137REZENSIONEN
e o ischen Konno a ionen de ielen P e de -Figu en im We k Ebne -Eschenbachs
nachzuspü en: „Ebne -Eschenbach se z die sexuelle Symbolik on P e d und Rei e
zwa sub il abe nich unschuldig ein.“ (S. 54) Die seh schöne S udie e inne mich
an einen Bei ag au eine Robe Musil Tagung in Wien o ielen, ielen Jah en, als
eine de Re e en en eben alls die e o ischen Konno a ionen de Musilschen P e de
da s ell e und diese Me aphe -Obsession Musils als Ausd uck unges ill e Sehnsuch
nach einem eigenen P e d da s ell e– da Musil als In an e is ja kein eigenes P e d
besessen hä e. De Bei ag wa ulminan , doch in de Diskussion beleh en die
Musil -Kenne den Redne , dass Musil als hohe O izie eilich ein P e d besessen
ha . Mi diesem Ve gleich soll eilich keineswegs un e s ell we den, dass die A gu-
men a ionslinie S igls ebensolche Schwächen hä e.
Und noch einen ün en K eis gib es: in ihm schmo de männliche Egozen ike
Helmu Koopmann, au den wegen seine Bei äge aus den Jah en 1994 und 1999 öh-
lich einged oschen wi d. Rech geschieh ihm!
Meine Typologie g ei zu ku z ü Au sä ze übe Ebne -Eschenbachs Ly ik (Wal-
e He che, Ul ike Tanze ; eigen lich kein Au sa z, sonde n nu Abd uck on 14
Gedich en aus dem Manusk ip des Liede buches), den Au sa z Ky a Waldne s übe
die Schicksale des Nachlasses mi eine Wü digung Helene Buche s, de gelieb en
Sek e ä in Ebne -Eschenbachs, und zwei Au sä ze– eben alls am Ende des Bandes–
übe die Diens e, welche die eben neu e undene Fo og a ie den Au o en (Fe dinand
on Saa abe auch Ebne -Eschenbach) bei de Ku zda s ellung und Visualisie ung
ih e Figu en/Typen leis e e (Magdalena S ieb) und übe die un e s ü zende Rolle
de Abbildungen/Fo og a ien und Skulp u en (Plake en Medaillen B ie ma ken)
bei de Selbs inszenie ung bzw. Gedäch nisp lege. Als passionie e Ta ockspiele in
hänge ich mi das (au S. 201 abged uck e) Fo o de a ockspielenden wü digen Damen,
Ebne -Eschenbach, Be y Paoli und Ida Fleichschl (eigen lich spielen sie Tappe , da nu
zu d i ) übe meinen Ta ock -S amm isch im Olmü ze Lokal Zum Golias und we de
da un e nachdenken, ob mich die Damen zum König u en wohl eingeladen hä en.
Mi ko No scheid, Ma cel Ille schko, Desi ee Hebens ei ,
Be nha d Fe z, Hans ‑Ha ald Mülle (Hgg.):De B ie wechsel
zwischen Augus Saue und Be nha d Seu e 1880 bis 1926.
Wien, Köln, Weima : Böhlau, 2020, 838 Sei en.
