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Die Grundlagen der betrieblichen Preispolitik

Abstract

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Die Grundlagen der betrieblichen Preispolitik

Author: Faehndrich, Henner
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1962
DOI: 10.3790/schm.82.5.549
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/291004/1/schm.082.5.549.pdf
Faehnd ich, Henne
A icle
Die G undlagen de be ieblichen P eispoli ik
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Faehnd ich, Henne (1962) : Die G undlagen de be ieblichen P eispoli ik,
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke
& Humblo , Be lin, Vol. 82, Iss. 5, pp. 549-567,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.5.549
This Ve sion is a ailable a :
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Die G undlagen de be ieblichen P eispoli ik
Van
Henne Faehnd ich - Baden-Baden
Nach Ansich des ame ikanischen Philosophen Dewey ha die Wis-
senscha die Au gabe, die Zukun o auszusagen, um unse Ve hal-
en einsich ig zu machen. Diese Si ua ion cha ak e isie u. E. in he -
o agende Weise auch die P obleme de be ieblichen P eispoli ik,
die die Be iebswi scha sleh e sei ih en An ängen beschä ig ha-
ben1.
Wenn es auch e s jünge en Un e suchungen gelungen is , die an-
s ehenden F agen in um assende deduk i e Analyse zu klä en, so
mu en uns doch be ei s ühe, au induk i em Wege gewonnene E -
kenn nisse als auch heu e noch du chaus ak uell an, wie z. B. die Aus-
üh ungen Ludo icis zu diesem F agenk eis beweisen2.
Nun we den heu e die Möglichkei en p eispoli ische Ak i i ä des
einzelnen Be iebes ebenso o übe - wie un e schä z , und „das ech-
ne ische Kalkül in den he geb ach en, de P axis en lehn en Fo men
i meh und meh zu Guns en de Neigung zu einsei igen Be o-
nung Logisch-ma hema ische Denkinhal e zu ück4'3.
Dies beschwö abe eine nich zu ge ing einzuschä zende Ge ah
he au : Mi dem Ve lassen des Bodens de Wi klichkei und dem Sich-
Hin au schwingen in ma hema isch-deduk i e Abs ak ionen e lie en
die so gewonnenen Aussagen nu zu leich den Zusammenhang mi
den gesellscha lichen Ve häl nissen ih e Zei und e nachlässigen so
eine ü die sozialwissenscha liche Fo schung une läßliche P ämisse,
denn „ein au oma isches Funk ionie en, wie es die Denkmodelle o -
ausse zen, gib es nu in de Wel de Maschinen", und „einen Mecha-
1 Vgl. E. Lei he e , Geschich e de handels- und absa zwi scha lichen Li e a u ,
Köln-Opladen 1961, S. 13 .; J. Lö elholz, Geschich e de Be iebswi scha und
Be iebswi scha sleh e, S u ga 1935, S. 89 .
2 C. G. Ludo ici, G und iß eines olls ändigen Kau manns-Sys ems, Omni ypie-
d uck de 2. Au l. . 1768, S u ga 1932, S. 117 .
3 H. Seischab9 Übe das Gewinnmaximie en. Zugleich ein Bei ag zu me hodo-
logischen Si ua ion de Be iebswi scha sleh e, Allgemeine Fo s - und Jagd-
zei ung, 130. Jg. (1958), S. 64.
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38 Henne Faehnd ich 550
nismus, welche das Ve hal en de menschlichen Gesellscha als gan-
zes bes immen wü de, gib es nich "4.
Will man sich dahe übe „We und Unwe " p eispoli ische Übe -
legungen und Handlungen des einzelnen Be iebes o ien ie en, so muß
man nach jenen Ta sachen o schen, die ihm die Möglichkei en zu
p eispoli ische Ak i i ä e ö nen, diese abe auch die G enzen
se zen. Die Au deckung diese Zusammenhänge üh uns zu den
G undlagen de be ieblichen P eispoli ik.
I. Das Wesen de be ieblichen P eispoli ik
Gälweile cha ak e isie die be iebliche P eispoli ik als die Ge-
sam hei de „F agen und Übe legungen, die in den einzelnen Wi -
scha sbe ieben übe die P ei&s ellung ih e Absa zgü e au e en"5.
Diese De ini ion is u. E. ü eine um assende e Wü digung des
P oblems de be ieblichen P eispoli ik zu eng; denn P eispoli ik, als
Teil de be ieblichen Ma k poli ik e s anden, e s eck sich nich
nu au den Absa z, sonde n auch — und u. U. in g öße em Aus-
maße6 — au die Bescha ungs o gänge des Be iebes. Daneben be-
gegnen wi p eispoli ischen Maßnahmen auch im Zusammenhang mi
de Ges al ung des Be iebsau baues und -ablau es un e de Bezeich-
nung p e iale Be iebslenkung7.
So is be iebliche P eispoli ik e was Allumspannendes, dessen Be-
g i aus dem de Be iebswi scha spoli ik, wo un e nach Sandig
„die Leh e on den a sächlichen und den möglichen Zielse zungen
und En scheidungen, die on de Füh ung eine Be iebswi scha
(eines Be iebes, eine Un e nehmung) im Innen e häl nis und gegen-
übe dem Ma k e de Be iebswi scha ge o en we den"8, zu e -
s ehen is , abgelei e we den muß. Ein solche Be i de be ieb-
lichen P eispoli ik könn e dann e wa olgendes Aussehen haben:
Un e be iebliche P eispoli ik soll die Gesam hei de En schei-
dungen hinsich lich de Mi el und Maßnahmen zu Bewe ung on
Leis ungen im Be ieb e s anden we den.
