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Rezensionsteil aus der Zeitschrift Nordelbingen 90.2024

Abstract

Sammlung von Rezensionen zu folgenden Titeln: Der Bordesholmer Altar des Hans Brüggemann. Tagungsband zur interdisziplinären Tagung zum 500-jährigen…

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Rezensionsteil aus der Zeitschrift Nordelbingen 90.2024

Author: Trinkert, Julia,Richter, Jörg,Böker, Johann Josef,Littmann, Pia,Pieper, Roland,Kirsch, Matthias,Beuckers, Klaus Gereon,Wozniak, Thomas,Esquivel, Yanine,Kuhn, Stephan
Year: 2024
DOI: 10.38072/2941-3362/p22
Source: https://macau.uni-kiel.de/servlets/MCRFileNodeServlet/macau_derivate_00006656/kiel-up_2941-3362_p22.pdf
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De Bo desholme Al a des Hans B üggemann
Tagungsband zu in e disziplinä en Tagung zum
500-jäh igen Bes ehen des Bo desholme Al a e abels
on Hans B üggemann
hg. . Oli e Auge, Cons anze Kös e , U a Kuhl
und Tho s en Sadowsky
Michael Imho Ve lag: Pe e sbe g 2023
336 Sei en, 221 Fa b- und 14 SW-Abbildungen
ISBN 978-3-7319-1313-9, EUR 49,95
Ausgehend on de Insch i OPVS HOC INSIGNE CON-
PLETVM EST ANNO INCARNACIONIS DOMINICE 1521
AD DEI HONORE(M) au dem monumen alen Flügel e a-
bel im Dom zu Schleswig mi seinem En s ehungsda um
wu de anlässlich seine 500-jäh igen Vollendung 2021
eine Tagung ini iie . Diese s and un e Fede üh ung de
S i ung Schleswig-Hols einische Landesmuseen Schloss
Go o , des Fachbe eichs Regionalgeschich e de Ch is-
ian-Alb ech s-Uni e si ä zu Kiel un e Be eiligung de
Theologischen Fakul ä , de Ki chengemeinde Schleswig
und de Schleswige Bischo skanzlei. De o liegende
Band dokumen ie mi seinen 19 Bei ägen ak uelle Fo -
schungse kenn nisse zum ›Bo desholme Al a ‹ aus Sich
un e schiedliche Fachdisziplinen, die au Schloss Go o
sowie im Dom S . Pe i in Schleswig disku ie wu den.
Den G ußwo en sowie de Einlei ung de Redak eu in-
nen Cons anze Kös e und U a Kuhl, die gleichzei ig O -
ganisa o innen de Tagung und Mi he ausgebe innen des
Bandes sind, is zu en nehmen, dass dieses Jubiläum eine
güns ige Gelegenhei bo , die Geschich e und den En -
s ehungskon ex des g oß o ma igs en Al a e abels in
Schleswig-Hols ein e neu aus eine in e disziplinä en
Pe spek i e zu be ach en. Fü die He ausgabe des 336
Sei en um assenden Bandes im Michael Imho Ve lag sind
da übe hinaus Oli e Auge und Tho s en Sadowsky e -
an wo lich. Das Buch is as du chgehend mi Fa babbil-
dungen ausges a e ; zudem wu den zwei g öße e Ta el-
eile mi ak uellen De ailau nahmen des We ks in eg ie .
Diese machen die A gumen a ionen eine sei s nach oll-
ziehba , ande e sei s e lauben sie eine Nahsich au die
küns le ische Quali ä de Schni ze eien, die au g und de
Monumen ali ä des gesam en Re abels om üblichen Be-
ach ungss andpunk o O kaum möglich sind.
Die Bezeichnung als ›Bo desholme Al a ‹ geh au
den u sp ünglichen Au s ellungso des Re abels zu ück,
die S i ski che de Augus ine -Cho he en in Bo des-
holm. Au aggebe und S i e wa He zog F ied ich I.
on Schleswig und Hols ein (1471–1533), de au Schloss
Go o esidie e und Bo desholm als S ando ü das
P inzipalauss a ungss ück seine u sp ünglich geplan-
en G ablege wähl e, on de sich wiede um die Tumba mi
den beiden Liege igu en on ihm und seine e s en F au
Anna on B andenbu g als G abmal e hal en haben. Dass
das g oß o ma ige Re abel wah scheinlich bei Hans B üg-
gemann bes ell wu de, is aus eine Beme kung Hein ich
Ran zaus in seine Landesbesch eibung Cimb icæ Che -
sonesi eiusdemque pa ium desc ip io no a on 1597
übe lie e (Ran zau 1739, Sp. 42). Schon 1666 wu de es
un e He zog Ch is ian Alb ech in den Schleswige Dom,
die damalige Ho ki che und G ablege de Go o e He -
zöge, übe üh .
Thema isch beginn de Band mi his o ischen Bei ä-
gen, es olgen heologische und schließlich de g öß e Teil
mi kuns his o ischen Au sä zen, die du ch einen kuns -
echnologisch-modehis o ischen Bei ag e gänz we -
den. Zwei wei e e kuns echnologische Tagungsbei äge
zum Cho ges ühl in Bo desholm (Alexande an den Heu-
el) und zu den abgenommenen Säulen igu en (U sula
Lins) wu den bedaue liche weise nich publizie . In zwei
g oßen inhal lichen Teilen we den zunächs de Kon ex
des Re abels mi Schwe punk en au den u sp ünglichen
Au s ellungso und seine Bedeu ung ü die He zog ü-
me (Auge, Bünz, Magnussen), die S i ungsums ände
Rezensionen
Kiel-UP • h ps://doi.o g/10.38072/2941-3362/p22
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(Magnussen, K aack), die O densne zwe ke und -beson-
de hei en (Bünz, Muschiol) sowie die eligionsgeschich -
lichen und heologischen Rahmenbedingungen (Lo en -
zen, Mülle , E e s) p äsen ie und schließlich um assend
die We kmonog a ie des Re abels be ach e . In diesem
zwei en Teil wi d pe sonenzen ie (Ka enb ock, Rich-
e ), his o isch (Habenich , Hilleb and, Wende holm),
bildwissenscha lich (E e s, Weisse , Hei el, Kock) so-
wie kul u his o isch (Lemai e, S e nbe g) a gumen ie .
Ein üh end e o e Oli e Auge den S i e des Re a-
bels, He zog F ied ich I. on Schleswig und Hols ein, als
Haup ak eu inne halb de ki chlichen und poli ischen
En s ehungsbedingungen des We ks am Vo abend de
Re o ma ion in den He zog üme n, die ü seine E ablie-
ung im südwes lichen Os see aum und den E olg de
Klos e - und Ki chen e o m ele an wa en. Enno Bünz
und Gisela Muschiol be assen sich mi de Blü ezei des
Augus ine -Cho he ens i s in Bo desholm sowie mi
den du ch die Windesheime Kong ega ion ge ö de en
Impulsen de De o io mode na. S e an Magnussen ana-
lysie die Ve o ung des Augus ine -Cho he ens i s im
Kon ex eine übe geo dne en S i ungs- und Memo ial-
p axis des He zogpaa es F ied ich I. und Anna on B an-
denbu g. Dabei heb e he o , dass das Flügel e abel on
B üggemann zwa einen Höhepunk da s ell , die S i e
jedoch neben Bo desholm auch die S . Jü genkapelle im
S . Pe i-Dom in Schleswig, die Zis e ziense ki che on
Løgumklos e ode Klös e in Schleswig, Kiel und Tønde
be ücksich ig en. Tim Lo en zen widme sich de öm-
migkei s heologischen G undlage des Bildp og amms
des Re abels, welche die Augus ine -Cho he en schon
o de De o io mode na e a en. And eas Mülle zeig ,
dass Einzelszenen au eine In e p e a ion aus Pe spek i e
eine augus inischen Theologie konzipie wo den sind.
Luca E e s schläg o de Folie de zei genössischen
Sak amen enleh e o , die ie e Mahlsda s ellung in de
P edella als eine Da s ellung on Augus inus wäh end de
Spendung des Sak amen s zu lesen. De le K aack wid-
me seinen Bei ag eine um assenden Da s ellung des
le z en ka holischen Bischo s on Schleswig, Go schalk
on Ahle eld (1475–1541), de dem He zog als Kanz-
le nahes and und mögliche weise auch das inhal liche
Konzep des Bildp og amms des Re abels e an wo e e.
Thomas S e nbe g a gumen ie anhand on Quellen-
übe lie e ungen, ikonog a ischen Ve gleichen und heils-
geschich liche Bedü nisse, dass die Figu des Ch is us-
kindes konzep uell in de e gi e en Mi elnische de
P edella ges anden haben muss.
De olgende kuns his o ische Teil is nich ohne den
25 Jah e äl e en Tagungsband De Bo desholme Al a
des Hans B üggemann. We k und Wi kung,
1996 on
Uwe Alb ech , Ge ha d Kaldewei, Ha mu K ohm, U a
Lemai e und U sula Lins he ausgegeben, zu denken.
Anlass wa en damals neben dem 475-jäh igen Jubiläum
seine Fe igs ellung neue kuns echnologische Un e -
suchungse gebnisse on U sula Lins und U a Lemai e,
die e s mals E kenn nisse zum We kp ozess und den e -
wende en Ma e ialien bo en. Du ch diese G undlagen o -
schung e hiel die ›B üggemann-Fo schung‹ in de Folge
einen deu lichen Au schwung. Als neue Einsich en lassen
sich nun im neuen Band u.a. olgende Aspek e inden: Fü
die Rekons uk ion des un e en Sch einbe eichs des sog.
Goschho -Re abels, das als F ühwe k B üggemanns gil ,
schläg Cons anze Kös e nun einen A bo Annae an de
Fehls elle um den Baum mi dem Ch is uskind in Analogie
zum Mo i eine Wu zel Jesse o . Thekla-Ch is ine Kock
üh e ne das in No deu opa häu ig anzu e ende Mo i
de Seelengelei e ein, das in de ikonog a ischen Kombi-
na ion mi dem Jüngs en Ge ich ein Alleins ellungsme k-
mal is und nich au die (auch in diesem Band) iel ach
zi ie en Beispiele aus de D uckg a ik zu ückgeh . Das
b ei e In e esse an Rep oduk ionen des Re abels sei dem
19. Jah hunde is zwa bekann , doch kann I is Wende -
holm du ch die Rezep ionsgeschich e seinen Weg in den
Kanon de Kuns geschich e nachzeichnen.
Insgesam wi d deu lich, dass eine e neu e um assen-
de, mul ipe spek i ische Auseinande se zung mi dem
Bo desholme Al a e abel im Schleswige Dom zu neuen
E kenn nissen üh en kann. Die kon ex uellen Rahmen-
bedingungen wie die ki chenpoli ische Si ua ion am Vo -
abend de Re o ma ion, die Rolle des S i e s und die des
Au s ellungso es in de Augus ine -Cho he ens i s-
ki che s ehen in di ek e Ve bindung zu Ges al ung des
monumen alen Auss a ungss ücks. Fe ne wi d deu lich,
dass die kuns his o ischen Haup agen zu diesem We k
auch 2021 wei e hin kon o e s disku ie wu den: Die
Iden i izie ung de beiden Säulen igu en sowie die Rol-
le de Monoch omie espek i e de Holzsich igkei . Au
diese Tagung sp achen iele A gumen e ü eine Iden i-
ika ion de Säulen igu en als Augus us und de Tibu i-
nischen Sibylle (Lins, S e nbe g, Ka enb ock) sowie ü
eine on An ang an geplan e Holzsich igkei . Es bleib also
abzuwa en, ob sich 2046 zu 525-jäh igen Fe igs ellung
des g öß en Re abels in Schleswig-Hols ein und dem
380-jäh igen Jubiläum am S ando im Schleswige Dom
e neu eine Ini ia i e inden wi d, die an die T adi ion de
bishe igen Tagungen anschließ und die Fo schung o -
se z . Zu wünschen wä e es.
