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Der späthallstattzeitliche Grabhügel von Kriegenbrunn (Reg.Bez. Mittelfranken, Bayern)

Abstract

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Der späthallstattzeitliche Grabhügel von Kriegenbrunn (Reg.Bez. Mittelfranken, Bayern)

Author: Winger, Katja
Publisher: Univerzita Karlova, Filozofická fakulta,Praha
Year: 2020
Source: https://dspace.cuni.cz/bitstream/20.500.11956/123727/1/Katja_Winger_39-58.pdf
De spä halls a zei liche G abhügel on K iegenb unn
(Reg.Bez. Mi el anken, Baye n)
Ka ja Winge
ABSTRACT
The a icle desc ibes he ea u es and inds om he Halls a pe iod bu ial mound a E langen -K iegenb unn
(Ge many). He mann Ho nung exca a ed his mound in 1930 a e non -p o essionals had des oyed he
cen al g a e. Sho ly a e he exca a ion, Ho nung published his esul s in wo small a icles. In he 1970s
Be nha d Hänsel s a ed collec ing all a ailable in o ma ion abou he bu ial mound and ini ia ed an h o-
pological analyses. Al hough Michael Hoppe had discussed he mound in his wo k abou he Halls a pe iod
in Cen al F anconia (1986), Hänsel was con inced ha i needed u he in es iga ion. Long a e his e-
i emen , he ga e all his documen s abou K iegenb unn o he au ho in o de o publish he mound again,
make co ec ions and pa icula ly asce ain he numbe o pe sons in he se e al g a es a K iegenb unn.
KEYWORDS
Halls a pe iod; bu ial mound; g a e goods; physical an h opology; his o y o esea ch.
EINLEITUNG
De s äd ische Bezi k und die Gema kung K iegenb unn liegen im heu igen S ad gebie E -
langens. Do be and sich im Regni zwald, au de Niede e asse des Regni z als, ca. 300 m
südlich zweie u nen elde zei liche G äbe , ein einzelne spä halls a zei liche G abhügel,
de 1930 ausgeg aben wu de. Die G abungen gingen au eine Fundmeldung des Haup leh e s
Kon ad1 om 20.3.1930 zu ück, de den Wah hei sgehal e schiedene Sagen übe den Hügel
klä en woll e. In Folge de Fundmeldung wu de de damalige Vo si zende de A bei sg uppe
Vo geschich e des E lange Heima e eins, He mann Ho nung (1885–1969), au den Fundo
au me ksam.
Ho nung dokumen ie e den im Du chmesse e wa 11 m g oßen, zu damaligen Zei 1–1,2 m
hohen Hügel, de om En decke am 18./19. Mä z 1930 be ei s au eine zen alen Fläche on
5,6 × 3,4 m bis zum gewachsenen Boden abgeg aben wa (siehe S ö ung Zen alg ab Abb. 1).
Die G abung and an neun Tagen im Mai und Juli 1930 s a und wu de om Ve ein ü Hei-
ma schu z und Heima kunde E langen un e Lei ung on He man Ho nung du chge üh .
Wäh end de G abung wu de de Hügel on Os en beginnend un e such und abge agen,
wobei die eigeleg en S einse zungen g öß en eils in si u belassen wu den. Diese gingen
deu lich übe die Fläche des e hal enen Hügels hinaus. Neben den S einse zungen des Zen -
alg abes (ca. 60 cm un e Humusobe kan e) und de G äbe A–F konn e im südlichen Be eich
ein S einp las e aus g oßen Quade n dokumen ie we den (Abb. 1).
Im Sep embe /Ok obe 1930 wu de de G abungsschni e üll und de Zus and o de
G abung wiede he ges ell . Au dem Hügel wu den ein Decks ein mi de Insch i „Vo ge-
1 Sowohl in den handsch i lichen No izen Ho nungs und Hänsels, als auch bei Ho nung 1931; 1931
und Hoppe 1986 inden sich keine Angaben zum Vo nahmen Kon ads.
STUDIA HERCYNIA XXIV/2, 39–58
40 STUDIA HERCYNIA XXIV/2
Abb. 1: Übe sich splan de on Ho nung dokumen ie en S uk u en.
41KATJA WINGER
sch. Sippeng ab/Um 600 . Ch ./F eigel. 1930 om Heima e ein E langen“ gese z und eine
Ro eiche gep lanz . Am 10. Juli 1930 beschloss de E lange S ad a eine Zahlung on 100
Reichsma k an den Heima e ein „zu Sich ung de Sammlung de p ähis o ischen G äbe -
unde K iegenb unn“ un e de Vo ausse zung, dass die Funde in de S ad bleiben und de
Ö en lichkei zugänglich gemach we den.2
Im Zuge seine Zei als Dozen am E lange Ins i u ü U - und F ühgeschich e (1973–
1976) e eg e de G abhügel on K iegenb unn das In e esse Be nha d Hänsels (1937–2017),
welche ihn un e ande em in seinen Übungen „Halls a zei im E lange Raum“ (Win e -
semes e 1974/75) und „Geländedenkmäle in F anken“ (Somme semes e 1975) bea bei en
ließ. Wei e hin gab e eine Bea bei ung de Knochen unde du ch den An h opologen Sieg-
ied F öhlich (Uni e si ä Bochum) in Au ag. Da Hänsel 1976 nach Kiel und 1981 an die
F eie Uni e si ä Be lin (FU) be u en wu de und sein In e esse ande en P ojek en widme e,
and e nie die Zei , seine E kenn nisse zu K iegenb unn zu publizie en. Als das Ins i u
ü P ähis o ische A chäologie 2015 in ein neues Gebäude umzog, lös e Hänsel sein Bü o an
de FU au und übe ließ de Au o in seine Au zeichnungen zum G abhügel inklusi e des
an h opologischen Gu ach ens, di e se Diaposi i e, No izen aus dem S ad a chi E langen
und alle Un e lagen zu den oben genann en Übungen. Wäh end zunächs noch die Idee
bes and, einen gemeinsamen Bei ag zu e assen, in dem Hänsel sich mi dem Ho izon
de Fußzie ibel auseinande se zen woll e, wu de au g und seines Gesundhei szus andes
bald kla , dass die Au o in die Un e lagen alleine o legen muss. Hie zu kann auch au
be ei s e olg e Ve ö en lichungen zu ückgeg i en we den: Neben den Be ich en des
Ausg äbe s wu den die wich igs en In o ma ionen zum G abhügel be ei s on Michael
Hoppe3 o geleg – wenngleich die Zuo dnung on Funden zu bes imm en G äbe n nach
den o liegenden Un e lagen eilweise abweich (Ho nung 1931; 1932; Hoppe 1986, 102–108).
