209REZENSIONEN
Rede sein (und hie is zu agen, ob es übe haup je eine O ien ie ung an Wien gab),
die mäh ische ha sich du chaus wei e an Wien o ien ie , wie sich leich an den
Lebensläu en so einige Au o en zeigen ließe. Viel zu ku z kommen auch die Wech‑
selbeziehungen zwischen de schechischen und de deu schsp achigen Li e a u .
Gewiss s eh de Ve such eine Gesam li e a u geschich e de Böhmischen Lände
noch am An ang, deu lich is abe , dass es du chaus gegensei ige Beein lussungen
gab (und nich e s in de E s en Tschechoslowakischen Republik), wozu sich diese
S udie jedoch kaum e häl .
Insgesam bleib die e s e eld heo e ische Un e suchung zu P age deu schen
Li e a u e diens oll. Übe die Aussagek a s a is ische Auswe ungen wi d man
s ei en können, bloße Zahlen on E wähnungen und Publika ionen e mögen die
komplexen Ve häl nisse eben nu zum Teil abzubilden. Ansons en a gumen ie die
S udie kla und übe sich lich; gelegen lich begegnen s ilis ische Schwächen; A gu‑
men e we den eils meh ach wiede hol . An die O iginali ä ih es Ti els eich die
S udie alles in allem nich he an; sie is abe du chaus ein ag ähige Bei ag zu
p age deu schen Li e a u , weil es ih , wie gesag , geling , bishe ige Einzele kenn ‑
nisse in eine einhei liche Na a ion einzubinden.
Pa el No o ný: Akus ische Li e a u . Expe imen elles Hö spiel
im Zei al e analoge Technik. Eine Un e suchung im deu sch
schechischen Kon ex . D esden: Thelem, 2020, 514 Sei en.
Anna Fö s e – Uni e si ä E u
Sowohl ü den Be eich de expe imen ellen Li e a u als auch ü den des Hö spiels
und ande e adiophone Ga ungen is Pa el No o ný als ausgesp ochene Expe e
ausgewiesen, und zwa in gleich meh ache Hinsich . So ha e zum deu schsp achigen
li e a ischen Hö spiel de Nachk iegszei ebenso publizie wie zu den ex uellen und
akus ischen Expe imen en Bohumila G öge o ás und Jose Hi šals ode de Wiene
G uppe, in de en Um eld sich in den 1950e Jah en Au o en wie E ns Jandl und F ie‑
de ike May öcke beweg en (u.a. Wiene G uppe. P aha 2015). Da übe hinaus zeichne
e e an wo lich ü eine in den Jah en 2016–17 im d i en P og amm des schechi‑
schen Rund unks gesende e Fea u e ‑Reihe übe die Geschich e des schechischen und
deu schsp achigen expe imen ellen Hö spiels sowie ü zahl eiche eigene li e a ische,
Radio‑ und Mul imedia ‑Expe imen e (exempla isch: T am es ie, eine ex uelle, ypo‑
g aphische und audio isuelle Elemen e um assende und eben alls in Koope a ion mi
dem schechischen Rund unk ens andene A bei übe eine S aßenbahn ah zwischen
Libe ec und Jablonec nad Nisou; URL: <www. adiocus ica.cz/pa el ‑no o ny ‑ am es ie‑
zachyceni ‑ am ajo e ‑jizdy ‑libe ecjablonec ‑n‑n‑5336220>). Mi Akus ische Li e a u .
Expe imen elles Hö spiel im Zei al e analoge Technik. Eine Un e suchung im deu sch‑
schechischen Kon ex ha No o ný nun eine A bei o geleg , die diese ielschich ige
Auseinande se zung e s mals in monog aphischem Um ang syn he isie .
