Heinemann, Klaus
A icle
S abili ä und Wandel bü ok a ische O ganisa ionen
Schmolle s Jah buch ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Heinemann, Klaus (1969) : S abili ä und Wandel bü ok a ische O ganisa ionen,
Schmolle s Jah buch ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, ISSN 0036-6234, Duncke &
Humblo , Be lin, Vol. 89, Iss. 3, pp. 313-331,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.89.3.313
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S abili ä und Wandel
bü ok a ische O ganisa ionen
Von Klaus Heinemann, Ka ls uhe
I.
Hohe S abili ä und konse a i e Eins ellung sind wesen liche Me k-
male bü ok a ische O ganisa ionen. Das wei e b ei e e Unbehagen,
die häu ige K i ik an Bü ok a ien haben eine Haup quelle ohne Zwei-
el in de ypisch schwe älligen Anpassungs- und Ände ungs o m, mi
de bü ok a ische O ganisa ionen ih e A bei sweise an neue, nich
meh mi einge ah ene Rou ine e üllba e Au gaben und Leis ungs-
an o de ungen angleichen. Das Unbehagen wi d ge agen du ch ein
imme wiede zu age e endes Ungleichgewich , du ch ein Spannungs-
e häl nis, das en s eh aus diesen übe länge e Zei äume un e än-
de bleibenden Leis ungsmöglichkei en bü ok a ische Appa a e au
de einen Sei e, den wechselnden, neu au e enden E üllungsansp ü-
chen aus allen gesellscha lichen Daseinsbe eichen de Wi scha , de
Ve so gung, de Bildung, de Technik usw. au de ande en Sei e.
Wenn abe Ve ände ungen und Anpassungen inne halb eine Bü o-
k a ie e olgen, müssen ih e Wi kungen in bezug au Ve wal ungse -
ek i i ä , ge o de e Ziele eichung, abe auch in bezug au demok a-
isch-soziale We o s ellungen usw. o als zwei elha e scheinen.
Nich also nu die S a hei und de Konse a i ismus on Bü ok a-
ien, auch de Wandel selbs kann Quelle diese K i ik und des Unbe-
hagens we den. Aussagen diese A wiegen besonde s schwe ange-
sich s de Ta sache, daß in unse e Gesellscha imme meh Lebens-
be eiche adminis a i ge egel we den.
Gleichzei ig jedoch müssen solche Anme kungen sugges i wi ken;
sie a ikulie en E ah ungen und E lebnisse übe die A bei sweise on
Bü ok a ien, ohne übe den a sächlichen Zusammenhang on Funk-
ionsweise, A bei s- und Leis ungss il bü ok a ische O ganisa ionen
eine sei s, gesellscha lichen Ve ände ungen und den da aus esul ie-
enden E üllungsansp üchen ande e sei s nähe e Aussagen machen zu
können. Es schein dahe wenig sinn oll, diese K i ik an den ypischen
Ände ungs- und Anpassungs o men bü ok a ische O ganisa ionen
wei e zu e ie en, be o nich de Zusammenhang on bü ok a i-
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314 Klaus Ileinemann
sehen Leis ungsmöglichkei en und Ve ände ungen de Leis ungs- und
E üllungsansp üche nähe un e such is , insbesonde e be o nich die
G ünde diese hohen Unbeweglichkei e hell sind.
Es muß nun au allen, daß diese hie angesp ochenen Zusammen-
hänge, ebenso die F age de Bedingungen, die zu eine Ände ung on
Bü ok a ien üh en können, bishe in de imme meh anschwellenden
Bü ok a ieli e a u nu wenig Beach ung ge unden haben. E s in
jüngs e Zei is insbesonde e ange eg du ch die um ang eiche em-
pi ische S udie übe die Dynamik bü ok a ische S uk u en on Blau1
das In e esse an diesem Gegens and ges iegen.
Wi müssen da on ausgehen, daß diese P oblemausklamme ung be-
ei s au das Bü ok a iemodell on Max
Webe ,
das ja die Bü ok a ie-
o schung ini iie und übe wei e S ecken wesen lich mi bes imm
ha , zu ückgeh . Dies schließ nich aus, daß sich gleichwohl aus den
Me kmalen des
Webe sdien
Ideal ypus de Bü ok a ie Aussagen übe
Anpassungs- und Ände ungs o men und ih e Bedingungen ablei en
lassen. Es mag dahe nü zlich sein, auch ü das hie zu Diskussion
s ehende P oblem das Modell on
Webe
zum Ausgangspunk zu neh-
men.
Webe
kennzeichne den „mode nen Ve wal ungss aa " du ch ol-
gende O ganisa ionsme kmale2: Es bes eh das P inzip de Am s- und
Au o i ä shie a chie; de Beam e e üll seine Am sp lich en be u lich
und nach gene ellen No men inne halb seine es um issenen Am s-
kompe enzen, legi imie du ch seine Fachquali ika ionen; es bes ehen
es e Regeln und Ve hal ensweisen zu Au gabenbewäl igung; de Bü-
ok a geho ch lediglich seinen sachlichen Am sp lich en ei on pe -
sönlichen In e essen, eine Mo i a ionss uk u , die e eich wi d du ch
es e Gehäl e in Geld, Unkündba kei , es e Lau bahn egelung, Al-
e ssiche ung und die T ennung om Eigen um an Ve wal ungsmi eln
und P i a e mögen3.
