Übe se zungen aus emden Li e a u en
im Ve lagsp og amm de populä en
Album -Biblio hek deu sche O iginal omane
(1846–1861) on Ignaz Leopold Kobe 1
Zuzana U álko á– Philosophische Fakul ä , Masa yk -Uni e si ä B no
ABSTRACT
T ansla ions om Fo eign Li e a u es in he Publishing P og amme o he Popula
Album -Biblio hek deu sche O iginal omane (1846–1861) by Ignaz Leopold Kobe
!e amous Czech publishe Ignác Leopold Kobe (1825–1866) also published exquisi e
ansla ions o popula F ench, English and Czech ic ion (by Alexand e Dumas he Elde ,
Paul Fé al, Paul de Kock, Cha les Dickens, Ka el Sabina o Jose K. Tyl) in he i s olu-
mes o his Ge man -language Album Edi on (1846–1861). !e essay illus a es he ans e
be ween he F ench, English, Czech and o iginally Ge man w i"en li e a u e on he basis
o he selec ed olumes o he album, deals wi h Kobe ’sadap a ions o he album and
analyzes he media ing ole o he Czech e iew Denice including i s edi o , Jakub Malý,
who la e wo ked o Kobe ’sCzech publishing house as an edi o o he i s Czech en-
cyclopedia– Rieges Slo ník naučný.
KEYWORDS
Ignaz Leopold Kobe , Edi ion Album, Jakub Malý, e ue Denice, publishing, book ma ke ,
cul u al ans e , Bohemism and U aquism, Ge man -Czech in e ela ions, ansla ion,
no el collec ions, popula li e a u e
1. DER BÖHMISCHE PATRIOT ALS DEUTSCH -BÖHMISCHER
KULTURVERMITTLER
Das Bild des Ve lege s Ignaz Leopold Kobe (1825–1866), das on de schechischsp a-
chigen zei genössischen P esse (Ne uda 1884; Baš ecký 1864/1865) und de spä e en
1 Diese Au sa z en s and im Rahmen des Spezi ischen Hochschulp ojek es de Philosophischen Fakul-
ä de Masa yk -Uni e si ä MUNI/A/1418/2022. Fü die S udie wu de die Da enbank Re ospek i e
Bibliog aphie de schechischen Li e a u 1770–1945 e wende , die on de Fo schungsin as uk u
Tschechische Li e a u bibliog aphie (h"ps://clb.ucl.cas.cz/; ORJ -Code: 90243) bea bei e wi d. De
Au sa z s ü z sich au die neulich im B ünne Ve lag Hos publizie e Monog aphie de Ve asse in
Tajems í úspěchu. Německojazyčná knižnice Album naklada ele Ignáce Leopolda Kob a ši ších li e á ních
sou islos ech (2022).
16 BRÜCKEN 30/2
li e a u his o ischen Rezep ion gep äg wu de (No ák 1936),
2
un e scheide sich
deu lich on dem Na a i de deu schsp achigen Quellen ezep ion (U álko á 2022:
58–78). Wäh end Kobe au schechische Sei e als pa io isch gesinn e Ve lege
zahl eiche schechischsp achige Buch eihen (z. B. Sammelwe ke schechische
„Klassike “ on Jose Kaje án Tyl, Ka el Hynek Mácha, Václa Klimen Klicpe a u.a.;
Homola 1993) und Ini ia o de e s en ep äsen a i en Enzyklopädie– F an išek La-
disla Riege s Slo ník naučný [Wissenscha&liches Lexikon]– gep iesen wi d, heb man
au deu sche Sei e Kobe s ielbändige deu schsp achige Romansammlung Album als
ein bewunde nswe es Phänomen he o . De deu sch - schechische Sp achwechsel,
de in de Geschich e de Böhmischen Lände des 19. Jah hunde s zum All ag gehö e,
wi d in de Kul u geschich e und Soziolinguis ik o& mi den Beg iffen Bohemismus
bzw. U aquismus e bunden: „Mi Bohemismus bzw. na ionalem U aquismus we -
den in den Böhmischen Lände n Konzep e meis kul u elle und (kul u )poli ische
A bezeichne , du ch welche dominan e na ionale Na a i e– insbesonde e na io-
nalphilologische T adi ionen und Kanonisie ungen– un e lau en we den“ (Höhne
2017, 329 .). Dies be i auch Kobe , in dessen Ve lags ä igkei man ein Beispiel om
Kul u ans e zwischen de deu sch- und schechischsp achigen P oduk ion au
dem mi"eleu opäischen Buchma k des 19. Jah hunde s sehen kann.