Julia T inke
Ins i u ü Kuns geschich e de Hein ich-Heine-
Uni e si ä Düsseldo
Rezensionen | 273
Klos e P ee z im Mi elal e
Bei äge zu Geschich e, Kuns - und Musikgeschich e
hg. . Klaus Ge eon Beucke s und Oli e Auge
(Fo schungen zu Klos e und S i P ee z, Bd. 3)
Ve lag Ludwig: Kiel 2024
400 Sei en, 212 Fa b- und 12 SW-Abbildungen
ISBN 978-3-86935-464-4, EUR 69,90
Dank eines kon inuie lichen Bes ehens sei dem 13. Jah -
hunde bewah das Adelige Klos e P ee z ein im ländli-
chen Hols ein einziga iges Ensemble on Bau- und Kuns -
we ken. De im Wesen lichen zwischen dem 13. und dem
19. Jah hunde gescha ene Gebäudebes and mi seinen
Auss a ungss ücken du chlie meh ach T ans o ma ions-
p ozesse, die als Zeugen sich wandelnde Ideale in e p e-
ie we den können. Anzuzeigen is an diese S elle ein on
Klaus Ge eon Beucke s und Oli e Auge he ausgegebene
Sammelband, de dem Klos e P ee z im Mi elal e gewid-
me is und au eine im Sep embe 2023 o O ausge ich-
e e Tagung zu ückgeh . Es handel sich um Band 3 de sei
2022 in asche Folge e scheinenden Fo schungen zu Klos-
e und S i P ee z, he ausgegeben neben Klaus Ge eon
Beucke s du ch die P ee ze P iö in E ika on Bülow. Zu-
sammenge üh wu den 23 Bei äge, die sich einem b ei en
hema ischen Spek um on de G ündungsgeschich e des
Klos e s übe Buch- und Goldschmiedekuns , de Bauge-
schich e, Musik, Skulp u und Tex ilkuns widmen.
In eine den Bei ägen o anges ell en Einlei ung u
Klaus Ge eon Beucke s zen ale Eckda en de P ee ze Ge-
schich e in E inne ung – die G unds einlegung ü die Klos-
e ki che im Jah 1268 sowie die 1286 e üg e Limi ie ung
des Kon en es au siebzig Nonnen, wü dig die gu e Übe -
lie e ungssi ua ion und e e ie die Fo schungsgeschich e.
Oli e Auge e weis zu Beginn seines Au sa zes zu
G ündungsgeschich e on Klos e P ee z au die 2009 pu-
blizie e Disse a ion on Johannes Rosenplän e , de en
E gebnisse lediglich in Nuancen e wei e we den könn en.
Es olg eine konsis en e Da s ellung de on G a Alb ech II.
on O lamünde und Bischo Be hold on Lübeck um 1211
o ange iebenen und du ch G a Adol IV. on Schauenbu g
1226 usu pie en Klos e g ündung, de en Anliegen nich
zule z auch die E ablie ung eines »kle ikale[n] Pe sonal e-
se oi [s]« (S. 33) in Pe son de P öps e gewesen sei.
Johannes Rosenplän e , de de zei wohl bes e Ken-
ne de mi elal e lichen Geschich e on Klos e P ee z,
s eue einen Bei ag zu wi scha lichen Si ua ion de Ge-
meinscha bei. Un e dem Ti el A mu im Klos e P ee z?
Wi scha s üh ung und Ve so gungsengpässe im 15. Jah -
hunde
gib de Au o zunächs eine Übe sich übe die
du chaus beach liche, sei de G ündung sch i weise e -
wei e e G undhe scha des Klos e s. Zugu e komm ihm
dabei eine ungewöhnlich gu e Quellenlage, se z en die e -
hal enen Rechnungen de P ee ze P ops ei doch be ei s
1411 ein. Die G ündung des Klos e s in einem Neusied-
lungsgebie e möglich e diesem den Au bau eine » e i-
o ial abgeschlossene[n] Klos e g undhe scha « (S. 38).
Eine ausgewogene Mischung aus Geld- und Na u alabga-
ben ga an ie e de Gemeinscha eine e gleichsweise
s abile wi scha liche G undlage. Vo diesem Hin e g und
s ell sich die F age, wa um man sich im Klos e meh ach
als in »a mo h« (S. 35) bezeichne e. Rosenplän e kann zei-
gen, dass die Klos e wi scha nich au das E zielen on
Übe schüssen ausge ich e gewesen is . Man wi scha e-
e on de Hand in den Mund, ein Sys em, das in K isenzei-
en ode bei e höh em Mi elbeda e wa ü Baua bei en
an seine G enzen kam. De Beg i de A mu besch eibe
hie somi einen »ku z is ige[n] Ve so gungsengpass«
(S. 43) und kein daue ha es s uk u elles P oblem. Beizu-
p lich en is dem Au o in seine am Schluss des Bei ages
o geb ach en Beobach ung eine mangelnden Tex k i ik
ch onikalische Nach ich en, die wi scha liche Ve häl -
nisse be e en. Die Behaup ung on »a mo h« in zu ücklie-
genden Zei en könne schließlich auch dazu gedien haben,
das eigene e olg eiche Wi scha en umso glanz olle
he o e en zu lassen.
De olgende Au sa z on F ede ic Zangel zum Ve -
häl nis des hols einischen Niede adels zum Klos e
P ee z spü – wiede um au de Basis de Disse a ion
on Johannes Rosenplän e – einem de Ne zwe ke nach,
in die das Klos e eingebunden gewesen is . Zu In e ak-
ion mi dem egionalen Niede adel kam es au meh e en
Handlungs elde n, e wa beim E we b on Bu gen bzw.
Hö en du ch das Klos e ode beim Ve kau on Bauma-
e ial aus de klos e eigenen Ziegelei. Wesen lich ü das
Handeln des Kon en es dü e die soziale He kun seine
Mi gliede gewesen sein, die zu dem Jah 1491 anhand
eine Kon en slis e e schließba is : Von gesiche bü -
ge liche He kun wa zu diesem Zei punk eine on 66
Nonnen. Die Kon en ualinnen adelige He kun s ell en
übe wiegend üh ende Familien de hols einischen Ri -
e scha , allen o an die Familie Ran zau.
Passend schließ hie de Bei ag on De le K aack
zu mi elal e lichen He aldik im Klos e P ee z an. Auch
K aack be on die enge Ve bindung zwischen klös e li-
che und adelige Lebenswel , die du ch die He kun de
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Kon en ualinnen, P iö innen und P öps e, du ch Mess-
s i ungen und G ablegen gegeben wa . Die Zahl de im
Klos e e hal enen Wappen aus o e o ma o ische Zei
is eilich ge ing. Zu Rech e weis de Au o au die p o-
minen pla zie en Wappen an den ös lichen Wangen des
Cho ges ühls, on denen bislang alle dings nu das de
Askanie iden i izie sei. Besse läss sich de S i ungs-
zusammenhang des mi Wappen de Familie Ran zau e -
sehenen P ee ze Ve kündigungs e abels e schließen,
dessen ehemalige S ando Bezug au eine G ablege de
Familie nahm. Fü kün ige Fo schungen zu den P ee ze
S icke eien mi Wappen is die Klä ung on de en genea-
logischem Hin e g und on hohem We .
Mi dem ›Buch im Cho e‹ de P iö in Anna on Buch-
wald (am . 1484–1508) nimm sich And eas Mülle des
zen alen P ee ze Monumen es de monas ischen Re-
o mbewegung im le z en D i el des 15. Jah hunde s
an. Viele de in Anlehnung an Bu s elde Ideale in P ee z
e g i enen Maßnahmen gleichen denen in ande en no d-
und mi eldeu schen F auenklös e n: Ins andse zung de
Gebäude, Ach ung de Klausu , Neuo dnung de Li u gie,
Beau agung on Kuns we ken.
Kodikologisch nähe sich Ke s in Schnabel in ih em Bei-
ag dem ›Buch im Cho e‹, wobei das Haup augenme k au
eine ak ibischen Besch eibung des in de O izin des Hin-
ich Cos e in Lübeck 1487/88 gescha enen Einbandes sam
seinen Beschlägen und Schließen, de Einbandmakula u
und de Ke e lieg . Ein on Schnabel benann es Deside-
a soll e bald Ta en nach sich ziehen: Vom ›Buch im Cho e‹
exis ie , o z des 2022 on Klaus Ge eon Beucke s publi-
zie en und kommen ie en Faksimiles, noch imme keine
»sys ema isch-wissenscha liche Besch eibung« (S. 85).
Eben alls om ›Buch im Cho e‹ geh ein de gesunge-
nen Li u gie im Klos e P ee z gewidme e Bei ag on
Alison Noel Al s a aus, de le z lich einen Nachweis de
kom-plexen und nu übe au wendige Schulungen p ak-
izie ba en Li u gie und dami des geis igen Ni eaus des
Klos e s da s ell . Auch hie zu is die Übe lie e ungs-
si ua ion e gleichsweise güns ig: E hal en blieben mi
dem Win e eil eines An iphona s und einem G aduale
zwei li u gische Handsch i en des 14. Jah hunde s, also
aus de Zei o de Klos e e o m. Als kleine Sensa ion
is die im Rahmen de P ee ze Tagung 2023 ollzogene
Rückkeh zweie zum G aduale gehö ige Doppelblä e
zu we en, welche die Au o in im B uno-S äblein-A chi
de Uni e si ä Wü zbu g en deck ha e. Al s a zu olge
be ieben die P ee ze Nonnen ein Sk ip o ium, das einen
»singulä en S il musikalische No a ion« (S. 107) p leg e.
Zu einigen o malen Eigenhei en inden sich Pa allelen
im mi le en Rheinland. Aus üh lich wü dig Al s a die
im ›Buch im Cho e‹ es gehal ene O dnung des Go es-
diens es du ch Anna on Buchwald, die o ih e Wahl zu
P iö in das Am de Kan o in innegehab ha e.
Mi Bea e B aun-Nieh konn e ü eine Un e suchung
des P ee ze E angelia s eine ausgewiesene Kenne in de
Buchkuns des 13. Jah hunde s gewonnen we den. In dem
wohl bald nach de Mi e des 13. Jah hunde s ge e ig en
Codex mach B aun-Nieh sowohl konse a i e als auch
neue Elemen e aus: En hal en sind eine olls ändige Folge
on Kanon a eln sowie ein Capi ula e e angelio um, ohne
dass diese al he geb ach en Na iga ionshil en im Ge-
b auch des E angelia s a sächlich nu zba wä en. Zu O i-
en ie ung im Tex dienen ielmeh ub izie e Kapi el-Zi -
e n, eine neua ige, on Pa is aus e b ei e e Gliede ung
de E angelien. Beme kenswe sind die den Kanon a eln
o anges ell en Tex e, ü die die Au o in eine mi el heini-
sche Vo lage e mu e . Fü gewisse Mo i e de Buchmale-
eien können Vo lagen aus ka olingische und o onische
Zei wah scheinlich gemach we den. Vo sich ig schläg
B aun-Nieh eine Fe igung des Codex in Hambu g o , wo
eine sei s äl e e Vo lagen g ei ba wa en und ande e sei s
eine Kenn nis ak uelle Buchkuns aus dem nö dlichen
Ha z o land und Magdebu g o ausgese z we den kann.