1 Vgl. Pe e M.
Blau:
The Dynamics o Bu eauc acy, Chicago 1963. Vgl. im An-
schluß da an insbesonde e den on Joseph
La Palomba a
he ausgegebenen Au sa z-
band: Bu eauc acy and Poli ical De elopmen . P ince on 1963. Ebenso die Einzel-
s udien on Richa d H.
Mc Clee y:
Policy Change in P ison Managemen . In: Ami-
ai
E zioni
(H sg.): Complex O ganisa ion. New Yo k 1961. S. 376 . und Nancy
Mo se
, E e e
Reime :
The Expe imen al Change o a Mayo O ganisa ional Va i-
able. Jou nal o Abno mal and Social Psychology, Bd. 52 (1956). S.120 .
2 Vgl. Max
Webe :
Wi scha und Gesellscha . Köln/Be lin 1964. S. 157 . und
S. 703 .
3 Diese Dimensionen inden sich, wenn auch un e schiedlich olls ändig, in den
meis en im Anschluß an Max
Webe
en wickel en Bü ok a iemodellen. Vgl. dabei die
Zusammens ellung on Richa d H.
Hall:
The Concep o Bu eauc acy: An Empi ical
Assessemen . The Ame ican Jou nal o Sociology, Bd. 69 (1963/64), übe se z in:
Rena e
Mayn z
(H sg.): Bü ok a ische O ganisa ion. Köln/Be lin 1968. S. 69 . Vgl.
audi A nold
Gehlen:
Bü ok a isie ung. S udien zu An h opologie und Soziologie.
Neuwied 1963. S. 263.
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S abili ä und Wandel bü ok a ische O ganisa ionen 315
Funk ions ähig, gleichzei ig ü die In e essen en be echenba und
a ional kalkulie ba we den bü ok a ische O ganisa ionen du ch die
Fo ma ie ung und Gene alisie ung insbesonde e de Regeln und Ve -
ah ensweisen zu Bewäl igung de A bei ssi ua ion. Gene alisie ung
bedeu e , (1) daß die Regeln zei liche Daue gel ung e hal en, also in
ih e Gel ung im Zei ablau o z sich ände nde Ums ände und An-
o de ungen unbe üh bleiben, (2) daß die sachliche Konsis enz de
En scheidungen gesiche is , so daß die E üllung de Einzelak e im
Rahmen des gesam en Ve wal ungs ollzugs nich meh abhängig is
on pe sönlichem Ve s ändnis und de Einsich des einzelnen in die
Gesam zusammenhänge und (3) daß sozial ins i u ionell ga an ie und
kon ollie is , daß die Regeln „ohne Ansehen de Pe son" und ohne
Rücksich au indi iduell e schiedene Eins ellungen angewende we -
den4. Lediglich wenn diese d ei Dimensionen de Gene alisie ung e -
üll sind, e olg die P oblembewäl igung inne halb on Bü ok a ien
du ch Regeln, die im Sinne on Luhmann als „En scheidungsp o-
g amme"5 bezeichne we den können.
Die du ch Gene alisie ung e eich e S abilisie ung de E wa ungs-
s uk u en ü alle In e essen en bedeu e eine Reduk ion unbes imm-
e , nich eindeu ig ixie e , o ene Ve hal ens- und En scheidungs-
möglichkei en au o he sagba e, epe i i wiede keh ende Ve hal-
ensmus e 6. De g undsä zlich seh b ei e Disposi ionsspiel aum bei
de Au gabenbewäl igung is du ch solche En scheidungsp og amme
wei gehend eingeeng . Gleichzei ig bedeu e dies, daß die En scheidun-
gen sich an eben diesen P og ammen, wenige an den An o de ungen
des Einzel alls o ien ie en. De Beam e läß sich bei de Au gaben-
bewäl igung du ch o gegebene Ve ah ens egeln lei en, das Suchen
nach neuen, un e Ums änden p oblemadäqua e en Al e na i en i
in den Hin e g und. Spon anei ä , Suche nach Neue ungen können so-
mi e minde , S a hei und P oblem emde e höh we den. Ohne
Zwei el e geben sich dadu ch mögliche nega i e Folgee scheinungen
des Bü ok a ismus, also auch mangelnde Wandlungs ähigkei sekun-
dä aus diesen zunächs posi i en Funk ionen de Gene alisie ung de
Regeln und Ve ah ensweisen zu P oblembewäl igung inne halb eine
Bü ok a ie.
4 Vgl. zu diesen d ei Dimensionen de Gene alisie ung insbesonde e Niklas Luh-
mann: Funk ionen und Folgen o male O ganisa ion. Be lin 1964. S. 59 .
5 Niklas Luhmann: Lob de Rou ine. Ve wal ungsa chi Bd. 55, (1964). S. 5. Vgl.
abe auch He be A. Simon: The New Science o Managemen Decisión. New Yo k
1960. S. 5 .
6 Diese Funk ion lieg jede Ve hal ensno mie ung zug unde; de Gedanke wi d
zu Kennzeichnung bü ok a ische O ganisa ionen au geg i en on Robe K. Me -
lan: Social Thco y and S uc u e. Glencoe 1951. S. 195 .
