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Ein Rahmenwerk für das Prozessdesign zur Identifikation, Klassifikation und Umsetzung von Anforderungen - Dargestellt an der Konzeption des Prozesskonfigurators

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Ein Rahmenwerk für das Prozessdesign zur Identifikation, Klassifikation und Umsetzung von Anforderungen - Dargestellt an der Konzeption des Prozesskonfigurators

Author: Meerkamm, Stephanie
Year: 2012
Source: https://epub.uni-bayreuth.de/id/eprint/253/1/Dissertation_Meerkamm.pdf
Ein Rahmenwe k ü das P ozessdesign zu Iden i ika ion,
Klassi ika ion und Umse zung on An o de ungen
-
Da ges ell an de Konzep ion des P ozesskon igu a o s
Von de Uni e si ä Bay eu h
zu E langung des G ades eines
Dok o s de Na u wissenscha en (D . e .na .)
genehmig e Abhandlung
on
Dipl.-Wi sch.-Ing. S ephanie Mee kamm
gebo en in K e eld-Ue dingen
1. Gu ach e : P o . D . S e an Jablonski
2. Gu ach e : Ass. P o . D . Jan Recke
Tag de Ein eichung: 07. Ok obe 2011
Tag des Kolloquiums: 27. Mä z 2012
I
Zusammen assung
P ozessmanagemen um ass die Iden i ika ion und Analyse de Un e nehmensabläu e sowie
de en Dokumen a ion und die Aus üh ung de P ozesse inklusi e de en S eue ung. Dies soll e
mi eine s e igen Ve besse ung de P ozesse e bunden sein. Im Hinblick au die konk e e
Realisie ung dieses Managemen -Ansa zes is eine Fokussie ung au die Phase de
Modellie ung, welche die Iden i ika ion sowie Dokumen a ion de P ozesse um ass , zu
beobach en. Diese Phase geh das sog. P ozessdesign o aus. Au Basis eine eingehenden
An o de ungsanalyse e olg die En wicklung und E aluie ung on A e ak en, wie zum
Beispiel Kons uk e und/ode Me hoden. Das olls ändige Spek um an
Handlungsmöglichkei en inne halb des P ozessdesigns wi d jedoch nu sel en genu z . Meis
we den o handene (S anda d-) Modellie ungssp achen ausgewähl ohne diese in i gendeine
A indi iduell zu ges al en. Dies wi k sich o nega i au die Quali ä de dami e s ell en
P ozessmodelle aus, abe auch au die de Modellie ung nach olgenden Phasen des
Managemen -Ansa zes wie Aus üh ung und Con olling.
Im e s en Teil de o liegenden A bei wu de ein dahe me hodisches Rahmenwe k ü das
P ozessdesign en wickel . Au g und de engen Kopplung an die nach olgende Phase de
P ozessmodellie ung wi d als G undlage eine Me a-Modell-Hie a chie e wende , die die
En wicklung, Anpassung sowie De ini ion on (Me a) Modellen o sieh . Diese wu de
explizi um eine Designkomponen e inklusi e de ini ialen An o de ungsanalyse e wei e .
Dami lieg ein lexibles Vo gehensmodell ü die Du ch üh ung de Designphase o , das
dabei o allem auch die De ini ion on Modellie ungssp achen o sieh . Das gesam e
Rahmenwe k is zudem nich au eine bes imm e Modellie ungssp ache ode
Anwendungsdomäne de P ozesse ausge ich e , sonde n gene isch konzipie .
Im zwei en Teil de A bei wi d ein Anwendungs all ü das zu o en wickel e Rahmenwe k
o ges ell . Aus de beispielha iden i izie en Menge an An o de ungen wu de die des
Managemen s a ian en eiche P ozessmodelle ausgewähl und das Konzep eines
P ozesskon igu a o s en wickel . Im Hinblick au die Ve wendung de a ian en eichen
P ozessmodelle wu de ein ges u e Kon igu a ionsp ozess en wickel . Diese lei e den
Anwende au de einen Sei e du ch den Kon igu a ionsp ozess, au de ande en Sei e wi d
ihm ein Höchs maß an F eihei gewäh , wann e welche a ian enbezogene En scheidung
e en möch e. Fü die Da s ellung de Va ian en in einem Modell wu de ein be ei s
exis ie endes Konzep zu Abbildung a ian en eiche S uk u en in Fo m des sog.
me eologischen G aphen e wende , das an die Eigenscha en on P ozessen angepass
wu de. Dami kann die gewünsch e kompak e sowie s uk u ie e Modellie ung de Va ian en
in einem Modell ealisie we den. Dieses Modellie ungskonzep konn e als P o o yp in einem
en sp echenden Modellie ungswe kzeug implemen ie we den.
III
Abs ac
P ocess managemen comp ises he iden i ica ion and analysis o p ocedu es wi hin an
o ganiza ion, hei documen a ion and, inally, he execu ion o he p ocesses inclusi e o he
moni o ing and con olling which is supposed o lead o con inuous imp o emen o hese
p ocesses. Wi h ega d o he implemen a ion o his managemen app oach he e is a ocus on
he phase o modeling which comp ehends he iden i ica ion as well as he documen a ion o
he p ocesses. The so called p ocess design p ecedes his phase. On he basis o an exhaus i e
equi emen analysis he de elopmen and e alua ion o a i ac s, o example cons uc s and/
o me hods, akes place. The comple e scope o ac ion o p ocess design is, howe e , used
qui e a ely. Gi en (s anda d) p ocess modeling languages a e no mally selec ed and no
indi idual design wo k is ca ied ou . This has a nega i e impac on he quali y o he
esul ing p ocess models and he phases which ollow he modeling, such as, o example,
execu ion and con olling.
In he i s pa o he wo k in hand a me hodical amewo k o he p ocess design has been
de eloped. Due o he close conjunc ion wi h he subsequen modeling phase a me a-model-
hie a chy, which allows o he de elopmen , adap ion and he de ini ion o (me a) models, is
used as a basis. This has been ex ended explici ly by a design componen which also includes
he ini ial equi emen analysis. By his means a lexible p ocedu e model o he
accomplishmen o he design phase is a ailable, which mainly en isages he de ini ion o
modeling languages. In addi ion, he amewo k is no ocused on a pa icula modeling
language o applica ion domain, bu is concei ed gene ically.
In he second pa o his wo k a use case s udy o he p e iously de eloped amewo k is
p esen ed. F om he equi emen s which ha e been iden i ied and exempli ied, he
managemen o a ian - ich p ocess models has been selec ed. Fo his, he concep o a
p ocess con igu a o has been de eloped and, in o de o acili a e he usage o he a ian -
ich p ocess models, a s aged con igu a ion p ocess has been de eloped. This, On he one
hand, guides he use du ing he con igu a ion p ocess while, on he o he hand, he use is
acco ded he maximum eedom o ac ion conce ning he poin o ime a which he wan s o
ake he a ian ela ed decision. In o de o model he a ian - ich p ocesses e icien ly an
al eady exis ing concep o illus a ing a ian - ich s uc u es, he so called me eological
g aph, has been adap ed acco ding he cha ac e is ics o p ocesses. Wi h he adop ion o his
concep he desi ed compac and s uc u ed me hod o modeling a ian s in one single model
could be achie ed. I was inally possible o implemen he modeling concep as a i s
p o o ype in an app op ia e modeling ool.

V
Vo wo
Au dem Weg zu de o liegenden A bei haben mich zahl eiche Leu e beglei e und zu ih em
e olg eichen Abschluss beige agen. Ich möch e mich an diese S elle ü ih e Un e s ü zung,
ih e Ra schläge und ih e au geb ach e Zei bedanken.
Mein Dank gil He n P o . D .-Ing. S e an Jablonski, an dessen Leh s uhl diese A bei
en s anden is . He n Ass. P o . D . Jan Recke danke ich ü die Übe nahme des
Zwei gu ach ens.
Ich möch e mich bei meinem Kollegen Be nha d Volz bedanken, de mich mi iele und
langen Gesp ächen un e s ü z ha und meine Ingenieu -F agen zu In o ma ik s e s mi g oße
Geduld bean wo e ha .
Ch is ine Leinbe ge , de gu e Seele des Leh s uhls, danke ich ü selbs lose Un e s ü zung
wäh end meine Zei am Leh s uhl. Mi ih e öhlichen und op imis ischen A , ih em
beispielha o geleb en Du chhal e e mögen ha sie mich au ih e A und Weise bei meine
P omo ion un e s ü z . Be nd Schlesie danke ich ü die zahl eichen, he zlichen Gesp äche
und seine s e ige Hil sbe ei scha .
Wenn ich ihn nich kennengele n hä e, hä e ich wah scheinlich niemals mi eine P omo ion
begonnen: Sascha Mülle -Feue s ein. E ha mich mi iel Finge spi zenge ühl, Humo (auch
wenn e bei meinen Lachan ällen manchmal seine Zwei el ha e - ich habe ihn e ns
genommen) und ungemeinem Fachwissen in die Wel de Wissenscha bzw. in die Wel de
In o ma ik einge üh . Fü die ielen langen Gesp äche, in denen e s e s g oßes In e esse an
meine achlichen wie auch pe sönlichen Wei e en wicklung ha e, danke ich ihm ganz
he zlich. Ich ho e ihm mi diese A bei ein wenig on dem zu ückgeben zu können, was e
mi gegeben ha .
Danken möch e ich dem SC U en eu h. Das Leben im Ve ein ha mich pe sönlich gep äg
und We e e mi el , die ich ho en lich noch ielen Menschen inne halb und auße halb des
Ve eins wei e geben kann. Die Zei , die ich do e b ach habe, möch e ich nich missen.
Dass ich in Bay eu h nich komple in de Disse a ion e sunken bin, habe ich e schiedenen
Leu en zu e danken. Dazu beige agen ha die Tennisab eilung des SV Heine s eu h (Ich
habe do das bishe bes e Tennis meine „Ka ie e“ gespiel ). Zusammen mi den
„Siemensiane n“ aus Kemna h du e ich, als „Ex e ne“, iele gemü liche Abende e b ingen.
Mi de „Spieleg uppe“ habe ich einen K eis on Menschen ge unden, zu denen ich
ho en lich noch lange Kon ak hal en kann, auch wenn ich nun nich meh di ek o O bin.
Las bu no leas möch e ich ganz besonde s Sab ina Uh ig bedanken. Di ek am
Nachba leh s uhl in de Angewand en In o ma ik haben wi uns gegensei ig bei unse en
A bei en un e s ü z ; sie is ü mich meh als eine Kollegin gewo den.
Ein Dankeschön geh an meinen S udien eundesk eis, de „MB-C ew“ aus E langen ü die
T eue, o z de wenigen Zei , die ich o mals ü sie au geb ach habe. Ganz besonde s danke
ich S e anie Klingne und S ephan Schuh. Roy Remanni ield danke ich ü die Re iews
meines Pape s.
Zu alle Le z , jedoch am alle meis en, möch e ich mich bei denen bedanken, die mich au
dem gesam en Lebensweg bis hie hin beglei e haben. Die no wendige K a und das
Du chhal e e mögen, um die P omo ion le z endlich e olg eich abschließen zu können,
haben mi o allem de Rückhal du ch meine El e n und meine Zwillingsschwes e
e möglich . Sie haben mich une müdlich un e s ü z , imme wiede au gebau und s e s an
mich und meine Fähigkei en geglaub . De We eine Familie läss sich nu schwe in Wo en
assen, ich sage ein ach on ganzen He zen: Danke!
.
XIV
Abbildung 6-7 Nach PESOA anno ie es BPMN-P ozessmodell .......................................... 158
Abbildung 6-8 Beispiel mi Au se zpunk en aus [HaBR08a] ................................................ 160
Abbildung 6-9 Ka ego isie ung de An o de ungen .............................................................. 163
Abbildung 6-10 Konzep des P ozesskon igu a o s ............................................................... 166
Abbildung 6-11 ER-Diag amm .............................................................................................. 167
Abbildung 6-12 Konzep uelle Au bau de Da enbasis ......................................................... 176
Abbildung 6-13 Gene isches Da enmodell [eigene Quelle] .................................................. 179
Abbildung 6-14 Implika ion zwischen e schiedenen Aspek en ........................................... 181
Abbildung 6-15 a ia ion poin und a ian op ions .............................................................. 182
Abbildung 6-16 Hie a chisch angeo dne e a ia ion poin s [eigene Quellen] ....................... 183
Abbildung 6-17 Da s ellung de kon igu ie ba en S ellen ..................................................... 186
Abbildung 6-18 Kon igu ie ba es AOPM-P ozessmodell ..................................................... 189
Abbildung 6-19 Rechnung sch eiben – in eg ie es AOPM-P ozessmodell .......................... 194
Abbildung 6-20 Rechnung sch eiben - Va ian e 1 ................................................................. 195
Abbildung 6-21 Rechnung sch eiben – Va ian e 2 ................................................................ 195
Abbildung 6-22 Rechnung sch eiben – gene isches Da enmodell ......................................... 197
Abbildung 6-23 Sc eenhoo OMME ...................................................................................... 201
Abbildung 6-24 Dekla a ion des G aphen au M2 ................................................................. 201
Abbildung 6-25 Dekla a ion de Kno en au M2 ................................................................... 202
Abbildung 6-26 Dekla a ion de Kan en au M2 ................................................................... 203
Abbildung 6-27 Dekla a ion de Ve bindungen au M2 ........................................................ 203
Abbildung 6-28 Sc eenho eines gene isches Da enmodells in OMME ................................ 204
Abbildung 6-29 Dekla a ion des a ia ion poin s au M2 ...................................................... 205
Abbildung 6-30 Dekla a ion de o ganisa o ischen a ian op ion au M3 ........................... 205
Abbildung 6-31 Kon igu ie ba es AOPM-Modell in OMME ............................................... 206
Abbildung 7-1 Konk e isie e Teilphasen des Designs .......................................................... 210

XV
Tabellen e zeichnis
Tabelle 2-1 Übe sich übe die be ag en Un e nehmen .......................................................... 36
Tabelle 3-1 Beispiele In o ma ionsobjek e EPK ...................................................................... 53
Tabelle 3-2 Beispiele ü Ve wendung on Modellen ............................................................. 56
Tabelle 3-3 Design-A e ak e nach [HMPR04] ....................................................................... 59
Tabelle 3-4 Gegenübe s ellung p agma isches und heo e isches P ozessdesign .................... 69
Tabelle 4-1 Beispiele Phasen ................................................................................................... 97
Tabelle 4-2 Beispiele k ea i e bzw. unscha e P ozesse ..................................................... 100
Tabelle 4-3 Beispiele um ang eiche P ozesse ...................................................................... 103
Tabelle 4-4 Beispiele zei liche Pe spek i e ........................................................................... 107
Tabelle 4-5 Beispiele komplexe En scheidungssi ua ionen .................................................. 109
Tabelle 4-6 Beispiele aus üh ba e P ozessabschni e ............................................................ 111
Tabelle 4-7 Beispiele Sp ünge ............................................................................................... 113
Tabelle 4-8 Beispiele un e schiedliche Sich weisen ............................................................. 116
Tabelle 4-9 Beispiele Da en ypen .......................................................................................... 118
Tabelle 4-10 Beispiele P ozess ypen ...................................................................................... 119
Tabelle 6-1 P ozess o auswahl – Auswahl de a ian op ions ............................................. 184
Tabelle 6-2 P ozessaus üh ung - En scheidungsmöglichkei I .............................................. 185
Tabelle 6-3 P ozessaus üh ung - En scheidungsmöglichkei II ............................................. 185
Tabelle 6-4 Zuo dnung de Elemen e - Sp achunabhängigkei ............................................. 188
Tabelle 6-5 Abbildung gene isches Da enmodell - AOPM ................................................... 192
XVI
MOTIVATION 1.1
1
Kapi el 1 Ein üh ung
1.1 Mo i a ion
Wäh end schon gegen Ende des le z en Jah ausends Da enpo und Sho [DaSh90] sowie
Hamme und Champy [HaCh93] die Bedeu ung de P ozesse im Rahmen eine
(Un e nehmens-) O ganisa ion he ausgea bei e haben, is das Managemen de
Anwendungsp ozesse [JaBS99] heu zu age meh denn je eine he aus o de nde Au gabe
[GaG 09] [Hamm01] [SmFi03]. Die Globalisie ung, die wi scha lichen Tu bulenzen wie sie
die Finanzk ise 2010 mi sich geb ach ha , ges iegene Compliance-An o de ungen an die
Un e nehmen, wie zum Beispiel im Zusammenhang mi dem Sa banes-Oxley Ac aus dem
Jah 2002, ode auch de echnologische Fo sch i de eingese z en
In o ma ions echnologien e o de n eine en sp echende O ganisa ion de Un e nehmen und
ih e Abläu e.
P ozessmanagemen um ass die Iden i ika ion und Analyse de Abläu e eine O ganisa ion
sowie de en Dokumen a ion, bis hin zu Aus üh ung de P ozesse sam ih e S eue ung, was
mi eine s e igen Ve besse ung de P ozesse e bunden sein soll e [GaSc95] [ScSe08]
[ BRo10]. Dabei geh es sowohl um o ganisa o ische Aspek e im Hinblick au die
eingese z en Ressou cen, als auch um die Un e s ü zung du ch geeigne e
In o ma ions echnologien. Die genann en Au gaben we den in Fo m eines sogenann en, sich
wiede holenden, P ozesslebenszyklus o ganisie [BeKR05] [zMRo04] (in Kapi el 2.3.1 olg
eine um assend E läu e ung).
1.1.1 Modellie ung und de Aspek des Designs
Im Hinblick au die konk e e Realisie ung des P ozessmanagemen -Ansa zes konn e in den
le z en Jah en eine zunehmende Fokussie ung au die Iden i ika ion sowie Dokumen a ion de
(Geschä s-) P ozesse beobach e we den [DGRI06] [Rose06a]. Le z e es, die Modellie ung
de P ozesse, beinhal e die g aphische Abbildung de Abläu e inklusi e de Angabe on
Ressou cen (zum Beispiel Da en, Rollen, We kzeuge [Agui04] [CuKO92] [JaBu96]). Dabei
kommen P ozessmodellie ungswe kzeuge mi eine zumeis g aphischen
Modellie ungssp ache bzw. -no a ion wie zum Beispiel BPMN [OMG11a] zum Einsa z.
P ozessmodelle we den in den e schiedens en Anwendungsdomänen (un e ande em
Medizin, P oduk en wicklung, Ve wal ung…) e wende ; ebenso iel äl ig sind die
Einsa zzwecke de Modelle (T aining, Analyse, Simula ion, Aus üh ung, En wicklung on
In o ma ionssys emen zu au oma isie en P ozessaus üh ung, e c., [CuKO92] [DuAH05]
1.1 MOTIVATION
2
[De A04]), so dass sich die un e schiedlichs en An o de ungen an die Modellie ungssp ache
und das We kzeug e geben.
Mi de Ve ö en lichung des A ikels on He ne [HMPR04] ha das In e esse bzgl. des sog.
Designs im Be eich de In o ma ionssys eme e heblich zugenommen. Zu o sind dazu be ei s
zahl eiche Bei äge e ö en lich wo den wie zum Beispiel on [Glas99], [MaMG02],
[MaSm95], [WaWE92] ode [Wino97]. Die Designphase um ass demnach die En wicklung
und E aluie ung on A e ak en, wie zum Beispiel Me hoden, Kons uk e ode Modelle, au
Basis konk e e An o de ungen. Im Kon ex des P ozessmanagemen s handel es sich um
An o de ungen bzgl. de Ges al ung de P ozessmodelle und de en Aus üh ung. Diese
An o de ungen we den umgese z in de De ini ion on Modellie ungssp achen mi den
en sp echenden Kons uk en [DuAH05]. Die im Rahmen de Modellie ung e s ell en
P ozessmodelle dienen de Designphase le z endlich als Ins umen bzw. Hil smi el, um die
An o de ungen und ih e Umse zungskonzep e es zuhal en und diese dann
wei e zu e a bei en [DaSh90]. Dies bedeu e , dass die An o de ungen zunächs in eine
Modellie ungssp ache sowei wie möglich abgebilde we den und im wei e en Ve lau du ch
die Modellie ung (ode dann du ch die Aus üh ung) umgese z we den.
Abbildung 1-1 Modelle aus de P oduk en wicklung [BuAn89]
Auch in de Domäne de Ingenieu wissenscha en haben das Design und die E s ellung on
Modellen einen hohen S ellenwe [Dym94] [PaBe97]. De Vo gang de Modellie ung wi d
als „The Language o he Designe “ [And 94] bzw. des P oduk en wickle s angesehen - als
Mi el zu Kommunika ion und Dokumen a ion de An o de ungen und Analysee gebnisse.
Wie bei [DaSh90] wi d das Modell als Ins umen de Designphase be ach e ; die in de
Designphase e ziel en E gebnisse we den als Inpu ü die Modelle s ellung e wende . Wie
MOTIVATION 1.1
3
un e schiedlich die Modelle je nach Einsa zzweck be ei s inne halb eine Domäne aus allen
können, zeig Abbildung 1-1. In allen Felde n de Abbildung 1-1 wi d p inzipiell dasselbe
Objek modellie , jedoch mi un e schiedlichem Abs ak ions- bzw. De aillie ungsg ad (=
Eigenscha en des Modells). Die Eigenscha en s ehen in engen Zusammenhang mi dem
Zweck (de Ve wendung) des Modells: so lie e n in Abbildung 1-1 In o ma ionen übe das
„Innenleben“ des Objek es; o s ell da , wie das Objek zusammenzubauen is , bei p handel
es sich um ein physisch assba es Objek . O mals e geben sich bei meh e en An o de ungen
Wide sp üche, die es au zulösen gil . So soll die Reibung des Wälzkö pe s ge ing sein,
zugleich soll jedoch ein bes imm e Fes igkei swe des Ma e ials e üll we den.
So un e schiedlich die inhal lichen Eigenscha en und Zwecke sind, so un e schiedlich sind
auch die A bei smi el, das heiß de Inpu , zu Modelle s ellung: Fü die Modellie ung on n
sind im ein achs en Fall Bleis i und Papie no wendig, die ü die Zeichnungse s ellung
no wendigen No men und die geome ischen Angaben des Objek s. Bei p muss ein
en sp echende We ks o (zum Beispiel S ahl), das He s ellungswe kzeug (zum Beispiel ein
Schlei ge ä ) inklusi e eine geeigne en Ve ah ensweise bzw. Me hodik (zum Beispiel
Nassschlei en mi Kühlmi elzugabe) o handen sein. Im Hinblick au die E s ellung on
P ozessmodellen muss gemäß den Cha ak e is iken de o liegenden P ozesse eine
Modellie ungssp ache mi den en sp echenden Modellie ungselemen en (zum Beispiel
P ozesse, Da en, Rollen) spezi izie we den.
Abbildung 1-2 Teilphasen des Designs
Die genann en Anwendungs älle können olgende maßen e allgemeine we den: im
Rahmen des Designs kann zwischen de Analyse- und de Ges al ungsphase un e schieden
we den (siehe Abbildung 1-2). Es müssen zunächs in de An o de ungsanalyse die
Eigenscha en des zu modellie enden Objek es und dessen wei e en Ve wendung im Rahmen
des dazugehö igen Lebenszyklus de inie we den. Die An o de ungen gil es nach olgend in
de Ges al ungsphase au olgende Aspek e abzubilden: Inpu bzgl. In o ma ionen/Ma e ial,
We kzeug sowie die dazugehö ige Ve ah ensweise bzw. Me hodik. Diese E gebnisse ließen
dann als Inpu in die Modellie ung ein.
Mi eine de a s uk u ie en Designphase wi d die G undlage ü eine an o de ungsge ech e
Modellie ung geleg . So kann nach eingehende An o de ungsanalyse die en sp echende

1.1 MOTIVATION
4
Vo gabe eines Schlei e ah ens im Rahmen de Ges al ungsphase des Designs (Abbildung
1-2) bei p e hinde n, dass das als Wälzkö pe in einem Lage e wende Objek nach de
He s ellung zu übe mäßigen Ve schleiß üh . Diese i au bei zu hohe Reibung au g und
nich aus eichenden Feinschli s des Bau eils; das Lage e hi z sich und schlimms en alls
e leide die gesam e Maschine einen Schaden, was di e se wei e e nega i e Folgen (zum
Beispiel wi scha liche Folgen du ch P oduk ionsaus all) mi sich b ing . We den die
An o de ungen e s spä e e mi el , zum Beispiel wenn de He s ellungsp ozess des zu
schlei enden Bau eils be ei s begonnen ha , können sie meis nu noch mi hohen Kos en und
iel Au wand eingeb ach we den [RIRG09] [Rose06a]. Die einzelnen Aspek e, ih e
Beziehungen und Wechselwi kungen zu einande , sind dann abe be ei s es geleg und
können nu schwe bzw. nu mi wei eichenden Folgen geände we den. So kann die
geome ische Fo m nach dem Schlei o gang lediglich e kleine , nich jedoch e g öße
we den; Schni kan en müssen gegebenen alls nachbea bei e we den.
Das Design mi seine Analyse- und Ges al ungsphase s ell ein seh um assendes und ü die
nach olgenden Phasen ein luss eiches Au gabengebie da . Es is dahe nach ollziehba , dass
das Design in keine Weise e nachlässig we den da , wenn quali a i hochwe ige
Modellie ungse gebnisse e ziel we den sollen, was sich wiede um posi i au die Quali ä
ih e Ve wendung auswi k . Die Beispiele aus de P oduk en wicklung, speziell das de
Fe igung, s ehen ü den e olg eichen Einsa z des Designs.
1.1.2 P ozessdesign
Beim P ozessdesign im Rahmen des P ozessmanagemen s s eh die Ges al ung on Inpu ,
We kzeugen und Me hodik ü die E s ellung an o de ungsge ech e P ozessmodelle im
Vo de g und. Dazu müssen in de An o de ungsanalyse alle wesen lichen Eigenscha en eines
P ozessmodells un e Be ücksich igung des jeweiligen Kon ex es iden i izie we den. Ein
P ozessmodell ü ein P oduk ionsun e nehmen muss zum Beispiel die Kennzahl Rüs zei , die
eine unp oduk i e Zei da s ell , bei den ü das Ein ich en de P oduk ionsmaschinen
no wendigen Sch i e abbilden; die dami bei de Aus üh ung de Sch i e e ass en Zei en
we den zum Ablei en on Quali ä smanagemen maßnahmen e wende [ScSe08]. Im
medizinischen Be eich gil es zu Un e s ü zung des medizinischen Pe sonals komplexe
En scheidungssi ua ionen wäh end eine Behandlung mi allen En scheidungsk i e ien und
En scheidungs olgen e s ändlich abzubilden und gegebenen alls in o ma ions echnisch
du ch ein En scheidungsun e s ü zungssys em zu un e s ü zen [Meil05]. An den Beispielen is
zu e kennen, dass auch de Einsa zzweck on P ozessmodellen iden i izie we den muss.
Ange angen on de einen Dokumen a ion in un e schiedlichen De aillie ungsg aden kann
sich diese bis hin zu au oma isie en Aus üh ung de P ozessmodelle e s ecken.
Im Anschluss an die An o de ungsanalyse müssen im Bezug au die Ges al ungsaspek e
Inpu , We kzeug und Me hodik konk e die zu modellie enden Inhal e (zum Beispiel
P ozesssch i e mi de Angabe on In- und Ou pu -Da en), eine adäqua e
MOTIVATION 1.1
5
Modellie ungssp ache sowie das We kzeug (zum Beispiel BPMN mi A is Exp ess [So 11])
de inie we den.
Doch obwohl es inzwischen eine Vielzahl on Modellie ungssp achen und We kzeugen gib
[Sinu04], haben die E ah ungen aus den P ojek en des Leh s uhls ü Angewand e In o ma ik
IV an de Uni e si ä Bay eu h in un e schiedlichen Anwendungsbe eichen (u.a. Medizin
[FMSJ09], Ve wal ung bzw. Uni e si ä [UnBa11], P oduk en wicklung [MePa08]) gezeig ,
dass ge ade die De ini ion de Modellie ungssp ache (und dami auch des
Modellie ungswe kzeuges) o mals aus Zei - und Kos eng ünden ode aus Bequemlichkei
e nachlässig wi d. So wu den in den P ojek en s e s dieselbe Modellie ungssp ache (und
auch dasselbe We kzeug) e wende . Wäh end ü die P oduk en wicklung und die Medizin
zwa ge ing ügig spezielle Anpassungen de Modellie ungssp achen o genommen wu den,
wa dies bei dem e wal ungs echnischen P ojek an de Uni e si ä nich de Fall. Eine
zusä zlich om Leh s uhl ü Angewand e In o ma ik IV du chge üh In e iew eihe an
ausgewähl en deu schen Un e nehmen [Mee 09] e gab, dass es bzgl. de Wahl eine
Modellie ungssp ache und We kzeug meis an eine k i ischen Gegenübe s ellung mi den au
dem Ma k o handenen P oduk en ehl [MaSc97]. Die En scheidung äll allzu häu ig au
die Auswahl eine S anda dmodellie ungssp ache, wie zum Beispiel UML [OMG11e] ode
BPMN [OMG11a], ode be ei s o handenen anwendungsbezogene Modellie ungssp achen.
Diese sollen keines alls als ungenügend e u eil we den. Doch kann da on ausgegangen
we den, dass sie nich alle Aspek e eines indi iduellen P ozesses an o de unge ech abbilden
können [BICS07] [Rose06a]. Dies wi k sich auch au die nach olgenden Phasen de
Modellie ung abe auch de Aus üh ung sowie des Moni o ings und Con ollings aus
[RIRG09] [Rose06a], wie an dem Beispiel de Rüs zei zu sehen is . Wi d dieses
P ozessmodell zudem nich in eine maschinenlesba en Fo m e s ell , können die Angaben
auch nich als G undlage zu S eue ung de P oduk ionsmaschine e wende we den. Dieses
Beispiel zeig , dass die Indi iduali ä eine An o de ung die En wicklung eine
anwendungsbezogenen P ozessmodellie ungssp ache e o de . Diese Vo gehensweise wi d
in Abbildung 1-2 e anschaulich .
1.1.3 Kon igu ie ba e P ozessmodelle
Ein in den le z en Jah en iel disku ie e Design-Aspek e sind Va ian en bzw. kon igu ie ba e
P ozessmodelle [Ro A07]. De Modellie e s eh nich sel en o dem P oblem, dass es zu
ein- und demselben P ozess e schiedene, abe dennoch ähnliche Ausp ägungen, sog.
Va ian en [HaBR08a], gib . Auch in den am Leh s uhl ü Angewand e In o ma ik IV
e s ell en P ozessmodellen (meh dazu in Kapi el 2.2 bzw. 4.1) konn en zahl eiche Va ian en
iden i izie we den. Um den e schiedens en An o de ungen des We bewe bsum eldes und
de S akeholde je nach B anche, O ganisa ion/Ab eilung ode P ojek , e c. ge ech zu we den
is o mals eine Vielzahl on ähnlichen, jedoch im Bezug au einzelne Aspek e
un e schiedlichen P ozessen zu de inie en. So un e scheiden sich zum Beispiel die
1.1 MOTIVATION
6
Au nahmep ozesse in eine Klinik, je nachdem ob de Un e suchungsplan on eine
K ankenschwes e ode abe on einem A z e s ell wu de. Da Va ian en in ielen
e schiedenen Anwendungsbe eichen zu inden sind, mach es Sinn diesen Design-Aspek
anwendungsbe eichsübe g ei end zu be ach en, ans a diese jeweils einzeln zu behandeln.
Eine e b ei e e Me hode zum Managemen on Va ian en und eine ypische Design-Ak i i ä
is die Kon igu a ion [BAKF04] [HaBR08c] [LaRo08a] [Rii 01] [T GC95]. Dabei geh es um
die Ges al ung on A e ak en basie end au eine Menge o ab de inie e Elemen e
[MiF 89]. Im P ozessmanagemen sind die A e ak e die P ozessmodelle bzw. Va ian en und
die Elemen e die di e sen P ozesselemen e wie Da en, P ozesssch i e ode We kzeuge. Die
wesen liche G undlage bilden kon igu ie ba e (P ozess-) Modelle [BDDK04] [TiSo97]
[SaWe97], die meh e e Va ian en in einem Modell in eg ie en. Die Un e scheidungspunk e
de Va ian en we den konzep ionell explizi als a ia ion poin s (d . Va ia ionspunk e) e ass ,
die als ein Ke npunk kon igu ie ba e Modelle angesehen we den.
Abbildung 1-3 zeig zwei Va ian en des Au nahmep ozesses (Ausschni ) eine Klinik. Au
de linken Sei e sind sie ge enn modellie ; au de ech en Sei e is ein in eg ie es
P ozessmodell zu sehen. Die a iablen S ellen sind du ch die ges ichel e Um andung
he o gehoben.
Abbildung 1-3 Va ian en und ein in eg ie es P ozessmodell
Wäh end dies nu ein e ein ach es Beispiel aus einem P ozessmodell eines
Leh s uhlp ojek es mi einem einzigen a ia ion poin is , en hal en P ozesse übliche weise
meh e e a ia ion poin s. Auße dem is zu beach en, dass diese un e schiedliche Aspek e de
P ozesse be e en können. So wie in dem ge ade genann en Beispiel de o ganisa o ische
Aspek a iie , können ebenso de unk ionale Aspek ode die Da en eines P ozesses
a iie en. Dies is ein essen ielle Punk bei de De ini ion on Va ian en, da nu un e
Be ücksich igung alle ele an en Aspek e eine um assende Besch eibung de P ozesse
PROBLEMSTELLUNGEN UND ZIELSETZUNGEN 1.2
7
möglich is [CuKO92] [JaBu96]. Da übe hinaus exis ie en Abhängigkei en zwischen den
Auswahlmöglichkei en e schiedene a ia ion poin s. So kann die Rollenwahl in dem obigen
Beispiel im wei e en P ozess e lau die Aus üh ung eines zusä zlichen P ü sch i es
beein lussen (hie nich abgebilde ). Die Anzahl de Kombina ionsmöglichkei en wi d du ch
die De ini ion on Abhängigkei en eingesch änk und au eine sinn olle bzw. e laub e Menge
beg enz .
Nach diesen An o de ungen ges al e e P ozessmodelle e möglichen es eine g oße Menge an
In o ma ionen in ein und demselben P ozessmodell abzubilden und bie en eine in eg ie e
Sich weise au den Sach e hal . Doch sind die genann en Punk e nich imme bzw. nich
olls ändig in den exis ie enden (kon igu ie ba en) Modellie ungssp achen gegeben.
We den die a ia ion poin s eines kon igu ie ba en (P ozess-) Modells en schieden, wi d
da aus ein Teilp ozessmodell, eine Va ian e, abgelei e . Dazu we den die nich meh
ele an en Va ian en aus dem P ozessmodell gelösch . Die esul ie enden P ozesse we den
zu Aus üh ung ode auch zu ande en Einsa zzwecken wie de Analyse, e wende .
Bei um ang eichen P ozessmodellen is zumeis eine hohe Anzahl an a ia ion poin s un e
Be ücksich igung de Abhängigkei en au zulösen, was die Ge ah bi g , dass de ü die
Gesam en scheidung e an wo liche S akeholde schnell den Übe blick e lie kann. Dies
gil umso meh , wenn alle a ia ion poin s noch o Beginn de eigen lichen Aus üh ung
au gelös we den sollen. Mögliche weise ehlen an diese S elle noch en scheidungs ele an e
In o ma ionen, die e s mi de Aus üh ung bekann we den. Es können essen ielle
Eigenscha en bzgl. de Va ian e ge o de sein; es muss ga an ie we den, dass diese zum
Beispiel nich du ch die o he ige En scheidung ande e a ia ion poin s nich meh
Bes and eil des inalen P ozessmodells sind.
Die genann en Punk e zeigen, dass nich nu die Abbildung de Va ian en in einem
in eg ie en P ozessmodell, sonde n auch de en Kon igu a ion eine He aus o de ung
da s ellen. Es is zu klä en, was genau Gegens and de Kon igu a ion sein soll, um ein
en sp echendes Modellie ungskonzep en wickeln zu können. Da übe hinaus gil es, nich nu
die Ko ek hei de en s ehenden Modelle zu ga an ie en, sonde n dem Anwende auch eine
me hodische Un e s ü zung bei dem En scheidungs- bzw. Kon igu a ionsp ozess an die Hand
zu geben.
Die P oblema ik de kon igu ie ba en P ozessmodelle is insgesam als ein
anwendungs allübe g ei endes Beispiel ü das (P ozess-) Designs zu sehen. Es kann ideal
da ü e wende we den, die No wendigkei eine explizi en An o de ungsanalyse und de
da aus sich gegebenen alls e gebenden Anpassung ode Neude ini ion eine
Modellie ungssp ache und die dazugehö igen Me hoden zu e anschaulichen. Die im Rahmen
diese A bei en s andene Modellie ungssp ache is be ei s p o o ypisch anwendba .
1.4 AUFBAU DER ARBEIT
14

