Die Sp ache de Olmü ze Ge ich so dnung
on Hein ich Polan aus dem Jah e 1550.
Eine phonog aphema ische Un e suchung1
Libuše Spáčilo á (Palacký-Uni e si ä Olomouc)
ABSTRACT
Ea ly Mode n High Ge man o Hein ich Polan’s Cou Regula ions (1550)
This pape deals wi h Polan’s wo k Cou Regula ions which ep esen s he ac ualisa ion and
amendmen o legal in o ma ion desc ibed in he Law Book o Meissen, which was a e y impo -
an documen in he ield o adminis a ion and law in Olomouc be ween 1390 and 1709. Since
Polan’s documen has no been examined p o oundly, he aim o his a icle is o in oduce his
idiolec as he au ho o he Cou Regula ions, wi h apa icula ocus on i s mode n phenomena
which illus a e how uni ying endencies g adually gained g ound in Ea ly Mode n High Ge -
man. Some dialec phenomena a e poin ed ou which e eal he au ho ’s o igin o places whe e
he had li ed be o e. I is concluded ha he language o he Cou Regula ions co esponds wi h
he w i ing p ac ices o he Olomouc municipal o ice o ha ime. I is shown ha Jindřich Po-
lan, who hailed om he eas middle Ge man language a ea whe e he had s udied and wo ked
o se e al yea s, was able o e o lessly adap his way o w i ing o he w i ing p ac ices o he
Olomouc municipal o ice. Howe e , as also poin ed ou in he pape , he e s ill emain some as-
pec s o his wo k ha do no seem o co espond en i ely o he w i ing p ac ices o he Olomouc
municipal o ice.
KEYWORDS
Cou Regula ions, dialec , Ea ly Mode n High Ge man language, Hein ich Polan, idiolec
ABSTRACT
Die Ge ich so dnung on Hein ich Polan s ell eine Ak ualisie ung und E gänzung de Rech sin-
o ma ionen da , die im Meißne Rech sbuch, einem om le z en Jah zehn des 14.Jah hunde s
bis zum Jah e 1709 in Olmü z in Ve wal ung und Rech e wende en Dokumen e anke wa en.
Polans Ge ich so dnung wu de bishe als his o ische und philologische Quelle nich g ündlich
un e such . Sei dem Jah e 2020 wi d die E o schung dieses Rech sdokumen s ealisie , die on
de schechischen Fo schungsagen u GA ČR inanzie wi d. Die o liegende S udie p äsen ie
die E gebnisse de e s en E appe de Un e suchung mi dem Ziel, den Idiolek Hein ich Polans
o zus ellen, mode ne E scheinungen im Tex , die eine allmähliche Du chse zung de Ve ein-
hei lichungs endenzen im F ühneuhochdeu schen belegen, zu kommen ie en und au dialek-
ale Phänomene zu e weisen, die übe Polans He kun bzw. ühe e Au en hal e in o mie en
können.
1 De Bei ag en s and im Rahmen des P ojek s N .20-04393S „Jindřicha Polana Soudní řád
z oku 1550. Příspě ek kpoznání magdebu ského p á a na se e ní Mo a ě [Hein ich Polans Ge-
ich so dnung aus dem Jah e 1550. Ein Bei ag zum E kenn nis des Magdebu ge Rech s
in No dmäh en]“, das in den Jah en 2020–2022 on de schechischen Fo schungsagen-
u GA ČR inanzie wi d.
LIBUŠE SPáČILOVá 29
SCHLÜSSELWÖRTER
Dialek , F ühneuhochdeu sch, Ge ich so dnung, Hein ich Polan, Idiolek
DOI
h ps://doi.o g/10.14712/18059635.2021.1.2
1 EINLEITUNG
Das S ad ech , das im Meißne Rech sbuch2 ausgeleg wu de und in de S ad Olo-
mouc (im Wei e en Olmü z) bis zum Jah e 1709 in Gel ung wa , wu de du ch e -
schiedene Fes legungen ak ualisie und e gänz . Manche Rech sdokumen e diese
A wa en so wich ig, dass ih e Gül igkei das Te i o ium de S ad wei übe sch i
und sie auch ande en S äd en und S äd chen e eil wu den, ü die Olmü z als Obe -
ho in Rech sangelegenhei en gal . Eines diese Dokumen e, die die Lebendigkei und
Bedeu ung des in Olmü z benu z en Rech s belegen, wa die Olmü ze Ge ich so d-
nung, die de Olmü ze Ge ich ssch eibe Magis e Hein ich Polan im Jah e 1550 e -
ass e. De zei genössische o izielle Ti el des Dokumen s lau e e Zuſammenge agene
a ickel in o m eines ech lichen p oces, wie dieſelben on al e s he bei diese koniglichen
s ad Olomun z bei ge ich e und auch in und o geheg e bank in ubung gehal en, samb
ande n nod u igen unde weiſungen und zu eglichen ellen (Bes and A chi de S ad
Olmü z, im Wei e en AMO, Büche , Sign. 116).
Polans Ge ich so dnung en s and in de Zei , in de die S andes ep äsen an en
in den böhmischen Lände n in den Vo de g und ge ie en. Fe dinand I. ließ im Jah e
1548 das Appella ionsge ich in P ag e ich en, dem alle Ge ich e in den böhmischen
Lände n un e s ell we den soll en. E woll e dadu ch En scheidungen de S ad -
ge ich e kon ollie en. Den S äd en und S äd chen des Magdebu ge Rech s e bo
e , Beleh ungen on Obe hö en auße halb de böhmischen Lände , o allem in
Magdebu g, Leipzig und B eslau, zu e langen und Mus e u eile zu übe nehmen.
Die mäh ischen S äd e mi de einzigen Ausnahme de S ad Iglau lehn en es ab,
sich de Ge ich sba kei des P age Appella ionsge ich s un e zuo dnen. Die S ad -
ech e wu den in diesen S äd en auch nach dem Jah e 1548 dem ühe en Modell
zu olge o ganisie — das Sys em de Gesuche on S äd en, S äd chen und Dö e n
um Beleh ungen om Obe ho blieb wei e hin e hal en. Die damals e ass e Ge-
ich so dnung de S ad Olmü z, on de als dem Obe ho iele S äd e, S äd chen
und Dö e in No dmäh en Beleh ungen e lang en, wa e bishe au eine Bea bei-
ung on His o ike n, o allem on Rech shis o ike n. Das jeweilige P ojek , das
on de Fo schungsagen u GA ČR un e s ü z wi d, konzen ie sich au die E -
s ellung eine Edi ion, au eine linguis ische Un e suchung, de en Bes and eil auch
eine phonog aphema ische Analyse des O iginal ex es aus dem Jah e 1550 is , und
au eine Besch eibung de Quellen, die den Inhal und die Fo m de Ge ich so dnung
2 Aus üh liche In o ma ionen übe das Meißne Rech sbuch sind in de Einlei ung zu
im Jah e 2010 he ausgegebenen Edi ion diese Rech squelle zu inden ( gl. Spáčil—
Spáčilo á 2010: 15 .).
30 LINGUISTICA PRAGENSIA 1/2021
beein luss en. Die o liegende S udie b ing die E gebnisse de e s en Phase diese
Un e suchung, in de die Sp ache de Olmü ze Ge ich so dnung zu besch eiben
wa . Ges ell wu den olgende Teilziele: den Idiolek des Ve asse s Hein ich Po-
lan o zus ellen, p og essi e Phänomene in seine Sp ache, die die Akzep anz de
damals ak uellen Ve einhei lichungs endenzen im F ühneuhochdeu schen zeigen,
zu kommen ie en und im Zusammenhang mi den Sp achgebie en, in denen Polan
wäh end seines Lebens weil e, au dialek ale E scheinungen in de Sp ache seine
Ge ich so dnung hinzuweisen.
2 HEINRICH POLAN— VERFASSER
DER OLMÜTZER GERICHTSORDNUNG
Magis e Hein ich Polan, de wah scheinlich nach dem Jah e 1500 in Danzig gebo-
en wu de,3 wa eine de bedeu ends en S ad sch eibe in Olmü z. In Danzig dü e
Hein ich seine e s en Kenn nisse in de la einischen Schule gewonnen haben (Zu-
kal 1927: 100), im Jah e 1522 s udie e e wah scheinlich an de Uni e si ä im polni-
schen K akau, wo e sich ielleich in den Be eichen Ju a und klassische Sp achen
ausbilden ließ. Imma ikulie wu de e — un e de Vo ausse zung, dass sein Va-
e Klemens hieß (Š ěpán 2000: 247; Spáčil 2001: 305)— im Jah e 1522.4 Sein S udium
an de K akaue Uni e si ä muss e e ielleich in Folge de Re o ma ion un e b e-
chen. Nach de blu igen Un e d ückung des Au s andes gegen den polnischen König
Sigismund I. im Jah e 1524 wu den ie zig Danzige Bü ge hinge ich e , und ande e
muss en das Land e lassen (Š ěpán 2000: 247). E en uell deswegen sind uns die wei-
e en Lebenssch i e Polans bis 1540 nich bekann . Ob e im Ausland, d. h. auße halb
Polens, wa ode nich , wissen wi nich ,5 es schein abe wah scheinlich zu sein. Um
3 Im Jah e 1557 e ass e Hein ich Polan als S ad sch eibe in T oppau den sog. Ra esspiegel.
Au Folio 3a üh e e an: De halbenn sie [de Bü ge meis e und die Ra she en] auch die-
ses buch, denn Ra hesspiegel genand , mi , hen ico polann onn Danczik, diese Zei s ad sch ei-
be zusamme zu leßenn nnd zu ewige gedech nus Inenn nnd I enn nochkommlichenn Ra h-
mannenn zu besch eibenn beuehlenn [A chi de S ad T oppau, Büche , Sign. 221, ol.3 ].
