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Heraldische Repräsentation der Jagiellonen und der Habsburger. Die Wappen des königlichen Oratoriums im Prager Veitsdom im mitteleuropäischen Kontext

Abstract

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Heraldische Repräsentation der Jagiellonen und der Habsburger. Die Wappen des königlichen Oratoriums im Prager Veitsdom im mitteleuropäischen Kontext

Author: Pálffy, Géza
Publisher: Univerzita Karlova, Filozofická fakulta
Year: 2015
Source: https://dspace.cuni.cz/bitstream/20.500.11956/96992/1/1424487_geza_palffy_176-190.pdf
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He aldische Rep äsen a ion
de Jagiellonen und de Habsbu ge .
Die Wappen des königlichen O a o iums
im P age ei sdom im mi eleu opäischen Kon ex *
Géza Pál y
HERALDIC REPRESENTATION OF THE JAGIELLONIAN AND HABSBURG DYNASTIES.
COATS OF ARMS ON THE ROYAL ORATORY IN PRAGUE’S SAINT VITUS CATHEDRAL
IN THE CENTRAL EUROPEAN CONTEXT
The aim o he s udy is o examine a se ies o coa s o a ms o he Hunga ian and Bohemian Lands on
he la e Go hic Royal O a o y o Sain Vi us Ca hed al in P ague in he Cen al Eu opean con ex . An
analysis o coa s o a ms om he Lands o he Hunga ian C own has esul ed in h ee new indings.
On he one hand, con a y o p e ious concep s, he c ea ion o he coa s o a ms did no ook place
in he i s hal o he 1490s, bu p obably in he 1510s–1520s, pe haps esul ing om he Bohemian
co ona ion o Ma y o Hunga y on 6 June 1522. On he o he hand, he coa o a ms o Uppe Lusa ia,
placed on he balus ade, could ha e eplaced he simila coa o a ms o he Kingdom o C oa ia only
du ing an e oneous es o a ion a emp a he end o he 19 h cen u y. Finally, he coa s o a ms o he
Lands o he Hunga ian C own on he Royal O a o y we e aken o e om he he aldic ep esen a ion
o Empe o Maximilian I in Innsb uck ins ead o hose o he Jagiellonian dynas y in P ague o Buda.
KEYWORDS:
Habsbu g and Jagiellonian dynas ies; Vladislaus II Jagiello; Empe o Maximilian I; Lands o he Hun-
ga ian and Bohemian C own; Royal O a o y o Sain Vi us Ca hed al in P ague; He aldic Rep esen-
a ion; Coa s o A ms; Bosnia; Uppe Lusa ia; C oa ia
BISHERIGE RESULTATE — NEUE FRAGEN
Das be ühm e königliche O a o ium im Vei sdom in P ag gehö zu den beme kens-
we es en Kuns we ken aus dem Spä mi elal e [Abb. 1]. Seine Fe igs ellung wi d
sowohl du ch die al e als auch du ch die jünge e Fo schung eindeu ig au die e s e
Häl e de 1490e -Jah e geschä z . De wich igs e G und da ü wi d — wie auch in
de jüngs en Monog aphie on I o Hlobil, bzw. in de on Jiří Ku han und Jan Roy
behaup e 1 — o allem da in gesehen, dass nich nu das namha e W-Monog amm
* Das Thema wu de mi Un e s ü zung des sog. „Lendüle “-Heilige K one-P ojek es des In-
s i u s ü Geschich e des Fo schungszen ums ü Humanwissenscha en de Unga i-
schen Akademie de Wissenscha en bea bei e .
1 Mi wei e e Li e a u I o HLOBIL, De P age Vei sdom, P aha 2006, S. 34; Jiří KUT-
HAN — Jan ROYT, Ka ed ála s . Ví a, Václa a a Voj ĕcha. S a ynĕ českých pa onů a k álů
[Die Ka hed ale des hl. Vei , hl. Wenzel und hl. Adalbe . Das Heilig um de böhmischen
Pa one und Könige], P aha 2011, S. 385–389.
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des böhmischen Königs Wladislaw II. Jagiello (1471–1516), sonde n auch das e zie e
Wappen des König eichs Unga n da au zu sehen is . Unga ns Th on übe nahm Wla-
dislaw mi seine K önung Mi e Sep embe 1490 in S uhlweißenbu g.
