B aeu igam, Ha ald
A icle
Konjunk u poli ik und neu ales Geld
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: B aeu igam, Ha ald (1958) : Konjunk u poli ik und neu ales Geld, Schmolle s
Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo ,
Be lin, Vol. 78, Iss. 5, pp. 47-86,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.5.47
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559] 47
Konjunk u poli ik und neu ales Geld
Von
Ha ald B aeu igam- Bonn
Inhal s e zeichnis: I. We s abiles ode neu ales Geld als G undlage
und Ziel de Konjunk u poli ik? 1. Beg i und P oblems ellung des neu alen
Geldes S. 48 — 2. Die ma k wi scha lichen Gese zmäßigkei en bei in ensi em
Wachs um S. 54 — II. Neu ale Geldmengen egulie ung: 1. De Geldbeda de
Einkommenssphä e S. 68 — 2. De Geldbeda de Geschä ssphä e: a) Ve ände-
ungen de P oduk ionspe ioden S. 69 — b) Di e en ia ion und In eg a ion
S. 72 — c) Ve schiebungen zwischen den Sphä en langsame und den Sphä en
schnelle Zi kula ion S. 73 — d) Finanzielle Zi kula ion S. 74 — e) Ände ungen
de Umlau sgeschwindigkei S. 74 — 3. E gebnis: Pos ula des „kons an en"
nominalen Volkseinkommens S. 75 — 4. S uk u poli ische Konsequenzen S. 78
— III. Die in la ionsbeding e Rezession S. 82.
Wäh end im Ve lau de le z en Jah e das Haup p oblem de Wäh-
ungspoli ik die F age wa , ob man mi Hil e eine o gese z en K e-
di expansion die Hochkonjunk u auch ohne wei e e Ve schlech e ung
des Geldwe s au ech e hal en könne, ode ob eine daue nde Voll-
beschä igung nu mi eine o gese z en Gelden we ung zu e kau en
sei, läß neue dings die Abschwächung de Wel konjunk u und ins-
besonde e die Rezession in den Ve einig en S aa en noch eine wei e e
beklemmende F age au kommen. Es is die F age, ob nich de K edi -
expansion zum Zwecke de Au ech e hal ung de Vollbeschä igung
übe haup G enzen gese z seien, ob das Angebo billigen Geldes eines
Tages nich schon am Ausgang eine Hochkonjunk u ebenso unwi k-
sam bleiben könne wie in eine be ei s es ge ah enen Dep ession,
weil die Un e nehme bei e schlech e en Gewinne wa ungen ga
keine zusä zlichen K edi e meh in Ansp uch nehmen, sonde n ehe
au einen Schuldenabbau bedach sein könn en, so daß zu Gewäh -
leis ung de Vollbeschä igung ande e Maßnahmen — e wa eine
S eue senkung ode ö en liche A bei sbeseha ungsau äge, also ein
bewuß es de ici spending — no wendig wü den.
Wenn dies zu ä e, d. h. wenn ein de ici spending nich so seh zu
He an üh ung an die Vollbeschä igung, sonde n zu Au ech e hal-
ung de selben no wendig wü de, wü den die In la ionsge ah en noch
zunehmen. Denn selbs in den Fällen, in denen die Vollbeschä igung
noch nich mi Haushal sde izi en e kau we den muß e, wü den nun
Fehlbe äge en s ehen, ü de en spä e en Ausgleich du ch e höh e
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48 Ha ald B aeu igam [560
S eue einnahmen keine en sp echenden Chancen meh bes ünden: die
de izi ä e Ausgabenpoli ik wä e zei lich so dich an den Vollbeschä i-
gungss a us ged äng , daß on eine an izyklischen Haushal sgeba ung
— dem Haup pos ula des de ici spending — kaum meh die Rede
sein könn e.
Angesich s diese Si ua ion we den die Anhänge de „neuen Wi -
scha sleh e", die im Anschluß an die — und zum Teil auch in Ve ken-
nung de — Leh en on Keynes sich de Ansich e sch ieben ha en,
daß man es gele n habe, die Konjunk u endgül ig zu meis e n, on
de „al en Schule" de mone ä en Konjunk u heo e ike , die K isen
und Dep essionen als zwangsläu ige Folge eines o angegangenen,
in la ionis isch ange ach en Au schwungs ansehen, zusehends in die
De ensi e ged äng . In diesem Zusamenhang gewinn abe die F age
e neu an Bedeu ung, wo und wann die In la ion eigen lich beginne.
Wäh end die äl e e, heu e noch als he schend zu bezeichnende Geld-
heo ie die Nich exis enz in la ionis ische Momen e gewäh leis e
sah, solange das allgemeine P eisni eau s abil bliebe, ha die neue e
Rich ung, e e en du ch Hayek, Koopmans u. a., mi allem
Nachd uck die Ansich e och en, daß ü eine nich -in la ionis ische,
„neu ale64 Geld e so gung die S abili ä des P eisni eaus und Geld-
we s keineswegs ein K i e ium abgeben könne1.
Die o liegende Un e suchung is au die He ausa bei ung on d ei
G undgedanken abges ell :
1. Ausgehend on eine eigenen De ini ion des „neu alen" Geldes,
wi d de Nachweis e such , daß eine au „S abili ä " des Geld-
we s und P eisni eaus abges ell e Vollbeschä igungspoli ik
zwangläu ig zu Gelden we ung üh , also ih Ziel e ehlen
muß (I);
2. daß eine neu ale Geldmengen egulie ung nich nu du ch üh ba
is , sonde n daß nu sie allein Vollbeschä igung ohne Gelden we -
ung e möglich (II); und
3. daß eine in la ionis isch ange ach en Hochkonjunk u zwangs-
läu ig eines Tages eine „Rezession" olgen muß (III).
I. We s abiles ode neu ales Geld als G undlage und Ziel
de Konjunk u poli ik?
1. Beg i und P oblems ellung des neu alen
Geldes
K
•o
o p m a n s de inie : ,, Neu al is nach unse e Te minologie
das Geld dann, und zwa nu dann, wenn säm liche Vo gänge in de
1 Übe die En wicklungss adien de Geld heo ie, die zu Au s ellung des Beg i s
om „neu alen" Gelde ge üh haben, gl. F. A. . H a y e k, Geld heo ie und Kon-
junk u heo ie, Wien 1931, S. 51 .; und de s., P eise und P oduk ion, Wien 1931,
S. 1 .
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561] Konjunk u poli ik und neu ales Geld 49
Geldwi scha dem Ideal yp eine einen Tauschwi scha nach den
Gese zen de Gleichgewich s heo ien en sp echen"2. Die Gleichge-
wich s heo ie, die bei de Koopmans'schen Un e suchung die en schei-
dende Rolle spiel und on de aus e das P oblem des neu alen
Geldes au oll , is das Saysche Theo em de Absa zwege. Ein Un e -
schied zwischen dem a sächlichen Wi scha sablau und dem Ideal yp
de einen Tauschwi scha en s ehe zunächs dadu ch, daß du ch das
Dazwischen e en des Geldes jedes Tauschgeschä in zwei wenigs ens
äuße lich selbs ändige Häl en — den Ve kau und den Kau — ze -
alle. Aus dem Hinweis au das Saysche Theo em, dem zu olge die
Wa en bzw. Diens leis ungen zwa zunächs mi Geld, im G unde
jedoch s e s mi ande en Wa en ode Diens leis ungen bezahl wü den,
habe man älschliche weise die Schluß olge ung gezogen, daß die Au -
spal ung des einhei lichen Tauschak es du ch das Dazwischen e en
des Geldes in die beiden on einande o mal unabhängigen Ak e des
Kau s und Ve kau s keine eale Bedeu ung habe und man die wi k-
lichen Tausch o gänge ge ade e s nach eine Lü ung des „ Geld-
schleie s" e kennen könne. Das Saysche Theo em sei jedoch keines-
wegs eine Regel ohne Ausnahme. In de Geldwi scha gebe es iel-
meh selbs ändige „halbe" Tauschgeschä e, de en „komplemen ä e"
Häl e sich nich nachweisen ließe, d. h. „wo en wede eine geldliche
Nach age nach Gü e n ode Diens leis ungen ausgeüb wi d, ohne
daß eine en sp echende ,Vo leis ung' s a ge unden ha , ode eine
solche Vo leis ung s a inde , ohne daß mi dem dadu ch e wo benen
Gelde eine ,kau k ä ige Nach age6 nach sons igen Gü e n bzw. Diens -
leis ungen en al e wi d"3. Solche einsei ige „halbe" Tauschgeschä e
lägen o : 1. wenn neugescha enes Geld zum e s en Male in die Zi -
kula ion gelang , bzw. bishe zi kulie endes Geld als solches zug unde
geh ; und 2. in allen Fällen neuen Ho ens bzw. En ho ens. Beide
A en on Fällen seien in ih en Wi kungen un e einande olls ändig
äqui alen . Denn in allen diesen Fällen en s ehe — im Gegensa z zu
ideal ypischen Na u al auschwi scha — eine „ eine", d. h. nich
du ch eine o he gehende ode simul ane „Vo leis ung", einen „Ein-
wu in das Sozialp oduk " bewi k e Nach age, bzw. ein „ eine
Nach ageaus all", bei dem die kau k ä ige Nach age, die dem sei-
ens de jeweiligen le z en Besi ze de e nich e en Geldmengen ge-
leis e en „Einwu " in das Sozialp oduk en sp ich , un e bleib , so
daß dadu ch das P inzip de Äqui alenz on Gesam angebo und Ge-
sam nach age du chb ochen we de4. Demgemäß sei eine Neu ali ä
des Geldes nu solange gegeben, solange die (ak i e) Gesam geld-
2 Vgl. J. G. Koopmans, Zum P oblem des „neu alen" Geldes, in: Bei äge
zu Geld heo ie, h sg. . F. A. . H a y e k. Wien 1933, S. 228.
3 Koopmans, a.a.O., S. 25T.
4 Koopmans, a.a.O., S. 258.
Schmollen Jah buch 78, 5 4
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50 Ha ald B aeu igam [562
menge un e ände bleib . Ände ungen in de „Gü e wel 66 e möch-
en an und ü sich die Neu ali ä des Geldes übe haup nich zu ze -
s ö en und hä en ü die Bes immung de jeweiligen „Sollgeldmenge66
auch keine lei di ek e Bedeu ung5. Nun liege abe dem Sayschen
Theo em — wie übe haup den Analysen de Gleichigewich s heo ien
— die in de Na u al auschwi scha selbs e s ändliche Hypo hese
de Simul ani ä zwischen Einkommens- (bzw. Kau k a -) E we b und
Einkommens e wendung zug unde, die in de Geldwi scha im all'
gemeinen nich e wi klich is . Diese zei lichen Di e enzen ode
„Zei in e alle66 bedeu en nach Koopmans mi hin ge adezu den In-
beg i de Nich neu ali ä des Geldes, „und die Au gabe eine neu-
alen Geld e so gung bes ünde somi in e s e Linie da in, diese zei -
lichen Di e enzen sozusagen zu übe b ücken666. Die Schwie igkei de
neu alen Geld e so gung bes ehe abe da in, daß die Vo gänge des
Ho ens und En ho ens sich eine di ek en s a is ischen E assung as
olls ändig en ziehen — auch die Kons anz de Umlau sgeschwindig-
kei des Geldes wä e nach Koopmans keineswegs mi dem) Nullpunk
des Ho ens bzw. En ho ens gleichzuse zen7 —, so daß man sich wohl
ode übel zu i gendeine Me hode de „symp oma ischen66 Messung
bequemen müß e. Da abe die S abili ä des P eisni eaus als K i e ium
de Neu ali ä nich in F age käme und da Koopmans da ü keinen
ande en Maßs ab zu nennen weiß8, lieg hie seine Meinung nach
„wohl das heo e isch wie p ak isch schwe s e Hinde nis o , das sich
de Ve wi klichung eine auch nu annähe ungsweise neu alen Geld-
e so gung in den Weg s ell 669.