2. KOBERS ERFOLGREICHE DEUTSCHSPRACHIGE
ROMANSAMMLUNG ALBUM
Das belle is ische Album en wickel e sich allmählich on seinen bescheidenen An-
ängen in den 1840e Jah en zu einem espek ablen und konku enz ähigen Un e -
nehmen, dessen Buchma k e olg dem u sp ünglich klos e a men Kobe zu be äch -
lichem Ve mögen e hol en und seine Fi ma einen gu en Ru im mi"eleu opäischen
Kul u aum e schaffen ha . Es e schien zue s in Tábo , eine mi"elg oßen süd-
böhmischen S ad , un e dem Namen Album ü Wel und Leben (1846–1848), in den
Re olu ionsjah en wu de es zei gemäß zu Biblio hek eisinnige O iginal omane de
belieb es en deu schen Sch i's elle (1848–1849) umbenann , um on 1850 an ü die
nächs en zwanzig Jah e seine Exis enz als Album de O iginal omane de belieb es en
deu schen Sch i's elle zu e scheinen. Un e diesem Ti el se z e sich die Romansamm-
lung au dem deu schsp achigen Buchma k du ch und e eu e sich eine langjäh-
2 A ne No ák hiel im Jah e 1928 Kobe s Album ü eine belanglose Phase seines We degangs, in de sich
de Ve lege ein ache en Lese n anzupassen such e, und aus diesem G und au äs he ische Maßs äbe
ge ingen We leg e: „Jeho ománo á k onika ‚Album‘, ydá aná Čechách po pa nác le , řízena jes
ekon alescen ním kusem ych lé pozdní oman iky předbřezno é, k e á si s ou chabou pří omnos
áda zas í á kul em ba i é his o ické dálky ak e á se jakoby ze s achu před cenzu ou úzkos li ě
yhýbá zá ažnějším o ázkám ži o ním; naklada el posud se s ými spiso a eli ses upuje kč enářům,
slouže jim.“ [Seine Romanch onik ‚Album‘ , in Tschechien ün zehn Jah e lang he ausgeb ach , lieg
ein angeschlagene Geschmack de dü en Spä oman ik de Vo mä zzei zug unde, die ih e schwache
P äsenz ge ne mi dem Kul de bun en his o ischen Fe ne e klä und die gleichsam aus Angs o
Zensu den g undlegenden Lebens agen aus dem Wege geh ; de Ve lege i" mi seinen Au o en
zu den Lese n he ab, um ihnen zu dienen]“ (No ák 1936: 112 .; die Übe se zung ins Deu sche on de
Ve asse in). Von No áks p o - schechische Eins ellung un e scheide sich die We ung on Cons an
Wu zbach on Tannenbe g, dem ös e eichischen Bibliog aphen, de die P oduk ion des Albums als
Gegensa z „de Galgen oman ik“ hochschä z e (Wu zbach 1857: 443).
17ZUZANA URVÁLKOVÁ
igen Belieb hei bei deu schsp achigen Lese n aus de ös e eichischen Mona chie
und aus Deu schland.
Übe das Album sch ieb man egelmäßig in Wien (Wiene Zei ung, Abendbla(
de ös e eich - kaise lichen Wiene Zei ung, F eie P esse, Ös e eichische Buchhändle -
Co espondenz), in Linz (Ös e eichisches Bü ge - Bla(), Innsb uck, Klagen u , selbs -
e s ändlich in P ag (Bohemia, Tagesbo e aus Böhmen, E inne ungen), abe auch in
Olmü z, T oppau, B ünn, Te schen und Leipzig, wo um ang eiche e Rezensionen
übe ganze Jah gänge e schienen (G enzbo en, Deu sches Museum, Blä(e ü li e a ische
Un e hal ung u. a.). Au eine gu e Resonanz bei de Li e a u k i ik be ie sich Kobe
o& in seinen We bep ospek en ( gl. Kobe 1860; U álko á 2022: 106–108) und e -
wei e e dadu ch den Abnehme k eis seine Romansammlung.
