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Zur so genannten gegengeschlechtlichen Besetzungspraxis. Nebst einer Besprechung der aktuellen Publikationen von Knaus sowie Beghelli und Talmelli

Author: Woyke, Saskia Maria
Year: 2012
Source: https://epub.uni-bayreuth.de/id/eprint/244/1/ACT2012_03_Woyke.pdf
Zu so genann en gegengeschlech lichen
Bese zungsp axis. Nebs eine Besp echung on
Ko dula Knaus, Männe als Ammen – F auen als
Liebhabe . C oss-gende cas ing in de Ope
1600 bis 1800, S u ga 2011 und Ma co Beghelli
und Ra aele Talmelli, E ma odi e a moniche. Il
con al o nell’O ocen o, Va ese 2011.
Saskia Ma ia Woyke (Bay eu h)
Saskia Ma ia Woyke, „Zu so genann en gegengeschlech lichen Bese zungsp axis.
Nebs eine Besp echung on Ko dula Knaus, Männe als Ammen – F auen als
Liebhabe . C oss-gende cas ing in de Ope 1600 bis 1800, S u ga 2011 und
Ma co Beghelli und Ra aele Talmelli, E ma odi e a moniche. Il con al o
nell’O ocen o, Va ese 2011“, in: ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance 3
(2012), N . 3.
www.ac .uni-bay eu h.de
ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3
Saskia Ma ia Woyke, Zu so genann en gegengeschlech lichen Bese zungsp axis.
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Zu so genann en gegengeschlech lichen Bese zungsp axis. Nebs eine
Besp echung on Ko dula Knaus, Männe als Ammen – F auen als
Liebhabe . C oss-gende cas ing in de Ope 1600 bis 1800, S u ga
2011 und Ma co Beghelli und Ra aele Talmelli, E ma odi e a moniche.
Il con al o nell’O ocen o, Va ese 2011.
Einlei ung
Das Thema de Sings immen beschä ig die Musikwissenscha spä es ens sei dem
so genann en „pe o ma i e u n“ de Geis eswissenscha en o nunmeh as zwei
Jah zehn en in ensi e denn je. Posi i e weise abe e lage sich das In e esse au
die S immen, die Vokalp o ile selbs , in Ve bindung mi den Rollenp o ilen, ebenso
wie au die F age de Geschlech e bilde , die in ihnen übe agen we den, s a in
o nehmlich biog aphisch o ien ie en Angaben übe die Sänge innen und Sänge
zu e ha en.
Diese ehe spä e En wicklung ha mi de Schwie igkei de allgemeinen wie wissen-
scha lichen Besch eibung eine au gezeichne en ode ga e klungenen S imme zu
un.
1
Gleichzei ig sind die Geschlech e disku se im Um eld de S immau üh ungen
e schiedene Epochen, Jah zehn e und O e, jeden alls bis ca. 1750 o z beme -
kenswe e Ansä ze sei ens de Geschlech e o schung noch nich gänzlich au gea -
bei e , was zu Folge ha , dass die S imm o schung, die die Ka ego ie des Ge-
schlech s einbeziehen will, hie o nich nu mi eine , sonde n zwei nahezu
Unbekann en ope ie en muss. Eine Au zählung de en sp echenden neues en
Li e a u zum Thema wi d im Folgenden un e lassen, wü de sie doch den Raum
übe sch ei en ode abe als exempla ische Auswahl We olles auslassen.
S a dessen soll die Au me ksamkei au den S a us quo de Musikwissenscha
beziehungsweise Musik hea e wissenscha im angesp ochenen Be eich gelenk
we den, insbesonde e au meh e e soeben publizie e ode o de Ve ö en lichung
s ehende Fo schungse gebnisse in i alienische und deu sche Sp ache (die Ak i i ä
de ame ikanischen Fo schung mi ih en wich igen E gebnissen in den le z en
Jah en, insbesonde e du ch Ma ha Feldman, Wendy Helle , Roge F ei as und
Be h und Jona han Glixon, daneben auch de Quee s udies, is im deu schsp achi-
gen Raum e gleichsweise bekann ).
An Monog aphien sind insbesonde e die im olgenden besp ochenen on Ko dula
Knaus und Ma co Beghelli, die Ende 2011 he ausgekommen sind, zu nennen. Eine
Monog aphie on Co inna He is angekündig , eine on mi in Vo be ei ung.
Hinzu komm eine soeben e schienene Ve ö en lichung de Thea e wissenscha
1
„Das Sch eiben übe Sänge innen und Sänge n, die o de E indung de Schallpla e geleb haben, en sp ich de E ö e ung
eine Äs he ik eines Male s, on dem kein einziges Bild übe lie e is .“, so Ma co Beghelli, E ma odi e a moniche, S. 5, hie ins
Deu sche übe se z . Siegha Döh ing sp ich zu Rech on eine „[…] p inzipiell unlösba en P oblema ik, […] sich eine e klun-
genen S imme allein au g und sch i liche Übe lie e ungen nähe n zu wollen.“ Siegha d Döh ing, „Faus ina Bo doni – e s e Di a
de Ope ngeschich e“, in: Saskia Ma ia Woyke, Faus ina Bo doni. Biog aphie, Vokalp o il, Rezep ion, Be lin 2010, S. 5‒7, hie S. 6.
ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3
Saskia Ma ia Woyke, Zu so genann en gegengeschlech lichen Bese zungsp axis.
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on Anke Cha on.
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Ansons en widmen sich zahl eiche Fo schungsp ojek e de
F age des S immlichen; um nu einige Beispiele zu nennen, de „Lessico i aliano del
can o“, de au Se gio Du an e zu ückgeh und un e Leonella Cap ioli zu Ve ö -
en lichung o be ei e wi d, das un e Lei ung on Ma co Beghelli s ehende, o
nich lange Zei geg ünde e „A chi io del Can o“ in Bologna, das Weima e P ojek
„Psalm e onungen des 17. und 18. Jah hunde s in I alien“ (Lei ung: Helen Geye ),
das o aussich lich we olle In o ma ionen übe Vokalp o ile enezianische
Sänge innen de Hospi äle be ei s ellen wi d, ebenso wie das Ins i u ü Musike -
medizin F eibu g, das den Ve such eine Rekons uk ion de Kas a ens imme mi
elek onischen Mi eln un e nahm, indem es un e ande em eine Knabens imme
und den Ansa z aums eines Ba i ons und eines Teno s kombinie e (Be nha d
Rich e , Ann-Ch is in Mecke), die Hochschule ü Musik F eibu g, die eine meh -
bändige Publika ion zum Gesang o be ei e (Lei ung: Thomas Seedo ) und das
Fo schungsins i u ü Musik hea e de Uni e si ä Bay eu h (mi dem P ojek bün-
del „Musik-S imme-Geschlech “). Da übe hinaus is on eine nich ge ingen
Anzahl on im En s ehen beg i enen Disse a ionen, die dezidie das S immliche
un e schiedliche Epochen einbeziehen, auszugehen.
Wie abe sieh de S a us quo de In o ma ionen zu Sänge innen und Sänge n,
ih em Au e en in Männe - und F auen ollen, sowie des möglichen E bes ih e
s immlichen Eigenscha en bis ins zwanzigs e Jah hunde hinein aus? Und wie
angemessen sind Bezeichnungen wie „männlich“, „weiblich“, „he maph odi isch“
und – nich zule z – „gegengeschlech lich“ ü die un e such en Zei äume?
Im Folgenden wi d, um diese F agen zu bean wo en, mi s a is ischen Angaben zu
den Sänge innen und Sänge n de Ope a se ia bis ca. 1750 begonnen, be o die
Pe spek i e au den Zei aum on 1600 bis 1800 gewei e wi d. Das e s e geschieh
anhand des Einbezugs zweie Au sä ze de Au o in, die Wei ung anhand de Besp e-
chung des Buches on Ko dula Knaus (Männe als Ammen […]). Zule z wi d in
Fo m eine Rezension des Buches on Ma co Beghelli (E ma odi e a moniche) de
Zei aum on 1800 bis 1920 angesp ochen. Dabei äg Beghelli zusä zlich mi zwei
Einspielungen on 1997 und 1999 zu den egelmäßig au kommenden Hypo hesen
eine Kas a ens imme noch im spä en 20. Jah hunde ebenso wie zu F agen heu i-
ge Bese zungsp axis des meis gespiel en Repe oi es on Moza übe Rossini bis
Ve di bei.
„Gegengeschlech liche“ Bese zungsp axis gesam i alienisch, in Venedig und bei
Johann Adol Hasse ü den Zei aum 1600‒1750
Im Folgenden wi d on „Sänge innen“ und „Sänge n“ im Reku s au den zi il ech -
lich es geleg en S a us ih e Gebu gesp ochen. Bei de Meh zahl de in diesem
Sinn männlichen Sänge au i alienischen Ope nbühnen zwischen 1637 und 1750
handel e es sich um Kas a en. Dies is angesich s de Gesam hei de übe lie e en
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Anke Cha on, P ima donna, p imo uomo, musico. Kö pe und S imme. Geschlech e bilde in de Ope , Leipzig 2012.
ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3
Saskia Ma ia Woyke, Zu so genann en gegengeschlech lichen Bese zungsp axis.
