Benning, Be nha d
A icle
Wäh ungspoli ische Anme kungen zum "G und iß de
Wäh ungspoli ik" on O o Vei
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Benning, Be nha d (1967) : Wäh ungspoli ische Anme kungen zum "G und iß
de Wäh ungspoli ik" on O o Vei , Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und
Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 87, Iss. 3, pp. 327-332,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.87.3.327
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Be ich e
Wäh ungspoli ische Anme kungen zum
„G und iß de Wäh ungspoli ik" on O o Vei
O o Vei s „G und iß de Wäh ungspoli ik"1, 1961 in e s e Au -
lage, be ei s nach wenigen Mona en in zwei e un e ände e Au lage e -
schienen, ha eine Lücke in de mode nen deu schen Geldli e a u aus-
ge üll . Im Vo wo widme de Ve asse seinen G und iß o nehm-
lich de akademischen Un e ich ung sowie den in de Bankwi scha
Tä igen zu Anschauung und Klä ung. Siche lich kann und wi d de
akademische Nachwuchs und ebenso die Bankwel aus diesem We k
g oßen Nu zen ziehen. Dennoch lieg in de Widmung ein Unde s a e-
men . Das ie schü ende und gedanken eiche We k bie e de Fo -
schung im Au zeigen und Analysie en de wesen lichen wäh ungs- und
geld heo e ischen Zusammenhänge und in de mone ä en F ages ellung
neue Wege und Aspek e. Von dem We k können Ein lüsse au das
mone ä e Denken und au das p ak ische Handeln in diesem Be eich
ausgehen.
Mi sys ema ische Me hodik und mi enzyklopädische G ündlich-
kei analysie O o Vei den ungeheue wei en und komplizie en Be-
eich des Geldes und de Wäh ungen. In einem b ei angeleg en heo-
e ischen Teil behandel de Ve asse die wäh ungspoli ische Au -
gabe, wie e sie de inie , im Anschluß da an sodann die Wäh ungs-
sys eme, die Geld e assung, die Geldschöp ung und das Ins umen-
a ium de K edi lenkung. De zwei e — 500 Sei en um assende —
p agma isch-his o ische Teil, om Ve asse mi „En wicklung" übe -
sch ieben, b ing eine geschich liche Be ach ung de Edelme alle und
eine Geschich e de Goldwäh ung bis 1944; des wei e en eine Ge-
schich e de deu schen Geldwi scha om Mi elal e bis zu Gegen-
wa und eine Da s ellung de Geldo dnungen des Auslands, schließlich
eine Besch eibung de in e na ionalen Wäh ungsins i u ionen. Im le z-
en Kapi el un e such Vei die Möglichkei en eine neuen Wäh ungs-
o dnung.
1 O o
Vei .:
G und iß de Wäh ungspoli ik. Un e Mi wi kung on Hans-Ul ich
F anzke,
Ebe ha d
Aus
und Wol gang
Maaß.
(Ins i u ü das K edi wesen. Neue
Sch i en olge.) F ank u a. M. 1961. 844 S.
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328 Be i di e
L
Vei s „G und iß de Wäh ungspoli ik" en häl so iele Ansa z-
punk e ü neue F ages ellungen und so iele die Diskussion an e-
gende Gedankengänge, daß man sich im Rahmen eine äumlich limi-
ie en Besp echung dieses We kes au einige wenige Themen zu
besch änken ha , wobei nich e säum we den da , die Lese des
We kes au die Viel al de angeschni enen P obleme de Wäh ungs-
heo ie und de Wäh ungspoli ik zu ih em Nu zen au me ksam zu
machen.
