Xiaofang Ni
Dr. Med.
Fettsäurenzusammensetzung unterschiedlicher Phospholipidfraktionen der Leber bei
Meerschweinchen unter verschiedenen Ernährungsformen
Geboren am 08. 08. 1960 in Shanghai, China
Reifeprüfung im 07. 1978 in Shanghai, China
Medizinstudium vom WS 1978 bis SS 1983
Staatsexamen im 07. 1983
Promotionsfach: Kinderheilkunde
Doktorvater: Prof. Dr. Med. H. J. Bremer
Es wurden die Auswirkungen unterschiedlicher Fettsäurenzufuhr auf die
Fettsäurenzusammensetzung von Phospholipiden der Leber von Meerschweinchen
untersucht. Dabei wurden 3 Gruppen gebildet, die isokalorisch dieselbe Fettgesamtmenge
aber unterschiedliche Fettsäuren erhielten. Die Kontrollgruppe erhielt das übliche
Meerschweinchenfutter mit überwiegend gesättigten Fettsäuren; eine weitere Gruppe erhielt
mit Sonnenblumenöl angereichertes Futter (d. h. Linolsäure-reich) (Sonnenblumengruppe);
eine dritte Gruppe wurde mit Fischöl angereicherter Nahrung (d. h. angereichert an
Arachidonsäure, Eikosapentaensäure und Dokosahexaensäure) (Fischgruppe) gefüttert. Das
Gedeihen der Tiere aller Gruppen war gleich.
Zum Abschluß der Fütterungsversuche wurde die Fettsäurenzusammensetzung folgender
Phospholipide der Leber untersucht: Cardiolipin (CL), Phosphatidyläthanolamin (PE),
Phosphatidylcholin (PC), Phosphatidylinositol (PI) und Phosphatidylserin (PS).
Ergebnisse: In der CL-Fraktion waren unabhängig von der Ernährungsform bei einem sehr
hohen Anteil an Linolsäure kaum Veränderungen anderer Fettsäuren festzustellen. Der
Anteil an 20:2 (n-6) war auch deutlich höher als in anderen Fraktionen.
In der PE-Fraktion fand sich trotz des geringeren Angebots von Linolsäure in der
Kontrollgruppe ein höherer Anteil von Arachidonsäure als in der Sonnenblumengruppe. Bei
zusätzlichem Angebot an n-3-Fettsäuren (Fischgruppe) sank der Anteil der Arachidonsäure
weiter ab. Entsprechendes wurde auch für die PI-Fraktion gefunden. Da bei Menschen und
Tieren bei sehr hoher Linolsäurezufuhr der Arachidonsäureanteil an der PE-Fraktion der
Erythrozyten ebenfalls abfällt, scheint eine aktive Regulation des Einbau von
Arachidonsäure in bestimmte Phospholipide auch für die Leber zu gelten. Eine erhöhte
Zufuhr von Linolsäure führt auch zu niedrigen Werten der Dihomo-γ-linolensäure, so daß
wahrscheinlich den erniedrigten langkettigen Fettsäuren der n-6-Serie eine verminderte
Synthese zugrunde liegt.
Relativ hohe Relationen von Eikosapentaensäure und Dokosahexaensäure sowie stärkere
Anstiege dieser Fettsäuren nach Fischölzufuhr fanden sich in den PE- und den PS-
Fraktionen, so daß eine Bevorzugung des Einbaus dieser n-3-Fettsäuren in diesen
Fraktionen anzunehmen ist.
Der bevorzugte Einbau der Fettsäure der n-6- und der n-3-Reihen in bestimmte
Phospholipide sowie die Veränderungen in der Relation der Fettsäuren innerhalb einer
Reihe bei unterschiedlicher Zufuhr deuten auf eine Regulation des Einbaus dieser
Fettsäuren in die verschiedenen Phospholipide der Leber hin.