Bei Hoppe inden sich auch Abbildungen as alle Funde des G abhügels (Hoppe 1986,
Abb. 13–19, Ta . 8–14), weswegen hie au einen Ta el eil e zich e we den kann. Einige
wei e e In o ma ionen und Fo os he aus agende Funde sowie G abungs o os inden sich
im Beglei he de Daue auss ellung des E lange S ad museums (Bockisch -B äue 2002;
Weissmülle 2002a; 2002b). Von g oßem Nu zen wa en auch die Ein äge und Fo og a ien
im In en a buch des S ad museums, welche Dankenswe e weise on Ge aud Lehmann
zu Ve ügung ges ell wu den.
BEFUNDE UND FUNDE
ZENTRALGRAB
Das Zen alg ab des Hügels wa be ei s o Ausg abungsbeginn s a k ges ö . Lau Kon ad
e üg e es u sp ünglich übe eine S einkuppel– im G abungsbe und konn e nu noch ein
S eink anz dokumen ie we den, de e mu lich den Res diese ehe als S einpackung4
anzusp echenden S uk u da s ell . Übe die Lage de dem Haup g ab (ode meh e en
zen alen G äbe n) zugeo dne en Funde können leide keine Angaben gemach we den, da
2 S ad a chi E langen S A 31, K 17B1a.
3 Lau Hänsels Anwesenhei slis en se z e sich Hoppe be ei s als S uden in E langen mi dem G ab-
hügel on K iegenb unn auseinande . E wa Teilnehme de Übung im Win e semes e 74/75, wo
e gemeinsam mi Klaus Schmid G ab D analysie e.
4 Diese is ü die Halls a zei No dbaye ns o he schend. Vgl. Nikulka 2005, 439.
42 STUDIA HERCYNIA XXIV/2
sie undokumen ie on Kon ad au gelesen wu den, bzw. sich in de wäh end de G abung
du chwühl en E de anden.
Me all unde5
Fund N . 121: Res e on d ei6 b onzenen Hohlhals ingen (65 F agmen e) mi o enen e dick en Enden.
Ve zie ung aus Que - und Sch ägs ichelung, Un e sei e gla . Dm. des g öß en Rings außen: 15,2 cm,
innen: 15 cm; ande e Ringe nich messba . Gleichmäßige g üne Pa ina.
Fund N . 127 und 128: Zwei
7
o ene S eigbügela m inge aus B onze, da on eine mi Que s ichen und Rie en
e zie , Dm. 4,2 × 3,9 cm. De ande e un e zie , Dm. 6,5 × 6,2 cm. G üne Pa ina.
Fund N . 127: Zwei b onzene o ene A m inge mi undem Que schni und e dick en Enden. Dm. 5,3 × 5,7 cm
bzw. 4,6 × 4,9 cm. G üne Pa ina. Schwach ko odie .
Fund N . 124: D ei geschlossene B onze inge mi ie kan igem Que schni . Dm. 2,1 × 2,3 cm; 1,8 × 2,0 cm;
1,8 × 2,1 cm. G üne bzw. g ün -schwa ze Pa ina. Eine de Ringe mi e kennba em S oß.
Fund N . 124a: O ene B onze ing mi undem Que schni und s a ke Abnu zung an eine S elle (S oß-
läche?). Dm. 1,35 × 1,5 cm. Dunkelg üne Pa ina (Zugehö igkei zum Haup g ab aglich; am 11.10.1930
au dem Ab aum ge unden).
Fund N . 123: Vie geschmolzene B onzeklumpen. G öß e Dm. 2,2 cm, 1,5 cm und 0,6 cm, welche bei Hoppe
(1986) nich e wähn we den.
Fund N . 122: B onzene Bogen ibel mi langem spi z zulau endem Nadelhal e und ie kan igem Bügel.
Spi ale mi eise ne Achse. L. 6,7 cm; L. des Nadelscha es 4,6 cm. G üne Pa ina.
Fund N . 125 und 126: Zwei o ene b onzene Oh - ode Haa gehänge, bes ehend aus je zwei o enen, in eine
nach innen eingebogene Nadel e lau enden Blech ingen (Dm. 1,8 cm; B. 0,65 cm) mi Längs ie elung,
einem dünnen agmen ie en B onze ing mi undem Que schni (Dm. 1,9 cm) und einem d eieckigen,
2,4 cm langen, un en 1,4 cm b ei en bommela igen Blechanhänge , de an de spi z zulau enden obe en
Ecke du chboh is . Eine de Blech inge mi ie , de ande e mi ün Rippen. G üne Pa ina. Leich
ze d ück .
Fund N . 125a: Ein wei e e gleich ö mige Ring (Dm. 1,6 cm) und ein F agmen eines zwei en.
Fund N . 126a: B onzenie mi Eisenspu en. Dm. 0,5 cm
Fund N . 129: Zwei S ücke eine agmen ie en B onzenadel ohne Kop . L. 14,1 cm, g öß e Dm. 0,2 cm.