Š ěpán Zby o ský– Ku K olop Fo schungss elle ü deu sch ‑böhmische
Li e a u , Ka ls ‑Uni e si ä , P ag
Am Sams ag, den 22. Mä z 1919, sch ieb Be nha d Seu e (1853–1938) aus G az an
Augus Saue (1855–1926) in P ag:
Die eise ne Ene gie, mi de Sie bei de A bei o z allem ausha en, bewunde e
ich, wie ich s e s Ih e Leis ungs ähigkei bewunde habe. Ich bin sei dem zweck-
losen Op e des Sohnes da niede , gleichgül ig gegen alles. Und nun mi die So ge
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um meine lange leidende F au au ganz un o he gesehene sch eckliche Weise ge-
nommen is ,– sie e wach e nach gu e Nach mi Sp achlähmung– is de Inhal
des Lebens e lo en. Ich wage nich zu ho en, dass ich die Genesung meines le z en
Kindes e lebe, obwohl ich mi sage: ich da die Augen nich schliessen, be o e
a bei s ähig gewo den is . (S. 614)
Diese S elle deu e die In imi ä de langjäh igen Ko espondenz zweie Ge manis-
en, Edi o en und Redak eu e und Wilhelm -Sche e -Schüle an– eine In imi ä , die
eilich nie sen imen al wu de, sonde n imme du ch ge eil e lammende Leiden-
scha ü philologische Wissenscha ge agen wa . 2016 wu den im Rahmen des
bina ionalen deu sch -ös e eichischen P ojek s „Kommen ie e Auswahl -Edi ion
des B ie wechsels zwischen Augus Saue und Be nha d Seu e . Ein Bei ag zu
Kul u - und Wissenscha sgeschich e de Ge manis ik in Ös e eich und Deu sch-
land“ säm liche Ko espondenzdokumen e dieses Geleh en e häl nisses on de
Ös e eichischen Na ionalbiblio hek– insgesam meh als 1200 B ie e ode Ka en
aus den Jah en 1880–1926– au dem Po al B ie wechsel Saue -Seu e online ges ell
(h p://saue -seu e .onb.ac.a /). De Nu zwe de so g äl ig au be ei e en G und-
baus eine de elek onischen Edi ion– Faksimiles, T ansk ip ionen und g undlegende
Me ada en– wi d e iel ach du ch wei e es Bildma e ial aus dem Nachlass und
insbesonde e du ch eine gu ungie ende und zweckmäßig s uk u ie e Suchma-
schine mi Fil e möglichkei en nach Au o en, e wähn en Pe sonen, Sch eib- und
Emp angso en, Zei äumen und nach sinn oll gegliede en „Themenlinien“ (z.B.
Eupho ion, G illpa ze , Wilhelm Sche e , Goe heausgabe e c.).
Die Webpla o m wu de nun du ch den Band De B ie wechsel zwischen Augus Saue
und Be nha d Seu e 1880 bis 1926 e gänz , de in de P in e sion ode als Open-
Access -PDF zu Ve ügung s eh . Dami en s and eine an sich nich unin e essan e
(und im wissenscha lichen Be eich sel ene) Kons ella ion mediale und Ve iebs-
o men, doch sind dabei nich nu medienbeding e Un e schiede zu e zeichnen.
Gegenübe de On -Line -Edi ion bie e de Band auch einen Anme kungsappa a zu
jedem B ie mi E ö e ungen de biog aphischen Da en e wähn e Pe sonen, de
his o ischen Geschehnisse, de Zusammenhänge in wissenscha lichen Publika-
ionsak i i ä en de beiden P o agonis en und im b ei e en Kon ex de Li e a u -
geschich e und de ge manis ischen Philologie. Einlei ende Abschni e schließen
ein knappes Vo wo mi E ö e ung de P ojek genese, des Mi a bei e eams wie
auch de Koope a ionspa ne (insbesonde e Nachlassbesi ze – Ös e eichische
Na ionalbiblio hek, S aa sa chi Wü zbu g und Deu sches Li e a u a chi Ma bach
am Necka ), einen um assenden Abkü zungsschlüssel und o allem eine e giebige
philologisch -his o ische Ein üh ung in den B ie wechsel ein (S. 27–61). Dank de
übe aus g ündlichen Bea bei ung diese Teile sowie des e schöp enden edi o ischen
Be ich s (S. 641–658), de um assenden abella ischen Anhänge und eines kommen-
ie en Namens egis e s (S. 713–838) läss diese Edi ion nich s zu wünschen üb ig. Was
in de übe eibenden Huldigungs he o ik als billige A ibuie ung wi ken könn e,
is hie ein schlich weg angemessene Ausd uck: es handel sich um eine o bildli-
che Edi ion, nich nu hinsich lich de komp omisslosen Einhal ung philologische
S anda ds, sonde n hinsich lich ih e Ve bindung mi dem wegweisenden medialen
A angemen de P ojek e gebnisse.
139REZENSIONEN
Saue und Seu e p äg en on ih en S ando en in G az und P ag das Gesich de
ge manis ischen Wissenscha um 1900 nachhal ig und wa en insbesonde e an de
me hodologischen sowie cu icula en P o ilie ung des Fachs be eilig . Die Ko espon-
denz begann mi eine edi o ischen Koope a ion, den 1881 on Seu e geg ünde en
Deu schen Li e a u denkmalen des 18. und 19. Jah hunde s in Neud ucken (1881–1924).