DER PROZESSBEGRIFF 2.1
15
Kapi el 2 P ozessmanagemen – S and in
Fo schung und P axis
Wie be ei s in Kapi el 1 e läu e , is die Bedeu ung on P ozessen ü die S eue ung und
Op imie ung on Abläu en in de O ganisa ion in den le z en Jah en zunehmend e kann
wo den [Da e93] [HaCh93] [Hamm01] [Hamm90] [Hamm97] [SmFi03]. Auch e schiedene
S udien konn en zeigen, dass sich die Idee des P ozessmanagemen s zu einem e ablie en
Managemen -Ansa z in Theo ie und P axis en wickel ha , um ein Un e nehmen zu üh en
und zu o ganisie en (siehe zum Beispiel [A Ma97], [EHLB95], [GaG 07], [Hung06] ode
[WoHa10]). De Fokus lieg au dem zielo ien ie en Managemen on Zei , Quali ä und
Kos en. Dabei gil es s a egische wie ope a i e (Un e nehmens-) Ziele zu e eichen und die
E izienz de Abläu e zu e höhen. De Ansa z is somi als ein Fundamen de
wi scha lichen En wicklung de O ganisa ion und de Wi scha als Ganzes anzusehen
[Mee 07].
Ein Blick in die Li e a u zeig : Es exis ie en iele e schiedene, zum Teil oneinande
abweichende, wenn nich soga wide sp üchliche Ansä ze des P ozessmanagemen s
[ AHW03] [ZaSi95]. Dem gegenübe s ehen die Ansä ze de P axis bzw. die in de P axis
umgese z en heo e ischen Ansä ze. In diesem Kapi el we den Einblicke in die Theo ie und
P axis gegeben sowie Gemeinsamkei en und Un e schiede au gezeig . Ziel is es, das
P oblem eld de Designphase zu konk e isie en, welches im wei e en Ve lau de A bei
behandel wi d. Fü ein besse es Ve s ändnis wi d zunächs eine Ein üh ung in den
P ozessbeg i gegeben und exempla isch in ausgewähl e Anwendungsbe eiche einge üh .
Fü einen um assenden Übe blick we den Aspek e des P ozessmanagemen ansa zes e läu e .
2.1 De P ozessbeg i
De Beg i „P ozess“ lei e sich u sp ünglich on dem la einischen „p ocede e“ ab, übe se z
„ o gehen“ ode „ o ücken“ [Mi 95]. Die heu ige De ini ion des Beg i s P ozess is du ch
die Ve wendung in e schiedens en Anwendungsgebie en jedoch seh iel spezi ische . Auch
im Be eich de (Wi scha s-) In o ma ik ha sich sich in den le z en Jah zehn en eine Reihe
on De ini ionen en wickel , die je nach Ve wendung a iie en. Im Folgenden we den
De ini ionen ku z o ges ell und disku ie .
Gai anides [Gai 83] lie e olgende, undamen ale De ini ion:
P ozesse sind inhal lich abgeschlossene E üllungs o gänge, die in einem logischen
inne en Zusammenhang s ehen.
2.1 DER PROZESSBEGRIFF
16
Gai anides geh au zwei Haup cha ak e is ika on P ozessen sein: Mi de Du ch üh ung
eines P ozesse is das E eichen eines Ziels e bunden, was mi „abgeschlossene
E üllungs o gänge“ allgemein besch ieben wi d. Die Vo gänge s ehen dabei in eine
sinnha en Beziehung, das heiß „logischem … Zusammenhang“, zueinande .
Konk e e e Angaben sind in de De ini ion on Da enpo zu inden [Da e93]:
Die Beziehung bzw. de Zusammenhang de Vo gänge (hie „ac i i ies“) wi d hie nähe
besch ieben; nach diese De ini ion e olg eine S uk u ie ung de einzelnen Ak i i ä en
(la einisch „s uc u a“ = o den liches Zusammen ügen“) und zwa im Bezug au Raum und
Zei . Die Eckp eile de zu de inie enden S uk u , des nach Gai anides „abgeschlossenen
E üllungs o gangs“, sind die kla zu de inie enden Inpu s und Ou pu s. Mi „Kunde“ und
„Ma k “ wi d auch explizi de Emp änge des Ou pu s genann . Dies zeig , dass P ozesse
nich isolie on ih e Umwel zu be ach en sind.
Eine wei e e De ini ion, die die Ak i i ä en noch nähe cha ak e isie , lie e n Schwa ze und
K cma [ScK 95]:
Hie wi d zum einen de Beg i de T ans o ma ion einge üh . Dies bedeu e , dass mi de
Du ch üh ung de Ak i i ä en gemäß eine es geleg en S uk u eine Ve ände ung des
Objek es in Raum und Zei e olg . Mensch und Maschine we den explizi als kons i uie ende
Elemen e eines P ozesses genann . Wie bei de De ini ion on Da enpo we den die
P ozesse und ih e Ak i i ä en nich isolie on ih em Um eld be ach e we den können,
sonde n es we den We kzeuge eingese z und Ve an wo liche zugewiesen. Übe eins immend
mi den o gehenden De ini ionen gil es einen Ou pu , die „ o gegebene Leis ung“, zu
e zeugen. Schwa ze und K cma e wähnen in ih e De ini ion auße dem explizi o - und/
ode nebengelage e Ak i i ä en. Sie geben dami einen Hinweis au die gängige Un e eilung
on P ozessen in e schiedene P ozessklassen. G undlegend wi d dabei zwischen p imä en,
we schöp enden P ozessen und sekundä en, un e s ü zenden P ozessen un e schieden
[ScSe08].
Die De ini ion on Schwa ze und K cma is be ei s seh um assend, doch kann sie noch
wei e p äzisie we den. Die P ozessklassen sowie de Beg i de T ans o ma ion üh en zu
P ozesse können de inie we den als die T ans o ma ion on Objek en du ch o -
und/ode nebengelage e Ak i i ä en eines ode meh e e Menschen ode Maschinen in
Raum und Zei . Das Ziel is dabei imme die E eichung eine o gegebenen Leis ung.
A p ocess is simply a s uc u ed, measu ed se o ac i i ies designed o p oduce a speci ied
ou pu o a pa icula cus ome o ma ke . […]. A p ocess is hus a speci ic o de ing o
wo k ac i i ies ac oss ime and place, wi h a beginning, an end, and clea ly iden i ied
inpu s and ou pu s: a s uc u e o ac ion.
ANWENDUNGSBEREICHE DES PROZESSBEGRIFFS 2.2
17
dem Beg i de Geschä sp ozesse [Gada05] [HaCh93] [JMPW93] [RuB 95] [ScSe08]
[ScZi96]. Diese s ellen aus de be iebswi scha lichen Pe spek i e eine Un e menge de
P ozesse im Allgemeinen da . Als Beispiele sind P oduk en wicklungs- ode
En s ehungsp ozesse [Eh l07] sowie medizinische P ozesse [Hell02], wie sie in
K ankenhäuse n bei de Behandlung on Pa ien en zu inden sind, zu nennen. Übe sch ei e
bei einem T ans o ma ionsp ozess de Ou pu den Inpu we mäßig, wi d dies als
We schöp ung bezeichne . Im P oduk ionsp ozess s ell das ge e ig e P oduk die
We schöp ung da ; im Kon ex de medizinischen P ozesse is un e We schöp ung die
Ve besse ung des Gesundhei szus andes des Pa ien en zu e s ehen.
Eine en sp echende P ozessde ini ion is bei Hamme und Champy [HaCh93] zu inden:
Als zusä zliche Fokus im Ve gleich zu den o he igen De ini ionen is hie die
Kundeno ien ie ung zu nennen. Dami we den jedoch un e s ü zende P ozesse, die keinen
di ek sich ba en Nu zen ü den Kunden haben, wie es zum Beispiel bei
e wal ungs echnischen P ozessen de Fall is , e nachlässig . In Anlehnung an [S ei99]
sollen die Geschä sp ozesse und un e s ü zenden P ozesse dahe un e dem Beg i
Anwendungsp ozesse zusammenge ass we den.
Fü die o liegende A bei soll de Beg i des Anwendungsp ozesses olgende maßen
de inie we den:
2.2 Anwendungsbe eiche des P ozessbeg i s
Wie be ei s in Kapi el 2.1 bei de De ini ion des P ozessbeg i s e wähn , kommen
Anwendungsp ozesse in den un e schiedlichs en Be eichen o (P oduk en wicklung,
Medizin, Ve wal ung, …). T o z de Un e schiede sind die gleichen Me hoden und Konzep e
anwendba . In diesem Abschni sollen exempla isch Anwendungsbe eiche o ges ell
we den, um einen ie e en Einblick in dieses Themengebie zu bekommen. Die Auswahl de
Anwendungsgebie e lei e sich ab aus P ojek en des Leh s uhls ü Angewand e In o ma ik
IV.
Ein Anwendungsp ozess um ass beliebige Ak i i ä en, die in einem logischen und
zei lichen Zusammenhang s ehen. Dabei is es das Ziel aus ein ode meh e en Inpu s, übe
e schiedene Zwischene gebnisse, einen Ou pu zu e zeugen bzw. eine Au gabe zu e üllen.
Die Ak i i ä en we den on ein ode meh Rollen un e Ve wendung on en sp echenden
We kzeugen bzw. Hil smi eln ausge üh .
[Geschä sp ozesse sind eine] Menge on Ak i i ä en, ü die eine ode meh e e
un e schiedliche Inpu s benö ig we den und die ü den Kunden ein E gebnis mi We
e zeugen.
2.2 ANWENDUNGSBEREICHE DES PROZESSBEGRIFFS
18
Folgende Be eiche we den behandel :
• P oduk en wicklungsp ozesse
Im Rahmen des on de Baye ischen Fo schungss i ung ge ö de en
Fo schungs e bunds „FORFLOW“ ( [MePa06], [MePa08]) gal es einen sogenann en
P ozessna iga o zu P ozess- und Wo k lowun e s ü zung on
P oduk en wicklungsp ozessen zu e o schen, zu en wickeln und p o o ypisch
umzuse zen. Als G undlage gal es ein P ozessmodell zu e s ellen, das alle ü die
P oduk en wickle no wendigen In o ma ionen abbilde .
• Medizinische P ozesse
Ziel dieses P ojek es wa die Ein üh ung sog. Klinische Behandlungsp ade ü die
medizinische Behandlung on Pa ien en am Klinikum in Fü h. Dabei e olg e eine
Is -Analyse de im Klinikum o handenen medizinischen P ozesse und de en
Dokumen a ion (siehe auch [FMSJ09]).
• Ve wal ungs echnische P ozesse an de Uni e si ä
Im Hinblick au die on de Uni e si ä slei ung de Uni e si ä Bay eu h anges eb en
Sys em-Akk edi ie ung gal es die P ozesse im Be eich S udium und Leh e zu
Dokumen a ionszwecken zu e assen (siehe [UnBa11]).
Es olg eine ku ze De ini ion und Besch eibung de Anwendungsbe eiche. Dabei wi d auch
au die Eigenscha en de P ozesse im Hinblick au Modellie ung (und Aus üh ung)
eingegangen.
2.2.1 P oduk en wicklungsp ozess
De P oduk en wicklungsp ozess beginn mi de e s en Idee zu einem P oduk und den da on
abgelei e en, in einem sogenann en P lich enhe es gehal enen An o de ungen. De P ozess
ende mi de Ein üh ung des P oduk es au dem Ma k [Eh l07] [PaBe97] [ScSe08].
Übliche weise wi d de P ozess in die Phasen des
• Planens
• Konzipie ens
• En we ens und
• Ausa bei ens
un e eil [PaBe97] [VDI82] [VDI97]. Die Du ch üh ung diese Phasen e olg gemäß
e bindliche Vo gehensweisen und Vo gehensplänen [PaBe97]. Sie besch eiben die
einzelnen Teilak i ä en sowie de en In- und Ou pu , wie es zum Beispiel in den VDI-
Rich linien 2221 [VDI93] sowie 2222 [VDI82] [VDI97] zu lesen is . Sie sind als Rich schnu
ode Vo gehenshil e, gemäß Mülle [Müll90] als P ozessmodelle zu e s ehen, nich jedoch
als Vo sch i (Beispiel siehe Abbildung 2-1). Sie dienen o allem dazu das Vo gehen
a ional zu besch eiben und die Vo gänge anspa en zu machen.
ANWENDUNGSBEREICHE DES PROZESSBEGRIFFS 2.2
19
Dokumen e sind o allem im Hinblick au die Zwischenziele (Meilens eine) ele an sowie
bzgl. de Ende gebnisse zu Dokumen a ion de Vo gänge. Zu Beginn muss das sogenann e
P lich enhe spezi izie we den, das die An o de ungen es häl . De en Umse zung e olg
un e Be ücksich igung di e se Vo sch i en und Rich linien, übe die in o mie we den
muss. Da übe hinaus gil es We kzeuge zu de inie en (zum Beispiel 3D-CAD-We kzeuge
zu E s ellung on Kons uk ionszeichnungen bzw. Da ensä zen), die den P oduk en wickle
bei seine A bei un e s ü zen und gleichzei ig In o ma ionsbasis ü die spä e e En wicklung
sind.
De P oduk en wicklungsp ozess is du ch iele i e a i e (Teil-) P ozesse cha ak e isie , das
heiß es handel sich nich um eine s a sequen ielle Vo gehensweise. Anges oßen we den sie
o mals du ch iele indi iduelle Denkp ozesse. Du ch me hodisches Vo gehen sollen die
I e a ionsschlei en in Zahl und Um ang möglichs klein bleiben. Die Annähe ung an die
Lösung e olg sch i weise [Eh l07] [PaBe97]. Die Ak i i ä en können nich imme in de
Reihen olge ausge üh we den, wie es im P ozessmodell besch ieben is . Hie bei spielen die
k ea i en P ozesse eine en scheidende Rolle, da de Zei punk eine Ideen indung nich
es geleg we den kann. Auch neue Lösungswege sind noch nich im P ozessmodell
abgebilde , soll en abe wäh end de Aus üh ung in den Gesam p ozess in eg ie we den
können. De P oduk en wicklungsp ozess is auße dem gep äg on eine Vielzahl pa allel
ablau ende Abschni e, die in gegensei ige Wechselwi kung zueinande s ehen und somi
koo dinie we den müssen. Das Ende eine g öße en E appe wi d übliche weise du ch einen
Meilens ein gekennzeichne , an dem es de inie e Zwischenziele des jeweiligen
En wicklungsp ojek es zu e eichen gil .
Bei de Umse zung de Vo gehenspläne in ealen Abläu en e olg eine Ve mischung de
Vo gaben aus den P ozessmodellen mi dem indi iduellen Denkp ozess de aus üh enden
Pe sonen [PaBe97]. Die Denkp ozesse besi zen einen seh hohen Inno a ionscha ak e . De
An eil sogenann e k ea i e P ozesse in den P oduk en wicklungsp ozessen is seh hoch
[Remu02]. Sie können im Vo aus jedoch nich geplan bzw. in P ozessmodellen es gehal en
we den.
Die Be ei s ellung de In o ma ionen kann gu du ch IT-Sys eme un e s ü z we den, was sich
au die Da en e ügba kei und den In o ma ionss and de P ozessbe eilig en posi i auswi k .
Eine au oma ische Dokumen a ion de E gebnisse is dami eng e bunden.
Fazi
In de P oduk en wicklung wi d die Idee de P ozesse als g undlegendes Konzep zu
S uk u ie ung on En wicklungs o haben e wende . Die dokumen ie en Vo gehensweisen
dienen zu Un e s ü zung de konk e en Aus üh ung, um zielo ien ie zu einem quali a i
gu en En wicklungse gebnis zu kommen. Meilens eine en lang des P ozess e lau s de inie en
(Zwischen-) E gebnisse bzw. Ziele und dienen bei de Du ch üh ung des
P oduk en wicklungsp ozesses die Quali ä und den E olg siche zu s ellen. Bei de

2.2 ANWENDUNGSBEREICHE DES PROZESSBEGRIFFS
20
Aus üh ung müssen zusä zliche Vo kommnisse und die ak uell o liegenden Bedingungen,
die nich im Modell es gehal en we den können, be ücksich ig we den, so dass eine lexible
Anpassung de Abläu e möglich sein muss.
Abbildung 2-1 Beispiel – P oduk en wicklungsp ozess aus [Mee 07b]1
2.2.2 Medizinische P ozess
Die Adap ion des P ozessgedankens im Be eich de Medizin wi d in de Li e a u als
Klinische P ad bezeichne [Hell02]. Die Beg i e Clinical Pa hway, Geplan e
Behandlungsablau (GBA) und Pa ien enp ad können dabei synonym e wende we den.
Nach [Hell02] und [Opi 04] wi d de Klinische P ad wie olg de inie :
Ein klinische P ad is ein einziga ige , be u sg uppenübe g ei ende Behandlungsablau au
E idenz-basie e G undlage (Lei linie), de Pa ien ene wa ung, Quali ä und
Wi scha lichkei gleiche maßen be ücksich ig “
Klinische P ade s ellen eine s anda disie e Besch eibung dessen da , was in eine Klinik
üblich is . Sie we den in de Regel an die lokalen Ve häl nisse eines Klinikums angepass
[Hell02], so dass sie die o handenen Ressou cen op imal nu zen können. Es he sch nich
unbeg ünde die Angs o eine sognann en „Koch-Buch-Medizin“, die dem medizinischen
Pe sonal die Handlungs eihei nimm [Hell02] [Opi 04]. Im eigen lichen Wo sinn sowie
un e be iebswi scha lichem Gesich spunk wi d S anda disie ung un e ande em als eine
Ve einhei lichung on Ve ah ensweisen und Abläu en [B oc93] [Gabl10] e s anden.
P inzipiell soll e jedoch de Pa ien als Indi iduum mi seine K ankhei im Vo de g und
s ehen. Da on unabhängig is die E ablie ung Klinische P ade nich ü alle klinischen
1 Die E s ellung de Beispiele in den olgenden d ei Un e kapi eln e olg e mi de Modellie ungssp ache AOPM
und dem Modellie ungswe kzeug i>pm (siehe Kapi el 3.3.1.4).
ANWENDUNGSBEREICHE DES PROZESSBEGRIFFS 2.2
21
Abläu e sinn oll, da de Au wand den zu e wa enden Nu zen deu lich übe s eigen wü de
[HSMR02].
Die Klinischen P ade s ellen eine p inzipielle Vo gehensweise bzw. Lei linien au Basis
E idenz-basie e G undlagen da . Die Abläu e sind in de Reali ä jedoch seh iel a iable
und on ielen un o he gesehene E eignissen ode nich o he bedach en Kons ella ionen
bzgl. des Gesundhei szus andes eines Pa ien en ode de Ve ügba kei on Ressou cen
gep äg . Dies s ell eine en scheidende He aus o de ung ü die Handhabung diese P ozesse
da .
Teils en hal en die Abläu e eine Vielzahl on Einzelsch i en bei denen die Reihen olge nich
en scheidend is , die abe auch nich pa allel ausge üh we den müssen bzw. können. Ein
Beispiel da ü wä e de Be eich de P lege. O muss sie inne halb eines bes imm en
Zei ens e s du chge üh we den (zum Beispiel nach de Einweisung, o bzw. nach eine
Ope a ion). Diese Sch i e lassen sich somi mi eine Checklis e e gleichen, de en
Anwendung das Ziel eine Volls ändigkei skon olle (hie die Du ch üh ung de Sch i e)
e olg (siehe dazu zum Beispiel [Meil05]).
Zumeis sind an medizinischen P ozessen sowohl e schiedene O ganisa ionseinhei en
(medizinisches Pe sonal, Pa ien en, Ve wal ung, e c.) als auch un e schiedliche Ge ä e und
Sys eme (Rön genge ä , CT, KIS, e c.) be eilig [DaRK00] [LBHH05], was die Komplexi ä
de P ozesse wesen lich e höh .
Abbildung 2-2 Beispiel – Medizinische P ozess [eigene Quellen]
2.2 ANWENDUNGSBEREICHE DES PROZESSBEGRIFFS
22
Die Be ei s ellung de In o ma ionen kann gu au oma isie und du ch IT-Sys eme un e s ü z
we den, was sich au die Da en e ügba kei und den In o ma ionss and de
P ozessbe eilig en posi i auswi k . Eine au oma ische Dokumen a ion de E gebnisse is
dami eng e bunden. Zum Teil läss sich dies di ek mi de Du ch üh ung on Teilsch i en
koppeln, wenn do echnische Sys eme, beispielsweise ein EKG, e wende we den. Viele
unk ionale Sch i e könne abe nu manuell ausge üh we den, wie zum Beispiel “Anamnese
du ch üh en“, was mi nich zu e meidenden Medienb üchen e bunden is .
Fazi
Auch in de Medizin wi d die Idee de P ozesse als s uk u ie endes bzw. s eue ndes Konzep
e wende . Die S eue ung e olg o allem du ch Ve wendung on Klinischen P aden,
welche medizinische Lei linien abbilden. Die Klinischen P ade dienen als G undlage ü die
Du ch üh ung de medizinischen P ozesse. Da de en De ini ionen ein hohes Maß an
Allgemeingül igkei besi zen, muss bei de en Ve wendung eine Anpassung gemäß dem
indi iduellen Anwendungs all e olgen, wie es auch bei de P oduk en wicklung de Fall is .
2.2.3 Ve wal ungs echnische P ozess an de Uni e si ä
Inne halb des deu schen Hochschulsys ems wi d imme häu ige on dem "Un e nehmen
Uni e si ä " [Sieb08] [G H00] ode Uni e si ä als "Wissenscha sun e nehmung" [G H00]
gesp ochen. Vo bilde dieses Pa adigmenwechsels sind o allem die ame ikanischen
Uni e si ä en [G H00]. Auch diese müssen ih Ziel de „Wissenscha lichkei “ wi scha lich
und e izien e eichen, um im We bewe b zwischen den e schiedenen Uni e si ä en
bes ehen zu können. Als P oduk e de Uni e si ä sind E kenn nisse und Wissen aus de
Fo schung sowie die Absol en en e schiedene Fach ich ungen aus de Leh e zu nennen.
P ozesse, die in diese A on Un e nehmen ablau en, we den übliche weise ( gl. dazu zum
Beispiel [Sinz97], [TeUI09] ode [Fähn09]) un e eil in:
• Ke np ozesse S udium und Leh e
• Ke np ozesse Fo schung sowie
• Ve wal ungs- bzw. Diens leis ungsp ozesse
Die Ak i i ä en des Ke np ozesses S udium und Leh e sind au die uni e si ä e Ausbildung
de S uden en ge ich e . Mi den Schwe punk en Bewe bung und Zulassung,
P ü ungs e wal ung, S udie enden e wal ung und Ve ans al ungsmanagemen wi d dies
zusammenge ass un e dem Beg i „S uden -Li e-Cycle“. Dabei is eine s a ke In e ak ion
zwischen den S uden en und den uni e si ä en O ganisa ionseinhei en zu beobach en.
Wäh end sich dies au die Du ch üh ung eines S udiengangs bezieh , sind auße dem die Teil-
Ke np ozesse ü die Ein ich ung sowie Au hebung eines S udiengangs zu nennen. Diese sind
on gese zlichen Vo sch i en, zum Beispiel dem Baye ischen Hochschulgese z (BayHSchG)
ode den Vo gaben de Kul usminis e kon e enz, gep äg und s a k dokumen enlas ig.
ANWENDUNGSBEREICHE DES PROZESSBEGRIFFS 2.2
23
Im Ke np ozess Fo schung sollen Fo schungse gebnisse e a bei e we den, die dann de
Ö en lichkei und Wi scha , abe auch den S uden en zugänglich gemach we den sollen.
Die Ve wal ungs- und Diens leis ungsp ozesse sind au die Ke np ozesse ausge ich e und
komple da in in eg ie . Beispielha zu nennen wä en die Pe sonal e wal ung, die Gebäude-
und Anlagen e wal ung ode das Biblio hekswesen. Sie sollen so ges al e we den, dass die
Du ch üh ung de Haup p ozesse möglichs e izien un e s ü z wi d.
Zu Selbs dokumen a ion und/ode im Hinblick au die sei dem Beginn des Bologna-
P ozesse [BuBF11] du chzu üh enden Akk edi ie ungsmaßnahmen zu Übe p ü ung des
in e nen Quali ä ssiche ungssys ems eine Hochschule im Be eich S udium und Leh e,
we den diese P ozesse in Fo m on P ozesshandbüche n besch ieben.
Obwohl iele e wal ungs echnische P ozesse zu inden sind, die nach o he schende
Meinung meis als seh s a und nach es en Ablau schema du chge üh we den, spiel aus
de E ah ung des P ojek es he aus auch hie die Flexibili ä de Aus üh ung eine g oße Rolle.
Dennoch gib es iele Abläu e, die dem klassischen Wo k low-Konzep [Jabl95] [JaBu96]
en sp echen, das heiß au oma isie ausge üh we den können. Eine He aus o de ung is es
Schni s ellen zwischen diesen beiden A en on P ozessen ( lexibel und s a ) zu ealisie en,
wenn sie gemäß de De ini ion im P ozessmodell di ek au einande olgen.
Die P ozesse e o de n ansons en gene ell eine ge inge We kzeugun e s ü zung, wich ig is es
o allem die Rollen ich ig zu de inie en, dami die Ve an wo lichkei en geklä sind. Eine
hohe Dokumen enlas igkei is au ällig; es we den ü die einzelnen Sch i e meis iele
Un e lagen benö ig und dann auch iele e s ell .
Abbildung 2-3 Beispiel – Uni e si ä sbezogene P ozess [UnBa10]
2.3 PROZESSMANAGEMENT
30
Die E läu e ungen o ien ie en sich gemäß de noch in Kapi el 2.3.2.2 o zus ellenden S udie
an olgenden Aspek en:
• s a egisches und ope a i es P ozessmanagemen
• Modellie ung
• Aus üh ung
• In o ma ions echnologien
Die genann en S udien olgen nich explizi diesem Au bau bzw. haben nich du chgehend
alle au gelis e en Aspek e e ass bzw. nich mi demselben Ausmaß. Dahe gal es die
E gebnisse de S udien k i isch zu analysie en, um die ele an en In o ma ionen im Hinblick
au die anges eb e Zusammen assung ex ahie en zu können. Auße dem is zu
be ücksich igen, dass die ü die e schiedenen S udien Ve an wo lichen jeweils ih e
spezi ische (subjek i e) Sich weise au das Thema P ozessmanagemen haben, was sich au
die in den S udien ges ell en F agen sowie die E gebnisanalyse auswi k .
S a egisches und ope a i es Managemen
(Geschä s-) P ozessmanagemen wi d sowohl au de s a egischen als auch au de
ope a i en Ebene p ak izie . Es gil die P ozesse zu analysie en und da au au bauend zu
managen, zu kon ollie en und kon inuie lich zu e besse n. Ziel is es le z endlich die
Quali ä de zu e s ellenden P oduk e bzw. allgemein Leis ungen zu e besse n [AnCh07]
[LeDa98]. Sowei sind diese E gebnisse mi de in Kapi el 2.3.1 e läu e en Theo ie kon o m.
Demgegenübe haben die S udien jedoch gezeig , dass es o mals an de Un e s ü zung des
Managemen s ehl , wenn es um die Umse zung des P ozessmanagemen s geh [AnCh07]
[BICS07] [LeDa98]. Als U sachen wu den Fehleinschä zungen bzgl. de Bedeu ung des
Themas P ozessmanagemen s sowie ehlendes Bewuss sein und Ve s ändnis iden i izie .
Ge ade au de s a egischen Ebenen is häu ig kein gemeinsames Ve s ändnis bzgl. des
Beg i s (Geschä s-) P ozessmanagemen o handen [WICS07], wäh end au ak ische
Ebene als Übe gang zu ope a i en Ebenen dieses Thema meis ga nich angesp ochen wi d.
Somi is de Übe gang on de s a egischen zu ope a i en Ebenen un e b ochen [SIBC07].
Au ope a i e Ebene is ein Mangel bis hin zu Nich o handensein eine en sp echenden
Me hodik, on Rich linien ode allgemeingül igen P ak iken zu beobach en [BICS07]
[IRRG09] [SIBC07]. Dies geh einhe mi ehlende Ausbildung im Hinblick au den
gesam en Managemen ansa z. Die Umse zung geschieh ielmeh willkü lich, zu ällig
[LeDa98].
Aus diesen E kenn nissen he aus is es nich übe aschend, dass iele Un e nehmen wei e hin
unk ionso ien ie , s a p ozesso ien ie , ausge ich e sind. Es ehl dabei o allem an
unk ionsübe g ei ende Koo dina ion sowie Kommunika ion [LeDa98]. Somi schein das
P ozessmanagemen in de P axis noch einiges an Nachholbeda zu haben, was auch die
olgenden Abschni e e deu lichen.