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Quellen wah scheinlich. Zumindes die Meh zahl de e hal enen Solopa ien lieg in
ih e musikalischen Tex u übe de Teno s imme. Die e gleichsweise hohe
S imme wa also ein Ideal, das aus heu ige Pe spek i e au die F age de „gegen-
geschlech lichen“ Bese zungsp axis e weis .
De De ini ion „gegengeschlech lich“ muss abe , s eng be ach e , die Übe zeugung
o ausgehen, dass Kas a en in de Pe spek i e des Sei- und ühen Se ecen o als
Männe wah genommen wu den ode als solche au de Bühne wah genommen
we den konn en. Dies abe wu de on de Kas a en o schung bis heu e kon o e s
bean wo e , nich zule z auch in Ve bindung mi den S adien de Be es igung
einzelne Fo schungs ich ungen (Gende s udies, Quee s udies, Männe o schung,
F auen o schung). Es sei angedeu e , dass nach eine Phase de ausschließlichen
Be onung des Männlichen und Weiblichen zu gleichen Teilen, mi hin des He ma-
ph odi en im ein achs en Sinne,
3
de Pos ulie ung eines „d i en Geschlech s“, nach
eine Annahme de Ambigui ä au meh e en Ebenen,
4
nach eine Annahme des
Männlichen,
5
de Ve mischung on Mann, F au und Kind
6
zule z die Übe zeugung
des Männlichen mi g oßen An eilen des Weiblichen o geschlagen wu de. Le z e es
wu de als Reak ion au Gese ze zu Sodomie eine sei s und Vo s ellungen de
Pube ä ande e sei s, die in männlichen He anwachsenden An eile des zu übe win-
denden Weiblichen angenommen hä en, gedeu e .
7
Gleichzei ig bes eh die Annahme on Kas a en als „He maph odi en“ („cas a i-
e ma odi i“), „Männe -F auen“ („uomini-donna“)
8
ode als „nich ollwe ige
Männe “, die „ ollwe ige Männe “ da s ellen konn en,
9
wei e o . Le z e es abe
wü de die „gegengeschlech liche Bese zungsp axis“ ausschließen – denn was wä e
das „Gegengeschlech “ zum „d i en Geschlech “? Au die P oblema ik de Bezeich-
nung „gegengeschlech lich“ (die eilich aus einem bewuss ‚kleinlichen‘ Blick he aus
esul ie , um wei e e F agen be ö de n zu können) we den wi noch mi ande en
3
„In den Kas a en e üll en sich die he maph odi ischen Wunsch äume des Ba ock. Die Suche nach dem S ein de Weisen, die
das spekula i e Denken diese Zei beschä ig , is die Suche nach einem my hischen Symbol, das zu Häl e männlich, zu Häl e
weiblich is . In den Kas a en wu de dieses Ideal ge unden.“ Hube O kempe , Engel wide Willen, München 1995, S. 85.
4
Susanne Egge , De Kas a ensänge als he maph odi isches Phänomen des 17. und 18. Jah hunde s, Un e ö en lich e
Diploma bei de Uni e si ä Wien 2000. Egge un e nimm eine Zusammens ellung bishe ige De ini ionen des He maph odi is-
mus und de Ambigui ä und bezieh beide au Kas a en, mi Reku s au Michel Foucaul /He culine Babin, Übe He maph odi is-
mus, F ank u am Main 1998; Michael Bach in, Li e a u und Ka ne al: Zu Roman heo ie und Lachkul u , F ank u am Main
1990; Ru h Gilbe , P oblem o he Sexes. Rep esen ing he Renaissance He maph odi e, Sou hamp on 1996; Magnus Hi sch eld,
Sexualpa hologie […], Bd. 2: Sexuelle Zwischens u en. Das männliche Weib und de weibliche Mann, Bonn 1918.
5
Joke Dame, „Un eiled Voices. Sexual Di e ence and he Cas a o“, in: Quee ing he Pi ch: The New Gay and Lesbian
Musicology, h g. on Philip B e u.a., New Yo k 1994, S. 139‒154.
6
„Ha e man hie doch einen Mann o Augen, de einige weibliche Me kmale au wies, jedoch gleichzei ig lebenslang einen Teil
de Kindhei in sich bewah e. Diese D eihei Mann / F au / Kind ug dazu bei, daß ein Mensch e eh wu de, de sich jensei s des
üblichen menschlichen Schicksals zu bewegen schien.“ Pa ick Ba bie , „Übe die Männlichkei de Kas a en“, in: Haus ä e , P ies-
e , Kas a en. Zu Kons uk ion on Männlichkei in Spä mi elal e und F ühe Neuzei , h g. on Ma in Dinges, Gö ingen 1998,
S. 123‒150. S. 129. Ande e sei s: „De Kas a bo […] alle Vo eile de F auens imme, auße dem kindliche Anmu und and ogyne
Sinnlichkei im Kö pe eines Mannes.“, ebd., S. 130 .
7
Roge F ei as, Po ai o a Cas a o. Poli ics, Pa onage, and Music in he Li e o A o Melani, Camb idge 2009.
8
Vgl. hie zu Gio anni Sole, Cas a i e cicisbei. Ideologia e moda nel Se ecen o i aliano, So e ia Mannelli 2008, S. 26 ., S. 38.
Luca Sca lini, Lus ini pe il egno dei cieli. Ri a i di e i a i can o i, Tu in 2008, S. 14 .
9
Ko dula Knaus, Männe als Ammen, S. 149.
ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3
Saskia Ma ia Woyke, Zu so genann en gegengeschlech lichen Bese zungsp axis.
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Beg ündungen zu ückkommen. Vo allem abe , und dies is ein wei e es P oblem,
wu de die Un e suchung de Übe agung solche Wah nehmungen des Kö pe s de
Kas a en und de F auen in die Wah nehmung ih e Sings imme und ih es Kö pe s
au de Bühne ü die Hö e innen und Hö e , zumindes ü die Zei bis 1750, nu
unscha o genommen und nich anhand de ö lich und zei lich di e ie enden
S immbesch eibungen hin e ag .
Nun seien einige s a is ische Anme kungen ange üh , in denen Kas a en im Rück-
g i au ih en zi il ech lichen S a us bei ih e Gebu in die G uppe de „Sänge “
eingeschlossen we den, und zwa anhand eine Analyse de übe lie e en Bese -
zungslis en nach Claudio Sa o i.
10
Es handel sich bei Sa o i um die bes e o han-
dene, wenngleich nich hunde p ozen ig zu e lässige Quellenbasis, weshalb die
E gebnisse als indika i und nich absolu zu bewe en sind.
Die Analyse e gib 464 Sänge innen und Sänge , die ih e Ka ie e zwischen 1698
und 1735 in I alien begonnen haben und die in mindes ens 10 e schiedenen Lib e -
od ucken e zeichne sind, also einen beach lichen Ka ie e e lau au wiesen.
11
Von
diesen wa en 239 männlich und 225 weiblich. Dami is das Vo u eil eine g oßen
Vo he scha on Kas a en und Männe n au den i alienischen Bühnen ü diese
Zei zumindes in quan i a i e Hinsich wide leg . Dies we de ich, ebenso wie die
im olgenden angesp ochene „gegengeschlech liche“ Bese zungsp axis, an zwei
Beispielen, nämlich de S ad Venedig und den Ope n Johann Adol Hasses, wei e
belegen. Eine ähnliche quan i a i e Gleichbe ech igung is ü das Seicen o aus de
Gesam hei de übe lie e en Ve äge, Ab echnungen, Ko espondenzen und Ak en
ü ö en liche, hö ische und gemisch e Ope nbühnen, ü Ki chen, Klös e und
e gleichba e Ein ich ungen anzunehmen (beispielsweise dem Nachlass des Imp e-
sa ios Ma co Faus ini ode den Ak en de enezianischen Hospi äle , beide im
S aa sa chi Venedig).
Die hohe Anzahl an singenden, ü die meh ode wenige besch änk e Ö en lich-
kei auch hö ba en F auen in Klös e n und Hospi äle n, nich nu in Venedig,
sonde n übe all in I alien (auße ielleich in Rom; hie ha die Au o in noch keine
Kenn nis) wu de ge ade in le z e Zei he o gehoben, e wa in San Vi o in Fe a a,
San a Radegonda in Mailand, in den Klös e n in Genua und Neapel. Dies wu de
be ei s du ch die on Gino S e ani wiede gegebenen S immbesch eibungen, wenn-
gleich diese g öß en eils aus de Zei de Jah hunde wende um 1600 s ammen,
sich ba und wi d du ch Neueinspielungen en sp echenden Repe oi es imme
10
Claudio Sa o i, I lib e i i aliani a s ampa dalle o igini al 1800. Ca alogo anali ico con 16 indici, Cuneo 1990.
11
Die im olgenden wiede gegebenen E gebnisse sind in Au sä zen o mulie , die als Tagungsbe ich e im D uck e scheinen. Do
sind die olls ändigen abella isch-nume ischen Angaben sowie wei e e Auswe ungen zu inden. Es handel sich um: „Venezia –
me ca o dei can an i d’ope a? Anno azioni sull’impo -expo di can an i nel p imo Se ecen o“, in: Be ich zu Tagung Venezia
me ca o delle a i, Deu sches S udienzen um in Venedig/TU D esden, 9. bis 11. Ok obe 2008, h g. on Ba ba a Ma x und
Ch is oph Maye ; „Die Vokalp o ile on Hasses Sänge innen und Sänge n 1726‒1732“, in: Band zu Tagung Johann Adol Hasse.