De Rezensen möch e sich au einige Themen besch änken, zunächs
einmal au den Beg i des „neu alen Geldes". Vei de inie S abili-
ä als den „Nullpunk zwischen In la ions endenz und De la ions en-
denz", d. i. nach seine De ini ion de Punk des Liquidi ä sgleichge-
wich s, an dem die Liquidi ä s e so gung genau dem Liquidi ä sbeda
en sp ich . Vei ühl sich hie bei in Übe eins immung mi Wickseils
These om „neu alen Da lehenszins"2, de gegeben is , wenn de aus
de K edi gewäh ung de Banken e wachsende Geldzins dem aus de
Gü e p oduk ion e wachsenden na ü lichen Kapi alzins en sp ich . Da
dies nu möglich is bei eine K edi e so gung, bei de om K edi kein
Ein luß au die Gü e sei e ausgeh , en sp ich diese Lage in de Ta dem
Vei schen Nullpunk . Vei sieh die wäh ungspoli ische Au gabe in dem
Gebo de „Bekämp ung on In la ion und De la ion". Mi Rech häl e
diese Fassung ü kla e bes imm als das sons meis e wende e, ein
wenig e schwommene Gebo on de „Au ech e hal ung de S abili ä ".
De Gedankengang wi d kla , wenn man de F age nachgeh , was es
mi dem S eben nach einem un e ände en P eisni eau — als Maß-
s ab ü S abili ä — au sich ha . Jede , de auch nu eine Ahnung
ha on den s ändigen Schwankungen de Vielzahl alle P eise, on
de s uk u beding en E höhung de P eise ü Diens leis ungen,
on de pe manen en Ände ung de Quali ä de Indus iee zeugnisse
(meis Ve besse ung als Folge des echnischen Fo sch i s) u. a. m.,
weiß um die P oblema ik de Fo de ung nach Au ech e hal ung de
S abili ä im Sinne eines s abil zu hal enden P eisni eaus.
In diesem Zusammenhang zieh Vei eine beme kenswe e Konse-
quenz mi seine These: „In la ion und S abili ä de Kau k a des
Geldes sind e bunden und e bünde — ja S abili ä de Geldkau -
k a kann bei echnischem Fo sch i übe haup nu e ziel we den
du ch In la ion." Zu Beg ündung weis Vei da au hin, daß bei ech-
nisch beding em P oduk ions o sch i die P eise de e zeug en In-
dus iegü e zum Vo eil de Konsumen en sinken müß en. In unse e
mode nen Gesellscha so dnung lasse man alle dings dies nich zu,
2 Knu Wicksell: Geldzins und Gü e p eise. Jena 1898. S. 93.
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ielmeh seien die Nu znieße des echnischen Fo sch i s in de
Haup sache die Un e nehme und die A bei nehme de be e enden
Wachs umsindus ien. Dem Ve b auche komme in de Regel nu die
Quali ä s e besse ung de P oduk e (höhe we ige Wa e zum gleichen
P eis) zugu e.
An diesem Punk wi d de Un e schied zwischen neu alem Geld
im Sinne Vei s und s abilem Geld im Sinne de wei hin p ak izie en
Wäh ungs- und Wi scha spoli ik o enkundig. Eine neu al gehand-
hab e Wäh ungspoli ik müß e bei echnischem Fo sch i — de in
de Regel imme o lieg und gewisse maßen eine S uk u kompo-
nen e de mode nen Volkswi scha da s ell — zu nachhal igen P eis-
senkungen üh en. Die au S abili ä des P eisni eaus ausge ich e e
Wäh ungspoli ik äg somi in sich eine In la ionskomponen e. Dies
is die Folge de in de Wi scha s- und Sozialpoli ik he schenden
Maxime, wonach die Löhne im Rahmen des P oduk i i ä szuwachses
s eigen dü en und sollen. Mi eine nach diese Philosophie agie en-
den Wi scha s- und Wäh ungspoli ik kann eine e ek i e S abili ä
z.B. de Lebenshal ungskos en nich e ziel we den: Da nämlich in-
ne halb de Lebenshal ungskos en g oße G uppen on P eisen s uk-
u ell s eigen, ohne daß diese En wicklung du ch mone ä e Maßnah-
men beein luß we den könn e (wie z. B. die P eise ü Diens leis un-
gen ode Mie en ode ö en liche Ta i e), könn e S abili ä des Ve -
b auche p eisni eaus nu du ch kompensie ende P eissenkungen bei
den P eisen ü indus ielle Ve b auchsgü e e ziel we den. Diese
kompensa o ische P eisd uck wi d abe zum Teil jeden alls e hinde
du ch die Auswi kungen de genann en P oduk i i ä s hese.