210 BRÜCKEN 29/1
Als konzep ionelle Ausgangspunk i mie en dabei zwei Thesen. Zum einen geh
de Au o da on aus, dass sich die in den 1960e –80e Jah en en s andenen Hö spiel‑
expe imen e om adi ionellen li e a ischen Hö spiel o allem dadu ch un e schei‑
den, dass sie gesch iebene Li e a u nich in akus ische Medien ‚übe se zen‘, sonde n,
im Gegen eil, dass sie diese nu zen, um das „s umme Spiel eld des Papie s“ in den
„Schall aum“ hinein zu e wei e n (S. xi). Zum ande en nimm No o ný an, dass die
schechischen und deu schsp achigen li e a ischen Hö expe imen e diese Zei zwa
sowohl in konzep ionelle als auch in äs he ische Hinsich du chaus Un e schiede
au weisen, dass sie abe au g und zahl eiche pe sonelle wie ins i u ionelle Ve ‑
lech ungen nich ge enn oneinande und auch nich e gleichend, sonde n aus‑
schließlich inne halb eines sp ach‑, lände ‑ und– mi Blick au den geopoli ischen
Hin e g und ih es En s ehungszei aums– auch blockübe g ei enden „gemeinsamen
Kon ex [es]“ (S. xi) zu pe spek i ie en sind. No o nýs A bei geling es nich nu ,
beide Thesen im wei e en Ve lau de A bei übe zeugend zu belegen, sonde n dies
auch mi einem beeind uckenden Ma e ial eich um zu un e ü e n. Neben einem
beeind uckenden Gespü ü mediena chäologische Ra i ä en is dabei o allem die
En scheidung he o zuheben, die Publika ion um einige im Anhang abged uck e
Hö spiel ‑Sk ip e und ‑Pa i u en sowie um eine Audio hek zu e wei e n, die übe
einen im Imp essum zu indenden QR ‑Code e eichba is und zahl eiche de an‑
sons en nu schwe zugänglichen S ücke en häl .
Neben einem p imä de ini o ischen und me hodologischen F agen gewidme en
Einlei ungskapi el sowie einem abschließenden Fazi is die A bei in ie um ang ei‑
che Abschni e gegliede , on denen sich zwei (Iund III) o allem mi li e a u ‑ und
kuns geschich lichen Aspek en be assen. Fü den deu schsp achigen Be eich we den
dabei o allem die ypog aphischen Expe imen e Malla més und Apollinai es sowie die
adikale Reduk ion des Seman ischen im Dada he o gehoben. Um änglich disku ie
we den abe auch die Eupho ie, mi de die deu schsp achige Zwischenk iegsa an ‑
ga de die küns le ischen Möglichkei en de au kommenden Radio echnik beg üß e
(exempla isch disku ie wi d in diesem Zusammenhang Al ed Döblins Abhandlung
Li e a u und Rund unk on 1929), sowie die sich angesich s de p opagandis ischen Ins‑
umen alisie ung des Mediums du ch die Na ionalsozialis en schon bald eins ellende
E nüch e ung. Mi Blick au die Tschechoslowakei e äh diese ‚Vo geschich e‘ inso e n
eine Ausdi e enzie ung, als die oben genann en deu sch‑ und anzösischsp achigen
Quellen um einige lokale T adi ionslinien e gänz we den. Dies be i e wa ungs‑
gemäß .a. den Poe ismus, dessen Fo de ung nach eine „Kuns ü alle Sinne“ sich als
ideale konzep ionelle Ausgangspunk ü eine ins Akus ische e wei e e Li e a u ‑
au assung e weis . Besonde s heb No o ný hie die sog. „Voicebands“ he o , also
„G uppen on neua ig ezi ie enden Schauspiele n“ (S. 213), die un e Lei ung des
Musike s und Komponis en Emil F an išek Bu ian in den 1920e und 30e Jah en au
in e na ionalen Bühnen eine u.a. on no dame ikanischen Jazzbands inspi ie e ‚Lau ‑
musik‘ zu Au üh ung b ingen. Wie No o ný zeig , s ellen sich nich wenige schechi‑
sche Hö spielmache de zwei en Häl e des 20. Jah hunde s explizi in die T adi ion
diese Lau pe o mances: G öge o á und Hi šal widmen ihnen ih 1969 en s andenes
Radios ück „Východiska z oicebandů“ [Ausgangspunk e aus den Voicebands] und
Ladisla No ák bezeichne sie 1987 anlässlich seines Au i s bei de documen a 8 in
Kassel als unmi elba e „Vo s u e“ seine eigenen phonischen Posie (S. 222).