4
0. K aus, Konjunk u und Beschä igung, München 1954, S. 163 u. S. VI.
5 A. Gälweile , A ikel „P eispoli ik, be iebliche", in: Handwö e buch de
Be iebswi scha , 3. Au l., Bd. 3, S u ga 1960, Sp; 4398.
6 Dies gil o allem in jenen Fällen, in denen de Be ieb am Absa zma k zu
p eispoli ische Inak i i ä e u eil is , sei es, weil e eine unbedeu ende Rolle
spiel (z. B. bei P eis üh e scha ) ode de S aa die P eis egulie ung übe -
nommen ha .
7 Vgl. E. Schmalenbach, P e iale Wi scha slenkung, Bd. 2: P e iale Lenkung
des Be iebes, B emen-Ho n - Biele eld - F ank u /M. - Hambu g - Hanno e - Kiel
1948, S. 22 .
8 C. Sandig, Die Füh ung des Be iebes — Be iebswi scha spoli ik, S u ga
1953, S. 19.
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551 Die G undlagen de be ieblichen P eispoli ik 39
Diese De ini ion beda , will man sich den ollen Um ang dessen, was sie
umsch eib , und den Zusammenhang zu dem oben he ausges ell en Beg i „Be-
iebswi scha spoli ik" e gegenwä igen, einige ku ze E läu e ungen:
a) Zunächs mag das Fehlen jeglichen Hinweises au die den Beg i de Be-
iebswi scha spoli ik auszeichnenden Zielse zungen übe aschen. Bedenk man
abe , daß de Beg i des „Mi els" (und analog de de „Maßnahme") nich
nu dessen echnologische Sei e, sonde n auch — und in e s e Linie — seine
eleologischen Aspek e be ücksich ig 9, so wi d o enkundig, daß die ange-
deu e e Besch änkung des Beg i es „P eispoli ik" eine nu scheinba e is .
b) De on uns gewähl e Beg i de be ieblichen P eispoli ik o ien ie sich
wei gehend an dem Phänomen de Bewe ung. Dami wi d au den hinlänglich
bekann en Zusamenhang zwischen dem We eine Leis ung eine sei s und dem
P eis de selben ande e sei s abgehoben, ein P oblem, dessen E o schung o -
nehmlich im Rahmen de Volkswi scha sleh e e olg is .
c) Gegens and de be ieblichen P eispoli ik sind nach obige De ini ion die Lei-
s ungen. Dami wi d ein doppel e Aspek angedeu e :
1. Zunächs we den die Anwendungsgebie e be iebliche p eispoli ische Ak i-
i ä genaue bes imm , indem sie sich
a) au die bescha en Vo leis ungen,
b) au die Leis ungen de einzelnen be ieblichen Leis ungss u en (z. B.
A bei sg uppen ode Ab eilungen) und
c) die Leis ungen de Wi scha ss u e Be ieb, wie sie übe den Ma k
ode unmi elba an nachgelage e Wi scha sgebilde wei e gegeben we -
den, im Absa z e s eck .
2. Zugleich wi d dami auch die G enze zu sog. Bewe ungspoli ik, wie sie
insbesonde e im Zusammenhang mi de Bilanzpoli ik au i , gezogen.
Diese beiden Be eiche de Be iebswi scha spoli ik un e scheiden sich näm-
lich oneinande du ch die ihnen a eigenen Ziele und Me hoden, de en sie
sich bedienen. In de Bewe ung de eigenen E zeugnisse im Rahmen des
Rechnungswesens alle dings inden sich beide zusammen. So is die Bewe -
ungspoli ik als eigengese zliche Teil de P eispoli ik des Be iebes zu
beg ei en.
d) Be iebliche P eispoli ik is Bewe ung on Leis ungen aus de Sich des Be-
iebes. In de P axis begegne uns p eispoli isches Ve hal en auch au höhe en
Wi scha ss u en in Ges al on e bandliche ode s aa liche ( olkswi scha -
liche ) P eispoli ik, die jedoch on den F agen de be ieblichen P eispoli ik
nu beding abzug enzen sind10.
De P eis ha die Au gabe, zwischen den wi scha lichen Leis un-
gen eine sei s und dem ih en Tausch e möglichenden Geld ande e -
sei s eine echenha e Beziehung he zus ellen. Daneben obliegen ihm
wei e e Funk ionen, die hie abe unbe ücksich ig bleiben können.
De P eispoli ik bie en sich dahe g undsä zlich zwei Wege an, den
P eis ü die einzelnen Leis ungen zu beein lussen: Va ia ion de
geldwi scha lichen und/ode gü e wi schia lichen G undlagen de?
9 Vgl. 0. Spann, Ka ego ienleh e, 2. Au l., Jena 1939, S. 174 .
10 Vgl. hie zu W. Hein ich, Wi scha spoli ik, Bd. 2 II: Gebie swi scha spoli ik,
Ve bandswi scha spoli ik, Be iebswi scha spoli ik, Haushal swi scha spoli ik,
Wien 1954, S. 47 ., 102 . und 262 .
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40 Henne Faehnd ich 552
P eises. Im einzelnen lassen sich dabei noch de unmi elba e und de
mi elba e Ein luß au die P eiss ellung un e scheiden11.