Schwach ko odie .
Fund N . 145: B onze ibel mi Fußzie . Spi ale und Ve schlussnadel ehlen, Nadelhal e is e hal en. P o i-
lie e Knop au dem zu ückgebogenen Fuß au genie e . L. 2,4 cm. (ge unden am 28.9.1930 im Ab aum).
Gleichmäßige g üne Pa ina.
Ke amik8
Fund N . 130: Volls ändig ekons uie ba es schwa zb aunes Ge äß ohne Ve zie ung. Rand p o ilie und
e was eingezogen. Oben nach innen abgesch äg . Dm. oben: 17,5 cm. Dm. Boden: 5,5 cm. H.: 8 cm.
Fund N . 131: Volls ändig ekons uie ba e s eil andige , g auschwa ze Nap ohne Ve zie ung. Dm. oben:
23,6 cm. Dm. Boden: 10,2 cm. H.: 12,4 cm.
Fund N . 133: F agmen eine g auschwa zen Tasse ohne Ve zie ung.
Fund N . 134: Volls ändig ekons uie ba e ö lichb aune Schale. Dm. oben: 13,5 cm. Dm. Boden: 5,7 cm. H.:
5,9 cm.
5 Im Folgenden we den die Abkü zungen Dm.=Du chmesse , L.=Länge, B.=B ei e und H.=Höhe e -
wende . Die Funde wu den bei ih e En deckung du chgehend numme ie . Die Numme ie ung
de Funde des Zen alg abes e olg e e s nach de Ausg abung.
6 Ho nung und Hoppe e wähnen nu zwei Hals inge. Bei eine In en a isie ung de Funde im Jah
2000 e wiesen sich die F agmen e jedoch als zu d ei Hals ingen zugehö ig.
7 Bei Hoppe wi d nu ein S eigbügela m ing genann .
8 Bei Hoppe we den lediglich F agmen e on insgesam zehn Ge äßen genann .
43KATJA WINGER
Fund N . 135: Volls ändig ekons uie ba e dunkelb aune Schale. Dm. oben: 23,8 cm. Dm. Boden: 7 cm. H.:
9,8 cm.
Fund N . 136: Volls ändig ekons uie ba es schwa zes Ge äß mi unebene Obe läche. Un e dem Rand
e was eingezogen. Dm. oben: 21,6 cm. G öß e Dm.: 23,7 cm. Dm. Boden: 7,2 cm. H.: 11,2 cm.
Fund N . 140: Volls ändig ekons uie ba e Schale. Fa be außen hellb aun bis g auschwa z, innen gelbb aun.
Obe e Dm.: 16,5 cm. Dm. Boden: 6 cm. H.: 6 cm.
Fund N . 132: Volls ändig ekons uie ba e ö lichb aune Schale mi s a k gewölb em Bauch. Dm. oben:
13 cm. G öß e Dm.: 15,7 cm. Dm. Boden: 6 cm. H.: 11,6 cm.
Fund N . 137: F agmen eine g auschwa zen Schale. Dm. oben: 15,2 cm. Dm. Boden: 5,2 cm. H.: 8 cm.
Fund N . 138 und 139: Sche ben zweie gelb o b aune , eilweise bläulich -g aue Ge äße. Henkel asse und
bauchiges Ge äß mi s a k abgese z em Randansa z und s eilem Rand.
Fund N . 141: Volls ändig ekons uie ba e schwa zb aune Nap mi senk ech em Rand. Dm. oben: 19,2 cm.
Dm. Boden: 7,4 cm. H.: 9,3 cm. De Rand dieses Ge äßes and sich un e den Sche ben wes lich de Ne-
benbes a ung A.
Fund N . 149: Volls ändig ekons uie ba es kessel ö miges Ge äß. Außen bis zum Schul e ansa z ie schwa z,
da un e gelbb aun, innen ie schwa z. Dm. oben: 23 cm. G öß e Dm.: 35 cm. Dm. Boden: 8 cm. H.: 2,2 cm.
Fund N . 144: F agmen e eine schwa zen henkellosen Tasse.
Silex
Fund N . 143: Fün Feue s ein agmen e, eine da on zum Schabe e uschie , die ande en womöglich
Ke n es e. Bei Hoppe nich e wähn . L: 3,9 cm; 4,2 cm; 2,7 cm; 3,5 cm; 3,3 cm.
SKELETTFUNDE
Fundnumme n 127; 17.–19.3.1930 und o.N .9
Di ek nach de G abung bes imm e Albe Hasselwande (Ana omisches Ins i u E langen)
die menschlichen Skele es e aus dem Zen alg ab. Nach seine Einschä zung gehö en die
Schädel agmen e, Teile des Beckens und des linken Obe kie e s mi d ei Mola en zu einem
männlichen und einem weiblichen Skele . Sieg ied F öhlich un e such e die Knochen in
den 1970e Jah en au Bi e Be nha d Hänsels e neu und and Res e eine wah scheinlich
weiblichen, adul en Pe son, eine adul en Pe son unbes imm en Geschlech s, eine ju enilen
Pe son, sowie „ein S ück Leichenb and“.
10
Aus a chäologische Sich lassen sich au g und de
ehlenden Au zeichnungen zu Fundsi ua ion keine Angaben zu Belegung des G abes machen.