PROZESSMANAGEMENT 2.3
31
Modellie ung
Die de zei au dem Ma k o he schenden P ozessmodellie ungssp achen decken ein seh
b ei es Anwendungsgebie ab [DGRI06], so zum Beispiel im Rahmen de Ges al ung on
In o ma ionssys emen [DuAH05] ode Se ice-o ien ie en A chi ek u en [E l05] sowie zum
Zweck de Dokumen a ion de Vo gänge in einem Un e nehmen [DaSh90]. Im Einzelnen sind
die Modellie ungssp achen ehe allgemeingül ig konzipie , als dass sie au einen bes imm en
Modellie ungszweck ausge ich e sind [BICS07] [DGRI06] [Rose06a] [Rose06b] [SIBC07].
Die am häu igs en e wende en Techniken sind
• ER-Diag amme (= Me hode zu Besch eibung on Objek en und ih en Beziehungen
zueinande [Chen76]) in kleine en Un e nehmen mi wenige als 100 Mi a bei e n
sowie in g oßen mi übe 1000 Mi a bei e n [DGRI06]
• Flowcha s/ P og ammablau pläne sowie UML-Diag amme in Un e nehmen on
mi le e G öße [DGRI06]
Im Bezug au die am häu igs en e wende en We kzeuge is an o de s e S elle
• Visio (= wei e b ei e e Visualisie ungs-So wa e on Mic oso ü Windows
[MiCo11]) o allem in mi elg oßen bis g oßen Un e nehmen
zu nennen.
De Nu zen de Modellie ung wi d o allem in dem besse en Ve s ändnis de P ozesse du ch
isuelle Da s ellung gesehen [BICS07] [IRRG09]. Die Da s ellung de P ozesse in Fo m de
P ozessmodelle wi d ge ne zu Dokumen a ion de Abläu e und O ganisa ionss uk u eines
Un e nehmens e wende , abe auch ü die Spezi ika ion on p ozesso ien ie en Sys emen
im Rahmen de So wa een wicklung [DaKo05]. Die Vo eile beziehen sich haup sächlich au
die ope a i e Ebene sowie die o ganisa o ischen und inne be ieblichen Be eiche des
P ozessmanagemen s und wenige au den s a egischen Be eich [IGRR09].
T o z des g oßen Angebo s an Modellie ungssp achen is es dennoch o mals nich möglich,
die Geschä sp ozesse mi den gewünsch en Inhal en und/ ode in de en sp echenden Fo m
s uk u ie da zus ellen [BICS07] [Rose06a] [Rose06b] [SIBC07]. Es he sch eine
Disk epanz zwischen dem, was da ges ell we den kann, und dem, was da ges ell we den
soll. Die Modellie ungssp achen scheinen nich den An o de ungen des
Modellie ungskon ex es zu en sp echen. Dies e klä , dass o mals ga keine Dokumen a ion
o zu inden is , da keine Abbildung de Sach e hal e möglich is [LeDa98]. [SIBC07]
be ich e , dass die e wende en Modellie ungssp achen bzgl. de Anwendungs älle zu
allgemeingül ig de inie sind. (Die in den S udien genann en Modellie ungssp achen we den
alle on en sp echenden O ganisa ionen de inie .) Dennoch wi d o allem den
S anda disie ungs o haben im Bezug au Modellie ungssp achen eine hohe Bedeu ung
zugewiesen [IRRG09]. Es wu de nich explizi danach ge ag , jedoch schein keine
indi iduelle En wicklung ode Anpassung on Modellie ungssp achen, wie es gemäß dem
2.3 PROZESSMANAGEMENT
32
heo e ischen Konzep des P ozesslebenszyklus in Kapi el 2.3.1 in de Designphase möglich
is , o genommen zu we den. Dahe kann auch keine Aussage da übe gemach we den,
wa um diese Möglichkei nich genu z wi d, obwohl sich die Anwende bewuss sind, dass
die o handenen Modellie ungssp achen nich imme adäqua sind.
Aus üh ung
T o z de allgemeinen Ane kennung des (Geschä s-) P ozessmanagemen ansa zes läss sich
diese im All ag doch manchmal nu schwe „ ich ig e kau en“. Dies is da au
zu ückzu üh en, dass die Anwende seh un e schiedliche Vo s ellungen on de Realisie ung
und dem Ou pu des Managemen -Ansa zes haben [BICS07] [WICS07] bzw. das
en sp echende Bewuss sein ehl [LeDa98] [WICS07]. Zudem schein nach [BICS07]
[WICS07] o allem eine Lücke zwischen de Design- und Aus üh ungsphase o handen zu
sein; die in de Design-Phase de inie en An o de ungen we den nich konsequen umgese z ,
was P obleme in de Aus üh ung zu Folge ha . De G und da ü lieg o allem da in, dass in
jede Phase des P ozesslebenszyklus e schiedene We kzeuge zum Einsa z kommen, die im
Hinblick au eine du chgehende Umse zung de An o de ungen en lang des
P ozesslebenszyklus nich au einande abges imm sind. Zudem s ehen nu allgemein
de inie e Modellie ungssp achen zu Auswahl, die den indi iduellen Sach e hal eine
O ganisa ion bzgl. de spä e en Aus üh ung nich abbilden können.
Um die mi den genann en Punk en e bundenen Schwachs ellen bzw. Fehle auszume zen,
müssen en sp echende Maßnahmen eingelei e we den. [LeDa98] k i isie , dass aus diesem
G und bei de Aus üh ung de P ozesse die Du ch üh ung on Ve besse ungsmaßnahmen
o mals zu seh im Vo de g und s eh . Die P ozessaus üh ung e läu also
schwe punk mäßig eak i , als dass sie ak i ges al e we den kann bzw. wi d. Die P obleme
we den nich wi klich an de „Wu zel gepack “, sonde n nu obe lächlich behandel . Die
Mo i e de Un e nehmen, seien es aus zum Beispiel Zei - ode Kos enaspek e, we den in den
S udien nich e mi el .
In o ma ions echnologien
Obwohl die IT (= In o ma ions echnologie) als ein en scheidende E olgs ak o ü das
P ozessmanagemen angesehen wi d [Hung06] bzw. diese Managemen -Ansa z als In eg a o
zwischen IT und de eigen lichen Geschä s ä igkei ungie [AnCh07], we den die IT-
Sys eme o mals nich aus eichend au die P ozesse abges imm bzw. umgekeh . Dies üh
dazu, dass die Funk ionali ä de IT-Sys eme nich den An o de ungen de P ozesse
en sp ich , was bei de Ve wendung de Sys eme zu P oblemen üh und die Quali ä de
P ozesse gebnisse minde .
Die im Ve lau des P ozesslebenszyklus eingese z en Tools s ellen Insellösungen da
[Wesk07]. Dies üh dazu, dass au g und ehlende S anda ds E gebnisse, die in eine Phase
mi einem bes imm en Sys em e ziel wu den, nich nah los in eine sich anschließende Phase
PROZESSMANAGEMENT 2.3
33
übe nommen we den können, da die Sys eme dazu nich bzw. nich aus eichend au einande
abges imm sind. Un e Be ücksich igung dessen was in Kapi el 2.3.1 zu den einzelnen
Phasen e läu e wu de, zeig dies, dass wohl zwischen dem Design und de Aus üh ung eine
di ek e Ve bindung bes eh , die im P ozesslebenszyklus in Abbildung 2-4 nich explizi
be ücksich ig is . Die En scheidungen im Design dü en nich nu die nach olgende Phase de
Modellie ung be ach en, sonde n müssen den sich danach o se zenden P ozesslebenszyklus
im Auge haben. So soll e ü die Modellie ung eine Modellie ungssp ache und -we kzeug
ausgewähl we den, mi denen es möglich is P ozessmodelle zu e s ellen, die in das
Aus üh ungssys em impo ie we den können.
Lau [Kuen00] is als eine U sache die mangelnde Einbindung des ope a i en Managemen s
in die IT-P ojek e zu sehen, so dass eine phasen- und achübe g ei ende Abs immung und
Diskussion im Hinblick au die Realisie ung eines an o de ungsge ech en Sys ems nich
möglich is . [Kuen00] bezieh sich in seine S udie zwa speziell au Wo k low-Sys eme,
doch kann dies au p ozesso ien ie e IT-Sys eme im Allgemeinen übe agen we den.
Vo de Implemen ie ung eines IT-Sys ems soll en o handene P ozessde ini ionen
übe a bei e we den, um IT-Sys eme und P ozesse au einande abs immen zu können.
[Kuen00] und [Re A05] haben jedoch he ausge unden, dass dies, wenn übe haup , nu zu
einem ge ingen Ausmaß geschieh und die en wickel en IT-Konzep e meis au die
o handene P ozesss uk u angewende wi d. Die Phase des Designs wi d somi auch hie
nich um assend ausge üh und zu Ve ügung s ehende Handlungsmöglichkei en ü eine
möglichs op imale Realisie ung des P ozessmanagemen konzep es bleiben ungenu z .
Fazi
Zusammen assend kann als E gebnis de S udien es gehal en we den, dass es sich beim
P ozessmanagemen um einen sowohl au s a egische als auch ope a i e Ebene e ablie en
Managemen ansa z handel . Es ha sich gezeig , dass die p ozesso ien ie e Du ch üh ung de
Geschä s ä igkei zu eine E höhung de Quali ä des Ou pu s sowie de P oduk i i ä ( o
allem im Hinblick au die Du chlau zei ) üh .
Dennoch konn en an e schiedenen S ellen des P ozesslebenszyklus Schwachpunk e
iden i izie we den. He o zuheben is , dass bei de Modellie ung, sei es zum Zweck de
Abbildung de O ganisa ionss uk u ode im Rahmen de En wicklung on IT-Sys emen,
gewünsch e und no wendige Inhal e nich da ges ell we den können bzw. die Modellie e
sich au die gegeben Aspek e besch änken. In dem Zusammenhang wu de auch bemängel ,
dass die IT-Sys eme und (die au de Basis on Modellen e s ell we den) und P ozesse nich
op imal au einande abges imm sind. Dies be i konk e die on den IT-Sys emen
angebo ene Funk ionali ä . Leide wi d in den S udien nich analysie , was die Un e nehmen
da an hinde die indi iduellen An o de ungen eines Anwendungs alles auch indi iduell
umzuse zen.
2.3 PROZESSMANAGEMENT
34
Die genann en Schwachs ellen lassen sich mi eine inadäqua en Vo be ei ung de
Modellie ung e klä en, was sich au die Designphase des P ozesslebenszyklus bezieh . Die
Designphase is au g und ih e Posi ion im P ozesslebenszyklus de zen ale Ansa zpunk ü
„e olg eiche“, das heiß e izien e und e ek i e P ozesse anzusehen, da do nach Fes legung
de S a egie die e s en G undlagen ü den gesam en P ozesslebenszyklus geleg we den. Die
iden i izie en P obleme mo i ie en, in de Designphase nach den U sachen zu o schen bzw.
die Du ch üh ung de Designphase und/ode me hodische Vo gehensweis zu op imie en.
Dami soll en dann auch Mängel bei de Modellie ung ode Aus üh ung e inge we den
können.
Es wi d sich zeigen, ob die nun o zus ellenden E gebnisse de eigenen S udie zu demselben
Fazi kommen. Diese we den in dem sich nun anschließenden Abschni 2.3.2.2 p äsen ie .
2.3.2.2 Eigene S udie zum Thema P ozessmanagemen
Die in Kapi el 2.3.2.1 o ges ell en In e iews sind as ausschließlich in e na ional, das heiß
mi In e iewpa ne auße halb on Deu schland, du chge üh wo den. Dahe wu de mi els
eine quali a i en Un e suchungsme hode [Lamn95] [Maye06] in Fo m eines sogenann en
Lei aden-In e iews [Lamn95] [Maye06] [Wi z00] eine empi ische S udie in neun deu schen
Un e nehmen du ch üh , um auch einen Übe blick bzgl. des Geschä sp ozessmanagemen s
in Un e nehmen di ek „ o O “ zu haben und e en uell kul u elle Un e schiede zu
iden i izie en. Im Folgenden wi d zunächs die Un e suchungsme hode nähe e läu e , da an
schließ sich die P äsen a ion de E gebnisse an. Diese E gebnisse wu den be ei s in [Mee 09]
e ö en lich .
2.3.2.2.1 Resea ch Design
Eine quali a i e Un e suchungsme hode e wende o ene F agen zu Da ensammlung. Meis
we den In e iews du chge üh , dies jedoch mi nu wenigen Teilnehme n. Die zu
disku ie enden Themen we den o dem In e iew de inie ohne jedoch eine konk e e
Hypo hese zu o mulie en. Die Reihen olge in de die einzelnen Themengebie e im Lau e des
In e iews angesp ochen we den und in welchem Ausmaß, e gib sich aus dem Ve lau des
Gesp ächs [Lamn95] [Maye06].
De e wende e Lei aden gib sowohl dem In e iew als auch den dabei gesammel en Da en
eine O dnung bzw. S uk u . Dazu olgen die In e iewe de o ab de inie en Lei linie, auch
um siche zus ellen, dass alle no wendige Punk e angesp ochen we den. Dennoch sind
spon ane F agen e laub . Es e olg inhal lich eine in eg ie e Be ach ung on
P ozesse assung (Design, Modellie ung) und P ozess e wendung (Aus üh ung), um
Zusammenhänge bzw. Wechselwi kungen au decken zu können. Zudem wu den
F ages ellungen im Bezug au die Mi a bei e als sepa a es Themengebie de inie ;
schließlich sind sie es, die den Managemen ansa z ealisie en bzw. „leben“ müssen. Auch die
PROZESSMANAGEMENT 2.3
35
In o ma ions echnologien als wesen liche Bes and eil de heu igen Geschä swel we den
behandel . De de aillie e Lei aden is dem Anhang A zu en nehmen. E en sp ich
olgendem Au bau:
• Bedeu ung des P ozessmanagemen
Hie wi d zunächs e mi el , inwie e n das Thema P ozessmanagemen übe haup
bekann is , um eine O ien ie ung ü den wei e en Ve lau des In e iews zu haben.
• Rahmenbedingungen
Die s a egischen und ope a i en Rahmenbedingungen, welche die Basis zu
Umse zung des Managemen ansa zes da s ellen, we den e ag .
• P ozesse assung und – Ve wendung
Zum einen wi d e mi el , wie Iden i ika ion und De ini ion de P ozesse im be ag en
Un e nehmen e olgen; zum ande en, wie diese dann umgese z we den.
• In o ma ions echnologien
Hie wi d die Rolle de In o ma ions echnologien bezüglich de P ozesse assung und
- e wendung analysie .
• Mi a bei e In
Le z endlich wi d au die Rolle de Mi a bei e eingegangen und wie diese mi dem
Thema P ozessmanagemen kon on ie we den.
Fü die Auswahl de Teilnehme konn e au Kon ak e des Leh s uhls du ch
Fo schungsp ojek e sowie Kon ak e de Uni e si ä Bay eu h insgesam zu ückgeg i en
we den. Dabei wu de de Fokus au Mi a bei e geleg , die im Be eich des P ozess- sowie
Quali ä smanagemen s bzw. au Managemen ebene de Un e nehmen ä ig wa en. Die
po en iellen Teilnehme wu den zunächs pe e-Mail angesch ieben Nach de dann olgenden
ele onischen Kon ak au nahme zu den sich zu Ve ügung s ellenden Teilnehme n wu den
die In e iews jeweils o O in den Un e nehmen du chge üh . Einen Übe blick übe die
wich igs en Kennzahlen de Un e nehmen gib Tabelle 2-1. Die Übe sich zeig , dass die
Un e nehmen sowohl im p oduzie enden als auch im diens leis ungsbezogenen Be eich ä ig
sind. Die Anzahl de Mi a bei e is seh un e schiedlich, on de kleins en Fi ma, die 13
Mi a bei e ha , bis zu den G öß en mi meh als 330.000.
Die Gesp äche wu den elek onisch au gezeichne , wobei pe Hand zusä zliche No izen
e s ell wu den. Nach olgend wu den die Da en ansk ibie . Fü die Auswe ung de
quali a i en Da en wu de das „p agma ische Auswe ungs e ah en nach Mühl eld“ gewähl
[Maye06]. Ziel dieses Ve ah ens is es nich , die In e iews so genau wie möglich zu
in e p e ie en, sonde n P oblembe eiche ode Au älligkei en zu iden i izie en, um da aus
allgemeingül ige Aussagen abzulei en. De Vo eil zu ande en Auswe ungs e ah en is da in
zu sehen, dass die E gebnisse di ek umgese z we den, ohne zum Beispiel den
Zwischensch i eine Pa aph asie ung du ch üh en zu müssen.

2.3 PROZESSMANAGEMENT
36
N . Besch eibung de
O ganisa ion
Rolle des
In e iew en
Anzahl de
Mi a bei e
Umsa z in €/ Jah
1 Medizin echnik Manage 40.000 k.A.
2 IT-Diens leis ung Geschä s üh e 13 k.A.
3 Handel Manage 170 k.A.
4 We kzeugbau Geschä s üh e 380 44 Mio €/Jah
5 Elek o echnik Manage 170 k.A.
6 Au omobil Manage 330.000 108.897 Mio €/Jah
7 Anlagenbau Geschä s üh e 40 >10 Mio €/Jah
8 IT Manage 100 k.A.
9 Spedi ion Con olle 1.300 150 Mio €/Jah
Tabelle 2-1 Übe sich übe die be ag en Un e nehmen
2.3.2.2.2 E gebnisse
Im Folgenden we den nun die E gebnisse de In e iew eihe o ges ell und gleichzei ig ein
Ve gleich zu den heo e ischem Konzep des in Kapi el 2.3.1 o ges ell en
P ozesslebenszyklus sowie zu den E gebnissen de in e na ionalen S udien du chge üh .
Bedeu ung des P ozessmanagemen s
Inne halb de be ag en Un e nehmen is das P ozessmanagemen als Managemen ool
sowohl au dem s a egischen wie auch au ope a i em Le el g undlegend akzep ie .
Lediglich eine Fi ma e i eine ehe k i ische Meinung dazu, was abe wohl den schlech en
E ah ungswe en in Fo m on schlech en Kennzahlen ( o allem bzgl. des Umsa zes)
zuzuo dnen is .
Meh als zwei D i el de Un e nehmen sehen die Ein üh ung des
P ozessmanagemen ansa zes in engen Zusammenhang mi bzw. als G undlage ü die
Ze i izie ung, o allem im Hinblick au die ISO-Ze i izie ungen nach ISO 9000 und ISO
9001. Da sowohl die ISO-Ze i izie ung als auch das P ozessmanagemen ein in eg ale
Bes and eil des Quali ä smanagemen s sind, we den sie in einem engen Zusammenhang
gesehen. Diese Ko ela ion wi d auch in de Li e a u iel disku ie (siehe zum Beispiel
[Allw05], [BeKR05], [CuKO92] ode [ZaSi95]). Neben dem ISO-S anda d we den da übe
hinaus on ün de neun in e iew en Un e nehmen auch wei e e S anda ds e wähn , wie
zum Beispiel die VDI-Rich linien 2221 [VDI93] und 2222 [VDI82] [VDI97] (Regeln des
Ve eins Deu sche Ingenieu e ü die Ingenieu wissenscha ) ode ITIL [OoGC11] (Bes
PROZESSMANAGEMENT 2.3
37
P ac ice bzgl. de IT-In as uk u ). Ih e Bedeu ung schein im Zusammenhang mi dem
Thema P ozessmanagemen jedoch ge inge zu sein.
P ozessmanagemen wi d auße dem als We kzeug ü eine komple e Reo ganisa ion des
Geschä sbe iebs e wende . Dieses Konzep kam be ei s 1990 au (siehe [Hamm90],
[DaSh90]) und schein auch heu e noch ak uell zu sein. In zwei Fällen wa die Ein üh ung
dieses Managemen ansa zes de „le z e Re ungsanke “ (N .4) ü die Un e nehmen; das
E gebnis de komple en Umges al ung wa eine d as ische Ve besse ung des
Geschä sbe iebes. In den ande en Fällen wa die Si ua ion wenige d ama isch. De Ansa z
des P ozessmanagemen s soll e ielmeh zum Zweck de kon inuie lichen Ve besse ung
eingese z we den, hie insbesonde e bzgl. de in e nen Kommunika ion zwischen den
Mi a bei e n und den Schni s ellen zwischen den e schiedenen A bei sbe eichen bzw.
Ab eilungen. Ein E olg konn e on allen, bis au eine Ausnahme, bes ä ig we den.
Rahmenbedingungen
S a egische Rahmenbedingungen
Die be ag en Un e nehmen, die P ozessmanagemen e olg eich p ak izie en, weisen eine
lache O ganisa ionss uk u , in Kombina ion mi eine P ojek o ganisa ion ü den äglichen
Geschä sbe ieb au . Dies en sp ich dem, was auch in de Li e a u allgemein e e en wi d
(siehe zum Beispiel [Allw05], [BeKR05]). Die „Rich igkei “ dieses O ganisa ions yps wi d
dami un e s ichen, dass Un e nehmen, die unzu ieden mi de Adap ion dieses
Managemen ansa zes sind, eine hie a chische O ganisa ionss uk u mi ielen Ebenen
au weisen.
Wie be ei s e wähn wa en, mi Ausnahme on zwei Un e nehmen, alle in e iew en
Un e nehmen nach ISO 9000 und 9001 ze i izie ; eine de wel wei bekann es en
Quali ä smanagemen s anda ds, de besch eib , welchen An o de ungen das Managemen
eines Un e nehmens genügen muss, um einem bes imm en S anda d bei de Umse zung des
Quali ä smanagemen s zu en sp echen. Dami wi d de enge Zusammenhang zwischen
P ozess- und Quali ä smanagemen deu lich. Es soll e e wähn we den, dass es sich bei den
beiden Un e nehmen ohne Ze i izie ung einmal um ein seh kleines Un e nehmen gehandel
ha , ü die Kos en und Nu zen eine Ze i izie ung in keinem e e ba en Ve häl nis s ehen;
im zwei en Fall handel es sich um ein hochspezialisie es Un e nehmen, ü das spezielle
Regula ien und wenige S anda dno men ele an sind.
Die Idee des p ozesso ien ie en Denkens und A bei ens dien de Planung und S eue ung de
s a egischen Au gaben de Un e nehmen. Dazu we den zu Da s ellung de Ke np ozesse
P ozessmodelle in Fo m on „P ozesslandscha en“ ode „P ozesshäuse n“, wie es auch in de
Li e a u besch ieben wi d (siehe [Allw05], [BeKR05]), e wende . Als wesen liche
In o ma ionselemen e diese Modelle sind Meilens eine und A bei spake e zu e wähnen.
Meilens eine we den im Rahmen des P ojek managemen s zu Da s ellung on (Zwischen-)
2.3 PROZESSMANAGEMENT
38
Ziel e wende ; A bei spake e dienen de de aillie en Au gabenbesch eibung. Ziel is es
le z endlich auch mi Hil e de P ozessmodelle die e schiedenen Geschä sbe eiche und ih e
jeweiligen Wechselwi kungen abzubilden.
Im No mal all schließ sich de s a egischen De ini ion des P ozessmanagemen -Ansa zes die
Ope a ionalisie ung de P ozesse an. Nu in einem Fall konn e dieses Konzep nich
beobach e we den; es handel e sich jedoch um ein seh kleines Un e nehmen, in dem
s a egische und ope a i e Ebene seh eng beieinande liegen und wenige s eng ge enn
sind, als dies bei g oßen Un e nehmen de Fall is . Die Du ch üh ung des
P ozessmanagemen s au ein ope a i e Ebene wi d nich p ak izie ; die s a egische und
ope a i e Ebene sind zwei sich no wendige weise e gänzende Be eiche, wobei bzgl. de
Umse zung on de s a egischen Ebene he begonnen we den soll e, um ein en sp echendes
Rahmenwe k o zugeben.
Konk e e Mängel, Schwachs ellen ode K i ikpunk e konn en im Hinblick au die Ges al ung
de s a egischen und ope a i en Rahmenbedingungen bis dahin nich au gedeck we den.
Ope a i e Rahmenbedingungen
Wäh end die in e na ionalen S udien un e ande em ein Mangel an me hodischen
Vo gehensweisen es s ellen konn en (siehe zum Beispiel [WICS07]), is de na ionale
Geschä sbe ieb on P ojek en gep äg . Vo gehensmodelle, so zum Beispiel das Wasse all-
Modell [Royc70] ode das V-Modell XT [BuIn06] sind wenig bekann und deshalb nu wenig
im Einsa z. Nu ein D i el de be ag en Un e nehmen e wende sie. Es schein , dass die
Vo gehensmodelle nich den An o de ungen de Un e nehmen en sp echen, Idee und
Umse zung nich s immig zueinande sind. Auch wei e e Me hodiken im Hinblick au die
Umse zung des P ozessmanagemen wu den on den Un e nehmen nich e wähn . Lediglich
einmal wu de in dem Zusammenhang on SCM (= Supply-Chain-Managemen ) [ScSe08] und
CRM (= Cus ome -Rela ionship-Managemen ) [ScSe08] be ich e . Es is somi eine
Übe eins immung mi den E gebnissen de in e na ionalen S udien es zus ellen und die
heo e ischen Konzep e scheinen eine nu unzu eichende Umse zung nach sich zu ziehen.
Ohne Ausnahme be on en alle Un e nehmen, dass es nich allein aus eich , die P ozesse in
Modellen zu de inie en und dokumen ie en. „Die P ozesse müssen auch in den Köp en de
Mi a bei e sein“ (N .1, Tabelle 2-1). Haben sie eine g undlegende Vo s ellung on den
Vo gängen, können sie die P ozesse mi de en sp echend o handenen Handlungs- und
Ges al ungs eihei in Kombina ion mi ih em eigenen E ah ungsscha z du ch üh en. Die
übe g ei ende Koo dina ion e olg du ch den P ojek lei e , de dabei neben dem zu
e eichenden P ojek e gebnis das Gesam ziel des Un e nehmens zu be ücksich igen ha .
Wich ig is es, die P ozesse den Anges ell en und dem gesam en Geschä sbe ieb nich
ein ach au zue legen. Die P ozessmodelle sollen dahe nich imme 1:1 ausge üh we den,
sonde n dienen ielmeh als eine A Rahmenwe k. Nu in zwei Un e nehmen wu de dem
gewisse maßen wide sp ochen und eine s ik e Aus üh ung ge o de . In dem einen Fall
PROZESSMANAGEMENT 2.3
39
handel e sich um die Abläu e in eine P oduk ionsanlage; in dem P ozessmodell we den die
bei de P oduk ion gemäß den Vo sch i en auszu üh enden Sch i e abgebilde . Die
Einhal ung diese Regeln is essen iell ü quali a i gu e P oduk e. Im ande en Fall wu de das
P ozessmodell seh allgemein bzw. g obg anula im Hinblick au den unk ionalen Aspek
de inie , jedoch seh genaue Angaben zum Ende gebnis gemach . Die „genaue“ Umse zung
des P ozessmodells wa somi bzgl. de de inie en Abläu e leich möglich; en scheidend wa ,
am Ende das ich ige E gebnis zu haben.
P ozesse assung und -Ve wendung
Im Un e schied zu den in e na ionalen S udien wu de zusä zlich zu Modellie ung auch die
o ausgehende (Teil-) Phase de P ozessiden i ika ion empi isch un e such , um auch einen
Einblick in die Designphase zu e hal en. Beides wi d zusammenge ass un e dem Beg i
P ozesse assung. Die P ozess e wendung bezieh sich au die Aus üh ung de P ozesse.
Iden i ika ion + Modellie ung
Die Iden i ika ion und Modellie ung de P ozesse inde nach Aussage de in e iew en
Pa ne in allen Funk ions-, bzw. Geschä sbe eichen de Un e nehmen s a . Dies zeig , dass
aus diese Pe spek i e das P ozessmanagemen (bzw. zumindes ein Teil da on) ganzhei lich
in den Un e nehmen in eg ie is .
Un e schiede sind bei den Un e nehmen im De aillie ungsg ad de Analyse zu inden; nich
nu zwischen den Un e nehmen, sonde n auch inne halb eines Un e nehmens. Je nach
Kon ex und P ozessa wi d au den Ebenen de Phasen, de P ozesse ode de Au gaben
analysie und schließlich modellie . Wäh end Phasen den unk ionalen Aspek seh g ob
um eißen, e olg mi P ozessen bzw. Au gaben eine zunehmend de aillie e e Spezi ika ion.
De De aillie ungsg ad un e scheide sich zudem on Anwendungsbe eich zu
Anwendungsbe eich. Adminis a i e P ozesse we den wei aus genaue abgebilde als
P oduk en wicklungsp ozesse. Fü kleine e Un e nehmen muss de Inhal nich so de aillie
angeben we den, wie ü g öße e (G enzwe lieg hie bei Anzahl de Mi a bei e > 1300);
G und is die mi de Un e nehmensg öße zunehmende Um ang de Abläu e und de
dazugehö igen Aspek e (wie zum Beispiel Inpu - und Ou pu da en), die es zu behe schen
gil . [LeDa98] beu eil dies hingegen wei aus nega i e . Dies bezieh e o allem da au ,
dass o mals in e gleichba en Be eichen au un e schiedlichem De aillie ungsg ad gea bei e
wi d. [LeDa98] be ücksich ig nich , dass noch wei aus meh Fak o en den De aillie ungsg ad
eines Modellie ungsp ojek es beein lussen.
Haup e an wo lich ü die Iden i ika ion (und Modellie ung) de P ozesse sind die
P ojek lei e ode (e ah ene) Mi a bei e , die ü das P ozess- ode allgemein
Quali ä smanagemen s zus ändig sind. Die Posi ionen de Ve an wo lichen zeig , welche
Bedeu ung dem P ozessmanagemen beigemessen wi d und, dass das P ozessmanagemen
2.3 PROZESSMANAGEMENT
46
2.3.2.1) im deu schen Fi menleben un e ep äsen ie zu sein. T ainings we den ansons en nu
zu speziellen echnischen Sys emen angebo en. Im eigen lichen Tagesgeschä we den den
neuen Mi a bei e Men o en zugewiesen, die sie beim Einleben un e s ü zen sollen. „T aining
on he Job“ is eine a o isie e Me hode, um neue Mi a bei e zu in eg ie en.
Die übe g ei ende, ganzhei liche Einbindung de Mi a bei e in den Geschä sbe ieb e olg
gene ell übe die P ojek o ganisa ion, die ypische O ganisa ions o m bei Anwendung des
P ozessmanagemen ansa zes (siehe zum Beispiel [BeKR05]). In den meis en Fällen, sieben
on neun Un e nehmen haben sich en sp echend geäuße , wi d dabei im Team gea bei e .
Zu F age, was im Hinblick au das Tagesgeschä (und bzgl. des Umgangs mi den
Mi a bei e n) e besse we den könn e, kamen seh un e schiedliche An wo en. Allgemein
klang du ch, dass die Kommunika ion bzw. Abs immung zwischen den Mi a bei e n zu
op imie en is und dami eng e bunden auch die O ganisa ionss uk u en. Es bes eh
Übe eins immung da in, dass die Diskussion de Schni s ellen ein wich ige Punk is , die
unk ionso ien ie e Denk- und A bei sweise wenige ausgep äg sein soll e, sowie auch
[SIBC07] eine zu ge inge In eg a ion des P ozessgedanken iden i izie we den konn e. Die
Un e nehmen se zen sich also p inzipiell ü das P ozessmanagemen ein, sehen abe auch
dass zwischen Idee, den ausgea bei e en Konzep en und de Reali ä noch eine Lücke kla .
Quali ika ion
Zu Umse zung des P ozessmanagemen -Ansa zes b auchen nich alle Mi a bei e eine
en sp echende Quali ika ion au diesem Themengebie . Wich ig is es, dass die Mi a bei e
ein G und e s ändnis on den Abläu en ih es Un e nehmens haben. Dies geh einhe mi de
An o de ung, wie sie be ei s im Hinblick au die P ozess e wendung bzw. –Aus üh ung,
es ges ell wu den. Do wu de ge o de , dass die P ozesse ü eine e olg eiche Aus üh ung
„in den Köp en de Mi a bei e “ sein müssen; ebenso is „de Mensch mi seinen Fähigkei en
und gesundem Menschen e s and“ (N .8, Tabelle 2-1) essen iell. Im Zusammenspiel mi
Compu e ode auch Robo e is diese Komponen e essen iell ü den All agsbe ieb des
P ozessmanagemen -Ansa zes. Da übe hinaus is es na ü lich wich ig, dass die Mi a bei e
p inzipiell eine gu e achliche Quali ika ion besi zen, um die in den P ozessmodellen
spezi izie en Au gaben auch inhal lich und achlich aus üh en zu können.
Fazi
Zusammen assend kann, wie bei den in e na ionalen S udien auch, es gehal en we den, dass
es sich beim P ozessmanagemen um einen sowohl au s a egische als auch ope a i e
Ebene e ablie en Managemen ansa z handel . Die In e iewpa ne konn en eine wesen liche
Ve besse ung ih e E gebnisse bes ä igen, o allem im Fall eine komple en Reo ganisa ion
des Be iebs.