Es ag sich nun abe , ob nich die sozusagen „ideal ypische66 Geld-
wi scha de „ideal ypischen66 Tauschwi scha an sich schon sowei
übe legen is , daß man au das Pos ula de g öß möglichen Annähe-
ung zwischen beiden e zich en muß. Wenn wi in unse e K i ik de
De ini ion des neu alen Geldes, wie sie on Koopmans (und sinn-
gemäß gleichlau end wohl auch on H a y e k) gebo en wi d, auch
nich sowei gehen wollen, wie Paede, de dem aus de ideal-
ypischen Tauschwi scha abgelei e en Neu ali ä sbeg i jeden Aus-
sagewe abs ei e , so hal en wi doch den Koopmans'schen Beg i
ü zu eng und zu abs ak und dahe als No m ü die p ak ische
Wäh ungspoli ik kaum e wendba . Denn wenn es da um geh , eine
noch1 „la en e66, ielleich noch nich einmal in eine „schleichenden66
Gelden we ung zum Ausd uck kommende In la ion schon im Keime
zu e s icken, also einen zunächs la en -in la ionis ischen Boom zu
5 Koopmans, a.a.O., S. 261.
6 Koopmans, a.a.O., S. 265.
7 Vgl. Koopmans, a.a.O., S. 301 .
8 Vgl. Koopmans, a.a.O., S. 333.
9 Koopmans, a.a.O., S. 281.
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563] Konjunk u poli ik und neu ales Geld 51
e hinde n, um eine da au und da aus olgende K ise ode Dep es-
sion zu e hü en, wi d man die ü die Wäh ungspoli ik eines Landes
e an wo lichen Ins anzen kaum mi dem Hinweis da au on de
Ge äh lichkei ih es Un e angens übe zeugen können, daß ih e Geld-
poli ik zu eine Di e genz gegenübe den Vo gängen eine ideal-
ypischen Tauschwi scha üh ; sie we den sich ielmeh mi Rech
aus den on Paede ange üh en G ünden eine solchen A gumen a-
ion e schließen10.
O enba ähnliche E wägungen wie die Paedes o wegnehmend,
möch e E g
1
e in eine seine spä e en Publika ionen „ on ,neu alem6
Geld dann sp echen, wenn seine Wi kungen au jene besch änk sind,
die au die Besei igung jene spezi ischen F ik ionen hinauslau en,
denen eine Na u al auschwi scha ausgese z wä e . . . Ein Ve such
zu ,Neu alisie ung6 des Geldes wü de somi bedeu en, daß die Wi -
kungen des Geldes au jenes e wünsch e Mindes maß on elemen a en
Funk ionen, um die die geldlich o ganisie e Wi scha eine Na u al-
wi scha übe legen is , besch änk we den"11.
Diese De ini ion, die mi unse en Vo s ellungen on einem neu-
alen Gelde übe eins imm , beda abe zu ih e Anwendba kei noch
eine P äzisie ung. Um einen ü die Wäh ungspoli ik p ak isch e -
wendba en Beg i des neu alen Geldes zu gewinnen, schein es uns
dahe no wendig zu sagen: Neu al is die Geld e so -
gung eine Volkswi scha nu dann, wenn sie
10 Vgl. W. R. Paede, Das neu ale Geld — „Schleie " ode „ökonomisches
K a eld"?, Be lin 1957. Paede k i isie an Koopmans, daß e du ch seine
Beg i sbes immung des „Ideal ypus de einen Tauschwi scha " als eines hypo he-
ischen, in de Reali ä wohl übe haup nich denkba en Zus ands ü sein Denk-
modell sowohl die „F ik ionse scheinungen", die sich in E mangelung des Geldes
eins ellen, als auch die „spezi ischen Ände ungen", die sich du ch die Ein üh ung des
Geldes e geben, also die wesen lichen Un e scheidungsme kmale aus dem Gegen-
s and de Be ach ung eliminie e. „Is es dann ein Wunde , daß e (un e de Vo -
ausse zung eines neu alen Geldes) keinen Un e schied meh zwischen den Vo gän-
gen in eine Geldwi scha und den Vo gängen in eine ,ideal ypischen4 Tauschwi -
scha inde , wenn e alle Un e scheidungsme kmale schon o he un e den Tisch
allen läß ? Nein! Abe es ehl eine solchen Fes s ellung auch de ge ings e Aus-
sagewe " (S. 24). Au den gleichen Teno is auch die K i ik Paedes an den
Neu ali ä sbeg i en on Halm (S. 22/23) und on Fo s mann (S. 25) abge-
s ell . Wenn abe Paede eine Neu ali ä des Geldes nu dann ane kenn , wenn
es nu eine eine Mi le olle spiel und diese nu dann als gegeben be-
ach e , „wenn es in allen Disposi ionen, bei denen das Geld i gendeine seine e -
schiedenen Funk ionen zu e üllen ha , nich dadu ch als selbs ändige Fak o de
Willensbildung unmi elba ins Bewuß sein des Disponie enden i , daß diese —
zu Rech ode zu Un ech — ü die Zukun Ve ände ungen de Leis ungs-
ähigkei des Geldes, insbesonde e Ve ände ungen de Kau k a des Geldes
e wa e " (S. 26), — so kann man diese De ini ion bes en alls nu als eine Va ian e
de Fo mel ansehen, die „neu ales" Geld mi „we s abilem" Geld gleichse z .
11 So Wal e E g 1 e in seinem Au sa z „Zu F age des ,neu alen' Geldes", Z. .
Na ., IX. Bd., 1939, S. 13. In seine ühe en Monog aphie ha e e in Anlehnung
an Habe le seine De ini ion au die beiden K i e ien de Schädlichkei und de
Ve meidba kei abges ell . Vgl. Wal e E g 1 e , Das neu ale Geld, Jena 1933, S. 2.
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52 Ha ald B aeu igam [564
die — on de Theo ie aus de konk e o liegen-
den Geldwi scha abgelei e en — Gese zmäßig-
kei en de Ma k wi scha bzw. We bewe bs-
o dnung nich beein äch ig ode e älsch .
Diese De ini ion, die au Wah ung unse e konk e o liegenden
ma k wi scha lichen O dnung — au den „Baugedanken" (F. Böhm)
de We bewe bswi scha — abs ell , e möglich es uns, ge ade auch
die „ on de Gü e sei e" ausgehenden Ein lüsse, die in as allen
Übe legungen übe neu ales Geld en wede ausd ücklich ausgeschlos-
sen1 ode doch nu ganz beiläu ig be ücksich ig we den, die abe ü
die p ak ische Wi scha s- und Wäh ungspoli ik ge ade on en schei-
dende Bedeu ung sind, nich nu in die Be ach ung einzubeziehen,
sonde n soga zum Ausgangspunk unse e A gumen a ion zu wählen.
Die Gese zmäßigkei en de Ma k wi scha , die uns im Zusammen-
hang mi de F age des neu alen Geldes in e s e Linie in e essie en,
sind die Gese zmäßigkei en des Wachs ums, und das
P oblem de neu alen Geld e so gung is ü uns dahe iden isch mi
de F age de „ ich igen" Geld e so gung de wachsenden Volks-
wi scha . Wenn wi dahe die P oblems ellung des neu alen Geldes,
wie wi sie sehen, au die F age p äzisie en: Wie muß die Geld e so -
gung eine wachsenden Volks-wi scha bescha en sein, wenn die de
Ma k wi scha bzw. We bewe bso dnung immanen en Gese zmäßig-
kei en „ on de Geldsei e" nich beein äch ig we den sollen? — so
müssen wi dabei g undsä zlich zwischen ex ensi em und i n -
ensi em Wachs um un e scheiden.
Eine (in unse em Sinne) neu ale Geld e so gung de ausschließ-
lich ex ensi wachsenden Wi scha schein uns heu e wede p ak isch
noch heo e isch ein besonde es P oblem zu sein. Solange es nu da au
ankomm , eine aus i gendwelchen G ünden — sei es in olge eine o -
he gehenden Dep ession ode in olge o angegangene K iegseinwi -
kungen, abe auch in olge eines Be ölke ungszuwachses — un e be-
schä ig e Volkswi scha dem Zus and de Vollbeschä igung anzu-
nähe n, also die Zahl de E we bs ä igen zu e meh en, b auch eine
zusä zliche Geldschöp ung auch ganz be äch lichen Ausmaßes — so-
e n sie sich1 nu s e s im Rahmen des „ olkswi scha lichen K edi -
onds" (Noll . d. Nahme ) an b achliegenden pe sönlichen und sach-
lichen P oduk i k ä en häl — wede das allgemeine P eis n i e a u
zu e höhen (was ü uns noch wenig besag ) noch (was uns wei be-
deu same e schein ) die olkswi scha liche' P eis- und P oduk ions-
s uk u zu beein lussen12. Denn insowei sich die neu eingeschleu-
12 Vgl. A. Fo s mann, Geld und K edi , Gö ingen 1952, II. Teil, S. 318:
„Fü die F age de ,Neu ali ä ' des Geldes is also nich sein Ein luß au den Um-
ang des wi scha lichen Ablau es bes immend, wie e sich aus de Ta sache de Ein-
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565] Konjunk u poli ik und neu ales Geld 53
s en Geldbe äge au b achliegende P oduk i k ä e e gießen, b au-
chen diese nich aus ande en Ve wendungen „weglizi ie " zu we den.
Die du ch die zusä zlich eingeschleus en Geldbe äge gescha ene zu-
sä zliche P oduk ion beschleunig nu den Wachs umsp ozeß, lenk ihn
abe noch nich in ande e Bahnen, ah e ohne die Geldschöp ung ge-
nommen hä e13. Denn die ü eine P oduk ionss eige ung no wendi-
gen P oduk ionsmi el, die in de ollbeschä ig en Wi scha e s
du ch Spa en im Be eich de Konsumgu p oduk ion eigese z we -
den müssen, ehe sie eine e höh en P oduk ionsgü e p oduk ion
diens ba gemach we den können, s ehen in de un e beschä ig en
Wi scha be ei s als b achliegende P oduk ionsmi el zu Ve ügung
und benö igen zu ih em e ek i en Einsa z eben nu de zusä zlichen
K edi schöp ung.
Wenn die Wi klichkei diese These manchmal zu wide sp echen
schein , so dü e das au zwei ande e Fak o en zu ückzu üh en sein:
einmal da au , daß sich die beiden wich igs en Ma k pa eien, die so-
genann en Sozialpa ne , keineswegs imme ma k ge ech e hal en,
zum ande en da au , daß ein ausschließlich ex ensi es Wachs um in
de wi klichen Wi scha wohl nie gegeben is , daß ielmeh ex en-
si es Wachs um (Zunahme de Zahl de E we bs ä igen) und in en-
si es Wachs um (P oduk i i ä ss eige ung) imme mi einande e -
bunden sind, so daß sich Un e schiede zwischen beiden Wachs ums-
ypen in de Wi klichkei (im Gegensa z zu gedanklichen Isolie ung)
nu aus dem Übe wiegen des einen ode des ande en Wachs umsp o-
zesses ablei en lassen.
De angedeu e e heo e ische Gedankengang sowie die posi i en
E ah ungen mi eine Poli ik des „billigen Geldes" im Zus ande de
Un e beschä igung lassen e kennen, daß man sich eine sei s mi eine
zu engen, on de „ideal ypischen Tauschwi scha " abgelei e en Be-
g i sabg enzung des neu alen Geldes den Weg ü eine in Dep es-
sionszei en unumgängliche Wäh ungspoli ik e spe und daß an-
de e sei s unse e wei e e , au die Wachs umsgese zmäßigkei en de
üh ung des Geldes in den gü e wi scha lichen Ve keh an sich e gib , sonde n be-
s immend is hie die F age, ob du ch das Geld die A des wi scha -
lichen Ablau es beein luß wi d. Das P oblem de ,Neu ali ä 4 des Geldes
is also in diesem Sinne ein solches quali a i e Na u ." (Spe ung nich im
O iginal.)
