Egne , E ich
A icle
Ökonomische P obleme de Familienpoli ik
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Egne , E ich (1955) : Ökonomische P obleme de Familienpoli ik, Schmolle s
Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo ,
Be lin, Vol. 75, Iss. 2, pp. 67-92,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.2.67
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195] 67
ökonomische P obleme de Familienpoli ik
Von
E ich Egne - Gö ingen
Inhal s e zeichnis: I. Zu Ein üh ung. II. Die S ellung de Na ional-
ökonomie zu Familie. III. Die wi scha liche Rolle de Familie bei Oe e : 1. Das
Regene a ionsa gumen . 2. Die in e empo ale Leis ung de Familie. 3. Wei e -
üh ung und K i ik des Gedankenganges: a) Analyse de Ta sachen, b) In e -
p e a ion. c) K i ische Wü digung. IV. Oe e s amilienpoli isches P og amm: 1. De
Ausgleich de Familienlas en. 2. Die P oblema ik de Kinde beihil en. 3. Wü di-
gung de Vo schläge Oe e s: a) K i ik, b) Oe e s Bei ag zu Me hodik de Kinde *
beihil en. V. Die Ve zweigung de amilienpoli ischen Au gaben: 1. Die Ein-
kommensbescha ung. 2. Die Einkommens e wendung: a) Ve b auche schu E.
b) Haushal spoli ik. 3. Die äuße en Lebensums ände. VI. SchluB.
I. Zu Ein üh ung
Die Deba e um Lage und Zukun de deu schen Familie, die in den
le z en Jah en e hebliche Wellen schlug, ha o aussich lich ih en Höhe-
punk noch längs nich e eich . Augenscheinlich handel es sich dabei
nich um
das
Au lacke n eines Tagesp oblems, sonde n um eine E schei-
nung on wei agende Bedeu ung, de en Auss ahlungen heu e noch
nich zu übe blicken sind. Lange haben sich einzelne Sach e s ändige,
denen die Familie am He zen lag, e geblich bemüh , ih das In e esse de
b ei en Ö en lichkei und de poli ischen Ins anzen zuzuwenden. Man
sp ach zwa imme wiede on de K ise de mode nen Familie und
on den an ih zu beobach enden Au lösungs endenzen, ließ es abe
bei diese esignie en Fes s ellung bewenden. Plö zlich ha sich diese
Lage e ände . Die Familie is on ih e bishe igen Maue blümchen-
olle be ei wo den und de al e Pessimismus übe ih Schicksal und
ih e Zukun saussich en, wenn nich öllig gewichen, so doch ela i ie
wo den und nich meh unange och en. Neue Pe spek i en ließen neue
Ho nungen au kommen.
Diese Wende is in e s e Linie das We k de Familiensoziologie.
Sie ha sich im In- und Auslande e s aunlich en al e . Das einschlä-
gige Sch i um is besonde s in de angelsächsischen Wel in unübe -
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68 E ich Egne [1%
sehba em Ausmaße angeschwollen und is noch lau end im Wachsen.
De E olg de Büche on S c h e
1
s k y und W u z b a c h e 1 is ü
das in Deu schland e wach e In e esse wei e K eise bezeichnend. Doch
is diese Bewegung nich au die Familiensoziologie besch änk geblie-
ben. Sie e sammel e alle lei Hil s uppen um sich. So we den F agen
des Familien ech s, besonde s on dem Schlagwo de „Gleichbe ech-
igung64 on Mann und F au he , o leidenscha lich e ö e . Abe
auch un e psychologischem, pädagogischem ode medizinischem Ge-
sich swinkel wende man sich de Familie zu. Nich zule z ha die
ökonomische Sei e des Zusammenhanges die Au me ksamkei au sich
gelenk , on de hie die Rede sein soll.
Be o dem nähe nachgegangen wi d, muß hie noch ein wei e es
Me kmal de gegenwä igen Si ua ion e wähn we den. Es d ück sich
in de Ta sache aus, daß die Wissenscha und die Ö en lichkei sich
nich mi heo e ischen Be ach ungen und empi ischen Analysen be-
gnügen, sonde n daß je länge , des o meh de Ru nach eine Fami-
lien poli ik e nehmba wi d, die sich de bishe ungelös en P o-
bleme in diesem Be eich annehmen soll. Man kann demgegenübe
agen, was man sich un e diesem ungewöhnlichen Beg i o zus el-
len ha . Angesich s dessen is eine on Fe dinand 0 e e e ö en -
lich e Monog aphie dieses Ti els on besonde em In e esse2, da sie
eine solche Familienpoli ik zu um eißen such . Sie kann hie als Kanon
üi die En al ung ih e P obleme benu z we den und bilde den
Ausgangspunk de olgenden Übe legungen. Es wi d sich dabei zeigen,
daß wi scha s- und sozialpoli ische F agen ü diesen Au o im Zen-
um de Familienpoli ik s ehen. Fü eine g undsä zliche Be ach ung
is das an sich zu eng, weil die Familienpoli ik auch ganz ande e Sei en,
e wa de schon genann en ech lichen, medizinischen, pädagogischen
A , übe haup au kul u poli ischem Felde, ha . Hie geh es jedoch
allein um ih e ökonomischen P obleme, obwohl sich on ihnen, wie
sich zeigen wi d, sozialpoli ische und be ölke ungspoli ische F agen
nich scha ennen lassen.
1
Helmu Schelsky, Wandlungen de deu schen Familie in de Gegen-
wa . 2. Au l. S u ga 1954. — Ge ha d Wu zbache , Lei bilde deu -
schen Familienlebens. 2. Au l. S u ga 1954.
2
Fe dinand Oe e , Familienpoli ik. S u ga 1954. Dem Sachkenne
is de Au o kein Unbekann e . In manche lei Au sä zen ha e schon ühe
zu den Familienp oblemen S ellung; genommen, auch in eine B oschü e: Soziale
Siche hei ü Deu schland, Gießen 1950. Nun ha e seine Gedanken sys ema isch
zusammenge aß , um sie in g öße em Rahmen mi meh Nachd uck e e en zu
können.
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197] ökonomische P obleme de Familienpoli ik 69
II. Die S ellung de Na ionalökonomie zu Familie
Wenn so das P oblem eine ökonomischen Familienpoli ik ges ell
wi d, auch die F age au , was die Na ionalökonomie zu seine Be-
an wo ung be ei s ellen kann. Sobald man sich danach umsieh , e gib
sich ein ech eigena iges Bild. Einmal s ell man es , daß das ökono-
mische Famlienp oblem im wesen lichen imme als dasjenige des
Haushal s au ge aß wo den is . F ühe sp ach man ein ach om
„Hause". Zum ande en zeig sich, daß die mode ne Wissenscha den
Haushal in ganz hohem Maße e nachlässig ha . E schien keines be-
sonde en In e esses wü dig zu sein. Ih e P oblemsich ziel e in eine
ande e Rich ung, nämlich au die Ma k zusammenhänge. So blieb on
dem ökonomischen Ta bes and des Familienhaushal s nu das Phäno-
men des Ve b auchs im Blickwinkel des Fachmannes — on wenigen
Ausnahmen abgesehen, die die Regel bes ä igen — und auch die Ve -
b auchsleh e wa bekann lich bis o ga nich lange Zei ein S ie -
kind de ökonomischen Wissenscha .
Das ha sich inzwischen geände . In diesem Zusammenhang sind
hie die Fo schungen O o B unne s on besonde em In e esse8.