211REZENSIONEN
Teil II und IV de A bei sind hingegen analy ische Na u . Im Zen um des e s e en
s eh die A bei des wes deu schen Küns le s Fe dinand K iwe (1942–2018). Zunächs
bekann gewo den du ch seine „PUBLIT“‑Ak ionen, bei denen e mi Li e a u im
ö en lichen Raum expe imen ie und seine Gedich e u.a. au Plaka wänden und
Li asssäulen anb ing (S. 128–131), s ell K iwe diesen „Seh ex en“ be ei s ab An‑
ang de 60e Jah e sog. „Hö ex e“ gegenübe . S a k beein luss du ch pe sönliche
Begegnungen mi John Cage, Ka lheinz S ockhausen und ande en Ve e e n de
Neuen Musik scha e in den da au olgenden Jah zen en ein Hö spielwe k, das
du ch adikale Schni e ah en und Einbindung auch non e bale akus ische P ä‑
ab ika e ein– wie No o ný mi dem ös e eichischen Medienwissenscha le und
Hö spiel heo e ike F ied ich Knilli o mulie – „ o ales Schallspiel“ k eie (S. 65).
No o nýs analy isches In e esse gil dabei .a. K iwe s 1969 in Koope a ion mi dem
Südwes unk sowie dem Bay ischen und Wes deu schen Rund unk en s andenen Hö ‑
s ück Apollo Ame ika. Fü dieses e ig K iwe wäh end eines USA ‑Au en hal s 65 km
Tonbandmi schni e de Radio‑ und Fe nsehbe ich e s a ung übe die Mondlandung
an, die e nach seine Rückkeh mi hil e on Schni ins umen en und 20.000 m Kle‑
beband zu eine 20‑minü igen s e eophonen O ‑Ton ‑Collage zusammense z (S. 172 .).
Einen zwei en Schwe punk des Kapi els bilde die Analyse des e s 2013 ealisie en
und s a k au obiog aphischen Hö s ücks Radio Re ue, in dem K iwe S a ionen seines
Lebens zwischen Os iesland, Düsseldo , D esden und P ag nachzeichne . Faszi‑
nie end is hie bei .a. das Thema isch ‑We den de oben be ei s als konsi u i ü
den gesam en Gegens and e wähn en und hie nich zule z sp achlich ealisie en
deu sch ‑ schechischen T ans e sale; bedaue liche weise s ei No o ný dies jedoch
nu am Rande und ück es nich nähe in den Fokus.
Ande s als in Teil II s eh im Mi elpunk on Teil IV des Buches nich die A bei
eines einzelnen, sonde n gleich eine ganzen Reihe on Hö spielscha enden, wobei
jedoch die G öge o á und Hi šal gewidme en Kapi el quan i a i deu lich übe wiegen.
Maßgeblich ü die in diesem Teil o ges ell en Analysen is die These, dass sich die
be e enden Hö s ücke on denen K iwe s wenige konzep ionell ode äs he isch,
da ü abe umso meh mi Blick au den poli ischen und mediengeschich lichen
Kon ex ih e En s ehung un e scheiden. Wäh end nämlich K iwe s Expe imen e
on Beginn an au die inanzielle, ins umen elle und dis ibu ionelle Un e s ü zung
ö en lich ‑ ech liche Rund unkans al en zählen können, is de Zugang zu p o essio‑
nellen S udios und Ton echnik in de Tschechoslowakei selbs in den e gleichsweise
libe alen 1960e Jah en ex em eingesch änk . Die on No o ný e sammel en Einzel‑
s udien zielen deshalb nich nu au die Ve messung de äs he ischen Bandb ei e des
expe imen ellen Hö spielscha ens in de ČSSR de 1960–80e Jah e, sonde n auch
au die Di e si ä de S a egien, mi denen seine Ak eu e diesen Besch änkungen
begegnen. Neben den illegalen „schwa zen F equenzen“, die beispielsweise Ladisla
No ák nu z e, um in den Jah en o dem P age F ühling seine expe imen ellen
Hö spiele zu senden, is hie o allem das sog. „Semes expe imen ální o by“
[Semes e des expe imen ellen Scha ens] he o zuheben, bei dem sich Ende de
60e Jah e in einem Libe ece Tons udio schechische und deu schsp achige Au o en
e en und absei s des auch zu diesem Zei punk wei e hin s eng eglemen ie en
P age Radiobe iebs meh e e gemeinsame Hö s ücke p oduzie en, da un e neben
den be ei s e wähn en „Ausgangspunk en aus den Voicebands“ auch Václa Ha els
212 BRÜCKEN 29/1
bekann e Audiocollage Čechy k ásné, Čechy mé [Böhmen schön, Böhmen mein]. Wie
No o ný he ausa bei e , is es o allem den in diesem Zusammenhang geknüp en
pe sönlichen Kon ak en zu e danken, dass einige de do en s andenen A bei en
nach de ab up en Schließung des S udios im Zuge de einse zenden ‚No malisie ung‘
ins Ausland geb ach und 1969 im Rahmen eine als „P age S udio“ bezeichne en
Sende eihe des WDR ausges ahl we den konn en.
