Lehnis, Felix
A icle
Die Zwei e In e na ionale
Genossenscha swissenscha liche Tagung
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Lehnis, Felix (1957) : Die Zwei e In e na ionale Genossenscha swissenscha liche
Tagung, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244,
Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 77, Iss. 6, pp. 91-98,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.77.6.91
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731] 91
Be ich e
Die Zwei e In e na ionale
Genossenscha swissenscha liche Tagung
Vom 20. bis 24. Augus 1957 and in E langen und München die
Zwei e In e na ionale Genossenscha swisschenscha liche Tagung s a ,
zu de das Fo schungsins i u ü Genossenscha swesen an de Uni-
e si ä E langen in Ve bindung mi den Genossenscha sins i u en
an den Uni e si ä en F ank u , Ma bu g, Müns e und Wien einge-
laden ha e. E wa 250 Ve e e on Wissenscha und P axis aus
24 Lände n leis e en dem Ru zu diese Tagung übe „Die kul u elle,
soziale und ökonomische Lage des Genossenscha swesens" Folge und
ech e ig en dami allein schon die Ini ia i e de Ve ans al e .
Den Reigen de Re e a e und Aussp achen e ö ne e de
ehemalige innische Minis e p äsiden , D . h. c. Vainö Tanne ,
mi einem Fes o ag übe „Die Genossenscha sidee als s aa s-
bildende K a de Demok a ie". Tanne e a die Au assung,
daß Genossenscha und Demok a ie aus dem gleichen Geis e leben
und, was die agende Idee bei de Meis e ung des Spannungs e häl -
nisses on Indi iduum und Gemeinscha angeh , wesens e wand sind.
In jede Gemeinscha , so mein e de Redne , müsse die F eihei de
zugehö igen Indi iduen beg enz we den. In de Idee des demok a-
ischen S aa es abe wie de Genossenscha liege es, daß die no -
wendige Eino dnung au G und inne e Ve bundenhei de gemein-
scha sbildenden Indi iduen in e hische G undhal ung und p ak-
ischen Zielse zungen eiwillig e olge. Aus diese Gemeinsamkei de
G undidee olge zwa nich , daß das Genossenscha swesen die allein
adäqua e wi scha liche E gänzung de s aa lichen Demok a ie da -
s elle. Man dü e abe sagen, daß eine poli ische Demok a ie ohne
wi scha liche Demok a ie un olls ändig sei und diese ih en eins en
Ausd uck im Genossenscha swesen inde. Wenn man glaube, wi -
scha liche Demok a ie du ch eine Ums ellung des P oduk ionsmi el-
besi zes au Ak ien und de en wei gehende S euung und S ückelung
e eichen zu können — eine Konzep ion, ü die o die Bezeichnung
„Volkskapi alismus" gewähl we de — so e gesse man* daß solche
Ak ienbesi z allein kaum eine inne e Ve bundenhei de Ak ien-
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92 Be ich e [732
besi ze e bü ge und nu einen seh losen Kon ak mi den Lebens-
p oblemen de Un e nehmung b inge. Auch e bü ge e kaum einen
An eil an de Un e nehmenslei ung. E s wenn man die Kapi algesell-
scha en in Pe sonalgesellscha en umwandeln wü de, kämen sie demo-
k a ischen Idealen nahe. Dann bes ünde abe auch kein g oße Un e -
schied zu den Genossenscha en meh . De Weg de Sozialisie ung
de Un e nehmung sei deshalb nich gangba , weil die wachsende Ge-
ah bes ehe, daß die En al ungsmöglichkei des Indi iduums zu s a k
beschni en wü de und die Demok a ie in de Bü ok a ie e s icke.