Ein on Klaus Nieh und Bea e B aun-Nieh e ass-
e Bei ag be ach e sodann den Einband des P ee ze
E angelia s, de sich als ein aus he e ogenen Teilen kom-
ponie es »Pas iccio« (S. 159) e weis . Im Zen um de Un-
e suchung s ehen die ün mi elal e lichen S anzen aus
e golde em Silbe blech, die heu e au dem Rückdeckel
mon ie sind. Wäh end de do h onende Ch is us de
e s en Häl e des 13. Jah hunde s angehö , dü en die
ihn umgebenden ie Medaillons mi den E angelis ensym-
bolen gegen 1300 en s anden sein. Die ehemaligen Zusam-
menhänge, aus denen die S anzen mögliche weise e s in
de Neuzei gewonnen wu den, sind unbekann . Ve gleiche
mi s ilis isch ähnlichen S anzen üh en zumindes ü die
E angelis ensymbole zu Ve mu ung eine Fe igung in Lü-
nebu g, Hambu g ode Lübeck.
Mi dem P ee ze Messkelch widme sich Klaus Nieh
schließlich de p ominen es en Goldschmiedea bei des
Klos e s. Die ün am Fuß des Kelches mon ie en Tondi
mi Szenen aus dem Leben Ch is i gehö en zum g oßen
Bes and ähnliche , abe nie iden ische T eiba bei en, die
»übe ganz No d-, Wes - und Os deu schland« e b ei e
sind (S. 174). Dem Au o is beizup lich en, wenn e kon-
s a ie , dass die Tondi »nu wenig ü eine genaue e Ein-
o dnung des S ücks wei e hel en« (S. 176). Ähnlich e häl
es sich mi dem Filig an an Kuppa und Nodus des Kelches.
Nieh e e ie die En a nung des Kelches on S . Ma ien
in Be gen au Rügen, de lange als Pa allele zum P ee ze
S ück gal , als eine A bei des 19. Jah hunde s. In No d-
deu schland s eh de P ee ze Kelch mi seinem à jou übe
die Kuppa geleg en Filig an sei dem isolie da. Nach sei-
ne Ve weige ung eine allzu wohl eilen Lokalisie ung de
Goldschmiedewe ks a geh de Au o noch einen Sch i
wei e , indem e ag , ob de Kelch denn mi Siche hei ü
P ee z gea bei e wo den sei. Es olg eine eind ucks olle
Pa ade on Quellen, die das Ve lage n, Kon iszie en, Ve -
schenken und Ve kau en on asa sac a aus no ddeu schen
Ki chen in de F ühen Neuzei belegen. Die F age, ob es
sich beim Kelch um eine ech e »P ee ziose« (S. 182) han-
dele, müsse dahe o enbleiben.
Den Sp ung on de Buch- und Scha zkuns hin zu
Bau o schung leis e Ul ich Knapp mi seinem Bei ag zum
Rezensionen | 275
Kon en bau des Klos e s, de eine E gänzung zu seinem
hie eben alls besp ochenen Buch übe die Ki che is (Ul-
ich Knapp: Die Klos e ki che P ee z. Beobach ungen zu
Baugeschich e [Fo schungen zu Klos e und S i P ee z,
Bd. 1], Kiel 2023). Die im Ke n mi elal e lichen Gebäu-
de wa en 1847/48 wei gehend abgeb ochen wo den, de
e bliebene To so wu de 1850/51 in einen Neubau in e-
g ie . In den 1850e Jah en e wach e das his o iog a i-
sche In e esse an den ku z zu o ze s ö en Ke n äumen
des P ee ze Kon en es. Un e Nu zung on Auskün en
ehemalige Bewohne en s anden e s e Rekons uk-
ionszeichnungen. E gänzend zu den Planzeichnungen
können die Belege zu Baumaßnahmen, die sich sei 1411
in den Rechnungsbüche n des Klos e s inden, he ange-
zogen we den, um eine o sich ige Rekons uk ion de
Bauges al und eine Funk ionszuweisung de Räume zu
wagen. Knapp e o e das Do mi o ium bzw. Schla haus
de Nonnen, e neue e wa 1412/15, im Wes lügel. An-
gesich s de Lage des Zugangs zum Nonnencho möch e
de Rezensen agen, ob diese Maßnahme nich doch
ehe den Os lügel, namen lich dessen Obe geschoss,
be o en haben könn e. Un e P ops Johannes Knu e
(am . 1437–1449 u. 1452–1453) begann dann de Neu-
bau des Re ek o iums, on Knapp übe zeugend als Teil
des No d lügels lokalisie , sowie des Langen Hauses mi
de Küche, das de Au o wiede um mi dem Wes lügel
iden i izie . Fü die zwei e Häl e des 15. Jah hunde s is
die sch i weise E neue ung de d ei K euzgang lü
gel, die
nun Gewölbe e hiel en, beleg . Die in diesem Zusammen-
hang e wähn e »cappellen« (S. 202) iden i izie Knapp
mi dem Kapi elsaal, den e ebenso wie die Schule im
Os lügel sieh . Neben den Belegen, die den an die Ki che
anschließenden Kon en bau be e en, e e ie Knapp
auch die Quellen zu wei e en klös e lichen Gebäuden:
Badhaus, P ops enhaus, P ies e haus, Haus de P iö-
in, Siechenhaus. Das so un e Vo behal e schließba e
Raump og amm sei dem de Benedik ine innenklös e
Ebs o und Lüne e gleichba , die im Zuge de Klos e -
e o m im 15. Jah hunde ähnlich ie g ei end e neue
wo den sind.
Ka ha ina P iewe e such im Anschluss an die 2023
du ch Ul ich Knapp e idie e Baugeschich e de Klos-
e ki che e s mals de en um assende e Eino dnung in
den Kon ex de Backs eina chi ek u um 1300. De Bau
en hal e, insbesonde e im Cho , noch Teile eine d ei-
schi igen Ki che aus dem ie en Vie el des 13. Jah -
hunde s. Vielleich in Folge des Klos e b andes on
1307 sei das Langhaus dann in Fo m de bes ehenden
S a elhalle e ich e und de Cho en sp echend e höh
wo den. Das Dachwe k is um 1325 +/- 5 (d) au ge ich-
e wo den. Bedeu sam is die on Knapp ich igges ell e
Deu ung de 1327 o genommenen S i ung zuguns en
eines neuen Cho s de Nonnen, die eben nich dem a -
chi ek onischen Cho polygon, sonde n dem Einbau des
li u gischen Nonnencho s in das Mi elschi gegol en
ha . Einen Impuls zu Fo m indung ü die zu En s e-
hungszei in wei em Umk eis einziga ige F auenklos-
e ki che e mu e P iewe, da in Knapp olgend, in de
zwischen 1292 und 1306 e olg en Bes a ung on Elisa-
be h, Mu e des G a en Johann II. on Hols ein-Kiel, in
P ee z. Zu ges al e ischen De ails, u.a. den Diens bün-
deln im Langhaus und de en S uckkapi ellen, nenn die
Au o in übe zeugende Pa allelen, wobei den ab 1260/70
e ich e en Teilen de Lübecke Ma
ienki che besonde e
Bedeu ung zuzukommen schein .
In seine Un e suchung zu sak alen Binnen opog a-
ie de Klos e ki che geh Klaus Ge eon Beucke s on
de ungewöhnlichen ebene digen Anlage des P ee ze
Nonnencho es aus. Me hodisch knüp e an die weg-
weisenden S udien on Clemens Kosch an, de en We
ü das Ve s ändnis mi elal e liche Sak albau en nich
hoch genug einzuschä zen is . Die Abmaue ungen des
Nonnencho es und des nö dlichen Sei enschi es sind gu
nach ollziehba , ebenso die im spä en Mi elal e o han-
denen Du chgänge. Zudem sind zumindes die S ando e
de d ei wich igs en Al ä e – Hochal a , Al a des Nonnen-
cho es, K euzal a – gesiche . Anhand de Du chgänge
und Al a s ando e ekons uie Beucke s übe zeugend
die O e d eie li u gische Handlungen: de Au bah ung
Ve s o bene , des Einzuges des Palmesel-Ch is us’ und
de Weihe des Tau wasse s. Bedeu sam wa en bei diesen
Ak ionen die beiden wes lichen Joche des Mi elschi es,
die als Laienki che dien en. Hie be and sich die Nah -
s elle, an de zu bes imm en Ri en de Kon en mi dem
Laien olk zusammen a .
Anja Selige wende sich dem bislang nu ansa zweise
e o sch en Cho ges ühl de P ee ze Klos e ki che zu.
Anhand kons uk i e De ails plädie sie ü eine einhei -
liche En s ehung de Längs eihen und de Wes eihe. De
Deko de Le z e en is im Zuge eine Res au ie ung 1897
wei gehend neu gescha en wo den. Als mi elal e liche
Teile läss Selige lediglich sechs alle dings übe a bei e e
Wimpe ge und, mi leich em Zwei el, die Kapi ellkonsolen
gel en. Die gesiche en Da en de Baugeschich e – Dach-
we k 1325 +/- 5 (d) sowie 1327 S i ung zuguns en des
Nonnencho s – b ing die Au o in übe zeugend in Ein-
klang mi den o malen Me kmalen des Ges ühls. Diskus-
sionsbeda bes eh noch bei de Zuweisung de Wappen
an den beiden ös lichen Wangen. Hie gehen die im Band
e sammel en Ansich en on De le K aack und Anja Se-
lige auseinande . Nu so iel: Das Wappen de No dos -
wange da doch als das des Fü s en ums Anhal gel en.
Die sel samen Wappen ie e an de Südos wange könn en
aus dem Schild gewonnen wo den sein, den Alb ech II.,
e s e S i e on P ee z, au seinen als G a on O lamün-
de ge üh en Siegeln nu z e. Diese zeig zwei sch ei en-
de Leopa den (O o Posse: Die Siegel des Adels de We -
ine Lande bis zum Jah e 1500, Bd. V, D esden 1917, S. 11
mi Ta . 5,10 u. 6,1+2). Bedenk man, dass man in P ee z
um 1327 das Wappen des S i e s, dem ein Jah hunde
zu o Hols ein e lus ig ging, zum Zwecke de Memo ia
wohl nu aus Siegeln e schließen konn e, dann wi d das
agwü dige E gebnis de geschni z en Umse zung e -
s ändlich.

276 | No delbingen 90
Mi dem D ei al igkei sbild de Wes eihe widme sich
Luca E e s de einzigen heu e olls ändig sich ba en spä -
mi elal e lichen Bild a el am Cho ges ühl. Übe zeugend
lei e e e s mals eine Da ie ung de Male ei um 1485/90
he , o dne sie ein und s ell sie in den Kon ex de un e
P iö in Anna on Buchwald ini iie en Auss a ungsp ojek-
e. Eine Zusch eibung an den on de P iö in beschä ig en
Lübecke Meis e Pe e is wah scheinlich. Zwei el möch e
de Rezensen lediglich an de bislang üblichen Da ie ung
de P ee ze Ablass a el in das ühe 16. Jah hunde äu-
ße n. Eine eigene S udie zu diesem übe a bei e en We k
wä e wünschenswe .
