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Tomáš Hlobil: Geschmacksbildung im Nationalinteresse II. Der Abschluss der frühen Prager Universitätsästhetik im mitteleuropäischen Kulturraum 1805–1848. Hannover: Wehrhahn, 2018

Abstract

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Tomáš Hlobil: Geschmacksbildung im Nationalinteresse II. Der Abschluss der frühen Prager Universitätsästhetik im mitteleuropäischen Kulturraum 1805–1848. Hannover: Wehrhahn, 2018

Author: Stašková, Alice
Publisher: Univerzita Karlova, Filozofická fakulta,Praha
Year: 2021
Source: https://dspace.cuni.cz/bitstream/20.500.11956/152484/1/Alice_Staskova_139-144.pdf
Tomáš Hlobil: Geschmacksbildung im Na ionalin e esseII.
De Abschluss de ühen P age Uni e si ä säs he ik im
mi eleu opäischen Kul u aum 1805–1848. Aus dem Tschechischen
übe se z on Jü gen Os meye (= Bochume Quellen und
Fo schungen zum 18. Jah hunde . H sg. . Ca s en Zelle, Bd. 8).
Hanno e : Weh hahn, 2018, 430 Sei en und 4 Abbildungen.
Alice S aško á– F ied ich ‑Schille ‑Uni e si ä Jena
Es wä e eine ungebüh liche Un e eibung, wenn man behaup e e, die S udie on
Tomáš Hlobil e ülle ein Deside a de Fo schung. Un e ich e das Buch doch nich
nu übe bishe wenig, pa iell ode ga une o sch e Da en und Fak en zu Äs he ik
als Un e ich s ach an de P age Uni e si ä bis 1848. Vielmeh wa e es mi kom‑
plexen In e p e a ionen on eigens e g ünde en Quellen au , die übe die egionale
Pe spek i e maßgeblich hinausgehen und be ich ig olglich auch iele Annahmen
und E gebnisse de bishe igen Un e suchungen au diesem Gebie . Und es inspi ie
zu wei e en Fo schungen in den Be eichen de Kul u geschich e, Beg i sgeschich e,
Wissensgeschich e und Uni e si ä sgeschich e sowie inne halb de Fachgeschich e
on Äs he ik bzw. Philosophie.
De Un e i el des Buches, De Abschluss de ühen P age Uni e si ä säs he ik im
mi eleu opäischen Kul u aum 1805–1848, is bewuss doppeldeu ig. E e weis zum
Einen da au , dass es sich um einen zwei en, his o isch wie sys ema isch abschlie‑
ßenden Teil eine zweibändigen Monog aphie handel , de en o angehende Band
die e s e de beiden Phasen eine En al ung de Äs he ik an de Uni e si ä P ag und
mi hin auch in Ös e eich behandel (Tomáš Hlobil: Geschmacksbildung im Na ional‑
in e esse. Die An änge de P age Uni e si ä säs he ik im mi eleu opäischen Kul u aum
1763–1805. Hanno e 2012). Denn in P ag wu de mi de E nennung on Ca l Hein ich
Seib (1735–1806) zum P o esso ü schöne Wissenscha en du ch Ma ia The esia im
Jah e 1763 de e s e ös e eichische Leh s uhl ü Äs he ik e ich e .
Be ei s im e s en Band wi d auch die Wahl des Gesam i els de beiden Büche e ‑
läu e : Bei de g i igen Fo mel „Geschmacksbildung im Na ionalin e esse“ handel
es sich um ein abgewandel es Zi a des ös e eichischen Uni e si ä s e o ma o s
Go ied an Swie en (1733–1803), de die Bildung des Geschmacks zum „Na ional‑
in e esse“ e klä e (Hlobil 2012: 12). De Ti el de beiden Bände e weis au meh e e
Bedeu ungen, die mi de Ein üh ung de Äs he ik als Un e ich s ach an Leh an‑
s al en in Ös e eich sei de zwei en Häl e des 18. Jah hunde s einhe gehen. Die
Ins i u ionalisie ung de Äs he ik e olg e, wie da geleg wi d, im zen alisie en
Ös e eich au Di ek i e und somi als aison d’é a . Dies mag au den e s en Blick
übe aschen ode ga , im Ve gleich zu ande en deu schen Gegenden und S aa s o ‑
ma ionen, e was olklo is isch anmu en– womöglich als eine sonde ba e Blü e eines
spezi isch ös e eichischen am lichen Zug i s au ein schwe g ei ba es Gebie . En ‑
zieh sich dieses doch, da es um F agen des Schönen, de Kuns und des Geschmacks
geh , p inzipiell eine Ins umen alisie ung zu S aa szwecken. Diese Au assung
könn e man besonde s als Konsequenz des Siegeszugs eine deu schen Au onomie‑
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‑Äs he ik sei Ka l Philipp Mo i z, Immanuel Kan s K i ik de U eilsk a sowie den
en sp echenden Theo emen e wa on F ied ich Schille e e en.