PROZESSMANAGEMENT 2.3
47
Es schein , dass de Fokus seh au den in e nen Abläu en lieg , da eine In eg a ion ex e ne
Pa ne in diesen Managemen -Ansa z nich explizi e wähn wi d. En sp echende Konzep e
wie SCM (= Supply Chain Managemen ) ode CRM (= Cus ome Rela ionship Managemen )
(siehe [ScSe08]) wu den lediglich einmal e wähn . Eine holis ische e Umse zung des
P ozessmanagemen s [Hung06], bei de die ex e nen Pa ne in diesen (Quali ä s-)
Managemen -Ansa z mi eingebunden we den [ZaSi95], könn e noch wei e e Ve besse ungen
mi sich b ingen. Da bei den in e na ionalen S udien dies bzgl. keine Angaben gemach
wu den, is an diese S elle kein Ve gleich möglich.
In o ma ions echnische Sys eme sind nich das Haup we kzeug zu Umse zung des
P ozessmanagemen -Ansa zes. Die Sys eme scheinen bzgl. ih e Eigenscha en und
Funk ionen Quali ä smängel zu haben, was o allem die Modellie ungswe kzeuge be i .
Dies wi d du ch die Ta sache, dass indi iduelle Un e nehmensaspek e eigen lich übe haup
nich modellie we den, un e s ichen; nu die üblichen Aspek e we den modellie , was mi
den E gebnissen de in e na ionalen S udien ko espondie . Gene ell ha es sich
he ausk is allisie , dass die IT-Sys eme und die P ozesse nich op imal au einande
abges imm sind. So wi d in de P axis dem Fak o Mensch bei de Aus üh ung eine hohe
Bedeu ung beigemessen.
Im Hinblick au die beiden S udien konn en somi übe eins immend die Schwachpunk e im
Bezug au den P ozesslebenszyklus bzw. den Ansa z des P ozessmanagemen s iden i izie
we den. Gene ell is zu e kennen, dass die e ziel en E gebnisse bzw. e wende en bzw.
o handenen Sys eme, wie es zum Beispiel o allem bei den Modellie ungswe kzeugen de
Fall is , sich nich imme mi den gewünsch en An o de ungen decken. Dies deu e da au hin,
dass genau diese S elle, nämlich de ich igen De ini ion und Umse zung de An o de ungen,
zu wenig Beach ung geschenk wi d.
2.3.3 Fazi bzgl. dem S and in Fo schung und P axis
Das g undlegende Ve s ändnis, was den Ansa z des P ozessmanagemen s be i , deck sich
bzgl. Theo ie und P axis. Als Ins umen zu O ganisa ion des Geschä sbe iebes is es au
s a egische wie au ope a i e Ebene ane kann . Doch gib es Disk epanzen bei de
Umse zung de heo e ischen Konzep e in de P axis, so dass die E gebnisse bei le z e e nich
imme das lie e n, was die Theo ie o gegeben ha . Die Disk epanz gil es jedoch
di e enzie zu be ach en. Es is zu be ücksich igen, dass die in de Theo ie bzw. im
akademischen Be eich ausgea bei e en Ideen und Konzep e un e ande em zukün ige
Möglichkei en da s ellen und somi s e s noch e besse ungswü dig sind; es handel sich um
Vo s ellungen, die noch nich ( olls ändig) in de P axis e p ob wu den, wodu ch die
Feinabs immung ehl . Es is zu e gleichen mi einem P o o yp aus de P oduk en wicklung,
de sich auch e s un e ech en Bedingungen bewäh en muss. Au gabe de P axis is es,
he auszu inden, was in welche Fo m aus de Theo ie übe nommen we den kann; die P axis
is zunächs de „Tes e “ de akademischen Ideen. Die Disk epanzen sind somi ein
2.3 PROZESSMANAGEMENT
48
essen ielle Bes and eil ü die Wei e en wicklung bzw. kon inuie liche Ve besse ung de
Konzep e. Abzug enzen sind da on explizi Ideen und Konzep e, bei denen selbs nach
länge e Zei (das Thema P ozessmanagemen wi d insgesam sei unge äh 20 Jah e
disku ie ) noch Disk epanzen zwischen Theo ie und P axis zu inden sind. In solchen Fällen
is eine g undlegende Analyse des o liegenden Falls unabdingba .
Die hohe Rele anz de P ozessmodellie ung kann mi den analysie en S udien sowie den
E gebnissen de eigenen kla au gezeig we den. Mi els Geschä sp ozessmodellen ode IT-
Modellen we den no wendige In o ma ionen ü den Geschä sbe ieb, o ganisa o ische
S uk u en wie auch die in o ma ions echnische Aspek e in eine konsolidie en A und
Weise es gehal en [Giag01] [LiP 96]. Die Modelle bilden die G undlage ü die spä e e
Aus üh ung de P ozesse sei es mi ode ohne IT-Sys eme.
Fü eine e olg eiche Realisie ung de Modellie ung wi d in de Li e a u die Designphase
inklusi e de dabei du chzu üh enden An o de ungsanalyse (siehe dazu Kapi el 2.3.1 ) als ein
essen ielle Sch i be ach e . In keine de in Kapi el 2.3.2 be ach e en S udien ( o allem
bei denen, die allgemein das Thema P ozessmanagemen behandeln) sind jedoch explizi
In o ma ionen übe die Designphase und me hodische Vo gehensweisen,
Rahmenbedingungen ode zu e eichenden Ziele zu inden. Selbiges gil ü die
An o de ungsanalyse. Auch in de eigenen S udie sind nu seh wenige In o ma ionen dazu
zu inden.
Das sei de Ve ö en lichung des A ikels on He ne [HMPR04] im Jah e 2004 ges iegene
In e esse an diesem Thema [InRe08] schein den All ag de Un e nehmen noch nich e eich
zu haben, obwohl die jüngs en de analysie en S udien aus dem Jah e 2010 s ammen, so dass
ein gewisse Zei ahmen zu Übe nahme de Ideen inzwischen o handen is . Das Design
schein in de P axis eine wei aus ge inge e Rele anz als die sich anschließende Modellie ung
zu haben; und dies obwohl das Design die no wendigen Angaben ü die Modellie ung lie e .
Die P ozessmodelle sind le z endlich „nu “ ein Ins umen , um die im Design e mi el en
An o de ungen und Umse zungsmöglichkei en es zuhal en [DaSh90]. Somi is die
un e schiedliche Rele anz on Design und Modellie ung, wie sie iden i izie wu de, nich
nach ollziehba , jedoch e klä ba : Es schein noch eine s a ke Ve mischung diese beiden
Phasen o zuliegen, was sich o allem da in zeig , dass die Au gaben des Designs wenige
o be ei end im Bezug au die Modellie ung, sonde n wenn dann beglei end e olgen. Zei -
und Kos end uck, die dazu üh en exis ie ende Lösungen ( o allem im Bezug au
Modellie ungssp achen und -We kzeugen) ohne aus eichende Analyse zu übe nehmen,
können ein G und da ü sein. Auch schein es noch an eine kla en T ennung on
Ve an wo lichkei en in dem Sinne, dass „Designe “ ih e Au gabe nachgehen, zu ehlen.
Da die Designphase in de P axis nu in ge ingen Ausmaß bzw. as ga nich du chge üh
wi d, is e klä ba , dass in den P ozessmodellen de be ag en Un e nehmen meis nu die
gängigen Aspek e (wie P ozesse, Rollen und We kzeuge [CuKO92] [JaBu96]) da ges ell
PROZESSMANAGEMENT 2.3
49
we den, die Modelle nich zum jeweiligen Anwendungskon ex passen und dem Anwende
wich ige In o ma ionen ehlen. Auch die IT-Sys eme, die le z endlich au Basis on Modellen
en wickel we den [VeCo94], können olglich nich zu den du chzu üh enden P ozessen
passen, o allem im Bezug au Funk ionali ä en. Es we den o handene (Modellie ungs-)
We kzeuge, ohne ode mi nu ge ingen Anpassungen wiede bzw. wei e e wende , ohne
dabei au den genauen Zweck und Kon ex de P ozesse einzugehen und, speziell bei den
Modellie ungswe kzeugen, au die „Rich igkei “ de Modellie ungssp achen zu ach en
[ClSW08]. Da die Designphase am An ang des P ozesslebenszyklus s eh , se zen sich Fehle
in alle nach olgenden Phasen du ch und ziehen mögliche weise wei e e mi sich. Zwa
können sie gegebenen alls mi geeigne en Maßnahmen ausgeglichen we den, doch nimm
dies zusä zlich Zei und Kos en in Ansp uch.
Da ein kla es De izi bzgl. de Beach ung bzw. Du ch üh ung de Designphase es ges ell
we den konn e, was be ei s mi de unzu eichenden Analyse de An o de ung beginn , gil es
in diese A bei au g und de Bedeu ung de Designphase de en Au gaben sowie Ziele
zunächs explizi he auszua bei en. Die e mi el en Aspek e we den schließlich in einem
me hodischen Rahmenwe k ü das Design in eg ie . Dies e olg im Hinblick au den
gesam en P ozesslebenszyklus, insbesonde e de Modellie ung.
2.3 PROZESSMANAGEMENT
50
DESIGN UND MODELLIERUNG – EINE ABGRENZUNG 3.1
51
Kapi el 3 Design und Modellie ung – De ini ion
und G undlagen
Nachdem in dem o he igen Kapi el die Beg i e Design und Modellie ung be ei s ku z
einge üh wo den sind, e olg nun eine kla e Abg enzung diese beiden Phasen. Dazu
we den Design und Modellie ung zunächs jeweils allgemein de inie , um sie dann au den
Kon ex des P ozessmanagemen s zu übe agen. Fü einen um assenden Übe blick we den
die me hodischen Vo gehensweisen de beiden Phasen e läu e .
3.1 Design und Modellie ung – eine Abg enzung
Von eine saube en Spezi ika ion wi d eine kla e T ennung de beiden Phasen e wa e , so
dass mi de eindeu igen Klä ung de Au gabens ellung auch die zu e zielenden E gebnisse
kla de inie sind. Eine eindeu ige Ziel o s ellung wi k sich wiede um au die Quali ä de
E gebnisse de beiden Phasen aus.
3.1.1 Design
De englische Beg i Design bedeu e ins Deu sche übe se z „En wu “ [Weis91]. E wi d in
den e schiedens en Sp achen e wende , so zum Beispiel im F anzösischen ode
I alienischen. De deu sche Sp achgeb auch okussie sich ehe au den o malen bzw.
küns le ischen Aspek und e dinglich den Designbeg i , wäh end de angelsächsische
Designbeg i auch den echnischen sowie kons uk i en An eil des Designs um ass . Eine
sp achübe g ei end einhei liche De ini ion des Beg i es gib es also nich [RaWa09].
Design is in ielen Be eichen ein zen ales Thema. Im Be eich de A chi ek u und Kuns is
de Beg i wohl am bekann es en [WaWE92]. E wi d abe zum Beispiel auch im
Ingenieu be eich, nämlich in de Kons uk ion, e wende [DyLi00] [PaBe97] [Pe 06] und
im Be eich de In o ma ionssys eme. Im Be eich de In o ma ions echnik geh es um die
O ganisa ion eines Un e nehmens (S a egie, Kul u und P ozesse) und die Ges al ung de
Technologien (In as uk u , Anwendungen, …) [HMPR04].
[Schn05] und [S e 00] de inie en das Design als einen Ges al ungs- und En wu s o gang,
dem eine eingehende Analysephase bzgl. des zu ges al enden Objek es o ausgeh .
Le z endlich gil es e schiedene Funk ionen zu e üllen. Einzelne Funk ionen we den im
Folgenden allgemein e läu e und es wi d gezeig , wie sie im Kon ex P ozesslebenszyklus
im Rahmen des (Geschä s-) P ozessmanagemen s (siehe Kapi el 2.1) zu sehen sind.

3.1 DESIGN UND MODELLIERUNG – EINE ABGRENZUNG
52
Zeichenha -seman ische Funk ion
Das Design soll eine Idee, einen Beg i ode Vo gang symbolisch und somi wah nehmba
bzw. e s ändlich da s ellen. Mi welchem Symbol ode Zeichen eine Vo s ellung eindeu ig
assoziie we den kann, muss zu o genau e mi el we den, um Miss e s ändnisse ode soga
ein Nich e s ehen zu e meiden [Schn05] [S e 00]. So symbolisie en zum Beispiel
übliche weise Schlegel und Eisen den Be gbau. Bekann is auch de sog. Me cedes-S e n,
de die en sp echende Au oma ke ep äsen ie .
Au das P ozessdesign bezogen geh es um die Fes legung de ex uellen, abella ischen
und/ode g aphischen Da s ellungsa en (Zeichen, Symbole, Syn ax) zu P äsen a ion de
Abläu e eine O ganisa ion [HMPR04] [JaDV08]. Es beinhal e die De ini ion on Zeichen,
Symbolen mi en sp echende Syn ax (welche die Beziehung zwischen den Zeichen und
Symbolen es leg ) und Seman ik (welche die Bedeu ung de Zeichen und Symbole de inie )
[Bode06]. In ih e Gesam hei bilden diese d ei die De ini ion eine (P ozess-)
Modellie ungssp ache [Bode06] [ClSW08].
Abbildung 3-1 Beispiel zeichenha -seman ische Funk ion
Eine mögliche Realisie ung diese Design unk ion is in Abbildung 3-1 zu sehen. Rech ecke
we den als P ozesssch i e angesehen, die jeweils übe einen Kon oll luss in Fo m eines
P eils mi einande e bunden, d.h. in eine Ablau eihen olge geb ach we den. Sollen auch
Dokumen e angegeben we den, müssen wei e e Zeichen inklusi e Seman ik und Syn ax
de inie we den. Fü eine wei e e Op imie ung kann zum Beispiel ü das P ozessmodell
eine Klinik es geleg we den, dass die Modellie ungssp ache zwei A en on Sch i en
beinhal en soll: o ale und eckige Sch i e zu Un e scheidung adminis a i e und
medizinische Abläu e.
Fo male Funk ion
Die on außen sich ba e Ges al eines Objek es ode de Ablau eine Handlung (nich de
Inhal ) müssen bzw. sollen bes imm en Vo sch i en genügen. Ges al ode Handlung
en sp echen dann einem nach außen sich ba en Rahmenwe k, das de allgemeinen
O ien ie ung sowie dem Ve s ändnis dien . Diese Vo sch i en gil es im Design en sp echend
auszua bei en [S e 00] [Schn05].
Dies en sp ich im übe agenen Sinn de syn ak ischen und seman ischen Ko ek hei de
(P ozess-) Modellie ungssp achen sowie de dami e s ell en Modelle [F L03] [Mend08].
Dies bedeu e , dass die Elemen e eines P ozessmodells gemäß den es geleg en Vo sch i en,
DESIGN UND MODELLIERUNG – EINE ABGRENZUNG 3.1
53
sog. Modellie ungs egeln, e s ell we den. So muss ein P ozesssch i imme mi mindes ens
einem ein- und ausgehenden Kon oll luss ode einem Da enelemen (bzw. Da en luss)
de inie we den, um syn ak isch ko ek zu sein. Die o malen Aspek e können sich auch aus
dem Anwendungskon ex de P ozesse e geben, du ch gese zliche Vo gaben ode
Un e nehmens ich linien, die zum Beispiel die pa allele Aus üh ung adminis a i e Sch i e
un e sagen. Es zeig sich hie , dass sich die Umse zung de An o de ungen sowohl au das
Design als auch au die Ve wendung eine Modellie ungssp ache beziehen kann.
Äs he ische Funk ion
Das E gebnis des Ges al ungs o gangs soll nich nu seinen Zweck an sich e üllen, sonde n
soll e auch ansp echend und akzep abel sein [Schn05] [S e 00]. Was ansp echend bzw.
akzep abel is ich e sich nach den Nu ze n. Diese de inie en die An o de ungen, ih e
„Schönhei sideale“, die es dann unk ional umzuse zen gil . Die P oblema ik is hie bei, dass
Äs he ik nu schwe objek i de inie und beu eil we den kann.
Dies kann di ek au die Modellie ungssp ache und ih e Benu ze eundlichkei sowie au die
Modelle bzw. Modellie ung als Ganzes übe agen we den [F L03]. Die Modelle sollen
le z endlich ansp echend und lesba sein; es eich nich aus, sich au die ein inhal liche ode
o male Da s ellung zu konzen ie en. So we den bei EPKs (= E eignisges eue e
P ozesske en) Modellie ungskons uk e ü Papie dokumen e, elek onische Dokumen e und
allgemeine In o ma ionsobjek e in ih e g aphischen Da s ellung un e schieden [KeNS92].
Dennoch is eine gewisse Ähnlichkei und dami Zusammengehö igkei zu e kennen, wie es
Tabelle 3-1 zeig . Lesba kei und Ve s ändnis e höhen sich dadu ch.
G aphische Da s ellung Anme kung
Dokumen in
Papie o m
Bsp. B ie
Elek onisches
Dokumen
Bsp. E-Ak e
In o ma ionsobjek In o ma ionsobjek als ein
Elemen des Da en lusses
Tabelle 3-1 Beispiele In o ma ionsobjek e EPK
Aus äs he ischen G ünden und weil ein Lese nu eine beg enz e Zahl an Elemen en au
einmal e assen kann [Mill56], soll en nich meh als sieben P ozesselemen e au einem Bla
modellie sein. Diese An o de ung zeig wiede um, dass sich eine An o de ung nich di ek
au die De ini ion de Modellie ungssp ache beziehen muss, sonde n auch de en Ve wendung
bei de Modelle s ellung be e en kann. Auße dem handel es sich um eine An o de ung, die
auch de o malen Funk ion zugeo dne we den kann. Gesag es gil auch ü die Ein ä bung
3.1 DESIGN UND MODELLIERUNG – EINE ABGRENZUNG
54
de Da enelemen e bei de E s ellung eines Modelles gemäß o ab in de Designphase
de inie e Ka ego ien; die medizinischen Da en we den demnach zum Beispiel o , die
adminis a i en blau einge ä b .
S uk u ie ende Funk ion
Die s uk u ie ende Funk ion dien de Ve deu lichung des Au baus eines zu ges al enden
Objek es bzw. de Gliede ung on dessen Bes and eilen [PaBe97] [Schn05]. Die
Zusammenhänge zwischen den Einzel eilen des Gesam objek es und de en O dnung müssen
dahe zu o g undlegend analysie we den. Dabei kann zum Beispiel zwischen
hie a chischen ode logischen Zusammenhängen [PaBe97] un e schieden we den.
Genauso müssen auch die S uk u und die Zusammenhänge des zu modellie enden
Sach e hal es in einem (P ozess-) Modell e deu lich we den. Die P ozesse lassen sich
anhand e schiedene , oneinande unabhängige Pe spek i en (zum Beispiel unk ions-,
da eno ien ie [JaBu96]) logisch s uk u ie en. Da au au bauend kann die De ini ion aspek -
o ien ie e Modellie ungssp achen e olgen [JaBu96]. Es sind Modellie ungskons uk e und
Regeln zu de inie en, wie zum Beispiel ein komposi e P ozess, de es e laub , meh e e
logisch zusammengehö ende Sch i e zusammenzu assen und somi Zusammenhänge zu
de inie en.
De s uk u ie ende Aspek geh o mals mi de äs he ischen sowie zeichenha -seman ischen
Funk ion einhe . In dem be ei s in Kapi el 2.2.3 e wähn en P ozessmodell wu de eine
hie a chische Gliede ung in Phasen, Haup p ozesse und A bei ssch i e o genommen. Dies
wu de zusä zlich e gänz du ch Ve wendung e schiedene Fa ben ü den unk ionalen
Aspek . Le z e es dien zum einen de zusä zlichen S uk u ie ung, kann zugleich abe de
äs he ischen Funk ion zugeo dne we den. Denn die a bliche Kennzeichnung wi k sich
posi i au die Lesba kei des Modells aus, da dem Anwende kla is , au welche Ebene e
sich be inde . Dieses Beispiel zeig , dass die einzelnen Funk ionen des Designs nich isolie
oneinande zu be ach en sind, sonde n o mals ineinande g ei en und sich gegensei ig
e gänzen.
Didak ische Funk ion
Schließlich möch e de Designe dem spä e en Anwende mi seinem on ihm en wickel en
Objek auch imme e was e mi eln, d.h. e e olg ein bes imm es Ziel [Schn05]. Dabei
kann es um die Ve mi lung on Ta bes änden, on Wissen und/ ode einem bes imm en
Kenn nissen gehen [Ball70]. Dies muss zunächs inhal lich e mi el we den, um dann zu
de inie en, wie es didak isch e mi el we den kann. Dies is o allem mi de äs he ischen
Funk ion eng e bunden.
Mi jedem Elemen de Modellie ungssp ache und dessen Ve knüp ung zu wei e en
Elemen en soll ein Ausschni aus de Reali ä e mi el we den. Die im Kon ex diese
A bei e s ell en P ozessmodelle sollen dem Nu ze einen Übe blick da übe geben, welche
DESIGN UND MODELLIERUNG – EINE ABGRENZUNG 3.1
55
Au gaben die jeweilige O ganisa ion zu e üllen ha und wie diese Tä igkei en zum Beispiel
ollen- und / ode ab eilungsübe g ei end mi einande zusammenhängen. Die didak ische
Funk ion bezieh sich somi zunächs au das Modell und muss dann au die
Modellie ungssp ache he un e geb ochen we den. Fü eine besse e didak ische Ve mi lung
eines Sach e hal es kann dann zum Beispiel de inie we den, dass nie meh als sieben
Elemen e au einem Bla gezeichne we den [Mill56]. Diese Aspek wu de be ei s bei de
äs he ischen Funk ion genann , was zeig , dass mi einem im Design de inie en Aspek gleich
meh e e Funk ionen e üll we den können.
Folgendes kann somi ü das P ozessdesign es gehal en we den:
3.1.2 Modellie ung
U sp ünglich wu de de Beg i Modell o allem im Be eich de A chi ek u e wende . Do
bezeichne das i alienische Wo „modello“, das aus dem La einischen (modellus) s amm
(deu sch: Maßs ab), einen Maßs ab [Mi 84]. De bezeichne e Maßs ab is Teil eines
Mess o gangs, de einen Ausschni de Reali ä in eine ü den Menschen e s ändliche,
„leich e ealisie ba e“ [Mi 84] Da s ellung umse z .
Auch heu zu age we den bei Ges al ungs- und En wicklungs o gängen zum besse en
Ve s ändnis und zum Zweck de Kommunika ion Objek e ode ein Sach e hal e ein ach ,
Zu Beginn de Designphase muss zunächs eine genaue An o de ungsanalyse im Hinblick
au den abzubildenden Sach e hal , den Zweck de Abbildung und das da ü gewünsch e
P ozessmodell mi seinen indi iduellen Eigenscha en e olgen (= Inpu ).
Da au au bauend gil es, die no wendigen Funk ionen zu ealisie en, was in Fo m de
Modellie ungssp ache und de en Modellie ungselemen en, de en Eigenscha en und
Modellie ungs o sch i en e olg . Dies kann du ch Anpassung ode Auswahl eine
exis ie enden Modellie ungssp ache ode die komple e Neude ini ion e olgen. Dabei gil
es zu beach en, dass sich im Design eine An o de ung au meh e e Funk ionen beziehen
kann bzw. umgekeh eine Funk ion au meh e e An o de ungen. Deswei e en besch änk
sich die Umse zung de Funk ion nich nu au das Design, sonde n e s eck sich auch au
die nach olgenden Phasen des P ozesslebenszyklus.
Das E gebnis (= Ou pu ) is zunächs eine Modellie ungssp ache, welche die disku ie en
Funk ionen im Hinblick au den ak uell o liegenden Kon ex un e s ü z bzw. e üll . Sie
wi d e gänz du ch die Angabe on Modellie ungs egel zu E s ellung eines Modells. Dies
üh le z endlich zu Fes legung de konzep ionellen Modellges al ung, was explizi on
de Modellie ung eines konk e en Sach e hal es abzug enzen is . Auch können Aspek e
de inie we den, die sich au die Ve wendung des Models beziehen.
3.2 METHODISCHE GRUNDLAGEN DES DESIGNS
62
Um Zei - und Kos ene spa nisse zu e zielen, bie e es sich o mals an, die Reihen olge de
Sch i e zu ände n, wodu ch zum Beispiel unnö ige Wa ezei en bei zwei
au einande olgenden Sch i en e mieden we den können [ReLi04]. Die Neuo dnung in
Abbildung 3-3 is jedoch nu möglich, wenn P ozess 3 nich da au angewiesen is , dass
P ozess 1 und 2 o ihm ausge üh sind. Als eine Sonde o m is die pa allele Ano dnung
on Sch i en zu nennen [ReLi04] [Schu06], die o allem eine Ve kü zung de Du chlau zei
zum Ziel ha .
Benchma king
Das Benchma king (= Maßs äbe se zen) basie au einem sys ema ischen Ve gleich de
eigenen O ganisa ion mi eine Ve gleichso ganisa ion an Hand on Ähnlichkei swe en bzw.
Kennzahlen [Gabl10] [ZdKa02]. Es we den P oduk e und Diens leis ungen, abe auch
P ozesse be ach e , d.h. s uk u ie e glichen [Gabl10]. Le z e es is auch un e dem Beg i
P ocess Benchma king geläu ig [MCLP99] [Zai 94] [ZaSi95].
Die Me hode is nu anwendba , wenn zu den eigenen de inie en P ozessen
Ve gleichsp ozesse o handen sind. Die zu e gleichenden P ozesse müssen dabei de a
de inie sein, das ein Ve gleich möglich is .
Die e gleichende Analyse kann aus be iebswi scha liche wie auch aus IT-bezogene
Sich weise e olgen, um un e wi scha lichen Gesich spunk en in quali a i e wie auch
quan i a i e Hinsich einen Ve gleich au zus ellen [MCLP99] [ZdKa02]. Im Vo de g und
s eh de Leis ungs e gleich de Un e nehmen bzw. hie de Un e nehmensp ozesse [ZaSi95]
[ZdKa02]. Dazu we den un e ande em Kundenbe agungen ode Leis ungs e gleiche au
Basis on e ö en lich en S a is iken du chge üh [ZaSi95]. Die Analyse e olg anhand
zu o es geleg e Re e enzwe e, wie zum Beispiel Du chlau zei , Absa zzahlen ode
Kos enaspek e [MCLP99] [Zai 94].
We den ele an e Abweichungen zwischen Re e enz- und Is -We iden i izie , gil es
en sp echende Ände ungsmaßnahmen o zunehmen, um die Abweichungen zu beheben ode
zumindes zu e inge n [Gabl10] [ZdKa02]. Die Rele anz de Abweichungen wi d du ch
de en Ausmaß zum o gegebenen Re e enzwe de inie . Die Spezi ika ion indi iduelle
Re e enzwe e is no wendig, weil sich Un e schiede zwischen den Un e nehmen und ih en
P ozessen auch aus den indi iduellen Rahmenbedingungen e geben können, die sich dann
wenige zum Ve gleich anbie en.
Das Benchma king is auch in engem Zusammenhang mi Bes P ac ices (siehe Absa z oben)
zu sehen. Denn das Analyse e ah en im Rahmen des p ozesso ien ie en Benchma king wi d
auch dazu e wende Bes P ac ices zu iden i izie en [ZaSi95]. In diesem Zusammenhang
wi d auch on Bes P ac ice Benchma king gesp ochen.

METHODISCHE GRUNDLAGEN DES DESIGNS 3.2
63
Bewe ung des P agma ischen P ozessdesigns
Leide üh en die Me hoden des p agma ischen P ozessdesigns nich zwingend zu dem
op imalen Design de P ozesse [ReNV07]. Dies esul ie da aus, dass die Me hodik au
E ah ungswe en au bau , die seh on de pe sönlichen Wah nehmung abhängen. Die
E ah ungswe e sind jedoch auch posi i zu bewe en. Bei dami ges al e en P ozessabläu en
bes eh ein gewisses Maß an Siche hei , dass ein zu iedens ellendes und e wendba es
E gebnis e ziel we den kann. Au g und de E ah ung können gewisse „An änge “-Fehle
e mieden we den. Sowohl Bes P ac ices als auch Benchma king bie en den Vo eil, dass ein
Ve gleich mi bei ande en Un e nehmen e olg eich eingese z en Lösungen e olg und die
di ek e O ien ie ung am Ma k möglich is .
Bes P ac ices sind nich ohne einige zusä zliche A bei ssch i e einse zba , sonde n müssen
noch an die konk e en Bedingungen inne halb de be e enden O ganisa ion angepass
we den. Diese Anpassungsp ozess soll e au wands echnisch nich un e schä z we den.
Selbiges gil auch ü die im Rahmen eines Benchma kings iden i izie en
Ve besse ungsmaßnahmen. Nich jedem Un e nehmen is dies aus o ganisa o ischen ode
inanziellen G ünden möglich. Beim Benchma king is zudem o allem die Spezi ika ion de
Re e enzwe e ein k i ische Sch i . Das Un e nehmen muss sich da übe im Kla en sein,
welche Ziel o s ellungen es genau e olg . Bei einem Ve gleich mi ande en O ganisa ionen,
wie e beim Benchma king ollzogen wi d, bes eh zudem s e s die Ge ah , dass „Äp el mi
Bi nen“ e glichen we den, auch wenn es sich um dieselben Kennzahlen jedoch in eine
ande en o ganisa o ischen Umgebung (zum Beispiel im Hinblick au die Un e nehmensg öße,
den geog aphisch zu e eichenden Absa zma k ) handel . Es we den mögliche weise alsche
Schlüsse gezogen, du ch die unnö ige, wenn nich soga kon ap oduk i e Maßnahmen
e anlass we den.
Bei den hie o ges ell en Me hoden wi d das Design be ei s im Rahmen eines sich
wiede holenden, d.h. e besse nden P ozesslebenszyklus du chge üh . Von eine komple en
Neude ini ion eine Modellie ungssp ache wi d dahe übliche weise Abs and genommen, da
dies eine seh um assende und au wendige Neumodellie ung des gegebenen Sach e hal es zu
Folge haben kann. Das Design besch änk sich au die De ini ion on Modellie ungs egeln.
Nach Gesag em mach dies im Kon ex eines kon inuie lichen Ve besse ungsp ozesses
du chaus auch Sinn, so dass dies hie nich nega i ausgeleg we den soll e.
Die p agma ischen Ansä ze des P ozessdesigns bilden die G undlage ü die En wicklung de
im Folgenden besch iebenen heo e ischen, wissenscha lichen Ansä ze. Die beiden
Aus ich ungen des Designs e gänzen sich somi gegensei ig bzw. bauen au einande au .
3.2.2 Theo e isches P ozessdesign
Im Gegensa z zum p agma ischen P ozessdesign handel es sich bei de heo e ischen
Aus ich ung um einen o malen Ansa z, de auch un e dem Beg i scien i ic design geläu ig
3.2 METHODISCHE GRUNDLAGEN DES DESIGNS
64
is [HoVe01] [ReNV07] [ AHW03] [ Aal98]. Es basie au o malen Me hoden und
Techniken und is on eine seh analy ischen Vo gehensweise gep äg [HoVe01] [RL A03].
Als design om sc a ch [ReNV07] [RL A03] we den P ozesse g undlegend, ohne be ei s
exis ie ende P ozesse zu be ücksich igen, neu ges al e , weshalb auch on einem
e olu ionä en Ansa z gesp ochen wi d [ReNV07] [RL A03]). Dabei is es das Ziel, den
op imalen P ozessablau und all seine zusä zlichen Eigenscha en zu spezi izie en.
Im Folgenden sollen exempla isch Ansä ze des heo e ischen P ozessdesigns o ges ell
we den. Dies sind:
• P oduc Based Design
• Algo i hmen
P oduc Based Design (PBD)
De Ansa z des P oduc Based Design [ReNV07] [RL A03] [ HRe00] is im Kon ex diese
A bei on In e esse, da e im Hinblick au die beispielha e wende e Anwendungsdomäne
de P oduk en wicklung (siehe Kapi el 2.2.1) ein seh naheliegende und nach ollziehba e
Ansa z is . Hie bilde das P oduk den p imä en Ansa zpunk zu Analyse, um die ü die
Fe igung des P oduk es no wendigen P ozesse de inie en zu können.
Das P oduc Based Design is g undsä zlich eine Übe agung de Idee de S ücklis e [O li72]
aus de P oduk ion- bzw. Fe igungswi scha au den Be eich adminis a i e P ozesse
[ReNV07] [ HRe00]. Es gil die Annahme, dass das P oduk alle ü den He s ellungsp ozess
no wendigen In o ma ionen lie e . Es e olg dahe zunächs die Iden i ika ion de
P oduk bes and eile (= da a elemen s) und de en logischen Abhängigkei en (= p oduc ion
ules). Die sich da aus e gebende S uk u wi d im sog. P oduk da enmodell (= PDM)
es gehal en. In Abbildung 3-44 is beispielha ein solches P oduk da enmodell zu sehen. Die
Kno en s ellen die Bes and eile (= da a elemen s) da ; mi els de Kan en we den die
Abhängigkei en e deu lich . De Wu zelkno en an de obe s en S elle in de Abbildung s ell
das Endp oduk da .
Ausgehend on dem P oduk da enmodell kann da au au bauend das P ozessmodell e s ell
we den. Folgende Me hodik is dazu de inie :
• Ein ode meh e e da a elemen s we den zu einem He s ellungssch i (=Ac i i y)
zusammenge ass . In Abbildung 3-4 we den zum Beispiel die neun da a elemen s im
linken un e en Teil des P oduk da enmodells de Ac i i y G zugeo dne . Dieses
Vo gehen wi d ü alle es lichen Kno en wiede hol , bis kein Kno en meh üb ig is .
• Es e olg die Fes legung eine Reihen olge de He s ellungssch i e (=Ac ici y)
4 Die Bezeichnung de Kno en in de Abbildung is in diesem Kon ex nich on Rele anz.
METHODISCHE GRUNDLAGEN DES DESIGNS 3.2
65
Mi diesen In o ma ionen kann schließlich das P ozessmodell de inie we den. Dami e olg
nach de De ini ion on Design und Modellie ung in den Kapi el 3.1.1 und 3.1.2 de Wechsel
zu Modellie ungsphase, was in de hie zi ie en Li e a u nich de a di e enzie be ach e
wi d.
Es handel sich p inzipiell um eine seh a ionale und auch e izien e Vo gehensweise, da das
P oduk als G undlage des Designs e wende wi d. Jede Sch i im P ozessmodell kann mi
einem da a elemen aus dem P oduk da enmodell beg ünde we den kann, so dass keine
unnö igen Sch i e im P ozessmodell zu inden sind. Die Vo gehensweise kann jedoch nich
e hinde n, dass dennoch „schlech e“ Abläu e (zum Beispiel du ch hohe Wa ezei en)
de inie we den.
Abbildung 3-4 P oduk da enmodell aus [ReNV07]
3.2 METHODISCHE GRUNDLAGEN DES DESIGNS
66
Algo i hmen
Algo i hmen zeichnen sich dadu ch aus, dass sie eine eindeu ige Handlungs o sch i zu
Lösung eines P oblems o geben [Le i02] [HoVe01] [VTMR07]. Dazu muss das
Designp oblem zunächs o mal in einem Modell besch ieben we den, um dann un e
Be ücksich igung on Op imie ungs unk ionen (zum Beispiel addi i e ode Min-Max-
Funk ion) des op imale Design ablei en zu können. Dies e olg o nehmlich in Bezug au die
Aspek e Zei und Kos en.
Auch im Be eich des P ozessdesign we den inzwischen Algo i hmen angewende , auch wenn
dies au g und des o malen Cha ak e s de Algo i hmen gegenübe den o nu quali a i zu
beu eilenden P ozessen schwie ig is [YuLi00] [VTMR07]. Im Folgenden we den d ei
Techniken, die auch im Rahmen des P ozessdesigns angewende we den, o ges ell . Die
E läu e ungen sind nu ku z, da es sich um seh ma hema ische Ve ah en handel - ein
Themengebie , das im Rahmen diese A bei nich im Fokus de Be ach ung s eh .
• Im Rahmen de Ma hema ischen P og ammie ung [HoVe01] wi d das
Op imie ungsp oblem, hie de P ozess, in Fo m eine en sp echenden (Ziel-)
Funk ion e ass inklusi e de Angabe on Va iablen und Cons ain s im Hinblick au
die Ressou cen, wie zum Beispiel Rollen ode Sys eme. Be echne we den dami
zulässige und op imale Lösungen ü das P oblem. Es eigne sich jedoch ehe nu ü
kleine e Fälle, o allem was die Anzahl de Va iablen be i .
• Bei g öße en Design- bzw. Op imie ungsp oblemen kann die sog. B anch-and-bound-
Me hode [AVTa89] [HoVe01] [IcSZ93] e wende we den. Im Ve gleich zu
ma hema ischen P og ammie ung is sie leich e zu implemen ie en, ha meis eine
kü ze e Rechenzei und lie e besse e E gebnisse. Ziel de Me hode is es einen
En scheidungsbaum zu de inie en, dessen Kno en P ozesssch i e und dessen Kan en
den Kon oll luss da s ellen. Beginnend mi de Auswahl eine S a -Ak i i ä wi d
dem en s ehenden Baum jeweils eine wei e e Ak i i ä hinzuge üg . Die Auswahl
e olg un e Ve wendung eine Bewe ungs unk ion, die miss , ob de ausgewähl e
Kno en einen wei e en Bei ag zu E zeugung des inalen P ozessou pu s lie e .
Diese Vo gang wi d als B anch-Sch i bezeichne und wi d so o du chge üh bis
das Hinzu ügen eines wei e en P ozesssch i es zu keine besse en Lösung üh . De
Bound-Sch i ha un e dessen die Au gabe, bes imm e Zweige des Baumes mi els de
De ini ion on Sch anken "abzuschneiden". Dies bedeu e , dass diese in de wei e en
Be echnung nich meh be ach en we den, um den Rechenau wand zu beg enzen. Die
Sch anken we den au Basis on Heu is iken es geleg .
• Des Wei e en gib es gene ische Algo i hmen [HoVe01] [LeMR94] [RuLe95], die
auch nich analy isch lösba e P obleme behandeln können. Sie gene ie en wiede hol
e schiedene „Lösungs o schläge“ ü die P ozessmodelle. Dies se z o aus, dass
zu o alle möglichen P ozesselemen e de inie wu den. Die be ei s e s ell en
Lösungen we den imme wiede e ände , mi einande kombinie und kon inuie lich
METHODISCHE GRUNDLAGEN DES DESIGNS 3.2
67
eine Auslese un e zogen, so dass sich die Lösungs o schläge den ges ell en
An o de ungen sch i weise annähe n.
Wie be ei s beim P oduc Based Design inde auch bei den hie o ges ell en Algo i hmen
eine Ve mischung on Design und Modellie ung s a . Wäh end die De ini ion de
Algo i hmen dem Design zuzuo dnen is , sind die E gebnisse de Au lösung bzw.
Anwendung als Modelle zu e s ehen. Die Au lösung de Algo i hmen sowie die E gebnisse
sind somi de Modellie ungsphase zuzuo dnen.
Es gil anzume ken, dass die Algo i hmen in Bezug au das P ozessdesign noch „in den
Kinde schuhen“ s ecken. So müssen sie bzgl. di e se p ozessspezi ische Aspek e noch
wei e en wickel we den, wie zum Beispiel bzgl. de Be ücksich igung de Ta sache, dass ein
P ozesssch i je nach Kon ex un e schiedliche Ou pu s haben kann.
Bewe ung des Theo e ischen P ozessdesigns
Es handel sich beim heo e ischen P ozessdesign um eine seh s uk u ie e und analy ische
Vo gehensweise, die zu eindeu igen und logisch nach ollziehba en E gebnissen üh . Fehle
au g und on Meh deu igkei eine Designlösung können e mieden we den.
Übliche weise sind die Me hoden zu o in ande en Be eichen auße halb de P ozessdomäne
bei ähnlichen P oblems ellungen e olg eich angewende wo den (so zum Beispiel im Be eich
des Ingenieu wesens ode de Fe igung), ehe sie auch im Be eich des P ozessdesigns Einzug
gehal en haben. Sie basie en somi au e p ob en Ve ah en, die be ei s meh ach op imie
wu den; sie gehen gewisse maßen aus Bes P ac ices he o und be uhen au
E ah ungswe en bzw. sind his o isch alidie . Dahe sind o allem die Ve ah en, abe
auch die E gebnisse o mals s abile bzw. e lässliche als Me hoden des p agma ischen
P ozessdesigns. Zudem lassen sie sich jede zei in Bezug au einen neuen Anwendungs all
wiede e wenden.
Doch muss be ücksich ig we den, dass die Umgebung, in de die Design-A e ak e
schließlich angewende , d.h. implemen ie we den, au g und ih e Unwägba kei en und
ehlenden Planba kei sowie de k ea i en Komponen e de P ozesso ien ie ung insgesam
nu schwe zu o malisie en is [MaSc97] [HaCh93]. Die Ansä ze sind au g und de
G undlagen und de en His o ie gu au gea bei e und du chdach , jedoch wi d o mals
k i isie , dass sie nu mi iel Au wand umzuse zen und somi unp ak ikabel sind [Reij03]
[RL A03]. Dem kann en gegen gehal en we den, dass zahl eiche Anwendungs älle bekann
sind. Beispielha e Be ich e sind in [Reij03] und [RL A03] zu inden. Es kann schwie ig sein,
die zu designenden Elemen e und die dazugehö igen Kon ex bedingungen so o mal zu
cha ak e isie en, wie es die heo e ischen Me hoden e langen. Die Quali ä eines P ozesses
se z sich zudem aus eine Vielzahl on K i e ien zusammen, die o mals nu in Fo m eines
Komp omisses zu e üllen sind. Welche Komp omiss de Bes e is , is meis nu subjek i ,
nich jedoch o mal zu beu eilen.

