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Katharina Kornas
Dr.med.
Expression des Plasminogenaktivator-Inhibitors Typ I auf Protein- und mRNA-Ebene
in Hep G2-Zellen und ihre Beeinflussung durch Gemfibrozil.
Geboren am 24.07.1971 in Königshütte
Reifeprüfung am 18.06.1991 in Ettlingen
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom WS 1991 bis SS 1997
Physikum am 30.08.1993 an der Universität Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr in Pforzheim
Staatsexamen am 12.11.1997 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Innere Medizin
Doktorvater: Prof.Dr.med.Ch.Bode
Insulin und seine Vorstufen, die in hohen Konzentrationen im Plasma von Patienten mit nicht
Insulin abhängigen Diabetes mellitus (NIDDM) gefunden werden, steigern die Synthese des
Plasminogenaktivator Inhibitors Typ 1 (PAI-1) in Hep G2-Zellen in vitro und in der
Kaninchen Leber in vivo. Die verminderte endogene Fibrinolyse, die eine sekundäre Folge
der erhöhten PAI-1-Aktivität ist, kann zur beschleunigten Entwicklung von Arteriosklerose
führen. Aus den Ergebnissen der Helsinki Heart Studie kann gefolgert werden, daß unter
Therapie mit Gemfibrozil, neben der Modulation der Serum-Lipide, durch die Modulation der
endogenen Fibrinolyse eine Reduktion der Inzidenz der koronaren Herzkrankheit erreicht
werden kann.
In Hep G2-Zellen senkt Gemfibrozil in einer Konzentration von 500 (700)µmol/l signifikant
die basale PAI-1-Sekretion in das konditionierte Medium über 24h um 26% (43%) (p=0,012
und p=0,021) und die durch 10nmol/l Insulin gesteigerte PAI-1-Synthese um 61% (109%)
(p=0,010).Die Synthese-Hemmung war abhängig von der Zeit der Gemfibrozil-Einwirkung (0
bis 48h) und von der Gemfibrozil-Konzentration (0 bis 1000µmol/l), aber unabhängig von der
Insulin-Konzentration (0,1 bis 100nmol/l). Gemfibroizil senkte auch die durch Insulin-
Vorstufen hervorgerufene PAI-1-Synthesesteigerung, und zwar die durch Proinsulin um über
100%, die durch des(31,32)Proinsulin um 75% und die durch des(64,65)Proinsulin um 77%
(alle Insulinvorstufen in einer Konzentration von je 10nmol/l). Die Spezifität der Gemfibrozil-
Wirkung wurde durch den Nachweis einer unveränderten Gesamtprotein-Konzentration (im
Zellkulturmedium und im Zellysat) nachgewiesen. Auch die Sekretion von Fibrinogen in den
Hep G2-Zellen wurde durch das Gemfibrozil nicht signifikant beeinflusst. Die Veränderungen
in der PAI-1-Protein-Konzentration stimmten mit den Veränderungen der Expression des
PAI-1-Gens, wie sie an den Änderungen der 3,2kb PAI-1-mRNA beobachtet werden konnten,
überein. Gemfibrozil beeinflußte die Anzahl der Insulin-Rezeptoren an der Oberfläche der
Hep G2-Zellen nicht.
Gemfibrozil reduziert die durch Insulin und seine Vorstufen gesteigerte PAI-1-Synthese und
Sekretion direkt und spezifisch. Demgemäß könnte Gemfibrozil, durch die Normalisierung
der aus dem Gleichgewicht geratenen endogenen Fibrinolyse, wünschenswerte therapeutische
Effekte bei Patienten mit Hyperinsulinämie (wie sie z.B. beim NIDDM vorkommt) ausüben.