Dabei auch dann das P oblem de op imalen Kombina ion des
p eispoli ischen Ins umen a iums au , dem wi abe im einzelnen
nich nachgehen wollen. Angedeu e sei jedoch, daß hie ü be iebs-
in e ne und -ex e ne Bes immungsg ünde maßgeblich sind, wie e wa
die Kos en de einzelnen Maßnahmen, die Ziele de P eispoli ik ode
die Bescha enhei des Ma k es, um einige Beispiele he auszug ei en12.
Alle Mi el und Maßnahmen, die da au abzielen, die Höhe des
P eises als Geldausd uck zu beein lussen, bezeichnen wi als „geld-
wi scha liches Ins umen a ium"13. Hie un e allen Maßnahmen zu
Beein lussung de nominellen P eiss ellung wie auch solche zu Va-
ia ion des e ek i en P eises:
1. Die P eisdi e enzie ung: Alle Maßnahmen und Mi el, die dazu
dienen, nach Gegens and, Pe son, Raum ode Zei abges u e P eise
zu e geben, assen wi un e dem Beg i de P eisdi e enzie unp:
zusammen14. Hie bei wi d de P eis als nominelle Ausd uck a iie ,
wobei als Hil smi el neben de unmi elba en P eisnennung o allem
die Raba e ungie en15. Jedoch inde dieses Ins umen a ium nu in-
sowei einen Wi kungsk eis, als da aus keine une wünsch en Neben-
wi kungen esul ie en können16.
2. Die Kondi ionenpoli ik: De Tausch de Leis ungen am Ma k
e olg nach bes imm en Regeln, die die kau männische P axis all-
mählich en wickel ha und die z. T. in gese zlichen Bes immungen
ih en Rückhal inden. Die Gesam hei de Fak o en, die den P eis
als Ausd uck ü den E lös des e äuße nden Be iebes a iie en, be-
zeichnen wi als Kondi ionen. Die hie einzuo dnenden Hil smi el
bie en eine kaum übe sehba e Fülle p eispoli ische Möglichkei en,
de en gemeinsames Kennzeichen ih e an das Au e en on Neben-
e scheinungen gekoppel e Wi kungsweise is (z. B. P eisnachlässe in
Skon o o m in Abhängigkei on de Zahlungsweise). De P eis wi d
11 Wenn. bei de olgenden Da s ellung auch die P eispoli ik als Ma k poli ik
im Vo de g und s eh , so gel en die E gebnisse de Be ach ung in sinngemäße
T ans o ma ion auch ü den inne be ieblichen Einsa z de P eispoli ik. Vgl.
K. Bende , P e iale Be iebslenkung un e besonde e Be ücksich igung de O gani-
sa ion indus ielle Be iebe, Diss. Mannheim 1950, S. 52 .
12 Vgl. hie zu auch C. Sandig, P eisbildung und P eispoli ik, in: Indus ielle
Ve ieb, Düsseldo 1957, S. 79 .
13 Die Be iebswi scha sleh e ha bislang hie ü keine eigene Te minologie
en wickel , so daß wi uns zu Sys ema isie ung olkswi scha liche Beg i e be-
dienen müssen.
14 Vgl. hie zu H. Vo mbaum, Di e enzie e P eise. Di e enzie e P eis o de-
ungen als Mi el de Be iebspoli ik, Köln-Opladen 1960, S. 80 .
15 Vgl. A. Gälweile , a.a.O., Sp. 4407; insbesonde e auch H. K asensky, A ikel
„Raba e und Boni", in: HdB., 3. Au l., Bd. 3, a.a.O., Sp. 4519 .
16 Au diese ha be ei s Ludo ici hingewiesen (a.a.O., S. 117).
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553 Die G undlagen de be ieblichen P eispoli ik 41
hie bei nu indi ek beein luß , wobei zwischen dem 6ubs anzbezoge-
nen und dem inanzbezogenen Ins umen a ium un e schieden we den
kann17. Cha ak e is isch is abe ü das indi ek e geldwi scha liche
Ins umen a ium seine o enge Ve bindung mi nich p eispoli ischen
(z. B. inanzwi scha lichen) Zielen.
Insowei sich de Be ieb jene Mi el und Maßnahmen bedien , die
die dem P eis zug unde liegenden wi scha lichen Leis ungen (Gü e
ode Diens e) beein lussen, sp echen wi on seinem gü e wi scha -
lichen Ins umen a ium. Wiede um sind es dabei zwei G uppen on
Maßnahmen, die sich deu lich scheiden lassen:
1. Die P oduk di e enzie ung als Ausd uck des Ges al ungswillens
im Be eich de wi scha lichen Leis ungen läß quan i a i e und/ode
auch quali a i e Un e schiede bei den einzelnen Leis ungen en s ehen,
die p eispoli isch genu z we den18. Dieses Ve hal en inden wi o
allem bei o gegebenen es en P eisen, die aus wie auch imme gea -
e en ande en Mo i en (z. B. de Kapazi ä sausnu zung) he aus a-
iie we den sollen.
2. Die Gewäh ung on !Zusa zleis ungen is ein hinlänglich bekann-
es Mi el, p eispoli ische Ak i i ä übe den Gü e sek o zu en wik-
keln. Dabei is zwischen den einmaligen und den kon inuie lichen Zu-
sa zleis ungen zu un e scheiden: Die Zugabe z. B. is de Fall eine
einmaligen, an den Kau ak gebundenen Zusa zleis ung. De Kunden-
diens is de Fall eine kon inuie lich gewäh en Zusa zleis ung. Da-
bei müssen die Zusa zleis ungen on den ihnen zug unde liegenden
Leis ungen un e schieden sein, hä en wi es doch sons mi eine
quan i a i en P oduk di e enzie ung zu un.