4 Au Folio 98 de K akaue Uni e si ä sma ikel wu de Hen icus Clemen is de Gdano dioc.
K a iensis (Bis um Leslau) einge agen ( gl. Album s udioso um uni e si a is C aco ien-
sis 1892: 214; auch S aehelin 1955: 10).
5 Miloš Radlinský (sein Eigenname wa Vincenc P asek) üh e an, dass Polan an den Uni-
e si ä en in B eslau und Wi enbe g s udie e (Radlinský 1894: 26). Diese In o ma ionen
beleg e Radlinský abe mi keinen Angaben aus his o ischen Quellen. P oblema isch is
eine Belegung wah scheinlich deswegen, weil de Familienname Polan e s mi Hein ich
Polans Au en hal im Ausland zusammenhängen konn e— Hein ich s amm e aus Danzig,
d. h. aus Polen, und diese Ta sache konn e de He kun sname Polan en sp echen, wobei
sein Va e einen ande en Beinamen e wenden konn e. In de Ma ikel de Uni e si ä
Wi enbe g wu de im Jah e 1520 ein einzige Hen icus aus Danzig einge agen— Hen i-
cus Falckne Dan icus ( gl. Album academiae Vi ebe gensis 1841: 91), sons en sp ich nie-
mand in de Ma ikel diese Hypo hese.
LIBUŠE SPáČILOVá 31
das Jah 1540 weil e e in de schlesischen S ad Neiße,6 ün Jah e spä e — 1545—
siedel e e nach Olmü z übe ( gl. Spáčil 2001: 305).7 Wo e das Uni e si ä ss udium
abgeschlossen ha , is nich bekann .8 Nach seine Übe siedlung nach Olmü z wa
e in de Olmü ze S ad kanzlei als no a ius publicus, d. h. ö en liche Sch eibe , ä-
ig. Im Jah e 1551 wu de e Ge ich ssch eibe und bezeichne e sich auch selbs als Ge-
ich ssch eibe und Schöp ensch eibe (no a ius scabino um).9 In de Olmü ze S ad -
kanzlei e leich e e e die O ien ie ung in den Ge ich sp o okollen dadu ch, dass e
am An ang jedes Ge ich sbuchs ein Regis e nach Tau namen de am P ozess be ei-
lig en Pe sonen e s ell e. Im Jah e 1556 zog Polan nach T oppau um, sieben Jah e spä-
e wu de e on Kaise Maximilian II. nobili ie und bekam das P ädika on Po-
lansdo ( gl. Spáčil 2001: 305–308). In T oppau leg e e im Jah e 1557 das S ad buch
de Sen en ionen an, den be ei s e wähn en Ra esspiegel,10 und 1568 mach e e sich
um die En s ehung des G ünen Ge ich sbuchs11 e dien . Im Be eich des S ad ech s
beschä ig e e sich auch mi heo e ischen F agen. De Rech shis o ike F an išek
Čáda sch eib in seine S udie übe Polans Wi ken in de S ad T oppau, dass Polan
ein geschul e Ju is wa (Čáda 1955: 272), was au G und de on ihm e ass en Ge-
ich so dnung wah scheinlich is . Meh In o ma ionen b ing eine geplan e sachli-
che Un e suchung dieses Rech sdokumen s.
Die o liegende S udie konzen ie sich au die Analyse des Idiolek s Hein ich
Polans in seine Olmü ze Ge ich so dnung. Die A bei shypo hese besag , dass seine
Sp ache o allem Ve einhei lichungs endenzen des F ühneuhochdeu schen um-
ass , wobei dialek ale E scheinungen au das Minimum eduzie wu den. Zu diese
Idee üh die Ta sache, dass Polan ein gebilde e Mensch wa . Auße dem weil e e
sei ün Jah en in Olmü z, so dass seine gesch iebene Sp ache auch om Sch eibusus
de Olmü ze S ad kanzlei siche beein luss wu de. Falls s a ke os mi eldeu sche
6 Die einzige zu belegende Spu zu Polans Au en hal in Neiße bie e de olgende Ein ag in
de Ma ikel de Wiene Uni e si ä : Am 14.Ap il im Jah e 1566 wu de Hein ichs äl es e
Sohn Hein ich als Hein icus Polanus aPolansdo , Silesius Nisenus, imma ikulie (Die Ma-
ikel de unga ischen Na ion an de Wiene Uni e si ä (1453–1630): 208— in de Ma -
ikel au ol.88 ). Dem Ein ag zu olge leb e die Familie Polan in diese schlesischen S ad .
Am 29.Ap il im Jah e 1570 wu de de äl es e Sohn auch an de Uni e si ä in Tübingen
imma ikulie , in diesem Fall mi dem Adelsp ädika s, das seinem Va e im Jah e 1563,
nach seinem Umzug nach T oppau, anlässlich seine Nobili ie ung e eil wu de (M.Hen-
icus Polanus aBolansdo , gl. Die Ma ikel de Uni e si ä Tübingen 1 (1477–1600): 502,
N .105; auch H dina 1919–1920: 63; Spáčil 2001: 305).
7 Ende Juli 1545 wa Polan in de Olmü ze S ad kanzlei ä ig ( gl. Spáčil 2001: 305).
8 Polan e wa b den Magis e i el ( gl. Spáčil 2001: 305).
9 Ein Ein ag om 17.Juni 1551 in o mie , dass de Bü ge meis e und alle d ei Rä e en -
schieden, Hein ich Polan aus Neiße zum Schö ensch eibe und Ge ich ssch eibe zu e -
nennen ( gl. AMO, Büche , Sign. 2, ol.19 –20 ). Daneben bekleide e e das Am des Blu -
sch eibe s ( gl. Spáčil 2001: 44).
10 Dieses S ad buch wi d im S aa lichen K eisa chi T oppau un e de In en a numme 221
au bewah .
11 Das Ge ich sbuch wi d im S aa lichen K eisa chi T oppau un e de In en a numme
222 au bewah .
32 LINGUISTICA PRAGENSIA 1/2021
Me kmale in seine Sp ache es ges ell wü den, müss e auch un e such we den,
wie die Sp ache des g öß en Vo bilds, also des Magdebu ge Rech s, beim Ve assen
de Ge ich so dnung wa und ob s a ke egionale E scheinungen nich in diesem
Vo bild zu inden wa en.
3 DIE RECHTSSITUATION IN OLMÜTZ
Die Olmü ze S ad sch eibe und besonde s die Ge ich ssch eibe muss en das S ad -
ech gu kennen, denn es sind o in den Olmü ze Quellen In o ma ionen zu in-
den, dass die Sch eibe en sp echende Passagen aus dem Rech sbuch in de Si zung
des S ad a es zi ie en, dami Ra she en, die keine ju is ische Ausbildung e wo ben
ha en, ech liche Zusammenhänge ich ig e s anden. In de mäh ischen S ad Ol-
mü z, die im 13.Jh. on deu schen Kolonis en geg ünde wu de, spiel e das Magde-
bu ge Rech in de Ve wal ungsgeschich e de S ad on An ang an eine bedeu ende
Rolle. Im Mä z 1352 e ließ Ma kg a Johann ein P i ileg, nach dem einige no dmäh i-
sche S äd e, S äd chen und Dö e , die sich an das Magdebu ge Rech hiel en, Beleh-
ung aus Olmü z beziehen soll en (Spáčil 1998: 72). Die S ad wu de dami zum Obe ho
ü alle O e in No dmäh en, die nach dem Magdebu ge Rech e wal e wu den. Die
Ve handlungssp ache in Rech sangelegenhei en wa neben La ein meis ens Deu sch.
Ein bedeu endes Hil smi el ü den Olmü ze S ad a wa die im Jah e 1550 on
Hein ich Polan niede gesch iebene Ge ich so dnung. Nach dem Olmü ze Manu-
sk ip wu den d ei schechische Übe se zungen ange e ig , die e s e im Jah e 1562
ü die S ad Neu i schein (No ý Jičín), das Manusk ip is e schollen, und zwei
wei e e ü Wallmese i sch (Valašské Meziříčí)— das Manusk ip aus dem Jah e 1642
wi d heu e im Mäh ischen Landesa chi B ünn au bewah und das Manusk ip aus
de Zei zwischen den Jah en 1593–1651 be inde sich im Museum de Region Walachei
in Wallmese i sch.12
4 ZUR ENTWICKLUNG DER FRÜHNEUHOCHDEUTSCHEN SPRACHE
Die En s ehung de Olmü ze Ge ich so dnung äll in die ühneuhochdeu sche En -
wicklungse appe des Deu schen hinein, die in de Zei zwischen 1350 und 1650 ange-
se z wi d. In diese E appe, in de wich ige Sp ach e ände ungen e lie en, die spä-
e zu En s ehung des Neuhochdeu schen üh en, exis ie e noch kein einhei liches
Sp achsys em. Nebeneinande kamen— ähnlich wie im Mi elhochdeu schen— iele
egionale Va ie ä en o , in manchen da on zeig en sich ab dem 14.Jh. neue e Tenden-
zen, die zu eine allmählichen Eliminie ung bes imm e dialek ale E scheinungen
12 Die zwei e Handsch i aus dem Jah e 1642 wi d im Mäh ischen Landesa chi B ünn un-
e de Signa u Handsch i ensammlung G 10, In en a numme 276, ol.1–36, au be-
wah ; die d i e Handsch i be inde sich im Museum de Region Walachei in Wallmese-
i sch, die Sammlung Al e D ucke und Handsch i en, Sign. L 2223 (zwischen den Jah en
1593–1651).