18 Alle dings nu un e de Vo ausse zung, daß eine allgemeine K edi expansion,
eine Poli ik des „billigen Geldes" be ieben wi d und keine besonde en Lenkungs-
maßnahmen, wie z. B. zu di ek en A bei sbescha ung ode Rüs ungs inanzie ung,
ge o en we den. Denn nu dann, wenn das zusä zlich gescha ene Geld übe den
K edi ma k in die Wi scha eingeschleus wi d, is ü die Neu ali ä de Geld-
schöp ung kein besonde es Lokalisie ungsp oblem gegeben, weil in
diesem Falle de eigen liche E ek de Neugeldinjek ion — ebenso wie bei eine
E höhung des K edi angebo s aus E spa nissen — „nu an de ma ginalen S elle
des K edi ma k es zum Ausd ude kommen wi d." Vgl. Koopmans, a.a.O., S. 354.
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54 Ha ald B aeu igam [566
Ma k wi scha abges ell e Beg i so ge aß is , daß e sowohl dem
in ensi en als auch dem ex ensi en Wachs um Rechnung äg .
In de Ta dü e heu e hinsich lich de No wendigkei eine ex-
pansi en K edi poli ik bei Un e beschä igung eine in de Na ional-
ökonomie sel en anzu e ende Übe eins immung de Ansich en be-
s ehen, und die Geis e scheiden sich e s wiede , wenn es um die
F age de „ ich igen46 Geld e so gung in eine Wi scha geh , die
den Zus and de Vollbeschä igung p ak isch be ei s e eich ha . Denn
nach E eichung de Vollbeschä igung kann eine Volkswi scha nich
meh (ode wenigs ens nich meh wesen lich) ex ensi , d. h. du ch
Zunahme de Zahl de E we bs ä igen, sonde n nu noch (ode zu-
mindes o wiegend) in ensi , d. h. du ch eine E höhung de indi i-
duellen Einkommen wachsen. Und hie mi e heben sich sozusagen
„ on de Gü e sei e" he die ü eine „ ich ige" Geld e so gung de
Wi scha schlech hin en scheidenden F agen: Was gewäh leis e ein
uhiges, „o ganisches" Wachs um de Volkswi scha — und dami
die Ausschal ung g öße e konjunk u elle Schwankungen — au die
Daue besse : s abile P eise bei s eigenden Nominaleinkommen ode
s abile Nominaleinkommen bei sinkenden P eisen? Sind die Konse-
quenzen eine jeden diese beiden Möglichkei en wi klich schon bis
ans Ende du chdach und die A gumen e zuguns en de e s en so
du chschlagend, daß da übe keine Wo e meh zu e lie en sind?
Ande s ausged ück und abs ak e o mulie : En sp ich die e s e
ode die zwei e Möglichkei de Al e na i e meh den Gese zmäßig-
kei en de Ma k wi scha , de immanen en Logik de We bewe bs-
o dnung, und welche de beiden wi scha spoli ischen G undhal un-
gen zeig meh inne e Folge ich igkei ?
2. Die ma k wi scha lichen Gese zmäßig-
kei en bei in ensi em Wachs um14
De Lei sa z de We bewe bso dnung lau e doch: besse und
billige p oduzie en — ja genau genommen nu : billige p o-
duzie en. Denn eine Quali ä s e besse ung bei gleichem P eis is wi -
scha lich nich s ande es als eine P eissenkung. Nu die Kombina ion
on Kos eneinspa ung und P eisun e bie ung siche den ma k wi -
scha lichen Mechanismus nach beiden Sei en. Eine sei s ga an ie sie
du ch die Aussich au Gewinnmaximie ung ein Höchs maß an un e -
nehme ische Wachsamkei und Beweglichkei , ande e sei s schü z sie
du ch die Ge ah de He anlockung neue Konku en en o eine
Ausbeu ung de Ve b auche . So sind P eisun e bie ung und o lau-
ende P eissenkung ge adezu die condi io sine qua non ü eine olks-
14 Die Aus üh ungen dieses Abschni s sind eine e idie e und e wei e e
Wiede gabe meines Au sa zes „We s abiles ode neu ales Geld als G undlage und
Ziel de Konjunk u poli ik?", in: Konjunk u poli ik, 1957, H. 4, S. 230 .
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573] Konjunk u poli ik und neu ales Geld 61
We den die du ch echnische P oduk i i ä ss eige ungen e mög-
lich en Kos eneinspa ungen on den Nominallohns eige ungen abso -
bie , wi d also dem P oduk ions ak o A bei die Leis ungss eige ung
zuge echne , die eigen lich dem Kapi al zuzusch eiben is — eine
P axis, die so aussieh , als ob sie au de Ma xschen Meh we heo ie
au gebau wä e —, so müssen sich sowohl ma k wi scha lich als auch
e hisch öllig absu de Di e genzen in de Einkommensen wicklung e -
geben. Denn die echnische E agss eige ung de P oduk ion du ch
„Ve länge ung de P oduk ionsumwege", du ch Kapi alin ensi ie ung,
is keineswegs in allen P oduk ionszweigen gleichmäßig möglich, son-
de n e olg s e s je nach de En wicklung de P oduk ions echnik
höchs un e schiedlich. Eine en sp echende Anhebung de Nominal-
löhne hä e also zu Folge, daß do , wo E inde und Un e nehme!
in de Kos ensenkung am e olg eichs en sind, die beschä ig en A -
bei e ohne jegliches eigenes Zu un da aus den g öß en Nu zen zögen
Au die Daue müß e das zu öllig absu den Dispa i ä en in de Ein-
kommensen wicklung sowohl zwischen -den Angehö igen de einzelnen
Indus iezweige als auch zwischen den in de Indus ie eine sei s und
den in ande en P oduk ionszweigen Tä igen ande e sei s üh en.
Un e s ellen wi abe , daß es möglich is , die echnischen P o-
duk i i ä s o sch i e nich nu ü jeden einzelnen Be ieb ode jede
B anche quan i a i zu e assen, sonde n da aus auch eine du ch-
schni liche P oduk i i ä ss eige ung de gesam en Indus ie und de
ande en Wi scha ssek o en ode soga eine du chschni liche P o-
duk i i ä ss eige ung de gesam en Volkswi scha zu e echnen, so
müß e de Ve such, die S eige ung de Nominaleinkommen diese
du chschni lichen olkswi scha lichen P oduk i i ä ss eige ung an-
zupassen, eben alls ehlschlagen.
Zunächs is schon die Ansich i ig, daß bei Aus ich ung de Nomi-
nallohne höhungen au den du chschni lichen P oduk i i ä s o sch i
in de Volkswi scha das P eisni eau s abil e hal en we den könne,
weil dann „die P eise de Gü e , bei de en He s ellung die P o-
duk i i ä übe du chschni lich zunimm , allen, wäh end die P eise de
Gü e , bei de en He s ellung die P oduk i i ä un e du chschni lich
wächs , s eigen wü den"18. Diese häu ig o ge agene A gumen a ion
be ach e die Zusammenhänge lediglich on de Kos ensei e und e -
nachlässig die Nach agesei e. Denn ob in den un e p opo ional mi
Lohne höhungen belas e en P oduk ionszweigen die P eise a sächlich
sinken und nich gleichbleiben, häng doch — ganz abgesehen on de
Möglichkei monopolis ische P eisbindungen — nich so seh on de
Kos en- als ielmeh on de Nach ageges al ung ab, und eine — aus
18 F. A. L u z , Die Ge ah en de schleichenden In la ion, in: Uni e si as, S u -
ga , H. 3 om Mä z 1958, zi . nach: Deu sche Bundesbank, Auszüge aus P esse-
a ikeln, N . 30 om 2. Ap il 1958, S. 2.
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62 Ha ald B aeu igam [574
echnische P oduk i i ä ss eige ung und un e p opo ionale Lohn-
e höhung esul ie ende — Kos en e billigung bie e an sich noch keine
Gewäh ü ein Nachlassen de Nach age. Ebenso wenig gewäh leis e
eine übe p opo ionale Lohne höhung an sich schon eine P eis-
s eige ung, sie kann ebenso gu zu eine Ren abili ä seinbuße üh en,
nämlich dann, wenn sich die P eise in olge unzu eichende Nach age
nich en sp echend e höhen lassen. Wi d abe die Nach age du ch
zusä zliche Kau k a schöp ung sowei e höh , daß die mi übe -
p opo ionalen Lohne höhungen belas e en P oduk ionszweige ih e
P eise de einge e enen Kos ens eige ung en sp echend e höhen
können, so is es wiede um unwah scheinlich, daß die ande en P o-
duk ionszweige ih e P eise senken müssen.
Wi d dagegen die zusä zliche Geldschöp ung nu sowei ge ieben,
daß die mi übe p opo ionalen Lohne höhungen belas e en P o-
duk ionszweige ih e P eise nich en sp echend e höhen können, so
we den hie Ren abili ä seinbußen zu e zeichnen sein. Bei eine so
beg enz en zusä zlichen Geldschöp ung wü de also eine gleichmäßige
Anhebung alle Nominaleinkommen in den Be eichen mi un e du ch-
schni lichen P oduk i i ä s o sch i en die Kos ensenkungen übe -
kompensie en, in den ande en Be eichen dagegen un e kompensie en;
do e gäben sich Ren abili ä seinbußen ode soga Ve lus e, hie e -
blieben um so höhe e Gewinne. Dami käme man au de Basis eines
s abilen P eis-, abe eines ans eigenden Kos enni eaus zu einem ähn-
lichen E gebnis1 — nu au einem iel ums ändliche en Wege — wie
au de Basis eines s abilen Einkommens- (Kos en-), abe sinkenden
P eisni eaus: die in ih en We bewe bsposi ionen im Rahmen de
he e ogenen Konku enz geschwäch en P oduk ionszweige wü den in-
olge de Ren abili ä seinbußen eingesch änk ode ganz au gegeben
we den, die in de sich wandelnden olkswi scha lichen P eis- und
Kos ens uk u besonde s güns ig das ehenden P oduk ionszweige da-
gegen du ch Kapi alzus om und Neuin es i ionen en sp echend aus-
gebau we den. Dami wä e abe de — e bo gene und leide noch
ga nich ich ig e kann e — le z e Zweck, de mi eine S abilisie ung
des P eisni eaus anges eb wi d, nämlich die Ve ei elung de Elimi-
nie ung on solchen P oduk ionsanlagen, die in olge des wi scha -
lichen Fo sch i s (im wei es en Sinne) „ e al e " sind, ge ade nich
e eich . Diese le z e Zweck kann mi mone ä en Mi eln in eine
ollbeschä ig en Wi scha eben nu dadu ch e eich we den, daß
du ch o gese z e Geldschöp ung s e s ein solche Übe hang de Ge-
sam nach age übe das Gesam angebo an Gü e n gescha en wi d,
daß auch die an sich zum Ausscheiden aus dem P oduk ionsp ozeß e -
u eil en Un e nehmen noch ih Auskommen haben. Dann sind abe
au ande en Gebie en P eiss eige ungen nich meh e meidba .
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575] Konjunk u poli ik und neu ales Geld 63
Als Zwischene gebnis wollen wi hie es hal en: 1. We den die
Nominaleinkommenss eige ungen genau den echnischen P oduk-
i i ä s o sch i en in jedem Be iebe ode jede B anche angepaß
(ohne da übe hinauszugehen), so komm es zu sowohl ma k wi -
scha lich als auch e hisch öllig unge ech e ig en Dispa i ä en in de
Einkommensen wicklung; und 2. we den dagegen die Nominalein-
kommenss eige ungen de du chschni lichen olkswi scha lichen P o-
duk i i ä ss eige ung (diese hie einmal als e echenba angenommen)
angepaß (ohne da übe hinauszugehen), so kann das e bo gene Ziel,
das mi de o gese z en Geldschöp ung anges eb wi d —• die Ve -
ei elung de Eliminie ung „ e al e e " P oduk ionsanlagen — ohne
in la ionis ische Folgen nich e eich we den.
