PhiN-Beihe 29/2022: 121
Leopoldo Domínguez (Se illa)
E inne ung und Imagina ion:
Das poe ische Bild im We k on Ma ica Bod ožić nach Gas on Bachela d
1
The ep esen a ion o memo y and imagina ion a e ecu en hemes in Ma ica Bod ožić's wo k.
Bo h elemen s a e in e wo en wi h he ea ly childhood places in he coun y o o igin. These
spaces a e con inuously e isi ed, se ing as a link be ween pas , p esen and u u e. In o de o
de elop new ways o in e p e a ion o he s aging o Bod ožić's si es o ememb ance and
ein en ion, Gas on Bachela d's no ions o memo y and imagina ion will be used. I has been
poin ed ou in ecen s udies ha he e is a signi ican lack o dep h in he concep ual use o
memo y by app oaching he e m only om he ield o Memo y S udies. I he e o e appea s
pa icula ly ele an o si ua e memo y in la ge philosophical con ex s. As his a icle
demons a es, Bachela d's conside a ions ela ing o imagina ion, memo y and poe ic c ea ion a e
use ul in unde s anding he w i ing and emembe ing p ocess o he Ge man w i e .
Von E inne ungs äumen zu T ans opien. Zu Ma ica Bod ožićs Poe ik des
Dazwischen
"Iden i ä is , wie leich einzusehen, eine Sache on Gedäch nis und E inne ung"
behaup e Jan Assmann (1992: 89). Die E inne ung, als wesen liche Teil de
P ozesse bei de Iden i ä sbildung und als Gegenpol de Neigung zum Ve gessen
nach auma ischen E lebnissen, spiel im We k on Ma ica Bod ožić eine g oße
Rolle. Wie ih e Figu en zeigen, is es no wendig, sich mi den Rissen und Lücken
auseinande zuse zen, um die Wunden des Biog aphischen endgül ig zu heilen. So
kann es nu das Gedäch nis e möglichen, dass sich die li e a ischen Ges al en aus
eine e lös en Ve gangenhei o wä s p ojizie en. Die E inne ung ungie als
Mi el, um das Ve gangene in eine nach äglichen Zei wiede zu be e en und
dami die Lücken zu schließen. Nachdem die Figu en in exis en ielle No ge a en
sind, o mi dem Schei e n eine Liebesgeschich e e bunden, e kennen diese in
eine A geis liche ode mys ische O enba ung das Bedü nis, die auma ische
Ve gangenhei in die Gegenwa sebene sowie in die neuen Lebensen wü e zu
in eg ie en. Das E inne n bedeu e hie die Möglichkei ih e indi iduellen
Re ung, die gleichzei ig die Übe nahme eine kollek i o ien ie en Au gabe
einschließ .
2
1
De o liegende Bei ag wu de om spanischen Minis e io de Economía y Compe i i idad und
Fondo Eu opeo de Desa ollo Regional (FEDER) und im Rahmen des Fo schungsp ojek es
"Cons elaciones híb idas. T anscul u alidad y ansnacionalismo en la na a i a ac ual en lengua
alemana" (PGC2018-098274-B-I00) sub en ionie .
2
Das Dilemma om E inne n und Ve gessen zieh sich als o e Faden du ch Bod ožićs
Roman ilogie. Im e s en Roman Das Gedäch nis de Libellen (2010) un e nimm die
P o agonis in Nadeshda eine Zug eise. Wäh end de Fah on Be lin nach Ams e dam wi d die
Liebesa ä e de Figu zu ih em jüdischs ämmigen Landsmann Ilja aus E inne ungsb uchs ücken
ekons uie . In Sa ajewo gebo en, e läss e nach dem K ieg die belage e S ad . Ilja, de
e hei a e is , en komm seine Gelieb en genauso wie de Ve gangenhei , die ihn au de Fluch
wei e hin e olg . Au de Reise zu ihm e lek ie Nadeshda übe die Bedeu ung des
Gedäch nisses und des E inne ns. Ande s als Iljas imme wiede keh endes Ve schwinden e kenn
Nadeshda, dass sie nu du ch das E inne n ims ande is , ih e Iden i ä skon lik e zu lösen. Als sich
Nadeshda da ü en scheide , in die Ve gangenhei zu ückzublicken, muss sie sich wiede mi den
auma ischen E ah ungen kon on ie en. Sie akzep ie abe , dass es ih e Au gabe is , die
g auenha en Tage ins Gedäch nis zu ückzu u en und dami ih e ge eil e kollek i e Geschich e in
Siche hei zu b ingen. Diese Ane kennung und Aneignung des amiliä en und kul u ellen E bes
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Neben diese e s en Fo m de E inne ung en al e sich in ih em We k eine
zwei e, die da in bes eh , nich die Bilde , eal ode ik i , eine e gangenen Zei
he o zu u en, sonde n diese du ch ih e Figu en neu zu e scha en. Bod ožić
bezieh sich in ih em Essay Das Auge hin e dem Auge au ein Zi a on Seamus
Heaney. De Tex , in dem Bod ožić übe den eigenen Sch eibp ozess nachdenk ,
wi d mi den olgenden Wo en einge üh :
Dami die Menschen die bes möglichen Lebensbedingungen scha en können, is es
une lässlich, dass die Vision de Wi klichkei , die die Poesie e mi el ,
ans o ma i sei, also meh als nu ein Ausd uck de ealen Gegebenhei en ih es
his o ischen und geog aphischen O es. (Bod ožić 2015: 5)
Diese Fo m de Imagina ion, auch mi de E inne ung e bunden, is bei Bod ožić
besonde s deu lich an de Ve anschaulichung g enzübe sch ei ende Iden i ä s-
und Lebens äume zu e kennen. In diese Hinsich gil Bod ožićs Konzep eines
Dazwischens als Me aphe de Plu ali ä on Räumen, Sp achen und Kul u en, in
denen die Figu en in s ändige Bewegung sind und ih e Iden i ä en en wickeln.