NEBENGRÄBER
Um das Zen alg ab he um anden sich meh e e un e schiedlich angeleg e Nebeng äbe , die
mi den Buchs aben A–F bezeichne wu den (Abb. 1). Wes lich des zen alen G abs be anden
sich die G äbe Aund B, de en S uk u und Fo m sich ähnel en. Ho nung besch ieb den Be-
und als „S einp las e “, welches nach dem Ze all eine da un e liegenden Holzkons uk ion
(bzw. eines Holzsa gs) dich beieinande liegende, nach innen geneig e S eine hin e ließ, die
an den Rände n ca. 50 cm höhe s anden als in de Mi e (Ho nung 1931, 5). Un e diesen ie e
liegenden S einen be anden sich die menschlichen Übe es e und Beigaben, welche du ch die
9 Die un e N . 127 e zeichne en Skele es e wu den angeblich gemeinsam mi den eben alls un e
diese Numme egis ie en A m ingen gebo gen. Fü die ande en beiden Fundnumme n läss
sich lediglich e schließen, dass die Knochen zum Zen alg ab gehö en.
10 Da de Leichen band es heu e nich meh au indba is , können hie zu keine wei e en Angaben
gemach we den.

44 STUDIA HERCYNIA XXIV/2
S eine s a k in Mi leidenscha gezogen wo den wa en. Säm liche Funde und Skele es e
des G abs A anden sich in 45 cm Tie e. E wa einen Me e ös lich des S eink anzes des Zen -
alg abs and sich un e eine S einübe deckung eine ech eckige S einse zung (Nebeng ab
C) aus senk ech en S einpla en, die anhand ih e G öße als Kinde g ab angesp ochen wi d.
Die menschlichen Übe es e aus diesem G ab, welche au dem gewachsenen Boden au lagen,
haben sich nich e hal en. Die Nebeng äbe D und E wiesen keinen S einbau au und lagen
e was om Zen alg ab en e n . G ab D be and sich im Südos en zwischen Haup g ab und
S einp las e . Skele und Beigaben lagen au dem gewachsenen Boden. Im No den des Zen-
alg abs and sich e wa im selben Abs and wie das Kinde g ab C das Nebeng ab E, welches
keinen S einbau au wies und die Übe es e meh e e Indi iduen neben und übe einande
en hiel . Die gebo genen Knochen es e konn en jedoch o e s keinen bes imm en Skele en
zugesch ieben we den. Die To en wa en in Os -Wes -Rich ung abgeleg wo den. Es handel
sich um mindes ens d ei bes a e e Pe sonen, wobei jedoch wei e e Knochen da übe und
da un e au zwei wei e e Indi iduen hinweisen. Südlich da on und au demselben Ni eau
wie G ab E (ca. 40 cm übe dem gewachsenen Boden) be and sich das Nebeng ab F. Au g und
de Lücke in de S einse zung übe dem G ab kann au eine spä e e Ein ie ung in den be-
s ehenden Hügel geschlossen we den. Diese Ums and konn e jedoch wäh end de G abung
nich abschließend un e such we den. Da sich kaum Knochen e hal en haben, kann die
Aus ich ung des Skele s nu g ob als wes -ös lich angegeben we den.
Ho nung bezeichne e die genauen S ellen, an denen Funde zu Tage kamen, mi „Funds ell-
ennumme n“ und e me k e die meis en on ihnen au seinen Skizzen bzw. dem Gesam plan.
GRAB A(„GROSSMUTTERGRAB“11)
Ca. 3 m × 1,5 m, S einbau, ähnliche S uk u wie G ab B.
S eine nach innen geneig und am Rand ca. 30 cm höhe als in de Mi e. Decks eine
(S einp las e ?) de Mi e nach Ve gehen de hölze nen Kons uk ion einges ü z . Alle Funde
aus 45 cm Tie e.
Nach Si ua ions o os (z.B. Bockisch -B äue 2002, 54) bes and die G abkamme aus
wesen lich meh S einen als im Plan e zeichne . Da die wes liche Kamme wand ie e lieg
als die ös liche, schein G ab Aan das Haup g ab angelehn zu sein– die ös liche Wange wä e
dann zum Zen alg ab gehö ig. Die o liegenden G abungs o os geben keinen Au schluss
übe die Lage de Beigaben. Wes lich des im Südos en be indlichen Kop es de beigese z en
Pe son wu de eine S ö ung dokumen ie , aus de die Funde 38 und 39 s ammen.
Me all unde
Funds ellen 21, 23 und 24: D ei b onzene S äbchen eines Toile bes ecks mi ing ö migem obe en Ende,
ie kan igem o die em Scha und s ump em un e en Ende. E hal eneL.: 3,4 cm; 4,1 cm und 4,5 cm.
Funds elle 25: B onzene Spi zpauken ibel om Typ P2 nach Mans eld (1971) mi gebleich e Ko alleneinlage
(Weissmülle 2002b) in kugeligem Au sa z und A mb us kons uk ion. Knop ö mige Nadel uß und
Spi ale mi eise ne Achse. Pauke mi eine Un e b echung eng um ill . Sehne ehl . L.: 4,1 cm. H.: 2,5 cm.
Be and sich e wa au Kniehöhe.
Funds ellen 27 und 31: Zwei o ene b onzene S eigbügela m inge. Außen Ve zie ung mi Que s ichen und
Que ie en. G öß e Dm.: 6,6 cm; 6,9 cm. Dabei 3 Finge knochen (31).
Funds elle 29: D ei o ene B onze inge mi hombischem Que schni . Dm. 1,4–1,5 cm.
11 Die Bezeichnungen „G oßmu e g ab“, „G ab des G oß a e s“, „Kinde g ab“ und „G ab des Recken“
e gab Ho nung wäh end de Ausg abung und behiel sie auch in seinem Be ich bei.
45KATJA WINGER
Funds elle 33: B onzene Ringhalsk agen, bes ehend aus zwei Hohl ingen mi Que - und Sch ägs ichelung.
O ales P o il. Du ch S eine an den o enen e dick en Enden ze d ück . Äuße e Dm. des g öße en Rings:
16,5 cm. Inne e Dm. 14 cm. G öß e Dicke: 1,8 cm. Mi Res en de Schädelknochen gebo gen.
