scieee Open visual document viewer

Erinnerung und Imagination: Das poetische Bild im Werk von Marica Bodrožić nach Gaston Bachelard

Domínguez Macías, Leopoldo

Abstract

The representation of memory and imagination are recurrent themes in Marica Bodrožić's work. Both elements are interwoven with the early childhood places in her country of origin. These spaces are continuously revisited, serving as a link between past, present and future. In order to develop new ways of interpretation for the staging of Bodrožić's sites of remembrance and reinvention, Gaston Bachelard's notions of memory and imagination will be used. It has been pointed out in recent studies that there is a significant lack of depth in the conceptual use of memory by approaching the term only from the field of Memory Studies. It therefore appears particularly relevant to situate memory in larger philosophical contexts. As this article demonstrates, Bachelard's considerations relating to imagination, memory and poetic creation are useful in understanding the writing and remembering process of the German writer

Full text

PhiN-Beihe 29/2022: 121 Leopoldo Domínguez (Se illa) E inne ung und Imagina ion: Das poe ische Bild im We k on Ma ica Bod ožić nach Gas on Bachela d 1 The ep esen a ion o memo y and imagina ion a e ecu en hemes in Ma ica Bod ožić's wo k. Bo h elemen s a e in e wo en wi h he ea ly childhood places in he coun y o o igin. These spaces a e con inuously e isi ed, se ing as a link be ween pas , p esen and u u e. In o de o de elop new ways o in e p e a ion o he s aging o Bod ožić's si es o ememb ance and ein en ion, Gas on Bachela d's no ions o memo y and imagina ion will be used. I has been poin ed ou in ecen s udies ha he e is a signi ican lack o dep h in he concep ual use o memo y by app oaching he e m only om he ield o Memo y S udies. I he e o e appea s pa icula ly ele an o si ua e memo y in la ge philosophical con ex s. As his a icle demons a es, Bachela d's conside a ions ela ing o imagina ion, memo y and poe ic c ea ion a e use ul in unde s anding he w i ing and emembe ing p ocess o he Ge man w i e . Von E inne ungs äumen zu T ans opien. Zu Ma ica Bod ožićs Poe ik des Dazwischen "Iden i ä is , wie leich einzusehen, eine Sache on Gedäch nis und E inne ung" behaup e Jan Assmann (1992: 89). Die E inne ung, als wesen liche Teil de P ozesse bei de Iden i ä sbildung und als Gegenpol de Neigung zum Ve gessen nach auma ischen E lebnissen, spiel im We k on Ma ica Bod ožić eine g oße Rolle. Wie ih e Figu en zeigen, is es no wendig, sich mi den Rissen und Lücken auseinande zuse zen, um die Wunden des Biog aphischen endgül ig zu heilen. So kann es nu das Gedäch nis e möglichen, dass sich die li e a ischen Ges al en aus eine e lös en Ve gangenhei o wä s p ojizie en. Die E inne ung ungie als Mi el, um das Ve gangene in eine nach äglichen Zei wiede zu be e en und dami die Lücken zu schließen. Nachdem die Figu en in exis en ielle No ge a en sind, o mi dem Schei e n eine Liebesgeschich e e bunden, e kennen diese in eine A geis liche ode mys ische O enba ung das Bedü nis, die auma ische Ve gangenhei in die Gegenwa sebene sowie in die neuen Lebensen wü e zu in eg ie en. Das E inne n bedeu e hie die Möglichkei ih e indi iduellen Re ung, die gleichzei ig die Übe nahme eine kollek i o ien ie en Au gabe einschließ . 2 1 De o liegende Bei ag wu de om spanischen Minis e io de Economía y Compe i i idad und Fondo Eu opeo de Desa ollo Regional (FEDER) und im Rahmen des Fo schungsp ojek es "Cons elaciones híb idas. T anscul u alidad y ansnacionalismo en la na a i a ac ual en lengua alemana" (PGC2018-098274-B-I00) sub en ionie . 2 Das Dilemma om E inne n und Ve gessen zieh sich als o e Faden du ch Bod ožićs Roman ilogie. Im e s en Roman Das Gedäch nis de Libellen (2010) un e nimm die P o agonis in Nadeshda eine Zug eise. Wäh end de Fah on Be lin nach Ams e dam wi d die Liebesa ä e de Figu zu ih em jüdischs ämmigen Landsmann Ilja aus E inne ungsb uchs ücken ekons uie . In Sa ajewo gebo en, e läss e nach dem K ieg die belage e S ad . Ilja, de e hei a e is , en komm seine Gelieb en genauso wie de Ve gangenhei , die ihn au de Fluch wei e hin e olg . Au de Reise zu ihm e lek ie Nadeshda übe die Bedeu ung des Gedäch nisses und des E inne ns. Ande s als Iljas imme wiede keh endes Ve schwinden e kenn Nadeshda, dass sie nu du ch das E inne n ims ande is , ih e Iden i ä skon lik e zu lösen. Als sich Nadeshda da ü en scheide , in die Ve gangenhei zu ückzublicken, muss sie sich wiede mi den auma ischen E ah ungen kon on ie en. Sie akzep ie abe , dass es ih e Au gabe is , die g auenha en Tage ins Gedäch nis zu ückzu u en und dami ih e ge eil e kollek i e Geschich e in Siche hei zu b ingen. Diese Ane kennung und Aneignung des amiliä en und kul u ellen E bes PhiN-Beihe 29/2022: 122 Neben diese e s en Fo m de E inne ung en al e sich in ih em We k eine zwei e, die da in bes eh , nich die