000 G.e.
Die Wa enkon en de G undbesi ze , Päch e und Gewe be eiben-
den lassen sich wie olg da s ellen:
G undbesi ze
Landw. P oduk e . .
Gewe bl. Gü e
.. 1000 G.e.
. . 1000 G.e.
Ve b auch . . 2000 G.e.
2000 G.e. 2000 G.e.
Päch e
P oduk e . , 4000 G.e. an G undbesi ze . .
an Gewe be
Ve b auch
. . 1000 G.e.
2000 G.e.
. . . 1000 G.e.
4000 G.e. 4000 G.e.
Gewe be
Gü e 2000 G.e. an G undbesi ze , . . 1000 G.e.
an Päch e . . 1000 G.e.
2000 G.e. 2000 G.e.
Schmolle s Jah buch LXXIII, 1 4
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50 Ge ha d Mangold [50
Wi können aus unse e Kon enda s ellung dann olgende Gesam -
g ößen en nehmen:
Landwi scha liche P oduk ion .... 6000 G.e.
Gewe bliche P oduk ion 3000 G.e.
B u op oduk ion 9000 G.e.
da on: a ances ü die kommende Pe iode —3000 G.e.
B u op oduk ion de Pe iode .... 6000 G.e.
da on: Zwischenp oduk e —2000 G.e.
Ne op oduk ion de Pe iode 4000 G.e.
Das Einkommen:
de Päch e 1000 G.e.
des Gewe bes 1000 G.e.
de G undbesi ze 2000 G.e.
Gesam einkommen 4000 G.e.
Wi haben dami eine Da s ellung des physiok a ischen Sys ems
gewonnen, die das „ ableau" on Mi abeau und Quesnays „ o mule" zu
einem einhei lichen Ganzen e binde . Die Ne op oduk ion eine Ein-
kommenspe iode is gleich dem du ch diese P oduk ion en s andenen
Einkommen. Das Einkommen wi d oll ü die Ne op oduk ion e -
ausgab (Einkommense we b gleich Einkommens e wendung) und die
S abili ä des Gesam p ozesses wi d als om Konsum abhängig gedach ,
und zwa in de Weise, daß in de gesunden Volkswi scha das Ein-
kommen de G undbesi ze je zu Häl e ü landwi scha liche Gü e
und ü gewe bliche Gü e ausgegeben we den da .
Das Gleichgewich wi d ges ö , wenn die G undbesi ze meh als die
Häl e ih es Einkommens ü gewe bliche Gü e ausgeben (wenn Luxus
he sch !); de Reine ag e schwinde dann.14
Das „ ableau" be ach e e ne eine s a ionä e Wi scha . Das Ein-
kommen eine Pe iode i ohne Abzug in den K eislau wiede ein,
die sachliche Auss a ung (a ances p imi i es) wi d au de selben Höhe
gehal en, die Abnu zung oll e se z .
Es is na ü lich, daß man im Anschluß an die E klä ung de
ökonomischen Tabelle auch nach de en Sinn ag . Quesnay ha sich
da übe in zwei Au sä zen15 geäuße , aus denen he o geh , daß in de
„Analyse du ableau économique" die ökonomisch-sozialen Ve häl nisse
14 Das läß sich bei de Anlage des „ ableau" und den Bedingungen seines Ablau s
ma hema isch eindeu ig beweisen. Siehe Bilimo ic, Alexande : „Das allgemeine
Schema des wi scha lichen K eislau s", Zei sdl . . Na . Ökonomie, Bd. 10 (1942).
S. 201/202.
15 „P oblèmes économiques" ( on Dupon im „Jou nal -de l'Ag icul u e, du Com-
me ce e des Finances" 1766 e ö en lich .) Ve gl. Oncken I.e. S. 332/333.
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57] Die S uk u analyse des wi scha lichen K eislau s 57
und das Einkommen:
Y = I + II
um den in de Konsumgü e p oduk ion e ziel en Gewinn Ilm an-
wächs .15
Y' = I +II = IV + II y + Ilm.