Wü de man abe eine Eliminie ung „ e al e e " P oduk ions-
anlagen au dem ums ändlichen Wege eines ans eigenden Kos en-
ni eaus (s a au dem ein ache en Wege eines sinkenden P eisni eaus)
zulassen, so wü de dennoch die Ge ah bes ehen, daß bei einem sol-
chen Vo gehen nich die ich igen P oduk ionsanlagen aus
dem We bewe bsp ozeß ausgeschal e we den und daß die „Rechen-
ha igkei " de Ma k wi scha e älsch wi d. Ließe man nämlich
die olkswi scha liche P oduk i i ä ss eige ung en sp echend den
Gese zmäßigkei en de Ma k wi scha ©ich in sinkenden P eisen aus-
wi ken, so wü den in jedem einzelnen P oduk ionszweig nich nu die
P eise, sonde n auch die Löhne du ch das Ve häl nis on Angebo und
Nach age ge egel , also de jeweilige konk e e Lohnp eis nu du ch
den We bes imm , den di ek die Un e nehme und indi ek die
Ve b auche de be e enden A bei sleis ung beimessen. Wü den da-
gegen die Nominallöhne jeweils de du chschni lichen olkswi -
scha lichen P oduk i i ä ss eige ung en sp echend angehoben, so
wü den — im Rahmen diese Nominallohns eige ungen — die ma k -
wi scha lichen Lohn ela ionen du ch einen in e en ionis isch-di i-
gis ischen Eing i e älsch : in P oduk ionszweigen mi un e -
du chschni liche P oduk i i ä ss eige ung wü de dem Bei age des
P oduk ions ak o s A bei an de We scha ung des P oduk s ein
Teil de o
1
k s wi scha lichen P oduk i i ä ss eige ung zuge echne ,
und zwa au Kos en des Bei ags, den de P oduk ions ak o Kapi al
in den P oduk ionszweigen mi übe du chschni liche P oduk i i ä s-
s eige ung an de We lscha ung des P oduk s ha . Das muß sich da-
hin auswi ken, daß — (ganz unabhängig on den g öße en ode ge-
inge en b anchenmäßigen P oduk i i ä s o sch i en — in den a -
bei sin ensi en P oduk ionszweigen sich die gleiche p ozen uale No-
minallohns eige ung kos enmäßig s ä ke auswi k als in den kapi al-
in ensi en, daß die a bei sin ensi en P oduk ionszweige also on de
Kos ensei e he Ren abili ä seinbußen e leiden; ih e Ren abil ä
wü de dahe auch dann beein äch ig , wenn sie on de P eissei e he
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64 Ha ald B aeu igam [576
keine lei he e ogenem Konku enzd uck ausgese z wä en. Umgekeh
wü den — wiede um ganz unabhängig on den b anchenmäßigen P o-
duk i i ä s o sch i en — alle kapi alin ensi en P oduk ionszweige
du ch die p ozen ual gleiche Nominallohne höhung wenige belas e
als die a bei sin ensi en, e hiel en die kapi alin ensi en B anchen den
a bei sin ensi en gegenübe einen Kos en o eil. Bei gleich-
mäßige Anhebung de Nominallohnni eaus en sp echend de du ch-
schni lichen olkswi scha lichen P oduk i i ä ss eige ung wü de also
die Eliminie ung „ e al e e " P oduklionsanlagen nich in de selben
Weise ablau en wie im Falle eines p eissenkenden We bewe bs, son-
de n un e eine ma k wi scha lich nich ge ech -
e ig en Benach eiligung d e a b e i s i n e n s i e n
P oduk ionszweige onsla en gehen. Daß dies besonde s
ü ein Land wie die Bundes epublik, die imme noch an einem
ela i en Übe luß an A bei sk a und einem ela i en Mangel an
Kapi al leide , nich ge ade ein anzus ebendes E gebnis wä e, b auch
wohl nich wei e be on zu we den.
Im Gegensa z zum Eliminie ungsp ozeß du ch p eissenkenden
We bewe b, bei dem sich — ganz unabhängig on de g öße en ode
ge inge en Kapi alin ensi ä — jeweils diejenigen Be iebe ode B an-
chen du chse zen, die in olge ih e eigenen Leis ung übe ih e
Konku en en obsiegen, wü de beim Eliminie ungsp ozeß du ch eine
de du chschni lichen olkswi scha lichen P oduk i i ä ss eige ung
en sp echende Kos ens eige ung die be iebs- bzw. b ancheneigene
Leis ung du ch zwei sich übe schneidende be iebs- bzw. b anchen-
emde Momen e beein luß : einmal du ch die de be iebs- bzw.
b anchenmäßigen P oduk i i ä ss eige ung übe - ode un e p opo io-
nale Nominallohns eige ung als solche und zwei ens du ch die dami
einhe gehende Benach eiligung de a bei sin ensi en P oduk ions-
zweige.
Um du ch ein kons uie es und bewuß e ein ach es Beispiel das Gesag e
zu e anschaulichen, sei angenommen: In einem Lande gib es nu d ei Indus ien,
und zwa eine Tex ilindus ie, eine Me allindus ie und eine Indus ie de Kuns -
s o e (syn he ischen We ks o e). Diese Indus ien p oduzie en o wiegend ü den
Wel ma k , so daß sich dieses Land alle ande en on ihm benö ig en Gü e du ch
Impo e aus dem Auslande bescha . Die E zeugnisse de Me allindus ie und die-
jenigen de Kuns s o indus ie sind wei gehend ü einande subs i uie ba , zwischen
beiden he sch also eine s a ke he e ogene Konku enz. Sei de le z en „Lohn-
unde" ha die Kuns s o indus ie eine P oduk i i ä ss eige ung on 10°/o, die
Me allindus ie eine solche on 5°/o und die Tex ilindus ie eine on ± 0 zu e -
zeichnen.
Un e diesen Vo ausse zungen wü de bei p eissenkendem We bewe b die Kuns -
s o indus ie mi ih en P eisen die Me allindus ie un e bie en und allmählich aus
dem Ma k e d ängen, wäh end die Tex ilindus ie on diesem Konku enzkamp
öllig unbe üh bliebe. Wü den dagegen en sp echend de „du chschni lichen" P o-
duk i i ä ss eige ung on (10 + 5 + 0) : 3 = 5 die Nominallöhne um 5 °/o e höh ,
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577] Konjunk u poli ik und neu ales Geld 65
6o könn e die Tex ilindus ie diese Kos enbelas ung nich ohne Ren abili ä sein-
bußen e k a en; sie müß e also ih e P oduk ion einsch änken ode ganz eins el-
len. Die Me allindus ie hingegen könn e diese Kos ene höhung ge ade noch du ch
die gleich hohe P oduk i i ä ss eige ung kompensie en; wede b auch e sie ih e
P oduk ion einzusch änken, noch könn e sie dieselbe ausdehnen. Die Kuns s o -
indus ie dagegen könn e ih e P oduk ion zwa ausdehnen, abe in ge inge em
Maße als im Fall eines p eissenkenden We bewe bs mi de Me allindus ie.
Aus de p ozen ual gleichmäßigen Lohne höhung e gäbe sich also ein g undsä z-
lich ande es Eliminie ungse gebnis als bei p eissenkendem We bewe b selbs dann,
wenn — wie in unse em Beispiel bishe s illschweigend un e s ell — alle d ei In-
dus iezweige gleich kapi alin ensi sind: die Kuns s o indus e e d äng au
G und ih e Leis ungsübe legenhei gegenübe de Me allindus ie nich diese om
Ma k e, sonde n die an dem Konku enzkamp zwischen Me all- und Kuns s o -
indus ie an sich' öllig unbe eilig e Tex ilindus ie! Wenn man abe die un eali-
s ische Annahme gleiche Kapi alin ensi ä bei unse en d ei Indus iezweigen allen
läß und un e schiedliche Lohnan eile un e s ell , wi d sich de Eliminie ungsp ozeß
demen sp echend ände n, ob die du ch die g öße e A bei sin ensi ä des einen ode
des ande en de d ei Indus iezweige bewi k e g öße e Kos enbelas ung in olge de
p ozen ual gleichen Nominallohne höhungen zusä zlich zu de un e du chschni -
lichen P oduk i i ä ss eige ung hinzukomm ode du ch eine übe du chschni liche
P oduk i i ä ss eige ung ganz ode eilweise kompensie wi d19.
In Wi klichkei e olgen die Nominallohne höhungen abe wede
au G und eine exak en Be echnung de einzelbe ieblichen ode
b anchenmäßigen P oduk i i ä ss eige ungen, noch au Weisung eine
Zen ale an Hand des ü die gesam e Volkswi scha im Du chschni
e echne en P oduk i i ä s o sch i s ü alle Einkommensbeziehe in
gleichem G ade, sonde n sie kommen nach Mach kämp en zwischen
den Sozialpa ne n zus ande. Sind sich abe alle Be eilig en — und
das sind heu e neben den beiden Sozialpa ne n auch noch Regie ung,
Opposi ion, No enbank und Wissenscha — im g undsä zlichen da in
einig, daß die P oduk i i ä s o sch i e de Volkswi scha sich nich
in sinkenden P eisen bei s abilem Nominaleinkommensni eau, sonde n
in ans eigenden Nominaleinkommen bei s abilem P eisni eau mani-
es ie en sollen, daß also die einzelwi scha lichen P oduk i i ä s o -
sch i e jeweils nich dem Kapi al, sonde n de A bei zuzu echnen
sind, so lieg es in de Na u de Dinge, daß die Gewe kscha en den
Hebel ih e Mach zunächs imme do anse zen, wo die Ra ionali-
sie ungsgewinne am g öß en sind, wo die Un e nehme Lohne höhun-
19 Es e dien e un e such zu we den, ob die gegenwä ige, s uk u ell beding e
Absa zk ise des Kohlenbe gbaus nich wenigs ens eilweise du ch solche ode ähn-
liche Fak o en e u sach wo den is . In dem nu seh ge inge echnische P oduk-
i i ä s o sch i e und einen hohen Lohnan eil au weisenden Be gbau wu de die
Spi zens ellung des Be ga bei e lohns au ech e hal en, obwohl in ande en B anchen
mi wei s ä ke en echnischen P oduk i ä s o sch i en die Nominallöhne be-
äch lich angehoben wu den. Soll e e wa die Kohle in ih em Konku enzkamp mi
dem E döl auch dadu ch geschwäch wo den sein, daß die in de Me allindus ie e -
ziel en echnischen P oduk i i ä s o sch i e nich zu P eissenkungen, sonde n zu
Lohne höhungen üh en, dadu ch auch den Be ga bei e lohn in die Höhe ieben
und so das Kos enni eau des Kohlenbe gbaus e höh haben?
Schmollen Jah buch 78, 5 5
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66 Ha ald B aeu igam [578
gen noch am ehes en e k a en können, ja, wo sie sich insgeheim
soga mo alisch dazu e p lich e ühlen, den A bei e n einen höhe en
An eil am P oduk ionse age zuzubilligen. Dami is abe die Ve -
handlungsposi ion de A bei gebe de jenigen B anchen, in denen
ge inge e ode ga keine P oduk i i ä s o sch i e e ziel wo den
sind, be ei s en scheidend geschwäch . Wenn hie die Gewe kscha en
gleiche ode ähnliche Lohn o de ungen s ellen, können sie sich da au
be u en, daß ande n alls das olkswi scha liche Lohnge üge, die Ab-
s u ung de einzelnen Lohn a i e un e einande , ges ö wü de. Die-
sem A gumen kann man abe nich nu die — un o he gesehene —
mo alische Be ech igung nich absp echen, es is auch ma k wi -
scha lich be ach e dann nich on de Hand zu weisen, wenn im
S adium eine Voll- ode Übe beschä igung mi eine Abwande ung
on A bei sk ä en in ande e E we bszweige ge echne we den muß.