Die Balus ade des O a o iums is — neben dem unga ischen — noch du ch wei-
e e neun Wappen geschmück . Sie we den on de Fo schung zu Rech den schöns en
Da s ellungen de spä mi elal e lichen Mach ep äsen a ion de Jagiellonendynas-
ie in Böhmen zuge echne . Die zehn Wappen symbolisie en in ih e Gesam hei die
on Wladislaw egie en Lände de Unga ischen und de Böhmischen K one in eine
zwei eiligen, gu ausgea bei e en Komposi ion. Wäh end in de Mi e de Balus ade,
d. h. an eine he o s echenden S elle, das unga ische und das böhmische Wappen zu
sehen sind, wu den he aldisch ech s om unga ischen das Wappen Dalma iens (d ei
goldene Leopa denköp e), jenes de Obe lausi z (eine goldene Zinnenmaue ), on
Bosnien (ein Schwe a m) und das He sche wappen de Jagiellonen in Unga n und
Böhmen (de polnische Adle ) angeb ach . Links om böhmischen Wappen be inden
sich zugleich die Wappen Mäh ens (geschach e e Adle ), Luxembu gs ( o e Löwe),
Schlesiens (schwa ze Adle ) und schließlich de Niede lausi z ( o e Ochse). Es is
wich ig zu be onen, dass, wäh end die Wappen de Lände de Böhmischen K one bis
heu e als O iginale e hal en geblieben sind, die Wappen de Lände de Unga ischen
K one leide nu nach ägliche E gänzungen und Neubemalungen sind. Sie wu den
im Lau e de Res au ie ungsa bei en um die Wende de Jah e 1870–1880 ange e ig .2
2 An onín PODLAHA — Kamil HILBERT, Soupis pamá ek his o ických a uměleckých. Me opoli ní
abb. 1: Das königliche O a o ium im Vei sdom (© Géza Pál y).
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In den e gangenen Jah en habe ich die he aldische Rep äsen a ion zunächs on
Fe dinand I. on Habsbu g (1526–1564) und seinen Nach olge n, dann die de Jagiel-
lonenhe sche und on König Ma hias Co inus (1458–1490) aus üh lich s udie .
Den Spu en de Geschich e de Wappen de Lände de S ephansk one (Unga n,
Dalma ien, K oa ien, Slawonien, Bosnien, Se bien, Galizien, Lodome ien, Kumanien
und Bulga ien)3 olgend, die au bedeu ende en hö ischen Feie lichkei en un e de
Regie ung Fe dinands I. in Wien, P essbu g und P ag p äsen ie wu den, s ell en
sich auch in Bezug au die Wappen des königlichen O a o iums zahl eiche F agen.
Au g und diese neuen Fo schungen auch e nämlich un e ande em die F age au ,
wann die au de Balus ade heu e sich ba en zehn Landeswappen en s anden sein
dü en und ob sie nu Denkmäle de dynas ischen Rep äsen a ion de Jagiello-
nenhe sche sind? Schließlich: Wa en sich die eins igen He s elle de Wappen
bzw.spä e ih e Res au a o en-Nach olge im ausgehenden 19. Jah hunde übe die
Wappen de Lände de Jagiellonen- und de Habsbu ge dynas ie genau im Kla en?
Au diese au egenden F agen e suche ich, in de o liegenden S udie die An wo
zu inden, indem ich das Thema im mi eleu opäischen Kon ex e läu e n möch e.
HERALDISCHE REPRÄSENTATION
IM SPÄTMITTELALTERLICHEN MITTELEUROPA
Die unga isch-böhmische Wappen eihe im königlichen O a o ium is zwei elsohne
eines de he aus agenden und schöns en Denkmäle de spä mi elal e lichen mi -
eleu opäischen dynas ischen Mach ep äsen a ion in Böhmen. In de Mach - und
Kuns ep äsen a ion de Dynas ien, die die Geschich e diese Region des Kon inen s
de e minie ha en, kam den Wappen, spä e den Wappen ahnen om 14. Jah hun-
de an eine imme bedeu ende e Rolle zu. Mi ihnen be on en die Dynas ien in e s-
e Linie die Bedeu ung ih e S aa en, Lände und ande en Te i o ien, mi einem
mode nen Fachausd uck: die de on ihnen egie en zusammengese z en S aa en.