Wenn de Einkommenszuwachs (Y'—Y) wiede als Nach age nach
Konsumgü e n zu Ve ügung s eh , so wiede hol sich de Vo gang noch
einmal, das Einkommen wächs um
Im + Ilm
au Y" = I " + II = + II + Im + Ilm.16
Das Einkommen — nich unbeding die P oduk menge — wü de
um denselben Be ag anwachsen, wenn die Un e nehme den Gewinn Im
und Ilm nich akkumulie en, sonde n e b auchen wü den — Keynes:
„K ug de Wi we".17
Das is de Inhal de Ma xschen mak oökonomischen Theo ie de
Ab eilungsgliede ung, wenn wi on dem — ü Ma x alle dings be-
deu ungs ollen — Un e schied on A bei e - und Kapi alis eneinkom-
men absehen.18
Bei diese In e p e a ion de Ma xschen Schema a zeig sich auch,
daß es den „Wa en es ", de bei e wei e e P oduk ion unabse zba
sein soll19, nich zu geben b auch .
Die Aus auscho dnung allein gib nun die Ve häl nisse de Rep o-
duk ion nu seh un ollkommen und nich olls ändig wiede . Zum
Gesam p oduk zählen auch die Zwischenp oduk e beide Ab eilungen,
die zwischen den Un e nehmungen eine Ab eilung ausge ausch
we den.
15 In Wi klichkei wi d ja wohl de Gewinn II m nich ganz an die Ab . I wei e -
gegeben, sonde n auch zu E wei e ung de Beschä igung in de Ab . II e wende
we den; das Gesam einkommen wächs abe doch um den in de e s en Pe iode
ange allenen Gewinn II m.
18 Wiede un e de Vo ausse zung, daß in de Konsumgü e indus ie nu a io-
nalisie wi d und in de Ab . I -die Beschä igung e höh wi d.
17 Keynes, John Mayna d: „Vom Gelde" München-Leipzig 1932. S. 113.
18 Ve gl. auch: Beh ens, F i z: „Beme kungen zu Theo ie des Volksein-
kommens und de Akkumula ion", Finanza chi , Bd. 12 (1950).
19 Ve gl. hie zu: Luxembu g, Rosa: „Die Akkumula ion des Kapi als". Ein
Bei ag zu ökonomischen E klä ung des Impe ialismus. Be lin 1913. — S e n-
be g, F.: „Rese ea mee, Lohn und K ise im Impe ialismus". A chi . SozialWis-
senscha u. Sozialpoli ik. Tübingen LIX 1928. — Caspa y, Adol : „Zum P oblem
des , ableau économique* de kapi alis ischen Wi scha ". Wel wi scha l. A chi ,
30. Bd. (1929).
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58 Ge ha d Mangold [58
Ma x un e such dieses P oblem in seinen „Theo ien übe den Meh -
we ."20 Nachdem e zunächs es s ell , daß es sich um „gleich-
zei igein) P oduk ionsp ozesse(n)" handel , bei denen „jede de -
selben eine höhe e Phase des P oduk s da s ell "21, komm e spä e
au sein Haup anliegen, „die Au lösung des P eises in A bei slohn" und
in die üb igen Einkommensbes and eile zu sp echen, o allem um die
F age zu lösen, „we a bei e , um das Äqui alen des kons an en, be ei s
in de P oduk ion e wand en Kapi als zu e se zen?"22
Angenommen das P oduk A bes ehe aus:
2 Einhei en kons an em Kapi al
1 Einhei a iablem Kapi al23
= 3 P oduk einhei en.