LIBUŠE SPáČILOVá 33
üh en und so zu Kons i uie ung de einhei lichen deu schen Sch i sp ache einen
Bei ag leis e en. Zu den Haup ak o en, die diese Ausgleichs endenzen un e s ü z-
en, gehö en S äd e und ih e S ad kanzleien, Schulen und nach de E indung des
Buchd ucks auch D ucke eien ( gl. Ha weg— Wege a 2005: 59 .). Diese Fak o en
be eilig en sich an de En al ung eine übe egionalen Kommunika ion. Eine wich-
ige S ellung ha en auch die kaise lichen und ü s lichen Kanzleien.
Im P ozess de En s ehung des Neuhochdeu schen spiel en zwei Gebie e eine
bedeu ende Rolle— de os obe deu sche Sp ach aum mi bai ischen und os än-
kischen Dialek en und de os mi eldeu sche Sp ach aum mi hü ingischen, obe -
sächsischen und schlesischen Dialek en. Eine wich ige S ellung nahmen in diesem
P ozess auch die böhmischen Lände ein. Manchen Philologen zu olge e üll e die-
se Sp ach aum bei de Kons i uie ung de einhei lichen deu schen Sp ache in olge
seine zen alen Lage zwischen dem os obe deu schen und dem os mi eldeu schen
Te i o ium eine e mi elnde Au gabe ( gl. Egge s 1986: 11).
Die gesch iebene Fo m des F ühneuhochdeu schen in den böhmischen Lände n,
also auch in Olmü z, um ass e in un e schiedlichem Maß Me kmale beide Sp ach-
äume13— des os mi eldeu schen und des os obe deu schen Gebie s. Dies hing abe
nu eilweise mi eine Dialek mischung zusammen. Ge ade das Vo kommen man-
che E scheinungen kann man ü Signale en s ehende Ausgleichs endenzen in
de deu schen Sp ache au diesem Te i o ium hal en, das eine Pe iphe ie beide
genann en zen alen Dialek gebie e da s ell e. Da sich die Ausgleichsp ozesse o
allem in gesch iebene Sp ache wide spiegel en (Skála 1985: 1776), is die Olmü ze
Ge ich so dnung eine einziga ige Quelle zu Fes legung diese P ozesse im 16.Jh.
in de Sp ache eines p o essionellen Sch eibe s mi eine uni e si ä en Ausbildung
im humanis ischen Be eich. Neben diesem Fo schungsziel kann man die on Emil
Skála (1967: 294) o mulie e und on Hans Mose (1985: 1404) und Rudol Ben zinge
(2000: 1669) bes ä ig e These übe den Ein luss des Sch eibusus de Kanzlei au die
Sp ache de Kanzleidokumen e im 15.und 16.Jh. übe p ü en.
4.1 CHARAKTERISTIK DES OSTMITTELDEUTSCHEN SPRACHGEBIETS
Fü die o liegende Un e suchung de Olmü ze Ge ich so dnung we den ku z die
wich igs en Me kmale de os mi eldeu schen Dialek e zusammenge ass . Es läss
sich o ausse zen, dass das sp achliche Milieu, dem de Au o de Olmü ze Ge-
ich so dnung en s amm e (Danzig), in dem e s udie e (K akau) und nach dem
S udium leb e (Neiße), dialek ale Spu en im un e such en Rech sdokumen hin e -
lassen konn e.
Fü das os mi eldeu sche Sp achgebie wa en egionale E scheinungen cha-
ak e is isch, on denen manche auch in de Zei de En s ehung des un e such en
Rech sdokumen s imme ak uell wa en (Le chne 2003: 2744 .).
Au de Ebene de G aphema ik wu den in os mi eldeu schen Dialek en die mi -
elhochdeu schen Umlau e /ä, æ/14 mi dem einzigen G aphem <e> (meh ec, uhseʒe)
13 Beispielsweise Skála 1967, Masařík 1966, Masařík 1985, Boko á 1998.
14 Phoneme we den in diese S udie zwischen Sch ägs iche gese z und in Ku si sch i
einge agen, G apheme we den in An iquasch i in spi ze Klamme n gese z . Die Zeichen
34 LINGUISTICA PRAGENSIA 1/2021
wiede gegeben; die mi elhochdeu schen Umlau e /ö, œ, ü, iu/ blieben o unbezeich-
ne (lo el, ho en, kunec, lu e). Au de phonologischen Ebene e schienen im Einklang
mi de En wicklung im Al land15 in Tex en Belege ü die ealisie e Monoph hon-
gie ung de mi elhochdeu schen Diph honge /ie/ > /i:/ (mhd. liebe > libe, lybe), /uo/
> /u:/ (mhd. guo > gu ), /üe/ >/ü:/ (mhd. g üeʒʒen > g üʒʒen). Die Diph hongie ung
de mi elhochdeu schen Lang okale (/ī/ > /ae/,16 /ū/ > /ao/,17 /iu/ > /oe/18) wu de in
äl e en Quellen inkonsequen beleg (wei e hin īch ans elle on nhd. eich, mūs an-
s a on nhd. maus, niuwes/nuwes ans elle on nhd. neues), die sch i liche Wie-
de gabe se z e sich e s um 1500 du ch (F ings 2007: 157; Schmid 2009: 96). In Tex en
aus dem os mi eldeu schen Sp achgebie wu de die dialek ale Monoph hongie ung
de mi elhochdeu schen Diph honge /ei/ > /e:/ und /ou/ > /o:/ (s en ans elle on s ein,
och ans a on ouch) o g aphisch e ass .
Von wei e en E scheinungen au de phonologischen Ebene is die En wicklung
de mi elhochdeu schen Vokale /e, ē/ > /i, i:/ (i s egebo en ans elle on e s egebo en)
und /o, ō/ > /u, u:/ (b ud ans a on b o ) ein wich iges Me kmal. Nich sel en wa um-
gekeh die Senkung de „hohen“ mi elhochdeu schen Vokale /i/ > /e/, /u/ > /o/, /ū/ >
/o:/, /ü/ > /ö/ (beispielsweise biben > beben, wi we > we we, mund > mond). In Folge de
Abschwächung des Vokals /i/ sind o e ände e Fo men de Pe sonalp onomen zu
inden (en ans a on in/inen [= ihn/ihnen], em(e) ans elle on im [= ihm]). In Sch i -
s ücken e schienen Belege ü die En wicklung des mhd. /e/ > /a/ ( ach ans a on
ech ). O a auch die En undung de ge unde en Vokale /ö/ > /e/, /ü/ > /i/, /äu, eu/
> /ai/ (schen ans a schön, s i zel ans elle s ü zel) und die Ve dunklung des Vokals /a/
> /o/ (ol ans a al ) und /ā/ > /o:/ (s oʒʒe ans elle s aʒʒe) au . Die Funk ionswö e
ode , ob, doch, noch sind in os mi eldeu schen Tex en mi <a> gesch ieben (ade , ab,
dach, nach). In unbe on en Silben wu den im Os mi eldeu schen im Ve gleich zum
obe deu schen Sp achgebie 19 nich so o die Spu en nach de Synkope und Apokope
(genâde ans elle on nhd. gnade, hë e ans a on nhd. hë ) ge unden ( gl. Kelle
1995: 259), ypisch wa die En wicklung des mhd. /e/ > /i/ in Nebensilben (mu i , a-
i ); das P ä ix e - e schien o als i - (i olgin ans elle on e olgen).
ü die mi elhochdeu schen Phoneme en sp echen den Zeichen in de Mi elhochdeu -
schen G amma ik on Heinz Me ke, die Zeichen ü die ühneuhochdeu schen Phone-
me s immen mi den Zeichen in de F ühneuhochdeu schen G amma ik on Oska Reich-
mann und Klaus-Pe e Wege a übe ein ( gl. Me ke 1993; Reichmann— Wege a 1993).
In diese S udie wi d nich zwischen dem P imä - und Sekundä umlau un e schieden.
15 Gemein is de Ke n des sp achlichen Te i o iums, das bis zum 8.Jh. in olge de Völke -
wande ung— noch o de inne en Kolonisa ion— gebilde wo den wa .
16 G aphisch <ei>, e en uell <ey, eÿ> einge agen.
17 G aphisch <au>, e en uell <aw, a > einge agen.
18 G aphisch <eu>, e en uell <ew, e , äw> einge agen.
19 In olge de zwei en, al hochdeu schen Lau e schiebung wu de das deu sche Sp ach e -
i o ium nach de S u e de Ve schiebung de Lau e /p/, / /, /k/ gegliede a) in das nie-
de deu sche Gebie , in dem die Lau e schiebung ga nich ealisie wu de, b) in das mi -
eldeu sche Gebie , in dem die konsonan ischen Ve schiebungen nu eilweise ealisie
wu den, und c) in das obe deu sche Gebie , in dem die Ve schiebung im g öß en Um ang
e wi klich wu de.
LIBUŠE SPáČILOVá 35
Im Konsonan ismus wa die En wicklung de A ika e /p / cha ak e is isch; in
os mi eldeu schen Gebie en wu de im Anlau de Spi ans / / ausgesp ochen und
mi dem G aphem < > wiede gegeben, z. B. und ans elle on obd. p und; im Inlau
wu de de Ve schlusslau /p/ ausgesp ochen, mi dem e doppel en G aphem <pp>
wiede gegeben, beispielsweise appel ode scheppe ans a on obd. ap el ode schöp e.