Ka ja Hilleb and s ell das um 1435 gescha ene Haup -
al a e abel de Klos e ki che, das sich heu e im Däni-
schen Na ionalmuseum in Kopenhagen be inde , o . So-
wohl die Male eien de Flügelaußensei en als auch einige
de Skulp u en ezipie en Figu en om Hambu ge Tho-
mas-Al a des ›Meis e s F ancke‹, was eine en sp echende
Da ie ung und Lokalisie ung des P ee ze Re abels nach
sich zieh . Angeme k sei, dass die im Bei ag genu z e Da-
ie ung de Goldenen Ta el aus S . Michaelis in Lünebu g
»um 1400« (S. 288) sei dem jüngs en Fo schungsp ojek
am Niede sächsischen Landesmuseum Hanno e obsole
is . Dend och onologische Da en zeigen, dass an dem Re-
abel ab 1422 gea bei e wo den sein kann (Eliza Reichel:
Die Kons uk ion de Goldenen Ta el, in: Die Goldene Ta el
aus Lünebu g, hg. on An je-Fee Kölle mann u. Ch is ine
Unsinn [Niede deu sche Bei äge zu Kuns geschich e,
N.F. Bd. 5/6], Pe e sbe g 2021, S. 198–216, hie S. 198).
Fü das ch onologische Ge üs , in dem no ddeu sche Re-
abel des 15. Jah hunde s zu disku ie en sind, is dami
ein wich ige Fixpunk gewonnen.
Dem in de Klos e ki che e bliebenen, leide s a k be-
schädig en Re abel aus dem ühen 16. Jah hunde widme
Jan F ied ich Rich e einen Bei ag. Das Bildp og amm des
zwei ach wandelba en Re abels läss sich e schließen: Im
geschlossenen Zus and ie Passionsszenen, im Zus and
de e s en Wandlung dann links und ech s außen ie
wei e e Passionsszenen, die eine Da s ellung de G e-
go smesse ein assen. Im olls ändig geö ne en Zus and
en hiel das Re abel 22 Skulp u en, on denen el e hal en
sind. In de Mi elachse angeo dne wa en Ma ia und die
hl. Anna.
Zu Rech ag Rich e , ob das Re abel on o n-
he ein ü seinen ak uellen S ando , den Al a de Laien-
ki che, gescha en wo den is . E be on die ü die En s e-
hungszei
anach onis ische Ikonog a ie de Fes agssei e,
die in zwei Regis e n s upide au ge eih e Skulp u en zeig ,
und zwa einen Mix on Heiligen, die sich zu keine inhal -
lich konsis en en G uppe zusammen ügen. Rich e schläg
o , dass hie die an de Klos e ki che besonde s e eh en
Heiligen zusammenges ell wo den seien. Mangels Pla zes
ü die sons übliche Reihe on Nebenal ä en habe man
Laien dami ein quasi komp imie es Ve eh ungsangebo
gemach . Mi gu en G ünden weis Rich e das Re abel
de We ks a des Schni ze s Lü je Mölle in Schleswig zu.
Mi dem Ve kündigungs e abel un e such Julia T in-
ke den zwei en Al a au sa z P ee ze P o enienz, de
sich heu e in Kopenhagen be inde . S ingen einem ob-
jek wissenscha lichen Ansa z olgend ag die Au o in
nach Ma e ialien, We kp ozess, Ikonog a ie und anhand
o male K i e ien nach einem möglichen We ks a zu-
sammenhang. Das Re abel gehö in den Kon ex eine in
No ddeu schland ab 1510 zu e zeichnenden Rezep ion
on A bei en de Riemenschneide -We ks a . Kons uk-
i e und s ilis ische Me kmale machen eine Fe igung in
Lübeck zwischen 1510 und 1525 wah scheinlich. E s mals
di e enzie die Au o in die im Mi elsch ein pla zie e
Wappenallianz de Familien Ran zau und Re en low/ode
Wals o /ode Muggele, wo aus sich e schiedene denk-
ba e S i ungszusammenhänge e geben.
Vi ien Biene behandel schließlich das im Klos-
e e bliebene Sippen e abel, ü das anhand o male
Me kmale eine Fe igung um 1520 in Lübeck wah schein-
lich gemach we den kann. Die wohl im 17. Jah hunde
ollzogene Au s ellung des Re abels o de Wes eihe
des Cho ges ühls kann, wie die Au o in zu Rech e me k ,
nich die u sp üngliche gewesen sein. Sie zieh ielmeh
eine Pla zie ung au dem Al a o de Os wand des nö dli-
chen Sei enschi es ode – ü den Rezensen en ehe übe -
zeugend – im Siechenhaus des Klos e s in Be ach .
Eben alls Vi ien Biene is ein Leh p ojek mi Kiele
S udie enden zu e danken, aus dem he aus ku ze Bei ä-
ge zu ach spä mi elal e lichen Skulp u en des Klos e s
en s anden sind. Neben p ominen en, in de Fo schung
beach e en We ken wie dem To so des Palmesel-Ch is us
ge a en auch A bei en in den Blick, die noch kaum eine
sys ema ische kuns his o ische Bea bei ung e ah en
haben. Kün ige S udien können an das hie E a bei e e
anknüp en. So könn e e wa dem Bezug zu Klos e e o m
des 15. Jah hunde s, den es ü die lebensg oßen Skulp-
u en des K euz agenden Ch is us und des Schme zens-
manns zu geben schein , nachgegangen we den.
Das Wissen um zwei he aus agende Skulp u en in
P ee z e ie en die anschließenden Bei äge. Ma hias
Wenige be e den To so eine Pie à aus Kalks ein in
seine S udien zum Expo P age Bildwe ke im 15. Jah -
hunde ein. Dabei geh sein Bei ag wei übe eine S udie
zum P ee ze Vespe bild hinaus, e e ie e doch in einem
Ka alog nich wenige als den Fo schungss and zu eu o-
pawei en Zi kula ion P age S einskulp u en.
Johannes T ipps nimm den wohl aus dem spä en
13. Jah hunde s ammenden P ee ze Palmesel-Ch is-
us zum Anlass, die ühes en, sei dem 10. Jah hunde
g ei ba en Quellen zum Geb auch des Palmesels zusam-
menzus ellen. Zu Rech ag de Au o , wie man sich denn
das Ri ual des Einzuges Ch is i un e Be eiligung eines
Kon en es on Benedik ine innen o zus ellen habe.
Mangels edie e Quellen ma kie de Bei ag hie ein
Deside a de Fo schung.
Den Abschluss des Bandes bilde ein Au sa z on Ve a
Henkelmann, de den bislang nu in Ansä zen e o sch en
mi elal e lichen Tex ilien aus Klos e P ee z gewidme
is . Auch wenn die el e hal enen Einzels ücke mi Siche -
hei nu ein ge inge Res des eins mals Vo handenen
Rezensionen | 277
sind, dü e das Kon olu doch zum Um ang eichs en ge-
hö en, was in diese A in Hols ein e hal en geblieben
is . Fü das sogenann e ›Hunge uch‹ leg die Au o in da ,
dass die ges ick en Wappen und Ini ialen mi nich en eine
Fe igung de S icke ei im Klos e selbs belegen. Das
S ück kann ebenso wie das ges ick e Tuch mi Minnesze-
nen als Schenkung ins Klos e gelang sein. Übe zeugend
sind die Vo schläge, das Tuch mi Adle n als Lesepul -
decke, das Tuch mi Ve kündigung und Ma ien od abe
als Ka a alkdecke zu iden i izie en. Skepsis möch e de
Rezensen anmelden hinsich lich eine Da ie ung de an
de P ee ze ›Tasche‹ e a bei e en Sam e »um 1310« bzw.
»um 1400« (S. 390). De ails wie dieses zeigen, dass ü die
Tex ilien ein ähnliches Deside a bes eh wie ü das ›Buch
im Cho e‹: Zu e a bei en wä en de aillie e Objek doku-
men a ionen, die als Basis wei e gehende Übe legungen
dienen können.
Die Bei äge des Bandes zeigen, zu welchem E kenn -
nisgewinn eine genaue, me hodisch undie e Analyse
einzelne Quellen und Kuns we ke üh en kann. Fäche -
übe g ei end e geben sich imme wiede Que e weise,
e wa wenn dem Baugeschehen au dem Klos e a eal so-
wohl bau- als auch wi scha shis o isch nachgegangen
wi d ode wenn sich Spu en mi el heinische Vo lagen
sowohl in de gesungenen Li u gie als auch in de Aus-
s a ung des P ee ze E angelia s inden. Zu agen wä e,
wie eine solche Beobach ung o dem Hin e g und de
komplexen G ündungsgeschich e des Klos e s denn ein-
zuo dnen is . Zu bes imm en Objek en soll e das in e -
disziplinä e Nachdenken o ge üh we den. So geh die
Ikonog a ie des kapi alen ges ick en Tuches mi ie Bild-
egis e n und Allianzwappen de Familien Sehes ed und
Ra low siche da übe hinaus, schlich ein »Zeugnis de in-
ensi en Ma ien e eh ung des ausgehenden Mi elal e s«
(S. 65) zu sein. Nach diese e s en, übe aus gelungenen
Tie ensondie ung sind Geschich e und Kuns des Klos e s
P ee z bei Wei em nich ›ausge o sch ‹.
Jö g Rich e
Klos e kamme Hanno e
De Schwe ine Dom und König Ludwig IX.
on F ank eich
Zum T ans e de Hochgo ik in den Os see aum
on Rudol Con ades
Michael Imho Ve lag: Pe e sbe g 2023
368 Sei en, 230 Fa b- und 31 SW-Abbildungen
ISBN 978-3-7319-1123-4, EUR 49,95
De Dom zu Schwe in
Baugeschich e – Cho disposi ion – Denkmalp lege
on Anna Ho mann
a s + science weima GmbH: Ilm al-Weins aße 2023
428 Sei en, 229 Fa b- und 42 SW-Abbildungen
ISBN 978-3-89739-952-5, EUR 52,00
Wenn übe ein bedeu endes Bauwe k wie den Schwe ine
Dom zei gleich und unabhängig oneinande gleich zwei
Monog a ien e scheinen, so is die E wa ungshal ung
278 | No delbingen 90
gegenübe den o ges ell en E gebnissen hoch und wi d,
um es o weg zu sagen, in dem o liegenden Fall, einem
de Schlüsselbau en de no ddeu schen Backs eingo ik,
keines alls en äusch .
Die e s e A bei on Anna Ho mann, eine an de Ma in-
Lu he -Uni e si ä Halle-Wi enbe g en s andene kuns -
geschich liche Disse a ion, se z sich die p äzise bau-
a chäologische wie quellenkundliche Un e suchung des
go ischen Bauwe ks zum Ziel. Ausgehend on de Da ie-
ungsp oblema ik eines Baubeginns um 1270 ode 1290
und dami de F age nach de zei lichen S ellung gegenübe
de Ab eiki che Dobe an komm sie au g und eines de ail-
lie en Fo men e gleichs zu de beg ünde en E kenn nis
eine P io i ä des Schwe ine Doms, zumal die bislang ü
die Spä da ie ung ange üh e o male Abhängigkei on
de Wes bauplanung des Kölne Domes inzwischen du ch
de en Neuda ie ung in das mi le e 14. Jah hunde ob-
sole gewo den is und ielmeh die 1277 e igges ell e
Kölne Domsak is ei den eigen lichen Bezugspunk da -
s ell . Die E wähnung eines Baumeis e s We ne 1272 be-
zieh sich dami au den be ei s im Bau be indlichen Cho ,
de 1317 einschließlich de ös lichen Que hausmaue n
im Wesen lichen abgeschlossen gewesen sein dü e. Da
abe auch de als Ini ialbau de Schwe ine Umgangscho -
lösung angesehene Lübecke Ma iencho nich o 1277
begonnen sein kann, so bedeu e dieses nich s wenige als
eine Umkeh de bishe e ablie en Bau en olge, an de en
Spi ze nun zwei els ei Schwe in ück . Un e Annahme
eine Bauun e b echung on 25 Jah en wä en das Que -
haus ab 1343 und das Langhaus nach olgend in de zwei-
en Jah hunde häl e en s anden, um schließlich 1416
mi de Einwölbung zum Abschluss zu gelangen. Auch ü
die Geschich e de Fa b assung e gab sich eine en schei-
dende P äzisie ung: Wäh end die e s en Bauphasen noch
eine Ro assung des Innen aums zeig en, e olg e mi dem
Beginn de Einwölbung nach 1382/84 de Übe gang zu
Weiß assung, die auch in de Rekons uk ion on 1980 den
heu igen Raumeind uck bes imm .