Du ch sie gewinn man ü diese Beobach ungen einen geis esgeschich -
lichen Rahmen, de die in ihnen liegende his o ische Logik deu lich
mach . Diese Au o zeig , wie die geschilde e Lage sich on einem
ganz ande en Hin e g unde he he ausgebilde ha . Rund zwei Jah -
ausende hindu ch ha das Wi scha sdenken um das Haus, den oikos,
gek eis . Von A is o eles und Xenophon he wa die Wi scha sleh e
eine Ökonomik im u sp ünglichen Sinne des Wo es, wäh end de
Ma k als de O des Gelde we bes mi einem nega i en S igma be-
ha e wa . Demen sp echend wu de die Leh e on ihm als Ch ema-
is ik nich inne halb de Ökonomik, sonde n in de Tugendleh e um
de si lichen Bändigung des Gelde we bss ebens willen abgehandel ..
Ökonomik wa dagegen die Leh e on de Haushal ungskuns . Diese
au die An ike zu ückgehende Pe spek i e ha sich un e dem Ein luß
des A is o elismus das ganze Mi elal e hindu ch gehal en und eich
in de Fo m de sogenann en Haus ä e li e a u noch bis in die Neu-
zei hinein.
E s im 18. Jah hunde wi d sie du ch die mode ne na ional-
ökonomische P oblemsich , die om Ma k und de E we bswi scha
3 O o B u n n e , Adliges Landleben und eu opäische Geis , Leben und
We k Wol Helmha ds . Hohbe g ] 612—1688, Salzbu g 1949. Vgl. e ne om
gleidi£ii Ve asse , Die al eü opäische Ökonomik, Z sch , . Na ionalökonomie
Bd. 13. (1950) und den A . „Haus ä e li e a u " im Handwö e buch de Sozial-
Wissenscha en.
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70 E ich Egne [198
ausgeh , e d äng . De Umschwung ollzog sich mi dem geis es-
geschich lichen Sieg de klassischen Schule. B u n n e 4 zeig , wie da-
mi de al e, on A is o eles abgewe e e Zweig des ökonomischen Den-
kens, die Ch ema is ik, in den Mi elpunk de Wi scha swis-
senscha a , nachdem sie on de bishe igen Umklamme ung du ch
die Tugendleh e be ei wo den wa . E be on da übe hinaus5, daß
de Ansa zpunk zu diese En wicklung nich e s bei den Ve e e n
de klassischen Schule, sonde n schon o he bei den me kan ilis ischen
Sch i s elle n in de en „Komme zienleh e" zu suchen is .
Diese Wandel ha ü die Na ionalökonomie eine schicksalha e
Bedeu ung gewonnen. Nachdem bis dahin Haus, Haushal und Familie
im Zen um des ökonomischen Denkens ges anden ha en, wenn auch
nich in de P oblemsich eine mode nen posi i en Wissenscha , wu -
den sie nun öllig da aus e d äng . Nu bei wenigen Au o en he e-
odoxe Geis eshal ung auch de Gesich spunk wiede au , ohne
abe au die En wicklung des Faches wesen lichen Ein luß auszuüben.
Hie is au die deu schen soziologischen und his o ischen Na ional-
ökonomen on L. . S ein bis au S o m b a hinzuweisen, auße -
dem inden sich eine Reihe on Anklängen bei den ame ikanischen In-
s i u ionalis en6. Im üb igen wa das na ionalökonomische Denken bis
4 Adlige« Landleben, S. 260.
a a.a.O., S. 307.
8 Eine Geschich e de olkswi scha lichen Leh en om Haushal habe ich
im 3. Kapi el meines Buches übe den Haushal (Be lin 1952) zu geben e -
such . Sie mag un olls ändig sein, sie be ücksich ig jeden alls nu deu sche
Au o en. Inzwischen habe ich on S. G i d e o n gele n , daß die wissenscha -
liche Behandlung des Haushal s in den USA au das Jah 1841 zu ückgeh , als
Ca he ine Es he B e e c h e einen T ea ise on Domes ic Economy e ö en -
lich e (Sieg ied Gideon, Mechaniza ion akes Command, New Yo k 1948, S. 514 .).
In diesem Buche un e such e Ca he ine Beedie die Lebensbedingungen on
A bei e innen in Tex il ab iken, auße dem g i sie das Diens bo enp oblem au
und se z e sie sich ü möglichs e Ve ein achung de Hausa bei ein. Spä e
e ö en lich e dieselbe Au o in zusammen mi ih e Schwes e Ha ie Beeche
S owe, die als Ve asse in on „Onkel Toms Hü e" be ühm gewo den is , ein
wei e es We k, „The Ame ican Woman's House", 1869. Hie scheinen die An-
änge de ame ikanischen Home Economies zu liegen, die jedoch, da o wiegend
echnisch und einzelwi scha lich bes imm , na ionalökonomisch une giebig ge-
blieben sind. Au die Geschwis e Beedie weisen auch hin Jean e F ançoise
Fou as ié, Les a s ménage s, Pa is 1950.
Na ionalökonomisch olgen eiche sind die A bei en de Ins i u ionalis en ge-
wesen. So ha Tho s ein Vehlen die Konsumgewohnhei en analysie (dabei
die Rolle des Nachahmungs- und Rep äsen a ionsau wandes he ausgea bei e ),
wischen pekuniä en und ech en wi scha lichen We en in seine Theo y o he
Leisu e Class (1899) un e schieden. Auch Wesley C. M i c h e 1 1 gab eine Theo ie
des Konsumen en e hal ens, such e die Rücks ändigkei de Einkommens e aus-
gabung im mode nen Haushal zu un e s eichen ( gl. seinen Au sa z The Back-
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1991 ökonomische P obleme (1e Familienpoli ik 71
ha an die Gegenwa he an so seh au den Ma k ge ich e , daß de
u sp üngliche Sinn de Ökonomik, abe auch des Wo es „Wi scha 46
bedeu ungslos gewo den zu sein schien. Im ausgehenden 17. Jah -
hunde hieß es bei Philipp Jakob G ü n h a
1
noch7: „Wüe scha
is und hais : Im Hause und auße des Hauses alle Sachen weislich
und mi Ve nun anzu agen und anzuschücken, daß ni allein die
Nah ung au Weib, Kind und Gesind eichlich e obe , sonde n auch
jä lich e was e spa und hin ü b ach we de." Im 18. Jah hunde
se z sich dagegen de Bedeu ungswandel im mode nen Sinne du ch.
Wi scha en mein je z ein a ionales Handeln im ma k wi scha -
lichen und e we bswi scha lichen Sinne.
Im Hinblick au diese Zusammenhänge ollzieh sich in de Gegen-
wa eine übe aschende En wicklung. So wie die Familie ü Sozio-
logie, Rech swissenscha und ande e Fäche plö zlich neues In e esse
gewonnen ha , so machen sich auch pa allel lau ende Tendenzen au
na ionalökonomischem Gebie e gel end. Is es ein Zu all, daß B u n •
n e ge ade je z du ch seine Fo schungen übe die Haus ä e li e a u
die Au me ksamkei au die al e Ökonomie gelenk ha 8? Von ganz
ande en Ausgangspunk en is de Sch eibe diese Zeilen an seine Un-
e suchungen übe den Haushal he ange e en, leide noch ohne
Kenn nis on B unne s A bei en. Daß die Ve b auchsp obleme heu e
un e Na ionalökonomen eine s eigende Beach ung inden, nachdem
sie in den Ve einig en S aa en eine b ei e Li e a u ga ung he o ge-
u en haben, is bekann . Dahin e s eh deu lich die Ta sache, daß
de Haushal dem mode nen Menschen P obleme au gib , die ühe
en wede nich da wa en ode nich als solche emp unden wu den. Von
de Be ach ung des Ve b auchs wi d man zwangsläu ig au den Haus-
hal hinge üh .