Funds ellen 34 bis 36: Res e on ie S öpseloh ingen und ein bis zwei wei e en B onzehohl ingen. Rekons .
Dm. jeweils 3 cm. Mi Res en on Zähnen und Schädelknochen.
Sons iges12
Funds elle 37: S eusche ben und ein S ück kalzinie e Knochen. K iegs e lus .
Funds elle 20: S eusche be.
Funds elle 38 (S ö ung wes l. des Kop es): O ene band ö mige B onzeoh ing „de G oßmu e “ ( gl.
N . 18, G ab D). Fün ach längsge ipp mi d ah ö mig ausgezogenem Ende. F agmen eines wei e en
band ö migen B onzeoh ings mi ie ache Que ie elung. B.: 0,6 cm; Bands ä ke: 0,1 cm.
Funds elle 39 (S ö ung wes lich des Kop es): O ale Pe le aus opakem gelbem Glas mi weiße Wellenlinie.
Dm.: 2,2 cm. H.: 1,7 cm. Lochdm.: 0,5 cm. Die Pe le wu de o Ein e en de G abungslei ung am 12. Mai
1930 on einem Zuschaue aus einem Loch „gewühl “ und auch dahe nich au dem G abungsplan au .
Im S ad museum E langen is e me k , dass ein Baue die Pe le am 13. Mai o 8 Uh abgegeben ha .
SKELETTFUNDE
Obe schenkelknochen, Un e a mknochen, Schädel es e, Mi elhandknochen und einzelne
Zähne (Funds ellen 22; 26; 28; 30; 32 und o. N .).
Sieg ied F öhlich bes imm e die zugehö igen Menschenknochen als männlich (?) adul ;
weiblich spä adul und ju enil. T o z diese mindes ens d ei anzunehmenden Indi iduen,13
12 Mi Ausnahme des aus de S ö ung s ammenden Fundes N . 38 we den diese Funde nich bei Hoppe
e wähn .
13 Obwohl ihm dieselben E gebnisse F öhlichs o lagen, sp ich Hoppe hie on eine Doppelbes a -
ung on Mann und F au.
Abb. 2: a– G ab Ami einge agenen Fundnumme n; b– G ab Ami ekons uie e Lage des Skele s.
46 STUDIA HERCYNIA XXIV/2
läss sich die Lage de Funde ela i gu mi de Ana omie eines einzigen Indi iduums in
Einklang b ingen (Abb. 2), was da ü sp ich , dass die Res e (zweie ) äl e e Bes a ungen
beisei e ge äum wu den. Jene Pe son können die S eigbügela m inge (je eine am Handge-
lenk), ie Hohl inge am Kop , zwei band ö mige Ringe und die Glaspe le (aus de S ö ung in
Kop nähe) sowie d ei ie kan ige B onze ingchen, welche sich e wa au Kniehöhe be anden,
zugeo dne we den. Die Pauken ibel (N . 25) wä e demnach beisei e ge äum bzw. zu einem
ande en Skele gehö ig.
GRAB B („GRAB DES GROSSVATERS“)
G ab B zeig einen ähnlichen Au bau wie G ab A, welches sich e was übe einen Me e südlich
be inde . Mögliche weise geh de als nie en ö mig dokumen ie e G und iss des G abes au
die ang enzende S ö ung des Haup g abes zu ück. Die S eine an den Sei en s anden deu lich
höhe als in de Mi e. Ho nung in e p e ie e diesen Be und analog zu G ab Aals Res eine
Dachkons uk ion, welche nach dem Ve gehen de hölze nen Bau eile bzw. eines Holzsa ges
einges ü z sei (Ho nung 1931, 5).
Me all unde
Funds elle 100: F agmen e b onzene S öpseloh inge, eilweise au einem 6 × 5 cm g oßen S ück de Schä-
deldecke. Au dem Knochen be inde sich die e hä e e, an den Enden leich au ge oll e Schädelhau .14
Funds elle 101: D ei b onzene S öpseloh inge. Dm.: 2,2–2,4 cm (innen) bzw. 3–3,3 cm (außen). F agmen
eines Felsenbeins.
14 Diese ungewöhnliche Ums and wi d be ei s im G abungsbe ich Ho nungs e wähn und wu de
du ch das an h opologische Gu ach en F öhlichs bes ä ig .
Abb. 3: a– G ab B mi einge agenen Fundnumme n; b– G ab B mi ekons uie e Lage des Skele s.
47KATJA WINGER
Funds ellen 102 und 103: Au beiden Sei en des Schädels je sechs b onzene S öpseloh inge. Auße dem ein
olls ändig e hal enes Felsenbein und de linke Obe kie e .
Funds elle 104: B onzene Ringhalsk agen aus zwei o enen, massi en Hals ingen mi ie kan igen, sich
e dickenden Enden. Ve zie ung mi Que s ichelung, Que ie elung und Sch ägs ichelung. Dm.: 14,5
und 13,6 bzw. 13,0 und 12,4 cm. Mündung nach oben.
Funds ellen 105 und 106: Zwei o ene b onzene S eigbügela m inge mi Ve zie ung aus Que s ichen und
Rie en ( gl. Fund N . 128). Dm.: 6,6 cm. Dabei Knochen es e des Un e a ms. A m ing an S elle 105 mi
Mündung nach oben ge unden.
Funds elle 107: Eise ne Gü elhaken hombische Fo m. Das spi ze Ende is au gebogen. De am hin e en
Ende de hombischen Pla e be indliche Que s eg wa wäh end de Be gung noch o handen. L.: 11,3 cm.
G öß e B.: 4,5 cm.