Neben diesen beiden objek i en Ins umen a ien is es e ne hin
möglich, subjek i e ideelle Ins umen e19 in den Diens p eispoli i-
sche Ak i i ä o nehmlich am Absa z- ode Bescha ungsma k zu
s ellen. Gu enbe g ha die Wi kungen dieses Ins umen a iums mi
de Bezeichnung „akquisi o isches Po en ial66 u. E. e end gekenn-
zeichne , indem e da au hinweis , daß die P eispoli ik des Be iebes
au eine meh ode wenige s a k ausgep äg e I eagibili ä on sei en
de Abnehme s öß , die nich du ch die gegebene Ma k o m alleine
e klä we den kann20.
17 Vgl. E.
Kosiol
, Wa enkalkula ion in Handel und Indus ie, 2. Au l., S u -
ga 1953, S. 131 .
18 Vgl. G.
Ab omei ,
P oduk ges al ung, in: Be iebswi scha sleh e und Wi -
scha sp axis. Fes sch i ü Kon ad Melle owicz, Be lin 1961, S. 15 .
1& Die Wi ksamkei dieses „ideellen" Ins umen a iums be uh au o nehmlich
psychologischen Wi kungen.
20 Vgl. E.
Gu enbe g
, G undlagen de Be iebswi scha sleh e, Bd. 2: De Ab-
sa z, 4. Au l., Be lin-Gö ingen-Heidelbe g 1962, S. 221 .
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42 Henne Faehnd ich 554
Zu diesem Ins umen a ium zählen neben dem „Ru de Un e -
nehmung"21 übe haup o allem auch Vo zugss ellungen, wie sie sich
z. B. au Handelsma ken g ünden. Hie bei is die Beein lussung du ch
die We bung ein wesen liches Hil smi el.
Die undamen ale Bedeu ung, die eine so um assend e s andenen
P eispoli ik ü das be iebliche Geschehen zukomm , läß es un-
zweckmäßig e scheinen, diese ausschließlich im Rahmen de be ieb-
lichen Ma k poli ik zu sehen, wie das e wa bei Sandig22 ode Gu en-
be g23 de Fall is . Vielmeh is es angeb ach , die be iebliche P eis-
poli ik als das Zen alp oblem eine Leh e on de Be iebswi scha s-
poli ik zu be ach en.
Alle dings be ei e dann die Eino dnung de P eispoli ik in ein
Sys em de Be iebswi scha spoli ik me hodisch Schwie igkei en. Da
es bislang z-u Sys embildungen noch nich gekommen is , es auch nich
unse e Au gabe sein kann, uns hie an zu e suchen, kann lediglich
de Vo s ellung Ausd uck gegeben we den, daß man dabei an eine
ähnliche S ellung denken könn e, wie sie e wa Nicklisch dem We -
p oblem ein äum .
II. Die olkswi scha lichen G undlagen
de be ieblichen P eispoli ik
Die Volkswi scha is ein wei gehend abs ak es Gebilde, dessen
E assung uns in de Anschauung e weh is . Zu ih e E kenn nis
gelangen wi nu übe die Be ach ung de einzelnen Baus eine, de
mik oökonomischen Einzele scheinungen.
Un e diesen nehmen jene Gebilde, die wi Be iebe ode Un e -
nehmungen nennen, eine be o zug e S ellung ein, denn „sie geben —
mi un e schiedliche In ensi ä zwa — s ändig Impulse in den ge-
sam wi scha lichen Zusammenhang hinein und emp angen ih e -
sei s aus ihm Impulse, die sich in be iebspoli ische En scheidungen
umse zen24."
Nun sind es nich nu ökonomische, sonde n ebenso auch auße öko-
nomische Ta bes ände, die das wi scha liche Geschehen de e minie-
en. Dahe bes eh auch zwischen de Volkswi schla als Ganzes und
ih en Gliede n, hie : den Be ieben, nich nu eine wi scha liche,
sonde n ielmeh eine um assende e kul u elle Beziehung, die nich
nu einsei ig, sonde n wechselsei ig zu beg ei en is . Au dem oben
21 Vgl. C. Sandig, De Ru de Un e nehmung. Wesen und be iebswi scha -
liche Bedeu ung. S u ga 1962, S. 4 .
22 Vgl. C. Sandig, P eisbildung und P eispoli ik, a.a.O., S. 73 .
23 E. Gu enbe g, a.a.O., S. 43 .
24 E. Gu enbe g, Be iebswi scha sleh e als Wissenscha , K e eld 1957, S. 8.
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555 Die G undlagen de be ieblichen P eispoli ik 43
skizzie en Weg inden dann auch die auße ökonomischen Ta bes ände
ih en Eingang in die be iebliche P eispoli ik. Diese we den un e
dem Beg i de Wi scha ss uk u zusammenge aß .
Bei de Wi scha ss uk u eines Landes (eine Volkswi scha )
„handel es sich um die Beding hei des olkswi scha lichen Zusam-
menhanges du ch die .s uk u bes immenden Fak o en6, das sind jene
Bauelemen e des Sys ems, die als Gegebenhei en den eigen lich öko-
nomischen Regulie ungen und En scheidungen o gegeben sind, ihnen
Möglichkei en e ö nen, abe auch G enzen se zen6'25. Es handel sich
bei diesen „s uk u bes immenden Fak o en" um die Da en des Wi -
scha sp ozesses, wo un e jene E scheinungen zu e s ehen sind, „die
den ökonomischen Kosmos bes immen, ohne selbs unmi elba on
ökonomischen Ta sachen bes imm zu sein"26.