Auße dem spiel de Haushal in de zei genössischen Na ional-
ökonomie auch do eine Rolle, wo e ausd ücklich ga nich bezeich-
ne wi d, wo man sich abe haushal smäßige Ka ego ien
bedien . Das is ein die mode ne Na ionalökonomie wei hin kennzeich-
wa d A o Spending Money on 1912, je z in dem Sammelbande gleichen Ti el«,
New Yo k 1950). Au diese ins i u ionalis ischen Ans öße geh die En al ung de
mode nen ame ikanischen Consume Economics zu ück, wie man deu lich an de
F ühsch i on Hazel Ky k, A Theo y o Consump ion, London 1924, e kenn .
7 Wiede gegeben nach B unne a.a.O., S. 242.
8 Das In e esse an de Haus ä e li e a u is heu e nich au die K eise de
Na ionalökonomen und Wi scha shis o ike besch änk . So wu de kü zlich eine
pädagogische Disse a ion zu diesem Thema hei He mann Nohl ange e ig : Julius
Ho mann, Die „Haus ä e li e a u " und „Die P edig en übe den ch is lichen
Hauss and", ein Bei ag zu Geschich e de Leh e om Hause und de Bildung
ü das häusliche Leben, Gö ingen, phil. Disse a ion 1954 (bishe un e ö en lich ).
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72 E ich Egne [200
nendes Me kmal. Es mach sich einmal du ch die Auswi kungen de
Leh en on J. M. K e y n e s beme kba , so au G und seine Konsum-,
unk ion, dami zugleich du ch die besonde e Rolle, die dem Ein-
kommen ü den Ablau des Wi scha sp ozesses zugewiesen wi d.
Imme hin is bei diesen Pe spek i en noch eine ma k wi scha liche
Be ach ungsweise onangebend. Zugleich lieg de Theo ie des Ein-
kommenss omes eine mak oökonomische Sich zug unde.
Man kann abe auch das Vo d ingen hauswi scha liche Ka e-
go ien es s ellen, bei denen das nich meh de Fall is , die dahe nich
meh eine ma k wi scha lichen Außenansich , sonde n eine Innen-
ansich des Haushal s en sp ingen. Sie haben dami zugleich, wenig-
s ens u sp ünglich, einen mik oökonomischen Cha ak e . Das gil ü
die Beg i e des Lebenss anda ds, de Lebenshal ung, des Lebenss ils
und ähnliche Ausd ücke. Sie spielen keineswegs nu in de Ve b auchs-
leh e eine Rolle, sonde n wu den in wachsendem Maße als Ins umen e
zu eine Analyse des Gesam bildes de Wi scha benu z . Da ü is
es bezeichnend, daß Weisse eine Ve eilungspoli ik als Ve eilung
on Lebenslagen au zu assen such 9, wobei es um meh als um
Einkommen und Ve mögen gehe. Zu den We en de Lebenslage ge-
hö en nach ihm auch A bei s eude, Siche hei de Lebenshal ung.
Selbs bewuß sein, das sich aus dem Ge ühl e gib , ein ak i es Glied de
Gesellscha zu sein, Selbs e an wo ung bei de A bei . Dem en -
sp echen abe auch Unwe e de Lebenslage wie A bei smühe, T en-
nung on de Familie, Ge ah en und Unannehmlichkei en bei de A -
bei , mangelnde Au s iegsmöglichkei en u. a. m. De Beg i de
Lebenslage en sp ich in hohem Maße dem, was die F anzosen gen e de
ie nennen. Im Deu schen kann man hie auch om Lebenss il
sp echen. Obwohl diese Beg i e nich hauswi scha lich in dem Sinne
sind, daß sie den Blick ausschließlich au E scheinungen des Haushal s
lenken, sie weisen o ensich lich da übe hinaus — so haben sie
doch ih en zen alen Bezugspunk in Familie und Haushal , und da in
lieg ih e Bedeu ung ü den hie behandel en Zusammenhang. Wenn
die Ve eilungspoli ik bei Weisse als eine Ve eilung on Lebens-
lagen angesehen wi d, so d ück sich da in deu lich eine sozialpoli i-
sche Zielse zung in Rich ung au Haushal und Familie aus.
Man mag demgegenübe einwenden, daß es sich dabei nich meh
um na ionalökonomische Gesich spunk e im eigen lichen Sinne, son-
de n um sozialpoli ische E wägungen handele. Deshalb soll hie noch
.•••':• G h a d Weisse ,. G undsä ze de Ve eilungspoli ik in „G undsa z-
agen de Wi scha so dnung", ein Vo agszyklus, e ans al e on de Wi -
scha » und Sozialwissenscha lichen Fakul ä de F eien Uni e si ä Be lin, Wi -
scha swissenscha liche Abhandlungen*.
H.
2, Be lin. 1954, S. 42/43.
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201] ökonomische P obleme de Familienpoli ik 73
das Beispiel eines ande en Na ionalökonomen au ge üh we den, ü
den das nich gil , bei dem eine haushal smäßige Ka ego ie zum Angel-
punk seines ganzen Denkens wi d, Jean Fou as ié bezeichne die
Na ionalökonomie ge adezu als „essen iellemen la science du ni eau
de ie des hommes"10, zu deu sch als die Leh e on den
L ehe nshal un gen. Die na ionalökonomische G und age heiß
ü ihn: Wie bes immen sich die Lebenshal ungen de Menschen im
Wi scha sp ozeß, wie sind die Un e schiede in den Lebenshal ungen
de Menschen, G uppen und Völke , die zu gleichen Zei nebenein-
ande leben, zu e klä en, wie solche Un e schiede im Nacheinande
des Geschich sablau es? So wi d das Ma k geschehen bei diesem Au o
ganz au ein hauswi scha liches K i e ium bezogen, we den die
Ma k g ößen, die P eise und Einkommen au ih e Bedeu ung ü die
Lebenshal ung de Menschen be ag .
De Au o a bei e dabei mi de Vo s ellung eines „Realp eises", indem e
ag , was de P eis eines Gu es, eines Au os ode Kühlsch ankes, gemessen an
den S undenlöhnen eines ungele n en A bei e s, bedeu e . E s ell es , daß ein
kleine Kühlsch ank in den USA 150 S undenlöhne, in F ank eich, abe 1000 S unden-
löhne kos e , ein e gleichba es Au o 1000 S undenlöhne in den USA gegenübe
5000 S undenlöhnen in F ank eich, das Haa schneiden beim F iseu abe in beiden
Lande n jeweils 1 S undenlohn, ein e gleichba e Ope npla z beide Male 7 S unden-
löhne11. Mi Hil e solche Beobach ungen komm e zu seine These, daß die
Einkommensges al ung e s dann e was Reales ausd ück , wenn man weiß, wie
die ealen Gü e p eise bescha en sind, die sich au den Gebie en de p imä en,
sekundä en und e iä en P oduk ion e schieden en wickeln.