Bod ožićs Ansa z kann im Zusammenhang mi eine Be ach ung de "Zukun als
kul u elles Fak um" (Appadu ai 2013) gese z we den. A jun Appadu ai (ebd.:
285) ha k i isie , dass die An h opologie (und insgesam die Sozial- und
Kul u wissenscha en) au g und eine Fokussie ung au die k i ische
Rekons uk ion des Ve gangenen die Zukun auße Ach gelassen haben. Sowohl
ih in ellek uelles Kons uk als auch de selbe Beg i de Kul u seien noch du ch
die Linse de Ve gangenhei zu s a k gep äg . Um ein Konzep de Zukun
au zubauen, plädie e ü die E o schung de In e ak ion zwischen Imagina ion,
An izipa ion und Aspi a ion, welche aus dem menschlichen Handeln en s ehen.
Dahe soll e die Imagina ion, als soziale Reali ä , P axis und A bei sme hode
konzipie , wiede in den Mi elpunk de kul u ellen Ak i i ä ges ell we den
(ebd.: 286).
Besonde s im Falle on ge äh de en und ma ginalisie en Be ölke ungsg uppen
soll e nach Appadu ai (ebd.: 288) die Ausübung des E inne ns nich nu au die
Be ach ung de Ve gangenhei , sonde n gleichzei ig au die Be ei s ellung neue
Ve handlungs äume okussie we den. Die Li e a u , wie auch ande e kul u elle
spiel ebenso eine zen ale Rolle im zwei en Roman Ki schholz und al e Ge ühle (2012). Die
Haup igu , A je a Filipo, e läss Sa ajewo, um in Pa is Philosophie zu s udie en. Wie Nadeshda
e such sie einen neuen An ang, um ih e inne en Lücken mi de Liebe zu üllen. Die
En scheidung Hi omis, mi dem A je a in Pa is zusammenwohn , nach Tokio zu ückzuziehen
sowie das Schei e n ih e Liebesbeziehung, üh en dazu, dass sie sich ü Be lin en scheide . In
A je as neue Wohnung in Be lin gib es kaum Mobilia auße einem Tisch aus Ki schholz, de
ih e G oßmu e gehö e. De Tisch s ell ih e einzige Ve bindung mi de Ve gangenhei da .
Nach ün Jah en beschließ sie, ih e E inne ungen wiede zu beleben und sie in O dnung zu
b ingen. Au dem hunde jäh igen Tisch, an dem sich A je a und Hi omi in Pa is übe Hannah
A end un e hal en haben, e eil sie zum e s en Mal die Fo os aus den Plas ik ü en, die ih e
Mu e gehö en. Indem sie die Fo os be ach e , e s eh sie, dass die Wunden des K ieges in ih
noch nich ganz e schlossen sind. Das Schweigen ih e Familie spü sie als Las au ih en
Schul e n. Die Ve gangenhei , die sie zu o abgelehn ha , auch als un e zich ba e Teil ih es
Lebens au . E neu e ö ne das E inne n de Figu die Möglichkei , sich om Liebesleid zu
e holen und ih em Leben einen neuen Sinn zu geben. Im d i en Roman Das Wasse unse e
T äume (2015) be inde sich Ilja in einem Zus and des klinischen Todes in einem K ankenhaus de
ame ikanischen S ad Chicago. Im We k wi d au den S yx hingewiesen. Iljas Reise in das Reich
de Un e wel en sp ich einem Übe gangs- und T ans o ma ionsp ozess. An de Schwelle
zwischen Leben und Tod, E inne n und Ve gessen, beschließ le z lich die Figu , das e leb e
T auma au zua bei en. Ilja besch eib sich als jemanden, de alles e lo en ha . Seine Au e s ehung
benö ig die Wiede gewinnung de E inne ungen, um das Ve gangene zu bewäl igen und die
biog aphischen Schni e und Lücken zu besei igen.
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A e ak e, bie e einen Rahmen, um neue Kons uk ionen des Disku ses zu
ges al en, die mi den bishe igen dominan en gesellscha lichen Modellen
i alisie en (Fo ou an 2018: 21). Regina Römhild (2018: 64) sp ich z.B. übe
"En deckungen he e o opische Momen e on Kon i iali ä ", die die es geleg en
Ka ego ien on Zugehö igkei und ih e G enzen in age s ellen. Im gleichen Sinne
schläg E ol Yildiz (2018: 57) in Bezug au Homi Bhabhas Fo mulie ung des
Thi d Space die Beg i e "T ans opien" ode "Topog a ien de Vielhei " o .