Wenn die A ika e /p / in os mi eldeu schen Tex en e schien, wu de sie o mi
<ph> ode <pph> einge agen. Fü in- und auslau endes obd. p wu de im Mi eldeu -
schen du ch eine sch i sp achliche Hype e schiebung ö e s im 15.–17. Jh. gese z
(sche en [= schöp en]).
De Fo iskonsonan wu de in manchen Tex en in de lenisie en Fo m als <d>
wiede gegeben (hal en > halden). Die anlau enden Lau e / w/ e ände n sich zu /kw/,
in Tex en als <qu> einge agen (mhd. wa c > qua c).20 Zu nennen sind noch die Aphä-
ese, d. h. de mögliche Schwund des anlau enden h (e aus ans a he aus), die Me a-
hese (bo n ans elle b unne), de Medienschwund und in olge dessen die Kon ak ion
in den Ve bindungen age > ā, oge > oi (mhd. oge > oi ) ode ebe > ē (mhd. geben >
gēn), meh dazu Schmid (2009: 97).
Da eine aus üh liche Cha ak e is ik os mi eldeu sche Dialek e nich im Mi el-
punk de o liegenden S udie s eh , genüg diese Exku s als Basis ü eine phono-
g aphema ische Un e suchung on Polans Ge ich so dnung.
5 CHARAKTERISTIK DER DEUTSCHEN STADTKANZLEISPRACHE IN OLMÜTZ
BIS 1550 UND DER SPRACHE DER OLMÜTZER GERICHTSORDNUNG
Zunächs we den sp achliche E scheinungen im Allgemeinen o ges ell , und au
G und de in den Jah en 1997–2017 ealisie en Un e suchungen ühneuhochdeu -
sche Tex e in de Olmü ze S ad kanzlei kann auch de Kanzleiusus bis 1550 in g o-
ben Zügen skizzie we den ( gl. Spáčilo á 2000: 295 .; Spáčilo á— Spáčil 2004:
123 .), denn es gib die Möglichkei , dass Hein ich Polan den Sch eibusus de S ad -
kanzlei ü seine Ge ich so dnung übe nahm. Vo diesem Hin e g und wi d gleich
die Sp ache de Ge ich so dnung cha ak e isie .
5.1 GRAPHEMATIK
a) Dis ibu ion on <i– j– y> und <u– – w>
In de ühneuhochdeu schen E appe en wickel e sich de Usus in de Dis ibu ion
manche G apheme. In de e s en Phase des F ühneuhochdeu schen wu den die
G apheme <i, y, j> und <u, , w> in de Funk ion sowohl de Vokale als auch de Kon-
sonan en einge agen, allmählich en s anden die Regeln, die heu e gül ig sind: Den
G aphemen <i, y> und <u> gehö e nu die okalische Funk ion an, die G apheme <j>
und < , w> dien en allmählich nu zu Wiede gabe de Konsonan en. Zu eine Di -
e enzie ung kam es zwa allmählich im Lau e des 16.Jh., es e Dis ibu ions egeln
20 Auße halb des os mi eldeu schen Te i o iums i /zw/ ans elle des mhd. / w/ au
(zwa c).
36 LINGUISTICA PRAGENSIA 1/2021
bilde en sich jedoch e s on de Mi e des 17.Jh. an zunächs in mi eldeu schen
D ucken he aus (Ha weg— Wege a 2005: 127 .). Auch in de Olmü ze S ad kanz-
lei he sch e imme noch die Va iabili ä in de Dis ibu ion de G apheme <i, j, y>
(ia , joppe, yowo ; ingwe , j che , jben, wy) und <u, , w> (souil, il, wein; u e , nd,
zw). Aus diesem G und kann man on Polan keine deu liche e Tendenz in de Un e -
scheidung de Doppel unk ion in de Ge ich so dnung e wa en.
Die G apheme e a en in de Ge ich so dnung sowohl die Konsonan en als
auch die Vokale, wie olgende Beispiele belegen: Rich e , Iha , bes ymmen, ya , Jhesu,
leiss, eilen, zuue agenn, Aduoca en, weyse, zw u. a. Nu das G aphem <j> wu de
nie zu Wiede gabe des Vokals /i/ benu z . Das G aphem <u> wu de in seine kon-
sonan ischen Funk ion des Lau es / / im indi ek en Anlau benu z (beues ung, zuuo ,
beuehl), das G aphem < > im Anlau und das G aphem <w> im Auslau zu Ein a-
gung des Vokals /u/, z. B. szache, nd, n ech , zw.
b) Bezeichnung de Vokallänge
Zu Bezeichnung de Vokallänge dien e ab dem 14.Jh. o allem im obe deu schen
Sp ach aum das e doppel e Vokalzeichen <ee, aa>, sel ene <ii, oo, uu>, im mi el-
deu schen Sp achgebie e schien diese A de Längema kie ung un e dem obe -
deu schen Ein luss e s im 16.und 17.Jh. Zu den wei e en Möglichkei en gehö en das
heu e geläu ig benu z es <h> und <e>. Das G aphem <h> en wickel e sich zu dem sog.
Dehnungs-h, nachdem es in bes imm en Posi ionen den u sp ünglichen Konsonan-
enwe e lo en ha e; im os mi eldeu schen Sp achgebie kann man da ü Belege
be ei s im 12.Jh. inden, obwohl sich diese A de Längema kie ung e s im 16.und
17.Jh. du chse z e. Au eine ähnliche Weise en wickel e sich auch das Dehnungs-e,
das nach de Monoph hongie ung des mi elhochdeu schen Diph hongs /ie/ seine
Funk ion als Bes and eil des Diph hongs zue s im mi eldeu schen Sp achgebie
e lo , deshalb konn e es die Länge des Lang okals /i:/ ma kie en. Im mi eldeu -
schen Sp achgebie wu den zu diesem Zweck neben <e> auch <i, y> e wende (jai ).
In de Olmü ze S ad kanzlei wu den zu Bezeichnung de Lang okale Doppel-
sch eibungen benu z , zunächs <ee>, beispielsweise geen, eegenan , ee aw, nach
1460 se z e sich o allem <aa> du ch ( aa h). Zu diese Möglichkei kam nach 1480
auch das Dehnungs-h hinzu— <ah>, <eh>, <ih> und <oh> (z. B.Rah , mehl, ihn, ge-
wohnhei ).
De meis benu z e Längenma ke in de un e such en Ge ich so dnung wa das
Dehnungs-h, nich nu nachgese z (wah e, leh e, meh , ihme, pe sohnen, oh e, ueh-
enn), sonde n auch o gese z (Jha , Jha, when, who, e jha unge) ode ande s alsch
angeb ach (lenh ech ). Es gib in de Ge ich so dnung iele Belege, de en Sch ei-
bung mi dem Dehnungs-h dem heu igen Sch eibusus en sp ich (wah e, leh e, seh e,
meh , nehmen, beuohlen). Auße dem wu den Belege ge unden, de en Dehnungs-h mi
de heu igen Fo m des Lexems nich iden isch is . Meis ens handel es sich um o ene
Tonsilben, in denen die Längenma kie ung heu e übe lüssig wä e (zu eh en, eh-
e , bekwehme , pe sohnen, oneboh enn, e poh en— im Gegensa z dazu das ehlende
Dehnungs-h in den Lexemen yme, y enn, e lich). Das Dehnungs-h wa ü Polan ein
geläu iges Mi el de Längenma kie ung, obwohl e die Länge o inkonsequen be-
zeichne e (neben annehmen auch e nemen, neben ah ennden auch a enden, neben
LIBUŠE SPáČILOVá 43
-ausgaben, z. B.Allega enn,26 Hegunge de Rech ,27 Fallencien,28 Bu gſcha , Expens,29
P oceſs, Geczeugkniſſe, abe auch gezeugknis, soga in ein und demselben Absa z: Wie
abe die bu gſcha zum Rech enn geſcheenn ſal, do on ſuche he noch in dem A ickel de
Bu gſcha zum Rech enn.
Dass in de G oßsch eibung de Subs an i e ode ande e Wo a en kein Sys em
he sch , sonde n dass es nu um eine— ehe willkü liche— Be onung de Wö e
geh , zeig das Beispiel on Neues Ci i enn nd beſchickenn. Das Adjek i neu is wah -
scheinlich wich ig, weil das eine wiede hol e Vo ladung o Ge ich is , die En leh-
nung aus dem La einischen is auch zu be onen, weil diese Te minus damals nich so
üblich wa . Das deu sche Äqui alen gehö e wah scheinlich zu geläu igen Te mini
deu sche He kun , so dass sich diese Ta sache in de Kleinsch eibung wide spie-
gel e.