Funds ellen 108 bis 110: Vie o die e Toile s äbchen
15
mi je zwei kleinen unds abigen Ringen. L. de
S äbchen: 4,1; 3,9; 4,5 und 3,5 cm. Dm. de Ringe: 0,9 cm. 110 lag e was un e den Funden 100–109 und 111,
welche sich bei –66 cm be anden.
Ke amik16
Funds elle 111 (–66 cm): F agmen e eines seh po ösen, nich meh zusammense zba en Ge äßes hellzie-
gel o e Fa be.
Funds elle 56 (–23 cm): F agmen e eines nich meh zusammense zba en Ge äßes, welches sich in 23 cm
Tie e in de No dwes ecke de Bes a ung be and. Du chmesse des Ge äßes ca. 20 cm. Wei e hin S eu-
sche ben bei Funds elle 54 (d ei g aue Randsche ben mi Finge up enmus e ), 58 und 62 (50 cm en e n
in Süd -Süd -Os -Rich ung, e en uell om P lug e lage ?).
SKELETTFUNDE
Die gebo genen Schädel- und Un e a m es e wu den on F öhlich als Res e eines ehe weibli-
chen, ju enil bis ühadul en Indi iduums angesp ochen. Hinzu komm ein unbes immba e
Leichenb and es . Leide auchen die un e den Fundnumme 102 und 103 e zeichne en
Skele es e in F öhlichs Be ich nich au .17
Nach de Lage de S öpseloh inge (100; 101; 102 und 103), des Halsk agens (104) und de
Schädel es e zu u eilen, sind zwei Pe sonen anzunehmen
18
(Abb. 3): N . 1 be and sich in
ana omisch ko ek e Lage und ug zwei mal sechs Ringe, zu N . 2 gehö en d ei Ringe sowie
wei e e Res e. Von Skele N . 2 schein sich nu noch de obe e Be eich im ana omischen
Ve band be unden zu haben– de Res wu de womöglich ü die ande e (jünge e) Bes a ung
beisei e ge äum . Nach Fo os lagen beide Skele e au gleiche Tie e. Möglich wä e hingegen
auch, dass de beg abenen Pe son (N . 1) ein mi Hohl ingen geschmück e Kop (N . 2) ins
G ab geleg wu de. Eine Doppelbes a ung schein au g und des Pla zmangels und de Lage
des Ge äßes 111 unwah scheinlich. Was es mi dem kleinen Res au gelesenen Leichenb ands
au sich ha , muss o enbleiben. Da die Mündungen des Halsk agens sowie mindes ens eines
15 Hoppe be on , dass die S äbchen aus K iegenb unn (Zen alg ab und G ab A) on de allgemeinen
Toile bes eckzusammense zung mi Pinze e, Lö el und K a ze abweichen und e wäg einen
Zusammenhang mi F aueng äbe n. Hoppe 1986, 54–55.
16 Hoppe nenn hie lediglich „Sche ben eines Ge äßes ( e schollen)“. Die Sche ben be inden sich im
D eycede n -Depo des S ad museums E langen.
17 Zumindes die Menschenknochen on Funds elle 103 sind noch o handen, auchen sie doch mi
Fo o und Da ensa z im In en a e zeichnis des S ad museums au .
18 Hoppe olg de an h opologischen Bes immung und geh on eine Pe son aus, nenn jedoch
auch Leichenb ands ücke. Vgl. Bockisch -B äue (2002, 57), die eben alls nu on eine weiblichen
Bes a e en sp ich .
54 STUDIA HERCYNIA XXIV/2
Funds elle 77 (–32 cm): G aue Schale mi s eile , e was nach innen geneig e Mündung. Dm. Mündung:
24 cm. Dm. Boden: 7,5 cm. H.: 8,5 cm.
Funds elle 1 (e wa –20 cm): Ganz im Süden on G ab F lag ein olls ändig e hal ene einhenklige Top . Die
Mündung wa sch äg nach NW geneig . Am Bauch gelbb aune, an Schul e , Hals und Rand g aue Fä bung.
De ösena ige Henkel is außen 2,4 cm, an den Ansä zen max. 2,2 cm b ei . Wandungss ä ke ca. 5 mm.
Dm. Mündung: 11,5 cm. Dm. Boden: 6,9 cm. H.: 16 cm.
Wei e e Funde
Funds elle 142 (Annex im Wes en on G ab F; „G ab G“): Pe lenke e, bes ehend aus 31 dunkelblaug auen
Glaspe len (Dm.: 0,7 cm). O ene b onzene S eigbügela m ing mi Que s ichelung (Dm. 6,6 zu 6,2 bzw.
5,3 zu 4,9 cm). Knochen eile. Alles au dem gleichen Ni eau wie G ab F.
Skele unde
Funds elle 66 (–42,5 cm): Schädeldach, linke Un e kie e mi d ei Mola en, 1 Caninus, 1 P ämola , 2 Inci-
si iwu zeln, sowie 1 einzelne Mola und 2 e b ann e Incisi i und wei e e Zahn agmen e. Die Zähne
lassen au ein Al e on übe 40 Jah en schließen (Gu ach en Zahna z Seh ing, E langen).
Funds elle 69: Schädelb uchs ücke, Eckzahn.
Funds elle 73: Rippen agmen .
Funds elle 74: Hume us agmen .
Funds elle 76: Ulna- und Radius agmen e.