De Einwand de A bei gebe , daß dann die Ren abili ä diese P o-
duk ionszweige beein äch ig wü de, inde bei den Gewe kscha en
kein Gehö und e weis sich bei dem e klä en Ziel de Gewe k-
scha en, den A bei e n einen höhe en An eil am Sozialp oduk zu
e kämp en, als nich du chschlagend. Eine Ren abili ä seinbuße du ch
solche übe die a sächlich e ziel en P oduk i i ä s o sch i e hinaus
e zwungene Lohne höhungen wü de abe übe ku z ode lang — und
zwa bei monopolis ischen P eisbindungen schnelle als bei eiem
We bewe b — zu eine P oduk ionseinsch änkung und A bei e ei-
se zung in den da on be o enen P oduk ionszweigen üh en. Um
dies zu e hü en, muß also wiede um du ch zusä zliche Geldschöp ung
ü einen Übe hang de kau k ä igen Gesam nach age übe das Ge-
sam angebo an Gü e n geso g we den, dami die du ch die „übe -
höh en" Lohn o de ungen beein äch ig e Ren abili ä diese P o-
duk ionszweige du ch P eise höhungen wiede he ges ell wi d.
Abe die No wendigkei eine „pa i ä ischen" Anhebung de „zu-
ückgebliebenen" Nominaleinkommen an die S eige ungssä ze in den
„ o sch i lichen" P oduk ionszweigen besch änk sich nich au die
Indus ie, sonde n g ei on da aus zwangsläu ig au alle ande en
Gebie e übe : au die Landwi scha , die Beam en, die eien Be u e
und die Ren ne , die sich zu neuen „p essu e g oups" o mie en und
nun ih e sei s eine ausgleichende Ge ech igkei nich so seh gegen-
übe den „Kapi alis en" ode Un e nehme n als ielmeh gegenübe
den nich un e nehme ischen indus iellen Einkommen o de n20.
20 Vgl. O o Vei , Wäh ungspoli ik au ich igem Ku s? Vo ag in de In-
dus ie- und Handelskamme F ank u /Main am 1. Ap il 1957, in: BdL, Auszüge
aus P essea ikeln, N . 36 om 5. Ap il 1957, S. 4, und de s., Hemmnisse eie Wäh-
ungspoli ik, in: Wi scha s agen de eien Wel . Fes gabe ü Ludwig E ha d.
F ank u /Main 1956, S. 383 .
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579] Konjunk u poli ik und neu ales Geld 67
Hie bei e weis es sich ielleich am deu lichs en, wie wenig eine au
P eiss abilisie ung und Nominaleinkommenss eige ung abzielende
Wäh ungspoli ik mi dem Wesen de Ma k wi scha und We -
bewe bso dnung e einba is : sie ze s ö den Mechanismus de ma k -
wi scha lich ich igen Einkommens e eilung nich nu im Hinblick
au die Ve eilung zwischen Kapi al und A bei , sonde n auch im Hin-
blick au die P eisabs u ungen zwischen den e schiedenen A bei s-
a en un e einande . Insowei äg ü die Ze s ö ung de We -
bewe bso dnung sowie ü die „Poli isie ung" und „Ve mach ung"
de Wi scha die Wäh ungspoli ik die le z e, olle Ve an wo ung!
Wi ken sich die P oduk i i ä ss eige ungen in sinkenden P eisen
bei s abilen Nominaleinkommen aus, so wi d die Nach age auch du ch
das Angebo beein luß : en wede ließen die Kau k a s öme e -
s ä k denjenigen P oduk ionen zu, de en Angebo im Ve häl nis zu
Nach age sich e g öße ha , ode es wi d zumindes de Ab luß de
Kau k a on diesem ela i eichlichen Gü e angebo in die P o-
duk ionsgebie e mi ela i knappe em Gü e angebo he abgeminde
ode e langsam . Bei s abilen P eisen und s eigenden Nominalein-
kommen en wickel sich dagegen die Nach age zunächs ganz un-
abhängig on de Angebo ssei e, ganz unabhängig on de g öße en
ode ge inge en Anpassungs ähigkei an die möglichen P oduk ions-
s eige ungen. Und das wi d wenigs ens bis zu einem gewissen
G ade dazu üh en, daß zwischen möglichen P oduk ionss eige-
ungen und e höh e Kau k a Disk epanzen en s ehen, daß
also ge ade den P oduk ionszweigen, die ih Angebo ohne P eis-
s eige ungen noch e wei e n könn en, zu wenig Kau k a zus öm ,
in ande en P oduk ionszweigen dagegen, wo das nich de Fall is ,
ein Nach ageübe hang en s eh , de P eisau iebs endenzen auslös .
Von welche Sei e man die Dinge auch be ach en mag, man komm
imme zu denselben E gebnissen:
1. In eine ollbeschä ig en, „dynamisch" sich o en wickelnden
Wi scha is die S abilisie ung des P eisni eaus au die Daue un-
möglich. Au länge e Sich gesehen gib es nach E eichung de Voll-
beschä igung keinen „goldenen Mi elweg", keine „G a wande ung4'
zwischen In la ion und „De la ion", sonde n nu die Al e na i e:
sinkende P eise und ans eigende Geldwe ode ans eigende P eise
und sinkende Geldwe .
2. Eine au S abilisie ung des Geldwe s abzielende Wäh ungs-
poli ik is nach E eichung de Vollbeschä igung ein ma k kon ä e ,
mi de immanen en Logik de We bewe bso dnung schlech hin un-
e einba e , in e en ionis ische Eing i on g öß e T agwei e, de
seine Zielse zung e ehlen und zwangsläu ig zu Gelden we ung und
s aa lichem Di igismus üh en muß.
5*
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68 Ha ald B aeu igam [580
II. Neu ale Geldmengen egulie ung
Wo an soll e sich abe eine „ ich ige" Wäh ungspoli ik o ien ie en,
wenn die S abili ä des Geldwe s als Phan om e kann wi d, somi
als Rich schnu ü die Geldmengen egulie ung o äll und doch e -
hü e we den soll, daß die Bekämp ung de In la ion uns in eine ech e,
mone ä e De la ion zu ückwi ? Um diese F age bean wo en zu
können, is es no wendig, on de he kömmlichen Un e scheidung
zwischen „Einkommensgeld" und „Geschä sgeld" auszugehen.
1. De Geldbeda de Einkommenssphä e
Mani es ie sich die olkswi scha liche P oduk i i ä ss eige ung
in de Weise, daß das olumenmäßig wachsende Sozialp oduk in
s eigenden Nominaleinkommen seinen Absa z inde , so nimm auch
bei in ensi em Wachs um de Wi scha ih Geldbeda zu Be-
wäl igung de auch geldwe mäßig ges iegenen Einkommens-Umsä ze
zu. Neben den ande en, be ei s e wähn en K ä en geh in diesem
Falle schon on de Deckung des „legi imen" olkswi scha lichen
Geldbeda s de Einkommenssphä e ein An ieb zu ungewoll e
Selbs in la ionie ung aus.
Wü de sich dagegen die olkswi scha liche P oduk i i ä ss eige-
ung in sinkenden P eisen bei im Ni eau s abilen Nominaleinkommen
mani es ie en, so könn e und müß e bei in ensi em Wachs um
de Wi scha das olumenmäßig wachsende Sozialp oduk on einem
geldwe mäßig gleichbleibenden Volkseinkommen eso bie we den.
In diesem Falle ginge bei in ensi em Wachs um de Wi scha kein
zusä zliche legi ime Geldbeda on de Einkommenssphä e aus, in-
sowei könn e und müß e dahe die umlau ende Geldmenge kon-
s an gehal en we den. Sowei sich dagegen de K eislau des Ein-
kommensgeldes ausdehnen wü de — z. B. in olge eine« ße ölke ungs-
wachs ums ode in olge s ä ke e Ma k e lech ung und ge inge e
Selbs e so gung de Landwi scha — könn e und müß e die um-
lau ende Geldmenge en sp echend e höh we den. Als Rich schnu ü
eine „neu ale" Geld e so gung de Einkommenssphä e müß e also
de G undsa z gel en: kons an e Geldquo e je Du chschni seinkommen
alle Geldeinkommensbeziehe im Zus ande de Vollbeschä igung.
Dami is be ei s zum Ausd uck geb ach , daß bei nachlassende
Beschä igung das Geld olumen nich en sp echend eingesch änk
we den dü e: de legi ime Geldbeda de Einkommenssphä e is
s e s ih po en iell maximale Geldbeda . Abe noch meh : Da die
„umlau ende", als Nach age e ek i we dende Geldmenge s e s das
P oduk aus emi ie e Geldmenge und Umlau sgescliwindigkei is ,
könn e und müß e eine sich au den Beschä igungss and nach eilig
auswi kende Ve langsamung de du chschni lichen Umlau sgeschwin-
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581] Konjunk u poli ik und neu ales Geld 69
digkei des Geldes du ch eine en sp echende E höhung des Geld-
olumens kompensie we den (und ice e sa)21. S a sich an dem
g obschläch igen und höchs p oblema ischen Index des du chschni -
lichen P eisni eaus zu o ien ie en, müß e also eine de We bewe bs-
o dnung gegenübe neu ale Wäh ungspoli ik au den di e enzie -
e en Indices de Du chschni sgeldeinkommen und de Umlau s-
geschwindigkei des Geldes au gebau sein.
Eine solche, au langsame, abe s ändige Senkung des P eisni eaus
abzielende Wäh ungspoli ik könn e nich als „de la ionis isch" be-
zeichne we den. Denn es käme ja nich da au an, du ch bewuß e
Ve knappung des Geldes P eissenkungen küns lich zu e zwingen,
sonde n nu da au , daß sich die olkswi scha liche P oduk i i ä s-
s eige ung den Gese zmäßigkei en de Ma k wi scha und We -
bewe bso dnung en sp echend unges ö in P eissenkungen auswi ken
kann und daß diesen Tendenzen nich du ch eine angeblich „an i-
de la ionis ische", in Wah hei abe in la ionis ische Geld e meh ung
en gegengewi k wi d.
2. De Geldbeda de Geschä ssphä e
Sowohl in bezug au den Geldbeda de Einkommens- als auch
au den de Geschä ssphä e scheide bei unse en Be ach ungen on
o nhe ein de Beda nach bes imm en Geld a en (Münzen, Bank-
no en, No enbankgu haben ode Scheckdeposi en) aus und wi d s e s
eine eibungslose Umwechslung de einen Gelda in die ande e o -
ausgese z . Un e diese Vo ausse zung beda de besonde e Geld-
beda (d. h. Ba geld beda ) de Geschä ssphä e an den Ul imo-
ode Qua als e minen ode ein ande e , saisonmäßig beding e Geld-
beda keine nähe en Analyse.