Dies a au alle in diese Region mi einande we ei e nden Dynas ien im Zei aum
om 14. bis zum 17. Jah hunde zu: au die de Luxembu ge und de Jagiellonen ge-
nauso wie au die de Habsbu ge und au Ma hias Co inus. Obend ein wi k en
sie im Be eich de dynas ischen Rep äsen a ion auch au einande ein, meh noch:
sie we ei e en mi einande . Au diese Weise e schienen ih e S aa en- und Lände -
wappen nich nu au ep äsen a i en Gebäuden, sonde n in imme g öße e Zahl
ch ám s . Ví a P aze [Ve zeichnis de his o ischen und Kuns -Denkmäle . Me opoli anki che
des hl. Vei in P ag], P aha 1906, S. 93; Dob osla LÍBAL — Pa el ZAHRADNÍK, Ka ed ála s a ého
Ví a na P ažském h adĕ [Die Ka hed ale des hl. Vei au de P age Bu g], P aha 1999, S. 108.
3 Zu diesen sog. S amm-, Ansp uchs- und Ti ula -Lände siehe Géza PÁLFFY, The Kingdom
o Hunga y and he Habsbu g Mona chy in he Six een h Cen u y, New Yo k 2009, S. 17–19;
DERS., Ko uno ačné zás a y k ajín Uho skej ko uny od nesko ého s edo eku do začia ku 20.s o-
očia [Die K önungs ahnen de Lände de Unga ischen K one om Spä mi elal e bis An-
ang des 20. Jah hunde s], Galé ia: Ročenka Slo enskej ná odnej galé ie B a isla e 12,
2011 [2013], S. 7–30.
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au ih en Siegeln und bei e schiedenen hö ischen Feie lichkei en, am häu igs en
bei ih en Beg äbnissen.
Es is lohnenswe , diesen P ozess mi einigen Mus e beispielen — ohne den An-
sp uch au Volls ändigkei — om 14. Jah hunde bis zu den Beise zungsze emonien
de Habsbu ge he sche in P ag in de zwei en Häl e des 16. Jah hunde s da zus el-
len. Wäh end in Böhmen da ü im Fall de Luxembu ge die be ühm e Wappen eihe
des Tu mes de Ka lsb ücke in P ag ode des Bu g o es Točník aus dem 14. Jah hun-
de he o agende Beweise lie e n, konn e in Unga n de leide inzwischen ze s ö e
Wappen u m des Königs und Kaise s Sigismund on Luxembu g in de Bu g Buda/
O en eine ähnliche Rolle spielen. Im Fall de Habsbu ge agen die auch heu e noch zu
besich igende Wappenwand on Kaise F ied ich III. in Wiene Neus ad , dann de on
meh e en Da s ellungen bekann e, bis 1499 bemal e Wappen u m on Kaise Maxi-
milian I. in Innsb uck sowie die Wappen esken (um 1495) au dem Haus des do igen
S ad ich e s Wal e Zelle he aus.4 Fe ne können wi den o ku zem es au ie en
handsch i lichen T iumphzug des Kaise s Maximilian (1512–1515) wie die ged uck e Eh-
enp o e Alb ech Dü e s (1526) ü g oß angeleg e he aldische Rep äsen a ionsdenk-
mäle hal en.5 Abe in diese Reihe gehö noch Maximilians namha e „Au obiog a ie“,
das un ollende e We k Weißkunig, de im Zusammenhang mi de T aue ze emonie
ü F ied ich III. im Wiene S . S ephansdom die Wappen de S amm- ode Ansp uchs-
lände des Kaise s da s ell , on denen ein Teil auch au seine Tumba zu sehen is .6
Diese Bes a ungs i us ha e 1493 be ei s eine undie e Vo geschich e. Die dy-
nas ische Mach ep äsen a ion mi Wappenschilde können wi schon beginnend mi
de Ze emonie Alb ech s II. on Habsbu g, deu sche König sowie König on Un-
ga n und Böhmen, im Ok obe 1439 in S uhlweißenbu g dokumen ie en,7 und zwa
bei meh e en unga ischen He sche n, unabhängig da on, welche Dynas ie sie im
15. und 16. Jah hunde en s amm en.8 So du en die Wappen ahnen auch bei de
4 F anz-Heinz on HYE, Plu iumque Eu opae p o incia um ex e p inceps po en issimus — Kai-
se Maximilians I. genealogisch-he aldische Denkmäle in und um Innsb uck, in: S aa en. Wap-
pen. Dynas ien. XVIII. In e na ionale Kong ess ü Genealogie und He aldik in Innsb uck
om 5. bis 9. Sep embe 1988, Innsb uck 1988, S. 35–63; DERS., De Wappen u m — zu
Vo geschich e eine he aldisch-küns le ischen Idee, Ve ö en lichungen des Ti ole Landes-
museum Fe dinandeum 70, 1990, S. 99–109.