T adi ion, Rezep ion und Gegenwa , Hochschule ü Musik und Thea e Hambu g, 23. bis 25. Ap il 2010, h g. on Wol gang
Hochs ein.

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bekann e . Ähnliches gil ü Einspielungen on Gesangspa ien on im ki chlichen
Diens beschä ig en Kas a en.
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Selbs bei Ausdehnung au den geis lichen Be eich und das Seicen o muss also noch,
jeden alls s a is isch gesam i alienisch gesehen, on eine quan i a i en Gleichbe-
ech igung on Männe - (übe wiegend Kas a en-) und F auens immen gesp ochen
we den. Tabellen, die die Ka ie e e läu e de 464 Sänge innen und Sänge nach
den Jah eszahlen und de Gesam jah e ih e Ka ie e, de on ihnen gesungenen
Anzahl on Rollen e schiedenen Musik hea e s (in de Meh hei „d ammi pe
musica“ und „in e mezzi“) und de Zahl de Männe - und F auen ollen absolu und
in bes imm en S äd en und dami die „gegengeschlech liche Bese zungsp axis“ au -
zeichnen, geben genauen Au schluss in Bezug au die Daue , die Leis ungen und den
Einsa z de /des Einzelnen in e schiedenen S äd en, O en und Ope n im Ve lau
ih e Sänge Innenka ie en.
Da übe hinaus e geben sich ge ade auch inne halb de Vo liebe ü übe dem Teno
liegende S immen und de Bese zungsp axis mi Sänge innen und Sänge n e hebli-
che ö liche Un e schiede, die übe das Ve bo on Sänge innen in Rom hinausgin-
gen. Le z e es wu de meh ach übe gangen, e wa wäh end de Anwesenhei Ch is i-
nas on Schweden. Und es is auch übe haup agwü dig, weil ‒ wie die Ko espon-
denzen on Imp esa ios mi Sänge innen zeigen ‒ eine g oße Anzahl on Sänge in-
nen o enba ge ade in Rom ausgebilde (und dahe mi „La Romanina“ bezeichne )
wu de, da Sänge innen übe aus häu ig aus Rom an eisen muss en. Noch genaue zu
bea bei en wä e auch die F age des Gesangs in Rom sei ens de gebilde e en P os i-
uie en (auch wenn das diesbezügliche „goldene“ Cinquecen o in Rom im Seicen o
be ei s Ve gangenhei wa ; zu Venedig wu den hie be ei s Ansä ze un e nom-
men
13
). Im Folgenden sei beispielha de Blick au jene Sänge innen und Sänge ,
die im Ve lau ih e Ka ie e auch in Venedig ä ig wa en, ge ich e . Von den be-
sch iebenen 464 Gesangsk ä en wa en 256, also 55 %, und zwa 119 Sänge innen
und 137 Sänge , in Venedig ä ig. Venedig s ell e demnach eine bedeu ende S a ion
de Ka ie e de Häl e de Sänge innen und Sänge da .
Das scheinba e Gleichgewich on Sänge innen und Sänge n wu de nich nu du ch
die du chschni lich kü ze en Ka ie en de F auen (20,8 Jah e; Männe : 25,5
Jah e) un e lau en, sonde n auch du ch die A de Rollen, die die F auen im Ve -
lau ih e Ka ie e sangen: die „gegengeschlech liche“ Bese zungsp axis. Von den
137 Männe n sangen nu 52, also 38 %, im Ve lau ih e Ka ie e übe haup je eine
F auen olle. Bei 47 on ihnen übe s ieg de An eil an F auen ollen nie 25 %, und in
12
Hie sind zu nennen: Le G azie eneziane, Musica degli ospedali, Kö ne sche Sing-Ve ein, D esdne Ins umen al-Conce ,
Pe e Kopp, Ca us CD, 2008; Chia a Ma ga i a Cozzolani, I Vesp i na alizi (1650), Cappella A emisia, Candace Smi h, Bologna
2004 (Musik, die ü die Sings immen de Nonnen in San a Ranegonda in Mailand gesch ieben wu de); C is o a o Ca esana,
L’Ado azione de’ Maggi. Can a e napole ane. I Tu chini, F ancesco Flo io, Neapel 2010 (Musik, die on Knaben, die zu Kas a en-
sänge n ausgebilde wu den, gesungen wu de); Giacomo Ca issimi, Vi uoso sop ano mo e s. Robe C owe, Michael Ebe h,
Baye ische Rund unk, P o il Medien 2008.
13
Wendy Helle , Emblems o Eloquence. Ope a and Women’s Voices in Se en een h-cen u y Venice, Be kely u.a. 2003.
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ielen Fällen be ug e wenige als 14 %. In absolu en Zahlen: 36 Sänge sangen
höchs ens ün F auen ollen, 16 höchs ens zwei. 85 sangen im Ve lau ih e Ka ie e
übe haup keine F auen olle.
Von den 119 F auen dagegen sangen 89, also 75 %, in ih e Ka ie e auch Männe -
ollen. Un e diesen sangen 23 zu meh als de Häl e ih es Repe oi es Männe ol-
len und 58, also 65 %, ein Repe oi e, das zu meh als einem Fün el Männe ollen
einschloss. Um es noch deu liche zu sagen: Die Meh hei jene Sänge , da un e o
allem Kas a en, genau 62 %, die auch in Venedig ä ig wa en und die eine beach li-
che Ka ie e im angegebenen, ü die Ope a se ia wich igs en Zei aum mach en,
sang nie eine F auen olle. Umgekeh sangen nu 25 % de F auen gleiche K i e ien
in ih e Ka ie e nie eine Männe olle. Wei meh Sänge innen e sahen demnach
Männe ollen als Sänge F auen ollen. Dies bedeu e , dass die „gegengeschlech li-
che“ Bese zungsp axis im un e such en Zei aum o allem eine F age de F auen,
die Männe ollen e sahen, wa .
Noch in e essan e abe is , dass iele on den auch Männe ollen e sehenden
Sänge innen in Venedig ausschließlich ü F auen ollen engagie wu den. Noch
au ällige is es, dass lediglich ün de 52 auch in Venedig engagie en Sänge , die
in ih e Ka ie e auch F auen ollen sangen, ü eine F auen olle nach Venedig
e p lich e wu den.
Was die Sänge innen be a , so is Giacomina Fe a i Albe i ein gu es Beispiel. Sie
sang in ih e Ka ie e 60 Rollen, da on 36 männliche und 24 weibliche. Die einzige
Rolle, ü die sie in Venedig e p lich e wu de, wa eine F auen olle. Ande e sei s
gab es auch Ausnahmen: Ma ghe i a Du as an i, die o allem ü ih Engagemen
du ch Händel in London bekann is , sang 56 Ope n, da un e neun in Venedig. Ih
Repe oi e um ass 20 Männe ollen, und on ih en ach in Venedig gesungenen
Rollen wa en sechs Männe ollen. Man denke auch an Faus ina Bo doni, die in
ih en mindes ens 89 Rollen nu zwei Männe ollen sang, und zwa beide in Venedig,
ode an Maghe i a Flo a aus Venedig, on 1727 bis 1749 in 48 Ope n beschä ig , wo-
on 21 Männe ollen wa en, und die in Venedig ausschließlich Männe ollen sang.
In einem Sa z: Gesam i alienisch sangen un e jenen Sänge n und Sänge innen, die
auch in Venedig ä ig wa en, meh F auen Männe ollen als Männe F auen ollen,
speziell au Venedig bezogen wu den F auen o wiegend in F auen ollen und
Männe o wiegend in Männe ollen engagie .
Um einige Namen zu nennen: Die Rollen, die on Gio anni Ossi, Schüle F ancesco
Gaspa inis, e sehen wu den, wa en zu Häl e F auen ollen. Be o e in Venedig
e p lich e wu de, wa en die 34 Pa ien, die e in einem Zei aum on sieben
Jah en in Rom gesungen ha e, ausnahmslos F auen ollen gewesen. In Venedig abe
üh e e seine Rolle ausschließlich mi Männe ollen o , und seine olgenden
Ve p lich ungen in Rom schlossen nun nich nu F auen ollen, sonde n auch Män-
ne ollen ein. So wa en 46 % de on Domenico Tollini e sehenen Rollen F auen-
ollen. Nachdem e in Venedig ie Männe ollen e sehen ha e, wechsel e e mi
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F auen ollen nach Rom, e sah abe wei e hin Männe ollen in Venedig.