Eine Einhei des P oduk es A kau en Un e nehme und A bei e
de S u e A — di ek ode indi ek — mi ih em Einkommen. We
kau abe die es lichen zwei Einhei en? Da de P oduk ionswe sich
ganz in Einkommen au lösen soll24, können sie nu du ch Einkommen
gekau we den. We den sie du ch das Einkommen in zwei ande en
B anchen (B 1 und B 2) gekau , so sind on de en 2X3 = 6 P oduk -
einhei en alle on 6 ande en B anchen zu kau en usw. „De schöne
P ozeß in in ini um, au den wi kommen, wenn alle P oduk e sich in
A bei slohn und P o i , neuzugese z e A bei au lösen und nich nu
die eine Wa e zugese z e A bei , sonde n auch ih kons an es Kapi al
on de in eine ande en P oduk ionssphä e neuzugese z en A bei be-
zahl we den muß."25 „Das Rä sel wä e abe nu gelös , (wenn)26 ein
Teil des kons an en Kapi als sich selbs e se z (sich also nich au lös
in A bei slohn und P o i )."27
In diese Weise läß sich das P oblem also nich lösen. Übe dies
— so bekenn e einige Zeilen spä e — wu de eine undamen ale
Eigenscha de Rep oduk ion übe sehen: „die in jede P oduk ions-
sphä e ... zugese z e A bei ... (is ) nu e se zba in den P oduk en
de Indus iezweige ,die unmi elba ü die indi iduelle Konsum ion
20 Aus dem nachgelassenen Manusk ip : „Zu K i ik de poli ischen Ökonomie"
on Ka l Ma x, h sg. on Ka l Kau sky, Bd. I, S. 179—252.
21 Ma x, Ka l: „Theo ien..I, I.e. S. 187.
22 M a x, Ka l: „Theo ien..I, 1. c. S. 181.
23 A bei slohn und Un e nehme lohn.
24 Wie die Klassike behaup e en.
"Ma x, Ka l: „Theo ien ..I, 1. c. S. 193.
26 Im O iginal s eh „weil".
"Ma x, Ka l: „Theo ien ..I, 1. c. S. 195.
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59] Die S uk u analyse des wi scha lichen K eislau s 59
a bei en. Die P oduk e alle ande en Indus iezweige können nu als
Kapi al e zeh we den und in die indus ielle Konsum ion eingehen."28
Wi müssen also ein S u enschema de au einande olgenden P o-
duk ionszweige au s ellen, um es zus ellen, wie das in de Konsum-
gü e s u e o handene Endp oduk , sagen wi Leinwand, dem Ein-
kommen äqui alen is , d. h. de A bei en sp ich , die in den Vo s u en
zu E s ellung dieses Endp oduk es e o de lich wa .
Endp oduk sind 12 Einhei en Leinwand:29
S u en S u enp oduk = Rohs o e + Absch eibung + Löhne
Webe 12 Leinwand = 6 Ga n + 2 + 4
Spinne 6 Ga n = 3 Flachs + 1 + 2
Flachsbaue 3 Flachs 1 + 2
21 = 9 + 4 + 8
Wie leich einzusehen is , en allen die Zwischenp oduk e. Das
Ab eilungsp oduk II bes eh dann aus 12 Einhei en Leinwand, da on
we den 8 du ch die Ab eilung II gekau und 4 s ehen zum Aus ausch
mi de Ab eilung I30 be ei .
Das Schema ü die Ab eilung I wü de dann wie olg aussehen:3;
S u en S u enp oduk = Rohs o e + Absch eibung + Löhne
Maschinenbau 5V3 Maschinen = 2 Eisen u.
^ Holz + 2/s + 22/332
Eisen- u.
Holzp odu- 2 Eisen und = — 2/s + IV»
zen en Holz
| 7Vs • =2 + IV« + 4
28 M a x, Ka l: „Theo ien ..I, 1. c. S. 208.
29 M a x , Ka l: „Theo ien .. 1. c. I S. 209 .
30 Das Ab eilungsschema kenn Ma x hie noch nich ausd ücklich, da diese Teil
de „Theo ien" o dem „Kapi al", II, ausgea bei e wu de. Ve gl. auch B u -
c h a d : „Die Schema a des s a ionä en K eislau s bei Böhm-Bawe k und Ma x",
II, Wel w. A chi . 32. Bd., S. 165.
81 Ma x, Ka l: „Theo ien..I, 1. c. S. 209 . Diese Schema a sind denen on
Bu cha d angelehn , de sie nach den Angaben on Ma x au gebau ha . B u -
c h a d 1. c. S. 166.
82 Ma x lös 4/s diese 8/s du ch Au gliede ung de Maschine ie des Maschinen-
und Eisenp oduzen en wei e au , was nach Ma x' P inzipien eigen lich nich s a ha
is , wie Bu cha d nachweis . Bu cha d 1. c. S. 164, Anme k. 2.