Es is abe eine Reihe on Fak o en zu be ücksich igen, die eine
Zunahme des „legi imen" Geschä sgeldbeda s auch dann e u sachen
können, wenn die Geld e so gung de Einkommenssphä e „kons an "
gehal en we den könn e, und die bei eine neu alen Geld e so gung
be ücksich ig we den müß en, und zwa :
a) Ve ände ungen de P oduk ionspe ioden
Neisse , du ch den die Un e scheidung zwischen „Einkommens-
geld" und „Geschä sgeld" geb äuchlich gewo den is , geh on de
Annahme aus, daß bei kon inuie lichem Absa z die Umlau sgeschwin-
digkei des „Geschä sgeldes", also de Geldbe äge, die on den
Un e nehme n nich zu Lohn- und Gehal szahlungen, sonde n zu Be-
we ks elligung de zwischenbe ieblichen Umsä ze on Rohs o en,
Ma e ialien, Maschinen u. dgl. benö ig we den, s e s maximal, also
nu du ch die ü die Bewäl igung de Zahlungs echnik beding e Zei -
21 Vgl. un en S. 76 .
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70 Ha ald B aeu igam [582
daue bes imm und on de Umlau sgeschwindigkei des Einkommens-
geldes unbe üh is 22. Da nun nach Neisse de ü die Bewe k-
s elligung diese zwischenbe ieblichen Umsä ze e o de liche Geld-
beda „ausschließlich on de du chschni lichen Kapi alin ensi ä de
Volkswi scha abhängig" is , muß „jede S eige ung de du chschni -
lichen Kapi alin ensi ä de Volkswi scha , wie sie im Lau e de
kapi alis ischen En wicklung au lange Sich einzu e en p leg 46, den
Geldbeda de Geschä ssphä e e höhen; und da „die Umlau s-
geschwindigkei hie nu eine zahlungs echnisch beding e, ela i un-
e ände liche G öße is 6'23, wü de das P eisni eau einem ech en,
mone ä beding en De la ionsd uck ausgese z sein, wenn ce e is
pa ibus die Gesam geldmenge kons an bliebe. Denn nach E g
1
e24,
de diesen Gedanken Neisse s au g ei und o üh , is „das le z -
lich cha ak e is ische Glied des Zusammenhangs zwischen Kapi al-
in ensi ie ung und Geschä sgeldbeda . . . die Ta sache, daß die
Rela ion zwischen Geschä sgeld und Einkommensgeld e schoben
wi d. De Be ag de in de Geschä ssphä e e o de lichen Zahlungs-
mi el wächs au Kos en de Mi el, die im Einkommensk eislau
zi kulie en." Die Ve inge ung des Einkommensgeld onds wü de bei
kons an e Gesam geldmenge dadu ch en s ehen, „daß ein gewisse
Be ag de au dem Wege des Spa p ozesses in die P oduk ionssphä e
gelei e en Zahlungsmi el daue nd ü die Umsä ze in de Geschä s-
sphä e abso bie wi d /und nich meh in den Einkommensk eislau
zu ückkeh "25. Die U sache hie ü sieh Egle in de Eigena des
kapi alis ischen Wachs umsp ozesses, nämlich da in, „daß in olge sin-
kende G enzp oduk i i ä des Fixkapi als die Rep oduk ion s ä ke
anwachse als das Sozialp oduk (im enge en Sinne)", und zwa nich
nu mengen-, sonde n auch we mäßig26. Wenn dahe in olge eine
Ve länge ung de P oduk ionspe ioden (de kapi alis ischen „Umwegs-
p oduk ion66) die Kos en p o S ückeinhei auch sinken und das P eis-
ni eau um eine gewisse Spanne nachgeben könn e, ohne Bilanz e -
lus e zu bewi ken, so wä e diese Spanne doch ge inge als jene, um
welche die P eise bei s a em Geldsys em a sächlich sinken müß en.
Denn in olge des e höh en Fixkapi alau wands seien mi den s eigen-
den Amo isa ionskos en o z sinkenden Au wands p o S ückeinhei
die Kos en summen anges iegen und die Un e nehmen au eine
Ve g öße ung de E lössumme angewiesen. Bei einem s a en Geld-
sys em wü de abe die gesam e E lössumme nich nu nich kons an
bleiben, sonde n soga sinken27.
22 Vgl. Hans N e i s s e , De K eislau des Geldes, in: W. A., 33. Bd., S. 374.
23 Neisse , a.a.O., S. 378.
24 Vgl. Wal e Egle, Das neu ale Geld, a.a.O., S. 36.
25 Egle, a.a.O., S. 38.
26 E g
1
e , a.a.O., S. 36.
27 Egle, a.a.O., S. 33/34.
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589] Konjunk u poli ik und neu ales Geld 77
begegnen können, da dann angenommen we den kann, daß die allein
ü den Konjunk u e lau ele an e K eislau geschwindigkei
des Geldes — de Quo ien aus Volkseinkommen und Geldmenge —
zu ückgegangen is , daß also die e ek i e, aus dem P oduk on
emi ie em Geld olumen und K eislau geschwindigkei sich zu-
sammense zende Geldmenge abgenommen ha und du ch eine Neu-
geldemission ausgeglichen we den muß. Dabei wä e es ollkommen
gleichgül ig, du ch welche de oben un e a bis e genann en Momen e
die K eislau geschwindigkei des Geldes beein äch ig wu de44. Und
wenn un e de Einwi kung de e neu en Geldschöp ung das nominale
Volkseinkommen wiede au den o dem Beschä igungs ückgang
e eich en S and angehoben wo den is , wi d wiede um da au ge-
ach e we den müssen — gegebenen alls auch du ch eine Ve inge ung
des Geld olumens — daß das Volkseinkommen nominal nich
meh anwächs .
Dami haben wi bewuß au jede quan i izie ba e Regel ü eine
neu ale Geld e so gung e zich e , weil sich u. E. übe haup kein
eindeu ige unk ionelle Zusammenhang zwischen Geldmenge, Um-
lau sgeschwindigkei und on de Geldsei e unbeein luß em, neu alem
P eismechanismus es s ellen läß , sonde n die Vi ulenz de jeweiligen
Geldmenge wei gehend om Ve hal en de Wi scha ssubjek e, d. h.,
o allem on ih e g öße en ode ge inge en Ho ungsneigung
sowie on de jeweiligen Zahlungs echnik mi bes imm is . Indem wi
abe bei unse e Beg i sbes immung des neu alen Geldes on den
de Ma k wi scha immanen en Gese zmäßigkei en (insbesonde e
Wachs ums gese zmäßigkei en) ausgegangen sind, glauben wi
— im Gegensa z zu Hayek, Koopmans u. a. — doch ein ü die p ak-
ische Wäh ungspoli ik b auchba es K i e ium — die absolu e bzw.
ela i e Kons anz des nominalen Volkseinkommens — ge unden zu
haben.
44 Die Schwankungen de Umlau s- bzw. K eislau geschwindigkei des Geldes,
die du ch Ho ungs- und En ho ungs o gänge bewi k we den, dü en bei eine
au langsame, abe s ändige Senkung des P eisni eaus abges ell en Wäh ungspoli ik
wei ge inge sein als bei einem on In la ions- und De la ionsmaßnahmen beein-
luß en Konjunk u e lau . Denn wenn es auch zu i , daß die Ho ungsneigung
bishe s e s bei sinkendem P eisni eau besonde s ausgep äg wa , so lag dem doch
s e s die be ech ig e E wa ung zug unde, daß ge ade ein schnelle und d as ische
P eis e all in absehba e Zei on einem Wiede ans ieg de P eise abgelös wü de.
Die Ho ungsneigung wa also bishe s e s wei gehend du ch das spekula i e
Momen bes imm , den Tie punk des P eis e alls abzuwa en, ebenso wie die En -
ho ungswelle s e s dann einse z e, wenn diese Tie punk be ei s übe sch i en zu
sein schien. Die Möglichkei eine solchen Re e sibili ä de P eisen wicklung wä e
abe bei eine au eine zwa allmähliche, abe in alle Zukun wei e gehende Sen-
kung des P eisni eaus im allgemeinen nich meh gegeben, und dami en iele
g undsäzlich das spekula i e Momen jede Ho ung. Vgl. auch un en II, 4 den
den Schlußsa z.
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78 Ha ald B aeu igam [590
Gewiß is dies nich iel meh als eine Faus egel. Abe sie dü e
ü die p ak ische Wäh ungs- und Konjunk u poli ik eine besse e
Handhabe abgeben als die seh abs ak en E wägungen übe den Ge-
schä sgeldbeda , die zu keinen quan i izie ba en E gebnissen üh en
und dahe die Wäh ungspoli ik eben alls nu au eine Faus egel e -
weisen — abe au eine g und alsche, nämlich au die „S abilisie ung
des Geldwe s und allgemeinen P eisni eaus"!
4. S uk u poli ische Konsequenzen45
Ve suchen wi ückblickend unse e Eins ellung zu den beiden ein-
ande ausschließenden Pos ula en des „we s abilen" und des „neu-
alen" Geldes noch einmal zusammen assend zu p äzisie en, so können
wi sagen:
1. Eine „ ich ige", neu ale Geld e so gung de wachsenden Volks-
wi scha ha eine „ ich ige" Lohn- und P eispoli ik ebenso zu Vo -
ausse zung, wie eine „ ich ige" Lohn- und P eispoli ik ohne neu ale
Geld e so gung undu ch üh ba is ; beide s ehen in Wechselwi kung
zueinande und bedingen sich gegensei ig. Solange die Lohn- und P eis-
poli ik sich nich nach den Gese zmäßigkei en de We bewe bso dnung
aus ich e , sonde n du ch Mach kämp e zwischen den Sozialpa ne n
en schieden wi d, solange wede die Gewe kscha en noch die Un e -
nehme sich ma k ge ech e hal en und zu keinem „Ma k geho sam"
gezwungen we den können, solange ge ä die Wäh ungspoli ik zwangs-
läu ig ins Schlepp au diese Mach kämp e und kommen wi on de
„Gewe kscha swäh ung" (die man ebensogu auch „Un e nehme -
wäh ung" nennen könn e) nich los. Denn die heu e sogenann e „Lohn-
bzw. Einkommensin la ion" is , wie wi gezeig zu haben glauben, nu
die zwangsläu ige Folge eine Wi scha s- und Konjunk u poli ik, die
sich on de i igen Vo s ellung lei en läß , daß sich das in ensi e
Wachs um de Volkswi scha in s eigendem Nominaleinkommen bei
s abilen P eisen mani es ie en solle und daß diese Me hode ohne Be-
ein äch igung de We bewe bso dnung und des Geldwe s du ch-
üh ba sei.
2. Ande e sei s dü e kein Zwei el da übe bes ehen, daß eine
neu ale Geldmengen egulie ung im Rahmen de übe kommenen Wi -
scha so dnung deswegen kaum p ak izie ba wä e, weil sie zu be-
äch lichen Kapi alabwe ungen und in de Folge zu eine Lähmung
de In es i ions ä igkei mi ge äh lichen Rückwi kungen au den Be-
schä igungss and üh en wü de. Denn bei in ensi em Wachs um de
Volkswi scha wü de ein sinkendes P eisni eau ein s abiles Ein-
45 Zum olgenden gl. meinen Au sa z „Wi scha sdemok a ische Gewal en en-
nung" (Z. . d. ges. S aa swiss. 114. Bd. H. 3, Sep embe 1958) und die do ange-
üh en Publika ionen.
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591] Konjunk u poli ik und neu ales Geld 79
kommensni eaii e heischen,
und
das bedeu e , daß im allgemeinen
sinkende P eise mi s abilen Nominallöhnen einhe gehen müß en, daß
also die P eissenkung au Kos en de Un e nehmungsgewinne ginge.