Übe haup wa en, soga gesam i alienisch gesehen, nu wenige Kas a en und ande-
e Sänge au hen ische Spezialis en ü F auen ollen. In de Meh hei bekleide en
sie lediglich zu Beginn ih e Lau bahn eine F auen olle, was einem Ini ia ions i us
en sp ach (dies is üb igens anhand zei genössische T ak a e zu F auen und Män-
ne n leich beg ündba ). Un e den 239 gesam i alienisch be ühm e en Sänge n mi
Ka ie ebeginn zwischen 1698 und 1735 e sahen lediglich 32 Sänge auch F auen-
ollen, und lediglich ün on diesen können als wah e Spezialis en de selben ange-
sehen we den. Von diesen ün sangen lediglich zwei meh als 30 F auen ollen, und
wei e e zwei meh als 10. In ande en Zahlen: Die F auen ollen mach en nu ü d ei
Sänge meh als 70 % ih es Repe oi es aus, und nu ü wei e e d ei zwischen 51
und 69 %. De be ühm es e wa Giacin o Fon ana de o Fa allino (e wa: kleine
Schme e ling) aus Pe ugia, de 37 Rollen, alles F auen ollen, sang, und zwa aus-
schließlich in Rom (dessen Vokal- und Rollenp o ile Ko dula Knaus analysie )
(S. 130‒135). Zu e wähnen wä e auch An onio P edie i aus Bologna, de 51 Rollen
sang, da on 42 F auen ollen. Die Zahlen zeigen, dass die Häu igkei de „gegenge-
schlech lichen“ Bese zungsp axis im Sinn des Bekleidens on F auen ollen du ch
Kas a en in de Fo schung übe schä z wo den is .
Diese Beobach ungen we den in e essan e weise anhand de Sänge innen und
Sänge , die Johann Adol Hasse zwischen 1726 und 1732 ü die E s au üh ungen
seine Ope n in Neapel, Rom, Venedig und D esden zu Ve ügung s anden, bes ä-
ig . Johann Adol Hasse wa , jeden alls ab e wa 1730, ein S a , de in Eu opa und
o allem I alien meis gespiel e Komponis un e jenen de Ope a se ia, mi de in
den 1720e Jah en „als e s e Sänge in Eu opas“ bezeichne en Faus ina Bo doni
e hei a e und bilde e, wie man heu e sagen wü de, ein A bei s eam mi dem
Lib e is en Pie o Me as asio, ebenso wie mi zahl eichen be ühm en Sänge innen
und Sänge n, da un e Ca lo B oschi de o Fa inelli. Einbezogen wu den die Sänge-
innen und Sänge de E s au üh ungen de Ope n Il Sesos a e (Neapel 1726),
As a o (Neapel 1726), Ge one i anno di Si acusa (Neapel 1727), A alo Re di
Bi inia (Neapel 1728), Il Tig ane (Neapel 1729), Dalisa (Venedig 1730), A ase se
(Venedig 1730), Ezio (Neapel 1730), A minio (Mailand 1730), Ca one in U ica (Tu-
in 1731), Cleo ide (D esden 1731), Il Deme io (Venedig 1731), Caio Fab izio (Rom
1732), Eu is eo (Venedig 1732) und Issipile (Neapel 1732). Dies wa en „d ammi pe
musica“, die an den angesehens en und zumindes in ih e Außenda s ellung beson-
de s inanzk ä igen Ope nhäuse n I aliens au ge üh wu den und die, so da man
e mu en, eine Sänge bese zung beschä igen konn en, die eine in de Sich de
Zei idealen e gleichsweise nahe kam.
In diesen Ope n wa en 61 Sänge innen und Sänge beschä ig , da on einige meh -
mals. Von diesen wa en 31 männlich und 29 weiblich, ein Ve häl nis, das as genau
dem de in Venedig beschä ig en Sänge innen und Sänge de e s en Häl e des
Se ecen o (siehe obige De ini ion; 137 zu 119) en sp ich . Von den insgesam 94
e schiedenen Rollen wu den lediglich ach „gegengeschlech lich“ bese z . Zwischen
ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3
Saskia Ma ia Woyke, Zu so genann en gegengeschlech lichen Bese zungsp axis.
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1726 und 1732 e kö pe en bei Hasse lediglich zweimal Männe F auenpa ien, die
beide au den ömischen Caio Fab izio allen, abe sechs F auen Männe pa ien.
Übe dies is das „c oss-d essing“ mi Ausnahme on Caio Fab izio au ällig gleich-
mäßig au e schiedene Ope n e eil : Männe in F auen ollen sind Angelo Ma ia
Mon icelli als Ses ia und Felice Salimbeni als Bi cenna, beide in Caio Fab izio. Dem
s ehen Anna Bagnolesi als Lisa co in Ge one Ti anno di Si acusa, Giacomina Fe a-
i als Fa nace in A alo Re di Bi inia, Li ia Basi als O on e in Il Tig ane, Elisabe a
U ini als Valen iniano III in Ezio und Luisa Facchinelli als Giasone in Issipile
gegenübe .
Jedoch is bei den Kas a en und Tenö en Hasses eine ganz leich e Neigung hin zu
solchen, die auch F auen ollen e kö pe ha en, zu beme ken, denn 18 on den
insgesam 32 sangen auch F auen ollen in ih e Lau bahn. Von diesen übe sch i en
jedoch nu ün Sänge 10 % an F auen ollen. Die Sänge innen Hasses en sp achen
dagegen oll und ganz dem gesam i alienischen Du chschni : Imme hin sieben on
ihnen sangen in mindes ens de Häl e des Repe oi es auch F auen ollen, und zwei
wa en diesbezüglich soga Spezialis innen (Ca e ina Gio gi mi 84 % und Elisabe a
U ini mi 85 %).
Sowei einige s a is ische Angaben zu jenen Sänge n und Sänge innen de Ope a
se ia in I alien, die zwischen 1698 und 1735 begonnen ha en und zu den e olg-
eichs en gehö en, sowie jenen in Venedig und den Ope n Johann Adol Hasses.
Dami is be ei s es zuhal en, dass quan i a i zwischen e wa 1690 und 1750 on
eine Gleichbe ech igung on Kas a en/Männe n und F auen au de Ope nbühne
gesp ochen we den muss, diese abe keine quali a i e Gleichbe ech igung de
e sehenen Rollen gegenübe s and. Gleichzei ig is zu be onen, dass die „gegenge-
schlech liche“ Bese zungsp axis sei ens de Fo schung in Bezug au Kas a en
übe schä z wo den is , sie dagegen seh iel häu ige on F auen in Männe ollen
e sehen wu de und sie im üb igen ö lich und zei lich s a k di e ie e. Nich nu
hie zu gib das Buch on Ko dula Knaus, dies sei an diese S elle o weggenommen,
o züglichen Au schluss.
Ko dula Knaus: Männe als Ammen – F auen als Liebhabe . C oss-gende cas ing
in de Ope 1600 bis 1800, S u ga : F anz-S eine -Ve lag 2011 (Beihe e ü
Musikwissenscha 69)
Es handel sich um die e s e de aillie e Übe sich zu „gegengeschlech lichen“
Bese zungsp axis de i alienischen Ope ( enezianische Ope des Seicen o, Ope a
se ia, In e mezzo, Ope a bu a) übe as zwei Jah hunde e hinweg. Dies gil umso
meh , als auch en sp echende T adi ionen in Schauspielen, Commedia dell’a e und
anzösischem Thea e he angezogen und de en Wechselwi kungen inne halb
e schiedene Ga ungen des Musik hea e s au gezeig we den.
De Ti el sugge ie einen gesam eu opäischen Un e suchungszei aum on 1600
bis 1800. Jedoch en häl die Publika ion nu wenige In o ma ionen übe die Zei
ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3
Saskia Ma ia Woyke, Zu so genann en gegengeschlech lichen Bese zungsp axis.
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Bean wo ung de Übe legung, was eine au eine wel lichen Bühne ode in eine
Ki chenempo e s ehende, singende F au ode de sich do be indende singende
Kas a ü die Hö e innen und Hö e des Sei- und Se ecen o bedeu e e, übe
S e eo ypen zei genössische Disku se nich hinaus, ebenso wie eine Un e suchung
de Zusammense zungen des Publikums e schiedene S immau üh ungen noch
nich dezidie e such wu de.
Solange noch nich de inie wo den is , was Kas a en, Männe , F auen und Kinde
(zumal in un e schiedlichen Lebensal e n und sozialen Kon ex en) in de Sich de
Meh hei de P oduzen en und des Publikums on S immau üh ungen des Sei- und
Se ecen o ü Assozia ionen auslös en, solange nich nachgewiesen is , ob Kas a en
(sei es in ih en Rollen, sei es in ih e Pe son) als „Männe “, „nich olls ändige Män-
ne “ ode abe als ein „d i es Geschlech “ wah genommen wu den, is es nich wi k-
lich konsequen , on „gegengeschlech liche “ Bese zungsp axis zu eden. Denn diese
beda zweie gegensä zliche Geschlech e und is demnach eine Kons uk ion, die
aus eine Sich , die o wiegend die Zei ab 1800 o Augen ha , esul ie .
Eine diesbezügliche Un e suchung eine g öße en G undlage an T ak a en und
Handbüche n heologische , medizinische , ju is ische , uni e salgeleh e , biolo-
gische und physikalische Na u in i alienische (nich la einische ) Sp ache on
1600 bis 1750, die übe die du chschni liche Sich de He o b ingenden und
P oduzie enden on Sings immen ebenso wie ih e Hö e innen und Hö e au
Männe , F auen und Kinde Au schluss gib und die aus diese Pe spek i e un e
ande em e such , zu klä en, ob in ihnen ein bes imm es ( a sächliches ode
o gegebenes) Geschlech gehö wu de, wu de on mi un e nommen und wi d zu
Publika ion o be ei e . Nach Konsul a ion diese Quellen is in de Ta on eine
Unschä e de Benennung „gegengeschlech liche“ Bese zungsp axis auszugehen.