Dami bezieh sich Yildiz au die k ea i e Da s ellung on Zwischen äumen, in
denen Menschen und Ideen in Bewegung sind, welche den Ansa z neue Ideale
und das S eben zum Nach- und Umdenken an egen. Hinsich lich de Ges al ung
on pe o ma i en T ans opien besch eib Appadu ai (2013: 287) die Imagina ion
als eine all ägliche Ene gie, die sich in liminalen Momen en zeig . Diese wi d in
speziellen Zus änden im benjaminischen Sinne de Je z zei gegenwä ig wie in
Ini ia ions i en ode Augenblicken de Vo sehung.
Ande s als eine e olg e soziale Wi klichkei wi d das Dazwischen als ein
e wünsch e und e sehn e d i e Raum da ges ell , in dem sich das Ve langen
nach Hyb idi ä und T anszendie ung de G enzen he ausk is allisie . "Wi gli en
om Denken ins E zählen", sch eib Bod ožić (2010: 29), "segel en au unse en
E inne ungen und inne en Bilde n hinübe , in i gende was D i es, das wi noch
nich kann en". Das E inne n ungie hie als Ausgangspunk , um eine Zukun zu
skizzie en, die e was meh als ein echnische ode neu ale Raum is , da diese
on Ge ühlen du chd ungen wi d (Appadu ai 2013: 286 .). Raum gil in
Bod ožićs We k als Medium e inne e und imagina i e Rekons uk ion (Dünne
2011: 143) sowie gleichzei ig als Schaupla z neu en wo ene Lebens o men und
Iden i ä smus e . Alle dings e schein ih e Inszenie ung des Raumes in all seinen
Va ian en und Möglichkei en on eine aus de Kindhei "emp indungsbeladenen
Topog aphie" (Rădulescu 2012: 64) du chzogen. Das Bild Dalma iens und de
medi e anen Landscha is bei Bod ožić imme wiede als Echo aum e kennba .
Ih e Tex e s ellen eine ie e Sehnsuch sowie eine ma kan e emo ionale Beziehung
zu einem He kun so und kul u ellem Raum da , die soga in de poe ischen
Sp ache ih e Spu hin e lassen haben.
Bis zu ih em zehn en Lebensjah wächs Bod ožić bei ih em G oß a e in einem
kleinen O in de Gespanscha Spli -Dalma ien (Zad a je) au . 1983 zieh sie zu
ih en in Hessen lebenden El e n. Den Balkank ieg e äh Bod ožić aus eine
doppel en Dis anz: Neben de geog aphischen En e nung, inde sie Zu luch in
de neu e wo benen Sp ache. Im Gegensa z zum "Schu zdamm" (Bod ožić 2007:
27), de ü Bod ožić die deu sche Sp ache bedeu e , " u die e s e Mu e sp ache
schme zha e E inne ungen an das Gebu sland wach" (Rădulescu 2012: 66). Zu
diese Zei sch eib sie ih e e s en Ve se. Lau Bod ožić wa en diese "ein
ollkommen dile an ische Ve such, mi den ielen Wide sp üchen" des K ieges
e ig zu we den (Alba h 2010). Als ih e El e n nach dem Kon lik nach K oa ien
zu ückkeh en, ühl sie sich nich meh mi dem neu en s andenen Heima land
e bunden und zieh nach Pa is. De Au en hal in de anzösischen Haup s ad
sowie de Besuch ande e eu opäische S äd e dienen jedoch dazu, dass sie neue
Ve bindungen zu ih e u sp ünglichen Iden i ä he s ell . Als sie au eine Reise in
Rom on eine F au in einem Bus au Englisch angesp ochen wi d, äll ih ih e
slawische Aussp ache au . Die e neu e Begegnung mi de e s en Mu e sp ache
weck in ih einen nos algischen Blick au die Ve gangenhei . Da übe hinaus
we den wäh end ih e Spazie gänge au den S aßen on Pa is die T e en mi
Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien imme häu ige . Bod ožićs
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En deckung ih es e lo en geglaub en slawischen E bes i au einmal mi dem
Ge ühl de Einsamkei in de Me opole sowie dem E le nen eine neuen
Landessp ache zusammen. Wäh end sie beim S udium des F anzösischen
es s ell , dass un e dem Deu schen de dalma inische Dialek und die Sp ache
de Kindhei noch e kennba sind, spü sie übe all in de A chi ek u de Pa ise
G oßs ad die Resonanzen ih es He kun slandes.
Eine sei s be ach e Bod ožić im zwei en Exil die gee b e Sp ache, ande s als
o he , als Medium, das die Wiede he s ellung on B ücken mi dem Raum ih e
he kömmlichen Wu zeln und seinen do igen Menschen e möglich . "Die
Wö e ", sch eib Bod ožić (2007: 42), "wie Ve bünde e, eich en sich zwischen
uns und unse en B us kö ben die Hände". Ande e sei s auch de Gedanke au ,
dass die poli ische Spal ung Jugoslawiens keinen Schaden in ih e Wah nehmung
des Heima aums e u sach ha (Rădulescu 2012: 68). Sie ho , dass die Wunden
des K ieges du ch die Neue indung ih e He kun s äume geheil we den können.