Hie komm es nich au eine k i ische Auseinande se zung mi
diese Leh e an12, sonde n au die Fes s ellung, daß au solche Weise
10 Jean Fou as ié, Machinisme e bien-ê e, 2. Au l. Pa is 1953 (Col-
lec ion L'homme e la Machine, oL 1), S. 98. Ein ande es Buch dieses Au o s,
Le g and espoi du XXe siècle, 3. Au l. Pa is 1952, is soeben in eine deu -
schen Übe se zung he ausgekommen. De hie in e essie ende Gesich spunk komm
da in nich so deu lich wie in dem zue s genann en We ke zum Ausd uck, imme -
hin kling e in den beiden Schlußkapi eln an.
11 Le g and espoi , 3. Au l. S. 111.
12 Man könn e Fou as ié's A bei slohnmaßs ab du ch eine abs ak e kau k a -
s abile Einhei wie Colin C
1
a k's in e na ional uni e se zen wollen. In de Ta
knüp Fou as ié an Cla k an. De Vo zug seine Be ach ungsweise lieg abe in
de dadu ch e eich en Konk e isie ung, da in, daß seine ealen P eise ü eine
bes imm e Menscheng uppe e was Konk e es besagen. Zuzugeben is , daß hie bei
das P oblem au ge issen wi d, inwiewei man du ch Beziehung de Geldp eise
au den S undenlohn des ungele n en A bei e s e was ü ande e Menscheng uppen
Wesen liches aussagen kann, e ne inwie e n die ungele n en A bei e in New
Yo k, Pa is ode Kai o un e einande e gleichba sind. Doch is de le z en
F age gegenübe zu be onen, daß hie ga nich e such wi d, das quali a i Ve -
schiedene e gleichba zu machen, sonde n daß es sich um die Messung^ dessen
handel , was de Ma k ü die jeweiligen Menschen leis e . Es is üb igens kein
Zu all, daß. Fou as ié, wie schon e wähn ,; auch ein Büchlein übe den Haushal
gesch ieben ha (Les a s ménage s, Pa is 1950).
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74 E ich Egne [202
die Ma k g ößen an einem dem Haushal en s ammenden Maßs ab ge-
messen we den sollen. Das bedeu e augenscheinlich e was ganz ande-
es als de Beg i de Ve so gungslage bei . S ackeibe g18.
Wäh end bei diesem ein o males Nu zenop imum au G und indi i-
duelle We schä zungen bes imm we den soll e, handel es sich bei
de hie behandel en Rede on de Lebenslage ode Lebenshal ung
um das Bemühen, die Lage des Haushal sma e ial zu
bezeichnen, d. h. so wie sie inhal lich, quali a i bescha en is . Wäh-
end im e s en Falle die abs ak e Ra io zu Gewinnung eines
Nu zen-Op imums he ausgea bei e we den soll e, geh es hie um
die E assung de ealen Si ua ion des Haushal s nach de en S uk u -
me kmalen. Da in spiegel sich eine Ve schiebung de F ages ellung,
wie sie heu e an zahl eichen Einzelme kmalen de zei genössischen
Li e a u beobach e we den kann. Typisch da ü is e wa das Ge-
wich , das man dem Konsumen en e hal en und de Analyse seine
Bes immungsg ünde beileg . De Glaube, daß dies ein unp oblema-
isches Da um des Ma k es sei, is endgül ig o bei. Beispielha ü
diese Bes ebungen mag hie au die A bei en on K a o n a hingewie-
sen we den14, de einmal lau end um die empi ische Bes immung dieses
Konsumen en e hal ens und seine Wandlungen, zum ande en um die
p inzipielle In e p e a ion diese E scheinungen bemüh is .
Doch genug dieses Mosaiks. De En wicklungs end dü e un e -
kennba sein. Such man ihn zu cha ak e isie en, so handel es sich
insgesam um das Wiede au b echen de Einsich , die . Neil-
B euning in die Wo e kleide e, „daß das He z de Wi scha
in den Haushal en schläg , in den Haushal en, denen die Haus au
o s eh , abe auch in dem Haushal , den das Pa lamen beschließ "15.
Au G und dessen kann man sich des Schlusses nich e weh en, daß
die adikale Ve d ängung de al en Ökonomik aus dem Denken de
mode nen Wi scha swissenscha je länge , des o meh in eine Sack-
gasse ge üh ha , was heu e eine Gegenbewegung auslos . Das is de
Boden, au dem die Ak uali ä des ökonomischen Familienp oblems
im Inne n de na ionalökonomischen Wissenscha en s anden is . Die
äuße en Ans öße haben ih e inne e P oblema ik nu au b echen
lassen.
18 H e i n i c h . S ackel'be g1, G undlagen de heo e ischen Volks-
wi scha sleh e, Be n 1948, S. 110.
14 Geo ge Ka ona, Psychological Analysis o Economic Beha io , New
Yo k 1951.
15 Oswald . Nell-B euning, Sinnbes immung de Wi scha au»
le z en G ünden. In dem oben genann en Sammelwe k „G undsa z agen de Wi -
scha so dnung", S. 240.
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209] ökonomische P obleme de Familienpoli ik 81
chend e kü z we den, was nu du ch die im Zei punk de Ren en-
zahlung e hobenen Bei äge ode du ch S eue n geschehen kann. So-
e n und sowei aus den Bei ägen de Ren enemp änge ein Kapi al-
s ock gebilde wo den is , kann dadu ch zwa die P oduk i i ä de
Volkswi scha angehoben und so die Ums eue ung e leich e we den.
Das Volkseinkommen bleib o zdem das P oduk on Kapi al und
den je z au gewende en A bei sleis ungen. Diese gehen abe ih e sei s
au die „menschlichen In es ie ungen" de Familie in de Ve gangen-
hei zu ück.
Das is ü das Ve s ändnis de ökonomischen Rolle de Familie in
de Sich O e e s eine ech wich ige Fes s ellung. Sie ha nich nu ,
wie de Spa e sich ein Spa kapi al bilde , Einkommens eile in die
junge Gene a ion zu „in es ie en64 (das A bei sk a a gumen ), sie muß
zugleich aus ih em jeweiligen A bei se ag übe die Sozialabgaben
einen Teil ü den Un e hal de Al en abzweigen (das P oduk ions-
quo ena gumen ). Die Abzweigung i zwa auch den Un e hei a e-
en und Kinde losen. Nu bei de Familie e en abe beide Funk-
ionen zusammen. Sie muß diese Abgaben leis en und zugleich ü die
he anwachsende Jugend so gen. In diese Kumulie ung lieg das Haup -
me kmal ih e Sonde s ellung und Leis ung ü die Gesam hei . Nu
dadu ch, daß sie neben de Ve kü zung ih es Einkommens ü den
Un e hal de nich meh e we bs ähigen Volks eile ü die Jugend
„in es ie ", wi d die Kon inui ä des Sys ems de Al e s e so gung
ga an ie . Sons wü den bei noch so g oßen P ämienzahlungen eines
Tages nu Sachkapi alien und unp oduk i e Menschen üb ig bleiben.
>9
3. Wei e üh ung und K i ik des Gedankenganges
a) Analyse de Ta sachen
Be o diese A gumen a ion nähe besp ochen wi d, is es zweck-
mäßig, einen Blick au die ihnen zug unde liegenden Ta sachen zu
we en. Obwohl es keine zusammen assende Li e a u , nu iele ein-
schlägige Einzelun e suchungen gib , lassen diese keinen Zwei el, daß
ein d ingliches Familienp oblem de kinde eichen Familie
wi klich exis ie 20. Das häng mi de Ta sache zusammen, daß die E -
we bswi scha g undsä zlich Indi iduallöhne ü die om einzelnen
e b ach e Leis ung, nich abe Lohn im Hinblick au den Familienbe-
da zahl . Das P inzip is zwa nich adikal du chge üh , da die
Basislöhne, au denen die Leis ungslohns u en au hauen, z. B. in de
20 Eine Zusammens ellung neue en Ma e ials gib die Gö inge Disse a ion on
Be nha d S ein, De Familienlohn, die P obleme eine amilienge ech en Ein-
kommensges al ung, 1955 (noch un e ö en lich ).
