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Reineckes Erbe. Die absolute Chronologie der Frühbronzezeit Mährens – ein Diskussionsansatz

Abstract

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Reineckes Erbe. Die absolute Chronologie der Frühbronzezeit Mährens – ein Diskussionsansatz

Author: Peška, Jaroslav
Publisher: Univerzita Karlova, Filozofická fakulta,Praha
Year: 2019
Source: https://dspace.cuni.cz/bitstream/20.500.11956/123051/1/Jaroslav_Peska_97-115.pdf
STUDIA HERCYNIA XXIII/2, 97–115
Reineckes E be. Die absolu e Ch onologie
de F ühb onzezei Mäh ens– ein Diskussionsansa z
Ja osla Peška
ABSTRACT
This pape on he absolu e ch onology o he Ea ly B onze Age in Cen al Eu ope is based on he a ailable
da es ha ha e o be c i ically examined, wi h all he isks and limi a ions a ising om hei acquisi ion and
e alua ion. The di e en beginning o he Ea ly B onze Age in he Ca pa hian Basin (excep o Slo akia)
and in he Balkans does no ind suppo ei he a he social, economic o supe ‑s uc u al le el, o in he
new inds o in ‑b onze a e ac s. The a emp s o c ea e a ine absolu e ch onology based on g a es wi h
a ious ypes o pins a e en a i e and poin o he limi a ions o p esen ‑day da ing me hods.
KEYWORDS
Absolu e ch onology; Ea ly B onze Age; Cen al Eu ope; pins; p incely g a es.
Fü das Ende des Äneoli hikums und den An ang de B onzezei e ügen wi heu e in Mi ‑
eleu opa übe hunde e bis ausende on absolu ch onologischen Da en, welche übe die
einzelnen Regionen öllig un egelmäßig e eil sind. In nahezu jede neuen S udie ode
jedem neuen Bei ag zu diesem Thema e scheinen dabei Se ien on neuen Da en und ih e
In e p e a ion. Sie s ammen aus e schiedenen Labo s in Eu opa und ande en Kon inen en,
wu den mi els Massenspek ome ie (AMS ‑Me hode) gewonnen und (mi Ausnahme de
übe nommenen Publika ionen) mi dem P og amm OxCal Ve s. 4.3.2 kalib ie . Nich alle
E gebnisse de absolu en Labo messungen s ellen den A chäologen zu ieden: o en sp ich
das E gebnis nich dem a chäologischen Kon ex , bzw. de adi ionellen ode unse e eige‑
nen Vo s ellung da on. Von den an allenden immensen Kos en und des Au wands läss sich
de A chäologe dann jedoch e üh en und äum bei Uns immigkei en in de In e p e a i‑
on unkla ode a ypisch e scheinende Fundums ände de e hal enen absolu en Da ie ung
gegenübe ande en Möglichkei en einen höhe en S ellenwe ein. Das kann die sog. lange
Ch onologie sein, in de z.B. auch e einzel e, deu lich jünge e Da en in die Gesam sequenz
des Bes ehens einzelne Kul u en einbezogen we den. Dadu ch wi d die „Lebensdaue “ diese
Kul u en jedoch un e häl nismäßig ausgedehn ( gl. Mülle 1999a; 1999b; Fu hol 2003;
s. Peška 2009, 247–250; Peška 2010).
METHODIK UND PROBLEME
In diesem Momen nehmen wi bewuss keine me hodische Rücksich au einige Risiken und
Einsch änkungen, bzw. Hil smi el de absolu en Da ie ung, wie wiggle ma ching, ese oi
e ec , suess e ec , HBCO co ec ion, Pla eau de Kalib ie ungsku e usw., obwohl es au de
Hand lieg , dass sie im Allgemeinen die Rich igkei de Da en sowie de en In e p e a ion
s a k beein lussen können. Im Fall eine komple en Ve ö en lichung de gemessenen Da en
is es e o de lich, nich nu säm liche Angaben zu den P oben (Kollagen, δ
13
C, δ
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N, C/N),
sonde n auch den a chäologischen Kon ex einschließlich des Fundma e ials und (in kom‑
plizie e en Fällen) eine ku zen Besch eibung de Fundsi ua ion zu e ö en lichen. Fü die
98 STUDIA HERCYNIA XXIII/2
An o de ungen de allgemeine en Übe sich en de P oblema ik sind jedoch e däch ige ode
öllig unpassende (und o ensich lich ehle ha e) Da en on den wei e en Übe legungen
auszuschließen. Die Beispiele ü neubewe e e (neu gemessene) Da en (Singen) ode eine
be äch liche S euung de Da en on nu einem Kon ex (T ořih áz H 2/91) lassen au die
Quali ä des Mess e ah ens schließen, denn es liegen genug Beispiele o , bei denen ein
und de selbe Kon ex (iden ische Typ de P oben) wesen lich un e schiedlich da ie is
(Peška 2012, Abb. 8). Bei de Auswe ung de absolu en Da en is nich alleine die Quali ä de
gemessenen P obe (s anda dmäßige/auße o den liche We e de obengenann en Elemen e,
Höhe de S anda dabweichung) ausschlaggebend, sonde n es is da au zu ach en, dass die
absolu en Da en nich isolie be ach e we den, sonde n auch Fundsi ua ion, S a ig aphie,
Un e seh hei und Geschlossenhei des a chäologischen Kon ex s, Typologie usw. be ück‑
sich ig sind.