In ih em au obiog aphischen Essay S e ne e ben, S e ne ä ben sch eib Bod ožić:
"Es bleib das Unbe üh ba e, das E s e leb e" (Bod ožić 2007: 91). Mi els des
E zählens ziel sie au eine Wiede en deckung de Kindhei . Sie komm de
e gangenen Zei und den eins bewohn en Räumen en gegen, um den "al en,
un e gi e en Blick" (Bod ožić 2015: 16) de ühe en Jah e e neu zu suchen. Zu
diese Zei wa en die G enzen in ih em Bewuss sein zwischen Fak izi ä und
Imagina ion au gelös . Bei diese Suche e lek ie sie übe die E eignisse und
Folgen des Balkankon lik s. Auße dem en wickel sie eine Kollek i e inne ung, in
de sich das eigene Schicksal mi dem de Op e e knüp . Au g und de
ehlenden Selbs e ah ung wi d ü Bod ožić die Sammlung ande e E ah ungen
no wendig. Wich ige als die genaue Fes s ellung de Begebenhei en is abe ih e
Belebung, um da aus Leh en ü kün ige Möglichkei en ziehen zu können. Da
K iege ande e K iege wide spiegeln, is es ebenso on Bedeu ung, das E inne n in
b ei e en Zusammenhängen zu e o en (Bod ožić 2015: 29).
Ähnlich wie Gas on Bachela d sieh Bod ožić die poe ische E scha ung als
po enzielle Chance, um neue Bilde jensei s de bekann en und sich
wiede holenden Mus e zu ges al en. Die Sp ache, die sich im dich e ischen Ak
en al e , en zünde die E inne ung und eg die Vo s ellungsk a an. Diese
Dich kuns e möglich zudem die Reise ins Inne e und dami die E kundung des
"noyau d'en ance" (Bachela d 1960: 85) sowie die Begegnung und Ve einigung
"mi unse em u eigenen Plu al" (Bod ožić 2008: 67) ode mi "l'an écédance
l'ê e" in den Wo en Bachela ds (1960: 95).
E inne ung und Imagina ion nach Gas on Bachela d
1942 o mulie de anzösische Philosoph Gas on Bachela d in seinem Essay
L'eau e les ê es. Essay su l'imagina ion e la ma iè e, dass seine S udien im
Be eich de poe ischen Imagina ion da au zielen, Ins umen e zu Ve ügung zu
s ellen, um neue Ansä ze in de Li e a u k i ik zu en wickeln (Bachela d 1942:
26). Fü Bachela d bie e die Li e a u einen Rahmen, um die an h opologische
und kul u elle Ak i i ä des Menschen zu be ach en. Obwohl e in den 1930e
und 1940e Jah en un e s a kem Ein luss de Psychologie und insbesonde e de
Psychoanalyse s eh , en e n e sich übe die Jah e hinweg zunehmend on diese
zuguns en de phänomenologischen Me hode (Puelles Rome o 1998: 335). S a
de Suche nach Vo geschich en und Kausalzusammenhängen on poe ischen
Bilde n, ich e sich sein P ojek au den Ve such eine Kommunika ion mi dem
schöp e ischen Bewuss sein des Dich e s (Bachela d 1960: 1).
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Neben de Fo m de E inne ung als Mi el ü die Un e suchung de
Ve gangenhei de Subjek e, mi de sich die Psychoanalyse beschä ig ,
in e essie sich Bachela d o allem ü die Fo m de E inne ung in ih em
Ve häl nis zu Imagina ion. Nach Bachela d äg die Imagina ion nich nu dazu
bei, die Bilde de Wi klichkei zu o men und dami dem Gedäch nis als Beis and
zu dienen,
3
sonde n gleichzei ig diese Bilde de Wi klichkei zu e o men. So
un e scheide e zwischen eine Funk ion des Realen und eine Funk ion des
I ealen. Wäh end die e s e Funk ion on de Ve gangenhei gelei e wi d, enn
sich die Fo m des I ealen on de Ve gangenhei sowie de Wi klichkei und
ö ne sich in die Zukun (Bachela d 2020: 48 .). Die poe ische Schöp ung s eb
ü Bachela d nich danach, die Reali ä mime isch da zus ellen, da sie diese
übe sch ei en und anszendie en soll. Die Imagina ion s eh eine Wiede gabe de
Wah nehmung, in de das anwesende Bild an das abwesende Bild e inne ,
en gegen (Bachela d 1943: 5). Ein Bild, das Zeichen de Wah nehmung in sich
äg , wi d zu einem s abilen und geschlossenen Bild, welches die Imagina ion
besch änk . Ande s als die Ve gangenhei nachzubilden, plädie e ü eine
"o ene" und "ausweichende" Imagina ion: "Pe ce oi e imagine son aussi
an i hé iques que p ésense e absence. Imagine c'es s'absen e , s'élance e s une
ie nou elle" (ebd.: 8). Das E inne n üh zu eine Wiede holung des
Ve gangenen. Demgegenübe is die Imagina ion in de Lage, neue
Wi klichkei s a ian en zu en al en.
L'imagina ion in en e plus que des choses e des d ames, elle in en e de la ie
nou elle, elle in en e de l'esp i nou eau; elle ou e des yeux qui on des ypes
nou eaux de isión. (Bachela d 1942: 25)
Im P olog seines We ks Les cad es sociaux de la mémoi e behaup e Mau ice
Halbwachs (1994: VI), dass Subjek e E inne ungen in ih Gedäch nis
zu ück u en, um F agen zu bean wo en, die ihnen ande e s ellen.