Kobe leg e im Album jäh lich jeweils 24 Bändchen o , p o Mona zwei.
3
We einen
ganzen Jah gang abnahm, zahl e Mi"e de ün zige Jah e 20 K euze C. M. p o 14–16
Bogen s a ken Band, im Klein -Ok a - bzw. G oß -Sedez -Fo ma (15–18,5 cm) ged uck .
We nu einen einzelnen Band kau&e, muss e das Doppel e (40 K euze C.M.) ausge-
ben (Anonym 1856: o. P.). Mi eine P ach abbildung eine be ühm en Pe sönlichkei
wu den diejenigen Abonnen en belohn , die den ganzen Jah gang im Vo aus bezahl
haben:
We den Be ag on ach l. C.M. ü alle 24 Bände au einmal und in Vo hinein an
die nächs gelegene Buchhandlung ode an die Expedi ion des Albums in P ag 140–2
einsende , e häl ein illuminie es P ach bild mi dem 12. Bande als P ämie g a is
ohne alle Nachzahlung. Es is somi jede e ne e Anp eisung eines so anziehend
ausges a"e en Un e nehmens wie die He ausgabe diese Biblio hek deu sche
O iginal omane en beh lich, das sich das selbe selbs emp iehl . (Anonym 1854: 755)
Die A und Weise, wie die Album -Biblio hek äuße lich ges al e wu de, is im heu i-
gen Bewuss sein mi dem Fo oalbum e bunden. Im 19. Jah hunde wa es eine Fo m
de Ve öffen lichung on Tex en, die du ch eine gemeinsame Idee, Ve öffen lichung
ode Ve öffen lichungss a egie e bunden wa en. Indem Kobe das Bildnis eines be-
kann en Li e a en aus einem bes imm en Jah ode eine p ominen en Pe sönlichkei
ü ein Jah esabonnemen anbo , konn e seine Biblio hek als G undlage ü p i a e
Sammlungen on Bildnissen und Gemälden populä e Au o en dienen und gleichzei ig
eine „Gale ie“ de bedeu ends en Pe sönlichkei en de deu schsp achigen Kul u sein,
die die Auss a"ung des gesam en Jah gangs geschmack oll e gänz e. Eine ähnliche
S a egie de Belohnung on Abonnen en wu de on Ka eřina Jeřábko á angewand ,
de P age Ve lege in, die im Lau e de 1850e in P ag die bekann e li e a ische Zei -
sch i& Lumí he ausgab und neben dem Wiene Buchhändle He mann Ma kg a
zu Kobe s nächs e Mi a bei e in wu de, nachdem e An ang de 1850e Tábo e -
lassen ha"e und nach P ag umgezogen wa , um in de G oßs ad seinen Ve lag zu
e wei e n und die nü zliche Ausbildung ü die Buchhandlungs- und Ve lags üh ung
zu e gänzen. Übe dieses E eignis e e ie e aus üh lich die P age Zei ung Bohemia,
3 Das Ve zeichnis de im Album e öffen lich en We ke inde man in de Monog aphie Tajems í
úspěchu [Geheimnis des E olgs] (U álko á 2022: 379–397) und im Au sa z ü die b ücken (U álko á
2018/2019: 74–84) au gelis e o .
18 BRÜCKEN 30/2
de en Schilde ung sowohl Kobe s Un e nehmungslus als auch seine Dis anz on de
T i ialli e a u („Lec u e e schlinge “) zu en nehmen sind:
He Kobe ha […] die He ausgabe seines „Albums deu sche O iginal omane“ on
Tabo nach P ag e leg . Es zeug ü den Un e nehmungsgeis des He ausgebe s,
daß e in eine Lands ad , on de man kaum wi d behaup en können, daß sie ein
güns ige Punc ü Beg ündung eines li e a ischen Un e nehmens wa , dennoch
ein solches begann, und es zeug ü seine Tä igkei und Ausdaue , daß e on
einem Pla ze aus, de keineswegs ein Kno enpunc li e a ischen Ve keh s, seinem
Un e nehmen es en Fuß zu schaffen e s and. […] Ha He n Kobe ’sUn e neh-
men schon Anklang ge unden, als e dessen He ausgabe noch on eine bloßen
K eiss ad aus beso g e, so wi d diese Anklang gewiß je z , wo e P ag zu dessen
Cen um gewähl , ein noch g öße e we den und ein e dien e , da H . Kobe sich
zu bemühen schein , nich gewöhnliche Waa e ü leich zu be iedigende Lec u-
e e schlinge , sonde n Romane aus de Fede ane kann gu e Sch i&s elle zu
b ingen. (Anonym 1854: o. P.)