5.2 LAUTLEHRE IN DER GERICHTSORDNUNG— VOKALISMUS
a) Diph hongie ung und Monoph hongie ung
Be o de Vokalismus in de Olmü ze Ge ich so dnung o ges ell wi d, cha ak e-
isie en wi die wich igs en übe egionalen Tendenzen im ühneuhochdeu schen
Vokalismus, die sich in de spä e en Sch i sp ache du chse z en. Eines de wich-
igs en E eignisse diese A wa die mi elhochdeu sche/ ühneuhochdeu sche
Diph hongie ung de mi elhochdeu schen Lang okale: mhd. /ī/30 > /ae/31 (mhd. bīh e
> nhd. beich e), mhd. /ū/ > /ao/32 (mhd. hūs > nhd. haus), mhd. /iu/ > /oe/33 (mhd.
niuwez > nhd. neues). Wich ig wa auch die Monoph hongie ung de mi elhoch-
deu schen Diph honge /ie/ > /i:/34 (mhd. lieb > nhd. lib, lieb), mhd. /uo/ > /u:/ (mhd.
buoch > nhd. buch), mhd. /üe/ > /ü:/ (mhd. büeche > nhd. büche ). Eine quali a i e
En wicklung— die Nukleussenkung— e uh de mi elhochdeu sche Diph hong
/ou/ > /ao/35 (mhd. ouch > nhd. auch) und /ei/ > /ae/, ausged ück im F ühneuhoch-
deu schen du ch Sch eibungen mi <a> (mhd. eil > nhd. ail).
Au de phonologischen Ebene is de Ve lau de Diph hongie ung de mi el-
hochdeu schen Lang okale und die Monoph hongie ung de mi elhochdeu schen
26 Allega e ‚Be u ung au ein Gese z‘.
27 Hegung ‚Einhal ung‘.
28 Rich ig Fallazien ‚Scheinbeweis; Be ug.‘
29 Expens ‚Kos en‘.
30 Die g aphische Ma kie ung de mi elhochdeu schen Lang okale en sp ich de Ma -
kie ung on Heinz Me ke in de 7., un e ände en Au lage seine Mi elhochdeu schen
G amma ik aus dem Jah e 1993 (Me ke 1993, § 11 .).
31 Mi den Dig aphen <ei, ey, ai, ay> ode ande en Va ian en wiede gegeben.
32 Mi den Dig aphen <au, aw> ode ande en Va ian en wiede gegeben.
33 Mi den Dig aphen <eu, ew> ode ande en Va ian en wiede gegeben.
34 Mi den G aphemen ode Dig aphen <i, y, ie, ye> ode ande en Va ian en wiede gege-
ben. Die Ma kie ung de ühneuhochdeu schen Lang okale en sp ich de Ma kie ung
in de F ühneuhochdeu schen G amma ik aus dem Jah e 1993 (Reichmann— Wege a
1993, § L 18 .).
35 Mi den Dig aphen <au, aw> ode ande en Va ian en wiede gegeben.
44 LINGUISTICA PRAGENSIA 1/2021
Diph honge ü die Cha ak e is ik de deu schen S ad kanzleisp ache wich ig. Bis
Ende de 50-e Jah e des 15.Jh. wa die g aphische Wiede gabe de Diph hongie ung
inkonsequen — neben Fo men mi neuen Diph hongen kommen in Kanzlei ex en
auch Fo men mi mi elhochdeu schen Lang okalen o ; wäh end de Wi kungszei
des S ad sch eibe s Johann on Cze no in in den Jah en 1457–1479 se z e sich soga
in de Sch i de neue Diph hong in de P äposi ion und dem P ä ix /u (-)— o (-)
du ch, bei denen die mi elhochdeu sche Fo m lange auch in den zen alen deu schen
Sp achgebie en e hal en blieb. Die einzige Ausnahme im P ozess de Diph hongie-
ung s ell e wah scheinlich das Lexem un da , obwohl die diph hongie e Fo m sei
de Zei des S ad sch eibe s Paul Ro hensel (1481–1502) geläu ig wa . Die bishe igen
Analysen des F ühneuhochdeu schen in de Olmü ze S ad kanzlei zeig en, dass die
g aphische E assung de Monoph hongie ung de mi elhochdeu schen Diph honge
langsame als de P ozess de Diph hongie ung e lie — wah scheinlich bis zum
e s en Vie el des 16.Jh. Rela i o kam in ühneuhochdeu schen Tex en de Olmü -
ze S ad kanzlei ans elle des mi elhochdeu schen Diph hongs uo die bai ische e-
gionale Va ian e <ue> ( uen) ode <ů> ( hůn) o . De mi elhochdeu sche Diph hong
ou mach e eine quali a i e En wicklung— die Nukleussenkung— du ch, so dass
wäh end des Wi kens des S ad sch eibe s Johann on Cze no in in de S ad kanzlei
in Tex en as ausschließlich de Diph hong au e schien.
In Polans Ge ich so dnung kommen Lexeme mi dem neuen Diph hong /ae/
< mhd. /ī/ in d ei g aphischen Va ian en <ei, ey, eÿ> o , beispielsweise sein, eyhei ,
beÿ. Ausd ücke mi dem mi elhochdeu schen Lang okal /ī/ wu den nu einmal ein-
ge agen— d[a]zman niemand s ſeinen lip ade ſonſ e in e was e ailen ſal; eine ähnli-
che Passage wu de ühe in de Ge ich so dnung einge agen— d[a]zman niemand
ſein leib, ade Ihnen ſonſ e in e was e ailen ſol, was zu dem Schluss üh , dass es sich
ehe um einen Fehle des Au o s handel e.
Auch de neue Diph hong /ao/ < mhd. /ū/ a in allen in de Ge ich so dnung
e e enen Lexemen au . In allen Fällen is die heu e ak uelle Fo m de g aphischen
Wiede gabe <au> zu inden, z. B. do aus, hauſz, b auch.
Eine ähnliche Lage wu de im Fall des neuen Diph hongs /oe/ (< mhd. /iu/) es -
ges ell ; in de Ge ich so dnung komm in allen Fällen die einzige g aphische Fo m
<eu> o , z. B. eund scha , eue, k euczwochen, eue u. a.
Nich so eindeu ig wie übe das Vo kommen de neuen Diph honge in o mie
das Manusk ip übe die Realisie ung de Monoph hongie ung. Inkonsequen is die
Du ch üh ung de Monoph hongie ung des mi elhochdeu schen Diph hongs /uo/
> /u:/ ealisie . Neben dem neuen Lang okal /u:/ beispielsweise in den Lexemen
genugksam (< mhd. genuocsam), suchenn (< mhd. suochen), gu (< mhd. guo ), zu, zw
(mhd. zuo), Pusse (mhd. buoʒe) komm auch de al e mi elhochdeu sche Diph hong
/uo/ in den zwei g aphischen Va ian en <uo, ů>, z. B.Scheppenſ uole (mhd. s uol),
zů, bůch (mhd. buoch), und seine os obe deu schen Va ian e /ue/ ( huen, bueſe) o .
De d i e mi elhochdeu sche Diph hong, de zum Lang okal /ü:/ monoph hon-
gie wu de, is /üe/. Die Belege im Plu al g uende ode gue e zeigen, dass die Mono-
ph hongie ung e lie und de Umlau du ch nach olgendes <e> ma kie wu de.
Die Nukleussenkung /ou/ > /ao/ wu de e lässlich in de Ge ich so dnung ein-
ge agen (auch, kau man, glaubige ), nu einmal wu de de mi elhochdeu sche
LIBUŠE SPáČILOVá 45
Diph hong /ou/ zu /o/ monoph hongie (och). Im Lexem kau en kann man in Tex en
de Olmü ze S ad kanzlei o den Umlau (kew en, keu en) inden, nich abe in de
Ge ich so dnung. Die Nukleussenkung des mhd. /ei/ zu nhd. /ae/ is in de Ge-
ich so dnung zu belegen (aigend lich, aid , ailes, maynunge).
b) Rundung und En undung
Die Rundung des mhd. /e/ > /ö/ und des mhd. /i, ie/ > /ü/ kann man— ähnlich wie
die En undung de mi elhochdeu schen Umlau e /ö/ > /e/, /ü/ > /i/, /öu/ > /ae/
und /üe/ > /ie/— nu in bes imm en Fällen ü übe egionale E scheinungen hal en
(mhd. le el > nhd. lö el, iegen > ügen; nö z > ne z, bülz > pilz, s öu en > s ei en).
Die mi elhochdeu schen Vokale /e/, /ē/, /i/, /ī/ und de Diph hong /ie/ wu den in
ühneuhochdeu sche Zei in eine bes imm en Lau umgebung o allem in obe -
deu schen Dialek en labialisie : /i, ie/ > /ü/ nach w, o sch, o Nasalen und Kon-
sonan en, o Liquiden und Konsonan en, /e/ > /ö/ nach w, o Labialen, sch und l.
Die Rundung und En undung wa en ü die ühneuhochdeu sche Olmü ze
Kanzleisp ache keine cha ak e is ischen E scheinungen, was sich auch in de Ge-
ich so dnung wide spiegel . Eine Andeu ung ü die Rundung könn en wi im Pa -
izip I o einem Su zenndenn Ra he sehen, in dem de Umlau nich ma kie is . Wei-
e e Beispiele be e en das Lexem huel e, das in diese ge unde en Fo m 21mal im
Tex o komm . Die ü-Fo m wa in obe deu schen und mi eldeu schen Gebie en im
16.Jh. in diesem Lexem die he schende Fo m ( gl. Mose 1929: § 66, Anm. 9).