Nachdem Ho nung be ei s ku z nach de G abung die Zähne aus G ab F (66) einem Zahna z
aus E langen o geleg ha e, analysie e F öhlich diese und die ande en Menschen es e
in den 1970e Jah en. Fü das Hume us agmen (74) konn e mi „wohl weiblich“ eine age
Geschlech sbes immung du chge üh we den. Eine Al e sbes immung als ju enil/ ühadul
wa bei den un e N . 69 e zeichne en Res en möglich. Bei den Knochen aus Funds elle
142 (Annex) handel es sich nach Abgleich mi dem In en a des E lange S ad museums
höchs wah scheinlich um die bei F öhlich „o. N .“ angegebenen Res e. Diese bes imm e e
als „wah scheinlich weiblich“ und adul , was gegen die Theo ie eines Kinde g abes („G ab
G“) sp ich . Die Mindes indi iduenzahl in diesem G ab be äg demnach zwei. Die An-
sp ache als weibliche Pe sonen deck sich mi de Zuo dnung de Pauken ibeln om Typ P1
zu weiblichen Auss a ung (Kleibscheidel 1997, 55; Bu meis e 2000, 26–28) und s eh
s eh in Wide sp uch zu Annahme, Toile bes eck sei eine spezi isch männliche Beigabe
(Vgl. Anm. 24).
Funde auße halb de iden i izie en G äbe
S eusche ben an den Funds ellen 10 (au dem S einp las e ); 37 (au einem S ein des S einbaus on G ab
A); 41; 42 (Sche be mi Kannelu en); 43; 44; 45; 46; 47; 48; 50; 51; 52; 53; 57; 59; 61 und 62.
Funds elle 12 (wes lich on G ab A, –50 cm): Pla ged ück e Sche ben (Sche benp las e ?). Teilweise zu einem
g oßen gelb- bis o b aunen kessel ö migen Ge äß mi seh aue Obe läche zusammengese z . Dabei
auch Sche ben, die zu Ge äß Funds elle 141 (Zen alg ab) und Funds elle 2 (G ab D) gehö en.
Funds elle 60 (südwes lich on G ab B; –88 cm): Mandel ö mige Silexp eilspi ze mi konka em Ausschni
an de Basis. L.: 1,6 cm.
Einzelne S eusche ben gehö en zu den e schiedenen Ge äßen in den G äbe n– o allem zu denen aus
dem Haup g ab und aus G ab B. Dies mag sich mögliche weise du ch die eils ungeo dne en Ve häl nisse
wäh end de G abung e klä en lassen.

55KATJA WINGER
ZUSAMMENFASSEND ZU DEN SKELETTFUNDEN
Nachdem Ho nung nu die Un e suchung de Skele unde aus dem Zen alg ab und de Zäh-
ne aus G ab F e anlass ha e, e ba Hänsel eine Bes immung alle menschliche Übe es e
du ch Sieg ied F öhlich, welche 1976 e olg e. Es lieg ein länge e Sch i wechsel de beiden
o , de zum einen o schungsgeschich lich seh in e essan is , in dem F öhlich jedoch auch
imme wiede den schlech en Zus and de F agmen e beklag .26 Hinzu kommen Bedenken,
dass eine Geschlech sansp ache an Einzelindi iduen imme mi eine gewissen Unsiche hei
beha e sind.27 Zu den e einzel en Res en on Leichenb and (aus Zen alg ab, B und C) gib
F öhlich an, dass es nich auszuschließen is , dass das Ma e ial on Tie knochen s amm . Dies
wü de zumindes die o ale Abwesenhei on sons igen Res en mögliche Fleischbeigaben e -
klä en, welche kaum mi eine Selek ion beim Au sammeln de Funde zusammenhängen kann.
T o z des on F öhlich angemahn en schlech en Zus ands de Knochen wies Ho nung
be ei s in seinem Be ich (Ho nung 1931, 9–10) ausd ücklich au die gu e E hal ung einzelne
Skele eile (u. a. auch Mi elhandknochen und dünne Schädel agmen e) hin. Dies üh e e
au eine jah elange Rös ung und Dö ung de Knochen zu ück.28 Besonde s die Schädel es e
aus den G äbe n B, D und F, welche noch ansehnliche Res e de Schädelhau zeig en, welche
auch im an h opologischen Gu ach en und bei de In en a isie ung im Jah 2000 dokumen-
ie wu den, wu den als Beweis ü diese Annahme genann .
Wei e hin weis ein noch e kennba e Abd uck an einem Schädel agmen aus G ab B
da au hin, dass die S öpseloh inge nich nu als Oh inge ge agen wu den, sonde n auch
als Haa schmuck (in diesem Fall hin e dem Oh ) anzusp echen sind. Da ü sp ich auch de
Ums and, dass in G ab E sechs diese Ringe übe einande ge unden wu den.
ZUSAMMENFASSUNG
Alle Funde aus dem behandel en G abhügel lassen sich p oblemlos in die spä e Halls a zei
(Ha D) eino dnen. Anhand des Funds o s eine Reihen olge de Bes a ungen es zulegen, is
o allem au g und de Meh achbelegungen und nich mi le z e Siche hei es zus ellenden
Beigabenzuo dnungen nich sinn oll. Anhand des Be unds scheinen die G äbe A, B, C und D
zei nah angeleg wo den zu sein, da sie– wie auch das S einp las e – au dem gewachsenen
Boden au lagen. Die G äbe E und F hingegen be inden sich au höhe en Ni eaus und schei-
nen spä e angeleg bzw. on oben in den Hügel einge ie wo den zu sein. Im G ab anden
sich die Res e on e wa 16 Pe sonen, wobei F auen, die mi einige Wah scheinlichkei du ch
neun Indi iduen e e en sind, übe wiegen. Dies mag zum einen an den Unsiche hei en de
an h opologischen Bes immung liegen. De Haup g und is jedoch siche lich, dass iele de
zahl eichen Schmuckbeigaben als weiblich konno ie gel en und somi die a chäologische
Geschlech sbes immung ehe F auen e kenn als Männe . Da sich keine Dolche ode Lanzen-
spi zen anden und de Gü elhaken aus G ab B eine wohl weiblichen Pe son zugeo dne
we den konn e, übe wiegen die als weiblich angesp ochenen Indi iduen. Somi bleib das
26 B ie on F öhlich om 3.3.1976: „Das Ma e ial is so schlech , ich hä e weinen können; ob da nich
eine nu ¼ au gelesen ha ?“.