Bilde , eal ode ik i , eine e gangenen Zei he o zu u en, sonde n diese du ch ih e Figu en neu zu e scha en. Bod ožić bezieh sich in ih em Essay Das Auge hin e dem Auge au ein Zi a on Seamus Heaney. De Tex , in dem Bod ožić übe den eigenen Sch eibp ozess nachdenk , wi d mi den olgenden Wo en einge üh : Dami die Menschen die bes möglichen Lebensbedingungen scha en können, is es une lässlich, dass die Vision de Wi klichkei , die die Poesie e mi el , ans o ma i sei, also meh als nu ein Ausd uck de ealen Gegebenhei en ih es his o ischen und geog aphischen O es. (Bod ožić 2015: 5) Diese Fo m de Imagina ion, auch mi de E inne ung e bunden, is bei Bod ožić besonde s deu lich an de Ve anschaulichung g enzübe sch ei ende Iden i ä s- und Lebens äume zu e kennen. In diese Hinsich gil Bod ožićs Konzep eines Dazwischens als Me aphe de Plu ali ä on Räumen, Sp achen und Kul u en, in denen die Figu en in s ändige Bewegung sind und ih e Iden i ä en en wickeln. Bod ožićs Ansa z kann im Zusammenhang mi eine Be ach ung de "Zukun als kul u elles Fak um" (Appadu ai 2013) gese z we den. A jun Appadu ai (ebd.: 285) ha k i isie , dass die An h opologie (und insgesam die Sozial- und Kul u wissenscha en) au g und eine Fokussie ung au die k i ische Rekons uk ion des Ve gangenen die Zukun auße Ach gelassen haben. Sowohl ih in ellek uelles Kons uk als auch de selbe Beg i de Kul u seien noch du ch die Linse de Ve gangenhei zu s a k gep äg . Um ein Konzep de Zukun au zubauen, plädie e ü die E o schung de In e ak ion zwischen Imagina ion, An izipa ion und Aspi a ion, welche aus dem menschlichen Handeln en s ehen. Dahe soll e die Imagina ion, als soziale Reali ä , P axis und A bei sme hode konzipie , wiede in den Mi elpunk de kul u ellen Ak i i ä ges ell we den (ebd.: 286). Besonde s im Falle on ge äh de en und ma ginalisie en Be ölke ungsg uppen soll e nach Appadu ai (ebd.: 288) die Ausübung des E inne ns nich nu au die Be ach ung de Ve gangenhei , sonde n gleichzei ig au die Be ei s ellung neue Ve handlungs äume okussie we den. Die Li e a u , wie auch ande e kul u elle spiel ebenso eine zen ale Rolle im zwei en Roman Ki schholz und al e Ge ühle (2012). Die Haup igu , A je a Filipo, e läss Sa ajewo, um in Pa is Philosophie zu s udie en. Wie Nadeshda e such sie einen neuen An ang, um ih e inne en Lücken mi de Liebe zu üllen. Die En scheidung Hi omis, mi dem A je a in Pa is zusammenwohn , nach Tokio zu ückzuziehen sowie das Schei e n ih e Liebesbeziehung, üh en dazu, dass sie sich ü Be lin en scheide . In A je as neue Wohnung in Be lin gib es kaum Mobilia auße einem Tisch aus Ki schholz, de ih e G oßmu e gehö e. De Tisch s ell ih e einzige Ve bindung mi de Ve gangenhei da . Nach ün Jah en beschließ sie, ih e E inne ungen wiede zu beleben und sie in O dnung zu b ingen. Au dem hunde jäh igen Tisch, an dem sich A je a und Hi omi in Pa is übe Hannah A end un e hal en haben, e eil sie zum e s en Mal die Fo os aus den Plas ik ü en, die ih e Mu e gehö en. Indem sie die Fo os be ach e , e s eh sie, dass die Wunden des K ieges in ih noch nich ganz e schlossen sind. Das Schweigen ih e Familie spü sie als Las au ih en Schul e n. Die Ve gangenhei , die sie zu o abgelehn ha , auch als un e zich ba e Teil ih es Lebens au . E neu e ö ne das E inne n de Figu die Möglichkei , sich om Liebesleid zu e holen und ih em Leben einen neuen Sinn zu geben. Im d i en Roman Das Wasse unse e T äume (2015) be inde sich Ilja in einem Zus and des klinischen Todes in einem K ankenhaus de ame ikanischen S ad Chicago. Im We k wi d au den S yx hingewiesen. Iljas Reise in das Reich de Un e wel en sp ich einem Übe gangs- und T ans o ma ionsp ozess. An de Schwelle zwischen Leben und Tod, E inne n und Ve gessen, beschließ le z lich die Figu , das e leb e T auma au zua bei en. Ilja besch eib sich als jemanden, de alles e lo en ha . Seine Au e s ehung benö ig die Wiede gewinnung de E inne ungen, um das Ve gangene zu bewäl igen und die biog aphischen Schni e und Lücken zu besei igen. PhiN-Beihe 29/2022: 123 A e ak e, bie e einen Rahmen, um neue Kons uk ionen des Disku ses zu ges al en, die mi den bishe igen dominan en gesellscha lichen Modellen i alisie en (Fo ou an 2018: 21). Regina Römhild (2018: 64) sp ich z.B. übe "En deckungen he e o opische Momen e on Kon i iali ä ", die die es geleg en Ka ego ien on Zugehö igkei und ih e G enzen in age s ellen. Im gleichen Sinne schläg E ol Yildiz (2018: 57) in Bezug au Homi Bhabhas Fo mulie ung des Thi d Space die Beg i e "T ans opien" ode "Topog a ien de Vielhei " o . Dami bezieh sich Yildiz au die k ea i e Da s ellung on Zwischen äumen, in denen Menschen und Ideen in Bewegung sind, welche den Ansa z neue Ideale und das S eben zum Nach- und Umdenken an egen. Hinsich lich de Ges al ung on pe o ma i en T ans opien besch eib Appadu ai (2013: 287) die Imagina ion als eine all ägliche Ene gie, die sich in liminalen Momen en zeig . Diese wi d in speziellen Zus änden im