In de allgemeinen A chi ek u geschich e behaup e e
de Schwe ine Dom seinen es en Pla z als eines de p o-
minen es en Beispiele des in de Backs eina chi ek u des
südlichen Os see aums e e enen Bau yps des basilika-
len Umgangscho es, bei dem die Kapellen mi den jewei-
ligen Umgangsjochen un e gemeinsamen K euz ippenge-
wölben zusammenge ass sind. Die p äzise Analyse de de
Schwe ine Cho schlussplanung zug undeliegenden Geo-
me ie e gab dabei die ungewöhnliche gleichzei ige Ve -
wendung eines inne en Ok ogons und äuße en Dekagons
als G undlage ü den aus einzelnen Hexagonen gebilde en
Cho umgang. Demgegenübe s ell , wie die Ve asse in
nachweisen konn e, die »Dobe ane Cho g und issdisposi-
ion« be ei s »die Reduzie ung de Schwe ine Cho anlage«
da (S. 170), und auch »[d]e Baumeis e de Ros ocke
Ma ienki che nahm un e Kenn nis de Dobe ane Cho -
g und issdisposi ion eine wei e e Ve ein achung de kom-
plexen Schwe ine Disposi ion o « (S. 173). Schwie ige
ges al e sich hingegen die Analyse des Cho polygons de
Lübecke Ma ienki che, die bislang wie selbs e s änd-
lich an den An ang de En wicklungs eihe gese z wo -
den is : Au g und de komplexen Baugeschich e, bei de
de hochgo ische Cho bau sekundä einem bes ehenden
Hallencho mi D eiapsidenschluss ange üg wu de, sind
Außen- und Binnencho si ua ionsbeding als zwei seh
un egelmäßige Ok ogone angeleg . »Da keine Cho neu-
konzep ion o lieg «, könne, so die logische und zugleich
e olu ionie ende Schluss olge ung de Ve asse in, »de
Lübecke Ma ienki che in Bezug au die Cho g und issdis-
posi ion auch keine Vo ei e olle zugesch ieben we den«
(S. 177). Vielmeh liege hie »eine pseudopolygonale Cho -
anlage mi nu d ei K anzkapellen« o , »was ih e ypolo-
gische Eino dnung e hinde « (S. 181). Die P io i ä de
Schwe ine Lösung o den Ve gleichsbau en im südlichen
Os see aum, und das is das en scheidende Resul a diese
A bei , is dami unbes i en.
In de allgemeinen A chi ek u geschich e wa das
Thema eine möglichen Ablei ung de Lübecke /Schwe-
ine G und isslösung on wes eu opäischen P o o y-
pen in Soissons, Quimpe und U ech aus de Mi e des
13. Jah hunde s disku ie und scheinba logisch du ch
die Fe nhandelsbeziehungen de Hanses ad e klä
wo den. Wie die Ve asse in nun au g und ih e Analysen
glaubha machen konn e, is es nich die Rezep ion eines
o handenen G und iss yps, sonde n die in allen Fällen
gleiche G und o ausse zung de Kombina ion eines Ka-
pellenumgangscho es mi einem d ei- s a ün schi igen
Langcho , die den neuen Bau ypus des » usionie e[n]
Kapellenk anz[es]« gene ie e (S. 186).
Nich om a chi ek u geschich lichen, sonde n ge-
schich lichen Ansa z he komm die zwei e Publika ion on
Rudol Con ades zu einem, was das Da um des Baubeginns
in Schwe in anbe i , ganz gleichen E gebnis. Fü ihn is
es die Ta sache, dass Bischo Rudol I. on Schwe in 1262 in
Pa is on König Ludwig IX. einen Do n aus de Do nenk one
Ch is i ü den Schwe ine Dom geschenk e hiel , die den
Ans oß ü den Neubau seine Domki che 1272 gegeben
habe. Unmi elba e Anlass seines Besuchs in Pa is wa die
Eheschließung Alb ech s on B aunschweig mi Alessina
on Mon e a gewesen, die du ch Bischo Rudol – zu o
S i sp ops in B aunschweig – s ell e e end ü den ab-
wesenden B äu igam ollzogen wu de, wobei Rudol hie
im Zen um de Hochgo ik die Gelegenhei and, die wich-
igs en Bauwe ke des neuen A chi ek u s ils, namen lich
die Sain e-Chapelle, die Que haus assaden on No e-
Dame und die Ab eiki che on Sain -Denis sowie die inno-
a i en Baup ojek e des Pie e de Mon euil, kennen und
schä zen zu le nen. Als Beleg ü die F ühda ie ung e mag
e die Al a weihen on 1282 he anzuziehen, abe auch sein
Hinweis au die 1267 e olg e G unds ücksübe eignung an
das Domkapi el läss deu lich genug au die Vo be ei ung
eines g öße en Baup ojek s schließen. Dami is zugleich
de his o ische Hin e g und ü den Schwe ine Dombau
übe zeugend nachgezeichne . Auch das am Cho po al an-
geb ach e Bülow’sche Wappen, das au ie , zwischen 1292
und 1375 egie ende Bischö e diese Familie e weis und
Rezensionen | 279
dahe s e s als his o isches A gumen ü eine Spä da ie-
ung des Baubeginns he angezogen wu de, konn e om
Ve asse als spä e e Zu a wah scheinlich gemach und
dami als Beleg en k ä e we den.
Schwie ige hingegen ges al e sich die Suche nach un-
mi elba en a chi ek onischen Vo bilde n ü den Schwe-
ine Dom im Be eich de anzösischen Hochgo ik, da die
Ges al ungs o ausse zungen ü einen eich mi Maßwe k-
o men du chse z en We ks einbau und einen on g oßen,
ungegliede en Wand lächen gep äg en Backs einbau zu
un e schiedlich sind und sich dahe ein Ve gleich nu au
ela i allgemeine Eigen ümlichkei en besch änken kann.
Mi den beiden gleichzei ig e schienenen Un e su-
chungen zum Schwe ine Dom lieg ge adezu ein Glücks-
all ü die Geschich e de E o schung dieses Bauwe ks
o , dessen Bedeu ung als Ini ialbau ü die go ischen
Basiliken im Backs eingebie dami mani es wi d und als
Bischo ski che seinen Vo ang o de s äd isch-bü ge -
lichen Ma ienki che Lübecks zu behaup en e mag.
Johann Jose Böke
Ins i u ü Baugeschich e am Ka ls uhe Ins i u
ü Technologie
Schleswig-hols einische Küns le innen und Küns le
in de Wel haup s ad de Kuns
Hans Ch is iansen
Dame mi „Le Figa o» (De ail), um 1899
Pos ka enen wu aus de Se ie
„Pa ise Mädels des XX. Jah hunde s“
22,3 x 14,6 cm
Museumsbe g Flensbu g, In . N . KV 277 a
Schleswig-hols einische Küns le innen und Küns le
in de Wel haup s ad de Kuns
ISBN: 978-3-9820658-5-4
Pa is!
Schleswig-hols einische Küns le innen und Küns le
in de Wel haup s ad de Kuns
Auss ellungska alog Museumsbe g Flensbu g
hg. . Michael Fuh
Museumsbe g Flensbu g: Flensbu g 2022
122 Sei en, Fa babbildungen
ISBN 978-3-9820658-5-4, EUR 21,90
Noch wäh end die École des Beaux-A s, eine de bes en
und äl es en Kuns hochschulen, Mi e/Ende des 19. Jah -
hunde s den Ton in Pa is angib
,
sp ießen zahl eiche p i-
a ge üh e A elie s aus dem Boden. Ein ich ungen wie
die Académie Julian ode die Académie Cola ossi üh en
keine Eignungsp ü ung du ch, sonde n e langen Geld
on ih e Schüle scha . Das mag schnöde klingen, e -
meh jedoch das k ea i e Po enzial und b ing den Vo -
eil mi sich, dass nich nach Gus o ode anzösischen
Sp achkenn nissen ( ü die École zen al) gewähl wi d,
sonde n Küns le und auch Küns le innen on übe all
willkommen sind. Die eien Akademien hal en den D uck
au die École au ech und als 1874 die e s e Imp essionis-
en-Auss ellung s a inde , die Salon des Indépendan s
en s ehen und die e olu ionä e Küns le g uppe de Na-
bis e schein , is Pa is um 1900 endgül ig die Wel haup -
s ad de Kuns gewo den.
Ein Magne – auch ü Kuns scha ende aus de Region,
die wi sei 1946 als Schleswig-Hols ein kennen. Ohnehin
müssen diese mobil sein, denn eine Kuns hochschule gib
es in dem Lands ich zwischen No d- und Os see lange
nich . Was abe üh sie nach Pa is, was sehen sie do ,
was b ingen sie mi ? Diesen F agen haben sich die Ku-
a o innen des Flensbu ge Museumsbe ges, Madeleine
S äd le sowie ih e Vo gänge in Dö e Ah ens, mi Blick
au ih e Sammlung sowie wei e e Au o innen und Au o en
im Auss ellungska alog Pa is! Schleswig-hols einische
Küns le innen und Küns le in de Wel haup s ad de
Kuns engagie angenommen.
Die Be ach ungen se z en im Wesen lichen 1864 ein,
als Schleswig-Hols ein p eußische P o inz wi d. De
Deezbülle Ca l Ludwig Jessen (1833–1917), auch als
›F iesenmale ‹ bekann , ha zunächs an de Königlich Dä-
nischen Kuns akademie in Kopenhagen bei Wilhelm Ma -
s and s udie . Nach Ausb uch des deu sch-dänischen
K ieges se z e »seine Ho nungen au die En wicklungen
in Deu schland« (S. 22). Wie iele ande e üh en ihn diese
nach F ank eich: 1867 geh Jessen mi hil e eines S ipen-
diums nach Pa is, wo e bei dem His o ienmale und Bild-
haue Jean-Léon Gé ôme s udie . Seine S udien – Kapi-
elle, To bögen, ein an üh endes B us bild nach Oc a e
Tassae – sind noch on ganz klassische P ägung, doch
auch au den S aßen schau e sich um und da mag man
schmunzeln: Jessens 1868 begonnenes (e s 1889 ollen-
de es) Gemälde Pa ise Ca é sieh aus wie eine mondäne
Va ian e seine heima lichen Gen ebilde und In e ieu s.