Eben alls im Kon ex diese ‚Umgehungss a egien‘ e o en sich No o nýs Ana‑
lysen des Hö spielscha ens on G öge o á und Hi šal. Nach de S illlegung de
„schwa zen F equenzen“ und de Schließung de le z en unabhängigen Tons udios
nämlich bes and in de Tschechoslowakei keine Möglichkei meh , expe imen elle
Hö spiele zu p oduzie en. G öge o á und Hi šal begegne en diese Si ua ion, indem
sie begannen, ih e S ücke geziel ü die echnische Realisie ung im Ausland zu konzi‑
pie en. Dass die im Buch nähe un e such en A bei en de beiden as ausschließlich
deu schsp achig sind, is also nich e wa de Auswahl No o nýs geschulde , sonde n
is da au zu ückzu üh en, dass dieses Segmen ih e A bei in den 1970e und 80e
Jah en ganz übe wiegend in deu sche Sp ache s a and; e s in den 90e Jah en
en s anden in einigen Fällen schechischsp achige „Pa allel e sionen“ (S. 301) zu den
u sp ünglich au Deu sch e ass en S ücken.
In den Blick genommen we den neben einigen kü ze en S ücken o allem d ei
um ang eiche e Hö spiele. Luno is (p oduzie 1971 du ch den WDR) wa e mi
übe aschenden hema ischen Pa allelen zu K iwe s Apollo Ame ika au , spiel doch
auch hie die Mondlandung eine zen ale Rolle. Ande s als bei K iwe abe zie‑
len Hi šal und G öge o á nich in e s e Linie au die massenmediale Ve mi lung
des E eignisses, sonde n nu zen es als Ausgangspunk ü eine poe ische Collage
aus nachgesp ochenen O ‑Tönen (z. B. Funkmeldungen on A ms ong, Ald in und
Collins), Li e a ischem (u.a. Gedich e on Mo gens e n und Jules Ve nes Au dem
Mond), Poli ischem (P opaganda eden on Mao Tse ‑Tung) und T aump o okollen,
die hema isch und seman isch, bisweilen abe auch lau lich du ch das Elemen
‚Mond‘ e knüp we den. Eine zwei e Falls udie is dem on G öge o á allein e ‑
ass en und 1971 om Saa ländischen Rund unk p oduzie en Hö s ück Zweiäugiges
Wo spiel gewidme . No o nýs In e esse gil hie .a. de ansmedialen Dimension
dieses S ücks, handel es sich doch um die „akus ische Realisie ung“ (S. 316) eine
aus Tex agmen en bes ehenden Collage on Jiří Kolář, die die Gesich e G öge o ás
und Hi šals jeweils im Halbp o il als zwei Sei en ein und desselben Kop es zeig ; das
Männe ‑ und das F auenauge üh en in G öge o ás S ück einen Dialog übe ih e
jeweils nu zu Häl e wah genomme, aus Wo en zusammengese z e Umgebung.
Das d i e on No o ný in diesem Kapi el analysie e und wiede um on G öge o‑
a und Hi šal gemeinsam e ass e S ück Faus im S immenwald ( e ass 1971/72)
kombinie Ausschni e aus einem his o ischen Puppenspiel zum i elgebenden
Faus ‑S o mi li e a ischen, philosophischen, his o ischen und poli ischen Zi a en
und nachgesp ochenen O ‑Tönen. Von den beiden ande en S ücken un e scheide
es sich inso e n, als eine akus ische Realisie ung bis heu e auss eh – eine Ta sache,
die No o ný jedoch mi eine dezidie „s e eophonen Lek ü e“ (S. 328) de Pa i u
ein alls eich zu kompensie en weiß.