benjaminischen Sinne de Je z zei gegenwä ig wie in Ini ia ions i en ode Augenblicken de Vo sehung. Ande s als eine e olg e soziale Wi klichkei wi d das Dazwischen als ein e wünsch e und e sehn e d i e Raum da ges ell , in dem sich das Ve langen nach Hyb idi ä und T anszendie ung de G enzen he ausk is allisie . "Wi gli en om Denken ins E zählen", sch eib Bod ožić (2010: 29), "segel en au unse en E inne ungen und inne en Bilde n hinübe , in i gende was D i es, das wi noch nich kann en". Das E inne n ungie hie als Ausgangspunk , um eine Zukun zu skizzie en, die e was meh als ein echnische ode neu ale Raum is , da diese on Ge ühlen du chd ungen wi d (Appadu ai 2013: 286 .). Raum gil in Bod ožićs We k als Medium e inne e und imagina i e Rekons uk ion (Dünne 2011: 143) sowie gleichzei ig als Schaupla z neu en wo ene Lebens o men und Iden i ä smus e . Alle dings e schein ih e Inszenie ung des Raumes in all seinen Va ian en und Möglichkei en on eine aus de Kindhei "emp indungsbeladenen Topog aphie" (Rădulescu 2012: 64) du chzogen. Das Bild Dalma iens und de medi e anen Landscha is bei Bod ožić imme wiede als Echo aum e kennba . Ih e Tex e s ellen eine ie e Sehnsuch sowie eine ma kan e emo ionale Beziehung zu einem He kun so und kul u ellem Raum da , die soga in de poe ischen Sp ache ih e Spu hin e lassen haben. Bis zu ih em zehn en Lebensjah wächs Bod ožić bei ih em G oß a e in einem kleinen O in de Gespanscha Spli -Dalma ien (Zad a je) au . 1983 zieh sie zu ih en in Hessen lebenden El e n. Den Balkank ieg e äh Bod ožić aus eine doppel en Dis anz: Neben de geog aphischen En e nung, inde sie Zu luch in de neu e wo benen Sp ache. Im Gegensa z zum "Schu zdamm" (Bod ožić 2007: 27), de ü Bod ožić die deu sche Sp ache bedeu e , " u die e s e Mu e sp ache schme zha e E inne ungen an das Gebu sland wach" (Rădulescu 2012: 66). Zu diese Zei sch eib sie ih e e s en Ve se. Lau Bod ožić wa en diese "ein ollkommen dile an ische Ve such, mi den ielen Wide sp üchen" des K ieges e ig zu we den (Alba h 2010). Als ih e El e n nach dem Kon lik nach K oa ien zu ückkeh en, ühl sie sich nich meh mi dem neu en s andenen Heima land e bunden und zieh nach Pa is. De Au en hal in de anzösischen Haup s ad sowie de Besuch ande e eu opäische S äd e dienen jedoch dazu, dass sie neue Ve bindungen zu ih e u sp ünglichen Iden i ä he s ell . Als sie au eine Reise in Rom on eine F au in einem Bus au Englisch angesp ochen wi d, äll ih ih e slawische Aussp ache au . Die e neu e Begegnung mi de e s en Mu e sp ache weck in ih einen nos algischen Blick au die Ve gangenhei . Da übe hinaus we den wäh end ih e Spazie gänge au den S aßen on Pa is die T e en mi Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien imme häu ige . Bod ožićs PhiN-Beihe 29/2022: 124 En deckung ih es e lo en geglaub en slawischen E bes i au einmal mi dem Ge ühl de Einsamkei in de Me opole sowie dem E le nen eine neuen Landessp ache zusammen. Wäh end sie beim S udium des F anzösischen es s ell , dass un e dem Deu schen de dalma inische Dialek und die Sp ache de Kindhei noch e kennba sind, spü sie übe all in de A chi ek u de Pa ise G oßs ad die Resonanzen ih es He kun slandes. Eine sei s be ach e Bod ožić im zwei en Exil die gee b e Sp ache, ande s als o he , als Medium, das die Wiede he s ellung on B ücken mi dem Raum ih e he kömmlichen Wu zeln und seinen do igen Menschen e möglich . "Die Wö e ", sch eib Bod ožić (2007: 42), "wie Ve bünde e, eich en sich zwischen uns und unse en B us kö ben die Hände". Ande e sei s auch de Gedanke au , dass die poli ische Spal ung Jugoslawiens keinen Schaden in ih e Wah nehmung des Heima aums e u sach ha (Rădulescu 2012: 68). Sie ho , dass die Wunden des K ieges du ch die Neue indung ih e He kun s äume geheil we den können. In ih em au obiog aphischen Essay S e ne e ben, S e ne ä ben sch eib Bod ožić: "Es bleib das Unbe üh ba e, das E s e leb e" (Bod ožić 2007: 91). Mi els des E zählens ziel sie au eine Wiede en deckung de Kindhei . Sie komm de e gangenen Zei und den eins bewohn en Räumen en gegen, um den "al en, un e gi e en Blick" (Bod ožić 2015: 16) de ühe en Jah e e neu zu suchen. Zu diese Zei wa en die G enzen in ih em Bewuss sein zwischen Fak izi ä und Imagina ion au gelös . Bei diese Suche e lek ie sie übe die E eignisse und Folgen des Balkankon lik s. Auße dem en wickel sie eine Kollek i e inne ung, in de sich das eigene Schicksal mi dem de Op e e knüp . Au g und de ehlenden Selbs e ah ung wi d ü Bod ožić die Sammlung ande e E ah ungen no wendig. Wich ige als die genaue Fes s ellung de Begebenhei en is abe ih e Belebung, um da aus Leh en ü kün ige Möglichkei en ziehen zu können. Da K iege ande e K iege wide spiegeln, is es ebenso on Bedeu ung, das E inne n in b ei e en Zusammenhängen zu e o en (Bod ožić 2015: 29). Ähnlich wie Gas on Bachela d sieh Bod ožić die poe ische E scha ung als po enzielle Chance, um neue Bilde jensei s de bekann en und sich wiede holenden