Insbesonde e in den e s en Jah en zähl e Saue zu den ak i s en Mi a bei e n und
wa 1891 als Seu e s Nach olge He ausgebe de Reihe gewo den. Die B ie e be-
legen seinen wesen lichen An eil an de philologisch o iginellen Konzep ion sowie
de Auswahl de zu edie enden We ke– mi de Anak eon ik, dem S u m und D ang
ode Hein ich Heine beweg e sich die Reihe nich sel en au de ‚Hin e eppe‘ des
damaligen li e a his o ischen Kanons. Ange eg du ch die Li e a u denkmale g ün-
de e Saue seine schmale e 16-bändige Edi ions eihe Wiene Neud ucke (1883–1886)
ü ös e eichische Au o en des 16. bis 19. Jah hunde s. Beide wa en zudem in nich
unbedeu endem Maße an de Weima e Goe he -Ausgabe (1887–1919) be eilig . Die
im B ie wechsel einmal au bli zende Idee eine zusammen assenden Fo mulie ung
und Publika ion on „p incipien“ (S. 111) edi o ische A bei wu de leide nich um-
gese z – abe ge ade auch die Beobach ung de a ige nich ealisie e Absich en
mach einen de Reize de B ie wechsel -Lek ü e aus (besonde s be i es das lang-
is ige und schließlich e gebnislose Ringen um die Monog aphien übe Wieland
[Seu e ] und G illpa ze [Saue ]). Bei de Weima e Ausgabe sind die Momen e on
besonde em In e esse, in den beide Mi a bei e ih e konzep ionell ode si ua i be-
ding en Bedenken gegenübe dem P ojek äuße n– e wa bezüglich de Konku enz
de siche lich bedeu enden und eh en ollen A bei mi ande wei igen Plänen, wie
sie Seu e hinsich lich seine Wieland -Monog aphie bekunde e (S. 34 .). Als ein on
den Reihenhe ausgebe n sowie dem Redak eu Be nha d Suphan kaum o gesehene
P oblem all wi d im B ie wechsel s eckenweise Saue s Edi ion des Bands mi Gö z
on Be lichingen (S. 201–209, 225–230, 234–236) bezeug .
Ein ausgiebiges Zeugnis leg die Ko espondenz on de edak ionellen Be ä igung
Seu e s und Saue s in den Fachzei sch i en ab, besonde s in Ve bindung mi den
gemeinsam disku ie en Plänen eine philologisch o ien ie en Zei sch i ü neue e
deu sche Li e a u geschich e, aus den Seu e s ielbeach e e Vie eljah ssch i ü
Li e a u geschich e (1888–1893) und ih e Nach olgezei sch i , dem Eupho ion (geg .
1894) he o gegangen sind. Diesbezügliche B ie e dokumen ie en auch die g und-
legenden Un e schiede zwischen den beiden F eunden: wäh end Seu e du chaus
konse a i und s eng philologisch o ien ie wa , melde sich in Saue s B ie en ein
mode ne e , mi meh O ganisa ions- und Imp o isa ions alen begab e In ellek uel-
le zu Wo . Demen sp echend konzipie e e seine Zei sch i nich nu als Pla o m
ü wissenscha liche Abhandlungen, sonde n als ein iel äl iges Diskussions- und
Se ice -O gan ü die wissenscha liche Kommuni ä . Aussagek ä ig is hie nich
nu die neidlose Ane kennung Seu e s (S. 41), sonde n auch de Aus ausch übe
konk e e He e des Eupho ions, e wa das Sonde he übe Gundol s Goe he -Buch on
1921 (S. 615–619), ode die Polemik o dem Ve lagswechsel 1896 ( on C. C. Buchne zu
Ca l F omme), nach de Saue seinen u sp ünglichen Plan e idie e, mi Jakob Wil-
libald Nagl und Jakob Zeidle eine egelmäßige Beilage zu deu sch -ös e eichischen
Li e a u geschich e anzulegen (S. 378–388). Das ände e nich s an dem lang is igen
In e esse Saue s, de ös e eichischen Li e a u geschich e meh Gehö zu e scha en
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und die pe iphe e Lage P ags du ch die Umse zung ansp uchs olle P ojek e und
E ablie ung eine zen alen Zei sch i ü Li e a u geschich e auszugleichen. Die
B ie e geben nich sel en Au schluss übe sons ige F eundscha en und Konku enz-
beziehungen de beiden P o agonis en– e wa bezüglich des zwischen nüch e ne
Kollegiali ä , Konku enz und „ä gs e […] Feindscha “ (S. 571) changie enden Be-
ziehung Saue s zu Jakob Mino , mi dem Saue die ku zlebigen Bei äge zu Geschich e
de deu schen Li e a u und des geis igen Lebens in Ös e eich (1883–1884) ins Leben ie .