No o nýs Buch ha das Po en ial, in gleich d ei Zusammenhängen die Fo schungs‑
diskussion zu be eiche n ( ü einen po en iell ie en, ge manis ischen, wage ich mi
213REZENSIONEN
kein U eil zu e lauben). Dies gil e wa ungsgemäß, e s ens, ü die Bohemis ik. Mi
dem Hö spiel ück nich nu ein bislang wenig beach e e Be eich de schechischen
Li e a u des 20. Jah hunde s ins Blick eld sonde n auch eine Geschich e, die sich
wesen lich on de ande e Ga ungen un e scheide . Wie No o ný zu zeigen weiß,
lieg dies o allem an den mi de adiophonen P oduk ion und Dis ibu ion einhe ‑
gehenden medien echnischen An o de ungen. Ande s als gesch iebene Li e a u ode
auch Übe se zungen lassen sich Hö spiele nich un e Allonym ode im Samizda
publizie en und ande s auch als d ama ische Tex e en ziehen sie sich de ‚Au üh ung‘
im ino iziellen p i a en Um eld. Fü die deshalb unausweichliche Realisie ung im
Ausland gesch ieben un e scheiden sich No o nýs schechische Un e suchungsgegen‑
s ände doch auch on de Exilli e a u , lassen sie sich ande s als in To on o ode Köln
he ges ell e D ucke zeugnisse au g und des ma e iellen Um angs und de Kos en
des bis wei in die 80e Jah e hinein be o zug en Speiche mediums Tonband doch
nu seh beding zu ück ins Land schmuggeln– es wä e nich ohne Reiz zu e olgen,
wie sich diese Geschich e im Zei al e de Audiokasse e wei e en wickel ha . Genau
deshalb sind No o nýs Un e suchungen nich nu on In e esse ü die in den e gan‑
genen Jah en ege ge üh e Diskussion um die ino izielle‑ und Unde g oundkul u
de 1970e und 80e Jah e, sonde n auch ü die bislang ausschließlich mi Blick au
die Exilli e a u e handel e F age des Sp achwechsels: ande s nämlich als im Falle
on Au o en wie Milan Kunde a, Jiří G uša ode Libuše Moníko á inde diese hie
nich im Exil, sonde n zu Hause in de Tschechoslowakei s a .
Ebenso gil es, zwei ens, ü den im Zen um diese Zei sch i s ehenden ge ma‑
nobohemis ischen Be eich. Dass zwischen de schechischen und de wes deu schen,
abe auch ande en wes eu opäischen Li e a u en in den 1960e Jah en in ensi e
pe sönliche und auch A bei sbeziehungen bes ehen, s eh spä es ens sei dem E ‑
scheinen on G öge o ás und Hi šals monumen alen Memoi enexpe imen Le le
auße F age. Und auch on deu schsp achige Sei e is de schechische An eil am
„in e na ionalen Beziehungsge lech “ beispielsweise de S u ga e Schule imme
wiede he o gehoben wo den (Reinha d Döhl: Keino S u ga . Wandle . Zei sch i
ü Li e a u . N 21, 1997/98, 30–35 <h ps://aue .ne zli e a u .ne /du/keino .h m>).
Die li e a u wissenscha liche Diskussion alle dings wende sich diesem Aspek bis‑
lang ehe zöge lich zu, was o allem inso e n übe asch , als in jüngs e Zei sowohl
in Deu schland und Ös e eich als auch in Tschechien zahl eiche Ti el zu Konk e en
Poesie ode , allgemeine , zu Geschich e de expe imen ellen Li e a u und e ein‑
zel soga zum Hö expe imen e schienen sind (u.a. E a K a ká: Česká izuální poezie
[Tschechische isuelle Poesie]. B no 2013; Třídi slo a. Li e a u a akoncep uální endence
1949–2015 [Wo e so ie en. Li e a u und konzep uelle Tendenzen 1949–2015], h sg.
on Ondřej Buddeus und Ma ké a Magido á, P aha 2015; Be ina Thie s: Expe imen elle
Poe ik als Engagemen . Konk e e Poesie, isuelle Poesie, Lau dich ung und expe imen elles
Hö spiel im deu schsp achigen Raum on 1945 bis 1975. Hildesheim 2016). Zu den wenigen
Ausnahmen on diese Regel gehö de Sammelband Expe imen elle Poesie in Mi el‑
eu opa. Tex e– Kon ex e– Ma e ial– Raum (h sg. on Anne Hul sch, Klaus Schenk und
Alice S aško á. Gö ingen 2016), de den Fokus noch auswei e und neben schechi‑
schen und deu schsp achigen Tex en u.a. auch polnische und jugoslawische A bei en
mi einbezieh . Eine mi diese Ve lech ungsgeschich e be ass en Fo schung is
No o nýs Buch unbeding zu emp ehlen.