Mus e zu ges al en. Die Sp ache, die sich im dich e ischen Ak en al e , en zünde die E inne ung und eg die Vo s ellungsk a an. Diese Dich kuns e möglich zudem die Reise ins Inne e und dami die E kundung des "noyau d'en ance" (Bachela d 1960: 85) sowie die Begegnung und Ve einigung "mi unse em u eigenen Plu al" (Bod ožić 2008: 67) ode mi "l'an écédance l'ê e" in den Wo en Bachela ds (1960: 95). E inne ung und Imagina ion nach Gas on Bachela d 1942 o mulie de anzösische Philosoph Gas on Bachela d in seinem Essay L'eau e les ê es. Essay su l'imagina ion e la ma iè e, dass seine S udien im Be eich de poe ischen Imagina ion da au zielen, Ins umen e zu Ve ügung zu s ellen, um neue Ansä ze in de Li e a u k i ik zu en wickeln (Bachela d 1942: 26). Fü Bachela d bie e die Li e a u einen Rahmen, um die an h opologische und kul u elle Ak i i ä des Menschen zu be ach en. Obwohl e in den 1930e und 1940e Jah en un e s a kem Ein luss de Psychologie und insbesonde e de Psychoanalyse s eh , en e n e sich übe die Jah e hinweg zunehmend on diese zuguns en de phänomenologischen Me hode (Puelles Rome o 1998: 335). S a de Suche nach Vo geschich en und Kausalzusammenhängen on poe ischen Bilde n, ich e sich sein P ojek au den Ve such eine Kommunika ion mi dem schöp e ischen Bewuss sein des Dich e s (Bachela d 1960: 1). PhiN-Beihe 29/2022: 125 Neben de Fo m de E inne ung als Mi el ü die Un e suchung de Ve gangenhei de Subjek e, mi de sich die Psychoanalyse beschä ig , in e essie sich Bachela d o allem ü die Fo m de E inne ung in ih em Ve häl nis zu Imagina ion. Nach Bachela d äg die Imagina ion nich nu dazu bei, die Bilde de Wi klichkei zu o men und dami dem Gedäch nis als Beis and zu dienen, 3 sonde n gleichzei ig diese Bilde de Wi klichkei zu e o men. So un e scheide e zwischen eine Funk ion des Realen und eine Funk ion des I ealen. Wäh end die e s e Funk ion on de Ve gangenhei gelei e wi d, enn sich die Fo m des I ealen on de Ve gangenhei sowie de Wi klichkei und ö ne sich in die Zukun (Bachela d 2020: 48 .). Die poe ische Schöp ung s eb ü Bachela d nich danach, die Reali ä mime isch da zus ellen, da sie diese übe sch ei en und anszendie en soll. Die Imagina ion s eh eine Wiede gabe de Wah nehmung, in de das anwesende Bild an das abwesende Bild e inne , en gegen (Bachela d 1943: 5). Ein Bild, das Zeichen de Wah nehmung in sich äg , wi d zu einem s abilen und geschlossenen Bild, welches die Imagina ion besch änk . Ande s als die Ve gangenhei nachzubilden, plädie e ü eine "o ene" und "ausweichende" Imagina ion: "Pe ce oi e imagine son aussi an i hé iques que p ésense e absence. Imagine c'es s'absen e , s'élance e s une ie nou elle" (ebd.: 8). Das E inne n üh zu eine Wiede holung des Ve gangenen. Demgegenübe is die Imagina ion in de Lage, neue Wi klichkei s a ian en zu en al en. L'imagina ion in en e plus que des choses e des d ames, elle in en e de la ie nou elle, elle in en e de l'esp i nou eau; elle ou e des yeux qui on des ypes nou eaux de isión. (Bachela d 1942: 25) Im P olog seines We ks Les cad es sociaux de la mémoi e behaup e Mau ice Halbwachs (1994: VI), dass Subjek e E inne ungen in ih Gedäch nis zu ück u en, um F agen zu bean wo en, die ihnen ande e s ellen. 4 Halbwachs geh on de Idee aus, dass die Ve ände ungen bzw. die Scha ung neue soziale Rahmen in de Gegenwa dazu üh en, die Ve gangenhei neu zu in e p e ie en. Das Ve gangene is nach Halbwachs dennoch es geleg . E inne ungen bie en nu mögliche Annähe ungen und Rekons uk ionen des Geschehens. Auße dem heb Halbwachs die Rolle des Gedäch nisses als Mi el de E kenn nis he o . Die Ve gangenhei be ach e e als Quelle und Ausgangspunk jedes Ansa zes mi Blick au Ve gangenhei , Gegenwa und Zukun . Gegenübe Halbwachs' These, die E inne ung als Medium de E kundung de Wi klichkei zu e s ehen, üh diese nach Bachela d zu eine Ve s eine ung de Bilde . Die E inne ung, so Bachela d, e hinde die Fähigkei , neue Visionen und Bilde zu e zeugen. Fü Bachela d is das Bild nich de Ausd uck eines An ezedens ode die Äuße ung eines Wesens, das in einem Zus and de La enz wa , sonde n ein 3 Be ei s A is o eles mein , dass die du ch die Sinne e ass en Wah nehmungen zue s du ch die Imagina ion bea bei e sind. Die da aus en s andenen Bilde um assen das Ma e ial, mi dem de menschliche Geis ope ie . Deshalb pla zie e die Imagina ion neben dem Gedäch nis im gleichen Teil de Seele. Die Imagina ion, die zudem als Depo o he ige Bilde ungie , nimm am P ozess de Ges al ung on Bilde n eil, die A is o eles mi de G a ie ung in Wachs mi einem Siegel ing ode eine Po ä male ei e gleich (Ya es 1984: 32 .). 4 Halbwachs bezieh sich au eine Geschich e, die e in einem Band des Magazin Pi o esque inde . 