Wi sind uns bewuss , dass einzelne P oben einen „langen Weg“ on ih e En nahme o
O (ode im Labo ) bis zum Messe gebnis zu ücklegen müssen, au dem sie ielen Einsch än‑
kungen und Risiken ausgese z sind. Am häu igs en sind die olgenden:
1. P oben– De e mina ion du ch die Auswahl (langlebige s. ku zlebige P oben) und Zu‑
gänglichkei (ungenügend geeigne es Da ie ungsma e ial bei den ch onologisch emp ind‑
lichen Fundsä zen und umgekeh ), Quali ä de P obe, Manipula ion, Kon aminie ung
(Redeponie ung des Ma e ials, Bio u ba ion).
2. Bedingungen de Deponie ung im Boden – Bodenchemismus, mobile o ganische Moleküle,
du ch Mik oo ganismen e u sach e me abolische P ozesse, du ch G undwasse gelös e
Kalks ein.
3. Labo – Fehle und Abweichungen bei de Messung, nied ige ( o zdem messba e ode
gemessene ) Kollagengehal ; Absenz eine allgemein akzep ie en Un e g enze ü den
noch messba en P ozen an eil des Kollagens; Ve wechslung de P oben, Tipp ehle in
den Angaben (duplizie e nume ische Codes des Labo s, alsche We des Da ums ode
de Abweichung) usw.
4. Als nü zlich e weis sich die Gewinnung eine kleine en ode g öße en Se ie on absolu en
Da en aus demselben Kon ex ans elle einzelne e s eu e Da en.
5. Auswe ung und Publika ion– k i ische Ansa z, Ausschließen on e däch igen und
ehle ha en Da en, unk i ische Übe nahme alle Da en– sog. lange Ch onologie, Ve ö ‑
en lichung alle Messangaben (Kollagen, δ13C, δ15N, C/N), Anwendung alle e ügba en
Hil smi el ü die Auswe ung, zumindes o läu ige Ve ö en lichung de Da en zusam‑
men mi Fundzusammenhängen.
6. Wei e e P obleme– gelegen liche Uns immigkei zwischen a chäologischem Zusammen‑
hang und absolu em Da um (Gó ski– Kad ow 2001); Eine O ien ie ung nu au einen
einzigen Typ on A e ak en (z.B. Nadeln) kann ech eigennü zlich sein, zu be ücksich‑
igen is u.a. die S a ig aphie ode Typoch onologie de üb igen Beigaben.
7. Da ie ung de Kul u en– in Wi klichkei besi zen wi aus keine de un e such en Kul‑
u o ma ionen eine aus eichende Menge an hochwe igen Se ien absolu e Da en ü
alle En wicklungse appen, die ü eine objek i e Beu eilung und Auswe ung de ganzen
Einhei en e o de lich wä e; in olge dessen komm es zu Ve ze ungen, wenn die Da en
aus nu eine bes imm en S u e/Phase/Ho izon ü die eine ode ande e ganze Kul u
als allgemeingül ig p äsen ie we den.
8. Un e schiedliche Messe gebnisse aus einzelnen Labo s; g oße S euung de Da en aus
einem Fundsa z usw. (siehe oben); ehle ha e kul u elle Eino dnung.