In de Ge ich so dnung wu den sel ene Belege ü die noch nich ealisie e Run-
dung, die e s in de ühneuhochdeu schen Aussp ache e wi klich wu de, ge un-
den, z. B. glaubwi dig (nhd. glaubwü dig), helle (nhd. Hölle) ode peen (nhd. Pön). Die
e s e Komponen e im Komposi um Schoppenſch eibe (nu einmal), die ohne ma kie -
en Umlau o komm (mhd. schöp e), wu de auch in de en unde en Fo m Scheppen
(41mal) benu z .
c) Apokope und Synkope in Nebensilben
Im Gegensa z zu Rundung und En undung s ell en die Apokope (mhd. hane, nhd.
han) und Synkope (mhd. gelücke > nhd. glück) in unbe on en Silben ela i häu ig
equen ie e Phänomene in de Olmü ze S ad kanzlei da (z. B. olgende Belege:
glob , pe gwan , wechsl, angnem, gu l, gesessn, i m paich ige , gnad, gleich, in de ab-
ed), o e e en wa auch die Ek hlipsis ( ede e > ed , geschade > gescha ). Diese
E scheinungen gehö en zu quan i a i en Ve ände ungen in de En wicklung des
Vokalismus, iele apokopie e ode synkopie e Fo men se z en sich im Neuhoch-
deu schen du ch. Die Synkope und Apokope, die die ühneuhochdeu sche Deklina-
ion und Konjuga ion (e mache > e mach ; ich nime > ich nim) beein luss en, wu den
o allem in bai ischen, spä e auch in wei e en obe deu schen Munda en und Dia-
lek en ealisie . De schlesische Dialek hiel ela i lange s and (Masařík 1997: 47),
o zdem exis ie en Belege ü synkopie e und apokopie e Fo men z. B. in Sch i -
s ücken de B eslaue Kanzlei (A nd 1898: 63 .).
In de Olmü ze Ge ich so dnung gib es iele Belege ü die nich ealisie e Syn-
kope, o allem in ini en Ve b o men— ſicze , iſſe , bekenne , wohne , gehe , spe e ,
e ſcheine , ſ ehe , geſ elle u. a., wäh end Belege ü die ealisie e Synkope ehe spo a-
46 LINGUISTICA PRAGENSIA 1/2021
disch o kommen, obwohl ih e Exis enz zeig , dass Polan in diese Hinsich — wah -
scheinlich dank seines Au en hal es in Olmü z— auch wenigs ens eilweise beein-
luss wu de, was Ausd ücke wie a ikl, a yckln, ſchuldnn, ſolchs, e meld , e gwiſſen,
in gheg e banck bes ä igen. Beides— ealisie e und nich ealisie e Synkope— zeig
die e bale Fo m e gwiſſe ode e gwiſſe in de Ge ich so dnung. Ehe sel en sind
auch Belege ü die ealisie e Apokope (Ich […] nich s hab, Au gob, die ech ).
Diese zu ückhal ende S ellung zu den beiden En wicklungs endenzen in Neben-
silben könn en Folgen on Polans He kun und Au en hal im os mi eldeu schen
Sp achmilieu sein.
5.2.1 OSTMITTELDEUTSCHE MERKMALE IN DER GERICHTSORDNUNG
Da Olmü z an de Schni s elle des os mi eldeu schen und des os obe deu schen
Sp achgebie s lag, um ass de ühnehochdeu sche Sch eibusus de Olmü ze S ad -
kanzlei sowohl os mi eldeu sche als auch os obe deu sche Züge. Zu den os mi el-
deu schen gehö en die En wicklung des mhd. o> ain den ausgewähl en Lexemen
( ypische Fo men wa en ab, ade , dach, nach, sal, an, wal), die u-Sch eibungen an-
s elle on mhd. o, ô (hulczein, sulch, gul smids), die Senkung des mhd. u, ū/ü > o, ō/ö
(s i son, wilko , go il, moncze, son age, koppe smy ), die En wicklung des mhd. i> e(ge-
sch ebin, nede legen) und des mhd. e> i(i s en, e bi n), die Monoph hongie ung des
mi elhochdeu schen Diph hongs ei > e, a(d i al, on laschbank, be e h, a be en, el,
lade ), de Umlau o dem mi elhochdeu schen Su ix -æ e ( uchmeche , bF ge , klä-
ge , e ä e ) ode b engen als Va ian e des Ve bs b ingen. Die dominan e Fo m des
P ä ixes e - wa o - und beim P ä ix e - neben de oobd. Fo m de - auch die os mi -
eldeu schen Va ian en i - und di - (neben de kenn nisse auch i s o ben ode di doch ).
Diese ü den Sch eibusus de Olmü ze S ad kanzlei cha ak e is ischen Me kmale
we den im Folgenden in de Olmü ze Ge ich so dnung un e such .
a) Mhd. /o/ > /a/ in ausgewähl en Lexemen
Diese mi eldeu sche En wicklung hing mi den konk e en Lexemen ab, ade , dach,
nach, sal, an, wal (Mose 1929: § 73, Anm. 1) zusammen. Sie wa auch in os änki-
schen Dialek en zu inden (Paul— Mose — Sch öble 1969: § 28). Die Analyse de
Ge ich so dnung e möglich e, eine genaue e Ve e ung diese Fo men im Tex es -
zus ellen und olgende Schluss olge ung auszusp echen: Die meis e e ene Fo m
in de Ge ich so dnung is die Konjunk ion ade (insgesam 225mal), iel wenige
komm die Fo m ode o (nu 4mal); die Konjunk ion ob wu de 25mal ge unden,
abe die egionale Va ian e ab e schein in de Ge ich so dnung 38mal. Nu zwei-
mal a die Fo m sal au , die im os mi eldeu schen Gebie die Obe hand ha e. Die
Fo m sol komm ga nich o ; noch e schein nu in dialek ale Fo m nach, und zwa
ie mal. Die Pa ikel doch is 22mal zu inden, ih e dialek ale Fo m dach wu de nich
ge unden.
b) Mhd. /u, ū, ü, ǖ/ > /o, o:, ö, ö:/
Die An änge diese En wicklung sind im mi eldeu schen Sp ach aum zu suchen,
manche Lexeme se z en sich abe nach de du chge üh en Lau wandlung im Hoch-
deu schen du ch, die Ve wendung ande e blieb jedoch au das mi eldeu sche dia-
LIBUŠE SPáČILOVá 47
lek ale Sp achgebie besch änk . In de Ge ich so dnung kommen in eine neuen
lau lichen Fo m die Lexeme sonde — im Tex 10mal (mhd. sunde , im Tex nich be-
leg ), omm, omme leg e— im Tex 2mal (mhd. um, im Tex kein Beleg), Sonne—
im Tex 4mal (mhd. sune, im Tex kein Beleg), do en/do e — im Tex 3mal beleg
(mhd. du en, dü en, im Tex kein Beleg), o — im Tex 22mal beleg (mhd. ü , im
Tex kein Beleg) und bekoemme n— im Tex einmal beleg ( nhd. bekümme n, im
Tex kein Beleg).
c) Mhd. /o, ō/ > /u, u:/
Diese Lau wandlung wu de au einem g öße en Teil des mi eldeu schen Sp ach-
gebie ealisie , besonde s im schlesischen Dialek , in dem die Fo men hulcz, sulch,
sullen asulde und ande e e e en wa en (Mose 1929: § 73; Reichmann— Wege a
1993: § M 143). Belege kann man in mi eldeu schen Tex en bis zu Mi e des 16.Jh.
inden (Reichmann— Wege a 1993: § L 16, Anm. 1). In de Ge ich so dnung kommen
ela i iele Ve ben mi dem P ä ix u - o . Diese Fo m en sp ich dem mi eldeu -
schen Sp achusus (z. B. u legen, u zus ellen, u sehen, u eh en, u b ingen, u de-
unge und ande e). Im Tex kommen ausschließlich (36mal) die Lexeme mi and -
wo -, nich einmal and wu -, kommen ode bekommen (69mal, nich kummen) ode
olkomlich (3mal, nich olkumlich) o . Die einzige Ausnahme bilden Ausd ücke ein
und de selben Wo amilie— das Adjek i mueglych/mueglichen (5mal), das Ve b ( e )
muegen (2mal) und das Subs an i muegligkhei (einmal).
d) Monoph hongie ung des mi elhochdeu schen Diph hongs /ei/ > /e, a/
In einigen Teilen des mi eldeu schen Sp achgebie s, o allem im schlesischen Teil,
wu de in ühneuhochdeu sche Zei de mi elhochdeu sche Diph hong /ei/ zu /e/
ode /a/ monoph hongie (Mose 1929: § 79, II. 1). Diese En wicklung beein luss e
wah scheinlich de os änkische Dialek aum. In de Ge ich so dnung wu de nu
ein Beleg ge unden, in de En wicklung des Diph hongs /ei/ s ell e de Vokal /a/ ein
Zwischens adium da , die En wicklung ging abe wei e zum Vokal /o/ übe — zu-
be od schlagenn.
e) Mhd. /e/ > /a/ in Tonsilben
Die Fachli e a u in o mie , dass diese Lau wandel in Tex en aus dem 14.und 15.Jh.
nich nu aus dem os mi eldeu schen, sonde n auch aus dem os änkischen und
alemannischen Sp ach aum s amm (Reichmann— Wege a 1993: § L 11, Anm. 2). In
de Ge ich so dnung is e abe nu eine nebensachliche Angelegenhei , was de ein-
zige Ausd uck beleg — das Adjek i e sam (mhd. ē sam ‚eh ba , eh en oll, geeh ‘) in
de Ph ase a ßammen he nn ge unden.
) Umlau o dem mi elhochdeu schen Su ix -æ e
Wäh end de Umlau des o angehenden Vokals ode Diph hongs o dem Su ix -æ e
in bai ischen Dialek en ehl , se z e sich diese Umlau in ühneuhochdeu sche
Zei im mi eldeu schen Sp ach aum du ch (Mose 1929: § 57, 1), deshalb kann man
in mi eldeu schen Tex en neben de Fo m klage ode e a e auch die Va ian en
kläge ode e ä e inden. Vom 14.Jh. bis zu Mi e des 16.Jh. e schein im os - und
48 LINGUISTICA PRAGENSIA 1/2021
wes mi eldeu schen Gebie o die Komponen e -meche , im obe deu schen Sp ach-
aum en sp ich ih das Äqui alen -mache .