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316 Klaus Heincmann
Dieses — be ei s du ch neue e soziologische Beg i e und Theo eme e -
gänz e— Bü ok a iemodell is Teil de TTe ee schen He scha ssoziolo-
gie7: He scha mi els bü ok a ischen Ve wal ungsappa a es is ein-
s e Fo m a ionale He scha . Du ch sie wi d ein Höchs maß an
Vielsei igkei , an P äzision, an Schnelligkei und an S e igkei e -
eich ; sie is ü alle In e essen en be echenba , kalkulie ba , is —
will man nich Dile an ismus — die einzig mögliche A de Massen-
e wal ung8.
Webe s
Bü ok a iekonzep is demnach zu e s ehen als
Ve bindung des aus de Zweck/Mi elka ego ie en wickel en Beg i s
de Zweck a ionali ä mi dem Sach e hal de He scha . Au g und
a bei s eilige Abg enzung de Am skompe enzen, de o malisie en
Regeln de Bewäl igung de A bei sau gaben und de spezi ischen Mo-
i a ionss uk u inne halb de Bü ok a ie und dami du ch die „zu-
e lässige und im o aus akzep ie e und in ih en Konsequenzen ab-
sehba e Willensübe agung du ch Be ehl"9 e üllen bü ok a ische O -
ganisa ionen ih e Eignung als Mi el, ü beliebig ände ba e Zwecke
e wendba zu sein, we den sie e izien es, gene alisie es Mi el a io-
nale He scha .
Ohne Zwei el schließ diese In e p e a ion de Bü ok a ie als Fo m
a ionale He scha das P oblem des Wandels und de Anpassung
zumindes implizi mi ein. Um dies deu lich zu machen, sei da on
ausgegangen, daß in dem Bü ok a iekonzep de subjek i -indi idua-
lis ische Ansa z de Zweck a ionali ä bei Max
Webe
du ch die Ka e-
go ie de He scha e gänz wi d. In dem indi idualis ischen Bezugs-
ahmen bedeu e Zweck a ionali ä die Wahl eines Mi els un e meh e-
en Al e na i en zu bes möglichen Zweck e wi klichung. Einsch än-
kungen des Disposi ionsbe eiches z. B. du ch sozial-no ma i e Beg en-
zungen und Vo gaben spielen keine Rolle. Bü ok a ische He scha
bedeu e demgegenübe eine sei s En scheiden inne halb bes ehende
En scheidungsp og amme zu Zweck e wi klichung, also nich Mi el-,
sonde n No meno ien ie ung und -aus üh ung, ande e sei s op imale
Ges al ung diese P og amme bzw. ih e Anpassung an jeweilige Ziele
und ih e Ände ungen, so e n die gene ell no mie en Ve ah ens e-
geln bei neu au e enden E üllungsansp üchen nich meh adäqua
sind, also p oblemadäqua e Mi elges al ung. Ra ionales En scheiden
in bü ok a ischen O ganisa ionen besi z demnach s e s diese beiden
g undsä zlichen Dimensionen, ein Sach e hal , de z. B. auch in de
En scheidungs heo ie bishe wenig be ücksich ig wu de.
7 Vgl.
Webe :
a.a.O., S. 160 .
8 Vgl. dazu auch
Gehlen:
a.a.O., S. 264.
9 Gün e
Ha iel:
Wi scha liche und soziale Ra ionali ä . S u ga 1968. S. 210.
— Vgl. dazu auch Niklas
Luhmann:
Zweck — He scha — Sys em. G undbeg i e
und P ämissen Max Webe s. De S aa , Bd. 3 (1964), S. 130 .
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S abili ä und Wandel bü ok a ische O ganisa ionen 317
Wenn wi dahe das
Webe sdie
Bü ok a iemodell un e dem Aspek
op imale Zweck e wi klichung be ach en, s oßen wi nich nu au
das P oblem de En scheidungsbildung und En scheidungsübe agung
inne halb eine o gegebenen und zei lich kons an en Sys ems uk u ,
sonde n be üh en gleichzei ig die F age de Ände ung und Anpassung
des Sys ems als s uk u elle Ve ände ung des Mi els an neue Au ga-
ben. Da bü ok a ische O ganisa ionen nich jene Elas izi ä besi zen,
um a sächlich beliebige Ziele un e ände abso bie en zu können,
müssen sowohl Handlungszusammenhänge inne halb de o gegebenen
Sys ems uk u als auch die Ve ände ung diese S uk u selbs als
Möglichkei en a ionale Zweck e wi klichüng in Be ach gezogen
we den.
In diesen beiden g undsä zlichen Al e na i en lieg alle dings eine
un e schiedliche P oblema ik, die un e Ums änden auch zu de be-
ei s e wähn en P oblemausklamme ung ge üh ha . Die sozial-
no ma i e Gene alisie ung on En scheidungen implizie eine ganze
Reihe heo e ische , insbesonde e auch o ganisa ionssoziologische
P obleme. E wähn seien nu die F agen de om Einzel all unabhän-
gigen Gene alisie ung, de pe sonenunabhängigen Du chse zba kei ,
de Akzep ie ung du ch die Mi gliede , de Mo i a ionss uk u de
Mi gliede usw. Bei de Ges al ung de P og amme selbs liegen dem-
gegenübe die heo e ischen P obleme wenige o en zu age. Hie
schein es sich ehe um eine op imale O ganisa ions- und Ges al ungs-
echnik zu handeln. So implizie das ein ache Zweck/Mi elmodell a-
ionale He scha , du ch o gegebene Zwecke wü de eine op imale
Sys ems uk u be ei s ini iie we den, so daß das P oblem de Ge-
s al ung und Ände ung on Sys ems uk u en ausgeklamme we den
könne.