Bei genaue em Hinsehen jedoch, und zwa ge ade mi Blick au Bes immungen des
Schönen, des Geschmacks und de diesbezüglichen Disziplin de Äs he ik, so wie sie
sich gesam eu opäisch in einem egen Dialog en al e en und wandel en, e schein
die En scheidung eines mi eleu opäischen He sche hauses, die Geschmacksbildung
disziplinä und ins i u ionell im In e esse des S aa es zu ö de n, als du chaus kon‑
sequen . Lös sie doch au eine besonde s adikale Weise diejenigen au klä e ischen
Tendenzen im 18. Jah hunde ein, die ge ade da au poch en, eine „äs he ische E zie‑
hung“ sei ü die iedliche En wicklung eine geo dne en Gemeinscha on zu iede‑
nen Bü ge n unen beh lich. So wende sich e wa F ied ich Schille in seinen B ie en
Übe die äs he ische E ziehung des Menschen on 1795 an einen He zog und Fü s en, um
ihn on de Unabdingba kei de E ziehung zu und du ch Kuns zu übe zeugen und
ihn en sp echend au eine Fö de ung diese E ziehung zu e p lich en. Schille s
Beg ündung dü e einen Mona chen du chaus zu einem solchen Sch i e bewegen:
Die äs he ische E ziehung s elle, so Schille s Au assung, o dem Hin e g und de
on F ank eich ausgelös en Umwälzungen, die einzige Al e na i e zu gewal samen
Lösung du ch eine Re olu ion da , die ein jegliches égime zu einem ancien machen
wü de. Ans a sich also au unbeg ünde es G übeln übe (unheilige) Allianzen on
E hik und Äs he ik, Kuns und S aa einzulassen, gil es– und das belegen die beiden
so um ang eichen wie minu iösen S udien on Hlobil– die a sächliche P axis des
s aa lich e o dne en Äs he ikun e ich s genau zu sich en und zu ekons uie en
und somi o eilige U eile übe poli ische Ins umen alisie ungen de Kuns zu
e meiden. Auch diesem Zweck eine medicina men is dienen die p äsen ie en Fo ‑
schungen au eine p oduk i e Weise.
De e wähn e Un e i el des Bandes e weis zum ande en au die Ta sache, dass
1848 die e s e Phase eine Fachgeschich e de Äs he ik an de P age Uni e si ä
ih en Abschluss inde . In diesem Jah wu de au g und eine Uni e si ä s e o m die
p opädeu ische Bes immung de philosophischen S udien sowie auch de Äs he ik
und Al philologie au gehoben, so dass sich diese Fäche zu ausdi e enzie en Fo ‑
schungsdisziplinen en wickeln konn en. Die Äs he ik in P ag und in Ös e eich in
dem abges eck en Zei aum 1763–1805 (e s e Band) bzw. 1805–1848 (zwei e Band)
is den Deba en des 18. Jah hunde s e p lich e . Die mi dem 2. Band behandel e
Epoche un e scheide sich kon ex uell on de e s en un e ande em dadu ch, dass
die P age deu schsp achige Uni e si ä säs he ik dieses Zei aums dann auch die
nach olgenden schechischsp achigen Konzep e au dem Gebie de Poe ik und Äs‑
he ik zu p ägen e moch e.