4
Halbwachs
geh on de Idee aus, dass die Ve ände ungen bzw. die Scha ung neue soziale
Rahmen in de Gegenwa dazu üh en, die Ve gangenhei neu zu in e p e ie en.
Das Ve gangene is nach Halbwachs dennoch es geleg . E inne ungen bie en nu
mögliche Annähe ungen und Rekons uk ionen des Geschehens. Auße dem heb
Halbwachs die Rolle des Gedäch nisses als Mi el de E kenn nis he o . Die
Ve gangenhei be ach e e als Quelle und Ausgangspunk jedes Ansa zes mi
Blick au Ve gangenhei , Gegenwa und Zukun . Gegenübe Halbwachs' These,
die E inne ung als Medium de E kundung de Wi klichkei zu e s ehen, üh
diese nach Bachela d zu eine Ve s eine ung de Bilde . Die E inne ung, so
Bachela d, e hinde die Fähigkei , neue Visionen und Bilde zu e zeugen.
Fü Bachela d is das Bild nich de Ausd uck eines An ezedens ode die
Äuße ung eines Wesens, das in einem Zus and de La enz wa , sonde n ein
3
Be ei s A is o eles mein , dass die du ch die Sinne e ass en Wah nehmungen zue s du ch die
Imagina ion bea bei e sind. Die da aus en s andenen Bilde um assen das Ma e ial, mi dem de
menschliche Geis ope ie . Deshalb pla zie e die Imagina ion neben dem Gedäch nis im
gleichen Teil de Seele. Die Imagina ion, die zudem als Depo o he ige Bilde ungie , nimm
am P ozess de Ges al ung on Bilde n eil, die A is o eles mi de G a ie ung in Wachs mi einem
Siegel ing ode eine Po ä male ei e gleich (Ya es 1984: 32 .).
4
Halbwachs bezieh sich au eine Geschich e, die e in einem Band des Magazin Pi o esque
inde . 1731 wu de ein Mädchen im Al e on neun ode zehn Jah en in den Wälde n in de Nähe
on Châlons en deck . Ve mu lich hä e das Mädchen in de neuen gesellscha lichen Umgebung
seh wenige E inne ungen aus seinem o he igen Leben bewah . Nach Halbwachs wa es
no wendig, dem Mädchen Bilde zu zeigen, dami es die E inne ungen, e bunden mi den da aus
en s andenen sozialen Rahmen, wiede e ozie en konn e.
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Resul a on sich selbe . Diese ehlende Re e en iali ä des Bildes be ei es on
de Las de Rep esen a i i ä , mi de es in e schiedenen ealis ischen
T adi ionen e knüp wa (Puelles Rome o 1998: 336 .). Hinsich lich Bachela ds
Konzep ion des Bildes behaup e Paul Ricœu , dass e die Idee Bachela ds
übe nommen ha , "l'image n'es pas un ésidu de l'imp ession, mais une au o e de
pa ole […]. C'és le poême qui engend e l'image" (Ricœu 1975: 272). Im
gleichen Sinne sp ich Jean-Paul Sa e übe eine nai e Me aphysik des Bildes:
"Ce e mé aphysique consis e à ai e l'image une copie de la chose, exis an e elle
même comme une chose" (Sa e 1981: 3). Die Be ach ung des Bildes als die
Kopie eine Sache minde den We des Bildes in Bezug au die Sache, die das
Bild e i : "du ai même qu'elle es image, elle eçoi une so e d'in é io i e
mé aphysique pa appo à la chose qu'elle ép esen e. En un mo , l'image es une
moind e chose" (ebd.: 4 .). Ähnlich wie Bachela d s ell ü Sa e das Bild "une
ac e e non une chose" (ebd.: 162) da . Diese Ak e de Imagina ion sind zahl eich
sowie einziga ig und lüch ig (Bachela d 1960: 161). Aus diesem G und ha eine
Phänomenologie de Imagina ion die Au gabe, die epheme e Na u des Bildes zu
e assen (Bachela d 1984: 197).