3.2 METHODISCHE GRUNDLAGEN DES DESIGNS
68
De Haup k i ikpunk an den Me hoden des heo e ischen P ozessdesigns bes eh da in, dass
keine kla en G enzen zwischen Design und Modellie ung ge o en we den. Die E gebnisse
des Designs we den nich explizi bzw. sepa a als Konzep es gehal en, sonde n we den
ielmeh gleich in die eigen lichen P ozessmodelle in eg ie . Das Design bzgl. eine
Modellie ungssp ache i somi in den Hin e g und. Die S uk u ie hei und
Übe sich lichkei de Vo gehensweise leide da un e , das so o die Ve mischung mi / die
Anwendung au einen konk e en Sach e hal e olg .
3.2.3 Fazi zu den G undlagen des Designs
In Tabelle 3-4 is eine Gegenübe s ellung des p agma ischen und heo e ischen
P ozessdesigns an Hand ausgewähl e K i e ien zu sehen. Die Auswahl de K i e ien ha sich
aus de Analyse de beiden Ansä ze e geben.
Die Ansä ze un e schieden sich g undlegend in ih em Ausgangspunk , wodu ch sich auch
un e schiedliche Einsa zzei punk e im Ve lau des gesam en P ozesslebenszyklus e geben.
Beim p agma ischen P ozessdesign wi d an exis ie enden P ozessen angese z , die an den
iden i izie en Schwachs ellen übe a bei e we den. Demgegenübe s a e de heo e ische
Ansa z „bei null“, weil en wede noch keine P ozesse de inie wu den ode de neue P ozess
sowei wie möglich un o eingenommen bzgl. be ei s exis ie ende P ozesse ges al e we den
soll.
Die Un e scheidung in eak i es und ak i es Vo gehen is mi dem eben Gesag en be ei s
implizi gegeben. Eine Reak ion kann sich imme nu an e was Ve gangenem bzw.
Vo handenem o ien ie en, wie es beim p agma ischen Ansa z mi den exis ie enden P ozessen
als Ausgangspunk de Fall is . Ausgelös wi d eine Reak ion s e s du ch einen sog. „Reiz“,
was den wesen lichen Un e schied zu eine Ak ion ausmach [BiIn09]. Eine Ak ion, das
Handeln an sich, inde zudem meis inne halb eines o gegebenen Regelwe ks nach einem
bes imm en Ablau plan s a [Funk03], was mi den E läu e ungen zum heo e ischen
P ozessdesign einhe geh .
Fo malisie ung bedeu e die „Gene alisie ung eine (wissenscha lichen) Aussage un e
Absehung ih e konk e -empi ischen Bezüge“ [DeTV95]. De Fo malisie ungsg ad de
heo e ischen Ansä ze is seh hoch, wäh end die p agma ischen Ve ah en seh s a k au
E ah ungswe en und somi empi ischen Da en be uhen. Bei den Bes P ac ices is dies wohl
am bes en nachzu ollziehen.
De p agma ische Ansa z geh on exis ie enden P ozessen aus. Diese we den in den meis en
Fällen nu an ausgewähl en S ellen, d.h. lokal, übe a bei e . Beim heo e ischen P ozessdesign
muss de gesam e P ozess om G unde au ges al e we den, da de Ansp uch bes eh , au
einem „weißen Bla Papie “ zu beginnen. Das Design kann dann als global bezeichne
we den.
METHODISCHE GRUNDLAGEN DES DESIGNS 3.2
69
Im Hinblick au den Au wand is es zus ellen, dass beide Me hoden, in ih e Gesam hei
be ach e , mi hohem Au wand e bunden sind.
Wäh end beim heo e ischen P ozessdesign als E gebnis ein op imales P ozessdesign das Ziel
is , is es beim p agma ischen P ozessdesign „nu “ ein e besse es Design. Diese
Fo mulie ung da jedoch au keinen Fall miss e s anden we den. Sie bedeu e nich , dass die
Quali ä bei Le z e em schlech e zu bewe en is . Ve besse bedeu e hie gewisse maßen
„pa e o-op imal“, d.h. ein besse e Zus and bzgl. eines bes imm en Aspek es is nich
möglich, ohne zugleich einen ande en Aspek schlech e zu s ellen [Bon 04].
Ob le z endlich das p agma ische ode das heo e ische Design besse is , wi d in de Li e a u
iel ach disku ie (siehe dazu zum Beispiel [OnSo99]). Beide Ansä ze haben ih en jeweiligen
Einsa zzweck bzw. – zei punk und jeweils ih en Be ech igungsg und. Sie e gänzen sich
gegensei ig und s ehen in Wechselwi kung zueinande , wie es zum Beispiel auch [ReNV07]
e e en. Es muss also gemäß dem indi iduellen Kon ex en schieden we den, welche
Aus ich ung gewähl wi d.
p agma isch heo e isch
Ausgangspunk exis ie ende P ozesse „weißes Bla Papie “
Einsa zzei punk
bzgl.
P ozesslebenszyklus
nach den e s en Umläu en im
P ozesslebenszyklus
o de e s en Ins anziie ung des
P ozesses ode nach meh e en
P ozesslebenszyklusdu chläu en
Vo gehen eak i ak i
Fo malisie ungsg ad ge ing hoch
Scope/ Um ang des
Anwendungsbe eichs
lokal: Op imie ung einzelne
S ellen des Gesam p ozesses
global: Ges al ung des
Gesam p ozesses
Au wand hoch hoch
Anges eb e
E gebnisquali ä
e besse es P ozessdesign op imales P ozessdesign
Tabelle 3-4 Gegenübe s ellung p agma isches und heo e isches P ozessdesign
Es is es zuhal en, dass bei den o ges ell en Ansä zen mi dem E gebnis des P ozessdesigns
meis schon die wi klichen P ozessmodelle be ach e we den, die einen ealen Sach e hal
abbilden. Dies wide sp ich den De ini ionen aus Kapi el 3.1.1 und 3.1.3 bzgl. Design und
Modellie ung, die eine T ennung on Design und Modellie ung o sehen, und is dahe als
ein elemen a e K i ikpunk zu be ach en. Das E gebnis des Designs is die ein
3.3 METHODISCHE GRUNDLAGEN DER MODELLIERUNG
70
konzep ionelle Modellges al ung, au welche de eigen liche Modellie ungs o gang dann
au bauen kann.
Mi diese K i ik geh einhe , dass sich beide Design-Ansä ze da au besch änken, die
P ozesselemen e (pa e o-) op imal in einem P ozessmodell anzuo dnen. Dami bewegen sich
die Ve an wo lichen in dem on den Modellie ungssp achen gegebenen
Handlungsspiel aum, de sich au die eine Ve wendung de be ei s o handenen Aspek e,
Kons uk e ode Me hodiken besch änk , wäh end eine Neude ini ion nich o genommen
wi d. Auch die e schiedenen S udien haben dieses Ve hal en au gezeig (siehe Kapi el
2.3.2). Somi un e s eichen die Besch eibungen de e schiedenen Designme hoden die
be ei s geäuße e K i ik, dass das Design nich in seinem ollen Maße ausgenu z wi d, was
angesich s de Ve mischung on Design und Modellie ung auch nu seh schwe möglich is .
Um die P oblems ellungen des Designs an de Wu zel zu packen, muss sich de ü das
Design Ve an wo liche jedoch gegebenen alls auch mi den einzelnen Elemen en de
Modellie ungssp achen und de en Spezi ika ion auseinande se zen. Dabei geh es um die
F age, ob alle no wendigen Elemen e ü das gewünsch e P ozessmodell übe haup o handen
sind, ob sie den gewünsch en Sach e hal ich ig und unmiss e s ändlich abbilden und ob ih e
Einbindung in das P ozessmodell ko ek is . Danach is zu en scheiden, ob eine exis ie ende
Sp ache bzw. S anda dsp ache e wende we den kann ode nich doch eine
anwendungsbezogene, die gegebenen alls e s de inie we den muss. Is Le z e es de Fall,
sind die dami e bundenen Au gaben kla dem Design zuzuo dnen.
3.3 Me hodische G undlagen de Modellie ung
Es exis ie eine Vielzahl on Modellie ungssp achen, die zum Teil seh un e schiedliche
An o de ungen abdecken [AmSo07] [Sinu04] [SoWa07]. Da in den O ganisa ionen die
S anda dmodellie ungssp achen und ih e eine Anwendung im Vo de g und s ehen, soll au
den Aspek de De ini ion eine (anwendungsbezogenen) Modellie ungssp ache, die Me a-
Modellie ung, eingegangen we den. Das Kapi el gliede sich demnach olgende maßen:
• Modellie ungssp achen
• S anda d- s. anwendungsbezogene Modellie ungssp achen
• Me a-Modellie ung
3.3.1 Modellie ungssp achen
Es wi d ein Übe blick übe allgemein bekann e sowie übe eine leh s uhleigene
Modellie ungssp achen gegeben.
METHODISCHE GRUNDLAGEN DER MODELLIERUNG 3.3
71
3.3.1.1 Uni ied Modeling Language (UML)
Die Uni ied Modeling Language (UML) [OMG11e] [RaJB04] is eine uni e selle, au die
Spezi ika ion und Dokumen a ion on So wa een wicklung ausge ich e e, g aphische,
objek o ien ie e Modellie ungssp ache, die on de Objec Managemen G oup (OMG)
s anda disie wu de. Neben ih em u sp ünglichen Einsa zzweck zu So wa een wicklung
wi d die UML auch ü die P ozessmodellie ung eingese z . Von den ie zehn e schiedenen
Diag amm ypen, die an und ü sich seh he e ogen sind, sich jedoch sp achlich und inhal lich
übe lappen [Tesc03], we den dazu insbesonde e die Ak i i ä sdiag amme (siehe Abbildung
3-5) e wende .
Abbildung 3-5 Beispiel UML-Ak i i ä sdiag amm
Mi einem Ak i i ä sdiag amm we den A bei sabläu e bzw. Wo k lows mi els elemen a en
Ak i i ä en besch ieben. Ein Beispielp ozess is in Abbildung 3-5 zu sehen. Dabei we den
olgende Kno en übe Kon oll- und Objek lüsse sequen iell hin e einande geschal e :
3.3 METHODISCHE GRUNDLAGEN DER MODELLIERUNG
78
Sie dü en nich in den Kon oll luss in eg ie we den. Die in Kapi el 3.1.1 einge üh en
Au gaben des Designs können also nich olls ändig ealisie we den.
Die S udien on [RIRG06] und [Reck10] zeigen Schwachs ellen de Modellie ungssp ache
au . Un e ande em können mi BPMN keine Zus ände, sonde n nu Ak i i ä en und
E eignisse da ges ell we den. Sach e hal e können mi e schiedenen
Modellie ungskons uk en da ges ell we den, da diese seman isch nich eindeu ig de inie
sind. So können Rollen mi „Pools“ und „Lanes“ modellie we den. Die beiden Kons uk e
„Pools“ und „Lanes“ sind mi meh achen Bedeu ungen übe laden und können somi nich
eindeu ig e wende we den. Es gib eine seh di e enzie e Menge an „E en s“ mi jeweils
spezi ische Bedeu ung. Angesich de Menge on E en s is jedoch E klä ungs- bzw.
e höh e Eina bei ungsbeda o handen [Allw10].
BPMN dien o allem de Modellie ung on Geschä sp ozessen au konzep ionelle Ebene.
Fü Modelle, die di ek mi els eine Wo k low Engine ausge üh we den sollen, bie e sich
BPMN wenige gu an, was jedoch auch nich das p imä e Ziel wa bzw. is [ HAA10]
[Whi 04]. Dies zeig sich auch in dem da ü zusä zlich no wendigen
Modell ans o ma ionssch i , de einen zusä zlichen Au wand e o de .
T o z de genann en K i ikpunk e wi d de S anda d BPMN imme häu ige bei den
Modellie ungsp ojek en de O ganisa ionen e wende [Allw10]. Die G ünde da ü liegen
zum einen in de S anda disie ung, die ein e lässliches Rahmenwe k o gib , abe wohl auch
an de ehlenden Konku enz.
3.3.1.4 Aspek o ien ie e P ozessmodellie ung
Die aspek o ien ie e Modellie ung (AOPM, ode engl. POPM = Pe spec i e O ien ed P ocess
Modeling) wu de im Rahmen des MOBILE P ojek s [Mobi00] an de F ied ich-Alexande -
Uni e si ä E langen-Nü nbe g en wickel . Dabei s anden zunächs p imä die Modellie ung
on Wo k lows im Vo de g und und wenige die im Rahmen diese A bei okussie en
Geschä sp ozesse. Das g undlegende Konzep ü dieses P ojek wu de e s mals in [Jabl94]
o ges ell , sowie in [Jabl95] und [JaBu96] aus üh lich besch ieben.
Es gib sowohl eine ex uelle, als auch eine g aphische Spezi ika ion diese
Modellie ungssp ache [Jabl01], wobei Le z e e im Folgenden im Fokus s ehen soll. Basie end
au den P ojek e ah ungen (u.a. [Ho n03]) wu de on de Fi ma P oda o das
P ozessmodellie ungswe kzeug i>pm (= In eg a ed P ocess Modele ) [P od05] en wickel .
Dieses adap ie das Konzep de aspek o ien ie en Wo k low-Modellie ung ü
Anwendungsp ozesse und kann somi auch ü die Modellie ung on Geschä sp ozessen
e wende we den. Inzwischen gib es mi OMME (Open Me a Modeling En i onmen ,
[VoJa10a] [VoJa10b]) einen e s en P o o ypen eine g undlegend übe a bei e en Ve sion des
Modellie ungswe kzeuges (meh In o ma ionen olgen im wei e en Ve lau de A bei ).

METHODISCHE GRUNDLAGEN DER MODELLIERUNG 3.3
79
Die G undidee om AOPM is , dass ein Modellie ungskons uk aus e schiedenen,
oneinande unabhängigen, o hogonalen Teilen bes eh . Diese e schiedenen Aspek e
e möglichen eine um assende Besch eibung des Modellie ungsgegens andes. Bei einem
konk e en Anwendungs all müssen jedoch nich zwingend alle de inie en Aspek e e wende
we den. Konzep ionell is die Anzahl de Aspek e beliebig; es können jede zei neue Aspek e
hinzuge üg we den. Ebenso können die Aspek e an sich jede zei e wei e we den. Die Basis
ü diese E wei e ungen bilde die de Me hode zug unde geleg e Me a-Modell-Hie a chie
nach [AkKü05], [HeGo06] und [JaVD09].
Eine wei e e wesen liche Eigenscha diese Modellie ungssp ache is das sog. Typ-
Ve wendungskonzep . Dies bedeu e , dass ein Modellie ungskons uk einmalig de inie wi d
(= Typ) und dann beliebig o in dem zu e s ellenden P ozessmodell wiede e wende we den
kann (= Ve wendung). So wi d zum Beispiel zunächs de Da en-Typ „Un e suchungsplan“
einmal de inie und dann im Beispielp ozess in Abbildung 3-8 d eimal e wende .
Abbildung 3-8 Beispiel AOPM-Modell
Nach [JaBu96] we den zumeis die olgenden Aspek e bei de P ozessmodellie ung
e wende :
• Funk ionale Aspek : Zu Fes legung eine g undlegenden S uk u we den P ozesse
und Un e p ozesse de inie . Kann ein P ozess nich meh in wei e e Teilp ozesse
au gegliede we den, handel es sich um einen elemen a en P ozess; ande n alls
sp ich man on einem komposi en P ozess.
3.3 METHODISCHE GRUNDLAGEN DER MODELLIERUNG
80
• Ve hal ensbezogene Aspek : Die einzelnen P ozesse we den mi els Kon oll luss
in eine Reihen olge geb ach . De Kon oll luss kann linea ode e zweig sein,
pa allel ode al e na i e olgen.
• O ganisa o ische Aspek : Es wi d es geleg , we ü die Aus üh ung eines
Sch i es e an wo lich is , wobei lediglich neu ale Rollen de inie we den, s a
konk e e Pe sonen anzugeben (siehe De ails dazu in [Buss98], [JaTa09] und
[TaVJ10]).
• Ope a ionale Aspek : Es wi d angegeben, mi Hil e welche We kzeuge und
Sys eme die eigen liche Funk ionali ä e b ach wi d, ob zum Beispiel mi Mic oso
Wo d und Excel ode speziellen medizinischen Ge ä en.
• Da eno ien ie e Aspek : Diese Aspek besch eib den Da en luss on einem
P ozesssch i zum nächs en. Ein Da en luss en s eh dabei du ch eine Ou pu -Inpu -
Beziehung zwischen zwei P ozessen. Wäh end de eine P ozesssch i das Da um
p oduzie , konsumie de nach olgende P ozesssch i dieses Da um.
Als wei e e Aspek e sind de his o ische [Schl04], de quali ä s- sowie de
siche hei sbezogene Aspek [JaBu96] zu nennen.
Bewe ung
Die AOPM de inie g undlegende Kons uk e zu Modellie ung on Geschä s- wie auch
Wo k lowp ozessen. Du ch die beg enz e Anzahl an leich in e p e ie ba en
Modellie ungskons uk en in de G und e sion on AOPM (domänenspezi ische Kons uk e
sind dabei nich mi eingeschlossen) is die Sp ache ü den Anwende leich zu e le nen.
Alle wich igen Kons uk e und Eigenscha en sind spezi izie , wodu ch die Sp ache seh
mäch ig is . Du ch die De ini ion de e schiedenen Aspek e und die Zuo dnung de
Kons uk e zu diesen, is eine kla e S uk u ie ung de Modellie ungssp ache wie auch de
dami e s ell en Modelle möglich. Au g und de aspek o ien ie en Komposi ion und de
dami e bundenen Modula isie ung is zudem ein hohes Maß an Flexibili ä de
Modellie ungssp ache o handen. Es kann eine beliebige Anzahl an Aspek en de inie
we den, die au de einen Sei e unabhängig oneinande sind, sich au de ande en Sei e
jedoch gegensei ig e gänzen. Du ch die jede zei mögliche E wei e ung um zusä zliche
Kons uk e, A ibu e und/ ode Aspek e kann die AOPM leich indi iduell an spezielle
Domänen angepass we den. So exis ie en inzwischen mi den Ve sionen i>PM4Med bzw.
i>PM4QM Anpassungen ü die medizinische Domäne bzw. ü die Aspek e des
Quali ä smanagemen s. Die in Kapi el 3.1.1 ü das Design e läu e en
Handlungsmöglichkei en können bei AOPM olls ändig umgese z we den. Dies is ein
en scheidende Vo eil gegenübe den in den o he igen Kapi eln o ges ell en
Modellie ungssp achen.
METHODISCHE GRUNDLAGEN DER MODELLIERUNG 3.3
81
Das P inzip de Wiede e wendung in Fo m des Typ-Ve wendungskonzep s is als eine
he aus agende Eigenscha diese Modellie ungssp ache zu bewe en. Es äg beim
Modellie ungs o gang wesen lich zu E izienzs eige ung bei, abe auch zu Reduk ion on
Fehle n bei de Modellie ung.
3.3.2 S anda d- s. Anwendungsbezogene Modellie ungssp achen
Wie in den Aus üh ung in Kapi el 3.3.1 zu sehen wa , kann g undlegend zwischen
S anda dsp achen, wie BPMN, und anwendungsbezogenen Sp achen, zum Beispiel AOPM,
un e schieden we den. De wesen liche Un e schied bes eh da in, dass Le z e e indi iduell
ü einen konk e en Anwendungsbe eich- bzw. all e s ell sind. Wie di izil allein diese
En scheidung be ei s ohne konk e o liegenden Anwendungs all is , zeig olgende
Abschni .
3.3.2.1 S anda dmodellie ungssp ache
Vo eile
Fü die S anda dmodellie ungssp achen sp ich ih e Allgemeingül igkei bzw. Gene izi ä . Da
diese nich die Cha ak e is ika eine speziellen Anwendungsdomäne be ücksich igen, sind sie
so allgemein de inie , dass sie die bei den meis en Anwendungs ällen o zu indenden
Eigenscha en und Aspek e gene isch abdecken [FiHR08] [Meil05] [Wa s08] und einen
g oßen F eihei sg ad bei de Modellie ung bie en [Allw06]. So kann zum Beispiel die
S anda dmodellie ungssp ache BPMN ü die Modellie ung on Geschä sp ozessen eines
Indus ieun e nehmens e wende we den, abe ebenso zu Modellie ung klinische P ade (=
medizinische P ozesse). Anwendungsbezogene Modellie ungssp achen können zwa auch
de a e wende we den. Dies kann jedoch dazu üh en, dass Modellie ungselemen e nich in
ih em eigen lichen Sinne e wende we den, so dass die Eindeu igkei de Sp ache leide .
In einem Abs immungsp ozess zwischen den Ve an wo lichen und möglichen Anwende n
de S anda dmodellie ungssp ache we den allgemeingül ige Sp achelemen e und eine
allgemeingül ige Te minologie de inie [DeIN10] [G Ko05]. Dami sind S anda dsp achen
ü den no malen Anwende übliche weise leich e zu e s ehen (allgemeine
Ve s ändlichkei ), weil kein spezielles domänenspezi isches Wissen zum Ve s ändnis nö ig
is . Die Modelle können somi als Basis zu Kommunika ion zwischen den e schiedenen
S akeholde n (dies sind Manage des Un e nehmens, In e essen en ande e O ganisa ionen
ode auch Kunden) e wende we den [SmFi03], die keine ausgewiesenen Kenn nisse im
Be eich de Modellie ung besi zen ode wenn es bei de Kommunika ion um
domänenübe geo dne e Aspek e, wie zum Beispiel s a egische En scheidung inne halb eine
O ganisa ion geh . De Aspek de besse en Ve s ändlichkei gil jedoch nich
uneingesch änk . Zum Zweck de S anda disie ung muss eils auch in solchem Ausmaß
abs ahie we den, dass de Anwende keinen di ek en Zugang meh zu de Sp ache bzw.
dem dami da ges ell en Sach e hal inde [ClSW08] [Jabl09] [Wa s08].
3.3 METHODISCHE GRUNDLAGEN DER MODELLIERUNG
82
Die S anda dmodellie ungssp achen sind o mals kompa ibel und können on e schiedenen
(Modellie ungs-) Sys emen in e p e ie we den (In e ope abili ä bzw. P obabili ä ), so dass
sie ielsei ig einse zba sind [DeIN10] [G Re93] [Jabl09] [VoZe09] [Wa s08]. Die
Wiede e wendba kei e spa Au wand bzgl. Schni s ellenbesch eibungen und
Kon e ie ungs ools sowie bzgl. de En wicklungen on Indi iduallösungen. Es ha zudem
auch eine posi i e Auswi kung au den Bekann hei sg ad eine Modellie ungssp ache. Die
S anda dmodellie ungssp ache BPMN wi d zum Beispiel on den Modellie ungswe kzeugen
ARIS Toolse , dem In e s age Business P ocess Manage 7.1 (Fuji su), Signa io P ocess
Edi o (Signa io GmbH) sowie SAP Ne Wea e Composi ion En i onmen (SAP)
implemen ie ; ak uell gib es 71 Lösungen [OMG11b].
Da S anda ds p inzipiell einen höhe en Bekann hei sg ad haben als domänenspezi ische
Sp achen, allen die Kos en de Eina bei ung ge inge aus ode en allen soga komple
[Wa s08]. Diese Zusammenhang is dami zu e klä en, dass du ch den Bekann hei sg ad
iele po en ielle Anwende be ei s Kenn nisse übe die Sp ache haben, so dass de zusä zliche
Schulungsau wand und olglich die Kos en ge inge aus allen. Aus Sich des Anwende s
en allen zudem die Kos en ü die En wicklung solche Sp achen. Diese agen die ü die
En wicklung und P lege de S anda ds zus ändigen O ganisa ionen, wie zum Beispiel
inzwischen die Objec Managemen G oup OMG ü BPMN. O ene S anda ds we den auch
ohne Lizenzgebüh angebo en [SmFi03].
Die Ve an wo ung ü die En wicklung und P lege de S anda ds is kla de inie und lieg
in den Händen eine einzigen e an wo lichen O ganisa ion. Dami können Uns immigkei en
du ch e schiedene En wicklungsg uppen e mieden we den. So wi d BPMN wie be ei s
e wähn sei 2005 on de Objec Managemen G oup gep leg . Zudem nimm diese
O ganisa ion dann auch den hohen Kos en- und Zei au wand de En wicklung und P lege au
sich, wo on ge ade kleine e O ganisa ion mi ge ingen inanziellen Mi eln p o i ie en.
S anda dsp achen bie en sich als Basis zu En wicklung domänenspezi ische Sp achen an
[GiGW00]. Sie bilden die G undlage ü die E gänzung um spezielle Aspek e. Dami
e gänzen sich S anda d- und domänenspezi ische Sp achen und es zeig sich hie seh
deu lich, dass beide Ansä ze ih en Sinn und ih e Be ech igung haben.
Nach eile
Bemängel wi d un e ande em, dass S anda dmodellie ungssp achen inhal lich o mals nich
olls ändig sind [G Ko05] [Jabl09] [RIRG06]. Au g und ih e Allgemeingül igkei und
Gene izi ä können die Sp achen nich alle Face en de möglichen Anwendungs älle
abdecken [G Ko05] [Meil05] [Müll90]. So konn en zum Beispiel konk e ü BPMN
empi ische Un e suchungen das Fehlen on wesen lichen Aspek en au decken. Do ehl es
un e ande em an Möglichkei en zu Da s ellung de S uk u eines Sys ems [RIRG06] sowie
on Geschä s egeln (= business ules) [Reck10].
METHODISCHE GRUNDLAGEN DER MODELLIERUNG 3.3
83
Im Bewuss sein des P oblems de mangelnden Volls ändigkei , wi d e such , möglichs iele
Aspek e in einen S anda d zu in eg ie en. Dies üh jedoch unweige lich dazu, dass sich die
Anzahl de Kons uk e und Funk ionali ä en und dami de Um ang de S anda ds e höh und
diese inhal lich wie unk ional übe laden sind. Die P oduk i i ä de Modellie ung leide
dabei und die Sp achen we den unhandlich. So is ü BPMN eine Vielzahl e schiedene sog.
„E en s“ de inie (siehe Anhang B). Wie auch in [RIRG06] und [Reck10] bes ä ig we den
konn e, is es leich nach ollziehba , dass ein Anwende on den zu Ve ügung s ehenden
Möglichkei en e schlagen is , auch wenn jedes de Kons uk e ü sich e s ändlich is . Du ch
die dami anges eb e Volls ändigkei geh im Bezug au die einzelnen Elemen e jedoch die
mi S anda dmodellie ungssp achen anges eb e Gene izi ä e lo en.
Da die Spezi ika ion de S anda dmodellie ungssp ache allgemeingül ig gehal en is [Meil05]
[Müll90], leide o mals die P äzision de Sp ache. Dies üh zum Ve lus de Mäch igkei
bzw. wie [ClSW08] es o mulie : “any gain made in widening he applicabili y o a language
o di e en domains will be a he expense o he ichness o he language ha makes i so
sui able o a pa icula domain”. Eine kompak e, achspezi ische Fo mulie ung eines
Sach e hal es is nich möglich [DSMF10] [FiHR08] [F L03]. Die domänenspezi ischen
An o de ungen an eine Sp ache sind jedoch zum Teil so gegensä zlich, dass sie nu schwe
allgemeingül ig „un e einen Hu “ geb ach we den können [ClSW08] [Jabl09]. Die
Kons uk e Lane und Pool sind in BPMN seh undi e enzie de inie und somi ih
konk e e Einsa zzweck ü den Anwende nu schwe e sich lich ode soga miss e s ändlich
[Reck10].
Eng e bunden mi de allgemeingül ig gehal enen De ini ion sind
S anda dmodellie ungssp achen nich an die E o de nisse eine speziellen
Anwendungsdomäne angepass und dahe dann bei anwendungsbezogenen Fällen nu
eingesch änk anwendba [F L03] [Meil05] [Müll90]. Es ehlen die Kons uk e ode
dazugehö ige A ibu e zu Da s ellungen gewisse Aspek e eines speziellen, abe in dem
o liegenden Fall essen iellen Sach e hal es. Beispielha zu nennen wä e hie die Angabe
eine Kos en-Kennzahl an einem P ozesssch i .
Die S anda disie ung s ell einen seh langwie igen, zei - und kos enin ensi en P ozess da ,
wie auch die sich anschließende P lege, um den S anda d imme ak uell zu hal en bzw.
mögliche Ve besse ungen einzub ingen [ClSW08]. Wenn es sich nich um einen o enen
S anda d handel , allen ü den Anwende Lizenzkos en an, die im komme ziellen Be eich
meis seh hoch sind [G Ko05].
3.3.2.2 Anwendungsbezogene Modellie ungssp achen
Vo eile
Im Bezug au das genau abzug enzende Anwendungsgebie bzw. den Einsa zzweck haben die
anwendungsbezogenen Modellie ungssp achen du ch die speziellen Kons uk e und de en
Funk ionali ä en eine hohe Ausd ucksmäch igkei [Allw06] [FiHR08] [MeHS05] [ DKV00].