5 Wil ied SEIPEL (ed.), We ke ü die Ewigkei . Kaise Maximilian I. und E zhe zog Fe dinand
II. Auss ellungska alog des Kuns his o ischen Museums, Schloss Amb as 6. Juli bis 31. Ok obe
2002, Wien 2002, S. 120–123, N . 52; Klaus Alb ech SCHRÖDER — Ma ia Luise STER-
NATH (edd.), Alb ech Dü e . Auss ellungska alog de Albe ina 5. Sep embe –30. No embe
2003, Wien 2003, S. 448–453, N . 154; E a MICHEL — Ma ia Luise STERNATH — Man-
ed HOLLEGER (edd.), Kaise Maximilian I. und die Kuns de Dü e zei , Wien 2012, passim.
6 Hans Pe e ZELFEL, Wappenschilde und Helme om Beg äbnis Kaise F ied ichs III. Ein Bei ag
zum Beg äbnisze emoniell, Unse e Heima . Zei sch i des Ve eins ü Landeskunde on
Niede ös e eich und Wien 45, 1974, S. 201–209.
7 Wilhelm HAUSER, De T aue zug beim Beg äbnis des deu schen Königs Alb ech s II. († 1439),
Adle . Zei sch i ü Genealogie und He aldik 85, 1967, S. 191–195.
8 Zusammen assend siehe Géza PÁLFFY, Kaise beg äbnisse in de Habsbu ge mona chie — Kö-
nigsk önungen in Unga n. Unga ische He scha ssymbole in de He scha s ep äsen a ion de
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Bes a ung on Ma hias Co inus im Ap il 1490 in S uhlweißenbu g nich ehlen.
E mach e mi Vo liebe Geb auch da on, diese Wappen ode zumindes einen Teil
on ihnen au den Exempla en seine be ühm en Biblio hek, de Biblio heca Co i-
niana da zus ellen. Ein glänzendes Beispiel de gleichen Bes ebung lie e auch die
ihm gewidme e und 1488 e schienene Ch onica Hunga o um des Johannes Thu óczy
[Abb.2].9 Wi können as siche sein, dass dies auch bei de Beise zung on König
Wladislaw im Mä z 1516 in S uhlweißenbu g nich ande s wa , denn die Jagiellonen-
he sche se z en die Bes ebungen on Ma hias Co inus mi Vo liebe o .
Fe dinand I. und Maximilian II. üh en beide die Gewohnhei ih e Habsbu g-, Hu-
nyadi- und Jagiellonen o gänge in Sachen Wappen ep äsen a ion wei e . So ep ä-
sen ie en die Wappen ahnen on annähe nd 20 S aa en und Lände n bei de T au-
e ze emonie ü Fe dinand im Somme 1565 in Wien und bei seine Bes a ung in
P ag sowie spä e wäh end de Beg äbnis eie lichkei ü Maximilian 1577 eben alls
in P ag, dass an die S elle des spä mi elal e lichen unga isch-böhmischen S aa es
de Jagiellonen nach de Schlach bei Mohács 1526 ü die Jah e 1560–1570 un e de
Füh ung on Casa Aus iaca in Mi eleu opa eine neue Mach ge e en wa , nämlich
die zusammengese z e Habsbu ge mona chie, die aus deu sch-ös e eichischen, un-
ga ischen und böhmischen Lände n geschmiede wa .10 Wi e ügen in Ve bindung
Habsbu ge im 16. Jah hunde , F ühneuzei -In o 19, 2008, N . 1, S. 41–66, hie insbes. S. 46,
Tab. 2.