Das Bü ok a iekonzep
Webe s
, ebenso wie die da aus en wickel en
Bü ok a iemodelle, besch änken sich wei gehend au die Analyse sy-
s emin e ne Vo gänge, so, als wä en diese Vo gänge unabhängig on
Ve ände ungen de Umwel e klä ba , genaue : als wü de mi dem
E eichen eine inne en Ra ionali ä zugleich eine ha monische Be-
ziehung zu Umwel gescha en10. Ohne Zwei el wi d dabei zunächs
die ha monisie ende Wi kung on O ganisa ionszwecken übe schä z ,
also angenommen, es gäbe einen und nu einen bes möglichen Weg
zu Ziele eichung, de sich aus den o gegebenen Zwecken be ei s ab-
lei e . Da aus olgend wi d wei e un e s ell , daß Dys unk ionali ä-
en, die bei sich ände nden Umwel ein lüssen au e en, lediglich aus
eine nich op imalen Anpassung esul ie en und auch als solche zu
behandeln sind.
10 Vgl.
Luhmann:
Zweck — He scha — Sys em, a.a.O., S. 131 .
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318 Klaus Heinemann
II.
Eine Un e suchung de Bedingungen des Wandels bü ok a ische
O ganisa ionen ha das Ve häl nis on Bü ok a ien zu ih e Umwel ,
ha die Reak ionen eines solchen Sys ems au un e meidba e Umwel -
e ände ungen und Umwel einwi kungen zum Gegens and. Dabei wi d
also de G ad de Umwel o enhei und -abhängigkei solche O gani-
sa ionen on besonde e Bedeu ung; es wä e zu p ü en, in welchem
Um ang das Sys em on de Umwel E üllungsansp üche, Leis ungs-
ak o en und In o ma ionen emp äng , da au eagie und in gleiche
Weise wiede um Leis ungen, In o ma ionen usw. an die Umwel ab-
gib , welche adap i en Mechanismen exis ie en, dami sich das Sys em
an sich ände nde Fo de ungen de Leis ungse üllung anpassen, e -
schiedena ige In o ma ionen e a bei en kann.
Un e diesem Aspek kann man Bü ok a ien mi P oduk ionsbe ie-
ben e gleichen, die un e s ändig schwankenden Ma k bedingungen
wechselnde Fo de ungen de Sachmi elbe ei s ellung zu e üllen ha-
ben. Alle dings bes ehen dabei g oße Un e schiede in de Umwel ab-
hängigkei . Wäh end P oduk ionsbe iebe in ih e Exis enz on ex-
e nen Gegebenhei en und dami on eine hohen Anpassungs ähigkei
an Ve ände ungen diese Gegebenhei en abhängig sind, wi d de E -
hal bü ok a ische Ve wal ungen nich du ch diese Anpassungs ähig-
kei an ex e ne Bedingungen gesiche , sonde n du ch den S aa wei -
gehend unabhängig on de a sächlich e b ach en Leis ung ga an ie .
Da aus esul ie en ypische Un e schiede in de Funk ionsweise und in
den S uk u me kmalen zwischen p i a e und ö en liche Ve wal-
ung11.
G undsä zlich wi d also schon au g und diese spezi ischen Siche ung
des Bes andes die Emp indlichkei bü ok a ische O ganisa ionen ge-
genübe Umwel e ände ungen ge ing sein, so daß auch die Reak-
ions o men gegenübe neuen E üllungsansp üchen eine ande e Ge-
s al haben als jene in Indus ie e wal ungen. Dabei lassen sich die
hie gemein en Reak ions o men o mal in d ei G uppen ein eilen:
1. Ve ände ungen de Umwel bedingungen we den negie . Von Ne-
ga ion kann dann gesp ochen we den, wenn die O ganisa ion au
Ve ände ungen de Umwel bedingungen in keine Weise eagie ,
neu au auchende P obleme unbeach e , neue E üllungsansp üche
une üll läß . Au g und de ela i en Unemp indlichkei gegen
Umwel e ände ungen wi d eine solche Nega ion in s aa lichen
11 Vgl. zu diesen Un e scheidungen Ho s Bose zky: Bü ok a ische O ganisa ions-
o m in Behö den und Indus ie e wal ungen. In: Mayn z (H sg.): a.a.O., insbeson-
de e S. 184 ., abe audi Gün e Ha iel, Lu z Seda is, Die e Ciaessens: Beam e
und Anges ell e in de Ve wal ungspy amide. Be lin 1964. S. 33 .
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S abili ä und Wandel bü ok a ische O ganisa ionen 319
Bü ok a ien wah scheinliche sein als in Indus ie e wal ungen,
wo solche Ve hal ens o men zu eine Ge äh dung des Bes andes
üh en können.