Die E wa ungen des Rezensen en gingen in E üllung, denn die zwei e Häl&e de
1850e Jah e wa ü Kobe s Un e nehmen besonde s e olg eich. Nach diesen kom-
me ziell p oduk i en Jah en, in denen Kobe seine Posi ion au dem Buchma k
s ä k e, e kau&e e 1861 die Fi ma Kobe & Ma kg a und das Album an Ma kg a
und dessen Leipzige Kollegen Voi & Gün he , die die Biblio hek noch bis zu Beginn
de 1870e Jah e wei e üh en. Seinen Nach olge n gelang es jedoch nich meh , mi
Kobe s Umsa z aus den 1850e Jah en Sch i" zu hal en. Danach widme e sich Kobe
o wiegend seinem schechischen Ve lag; deu sche Büche e leg e e gelegen lich
wei e , dennoch bloß als Einzelausgaben.
3. VON ÜBERSETZUNGEN ZUR HERAUSGABE DER
URSPRÜNGLICH DEUTSCHSPRACHIGEN BELLETRISTIK
Im Un e schied zu ande en e olg eichen und dem Album konku ie enden Ve -
lagsun e nehmen,
4
die o wiegend au Übe se zungen populä e zei genössische
englische und anzösische Ve asse ziel en, konzen ie e sich Kobe au die
o iginaldeu sche Belle is ik und nahm sie sch i"weise in sein Ve lagsp og amm au .
We zu diese Zei O iginalbelle is ik e legen woll e, be and sich im Gegensa z zu
den sog. Übe se zungs ab iken (Bachlei ne 2009) in eine Zwickmühle, höhe e P eise
e langen zu müssen, denn so p eiswe wie die Übe se zungsbiblio heken ode die
4 In Wien wa en es z. B. die Ve lagsbuchhandlung on Adol Ha leben und sein Belle is isches Lese-
cabine de neus en und bes en Romane alle Na ionen in so g äl ige Uebe se zung, ode die S öckholze sche
Roman ische Lesehalle. Auße dem s and de ös e eichische Spekulan Augus Zang, de 1848 nach
dem Pa ise Vo bild die Wiene Zei ung Die P esse g ünde e, mi seine Roman- und No ellenzei ung
(1855–1859), bzw. Biblio hek de o züglichs en Romane des In- und Auslandes im Konku enzkamp mi
ande en ähnlich angeleg en belle is ischen Edi onen. In Deu schland wa en es z.B. Das belle is ische
Ausland (Kabine(sbiblio hek de classischen Romane alle Na ionen), die on 1843 bis 1854 on Ca l Spindle ,
dem be ühm en Ve asse on Un e hal ungs omanen, in S u"ga im F anckh -Ve lag e leg wu de.
19ZUZANA URVÁLKOVÁ
Reihen gemein eie deu sche Au o en konn en solche Buch eihen nich p oduzie
we den. Um sich du chzuse zen, muss e Kobe un e hal ende Lek ü e anbie en, die
den Geschmack eines b ei en Publikums bedien e und in den Leihbiblio heken an-
ge ag wu de. In Kobe s Vo haben, u sp ünglich deu schsp achige Belle is ik zu
e legen, schlug sich auch die pa io ische Sei e seines S ebens niede : dem Lese aus
de Habsbu ge Mona chie und G oßdeu schland soll e eine quali ä s olle Lek ü e
angebo en we den, um „Übe se zungen schlech e Sch i&en“ an den Rand zu d ängen
(Noso ský 1927: 226). Kobe s Engagemen ü die Li e a u de deu schen Sp ache
is in Bezug au seine na ü lich u aquis ische Eins ellung zu in e p e ie en und is
ebenso pa io isch einzuschä zen wie seine spä e e En scheidung, o wiegend die
schechische Li e a u zu e legen. Im Vo de g und s and ü Kobe zue s die Bil-
dung de Lese allgemein, zu de seine Schä zung nach im polyglo"en Li e a u leben
Ös e eichs das Deu sche meh als eine de na ionalen Sp achen de mul ie hnischen
Habsbu ge mona chie habe bei agen können.