99JAROSLAV PEŠKA
DIE ANFÄNGE DER BRONZEZEIT IN MITTELEUROPA UND IM KARPATENBECKEN
De An ang de F ühb onzezei wi d in e schiedenen Regionen Eu opas un e schiedlich da‑
ie , wobei man meis ens on adi ionalis isch ‑ e minologisch ‑ch onologischen Konzep en,
Sys emen ode Schemen ausgeh . Fü Mi eleu opa wi d zumeis Paul Reineckes Sys em mi
einem s abilisie en An ang de FBZ um 2200–2100 BC (Heyd 2013) e wende . Im Geis e de
d ei u sp ünglichen Konzep e ü den Beginn de B onzezei in Rumänien se z die neues e
unga ische Fachli e a u den An ang diese Epoche im Ka pa enbecken in die Jah e 2800 bzw.
2600/2500 BC, im Rahmen eine Übe gangspe iode, die als LCA/EBA1 2800/2700–2600/2500
BC (Kulscá – Sze e ényi 2013; Ho á he al. 2013) und 2800–2500 BC (Danie al. 2016) ode
als EBA1 2900/2800–2600/2500 BC (Fischle al. 2015), bzw. als EBA1 ode CEBA1 (Ca pa hian
Ea ly B onze Age) 2600/2500– ~2150 BC (Szabó 2017) bezeichne wi d. In Mi eleu opa (ein‑
schließlich des nö dlichen Teils des Ka pa enbeckens, d.h. de Slowakei) wi d diese Pe iode
als das ausgehende Äneoli hikum e ach e ( gl. Fischle al. 2015, ig. 1a–b; Kisse al. 2015,
ig. 5; Szabó 2017, ig. 5). De Ausgleich des An angs de B onzezei mi Mi eleu opa e gib
dann die Gleichzei igkei on (C)EBA 3 = B A1 um 2200 BC, und diese Ve schiebung um de
ac o eine ganze Pe iode bleib dann bis zum Ende de F ühb onzezei ohne Ände ung. Wi
müssen uns die F age s ellen, was einen so ühen An ang de F ühb onzezei (FBZ) in Ka ‑
pa enbecken wohl e u sach haben könn e? Auße Zwei el s eh die Exis enz eine ganzen
Reihe on quan i a i en sowie quali a i en Ve ände ungen (soziale und ökonomische Ebene
de O ganisa ion de Gesellscha , kul u elle Komplexi ä , Ne zwe k zum Fe naus ausch on
Komponen en, Edelme alle, exo ische A e ak e und P es igegü e ), die sich jedoch noch im
Rahmen des ausgehenden Äneoli hikums (Kup e zei ) abgespiel ha en und in e schiedenem
Maße wäh end de Übe gangspe iode Äneoli hikum/B onzezei „Reinecke A0“ zum Ausd uck
kamen ( gl. Be hemes– Heyd 2002). Bei keine Ka ego ie kam es jedoch zu so deu lichen
Ände ungen, als dass sie om An ang eine neuen Epoche zeugen wü den. Bis au einige we‑
nige Expe imen e mi Zinnb onze in de Csepel ‑G uppe de Glockenbeche kul u (z.B. Nadeln
und P iem aus Budapes ‑Albe al a, S abdolch aus Szige szen miklós ‑Felső Ü ge ‑hegyi:
End ődie al. 2003; End ődi– Reményi 2016, 142–152, ig. 118), die abe auch an ande en O en
Mi eleu opas einschließlich de Schnu ke amikkul u e wiesen sind ( gl. Kuna– Ma oušek
1978; Dobeš 2013, 111–113), sind o e s keine B onzea e ak e zu inden. Von F ühb onzezei
kann e s mi dem An i de meis en Tellsiedlungen– d i e Tellho izon nach F. Gogâl an
(2005, 165)– und g öße en G äbe elde in de Zei um ca. 2200 BC die Rede sein. Das an Me‑
all‑, besonde s abe B onzea e ak en eiche Männe g ab on Bala onakali wi d schließlich
eben alls in EBA 3 gese z und zwischen die Jah e 1950–1900 BC absolu da ie (Danie al. 2016,
224, ig. 5). Es lieg au de Hand, dass es sich haup sächlich um ein e minologisches P oblem
und eine F age de De ini ion eine neuen Epoche handel , bei dem wi in Zukun ehe ge‑
meinsame Be üh ungspunk e suchen soll en, ans a unwesen liche Un e schiede zu be onen.