1731 wu de ein Mädchen im Al e on neun ode zehn Jah en in den Wälde n in de Nähe on Châlons en deck . Ve mu lich hä e das Mädchen in de neuen gesellscha lichen Umgebung seh wenige E inne ungen aus seinem o he igen Leben bewah . Nach Halbwachs wa es no wendig, dem Mädchen Bilde zu zeigen, dami es die E inne ungen, e bunden mi den da aus en s andenen sozialen Rahmen, wiede e ozie en konn e. PhiN-Beihe 29/2022: 126 Resul a on sich selbe . Diese ehlende Re e en iali ä des Bildes be ei es on de Las de Rep esen a i i ä , mi de es in e schiedenen ealis ischen T adi ionen e knüp wa (Puelles Rome o 1998: 336 .). Hinsich lich Bachela ds Konzep ion des Bildes behaup e Paul Ricœu , dass e die Idee Bachela ds übe nommen ha , "l'image n'es pas un ésidu de l'imp ession, mais une au o e de pa ole […]. C'és le poême qui engend e l'image" (Ricœu 1975: 272). Im gleichen Sinne sp ich Jean-Paul Sa e übe eine nai e Me aphysik des Bildes: "Ce e mé aphysique consis e à ai e l'image une copie de la chose, exis an e elle même comme une chose" (Sa e 1981: 3). Die Be ach ung des Bildes als die Kopie eine Sache minde den We des Bildes in Bezug au die Sache, die das Bild e i : "du ai même qu'elle es image, elle eçoi une so e d'in é io i e mé aphysique pa appo à la chose qu'elle ép esen e. En un mo , l'image es une moind e chose" (ebd.: 4 .). Ähnlich wie Bachela d s ell ü Sa e das Bild "une ac e e non une chose" (ebd.: 162) da . Diese Ak e de Imagina ion sind zahl eich sowie einziga ig und lüch ig (Bachela d 1960: 161). Aus diesem G und ha eine Phänomenologie de Imagina ion die Au gabe, die epheme e Na u des Bildes zu e assen (Bachela d 1984: 197). Il au ê e p ésen , p ésen à l'image dans la minu e de l'image: s'il y a une philosophie de la poésie, ce e philosophie doi naî e e enaî e à l'occasion d'un e s dominan , dans l'adhésion o ale à une image isolée, ès p écisémen dans l'ex ase même de la nou eau é d'image. L'image poé ique es un soudain elie du psychisme, elie mal é udié dans des causali és subal e nes. (Bachela d 2020: 27) In La mémoi e collec i e un e s eich Halbwachs, dass das Fes hal en jede E inne ung einen äumlichen Rahmen benö ig (1950: 146). Halbwachs bezieh sich au Augus e Com e, ü den das seelische Gleichgewich g öß en eils on den ma e iellen Objek en abhäng , mi denen die Menschen in ih em All ag in e agie en. Da sie wegen ih e lang is igen Un e ände ba kei den Menschen ein Bild on Daue ha igkei und S abili ä bie en, we den sie zu e o de lichen Fixpunk en, um das Gedäch nis und dami die Iden i ä zu ges al en. Das ex e ne Um eld p äg ü Halbwachs die Subjek e und ih e E inne ungen in dem Maße, dass dieses in alle Ebenen ih es Bewuss seins eind ing . De lüch ige Cha ak e des Bildes und seine Viel al üh en nach Bachela d dazu, dass die Subjek e un e s ü zende Elemen e benö igen, um die en s andenen Bilde im Gedäch nis zu speiche n. In La poé ique de l'espace se z Bachela d den Fokus nich au das Vo s ellungs e mögen, sonde n au das Gedäch nis. Dies wi d im Tex mi eine Wohns ä e e glichen: "No e âme es une demeu e. E en nous sou enan des 'maisons', des 'chamb es', nous app enons à démeu e en nous mêmes" (Bachela d 1957: 52). Fe ne äuße e hinsich lich des Raumes: La mémoi e – chose é ange! – n'en egis e pas la du ée conc è e, la du ée au sens be gsonien. On ne peu e i e les du ées abolies. On ne peu que les pense , que les pense su la ligne d'un emps abs ai p i é de ou e épaisseu . C'es pa l'espace, c'es dans l'espace que nous ou ons les beaux ossiles de du ée conc é isés pa de longs séjou s. […] Les sou eni s son immobiles, d'au an plus solides qu'ils son mieux spa ialisés. (ebd.: 62) Ande s als Be gson 5 mein Bachela d, dass das Gedäch nis nich in de Lage sei, die Zei , in de die Bilde en s anden sind, zu ekons uie en. E inne e Bilde sind 5 Bachela d bezieh sich in seinen Fo mulie ungen, wie auch Halbwachs, au Hen i Be gson. Nach Bachela d weis Be gson in Ma iè e e mémoi e nu einmal au den p oduk i en Cha ak e de Imagina ion hin. Diese Funk ion de P oduk ion on Bilde n en sp ich bei Be gson eine PhiN-Beihe 29/2022: 127 wie Momen au nahmen, die sich im Gedäch nis nu in ih e Ku zlebigkei ein angen lassen. Da übe hinaus is nach Bachela d die Lokalisie ung on E inne ungen eine Au gabe des Biog aphen. Sie en sp ich eine A ex e ne His o iog aphie. Au ag de He meneu ik soll nach Bachela d die Suche nach den in imen Räumen und Bilde n des Dich e s sein. 6 No wendig is die En deckung de Lagepläne seine T äume eien 7 ode die Räume seine Einsamkei en (ebd.: 62). Dahe is eine "Topo-Analyse" (ebd.: 41) geeigne e als die Psychoanalyse. Im Zusammenhang mi den be ei s e wähn en Funk ionen des Realen und des I ealen, un e scheide Bachela d zwischen eine o malen und eine ma e iellen Imagina ion. Die o male Imagina ion en sp ich de Sp ache und den Me aphe n im dich e ischen Ak . Die ma e ielle Imagina ion bezieh sich au die Räume, die das E inne n und die Imagina ion un e s ü zen und ka alysie en: "La ue les nomme, mais la main les connâi " (Bachela d 1942: 8). Sie bilden die Quelle, aus de sich die schöp e ische K a de imaginie en Bilde e näh . In Bachela ds These eine ma e iellen Imagina ion wi d