2. Die O ganisa ion kann e suchen, neue P oblem o de ungen und
Umwel einwi kungen zu abso bie en. Dabei soll un e Abso p ion
e s anden we den die E üllung neue Leis ungsansp üche inne -
halb de gegebenen ins i u ionellen S uk u . Vo gabe on es en
Regeln de Au gabenbewäl igung bedeu e noch nich eine olls än-
dige Bindung und Unbeweglichkei des En scheidungs o gangs.
En scheidungsp og amme können Unbes imm hei en in bezug au
zu e wa ende In o ma ionen und dadu ch ausgelös e En scheidun-
gen en hal en und dami einen Va ia ionsspiel aum ü beg enz es
E messen o enlassen12. En scheidungsp og amme e ö nen dami
inne halb bes imm e Bandb ei en die Möglichkei de Auslegung
und dami de si ua ionskonk e en Anpassung. Na ü lich sind diese
Elas izi ä en be ei s mi beg ünde du ch die Ges al ung des P o-
g amms, du ch das angemessene G enzen des En scheidens und da-
mi de Anpassungs ähigkei an neu au e ende Einzel älle o en-
bleiben. Sie wi d nich du ch ein Abweichen on diesem P og amm
ode du ch die Wahl neue Mi el bei neu au e enden Leis ungs-
an o de ungen e eich .
3. Als le z e Möglichkei is eine adap i e En wicklung au g und
neue Umwel einwi kungen denkba . Un e eine solchen Adap ion
is de Wandel de S uk u gegebenhei en des Appa a es, die An-
passung de En scheidungsp og amme und Ve wal ungs echniken
an neue Leis ungsan o de ungen zu e s ehen.
Un e welchen Bedingungen eine diese Reak ions o men bei neu
au e enden E üllungsansp üchen wah scheinlich wi d, insbesonde e
abe , wa um Adap ion in bü ok a ischen O ganisa ionen sel en de
Fall is , wi d im einzelnen zu p ü en sein. Zunächs muß jedoch ku z
e such we den, das inhal lich zu konk e isie en, was bishe ohne
g oßen Aussagewe als „Umwel einwi kungen" bezeichne wu de.
Wi sind bishe da on ausgegangen, daß diese Umwel u. a. jene
P obleman o de ungen mi um aß , die on de O ganisa ion e üll
we den müssen. Diese Aussage is ungenau, sie beda eine P äzisie-
ung. Nich in bes imm en Daseinsbe eichen sich bildende Au gaben
und P obleman o de ungen bes immen die Reak ions o men des Sy-
s ems und we den dami Umwel einwi kungen, sonde n die quan i a-
i en und quali a i en Ve ände ungen de In o ma ionen, die die O -
ganisa ion on außen übe spezi ische E üllungsansp üche e häl , das
12 Vgl. Luhmann: Lob de Rou ine, a.a.O., S. 112 .
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320 Klaus Heinemann
Gewich , das diese In o ma ionen ü die O ganisa ionen besi zen und
dami auch de Nachd uck, mi dem diese Ansp üche gegenübe den
bü ok a ischen O ganisa ionen e e en we den. Nich also die Au -
gabenen wicklung, sonde n gleichzei ig die In o ma ionskanäle und die
meh ode wenige o ganisie e Fo m de Ve e ung diese E ül-
lungsansp üche bes immen die Reak ionen de O ganisa ionen. Zwi-
schen die sich in bes imm en gesellscha lichen Daseinsbe eichen he -
ausk is allisie enden und e ände nden Au gaben, die on bü ok a-
ischen O ganisa ionen wah genommen we den können, zwischen ge-
sellscha liche Wandlungen, S ömungen und den Ve ände ungen so-
ziale We e und Mo i a ionen, denen Bü ok a ien ge ech we den
sollen eine sei s und den Leis ungs- und E üllungs o men bü ok a-
ische O ganisa ionen ande e sei s schieb sich ein In o ma ions- und
In e en ions aum, in den meh ode wenige s a o ganisie e G up-
pen ein e en und diese Au gaben und E üllungsansp üche a iku-
lie en. E s aus den Ein luß e suchen und -möglichkei en diese In e -
en ionsg uppen — dazu gehö zunächs die Vielzahl de In-
e esseng uppen, dazu gehö en wei e poli ische Pa eien, dazu ge-
hö en le z lich auch die Mi gliede bü ok a ische O ganisa ionen
selbs , wenn sie mi eigenen Ansp üchen und Ziel o s ellungen au -
e en13 — e gib sich ein Anpassungsd uck ü bü ok a ische Appa-
a e. Die Reak ions o men Nega ion, Abso p ion und Adap ion hängen
also wesen lich on de S uk u dieses In o ma ions- und In e en-
ions aums ab.
Hie lieg ohne Zwei el ein wesen liche Un e schied zwischen bü o-
k a ische und indus ielle Ve wal ung. Da Indus ie e wal ungen
nich die pauschale E hal ensga an ie des S aa es besi zen, sonde n in
seh iel s ä ke em Maße in ih e Exis enz umwel abhängig sind, bil-
den sie on sich aus adap i e Medianismen (z. B. Ma k o schungsab-
eilungen usw.), um Umwel e ände ungen zei ig wah nehmen und
sensibel da au eagie en zu können. Solche adap i en Mechanismen
sind in bü ok a ischen O ganisa ionen nu sel en ins i u ionalisie , so
daß sie in seh iel s ä ke em Maße on diesen In o ma ionskanälen
und on de S uk u dieses In e en ions aumes abhängig sind.