II.
Vei de inie die den No enbanken an e au e wäh ungspoli ische
Au gabe, wie schon e wähn , als Au ag zu Bekämp ung on In la-
ion und De la ion. Um diese zen alen Au gabe ge ech zu we den,
ha de Gese zgebe de No enbank ein di e enzie es Ins umen a-
ium zu Ve ügung ges ell , mi dessen kombinie em Einsa z das
gesam e K edi olumen de Volkswi scha beein luß (Vei sag „ge-
lenk ") we den soll mi dem Ziel de Geldwe neu ali ä bzw. -S abili-
ä .
Im Kapi el V des G und isses wi d das Ins umen a ium de K e-
di lenkung mi seinen einzelnen Komponen en da ges ell und analy-
sie : O enma k poli ik, Mindes ese enpoli ik, Regelung des Geld-
umlau s, adminis a i e k edi poli ische Regelungen wie z. B. K edi -
ich sä ze und Rediskon -Kon ingen e, Diskon poli ik, Kassen üh ung
ü den S aa (Au gabe de No enbank als iscal agen ). Es wi d nach-
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gewiesen, daß alle Ins umen e im Ende ek on de No enbank so
angewende we den können, daß sie sowohl quali a i übe den P eis
als auch quan i a i au das Volumen de Liquidi ä einwi ken. Nach
Au assung Vei s, de ich zus imme, i die No enbank mi de Ein-
lußnahme au den Zins die Disposi ionen de Banken an ih e emp-
indlichs en S elle. Die Banken eagie en da au , indem sie sich meh
ode wenige Liquidi ä bescha en und indem sie meh ode wenige
P imä k edi anbie en. Die No enbank is somi in de Lage, das
K edi angebo mi elba übe den Zins lenkend zu beein lussen. Nach
eine Un e suchung de Wi kungsweise des Zinses und eine Analyse
de G ünde, die die Zinswi kung beein äch igen — hohe An eil des
S aa es am Sozialp oduk , g öße es Gewich de S eue n als de Zin-
sen bei de Kalkula ion de In es o en, Zinssub en ionen in g oßen
In es i ionsbe eichen u. a. m. —, komm Vei zu dem E gebnis, daß
de Zins allein es nich u , und daß es deshalb nich e wunde lich is ,
wenn die Wäh ungspoli ik zusä zlich und e gänzend au das Liquidi-
ä s olumen de Banken abziel .
Es un e lieg keinem Zwei el, daß alle k edi poli ischen Maßnahmen
de No enbank au die Beein lussung de Bankenliquidi ä ge ich e
sind. Übe die Beein lussung de Bankenliquidi ä s eue die No en-
bank — ih e wäh ungspoli ischen Au gabe olgend — die Dosie ung
de Geldmenge mi dem Ziel des mone ä en Gleichgewich s (d. h.