Am 22. Augus e e ie e o mi ags P o esso D . Back übe
„Das Genossenscha swesen im S uk u wandel des Gesellscha s-
und Wi scha slebens". Ihm ging es o allem um die Zukun de
Genossenscha en. Mi Nachd uck be on e Back, daß ü die Genossen-
scha en die Wah nehmung un e nehme ische Au gaben unumgäng-
lich sei. Na ü lich hä e sich das Genossenscha swesen im An ang
seine En wicklung als Gegensa z zu un e nehmungsweise o gani-
sie en Gesellscha swi scha emp inden müssen. Inzwischen seien
die Genossenscha en abe in eine Fo m und G öße hineingewachsen,
die es ihnen unmöglich mache, absei s des echnischen Fo sch i s zu
s ehen. Ganz besonde s e wies Back dabei au die No wendigkei ,
sich mi den P oblemen de Au oma ion zu be assen. E sp ach die
Ve mu ung aus, daß sie bedeu same e Umwälzungen in de P oduk-
ions echnik als die e s e indus ielle Re olu ion und selbs die wi -
scha liche Nu zung de A omene gie b ingen wü de. Neua ige wi -
scha liche Möglichkei en komplexes e Na u könn en e schlossen
we den, die zugleich neue O ganisa ions o men, wah scheinlich die
Wah nehmung on Be iebs- und Ma k unk ion in ge enn en Wi -
sa sgebilden und im ganzen eine meh pe sonalis ische O dnung
b ingen wü den. In diesem P ozeß gel e es ü die Genossenscha en
den Anschluß nich zu e lie en und un e nehme ische Wagnisse ein-
zugehen.
Die These Bades, daß die Genossenscha en Un e nehmens-
cha ak e annehmen soll en und eilweise schon besi zen, blieb nich
unwide sp ochen. In de Diskussion zeig e sich jedoch, daß Back mi
seine Fo de ung nach un e nehme ische Ini ia i e bei den Genossen-
scha en nich mein e, daß de en Ve hal en om indi idualis ischen
P o imo i ge agen we den soll e. Back ging es ielmeh nu da um
zu zeigen, daß die Genossenscha en un e nehme ische Au gaben im
Sinne Schumpe e s, d.h. die Du ch üh ung neue P oduk ionsmi eJ-
kombina ionen wah nehmen können, ja soga müssen, wenn sie die
ihnen a eigene soziale Funk ion in unse e Zei mi E olg e wi k-
lichen wollen.
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733] Zwei e In e na ionale Genossenscha swissenscha liche Tagung 93
Am Nachmi ag ag e man in d ei ge enn en A bei sg uppen. Die
e s e A bei sg uppe behandel e „In e na ionale G undsä ze des Ge-
nossenscha s ech s". P o esso D . Y a
1
k o om Washing on S a e
College, Iowa, mach e in seinem ein üh enden Vo ag zunächs da au
au me ksam, daß on Land zu Land g oße Un e schiede nich nu im
Genossenscha swesen selbs , sonde n auch im Genossenscha s ech
bes ünden. Es sei deshalb schwe , in e na ional e bindliche No men
genossenscha s ech liche A au zus ellen, wenn man on einigen
wenigen und a sächlich unabdingba en G undp inzipien absehe. In
keinem Land dü e die Gese zgebung on dogma ischen und am
g ünen Tisch gewonnenen Vo s ellungen übe das Genossenscha s-
wesen ausgehen. Es müsse ielmeh s ändig de a sächlichen En -
wicklung des Genossenscha swesens Rechnung ge agen we den.
In de A bei sg uppe II, die „Sonde p obleme de genossenscha -
lichen Be iebsges al ung" besp ach, wu de nochmals das Thema Au o-
ma ion angeschni en. P o esso D . Ki sch, Ma bu g, üh e, nach-
dem e einen allgemeinen Übe blick übe Wesen und Fo men de
Au oma ion gegeben ha e, in seinem Vo ag aus, daß Au oma ion —
ode besse gesag Au oma isie ung — nich s g undsä zlich Neues sei
und b ach e, den eind inglichen Ru Bades nach Au oma isie ung e'was
abschwächend, zum Ausd uck, daß es seh ei liche und o sich ige
P ü ung ih e Anwendungsmöglichkei en bedü e, ehe man sich in
In es i ionen s ü ze. E sah Möglichkei en ü die Anwendung de
Elek onik o allem im Buchiungs- und Rechnungswesen de Ge-
nossenscha en. Dabei wü den alle dings zen ale Buchungss ellen und
ein gemeinsames Rechnungswesen gescha en we den müssen.
Die A bei sg uppe III be aß e sich mi „Möglichkei en und G en-
zen des Genossenscha swesens in un e en wickel en Lände n". M .