Aus diesem Sach e hal e gib sich die Ge ah , daß Anpassungs eak-
ionen bü ok a ische O ganisa ionen wenige de Sachno wendigkei
und D inglichkei eine Zweck e wi klichung olgen als einem kaum
übe sehba en Ne z on Ein lußmöglichkei en und - e suchen inne halb
dieses In o ma ions- und In e en ions aums. Da kaum anzunehmen
is , daß die eale Bedeu ung und D inglichkei bes imm e Leis ungs-
13 Ein Beispiel sind die S uden en, die als Mi gliede eine O ganisa ion sich
ak i ü eine Ände ung des Sys ems einse zen.
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S abili ä und Wandel bü ok a ische O ganisa ionen 327
3. Es is ü die Beu eilung de Wandlungs ähigkei bü ok a ische
O ganisa ionen on besonde e Bedeu ung, daß s uk u elle Ve -
ände ungen nich an den S ellen ausgelös we den, an denen die
No wendigkei de Umo ganisa ion zu age i , wo also de P o-
blemd uck en s eh . „En scheidungen we den do ge o en, wo
die Mach lieg , d. h. an de Spi ze wei ab om Kon ak mi den
konk e en P oblemen"24. Dabei können P oblem e ne, Kommuni-
ka ionsschwie igkei en, d. h. mangelnde In o ma ion de Spi ze
übe die No wendigkei eine Umo ganisa ion, die ela i e Iso-
lie ung einzelne Ins anzen, Di e genzen in den Zweckse zungen
und den Bewe ungen e schiedene Ziel o s ellungen de einzel-
nen Ins anzen be ei s eine a ionale Anpassungs- und Ges al ungs-
poli ik e schwe en.
Abgesehen on de zei lich, sachlich und pe sonell gene alisie en
und o malisie en S uk u de Regeln und Ve ah ensweisen zu
Au gabenbewäl igung esul ie en ge ade aus diesen hie genann en
Me kmalen des Wandels wesen liche Schwie igkei en eine e izien en
Anpassung an beschleunig e Ve ände ungen de E üllungsansp iiche.
So gib also diese Kennzeichnung s uk u elle Ve ände ungen bü o-
k a ische O ganisa ionen be ei s Au schluß übe die G ünde ü die
ela i e Unbeweglichkei und S a hei gegenübe de dynamischen
En wicklung in ielen Daseinsbe eichen unse e indus iellen Gesell-
scha .
Gleichzei ig haben die bishe igen Aus üh ungen gezeig , daß Rich-
ung und Inhal des Wandels bü ok a ische O ganisa ionen du ch
olgende ie Elemen e bes imm sind. Es sind dies (1) die Au gaben
und Fo de ungen, die sich in einzelnen gesellscha lichen Daseinsbe-
eichen he ausk is allisie en, es sind dies (2) jene G uppen, die in
dem be ei s disku ie en In o ma ions- und In e en ions aum die
Au gaben und E üllungsansp üche gegenübe bü ok a ischen O gani-
sa ionen a ikulie en und du chzuse zen e suchen25, es sind dies (3)
jene En scheidungsins anzen, die eine Ände ung de O ganisa ions-
s uk u auslösen können und (4) jene Ins anzen inne halb de Bü o-
k a ien, in denen die En scheidungsp og amme zu Anwendung kom-
men, in denen ak isch die Au gaben e üll we den und in denen in
e s e Linie ein P oblemd uck au e en kann. Aus de spezi ischen
S uk u diese Elemen e und ih e Ve bindung esul ie die Anpas-
sungs ähigkei und -be ei scha bü ok a ische Appa a e.
24 Vgl. C ozie : a.a.O., S. 195. Übe se z in: Mayn z (H sg.): Bü ok a ische O ga-
nisa ion, a.a.O., S. 285.
25 Vgl. dazu auch O o Haußlei e : Ve wal ungssoziologie. Baden-Baden 1969.
S. 63 .
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328 Klaus Heinemann
Zen ale P obleme ü die bü ok a ische Anpassung e geben sich a)
aus de Schwie igkei , Konsensus übe Zielp ä e enzen und P ä e enz-
o dnungen zwischen den einzelnen Elemen en zu e langen und b) ak-
zep ie e O ganisa ionszwecke in En scheidungsp og amme als E ül-
lungsmöglichkei en diese Zwecke zu ans o mie en.