neben den Innen äumen des amiliä en Zuhauses au die ie Elemen e de p äsok a ischen T adi ion hingewiesen: E de, Feue , Wasse und Lu (ebd.: 10). Diese s ellen Be es igungspunk e ü das Gedäch nis sowie gleichzei ig Auslöse de Imagina ion da . Nach Bachela d (1942: 8) gib es li e a ische We ke, in denen beide Fo men de Imagina ion zusammen e en und mi einande koope ie en. Es is ü ihn soga unmöglich, sie öllig zu ennen. Wie da aus he o geh , gil eine solche Unmöglichkei ü die Beziehung zwischen Imagina ion und E inne ung. Lau Bachela d sind es die E inne ungen an die Einsamkei unse e ühen Kindhei , in denen sich Imagina ion und E inne ung am engs en e knüp en. E sag : "C'es là que l'ê e de l'en ance noue le éel e l'imaginai e, qu'il i en ou e imagina ion les images de la éali é" (Bachela d 1960: 92). In de menschlichen Seele bleib ein Kindhei ske n, de s ills ehend abe imme noch ab u ba au de ande en Sei e de G enze zu den kollek i en bzw. sozialen E inne ungen lieg . Diese Kindhei ske n, de in einigen Seelen eine unauslöschba e Spu hin e läss (ebd.: 84), wi d e schü e , sei dem das Kind das Al e de Ve nun ("l'âge de aison") (ebd.: 91) e eich ha . Dem Kind wi d die Geschich e de Familie und de Gesellscha geleh , dami es sich in das Leben de ande en in eg ie . Auch die ühe Kindhei , die ihm genauso beigeb ach wi d, e se z die ande e und wi d ge inge en F eihei sak i i ä . Im Gegensa z dazu be ach e Bachela d die Imagina ion (ande s als das Gedäch nis) als die s ä ks e K a de menschlichen Na u (Bachela d 2020: 47 .). 6 Bachela d be u sich au Lau éamon und die E läu e ung seine We ke wie Les Chan s de Maldo o o . Bachela d mein , dass die Imagina ion ehe aus einem i a ionalen Ak des Dich e s en s ehe. Fü die Analyse de poe ischen Bilde is es no wendig, die in ime Beziehung zwischen dem Dich e und den Bilde n wiede zu beleben sowie das eins e weck e Ge ühl du ch diese zu e länge n. Ande s als Be gson und seine Idee de du ée, leg Bachela d den Fokus au den Augenblick (l'ins an ). Fü ihn e gib sich die zei liche Daue aus de Summe de e schiedenen und diskon inuie lichen Augenblicke (Chudak 2012: 405 .). 7 Ähnlich wie Halbwachs, en e n sich Bachela d on de Idee Be gsons, dass Subjek e in ih en T äumen E inne ungen e a bei en. Auch Sigmund F eud (1900: 13) mein e, dass Ausnahmen o kommen, "in denen ein T aum ein E lebnis ebenso olls ändig wiede hol wie unse e E inne ung im Wachen es e mag". Fü Bachela d be uh das Gedäch nis, genauso wie die menschliche Fähigkei de schöp e ischen Imagina ion, au de T äume ei. Ande s als de T aum (sommeil), zeig sich die T äume ei ( ê e ie) als eine une schöp liche Quelle ü E inne ungen und Imagina ionen (Bachela d 1942, 9; 1960: 51), die pausenlos wi k (Bachela d 1960: 18). Da übe hinaus bezieh sich Bachela d au die Un e scheidung Jungs zwischen animus und anima, die die menschliche Seele bilden. Bachela d e binde sie mi dem T aum sowie mi de T äume ei: Wäh end im T aum (animus) das Männliche o he sch , besi z die T äume ei (anima) eine übe wiegende weibliche Na u (ebd.: 53). PhiN-Beihe 29/2022: 128 in seinem Gedäch nis bewah . Dahe muss nach Bachela d diese e s e einsame Kindhei e neu imaginie we den: "En la éimaginan , nous a ons chance de la e ou e dans la ie même de nos ê e ies d'en an soli ai e" (ebd.: 85). Im Gegensa z zu Halbwachs' These, we den die F agen de Subjek e nich imme im Rahmen eines kollek i en bzw. sozialen Gedäch nisses bean wo e . So äuße Bachela d (ebd.: 92), dass das be ag e Kind die Geheimnisse seine Einsamkei nich au deck . Dies s ell ebenso die Idee Halbwachs' in age, dass es keine pe sönlichen E inne ungen gebe. Bachela d e gleich das Gedäch nis mi einem T ümme eld. Pa allel dazu s ell e es , dass die Ve gangenhei nich e was S abiles is . Da übe hinaus kann sie nich im Nachhinein exak wiede gewonnen we den (ebd.: 85, 89). Fü Bachela d is es nu in de Imagina ion de Subjek e möglich, in ih e e gangenen Zei zu g aben. Auch die ühe Kindhei is nu in de Imagina ion wiede zu inden. Sie lieg an de Schwelle zwischen Geschich e und Legende (ebd.: 86). Diese e s e Kindhei wi d zudem idealisie . Lau Bachela d schließ sie eine Schönhei ein, die du ch ih e Rückgewinnung e neu e lebba wi d. Sie is nich nu eine an egende Pe iode des in ims en Lebens, sonde n auch de einzige Momen , in dem Menschen eine absolu e F eihei genießen. Die Vo s ellungsk a de Subjek e e lie sich nach Bachela d, wenn sie in die E wachsenenwel und ih en Dik a en de Ve nun einge üh sowie mi den kollek i en E inne ungsdisku sen e bunden we den. Be ei s Sigmund F eud (1908) e gleich in De Dich e und das Phan asie en die Ak ion des Dich e s mi dem kindlichen Spielen. In diesem be inden sich ih e e s en poe ischen Spu en. Das Spielen wi d spä e on den E wachsenen du ch die Phan asie e se z . In de Sch i we den die un e d ück en Wünsche des e wachsenen Menschen da ges ell , die ealisie we den wollen. Nach F eud phan asie nu de