Schmolle» Jah buch LXXV, 2 6
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82 E ich Egne [210
Bundes epublik an dem Beda eine ie köp igen Familie (de El e n
mi zwei Kinde n) o ien ie sind21. T o zdem wi d dadu ch das Fa-
milienlohnp oblem nich aus de Wel gescha , nämlich die Ta sache
de UnVe häl nismäßigkei , die sich ü die Beziehe on E we bsein-
kommen je nach de Zahl de on ihnen zu un e hal enden Menschen
e gib . Da aus olg bei Lohnemp änge n eine Begüns igung alle de -
jenigen, die wenige Köp e als die No mal amilie zu e so gen haben,
so besonde s de Un e hei a e en und kinde losen Ehepaa e, und eine
Benach eiligung de e , die ü eine g öße e Kinde zahl au zukommen
haben.
Un e suchungen übe Haushal budge s haben die Ve ände ungen
in de Ausgabenges al ung, die eine Meh zahl on Kinde n mi sich
b ing , imme wiede deu lich gemach . Es sei ges a e , hie nu ein
Beispiel zu zi ie en, nämlich einige Zi e n, die Halbwachs au
G und de E hebung on Wi scha s echnungen im Deu schen Reiche
om Jah e 1927/28 zusammenges ell ha . Danach e gab sich ü A -
bei e - und Anges ell enhaushal e olgendes Bild:
Ausgaben ü die Vollpe son in A bei e - und Anges ell enhaushal en
e schiedene G öße 1927/28*
Ausgabe-
g uppen
A bei e ehepaa e
kinde los mi 3 und meh
Kinde n
Ange9 ell enehepaa e
kinde los mi 3 und meh
Kinde n
Ausgaben Ausgaben
absolu ela i ela i absolu ela i ela i
E näh ung 631 = 100 66 701 = 100 65
Mie e 161 = 100 72,5 286 ~ 100 65
Haus a 84 = 100 42,4 164 = 100 47,5
Kleidung 193 = 100 68,5 246 = 100 92
Sons iges 378 = 100 57 711 = 100 55
Fü die Selbs ändigen bes eh ein gleiches Ge älle wie ü die Be-
ziehe eines bedungenen Einkommens. Eine g öße e Kinde zahl be-
deu e auch hie eine e kü z e Einkommensdecke. Man kann das auch
so ausd ücken: Wachsende Familieng öße bei gleichem Einkommen
besag ü die Lebenshal ung dasselbe wie sinkendes Einkommen bei
*) Nach Mau ice Halbwachs, L e olu ion des besoins dans les classes ou iè es,
Pa is 1933, S. 50. Die absolu en Zi e n en s ammen de deu schen Enque e „Die
Lebenshal ung on 2000 A bei e -, Anges ell en- und Beam enhaushal ungen, E -
hebungen on Wi scha s echnungen im Deu schen Reiche 1927/28", Be lin 1932.
21 Nach Be nha d S ein, de sich au die Be a ungen übe das Kinde geldgese z
im Bundes ag bezieh .
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211] Ökonomische P obleme de Familienpoli ik 83
gleiche Familieng öße22. Diese Beobach ung is de Ausgangspunk
iele hi zige Diskussionen um die Familie. C o n a d ha sie
dahin poin ie , daß e sag e23: „In Deu schland leben un e de
He scha desselben Bedü nisses zwei Völke . En sp echend den
beiden Völke n gib es zwei Lebenshal ungen, zwei behe schende
P inzipien, Übe luß und Mangel .... Es sind die Kinde a men, die
sich mi ih em Lohn iel Annehmlichkei en leis en können, und die
Kinde eichen, die sich in de Bedü nisbe iedigung wei gehend ein-
sch änken müssen."
Alle dings muß man solche globalen Fes s ellungen sogleich di e-
enzie en. So is au den Rowu cc-Zyklus hinzuweisen, wenn
das Phänomen nach dem Au o , de es e schieden lich umsch ieben
ha , so bezeichne we den da 24. Danach un e lieg die Lebenshal ung
des no malen E we bs ä igen wäh end seines Lebens meh mals eine
Au - und Abbewegung. E sp ich on den h ee pe iods o economic
s ess, die diese no male Mensch du chmachen muß. Die e s e Pe iode
wi scha lichen D uckes e leb e in seine Kindhei , wenn die Familie
de El e n mi den Gebu en sich wei e und dadu ch hohe wi scha -
liche Las en zu agen ha . Das ände sich e s , wenn die Kinde selbs
e we bs ä ig we den. Dann kann de neu ins E we bsleben e ende
Mensch nach ollende e Ausbildung sich eine ela i hohe Lebenshal-
ung leis en, da e nu ü sich selbs zu so gen ha . E gewöhn sich
einen demen sp echend hohen Lebenss anda d an. Da au olg abe
ein Absinken in die zwei e Pe iode des wi scha lichen D uckes, sobald
e sich e hei a e und eigene Kinde gebo en we den. E e leb je z ,
was seine El e n wäh end seine eigenen Kindhei du chzus ehen
ha en. Aus diese Pe iode e gib sich ein Wiede au s ieg de Lebens-
hal ung mi de wi scha lichen Ve selbs ändigung de Kinde .
Schließlich olg au diese Zei des Wohle gehens eine d i e Pe iode
des Absinkens de Lebenshal ung mi dem Ausscheiden des Menschen
22 So Ca le C. Zimme man, Consump ion and S anda ds o Li ing, New Yo k
1936, S. 551.
23 W. Con ad , Exis enzminimum, ein echne ische Rich weg du ch das haus-
hal ende Deu schland de le z en 85 Jah e, Bd. I, Königsbe g 1933, hie zi ie
nach Cha lo e . Reichenau, A . Haushal s echnungen I im Handwö e buch de
Sozialwiss. Das Con ad 'sche Buch muß ein eigena iges Schicksal gehab haben.
T o z ei ige Bemühungen is es mi nich' möglich gewesen, seine habha zu
we den. Selbs im Leih e keh de wissenscha lichen Biblio heken wa es nich
e eichba .
24 Benjamin S. Rown ee. Po e y and P og ess, London 1941, S. 160/61. Seine
Gedanken wu den on Eleano Ra hbone übe nommen, die besonde s den demo a-
lisie enden Ein luß diese Auswi kungen des mode nen Lohnsys ems au die Jugend
un e s eich . Siehe Eleano Ra hbone. Family Allowances, London 1949, S. 34 .
6'
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84 E ich Egne [212
aus de E we bs ä igkei . E wi d dami au einen bloßen Ve so gungs-
s a us abged äng . Rown ee be on , daß diese Bewegungen be-
sonde s wegen de Gewöhnung an die höhe e Lebenshal ung in gu en
Zei en sozial ech une wünsch e Folgen haben, daß sie besonde s do
p oblema isch we den, wo kleine Einkommen in den pe iods o s ess
die Lebenshal ung un e das Exis enzminimum, seine po e y-line, ab-
sinken lassen.