L a m m i n g om In e na ionalen A bei sam in Gen ließ in seinem
als Diskussionsg undlage dienenden Re e a ganz kla we den, daß
de Au bau on Landwi scha und Indus ie in den sogenann en
un e en wickel en Lände n übe all ein nachhal iges Eing ei en des
S aa es e o de und die Genossenscha en zwa s aa lich ge ö de ,
abe auch übe wach we den und sich bei ih e Tä igkei als Gliede
in meh ode minde um assende Planungen des S aa es einzu ügen
haben. Es wu de deu lich, daß die G enzen de Au onomie de Ge-
nossenscha in den En wicklungslände n ande s gese z sind als im
Wes en und die G ündung on Genossenscha en do im allgemeinen
nich als spon ane Selbs hil eak de Mi gliede e olg , sonde n om
S aa ini iie wi d, de iel ach auch die Vo bedingungen ü die
Bildung on Genossenscha en e s scha en muß (Au eilung on
Boden, He anbildung geeigne e A bei sk ä e und zu Lei ung be-
ähig e Pe sonen, An egung des Spa willens usw.).
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Die Aussp ache, in welche iele de anwesenden Ve e e on
En wicklungslände n selbs das Wo e g i en, bes ä ig e die Aus-
üh ungen Lammings au das nachd ücklichs e. Wohl allen Teilneh-
me n d äng e sich die F age au , ob die Genossenscha en diese
Lände übe haup als ech e Genossenscha en zu be ach en sind.
Kaum jemand konn e sich abe auch de Ta sache e schließen, daß
es e ehl wä e, Wi scha so dnung und Genossenscha en diese
Lände ein ach in den kollek i is ischen Top zu we en, solange die
ü sie ypischen Misch o men on Ma k wi scha und Zen al e -
wal ungswi scha , on Genossenscha und Kollek i sam ih e be-
sonde en Mi - und Umwel beding hei nich eingehende e o sch
sind.
Am Vo mi ag des 23. Augus sp ach M . W a k i n s , Di ek o
des In e na ionalen Genossenscha sbundes (IGB), London, übe „Au -
gaben und Möglichkei en des Genossenscha swesens in unse e Zei ".
Ihm ging es zunächs um eine Klä ung de Au gaben und Möglich-
kei en einzelne Spa en des Genossenscha swesens in den hoch-
en wickel en Lände n des Wes ens. E wa die F age au , ob die
Konsumgenossenscha en angesich s de s ändigen Re olu ionie ung
on Wa en e eilung und Konsumen ennach age ih e Rolle nich aus-
gespiel hä en. Wa kins e nein e diese F age. Nach wie o käme
den Konsumgenossenscha en Bedeu ung als gegengewich ige Ma k -
k a zu. Sie müß en sich alle dings, wenn sie e ne hin eine agende
Rolle in de Wa en e eilung spielen woll en, s ä ke de Be ei -
s ellung langlebige Konsumgü e widmen. Dabei sei die Zusammen-
a bei einzelne Genossenscha sspa en, wie e wa de Bau- und Kon-
sumgenossenscha en beim Möbelangebo , besonde s zu p legen. Die
ländlichen Genossenscha en könn en bei de zunehmenden Mechani-
sie ung de Landwi scha we olle Hil e bie en und, indem sie die
Annehmlichkei en des S ad lebens au das Land agen, de Land-
luch en gegenwi ken. Die Ansich , daß die gewe blichen und die
P oduk i genossenscha en keine Zukun meh hä en, da de
mode ne G oßbe ieb sie echnisch übe hol habe, sei i ig. Die
mode ne Wi scha b auche auch den Kleinbe ieb und könne on
den P oduk i genossenscha en le nen, das indus ielle Sys em zu e -
menschlichen.
Im zwei en Teil seine Aus üh ungen kam Wa kins au die Be-
deu ung de Genossenscha en in den En wicklungslände n zu sp e-
chen. In Übe eins immung mi den in de A bei sg uppe III e a bei-
e en Lei gedanken e a Wa kins die Au assung, daß dem Ge-
nossenscha swesen do du chaus Möglichkei en o ens ünden. Die
Genossenscha en könn en meh als jede ande e Bewegung dazu bei-
agen, daß beim Übe gang on eine e al e en zu eine mode nen
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735] Zwei e In e na ionale Genossenscha swissenscha liche Tagung 95
Wi scha de Sinn ü soziale Ve an wo ung nich e lo en gehe.