unzu iedene Mensch. Im Gegen eil dazu is ü Bachela d die poe ische Imagina ion Ausd uck eines glücklichen Menschen (Bachela d 2020: 43). Die e äum e Kindhei e möglich es ihm, sich mi dem Kosmos und mi de Vo geschich e des eigenen Wesens zu e einigen. In diese imaginie en Kindhei is nach Bachela d de Faden wiede zu inden, de das Subjek den U menschen annähe . De Faden eiß , wenn de Mensch die Schwelle zu E wachsenenwel übe i . Bachela d (1960: 96) bezieh sich au Ka l Philipp Mo i zs An on Reise . Bei Mo i z wi d die Kindhei mi Le he e glichen. Vom Wasse des Flusses des Ve gessens hä en Menschen ge unken, um sich nich im o he igen und zukün igen All zuguns en eine eingesch änk en Pe sönlichkei au zulösen. Bachela d besch eib den kosmischen Kindhei ske n als eine A Limbus. Um dem Gedäch nis au die Sp ünge zu hel en und die psychischen Spu en de Kindhei und somi die Vo geschich e des Wesens wiede zugewinnen, können uns die Dich e hel en. Zwa üh en die geschilde en Bilde des Dich e s nich zu unse e eigenen Ve gangenhei , doch spü en wi , dass diese Bilde in uns e wu zel sind (Bachela d 2020: 29). Hil eiche als die sich wiede holenden und zu Gewohnhei we denden E inne ungen, sind die Ände ungen, die uns die poe ischen Bilde anbie en (Bachela d 1960: 91). Diese geben unse en E inne ungen eine neue Au a (ebd.: 99). Da übe hinaus soll nach Bachela d die Wah nehmung du ch das S aunen e se z we den. Das S aunen übe die wiede gewonnene Ve gangenhei is nö ig, um die We e des Wah genommenen zu e hal en (ebd.: 102). Des Wei e en behaup e e , dass diese e inne e Kindhei einen A che ypus da s ell . In ih we den zudem ande e A che ypen eingespe , die gleichzei ig he o ge u en und wiede beleb we den. Diese besi zen das PhiN-Beihe 29/2022: 129 Po enzial de Imagina ionsen wicklung. Unbeweg und un e ände lich bleiben sie abe in einem Zus and de La enz im Gedäch nis (ebd.: 106 .). Ma ica Bod ožić: Das Gebo ensein aus dem S e nen aum In La poé ique de la ê e ie bezieh sich Bachela d (1960: 90) au eine " iple liason": Imagina ion, E inne ung und Dich kuns sind die Elemen e, die es uns e möglichen, die T äume eien de einsamen Kindhei zu e wecken. In Bezug au diese d ei ache Bindung Bachela ds äuße Bod ožić im ih en Essay Das Auge hin e dem Auge: Wi alle ha en eine Kindhei ohne Uh en, eine Wel , die nich o so ie und ak ibisch bis in alle Einzelhei en e plan wa . So konn e sich ein eigene Blick en wickeln. Niemand ha als Kind Beweise ü das, was e sieh . Unse Blick is on Na u aus on einem E inde geis du chd ungen, de jensei s de e klä ba en Zuo dnungen leb . [...] Nu dich es e sp achliche Konzen a ion e mag uns zielgenau zu jenem inne en O zu gelei en, de zwa schon imme in uns o handen is , abe e s du ch das Bewuss sein de Wo e geweck wi d. (Bod ožić 2015: 7 .) Ähnlich wie Bachela d be ach e Bod ožić die poe ische E scha ung als Mi el, das uns mi eine al en Vo s ellungsk a , die in uns e wu zel is , e binde . Die Sp ache de Dich ung wi d zum Zünds o , an dem de E inne ungsp ozess sich en ach . Die E inne ung e möglich die Annähe ung an die e au en O en de Heima , die im Kindhei ske n als "U sp ungsbassin" (ebd.: 27 .) und Ausgangspunk de Imagina ion angeleg sind. Diese e neu e E kundung de "zei losen" (Bod ožić 2015: 10) Kindhei s äume üh in gleiche Weise zu eine Wiede en deckung unse es "G undblickes" (Bod ožić 2015: 12): "Abe e s im Sch eiben beg i ich, was mein Kinde blick im Be ach en alles eingesammel ha e [...]. Wie eins im Außen ging e nun in de Sp ache nach innen" (ebd.: 10 .). Die medi e ane Flo a und Fauna de dalma inischen Landscha , die sie in den e s en Lebensjah en mi g oßem E s aunen au nimm und die ih e Au me ksamkei wecken, p ägen die Sp ache und we den zu gemeinsamen Topoi in ih e Poe ik: "An angs üh e mich dabei de E lebnis aum de Na u zu Sp ache, die dalma inischen Somme und Win e , meine e s en bewuss e ah enen Jah eszei en [...]" (ebd.: 21). Besonde s in ih en e s en E zählungen wi d die Ve wunde ung des Kindes ode das "Glück des Be ach e s" (ebd.: 10), ü den jede Wah nehmung on diese na u beding en E indungsneigung du chzogen wa , inszenie : Ich e s and beispielsweise nich so o beim Sch eiben meine e s en E zählungen, dass die Geschosse, die meine Augus himmel du chzogen und die gleichsam on allein au s Papie kamen, keine on den Gö e n und mäch igen Engeln de Fa ben geschick en Linien wa en wie ich es na ü lich als Kind gedach ha e, sonde n langweilige Flugzeuge. Ich sch ieb abe übe das E lebnis de weißen Linien wie übe eine Bo scha aus eine ande en Wel , die ich heu e als die de Imagina ion und inne en Handlung besch eiben wü de. (ebd.: 13 .) Die Wah nehmung des Subjek s is ü Bod ožić on de Imagina ion gep äg . Es is wede die äuße e Wel noch die Wi klichkei , die wi be ach en, sonde n die "Du chd ingung ih e Mani es a ionen" (ebd.: 28). Gleiche maßen sind die in unse em Gedäch nis gespeiche en und sedimen ie en E inne ungen nich mi