Nun is die Wi scha ss uk u eines Landes ein übe aus komplexes
Ge üge, das nich nu du ch die S uk u ak o en alleine sein Gesich
e häl , sonde n auch on de A de Ve bindung de selben un e -
einande gep äg wi d. Dabei soll e man s e s zwischen den na ü -
lichen und den kul u ellen Sach e hal en un e scheiden27.
Eine Be ach ung des Zusammenhanges zwischen na ü liche Um-
wel und be iebliche P eispoli ik ö de jene Ein lüsse, die gewis-
se maßen „ on innen" das p eispoli ische Ve hal en de Be iebe be-
s immen, und jene, die „ on außen" einwi ken, zu age.
1. Endogene Fak o en sind jene Gegebenhei en, die de Na u de
den Gegens and de P eispoli ik bildenden Leis ungen en sp in-
gen. Dies sind
a) o gegebene und unbeein lußba e Mengen e häl nisse (z. B.
bei E n en, Vo ä en an Bodenschä zen usw.) und
b) o gegebene und nu beding e ände liche Bescha enhei
(z.B. die Ve de blichkei de Gü e ).
2. Exogen wi d die P eispoli ik übe die Nach age, die Be ölke-
ung und ih e Zusammense zung bes imm . Dies e olg wie-
de um au zweie lei Weise du ch
a) o gegebene und un e ände liche Mengen e häl nisse (z. B.
die Gossenschen Gese ze) und
25 A. Paulsen, Allgemeine Volkswi scha sleh e, Bd. 1: G undlegung und Wi -
scha sk eislau , 3. Au l., Be lin 1959, S. 11/12.
26 W. Euchen, Die G undlagen de Na ionalökonomie, 7. Au l., Gö ingen-Heidel-
be g 1959, S. 156.
27 Vgl. K. C. Thalheim, Au iß eine olkswi scha lichen S uk u leh e, Zei -
sch i ü die gesam e S aa swissenscha , 99. Bd. (1939), S. 472 .; auch
H. Faehnd ich, Die Wi scha ss uk u de En wicklungslände in ih e Bedeu-
ung ü die Anwendung spezielle Fo men k edi ä e En wicklungshil e, da ge-
s ell am Beispiel La einame ikas, Baden-Baden - Mannheim 1961, S. 1 .
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44 Henne Faehnd ich 556
b) o gegebene und nu beding e ände liche Bescha enhei
de Nach age in Ges al de na ü lichen Elas izi ä und de
na ü lichen G enzen de Subs i uie ba kei wi scha liche
Leis ungen.
Diese na ü lichen Zusammenhänge können nun du ch die kul u el-
len Gegebenhei en Ve ände ungen quan i a i e und quali a i e A
e ah en, die bis zu Umkeh ung de na ü lichen Gese zmäßigkei en
gehen können.
De den nachs ehenden Aus üh ungen zug unde geleg e Kul u be-
g i is „nich we end, sonde n mein objek i die Gesam hei de
Lebensäuße ungen in allem, was die äuße liche Lebens üh ung, die
gesellscha lichen Ein ich ungen und B äuche sowie die geis igen
Schöp ungen de Völke be i , die on ihnen gep leg we den28.4'
Dabei lassen sich die zahl eichen konk e en Einzele scheinungen au
neun, aus de wechselsei igen Ve lech ung de d ei menschlichen Le-
bensbe eiche Wi scha , Technik und Gesellscha abzulei ende Ele-
men e zu ück üh en.
Be iebliche P eispoli ik und Wi scha so dnung: Die Wi scha s-
o dnung eines Landes (eine Volkswi scha ) umschließ die Gesam -
hei de Regelungen und Ein ich ungen, die dazu dienen, dem Wi -
scha sp ozeß O dnung und Rich ung izu e leihen. Als konk e e E -
scheinungen begegnen uns Wi scha so dnungen als Misch o men de
beiden Wi scha ssys eme „F eie Ve keh s- ode Ma k wi scha 4'
und „Zen ale Ve wal ungsWi scha "29.
Be iebliche Ma k p eispoli ik se z nun zweie lei o aus:: a) Au o-
nomie des Be iebes und b) unk ions ähige Mä k e.
Beide Gegebenhei en sind sys embezogen, d. h. sie inden nu in
p imä ma k wi scha lichen O dnungs o men ih e Ve wi klichung.
Dahe is be iebliche Ma k p eispoli ik auch nu in eien Ve keh s-
wi scha en unbesch änk und in meh ode wenige s a k s aa lich
beein luß en O dnungs o men, die das P inzip des eien Tausch e -
keh s noch wah en, besch änk möglich. Die inne be iebliche Anwen-
dung de P eispoli ik kann dahingegen auch in e wal ungswi scha -
lich de e minie en O dnungs o men e olgen, wenn auch den P eisen
dann Fik ionscha ak e zukomm , de ih e inne be iebliche Len-
kungs unk ion abe nich beein äch ig .
Be iebliche P eispoli ik und Wi scha s o m: Als Wi scha s o m
bezeichnen wi „die e schiedenen Wege, au denen de Mensch seinen
Wi scha szielen nachs eb "30. Diese sind eils aneignende Raubbau
28 H. T imbo n, Von den Au gaben und Ve ah en de Völke kunde, in: Leh -
buch de Völke kunde, 3. Au l., S u ga 1958, S. 1.