1871 ende de deu sch- anzösische K ieg, die ›E b-
eindscha ‹ abe bleib nach G ündung des deu schen
Kaise eiches e hal en. Die Küns le se z en sich übe
den schwellenden Na ionalismus eils hinweg, eils be-
dienen sie diesen: 1889 soll de Hols eine Male Hans
Olde (1855–1917) wegen de angespann en poli ischen
Beziehungen seine Teilnahme an de Pa ise Wel aus-
s ellung ausschlagen. Dem abe wide se zen sich Olde
und zahl eiche ande e un e Lei ung on Max Liebe mann
– sie zeigen ih e We ke o zdem. Und wäh end Olde
seine F au olle Begeis e ung on de Begegnung mi
Claude Mone s Ge eideschobe n (Les meules) sch eib
(S. 65), nimm de S ei um den anzösischen Imp es-
sionismus und seinen Ein luss au die deu sche Kuns in
seine Heima e s ich ig Fah au . Auch in den Gemäl-
den on Emil Nolde (1867–1956) hallen die E ah ungen
286 | No delbingen 90
Fo mensp ache und ih e Mo i e o dem Hin e g und de
küns le ischen A bei en de en we enden Küns le sowie
ih e Einbe ung in die Kuns de Zei is die Au gabe des
nächs en Fo schungssch i es, nachdem mi diesem Band
die We ke zusammenges ell wu den. Das in den le z en
Jah en in ande en Regionen dokumen ie e Ma e ial bie e
zahl eiche Ve gleichsmöglichkei en und o de zu eine
Wü digung de no ddeu schen Glasmale ei im Kon ex
ih e Zei he aus. Denn es is bezeichnend, dass beispiels-
weise in de Un e suchung on Ma ia-Ka ha ina Schulz
(Glasmale ei de klassischen Mode ne in Deu schland
[Eu opäische Hochschulsch i en, Reihe 28: Kuns ge-
schich e, Bd. 74], F ank u am Main 1987) kein einziges
Beispiel aus dem No den en hal en is . Dies dü e sich
nach de Vo lage des Bandes on Loh und Pe e sen ände n.
Seh zu beg üßen wä e es, wenn nach diesem Band zu
den Ki chen ens e n eine ähnliche E assung de Glasma-
le ei im p o anen Be eich, also in den Ve wal ungsbau en,
den Schulen und sons igen ö en lichen Gebäuden, abe
auch in den iel schwie ige zugänglichen P i a häuse n
olgen wü de. Do dü e die E hal ungsquo e deu lich
ge inge sein und die de zei igen Bau o gaben beispiels-
weise zu ene ge ischen E üch igungen ge äh den ih en
Bes and ak uell besonde s. Sie sind abe eine wich ige
Re e enzg undlage, um die Spezi ik on Glasmale ei in
Ki chen e assen zu können.
Insgesam is de o liegende Band ein Glücks all ü
die E o schung de Male eigeschich e hie im No den.
Seine In en a isie ung wi d die G undlage zukün ige
Fo schung bilden. De We des Buches lieg wenige in
den Au sä zen als ielmeh in de gelungenen Kombina-
ion de Zusammen agung diese immensen In o ma-
ionsmenge du ch Axel Loh und de Bilddokumen a ion
du ch Jan Pe e sen. Das seh solide, lese eundliche Lay-
ou des Buches äg (wie die Regis e ) ganz e heblich
zum Ve gnügen bei, mi dem man dieses Buch du chsieh ,
das e s mals einen Eind uck da on gib , welche ielen
Glasmale ei-Leis ungen sich in den Ki chenbau en des
No dens e be gen. Dies in den Blick geb ach zu haben,
is jensei s alle kuns his o ischen Rele anz ein g oßes
Ve diens .
Klaus Ge eon Beucke s
Kuns his o isches Ins i u de Ch is ian-Alb ech s-
Uni e si ä zu Kiel
Mi elal e liche S ad be es igungen in de
Ma k B andenbu g und in No ddeu schland
h
g. . Joachim Mülle und Di k Schumann
(Sch i en de Landesgeschich lichen Ve einigung ü
die Ma k B andenbu g, N.F. Bd. 11; S udien zu b anden-
bu gischen und e gleichenden Landesgeschich e, Bd. 27)
Lukas Ve lag: Be lin 2023
463 Sei en, 590 meis a bige Abbildungen
ISBN 978-3-86732-362-8, EUR 50,00
Die Un e suchung mi elal e liche S ad be es igungen
ha in den le z en d eißig Jah en in den nö dlichen Bundes-
lände n einen neuen Schwung e hal en, de zudem du ch
das Handbuch Die mi elal e lichen S ad be es igungen im
deu schsp achigen Raum on Thomas Bille (2 Bde., Da m-
s ad 2016) wei e e s ä k wu de.
Ohne d uck echnische Besch änkungen wu de hie
ein so um ang eiche , a bige wie g oße Sammelband
o geleg , de zwanzig einzelne Bei äge o s ell , die
sich nach de aus üh lichen Einlei ung on Di k Schumann
De Bau mi elal e liche s eine ne S ad be es igungen
in de Ma k B andenbu g und in No dos deu schland. Eine
Ein üh ung (S. 9–49) mi Aspek en mi elal e liche s ei-
ne ne S ad be es igungen beschä igen, da on ach Tex-
e ü No ddeu schland (S. 51–252) und el ü die Ma k
B andenbu g (S. 255–437).
Di k Schumann be on , dass den meis en Felds ein-
maue n de Region, die im 13. und ühen 14. Jah hunde
begonnen wu den, hölze ne Be es igungen o ausgingen
und dass die Höhe de S einmaue n (häu ig eine Feld-
s einbasis mi Backs einau bau) on 6 bis 7,5 m eich e.
Vo bild ü die mä kischen Maue n sei die S ad maue on
Köln (13. Jah hunde ) gewesen (S. 15), jedoch ehl e ih-
nen meis de Weh gang und sie wu den on zahl eichen
Wiekhäuse n aus e eidig .
Au seh spannende Be unde mach Ma hias Un e -
mann in seinem Tex Von S ad maue n übe schni ene
Siedlungen (S. 51–63) au me ksam. Vo annahmen au

Rezensionen | 287
Basis ückschauende P ojek ionen sind imme ein P o-
blem, besonde s wenn S ad maue n äl e e Siedlungs-
be unde du chschneiden. Die im De ail p äsen ie en
Beispiele (u.a. F eibu g im B eisgau, Heidelbe g) sind
a sächlich ›übe aschend‹ und seh beme kenswe , lie-
gen abe alle in Südwes deu schland und wü den dami
nich unbeding in einem Band übe No ddeu schland ge-
such we den.
Viele Seehandelss äd e nahmen die S ad maue on
Lübeck zum Vo bild, um ih e Zugehö igkei zum lübischen
S ad ech auszud ücken. Die De ails diese Lübecke
Maue zeig de Bei ag on Di k Riege und Ing id Schalies
Topog aphie als wesen liches Elemen – Lübecks G ün-
dungssiedlung (S. 64–75), de sich de Lage de Ke nsied-
lungen widme und zahl eiche G abungsbe unde zusam-
men ass . De om Um ang he längs e Bei ag des Bandes
is on Jens Ch is ian Hols und be i Die S ad als Bu g.
Lübecks Be es igung zu Zei Waldema s II. (S. 76–193). E
bie e eilweise seh au wendige g a ische Analysen de
Ansich en, S ein o ma e und Maue we ke. Insbesonde e
die au wendigen Rekons uk ionen de Landmaue in e -
schiedenen Zei s u en (um 1180, 1190, 1217, 1234) heben
diese Fo m de analysie enden P äsen a ion au eine neue
S u e. Lübeck is nich nu eich bezüglich seine Baube-
unde, sonde n auch de zahl eichen gezeichne en S ad -
ansich en des 15. bis 19. Jah hunde s.
Im olgenden Bei ag on Edga Ring geh es um
Die mi elal e liche Lünebu ge S ad be es igung in
Ansich en des 15., 16. und ühen 17. Jah hunde s
(S. 194–203) anhand on el e hal enen S ad ansich en des
15. und 16. Jah hunde s, die übe aschend iele De ails
be ei hal en.
Ehe den Übe blick s eb Jan Schi me in seinem Tex
Mi elal e liche S ad be es igungen in Mecklenbu g-Vo -
pomme n – ein wei es Feld (S. 204–215) an, wobei e sich
o allem au Te e ow, Malchin, Woldegk, Neub anden-
bu g, Pasewalk, S alsund, G ei swald und Ba h bezieh .
Ganz ins De ail geh Di k Schumann bei seine Be ach-
ung zu De T ep owe To u m und die Neub andenbu ge
S ad be es igung (S. 216–235), die au bauhis o ischen
Un e suchungen de Jah e 2017 bis 2019 be uh . Die Neu-
b andenbu ge Anlagen haben als »eine de bes e hal-
enen S ad be es igungen No ddeu schlands« (S. 216)
siche eine übe egionale Bedeu ung, was anhand zahl-
eiche Baual e s- und Be undpläne deu lich wi d.
Felix Bie mann widme seinen Tex den absei s de
S ad zu e o enden Sonde ällen de »Ländliche[n]
O seinhegungen und Do be es igungen des Mi elal e s
in B andenbu g« (S. 236–245), denn »[n]ich nu S äd e,
auch Dö e No dos deu schlands besaßen […] Um ie-
dungen« (S. 236). Diese wa en zwa nich so en wickel ,
auch ehl e ihnen die Symbolik bü ge lichen S olzes, abe
ü die do lebenden Baue n konn en sie gemeinscha s-
s i end sein. Mi zwei Maue ingen seh au wendig wa
die on Pe e Knü ene in seinem Bei ag Die mi elal e -
liche Zi aue S ad be es igung (S. 246–252) behandel e
Anlage, die alle dings im 19. Jah hunde wei gehend
e schwunden is und nu noch aus a chi alischen Quel-
len ekons uie we den kann.
In allen nun olgenden Bei ägen geh es um S ad -
be es igungen in de Ma k B andenbu g (S. 255–437).
Mi den Res en de um 1300 e ich e en Be es igungen
in Be lin, Cölln und Spandau beschä ig sich de Bei ag
Beispiele ühe S ad be es igungen in Be lin und Span-
dau (S. 255–261) on Uwe Michas. Die wäh end zahl ei-
che G abungen dokumen ie en Be unde e geben mi -
le weile ein genaue es Bild de Anlagen und e möglichen
ü Spandau auch dend och onologische Da ie ungen de
Bu g ins Jah 1197d.
In seinem Bei ag Die S ad be es igung on S aus-
be g – die äl es e S ad maue de Mi elma k? (S. 262–284)
kann Hans-Jö g Fa hke anhand de zahl eichen noch s e-
henden Maue abschni e insgesam ach un e schiedli-
che Bauphasen de S ausbe ge Maue assen. Au g und
dend och onologisch da ie e Funde (1225d) dü e die
S ad in den spä en 1220e und ühen 1230e Jah en en -
s anden sein.
Joachim Mülle sieh seinen um ang eichen Tex
B andenbu g an de Ha el. Die S ad be es igungen de
Doppels ad (S. 285–313) als o läu igen Abschlussbe-
ich nach d eißig Jah en in ensi e Fo schung. Die s ei-
ne nen S ad maue n des übe egional wich igen B an-
denbu gs we den in einem besch eibenden Rundgang
ge enn nach Al - und Neus ad de aillie mi ak uellen
Fo os de übe lie e en Anlagen und zei genössischen
Da s ellungen dokumen ie .
Da on de ehemaligen S ad be es igung obe ägig
nich s meh sich ba is , muss Ch is ian Ma hes sich in sei-
nen Be ach ungen übe Die S ad be es igung on F ank u
(Ode ) (S. 314–330) ganz au e g abene a chäologische
Be unde und au his o ische Quellen, o allem Ansich en
und Pläne, s ü zen. T o zdem geling es, ün Bauphasen zu
un e scheiden. Die Va ia ionen spä e e Da s ellungen mi
»P inzipzeichnungen« (S. 329) zu e klä en is denkba , in
ande en S äd en ha abe die F age nach dem Zielpublikum
de Ka en meh geb ach . Von den a chäologischen Be-
unden (slawische Fundschleie ) s echen ein al slawische
B unnen (d748 +/- 10) und ein (unda ie e ) Palisadeng a-
ben mi P os enspu en im Südwes en de Al s ad he o .