ollkommene Genauigkei wiede zubeleben. Was uns deshalb nu üb ig bleib , is , sie neu zu bilden: 8 "Im Sch eiben mach e ich [...] die E ah ung, dass wi alles 8 Dazu sch eib Bod ožić: "Ich wa nich dabei, ich we de es nie e ah en. [...] Ich bin keine Zei zeugin, es kann sich mi niemals das ganze Bild e mi eln. Abe kann es das jemals? PhiN-Beihe 29/2022: 136 Bibliog aphie Alba h, Maike (2010): "Die Schich ungen de Ge ühle", in: Cice o. [h ps://www.cice o.de/kul u /die-schich ungen-de -ge %C3%BChle/41405, 29.04.2022] Appadu ai, A jun (2013): Fu u e as cul u al ac : essays on he global condi ion. London / New Yo k: Ve so. Assmann, Jan (1992): Das kul u elle Gedäch nis. Sch i , E inne ung und poli ische Iden i ä in ühen Hochkul u en. München: C.H. Beck. Bachela d, Gas on (2020): La poé ique de l'espace. Hg. . Gilles Hie onimus. Pa is: P esses Uni e si ai es de F ance. [1957] Bachela d, Gas on (1960): La poé ique de la ê e ie. Pa is: P esses Uni e si ai es de F ance. Bachela d, Gas on (1943): L'ai e les songes. Essai su l'imagina ion du mou emen . Pa is: José Co i. Bachela d, Gas on (1942): L'eau e les ê es. Essay su l'imagina ion e la ma iè e. Pa is: José Co i. Bachela d, Gas on (1939): Lau éamon . Pa is: Lib ai ie José Co i. Bod ožić, Ma ica (2018): "Die Wah hei kann niemand e b ennen". Übe die Blick ich ung de Liebe bei Mech hild on Magdebu g. München: Wunde ho n. Bod ožić, Ma ica (2016): Das Wasse unse e T äume. München: Luch e hand. Bod ožić, Ma ica (2015): Das Auge hin e dem Auge. Be ach ungen. Salzbu g / Wien: O o Mülle . Bod ožić, Ma ica (2014): Mein weiße F ieden. München: Luch e hand. Bod ožić, Ma ica (2012): Ki schholz und al e Ge ühle. München: Luch e hand. Bod ožić, Ma ica (2011): Qui ens unden. Gedich e. Salzbu g / Wien: O o Mülle . Bod ožić, Ma ica (2010): Das Gedäch nis de Libellen. München: Luch e hand. PhiN-Beihe 29/2022: 137 Bod ožić, Ma ica (2008): "Die Sp achlände des Dazwischen", in: Pö sken, Uwe / Busch, Be nd (Hg.): Eingezogen in die Sp ache, angekommen in de Li e a u . Posi ionen des Sch eibens in unse em Einwande ungsland. Gö ingen: Walls ein, 67–75. Bod ožić, Ma ica (2007a): S e ne e ben, S e ne ä ben. Meine Ankun in Wö e n. F ank u am Main: Suh kamp. Bod ožić, Ma ica (2007b): De Windsammle . E zählungen. F ank u am Main: Suh kamp. Chudak, Hen yk (2012): "Bachela d au endez- ous des poè es", in: Be ange , Ma ie-Paule / Boucha enc, My iam (Hg.): Â la encon e. A ini és e coups de oud e. Hommage à Claude Le oy. Nan e e: Re ues Uni e si ai es de Pa is Nan e e, 405–417. Dünne, Jö g (2011): Ka og aphische Imagina ion. E inne n, E zählen und Fingie en in de F ühen Neuzei . München: Wilhelm Fink. Fo ou an, Naika (2018): "Die pos mig an ische Pe spek i e: Aushandlungsp ozesse in plu alen Gesellscha en", in: Hill, Ma c / Yildiz, E ol (Hg.): Pos mig an ische Visionen. E ah ungen – Ideen – Re lexionen. Biele eld: ansc ip , 15–27. F eud, Sigmund (2010): "De Dich e und das Phan asie en". Sch i en zu Kuns und Kul u . Hg. . Oli e Jah aus. S u ga : Reclam. [1908] F eud, Sigmund (1900): Die T aumdeu ung. Leipzig / Wien: F anz Deu icke. Halbwachs, Mau ice (1994): Les cad es sociaux de la mémoi e. Pa is: Albin Michel. [1925] Halbwachs, Mau ice (1950): La memoi e collec i e. Pa is: P esses Uni e si ai es de F ance. Kazmie czak, Madlen (2012): "Na ion als Iden i ä ska e? Zu li e a ischen Auseinande se zung mi 'Na ion' und 'Geschich e' bei Ma ica Bod ožić und Melinda Nadj Abonji", in: Ge manica 51, 21–33. Puelles Rome o, Luis (1998): "La enomenología de la imaginación poé ica", in: Con as es. Re is a In e nacional de Filoso ía 3, 335–343. Rădulescu, Raluca (2012): "Hyb ide Iden i ä en zwischen Wo landscha en. Ma ica Bod ožićs P osaband S e ne e ben, S e ne ä ben", in: Ge manica 51, 63–74. PhiN-Beihe 29/2022: 138 Rakusa, Ilma (2009): Meh Mee . E inne ungspassagen. G az: D oschl. Ricœu , Paul (1975): La mé apho e i e. Pa is: Seuil. Römhild, Regina (2018): "Kon i iali ä – Momen e on Pos -O he ness", in: Hill, Ma c / Yildiz, E ol (Hg.): Pos mig an ische Visionen. E ah ungen – Ideen – Re lexionen. Biele eld: ansc ip , 63–71. Sa e, Jean Paul (1981): L'imagina ion. Pa is: P esses Uni e si ai es de F ance. [1936] Wicha d, No be (2011): "Inselpe spek i en on his o ischem Boden. Ma ica Bod ožić' E zählband 'De Windsammle '", in: Zag ebe ge manis iche Bei äge 20, 103–114. Winkle , Dagma (2008): "Ma ica Bod ožić sch eib an die 'He zmi e de gelben alle Fa ben'", in: Bü ge -Ko is, Michaela (Hg.): Eine Sp ache – iele Ho izon e... Die Os e wei e ung de deu schsp achigen Li e a u . Po ä s eine neuen eu opäischen Gene a ion. Wien: P aesens, 107–119. Ya es, F ances A. (1984): The A o Memo y. London / Melbou ne / Henley: ARK Pape backs. [1966] Yildiz, E ol (2018): "Vom me hodologischen Na ionalismus zu pos mig an ischen Visionen", in: Hill, Ma c / Yildiz, E ol (Hg.): Pos mig an ische Visionen. E ah ungen – Ideen – Re lexionen. Biele eld: ansc ip , 43–61.