Il au ê e p ésen , p ésen à l'image dans la minu e de l'image: s'il y a une
philosophie de la poésie, ce e philosophie doi naî e e enaî e à l'occasion d'un
e s dominan , dans l'adhésion o ale à une image isolée, ès p écisémen dans
l'ex ase même de la nou eau é d'image. L'image poé ique es un soudain elie du
psychisme, elie mal é udié dans des causali és subal e nes. (Bachela d 2020: 27)
In La mémoi e collec i e un e s eich Halbwachs, dass das Fes hal en jede
E inne ung einen äumlichen Rahmen benö ig (1950: 146). Halbwachs bezieh
sich au Augus e Com e, ü den das seelische Gleichgewich g öß en eils on den
ma e iellen Objek en abhäng , mi denen die Menschen in ih em All ag
in e agie en. Da sie wegen ih e lang is igen Un e ände ba kei den Menschen
ein Bild on Daue ha igkei und S abili ä bie en, we den sie zu e o de lichen
Fixpunk en, um das Gedäch nis und dami die Iden i ä zu ges al en. Das ex e ne
Um eld p äg ü Halbwachs die Subjek e und ih e E inne ungen in dem Maße,
dass dieses in alle Ebenen ih es Bewuss seins eind ing . De lüch ige Cha ak e
des Bildes und seine Viel al üh en nach Bachela d dazu, dass die Subjek e
un e s ü zende Elemen e benö igen, um die en s andenen Bilde im Gedäch nis zu
speiche n. In La poé ique de l'espace se z Bachela d den Fokus nich au das
Vo s ellungs e mögen, sonde n au das Gedäch nis. Dies wi d im Tex mi eine
Wohns ä e e glichen: "No e âme es une demeu e. E en nous sou enan des
'maisons', des 'chamb es', nous app enons à démeu e en nous mêmes" (Bachela d
1957: 52). Fe ne äuße e hinsich lich des Raumes:
La mémoi e – chose é ange! – n'en egis e pas la du ée conc è e, la du ée au sens
be gsonien. On ne peu e i e les du ées abolies. On ne peu que les pense , que les
pense su la ligne d'un emps abs ai p i é de ou e épaisseu . C'es pa l'espace,
c'es dans l'espace que nous ou ons les beaux ossiles de du ée conc é isés pa de
longs séjou s. […] Les sou eni s son immobiles, d'au an plus solides qu'ils son
mieux spa ialisés. (ebd.: 62)
Ande s als Be gson
5
mein Bachela d, dass das Gedäch nis nich in de Lage sei,
die Zei , in de die Bilde en s anden sind, zu ekons uie en. E inne e Bilde sind
5
Bachela d bezieh sich in seinen Fo mulie ungen, wie auch Halbwachs, au Hen i Be gson. Nach
Bachela d weis Be gson in Ma iè e e mémoi e nu einmal au den p oduk i en Cha ak e de
Imagina ion hin. Diese Funk ion de P oduk ion on Bilde n en sp ich bei Be gson eine
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wie Momen au nahmen, die sich im Gedäch nis nu in ih e Ku zlebigkei
ein angen lassen. Da übe hinaus is nach Bachela d die Lokalisie ung on
E inne ungen eine Au gabe des Biog aphen. Sie en sp ich eine A ex e ne
His o iog aphie. Au ag de He meneu ik soll nach Bachela d die Suche nach den
in imen Räumen und Bilde n des Dich e s sein.
6
No wendig is die En deckung
de Lagepläne seine T äume eien
7
ode die Räume seine Einsamkei en (ebd.:
62). Dahe is eine "Topo-Analyse" (ebd.: 41) geeigne e als die Psychoanalyse.
Im Zusammenhang mi den be ei s e wähn en Funk ionen des Realen und des
I ealen, un e scheide Bachela d zwischen eine o malen und eine ma e iellen
Imagina ion. Die o male Imagina ion en sp ich de Sp ache und den Me aphe n
im dich e ischen Ak . Die ma e ielle Imagina ion bezieh sich au die Räume, die
das E inne n und die Imagina ion un e s ü zen und ka alysie en: "La ue les
nomme, mais la main les connâi " (Bachela d 1942: 8). Sie bilden die Quelle, aus
de sich die schöp e ische K a de imaginie en Bilde e näh . In Bachela ds
These eine ma e iellen Imagina ion wi d neben den Innen äumen des amiliä en
Zuhauses au die ie Elemen e de p äsok a ischen T adi ion hingewiesen: E de,
Feue , Wasse und Lu (ebd.: 10). Diese s ellen Be es igungspunk e ü das
Gedäch nis sowie gleichzei ig Auslöse de Imagina ion da . Nach Bachela d
(1942: 8) gib es li e a ische We ke, in denen beide Fo men de Imagina ion
zusammen e en und mi einande koope ie en. Es is ü ihn soga unmöglich, sie
öllig zu ennen. Wie da aus he o geh , gil eine solche Unmöglichkei ü die
Beziehung zwischen Imagina ion und E inne ung.
Lau Bachela d sind es die E inne ungen an die Einsamkei unse e ühen
Kindhei , in denen sich Imagina ion und E inne ung am engs en e knüp en. E
sag : "C'es là que l'ê e de l'en ance noue le éel e l'imaginai e, qu'il i en ou e
imagina ion les images de la éali é" (Bachela d 1960: 92). In de menschlichen
Seele bleib ein Kindhei ske n, de s ills ehend abe imme noch ab u ba au de
ande en Sei e de G enze zu den kollek i en bzw. sozialen E inne ungen lieg .
Diese Kindhei ske n, de in einigen Seelen eine unauslöschba e Spu hin e läss
(ebd.: 84), wi d e schü e , sei dem das Kind das Al e de Ve nun ("l'âge de
aison") (ebd.: 91) e eich ha . Dem Kind wi d die Geschich e de Familie und
de Gesellscha geleh , dami es sich in das Leben de ande en in eg ie . Auch
die ühe Kindhei , die ihm genauso beigeb ach wi d, e se z die ande e und wi d
ge inge en F eihei sak i i ä . Im Gegensa z dazu be ach e Bachela d die Imagina ion (ande s als
das Gedäch nis) als die s ä ks e K a de menschlichen Na u (Bachela d 2020: 47 .).