Obwohl die Meh zahl de im Album e schienenen Romane aus de deu schgesch ie-
benen Li e a u s amm , beinhal en die e s en Jah gänge on Album ü Wel und Leben
zunächs nich nu o iginal deu sche Romane, No ellen und E zählungen, sonde n
auch meh ode wenige adap ie e Übe se zungen aus dem F anzösischen, Engli-
schen sowie Tschechischen. Es handel e sich um Au o en wie Paul de Kock, Alexande
Dumas d. Ä, Paul Fé al d. Ä., Cha les Dickens (Pseudonym Boz), denen neben damals
enommie en Ve asse n wie Geo ge Sand (F au Dude an ), Eugène Sue, William
!acke ey, Miss Cu e Bell (Cha lo"e B on ë), Hans Ch is ian Ande sen ode James
Fenimo e Coope ode Wal e Sco" auch in billigen belle is ischen Edi ionen ode
in de P esse ein wich ige Pla z einge äum wu de. Paul de Kock, Alexand e Dumas
d. Ä. sowie Boz e ass en ih e We ke zue s ü die Tageszei ung in Fo m eines Zei-
ungs euille ons bzw. eines Feuille on omans (ähnlich e uh en G. Sand ode E. Sue,
die ü die Zei ung Jou nal de Déba s sch ieben, Ch. Dickens ü Mo gen Ch onicle, Daily
News, Household Wo ds u.a.). Da de Anschaffungsp eis diese o& in He&en e leg en
Übe se zungen seh nied ig wa (2 Ng . p o Band), konn en sich auch die ä me en
Lese solche an egende Lek ü e leis en, obwohl sie ih en Lesehunge no male weise
an lokalen Leihbiblio heken s ill en.
Kobe konn e sich mi E wa ungen ein ache e Lese und auch ih en inanziel-
len Möglichkei en seh gu e au machen, da e als kaum Zwanzigjäh ige als
eisende Buchhändle in Wien gea bei e ha"e. Von den schechischen Au o en
wähl e e Ka el Sabina, J. K. Tyl, de en Tex e e in seine Jugend ü un e schied-
liche Wiene Zei sch i&en übe se z ha"e. Was die Auswahl on Au o en und
Ga"ungen angeh , übe schni" sich Kobe sowohl mi ande en konku enz ähigen
deu schen belle is ischen Edi ionen als auch mi Tageszei ungen, Zei sch i&en
und Jah büche n, die Übe se zungen populä e ausländische Au o en ode de en
deu schsp achigen Epigonen e öffen lich en. Seine Auslese b ach e E olg, da die
e s en ie Jah gänge seines Albums ü Wel und Leben bald ganz und ga e g iffen
wa en (Kobe 1860).
20 BRÜCKEN 30/2
4. KOBER ALS ÜBERSETZER BZW. ADAPTATOR
Kobe s Übe se zungen wu den sei Mi"e de 1840e in Wi"haue s Wiene Zei sch i'
ode in den Jah büche n De e zählende Haus eund, Rosen und Do nen abged uck .
5
Die
deu schsp achigen Lese mach en sich im Album mi Ka el Sabinas No elle De To en-
g äbe ( sch. H obník), Jose Kaje án Tyls E zählungen De Alchemis ( sch. Alchemis a)
bekann , die on Kobe ins Album au genommen wu den, wäh end die E zählung
Des D ah binde s Liebe ( sch. Pomněnky zRoz ěže) on Tyl im Wiene Sammelband De
e zählende Haus eund. Eine Sammlung de anziehends en No ellen und Skizzen (Kobe /
Tyl 1845) in Kobe s Übe se zung e schien.