27 B ie on F öhlich om 23.4.1976: „D.h. Einzelindi iduen nach so ge ingen Knochen es en zu be-
s immen, is eigen lich unmöglich. Ich habe es o zdem ge an! Ich weiß nich , we das Ma e ial
gebo gen ha , doch es sind siche keine A chäologen gewesen…“.
28 Zu Rös ung und T ocknung üheisenzei liche To e siehe z.B. Hö mann 1930 und S egmaie
2008, 52–53 (mi wei e üh ende Li e a u ).
56 STUDIA HERCYNIA XXIV/2
Toile bes eck (G äbe A, B, E2, F) als mögliche geschlech sspezi ische Beigabe männliche
Pe sonen,29 wobei es auch hie eilweise zu Uns immigkei en im Hinblick au die an h opo-
logische Bes immung bzw. ande e, ehe weiblich klassi izie e Beigaben komm . An weiblich
konno ie en Beigaben inden sich neben den Fibeln mi Ko alleneinlagen zahl eiche S eig-
bügela m inge und S öpseloh inge.
30
Gleiches gil ü Pauken ibel des Typs P1 aus G ab
F.
31
Auch spä halls a zei liche Hals inge we den ehe mi F auen assoziie und gel en als
mögliche S a usanzeige .32
Neben dem be ei s e wähn en Fehlen on Wa en lassen sich auch keine Wagen, Zaum-
zeug eile, Bein inge und Tie knochen
33
nachweisen. Wei e hin übe asch das Fehlen on
B andg äbe n,34 was womöglich ü wenig So g al beim Au lesen kleine Knochen agmen e
sp ich . Sowei e kennba , lagen die Skele e de im G abhügel Bes a e en au dem Rücken
(bzw. in G ab B e en uell au dem Bauch). In den wenigen Fällen (G ab A, B und E), in denen
sich e was zu A mhal ung sagen läss , lagen diese sei lich am Kö pe .
Die in K iegenb unn ge undenen ke amischen Beigaben sind un e zie und unbemal und
en sp echen so dem allgemeinen E scheinungsbild de no dos baye ischen Halls a ke amik
(Hoppe 1986, 69–70). Hingegen is die ing ö mige Ano dnung de spä e en G äbe ehe im
südwes deu schen Raum geb äuchlich (Hoppe 1986, 83). De Ums and, dass die in G ab E
bes a e en Pe sonen gegenläu ig zu denen in den G äbe n A, B und D niede geleg wu den,
weis e en uell au zwei Bes a ungsg uppen.35
Fü die zum G abhügel gehö ige Siedlung lassen sich im Baye ischen Denkmal -A las
gleich meh e e Möglichkei en ausmachen (Pl. 2/1): E wa 1,7 km wes lich des Hügels is
nö dlich de Pappenheime S aße eine halls a zei liche Siedlung e zeichne . Die da -
au olgende Siedlung in diese Rich ung is mi 2,9 km En e nung zum Hügel auch noch
ech nah. Auch in ös liche Rich ung is eine halls a zei liche Siedlung bekann – sie
lieg zwischen El e sdo und Tennenlohe und is ca. 2,6 km om G abhügel en e n . Des
Wei e en be inden sich meh e e „Siedlungen o geschich liche Zei s ellung“ in di ek e
Nähe zum G abhügel. Halls a zei liche G abbe unde sind im hingegen im nähe en Umk eis
nich bekann .36
29 Vgl. Anm. 24.
30 Zu Zuo dnung zu weiblichen T ach gl. To b ügge 1979, 92.
31 Kleibscheidel 1997, 55; Bu meis e 2000, 26–28. Die Annahme, dass Pauken ibeln pe se zu Aus-
s a ung on F auen gehö en wu de u.a. on Be gmann 1958, 21 e e en, kann abe allein du ch
die Funde aus Hochdo (Zen alg ab) und Bad Canns a (Männe g ab 1) als unhal ba gel en. Vgl.
Hansen 2010, 148–152.
32 Zule z Wes hausen 2017.
33 Au die Möglichkei , dass sich Tie knochen un e den als Leichenb and angesp ochenen F agmen-
en be inden, wu de be ei s hingewiesen.
34 In Ha D sind B andg äbe in Mi el anken im gleichen Um ang e e en wie Kö pe g äbe : Hoppe
1986, 84.
35 Vgl. Nikulka 2006, 515, Abb. 5 (Hügel 2 on Da ingen).
36 Im S ad a chi (31K 17B1a-1cI,1cII) sind ach mögliche weise halls a zei liche Funds ellen e -
zeichne , an denen zwischen 1882/83 und 1927 Ke amiksche ben und Ge äße beobach e wu den.
Keine de Funde lieg o . Au ällig is de Fund eines Schädels (1882 ode 1883, damals au dem
G unds ück on Geo g Schnappau ), welche jedoch wiede eingeg aben wu de.
57KATJA WINGER
LITERATURVERZEICHNIS
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Ka ja Winge
F eie Uni e si ä Be lin
Ins i u ü P ähis o ische A chäologie
Fabecks . 23–25
14195 Be lin
Ka ja.Winge @ u -be lin.de
170 STUDIA HERCYNIA XXIV/2
Pl. 2/1: Gebie um K iegenb unn im Baye na las (h ps://geopo al.baye n.de/baye na las; au -
ge u en am 20.6.2019). E gänzungen des Au o s: Blaue K eis– G abhügel on K iegenb unn.
Blaue D eiecke– Siedlungen de Halls a zei . G üne D eiecke– Siedlungen o geschich liche
Zei s ellung (nich genaue spezi izie ).