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60 Ge ha d Mangold [60
Da on en allen wiede die Zwischenp oduk e. Wi haben also ein
Ab eilungsp oduk on 5V3 Einhei en. 4 Einhei en we den gegen
Konsumgü e de Ab eilung II ge ausch , sie en sp echen den gezahl en
Löhnen in de Ab eilung I, die es lichen IV3 we den in de Ab eilung I
als E sa z ü Maschinen e schleiß e wand , sie en sp echen den Ab-
sch eibungen de Ab eilung I.
Es we den also 28V3 Einhei en insgesam an Zwischengü e n und
Fe igp oduk en he ges ell (B u op oduk ion). Die Zwischenp oduk e
abgezogen, e geben sich 17V3 Einhei en des Endp oduk s de Ab eilun-
gen I und II. Da on we den die Absch eibungen mi 5V3 abgezogen^ so
daß sich 12 Einhei en konsumables P oduk e geben.
Ma x ha dami seine F age, wie es komme, daß de „Konsumen
das kons an e Kapi al nich zahl und dennoch das P oduk kau "33
gelös .
Wie e se z sich also das kons an e Kapi al? „Teils du ch eigene
( ege a i e ode animalische) Rep oduk ion, wie in de ganzen Ag i-
kul u und Viehwi scha . Teils du ch Aus ausch in na u a de Teile
des einen kons an en Kapi als, indem das P oduk de einen Sphä e
als Rohs o ode P oduk ionsmi el in die ande e eingeh und ice
e sa."34
Mi ande en Wo en ausged ück : Wenn wi om Selbs e b auch35
absehen, wi d das umgese z e kons an e Kapi al
in de Ab eilung I du ch die Absch eibungssummen diese Ab ei-
lung aus dem P oduk de eigenen Ab eilung zu ückgekau ;
in de Ab eilung II we den die Absch eibungssummen gegen
Fe igp oduk e de Ab eilung I (P oduk ionsmi el) ausge ausch .
Diese sind we a;Ieich den Konsumgü e n, die die Ab eilung I on
de Ab eilung II bezieh .
Die Ma xsche Theo ie des Wi scha sk eislau s ha somi de
Wissenscha , wie wi gesehen haben, einige g undsä zliche Einsich en
geschenk , die auch ü die wei e e En wicklung on g oße Bedeu ung
sind.
Da is zunächs einmal die Zu ückweisung de klassischen Resul a e,
daß de P eis de Gesam p oduk ion sich in Einkommen au lösen müsse;
das Einkommen is nu dem Konsumgü e p oduk äqui alen (in de
s a ionä en Wi scha ) bzw. dem Konsumgü e p oduk plus dem akku-
mulie en Kapi al in de e olu o ischen Wi scha . Das mak oökono-
33 M a x , Ka l: „Theo ien .. I, 1. c. S. 220.
84 M a x , Ka l: „Theo ien ..I, 1. c. S. 250.
35 Selbs e b auch wi d on Ma x in diesem Zusammenhang nich be ücksich ig ,
da sein Haup augenme k in den „Theo ien" au Zi kula ions- und Ve eilungs-
p obleme ge ich e is . Ve gl. B'ii cha d I.e. S. 165.
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61] Die S uk u analyse des wi scha lichen K eislau s 61
mische Gleichgewich de Rep oduk ion e lang nich nu , daß die
Gesam e zeugung dem gesam en Ve b auch gleich is , sonde n auch, daß
das Ab eilungsgleichgewich :
Konsumgü e p oduk ion = Einkommen
und
P oduk ionsmi elp oduk ion = E sa zin es i ion
bzw. in de e olu o ischen Wi scha :
Konsumgü e p oduk ion = Ve b auchseinkommen
und
P oduk ionsmi elp oduk ion = E sa zin es i ion + Neuin es i ion
e wi klich is .