Wenn man die O iginal assung on Tyls E zählung Pomněnky zRoz ěže [wö -
lich: Ve gissmeinnich aus Roz ěž] (mi dem Un e i el „eine A abeske“) mi Kobe s
Adap a ion Des D ah binde s Liebe e gleich , me k man den Un e schied e s ens in
de Ti elübe se zung, die das Augenme k au die Liebe des P o agonis en (des slo-
wakischen D ah binde s) lenk und die Lese au me ksamkei in ensi e zu esseln
e moch e als die Be onung des lokalen Geschehens (Roz ěž) und E inne ungen
des E zähle s, aus dessen Pe spek i e die Geschich e wiede gegeben wi d. Dies wa
eine damals gewöhnliche Übe se zungsp axis,6 die du ch die Ve öffen lichungspla"-
o m gegeben wu de. Den an isie en Lese n des Sammelbandes pass e Kobe seine
Adap a ion an: e ände e nich nu den Ti el de Geschich e, sonde n e e sah jedes
Kapi el mi einem Mo"o, das e bekann en deu schsp achigen Dich e n seine Zei
en nahm (z. B. Uffo Ho n). Obwohl Tyls O iginal assung keine Mo"os beinhal e e,
wa en solche Lei e se in e schiedenen Jah büche n belieb und die Lese konn en
sich du ch bekann e Techniken angesp ochen ühlen. Im Lei gedich on Uffo Ho n
wi d de Ve a de P o agonis in an ih em Gelieb en in den Vo de g und ge ück ,
de in de Geschich e hema isie wi d:
Schlag an die Fens e scheibe,
Und schlag an ih e !ü ,
Und sei dem alschen Weibe,
Ein Mahne an die Schwü ‘,
Die sie mi weinend sp ach
Und die sie lächelnd b ach.
Uffo Ho n (Kobe 1845: 288)
Kobe e se z e üb igens den schechischen Namen Hanička du ch einen eingedeu sch-
en Hanschka; s a" dem Do Roz ěž, das sich in de Nähe on Ku ná Ho a/Ku"en-
be g be inde , si uie e e das Geschehen in einen Badeo „nich wei de Residenz“.
Weggelassen wu den alle Anspielungen au Máchas Máj sowie Ve eidigungen de
schechischen bzw. de slowakischen Sp ache, die de D ah binde in de schechi-
schen Fassung sp ich . Du ch die Anpassung des Ti els gewinn die Liebesgeschich e
5 Auße dem Jah buch De e zählende Haus eund is es mi nich gelungen, die nächs en on Kobe s
Biog aphen angegeben Publika ionspla" o men zu e schließen. Die Suche wi d wesen lich du ch den
Vo all e sc hwe , dass die Übe s e zu ngen nich imme un e dem Ve asse namen publi zie wu den.
6 Lau Jiří Le ý en s anden die Übe se zungen in de Wiede gebu szei als „ eie“ Adap a ionen ode
als „wo ge eue“ Übe se zungen (Le ý 1996: 74).
21ZUZANA URVÁLKOVÁ
des D ah binde s die Obe hand, die ansons en o iginalge eu nache zähl wi d. Kobe
ließ soga den Namen des u sp ünglichen Ve asse s, J. K. Tyls, weg und üh e bloß
seinen eigenen Namen an (A abeske on I. Kobe ). Ähnlich ging Kobe in den e s en
Jah gängen seines Albums mi den Übe se zungen aus dem Tschechischen o . E
eigne e sich zwa die Au o scha& on Sabinas und Tyls E zählungen nich meh an,
adap ie e sie jedoch ähnlich wie Des D ah binde s Liebe: die deu sche Fassung des
To eng äbe s schließ auch Mo"os ein, obwohl sie im schechischen O iginal nich
handg ei lich sind, genauso we den die Namen de P o agonis en eingedeu sch .
Sabinas To eng äbe und Tyls Alchemis dü &en den schechischen Lese n be ei s aus
de schechischen O iginal assung bekann gewesen sein. Diejenigen, die das O iginal
noch nich kann en, moch en hingegen on de Ti elbezeichnung angelock wo den
sein, e inne e sie doch an Schaue - und Aben eue geschich en, die in den Leihbiblio-
heken on den Lese n als Lieblingsga"ungen seh ge ag wa en.