3.3 METHODISCHE GRUNDLAGEN DER MODELLIERUNG
84
De abzubildende Sach e hal kann seh p äzise sowie eindeu ig modellie we den [FiHR08]
[Wa s08]. Dies wi k sich posi i au die P oduk i i ä des Modellie ungs o gangs aus
[MeHS05] [ToKe04] [ DKV00], da Diskussionen da übe , wie ein Sach e hal eindeu ig
da ges ell ode in de Modellda s ellung e s anden we den kann, e heblich eduzie we den
können. Da mi de Ve wendung eine anwendungsbezogenen Modellie ungssp ache eine
genaue e Abbildung des Anwendungsbe eichs gemäß den ges ell en An o de ungen möglich
is [FiHR08] [LPZE07], e höh sich dami p inzipiell (jedoch nich au oma isch) die Quali ä
de dami e s ell en Modelle [ToKe04]. So wu de ü AOPM de sog. „E idenzbasie e
En scheide “ en wickel [Meil05]. E dien de Rep äsen a ion e idenzbasie e medizinische
En scheidungen in Klinischen P aden. Diese müssen nich als Einzelen scheidungen
modellie we den, sonde n können übe das domänenspezi ische Kons uk zusammenge ass
we den. Dabei kann das Kons uk eine Reihe on K i e ien abbilden, au denen die
En scheidung be uh .
Die anwendungsbezogenen Modellie ungssp achen sind mi Kons uk en und speziellen
Eigenscha en und Funk ionen nich übe laden [ToKe04] [LPZE07]. Es wi d nu das
spezi izie , was ü die abgeg enz e Anwendungsdomäne ele an is . Eine Kapselung de
Komplexi ä wi d du ch den de Domäne en sp echenden Abs ak ionsg ad möglich
[ToKe04] [DSMF10]. Denn jede Domäne ha ih e eigenen, indi iduellen Konzep e und
Abs ak ionsp inzipien [ToKe04]. Ein Beispiel wä e auch hie de E idenzbasie e
En scheide [Meil05], de eine Vielzahl on medizinischen Einzelen scheidungen und de en
En scheidungsk i e ien in einem Kons uk zusammen ass .
Domänenspezi ische Sp achen s ellen o mals eine Wei e en wicklung on S anda ds da
[GiGW00] [ToKe04] [Wa s08]. Dami eduzie sich die zei - und kos enin ensi e
G undlagenen wicklung. Es kann di ek mi de Konzep ion und Ausa bei ung de e wei e en
anwendungsbezogenen Aspek e begonnen we den, wobei auch dies im Bezug au den
Au wand nich un e schä z we den da [Wa s08]. Ein Beispiel wä e die
anwendungsbezogene E wei e ung de UML übe sog. p o iles, die aus S e eo ypen und
Impo pake en de inie we den [OMG11e]. Ein p o ile is eine E wei e ung des UML2-
Me amodells und wi d ü spezielle Anwendungsdomänen e s ell . Auch die
E eignisges eue en P ozesske en (EPK) können hie als Beispiel genann we den, auch wenn
es sich nich um einen o iziell e abschiede en S anda d handel . Allgemein ane kann wi d
diese Modellie ungssp ache im wissenscha lichen Be eich zum Beispiel e wei e ü den
Aspek de Kon igu a ion zu c-EPC (con igu able E en d i en P ocess Chain). Nähe es
dazu is in [LaRo08] ode [LLSD07] zu inden. In de Ve sion 2.0 is nun auch de S anda d
BPMN indi iduell e wei e ba . Bis zu einem gewissen G ad geh dami de Vo eil eine
S anda dmodellie ungssp ache e lo en, was jedoch du ch die Vo eile de indi iduellen
Anpassung ausgeglichen we den kann.
Die anwendungsbezogenen Modellie ungssp achen sind dadu ch gekennzeichne , dass ih e
Konzep e und Symbole di ek mi Beg i en bzw. de Seman ik ko espondie en, die dem
Anwende e au sind [F L03] [ToKe04]. Die Modelle sind ü den Anwende somi
METHODISCHE GRUNDLAGEN DER MODELLIERUNG 3.3
85
leich (e ) e s ändlich, da sie in seine „( achlichen) Mu e sp ache“ e ass sind [ToKe04]
[ DKV00].
Nach eile
Die En wicklung eine anwendungsbezogenen Sp ache is mi einem hohen Zei - und
Kos enau wand ü die Ve an wo lichen e bunden, auch wenn als G undlage eine be ei s
ausgea bei e e S anda dsp ache e wende we den kann (die En wicklung eine solchen is
eben alls mi einem hohen En wicklungsau wand e bunden, wie es bei den Con a-
A gumen en de S anda dsp achen zu lesen wa ). Zu En wicklung eine
domänenspezi ischen Modellie ungssp ache sind sowohl Kenn nisse bzgl. de En wicklung
eine Sp ache sowie spezielles domänenspezi isches Wissen no wendig [LPZE07] [MeHS05].
Da ü die Anwendung de anwendungsbezogenen Sp ache auch das en sp echende
Fachwissen no wendig is , müssen die Anwende explizi in diese Modellie ungsme hoden
einge üh we den, was mi zusä zlichem Au wand hinsich lich Zei und Kos en (nich di ek
im Rahmen de En wicklung, abe im Anschluss da an) e bunden is .
Die Anwendba kei eine anwendungsbezogenen Modellie ungssp ache is au die
en sp echende Domäne beg enz [ DKV00]. Es können die ypischen Au gaben aus de
en sp echenden Domäne gelös we den [LPZE07]. Die Lösungen können jedoch nich au
P obleme in ande en Domänen übe agen we den. So is i<pm4med speziell au den
medizinischen Kon ex abges imm . Wie be ei s meh ach e wähn , wu de de sog.
„E idenzbasie e En scheide “ [Meil05] als zusä zliches Modellie ungskons uk konzipie .
Die E ah ung ha gezeig , dass sich dieses Kons uk zu Modellie ung komplexe
En scheidungen in ande en Domänen nu ungenügend e wenden läss . Ein Ansa z zu
P oblemlösung wä e, das Elemen bei de Ve wendung auße halb de dazugehö igen Domäne
„wegzulassen“. Dann soll e das spezielle Kons uk abe komple ü den Anwende
e bo gen sein und nich nu on de Ve wendung ausgeschlossen we den, um den Anwende
mi möglichs wenig Kons uk en zu kon on ie en. O mals is dieses „Weglassen“ jedoch
mi zusä zlichen Implemen ie ungssch i en an dem Modellie ungswe kzeug e bunden, die
Zei kos en und zusä zliche Ressou cen beansp uchen.
Fü Nich -Domänenexpe en sind die domänenspezi ischen Sp achen und die dazugehö igen
Modelle schwe e s ändlich, da ihnen das dazu nö ige Wissen ehl . Sie können zum einen
den anwendungsbezogenen Modellinhal an sich nu schwe e s ehen, zum ande en auch die
Da s ellungs o m, die sich am Abs ak ions e s ändnis de Domäne o ien ie . Dies kann
ge ade bei (s a egischen) En scheidungen, an denen die Nich -Domänenexpe en be eilig
sind, nega i e Konsequenzen haben, da sich die en scheidungs ele an en In o ma ionen
mögliche weise nich e mi el lassen. Es müssen also en sp echende E klä ungen gegeben
we den ode eine ü die Nich -Domänenexpe en e s ändliche Da s ellungs o m zusä zlich
e s ell we den. Beides is mi zusä zlichem Au wand e bunden und kann zudem schnell zu
Miss e s ändnissen üh en. Dies is eindeu ig als ein Nach eil de domänenspezi ischen
Sp achen anzusehen.
3.3 METHODISCHE GRUNDLAGEN DER MODELLIERUNG
86
3.3.3 Me a-Modellie ung
Me amodelle dienen, s a k e ein ach , de s uk u ie en Besch eibung ande e Modelle
(le z e e dienen de Abbildung on Sys emen, Objek en ode einem Ausschni aus de
Reali ä ) [GeKP98]. O we den sie auch als „model o a modeling language“ [Seid03]
bezeichne . Ein Modell kann somi nu in Ve bindung mi einem wei e en Modell als
Me amodell be ach e we den [Ha s94], wodu ch s e s eine Kon ex abhängigkei geben is .
Die Vo gabe elemen a e Modellie ungskons uk e ha das Ziel die e schiedenen
Modellie ungsp ojek e zu e einhei lichen. Auch im Kon ex de P ozessmodellie ung e olg
übe die Me amodelle die De ini ion de P ozessmodellie ungssp achen, die dann zu
E s ellung on P ozessmodellen e wende we den.
Die Objec Managemen G oup (OMG) [OMG11c] ha einen S anda d ü die Ve wal ung
on Me amodellen e ö en lich . Die sog. Me a Objec Facili y (MOF) [OMG11e] de inie
ein Rahmenwe k zu Ve wal ung on Me amodellen. [AkKü01], [AkKü05] und [HeGo06]
haben dies en sp echend au genommen und wei e en wickel ( ü eine ku ze Besch eibung
wei e e Ansä ze sei au [[KaKü02]] e wiesen). Es e olg die De ini ion eine
meh schich igen, logischen A chi ek u , bei de jede Schich eine bes imm e A on
Modellen au nimm . Die dami en s ehende (Me a-) Modell-Hie a chie um ass die De ini ion
on P ozessmodellie ungssp achen, P ozessmodellen sowie aus üh ba en Ins anzen diese
P ozessmodelle. Sie s ell da , wie Anwende übe die De ini ion on
P ozessmodellie ungssp achen und die E s ellung on P ozessmodellen le z endlich zu
P ozessins anzen gelangen (siehe dazu auch [KaKü02]).
Abbildung 3-9 Me a-Modell-Hie a chie zu AOPM [JaVD09]
METHODISCHE GRUNDLAGEN DER MODELLIERUNG 3.3
87
In Abbildung 3-9 is eine Übe sich übe die (Me a-) Modellhie a chie zu sehen; die Ebenen
sind mi M3, M2, M1 und M0 bezeichne . Jede de Ebenen is als Ins anz de höhe en Ebene
zu e s ehen; die Ebenen sind also nich unabhängig oneinande zu sehen.
De ein ache en Da s ellung wegen wi d die Diskussion de Me a-Modell-Hie a chie nich
ch onologisch gemäß Abbildung 3-9 du chge üh , sonde n sie beginn mi Ebene M1. Es
handel sich dabei exempla isch um die Me a-Model-Hie a chie zu AOPM [JaVD09], da
AOPM bei den im Rahmen diese A bei e wende en Use Cases e wende wu de und die
en wickel en Konzep e da au au bauen.
M1- P ozess Modelle
Diese Ebene beinhal e P ozessmodelle, welche ü ein bes imm es Anwendungsszena io in
eine O ganisa ion ode ü die Konzep ion eine Anwendung, de inie wo den sind. Dazu
kann p inzipiell jede beliebige Modellie ungssp ache e wende we den. Fü Beispiele bzgl.
AOPM sei au die P ozessabbildungen in Kapi el 2.2 e wiesen.
Gemäß dem sogenann en „Typ-Ve wendungskonzep “ we den hie zunächs P ozess ypen
de inie , die in eine Typ-Biblio hek ges ell we den. Neben P ozess ypen können auch
Da en ypen, O ganisa ions ypen und wei e e Bes and eile eines P ozessmodells de inie
we den. Die e schiedenen Typen we den schließlich zu E s ellung on P ozessmodellen
" e wende ", d.h. modellie . De P ozess yp „Un e suchung du ch üh en“ besch eib zum
Beispiel allgemein wie ein A z eine Un e suchung du chzu üh en ha , ohne dabei einen
di ek en Bezug zu eine Ins anz, wie zum Beispiel He n Mülle als Pa ien ode D . Maye
als behandelnden A z , zu haben.
Bei de E s ellung des P ozessmodells müssen auße dem Rich linien ü eine
o dnungsgemäße Modellie ung [BeRS95] [Rose96] eingehal en we den, um eine konsis en e
und ko ek e Modellie ung zu ga an ie en. Eine denkba e Regel ü einen medizinischen
P ozess wä e die Vo gabe, dass jedem P ozesssch i eine medizinische Rolle (A z ,
K ankenschwes e , …) zugeo dne we den muss.
P inzipiell gil , dass in den P ozessmodellen nu das abgebilde we den kann, was die
Eigenscha en und Funk ionen de e wende en Modellie ungssp achen beinhal e .
M2 - P ozessmodellie ungssp ache
Bei de De ini ion de P ozesse au Ebene M1 komm eine en sp echende
P ozessmodellie ungssp ache zum Einsa z. Wäh end im Rahmen diese A bei exempla isch
AOPM e wende wi d, könn e ebenso UML ode BPMN e wende we den. Die
Modellie ungssp achen, inklusi e alle Modellie ungskons uk e und dazugehö igen
Eigenscha en sowie Modellie ungs egeln, gil es au diese Ebene zu de inie . M2 is dazu in
zwei Be eiche un e eil .
• Abs ac P ocess Me a Model APMM: Zum einen wi d eine Basissp ache zu
Ve ügung ges ell , welche das g undlegende Modellie ungskonzep wie zum Beispiel
3.4 FAZIT
94

ÜBERSICHT ÜBER DIE PROJEKTE 4.1
95
Kapi el 4 Design und Modellie ung –
An o de ungen
Die Spezi ika ion de An o de ungen im Rahmen des Designs s ell einen ebenso wich igen
wie auch schwie igen Sch i da [DaSh90] [Eh l07] [VeCo94]. Dabei kann es um die
En wicklung eines In o ma ionssys ems gehen [VeCo94] ode um die He s ellung eines
physischen P oduk es in de P oduk en wicklung [Eh l07] [PaBe97]. Au Basis de
An o de ungen wi d ein Modell des zu ges al enden Objek es en wickel , das dann in die
Reali ä umgese z wi d. Dies kann die in o ma ions echnisch un e s ü z e Aus üh ung eines
P ozessmodell ode , im Bezug au die P oduk en wicklung, ein konk e es P oduk , wie zum
Beispiel ein geschli enes Me all eil mi bes imm en geome ischen Abmessungen beinhal en.
In diesem Kapi el we den P oblem älle und An o de ungen aus d ei (Modellie ungs-)
P ojek en des Leh s uhls ü Angewand e In o ma ik IV an de Uni e si ä Bay eu h e läu e .
Es wi d gezeig , wie die An o de ungen de zei umgese z we den; dazu we den beispielha
die in Kapi el 3.3.1 einge üh en Modellie ungssp achen he angezogen. Da übe hinaus wi d
au gezeig welche Ve besse ungsmöglichkei en es geben könn e.
4.1 Übe sich übe die P ojek e
Um die spä e en Aus üh ungen besse e s ehen zu können, wi d mi eine ku zen
Besch eibung de P ojek e begonnen.
• P ojek e 1 – P oduk en wicklungsp ozesse
Im Rahmen des on de Baye ischen Fo schungss i ung ge ö de en
Fo schungs e bunds „FORFLOW“ ( [MePa06], [MePa08]) gal es einen sog.
P ozessna iga o zu P ozess- und Wo k lowun e s ü zung on
P oduk en wicklungsp ozessen zu e o schen, zu en wickeln und p o o ypisch
umzuse zen.
Die G undlage ü die Un e s ü zung bilde e die Gene ie ung eines um assenden
P ozessmodells, das alle ü den P oduk en wickle no wendigen In o ma ionen
abbilden soll e. Als G unds uk u wu den dabei das V-Modell®XT [Au o06]
e wende , e gänz um wesen liche Aspek e de VDI-Rich linien [VDI04] [VDI82]
[VDI97] sowie das Vo gehensmodell nach Pahl/Bei z [PaBe97]. Mi de aspek -
o ien ie en P ozessmodellie ung inklusi e dem Modellie ungswe kzeug i>pm
(Kapi el 3.3.1.4) s and be ei s ein lexibles Modellie ungs amewo k zu Ve ügung.
Dabei muss en jedoch noch zusä zliche Eigenscha en, die sich aus dem P ojek
4.1 ÜBERSICHT ÜBER DIE PROJEKTE
96
e gaben, in die Modellansich und dami le z endlich auch in den P ozessna iga o ,
in eg ie we den. Dies wa en zum einen die ü die P oduk en wicklung
cha ak e is ischen Phasen, du ch die de Gesam p ozess in übe schauba e
Teilabschni e un e eil we den kann. Eine wei e e An o de ung bes and da in,
In o ma ionen übe me hodische Vo gehensweisen bei de En wicklungsa bei geben
zu können [Mee 07b]. Das Gesam modell um ass ca. 100 Sch i e. Eine aus üh liche
und komple e Da s ellung des sog. FORFLOW-P ozessmodells inde sich in
[KELR10].
• P ojek 2 – Medizinische P ozesse
Im Rahmen eines Quali ä smanagemen p ojek es zu Ein üh ung Klinische
Behandlungsp ade am Klinikum in Fü h e olg e eine Is -Analyse de im Klinikum
o handenen medizinischen sowie adminis a i en P ozesse. Da an schloss sich de en
Dokumen a ion in einem P ozessmodell an [FMSJ09]. Ziel wa die E s ellung eine
pa ien eno ien ie en P ozesslandscha bes ehend aus den Ke np ozessen des
Klinikums gemäß den DRGs (DRG = Diagnosis Rela ed G oups, d .
Diagnosebezogene Fallg uppen, Klassi ika ionssys em ü Leis ungen am Pa ien en
[FeBD90] [Fisc01]). Folgende DRGs wu den au genommen: Hü -TEP, Ko ona e
He zk ankhei , Gas oen i is, Gallens einleiden, Leis enhe nie und Schädelp ellung.
Von den un e s ü zenden P ozessen wu den P legeübe lei ung, ope a i e
In ensi p lege, de Sozialdiens und die Klinikums-Apo heke e ass . Jedes Teilmodell
um ass ca. 150 – 200 Sch i e.
Es gal die Abläu e inklusi e de Ve an wo lichen, de no wendigen medizinischen
Ge ä e (We kzeug), Dokumen e bzw. In o ma ionen (bzw. allgemein de In- bzw.
Ou pu de Sch i e zum Beispiel in Fo m eines Medikamen s) zu e assen. Es soll e
die Dokumen a ion nich bis ins le z e De ail ode mi allen Sonde ällen e olgen; es
gal ielmeh eine A Rich schnu bzw. S anda d ü die P ozesse abzubilden.
Wich ig wa es, die Schni s ellen zwischen den Ke np ozessen und den
un e s ü zenden P ozessen zu iden i izie en.
• P ojek 3 – Ve wal ungs- bzw. uni e si ä sbezogene P ozesse
Dieses P ojek and im Rahmen eine Quali ä smanagemen maßnahme de Uni e si ä
Bay eu h s a . Im Hinblick au die on de Uni e si ä slei ung anges eb e
Sys emakk edi ie ung, gal es ü die zus ändige Akk edi ie ungsagen u eine
Dokumen a ion de Uni e si ä zu dem Be eich S udium und Leh e zu e s ellen
[UnBa11]. Dazu wu den un e ande em die P ozesse aus dem Be eich S udium und
Leh e (Ein üh ung, Du ch üh ung = „S uden -Li eCycle“, Au hebung eines
S udiengangs) in einem P ozessmodell abgebilde und um assend in einem
dazugehö igen P ozesshandbuch e läu e . Fü eine anspa en e Da s ellung gal es
o allem die Ve an wo lichen und alle Be eilig en inklusi e ih e In e ak ion und
Kommunika ion sowie die ele an en Dokumen e, In o ma ionen und Zei angaben zu
spezi izie en. Das Gesam modell um ass ca. 250 Sch i e.
ANFORDERUNGEN 4.2
97
Die Modellie ung e olg e in allen d ei P ojek en un e Ve wendung de aspek o ien ie en
Modellie ungssp ache AOPM und dem Modellie ungswe kzeug i>pm (siehe Kapi el 3.3.1.4).
4.2 An o de ungen
Im olgenden Kapi el wi d nun au ausgewähl e An o de ungen aus den in Kapi el 4.1
e läu e en P ojek en eingegangen. Ein Ansp uch au Volls ändigkei wi d dabei nich
e hoben. Die Auswahl e olg e gemäß Rele anz de einzelnen An o de ungen in den
e schiedenen Modellie ungsp ojek en, d.h. inwie e n sie in meh als einem P ojek
iden i izie wo den sind.
4.2.1 Phasen
P ojek e we den ü ih e Du ch üh ung meis in Phasen un e eil . Nach DIN 69901 is eine
P ojek phase ein „zei liche Abschni eines P ojek e lau s, de sachlich gegenübe ande en
Abschni en ge enn is “ [DeIn09]. Beispiele sind in Tabelle 4-1 zu sehen.
Besch eibung
Beispiel (1) Ein P oduk en wicklungsp ozess wi d übliche weise in die Phasen Planen,
Konzipie en, En we en und Ausa bei en un e eil . Diese lassen sich jeweils in
wei e e A bei ssch i e un e eilen [Eh l07].
Beispiel (2) De Ve lau eines S udiengangs an eine Uni e si ä kann in die Phasen de
Planung, Ein ich ung, de Du ch üh ung sowie de Au hebung gegliede
we den (siehe zum Beispiel [UnBa11]). Sie lassen sich mi eine Vielzahl on
A bei ssch i e konk e isie en.
Tabelle 4-1 Beispiele Phasen
An o de ungen
Phasen we den nich als konk e e Au gabe gesehen wie es bei P ozessen de Fall is , sonde n
besi zen einen au gaben- bzw. p ozessübe g ei enden Cha ak e [Bi k06] [VDI93]. Dahe
e olg die De ini ion de Phasen seh g ob, jedoch als logisch abgeschlossene Einhei
[Bu g02]. Zu Konk e isie ung e olg eine Dekomposi ion de Phasen in P ozesse [Bi k06]
[VDI93]. Die Phasen sollen sich au g und des abweichenden Cha ak e s in de g aphischen
Da s ellung on P ozessen un e scheiden.
Die Phasen un e scheiden sich zudem in ih em zei lichen Au wand [Bu g02] [Eh l07]. Dahe
is die Angabe eines Zei ak o s wünschenswe , um das Gesam bild besse da s ellen zu
können.
4.2 ANFORDERUNGEN
98
Auch wenn es pe De ini ion (siehe zum Beispiel [Bu g02]) nich o gesehen is , ha die
E ah ung gezeig , dass sich die Phasen o mals zei lich übe lappen. Es inde kein
sequen ielles Hin e einande schal en de Phasen s a , wie es bei P ozessen mi els Kon oll-
und Da en luss abgebilde wi d; ielmeh inde eils eine pa allele Aus üh ung s a . So kann
mi dem Ve kau de e s en P oduk e begonnen we den, wäh end die P oduk ion noch wei e
läu .
Rücksp ünge in ühe e Phasen sind zum Zweck de E gebnisop imie ung essen iell. Ziel de
Modellie ung kann es jedoch nich sein, alle denkba en Rücksp ünge im Vo aus zu
iden i izie en, um diese dann alle abzubilden. Dies wü de zu unübe sich lich we den und wä e
auch seh au wendig.
Phasen enden übliche weise mi sog. Meilens einen, die ein zu e zielendes E gebnis (zum
Beispiel den P oduk en wu ) de inie en [Bi k06] [Wild07]. Im Un e schied zu den Ou pu -
Da en eines P ozesses sind die E gebnisse im Bezug au einen Meilens ein on s a egische
Bedeu ung [DeIn09] und dienen de übe geo dne en S uk u ie ung de Abläu e [Wild07]. Sie
soll en dahe auch bei de Modellie ung he o gehoben we den.
Es is zudem sinn oll au Ebene de Phasen Rollen zu de inie en, um Ve an wo liche
spezi izie en zu können.
We kzeuge ode Sys eme gil es e s ü die P ozesssch i e anzugeben, da sie im Bezug zu
eine konk e en Tä igkei gesehen we den.
Lösungsansä ze
EPKs ode UML-Diag amme, wie das Ak i i ä s-ode das Anwendungs alldiag amm, bie en
kein Modellie ungskons uk zu explizi en Da s ellung on Phasen. Hie lieg de
Schwe punk au de Da s ellung on P ozessen zu De ailbesch eibung.
De S anda d BPMN de inie die Kons uk e Lanes sowie Pools seh ungenau; diese könn en
dahe e sa zweise zu Da s ellung des p ozessübe g ei enden Cha ak e s de Phasen
e wende we den. Da dies jedoch leich zu wei e en Miss e s ändnissen üh , soll e da on
Abs and genommen we den. Zudem lassen sich die gewünsch en zei lichen Aspek e dami
auch nich da s ellen. Die Ve wendung on Ak i i ä en e möglich keine Abg enzung zu den
„no malen“ P ozessen. Das A e ak zu G uppie ung kann ü die Zusammen assung
jegliche A on Elemen en e wende we den, so dass die Eindeu igkei sowie Kla hei in
de Da s ellung nich gegeben is . Eine Ausa bei ung eines indi iduellen Symbols ü die
Da s ellung de Phase wä e mi BPMN 2.0 möglich, doch wä e das Kons uk dann nich Teil
des S anda ds.
Fü AOPM wu de in eine speziellen, ü die P oduk en wicklung angepass en Ve sion, das
Modellie ungskons uk PEP (= P oduk En wicklungsPhase) de inie . Dies dien de
übe g ei enden Zusammen assung on P ozessen. Die Phasen s ellen Supe p ozesse zu den
ANFORDERUNGEN 4.2
99
bishe bekann en P ozessen da , d.h. sie bilden die obe s e Ebene eines P ozessmodells und
au de da un e liegenden Ebene we den die P ozesse modellie . Die Anwendung e olg
inzwischen nich nu bei de Modellie ung on P oduk en wicklungsp ozessen, sonde n
domänenunabhängig, wie es in Abbildung 4-1 an Hand eines Beispiels aus de Medizin
gezeig wi d.
Abbildung 4-1 Phasen mi AOPM im i>pm modellie
Die g aphische Da s ellung de Phasen e olg in Fo m on Balken, die un e einande
angeo dne we den. Ih e Länge und Posi ion kann in ho izon ale Rich ung indi iduell zu
Da s ellung des Zei ak o s bes imm we den; eine Übe lappung de Phasen is somi zei lich
und inhal lich möglich. Eine explizi e Da s ellung on Kon oll- bzw. Da en lüsse e olg
nich .
De o ganisa o ische und ope a ionale Aspek wi d bei de im Rahmen diese A bei
e wende en Ve sion des i>pm e s au de da un e liegenden Ebene modellie . Sinn oll
wä e es abe , zumindes auch den o ganisa o ischen Aspek schon au Ebene de Phasen
e wenden zu können.
Meilens eine können p inzipiell au Phasen- und P ozessebene modellie we den. We den sie
au beiden Ebenen modellie , is dami eine Un e scheidung in (Zwischen-) Meilens eine zu
E assung on Zwischene gebnissen au P ozessebene und Meilens eine zu E assung on
E gebnissen eine Phase möglich. Zum Zweck de Einhei lichkei und Übe sich lichkei