Eine wei e e Modi ika ion de obigen Fes s ellungen muß on de
e schiedenen Lage de Familien ausgehen. Die These on den zwei
Völke n und zwei Lebenshal ungen gil im G unde nu ü die öllig
om Einkommense we b im auße häuslichen Be ieb abhängigen Fami-
lien und diejenigen de selbs ändigen Un e nehme . Übe all do , wo
du ch eigenen G undbesi z eine Eigenp oduk ion ode ein Neben-
e we b eine Rolle spiel ode wo es sich um Inhabe mi els ändische
Be iebe handel , is dagegen die Familienlas schon bei halbwüch-
sigen Kinde n du ch ih e nü zliche Mi a bei gemilde . Eine Milde-
ung kann auch im e s en Falle de öllig ma k abhängigen Familien
du ch e gänzende E we bs ä igkei de Mu e bewi k we den. Da es
sich dabei abe um eine Folge de schwie igen Lage handel , in de
sich die Familie be inde , und diese Fall besonde e P obleme mi sich
b ing , kann aus ihm keine eigen liche Einsch änkung de G und hese
on den zwei Völke n abgelei e we den. Allgemein is nu es zu-
s ellen, daß, je s ä ke das landwi scha liche und mi els ändische
Elemen is , des o wenige das P oblem sich zuspi z .
Noch eine ande e Modi ika ion des Ein lusses de Kinde las en
e gib sich on de jeweiligen Einkommenslage eines Haushal es he .
Au Rown ees Beobach ung, daß die Kinde las en bei den
kleinen Einkommensbeziehe n den ühlba s en Einb uch de Lebens-
hal ung mi sich b ingen, wu de schon hingewiesen. Von Achinge
und seinen Mi a bei e n is jüngs de selbe Ta bes and un e deu -
schen Ve häl nissen sich ba gemach wo den25. Es wu de gezeig , wie
eine wachsende Kinde zahl die Lebenshal ung de Familie, in de
Regel om d i en Kinde an, manchmal schon beim zwei en Kinde,
un e das Exis enzminimum — gemessen an den Un e s ü zungs-
sä zen de ö en lichen Fü so ge — he absinken läß . Diese Fes s el-
lung en sp ich es abe , daß bei s eigendem Familieneinkommen du ch
die Kinde (und mi jedem wei e en Kinde zunehmend) zwa ebenso
ein D uck au die Lebenshal ung im Ve gleich zu Kinde losen o lieg ,
daß hie de deshalb zu beschneidende G enzbeda de Familie je-
doch eine ge inge e D inglichkei ha . Das um de Kinde willen zu
25 H. Achinge , S. A chinal, W. Bange , Reich de Lohn ü Kinde ? Sch i en
des Ve eins ü ö en liche und p i a e Fü so ge. F ank u 1952» S. 44/45.
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213] ökonomische P obleme de Familienpoli ik 85
e b ingende Op e is bei einem höhe en Einkommen ela i ge inge
als bei kleinem Einkommen. Das kann man mi dem G enznu zenp in-
zip, de sinkenden We schä zung de le z en Ma k des Einkommens
beg ünden. Man b auch abe auch nu au das Engel'sche Gese z hinzu-
weisen, da au , daß bei s eigendem Einkommen de An eil de E -
näh ungsausgaben sink . Im G enz alle des Millionä s wü de de Haus-
hal selbs ü den Un e hal eine g oßen Kinde scha nu au einige
Luxusbedü nisse zu e zich en haben.
b) In e p e a ion
Nach diesen Zwischenbeme kungen soll je z de Blick au 0 e e s
Gedankengänge zu ückgelenk we den. Sein Regene a ionsa gumen
möch e augenscheinlich un e s eichen, daß die Familie ih e g oßen
Op e ü die Au zuch de Jugend nich allein um ih e selbs willen
e b ing , sonde n daß sie dadu ch de Gesam hei zugleich einen
unen beh lichen Diens e weis . Ähnlichen Gedanken begegne man
e schieden lich im Sch i um26. So be ech ig und selbs e s ändlich
diese Gesich spunk auch is , so ag sich doch, was man aus ihm
ablei en kann.
Man möch e ihn ge n zu Beg ündung eine wi scha lichen En -
las ung de kinde eichen Familien benu zen. Doch schein mi , daß
aus ihm allein in ökonomische Hinsich noch nich s olg . Kinde in
die Wel zu se zen, is keine wi scha liche Leis ung, die einen ökono-
mischen Ansp uch beg ünde . Man kann den Gesich spunk deshalb
nu als be ölke ungspoli isches A gumen benu zen.
Abe auch un e diese Pe spek i e bleib e p oblema isch. Kinde
nimm man im Zei al e de olun a y pa en hood aus eiem En -
schluß au sich. Es gib die Möglichkei , die Kinde las en du ch Be-
g enzung de Kinde zahl ge ing zu hal en. Man ha empi isch es -
s ellen können, daß die Kinde las en in den Schich en de mi le en
und höhe en Einkommensbeziehe dadu ch gemilde we den, daß die
Familien hie ih e Kinde zahl nach dem Einkommen zu egulie en
suchen27. Man kann so mi s eigendem Einkommen eine wachsende
Be ei scha zum T agen de Kos en ü die Kinde beobach en.
Doch muß man sich hü en, aus diese Beobach ung zu schnell den
Schluß zu ziehen, daß man nu das Einkommen zu e höhen b auche,
um eine e meh e Kinde zahl zu e eichen. Die Wohls ands heo ie
26 So weis B. S ein da au hin, daß schon Joh. Fich el, De Familienlohn,
München Diss. 1926, die egene a i e Leis ung in den Mi elpunk seine Gedanken-
üh ung ges ell ha . En sp echende Beme kungen and ich in dem Au sa z on
An on Böhm, Die F au in de mode nen Gesellscha II, Zei sch i „Wo und
Wah hei ", 9. Jah g. (1954), He 10, S. 753/54.
27 Achinge , A chinal, Bange , S. 33.
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86 E ich Egne [214
leh e bekann lich, daß ge ade die s eigende Lebenshal ung das Zwei-
kinde sys em mi sich geb ach habe. So wenig diese These allgemein
hal ba is , so leh diese Gegensa z de Au assungen — bald eine
Ve meh ung, bald eine Ve minde ung de Kinde zahl als Folge eines
s eigenden Einkommens —, daß es keinen s a en Zusam-
menhang zwischen Einkommenshöhe und Kinde -
zahl gib . Eine Meinung, die solches behaup e , e kö pe , wie
Macken o h gezeig ha 28, einen na u alis ischen I glauben. De
Zusammenhang is nu bei Be ücksich igung komplizie ende soziale
Fak o en, die au den Willen zum Kinde einwi ken, zu e s ehen.
Solchen Übe legungen könn e O e e zus immen, denn e begnüg
sich nich mi dem Regene a ionsa gumen . E üh zugleich die
A bei sk a - und P oduk ionsquo ena gumen e in den Gedankengang
ein. Seine zen ale These läu hie au eine Einsch änkung
de Rolle des Kapi als gegenübe dem menschlichen Fak o
im Wi scha sleben hinaus, au eine Gegenposi ion gegen die „ öllig
einsei ige Bewe ung des Sachkapi als, wie sie das de zei ige Wi -
scha sdenken behe sch " (S. 88). Wenn e demgegenübe alle dings
an ande e S elle die Bedeu ung des Spa ens ü die Kapi albildung
wiede un e s eich , de en Bedeu ung kün ig noch s eigen könne, so
lieg da in ein Zu ückweichen o seine eigenen Posi ion29. Sie
schließ die Behaup ung in sich, daß g undsä zlich dem Menschen o
dem Kapi al im Hinblick au die Zukun on Wi scha und Gesell-
scha de Vo ang gebüh , daß da ü de Konsum wich ige als
Spa en und Kapi albildung sein kann, alle dings nich ein beliebige
Konsum, sonde n de jenige, de ü die He anziehung und He an-
bildung de jungen Gene a ion, ü die „In es i ion44 in sie e olg .