9 János THURÓCZY, A magya ok k ónikája. Facsimile [Die Ch onik de Unga n. Faksimile],
Budapes 1986.
10 Aus üh lich dazu siehe G. PÁLFFY, Kaise beg äbnisse, S. 44–48; bzw. DERS., Die Rep äsen-
a ion des König eichs Unga n am Beg äbnis Kaise Maximilians II. in P ag 1577, in: Jiří Miku-
lec — Milosla Polí ka (edd.), Pe saecula ad empo a nos a. Sbo ník p ací k šedesá ým
na ozeninám p o . Ja osla a Pánka I [Pe saecula ad empo a nos a. Sammelband on
S udien zum sechzigs en Gebu s ag on P o . Ja osla Pánek], P aha 2007, S. 276–283.
abb. 2: Die Wappen eihe im Ch onica Hunga-
o um des Johannes Thu óczy, 1488 (© O szá-
gos Széchényi Köny á , Budapes ).

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mi de Beg äbnisze emonie ü Kaise Fe dinand I. und Maximilian II. auch übe
bildliche Da s ellungen on ihnen.11
Wäh end die S amm- und die Ansp uchslände de Unga ischen K one an diesen
Ze emonien du ch ün Fahnen (Unga n, Dalma ien, K oa ien, Slawonien bzw. Bos-
nien, Se bien, Kumanien und Bulga ien mi eine gemeinsamen Fahne) e anschau-
lich wu den, e hiel en die ün Lände de Böhmischen K one ie Fahnen, das e -
ein e Wappen de Obe - und Niede lausi z s and nämlich au eine gemeinsamen Fahne
[Abb. 3]. Es is zu be onen, dass die Fahnen — en sp echend de zei genössischen ze-
emoniellen P axis — einande in eine s engen Rang olge de einzelnen S aa en und
Lände , gemäß de He sche i ula u , olg en. Die Fahnen äge wiede um wu den
on den Füh e n de unga ischen und böhmischen poli ischen Eli e aus den eigenen
Reihen ausgewähl . Schließlich e dien es besonde e Au me ksamkei , dass au die-
sen neun Fahnen — den Jagiellonen-Adle und das luxembu gische Löwenwappen e -
s ändliche weise ausgenommen — all die Wappen igu ie en, die auch im königlichen
O a o ium zu sehen sind. Abe diese Wappen wu den spä e auch au dem Zinnsa g
des eben alls im Vei sdom beigese z en Kaise s Rudol II. angeb ach .12 In Kenn nis all
diese Fak en is es in e essan nachzu o schen, sei wann die unga ischen He sche
diese Wappen benu z en. Dies kann nämlich auch die En s ehungsgeschich e und die
In e p e a ion de Wappen eihe des königlichen O a o iums in Vei sdom p äzisie en.
11 Ba holomaeus HANNEWALD, Pa en alia Di o Fe dinando Caesa i A g s o pa i pa iae e c.
a Maximiliano impe a o e e c., Fe dinando e Ca olo se enissimis A chiducibus Aus iae F a i-
bus singula i pie a e pe solu a Viennae, Anno Domini M.D.LXV. VIII. Idus Augus i, Augsbu g
1566 — ein kolo ie es Exempla im Wien Museum, In . N . 116.845; bzw. zu 1577 siehe
die S udie on Václa Bůžek in diese Numme de Zei sch i HOP.
12 Eliška FUČÍKOVÁ — Beke BUKOVINSKÁ — I an MUCHKA, Die Kuns am Ho e Rudol s II.,
Hanau 1990, S. 26, Abb. 20.
abb. 3: Die
gemeinsame
Fahne de
Obe - und
Niede lausi z
im Leichenzug
Fe dinands I.,
Wien/P ag,
Augus 1565
(© Wien
Museum).