De nun o geleg e Band eil sich– ähnlich wie sein Vo gänge – in zwei g oße
Abschni e. Im e s en we den Dokumen e p äsen ie und ausgewe e , die den S el‑
lenwe de akademischen Äs he ik in Ös e eich im Ve gleich zu P axis an auße ‑
ös e eichischen deu schsp achigen Leh ans al en on e gleichba em cu icula em
Zuschni bes immen. Abges eck und un e gliede wi d die an isie e Epoche du ch
den „Philosophischen S udienplan“, e lassen du ch die Ho kanzlei im Jah e 1805, bzw.
den „Neuen Leh plan de philosophischen S udien“ on 1824. Au die Un e suchung
de S udienpläne des Wiene Ho s und de Vo lesungs e zeichnisse an Leh ans al‑
en in Wien, P ag, Lembe g, G az, Innsb uck und Olmü z olg eine Sich ung de
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auße ös e eichischen Uni e si ä en F eibu g, Wü zbu g, Halle und Leipzig. Diese
Ka og aphie e möglich einen zu e lässigen Ve gleich de no ma i en Vo gaben
und de en Umse zung zwischen ös e eichischen und nich ös e eichischen Uni‑
e si ä en und Lyzeen sowie in ka holisch und p o es an isch gep äg en Lände n. Die
da geleg e pe sonelle Si ua ion, die S a egien bei de Bese zung de Dozen ens ellen,
die p äsen ie en Vo lesungsun e lagen sowie die jeweilige Ve o ung de Äs he ik im
Rahmen de Cu icula e geben dabei ein di e enzie es Bild, das pauschale Cha ak‑
e is ika und eindimensionale E klä ungen auße K a se z und jeglichen Ve such
eine eleologisch ausge ich e en Geschich ssch eibung als unangemessen abweis .
Die zwei e Häl e des Bandes gil den Vo lesungen de d ei P age Äs he ik‑
P o esso en Joseph Geo g Meine (de in den Jah en 1805–1811 Äs he ik leh e),
Johann Hein ich Dambeck (Leh e om 1812–1820) und An on Mülle (Leh e on
1822–1844). E gänz wi d diese Teil du ch eine S udie zu Rezep ion de b i ischen
Äs he ik an de P age Uni e si ä zwischen 1763 und 1848, die den Fokus in eine
dem Gegens and angemessenen Weise on de deu schsp achigen Äs he ik auch
au die dialogische Si ua ion im gesam en geleh en Eu opa e leg . Die au die
beiden g oßen Blöcke olgende Zusammen assung wa e mi eine syn he ischen
Da s ellung de E gebnisse des o liegenden Bandes und auch eine p ägnan en
Cha ak e is ik de Posi ion de P age inne halb de ös e eichischen Äs he ik im
on beiden Bänden abges eck en Zei aum au . Diese beiden Schlusskapi el sind
(ähnlich wie im e s en Band) nich zule z angesich s de uneinholba en Fo schungs‑
a bei ein wah es Kuns s ück; geling es hie doch dem Ve asse , die E gebnisse
seine minu iösen E kundungen au elegan e Weise auch in ih e übe g ei enden
Bedeu ung he auszus ellen.
Auch im zwei en Teil des Buches gib es eine Fes legung au – hie d ei– Pe sön‑
lichkei en (analog zum e s en Band, wo die Konzep ionen on Ca l Gus a Seib , de
als P o esso de schönen Wissenscha en und Mo al 1763–1785 leh e, sowie on
Augus Go lieb Meißne , de on 1785 bis 1804 P o esso de Äs he ik und de klas‑
sischen Li e a u wa , da ges ell we den). Dies läss au den e s en Blick an eine
implizi e Hie a chisie ung denken, die an bedeu enden Figu en o ien ie is . Das is
hie jedoch nich de Fall, sonde n es häng mi den Spezi ika de ös e eichischen
Si ua ion zusammen, die übe haup den Ke n diese Fo schungsa bei bilden. Zu
den wich igen Cha ak e is iken de zen alis ischen ös e eichischen Uni e si ä s‑
poli ik, und mi hin auch de S a egie im Rahmen de Äs he ik ‑Leh e, gehö die
be ei s e wähn e Ta sache, dass de Un e ich , zunächs auch als P lich ach, au
Di ek i en basie . Hie mi häng zusammen, dass de Un e ich au allgemeine
Äs he ik konzen ie bleib und demen sp echend de Allgemeinbildung dien :
Al e na i e Angebo e in Fo m on Pa allel e ans al ungen gib es hie im Gegensa z
zu auße ös e eichischen Uni e si ä en nich und das Fach wi d ausschließlich on
einem Dozen en e e en. Fe ne is ü die ös e eichischen Vo gaben die Bindung
an s aa lich o gesch iebene Leh büche spezi isch; sei de En al ung de Äs he ik
in Ös e eich in de josephinischen Zei is Johann Joachim Eschenbu gs En wu
eine Theo ie und Li e a u de schönen Wissenscha en e bindlich, spä e komm Aloys
Sch eibe s Leh buch de Aes he ik (in Olmü z benu z ) hinzu, sodann abe auch F anz
Ficke s Aes he ik ode Leh e om Schönen und on de Kuns in ih em ganzen Um ange
(1830 und 1840). Die am liche Ein üh ung des zule z genann en Wiene Äs he ike s
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ma kie eine endgül ige Ve selbs ändigung de ös e eichischen Äs he ik, die sich
somi on den auße ös e eichischen Vo lagen ablös (S. 169).