Bedeu sam is e ne seine G uppenbildung im Ab eilungsschema,
dem in de nich ma xis ischen Wi scha s heo ie eigen lich iel zu
wenig Beach ung geschenk wi d, obwohl es ü die Analyse des Rep o-
duk ionsp ozesses g undlegend is . Das Gleiche gil auch ü die Ansä ze
zu eine S u eno dnung des P oduk ionsp ozesses, die on Ma x zwa
nu in Um issen angedeu e wi d, die abe schon das Wesen lichs e de
spä e en En wicklung o ausnahm.
Es is in iele Hinsich bedaue lich, daß Ma x als Na ionalökonom
so wenig Beach ung and; ü die Theo ie des gesam wi scha lichen
P ozesses bedeu e diese Nich ach ung einen adikalen Abb uch des
Gedankenganges. Audi die ma xis ischen Theo e ike haben die K eis-
lau heo ie ih es Meis e s eigen lich nie wiede au genommen.36
3. Böhm-Bawe ks Theo ie de S u eno dnung
Böhm-Bawe ks k eislau heo e ische Übe legungen sind ein Beweis
da ü , wie wenig die Un e suchungen on Ka l Ma x in wi scha s-
heo e ische Hinsich au seine Mi wel gewi k haben. Adam
Smi h's Au lösung des Wa enp eises in Einkommen e leb eine neue
Renaissance in Böhms Vo s ellung on de Rei eo dnung des Kapi al-
s ocks.
8Ö) Im deu schen und angelsächsischen Sch i um lieg meines Wissens nach
keine geschlossene Abhandlung da übe o . Die Un e suchung Bu cha d s: „Die
Schema a ..is as unbeme k geblieben, ha abe zumindes keine Fo se zung
ge unden. Die A bei en on: Pe e , Hans: „Randbeme kungen zum Akkumula-
ionsp oblem", Finanza chi , Bd. XII (1950); Pe e , Hans: „Dynamische
Theo ie bei Ma x und Keynes", Jah b. . Na . ök. u. S a is ik, Bd. 162 (1950); und
Beh ens, F i z: „Beme kungen zu Theo ie des Volkseinkommens und de
Akkumula ion", Finanza chi , Bd. 12 (1950) s ei en das P oblem des gesam wi -
scha lichen P ozesses nu nebenbei. Beide sehen auch on de siche lich wich igen
S u engliede ung beide Ab eilungen ab. Die Ab eilung II ha do nu eine
S u e: Fe igp oduk e. Es schein mi wesen lich zu sein, daß auch in de Konsum-
gü e ab eilung Zwischenp oduk e wei e gegeben we den.
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62 Ge ha d Mangold [62
G undlage de Böhm-Bawe kschen Theo ie des Rep oduk ions-
p ozesses is sein Zei beg i , de Beg i de Konsum e ne, ode au
den P oduk ionsp ozeß übe agen: die Umwegp oduk ion.
Um aus A bei und Bodennu zungen, „den o iginä en P oduk i -
k ä en", Genußgü e he zus ellen, bie en sich zwei Wege an: einmal
die di ek e Kombina ion de P oduk i k ä e un e einande ode mi
„Leis ungen de eien Na u k ä e", zum ande en die indi ek e P o-
duk ion e mi els We kzeugen ode Zwischenp oduk en.
Diese „kapi alis ische P oduk ionsme hode" ha den Vo eil, „daß
(sich) mi gleichem Au wand an o iginä en P oduk ionsk ä en ... meh
ode besse e Gü e e zeugen" lassen. Ih Nach eil „lieg in einem Op e
an Zei ."1 Die bei de Umwegp oduk ion an allenden Zwischenp o-
duk e2 sind „das sozialwissenscha liche Kapi al". Die S uk u dieses
Kapi als ocks gil es nähe zu be ach en.
Böhm-Bawe k gliede die gesam e Kapi almasse „mi Rücksich
au die e schiedene En e nung on de Genuß ei e ... in eine Anzahl
on Rei e- und Jah esklassen, die sich übe aus zu e end un e dem
Bilde konzen ische Jah es inge o s ellen lassen."3
Im äuße s en Ring s ehen die Kapi al eile, die inne halb de nächs en
Pe iode in e ige Genußgü e — Konsumgü e — „aus ei en", im
nächs en Ring die Kapi algü e , die e s in de da au olgenden — de
zwei en — Pe iode „aus ei en", im d i en Ring die Kapi alien, die
in de d i en Pe iode aus ei en usw.