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UNGARISCHE WAPPENREPRÄSENTATION
DER JAGIELLONEN UND DER HABSBURGER
Die Un e suchung de Wappen ep äsen a ion de Jagiellonenhe sche wi d da-
du ch e schwe , dass uns kaum ein bedeu ende es gegens ändliches Zeugnis — bis
au die Wappen eihe im Vei sdom — e hal en geblieben is , wo die Wappen de Län-
de de Unga ischen und de Böhmischen K one gleiche weise in eine höhe en An-
zahl zu Ve ügung s ünden. Auch aus de Epoche Fe dinands on Habsbu g kennen
wi nich allzu iele Denkmäle diese A . Auße den e wähn en Fahnenda s ellun-
gen bei T aue eie lichkei en is in e s e Linie das um 1565 ge e ig e Wappenbuch
des Reichshe olds Hans F ancolin beach enswe , in dem e die Wappen alle S aa en
ode Ansp uchslände des He sche s an üh e, sowie auch den be ühm en Habs-
bu ge p au in de Amb ase Sammlung.13 In Kenn nis dessen s ell Kaise Rudol s
P age Sa kophag nich nu ü die Habsbu ge s udien und die P age Ho o schung,
sonde n soga ü die mi eleu opäische He aldik einen ganz besonde en We da .
Obwohl Unga n und Böhmen on 1490 an eine Pe sonalunion bilde en, wa eine
gemeinsame Wappen ep äsen a ion nu sel en e o de lich — das königliche O a-
o ium is also auch aus diese Sich ein seh beme kenswe es Denkmal. Obgleich
die unga ische wie die böhmische Ho kanzlei on den 1490e -Jah en an o wiegend
am Ho in Buda wi k en, se z en die He sche au ih en unga ischen und böhmi-
schen Siegeln o ganisch die ühe e unga ische bzw. böhmische T adi ion o . Das
heiß , dass Wladislaws unga ische Königssiegel den ühe en unga ischen Königs-
siegeln on Ma hias Co inus olg en, wäh end die böhmischen Königssiegel öllig
e s ändlich ih e eigenen ühe en böhmischen Siegel benu z en. Au Le z e en be-
anden sich nach den bishe igen Kenn nissen keine unga ischen Wappen. Au dem
böhmischen königlichen Geheimsiegel z. B. auchen genau jene ün Wappen au , die
im königlichen O a o ium eben alls zu sehen sind: neben dem jagiellonischen Adle
de böhmische Löwe, de mäh ische Adle , de luxembu gische Löwe, de schlesische
Adle und de Ochse de Lausi z. Bis au das luxembu gische Wappen s anden diese
auch au dem böhmischen Königssiegel on Ma hias Co inus, selbs e s ändlich
neben einigen Wappen de Lände de Unga ischen K one.14 Obwohl die als Wappen
13 Hans FRANCOLIN, Weyland Kayse s Fe dinandi sälige nd hochloblichis e gedäc nus / nnd
dem ganczen hochbe hümb en hauß Ös e eich angehö ig Wappen, Augsbu g o. J. (Ös e eichi-
sche Na ionalbiblio hek 48.W.7.); zu diesem wenig bekann en We k siehe Egon on BER-
CHEM — Donald Lindsay GALBREATH — O o HUPP, Bei äge zu Geschich e de He aldik,
Be lin 1939, S. 152–156; bzw. anhand eines P age Manusk ip s siehe Kees TESZELSZKY,
Wi klichkei sge eue Da s ellungen de unga ischen K one um 1608, in: Zsuzsanna Czi áki e
al. (edd.), Wiene A chi o schungen. Fes sch i ü den unga ischen A chi delegie en
in Wien, Is án Fazekas, Wien 2014, S. 133–141, hie S. 137–138, 417–418, Abb. 3–4; zum
Habsbu ge p au neue dings Thomas KUSTER, „… den Neide n und Feinden des habsbu gi-
schen Namens und Ruhmes zum T o ze und Spo e…” De Habsbu ge P au — ein ku iose Wap-
pen äge , Jah buch des Kuns his o ischen Museums Wien 13–14, 2011–2012, S. 73–103.