Es is diese P ozeß de Kapi al e nich ung du ch Gewinnschwund,
de in seinen Ausmaßen und in seine T agwei e on den Be ü wo e n
des neu alen Geldes meis ens gewal ig un e schä z wi d40 und zu
de en Ve meidung die Anhänge des „we s abilen66 Geldes sich mi
eine schleichenden Gelden we ung ab inden müssen. Die scheinba e
Unlösba kei dieses P oblems be uh abe au de mangelnden Ein-
sich , daß sich in de übe kommenen Wi scha so dnung im Lau e
de le z en Jah zehn e ein imme deu liche zu age e ende
S uk u ehle he ausgebilde ha , de nich mi mone-
ä en Mi eln behoben we den kann. Mi de o sch ei enden
Kapi alin ensi ie ung de Wi scha , mi dem s ändig wachsenden
An eil des Fixkapi als wä e es nämlich bei unbeein äch ig em Ab-
lau de ma k wi scha lichen Gese zmäßigkei en in zunehmendem
Maße unmöglich gewo den, das in den es en Anlagen in es ie e Kapi-
al is ge ech - olls ändig zu amo isie en, also eine olls ändige
Regene ie ung des in es ie en Geldkapi als o dem Ausscheiden
de be e enden Kapi alanlagen aus dem we bewe bswi scha lichen
P oduk ionsp ozeß zu e eichen. Die mi jedem echnischen und o ga-
nisa o ischen Fo sch i gleichzei ig e bundenen, du ch Gewinn-
schwund e u sach en Kapi alen we ungen wä en dann so g oß, daß
de Zins ü indus iell e we e es Kapi al mögliche weise nega i
wü de, d. h. daß die im indus iellen Be eich e zielba en Un e neh-
mungsgewinne pe Saldo on den Ve lus en kompensie ode soga
übe kompensie wü den und dadu ch die p i a e In es i ions ä ig-
kei zum E liegen käme. Hie bei muß jedoch be ücksich ig we den:
a) daß ein p i a wi scha liche , du ch Gewinnschwund bewi k e
Kapi al e lus noch keinen olkswi scha lichen Kapi al e lus
bedeu e , solange die be e enden Un e nehmen bei eine Ren a-
bili ä on ± 0 we bewe bs ähig bleiben und de P oduk ion
dienen;
46 Vgl. z. B. Koopmans, a.a.O., S. 350, de eine neu ale Geld e so gung
ge ade auch deshalb ü no wendig häl , weil dann die „nich meh exis enzbe ech-
ig en un e den al en Un e nehmungen iel schnelle und g ünd-
liche ,aus angie 4 we den" (Spe ung nich im O iginal) als bei in-
la ionis ische Geldpolilik, und de in eine Fußno e da an die Beme kung knüp :
„In diesem Sinne können wi somi auch de zunächs wohl e was pa adox anmu en-
den Äuße ung des ehemaligen Reichsbankp äsiden en Hj. Schach beis immen,
nach de ein Land, in dem die Anzahl de Konku se un e dem no malen Du ch-
schni bleib , dem wi scha lichen Rücksch i e äll ." Dagegen weis Ge ha d
K oll mi allem Nachd uck au die g oßen, bei eine unelas ischen Geld e so -
gung zu e wa enden Kapi al e lus e hin, was ihn abe ge ade dazu e anlaß , nu
eine elas ische Geld e so gung als neu al anzusehen, also seinen Neu ali ä sbeg i
au die Ve meidba kei solche schädlichen Rüdewi kungen abzus ellen. Vgl. oben
Anm. 17.
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80 Ha ald B aeu igam [592
b) daß selbs bei eine P oduk ion zu P eisen, die ge ade nu die Be-
iebskos en, nich abe meh die Zins- und Amo isa ionskos en
des Anlagekapi als decken, in olkswi scha lichem Sinne nich
on einem Kapi al e
1
u s , sonde n nu on einem Kapi al-
e zeh gesp ochen we den kann: in olge de P eishe abse -
zung bis au die Be iebskos en zeh en die Ve b auche die —
ma k wi scha lich nich einb ingba en — Amo isa ionsquo- en
au , d. h. sie e höhen ih e Realeinkommen aus dem — p i a - und
olkswi scha lichen — Kapi al e lus de ih e P oduk e zu Be-
iebskos enp eisen abse zenden Un e nehmen, ohne ü diese e -
zeh en Amo isa ionsquo en en sp echende Be äge aus ih em
Einkommen zu E hal ung des olkswi scha lichen Kapi al onds
abzuzweigen.
Wi s ehen also o dem Dilemma: en wede du ch eine nich neu-
ale, in la ionis ische Geldpoli ik einen solchen Kapi al e zeh zu
e hinde n; dann we den die Ve lus e des wi scha lichen Fo sch i s
nich nu au alle nich -un e nehme ischen Einkommen im Wege eine
schleichenden Gelden we ung abgewälz , sonde n bei den leis ungs-
ähige en Un e nehmen du ch eine Kapi al- und Ve mögensakkumu-
la ion soga übe kompensie ; ode abe du ch eine neu ale Geld-
poli ik einem solchen Kapi al e zeh Vo schub1 zu leis en47. Dieses
Dilemma is abe nich s wei e als de Ausd uck eine ge äh lichen
Lücke im „Baugedanken" de Ma k wi scha . Es zeig , daß es mi
o sch ei ende Kapi alin ensi ie ung de Wi scha (Au oma ion!)
ohne Beein äch igung de ma k wi scha lichen Gese zmäßigkei en
du ch eine nich neu ale Geld e so gung imme wenige möglich
wi d, auch nu die E hal ung des olkswi scha lichen Kapi al-
onds dadu ch zu e eichen, daß das einmal p oduk i au gewand e
Geldkapi al s e s do wiede (du ch Amo isa ionsquo en) egene ie
wa d, wo es in es ie wu de. Es zeig , daß bis zu einem gewissen
G ade das P inzip de indi idualis ischen, einzelwi scha lichen Kapi-
ale hal ung mi den Gese zmäßigkei en de Ma k wi scha und
We bewe bso dnung schlech hin inkompa ibel is und zu
einem g o esken Wide sp uch zwischen na ionalökonomische Theo ie
und wi scha spoli ische P axis üh . Denn wäh end nach de
Theo ie dem Kapi alzins eine bes imm e Selek i unk ion zukomm ,
47 Du ch die häu ig, sozusagen „ om g ünen Tisch aus", be iebene P opagie ung
eine „Mengenkonjunk u " wi d en wede un e s ell , daß die Un e nehme ih en
eigenen Vo eil nich kennen und nich zu wah en wissen, ode — dessen soll e
man sich bewuß sein — ein olkswi scha liche Kapi al e zeh be ü wo e . Denn
eine sei s käme zwa eine au eine solche „Mengenkonjunk u " abges ell e P eis-
poli ik (Ve zich au Amo isa ionsquo en) niemals ü alle, sonde n s e s nu ü
die in ih en We bewe bsposi ionen geschwäch das ehenden P oduk ionszweige in
F age, ande e sei s bes eh abe dann ge ade bei diesen wenig Aussich au einen
spä e en P eisans ieg.
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593] Konjunk u poli ik und neu ales Geld 81
so daß nu diejenigen P oduk ionszweige mi Geldkapi al e so g
we den, bei denen die P oduk p eise den au gewand en A bei s- und
Ma e ialkos en gegenübe eine mindes ens zu Ve zinsung des au -
gewand en Kapi als no wendige Gewinnspanne e möglichen, bes eh
die wi scha spoli ische P axis seh häu ig ge ade da in, du ch in e -
en ionis ische Eing i e in den ma k wi scha lichen P eismechanis-
mus dem be ei s in es ie en Kapi al die E zielung eine solchen Ge-
winnspanne übe haup e s zu e möglichen: so o allem du ch eine
nich neu ale, in la ionis ische Geldschöp ung, dann abe auch du ch
eine mi eine konsequen en We bewe bspoli ik un e einba e Dul-
dung monopolis ische P eis egelungen, ganz zu schweigen on den
ande en Me hoden di ek e ode indi ek e Sub en ionie ung. Fü die
E hal ung des olkswi scha lichen Kapi al onds sowie ü die E hal-
ung und Fö de ung de p i a en In es i ionslus is es abe keines-
wegs unbeding e o de lich, daß die Regene a ion in es ie en Geld-
kapi als imme au dem Wege de einzelwi scha lichen Amo isa ion
e olg . Diese Regene a ion könn e iel eibungslose , d. h. un e wei
g öße e Respek ie ung de Gese zmäßigkei en eine un e dem Ein-
luß de Technik 'dynamisch sich o en wickelnden Ma k wi scha
e eich we den, wenn die du ch den wi scha lichen Fo sch i be-
wi k en p i a wi scha lichen Kapi al e lus e sowie de au diese
Weise bewi k e olkswi scha liche Kapi al e zeh , also die nich e -
zinsba en bzw. auch nich meh amo isie ba en Teile des au ge-
wand en Geldkapi als den Un e nehmungen „no leidend" gewo dene
P oduk ionszweige aus Mi eln de Allgemeinhei es i uie wü den48.
Von diesem k eislau heo e ischen Gesich spunk aus be ach e ,
schein uns dahe ü den Bes and de ma k wi scha lichen O dnung
die Ein üh ung eine subsidiä en Gemeinscha skapi albildung — bzw.
-e hal ung —, die Ins i uie ung eines au s eue lichem Wege anzus e-
benden Las enausgleichs ü die Ve lus e des wi -
scha lichen Fo sch i s au die Daue une läßlich zu
sein. Solange dieses undamen ale, nich mone ä e P oblem nich
e kann is , we den alle Bemühungen um eine neu ale, nich in la io-
nis ische „Geld e so gung in de wachsenden Volkswi scha " — o z
allen in Einzel agen an den Tag geleg en Scha sinns — uch los
bleiben!
48 Vgl. E ich Schi (Kapi albildung und Kapi alau zeh ung im Konjunk u -
Ve lau , Wien 1933, S. 12/13), de dem „P inzip de zellenmäßigen Kapi ale neue-
ung", bei dem „die Kapi ale neue ung aus Ma k p eisen gespeis wi d" und bei
dem „neben de pauschalen Ve häl nismäßigkei zwischen Leis ung und Rep oduk-
ion im Wi scha sganzen auch noch Ve häl nismäßigkei diese G ößen an den ein-
zelnen S ellen bes eh ", das „P inzip de au eilenden Kapi ale neue ung" gegen-
übe s ell , das au „eine pauschale Ve häl nismäßigkei zwischen de im Roh-
e ag zum Ausd uck kommenden Leis ung und den als Kos en abgezweig en Rep o-
duk ionsbei ägen", also — in inanzwi scha liche Te minologie — nich au eine
spezielle, sonde n au eine gene elle En gel lichkei abges ell is .
Schmolle s Jah budi 78, 5 6
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82 Ha ald B aeu igam [594
Denn e s dann, wenn den Un e nehme n „no leidend46 gewo -
dene P oduk ionszweige die Gewäh gebo en wü de, daß ihnen die
aus dem wi scha lichen Fo sch i en s andenen, on ihnen niemals
o aussehba en und ihnen dahe auch nich zumu ba en Kapi al e -
lus e aus Mi eln de Allgemeinhei e se z we den, wä e übe haup
eine „ ich ige", „ma k ge ech e" P eisbildung! und eine „ ich ige",
„neu ale66 Geld e so gung de Volkswi scha p ak izie ba . Solange
die Technik o sch ei e , wü den sich den Un e nehme n s e s neue,
en able In es i ionsmöglichkei en ü das ihnen es i uie e Geld-
kapi al bie en, und sie wü den diese Gewinnchancen um so meh aus-
nu zen, wenn ihnen auch ü die Zukun s e s die So ge um die du ch
den wei e en echnischen Fo sch i bewi k en Kapi al e lus e ab-
genommen, wü de. Dann wü de auch du ch ein langsam, abe s ändig
sinkendes P eisni eau die p i a e In es i ions ä igkei nich meh ge-
hemm we den, denn die Un e nehme könn en dann um so meh
da au bedach sein, o allem die mi eine jeden e olg eichen Neu-
in es i ion e bundenen „Vo sp ungsgewinne" ü sich einzus eichen,
und dann wü de eine de wesen lichs en U sachen de Dep essions-
pe ioden — die Ho ungsneigung de Un e nehme — nich meh
wi ksam sein, Zusammen mi dem in Anm. 44 ange üh en Momen
müß e dies bewi ken, daß die ü den Konjunk u e lau allein
ele an e K eislau geschwindigkei des Geldes seh iel kon i-
nuie liche wä e als in den bishe igen Konjunk u zyklen, so daß eine
zum Ausgleich de schwankenden K eislau geschwindigkei des Geldes
e o de liche Geldmengen egulie ung sich alle Wah scheinlichkei
nach au ein Minimum besch änken könn e.