De Ve gleich de Dokumen e im e s en Teil des Bandes bilde eine du chaus kom‑
plexe Si ua ion ab. Zwa e schein die S ellung de Äs he ik in Ös e eich als s abil
und ge adezu p i ilegie , die Bindung an eine einzige Dozen u bedeu e jedoch eine
Einsch änkung. Wich ig is e ne die sys ema ische Ve o ung de Äs he ik, die sich
be ei s in de Ta sache andeu e , dass de om deu schen Idealismus mi gep äg e Be‑
g i „Philosophie de Kuns “ nich benu z wu de; die Äs he ik in Ös e eich wu de
on de Philosophie ge enn und an klassische Philologie gebunden (S. 170). Denn
die Disziplin wi d als „K önung de E kenn nis des an iken Kul u e bes“ (S. 170) im
Sinne de In en ionen des Wiene Ho es au ge ass . Dies alles gib de ös e eichischen
Äs he ik ein eigenes Gep äge.
Im zwei en, den d ei P o esso en gewidme en Teil de S udie kommen die beson‑
de en Vo züge de Fo schungen on Tomáš Hlobil dann ollends zu Gel ung. Diese
g ünden da au , dass e sich mi gu en G ünden übe die E assung de Vo gaben
hinaus ü die Un e suchung de Un e ich sp axis en schlossen ha . We sich je in
A chi e begeben ha , um edlich zu e ah en, was in e gangenen Zei en a sächlich
un e ich e wu de, de wi d das eno me Ausmaß an A bei und die Geleh samkei
des Ve asse s mi g öß em Respek und dankba beg üßen. Die E gebnisse seine
E kundungen sind e wa ungsgemäß on ausschlaggebende Bedeu ung, wenn es
da um geh , die En al ung de Äs he ik im ös e eichischen Raum zu e messen und
dann auch übe ih en E olg und ih e Folgen ü die Geschich e des Faches im Lande
zu e lek ie en. Au eine philologische Sich ung und Besch eibung de Quellen (zu
denen auch Mi sch i en de S uden en zählen) olg jeweils eine Da legung de In‑
hal e, wobei je nach Fo schungssi ua ion und Gegens and, in de Analyse und In e ‑
p e a ion de Quellen hema ische Schwe punk e gese z we den. De Akzen au de
P axis zei ig wich ige E gebnisse: Die P axis wa iel komplexe , iel äl ige und
he e ogene , als es die Sich ung on Regie ungs e o dnungen, S udienplänen und
Ve zeichnissen naheleg . So zeig sich, um nu ein Beispiel zu nennen, dass Meine ,
Dambeck und Mülle ga nich nach Eschenbu g un e ich e haben.