14 Lajos Be ná KUMOROVITZ, Má yás ki ály pecsé jei [Die Siegel on König Ma hias Co i-
nus], Tu ul 46, 1932, S. 5–19; I án BERTÉNYI, I. Má yás ki ály címe ál oza ai [Die Wappen-
a ian e on König Ma hias Co inus], Le él á i Közlemények 79, 2008, S. 77–100, hie
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de S ad Bau zen, dann des Landes Budissin bekann e goldene Zinnenmaue in de
he aldischen Rep äsen a ion de Luxembu ge au dem Tu m de Ka lsb ücke und
dem Bu g o Točník be ei s e wähn wu de, haben wi gegenwä ig keine Angaben
ü de en Benu zung au Siegeln und sons igen Denkmäle n wäh end de He scha
on Ma hias Co inus und Wladislaw.15
Ma hias Co inus nachahmend, symbolisie en die gleichen Wappen die Län-
de de Böhmischen K one auch au den unga ischen He sche siegeln des Königs
Wladislaw. Au einem de wich igs en Mi el de He sche ep äsen a ion, seinem
om He bs 1493 e hal en gebliebenen Doppelsiegel, s ehen zum Beispiel au de
Rücksei e de mäh ische Adle , de luxembu gische Löwe, de schlesische Adle und
de Ochse de Lausi z au dem linken, d. h. wenige o nehmen Teil, wäh end de
böhmische Löwe und das unga ische ge eil e Wappen gemeinsam abgebilde sind.16
Au de Vo de sei e des Siegels hingegen wa auch noch de jagiellonische Adle zu
sehen. Die Lände de Unga ischen K one wu den auch au de Rücksei e zugleich
du ch das unga ische Doppelk euz, die d ei dalma inischen Leopa denköp e sowie
ein Wappen mi zwei K onen und ein Wappen mi einem que lau enden Tie sym-
bolisie . Wäh end die jüngs e unga ische Fo schung die beiden K onen be ei s as
eindeu ig einem zei genössischen Wappen Bosniens zusch eib , symbolisie e das
Le z e e wah scheinlich Slawonien, dessen al es Symbol de Ma de gewesen wa .
In diesem Land zahl e man be ei s in de A padenzei die S eue in Fo m on Ma -
de ellen. 1496 mach e ge ade König Wladislaw den lau enden Ma de du ch seinen
Wappendona ionsb ie auch o iziell zum Wappen ie Slawoniens.17 Nach unse en
bishe igen Kenn nissen ände en sich die Wappenabbildungen au den unga ischen
He sche siegeln König Ludwigs nich .
Nach all dem kann man sich zu Rech da übe wunde n, dass die au den Siegeln
de Jagiellonenhe sche benu z en Wappen mi de Wappen eihe de sozusagen
„unga ischen“ Sei e des königlichen O a o iums in P ag lediglich im Fall on Dal-
ma ien und des Jagiellonen-Adle s übe eins immen. Dalma ien e schien nach 1370
wäh end de He scha des Königs Ludwig I. aus dem Haus Anjou als e s es un e
den Lände n de Unga ischen K one in de he aldischen Rep äsen a ion unga ische
He sche und wu de allmählich zu de en s ändigem, und zwa dem Landeswappen
S. 83–86; Zenon PIECH, Die Wappen de Jagiellonen als Kommunika ionssys em, in: U szula
Bo kowska — Ma kus Hö sch (edd.), Ho kul u de Jagiellonendynas ie und e wand e
Fü s enhäuse , Os ilde n 2010, S. 13–34, hie insbesonde e S. 25–26.
15 Joachim BAHLCKE (ed.), Geschich e de Obe lausi z. He scha , Gesellscha und Kul u om
Mi elal e bis zum Ende des 20. Jah hunde s, Leipzig 2001, S. 12–13.
16 Magya Nemze i Le él á O szágos Le él á a [Unga isches Na ionala chi , Unga isches
S aa sa chi ], Budapes ; Diploma ikai Le él á [U kundensammlung], N . 19968 (28. Ok-
obe 1493).
17 Ma io JAREB, H a ski nacionalni simboli [K oa ische Na ionalsymbole], Zag eb 2010,
S. 26; Dub a ka PEIĆ ČALDAROVIĆ — Nikša STANČIĆ, Po ijes h a skoga g ba. H a ski
g b u mijenama h a ske po ijes i od 14. do poče ka 21. s oljeća [Die Geschich e des k oa ischen
Wappens. Das Wappen K oa iens im Wandel de k oa ischen Geschich e om 14. bis An-
ang des 21. Jah hunde s], Zag eb 2011, S. 74–83.