III. Die in la ionsbeding e Rezession
Im Gegensa z zu den op imis ischen Äuße ungen am liche und
wissenscha liche S ellen übe die Aussich en de kün igen Konjunk-
u en wicklung e önen aus de Wi scha selbs zwei massi e Miß-
auenskundgebungen, die das Kon adik o ische de gegenwä igen
Si ua ion — die gleichzei ige Fu ch sowohl o de In la ion als auch
o de De la ion — schlaga ig beleuch en: E s ens sind o z e -
schlech e e Absa zbedingungen und ge inge e Kapazi ä sausnu zung
de Indus ie die Ak ienku se nich ge allen, sonde n anges iegen, und
dies bedeu e , daß die In es o en nich an die Möglichkei de Au -
ech e hal ung eines hohen Beschä igungss andes ohne wei e e Ab*
nähme des Geldwe s glauben und daß be ei s eine Fluch in die Sach-
we e sich anbahn . Zum ande en wi d das neu e ich e e Ka ellam
mi eine Fülle on Genehmigungsan ägen übe lau en, und dies zeig ,
daß o z de wei e hin in la ionis ischen G unds immung eine be-
äch liche Zahl on Indus iezweigen mi eine Ve schlech e ung ih e
Absa zbedingungen und einem zunehmenden P eisd uck echne . Die
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595] Konjunk u poli ik und neu ales Geld 83
di e gie enden Tendenzen in de wi scha lichen En wicklung schei-
nen sich also zu e s ä ken und die Wi scha spoli ik o ein imme
e ns e we dendes Dilemma zu s ellen.
Die Ge ah eines k isenha en Rückschlags, die bei eine in la io-
nis isch ange ach en Konjunk u gegeben is , kann ielleich am ein-
achs en und eind inglichs en dadu ch au gezeig we den, daß eine
solchen Poli ik die Möglichkei eine neu alen Geldpoli ik in dem
on uns en wickel en Sinne un e k eislau heo e ischen
Gesich spunk en gegenübe ges ell wi d.
Bei neu alem Gelde bleib de K eislau de Wi scha — die
Gü e bewegung on den P oduzen en zu den Einkommensbeziehe n
und die ih gleichwe ige, abe gegenläu ige Geldbewegung on den
Einkommensbeziehe n zu den P oduzen en — im Zus ande de Voll-
beschä igung ohne zusä zliche Kau k a schöp ung in Gang. Sowei
zu Be iedigung eines zunehmenden Geschä sgeldbeda s eine Geld-
e meh ung s a inde , scha diese keine zusä zlichen Einkommen,
sonde n e hinde ge ade nu die Abso p ion eines Teiles de ü den
Wi scha sk eislau echnisch no wendigen Geldmenge in olge e -
höh e Kassenhal ung. Die P oduk i i ä s o sch i e de Volkswi -
scha , d. h. alles, was dazu bei äg , die Realeinkommen den Wünschen
de Konsumen en en sp echend zu s eige n, mani es ie en sich pa i
p a s s u in den Indi idualeinkommen, die S eige ung de Realeinkom-
men en sp ich also sowohl zei lich als auch g aduell und wa enmäßig
s e s genau dem in den einzelnen B anchen zu e zeichnenden ela i
eichliche en Gü e angebo gegenübe de Nach age. Dabei is es,
k eislau heo e isch bzw. beschä igungspoli isch gesehen, öllig gleich-
gül ig, ob die die o lau ende P oduk i i ä ss eige ung zum Ausd uck
b ingenden P eissenkungen Konsum- ode P oduk ionsgü e be e -
en: die P eissenkungen ü Konsumgü e s ä ken die Realeinkommen
unmi elba , die P eissenkungen ü P oduk ionsgü e dagegen e höhen
die Kau k a de als E spa nisse ode als S eue n abgezweig en Ein-
kommens eile. Le z e es bewi k , daß en wede bei gleiche nominale
Spa quo e de We de E spa nisse — gemessen am Volumen de
da ü käu lichen In es i ionsgü e — en sp echend ans eig , ode daß
zu E zielung eine gleich g oßen ealen E spa nis eine en sp echend
ge inge e Quo e om nominalen Einkommen abgezweig zu we den
b auch . En sp echendes gil ü die Zwangse spa nisse zuguns en des
S aa es, ü die S eue n. Ja soga die P eissenkungen im Expo -
geschä wi ken endenziell au eine Kau k a s ä kung de inlän-
dischen Einkommensbe liehe hin: in olge de nied ige en Expo -
p eise s eig — ce e is pa ibus — die Aus uh an, so daß en wede das
Ein uh olumen billige e Auslandsgü e ges eige we den ode —-
bei eien Wechselku sen — du ch eine Senkung de Ku se ü Aus-
landsde isen das gleiche Ein uh olumen den Inlände n billige an-
6.
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gebo en we den kann. Du ch die — aus dem s aa lichen „Las enaus-
gleichs onds ü Ve lus e des wi scha lichen Fo sch i s" e olgende
— En schädigung de Un e nehme ü ih e p i a wi scha lichen
Kapi alen we ungen du ch Gewinnschwund bzw. ü den ihnen du ch
die P eissenkung au gebü de en p i a - und olkswi scha lichen
Kapi al e zeh sowie du ch die Au lage, daß diese En schädigungs-
summen sogleich wiede zu neuen In es i ionen e wende we den
müssen, is die Gewäh da ü gebo en, daß die In es i ions ä igkei
du ch das langsam, abe s e ig sinkende P eisni eau nich beein äch-
ig wi d, daß also de Wi scha sk eislau ni gends ins S ocken ge ä .
Demgegenübe soll bei eine au S abili ä des P eisni eaus abge-
s ell en Wäh ungspoli ik de K eislau de Wi scha dadu ch in Gang
gehal en we den, daß auch nach E eichung de Vollbeschä igung zu-
sä zliche Kau k a , zusä zliche Einkommen gescha en we den, dami
das du ch die P oduk i i ä ss eige ung de Volkswi scha olumen-
und we mäßig anschwellende Sozialp oduk on einem en sp echend
ausgewei e en nominalen Volkseinkommen eso bie we den könne.
Da nach E eichung de Vollbeschä igung das nominale Volkseinkom-
men — die „wi ksame Gesam nach age66 — nich meh du ch eine
Ve meh ung de Zahl de Einkommensbeziehe e höh we den kann,
müß e eben das Einkommensni eau en sp echend angehoben we den.
Im Ve gleich zu de ealen S eige ung des Einkommensni eaus au
dem Wege de P eissenkung e geben sich hie bei abe zwei bedeu -
same Un e schiede:
1. Die Einkommense höhung e olg in den einzelnen B anchen
nich gleichzei ig mi de P oduk i i ä ss eige ung, sonde n gewöhn-
lich in einem gewissen zei lichen Abs and: Lohne höhungen kommen
meis ens e s dann zus ande, wenn sich die echnische P oduk i i ä s-
s eige ung in e höh en Gewinnen mani es ie ha , und auch dann iel-
ach e s nach ha en Kämp en. Dies bewi k , daß zunächs eine
g öße e Ren abili ä e ziel wi d, als au die Daue au ech e hal en
we den kann, und e lei e leich zu Übe in es i ionen.
2. Viel wich ige is abe die Ta sache, daß die E höhungen de
Einkommen, die ü den ges eige en Absa z de a ionalisie en
B anchen on Bedeu ung sind, zei lich und g aduell s a k hin e den
in den o sch i lichen B anchen e ziel en P oduk i i ä ss eige ungen
nachhinken.
Eine Lohne höhung in einem einzelnen Indus iezweig wi d ü
die Auswei ung seines Absa zes so gu wie imme bedeu ungslos sein.
Abe auch Lohne höhungen in allen Indus iezweigen we den ü die
Auswei ung des indus iellen Absa zes s e s iel wenige ins Gewich
allen als en sp echende P eissenkungen, denn in le z e em Falle wi d
nich nu die Kau k a de indus iellen Lohnemp änge , sonde n die
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597] Konjunk u poli ik und neu ales Geld 85
Kau k a alle po en iellen Nach age ges ä k , also
sowohl die Kau k a alle Einkommensbeziehe (auch de nich indu-
s iellen) als auch die Kau k a des Geldkapi als alle in es ie enden
Un e nehme . Um den Indus iezweigen, in denen die g öß en ech-
nischen P oduk i i ä s o sch i e, die g öß en Ra ionalisie ungs-
e olge zu e zeichnen sind, du ch Auswei ung ih es Absa z olumens
in demselben Maße eine Au ech e hal ung ih es Beschä igungss an-
des zu e möglichen, wie sie im Falle en sp echende P eissenkungen
zu e wa en wä e, käme es also nich da au an, daß die Kau k a de
in diesen o sch i lichs en P oduk ionszweigen ä igen A bei nehme
du ch en sp echende Lohne höhungen ges eige wi d, sonde n da au ,
daß die Kau k a alle po en iellen Abnehme on E zeugnissen
diese P oduk ionszweige en sp echend zunimm . Das is abe in de
Wi klichkei bekann lich nie de Fall. Die Einkonimensanhebungen in
den wenige o sch i lichen Indus ie- und P oduk ionszweigen blei-
ben sowohl g aduell als auch zei lich zu ück49. Die on ihnen aus-
gehende Gesam nach age s eig zwa auch nominell an, abe sie wi d
doch spä e und o allem in ge inge em Maße kau k ä ige , als wenn
ih die Ra ionalisie ungse olge de o sch i liche en P oduk ions-
zweige in Fo m on P eissenkungen zugu e gekommen wä en. Au
lange Sich wi d dahe den echnisch o sch i liche en P oduk ions-
zweigen nich genügend kau k ä ige Nach age ( on den Einkommen
aus den wenige o sch i lichen P oduk ionszweigen) zus ömen, um
ihnen bei s abilen P eisen die zum Ausgleich de ges eige en ech-
nischen Leis ungs ähigkei no wendige Auswei ung ih es Absa zes zu
siche n, so daß sie gezwungen sein we den, en wede doch ih e P eise
zu senken ode — bei monopolis ischen P eisab eden — ih e P oduk-
ion einzusch änken. Und zwa wi d sich die unzu eichende Anhebung
de Einkommen in den wenige o sch i lichen P oduk ionszweigen
um so ehe als eine Nach agelücke auswi ken, je meh die nominalen
Einkommenss eige ungen du ch pa ielle P eiss eige ungen be ei s
eilweise eali e kompensie wo den sind. So gesehen, is es auch e -
klä lich, daß selbs bei einem endenziell noch ans eigenden P eis-
ni eau Rückschläge im P oduk ions- und Beschä igungss and ein e-
en können.
Eine au S abilisie ung de P eise und au eine den P oduk i i ä s-
o sch i en en sp echende Anhebung de Nominaleinkommen ab-
zielende Wäh ungspoli ik üh also nich nu zu all den Wide -
sp üchen und Unge eim hei en, au die wi oben (I, 2) hingewiesen
haben, sonde n is auch k eislau heo e isch nich hal ba und muß
49 Man denke z. B. an die Einkommensen wicklung in de Landwi scha , in
den eien Be u en, bei den Beam en — ganz zu schweigen on den Ren ne n und
Hausbesi ze n — und nich zule z auch an die En wicklung de e ms o ade
zwischen Indus ie- und Rohs o lände n!
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86 Ha ald B aeu igam [598
ühe ode spä e einen Konjunk u ückschlag he au beschwö en.
Un e güns igen Vo ausse zungen kann diese du ch e schiedene kon-
junk u poli ische In e en ionen zwa zei lich hinausgeschoben we -
den, abe nu un e Inkau nahme de Ge ah eines spä e um so
g öße en Debakels.
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DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.5.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:25:47