Rich ungsweisend könn e die Csepel ‑G uppe de GBK sein, die sowohl in Mi eleu opa, als
auch in den Ka pa en du ch ähnliche a chäologische Phänomene (kleine Flachsiedlungen–
kleine Anwesen landwi scha lichen Cha ak e s, kleine ode g öße e bi i uelle G äbe elde
mi e s en Andeu ungen soziale Di e enzie ung, Belege ü ö liche Me allu gie, e höh es
Vo kommen an Edelme allen, Be ns ein, wenige Ho unde) mi nu undeu lichen Un e ‑
schieden gekennzeichne is und die nich sowohl als äneoli hisch und ühb onzezei lich
angesp ochen we den kann. Die ühe gewonnenen absolu en Da en ü die Csepel ‑G uppe
de GBK (Raczkye al. 1992) müssen e idie we den, denn die neuen Da en (Pa ay 2013;
Fischle al. 2015) e geben im Du chschni nied ige e We e, bzw. ein s anda dmäßig kali‑
b ie es In e all on 2500–2200 BC (Online Beil. 1). Die g oßen Abweichungen (60–80 Jah e)
100 STUDIA HERCYNIA XXIII/2
bei den ühe gewonnenen Da en e weisen schließlich eben alls au ih e nich seh g oße
Glaubwü digkei . T o z de Schwie igkei en mi dem Pla eau de Kalib ie ungsku e können
wi – ähnlich wie in Mäh en– auch hie im G unde 2–3 Da ensä ze un e scheiden (Online Beil.
1 und 2: G uppe B–D). Das Ende de GBK geh in einigen Regionen Mi eleu opas (z.B. Süd‑ und
Mi eldeu schland, Schlesien) p ak isch ließend zu wei e en En wicklung in Fo m de äl es‑
en Ausp ägungen de Aunje i ze Kul u übe (S ockhamme e al. 2015a; Fu maneke al.
2015; Me kl 2016), und adäqua e läu auch die En s ehung des epischnu ke amischen
Kul u komplexes (EPKK) in Kleinpolen mi nu einem minimalen Da enübe g i (Spa zie
2009; 2012; 2015; F öhlich– Becke 2015, Abb. 24; Fu maneke al. 2015, ig. 12, ab.1; Me kl–
Lech e beck 2015, ig. 7; S ockhamme e al. 2015a, Abb. 4, 5; S ockhamme e al. 2015b,
ig. 4; Me kl 2016, ig. 11). In Mäh en dagegen beobach en wi eine Koexis enz de beiden
Komponen en ü wenigs ens 150–200 Jah e (Online Beil. 2), in denen an de En s ehung
de P o oaunje i ze Kul u (PAK) hie auße de GBK o ensich lich auch die jüngs e MSchK
be eilig wa (Peška 2009, 261–263; Peška 2013b, 158 .). Die Rele anz de jüngs en absolu en
Da en un e de G enze on 2200 BC und das dami e bundene de ini i e Ausklingen de GBK
sind jedoch e s zu übe p ü en, denn die seh nied igen Da en im In e all on 2200–2000
BC e scheinen unabhängig oneinande in meh e en Regionen (Fu maneke al. 2015, ab.1;
End ődi– Reményi 2016, Appendix). Den deu schen Kollegen zu olge a ein Wendepunk ,
ode ehe ein Wandel in de Typologie um 2300/2200 BC ein (Becke e al. 2015; F öhlich–
Becke 2015; S ockhamme e al. 2015a; 2015b). Dies is üb igens auch die Zei des An i s de
PAK in Mäh en und o ensich liche Ve ände ungen, die den olgenden An i de B onzezei
signalisie en (am häu igs en als Übe gangspe iode A0 bezeichne ).
ABSOLUTE CHRONOLOGIE DER NADELN
Die g oßen absolu ch onologischen Da ensä ze aus neue en Re ungsg abungen in Deu sch‑
land sind kalib ie und mi Hil e de Bayesianischen S a is ik in meh e e Ebenen mi zahl‑
eichen Übe gängen modellie (Schnu ke amik/Glockenbeche , Glockenbeche /Aunje i z),
ode ehe in Abschni e on nu 25–35 ode meh Jah en segmen ie (Becke e al. 2015, Tab.2).
Fü eine de a de aillie e Gliede ung b auchen wi eine ech g oße Menge an Da en. Zu
Beu eilung de Objek i i ä ehl es aus den einzelnen Zusammenhängen an Beglei ma e ial
(ode wenigs ens an Beispielen ü Beglei unde).
Mi dem eigen lichen An ang de B onzezei in Süddeu schland häng die P oblema ik
de absolu en Da en om G äbe eld in Singen zusammen, die gegenwä ig dank eine neuen
Messung als jünge bewe e we den (S ockhamme e al. 2015a, Abb. 10; S ockhamme e al.