6
Bachela d be u sich au Lau éamon und die E läu e ung seine We ke wie Les Chan s de
Maldo o o . Bachela d mein , dass die Imagina ion ehe aus einem i a ionalen Ak des Dich e s
en s ehe. Fü die Analyse de poe ischen Bilde is es no wendig, die in ime Beziehung zwischen
dem Dich e und den Bilde n wiede zu beleben sowie das eins e weck e Ge ühl du ch diese zu
e länge n. Ande s als Be gson und seine Idee de du ée, leg Bachela d den Fokus au den
Augenblick (l'ins an ). Fü ihn e gib sich die zei liche Daue aus de Summe de e schiedenen
und diskon inuie lichen Augenblicke (Chudak 2012: 405 .).
7
Ähnlich wie Halbwachs, en e n sich Bachela d on de Idee Be gsons, dass Subjek e in ih en
T äumen E inne ungen e a bei en. Auch Sigmund F eud (1900: 13) mein e, dass Ausnahmen
o kommen, "in denen ein T aum ein E lebnis ebenso olls ändig wiede hol wie unse e
E inne ung im Wachen es e mag". Fü Bachela d be uh das Gedäch nis, genauso wie die
menschliche Fähigkei de schöp e ischen Imagina ion, au de T äume ei. Ande s als de T aum
(sommeil), zeig sich die T äume ei ( ê e ie) als eine une schöp liche Quelle ü E inne ungen und
Imagina ionen (Bachela d 1942, 9; 1960: 51), die pausenlos wi k (Bachela d 1960: 18). Da übe
hinaus bezieh sich Bachela d au die Un e scheidung Jungs zwischen animus und anima, die die
menschliche Seele bilden. Bachela d e binde sie mi dem T aum sowie mi de T äume ei:
Wäh end im T aum (animus) das Männliche o he sch , besi z die T äume ei (anima) eine
übe wiegende weibliche Na u (ebd.: 53).
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in seinem Gedäch nis bewah . Dahe muss nach Bachela d diese e s e einsame
Kindhei e neu imaginie we den: "En la éimaginan , nous a ons chance de la
e ou e dans la ie même de nos ê e ies d'en an soli ai e" (ebd.: 85). Im
Gegensa z zu Halbwachs' These, we den die F agen de Subjek e nich imme im
Rahmen eines kollek i en bzw. sozialen Gedäch nisses bean wo e . So äuße
Bachela d (ebd.: 92), dass das be ag e Kind die Geheimnisse seine Einsamkei
nich au deck . Dies s ell ebenso die Idee Halbwachs' in age, dass es keine
pe sönlichen E inne ungen gebe.
Bachela d e gleich das Gedäch nis mi einem T ümme eld. Pa allel dazu s ell
e es , dass die Ve gangenhei nich e was S abiles is . Da übe hinaus kann sie
nich im Nachhinein exak wiede gewonnen we den (ebd.: 85, 89). Fü Bachela d
is es nu in de Imagina ion de Subjek e möglich, in ih e e gangenen Zei zu
g aben. Auch die ühe Kindhei is nu in de Imagina ion wiede zu inden. Sie
lieg an de Schwelle zwischen Geschich e und Legende (ebd.: 86). Diese e s e
Kindhei wi d zudem idealisie . Lau Bachela d schließ sie eine Schönhei ein,
die du ch ih e Rückgewinnung e neu e lebba wi d. Sie is nich nu eine
an egende Pe iode des in ims en Lebens, sonde n auch de einzige Momen , in
dem Menschen eine absolu e F eihei genießen. Die Vo s ellungsk a de
Subjek e e lie sich nach Bachela d, wenn sie in die E wachsenenwel und ih en
Dik a en de Ve nun einge üh sowie mi den kollek i en E inne ungsdisku sen
e bunden we den.
Be ei s Sigmund F eud (1908) e gleich in De Dich e und das Phan asie en die
Ak ion des Dich e s mi dem kindlichen Spielen. In diesem be inden sich ih e
e s en poe ischen Spu en. Das Spielen wi d spä e on den E wachsenen du ch die
Phan asie e se z . In de Sch i we den die un e d ück en Wünsche des
e wachsenen Menschen da ges ell , die ealisie we den wollen. Nach F eud
phan asie nu de unzu iedene Mensch. Im Gegen eil dazu is ü Bachela d die
poe ische Imagina ion Ausd uck eines glücklichen Menschen (Bachela d 2020:
43). Die e äum e Kindhei e möglich es ihm, sich mi dem Kosmos und mi de
Vo geschich e des eigenen Wesens zu e einigen. In diese imaginie en Kindhei
is nach Bachela d de Faden wiede zu inden, de das Subjek den U menschen
annähe . De Faden eiß , wenn de Mensch die Schwelle zu E wachsenenwel
übe i . Bachela d (1960: 96) bezieh sich au Ka l Philipp Mo i zs An on Reise .
Bei Mo i z wi d die Kindhei mi Le he e glichen. Vom Wasse des Flusses des
Ve gessens hä en Menschen ge unken, um sich nich im o he igen und
zukün igen All zuguns en eine eingesch änk en Pe sönlichkei au zulösen.