214 BRÜCKEN 29/1
Und las bu no leas gil es, d i ens, auch und ielleich soga insbesonde e ü die
medienwissenscha liche Dimension des Buches. Denn hin e de En scheidung, den
Un e suchungszei aum au die 1960e ‑80e Jah e einzug enzen s eh nich nu eine
ga ungsgeschich liche Pe iodisie ungsabsich , sonde n auch die on No o ný un e
ande em in Anlehnung an F ied ich Ki le o mulie e These, dass die medien ech‑
nischen Vo ausse zungen seine En s ehung gewisse Be eiligungen am Kuns we k
selbs eingehen; A bei en, au die hie bei Bezug genommen wi d sind u.a. Ki le s
G ammophon, Film, Typew i e (Be lin 1986) sowie Au sch eibesys eme (München 1995).
Sei nämlich, so a gumen ie No o ný, die Radio echnik de 1920e –50e noch wesen ‑
lich au die häu ig Mys i izie ungen ausgese z e Unmi elba kei de Ech zei ‑Pe ‑
o mance angewiesen, en s eh mi de En wicklung de Tonband echnik in den
1960e n zum e s en Mal übe haup ein schneidba es Speiche medium, das übe die
Au zeichnung hinaus o allem neue Möglichkei de küns le ischen Pos p oduk ion
des akus ischen Ma e ials e ö ne . T agba e Tonbände , Schneide ische und Klebe‑
band we den dami gewisse maßen selbs zu ‚Sch eibge ä en‘. Ähnliches gil auch ü
die noch im Zwei en Wel k ieg o allem mili ä isch eingese z e Technik de S e eo‑
phonie, die im Kon ex des expe imen ellen Hö spiels zu einem zen alen, nich nu
die akus ische Realisie ung, sonde n, wie die mi gelie e en Sk ip e und Pa i u en
zeigen, be ei s den Sch eibp ozess mi bes immenden und die Zweidimensionali ä
des gesch iebenen Tex es in den akus ischen Raum ansponie enden Elemen wi d.
Es is eine de g öß en S ä ken on No o nýs Buch, dass es diese These wei e denk
und ausgehend om gemeinsamen schechisch ‑wes deu schen Kon ex die Limi a‑
ionen he ausa bei e , die sich insbesonde e in au o i ä en Gesellscha en aus eine
de a s a ken medialen Be eiligung e geben.
Bohumil Vykypěl: Wande ungen du ch die bohemis ische
Ve gangenhei I. Bei äge deu sche Sla is en zu Bohemis ik.
Hambu g: Ko ač, 2021, 147 Sei en.
Klaas ‑Hin ich Ehle s– F eie Uni e si ä Be lin
Bohumil Vykypěl is in de Ve gangenhei imme wiede mi Ve ö en lichungen
zu Geschich e de Sp achwissenscha und de Philologien he o ge e en und
ha e dabei einen deu lichen Schwe punk au die En wicklung und die in e na io‑
nalen Kon ex e des schecho slowakischen S uk u alismus geleg (Zum Beispiel in:
Empi ical Func ionalism and he P ague School, B no 2009; Skizzen zu linguis ischen
His o iog aphie. B no 2013). In de o lie gen den Ve ö en lichung geh es nun um die
„Bei äge deu sche Sla is en zu Bohemis ik“. Bei de Wahl des deu schen Haup i els
ü sein Buch– Wande ungen du ch die bohemis ische Ve gangenhei – ha e de Au o
höchs wah scheinlich eine im Tschechischen belieb e Ti el o lage ü his o ische
Publika ionen im Kop , wie sie zum Bespiel die inzwischen siebzehn bändigen Reihe
de Toulky českou minulos í e wende (P aha 1985 .). Das schechische oulky schein