Jede Ring en häl die Gü e , die im gleichen Zei punk genuß ei
we den.
Wie die Abbildung bei Böhm-Bawe k4 zeig , sind die äuße en Ringe
lächenmäßig g öße als die inne en, und das aus zwei G ünden: Die
einzelnen Konsumgü e du chlau en nich die gleiche Anzahl on
Zwischens adien. Wäh end die einen in zwei P oduk ionsgängen e s ell
we den, benö igen ande e ie ode ach . In jede Rei eklasse we den
nun P oduk ionsp ozesse — mi Hil e on A bei und Boden5 — be-
gonnen, die zu den bishe schon lau enden hinzu e en. Die Rei eg ade
de einzelnen P oduk e eine Rei eklasse sind ech e schieden; wäh-
end ein Gu schon sechs Bea bei ungsgänge e ah en ha , wi d de
1 Alle Zi a e: Böhm-Bawe k, Eugen: „Kapi al und Kapi alzins". Zwei e
Ab .: „Posi i e Theo ie des Kapi al«", I.Band, Jena 1921, S. 110/111.
2 Zu diesen Zwischenp oduk en gehö en ü Böhm-Bawe k auch die „ e igen"
Maschinen, We kzeuge und sons igen Ge ä e, mi denen die on S u e zu S u e
gehenden Halb ab ika e, die eigen lichen Zwischenp oduk e, bea bei e we den.
3 Böhm-Bawe k: 1. c. S. 141.
4 Böhm-Bawe k: 1. c. S. 143.
6 ... und Kapi al (?) Böhm-Bawe k nimm das e mu lich an, um so me k-
wü dige , daß e bei de le z en S u e, die e ausd ücklich nu du ch A bei und
Na u leis ungen zus andegekommen annimm , da on absieh .
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63] Die S uk u analyse des wi scha lichen K eislau s 63
P ozeß eines ande en mi Hil e on A bei , Boden (und Kapi al) ge ade
begonnen.
Die Rei eklassen sind also eine Zei klassen, sie haben mi dem
echnischen Rei eg ad de Konsumgü e nich s zu un. Die Rei eklasse
eins en häl imme Gü e , die je z — am Zei punk de Be ach-
ung — in de le z en Pe iode o ih e endgül igen Aus ei ung zu
Genußgü e n s ehen.6
Die äuße en Ringe sind nich nu deshalb g öße , weil Zwischen-
p oduk e on Ring zu Ring wei e gegeben we den und imme neue hin-
zu e en, sonde n auch, weil den wei e gegebenen P oduk en in jedem
Ring A bei 7 zugese z wi d. Die äuße en, „die niede en Rei eklassen",
we den nich nu on meh P oduk ionszweigen, „sonde n sie we den
übe dies mi e häl nismäßig g öße en Kapi albe ägen gespeis ."8
Beim Einsa z on daue ha en P oduk ionsmi eln — ixem Kapi al
im Ma xschen Sinne — sind in jede Rei eklasse na ü lich nu ih e in
diese Klasse ü ein P oduk abgegebenen Leis ungen anzuse zen: die
Absch eibungsquo en. Sie „gehö en ... mi e schiedenen Teilen ih es
Nu zinhal es bzw. mi den e schiedenen Jah es ingen ih e Nu z-
leis ungen gleichzei ig e schiedenen Rei eklassen an."9
Schema isch läß sich das bishe Gesag e e wa wie olg da s ellen:10
Es seien: Rl9 R2, R3 ... Rei eklassen 1, 2, 3 ... und
A A A 1
g ' g2' g3
"
*" I die echnischen Rei eg ade des P oduk es
29
3 • • •
| kzw Amo isa ionso dnung
Fü Böhms Rei eo dnung e gib sich dann:
R4
RX R2 R3
P oduk A A!