29 Vgl. W. Euchen, a.a.O., S. 78 .
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563 Die G undlagen de be ieblichen P eispoli ik 51
scha liche Gesam o dnung gebunden sind. In Anlehnung an die Te -
minologie on Gu enbe g sollen diese beiden G uppen als sys em-
indi e en e und sys embezogene Ziele de P eispoli ik bezeichne
we den.
Das gemeinsame Kennzeichen de sys emindi e en en Zielse zungen
de be ieblichen P eispoli ik is , daß sie unabhängig on de je-
weils e wi klich en O dnungs o m de Volkswi scha Gül igkei
haben. Wi inden die No wendigkei ih e E üllung auch in den
Fällen, in denen die P eispoli ik nich o n einzelnen Be ieb, sonde n
on übe geo dne en Ins anzen (z. B. Ve bänden, Ka ellen, dem
S aa ) wah genommen wi d. Ih e Ve wi klichung is abe an die Wah-
ung bes imm e G undp inzipien menschlichen Handelns übe haup
geknüp , on denen 1. p ak ische Ve nun , 2. na ü liche Si lichkei
und 3. lau e e Wah hei 45 he o zuheben sind. Nu au diese G und-
lage läß sich eine sinn olle P eispoli ik denken.
Von diesem Hin e g und heben sich nun die einzelnen sys em-
indi e en en Ziele be iebliche P eispoli ik ab, die wi un e Wü -
digung de ambi alen en S ellung des Menschen im Wi scha sleben46
in subjek bezogene und objek bezogene Zielse zungen ein eilen wollen.
1. Subjek bezogene Zielse zungen de P eispoli ik: Hie s oßen wi
au zwei wich ige Anliegen de P eispoli ik, die u. E. im Sch i um
nich genügend he ausges ell we den:
Die P eispoli ik ha das Ziel, die Ve wi klichung eine ge ech en
En lohnung de menschlichen A bei sleis ungen zu e möglichen. Diese
Zielse zung uß au de E kenn nis, daß es de an A bei sleis ung
o ien ie en (kausalen) Lohn imdung alleine nich möglich is , das sub-
jek i e Ge ühl eine ge ech en En lohnung zu wecken. Vielmeh is
hie ü eine da übe hinausgehende O ien ie ung de En lohnung am
A bei se gebnis ( inale Lohn indung) e o de lich, die p ak isch in
Ges al on Umsa z- ode E gebnisbe eiligungen du chzu üh en is .
Die P eispoli ik wi d dieses Anliegen in de P eis o de ung kalkula-
o isch be ücksich igen. Bis zu einem gewissen G ade gil dies auch
ü die Zielse zung eine sozialen Lohn indung, die am Beda des
einzelnen o ien ie is . Hie wi d die P eispoli ik o nehmlich bei
de inne be ieblichen Gewäh ung on en gel lichen Vo eilen (z. B.
e billig e Bezug de E zeugnisse) mi zuwi ken haben.
45 Vgl. A. Ma x, No men wi scha spoli isdien Geschehens, Z B, 22. Jg. (1952),
S. 555 . und de s., Lei ende P inzipien un e nehme ische Tä igkei , in: Fes sch i
anläßlich de In e na ionalen Fachauss ellung „Chemische Reinigung und Fä be ei"
om 15.—24. Juli 1955, München 1955, S. 16.
46 Vgl. W. Hasenack, Mensch im Be ieb. Inwiewei muß ode kann die Be-
iebswi scha sleh e den Menschen in ih e Un e suchungen einbeziehen? Z B,
31. Jg. (1961), S. 580 .
4*
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52 Henne Faehnd ich 564
Da übe hinaus oblieg es de P eispoli ik, im Rahmen de sozialen
Be iebs üh ung die En al ung des Nich wi scha sbe eiches als
Selbs zweck zu e möglichen, und da de Be ieb hie mi gesellscha -
liche Funk ionen wah nimm , die sons z. B. on s aa lichen S ellen
übe nommen wü den, ha die Volkswi scha die hie ü e o de -
lichen Au wendungen übe den P eis abzugel en47.
2. Sys emindi e en e Sachziele de P eispoli ik: Sie gehö en dem
echniscli-ökonomischien Be eich des Be iebes an und s ehen in un-
mi elba em Zusammenhang mi dessen gesam wi scha liche Funk-
ion, de Leis ungse s ellung.
Das Ziel, das inanzielle Gleichgewich zu wah en, is als sys em-
indi e en es hinlänglich bekann , und de P eispoli ik oblieg es nun,
du ch en sp echende P eis o de ungen (dies gil o allem ü das
P oblem des Mindes p eises)48 und Ausges al ung de ( inanziellen)
Kondi ionen die Zei aumliquidi ä zu wah en49.
Die Op imie ung de Kos enen s ehung als Ziel de P eispoli ik in-
de ih e U sache in den sich e ände nden Kos en bei e schieden
g oße Inansp uchnahme de be ieblichen Kapazi ä . Es oblieg da-
bei de P eispoli ik, du ch zielbewuß e Ges al ung des P eises ode
de (subs an iellen) Kondi ionen eine op imale Auslas ung des Be-
iebsappa a es zu e eichen.
Die E hal ung de Subs anz is sowohl ein ökonomisches wie auch
echnisches P oblem:
Als wi scha liches Ziel soll die nominelle E hal ung de be ieb-
lichen Subs anz in Ges al de Kapi ale hal ung du ch die P eispoli ik
e möglich we den. Dieses P oblem i o allem im Zusammenhang
mi ins abilen Geldwe e häl nissen in den Vo de g und p eispoli-
ischen Handelns und inde in den o genann en P eisglei klauseln
seine p ak ische Ve wi klichung50.