Wei e e spannende a chäologische Be unde de G abungen
2007, 2008/09, 2009 und 2011 we den on Ca hé ine Ko -
luss in ih em Tex übe Die S ad be es igungen on F ank-
u (Ode ) im a chäologischen Be und (S. 331–339) o ge-
s ell . Mi zunehmende G abungs ie e wu den » e meh
und eiche T i lagen mi Reisig […] und Schil packlagen«
(S. 331) es ges ell . Von einem spä mi elal e lichen Holz-
bohlenweg wa keines de Hölze meh dend o ähig. In
de südlichen P ies e gasse konn en G ubenbe unde de
B onze-/Eisenzei und de ömischen Kaise zei au ge-
deck we den.
Fü seinen de aillie en Übe blick übe Die Mi elal e -
lichen S ad be es igungen in de Neuma k (S. 340–366)
nu z Ch is ian Gahlbeck die Kup e s iche on Ma häus
Me ian 1652, die e du ch wei e e Ma e ialien e gänz .
288 | No delbingen 90
T o z noch wenige Quellen geling es Ma hias Schulz
in seinem Tex S ad maue n und S ad o e, Wall und G a-
ben. A chäologische Be unde zu S ad be es igungen im
Landk eis Ucke ma k (S. 367–384) die a chäologischen
Beobach ungen on ach O en (Ange münde, B üssow,
Fü s enwe de , Ga z/Ode , Lychen, P enzlau, Schwed /
Ode , Templin) in umgezeichne en Plänen zu e o en und
auszuwe en.
Als Besonde hei in de Region kann Kai Schi me Die
mi elal e liche S ad be es igung on Luckau in de Nie-
de lausi z (S. 385–393) nachzeichnen, die om Zwei en
Wel k ieg e schon geblieben is . Obwohl auch hie die
Wiekhäuse und S ad o e e schwunden sind, s ehen
noch wesen liche Teile de S ad maue sam dem G aben.
Im Bei ag on Go don Thalmann übe Maue n, Tü me,
To e in P i zwalk und Wi enbe ge.
Bauhis o ische und
a chäologische Be unde zu mi elal e lichen S ad be es-
igungen de P igni z (S. 394–415) we den jeweils die
S ad be es igungen sam de Landweh ekons uie .
Beme kenswe e Be unde bilden das Al a bild on 1517d
und de nachgewiesene Bohlenweg on 1398d (S. 411 .).
Kay Rich e zeig , dass Die mi elal e lichen Be es i-
gungsanlagen on Pe lebe g (S. 416–427) nu noch in we-
nigen Teilen e hal en sind. Die o handenen Quellen üh
e gu zusammen (beme kenswe e Zeichnung on Bee
1725) und e ass du ch den Ve gleich on U mess isch-
blä e n mi mode nen ka og a ischen Möglichkei en die
Landweh de 4366 ha g oßen Feldma k.
Mi dem Tex on Di k Schumann Das Uenglinge To
und die ep äsen a i e spä go ische A chi ek u in S en-
dal (S. 428–437) inde de Band einen gu en Abschluss,
ha dieses To in de Ve gangenhei doch imme wiede
übe schwängliches Lob e hal en. Dies kann hie e gänz
we den du ch Beobach ungen zum Maue e band, zum
Dachwe k (1433/34d) und die E kenn nis, eine » a ian-
en eiche his o isie ende Zie a chi ek u mi e schiede-
nen Bedeu ungsebenen« (S. 434) o uns zu haben.
Abge unde wi d de s a liche Band im Anhang mi ei-
nem Ve zeichnis de Au o en (S. 440), einem O s-, einem
Pe sonen- und einem Sach egis e (S. 441–463). Das g oße
Fo ma und die Fa bd ucke machen hie iele Quellen o -
bildlich sich ba . Dem Au u eines Au o s kann nu zuge-
s imm we den: »Fü die kün ige Fo schung wä e ein noch
s ä ke als bishe in e disziplinä e Ansa z zum Gesam sys-
em de S ad be es igung wünschenswe .« (S. 214).
Thomas Wozniak
Semina ü mi elal e liche Geschich e de Ebe ha d
Ka ls Uni e si ä Tübingen
46 Kuns objek e im ö en lichen Raum
de S ad No de s ed
bea b. . Susanne Schwe ege
(Kuns im ö en lichen Raum in Schleswig-Hols ein, Bd. 1)
Ve lag Ludwig: Kiel 2022
200 Sei en, 122 Fa babbildungen
ISBN 978-3-86935-441-5, EUR 14,90
Nich sel en we den Kuns we ke an ö en lichen Plä zen
au g und on Unwissenhei k i isie , e nachlässig ode
übe sehen. Bei 46 Kuns objek e im ö en lichen Raum de
S ad No de s ed , bea bei e on Susanne Schwe ege
und he ausgegeben on Klaus Ge eon Beucke s, Kuns -
his o isches Ins i u de Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä zu
Kiel, handel es sich um den e s en Band eine Reihe, die
sich de E assung und kuns his o ischen Eino dnung die-
se Kuns we ke im ö en lichen Raum in Schleswig-Hols ein
widme . Es wu de nich nu eine de aillie e Bes andsau -
nahme ü die S ad No de s ed gescha en, sonde n de
G unds ein ü ein eh geiziges P ojek geleg , das maßgeb-
lich dazu bei äg , die Wah nehmung de Kuns im ö en li-
chen Raum zu p ägen.
Auslöse dieses Vo habens wa die 2019 in No de s ed
ge üh e Diskussion übe die geplan e T ilogie zum Thema
›Zyklus des Lebens‹ on Thomas Beh end . Nach Au s ellung
seine e s en A bei Familie kam es zu s a kem P o es bei
den Bü ge n No de s ed s. Dies üh e zu eine An age an
den Leh s uhl ü Kuns geschich e in Kiel, ob eine Bes ands-
au nahme de Kuns im ö en lichen Raum in No de s ed das
Wissen um solche Kuns we ke in de Be ölke ung e b ei-
e n könne. Klaus Ge eon Beucke s e s ell e ein Konzep zu
Realisie ung und Ve anke ung in die Leh e am Ins i u , wel-
ches schließlich on Susanne Schwe ege in Fo m on zwei
Leh e ans al ungen umgese z wu de. Un e ih e Be eu-
ung en s and die Publika ion zu Kuns im ö en lichen Raum
in No de s ed . Es handel sich um den e s en Band eine
geplan en Reihe, die sich de Kuns im ö en lichen Raum in
Schleswig-Hols ein widme . Die Kuns we ke we den un e
Rezensionen | 289
kuns his o ischen Aspek en analysie und in das We k des
jeweiligen Küns le s und de allgemeinen Kuns en wicklung
eingeo dne . De Au s ellungso is ein wei e es wich iges
K i e ium bei de Analyse, da e en wede maßgeblich au
das We k einwi k ode on diesem losgelös is .
In No de s ed ha sich eine abwechslungs eiche Kuns -
landscha en wickel , die au g und ih es Zusammenschlus-
ses 1970 aus ie O en keinem e bindlichen Konzep olg .
Nachdem die Kuns im ö en lichen Raum ih en Höhepunk
im le z en Vie el des 20. Jah hunde s ha e und zum Ende
hin wenige kon o e se, ehe deko a i e We ke be o zug
wu den, is es umso wich ige , dass o de Auswahl schwe
e s ändliche Kuns we ke nich zu ückgesch eck wi d, nu
um die ö en liche Diskussion zu e meiden. Die o liegende
Publika ion soll dabei hel en, das Kuns e s ändnis de Ö -
en lichkei zu p ägen und zu e wei e n.
Von de einen Zie de an Bauwe ken übe Denkmäle
bis hin zu ›Kuns am Bau‹, Objek en ü Auss ellungs o -
ma e im Außen aum und E gebnissen on Bildhaue sym-
posien wi d die En wicklung de Kuns im ö en lichen
Raum on de An ike bis heu e o ges ell . Im Lau e diese
En wicklung e s ä k sich de Ein luss de Ö en lich-
kei . Neben den s aa lichen Ins i u ionen is sie nun ak i
an de Mi ges al ung des ö en lichen Raumes be eilig
und p äg das kollek i e Gedäch nis. Kuns we ke im ö -
en lichen Raum nehmen eine wich ige Gegenposi ion zu
We be a eln und ande e Beschilde ung ein. Die bewuss e
Auswahl de We ke gewäh den Bü ge innen und Bü ge n
eine Iden i ika ionsmöglichkei mi de S ad und e deu -
lich gleichzei ig die Rele anz on Kuns im ö en lichen
Raum. Dabei haben sich besonde s Schulen als wich ige
O de Au s ellung he o ge an. Schwe ege üh dies
au das Un e ich s ach Kuns zu ück, in dem nich nu
heo e isches und p ak isches Wissen e mi el , sonde n
auch eine ak i e Auseinande se zung ge ö de wi d. F a-
gen zu Kuns im ö en lichen Raum we den auch in Zu-
kun im Sinne de Ö en lichkei behandel . Dabei soll e
nich e gessen we den, das Kuns we k imme in Bezug
au seine Funk ion und Raumbindung zu be ach en.
De Haup eil de Publika ion bes eh aus de E as-
sung on 46 Kuns we ken im ö en lichen Raum on No -
de s ed . Alphabe isch so ie nach den Nachnamen de
Küns le innen und Küns le , ange angen bei Wal e A no
bis Geo g Weiland, wi d jedes Kuns we k aus üh lich mi
Ti el, En s ehungszei , Ma e ial, Maßen und S ando o -
ges ell . Jedes Kuns we k wi d besch ieben, seine En -
s ehung e läu e , in das Oeu e de Küns le in bzw. des
Küns le s und de allgemeinen Kuns en wicklung einge-
o dne und e gänzend die biog a ischen Da en de Küns -
le o ges ell . Sinn olle weise wi d jede Posi ion eine
ganzsei ige Abbildung o anges ell , die das Kuns we k
in seinem ö lichen Kon ex zeig . Wei e e kleine e Abbil-
dungen e gänzen die jeweiligen Tex e mi De ailau nah-
men und Fo og a ien ande e , im Tex e wähn e A bei en.
Fußno en und Li e a u angaben e deu lichen den wis-
senscha lichen Ansp uch de Publika ion und belegen die
de aillie e Reche che de Au o innen und Au o en.
De o liegende e s e Band is ein wich ige Bei ag zu
Kuns im ö en lichen Raum in Schleswig-Hols ein. Vo wo
und einlei ende Tex e läu e n die En wicklungsgeschich e
zu Kuns im ö en lichen Raum in eine komp imie en Fo m,
die sowohl ü Kuns his o ike innen und Kuns his o ike
als auch ü ach emde Lese innen und Lese in e essan
is . Bei wei e em In e esse bie e eine ku ze Reche che im
In e ne die Möglichkei , Li e a u zu inden, die sich de ail-
lie e mi de En wicklung on Kuns im ö en lichen Raum
beschä ig . Hie e üll die Publika ion ih en Zweck, die Bü -
ge innen und Bü ge de S ad No de s ed zu e eichen, die
zwa ag äglich an den angesp ochenen Kuns we ken o -
beigehen, abe au g und ehlende Vo kenn nisse keine lei
Eino dnung o nehmen können. Die Lese in ode de Lese
kann sich in die einzelnen Objek e hineinlesen ode di ek
ein bes imm es We k he aussuchen, das die Au me ksam-
kei e eg ha . Hie wä e jedoch als kleine K i ikpunk ein
Inhal s e zeichnis emp ehlenswe , das Küns le und We k
mi Sei enzahl au lis en wü de. Bei de Au lis ung de We -
ke wä e auch eine Ka e mi eingezeichne em S ando eine
emp ehlenswe e E gänzung. Im Zei al e de digi alen Na-
iga ionssys eme könn en die Lese die Ad essen zwa aus
den We kbezeichnungen eingeben, abe eine abged uck e
Ka e wä e in diesem Fall wenige ums ändlich.