zum Nullpunk zwischen In la ions- und De la ions endenz). De Re-
zensen ha schon lange den Eind uck, daß im Rahmen de ak uellen
Wäh ungspoli ik und beim Einsa z des wäh ungspoli ischen Ins umen-
a iums in unse e Zei die Bedeu ung de Diskon poli ik un e schä z
wi d und daß sich diese Un e schä zung in de k edi poli ischen P a-
xis nega i ausgewi k ha . Ausländische No enbanken (z. B. die Zins-
poli ik des Fede al Rese e Boa d) lie e n hie ü ebenso Beispiele wie
die Deu sche Bundesbank. Analysie man z. B. den Ablau de le z en
Res ik ionspe iode de Bundesbank on An ang 1964 bis zum He bs
1966, so wa diese Res ik ion gekennzeichne du ch das Übe wiegen
liquidi ä spoli ische Maßnahmen (Mindes ese ee höhungen, Kü zung
de Rediskon -Kon ingen e), e gänz du ch adminis a i e Maßnahmen
gegen den Zus om on Auslandsgelde n, wäh end die Diskon poli ik
nu zagha eingese z wo den is . So is de Diskon sa z de Bundes-
bank übe as ie Jah e hinweg om Mai 1961 bis Janua 1965 un-
e ände bei 3 % gehal en und auch dann nu o sich ig e höh wo -
den, nämlich zweimal um V2%> im Janua und Augus 1965. Seh
spä — manche K i ike meinen zu spä — wu de de Diskon e s
im Mai 1966 on 4% au 5 °/o e höh . Diese Diskon e höhung um ein
olles P ozen ha eine s a ke es ik i e Wi kung ausgeüb und dazu
beige agen, daß das K edi olumen kon ahie und de Kapi alma k
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Be ich e 331
o übe gehend unk ionsun ähig wu de. Anhand de S a is iken läß
sich gu nachlesen, daß damals — im Ve ein mi den o angegangenen
liquidi ä sd osselnden k edi poli ischen Maßnahmen — on dem Ein-
sa z des Diskon ins umen s eine s a ke mone ä e Wi kung ausge-
gangen is .
III.
Einige Randbeme kungen schließlich noch zum le z en Kapi el des
Vei schen G und isses übe die Möglichkei en eine neuen Wäh ungs-
o dnung. Nach eine eingehenden Da s ellung de B e on Woods-Ins i-
u ionen un e such Vei im G und iß die gegenwä ige S uk u des
Wel wäh ungssys ems und sp ich on eine „Zweis u igkei de in e -
na ionalen Geld e assung" mi einem „Nebeneinande on ölke -
ech liche Bindung an die übe na ionalen Wäh ungsins i u ionen und
on wi scha liche Rücksich nahme diese Ins i u ionen au die na io-
nalen Sonde e häl nisse4'. In diese Zweis u igkei e blick Vei ein
wich iges S uk u elemen ü die Ges al ung de kün igen Wel wäh-
ungso dnung mi de on ih e möglich en und ge ö de en Au o-
ma isie ung de Wäh ungspoli ik, wie sie auch als das eigen ümliche
Wesensme kmal de klassischen Goldwäh ung angesehen we den
konn e. Im Gegensa z zu au oma ischen Wi kungsweise de klas-
sischen Goldwäh ung zeig das de zei ige Wäh ungssys em de Wel
nach Au assung Vei s Ansä ze zu eine A on „ges eue e Gold-
wäh ung".
Es wä e eine eiz olle Au gabe, die in den Jah en o 1961 konzi-
pie en Gedankengänge O o Vei s übe die Möglichkei en eine neuen
Wel wäh ungso dnung mi den in den le z en ün Jah en wei e ge-
üh en wäh ungspoli ischen Diskussionen zu kon on ie en, insbeson-
de e mi den nun allmählich zum Abschluß kommenden in ensi en
Un e suchungen des S ell e e e ausschusses de „Zehne g uppe"
(„G oup o Ten"). Beim S udium de lau enden Ve ö en lichungen
übe diese Be a ungen gewinn man den Eind uck, daß die Emp eh-
lungen dieses ü die Ges al ung des kün igen Wel wäh ungssys ems
en scheidenden G emiums, die im E gebnis au eine Fo en wicklung
de gegenwä igen Wäh ungso dnung hinauslau en, ga nich seh
wei on den Vo s ellungen Vei s en e n sind.
Be nha d Benning, F ank u /M.
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