4.2 ANFORDERUNGEN
100
e schein es sinn oll, Meilens eine nu au eine de beiden Ebene zu de inie en. Die
De ini ion au P ozessebene is dabei on Vo eil da sowohl de aillie e Zwischenmeilens eine
als auch Meilens eine in Bezug au das Ende eine Phase (siehe Abbildung 4-2)5 de inie
we den können. Die Meilens eine we den in dem Fall übe den Kon oll- ode Da en luss an
eine beliebigen S elle in den P ozessablau in eg ie . Zusä zlich bes eh die Möglichkei ,
Da en, d.h. Dokumen e, an diesem Kons uk zu hin e legen, was hie nich da ges ell is .
We den die Meilens eine nu au Phasenebene modellie , gehen die In o ma ionen bzgl. de
Zwischenmeilens eine e lo en.
AOPM lie e somi explizi ein Konzep zu Rep äsen a ion on Phasen das die e mi el en
An o de ungen abdecken kann.
Abbildung 4-2 Meilens ein mi AOPM im i>pm modellie
4.2.2 K ea i e bzw. „unscha e“ P ozesse
Als k ea i e P ozesse we den solche P ozesse bezeichne , die eine Au gabe mi einem hohen
Maß an Ein alls eich um lösen und schließlich ein eales ode logisch assba es E gebnis
e zielen [Lau 11]. Daneben gib es P ozesse, die nich zwingend K ea i i ä e o de n,
sonde n sich du ch ein Höchs maß an Abhängigkei en bzgl. de bei de Aus üh ung
o liegenden Bedingungen auszeichnen. Diese sind en scheidend ü den ealen P ozessablau
und bes immen welche Sch i e no wendig sind. Beispiele sind in Tabelle 4-2 zu sehen.
Besch eibung
Beispiel (1) Die Planung de uni e si ä en Leh e ans al ungen bzgl. Raum- und
Zei planung is ein P ozess mi ielen I e a ionen und o mals sind iele
zei liche ode äumliche Ve schiebungen no wendig, bis das Ende gebnis
es s eh .
Beispiel (2) Die Behandlung eines Pa ien en ( o allem bei No ällen) kann nie exak im
Vo aus in einem P ozessmodell abgebilde we den, weil s e s au den ak uellen
Gesundhei szus and des Pa ien en eagie we den muss.
Tabelle 4-2 Beispiele k ea i e bzw. unscha e P ozesse
5 Aus implemen ie ungs echnischen G ünden kann bei Ve wendung on i>pm de Sch i zug zu Benennung des
P ozesses nich an die geome ischen Abmessungen des P ozessbaus eins angepass we den.
ANFORDERUNGEN 4.2
101
An o de ungen
K ea i e bzw. „unscha e“ P ozesse lassen sich bzgl. eines genauen Ablau s sowohl inhal lich
als auch s uk u ell schwe konk e isie en. De Fo malisie ungsg ad de Sch i e is seh
ge ing. Die k ea i en Ideen en s ehen dabei haup sächlich im Kop de aus üh enden Pe son
wäh end de eigen lichen Aus üh ung, de en explizi e Abbildung zum Zei punk de
Modellie ung e s ändliche weise nich möglich is [Pe e04]. Sie weisen nu wenige,
s anda disie e bzw. obliga o ische Tä igkei en au [Ho e99] [PaBe97]. Da die Gesam anzahl
de Sch i e an sich jedoch seh hoch is , mach es Sinn sie zu komposi en Sch i en
zusammenzu assen [Ho e99] [PaBe97].
De G ad de Ve ne zung zwischen den einzelnen k ea i en Teilsch i en is ela i hoch
[Ho e99]. Zudem we den iele I e a ionsschlei en du chlau en, d.h. es e olg keine
sys ema ische Abhandlung de Ak i i ä en, weil die Reihen olge zu Modellie ungszei nich
genau o gegeben we den kann [Pe e04].
Mi dem Fo sch i de Du ch üh ung de k ea i en bzw. unscha en P ozesse is eine
zunehmende In o ma ionsschä e, quan i a i wie quali a i , zu e zeichnen [Ho e99]. De
unk ionale Aspek s eh dabei wenige im Vo de g und als de zu e zielende Ou pu . Diese
läss sich zum Zei punk de Modellie ung zumindes als abs ak es E gebnis in Fo m on zu
e s ellenden Dokumen en ode Ähnlichem de inie en.
We kzeuge, o allem IT-Sys eme, dienen de Un e s ü zung bei de Dokumen a ion bzw.
nach olgenden Umse zung de k ea i en Gedanken und soll en dahe abgebilde we den
können.
Die Da s ellung eines k ea i en bzw. „unscha en“ P ozesses soll e sich on einem
„no malen“ P ozess nich zu g undlegend un e scheiden, wie es hingegen bei den Phasen
ge o de wu de. De Cha ak e eines P ozesses an sich is imme noch o handen. Zudem
sind sie Bes and eil des P ozessablau s; eine Einbindung in den Kon oll- bzw. Da en luss
muss also möglich sein.
Lösungsansä ze
Die on de UML haup sächlich zu P ozessmodellie ung e wende en Ak i i ä sdiag amme
de inie en im Sinne eines unk ionalen Aspek es die Ak i i ä en und ih e Ve ne zungen. Bei
den k ea i en bzw. „unscha en“ P ozessen jedoch können wede alle Ak i i ä en genau
spezi izie we den, noch kann ih e Ve ne zung genau angegeben we den. Eine explizi e
Da s ellung eine ande en P ozessa , wie die eines k ea i en Sch i es, is nich möglich.
EPKs sind on ih em G undgedanken he be ei s ungeeigne ü diese A on P ozessen, da
sie den Fokus au die Modellie ung s anda disie e Abläu e legen. Bei diesen sind die
E eignisse und Funk ionen sowie de en s uk u ellen Zusammenhänge de inie , so wie sie
allgemein ane kann sind und angewand we den.
4.2 ANFORDERUNGEN
102
Auch BPMN leg den Schwe punk au die Da s ellung de zei logischen Ab olge on
Ak i i ä en. Bei den k ea i en P ozessen soll zwa ein logisch nach ollziehba es E gebnis
e ziel we den, doch spiegel sich das nich imme in dem da o ablau enden P ozess wiede .
Eine Abbildung is mi den o handenen ( unk ionalen) Modellie ungselemen en somi nich
möglich.
Bei AOPM wi d bzgl. des unk ionalen Aspek es de zei nu zwischen den Phasen sowie
(komposi en ode elemen a en) P ozessen un e schieden. Im Gegensa z zu den o he
genann en Modellie ungssp achen wä e die Ein üh ung eines en sp echenden Kons uk es
jedoch jede zei möglich. Dieses soll e g aphisch einem no malen P ozesssch i ähnlich sein
und als komposi es Elemen de inie we den. Im Hinblick au die Subp ozesse muss es
möglich sein die obliga o ischen Sch i e und, wenn bekann , auch ih e Ablau eihen olge zu
de inie en. Die Angabe on Inpu und Ou pu soll e eben alls möglich sein.
Das Konzep des Pla zhal e s (siehe zum Beispiel [Ho e99]) is in keinem de uns bekann en
(S anda d-) Modellie ungssp achen e e en. In ielen Fällen, unabhängig on den
e läu e en Modellie ungssp achen, ha sich jedoch die Modellie ung on Pla zhal e n ü
diese A on P ozessen als geeigne bzw. aus eichend e wiesen [Ho e99]. Sie s ellen eine
abs ak e Funk ion im Sinne eine „Black Box“ da . Die De ini ion wei e e Un e sch i e is
nich im Konzep o gehsehen, somi is die Angabe obliga o ische Teilsch i e nich
möglich; Zyklen und Rücksp ünge sind nich be ücksich ig . Da übe hinaus we den keine
Angaben zu g aphischen Da s ellung gemach . Die zu Modellie ungszei bekann en
Rahmenbedingen können wie bei einem no malen Sch i als Inpu angegeben we den, ebenso
die abs ak o mulie en E gebnisse. Du ch die ehlende Dekomposi ionsmöglichkei is eine
Angabe on Zwischene gebnissen nich möglich.
Zusammen assend kann es gehal en we den, dass das Konzep de Pla zhal e noch
e besse ungswü dig is , jedoch einen Ansa z in die ich ige Rich ung da s ell . Im AOPM
wä e dies dann en sp echend zei nah umse zba .
4.2.3 Um ang eiche P ozessmodelle
Bei g oßen O ganisa ionen, die in ih em Po olio b ei au ges ell sind, abe auch in eine
Klinik ode Uni e si ä , we den iele e schiedene Tä igkei en ausge üh , bei denen es eine
Vielzahl wei e e Aspek e zu be ücksich igen gil . Bei de Modellie ung, wie auch bei de
Modellanwendung, kann leich de Übe blick e lo engehen. Beispiele sind in Tabelle 4-3 zu
sehen.
Besch eibung
Beispiel (1) G oße Menge an In o ma ionen, Dokumen en, Gese zen, Beschlüssen, die im
Rahmen de Ein ich ung eines S udiengangs an eine Uni e si ä ele an sind.
Die dazugehö igen Sch i e we den auße dem on den un e schiedlichs en
ANFORDERUNGEN 4.2
103
Rollen de Uni e si ä (aus de Ve wal ung sowie den Fakul ä en)
du chge üh .
Beispiel (2) An de Du ch üh ung eine Hü -TEP sind, ange angen bei de p ä-s a ionä en
Sp echs unde, bis hin zu En lassung mi Nachso ge, iele e schiedene
Pe sonen des adminis a i en und o allem des medizinischen Pe sonals
be eilig . Fü die e schiedenen Un e suchungen, die Ope a ion sowie die
Rehabili a ion we den die un e schiedlichs en Ge ä e benö ig .
Tabelle 4-3 Beispiele um ang eiche P ozesse
An o de ungen
Zum besse en Ve s ändnis beim Lesen de P ozessmodelle soll e die g oße Menge an
Elemen en logisch s uk u ie we den. Dies soll e ü jeden Aspek des jeweiligen
P ozessmodells beach e we den, o allem ü den unk ionalen Aspek . Sieben Elemen e au
einem P ozessbla , die Anzahl, die ein (Modell-) Lese maximal au einen Blick e assen
kann (siehe dazu [Mill56]), sind meis schnell e eich . Die einzelnen Sch i e müssen dahe
in logischen Einhei en, die inhal lich abgeg enz sind, o ganisie we den können. O mals
sind P ozesse auch on eine hohen Anzahl an En scheidungen gep äg , wodu ch sich die
s uk u elle Komplexi ä de P ozesse zusä zlich e höh . Dabei soll sich de Anwende nich
in de Vielzahl de En scheidungen e lie en. Vielmeh soll en diese bei ih e Abbildung
sinn oll kombinie we den Mi den ielen P ozesssch i en wi d zudem eine g oße Menge an
Da en e a bei e sowie p oduzie . Die Da s ellung jedes einzelnen Da enelemen s läss die
Modelle schnell unübe sich lich und übe laden aussehen. Eine en sp echende Abs ak ion is
dahe no wendig.
In einigen Fällen kann auch die Menge de einem Sch i zugewiesenen Rollen und/ ode
We kzeuge eine zusä zliche O dnungss uk u bzw. Ve wal ungskonzep e o de lich machen
(siehe ü o ganisa o ischen Aspek zum Beispiel [Buss98]). We den einem einzelnen P ozess
meh e e Rollen und meh e e We kzeuge zugeo dne , muss kla sein, wie diese zueinande in
Beziehung s ehen und wie sie mi einande kombinie we den dü en. Selbiges muss
auße dem zwischen den einzelnen P ozessen de inie we den.
De Ou pu eines P ozesssch i es wi d nich imme komple zu dem di ek nach olgenden
Sch i gelei e , sonde n e eil sich au meh e e nach olgende Sch i e. Umgekeh kann de
Inpu eines Sch i es aus un e schiedlichen Quellen s ammen. Ziel muss es sein diese ielen
un e schiedlichen Ou - und Inpu -Beziehungen übe sich lich und olls ändig in den
P ozessmodellen abzubilden.
Die Da s ellung de Abhängigkei on P ozesselemen en gil sowohl zwischen den Aspek en
als auch au den einzelnen Aspek an sich bezogen, wenn nu ein P ozesssch i ü sich ode
abe de Gesam p ozess be ach e wi d. Die Rolle an P ozesssch i A kann die Wahl de
4.2 ANFORDERUNGEN
110
Abbildung 4-4 Komplexe En scheidung mi els elemen a en En scheide n (AOPM) aus [Meil05]
Speziell ü den medizinischen Kon ex ha Meile in [Meil05] ü AOPM den sog.
E idenzbasie en En scheide ausgea bei e . Wie in Abbildung 4-5 zu sehen is , sind die
einzelnen En scheidungen bzw. ih e K i e ien zwa einzeln au gelis e , abe insgesam als eine
En scheidung da ges ell . Au g und besonde e An o de ungen aus dem medizinischen
Kon ex he aus, gib es genau zwei Ausgänge, je nachdem, ob die K i e ien e üll sind ode
nich ; wei e e wä en denkba und möglich. Das Kons uk wi d übe den Da en luss in den
Gesam p ozess mi eingebunden, so dass Inpu - und Ou pu da en angegeben we den können.
Rollen können alle dings auch hie nich angegeben we den. Im Gegensa z zu obigen
Da s ellung is jedoch insgesam eine p ägnan e Da s ellung möglich.
Abbildung 4-5 E idenzbasie e En scheide aus [Meil05]
4.2.6 IT- ele an e P ozessabschni e
P ozessmodelle dienen dazu, den S akeholde n einen Übe blick übe die zu E üllung eine
Au gabe auszu üh enden Ak i i ä en, die Anwendungsp ozesse, zu geben [F L03]
[Mau 96]. Die spä e e P ozessaus üh ung e olg zum G oß eil mi els
in o ma ions echnische Un e s ü zung (Tabelle 4-6). Die echnische Umse zung des
Anwendungsp ozesses wi d als Wo k low bezeichne [F L03] [JaBu96] [Mau 96]. Sowohl
de Anwendungsp ozess als auch de Wo k low bilden inhal lich p inzipiell dasselbe ab.

ANFORDERUNGEN 4.2
111
Besch eibung
Beispiel (1) Die Du ch üh ung de Leis ungsab echnung im K ankenhaus e olg mi
Hil e des KIS-Sys ems (K ankenhaus-In o ma ionssys em).
Beispiel (2) Die Anmeldung zu P ü ungen, Semina en ode Ku sen an de Uni e si ä
Bay eu h e olg übe das sog. FlexNow, das elek onische
P ü ungssys em.
Tabelle 4-6 Beispiele aus üh ba e P ozessabschni e
An o de ungen
Fü den Anwende sollen die Da s ellungen im P ozessmodell möglichs in ui i und in sich
e s ändlich sein. Eine g aphische Modellie ungssp ache is dabei zu be o zugen.
Alle In o ma ionen in einem P ozessmodell, die ü die IT- echnisch un e s ü z e Aus üh ung
ele an sind, müssen explizi o mal de inie sein, syn ak isch wie auch seman isch.
Das P ozessmodell zu Ansich ü den Anwende und das P ozessmodell ü die
in o ma ions echnische Umse zung müssen p inzipiell denselben Inhal abbilden.
Lösungsansä ze
G undsä zliche kann un e schieden we den, ob ein P ozessmodell, das zu Ansich ü den
Anwende e s ell wu de, so o IT- echnisch umgese z we den kann, ode abe e s in eine
aus üh ba e Sp ache übe agen we den muss [Böhm00] [RiS 04] [S ei99]. Bei den
Modellie ungssp achen, die im Rahmen diese A bei be ach e we den, schein le z e es die
gängige e Me hode zu sein, obwohl e s e es wei aus leich e zu ealisie en is . (Fü wei e e
De ails sei dazu zum Beispiel au [Böhm00] und [S ei99] e wiesen.) Hie soll lediglich
au gezeig we den, dass be ei s bei de Auswahl de Modellie ungssp ache Aspek e de
Aus üh ung zu be ücksich igen sind.
Allgemein is es zuhal en, dass die P ozessmodelle ü die Anwende o zugsweise in
g aphische Fo m e s ell we den [CuKO92]. Bei den in Kapi el 3.3.1 o ges ell en
Modellie ungssp achen handel es sich ohne Ausnahme um solche. Zu De ini ion
aus üh ba e Modellie ungssp achen sind in den meis en Fällen o allem zusä zliche
implemen ie ungs echnische De ailin o ma ionen nö ig [Allw06] [Böhm00] [S ei99]. Diese
können sich au o male Aspek e (zum Beispiel bzgl. de syn ak ischen Ko ek hei ), wie auch
au inhal liche Aspek e (zum Beispiel bzgl. De aillie ungsg ad und P äzision)beziehen
[Böhm00].
Die Ak i i ä sdiag amme de UML sind zunächs nich aus üh ba . Sie müssen in einem ex a
Sch i in ein IT- echnisch umse zba es Modell übe agen we den [Schä10].
4.2 ANFORDERUNGEN
112
Auch EPKs okussie en die g aphische No a ion de P ozesse. EPK-Modelle können zum
Zweck de Aus üh ung nach BPEL (= Business P ocess Execu ion Language) [IBM11]
abgebilde we den. Wie [S I 07] zu en nehmen is , sind dabei jedoch einige Einsch änkungen
im Bezug au den In o ma ionsgehal in Kau zu nehmen.
Bei BPMN wi d zu aus üh ba en Besch eibung de P ozesse WS-BPEL ode XPDL, beides
XML-basie e Fo ma e, e wende [F RH10]. Fü BPEL de inie de BPMN-S anda d, wie
ein BPMN-Diag amm in BPEL übe se z we den soll e. Das Mapping is in keine Weise
i ial, zudem is keine olls ändige Übe agung de In o ma ionen aus dem BPMN-Modell
möglich; es ehl o allem an echnischen De ailin o ma ionen (siehe zum Beispiel
[O AD06], [BPMN2.0]). Die Übe se zung nach XPDL wu de on de W MC besch ieben
(siehe [WoMC11]).
AOPM wi d ak uell nu ü die g aphische Modellie ung on P ozessen e wende . Im
Rahmen des FORFLOW-P ojek es wu de zum Beispiel BPEL zu Modellie ung aus üh ba e
P ozesse e wende (siehe [MePa08], Teilp ojek 4.2.).
4.2.7 Sp ünge
Sp ünge in einem P ozessmodell s ellen Abweichungen des ansons en kon inuie lich
o lau enden Kon oll lusses da . Sie dienen zu E gebnis e besse ung, indem diese du ch
e neu e Aus üh ung de dazu no wendigen Sch i e übe a bei e we den (= Rücksp ung);
ande she um kann de P ozess e lau e kü z we den, in dem Sch i e ausgelassen we den (=
Vo sp ung), wie es in Abbildung 4-6 zu sehen is . Den Ansa zpunk de Sp ünge wi d als
Quelle bezeichne ; de Wiede eins iegspunk als Senke. Konk e e Beispiele sind in Tabelle
4-7 zu inden.
Abbildung 4-6 Sp ünge im P ozessmodell
ANFORDERUNGEN 4.2
113
Es handel sich bei den Sp üngen p inzipiell um Al e na i en, die jedoch im Falle eines
Rücksp ungs im be ei s du chge üh en Teil des P ozesses liegen und im Falle eines
Vo sp unges un e gewissen Bedingungen Sch i e auslassen, die p inzipiell ü die
Aus üh ung o gesehen sind.
Besch eibung
Beispiel (1) Die En scheidung übe die Ein ich ung des S udiengangs an de Uni e si ä
Bay eu h is ein i e a i e P ozess. Die no wendigen Un e lagen müssen meis
meh mals übe a bei e we den, bis sie olls ändig genehmig sind.
Beispiel (2) Is nach eine Hü -Ope a ion die Einschal ung des Sozialdiens es/ de
P legeübe lei ung nich no wendig, kann diese Sch i übe sp ungen we den.
Tabelle 4-7 Beispiele Sp ünge
An o de ungen
Es muss zwischen Vo sp üngen und Rücksp üngen un e schieden we den.
Die Sp ünge beziehen sich sowohl au den Kon oll-, als auch au den Da en luss. Le z e es
weil die En scheidung ü einen Rück- ode Vo sp ung au de Basis on en sp echenden
In o ma ionen zu e en is . Beide Flussa en müssen also im Kon ex de Sp ünge de inie
we den können.
Als Quellen sind Kon oll- bzw. Da en lusselemen e wie Konnek o en/ En scheide möglich,
als Senken elemen a e ode komposi e P ozesssch i e sowie Kon oll lusselemen e.
Fü Quellen muss es e laub sein, meh als einen ausgehenden Fluss zu de inie en: einen mi
dem de Anwende dem no malen/ De aul Kon oll luss olg und zum di ek nach olgenden
P ozesssch i übe gelei e wi d; einen Wei e en de die Vo - ode Rücksp ünge modellie .
Bei den Senken soll meh als ein eingehende Fluss e laub sein, da on meh e en S ellen
inne halb des P ozessablau es zu ein- und de selben S elle gesp ungen we den kann.
Da sich o allem bei g oßen P ozessmodellen mi langen Abläu en, Sp ünge nich unbeding
au ein P ozessbla besch änken, wie es in Abbildung 4-6 zu sehen is , muss eine
p ozessbla übe g ei enden Da s ellung möglich sein. Dabei is o allem die Ve deu lichung
de Zusammengehö igkei de jeweiligen Quellen und Senken wich ig. Bei einem
hie a chischen P ozessmodell müssen S a - und Endpunk e de Vo - ode Rücksp üngen au
jede Ebene zu modellie en sein.
Die Ve bindung zwischen Quelle und Senke muss eindeu ig e kennba und nach ollziehba
sein.
4.2 ANFORDERUNGEN
114
Lösungsansä ze
Solange sich die Sp ünge au ein P ozessbla beziehen, wie es auch in Abbildung 4-6 zu
sehen is , s ell eine konsis en e und eindeu ige Modellie ung bei keine
Modellie ungssp ache ein P oblem da . Von einem En scheide / Konnek o ausgehend, kann
ein Kon oll luss zu Senke modellie we den. Das einzige P oblem dabei is , dass so nu de
Kon oll luss da ges ell wi d. Bei p ozessbla übe g ei enden Sp üngen e häl sich die
Si ua ion ande s.
In einem Ak i i ä sdiag amm de UML können eine Ak i i ä beliebig iele S a kno en
zugeo dne we den. Die Diag amme können zudem meh e e Endkno en besi zen. Mi einem
solchen Endkno en wi d jedoch das olls ändige Aus üh ungsende eines P ozess angezeig ;
danach dü en keine wei e en Ak i i ä en meh olgen. Dami is eine Modellie ung on
Sp üngen nich möglich. Wei e e Kons uk e, die zu Da s ellung de Sp ünge e wende
we den könn en, sind nich de inie .
Bei den EPKs gib es sog. P ozesswegweise , die ans elle eine Funk ion modellie sind als
Hinweis au ande e P ozesse. Du ch die Angabe eine Re e enz se zen sie mindes ens zwei
e schiedene P ozesse mi einande in Beziehung. Somi könn en sie zu Da s ellung on
p ozessbla übe g ei enden Sp üngen, explizi zu Da s ellung de Quellen, e wende
we den. Die Quellen können an jede beliebigen S elle im Modell pla zie we den, die
Angabe de Senken is jedoch au ganze P ozesse und dami die dazugehö igen
P ozessan änge beg enz . Sp ünge in die Mi e eines Ablau s hinein sind somi nich möglich.
Abhil e kann dabei eine Res uk u ie ung des P ozessmodells scha en, so dass die Senke als
e s e Sch i eines Teilp ozessmodells de inie is .
Die S anda dmodellie ungssp ache BPMN de inie di e se sogenann e S a , In e media e
und End E en s (siehe auch Anhang B), jeweils mi eigene g aphische Da s ellungs o m.
Sie zeigen ein E eignis yp am An ang, inne halb bzw. Ende eines P ozesses an.
Bei wenigen E en s bes eh jedoch die Möglichkei zu De ini ion eine eindeu igen
Ve bindung on Quelle (= End E en ) und Senke (= S a E en ), da es sich um isolie e
Einzel-E en s handel , wie zum Beispiel Time ode E o . None als S a sowie End E en is
seh allgemein de inie , so dass es zu Da s ellung eine Quelle ode Senke e wende
we den kann. Jedoch ehl es an de Eindeu igkei des Kons uk es bzgl. des Einsa zzwecks.
Mi Mul iple bes eh zwa die Möglichkei , zu einem End E en meh e e S a E en s, die an
beliebige S elle im Gesam modell de inie sind, zu de inie en; diese e en dann jedoch auch
alle ein, was im Hinblick au den de aul P ozessablau und die dazu modellie en Sp ünge
nich e wünsch is . Bei Message und Signal, on denen es auch sowohl S a als auch End
E en gib , kann eine Ve linkung de inie we den. Bei Signal is dies nich zielge ich e zu
einem bes imm en ande en au nehmenden Signal möglich. Mi Message is dies zwa
möglich; doch wi d eine Message imme e s übe den Umweg eines sog. Pa icipan
ANFORDERUNGEN 4.2
115
gesende , de diese dann zu einem P ozesssch i wei e lei e . Dies e komplizie die
Da s ellung und das Ve s ändnis.
Die In e media e E en s sind zu Da s ellung on Sp üngen schon pe De ini ion nich
geeigne . Sie beein lussen den Kon oll luss nu inso e n, als ein ü ande e Sch i e
ele an es E eignis aus dem P ozess he ausgelös wi d und de P ozess danach dem no malen
Kon oll luss olg ohne einen Sch i zu übe sp ingen; schon allein du ch diese
Vo wä saus ich ung sind Rücksp ünge de ini i on de Da s ellung ausgeschlossen.
Als ein Ansa z in die gewünsch e Rich ung können die sogenann en O -Page Konnek o en
Link be ach e we den, die de Ve bindung on P ozessabschni en (auch au e schiedenen
P ozessblä e n, jedoch au eine Ebene) dienen. We den meh e e Links e wende , is jedoch
nich genau kla , welche Links zusammengehö en.
Es is gene ell keine Da en lussangabe bei den E en s möglich. Die is ein wei e e Punk , in
dem die genann en E en s die An o de ungen nich e üllen können. Zudem gil es zunächs
die hohe Anzahl E en s und ih e Bedeu ung zu e s ehen.
Bei Ve wendung de Modellie ungssp ache AOPM bie en sich die ex e nen Ein- und
Ausgänge zu Modellie ung de Vo - und/ ode Rücksp ünge an. Dabei handel es sich um
Schni s ellen, die sich sowohl seman isch als auch isuell explizi on den no malen Ein- und
Ausgängen eines P ozesses abg enzen. Dabei muss einem ex e nen Ausgang nich zwingend
ein ex e ne Eingang (bzw. umgekeh ) zugeo dne we den, die Kopplung mi einem
no malen Ein- ode Ausgang is eben alls möglich. Eine indi iduelle Benennung diese
Schni s ellen is möglich, so dass do In o ma ionen zu de dazugehö igen Quelle ode
Senke angegeben we den können. Die Modellie ung on Da en lüssen is zudem möglich.
Es kann somi es gehal en we den, dass AOPM die An o de ungen am bes en e üll . Bei
eine s a ischen Modellie ung sind die Sp ünge, wenn sie p ozessbla übe g ei end abgebilde
we den, dennoch auch bei AOPM schwe nach ollziehba . Eine en sp echende Funk ionali ä
des Modellie ungswe kzeugs kann do wei e e Un e s ü zung bie en.
4.2.8 Un e schiedliche Sich weisen
In den meis en Fällen sind an de Du ch üh ung eines P ozesses un e schiedliche Rollen
be eilig (siehe Beispiele in Tabelle 4-8). Je nach P ozess kann dami ein häu ige Rollen-
bzw. Sich wechsel e bunden sein, was o allem bei s a k unk ionso ien ie ausge ich e en
O ganisa ionss uk u en de Fall is . Die e schiedenen Rollen sind dabei o mals meh ach
im Lau e des P ozesses an de Aus üh ung be eilig .
Besch eibung
Beispiel (1) Bei de Du ch üh ung eines S udiengangs e olg ein häu ige Wechsel
zwischen den S udie enden sowie den e schiedenen Ab eilungen und

4.2 ANFORDERUNGEN
116
Ve an wo lichen de Uni e si ä (P ü ungsausschuss, P ü ungsam , Re e a e,
Deze na e, S udiengangsmode a o , …).
Beispiel (2) Bei de Behandlung eines Pa ien en in eine Klinik e olg ein Wechsel
zwischen dem Pa ien en und den p legenden bzw. behandelnden Pe sonen
(A z , P lege , Physio he apeu , Medizinisch- echnische Assis en , …).
Tabelle 4-8 Beispiele un e schiedliche Sich weisen
An o de ungen
Es muss kla sein, welche Sch i e on welche Rolle ausge üh we den sollen.
Die Rollenwechsel müssen ü den Anwende beim Lesen des P ozessmodells e sich lich
sein. E muss dabei e kennen können welche Sch i e ü ihn selbs ele an sind und welche
on ande en Ve an wo lichen ausge üh we den.
De Rollenwechsel kann nach beliebig ielen Sch i en bzw. nach jedem Sch i
o genommen we den.
Die Da s ellung des eigen lichen P ozessablau s (mi els Da en- bzw. Kon oll luss) da
nich e nachlässig we den, da dies ü das Gesam e s ändnis bzgl. des P ozesses essen iell
is .
Lösungsansä ze
Fü eine kla e Rollenzuo dnung is die di ek e Angabe am eigen lichen P ozesssch i
sinn oll. Da de Fokus dami au de Da s ellung des P ozessablau es und den P ozessen an
sich lieg , is ein Rollenwechsel nich au den e s en Blick e sich lich.
Diese A de Modellie ung wi d jedoch lediglich on den EPKs und AOPM un e s ü z ,
nich jedoch on den UML-Ak i i ä sdiag ammen ode BPMN.
Ein wei e e Ansa z is , den Fokus de Da s ellung hin zum o ganisa o ischen Aspek zu
e schieben. Diese Gedanke wi d in Fo m de sog. Swimlanes ealisie . Eine Swimlane s ell
einen ho izon alen ode e ikalen Balken da , dem jeweils eine Rolle zugewiesen wi d.
En lang diese Swimlanes we den die P ozesse en sp echend ih e Rolle angeo dne , wie es in
Abbildung 4-7 zu sehen is . Da en und Da en lüsse sind hie de Übe sich lichkei wegen
nich modellie . Mi de Swimlane-Da s ellung sind die Rollenwechsel gu zu e kennen, doch
is de P ozessablau wenige in ui i zu e assen, o allem wenn meh e e Ve zweigungen
o kommen.
Bei den Ak i i ä sdiag ammen de UML können Swimlanes modellie we den, um den
einzelnen Ak i i ä en Rollen zu zuo dnen.
ANFORDERUNGEN 4.2
117
Bei den EPKs s eh p imä die Da s ellung eine P ozesske e im Vo de g und, wenige die
Da s ellung des o ganisa o ischen Aspek es. Somi we den die Rollen di ek an den einzelnen
Funk ionen angegeben; die Da s ellung on Swimlanes is in Fo m on sog.
Funk ionsbände n möglich.
Obwohl auch BPMN die Da s ellung de zei logischen Ab olge on Ak i i ä en okussie ,
sind hie , im Gegensa z zu den EPKs, mi den Pools und Lanes gleich zwei Typen on
Swimlanes de inie . Dami sind Rollenwechsel in einem BPMN-P ozessmodell s e s gu zu
e kennen.
Fü AOPM is eine Ve sion o handen, in de neben de di ek en Rollenangabe an einem
P ozesssch i , Swimlanes modellie we den können. De Anwende muss sich dann abe o
de Modelle s ellung en scheiden, ob e mi Ve wendung de Swimlanes den Schwe punk au
den o ganisa o ischen Aspek legen möch e ode die zei lich-logische Ab olge de Funk ionen
im Fokus sieh .
Beide Da s ellungs o men haben somi ih e Vo - und Nach eile. Bei eine Be ach ung de
Modellie ungssp achen, muss bei de Auswahl de Modellie ungssp ache abgewäg we den,
welche Da s ellung zu be o zugen is ; Bei AOPM sind, un e Ve wendung de neus en
Ve sion des i>pm (siehe dazu [Volz11]), beide Da s ellungs o men ü die Anzeige ein- und
desselben Inhal s möglich.
Abbildung 4-7 Da s ellung eines P ozesses mi Swimlanes
4.2.9 Un e schiedliche Da en ypen
Im Rahmen eines P ozesses allen ü die e schiedenen Sch i e iele Inpu - und Ou pu da en
an. Dabei kann es sich um elek onische ode Papie -Dokumen e handeln, um physische
Gegens ände wie zum Beispiel Chipka e ode auch um mündliche In o ma ionen in Fo m
on Mi eilungen. We den alle Da en au dieselbe A und Weise da ges ell , kann das Lesen
4.2 ANFORDERUNGEN
118
de Modelle bzgl. des da eno ien ie en Aspek es seh mühsam we den; die Un e schiede
müssen implizi om Lese e ass we den.
Besch eibung
Beispiel (1) In einem klinischen Behandlungsp ozess allen un e schiedliche A en on
Da en an: die K ankenkassenka en de Pa ien en bei de Au nahme,
elek onische Dokumen e im KIS, Rön genbilde ode EKG-Au zeichnungen.
Beispiel (2) Bei de Du ch üh ung des S udiengangs allen un e schiedliche A en on
Da en an. So we den die Da en de S uden en elek onisch e ass , dazu gib es
abe auch noch den physisch assba en S uden enausweis. Zudem muss de
S uden die e o de lichen S udienbei äge an die Uni e si ä übe weisen; die
dabei an allenden Da en gil es eben alls zu e assen.
Tabelle 4-9 Beispiele Da en ypen
An o de ungen
Eine p ägnan e Un e scheidung de e schiedenen Da en ypen is no wendig.
Die Da s ellung de Un e schiede soll isuell e olgen und di ek im Modell zu e kennen sein.
Es muss zu e kennen sein, dass die e schiedenen Da en ypen zu G uppe de Da en gehö en.
Lösungsansä ze
Es bes eh die Möglichkei an de Modellie ungssp ache di ek anzuse zen, in de nich nu
ein Da enelemen yp de inie wi d, sonde n e schiedene.
Bei den Ak i i ä sdiag ammen de UML we den jedoch lediglich Objek kno en zu
Da s ellung on Da en ode In o ma ionen de inie .
Bei den EPKs gib es In o ma ionsobjek e mi un e schiedliche Bedeu ung und jeweils
eigene Da s ellungsa (siehe Tabelle 3-1 in 3.1.1). Es we den elek onische Dokumen e,
Dokumen e in Papie o m und In o ma ionsobjek e im Allgemeinen un e schieden. Dami
sind be ei s wesen liche Un e scheidungen ge o en, auch wenn die Un e eilung nich
indi iduell nach den eigenen Bedü nissen o genommen we den kann. Da alle Elemen e an
die Fo m eines Rech eckes angelehn sind, is eine Zusammengehö igkei e kennba .
BPMN de inie lediglich sog. Da a Objec s. Dami we den sowohl elek onische Objek e wie
Dokumen e ode Da ensä ze, als auch die physische Objek e aus de ealen Wel wie die
K ankenkassenka e eines Pa ien en ode das P oduk eines Fe igungsp ozesses da ges ell .
Ebenso de inie auch AOPM lediglich eine A on Da um. Zusä zlich gib es lediglich das
Kons uk eine Checklis e; doch handel es sich hie um ein seh spezielles Kons uk , das
ANFORDERUNGEN 4.2
119
nich unbeding allgemeingül ig anwendba is . Es bes eh jedoch die Möglichkei , die Da en
zu ka ego isie en. Die Modellie ungselemen e de Da en können de Ka ego ie en sp echend
einge ä b we den, sowie es auch in den Modellie ungsp ojek en des Leh s uhls e olg is ,
die mi AOPM modellie wo den sind (siehe zum Beispiel Abbildung 2-2 und Abbildung
2-3).
4.2.10 Un e schiedliche P ozess ypen
Inne halb eine g oßen O ganisa ion äll o mals eine Vielzahl un e schiedliche P ozesse an,
im medizinischen Kon ex zum Beispiel neben den medizinischen P ozessen auch
e wal ungs echnische P ozesse. Le z e e allen auch im Rahmen de P oduk en wicklung
neben den En wicklungsp ozessen an. Die un e schiedlichen P ozess ypen un e scheiden sich
in wesen lichen Cha ak e is iken, wie zum Beispiel manuelle ode au oma isie e Aus üh ung.
Wie bei den e schiedenen Da en ypen in Kapi el 4.2.9 kann die isuelle He o hebung de
un e schiedlichen Typen on In e esse sein. Im Bezug au Beispiel (2) in Tabelle 4-10 is
dami zum Beispiel bei appa a i en Un e suchungen zusä zliches Pe sonal ü die
Du ch üh ung no wendig.
Besch eibung
Beispiel (1) Neben den achspezi ischen P ozessen (zum Beispiel medizinisch,
en wicklungs echnisch, …) allen in g oßen O ganisa ionen auch meis
e wal ungs echnische P ozesse an.
Beispiel (2) Bei den medizinischen P ozessen eine Klinik kann nach appa a i und nich -
appa a i Un e suchungen un e schieden we den.
Tabelle 4-10 Beispiele P ozess ypen
An o de ungen
Eine p ägnan e Un e scheidung de e schiedenen P ozess ypen is no wendig.
Die Da s ellung de Un e schiede soll isuell e olgen und di ek im Modell zu e kennen sein.
Die e schiedenen P ozess ypen müssen dennoch als P ozess zu e kennen sein.
Lösungsansä ze
Bei den im Rahmen diese A bei be ücksich ig en Modellie ungssp achen (siehe Kapi el
3.3.1) wi d in den De ini ionen de Modellie ungssp achen nich zwischen e schiedenen
P ozess ypen un e schieden.
Bei AOPM bes eh jedoch die Möglichkei , P ozesse en sp echend es geleg e Ka ego ie
einzu ä ben, wie es be ei s im Zusammenhang mi den e schiedenen Da en ypen in Kapi el
5.3 KLASSIFIKATION DER ANFORDERUNGEN
126
Modellie ungssp achen sind diese o mals zusammenge ass in K i e ienka alogen, mi Hil e
de e die Modellie ungssp achen g undlegend en wickel we den können. Beispielha zu
nennen wä e hie [F L03], die gene elle An o de ungen sowie zusä zliche einige spezielle
An o de ungen im Bezug au die Da s ellung on Geschä sp ozessen nennen ode [F P 97]
und [F an98], die An o de ungen im Hinblick au objek o ien ie e Modellie ungssp achen
de inie en. An o de ungen bzgl. de E s ellung on Modellen sind zum Beispiel in [BeRS95]
ode [MeRA10] zu inden.
Es is nich das Ziel diese A bei einen neuen K i e ien- bzw. An o de ungska alog
au zus ellen, auch weil dies ü jedes Anwendungsgebie und jeden Anwendungs all
indi iduell e olgen soll e. Vielmeh is ein Rahmenwe k au zus ellen, das ü die genaue
Spezi ika ion de An o de ungen eine Un e s ü zung bie e .
Abbildung 5-3 Klassi ika ion on An o de ungen gem. de Me a-Modell-Hie a chie
Es gil die zunächs zu Beginn eine Designphase lose, zum Beispiel im Rahmen eines
B ains o mings e mi el en An o de ungen (dies is in Abbildung 5-3 du ch die Box au de
linken Sei e da ges ell ) im Hinblick au ih e Umse zung (die Ges al ungsmöglichkei en)
zielo ien ie zu o ganisie en. Dies e olg un e Ve wendung de S uk u ie ung de Design-
und Modellie ungsphase, wie sie ge ade in Kapi el 5.2 besch ieben wo den is . In Abbildung
5-3 is die Ka ego isie ung de An o de ungen du ch die an de linken Bildsei e s a enden
ho izon alen P eile da ges ell .
Du ch die explizi e S uk u ie ung gemäß den Ebenen de Me a-Modell-Hie a chie kann eine
wesen lich p äzise e und di e enzie e e De ini ion und Abg enzung on An o de ungen und
de en Umse zung (die Ges al ungsmöglichkei en) gewonnen we den. De Anwende wi d
sensibilisie übe die explizi e De ini ion ode Anpassung eine P ozessmodellie ungssp ache
nachzudenken, so dass e sich nich nu au den Modellie ungs o gang au M1 besch änk .