De Du chse zung de Genossenscha sbewegung komme dabei die
Ta sache en gegen, daß das Anlau en des Ums ellungsp ozesses in
diesen Lände n die En wicklung kleinbe iebliche Fo men o aus-
se ze, diese abe ü den genossenscha lichen Zusammenschluß be-
sonde s geeigne seien.
Mi Nachd uck glaub e Wa kins da au hinweisen zu müssen, daß
die En wicklung on Genossenscha en nich übe einen gewissen
Punk hinaus o cie we den könne, ohne Schaden zu leiden. Viele
Poli ike in den En wicklungslände n hä en — aus dem e s änd-
lichen Ge ühl he aus, die Zei lau e ihnen da on — den D ang, T eib-
hausme hoden beim Au bau und de Ausb ei ung on Genossen-
scha en anzuwenden. Diese D ang müsse jedoch in G enzen gehal en
we den.
Gleich im Anschluß an Wa kins e e ie e D . Klu s a k, Gene al-
anwal des Deu schen Rai eisen e bandes e. V., übe „In e na ionale
genossenscha liche Zusammena bei ". D . Klusak hob d ei Be eiche
diese Zusammena bei he o : E ah ungsaus ausch, Wa enaus ausch
und die Fö de ung des Genossenscha swesens in En wicklungslände n.
E e a die Au assung, daß dem E ah ungsaus ausch die g öß e
Bedeu ung zukomme. De En wicklung on Handelsbeziehungen zwi-
schen Genossenscha en e schiedene Lände seien G enzen gese z
du ch den Ums and, daß — hie zu wä e eilich manches zu sagen —
die Rezip ozi ä de Vo eile nu dann einige maßen gesiche sei,
wenn on Genossenscha zu Genossenscha di ek Wa e gegen Wa e
ge ausch we de. Bei de Tä igkei zu Fö de ung des Genossenscha s-
wesens in En wicklungslände n komme es neben de echnischen Hil e-
leis ung o allem da au an, daß ü eine aus eichende Selbs ändig-
kei de genossenscha lichen Selbs hil e geso g sei und de S aa sich
nach seine S a hil e zu ückziehe. An Hil smöglichkei en, welche die
Genossenscha en hochen wickel e Lände bie en könn en, nann e
D . Klusak im einzelnen die E o schung de Realisie ungsbedingun-
gen on Genossenscha en in un e en wickel en Lände n, die An-
we bung und En sendung on Fachleu en, die Gewäh ung on S i-
pendien und das Abhal en on Schulungsku sen.
Die Diskussion b ach e in manchen Punk en eine De ailie ung und
Ve ie ung sowohl de Aus üh ungen on Wa kins wie on D . Klusak.
Ve e e on En wicklungslände n be on en, daß die ins Auge ge aß e
Hil e asch und nachhal ig e olgen müsse, wenn sie on We sein
solle. Sie bes ä ig en dami in gewissem Sinn die Be ü ch ungen on
Wa kins und ließen abe auch kla we den, daß die möglichs asche
E zielung on Fo sch i en angesich s des Be ölke ungsd uckes und
des in de b ei en Masse imme d ängende we denden Wunsches nach
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96 Be ich e [736
einem höhe en Lebenss anda d wi klich ein b ennendes P oblem
da s ell .
Schon wenn man die im bishe igen Tagungs e lau angeschni enen
P obleme übe blick , wi d es e s ändlich, daß de Wunsch en s ehen
muß e, in e na ional im Gesp äch zu bleiben und die in E langen
gemach en An änge o zuse zen. Es wa deshalb ein glückliche Ge-
danke, sich am Nachmi ag im Rahmen eine ie en A bei sg uppe,
de en Lei ung P o esso D . Clausing, E langen, übe nahm, mi
dem P oblem de G ündung eines In e na ionalen genossenscha s-
wissenscha lichen Fo ums zu beschä igen. Wohlweislich wu de in
diesem ühen S adium de Besp echungen da on abgesehen, die
G ündung selbs o zunehmen und Einzelhei en de Sa zung es zu-
legen. Nach eingehende und lebha e Aussp ache aß e man abe
eine Resolu ion, die den übe eins immenden Wunsch de Ve samm-
lung nach G ündung eine „In e na ionalen Gesellscha zum S udium
des Genossenscha swesens", de o wiegend Ve e e de Wissen-
scha angehö en soll en, und — dami de Kon ak zu P axis ge-
siche sei — nach eine Fö de ungsgesellscha zum Ausd uck
b ach e. Auße dem wu de ein kleines Vo be ei ungskomi ee — be-
s ehend aus P o esso D . Ba bie , Schweiz, P o esso D . F ie ema,
Holland, und P o esso D . Henzle , Deu schland — gewähl , das sich
um eine g ündliche Klä ung alle Vo agen und Einzelhei en küm-
me n und bis zu nächs en In e na ionalen Tagung konk e e Vo -
schläge ausa bei en soll.