De Band leis e mi seinem kla s uk u ie en Au bau
und seinen de aillie en, sachlichen Besch eibungen einen
wich igen Bei ag zu Wah nehmung de Kuns im ö en -
lichen Raum. Du ch die E assung de Objek e we den sie
und die Küns le innen und Küns le , die sie schu en, we -
geschä z und wi d das Ve s ändnis ü den E hal ges ä k .
Eine undie e G undlage un e s ü z bei di e sen P oble-
men, die im Zusammenhang mi Kuns im ö en lichen Raum
he schen. So sei das Thema Kuns p lege genann . E s wenn
sich eine S ad übe den iden i ä ss i enden Cha ak e de
Kuns we ke bewuss is , wi d sie die Rele anz de P lege
e kennen. Au diese Basis kann auch das Ve s ändnis ü
zukün ige Au s ellungen gep äg we den. De Band kann,
wei e gedach , als G undlage ü S ad üh ungen, In o ma-
ionsbeschilde ungen o O ode eine digi ale E assung
dienen, die sich in Zukun soga deu schlandwei de E -
assung on Kuns im ö en lichen Raum widmen könn e.
Schon je z is eine Au lis ung online au de Websi e de
S ad No de s ed (h ps://www.no de s ed .de/Kul u -
und-F ei zei /Museen-und-Kuns /Kuns -im-ö en lichen-
Raum/) zu inden, die somi ü jeden ei zugänglich is .
Bei Du chsich des Bandes äll au , dass on 46 Kuns -
we ken nu 4 Posi ionen on Küns le innen s ammen.
Eine Si ua ion, die auch Museen und ö en liche Samm-
lungen be i , die abe besonde s in einem Be eich, de
du ch die Ö en lichkei gep äg is , zu denken gib . Dies
is ein Beispiel da ü , was du ch die E assung de Objek e
sich ba gemach wi d und wie sie G undlagen ü neue
Denkans öße scha .
Yanine Esqui el
He be Ge isch-S i ung Neumüns e
290 | No delbingen 90
Das An ependium des 13. Jah hunde s in Rieseby
Rekons uk ion und kuns his o ische Eino dnung
on Finja H. Zande
(Sch i en aus dem Kuns his o ischen Ins i u de
Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä zu Kiel, Bd. 10)
LIT Ve lag: Müns e 2021
106 Sei en, 18 (Fa b-)Ta eln und 46 SW-Abbildungen
ISBN 978-3-643-14581-9, EUR 24,90
Ohne Zwei el handel es sich bei dem sogenann en An e-
pendium aus Rieseby in Schleswig-Hols ein um eines de
Haup we ke de im deu schen Sp ach aum e hal enen
Ta elmale ei des 13. Jah hunde s. Angesich s de ag-
men ie en E hal ung wu de das We k jedoch bishe in de
Fo schung nu wenig gewü dig . Mi Finja H. Zande s mo-
nog a ische A bei lieg nun e s mals eine um assende
Un e suchung des An ependiums o . Schon alleine dies
is ein g oßes Ve diens . Die im Zuge eine Abschlussa -
bei 2016 en s andene S udie wu de in de Sch i en eihe
des Kuns his o ischen Ins i u s de Ch is ian-Alb ech s-
Uni e si ä zu Kiel mi einem Gelei wo on Klaus Ge eon
Beucke s 2021 he ausgegeben.
Das in de S udie zen als ehende An ependium s amm
aus de spä omanischen Backs einki che S . Pe e zu
Rieseby nahe Schleswig, wo es sich als Al a schmuck
noch
heu e o dem Hochal a be inde . In jene Ki che
ha sich eben alls eine bedeu ende T iumphk euzg uppe
aus dem 13. Jah hunde e hal en. In de kuns his o i-
schen Fo schung is zu lesen, dass das An ependium e s
1
550 nach Rieseby gelang sein soll. Im um ang eichen
Fo schungss and s ell Zande kla , dass diese Annahme
au eine Publika ion aus dem Jah 1847 zu ückgehe und
es unsiche sei, ob es sich bei de do e wähn en Ta el
um besag es übe lie e es An ependium handele. In de
Folgezei wu de diese Annahme jedoch egelmäßig au -
geg i en (S. 13, 15). Ve gleiche – insbesonde e mi dem
skandina ischen Ma e ial – zeigen abe , dass quali ä -
olle We ke auch aus Landki chen e hal en sind und eine
u sp üngliche Au s ellung in eine bedeu enden Ki che
wie beispielsweise dem Dom zu Schleswig – wie in de
kuns his o ischen Fo schung angenommen – dahe nich
zwingend is .
Zande nähe sich dem An ependium au un e schied-
liche Weise und un e such dabei sowohl die geschni z e
Blenda chi ek u als auch die agmen ie übe lie e e
Male ei, um schließlich einen äuße s de aillie en Re-
kons uk ions o schlag zu p äsen ie en. Die s ilis ische
Eino dnung zieh We ke aus e schiedenen Regionen
he an, u.a. egionale We ke wie die Passions elie s aus
No dhacks ed , abe auch We ke wie die Cho sch an-
ke on Halbe s ad , das Gnadens uhl e abel aus Soes
und die hölze ne Decke in S . Michael zu Hildesheim
(S. 56–66).
Im Fazi de A bei zieh sie eine Auswei ung
de möglichen En s ehung des Riesebye An ependiums
ins Ha zgebie in Be ach . Die on de Au o in angesp o-
chenen s ilis ischen Pa allelen gehen jedoch übe den
zei ypischen S il nich hinaus. S ilis ische Pa allelen zu
We ken im Ha z aum sind wohl auch au den Ums and
zu ückzu üh en, dass hie die Zahl e hal ene We ke
des 13. Jah hunde s, wie auch Beucke s im Gelei wo
(S. 7) anme k , e gleichsweise hoch is . Die no ddeu -
sche Ta elmale ei sowie die Male ei aus Dänema k sind
bis au wenige Beispiele nahezu gänzlich e lo en (Ebbe
Nybo g: Danish Panel Pain ing un il c. 1300, in: Medie al
pain ing in No he n Eu ope. Techniques, analysis, a his-
o y. S udies in commemo a ion o he 70 h bi hday o Unn
Pla he , hg. . Jilleen Nadolny, London 2007, S. 248–265).
Eine ku ze Auseinande se zung mi de skandina ischen
Ta elmale ei des 13. Jah hunde s, die in No wegen du ch
31 gemal e An ependien aus de Zei zwischen 1250 und
1350 in eine un e gleichba en Fülle übe lie e
is , wä e
wünschenswe ; nich zule z deshalb, da es sich hie -
bei ypologisch eben alls um Al a o sa z a eln handel
(Anne Wichs øm u.a.: Pain ed al a on als o No -
way, 1250–1350, 3 Bde., London 2004). Gene ell äll
die Diskussion des Typus' An ependium ech ku z aus
(S. 27–29) und basie g öß en eils au Joseph B auns
S udie (A . ›Al a an ependium [ka h.]‹, in: Reallexikon
zu deu schen Kuns geschich e, Bd. 1, S u ga 1937,
Sp. 441–459). Wei e hin g ei Zande au das on Joachim
K use 1958 ausgea bei e e Flächengliede ungssys em
ühe An ependien zu ück (S. 26, Abb. 17). Eine nähe e
Auseinande se zung mi dem übe lie e en Bes and aus
Skandina ien (insbesonde e No wegen) und Südeu opa
(insbesonde e Ka alonien) anhand on wenigen e en-
den Beispielen hä e diesen Teil de A bei be eiche .
Besonde s in e essan is die on Zande he ausge-
a bei e e Ve bindung de zu En s ehungszei mode nen
A chi ek u elemen e (geschni z ) mi de s ilis isch o en-
sich lich eine äl e en T adi ion olgenden, e a die en-
den Ta elmale ei (S. 56–66). Dies bie e Anhal spunk e
ü wei e e Fo schungen bezüglich eine Zusammena bei
e schiedene Handwe ke in We ks ä en, in denen so-
wohl Schni za bei en als auch Male ei ausge üh wu -
den. E s mals un e such Zande die A chi ek u elemen e
Rezensionen | 291
des Riesebye An ependiums und s ell ihnen konk e e
Beispiele gegenübe (S. 30–39). Die ges auch e Fo m
de k abbenbese zen Wimpe ge au dem An ependium
e gleich sie mi We ken aus dem zwei en D i el des
13. Jah hunde s, wie sie an den Südque hauspo alen in
Reims und Amiens zu inden seien (S. 37). Rich ige weise
mach sie da au au me ksam, dass eine di ek e Übe -
nahme aus den no d anzösischen Monumen albau en
als ehe unwah scheinlich anzusehen sei, eine Übe nah-
me aus dem Fo men epe oi e de Kleinkuns dahe an-
genommen we den könne (S. 39). »Einzel o men« in de
Wimpe g e zie ung e anlassen Zande die bishe o -
geschlagene Da ie ung in das spä e 13. bzw. beginnende
14. Jah hunde au das zwei e D i el des 13. Jah hun-
de s zu e wei e n (S. 39). Alle dings muss hie da au
hingewiesen we den, dass eine Übe nahme on äl e en
Fo men zu einem spä e en Zei punk möglich wä e, das
Au e en diese Fo men an den genann en G oßbau en
und die Übe nahme in die Kleinkuns demnach di e en-
zie be ach e we den muss. Die Komplexi ä eine Fo -
menanalyse wi d hie besonde s deu lich. Ein Ve gleich
mi A chi ek u mo i en au wei e en, in Ta elmale ei aus-
ge üh en An ependien wä e hie in e essan gewesen. Im
no wegischen Bes and we den e gleichba e (gemal e)
k abbenbese z e Wimpe gmo i e bishe um 1300 ange-
se z (z.B. die An ependien aus K æ jo d, T ondheim und
Vanyl en). Un e suchungen on wei e en Beispielen de
Kleinkuns können eine Da ie ung mögliche weise wei e
eing enzen, wü den den Rahmen eine solchen S udie al-
le dings wohl sp engen. Eine E wei e ung des Da ie ungs-
zei aums au das zwei e D i el des 13. Jah hunde s – wie
Zande o schläg – e schein hie dennoch ich ig.
Besonde s in e essan sind die Besch eibungen de
igü lichen Da s ellungen und die Iden i ika ion de
Sp uchbände (S. 40–46) sowie die digi al he ges ell en
Ka ie ungen, die in einem um ang eichen Ta el eil e -
schlossen we den (S. 67–75 sowie 18 Bild a eln). Diese
Rekons uk ionen e höhen die Lesba kei des We kes und
e möglichen e s mals ikonog a ische Feinhei en zu e -
kennen. Dabei g ei die Au o in au bildbea bei ende Mi -
el zu Rekons uk ion des E scheinungsbildes de Ta el
zu ück, wobei die einzelnen Analysesch i e me hodisch
anspa en und de aillie dokumen ie sind. Diese in-
no a i e Zugang benö ig also wede eine Pigmen ana-
lyse noch eine in asi e P obeen nahme, sonde n s ü z
sich au das ein op ische E scheinungsbild des Un e -
suchungsobjek s. Dies b ing hie E gebnisse he o , die
bishe nich o liegen und das ohne eine seh au wendige
es au a o ische Analyse ode P obenen nahme. Diese
me hodisch in e essan e, neue Zugang bie e sich auch
ü wei e e We ke des 13. Jah hunde s an. So is zu wün-
schen, dass diese Ve ö en lichung zu einem neuen In e -
esse ü die ühe Ta elmale ei bei äg .
S ephan Kuhn
Sø -T oms Museum Ha s ad (No wegen)

292 | No delbingen 90
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