Denn F auen und Männe wa en im I alien diese Zei wede Gegensä ze noch in
eine pauschalisie enden In e p e a ion des one-sex models „ as das Gleiche“.
Vielmeh wa en F auen in de o iziellen wie nich o iziellen heologischen,
philosophischen und medizinischen Pe spek i e de Zei e was ganz ande es als
Männe und deshalb wede als „ande e Häl e“ noch als „Gegenpol“ (was beides aus
de Genesis he aus hä e in e p e ie we den können) denkba . De Mann wa
Abbild Go es, s and mi Abs and am höchs en in de Hie a chie de Schöp ung und
do allein, dies nich zule z auch au g und seine Fähigkei de Gedanken und de
A ikula ion de selben in de schweigenden Sch i und klingenden S imme. Die
F au wu de mi allen ande en Tie en, die nich Mensch/Mann wa en, gleichgese z ,
das Vo handensein ih es In ellek s angezwei el , ih e Kommunika ion, also klingen-
de S imme, aus diesem G und s a k eglemen ie . Zwa sind e einzel e was
posi i e e Umsch eibungen ih e A zu inden, ebenso, wie wenige p og essi e
Au o Innen e such en, sie den Männe n gleichzus ellen. Daneben wu de nach de
damaligen Rezep ion e schiedene Zeugungs heo ien de An ike und Beispiellis en
be ühm e F auen on eine g oßen Zahl e schiedene Ausp ägungen on Männe n

ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3
Saskia Ma ia Woyke, Zu so genann en gegengeschlech lichen Bese zungsp axis.
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und F auen mi jeweils e schieden g oßen An eilen des männlichen und weiblichen
bis hin zum „Mannweib“ und „ e weichlich en Mann“ ausgegangen, die sich alle in
de g oßen Ausp ägung indi iduelle Vokal- und Rollenp o ile in O a o ien und au
de Ope nbühne wiede anden. Gleichzei ig wu de sei ens de Zei genossen eine
Annähe ung on Männe n und F auen, nie abe ih e Ve einigung in einem Indi i-
duum nach A eines He maph odi en, de beide Geschlech e zu gleichen Teilen
beinhal e hä e, ü möglich be unden. Dies zeigen die zahl eichen Schilde ungen
on als lediglich scheinba eingeschä z en Geschlech sumwandlungen, e wa in den
Heiligen i en, ebenso wie zi il- und ki chen ech liche En scheidungen au de Basis
philosophische , heologische und medizinische T ak a e. Das o izielle Sei- und
ühe Se ecen o I aliens mi seine ka holischen Iden i ä wa eine Kul u , die sich
in wei höhe em Maß anhand de Sch i en de An ike und des Al en Tes amen s,
die beide als ü das Ch is en um p ophe isch angesehen wu den, legi imie e als
anhand on Aussagen, die allein dem Neuen Tes amen hä en en nommen we den
können. Die Ta sache, dass das Wo „Mann“ im eigen lichen Sinne [maschio] kaum
e wende wu de und es zu diesem keine T ak a e gib , wohl abe eine seh hohe
Anzahl an T ak a en zu F auen, un e s eich dies zusä zlich.
Diese pe ipa he ische Wah nehmung übe lage e, in Nach olge de Kommen a e de
Ki chen ä e , wenngleich wei meh ino iziell als o iziell, nahezu die ganze Kul u
de ka holischen Re o m und übe deck e en sp echend ande e, mögliche In e p e a-
ionen des Neuen und des Al en Tes amen s. Selbs die au einige Tex zeilen Pla ons
und Wide sp üche bei A is o eles eku ie enden Be ü wo e de F auen zwischen
1600 und 1750 gingen on solchen G undlagen aus; ih e Be onung e olg e au ällig
häu ig in Sch i en, die sich an Männe ich e en, wäh end jene Büche , die F auen
zu Zielg uppe ha en, solche Übe zeugungen wenige o en äuße en. Dies geschah
siche lich auch deshalb, um die damals be on en Fähigkei en de F auen wie den
Diens am Nächs en (diesen mi gewissen G enzen), F ömmigkei und Duldsamkei
zu be ö de n. Es is zu beobach en, dass die Ki che nu in Momen en, in denen die
a is o elische Meinung zu o ensi , zu o iziell e e en wu de, eing i (so e wa im
Ve bo des Buches Che le donne non siano della specie degli uomini on 1644,
wo au Wendy Helle als e s e Musikwissenscha le in hinwies).
18
Dies schloss
egionale Sonde en wicklungen ebenso wenig aus wie die Duldung o iziell e bo e-
ne „Be u ungen“ ü F auen. Mi dem Hin e g und solche Übe legungen
19
schein
die Übe agung des Beg i es „c oss-d essing“ und „gegengeschlech liche Bese -
zungsp axis“ au das i alienische Sei- und ühe Se ecen o nu inso e n als sinn oll,
als eine alle e s e O ien ie ung de Lese innen und Lese zum behandel en Thema
o genommen we den kann. Zwei el am allzu aschen Übe agen on aus de
Einschä zung ande e Jah hunde e he aus esul ie endem Beg i lichkei en au
diesbezüglich wenige un e such e Zei äume seien angemelde . Dies geschieh
18
Wendy Helle , Emblems o Eloquence (s. Anm. 13).
19
Diese Komplex zu S imme und Geschlech im Pos -T iden inischen I alien is Inhal meine Monog aphie, die sich in
Vo be ei ung be inde .
ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3
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eilich nu im Diens des Wunsches eine noch g öße en Di e enzie ung und
wei e e Gedankenan egungen zum Thema, wie sie nun angesich s de zahl eichen
Neupublika ionen e s mals möglich we den.
Ma co Beghelli, Ra aele Talmelli: E ma odi e a moniche. Il con al o
nell’O ocen o, Va ese: Zecchini Edi o e 2011.
Das oben genann e Buch is in seinem Haup eil du ch Ma co Beghelli konzipie
und e ass . Es wi d du ch einen kü ze en Tex on Ra aele Talmelli e gänz . Im
olgenden sei eine e s e, ku ze Übe sich gegeben, be o die beiden Abschni e
gesonde de aillie besp ochen we den.
Ma co Beghelli besch eib in seine Ve ö en lichung F auen- und Kas a ens im-
men, die auch in so genann en „gegengeschlech lichen“ Rollen eingese z wu den.
Insbesonde e eku ie e au An eile de S imme, die on ih en Zei genossen als
„männlich“ [ oce mascolina] und „weiblich“ [ oce emminina] besch ieben wu den
und die eine „d ama ische e, auhe e Al s imme“ bei gleichzei ige „leich e Sop an-
s imme“ [sop ano legge o e bu o/se io] au gewiesen hä en (S. 11, S. 5, S. 114). De
gleichzei ige Besi z beide S immen, so Beghelli, sei als Quali ä ss anda d de
Gesangs echnik on Sänge innen und ielleich auch Kas a en bis ins 20. Jah hun-
de hinein ge o de wo den. Meh noch: Das zen ale Thema de Ope , jeden alls,
wie sie sei ens Théophile Gau ie 1849 besch ieben wu de, sei die And ogynie
gewesen (S. 19).
En sp echend s eh die Un e suchung des S immklangs und de Gesangs echnik
eine G uppe on Sänge innen und Sänge n des 19. Jah hunde s, die zwa bis
heu e zu den be ühm es en ih e Zei gehö en, de en wah e S immausp ägung abe
bis heu e ehe unbekann wa , im Zen um des Buches: „Ha monische/wohlklin-
gende He maph odi innen“, wie sich de Ti el annähe nd übe se zen läss . Annä-
he nd, weil das Adjek i „a monico“ au einen um ang eichen Assozia ionshin e -
g und, de seinen Ausgang on de Musik de Sphä en, den Si enen und Musen
nimm , e weis . „E ma odi a a monica“: so wu de Ma ia Malib an anlässlich ih e
Ti el olle des Rossini’schen O ello 1835 besch ieben.
De Nachweis de doppel en S immen geling Beghelli mi els eine Be agung de
Besch eibungen de Sings immen sei ens ih e Zei genossen sowie eine Sich ung
de ü sie gesch iebenen und on ihnen e sehenen Pa ien, wobei aussagek ä ige
No enbeispiele ebenso wie Po ai s und Fo og aphien einge üg sind. Bei jenen
Sänge innen, zu denen Tonau nahmen o handen sind, we den auch diese analy-
sie und in de CD mi gelie e , e euliche weise o allem solche des Zei aums
on 1901 bis 1912. Hinzu komm eine kleine Sensa ion, nämlich Ra aele Talmellis
Dokumen a ion eines his o ischen Einzel alls aus dem 20. Jah hunde s, und zwa
de als Mann gebo enen, mi den Ini ialen A.T. bezeichne en Sänge in, die au g und
des Pa ialen Mo is-Synd oms (PAIS) d i en G ades wah scheinlich kö pe liche
Pa allelen zu Kas a en au wies. (Die Ta sache, dass sie in de Nähe des sei mindes-
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ens dem 16. Jah hunde ü seine nich nu Sop an bis Al , sonde n auch Teno
und Bass singenden Nonnen bekann en Klos e s San Vi o in Fe a a au wuchs, is
ein ku ioses De ail.) Nich zule z übe den Umweg des klingenden Beispiels de
S imme diese Sänge in im Ve gleich mi de Au nahme Alessand o Mo eschis
sowie Besch eibungen und Gesangspa ien ü die le z en Kas a en schließ Beghelli
die F age nach de Bescha enhei de Kas a ens immen und des E bes de selben in
den Al s immen ein.