2015b, ig. 9). De An ang de Bes a ungsak i i ä en au diesem G äbe eld wi d ühes ens
zum Jah 2200 gese z , wobei abe 2150/2100 BC als wah scheinliche e schein , d.h. in die
Zei de T ans o ma ion on Spä äneoli hikum zu B onzezei (S ockhamme e al. 2015a,
Abb. 10). Die Au o en behaup en, es gebe keine kla en Belege ü die Un e scheidung on B A1
und A2 nu anhand de Typologie (abe auch absolu en Da en) und es handle sich dahe ehe
um egional abweichende soziale Phänomene im Zusammenhang mi lokale Technologie de
B onze e a bei ung (S ockhamme e al. 2015a, Abb. 9), was o allem ü Süddeu schland gil .
Fü Deu schland, on wo die bei wei em g öß e Menge an publizie en absolu en Da en ü die
F ühb onzezei o lieg , we den diese Da en neue dings in engem Zusammenhang mi dem
E scheinen on Nadeln gesehen, einem de wich igs en P oduk e de Me allindus ie. Anhand
ih es Vo kommens in den G abbe unden we den Schemen e s ell , die zwa eine zei liche
Ve schiebung im Geb auch einzelne Typen zeigen, gleichzei ig abe auch eine manchmal
101JAROSLAV PEŠKA
Abb. 1: Absolu e Ch onologie de Ösenkop nadeln in Deu schland mi Bezeichnung de da ie en
G uppe und de Dend oda en aus Fü s eng abhügeln (nach Knoll– Melle 2016, e gänz ).

102 STUDIA HERCYNIA XXIII/2
iel zu lange Bes ehensdaue angegeben, die de p ähis o ischen Reali ä kaum en sp echen
dü e. Ph. S ockhamme und seine Kollegen üh en in ih e S udie Tabellen mi absolu e
Da ie ung de Zusammenhänge mi e schiedenen Typen ühb onzezei liche Nadeln an
(Rude kop nadel mi schmalem Kop , Rude kop nadel mi b ei em Kop , Scheibenkop nadel,
Schlei enkop nadel und Ho kheime Nadel). Wenn wi die ganze Summe on Da en in Be ach
ziehen (S ockhamme e al. 2015a, Abb. 7; S ockhamme e al. 2015b, 19, 23), dann müssen
einzelne Nadel ypen übe 100 Jah e lang p oduzie wo den sein (und zwa mindes ens 250
Jah e, im Ex em all soga 500). Eine äuße s aus üh liche Übe sich säm liche Va ian en
Aunje i ze Nadel ypen, de sog. Ösenkop nadeln aus den G äbe n de Ci cumha ze G up‑
pe AK (Abb. 1), eil diese in d ei G uppen au und zeig , dass diese Nadel yp inne halb de
G enzwe e on kalib ie en Da en (2038–1695 BC) benu z wu de, d.h. as 350 Jah e lang. Bei
eine Ko ek ion au 2 Sigma und beim Höchs maß an Wah scheinlichkei be äg die Nu ‑
zungsdaue imme hin noch 290 Jah e (Knoll– Melle 2016, 296–297, Abb. 11–12). Wenn wi
gegenwä ig ü Deu schland die gesam e Bes ehensdaue de AK (2150/2000–1700 BC) und
de en wickel en AK (2000–1750 BC) be ücksich igen, müss en die ganze Zei übe Va ian en
de Aunje i ze Nadel exis ie haben. Dies hal en wi bei einem solch emp indlichen Elemen
nich ü möglich, nich einmal wenn wi ein gewisses Maß an Wiede e wendung ode eine
zei liche Disp opo ion zwischen de He s ellung und dem p ak ischen Geb auch, bzw. de
Ve wendung im Rahmen des To engewands (bei den Nadeln wenige wah scheinlich) in Be‑
ach ziehen. Es weis ehe da au hin, dass die gewonnenen kalib ie en Radioka bonda en
doch noch zu g ob ü eine solch de aillie e Typoch onologie sind. Eine K i ik diese Pos ula e,
u.a. im Zusammenhang ausschließlich ü Süddeu schland gül ige absolu en Da en (was wi
uns nu kaum o s ellen können) inden wi in eine Besp echung on R. Schwa z (2016). Da‑
gegen we den die böhmischen G äbe mi Aunje i ze Nadeln in ein In e all on meh e en
Jah zehn en um 1900 BC gese z (E née 2015, 280–283, Abb. 182–183).