DAS VORGEHENSMODELL 5.4
127
Es kann o kommen, dass sich eine An o de ung und de en Umse zung übe meh e e Ebenen
de Me a-Modell-Hie a chie e s ecken. Hie a chische P ozesse können nu dann modellie
we den, wenn dies die Modellie ungssp ache e möglich ; solch eine An o de ung muss au
M2 de inie we den; eine Hie a chie de P ozesse an sich kann abe e s wäh end des
Modellie ungs o gangs au M1 e s ell we den. Gleichzei ig gil es zu be ücksich igen, dass
sich die Umse zung de An o de ungen nich imme nu au die Phase des Designs
besch änken muss bzw. kann. Wie auch be ei s in den Beispielen in Kapi el 4 au gezeig
wu de, können manche An o de ungen e s im Rahmen de Modellie ung ealisie we den.
Beispielha zu nennen wä e die An o de ung, dass ein P ozessbla nu so iele Elemen e
abbilden soll, wie de Anwende au einen Blick e assen kann. Wi d dahe in de
Designphase au M1 es geleg , dass ein P ozessbla nie meh als sieben P ozesssch i e
en hal en da , kann dies e s bei dem eigen lichen Modellie ungs o gang, de eben alls M1
zuzuo dnen is , umgese z we den.
Nich sdes o o z soll es dem Anwende zuges anden we den, dass ihm gewisse gu e
Ges al ungsmöglichkei en e s bei de Modellie ung in den Sinn kommen, weil e sich dann
wenige abs ak und heo e isch, sonde n p ak isch mi de Sache beschä igen kann. Dies
üh zu I e a ionsschlei en in dem Gesam p ozess, die sich jedoch bekann lich posi i au die
Quali ä des inalen E gebnisses auswi ken. An o de ungen, die e s nach de an änglich
du chge üh en An o de ungsanalyse au e en, sind in diesem Konzep nich be ücksich ig
und sind auch nich Schwe punk diese A bei .
Folgendes Beispiel dien de Ve anschaulichung: Die Phasen in einem P ozessmodell sollen
ohne Applika ionen, d.h. ohne den ope a ionalen Aspek modellie we den. Es is nun zu
un e scheiden, ob diese Eigenscha in de zu e wendenden P ozessmodellie ungssp ache an
sich be ücksich ig we den soll, ode ob lediglich eine Reihe on P ozessmodellen ohne den
ope a ionalen Aspek modellie we den soll.
• Im e s en Fall muss diese An o de ung au de Ebene M2 de inie we den, das heiß
die zu e wendende P ozessmodellie ungssp ache e zich e explizi au die
De ini ion des ope a ionalen Aspek s und eines Modellie ungselemen s. So is es zum
Beispiel bei AOPM ü die Phasen de inie .
• Im zwei en Fall wi d diese An o de ung au Ebene M1 ealisie , das heiß bei den
ele an en P ozessmodellen wi d kein ope a ionale Aspek modellie , obwohl dies
die Sp ache pe De ini ion e lauben wü de bzw. o sieh .
5.4 Das Vo gehensmodell
Bei dem en wickel en Ansa z handel es sich um ein Phasenmodell. Phasenmodelle we den
gene ell dazu e wende g öße e P ojek e in übe schauba e Abschni e, d.h. Phasen zu
un e gliede n [Bu g02] [CKKP06] [Köhl06] [DeIn09]. Lau DIN 69901 is eine P ojek phase
5.4 DAS VORGEHENSMODELL
128
ein „zei liche Abschni eines P ojek ablau s, de sachlich gegenübe ande en Abschni en
ge enn is “ [DeIn09].
Design und Modellie ung sind Phasen des P ozesslebenszyklus (siehe Kapi el 2.3). Da übe
hinaus können die einzelnen Ebenen de Me a-Modell-Hie a chie M3 bis M0 den Phasen des
P ozesslebenszyklus zugeo dne we den. In Kombina ion mi dem ü Design und
Modellie ung en wickel em me hodischen Rahmenwe k bedeu e dies: jede diese als Phase
in e p e ie e Ebene M3 bis M0 wi d du ch die (Teil-) Phasen Design und Modellie ung
konk e isie bzw. umgekeh we den Phasen Design und Modellie ung du ch die einzelnen
Ebenen in Teilphasen un e gliede . Dami läss sich ein Vo gehensmodell de inie en, wie es
in Abbildung 5-4 zu sehen is .
Abbildung 5-4 Vo gehensmodell ü Design und Modellie ung
DAS VORGEHENSMODELL 5.4
129
Abbildung 5-4 gib als Zusammen assung Au gaben und Inhal e on Design und
Modellie ung au den e schiedenen Ebenen de Me a-Modell-Hie a chie wiede . Die
de aillie en Aus üh ungen olgen in Abschni 5.5.
Von de G undidee de zug unde geleg en Me a-Modell-Hie a chie wi d das
Vo gehensmodell on oben nach un en, d.h. on M3 nach M0, du chlau en, wie es in
Abbildung 5-4 du ch den Ve lau de P eile angezeig wi d. De Eins ieg is jedoch, je nach
Anwendungs all, au jede Ebene möglich. Zudem wi d de Gesam p ozess nich so linea
ablau en, wie es die Abbildung e mu en läss . Vielmeh wi d de Ablau on ielen ebenen-
sowie phasenübe g ei enden Sp üngen gep äg sein. Dies is ü die Quali ä des
Ende gebnisses unabdingba , da o mals e s die I e a ionen zum Op imum üh en.
Vo gehensmodell Design
Im Rahmen de An o de ungsanalyse zu Beginn de Designphase wi d zunächs das so
genann e Las enhe de inie . Das Las enhe (= An o de ungsspezi ika ion,
An o de ungska alog) besch eib die Gesam hei de An o de ungen an ein zu e s ellendes
Objek und dien de Klä ung und P äzisie ung de Au gabens ellung [Pahl70] [Pahl74]
[VDI93] [DeIn09]. Eine An o de ung wä e zum Beispiel die Möglichkei de Un e scheidung
zwischen medizinischem und adminis a i em P ozess. Hie e olg zunächs keine di ek e
Zuo dnung de An o de ungen zu eine de Ebenen des Vo gehensmodells in Abbildung 5-4.
Das zu e s ellende Objek is hie die P ozessmodellie ungssp ache (inklusi e
Modellie ungswe kzeug) sowie das P ozessmodell.
Au bauend au dem Las enhe wi d das P lich enhe e s ell . Dieses besch eib in
konk e e e Fo m die Umse zung des Las enhe s [DeIn09], d.h. wie und womi die
An o de ungen im Las enhe zu lösen sind. Dabei we den nun explizi die e schiedenen
Ebenen des Vo gehensmodells be ücksich ig . Somi is im G und p o Ebene ein P lich enhe
zu e s ellen. Zum Beispiel wi d au M2 es geleg , dass zu Un e scheidung adminis a i e
P ozesse o al, medizinische P ozessen ech eckig da ges ell we den. Zusammen mi dem
jeweiligen Anwendungskon ex bilde das P lich enhe den Inpu ü die anschließende
Modellie ung.
Vo gehensmodell – Modellie ung
Es e olg schließlich in de Phase de Modellie ung die Modelle s ellung. Dabei wi d das
umgese z , was im Design mi els Las en- und P lich enhe iden i izie und es geleg
wo den is . Die E gebnisse we den in den Ebenen-en sp echenden Modellen es gehal en.
Nach de ini ialen An o de ungsiden i ika ion s ell nun die Iden i ika ion de Modellinhal e
aus dem ak uell o liegenden Anwendungs all eine He aus o de ung da . Dies is seh
zei in ensi und se z gu e analy ische Fähigkei en o aus. Auch de Abbildungs o gang an
sich muss seh so g äl ig du chge üh we den.
5.5 ERLÄUTERUNGEN DER EINZELNEN EBENEN
130
5.5 E läu e ungen de einzelnen Ebenen
Im Folgenden we den die Au gaben und Inhal e de einzelnen Ebenen, ge enn nach Design
und Modellie ung, e läu e . Es wi d auch ku z au die un e s e Ebene M0 mi de Aus üh ung
sowie dem Moni o ing/ Con olling eingegangen.
5.5.1 M3 – Design und Modellie ung
Au M3 gil es abs ak e Modellie ungsp imi i e ü das g undlegende Modellie ungs- und
Sp achpa adigma zu de inie en. Das E gebnis wi d in einem Sp achde ini ionsmodell
es gehal en.
Inpu – An o de ungen M3
Die au diese Ebene zu be ücksich igenden An o de ungen sind on gene ische Na u . Sie
sind auch losgelös on dem P ozessgedanken, de den Schwe punk diese A bei ausmach .
Es bes eh kein Bezug zu eine Anwendungsdomäne ode einem Anwendungs all wie in
Kapi el 2.2 besch ieben.
Design M3
Fü die Modellie ungssp ache we den zunächs in abs ak e sowie gene ische Fo m die
g undlegenden Modellie ungsp imi i e spezi izie . We den als Modellie ungs-Pa adigma
ge ich e e G aphen de inie , sind dies zum Beispiel Kno en und Kan en. Die Anzahl de
de inie en Modellie ungsp imi i e is ge ing. E s au den da un e liegenden Ebenen we den
ü jedes diese Modellie ungsp imi i e meh e e konk e e Kons uk e abgelei e .
Zu Fes legung de S uk u de Modellie ungselemen e, inklusi e de en Beziehungen
zueinande , wi d eine abs ak e Syn ax de inie [K RV07]. Zum Beispiel wi d es geleg ,
dass Kno en du ch Kan en e bunden we den ode dass eine Schach elung on Kno en
möglich is . Die De ini ion e olg au abs ak em Ni eau und “desc ibes he ocabula y o
concep s p o ided by he language and how hey a e combined o c ea e models” [ClSW08].
Da ein konk e e Anwendungsbezug au M3 ehl , we den Aspek e de Seman ik kaum
spezi izie , sonde n nu abs ak im Sinne on Kno en und Kan en. Dami bes eh jedoch die
Flexibili ä einen Kno en au eine de un e en Ebene in de einen Modellie ungssp ache (zum
Beispiel in AOPM) als P ozesssch i zu in e p e ie en, in eine ande en hingegen (zum
Beispiel in einem ER-Diag amm) als Beziehungs yp. Beide Modellie ungssp achen können
dann abe au dieselben G undelemen e zu ückge üh we den, was die Ve gleichba kei
e höh .
Angaben zu isuellen Da s ellung we den nich gemach .
ERLÄUTERUNGEN DER EINZELNEN EBENEN 5.5
131
In enge Wechselwi kung mi de De ini ion de Modellie ungsme hode we den auch die
e s en, noch abs ak en Konzep e eines Modellie ungswe kzeuges en wo en. Au diesen
Aspek soll jedoch im Folgenden nich nähe eingegangen we den.
Modellie ung M3
Die in de Designphase de inie en Kons uk e können un e Be ücksich igung de de inie en
Syn ax in einem Modell konk e isie , d.h. modellie we den. Dami e olg die De ini ion
eines abs ak en, syn ak ischen Me a-Me a-Modells, eines sog. Sp achde ini ionsmodells.
De Beg i „abs ak “ soll nich im Sinne de In o ma ik e s anden we den, wo es um das
Ablei en eines wesen lichen bzw. cha ak e is ischen Aspek s aus eine Menge on
Einzelobjek en geh . Vielmeh is de Beg i in einem allgemeine en Sinn zu e s ehen,
nachdem die „Gegens ände nu dem Denken, nich abe de (sinnlichen) Wah nehmung
zugänglich sind“ [Mi 05]. Mi Gegens änden sind hie die Modellie ungsp imi i e gemein .
Das Modell wi d explizi als syn ak isch bezeichne , da eine Seman ik kaum (lediglich im
Sinn on Kno en und Kan en) spezi izie is . Diese Konk e isie ung beinhal e p inzipiell
keine isuelle Da s ellung, auch wenn mi Kno en und Kan en du chaus be ei s
Da s ellungs o men assoziie we den können.
5.5.2 M2 – Design und Modellie ung
Das E gebnis diese Ebene is das Modell eine P ozessmodellie ungssp ache, ku z
Sp achmodell genann . Dabei müssen sp achbezogene An o de ungen be ücksich ig we den.
Inpu – An o de ungen M2
Das Sp achde ini ionsmodell on M3 is als wesen liche Inpu diese Ebene anzusehen. Fü
die Wei e en wicklung we den hie nun sowohl wei e e gene ische als auch be ei s
domänenspezi ische bzw. anwendungsbezogene An o de ungen be ücksich ig .
Die gene ischen An o de ungen beziehen sich allgemein au den (die) spä e en
Anwendungsbe eich(e) de zu en wickelnden Modellie ungssp ache. Die
domänenspezi ischen An o de ungen beziehen sich au spezielle Aspek e einzelne
Anwendungsbe eiche, wie zum Beispiel e s einmal die Domäne de P ozesse an sich, konk e
die de Medizin ode de P oduk en wicklung (siehe Kapi el 2.2). Es kann abe auch be ei s
um ein spezielles Modellie ungsp ojek eine O ganisa ion gehen, die dann
anwendungsbezogene An o de ungen de inie . Die An o de ungen spiegeln wiede , welche
Eigenscha en und Aspek e (zum Beispiel Da en und Rollen) Bes and eil des Sp achmodells
sein müssen.

5.5 ERLÄUTERUNGEN DER EINZELNEN EBENEN
132
Design M2
Zunächs ließen die gene ischen An o de ungen in eine abs ak zu de inie ende
Zwischensp ache ein (siehe Kapi el 3.3.2), die jedoch nich ü die E s ellung de
P ozessmodelle au M1 e wende we den kann. Dazu e olg die De ini ion eine
domänenspezi ischen Modellie ungssp ache, die diejenigen domänenspezi ischen
An o de ungen umse z , die ü den wei e en Ve lau in dem Vo gehensmodell on In e esse
sind. Dabei muss nich imme eine Neude ini ion e olgen, ebenso können exis ie ende
Modellie ungssp achen angepass we den. Es wi d un e schieden zwischen Sp achen zu
Modellie ung on Geschä sp ozessen (P ozesse, bei denen die Da s ellung
be iebswi scha lich- achliche Aspek e im Vo de g und s eh [F L03] [Mau 96]) ode abe
Wo k lows (P ozesse, die au oma isie ausge üh we den ode zumindes in Teilen
in o ma ions echnisch un e s ü z we den sollen [F L03] [Mau 96]). Bei Le z e en is eine
o male bzw. exak e De ini ion de Modellie ungssp achen unabdingba [JaBu96] [KBGS11].
Basie end au den Modellie ungsp imi i en on M3 we den konk e e Kons uk e de inie .
Dies e olg inklusi e de Angabe on A ibu en und Pa ame e n, die beide e s au den noch
olgenden Ebenen mi konk e en We en und/ ode We ebe eichen e sehen we den können.
Fü die Beziehung de Kons uk e wi d eine konk e e Syn ax spezi izie . Da au au bauend
wi d eine explizi e Seman ik de inie [K RV07] [HaRu04].
Im Un e schied zu Ebene M3 können hie nun ü die ins anziie ba en, domänenspezi ischen
Sp achelemen e Angaben zu Visualisie ung gemach we den. In Abbildung 5-5 wi d dies
beispielha in Fo m des Rech ecks ü den „P ozess“ und den du chgezogenen P eil mi
ge üll e Spi ze ü einen „Ve bindungsp eil“ gezeig . Fo m, Liniena , Fa be ode ande e
g aphische Aspek e lassen sich beliebig anpassen. Wi d zum Beispiel bei eine g aphischen
Modellie ungssp ache, wie es die pe spek i eno ien ie e Modellie ung (siehe 3.3.2.2) is , die
An o de ung nach zweie lei A en on Ve bindungsp eilen zum Ve binden de
P ozesselemen e ges ell , nämlich Kon oll- und Da en lussp eile, können diese als
du chgezogene bzw. ges ichel e Linie modellie we den. Bei ex uellen Sp achen kann die
Da s ellung de Sch i zeichen bzgl. Sch i a (A ial, Times New Roman; e , ku si ), G öße
sowie Fa ben indi iduell bes imm we den.
Abbildung 5-5 Beispielha e In e p e a ion on "node & edge" (M3) au de Ebene M2
ERLÄUTERUNGEN DER EINZELNEN EBENEN 5.5
133
Da übe hinaus wi d hie auch ein Modellie ungswe kzeug ausgea bei e . Wie be ei s e wähn
wi d da au im Rahmen diese A bei nich wei e eingegangen. Nähe es dazu is [Volz11] zu
en nehmen.
Modellie ung M2
Die im Design spezi izie e Sp ache kann nun de inie we den. Dazu we den alle Kons uk e
als Ins anzen de Kno en und Kan en, den Modellie ungsp imi i en on M3, e zeug . Dabei
we den die be ei s in Kapi el 3.3.2 o ges ell en Modell ypen (APMM = abs ak es P ozess
Me a Modell ü die Zwischensp ache, SDPMM = domänenspezi isches P ozess Me a
Modell) un e schieden. Le z e es is ein Sp achmodell in Fo m eine
P ozessmodellie ungssp ache wie BPMN als S anda dmodellie ungssp ache ode
AOPM4MED als anwendungsbezogene Modellie ungssp ache, hie in Bezug au die
Medizin.
Anme kung
Die bishe besch iebenen Ebenen M3 und M2 sind on den nun olgenden Ebenen M1 und
M0 abzug enzen. Au M3 und M2 e olg die Ges al ung (= Design) sowie Konk e isie ung (=
Modellie ung) eine Modellie ungssp ache mi indi iduellem Bezug zu eine Domäne ode
einem Anwendungs all.
Au M1 und M0 liegen nun konk e e Anwendungs älle o , die mi els de au M2
en wickel en Modellie ungssp ache abgebilde (M1) und dann ausge üh (M0) we den
können. Es we den keine Ände ungen de zug undeliegenden Modellie ungspa adigmen und -
sp achen meh o genommen.
5.5.3 M1 – Design und Modellie ung
Ab de Ebene M1 s eh nun die E s ellung eines konk e en P ozessmodells im Vo de g und,
das einen speziellen Anwendungs all da s ell . Dabei wi d die au M2 de inie e
Modellie ungssp ache bzw. das Sp achmodell e wende .
Inpu – An o de ungen M1
Als Inpu is zum einen das Sp achmodell ele an , sei es das eine
S anda dmodellie ungssp ache ode das eine anwendungsbezogenen Modellie ungssp ache.
Zudem gil es wei e e anwendungsbezogene An o de ungen zu be ücksich igen, die sich aus
dem konk e en Anwendungs all ablei en (eine bes imm e O ganisa ion und ih e P ozesse ode
ein Klinikum und seine klinischen P ade).
5.5 ERLÄUTERUNGEN DER EINZELNEN EBENEN
134
Design M1
Au diese Ebene geh es im Design nun nich meh da um, konk e e Kons uk e, wie zum
Beispiel einen P ozesssch i ode Kon oll luss an sich und de en p inzipiellen Beziehungen
zu den ande en Kons uk en, zu spezi izie en. Diese Au gaben eil is au de da übe
liegenden Ebene M2 abgeschlossen wo den.
De Schwe punk lieg un e ande em au de Fo mulie ung on Regeln, die die Ve wendung
de Elemen e sowie das Layou des Modells be e en. Beispielsweise kann ü ein
bes imm es P ojek en schieden we den, dass de o ganisa o ische Aspek nich bei
komposi en P ozessen e wende we den soll, sonde n nu bei elemen a en P ozessen. Ein
wei e es Beispiel wä e die Regel, nie meh als sieben Sub-P ozesse ü einen P ozess und
somi ein P ozessbla zu e lauben. Diese Angaben gel en nich allgemein in Bezug au die
Modellie ungssp ache, sonde n nu ü den ak uell o liegenden Anwendungs all.
Modellie ung M1
Es e olg nun un e Ve wendung eine P ozessmodellie ungssp ache, wie zum Beispiel
AOPM ode UML, und un e Be ücksich igung de Design o gaben, die E s ellung on
P ozessmodellen. Es we den hie ku z g undlegende bzw. mögliche Modella en o ges ell ,
um ein Bild zu e mi eln, wie die Modellie ungssp ache e wende we den kann.
• Soll-Is -Modelle
Is -Modelle we den zunächs im Rahmen eine e s maligen Dokumen a ion de
P ozesse e s ell und geben den ak uellen S a us Quo de Abläu e, so wie sie ak uell
ausge üh we den, wiede [Fisc06] [F RH10] [ScSe08].
Au de Basis eine eingehenden Analyse, we den Schwachs ellen, Fehle und
Uns immigkei en au gedeck . Die Analyse üh zu de De ini ion on sog. Soll-
Modellen, um Schachs ellen und Fehle zu eliminie en. Diese dienen dann als Basis
ü die Aus üh ung de P ozesse au de Ebene M0 [Fisc06] [F RH10] [ScSe08].
Die P ozessmodelle gil es du ch egelmäßige Übe a bei ung eine Quali ä skon olle
zu un e we en, was zu einem K eislau de kon inuie lichen Ve besse ung üh .
• S a egisch-ope a i e Modelle
S a egische Modelle we den zu Da s ellung des Po olios eine O ganisa ion
eingese z . Dazu e olg die Abbildung de Haup p ozesse des Un e nehmens in eine
sog. P ozesslandscha [F RH10] [Remu02] [ScSe08] [Wilh07]. Als Beispiel wä en
Bescha ungs-, P oduk en wicklungs-, sowie Ve iebsp ozesse aus dem
be iebswi scha lichen/ ingenieu wissenscha lichen Be eich zu nennen.
In den ope a i en Modellen we den die P ozesse nun so de aillie abgebilde , dass die
P ozesse mi den da in en hal enen In o ma ionen au de Ebenen M0 mi ode ohne
Sys emun e s ü zung ausge üh we den können. [Fisc06] [F RH10] [JaBu96]
[ScSe08] [Wilh07]. So wi d zum Beispiel in einem uni e si ä en P ozessmodell ü
die Phase de Du ch üh ung eines S udiengangs de P ozess „Einsch eibung
ERLÄUTERUNGEN DER EINZELNEN EBENEN 5.5
135
du ch üh en“ mi dem Inpu da um „Zeugnis“ und de O ganisa ion „S udie ende “
modellie .
5.5.4 M0 – Design und Modellie ung
Es e olg hie nun ein Wechsel on de Modellie ungsumgebung zu Aus üh ungsumgebung.
Die P ozessmodelle we den zunächs ins anziie . Dahe können auch au diese Ebene in
ge ingem Ausmaß noch Au gaben du chge üh we den, die dem Design und de
Modellie ung zuzuo dnen sind.
Inpu – An o de ungen M0
Bei de Ins anziie ung müssen anwendungsbezogene An o de ungen in Bezug au das bei de
spä e en Aus üh ung zu e wendende P ozessmodell be ücksich ig we den. Es handel sich
hie um planba e An o de ungen, die die Kon ex bedingungen konk e isie en und noch o
de Aus üh ung en sp echend in das Modell in eg ie ba sind bzw. in eg ie we den müssen.
G undlagen lie e n übliche weise die P ojek pläne de O ganisa ionen wie Te min-, Kos en-
und Kapazi ä spläne.
Design M0
Das P ozessmodell muss aus o ganisa o ischen sowie implemen ie ungs echnischen
Gesich spunk en an die nun konk e o liegenden Aus üh ungsbedingungen angepass
we den, um ein aus üh ba es P ozessmodell zu e hal en. Dazu we den Pa ame e und
A ibu e mi konk e en We en bese z . Es kann sich auch um ein o ganisa o ische Aspek e
handeln, wie zum Beispiel dass die Mi a bei e on ih em Vo gese z en ih en
Au gabenbe eich zugewiesen bekommen. Ebenso kann im Hinblick au die (in o ma ions-)
echnische Un e s ü zung de P ozessaus üh ung es geleg we den, dass nich meh als ün
Sch i e p o Zei einhei gleichzei ig ausge üh we den dü en.
Eine Aus üh ungsumgebung ü einen konk e en Anwendungs all/ ein P ojek in eine
O ganisa ion wi d en sp echend de inie bzw. im Hinblick au die Aus üh ung kon igu ie .
Dabei muss es sich nich zwingend um ein IT-Sys em handeln; es kann auch ein
o ganisa o ische Aspek e be e en. Wie bei den Modellie ungswe kzeugen soll auch da au
hie nich nähe eingegangen we den.
Modellie ung M0
Die im Rahmen des Designs konk e isie en Angaben we den bei de Ins anziie ung in das
P ozessmodell übe nommen. Die Ins anziie ung des P ozessmodells beinhal e die Einbe ung
in die echnische und/ ode o ganisa o ische Aus üh ungsumgebung. Dies kann sich on de
web- ode papie basie en Ve ö en lichung de P ozessmodelle als Anlei ung ü die
Mi a bei e , übe die ein eilau oma isie endes P ozessun e s ü zungssys em bis hin zu einem
238
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240
241
Anhang A Lei aden - In e iew
Einlei ung
Wie wi d P ozessmanagemen umgese z ?
E s einmal ielen Dank, dass Sie sich die Zei ü unse Gesp äch genommen haben.
Ich habe ja am Tele on/gegebenen alls In obla schon ku z um issen, wo um es in unse em
Gesp äch gehen soll.
Mich in e essie , wie Sie dieses Thema bewe en und einschä zen. Wi be agen
Un e nehmen aus e schiedenen B anchen, un e ande em auch Ih e.
Vo ab möch e ich Sie schon einmal da au hinweisen, dass die F agen, die ich Ihnen im
Ve lau des Gesp ächs s ellen möch e, nich unbeding meinen eigenen Ansich en
en sp echen.
Bei unse em Gesp äch gib es keine ich igen ode alschen An wo en. Ich möch e Sie bi en,
mi Ih e ganz pe sönliche Meinung und Ih e E ah ungen zu e zählen.
Ih e gesam en Angaben we den anonym und e aulich behandel . Wenn bei Ihnen wäh end
des In e iews F agen au auchen, können Sie diese na ü lich jede zei s ellen.
Be o wi je z speziell au das Thema „Umse zung des P ozessmanagemen s“ kommen,
wü de mich zunächs einmal ganz allgemein in e essie en …
In e iewlei aden – Themenübe sich
I. Ein üh ung
II. Rahmenbedingungen
III. P ozesse (E assung und Ve wendung)
IV. In o ma ions echnologie
V. Mi a bei e
[Beme kung: die un e s ichenen F agen sollen au jeden Fall ges ell we den; die Ku si
ged uck en Be eiche dienen dazu, dem In e iew en bei de S uk u ie ung seine An wo en
behil lich zu sein]
242
I. Ein üh ung
… is P ozessmanagemen ode P ozesso ien ie ung bei Ihnen ein Thema?
II. Rahmenbedingungen
Das Un e nehmen und seine S uk u bilden das g undlegende Ge üs , den Rahmen zu
Du ch üh ung de einzelnen Au gaben im Geschä sall ag und beein lussen dahe wesen lich
das P ozessmanagemen . Uns in e essie dahe : …
A. S a egische Ebene
1. Wie s ell sich die Au bauo ganisa ion des Un e nehmens, d.h. die S uk u ie ung
de o ganisa o ischen Einhei en da ?
... bzgl. Hie a chieebenen ( iele, wenige)?
… bzgl. Geschä seinhei en, - Be eichen, Ab eilungen?
…bzgl. Einlinien,- Meh linieno ganisa ion/ unk ionale, di isionale,
Ma ixo ganisa ion?
2. Is ih Un e nehmen ze i izie z.B. nach ISO 9001?
… Ja: Spiel PM dabei eine Rolle
(a) Ja: Inwie e n?
(b) Nein:
Æ
… Nein:
Æ
3. Inwie e n e wende das Managemen P ozesse zu Planung/ S eue ung/ Kon olle/
e c.?
B. Ope a i e Ebene
1. Wie e olg eine S uk u ie ung de Abläu e im Un e nehmen?
… als P ozesso ganisa ion?
… welche ande en Konzep e gib es?
2. Sind (S anda d-) Vo gehensmodelle bei Ihnen ein Thema?
… VDI 2221/ RUP/ V-Modell
243
III. P ozesse assung und -Ve wendung
D eh- und Angelpunk beim P ozessmanagemen sind die P ozesse. Zu Umse zung des
P ozessmanagemen s soll en die P ozesse jedoch en sp echend au be ei e we den.
A. Iden i izie ung/Modellie ung
We den Abläu e bei Ihnen e ass bzw. dokumen ie ?
Und zwa nich wäh end de Aus-/ Du ch üh ung de P ozesse, sonde n es soll dabei
um die Iden i izie ung/ das E kennen de P ozesse gehen.
… wenn ja:
Æ
(1) We den P ozesse in allen Be eichen/ Ebenen des Un e nehmens e ass ?
…ja/ nein: Æ Wa um?
(2) Wie we den die P ozesse e ass bzw. iden i izie we den?
(3) Wo lieg de inhal liche Schwe punk (de E assung bzw. Da s ellung)?
… d.h. welche Aspek e we den be ach e bzw. okussie ?
… welche Aspek e ehlen ih e Meinung nach?
(4) Welche An o de ungen we den an die E assung bzw. Da s ellung ges ell ?
… ehle ei, olls ändig, subjek i , in o melle Cha ak e …. (inhal lich)
… syn ak isch ko ek , ausgezeichne e Ausd ücke, be echenba … ( o mal)
…wenn nein:
Æ
(1) Aus welchen G ünden we den bei Ihnen P ozesse nich iden i izie ?
… z.B. wi d es nich als no wendig e ach e
… z.B. wu de da an bishe nich gedach
B. Ve wendung/ Umse zung:
1. Wie we den P ozesse bei Ihnen umgese z / eingese z / e wende ?
…Da s ellung/ Illus a ion de Abläu e im Un e nehmen (zu Kommunika ion/
T aining,…)?
… Aus üh ung/ Umse zung du ch ein echnisches Sys em (mi /ohne In e ak ion des
Menschen)?
… Moni o ing on Vo gängen?
… Op imie ung on Vo gängen?
2. Hel en Ihnen P ozesse ih e A bei zu s uk u ie en?

244
IV. In o ma ions echnologie
Insbesonde e die In o ma ions echnologie ha Ein luss au das P ozessmanagemen . Sie
beein luss die ope a i en Abläu e im Un e nehmen. Uns in e essie dahe :
A. Au bau/ Konzep
1. Ve wenden Sie ein globales Sys em ode a bei en Sie mi e schiedenen
Anwendungen?
… e schiedene Anwendungen: Æ
(1) Bes eh eine In eg a ion zwischen den e schiedenen Anwendungen?
… übe P ozesse?
… übe eine zen ale Da enbank, …?
… globales Sys em: Æ
(2) Wonach is das globale Sys em s uk u ie / gegliede ?
… nach Funk ionen?
… nach P ozessen?
B. Funk ionali ä
1. Welche A en on Anwendungen/Technologien/In o ma ions echnologien we den
e wende ?
(Um o mulie = Wie is die Aus ich ung ih e Technologien?)
… Da en e wal ung, z.B. als Kunden e wal ungssys em?
… Ab echnung, z.B. Reisekos enab echnung?
… Planungssys em/ ERP-Sys eme, z.B. zu Ressou cenplanung, Ma e ialwi scha ?
2. Wie e olg die In o ma ions e so gung des Anwende s?
… übe eine zen ale/ dezen ale Speiche ung?
… du ch au oma isches Wei e lei en, pe sönliches Wei e lei en de Da en?
3. Gib es einen Zusammen/ eine Kopplung/ eine Ve bindung zwischen den P ozessen
und de IT?
C. Ope a i e Ebene/ Umse zung/ Ve wendung
1. Wie inden Anwende ü ih e Tä igkei en geeigne e Anwendungen bzw.
In o ma ionssys eme, d.h. wie/womi we den die Funk ionen dem Anwende
e mi el ?
… Sys eme lei en Anwende komple …
245
… P ozessbesch eibungen ...
2. Welche Technologien ehlen in Ih en Be ieb/ ih e Abläu e und soll en dahe als
nächs es e wo ben ode auch en wickel we den?
V. Mi a bei e
Zu Umse zung des P ozessmanagemen s agen im Wesen lichen auch die Mi a bei e bei da
du ch sie das P ozessmanagemen quasi im All ag geleb wi d. Dahe in e essie en uns zum
einen de Be u sall ag im Un e nehmen, wie auch einige Aspek e zu Quali ika ion/
Fo bildung de Mi a bei e .
A. Be u sall ag:
1. Wie we den (neuen) Mi a bei e n die Abläu e im Un e nehmen e mi el ?
…Coaching, T aining…?
… P ozessmodell/ P ozesshandbüche ?
2. Wie is ein Mi a bei e in den Geschä sablau eingebunden?
… übe P ozesse/ Ne zwe k bzw. P ozessge lech ?
…als isolie es Teilgebie ?
3. Wo bes eh Op imie ungsbeda bzgl. eines e ek i e en A bei sablau s?
B. Quali ika ion/ Fo bildung:
1. Inwiewei wi d We au Kenn nisse übe P ozessmanagemen geleg ?
2. We den die Mi a bei e in P ozessen geschul ?
246
233
Anhang B BPMN E en s
S a Zwischen Ende
Top-Le el
E eignis-Teilp ozess
un e b echend
E eignis-Teilp ozess
Nich -un e b echend
Einge e en
Angeha e
un e b echend
Angeha e
nich -un e b echend
Ausgelös
Blanko:
Un ypisie e
E eignisse, i. d.
R. am S a ode
Ende eines
P ozesses
Nach ich :
Emp ang und
Ve sand on
Nach ich en
Time :
Pe iodische
zei liche
E eignisse,
Zei punk e ode
Zei spannen
Eskala ion:
Meldung an den
nächs höhe en
Ve an wo lichen