Die Schwie igkei , Konsensus übe Zielp ä e enzen zu e eichen,
wi d zum Teil be ei s du ch die un e schiedlichen Au gabenbe eiche
und We s uk u en de In e en ionsg uppen eine sei s, de En schei-
dungsins anzen ande e sei s, e u sach . Dies esul ie zunächs aus
de Ta sache, daß die In e en ionsg uppen in de Regel Fo de ungen
aus einzelnen, kla abgeg enz en Be eichen e e en, bü ok a ische
Appa a e dagegen eine Vielzahl on Leis ungsansp üchen ge ech
we den müssen und sich nich an bes imm en In e en ionsg uppen,
sonde n an gesam gesellscha lich bedeu samen Au gaben zu o ien ie-
en haben. So we den sie also schon aus diesem G und gegenübe den
E üllungsansp üchen diese In e en ionsg uppen eine dis anzie e
Hal ung einnehmen. Nun sind jedoch bü ok a ische Appa a e und hie
insbesonde e die En scheidungsins anzen au den Kon ak und die Zu-
sammena bei mi diesen (o besse in o mie en und sach e s ändi-
ge en) G uppen angewiesen, weil au diesem Weg, wie be ei s e -
wähn , die un e Ums änden wich igs e Beziehung des Sys ems mi
de Umwel he ges ell wi d, da in de Regel bü ok a ische Appa a e
übe ande e adap i e Medianismen nich e ügen. Gleichzei ig wi d
jedoch eine solche In e en ionsg uppe mi einem „Zweckpessimismus"
zu eine ü sie besonde s güns igen Da s ellung de Lage neigen und
du ch „Ve deckungsideologien" ih en Ak ionen den Ans ich gesam -
gesellscha liche Belange geben, um au diese Weise ih e pa ikula en
In e essen du chse zen zu können26. Fü die En scheidungsins anzen
wi d es schwe sein zu un e scheiden, welche A gumen e wi klich ge-
sam gesellscha lich on Belang sind und in welchen lediglich Zweckpessi-
mismus ode Ve deckungsideologien zum Ausd uck kommen. Dabei
wi d die ich ige Beu eilung de Ansp üche diese In e en ionsg up-
pen allein schon deshalb di izil, weil G uppen- und Gesam in e esse
in bes imm en Fällen du chaus übe eins immen können, wenn auch
nu deshalb, weil diese G uppen imme ein Teil de Gesam hei sind27.
Diese Ums and mach eine bis ins le z e objek i e En scheidung un-
möglich.
Hie i nun als wei e es Me kmal hinzu, daß bü ok a ische O ga-
nisa ionen in de Regel nich ein einzelnes Ziel e olgen, sonde n
unk ional di e enzie sind, wobei zusä zlich e schiedene Ziele nich
26 Vgl. Egon
Tuch eld:
Wi scha spoli ik und In e essen e bände. Hambu ge
Jah buch ü Wi scha s- und Gesellscha spoli ik, 1. Jg. (1956) S. 77.
27 Vgl.
Tuch eld:
a.a.O., S. 77.
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S abili ä und Wandel bü ok a ische O ganisa ionen 329
homogen, sonde n he e ogen sein können. Je ausgep äg e dies de
Fall is , um so ehe wi d die O ganisa ion eine S uk u ände ung, die
au g und on Ände ungen on Teilau gaben e o de lich wi d, au -
schieben können und un e Ums änden soga — beding du ch die Ta -
sache, daß solche Ände ungen in de Regel die gesam e O ganisa ion
be e en — auch au schieben müssen. Insbesonde e wi d sie bei die-
se Sachlage leich e geneig sein, den E iillungsansp üchen einzelne
In e en ionsg uppen auszuweichen. Du ch diese Sach e hal e wi d
die Nega ion neu au e ende E üllungsansp üche ge ö de .
Die Schwie igkei en, einen Konsensus übe Zielp ä e enzen zu e -
zielen, we den e g öße du ch die e schiedena igen We s uk u en
inne halb de hie zu Diskussion s ehenden Elemen e. Die Eins ellung
des Bü ok a en in allen Ins anzen muß als konse a i bezeichne we -
den. Diese G undeins ellung e gib sich inne halb de Bü ok a ie nich
zu ällig und auch nich zwingend aus dem bishe besch iebenen S uk-
u me kmal; sie is ielmeh gleichzei ig das P oduk eines Selbs -
ek u ie ungsmechanismus, du ch den adie e No men und We hal-
ungen übe seh lange Zei äume e hal en und in allen Be eichen
und Ins anzen bü ok a ische O ganisa ionen imme wiede konsis en
du chgese z we den. Ich meine dami nich nu die — empi isch be-
leg e — Ta sache, daß sich Beam e meis nu aus bes imm en Sozial-
schich en ek u ie en, häu ig soga be ei s aus Beam en amilien s am-
men28. Wich ige schein mi ielmeh zu sein, daß zunächs die Aus-
bildung de Beam en du ch den Appa a selbs (also du ch Beam e)
e olg und wei e , daß ein Au s ieg in höhe e Posi ionen, also auch in
En scheidungsins anzen, nu du ch die o gesch iebenen Au s iegswege
inne halb des Appa a es möglich is . Das bedeu e z. B., daß Ände un-
gen on En scheidungsp og ammen imme nu on jenen Mi gliede n
du chge üh we den können, die ühe diese P og amme selbs an-
gewende haben, nich abe on den di ek ode indi ek be o enen
In e essen en29. Ohne Zwei el müssen du ch einen solchen Mechanis-
mus al e We o s ellungen und Ideologien e hal en, No men eue e -
eich , die eigenen Selbs e s ändnisse imme wiede ep oduzie we -
den. Gleichzei ig we den eine gewisse Isolie ung und Umwel blindhei
die Folge sein.