G undsä zliche Meinungs e schiedenhei deck de Aus ausch übe Saue s p o-
g amma ische Rek o a s ede Li e a u geschich e und Volkskunde on 1907 au . Saue
be uhig die o ausgese z e Beso gnis bezüglich po enzielle Rela i ie ung bzw.
Ni ellie ung de höchs en li e a u äs he ischen We e: „Die höchs en äs he ischen
Spi zen und küns le isches en Leis ungen we den ielleich nich be üh ode än-
de n sich mindes ens nich nach meine neuen Be ach ungsa ; abe das Gesa[mm]
bild e schieb sich.“ (S. 576)
Seu e ha sich be ei s ühe skep isch gegenübe s ammeskundlich o ien ie en
Ansä zen geäuße und zwei el auch diesmal: „Die bo scha is schön, allein mi ehl
de glaube.“ (S. 577) Als p oblema isch emp and e o allem den empi ischen Gehal
und die li e a u his o ische E klä ungsk a de s ammesgeschich lichen Volkskunde.
Nu 297 on den insgesam übe 1200 zwischen Seu e und Saue gewechsel en
B ie en und Ka en wu den in den Band au genommen. Die siche lich nich es los
objek i en, doch o ensich lich bedäch ig umges z en K i e ien de Rep äsen a i i ä
ü einzelne Phasen de pe sönlichen Beziehung und wich ige Themen des Aus au-
sches we den im edi o ischen Be ich (nebs Ano dnung, Tex kons i u ion und -da -
s ellung) de aillie disku ie . Als besonde s wich ig– neben den wissenscha liche
Belange be e enden B ie s ücken– e schein die Au nahme einige kon esso ische
„Lebensb ie e“ (so Saue s Benennung; .a. Seu e s B ie om 2. Juni 1884 und Saue s
B ie om 4. Sep embe 1884), die nich nu pe sönliche Re lexionen de bishe igen
Lebensbahn und wissenscha lichen En wicklung dokumen ie en, sonde n auch
die A und Weise, wie Seu e und Saue einschneidenden Umb üchen und K isen
e lek ie end und kommunika i begegne en. Die Tex wiede gabe olg dem P inzip,
die Handsch i möglichs ohne Eing i e zu e mi eln, die dennoch une lässlichen
Eing i e we den sys ema isch o genommen und eindeu ig signalisie .
Die ech sel enen Tipp- und Sa z- ode ak og aphische Fehle (z.B. de Ve lags-
wechsel des Eupho ion wi d einmal au das Jah 1898 da ie [S. 41]) können an de
oben o mulie en Hochschä zung de Edi ion nich s ände n. Sie bezeug , dass die
Ko espondenz nich nu als Dokumen de achbezogenen sowie ein pe sönlichen
Themenp ä e enzen, S andpunk e und Anschauungen lesba is , und nich bloß einen
Einblick in das b ei gespann e Spek um de wissenscha lichen In e essen und die
wei eichenden Ne zwe ke on achlichen sowie gesellscha lichen Kon ak en zweie
zen ale Figu en de Ge manis ik um 1900 gewäh . Denn nich nu Abbildung,
sonde n dynamische Ges al ung– Suche, Aus o mulie ung und Re isionen– de
jeweiligen Posi ionen inde in diesem Dialog übe Jah zehn e hinweg s a . Ein be-
deu endes und p äzise be ei e es S ück de Ge manis ik- und Ge manis engeschich e
um 1900 ‚im P ozess‘ wi d hie au ge oll .