Die Disk epanz zwischen am lichen Ve o dnungen eine sei s und de on Hlobil
ekons uie en P axis ande e sei s is im Einzelnen so übe aschend wie im Gan‑
zen übe zeugend. So lesen sich e wa die Aus üh ungen zu Meine s sub e si en
S a egien au dem Ka hede wie eine Kolpo age (S. 183 .). Den Schwe punk des
Meine gewidme en Kapi els bilde die F age nach dessen Nähe zu Au assungen
des deu schen Idealismus, insbesonde e de Schille schen P ägung. Hlobil e gleich
hie Meine s An i s o lesung (1806) zunächs mi de jenigen Schille s (1789) und
konzen ie sich au den Beg i „B o wissenscha “ bzw. „B o s udium“. Dies bie e
E hellendes: In Ös e eich is diese Beg i im Gegensa z zu Deu schland g und‑
sä zlich posi i konno ie , und die P o essions äche (Theologie, Ju a und Medizin)
beansp uchen in p agma ische Hinsich ein P ima . Die O ien ie ung Meine s an
Schille s Konzep ion, die ja ge ade ein Ang i au ein p agma isches Ve s ändnis
des S udiums da s ell , un e scheide ihn alle dings auch on seinen Vo gänge n
Seib und Meißne und on de en he o isch bzw. psychologisch undie e Wi ‑
kungsäs he ik. Wenn schließlich ü Meine die Kuns als „Mi le in zweie Wel en
den ganzen Menschen e g ei en, und, indem sie He z und Phan asie, Ve s and und
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Ve nun zu ha monische Thä igkei an eg , du ch das schöne Gleichmaß de K ä e
beglücken […]“ solle (S. 189), dann denk man soga übe die on Hlobil ange üh en
Quellen hinaus auch an analoge Fo mulie ungen in Schille s Sch i Übe Anmu
und Wü de ( e ö en lich in Schille s Zei sch i Neue Thalia 1793): Do is on de
Schönhei als „Bü ge in zwoe Wel en“ die Rede, de sinnlichen und de geis igen,
und mi hin om Geschmack, de „zwischen Geis und Sinnlichkei in die Mi e i
und diese beyden, einande e schmähenden Na u en, zu eine glücklichen Ein ach
e binde “. Die Philosophie des ‚ganzen Menschen‘ (De ganze Mensch. An h opologie
und Li e a u im 18. Jah hunde . H sg. on Hans Jü gen Schings. S u ga , Weima
1994) nimm in Meine s An i s o lesung au schlaue Weise die s aa liche Di ek i e
ge adezu sub e si ü die Sache eine ganzhei lichen En al ung des Indi iduums
in Ansp uch.
Mi solchen Funden, Analysen und In e p e a ionen wa e die Monog aphie
on Tomáš Hlobil au jede Sei e au ; in den Dambeck gewidme en Kapi eln wi d de
bishe igen Annahme begegne , dass sich dessen Konzep ion in de Nach olge on
Kan s anszenden ale Philosophie und Äs he ik e o en läss . Hlobil zieh auße
de bishe als einschlägig e ach e en D uck e sion on Dambecks Vo lesungen übe
Äs he ik I–II, he ausgegeben du ch Joseph Adolph Hanslick in den Jah en 1822‑1823,
de en handsch i liche Fassung on 1819 he an (S. 235 .). Es geling ihm, un e ande‑
em du ch eine sou e äne Gegenübe s ellung de Au assungen Kan s in de K i ik de
U eilsk a und Dambecks Aus üh ungen, zu beweisen, dass sich Dambeck nich in
de Kan ‑Nach olge si uie (S. 224 .), sonde n ielmeh mi seine an h opologisch
undie en Äs he ik die empi ische emo ionalis ische Tendenz de P age Äs he ik‑
T adi ion o se z (S. 251). Ein wei e es A gumen bie e die Fes s ellung, dass sich
Dambeck an den Konzep en on Hein ich Zschokke und seinem Leh buch Ideen zu
Psychologischen Aes he ik (1793) o ien ie (S. 199, insb. 237), de bekann lich on eine
empi isch o ien ie en psychologischen Posi ion aus zu den K i ike n on Kan s
anszenden ale Me hodik gehö e. Bek ä ig wi d diese In e p e a ion du ch die
Ta sache, dass Dambeck e ne un e ande en auch Impulsen des (im auße ös e ei‑
chischen Milieu besonde s e olg eichen) F ied ich Bou e wek sowie e wa denjenigen
on Ka l Hein ich Heyden eich olg e.
Das Kapi el zu An on Mülle se z zwei wei e e Akzen e; und auch diese agen
dazu bei, dass die mik ologische E kundung des P ag ‑ös e eichischen Äs he ik‑
Un e ich s übe egionale Rele anz besi z . De e s e Schwe punk wi d au Mülle s
Konzep ion des In e essan en geleg . Die In e p e a ion de Quellen ko igie einige
Einschä zungen zum S ellenwe diese Ka ego ie in de Äs he ik um 1800. Diese mes‑
sen den E kundungen des „In e essan en“ o eine nu zei weilen Bedeu ung zu, was
du ch die Un e suchungen zu wi kmäch igen Figu Mülle s (de sich auch als Kuns ‑
k i ike he o a , gl. die Anme kung au S. 279) ad ac a geleg wi d. Zuweilen abe
endie die zumal auße ös e eichisch o ien ie e Fo schung übe den Beg i des
„In e essan en“ auch dazu, das In e esse am In e essan en um 1800 zu einem Signum
de Mode ne zu e klä en. Das P o il des Theo e ike s des „In e essan en“ Mülle , de
ein „inb üns ige Ka holik“ (S. 331) wa , wide leg die le z genann e Annahme als eine
A Wunsch o s ellung. Übe dies g undie seine D amen heo ie, die den zwei en
Schwe punk des ihm gewidme en Kapi els bilde , ähnlich wie auch seine Äs he ik
insgesam au si lich ‑ eligiösen P inzipien und „ch is lichen Mo alaxiomen“ (S. 331).