In gleiche Weise kann die Schwie igkei de Übe se zung on O -
ganisa ionszielen in En scheidungsp og amme die Anpassungs- und
28 Vgl. z. B. Wol gang
Zap :
De Ve wal e de Mach — Ma e ialien zum Sozial-
p o il de höhe en Beam enscha . In: Wol gang
Zap
(H sg.): Bei äge zu Analyse
de deu schen Obe schich . München 1961. S. 77 .
29 So sind ü die Ände ungen eine Bildungskonzep ion und de Leh pläne in
Schulen inne halb de Kul u e wal ung meis ehemalige Leh e e an wo lich,
also Pe sonen, die aus de Schule ein adie es Selbs e s ändnis mi genommen
haben und sich dahe nu schwe on al en Bildungsidealen zu lösen e mögen.
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330 Klaus Heincmann
Ände ungs o m bü ok a ische O ganisa ion mi bes immen. Wi ha -
en be ei s da au hingewiesen, daß die P ämisse, nach de aus einem
O ganisa ionszweck sich eine ich ige und op imale Fo m eine Sy-
s em a ionali ä e gib , un ealis isch is . Die Regeln und Ve ah ens-
weisen de Au gabenbewäl igung komplexe bü ok a ische O ganisa-
ionen lassen sich nich eindeu ig on den jeweiligen und e schieden-
a igen Zwecken aus beg ünden und unmi elba au diese zu ück üh-
en. Solche Zwecke (z. B. sozialpoli ische ode bildungspoli ische A
usw.) e weisen sich nu als allgemeine Rich linien, aus denen noch
nich eindeu ig die Mi el eine Ve wi klichung esul ie en. Aus einem
Zweck läß sich nich zwingend ein einzige ich ige Mi eleinsa z ab-
lei en, auch eindeu ig o gegebene Zwecke schließen Wide sp üche in
de O ien ie ung des Handelns nich aus30. P ak isch bedeu e dies, daß
analog de hie a chischen Gliede ung bü ok a ische O ganisa ionen
auch die Ziele und Au gaben hie a chisch s uk u ie sind31. Die all-
gemeinen „le z en" Ziele eine Bü ok a ie müssen ü die einzelnen
da un e liegenden Ins anzen imme wei e konk e isie und als Au -
gaben elde um o mulie we den. Da aus esul ie , daß die Au ga-
ben und Ziele un e geo dne e Ins anzen nu noch mi elba mi den
eigen lichen O ganisa ionszwecken in Zusammenhang s ehen, das En -
scheiden de einzelnen Sachbea bei e nich meh di ek an den O ga-
nisa ionszwecken o ien ie is . Das abe ha zu Folge, daß be ei s die
E izienz solche En scheidungsp og amme im Hinblick au die eigen -
lichen Sys emzwecke schwe nachp ü ba is , daß also auch nich zwei-
els ei es ges ell we den kann, ob und in welchem Um ang solche
P og amme des En scheidens den Sys emzwecken noch ge ech we den
und un e Ums änden auch noch neuen E üllungsansp üchen angemes-
sen sind. Dadu ch wi d die Neigung, du ch Abso p ion neuen E ül-
lungsansp üchen ge ech zu we den, e g öße , die Be ei scha zu
Adap ion e inge .
Mi ande en Wo en, die Bes immung eine Disk epanz zwischen
E üllungsansp üchen und ak ischen Leis ungsmöglichkei en und da-
mi de Nachweis de No wendigkei eine Umo ganisa ion we den
du ch diesen Sach e hal s a k e schwe . Solange abe die No wendig-
kei eine Umo ganisa ion nich nachgewiesen, de P oblemd uck nich
emp unden wi d, wi d eine adap i e En wicklung nich s a inden.
Gleichzei ig is abe auch nich zu e meiden, daß du ch diesen T ans-
o ma ionsp ozeß inne halb bü ok a ische Appa a e Leis ungsmög-
lichkei en en s ehen, die den Zwecken nich adäqua sind.
30 Vgl. dazu auch Luhmann: Zweck — He scha — Sys em, a.a.O., S. 131 .
31 Vgl. dazu auch James G. Ma ch, He be A. Simon: O ganisa ions. New Yo k
1958. S. 194.
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S abili ä und Wandel bü ok a ische O ganisa ionen 331
Summa y
S abili y and Change o Bu eauc a ic O ganisa ions
The subjec o he a icle a e hose ac o s making up he change and he abili y
o adap ion o bu eauc a ic o ganisa ions. Based on he model o bu eauc acy o
Max Webe , he s uc u e elemen s o bu eauc a ic o ganisa ions a e cha ac e ized
and possible ways o sol ing p oblems compa ed. Fo ms o eac ion o bu eauc acies
a e examined wi h espec o new demands o en i onmen . These o ms o eac ion
— nega ion, abso p ion and adap ion — a e cha ac e ized and con on ed by he
possibili ies o in luence o en i onmen . The change o bu eauc a ic o ganisa ions is
analysed sepa a ely o he non-o ganized "ino icial" change o indi idual beha io
wi hin he bu eauc acy and o he o malized s uc u e o o ganisa ions. Spon aneous,
ino icial changes a e in es iga ed oge he wi h Blau's examina ion o he dynamics
o bu eauc acies; he ac ual impo ance o such a change is assessed. Finally he
s uc u e change o bu eauc acies is deal wi h and he eason o high s abili y
and conse a i e a i ude o bu eauc a ic o ganisa ions a e ou lined.
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