Bachela d besch eib den kosmischen Kindhei ske n als eine A Limbus. Um
dem Gedäch nis au die Sp ünge zu hel en und die psychischen Spu en de
Kindhei und somi die Vo geschich e des Wesens wiede zugewinnen, können uns
die Dich e hel en. Zwa üh en die geschilde en Bilde des Dich e s nich zu
unse e eigenen Ve gangenhei , doch spü en wi , dass diese Bilde in uns
e wu zel sind (Bachela d 2020: 29). Hil eiche als die sich wiede holenden und
zu Gewohnhei we denden E inne ungen, sind die Ände ungen, die uns die
poe ischen Bilde anbie en (Bachela d 1960: 91). Diese geben unse en
E inne ungen eine neue Au a (ebd.: 99). Da übe hinaus soll nach Bachela d die
Wah nehmung du ch das S aunen e se z we den. Das S aunen übe die
wiede gewonnene Ve gangenhei is nö ig, um die We e des Wah genommenen
zu e hal en (ebd.: 102). Des Wei e en behaup e e , dass diese e inne e Kindhei
einen A che ypus da s ell . In ih we den zudem ande e A che ypen eingespe ,
die gleichzei ig he o ge u en und wiede beleb we den. Diese besi zen das
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Po enzial de Imagina ionsen wicklung. Unbeweg und un e ände lich bleiben sie
abe in einem Zus and de La enz im Gedäch nis (ebd.: 106 .).
Ma ica Bod ožić: Das Gebo ensein aus dem S e nen aum
In La poé ique de la ê e ie bezieh sich Bachela d (1960: 90) au eine " iple
liason": Imagina ion, E inne ung und Dich kuns sind die Elemen e, die es uns
e möglichen, die T äume eien de einsamen Kindhei zu e wecken. In Bezug au
diese d ei ache Bindung Bachela ds äuße Bod ožić im ih en Essay Das Auge
hin e dem Auge:
Wi alle ha en eine Kindhei ohne Uh en, eine Wel , die nich o so ie und
ak ibisch bis in alle Einzelhei en e plan wa . So konn e sich ein eigene Blick
en wickeln. Niemand ha als Kind Beweise ü das, was e sieh . Unse Blick is on
Na u aus on einem E inde geis du chd ungen, de jensei s de e klä ba en
Zuo dnungen leb . [...] Nu dich es e sp achliche Konzen a ion e mag uns
zielgenau zu jenem inne en O zu gelei en, de zwa schon imme in uns o handen
is , abe e s du ch das Bewuss sein de Wo e geweck wi d. (Bod ožić 2015: 7 .)
Ähnlich wie Bachela d be ach e Bod ožić die poe ische E scha ung als Mi el,
das uns mi eine al en Vo s ellungsk a , die in uns e wu zel is , e binde . Die
Sp ache de Dich ung wi d zum Zünds o , an dem de E inne ungsp ozess sich
en ach . Die E inne ung e möglich die Annähe ung an die e au en O en de
Heima , die im Kindhei ske n als "U sp ungsbassin" (ebd.: 27 .) und
Ausgangspunk de Imagina ion angeleg sind. Diese e neu e E kundung de
"zei losen" (Bod ožić 2015: 10) Kindhei s äume üh in gleiche Weise zu eine
Wiede en deckung unse es "G undblickes" (Bod ožić 2015: 12): "Abe e s im
Sch eiben beg i ich, was mein Kinde blick im Be ach en alles eingesammel
ha e [...]. Wie eins im Außen ging e nun in de Sp ache nach innen" (ebd.: 10 .).
Die medi e ane Flo a und Fauna de dalma inischen Landscha , die sie in den
e s en Lebensjah en mi g oßem E s aunen au nimm und die ih e
Au me ksamkei wecken, p ägen die Sp ache und we den zu gemeinsamen Topoi
in ih e Poe ik: "An angs üh e mich dabei de E lebnis aum de Na u zu
Sp ache, die dalma inischen Somme und Win e , meine e s en bewuss
e ah enen Jah eszei en [...]" (ebd.: 21). Besonde s in ih en e s en E zählungen
wi d die Ve wunde ung des Kindes ode das "Glück des Be ach e s" (ebd.: 10),
ü den jede Wah nehmung on diese na u beding en E indungsneigung
du chzogen wa , inszenie :
Ich e s and beispielsweise nich so o beim Sch eiben meine e s en E zählungen,
dass die Geschosse, die meine Augus himmel du chzogen und die gleichsam on
allein au s Papie kamen, keine on den Gö e n und mäch igen Engeln de Fa ben
geschick en Linien wa en wie ich es na ü lich als Kind gedach ha e, sonde n
langweilige Flugzeuge. Ich sch ieb abe übe das E lebnis de weißen Linien wie
übe eine Bo scha aus eine ande en Wel , die ich heu e als die de Imagina ion
und inne en Handlung besch eiben wü de. (ebd.: 13 .)
Die Wah nehmung des Subjek s is ü Bod ožić on de Imagina ion gep äg . Es
is wede die äuße e Wel noch die Wi klichkei , die wi be ach en, sonde n die
"Du chd ingung ih e Mani es a ionen" (ebd.: 28). Gleiche maßen sind die in
unse em Gedäch nis gespeiche en und sedimen ie en E inne ungen nich mi
ollkommene Genauigkei wiede zubeleben. Was uns deshalb nu üb ig bleib ,
is , sie neu zu bilden:
8
"Im Sch eiben mach e ich [...] die E ah ung, dass wi alles
8
Dazu sch eib Bod ožić: "Ich wa nich dabei, ich we de es nie e ah en. [...] Ich bin keine
Zei zeugin, es kann sich mi niemals das ganze Bild e mi eln. Abe kann es das jemals?
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