Die au hohem philologischen S anda d e olg e Analyse des Phänomens de „dop-
pel en S imme“ und dami , wie sich he auss ell , des Al s/Kon al s om 18. Jah -
hunde bis heu e wi d ausschließlich on Ma co Beghelli o genommen. Eine
E gänzung bilde die ange üg e, ku ze, pe sönlich gep äg e Biog aphie A.T.s du ch
Ra aele Talmelli, die au gesangs echnische, soziologische, kul u wissenscha liche
und eligionsgeschich liche Aspek e e weis und die deshalb nich zule z zu Übe -
legungen zu Pa allelen des Umgangs de Gesellscha und de Ki che o he ige
Jah hunde e mi Kas a en an eg .
Ma co Beghelli übe die doppel e S imme
Zu Ma ia Malib ans be ühm es en Pa ien gehö en Tanc edi und Amina, wo on die
e s e heu e gewöhnlich on Al is innen, die zwei e on Sop anen gesungen we de.
Sie habe übe eine ech e doppel e S imme, nämlich einen Al „bewuss e männlich-
en Klangs“ und einen „ ollkommenen, leich en“ Sop an e üg , was sie auch nich
e s eck habe. So sei on eine wah en „ okalen And ogynie“ zu sp echen (S. 22).
Beghelli weis diese doppel e S imme mi ih en doppel en Regis e n und ih e äs he-
ischen Inhomogeni ä als Ideal ü Al is innen bis ins 20. Jah hunde hinein nach
und kennzeichne sie als E be de S imme de Kas a en. Dies geling , denn was
zue s als ein Aneinande hängen un e schiedliche Kapi el zu Sänge innen zu sein
schein , en pupp sich bei genaue e Lek ü e als eine s ingen e E zählung des
He maph odi ismus in de Al s imme. Isabella Colb an und Giudi a Neg i, heu e
als Sop ane bezeichne , hä en genau diesen S imm yp au gewiesen. Es sei all äglich
gewesen, dass Sänge innen No ma und Adalgisa, Aida und Amne is, Amina und
Iso a, Nedda und A sace, Lady Macbe h und Ul ica inne halb de selben Ka ie e
und Jah e gesungen hä en. Auch Théophile Gau ie s Gedich „Con al o“ on 1849,
das eben alls das Wo des „He maph odi en“ en häl , is mi publizie (S. 165 ).
Gau ie soll on Ma ie a Albonis Pa ise Debü in Le P ophè e (Meye bee ) inspi-
ie wo den sein, was e selbs bezeuge: „So iel Anmu und so iel K a , so iel
Po enz und Leich igkei ! Eine so weibliche S imme und im gleichen Momen so
männliche! Julia und Romeo in de gleichen Kehle.“ (S. 20) Die Daue de Ka ie en
de mi eine solchen doppel en S imme begab en Sänge innen habe, wie e wa bei
E nes ine Schumann-Heink und Ma ian Ande son, je e wa 60 Jah e be agen. Viele
ande e wa en ci ca 50 Jah e lang ä ig. De Ve dach , die doppel en S immen seien
nu du ch einen De ek de S immhebung e u sach wo den, müsse deshalb, so
Beghelli angesich s de Gesundhei diese S immen, zu ückgewiesen we den
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(S. 134). Auch Ve di habe eine en sp echende mi doppel e S imme begab e Al is in
ü seine ihm seh am He zen liegende Azucena ge o de (S. 135). Die g oßen
Ope n igu en mi Al s imme des 19. Jah hunde s seien o Männe ode F auen, die
in Ve kleidung Geheimnisse e be gen/en hüll en (A sace/Nina), eine doppel e
Na u hä en (Rosina „docile e ipe a“), eine ande e Iden i ä , als die, mi de sie
e schienen, au wiesen (Fidès), die mi bösen Absich en (Dalila) ode ächend (Azu-
cena) dahe kämen, was on zä lichen Zügen e deck we de. Auch die mi eine
leich e en S imme gedach en P o agonis innen ziel en gewöhnlich au Be ug
(Isabella), wiesen eine plö zliche Ände ung des Cha ak e s (Maddalena) ode des
sozialen S a us (Cene en ola) au (S. 137 .).
Übe Ma ie a Alboni, Gue ina Fabb i, Pauline Via do , Ma ianne B and , Eugenia
Man elli und ande en bis zu Ma ian Ande son gelang Beghelli zum Kapi el „Vom
Al zum Mezzosop an“. Dabei e s eh e un e einem Mezzosop an eine S imme,
die o mi dem Ambi us eines solchen damaligen Al es deckungsgleich sei, die abe
übe die ganze B ei e eine homogene e Fa be des Klanges au weise, mi seh klin-
gende Höhe und ohne die „mäch igen Resonanzen“ de B us s imme in ie e en
Be eichen. Ge ade anhand de Beu eilung de Tonau nahmen gelang Beghelli
e ne zu These eine „Mezzosop anisie ung“ de Al is innen ab 1920 (S. 91), mi
eine ausbalancie en In ensi ä de Töne, mi „wenige männlichen, wenige k ä i-
gen“ B us esonanzen bei gleichzei ig „klingenden und gu gedeck en Höhen“.
Dami en la Beghelli den Mezzosop an au de Ope nbühne, wie e uns heu e
e au is , als ein e gleichsweise neues S imm ach.
Imme wiede nimm Beghelli auch au Pa allelen in den Teno - und Ba i ons im-
men Bezug: Ähnliches sei in denselben Jah en in Bezug au die Ba i one zu beobach-
en, die keine hellen und leich en hohen Töne meh gehab hä en, zuguns en olle ,
klingende Töne, die homogene mi de Fa be de ie en Töne gewesen seien, wie
e wa Ti a Ru o.
Es sei, so Beghelli wei e , die Vokali ä de Kas a en gewesen, die die „doppel e“
S imme des Al s des 19. Jah hunde s wie des o oman ischen Teno s wei e ge-
üh habe. Dies weis e anhand de Sänge innen Rosminda Pisa oni und Ma ianna
Ma coni sowie eines en gegen lau enden U eils de Sings imme des Kas a en
Gio anni Ba is a Vellu i nach. Le z e em ehl e o enba die klingende, männliche
Tie e, was in den zei genössischen Besch eibungen seine S imme he ausgehoben
wu de. Die „doppel e“ S imme Ma ie a Albonis sei es gewesen, die Rossini dazu
geb ach habe, sie als „de le z e Kas a “ zu bezeichnen (S. 131). Seine These beleg
Beghelli mi bes imm en Gemeinsamkei en, die die Au nahmen de S imme
Alessand o Mo eschis, o iziell „des le z en Kas a en“, und jene de S imme A.T.s
(1920‒2005), die/de an dem Mo is-Synd om geli en ha , au weisen. Es ehl auch
nich de Hinweis au die Gesangs echnik des „can o di sbalzo“, ebenso wie jene au
die En wicklung des zu ih e Zei neuen Ins umen s de Kla ine e mi ähnlich
un e schiedlichen Regis e n, sowie die musikalische Tex u on Kas a en- und
F auenpa ien mi e heblichen, au Regis e wechsel und Wechsel on Klang a ben
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und Timb e zählenden Sp üngen, wie e wa in Moza s „Esul a e, jubila e“ ü den
Kas a en Venanzio Rauzzini ode in Fio diligis A ie „Come scoglio“ in Moza s Così
an u e.
Am In e essan es en is die „Lob ede au die Ambigui ä “ (S. 133). Beghellis Sache
is es nich , sich hie mi zahl eichen möglichen De ini ionen des „Ambiguen“ au zu-
hal en. Au solche wies Susanne Egge im Hinweis on Foucaul übe Ma kus
Hi sch eld bis zu Ru h Gilbe hin (siehe Anm. 4 dieses Au sa zes). Dass Beghelli
diesen Be eich de Li e a u bes ens kenn , ha e im Üb igen in seinem Au sa z
„E o ismo cano o“, in dem e sich übe dies als Anhänge de „Kö nung de S imme“
nach Roland Ba hes e weis , bewiesen.
20
De Gesang de Kas a en, so Beghelli,
habe au die K a de Abs ak ion, die Symbolha igkei des Gesangs gese z . Ziel sei
das He au beschwö en eine phan as ischen Bühnensi ua ion gewesen. Die Ambi-
gui ä des Timb es wie des Geschlech s sei ü diesen Zweck g undlegend gewesen.