Als echnisches Ziel o nehmlich im Zusammenhang mi de F age
nach dem Mindes p eis begegne uns die Subs anze hal ung als P o-
blem de zei aumbezogenen Deckung de ixen Kos en ü Absch ei-
bungen und Zinsen.
47 Man könn e in diesen Fällen on „ olkswi scha lichen E ägen de P i a -
wi scha " als wesensmäßiges Ko ela zu den „ olkswi scha lichen Kos en de
P i a wi scha " sp echen.
48 Vgl. H. Ra e, Ku z is ige P eisun e g enzen als be iebswi scha liches
P oblem. P inzipielle Bes immungsmöglichkei en on kos en-, e ags- und inanz-
wi scha lichen P eisun e g enzen. Köln-Opladen 1961, S. 146 .
49 Zum Beg i de Zei aumliquidi ä gl. H. Langen, Beme kungen zum
Liquidi ä sbeg i , Z B, 29. Jg. (1959), S. 94 .
50 Vgl. hie zu A bei sk eis Gubi z de Schmalenbach-Gesellscha , P eis o -
behal sklauseln. Fo men und Anwendungsbe eiche, Köln-Opladen 1956, S. 2 .
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565 Die G undlagen de be ieblichen P eispoli ik 53
Die Du chse zung neue Fak o kombina ionen (nach Schumpe e
die spezi ische Leis ung des Un e nehme s)51 is gleich alls eine sys em-
indi e en e Zielse zung de P eispoli ik, da auch in zen al e wal e-
en Volkswi scha en die En wicklung neue E zeugnisse ode kos en-
güns ige e He s ell e ah en eine den Bes and de Volkswi scha
siche nde Maßnahme is , die sich aus dem Zwang e gib , unabhängig
on de E schöp ung na ü liche Resou cen und de jeweiligen kon-
junk u ellen Si ua ion, den wi scha lichen Vollzug zu e möglichen.
Audi die jeweilige kul u elle Si ua ion is u. U. ein wesen liche S i-
mulans ü das S eben nach Neuem und somi de wi scha lichen
Dynamik52. Dabei e üll die P eispoli ik die wich ige Au gabe, du ch
en sp echende Ges al ung des P eises die Deckung des Au wandes ü
die En wicklung neue E zeugnisse ode Ve ah en zu e möglichen.
Be iebliche P eispoli ik is abe nich nu au die Ve wi klichung
diese sys emindi e en en Ziele ge ich e . „De Bezugspunk bes eh
(da übe hinaus) o enba in Zielse zungen, die auße halb de be ieb-
lichen P ozedu als solche liegen, ih abe e s ih en Sinn geben53.'6
Dies üh uns zu den .sys embezogenen (ma k wi scha lichen) Ziel-
se zungen de be ieblichen P eispoli ik.
Dabei e schein es zweckmäßig, g undsä zlich zwischen jenen Zie-
len zu un e scheiden, die gewisse maßen on de he schenden Wi -
scha so dnung in endie we den und als sys emkon o m bezeichne
we den sollen, und jenen, bei denen de wi scha liche O dnungs-
ollzug Mi el zum Zweck wi d; ihnen geben wi die Bezeichnung
sys emakon o m54.
1. Die sys emkon o men Zielse zungen be iebliche P eispoli ik: Da
wi es hie ausschließlich mi ma k wi scha lichen O dnungs o men
zu un haben, können die sys embezogenen Zielse zungen un e dein
Obe beg i „Gewinne zielung" zusammen assend cha ak e isie we -
den. Dieses Ziel begegne uns o nehmlich in zwei Ausp ägungen55:
Die Gewinnmaximie ung be uh au de g undlegenden Annahme,
daß „ olkswi scha lich die bes e Ve so gung mi Gü e n und Dien-
s en e eich (we de), wenn jedes einzelne Un e nehmen e such , au
die Daue einen möglichs g oßen Gewinn au das eingese z e Kapi al
51 Vgl. J. Schumpe e , A ikel „Un e nehme ", in: Handwö e buch de S aa s-
Wissenscha en, 4. Au l., Bd. 8, S. 476 .
52 Aus dem Fehlen diese Anlage e klä sich auch z. T. die Rücksch i lichkei
de sog. En wicklungslände . Vgl. R. F. Beh end , A ikel „En wicklungslände
(I) Soziologische P oblema ik", in: Handwö e buch de Sozialwissenscha en, Bd. 3,
S u ga -Tübingen-Gö ingen 1960, S. 230 .
53 E. Gu enbe g, Be iebswi scha sleh e als Wissenscha , a.a.O., S. 25.
54 Vgl. hie zu W. Röpke, Gesellscha sk isis de Gegenwa , 2. Au l., E lenbach-
Zü ich 1942, S. 252 .
55 Dabei inden wi nich ein Nacheinande , sonde n ielmeh ein Nebenein-
ande de beiden Rich ungen bis in unse e Zei .