Das is dem landläu igen na ionalökonomischen Denken ein pa adoxe
Sa z, de zugleich zu mode nen Deba e um das Spa en eine in e -
essan e Poin e beis eue . E ela i ie das Spa en diesmal nich
un e konjunk u ellen Gesich spunk en, sonde n um de kün igen
Leis ungs ähigkei de Volkswi scha willen. Die Familie ha in
diese Sich die undamen ale Funk ion zu e üllen, da sie Wi scha
und Gesellscha aus eine sie agenden Gene a ion in die ande e
28 Ge ha d Macken o h, Be ölke ungsleh e, Be lin 1954, S. 319.
29 Hie zeig sich, was man O e e s Buch auch an ande en S ellen anspü ,
daß de Au o kein Na ionalökonom om Fache is . E is Medizine . Wie bei
seinen Vo läu e n on Quesnay bis au Oppenheime e weis sich das nidi als
Nach eil. Die Uns immigkei en, die dem gele n en Na ionalökonomen nich un e -
lau en wä en, we den ielmeh wei du ch die Unbe angenhei au gewogen, mi
de e na ionalökonomischen Leh meinungen gegenübe i . Da in lieg de be-
sonde e Reiz des hie besp ochenen Buches, alle dings auch seine G enze. Ein
Na ionalökonom wü de z. B. den Sa z, daß die No wendigkei des Spa ens noch
ni gends e ns ha bes i en wo den sei, nich gesch ieben haben.
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215] ökonomische P obleme de Familienpoli ik 87
hineinwachsen läß . Dadu ch e möglich sie übe haup e s die Daue -
ha igkei des Wi scha s- und Sozialp ozesses.
Demgegenübe sei hie olgendes es ges ell : Es is ich ig, daß
die Na ionalökonomen on Böhm-Bawe k bis zu E u c k e n
imme wiede die in e empo ale Funk ion des Kapi als be on , die
menschliche Sei e des Zusammenhanges, die in e empo ale Funk ion
de Familie abe e nachlässig haben. Man ha die Bildung on
Kapi al und die Disposi ion da übe als ü den zei lichen Au bau
de P oduk ion en scheidend hinges ell und e gessen, daß die Dis-
posi ion de Familien übe ih Einkommen dabei auch ein Wo mi -
zu eden ha . Die „In es i ionen" in die junge Gene a ion s ehen zu
Spa kapi albildung wei gehend in einem Konku enz e häl nis. Zu-
gleich wi d du ch die Einkommens e wendung in de einen ode
ande en Rich ung de Au bau de P oduk ion e ände . Je nachdem
die heu ige Familie g oße Teile ih es Einkommens ü die He an-
ziehung on Kinde n ode un e Ve zich au solche Las en ü die
Hebung de eigenen Lebenshal ung und e meh es Spa en e wende ,
e olg die Zukun s o so ge s ä ke übe den Kapi al- ode den
menschlichen Fak o .
Man kann diesen Gedanken noch wei e zuspi zen und mi ande en
na ionalökonomischen Leh en in Ve bindung b ingen. E begegne sich
in gewisse Weise mi Schumpe e s These on de schöp e ischen
Ze s ö ung und neue dings mi Fou as iés Au assung on den
Wi kungen des echnischen Fo sch i s. Nach diesem Au o b ing die
En al ung de P oduk i i ä als Folge des echnischen Fo sch i s
eine lau ende En we ung de al en Kapi alanlagen einschließlich de
Immobilien mi sich. E such dies zi e nmäßig zu belegen30. Dadu ch
we den die Vo leis ungen de Ve gangenhei ü die Zukun unab-
lässig zu einem g öße en ode ge inge en Teil zunich e gemach . Die
adi ionellen Ren en und Un e nehme gewinne we den ze s ö , die
Mach des al en Eigen ums wi d geb ochen. Zugleich müssen die dem
le z en S ande de Technik en sp echenden Kapi alien imme wiede
neu gebilde we den. Man denke dabei an das Ve häl nis de Eisen-
bahnen zum K a e keh . So leg de echnische Fo sch i dem
Menschen eine Sisyphus-A bei au . Die Konsum e zich e
müssen ü die Realisie ung de neues en ech-
nischen Me hoden du ch die jeweils p oduk i
ä igen Menschen lau end neu ollzogen we den.
30 Die En we ung de Anlagekapi al- und Bodenwe e wi d besonde s deu lich
du ch die on Fou as ié gegebene Messung in S undenlöhnen, also du ch den
Ausd uck de We e in Realp eisen. Vgl. das 4. Kapi el in de „G oßen Ho nung
des 20. Jah hunde s", Köln 1954, e ne Machinisme e bien-ê e, 2. Au l., Pa is
1953, S. 134 .
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88 E ich Egne [216
Wohl e leich e de bishe ige Kapi als ock du ch die mi seine Hil e
e eich e Lebenshal ung eine neue Spa kapi albildung. Sie kann abe
nich o weggenommen we den. So sind die „menschlichen In es i-
ionen" de Familien, aus denen die p oduk i en Menschen he o -
wachsen, die das neue Kapi al zu bilden haben, au die Daue gesehen
eine siche e e Zukun sanlage als die sachlichen In es i ionen. Sie en -
we en nich und we den nich du ch den echnischen Fo sch i übe -
hol . Diese a bei enden Menschen de Zukun müssen nu be ei sein,
aus ih em P oduk eine Quo e ü die Realisie ung de mode nen
Technik ih e Zei abzus eue n.
c) K i ische Wü digung
Es ag sich nun, welches Gewich man solchen Gedankengängen
beilegen kann. Man da die G enzen diese Pe spek i en nich übe -
sehen. Die ihnen zug unde liegende Rela i ie ung des Kapi al ak o s
ü den wi scha lichen En wicklungsp ozeß gegenübe dem mensch-
lichen Fak o kann nu un e bes imm en Vo ausse zungen behaup e
we den. Die na ionalökonomischen Klassike en wickel en ih e kapi al-
eundliche Leh e un e de Annahme eine s a k wachsenden Be-
ölke ung, die schon um de Siche ung de bishe igen Lebenshal ung
willen einen g oßen Kapi albeda mi sich b ing . Ih e Nach ah en da-
gegen se z en die Be ölke ung als Da um in ih e Übe legungen ein
und klamme en sie dadu ch aus ih e P oblema ik aus. Das üh
leich , wie die o s ehenden Da legungen zeigen, zu eine Un e -
schä zung des menschlichen Fak o s.
Sobald man es, wie in den al en Indus ielände n, mi Volkswi -
scha en zu un ha , die bei ela i em Kapi al eich um au G und des
Gebu en ückganges mi einem kün igen Menschenmangel zu echnen
haben, bei denen schon je z du ch Übe al e ung de Be ölke ung die
unp oduk i en Las en de Gesam hei wachsen, wi d die Leh e on
de beg enzenden K a des Kapi als ü die wi scha liche En wick-
lung de ealen Si ua ion unangemessen. Dann is nich meh das
Kapi al, sonde n de a bei s ähige Mensch de Mini-
mum ak o kün ige En wicklung. Von ihm häng es
dann ab, ob de echnische und wi scha liche Fo sch i eine wei e e
Hebung des Un e hal s de Gesam hei bewi ken kann ode ob imme
g öße e Teile des Volkseinkommens ü den Un e hal de unp oduk-
i en Volks eile au gezeh we den. Dadu ch können zunächs P oduk«
i i ä ss eige ungen kompensie we den, schließlich kann es auch dazu
kommen, daß die Höhe de unp oduk i en Las en eine Spa kapi al-
bildung ü die Realisie ung mode ne echnische Me hoden unmög-
lich mach . Sowei is die Rela i ie ung des Fak o s Kapi al wohl be-
g ünde .