FÜRSTENGRABHÜGEL AUS DER FRÜHBRONZEZEIT
Die G uppe de sog. Fü s eng äbe aus de klassischen Phase de AK in Mi eldeu schland
und G oßpolen, als Ausd uck de üh enden gesellscha lichen K a mi ih en „Domänen“
(Filipp– F euden eich 2016; Melle – Schunke 2016; Zich 2013a; 2013b; 2016), wi d zumeis
ins In e all 1950–1750/1700 BC gese z (Reinecke/Ruckdeschel B A1–A2b/c). Wäh end die
Dend oda en on den zwei wich igs en Fü s eng abhügeln (Leubingen und Helmsdo ) ü
hoch gehal en wu den, ha sich kü zlich he ausges ell , dass die klassische Phase de AK ie e
in die Ve gangenhei e se z we den muss, und zwa in die Jah e 2000/1900 BC (E néee al.
2009; E née 2015; S ockhamme e al. 2015a; 2015b), ehe abe 1950/1900 BC, wie die Da en
aus den Fü s eng äbe n und aus Mäh en (siehe wei e ) nahelegen (Abb. 2; Online Beil 4).
Au diese Weise wü den uns ü die ganze ühe bis o klassische Phase de AK im Sinne de
S u en on V. Moucha (2005, Abb. 1) unge äh 150–200 Jah e üb ig bleiben (was gu o s ellba
wä e) und das Ende de AK (einschl. de nachklassischen Phase) könn e dann um 1750/1700
BC da ie we den. Hie muss hinzuge üg we den, dass wi nich imme ims ande sind, die
nachklassische Phase de AK on de pos ‑Aunje i ze En wicklung zu e lässig zu un e schei‑
den (in einigen Gebie en sind sie undi e enzie , in ande en i de Kul u k eis Maďa o ce‑
‑Vě eřo ‑Böheimki chen in E scheinung). De An ang de mi le en B onzezei (B B) wi d z.B.
in Deu schland 1700 BC angese z , wobei die (absolu ch onologischen) G enzen zwischen B A1
und B A2 o e schwommen sind (S ockhamme e al. 2015a, Abb. 8, 9). Unse e E ah ungen
mi de Auswe ung de Radioka bonda en sind e gleichba (siehe un en).
103JAROSLAV PEŠKA
Abb. 2: Absolu e Ch onologie de Fü s eng abhügel aus Mi eldeu schland und G oßpolen mi
Bezeichnung de Dend oda en aus den Fü s eng abhügeln in Leubingen und Helmsdo .
MÄHREN
Aus Mäh en s eh aus dem ausgehenden Äneoli hikum und de F ühb onzezei be ei s eine
beach liche Se ie on 255 absolu en Da en und aus de mi le en B onzezei on 25 absolu en
Da en zu Ve ügung (einige diese Da en sind in de o liegenden S udie nich be ücksich ig
wo den). Wie be ei s oben e wähn , is in Mäh en mi eine Koexis enz de jüngs en GBK mi
de PAK (Online Beil. 2) und in gewissem Um ang (ca. 50 Jah e) auch mi dem an e enden
epischnu ke amischen Kul u komplex (Online Beil. 3) zu echnen. Die G uppe de äl es en
Äuße ungen de Ni a ‑Kul u (u sp ünglich als Chłopice ‑Veselé ‑G uppe bezeichne , gl. Kad‑
104 STUDIA HERCYNIA XXIII/2
ow– Peška 1999) is hie o e s jedoch nu seh schwach e e en (höchs wah scheinlich
G uppen Aund B, Online Beil. 3), denn sons deu e alles au eine in e wa zei gleiche He aus‑
bildung sowohl de äl es en AK (PAK) als auch des EPKK hin. Die Gül igkei de GBK ‑Da en
un e de 2200 BC ‑Schwelle muss noch übe p ü we den. Die Bes ehensdaue de ganzen
NK (zu beach en is , dass die inne e Pe iodisie ung de NK neu ausgea bei e we den muss)
können wi dann mi 2300–1880/1800 BC anse zen (Online Beil. 3). Mi Ausnahme de zwei
äl es en Da en on D ahlo und Hulín 1 (Be und 503) könn en die Da ensä ze (ohne u sp üng‑
liche Chłopice ‑Veselé ‑G uppe) unge äh de ühen, klassischen und nachklassischen NK
en sp echen. Übe die Rich igkei de Da en zu G uppe F sind Zwei el angeb ach (Online Beil.
3). Au dem Gebie de NK bilde e sich dann (a chäologisch gesehen) die klassische AK aus.