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Diese wenigen Schlaglich e dü en andeu en, dass die beiden o liegenden Bände
ü iele his o ischen Fo schungsgebie e on e heblichem In e esse sind. Im e s en
Band seine Un e suchungen o mulie de Ve asse in sympa hisch nüch e ne
Weise eine me hodische F age: Wie sch eib man übe egionale Au o en, die zudem
im Rahmen de gesam en Geschich e des Faches eine zwei en Reihe zuzuo dnen sind,
weil sie die Diskussion nich du ch eigens ändige Konzep ionen be eiche haben,
um dami ein g öße es Fachpublikum zu in e essie en? (Hlobil 2012: 15) Die beiden
Bände on Hlobils Fo schungen lie e n au diese F age eine kla e und, ein ach ge‑
sag , pe o ma i e An wo – man sch eib es genau au diese Weise. Die o geleg en
Funde sowie de en Analysen und In e p e a ionen be ö de n die E o schung zu
Äs he ik und Philosophie im langen 18. Jah hunde o dem Hin e g und de Au ‑
klä ung– als Idee und Epoche zugleich. Diese Fo schung is bislang du ch E gebnisse
zu En wicklungen in g öß en eils p o es an ischen auße ös e eichischen Lände n
gep äg wo den. Sie endie en bis heu e– wiewohl inzwischen nich ausschließlich–
dazu, eine „g oße E zählung“ zu lie e n ( gl. un e en sp echende Be u ung au den
Beg i Lyo a ds, Hlobil 2012: 15). Das Pano ama de o liegenden E gebnisse zeig
zwa womöglich eine Einhei in de Mannig al igkei , denn bis 1848 is ü die P age
Leh e die „emo ionalis ische Ge ühlsäs he ik“ (S. 251) cha ak e is isch– on Seib s
he o isch undie em Rüh ungskonzep übe Meißne s emp indsame T ans o ma‑
ionen und Dambecks an h opologisch ‑psychologische Konzep e bis hin zu Mülle s
Ak ualisie ung de Allianz on p odesse im Sinne de si lichen Ve ollkommnung
ia delec a e, und un e Inklusion de idealis isch in e essie en Posi ionen Meine s.
Au eine eu opäischen Landka e, die sich au his o ische E kundungen on äs‑
he ischen Ka ego ien okussie , komm jedoch mi den beiden Monog aphien on
Hlobil ein Gebie zum Vo schein, das die gesam e Gewich ung maßgeblich e ände n
dü e. Im Ve zich au die „g oße E zählung“ lieg die Bedingung ü einen g oßen
E kenn nisgewinn.
Die o geleg en S udien e kunden somi nich nu die Si ua ion in Ös e eich und
P ag selbs , sonde n sie be ö de n auch das Wissen um die Komplexi ä sowie die
Po en iale de nich ‑ös e eichischen deu schen Äs he ik‑ und Philosophie e lexion.
Die Belieb hei des– s aa lich e o dne en, eglemen ie en und o iziell no mie ‑
en– Faches Äs he ik, das alle dings, wie die S udie nachd ücklich zeig , on den
Dozen en so indi iduell wie unabhängig e mi el wu de, zei ig e auch Folgen ü
die En al ung äs he ische Re lexionen und Konzep e im Rahmen de schechisch‑
sp achigen Theo ie und P axis des 19. Jah hunde s. Dies deu e de Ve asse zum
Schluss de S udie an; de en E gebnisse e weisen, wie e ag eich die Beschä igung
mi de P age deu schen Uni e si ä säs he ik auch ü die bohemis ische Uni e si‑
ä s‑, Äs he ik‑ und Kul u geschich e sein kann.