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217] ökonomische P obleme de Familienpoli ik 89
Zugleich is abe auch zu bedenken, daß die übe die in e empo-
ale Leis ung de Familie gemach en Aussagen wiede agwü dig
we den, sobald man ein gleichsam au oma isches Wachs um de Be-
ölke ung s a des Gebu en ückganges un e s ell . Fü die heu e in
s a kem Wachs um beg i enen Völke Asiens, abe auch be äch liche
Teile A ikas, Mi el- und Südame ikas, is das Kapi al nach wie o
de Minimum ak o , de die wi scha liche En wicklung beg enz .
Demgegenübe on de e kann en Rolle de Familie und eine Übe -
schä zung des Kapi als zu sp echen, wä e wi klichkei s emd. Hie
s eh ielmeh die hohe menschliche Rep oduk ionsleis ung de Fami-
lie eine Hebung de wi scha lichen P oduk i i ä und de Lebens-
hal ung hinde nd im Wege. Nu eine sich schnelle als die Be ölke-
ungsbewegung ollziehende Kapi albildung kann diesen Zus and
ände n. Diese Übe legung leh , daß die Funk ion de Familie ü die
Regene a ion de A bei sk a nu im Be eiche de Gebu en a iona-
lisie ung und de o alen Ve ma k lichung de wi scha lichen Exis enz
Gewich ha .
Da übe hinaus muß noch on eine ande en Sei e he de Ge-
danke on de ökonomischen Leis ung de Familie, die in ih e
egene a i en Funk ion lieg , beg enz we den. Die Au wendungen
de Familie ü die he anwachsende Gene a ion sind na ü lich keine
ech en In es i ionen, sonde n können nu pe analogiam
als solche angesp ochen we den, weil sie ähnliche Me kmale wie das
Kapi al haben. Nu in einem übe agenen, uneigen lichen Sinne kann
man da on sp echen. Wenn man diese Uneigen lichkei de Rede-
wendung nich beach e , käme man dazu, nich nu on eine Bildung
menschlichen Kapi als — wie bei Skla en —, sonde n auch on Ab-
sch eibungen da au zu sp echen, wie 0 e e dies a sächlich e -
such . Das bedeu e dann eine ökonomisie ung des Menschen, die ihn
zu einem Wi scha smi el s a zum Subjek alles Wi scha s-
geschehens mach . Die „In es i ionen" in die Jugend sind nich echen-
ba , sie e olgen auch nich um de Scha ung eines P oduk ionsmi els,
sonde n um de menschlichen Beda sdeckung willen, du ch die sich
de Zweck alles wi scha lichen Bemühens e üll .
De Gedanke on menschlichen In es i ionen is nähe besehen
ein Aus luß de al en These on de Rep oduk i i ä des Konsums, wie
sie besonde s du ch Lo enz . S ein e e en wu de81. E ha da-
mi wenig Anklang ge unden, da die Unhal ba kei de Behaup ung,
daß de Konsum (als Endkonsum) de E neue ung de menschlichen
P oduk ionsk a , diese de P oduk ion diene, die ih e sei s den Kon-
31 Lo enz . S ein, Sys em de S aa swissenscha , 1. Bd.: Sys em de
S a is ik, Popula ioni8 ik und de Volkswi scha sleh e, S u ga 1852, S. 166.
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90 E ich Egne [218
«um e mögliche usw. in ewigem K eislau , leich einzusehen is . Auch
sie läu au eine ökonomisie ung de Menschen hinaus. T o zdem is
de Rep oduk ionsgedanke nich g undsä zlich e ehl . Das gil nu
ü die These, daß de Konsum schlech hin ep oduk i sei ode die
Au gabe habe, ep oduk i zu wi ken. G undsa zlich dien de Konsum
de Beda sdeckung als dem ökonomischen Endzweck. O ha e abe
die Nebenwi kung eine Rep oduk i i ä , sei es in bezug au die
A bei sk a e hal ung, sei es in Rich ung au die He anbildung kün -
ig a bei s ähige Menschen. Fehlende Rep oduk i i ä kann sinn oll
— besonde s die E hal ung de Al en, abe auch de g öß e Teil ech en
Kul u beda s — ode sinnlos sein, so e wa ein gesundhei sschädliche
Genußmi elkonsum. Im le z en Fall handel es sich um e schwende-
ischen Konsum.
Von hie aus gewinn man einen Maßs ab ü die Beu eilung de
„menschlichen In es i ionen6'. Sie sind eine Nebenwi kung des Kon-
sums. Wegen diese Eigena können sie spä e ökonomisch belang oll
we den, sie b audien es abe nich . Ih ökonomisches Gewich s eig ,
je knappe die menschliche A bei sk a kün ig zu we den d oh , es
äll mi de Reichlichkei ih e Ve ügba kei . Das kann so wei gehen,
daß diese „In es i ionen64 gleichsam als „Fehlin es i ionen" anzu-
sp echen sind, daß de ü die He anziehung junge Menschen ge ä ig e
Konsum wie ein e schwende ische Konsum wi k , wenn nämlich
du ch einen hohen Be ölke ungsd uck die Gesam hei au einem
Elendsni eau zu leben gezwungen is und keine ande en Mi el zu
Hebung de Lebenshal ung als die Gebu enbesch änkung e ügba
sind. Doch muß man sich auch hie bei des analogieha en Cha ak e s
de Redewendung bewuß bleiben, wenn man nich wiede bei einem
Ökonomismus landen will.
Die Be ach ung de Be ölke ung als eines Kapi als ockes, de in eine be-
s imm en F is umgeschlagen und in seine Subs anz e hal en we den müsse, is
schon on H. Beckendo k i isie wo den32. Diese Au o schoß abe übe
das Ziel hinaus, als e O e e o hiel , e habe die alleinige P oduk i i ä de
A bei e künde . Das konn e de Angeg i ene als unbeg ünde e Behaup ung zu-
ückweisen. Die Polemik beide Au o en um die Rolle de Spa ä igkei ü die
Al e ssiche ung s and un e keinem glücklichen S e n. Eine sei s is Beckendo s
These, daß die A bei s ähigen sich du ch Spa en eine Al e ssiche ung aus den E -
ägnissen des so gebilde en Kapi als scha en können, in diese Fo m nich zu
hal en. Ande e sei s sind Oe e s Gegena gumen e, daß die Al e ssiche ung p ak-
isch nich aus den E ägnissen eines angesammel en Kapi als, sonde n aus de
Subs anz selbs e olge, daß das Kapi al e ne bei seine Nu zung imme de
menschlichen Leis ung bedü e, nich du chschlagend. De e s e empi ische Ein-
wand, daß die Ren enzahlungen di ek aus den Bei agsleis ungen e olgen, is zwa
32 H. Beckendo , Ausgleich de Familienlas en? Be lin 1953 (Finanz-
wissenscha liche Fo schungsa bei en, N.F. H. 2, he ausgegeb. on Schmölde s).
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