In diese Übe sich ss udie können wi uns nich mi allen Da en aus üh lich ausein‑
ande se zen (sie we den an ande e S elle behandel ), bei ielen is kein aus eichende
Fundzusammenhang e ö en lich wo den. T o zdem wä e in Zukun hil eich, wenn die
E gebnisse de absolu en Da ie ung mi dem Inhal de Fundzusammenhänge und mi de en
ypoch onologische Eino dnung e glichen wü den. Mi den bishe e ügba en Da en
e schein eine de a angeleg e S udie– alle dings dennoch mi gewissen Einsch änkungen
und P oblemen– nu bei de PAK und AK möglich. Die PAK ‑Da en s ehen nu on 3 Fund‑
s ellen zu Ve ügung (Pa lo , Mo a ská No á Ves ‑H ušky, Modřice). Kleine e ode g öße e
Un e schiede e weisen auch Da ensä ze aus ein und demselben Zusammenhang (G abbe‑
und / Siedlungsbe und / allgemein a chäologische Kon ex ) und es s ellba sind eben alls
Un e schiede bei demselben Ma e ial, wenn e schiedene Labo s am We k sind, gl. z.B. die
Da ie ung de G äbe on Pa lo ( gl. Abb. 3).
Au g und de neues en Klassi ika ion e ügen wi übe keine Da en ü den äl es en
Abschni de PAK (Phase S a obořice ‑Mis řín: Peška 2009, 263), au den G äbe elde n in
Mo a ská No á Ves ‑H ušky und Pa lo sind sowohl äl e e als auch jünge e G äbe e e en
und ih e Übe schneidung is aus de Tabelle gu e sich lich (Online Beil. 4). Die bishe un e ‑
Abb. 3: Ein Ve gleich de 14C ‑Da en aus ausgewähl en G äbe n des p o oaunje i ze G äbe eldes
in Pa lo .
105JAROSLAV PEŠKA
ö en lich en G äbe in Modřice gehö en zu den jünge en G äbe n (Phase Velké Hos ě ádky),
was auch du ch ih e geog aphische Lage angedeu e wi d (Online Beil. 4). Unse Ve such,
die Da en in G uppen zu segmen ie en, muss leide nich unbeding den eingebü ge en e‑
la i ch onologischen Schemen en sp echen. Als Beispiel sei die AK genann , in de alle dings
wiede eine Disk epanz in de Ve e ung einzelne Pe ioden diese Kul u zum Vo schein
kommen kann (aus eichend Da en ü die äl e e AK, unkla de inie e o klassische AK,
wenig Da en zu klassischen AK). Die äl e e Phase um ass e wa die Zei spanne 2050–1850
BC.In e essan is de ela i ühe An i de klassischen Phase mi den äl es en kalib ie en
Da en 1980–1870 BC, siche lich abe 1900–1700 BC, zusammen mi de nachklassischen AK).
Hie bei e zeichnen wi eine ech g oße zei liche Übe schneidung mi de äl e en Phase
(ca. 80 Jah e; Online Beil. 5 und 6)– so e n die nied ige en Da en ü die ühaunje i ze
Be unde ele an sind. De Übe gang zwischen p o o‑ und ühaunje i ze Pe iode de AK is
ganz bes imm ließend (Online Beil. 5) um 2000 BC e lau en, wäh end sich die klassische
und nachklassische Pe iode de AK ü einen übe aschend langen Zei aum (bis zu 175 Jah e)
mi dem Ausklingen de AK und dem An i de Vě eřo ‑G uppe/Kul u (allem Anschein
nach be ei s um 1950/1900 BC) übe decken (Online Beil. 6). Die absolu en, wenn auch e was
ges eck en Da en de nachklassischen Phase de AK, bzw. de Übe gangsphase Aunje i z/
Vě eřo , s immen dann mi dem Ende de AK übe ein, gleichzei ig abe auch mi den An än‑
gen de VG (Online Beil. 6). Die gesam e Bes ehensdaue de AK (ohne de PAK) können wi
beim heu igen Kenn niss and in die Zei spanne 2050/2000–1750/1700 BC da ie en, wobei die
e s en Äuße ungen de VG seh üh au e en (1950/1900 BC). Dies wide sp ich in gewisse
Weise abe wiede dem absolu ch onologischen Modell ü Böhmen, wo die Phasen de p o‑
o‑ und ühaunje i ze Kul u de ac o nich un e scheidba sind und die klassische Phase
de AK au g und de absolu en Da en on Miško ice dem Abschni 2000–1850 BC en sp ich
(E née 2015, 295–296, Abb. 186), was im Ve gleich zu Mäh en bishe abe zu hohe We e sind
(die Ve ö en lichung des Da ensa zes on Vlině es, s. Limbu skýe al. 2018, s and zu Zei
des Abgabe e mins dieses Bei ags noch nich zu Ve ügung). Ho en lich wi d die Zukun
eine Klä ung de Ch onologie e möglichen. Ein gewisse Vo sp ung (schnelle e En wicklung
und ielleich auch ühe e An i ) de klassischen Phase in Böhmen is un e Ve weis au
den ungeheu en Fund eich um Mi elböhmens nich ganz auszuschließen.