P oduk B B2 B*
P oduk C c3 C2 CI
P oduk D D2
P oduk E E4 E3 E2 E
6 Bu cha d : „Die Schema a ..I, 1. c. S. 550, beme k hie zu: „Abe
diese Zei e minologie e hinde die Klä ung wich ige Bedingungen de K eislau -
o dnung. Böhm wi alle Zwischenp oduk e in einen Top , eduzie ih e sachlich-
echnische Ve schiedenhei au o male Zei un e schiede und b ing sie au einen
— Ve gleich und Addi ion e möglichenden — Nenne du ch Da s ellung alle
P oduk e in Mengen on A bei ss unden."
7 Böhm-Bawe k: 1. c. S. 144.
8 Eigen lich wi d ihnen auch ixes Kapi al zugese z , abe das ha Böhm-Bawe k
ja in „Zwischengü e 4' au gelös .
9
Böhm-Bawe k: 1. c. S. 144. Anme k. 1.
10 In Anlehnung an Bu cha d : „Die Schema a ..I, 1. c. S. 533.
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64 Ge ha d Mangold [64
Schon aus den Aus üh ungen Böhm-Bawe ks übe den zunehmen-
den Flächeninhal de äuße en Ringe, e s ech aus seinen nume ischen
Beispielen — auch wenn sie in A bei seinhei en ausge üh sind —
e gib sich, daß e mi dem Aus ei en on Pe iode zu Pe iode die in
de Rei eklasse e olgende We hinzuse zung e s eh .
Diese Ve eilung de We hinzuse zung au die Rei eklassen, aus-
ged ück in A bei sjah en11, e anschaulich e an olgendem Beispiel:12
Eine Volkswi scha a bei e mi einem Kapi albes and on 30 Mil-
lionen A bei sjah en, de sich au 10 Rei eklassen e eil . Zehn Mil-
lionen A bei sjah e we den de Volkswi scha jäh lich hinzuge üg .
Die Ve eilung de A bei sjah e sei wie olg :
Zwischenp oduk e13 zugese z e A bei
Rei eklassen in Millionen in Millionen
A bei sjah en A bei sjah en
1. 6,0 4,0
2. 5,0 1,0
3. 4,0 1,0
4. 3,5 0,5
5. 3,0 0,5
6. 2,5 0,5
7. 2,0 0,5
8. 1,7 0,3
9. 1,3 0,4
10. 1,0 0,3
„Die olls ändige Neuscha ung de
zehn en Klasse ... e o de eine
A bei sin es ie ung" on 1,0
30,0 10,0
11 Von Bodennu zungen sieh Böhm de Ein achhei halbe ab. „Posi i e
Theo ie", S. 118,. 144.
12 Böhm-Bawe k: „Posi i e ..I, 1. c. S. 144/45.
13 De Beg i Zwischenp oduk ha hie eigen lich keinen ech en Sinn. Im
allgemeinen e s eh man da un e Roh-, Hil s- und Be iebss o e, da« zi kulie ende
Kapi al also, nich abe die Absch eibungsquo en de daue ha en P oduk ionsmi el.
Wi sehen die Ve wi ung, die sich e gib , wenn wi nich zwischen Kapi al eilen,
die im echnischen Sinne in das P oduk de nächs en S u e eingehen (Rohs o en)
und Kapi al eilen, die nu we mäßig in die Kos en des P oduk es de nächs en
S u e eingehen, un e scheiden.
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65] Die S uk u analyse de9 wi scha lichen K eislau s 65
Um am Ende de 1. Rei eklasse ein e ügba es Konsump oduk
on 10 Mill. A bei sjah en zu haben, muß die Volkswi scha 4 Mill.
A bei sjah e zu Konsumgü e p oduk ion e wenden.14
Daß dieses Ringschema die S uk u des P oduk ionsp ozesses nich
ich ig wiede gib und dami auch die ik i e Annahme eine „ olls än-
digen Neuscha ung" on Kapi al aus A bei und Boden un ich ig is ,
läß sich leich nachweisen.