In de Ge ich so dnung dominie en die Fo men mi dem Umlau klege , klaege ,
auch clege und claege , die 150mal einge agen wu den, wobei klage /clage nu 15mal
o komm . Das Lexem glaubige e schein 19mal nu ohne Umlau , einmal komm
ohne Umlau auch das Komposi um gewald age und einmal mi dem Umlau de
Ausd uck hue e o .
g) Mhd. /e/ > /i/, /e/ > /a/ in Nebensilben
Da diese Lau wandel eine dialek ale G enze übe sch ei e , wi d e ü os mi el-
deu schen Wandel in wei em Sinne gehal en. E e schein nich nu in mi eldeu -
schen Dialek en, sonde n auch— obwohl in iel ge inge em Maß— auch in obe -
deu schen Dialek en, beispielsweise in bai ischen Munda en ( gl. Skála 1967: 38;
Masařík 1985: 78). In de Ge ich so dnung wu den Belege ü den Wandel /e/ > /i/
meh mals nu im Su ix des Supe la i s ge unden (au s kue cziſ e, dem kue cziſ enn,
au s alle kue cziſ e, nſe es alle gnedigiſ enn he n iede). Das einzige Lexem mi de
En wicklung /e/ > /a/— S undan— komm d eimal o .
h) Das P ä ix e - > o -
Obwohl die Va ian e o - ü eine os mi eldeu sche Fo m gehal en wi d, kam sie
auch in bai ischen Dialek en o ( gl. Skála 1967: 38), so dass sie die dialek ale G enze
übe sch i . Die Va ian e o - des P ä ixes e - i in de Ge ich so dnung nu e -
einzel au — das Ve b e gewiſſen komm auch in de Fo m o gwiſſen o , d. h. nich
nu mi de os mi eldeu schen Va ian e des P ä ixes e - > o -, sonde n auch in
synkopie e Fo m e gwiſſen und im subs an i ischen De i a e gwiſſunge.
i) Das Ve b b ingen > b engen
Die Fachli e a u beleg das Vo kommen de Fo m b engen (eine Va ian e des Ve bs
b ingen, ge m. *b ang-jan, in al en niede sächsischen Dialek en b engjan) im os mi -
eldeu schen Gebie , o allem au dem Te i o ium des schlesischen Dialek es mi
dem Mi elpunk in B eslau. Im obe deu schen Sp ach aum gib es Belege nu im
14.und 15.Jh. in os änkischen Dialek en (Mose 1929: § 72, Anm. 6), e einzel in de
Umgebung on Bambe g und eilweise auch on Nü nbe g (Besch 1967: 95 .). In de
Ge ich so dnung i dieses Ve b meis ens in de os mi eldeu schen Va ian e b en-
gen (28mal) au (z. B. einb enngenn, u b engenn, einb engen, da b engen, zub engen).
Die Fo m b ingen wu de dagegen nu 6mal geb auch .
5.2.2 OSTOBERDEUTSCHE (BAIRISCHE) MERKMALE
IN DER GERICHTSORDNUNG
Von wei e en egionalen Me kmalen gehö en zu den cha ak e is ischen Zügen des
F ühneuhochdeu schen in de Olmü ze S ad kanzlei die ehe os obe deu sche En -
wicklung des mhd. /a/ > /o/ (bedo , wolbedoch en, kome , go en) und die En wicklung
des mhd. /ā/ > /o:/, die sowohl in bai ischen und os änkischen als auch in os mi el-
deu schen Dialek en üblich wa (seydenc ome , ge on, o , genode). Zum Sch eibusus
de Olmü ze S ad kanzlei gehö en auch wei e e os obe deu sche Me kmale wie
LIBUŠE SPáČILOVá 49
de Sp oss okal i(du ich, kellich); e einzel wu den Belege ü die Diph hongie ung
des mi elhochdeu schen Su ixes -līch > -leich (alle menikleich) ge unden, häu ige
komm die bai ische Va ian e des Su ixes -nisse > -nus ( o e bnus) o .
a) Mhd. /a/ > /o/
Diese Lau wandel, de ela i häu ig in de Ge ich so dnung zu inden is , p äsen-
ie sich in de un e such en Quelle in manchen Lexemen un e schiedlich. Beim Le-
xem haben bilde die Fo m de 3.Pe son Sg. ho /ho die Meh hei — sie komm 100mal
o , wobei die Fo m ha nu 4mal e schein . Wei e e Belege, die die Realisie ung dieses
Lau wandels bes ä igen könn en, sind ehe e einzel , z. B. einb och (=eingeb ach ).
b) Mhd. /o, ō/ > /a, a:/
In bai ischen Munda en wu de diese Lau wandel o den Konsonan en m, n, , sel-
ene o h , hs, ch ealisie . Ve einzel e Belege aus de Ge ich so dnung zeigen, dass
diese Wandel nich in diese , sonde n in eine ande en lau lichen Umgebung ea-
lisie wu de— zugesp achenn < mhd. zugesp ochen, au gehabenn < mhd. au gehoben
(mi au gehabenen inge n).
c) Sp oss okal
De Sp oss okal ode S a abhak i e schien o in bai ischen Munda en, in denen
zwischen die Konsonan en und b, und ch, abe auch zwischen ande e Konsonan-
en (Reichmann— Wege a 1993: § L 41) übe wiegend <i> eingeschoben wu de. Diese
dialek ale E scheinung is in de Ge ich so dnung auch nu e einzel beleg — im
Neu um ambi im Inhal s e zeichnis und im Femininum e ba ickhei . Im un e such-
en Manusk ip handel es sich um ausnahmsweise e wende e Fo men.
d) Das mi elhochdeu sche Su ix -līch > -leich
In de nich diph hongie en Fo m des Su ixes -līch kam es zu Kü zung des u -
sp ünglichen mi elhochdeu schen Lang okals noch ühe , be o e in obd. Sp ach-
gebie en diph hongie wu de (Masařík 1997: 40, 56). In de Ge ich so dnung wu de
kein einzige Beleg ü die diph hongie e bai ische Va ian e des Su ixes -līch ge un-
den, ausschließlich wu den Adjek i e mi de Fo m -lich einge agen, z. B. o mlich,
bu glich, bu ge lich, nuczlich, end lich, sch ie lich, o den lich und wei e e.
e) Va ian e des mi elhochdeu schen Su ixes -nisse > -nus
Die bai ische Va ian e -nus is in de Ge ich so dnung nu einmal beleg (ge engknuſ),
das P ä ix in g undlegende Fo m -nis e schein dagegen 35mal und die g aphische
Va ian e -niſs 13mal (z. B. seumbnis, gezeugknis, gedech nis, lembnis u. a.).
5.2.3 MEHREREN DIALEKTALEN GEBIETEN GEMEINSAME MERKMALE
Mhd. /ā/ > /o:/
Diesen Wandel kann man sowohl in bai ischen als auch in os änkischen und mi el-
deu schen, o allem abe in os mi eldeu schen Gebie en inden (Mose 1929: § 69;
Reichmann— Wege a 1993: § L 22, Anm. 1).
50 LINGUISTICA PRAGENSIA 1/2021
In de Ge ich so dnung sind die Fo men de Komponen e -mal/-mahl und -mol/-
mohl (nochmoles, o moles, einmohl, zu ande en mohle) e e en. Die Komponen e -mol
und ih e g aphische Va ian e -mohl komm 36mal o , die Fo men -mal/-mahl nu
8mal. Ganz ande s zeig sich abe die Ve e ung dieses Lau wandels im Lexem wa -
hei /wa hei , das in diese Fo m 20mal benu z wu de, die Va ian e wo hei nu ein-
mal. Gleichmäßige e e en sind beide Fo men des Ve bs agen. Die G und a ian e
agen wu de 40mal ge unden, die Ve e ung de Va ian e og- is ähnlich— sie
wu de 30mal einge agen. Gleichmäßig is auch das Vo kommen des Wo s ammes
-gab-/-gob-, die e s e Fo m komm zweimal o (gabenn, be gabe), die zwei e d ei-
mal (Au gobe, au gob, gobe). Wei e e Belege, die die Realisie ung dieses Lau wan-
dels bes ä igen, sind z. B. nochsuchenn, noch ich e /noch ych e , nochkommen (2mal),
noch eil, noch aidingkh, noch olgen, noch ail, zulossen (und wei e e Fo men des Ve bs
lassen/lossen), Ro h (auch Ro es, Ro he), o hauſs, Ro he nn, yn moſſen, Schlo gemachs,
Schwe moge. Daneben wu de abe in manchen Fällen de Lang okal /a:/, g aphisch
<a> einge agen, beispielsweise im Ve b bewa en (2mal) und im P ä e i um wa en
des Ve bs sein.