Nich nu die Ve neinung des Geschlech s und des Al e s des Da s elle s au de
Bühne in de Figu des P o agonis en, sonde n auch die doppel e S imme selbs sei
Teil des Spiels des Thea e s gewesen. Sobald es o iziell keine Kas a en meh
gegeben habe (also sei 1797 in Neapel), habe man deshalb au F auen, die als Mann
e kleide gewesen seien und die mi männlichem Timb e in de Tie e und mi
Sop an imb e de Höhe gesungen hä en, zu ückgeg i en. Gleiches habe ü männ-
liche Tenö e, die in eine bes imm en Lage Töne he o geb ach hä en, die in
gewisse Weise au die weibliche S imme e wiesen hä en, gegol en – auch wenn
diese ech bald in Ungnade ge allen sei (gemein : die „ oce di alse o“ de Tenö e
und Ba i one). „Insbesonde e das un o he sehba e und une wa e e Au auchen
eine S imme am Ende eine mi kla em Sop an imb e gesungenen, abs eigenden
Tonlei e , die as als männlich zu bezeichnen is , ließ den klingenden E ek de
Al is innen auße gewöhnlich we den, wie es jene de Kas a en gewesen wa .“
Dami ha Beghelli G undp ämissen des Thea alischen ausgemach und bes ä ig .
Ma co Beghelli ha in de Ta eine zen ale Beobach ung ausgea bei e , die au ganz
un e schiedlich gelage e en scheidende Pa adigmenwechsel zwischen 1730‒1750
und 1800 hinweis . Denn eine genaue Be ach ung de im Üb igen ech bekann en,
übe lie e en i alienischen S immbesch eibungen on 1600 bis 1730, ielleich auch
bis 1750, zeig , dass diese die Te mini „He maph odi /he maph odi isch“ ode
„ambi alen “ nich e wende en und auch en sp echende Andeu ungen e mieden.
Dies is de bishe igen Fo schung unbekann , geh abe aus de Gesam hei de
übe lie e en Besch eibungen, die nich on Reisenden ode in England lebenden
I aliene n o genommen wu den, he o . Diese Aus ich ung de S immbesch ei-
bungen läss au eine o izielle Wah nehmung de Sings immen in I alien schließen,
ü die de en Bindung an ein „d i es Geschlech “ ode an einen wie auch imme
gea e en „He maph odi en“ nich e s ebenswe wa . Meh noch, bis mindes ens
1750 wa in I alien o wiegend on „e ma odi o“ in de männlichen Fo m die Rede,
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Ma co Beghelli, „E o ismo cano o“, in: Saggia o e musicale 7 (2000), H.1, S. 122‒136.

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Saskia Ma ia Woyke, Zu so genann en gegengeschlech lichen Bese zungsp axis.
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dies nich nu in de Bezeichnung des Eigennamens des O id’schen P o agonis en,
sonde n im Hinweis au die o wiegend männliche Na u des He maph odi en
selbs . „He maph odi innen“ wa en demnach in de Ta eine E scheinung des
19. Jah hunde s.
So egen die E gebnisse des Buchs on Beghelli dazu an, zwa nich die Annahme
eine g oßen Rele anz on „doppel en S immen“ auch im Sei- und Se ecen o, wohl
abe in de en übliche Bewe ung als He maph odi en im Sinn eines gö lichen, dop-
pel en, zu gleichen ode ungleichen Teilen männlichen wie weiblichen Geschlech s
zu bezwei eln und di e enzie en.
21
Zwa sah die Musik- und Thea e wissenscha in de Benennung ih e Weichhei
(mollezza) und Ve weichlichung/Ve weiblichung (e emina ezza) einen Hinweis au
ih e he maph odi ische Na u . Doch e olg e die Zusch eibung diese Te mini zu
Kas a en in I alien kaum, lediglich e einzel im Seicen o, e wa du ch Sal a o
Rosa,
22
spä e du ch die Rigo is en sowie den gemäßig en Ludo ico An onio
Mu a o i.
23
Dabei bezogen sie sich as imme au die Seele und den Kö pe , as nie
abe au die Sings imme de Kas a en. Auch wa en Weichhei [mollezza] und
Anmu [g azia] zu di e enzie en, is on männliche und weibliche Weichhei und
Anmu , die sich un e schieden, die Rede. Die Kennzeichnung de P o agonis en de
enezianischen Ope nbühne als „e eminie “ in einigen Lib e od ucken de 1650e
bis 1680e Jah e e lie in gewisse Weise an Rele anz, wenn bedach wi d, wie
„männlich“ P o agonis innen angeleg wu den. Beide wa en zudem noch mo alisch
ans ößig angeleg , eine du ch Folge de on Paolo Fabb i nachgewiesenen En wick-
lung de Handlungen des „d amma pe musica“ Venedigs de zwei en Häl e des
Seicen o hin zum Spek akulä en, Voyeu is ischen.
24
Spä e , bei Me as asio, wu den
Kas a en wie F auen als posi i e Cha ak e e eingese z . Von eine eindeu igen
s immlichen P ädes inie ung als e weichlich e, nega i e Helden, die au dem Kö -
pe bau be uh hä e, kann demnach nich ausgegangen we den. Vo allem abe
wu de de ju is ische S a us de Kas a en, die in de Sich de Zei als ollkommene
Männe gebo en wo den wa en, o z de e li enen Einbußen, de damals ange-
nommenen Ve ände ung auch des Gehi ns du ch die kö pe lichen Folgen de
Kas a ion und de Eins u ung als „nich in de Regel“ (i egola i) nie so wei
gesenk , dass diese bis zu einem den F auen ähnlichen S a us he abgesunken wä en.
Hie sei au die as nie ehlende Bezeichnung on Kas a en als „Engeln“, sei es im
geis lichen, sei es im wel lichen Gesang, hingewiesen. Dies is ein wei e e Hinweis
21
Gegen eilige Meinungen e e en Gio anni Sole, de sich abe ausschließlich au Kas a en im wel lichen Be eich im gesam en,
o allem auch spä e en, Se ecen o bezieh , und Luca Sca lini, de eben alls au das Se ecen o eku ie , wobei sich beide haup -
sächlich Quellen aus de Zei des Niede gangs de Kas a en sowie nich i alienische Sp ache bedienen. Sole, Cas a i e cicisbei,
S. 26 ., S. 38; und Sca lini, Lus ini pe il egno dei cieli, S. 14 . ( ü beide s. Anm. 8).
22
Sa i a „La Musica“, in: Sal a o e Rosa. Sa i e, h g. on Danilo Romei, kommen ie on Jacopo Manna, Mailand: Mu sia, 1995.
23
„Nulla dico della scon ene olezza delle oci, men e le pa i p incipali si ogliono app esen a e da i sop ani, in an ochè gli E oi
della Scena, in ece d’a e e una i ile, e g a issima oce, sconciamen e compa iscono pa lan i con una mollissima, e emminile.“
Ludo ico An onio Mu a o i, zi ie nach Ge old G ube , De Niede gang des Kas a en ums. Einen Un e suchung zu bü ge lichen
K i ik an de hö ischen Musikkul u […], Wien 1982, masch. Diss., S. 41.
24
Paolo Fabb i, Il secolo can an e. Pe una s o ia del lib e o d’ope a nel Seicen o, Bologna 1990.
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au eine Negie ung eine And ogyni ä im Sinne weiblich-männlich. Engel gal en in
den T ak a en de Gegen e o ma ion doch, da aus Geis bes ehend, a p io i als
männlich und wu den, sowei ihnen im In e esse besse en Ve s ändnisses du ch die
Laien eine Kö pe lichkei zugebillig wu de, als „junge Männe “ klassi izie . Die
These, sie könn en weiblich sein, wu de engagie zu ückgewiesen (dies üb igens
ganz im Gegensa z zu Renaissance).
Eine solche Abwesenhei on Hinweisen zu He maph odi en in i alienischen S imm-
besch eibungen bis ins ühe Se ecen o, die eilich de G undübe zeugung des
ak uellen Fo schungss ands en gegens eh , is übe dies in eine Epoche zu kons a-
ie en, in de inne halb de Gegen e o ma ion die Vo s ellung eines „d i en Ge-
schlech s“ aus F auen und Männe n in gleichen Teilen in nahezu allen o iziellen
i alienischen Diskussionen de en sp echenden Quellen de An ike, sei es sei ens de
Medizine , Ju is en, Theologen, häu ig soga de Poe en, abgelehn wu de, auch dies
im Gegensa z zu Mi elal e und Renaissance. Lediglich in besch änk en, sich
bewuss de o iziellen Leh meinung de ka holischen Ki che en gegens ellenden
Schich en konn e die Vo s ellung eines d i en Geschlech s, jedoch auch hie edu-
zie au einen g undlegend männlichen He maph odi en mi wenigen weiblichen
An eilen, eli ä adie we den. Solche, meis un e sich e bleibende, seh ein luss-
eiche Minde hei en sind im Kle us, un e den wel lichen He sche n sowie den
Mi gliede n einige Akademien zu e mu en. Quellen, die dies in Bezug au S imm-
besch eibungen ode in Bezug au Besch eibungen des Kö pe s on Kas a en
konk e o mulie en, müss en jedoch in g öße e Quan i ä noch au ge unden
we den. Andeu ungen sind eilich in Poesie und Rhe o ik de Zei zu inden, die
sich, hä e sie die Annahme om He maph odi en au gegeben, eine wesen lichen
Me aphe be aub hä e. In diesen Kon ex und dieses Milieu gehö auch de Nach-
weis on Robe F ei as, wonach in de pube ä en Phase einem he anwachsenden
Jungen ü eine besch änk e Zei An eile des Weiblichen zugebillig wu den, die
diese zu übe winden ha e, eine Vo s ellung, die wah scheinlich o allem au junge
Kas a en un e zwanzig Jah en, nich unbeding abe au äl e e, übe agen we den
konn e.