184 HISTORIE — OTÁZKY — PROBLÉMY 2/2015
OPEN
ACCESS
Unga ns olgendem alle e s en Elemen .18 Es is hingegen schon an sich eigena ig,
was unmi elba neben ihm, d. h. zwischen den Wappen zweie König eiche, Dalma-
iens und Bosniens, das Wappen eine Ma kg a scha , d. h. de Obe lausi z zu su-
chen ha , insbesonde e weil dieses Wappen zu Zei on Wladislaws He scha noch
kein Landeswappen de Obe lausi z, sonde n nu das S ad wappen on Bau zen ge-
wesen wa . Die Lösung bie e uns in e s e Linie die Analyse des Wappens on Bos-
nien, das die Da ie ung und die he aldische Rep äsen a ion des O a o iums eben alls
in ein neues Lich ücken kann.
NEUINTERPRETATION UND NEUDATIERUNG
DER WAPPENREIHE DES KÖNIGLICHEN ORATORIUMS
In Kenn nis de bishe igen Schilde ung meine ich, mi öllige Siche hei e klä en
zu können, dass Bosniens Wappen mi dem Schwe a m nich aus de he aldischen
Rep äsen a ion de unga isch-böhmischen He sche des 15. Jah hunde s au die
Balus ade des königlichen O a o iums ge a en is . Das dank des Feldzugs on Ma -
hias Co inus 1464 zu Häl e on ihm egie e südslawische Land wu de ja au den
Wappenda s ellungen, zumeis den Siegeln sowohl on Ma hias als auch seinen Ja-
giellonennach olge n ode eben au dem Co inus-Denkmal am Ma hias u m in
de O enbu g in Bau zen im Allgemeinen du ch einen Wappenschild mi zwei K o-
nen e anschaulich . Bosnien ha e nämlich im 15. Jah hunde noch kein s ändiges
Landeswappen, die einzelnen bosnischen He sche — en sp echend de häu igen
e i o ialen Ze issenhei des Landes — benu z en meh e e A en on Familien-
und/ode S aa swappen. Wäh end de bosnische König Nikolaus Újlaki (1471–1477),
ein Anhänge on Ma hias Co inus — meh e en ühe en bosnischen He -
sche n olgend — das K onenwappen benu z e, auchen bei ande en He sche n
de Schwe a m und soga noch wei e e Wappen a ian en (Sch ägbalken bzw. e -
s u z e Zweige) au .19
Auch wenn es au den e s en Blick unglaublich e scheinen mag, kam Bosniens
Wappen mi dem Schwe a m aus de Wappen ep äsen a ion de habsbu gischen
Kaise in die de Jagiellonen und somi auch in das königliche O a o ium. Die ü-
hes en Exempla e des bosnischen Wappens mi dem Schwe blieben nämlich ein-
deu ig un e den he aldischen Rep äsen a ionsdenkmäle n de Habsbu ge dynas ie
18 M. JAREB, H a ski nacionalni simboli, S. 19; D. PEIĆ ČALDAROVIĆ — N. STANČIĆ, Po ijes ,
S. 26–46; Tamás KÖRMENDI, Dalmácia címe e a középko i magya ki ályok he aldikai ep-
ezen ációjában [Das Wappen Dalma iens in de he aldischen Rep äsen a ion de unga i-
schen Könige im Mi elal e ], in: Zsó ia Kádá — Bálin Laka os — Á on Za nóczki (edd.),
A chi a io um his o ico umque magis a. Tö éne i anulmányok Bak Bo bála aná nő
70. szüle ésnapjá a [His o ische S udien zum 70. Gebu s ag on P o . Bo bála Bak], Bu-
dapes 2013, S. 391–408.
19 Auße unse en neuen he aldischen Fo schungen (gemeinsam mi D . Bálin Laka os und
D . Gyö gy Rácz, Budapes ) zum Thema siehe Józse HOLUB, Bosznia czíme e [Das Wappen
Bosniens], Tu ul 35, 1917, S. 54–57; I. BERTÉNYI, I. Má yás, S. 86–90.