5.3 KONSONANTISMUS IN DER GERICHTSORDNUNG
Im Be eich des Konsonan ismus se z e sich in de Olmü ze S ad kanzlei konsequen
die Pala alisie ung des mhd. /s/ > /sch/ in den Lau e bindungen smi l, m, n, wim
Anlau ab 1495 du ch (schlagen, obgeschni en, Schwein, Geschwo ne u. a.); eine ähnli-
che ch onologische En wicklung mach e die En wicklung de Lau e bindung - s- >
- sch- im Inlau du ch (ku schne ). Teilweise ealisie wu de die Assimila ion mb/
mp > m, mm (lamp > lamm) und die Assimila ion m > n o ( e num > e nun ). All-
mählich kam es zu Übe windung de g aphischen Ma kie ung de Auslau e hä -
ung im di ek en ode indi ek en Auslau , es se z e sich die e ymologische Sch eib-
weise de Konsonan en b, d, g in diese Posi ion du ch; die Unsiche hei de Sch eibe
wa in de e s en Häl e des 16.Jh. g oß, was die Konsonan enhäu ungen <d >, <d >,
<gk>, <gkk> u. ä. (kind , land , agk) belegen. Die os mi eldeu sche Lenisie ung des
> d nach n in den Lexemen n e (> nde ) und hin e (> hinde ) und nach l im Lexem
hal en (> halden) komm neben den nich lenisie en Fo men bei jedem Sch eibe im
15.und 16.Jh. o (Vn e oi — wolden, 1435; o behal en— halde, 1495, 1498; halden—
hal en, 1504). Von wei e en dialek alen E scheinungen wa die En wicklung des b > p
wich ig (gepu de, pu ne , pesse n, o pinden, paide), die zu den bai ischen Me kmalen
gehö e, abe auch im Os mi eldeu schen zu belegen wa (hie besonde s nach ge-,
z. B. gepo n, gl. Kelle 1995: 377).
Wie diese ü den Olmü ze kanzela ischen Sch eibusus ypischen Me kmale in
de Ge ich so dnung p äsen ie wu den, zeigen olgende E gebnisse de Un e su-
chung.
a) Mhd. /s/ im Anlau o /l, m, n, w/
In de Ge ich so dnung komm kein einzige Beleg ü das nich pala alisie e /s/ im
Anlau o . Die Anzahl de Lexeme, in denen man das pala alisie e /sch/ inden kann,
is je nach dem Lau , de dem /sch/ olg , un e schiedlich— am meis en e e en is
die G uppe /schl/, g aphisch <ſchl>, die in 24 Wö e n im Tex und in d ei am Rande
LIBUŠE SPáČILOVá 51
gesch iebenen Ausd ücken o komm (z. B. ſchlech e, beſchlossen, Rad ſchllegenn,
ausgeſchlossenn u. a.); häu ig wu de auch die G uppe /schw/, g aphisch <ſchw>, ge-
unden: 21mal im Tex und d eimal in Wö e n am Rand (z. B. ſchwe , geſchwo ne,
beſchweh e, ſchweigende u. a.). Die beiden le z en G uppen /schm/ und /schn/, g a-
phisch <ſchm> und <ſchn>, e en ausnahmsweise au — ie mal <ſchm> und ein-
mal <ſchn>, z. B. ſchmach, ſchneide .
De Lau wandel in de G uppe / s/ im Inlau zu / sch/ wu de im F ühneuhoch-
deu schen— im 16.Jh.— nu in konk e en Lexemen beleg . In de Olmü ze Ge-
ich so dnung komm kein Lexem mi diese Konsonan eng uppe o .
b) Die -Epi hese
In ühneuhochdeu schen Tex en kann man bei einigen Wö e n au s, ʒ, , n die An-
ügung eines une ymologischen - im Auslau inden. Die -Epi hese se z e sich in de
Sch i sp ache du ch und is bis heu e in bes imm en Lexemen e hal en (z. B. mhd.
obeʒ— nhd. Obs , mhd. nieman > nhd. niemand, mhd. palas > nhd. Palas ). Bei den P o-
nomen jemand und niemand zeig e sich diese E scheinung be ei s im 13.Jh. (Jungan-
d eas 1937: § 429; Reichmann— Wege a 1993: § M 73). Sie a egelmäßig in bes imm-
en Lexemen auch in de Olmü ze Kanzleisp ache au (yman , nymand , nyemand,
nyeman h). Die -Epi hese wu de in de Ge ich so dnung im Lexem niemand (insge-
sam 10mal) und iemand (insgesam 4mal) ge unden. Im Lexem obs ehl abe jedes-
mal ein im Auslau (eſ ſey mi zei igen ade nzei igen obs; daſſelbe obs nd ueh e).
c) En wicklung des mhd. / / o / /36
Die mi elhochdeu sche Konsonan eng uppe w-, die im 14.und 15.Jh. je nach de Re-
gion en wede zu zw- (zwingen, zwe ch) zunächs in schwäbischen Munda en, da-
nach auch in os - und no dobe deu schen Dialek en, ode zu qu- (qua k, qui l) im
os mi eldeu schen Sp ach aum e schoben wu de, komm in de Olmü ze Ge-
ich so dnung in e schobene Fo m des Ve bs zwingen o (zwingen, zwinge ).
d) Assimila ion de Konsonan en
Zu Assimila ion, d. h. Angleichung benachba e a ikula o isch ähnliche Konso-
nan en kam es im In- und Auslau . Bei eine ölligen Anpassung sp echen wi on
o ale Assimila ion (mhd. kumbe > nhd. kumme , mhd. lamp > nhd. lamm)—
dabei wi d nu die A ikula ionsa des b an die des m angeglichen. Eine pa ielle
Kon ak assimila ion inde s a , wenn nich alle phone ischen Pa ame e angegli-
chen we den, beispielsweise wu de nu de A ikula ionso de Konsonan en n an
den Folgekonsonan en angepass — mhd. enp āhen > nhd. emp angen ( gl. Nübling
2006: 13). O kommen assimilie e Konsonan en in Tex en aus de Übe gangszei
om Mi elhochdeu schen zum F ühneuhochdeu schen o . In de Ge ich so dnung
e scheinen nu nich assimilie e Konsonan en, bei denen pa ielle Assimila ion zu
e wa en wä e. Das be i die pa ielle Assimila ion in de G uppe en - + / > emp -,
die sich in de S anda dsp ache du chse z e. Aus dem P ä ix en - o en wickel e
sich zunächs die G uppe enp- ( -), z. B. im Ve b enp angen, die Assimila ion e schien
36 Au de g aphema ischen Ebene meis ens <w>.
52 LINGUISTICA PRAGENSIA 1/2021
sel en Ende des 14.Jh., ö e im le z en Vie el des 15.Jh.; sie se z e sich abe e s in
den e s en Jah zehn en des 16.Jh. du ch (Mose 1951: § 134). An ang des 16.Jh. wu de
die En wicklung de G uppe -n - nach de En s ehung de assimilie en Fo m emp -
abgeschlossen: en ahen > emp ahen. In de Olmü ze Ge ich so dnung wu den je-
doch ach Fo men ein und desselben Ve bs ge unden, z. B. en p angen, en ahenn, en -
angen u. a., die zeigen, dass die Assimila ion ga nich ealisie wu de.
5.3.1 DIALEKTALE MERKMALE IM KONSONANTISMUS
a) Mi eldeu sche bzw. os mi eldeu sche Me kmale
In diesem Teil de S udie wi d au olgende E scheinungen im phonologischen Be-
eich hingewiesen, die ü das ganze mi eldeu sche ode nu das os mi eldeu sche
Gebie ypisch sind.
Lenisie ung des mhd. / / > /d/
Eine ande e E scheinung, die ehe am Rande s eh , is die sog. Lenisie ung, die
eine Abschwächung des Konsonan en / / > /d/ nach Nasalen da s ell . Im Mi el-
hochdeu schen wu den die Lau e bindungen -n -/-nd- aus egionale Sich nich
un e schieden; im F ühneuhochdeu schen e schien abe die Ve bindung -n -, die
sich spä e in de S anda dsp ache du chse z e, in den südlichen Teilen des deu -
schen Sp ach aums, wäh end das Vo kommen de Lau e bindung -nd- meh mi
dem mi eldeu schen Te i o ium e bunden wa . In de Ge ich so dnung wu -
den die Belege koende, hinde , nde schieden, nde ich unge, nde weisungen u. w.
ge unden.
Auch die Lau e bindung -l - bleib in obe deu schen, o allem bai ischen
Munda en beibehal en, in mi eldeu schen Munda en en wickel e sie sich zu -ld-.
In de Ge ich so dnung kommen beispielsweise die Belege wolden, end gelden, ge-
hald enn, au hald enn, e hald en, hald en, e hald en, anwalden (mhd. anwal e, ahd.
anawal o) o .
Das Vo kommen / / > /d/ nach dem Liquid e schein im obe deu schen Sp ach-
aum gelegen lich, im mi eldeu schen Gebie meh in wes mi eldeu schen Mund-
a en als in os mi eldeu schen. In de Ge ich so dnung is diese En wicklung in de
O dnungszahl ie de zu belegen.
kegen
Oska Reichmann und Klaus-Pe e Wege a zu olge e schien die Va ian e kegen im os -
mi eldeu schen Gebie und in den Sp achinseln, die du ch diese Dialek e beein luss
wu den (Reichmann— Wege a 1993: § L 49); au ähnliche Weise be on das os mi el-
deu sche Me kmal diese E scheinung auch Wol gang Fleische (1970: § 212, Anm.1).
In de Olmü ze S ad kanzlei dominie en die Fo men gegen ode kegen in ühneu-
hochdeu schen Tex en je nach de He kun des S ad sch eibe s (Spáčilo á— Spáčil
2004: 168). In de Ge ich so dnung komm kegen/kegenn en wede als P äposi ion
ode als Komponen e in De i a en 26mal o (kegenwe igk, kegen ail), die Fo m gegen
nu d eimal (gegen, gegenpa ey).