25
Oben wu de die Beobach ung ge ingen In e esses ü He maph odi en im Sinn on
halb-Mann, halb-F au im Sei- und ühen Se ecen o bei ollkommene Ablehnung
on He maph odi en o wiegend weiblichen Geschlech s e wähn .
26
Diese wi d on
de Ablehnung, die die ka holische Ki che eine möglichen In e p e a ion de ein-
25
Roge F ei as, Po ai o a Cas a o (s. Anm. 7).
26
Dass He maph odi en s e s ehe als männlich wah genommen wu den, zeig nach Klaus He ding Puge s Milon on K o on, die
e als Ausd uck eine K ise de Männlichkei im absolu is ischen Zei al e deu e . Es geh um die zwischen 1671 und 1682 in F ank-
eich gescha ene Skulp u . Bezeichnende weise kenne die Kuns geschich e, so He ding, zwei Epochen de „K ise de Männlichkei “,
nämlich die i alienische Renaissance und die Zei de anzösischen Re olu ion. Klaus He ding, „Iden i ä und Begeh en: Bildnisse
e eminie e Männlichkei in de enezianischen Male ei des ühen 16. Jah hunde s“, in: Visuelle Inszenie ungen in de Kuns sei
de F ühen Neuzei , h g. on Ma ianne Koos und Mech hild Fend (Li e a u , Kul u , Geschlech : G oße Reihe 30), Köln u.a. 2004,
S. 53‒77.
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deu igen Quellen de An ike und Heiligen Sch i in Bezug au die Exis enz eines
„d i es Geschlech s“ en gegenb ach e, bes ä ig . Gleichzei ig akzep ie en bes imm-
e Schich en männliche He maph odi en. Dies s ell die on Beghelli angesp ochene
Möglichkei eine „doppel en S imme“ auch ü Kas a en- und F auens immen
zwischen 1600 und 1750 nich in F age. Sie deu e abe da au hin, dass nich die
„doppel e S imme“ als solche, sonde n ih e Wah nehmung und Bewe ung abhängig
on de Hö e scha g öß en eils eine ande e als jene ab ca. 1730 ode ga 1750
gewesen sein könn e.
Nich nu an diese S elle e weis Ma co Beghellis Tex au F agen, die ausgehend
on seinen hie besp ochenen E gebnissen noch zu bean wo en wä en: Wie wa de
männliche und weibliche Kon al , die in de deu schsp achigen Musikwissenscha
ge ne als eigenes S imm ach gesehen we den, im Ve gleich zum Al ausge ich e ?
Denn das i alienische „con al o“ um ass den deu schen „Al “ wie „Kon al “, wes-
halb Beghelli beg ei liche weise nich explizi au den Un e schied eingeh . Wie
wu den Sop ankas a en ausgebilde – eben alls mi en sp echenden di e ie enden
Regis e n? In welche Rich ung wu den d ama ische Sop anis innen ge üh ? In
Bezug au diese un e s ich Luce a Chiappini kü zlich eine ähnliche Beobach ung in
Bezug au den d ama ischen Einsa z de B us s imme in ie e en Regionen und
e gleichsweise leich e e Kop s imme in höhe en,
27
was Beghellis Un e suchungen
eines bes imm en S immideals nach 1800 bek ä igen könn e.
Vo allem abe könn en Beghellis Thesen An egungen ü eine neue Sänge innenge-
ne a ion geben, wenn auch nu heo e isch, da es kaum eine Gesangsleh e in ode
ein Gesangsleh e wagen wi d, eine S imme „doppel “ und nich übe alle Ok a en
hinweg „egal“ ode ga , wie Beghelli anhand einige de be ühm es en Sänge innen
nachweis , mi einem deu lich hö ba en B uch zwischen zwei S immen auszubilden
und dami die Ka ie e ih e Schüle in zu ge äh den. Ande e sei s wä e eine solche
Sänge in dami ge ade ü häu ig gespiel es Repe oi e geeigne (Moza , Rossini,
Ve di), so e n man his o isch in o mie e Au üh ungsp axis zug unde legen
möch e. Denn nach eine Lek ü e des Buches on Beghelli ag sich de Lese
zwangsläu ig, ob ein Tanc edi, wie e heu e bese z wi d,
28
wi klich de Faszina ion
diese Rolle, wie sie sich ü die Zuschaue des 19. Jah hunde s da bo , ge ech
we den kann.
Umgekeh wä e zu agen, ob ein heu iges Publikum die damalige Äs he ik noch
akzep ie en wü de. Vielleich schon: Denn einige Sänge innen un e nahmen om
Publikum gou ie e Annähe ungen an dieses Ideal, so e wa die Mezzosop anis in
Vesselina Kasa o a, die im Tanc edi bewuss auch die ‚männlichen‘ An eile ih e
S imme in ie en Lagen bei g öße e Leich igkei in hohen einse z . Signi ikan
alle dings is das Au e en de benann en „doppel en“ S imme beim i alienischen
27
Simone a Chiappini, Folli, sonnambule, sa ine. La oce emminile nell’O ocen o i aliano, Flo enz 2006.
28
So e wa 2012 in de Kop oduk ion des Rossini Ope Fes i al Pesa o und de Deu schen Ope Be lin du ch Hada Halé y, mi
eine e gleichsweise in allen Lagen egalen, ehe hellem Timb e gep äg en Mezzosop ans imme, ode du ch Vi ica Geneaux, de en
S imme eine eben alls e gleichsweise egale, insgesam abe seh iel dunkle e Fä bung als die Halé ys au weis .
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Sop anis en Angelo Manzini (gebo en 1958), den Beghelli e wähn . Selbs e s änd-
lich ha hie ge ade die ge inge e Bekann hei des „S imm aches“ im Gegensa z zum
Mezzosop an und dahe die wenige es s ehende T adi ion eine solche „doppel e“
S imme leich e e möglich .
Ra aele Talmellis Biog aphie on A.T.
Talmelli e üg übe eine Ausbildung, die es ihm e laub , die pe sönliche und
s immliche Biog aphie on A.T. aus meh e en Blickwinkeln gleichzei ig zu besch ei-
ben. Denn e is Medizine (Psychologe), Philosoph und Sänge , Dozen de Pas o-
alen Psychologie des Theologischen und Philosophischen Ins i u s des Päps lichen
Semina s in Siena und a bei e mi dem Ins i u ü Neu owissenscha en in Flo enz
in Bezug au die E o schung on S immen de Ve gangenhei und Gegenwa
zusammen. Einigen Lese innen und Lese n mag die mi dem Anliegen des ka ho-
lisch-ch is lichen Glaubens e knüp e E zählweise als ungewohn e scheinen.
Lesenswe is de Be ich Talmellis allemal.
Die 1920 als Mann gebo ene Sänge in A.T., mi Küns le name Lily Dan, li höchs -
wah scheinlich un e PAIS d i en G ades, was dem „Rei ens ein-Synd om“ en -
sp ich , bei dem de And ogen ezep o des Kö pe s nu unzu eichend unk ionie .
Nach ih e Ausbildung bei Lucia C es ani (1885‒1972), eine ü die Pa ie de Aida
bekann en Sänge in, im weiblichen S imm ach und dem e hinde en Debü an de
Scala 1938 olg en de Diens in de Ma ine 1941 und die Ve schleppung in die Lage
Lau awe k und Bi kenau (1943‒44). In de Folge gab A.T. ih e Gesangska ie e au .
Mi ün undsiebzig Jah en, als Talmelli A.T. nähe kennenle n e, habe sie „glänzend
übe d ei Ok a en“ gesungen. Sie konn e dazu geb ach we den, 1997 ein Konze zu
geben, on dem meh e e CDs, zunächs ü F eunde de Sänge in, p oduzie wu -
den. Allein die de aillie geschilde en Selbs - und F emdwah nehmungen A.T.s,
die Talmelli schilde , e dienen eine nähe e Lek ü e. Die Hinweise au die Disk i-
minie ungen, denen sie ausgese z wa und die sie mi els e schiedene S a egien
zu übe winden such e (in ensi e P axis de ka holischen Religion sowie Ve suche,
sich zu e be gen und den Kö pe zu maskie en) s eh ge adezu in eine äl e en
T adi ion de Kas a en ezep ion, und zwa jene , die aus den Sänge n Leidende
und Ausges oßene machen möch e. Hie sei an den Film Fa inelli. Il cas a o on
Ge a d Co biau (1994) ode das Album Sac i icium (2009) on Cecilia Ba oli
e inne . Ob diese Wah nehmung den Kas a en angemessen is , wä e zumindes ü
das Sei- und Se ecen o zu bezwei eln. Im Ve gleich mi A.T. sei un e s ichen, dass,
wie wi anhand de obigen A gumen a ion nachweisen konn en, e gleichsweise
iele Kas a en gleichzei ig in I alien leb en. Die oben e wähn e Zahl nach Claudio
Sa o i be äg 239 Sänge , da on die Meh zahl Kas a en, und dies wa en nu die
be ühm es en Bühnens a s ü den Zei aum de e s en Jah zehn e des Se ecen o,
wäh end die wenige e olg eichen, da un e o allem jene, die ausschließlich im
ki chlichen Diens s anden, hie nich eingeschlossen sind. Dagegen beleg A.T.s.
Selbs wah nehmung als einzige T anssexuelle I aliens eine beg ei liche weise