Das Ende de VG es zuse zen is eben alls nich ein ach, denn bei einem Teil des Fundma
‑
e ials ehlen z.B. die Fundzusammenhänge, aus denen die Da en s ammen (Báno , Blučina‑
‑Ceza y). Gegenwä ig deu e alles da au hin, dass wi mi dem Ende de Vě eřo ‑Besiedlung
i gendwann um 1500 BC echnen können (G uppe D, Online Beil. 7). In Zukun we den wi
ho en lich ims ande sein, den Vě eřo ‑Hügelg äbe ‑Übe gangsho izon ( ypoch onologisch)
einzuo dnen, de sich absolu ch onologisch mi dem Ende de VG und dem An i de mi ‑
elb onzezei lichen mi eldanubischen Hügelg äbe kul u übe schneide . Die äl es en Da en
diese Fo ma ion in Mäh en eichen bis 1650/1600 BC und die zei liche Übe schneidung mi
de VG be äg unge äh 80–100 Jah e (Online Beil. 7). Die jüngs en Da en aus Přásla ice
(um 1200 BC) nähe n sich be ei s de Spä b onzezei . Kla e weise b ing ein g oße Sa z
e schieden e lässliche absolu e Da en eine Reihe on P oblemen mi sich, die in einem
einzigen Au sa z nich gelös we den können und nu sch i weise anhand de Da en und
ih e Zusammenhänge analysie we den müssen. Wi legen deshalb ein neues Modell de
absolu en Ch onologie de F ühb onzezei in Mäh en unse en Fachkollegen zu Diskussion
o . Da die Da ensä ze on meh e en Labo s s ammen und die E gebnisse sich meh ode
wenige wiede holen, dü e es sich um keinen Zu all handeln. Im Lich e de e ügba en
absolu en Da en läss sich die FBZ in Mäh en heu e olgende maßen un e eilen ( gl. Peška
2012, Abb. 7; Peška 2013, Abb. 3):
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Ja osla Peška
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Lis e de Online Beilagen
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Online Beil. 1: E gebnisse de Kalib ie ung absolu e Da en ü die Csepel ‑G uppe de Glockenbeche kul u
in Unga n.
Online Beil. 2: Mäh en. Absolu e Da en de GBK und PAK mi Bezeichnung des Da ensa zes und de gegen‑
sei igen zei lichen Übe schneidungen.
Online Beil. 3: Mäh en. Absolu e Da en zu GBK und de Ni a ‑Kul u mi Bezeichnung des Da ensa zes und
de gegensei igen zei lichen Übe schneidung.
Online Beil. 4: Mäh en. Absolu e Ch onologie de AK mi Au eilung in einzelne Phasen (ÚK2 = äl e e Phase
de AK; ÚK4 = klassische Phase de AK; ÚK5 = nachklassische Phase de AK) und Bezeichnung de zei li‑
chen Übe schneidungen.
Online Beil. 5: Mäh en. Absolu e Da en de PAK und AK mi Bezeichnung des Da ensa zes und de G enz‑
da um.
Online Beil. 6: Mäh en. Zei liche Übe schneidung de absolu en Da en au de Zei linie AK, AK/VG und VG.
Online Beil. 7: Mäh en. Absolu e Da en de Vě eřo ‑G uppe/Kul u und de mi eldanubischen Hügel‑
g äbe kul u mi Bezeichnung de Da ensä ze und gegensei igen zei lichen Übe schneidung.
Online Beil. 8: Kalib ie e 14C ‑Da en de GBK in Kleinpolen und Schlesien.
Online Beil. 9: Übe sich de kalib ie en absolu en Da en zu F ühb onzezei in Polen.
Online Beil. 10: Au einande olge de absolu en Da en zu F ühb onzezei in Niede ös e eich.
Online Beil. 11: Ve ügba e absolu e Da en zu F ühb onzezei in Böhmen (auße Vlině es).