De Vo mi ag des 24. Augus , an dem zum le z en Male in E -
langen ge ag wu de, gehö e wiede de Genossenscha s heo ie. P o-
esso D . R o b o k a om Iowa S a e College kam in seinem Vo -
ag „De Nu zen de Genossenscha s heo ie" zunächs au den We
ökonomische Theo ie schlech hin zu sp echen. E be on e, daß es
de en Au gabe sei, ein G undge üs zu E assung de gewöhnlich
seh komplexen ökonomischen Phänomene zu geben und diese — was
mi dem bloßen Zusammen agen on Ta sachen eben nich geleis e
sei — zu e klä en, um schließlich zu b auchba en Vo aussagen zu
kommen. Die Theo ie — und P o esso Robo ka dach e dabei o en-
sich lich an die ökonomische Modell heo ie — müsse zwa o ab-
s ak sein, s ehe abe , wenn sie gu sei, niemals in Wide sp uch zu
den Ta sachen. Selbs e s ändlich müsse die Theo ie we ei sein.
All dies gel e auch ü die Genossenscha s heo ie als einen Zweig
de allgemeinen Wi scha s heo ie. Mi Bedaue n s ell e Robo ka
es , daß nu ein kleine Teil de Genossenscha sli e a u Theo ie in
dem on ihm gemein en Sinn en hal e. De g öß e Teil de an sich
eichlichen Li e a u sei desk ip i , his o isch, s a is isch ode in-
s i u ionell.
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737] Zwei e In e na ionale Genossenscha swissenscha liche Tagung 97
De Nu zen de ökonomischen Genossenscha s heo ie liege o
allem da in, daß mi ih die allgemeine ökonomische E kenn nis eine
E wei e ung e ah e, im Hochschulun e ich dem Genossenscha s-
wesen meh Rechnung ge agen we den könne und de Genossen-
scha sp ak ike E kenn nisse an die Hand bekomme, die ihm e -
laub en, sich übe die ökonomischen Folgen seine Handlungen und
das Gewich ökonomische P obleme kla zu we den.
P o esso D . H. J. Se aphim, Müns e , en wickel e in seinem
Vo ag „Wie muß eine wi klichkei snahe Theo ie das Wesen de Ge-
nossenscha en e assen?" die Au assung, daß die E a bei ung on
ökonomischen Ve lau smodellen nich genüge. Es müsse ielmeh an-
schaulich- heo e isch ode ges al heo e isch o gegangen, zunächs ein
Ideal ypus de Genossenscha gebilde und on ihm zum Real ypus
o ges oßen we den. Als kons i u i e Me kmale des Ideal ypus
nann e Se aphim: Selbs ändigkei de Wi scha szellen, die eine Ge-
nossenscha bilden (was zugleich ma k wi scha lich undie e O d-
nungen zu Vo ausse zung habe), schwache Ma k posi ion de e -
einzel en Wi scha szellen, E kenn nis ih e Schwäche und Be ei -
scha de Un e nehme ode Haushal e zu Eino dnung in eine o ga-
nisie e G uppe, um dadu ch eine E höhung de Ma k mach zu e -
eichen. An S elle des sons üblichen homo oeconomicus habe de
homo coope a i us zu e en.