Zunächs nehmen wi wiede an, was ja ein Blick in die Wi klichkei
zeig und uns Ma x' Analyse e lich kla mach , daß es nich nu
Konsumgü e e igp oduk e gib , sonde n auch P oduk ionsmi el-
e igp oduk e, die als Ganzes bei de P oduk ion on Konsumgü e n
e wende we den, also nu sukzessi in die Kos en diese Gü e ein-
gehen.
Es seien also:15
Ij, I2 ... die Absch eibungsquo en (Ve schleißmassen) des ixen
Kapi als des 1. Ringes (Konsum e iggü e ),
Iii, II2... die Ve schleißmassen des ixen Kapi als des 2. Ringes
(Konsumhalb ab ika e),
z I, z II, z III das jeweilig zi kulie ende Kapi al eine S u e,
das a iable Kapi al, die zugese z e A bei ,
— bezeichne die G ößen, die in de jeweiligen S u e (Rei e-
klasse) e b auch we den. Bei ixem Kapi al: Amo i-
sa ions a e eins. Amo isa ions a e 2 (3, 4) wächs im ol-
genden Zei abschni in das Ve schleißs adium.
Ab eilung I
1. Ring Konsum e iggü e + z I + Ix
2. Ring Konsumhalb ab ika e + z II + I2 +
3. Ring Konsumhalbzeug + z III + I3 + II2 + ll^
4. Ring Konsumgu ohs o e + z IV + £ I4 + II, + III2 + {IY
+ II4 + III3 + IV2
+ III4 + IV3
+ IV4
14 Böhm-Bawe k: „Posi i e ..." 1. c. S. 144/145. Wi haben bishe an S elle
on Böhms Beg i Gegenwa sp oduk Konsumgü e p oduk gesch ieben. Daß es
sich (in Böhms s a ionä e Wi scha ) beim Gegenwa sp oduk nich um Fe ig-
p oduk e an Konsumgü e n und P oduk ionsmi eln handel , e gib sich aus diese
Gleichung: Gegenwa sp oduk = zugese z e A bei in Mill. A bei s jäh en.
15 Bu cha d : „Die Schema a ..I, 1. c. S. 537.
Schmolle s Jah buch LXXIII, 1
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66 Ge ha d Mangold [66
Wo wi d abe nun das ixe Kapi al de Ab eilung I ep oduzie ? Da
diese Rep oduk ion auch mi ixem, zi kulie endem und a iablem
Kapi al e olg , so können wi ü das ixe Kapi al de Ab eilung I ein
gleiches Schema au s ellen.
Ab eilung II
1. Ring P od.mi el e iggü e + z I + lx
2. Ring P od.mi elhalb ab ika e + zll + I2 + ll
3. Ring P od.mi elhalbzeug + zIII + I3 + II2 + lllj
4. Ring P oduk ionsmi el ohs o e
+ z IV + I4 + II3 + III2 +
lV
+ II4 + III3 + IV2
+ III4 + IV3
+ i 4
Dami wä e das ixe Kapi al de Ab eilung II abe noch nich
ep oduzie , und wi müß en im Sinne de Böhmschen Au lösung unse
Schema in eine III., IV. usw. Ab eilung o se zen, ohne jemals zu
einem Abschluß zu kommen. Die ik i e zei liche Au lösung des Kapi al-
s ocks üh also in diese Fo m zu keinem be iedigenden E gebnis.
Das i noch in wei s ä ke em Maße ü Böhms Theo ie de du ch-
schni lichen P oduk ionspe iode zu, die den his o ischen Zei aum
— nich den ik i en des Ringschemas — be ach e , „de du ch-
schni lich zwischen dem Au wand de sukzessi e in ein We k e wen-
de en o iginä en P oduk i k ä e A bei und Bodennu zungen und de
Fe igs ellung de schließlichen Genußgü e e geh ."16
Es wi d also ge ag , o welche Zei wu de jede in dem Konsum-
gu en hal ene A bei s ag au gewende . So sind on 100 in einem
Konsumgu en hal enen A bei s agen:
90 unmi elba zu o
1 o 1 Jah
1 o 2 Jah en
1 o 9 Jah en
1 o 10 Jah en au gewand wo den;
16 Böhm-Bawe k: „Posi i e Theo ie ..1. c. S. 118.
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