5. LITERATURTRANSFER ZWISCHEN ÜBERSETZUNGEN IN DER
TSCHECHISCHEN REVUE DENICE UND IM DEUTSCHSPRACHIGEN
ALBUM
Un e den Übe se zungen aus dem F anzösischen sind im Album ü Wel und Leben
o allem Alexand e Dumas de Äl e e (De Damenk ieg), Paul Fé al (Die Wachs igu ,
De Wald on Rennes) und Paul de Kock (Pa ise Lebensbilde ) e e en, de en We ke
damals ü Bes selle gehal en wu den. Insbesonde e Paul Fé al und Paul de Kock
ließen sich als Nachahme des wel be ühm en anzösischen Ve asse s des Roman-
Feuille ons, Eugèn Sue, bezeichnen, da in ih en We ken E zähl e ah en des im
Vo mä z iel ge ag en und o& nachgeahm en Roman -Feuille ons Mys è es de Pa is
(1842/1843 im Feuille on des Jou naldes Déba s e schienen) Ve wendung anden. Sues
Romane Les Mys è es de Pa is und Jui e an (1844/45 im Cons i u ionnel abged uck )
sp achen mi ih en sensa ionellen Bilde n alle Lese schich en an: „Von den Salons bis
zu Un e wel e s ecken sich nun seine Gesellscha&sbilde , mi denen e sich– nich
zule z un e s ü z du ch zahl eiche Lese eak ionen, da un e auch deu sche– zum
Anwal de A men und de im Ke ne ugendha& gebliebenen K iminellen au schwang“
(Bachlei ne 1990: 367). Sowohl Sue als auch Paul de Kock beleg en in den ie zige
Jah en die e s en S u en de Ranglis e in den Leihbiblio heken, denen im Vo mä z
die Rolle de wich igs en Ve mi"le ins i u ion ü die Rezep ion de anzösischen
Li e a u zuzusch eiben is (F immel 269 .).
Das gleiche gal auch ü die englische Li e a u : humo is ische All agsbilde –
die Ske ches on Cha les Dickens (Boz), die be ei s im Lau e de 1830e Jah e in de
Londone Tagesp esse (Mo ning Ch onicle) e öffen lich wu den, e eu en sich
neben Pickwick Pape s, Nicholas Nickleby und Oli e Twis in Deu schland eine b ei en
Popula i ä : „Mi einem Schlag scha e Dickens in den Jah en 1838/39den Du chb uch
in Deu schland. […] Ge ühm wu den de e söhnliche Humo , die behagliche A mo-
sphä e und die wi klichkei s eue Da s ellung, besonde s des Lebens in de Wel s ad
London.“ (Bachlei ne 1990: 281)
Wäh end die länge en Romane on Fé al und Dumas wah scheinlich eine de
zahl eichen deu schen Romanbiblio heken abs ammen, geh die Kobe ‘sche Auswahl
22 BRÜCKEN 30/2
de kü ze en P osas ücke on Paul de Kock und Dickens au die böhmische Re ue
Denice zu ück. Sie s and 1840–1841 un e de Redak ion on Jakub Malý und bo ih en
Lese n un e ande em auch Übe se zungen aus emden Li e a u en ins Tschechische
an. Jakub Malý, ein spä e e be ühm -be üch ig e konse a i e K i ike de Máj-
Gene a ion, be a die schechische li e a ische Szene zunächs als Übe se z e aus
dem Englischen, F anzösischen, Russischen, Polnischen und auch Dänischen. Die on
ihm he ausgegebene Biblio éka zába ného č ení [Un e hal ungsbibli ohek] e mi"el e
eine A Un e hal ungslek ü e, die übe wiegend aus Übe se zungen bes and und
mi ande en bedeu enden deu schsp achigen Auslesen zu e gleichen wä e (siehe
die No iz 4). Mi Malý a bei e e Kobe am An ang de sechzige Jah e eng zusammen,
als e die e s e schechische Enzyklopädie– Riege s Slo ník naučný– e leg e. In de
Zei sch i& Denice d uck e Malý Abschni"e aus Humo is ischen Skizzen nach Boz und
aus Pa ise Lebensbilde nach Paul de Kocks (aus seinen Moe s de Pa is / Pa ise Si(en-
bilde ). Zwei on diesen Übe se zungen ins Tschechische übe nahm Kobe ü sein
Album ü Wel und Leben– ins Deu sche (wah scheinlich übe das Tschechische) übe -
se z wu den sie en wede on ihm selbs ode on Jakub Malý. Es handel e sich um
Be ich übe die Ve sammlung de Na u o sche und Ae z e zu T ips ill [Něk e é zp á y
osh omáždění pří odozpy ců alékařů Kocou ko ě] on Boz und Ein G ise(enball [Bál
g ize ek] on Paul de Kock. Im Ve gleich zu de Kobe ‘schen Adap a ion de E zählung
Des D ah binde s Liebe en sp ich die deu sche Fassung on Kock und Dickens öllig
de schechischen Fassung de Übe se zung ü Denice (U álko á 2022: 209–214).