Von diesem Ideal ypus gelinge de Vo s oß zu Real ypen einmal
du ch Be ücksich igung me aökonomische Zielse zungen, welche die
ökonomische Zielse zung übe lage n. Zum ande en seien die möglichen
Modi ika ionen in de Eins ellung de Mi gliede zu ih e Genossen-
scha , im Ve häl nis de Mi gliede zueinande und im Ve häl nis on
Genossenscha slei ung und Mi gliede n zu be ücksich igen. An eal-
ypischen Gesam s uk u en ließen sich demnach Genossenscha en mi
ausschließlich ökonomische Zielse zung und Genossenscha en, die
neben ökonomischen Zielen auch solche me aökonomische A e -
olgen, un e scheiden. De e s e Real yp, de heu e imme meh an
Bedeu ung gewinne, lasse sich un e gliede n in a) einen Typ simul-
ane Lei ungs- und Mi gliede ak i i ä , b) einen lei ungsak i en Typ
mi en al e e Diens gesinnung, c) einen lei ungsak i en Typ mi be-
sch änk e Diens gesinnung, in welchem un e Ums änden die Nei-
gung bes ehe, das Nich mi gliede geschä um seine selbs willen zu
be eiben, und d) einen mi gliedsak i en Typ.
Se aphim kam zu dem E gebnis, daß de Real yp a, de in de
Wi klichkei ga nich so sel en sei, dem G undau ag de Genossen-
scha am bes en en sp eche. E scheide sich — wobei alle dings be-
ach e we den muß, daß Se aphim einen ande en Un e nehmungs-
beg i o Augen ha e als Back — auch scha om Un e nehmen.
Schmolle s Jah buch LXXVI1, 6 7
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98 Be ich e 738
Auch Typ b und de eilich nu besch änk unk ions ähige Typ d
seien Hil sbe iebe de Gliedwi scha en und nich Un e nehmen.
Selbs de Typ c un e scheide sich, obwohl schwäche und den G und-
au ag de Genossenscha en be ei s e älschend, noch s a k on de
Un e nehmung.
Man da sagen, daß Se aphim mi seine beim Ideal ypus be-
ginnenden und zum Real ypus o s oßenden Ges al analyse den engen
Rahmen ein ökonomische Modell heo ie, wie sie Robo ka e a ,
mi E olg übe sp ang. An diese Fes s ellung ände auch die Ta -
sache nich s, daß man, wie manche Diskussions edne zeig en, in
Einzelhei en ande e Au assung sein kann. Die No wendigkei ge-
s al heo e ische Analyse, welche allein die küns liche Isolie ung de
pu en Ökonomie zu übe winden e mag, bleib unange as e . Es muß
deshalb als as agisches Miß e s ändnis bezeichne we den, wenn —
wie das die Diskussion auch en hüll e — bei einigen Tagungs eilneh-
me n de Eind uck en s and, Se aphim habe als eine Ökonom ge-
sp ochen und eine ausschließlich ökonomischen O ien ie ung de Ge-
nossenscha en das Wo ge ede . Zu wenig be on e Se aphim iel-
leich , daß dem Vo s oß om Ideal ypus zum Real ypus de Vo s oß
zu eine wi klichkei snahen Ve lau s heo ie pa allel gehen muß. Bei
diese le z e en Au gabe ha — und hie wi d die Möglichkei eines
B ückenschlages zu Au assung Robo kas deu lich — die ökonomische
Modell heo ie du chaus eine Funk ion als Ve gleichs- und Suchschema,
als analy isches Ins umen im Sinne Schumpe e s.
De le z e Tag de in e na ionalen Ve ans al ung e sammel e die
Teilnehme in München, wo nach eine Beg üßung du ch D . Hö -
lache , den Vo si zenden des Ku a o iums des Fo schungsins i u s
ü Genossenscha swesen an de Uni e si ä E langen, und Wi -
scha sminis e B e z o
1
d als Ve e e de Baye ischen S aa s egie-
ung de P äsiden de Deu schen Genossenscha skasse, Ha -
mann, übe „Die e hische und ökonomische Bedeu ung des Ge-
nossenscha swesens" sp ach. P äsiden Ha mann gab dabei eine
eind ucks olle Leis ungsschau o allem des deu schen Genossen-
scha swesens. Alle in den o angegangenen Tagen besp ochenen
Themen klangen in seinem Vo ag noch einmal an und ließen dami
die geeigne e A mosphä e ü die Schlußansp ache on P o esso D .
Weippe , E langen, en s ehen, in de diese die E gebnisse de
Tagung esümie e und allen Teilnehme n, Mi wi kenden und Fö -
de e n de Tagung den Dank de Ve ans al e aussp ach.
Felix Lehnis - E langen
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