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54 Henne Faehnd ich 566
zu e zielen"56. Jedoch sind die au diese Vo ausse zung au bauenden
p eispoli ischen E wägungen wei gehend un ealis isch, müssen doch
nich wenige als sechs Vo ausse zungen zu Ve wi klichung dieses
Zieles e üll sein57:
„1. Die P ämisse on de Koinzidenz on Bescha ung, Fe igung und Absa z
ü die jeweilige G enzmenge;
2. die P ämisse om kon inuie lichen Ve lau de Bescha ungs-, Fe igungs-
und Absa zdisposi ionen;
3. die P ämisse on de unendlichen Teilba kei de Be iebs o gänge;
4. die P ämisse on de S a ik de be ieblichen P ozeßabläu e;
5. die P ämisse on de P io i ä de Ren abili ä übe die Wi scha lichkei ;
6. die P ämisse on de zu eichenden Technik zu E mi lung des maximalen
Gewinnes."
Bezieh man auße dem noch die zu An ang he ausges ell en (e hi-
schen) G enzen p eispoli ischen Ve hal ens mi ein, so e schein es
sinn olle , on dem ealis ische en Ziel de Gewinne zielung zu sp e-
chen.
Die angemessene Gewinne zielung is sowohl in ih e his o ischen
Ausges al ung58 wie auch als be iebswi scha lich- heo e isches Ziel
nich unbes i en, zumal übe die Na u des Angemessenhei sp inzips
kaum exak e Aussagen ge o en we den können. Jedoch inden sich
zu allen Zei en Tendenzen zu Besch änkung des Gewinns ebens und
in dem P inzip de sog. Gemeinwi scha lichkei eine konk e e Aus-
ges al ung. „F eie Gemeinwi scha is keine E we bswi scha , son-
de n eine au gewinnlose Basis sich en al ende Beda sdeckungs-
wi scha 59." Diabei lassen sich Gewinne, die aus de Ma k si ua ion
esul ie en, nich e meiden; doch ha de Gewinn hie einen ande en
Sinn und is nich Selbs zweck, s eh ielmeh im Diens e de E hal-
ung und Ausdehnung de Wi scha s ä igkei des Be iebes.
2. Die sys emakon o men Zielse zungen be iebliche P eispoli ik:
Wi d die be iebliche P eispoli ik in den Diens de Ve wi klichung
auße wi scha liche Ziele ges ell und is die Ve wi klichung eine
bes imm en gesam wi scha lichen O dnungs o m die Vo ausse zung
ü die Du chse zung diese Ziele, so sp echen wi on sys emakon-
56 E. Gu enbe g, G undlagen de Be iebswi scha sleh e Bd. 1: Die, P oduk-
ion, 5. Au l., Be lin-Gö ingen-Heidelbe g 1960, S. 347 .
57 H. Seischab, a.a.O., S. 67.
58 Vgl. hie zu u.a. E. Kel e , Geschich e de ob igkei lichen P eis egelung, Bd. 1:
Die ob igkei liche P eis egelung in de Zei de mi elal e lichen S ad wi scha ,
Jena 1935, S. 29 .; F. Röh ig, Wi scha sk ä e im Mi elal e , Weima 1959,
S. 670 .; A. Schul e, Geschich e des mi elal e lichen Handels und Ve keh s
zwischen Wes deu schland und I alien mi Ausschluß on Venedig, Bd. 1: Da -
s ellung, Leipzig 1900, S. 668 .; H. See, Die U sp ünge des mode nen Kapi a-
lismus. Ein his o ische G und iß, Wien 1948, S. 37 .; E. Wege, Die Zün e als
T äge wi scha liche Kollek i maßnahmen, S u ga 1930, S. 2 .
501 H. E e ling, Was is und was will die eie Gemeinwi scha ? Hambu g 1951,
S. 31.
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567 Die G undlagen de be ieblichen P eispoli ik 55
o men Zielse zungen. Dabei sind de Wi scha nu solche Ziele
emd, „die ih en unmi elba en Zweck de Mi elbescha ung e -
nachlässigen. Denn hie wi d die Wi scha als mi elbescha ende
Tä igkei zusammen mi den Zielen, denen sie dien , gleichsam ein-
geklamme und als Ganzes zum Mi el eines neuen Zieles gemach .
Diese wei e en Ziele solchen Handelns sind dann ih e A nach Wi -
scha s emd"60. Ih e Ve wi klichung is dabei an das Bes ehen solche
Wi scha so dnungen gekoppel , die de Du chse zung au G und
ih e S uk u ge ingen Wide s and en gegense zen. Dies gil o -
nehmlich ü zen al gelei e e Volkswi scha en und e keh swi -
scha liche O dnungen, die eine g oße Un ollkommenhei de Mä k e
au weisen.
G undsä zlich lassen sich dabei zwei Zielse zungen un e scheiden:
a) Die P eispoli ik s eh im Diens e de Anhäu ung wi scha liche
Mach .
b) Daneben inden wi die P eispoli ik im Diens e des echnischen
Fana ike s, „de nu mi seinen sachlichen G ößen echne , bis
zum Sachg ößenwahn nach de echnisch möglichen maximalen
P oduk ion s eb "61. Diese Ge ah gewinn insbesonde e in un-
se em Zei al e de Au oma ion besonde e Ak uali ä .
Dami dü en jene Sach e hal e in alle Kü ze um issen sein, die
die be iebliche P eispoli ik als Ausd uck des indi idualwi scha -
lichen Ges al ungswillens beein lussen und bes immen: Sie zeigen uns
zugleich den engen Zusammenhang, de zwischen de be ieblichen
Wi scha und de sie p ägenden Kul u bes eh .
60 y Weddigen, Wi scha se hik. Sys em humani ä e Wi scha smo al, Be -
lin 1951, S. 52.
61 W. G. Wa enschmid , Technik und Wi scha de Gegenwa , Be lin-Gö -
ingen-Heidelbe g 1952, S. 110.
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