Die Boz‘sche Cha ak e skizze e gänz humo is ische Ku zgeschich en und Wi ze,
die im Album au den Humo on Mo i z Saphie anknüp en (U álko á 2022: 220–222).
Die Ku ze zählung Ein G ise(enball on Paul de Kock olg wiede um den Spu en om
Roman -Feuille on, insbesonde e Den Pa ise Geheimnissen on Sue, die zu de Zei
on de ös e eichischen Zensu e bo en wa en. T o z Ve bo e e mi"el e man in
Böhmen eine ähnliche A de Lek ü e mi"els Sues Nachahme : in de Re ue Denice
au Tschechisch, im Album au Deu sch.
Die Auslese on Übe se zungen aus dem Tschechischen, Englischen und F anzö-
sischen en sp ich de populä en Aus ich ung de e s en Jah gänge de Kobe ’schen
belle is ischen Sammlung. In den nächs en Jah gängen e zich e e Kobe ganz und
ga au die übe se z e P oduk ion und e se z e sie öllig du ch die O iginal omane
deu schsp achige Au o en, wodu ch die Lese nich nu un e hal en, sonde n auch
gebilde wu den. E konn e diesen Sch i" wagen, da e sich mi"le weile au einen
zahl eichen Abnehme k eis e lassen konn e.
6. FAZIT
Malýs Übe se zungen populä e englische und anzösische Ve asse ü seine
Re ue Re ue Denice anden un e den schechischen Lese n wenig Resonanz, da die
Re ue on ku ze Daue (1840–1841) wa . Im Un e schied dazu e weck en die glei-
chen, ins Deu sche übe se zen Tex e im Album so o die Au me ksamkei de Lese ,
obwohl Kobe s Buchhandlung damals am An ang s and und on eine P o inzs ad
aus i mie e. Die Ve kau szahlen s iegen on Jah zu Jah an und de Abonnen en-
k eis wu de e heblich e wei e . Es is nich so wich ig, die a sächlichen Ums ände
de Übe mi"lung on Denice zu Album ins De ail zu en schlüsseln. Bedeu same is
23ZUZANA URVÁLKOVÁ
die Ta sache, dass de schechisch -deu sche T ans e nich nu om Deu schen ins
Tschechische, sonde n auch umgekeh e lie und dass e auch Übe se zungen aus
emden Li e a u en um ass e. Das Deu sche wa das schnells e und zu e lässigs e
sp achliche und li e a ische Kommunika ionsmi"el. Die schechischen Lese wa en
on de Lek ü e so angie , dass sie das Deu sche nich unbeding als eine Sp ache
de na ionalen und poli ischen Un e d ückung wah nahmen. Du ch die Übe se -
zungen ins Deu sche konn en sich diejenigen, die besse Deu sch lasen ode ga des
Tschechischen nich mäch ig wa en, mi emden Li e a u en e au machen; das
schließ auch die schechische Li e a u mi ein. Übe se zungen aus de schechischen
Li e a u e schienen beispielsweise in den deu schen P age Zei sch i&en (in Glase s
Os und Wes , in Landaus Un e hal ungsbla" Bild und Leben), die ü bedeu ende Kul-
u e mi"le gehal en we den (Höhne 2001; Zby o ský 2020). Kobe s Übe se zungen
ü die Wiene Almanache belegen, dass die schechische He kun& neben ande e
Lek ü e nich auffiel, sowei sie in Bezug au Gen e, !ema und Um ang den An o -
de ungen de Ve lagspla" o m en sp ach.
Obwohl Kobe du chaus pa io isch gesinn wa , is es kaum o s ellba , dass e
ohne die Einnahmen aus dem Ve kau de deu schen O iginal omane die He aus-
gabe de schechischen Li e a u in solch einem Ausmaß hä"e inanzie en können.
Dies be i insbesonde e die e s e schechische Enzyklopädie, die das kos spieligs e
Un e nehmen da s ell e, das sich kein ande e schechische Ve lege zu de Zei
hä"e leis en können.
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