Lietuvių terminologijos disertacijos
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Dissertationen zur litauischen Terminologie
AUŠRA RIMKUTĖ
Institut für Litauische Sprache
1961
Antanas BALAŠAITIS. Geschichte der linguistischen Fachterminologie des Litauischen. Dissertation zur Erlangung des Grades eines Kandidaten der Philologie (Vilnius).
In der Dissertation werden sprachwissenschaftliche Fachbegriffe behandelt, die von M. Mažvydas’ Katechismus bis zum Jahr 1961 verwendet wurden. Das Material wurde aus Grammatiken, den wichtigsten Wörterbüchern der litauischen Sprache, bedeutenden sprachwissenschaftlichen Werken, Artikeln und Ähnlichem zusammengestellt. Die Fachbegriffe einzelner sprachwissenschaftlicher Teilgebiete werden zusammen mit der Entwicklung dieser Wissenschaften beschrieben. Ausführlich behandelt werden die Fachbegriffe der Grammatik, Lexikographie, Lexikologie, Dialektologie, Akzentologie und allgemeinen baltischen Sprachwissenschaft.
Die Dissertation besteht aus fünf Teilen, Schlussfolgerungen und einem Anhang mit zwei Registern: einem historischen Register der litauischen linguistischen Fachtermini und einem alphabetischen Register aller in der Dissertation behandelten Termini. Im ersten Teil werden kurz die Grammatiken der litauischen Sprache von D. Klein (1653) bis zu den Grammatiken von J. Jablonskis (1901, 1911, 1919) überblickt. Bis zum 19. Jahrhundert erschienen Grammatiken der litauischen Sprache auf Latein oder Deutsch; gemäß der mittelalterlichen westeuropäischen Tradition wurden darin lateinische Termini verwendet. Erst ab dem vierten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts begann man, Grammatiken auf Litauisch zu verfassen. In der von S. Daukantas erstellten Grammatik der lateinischen Sprache (1837) wurden die wichtigsten Fragen der Morphologie des Litauischen dargestellt und litauische Termini verwendet. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelten J. Juška, A. Baranauskas und K. Jaunius die Terminologie der litauischen Grammatik. Ende des 19. Jahrhunderts waren bereits grundlegende Termini für Phonetik, Sprache und Wortarten gebräuchlich, zum Beispiel: Vokale, Diphthonge (K. Kasakauskas), Substantiv, Adjektiv (S. Daukantas), Silbe, Wurzel, Endung (J. Juška), Buchstabe, Rechtschreibung (A. Baranauskas), Präfix, Suffix, zusammengesetzte Wörter, Verb (K. Jaunius) und weitere. Von besonderer Bedeutung sind die Grammatiken von J. Jablonskis, die die Entwicklung der litauischen Standardsprache stark beeinflussten.
Der zweite Teil der Dissertation bietet einen kurzen Überblick über die Geschichte der litauischen Lexikografie. Viel Raum wird den Arbeiten von K. Būga und den darin verwendeten
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Termini gewidmet, zum Beispiel: Lehnwörter, Fremdwörter, Personennamen und weitere. Dem Autor zufolge kamen Termini der Lexikologie und Lexikografie erst etwa ab der Mitte des 20. Jahrhunderts verstärkt in Gebrauch. Der dritte Teil behandelt die Entwicklung der Dialektologie und ihre Fachtermini, zum Beispiel: Dialekt (A. Baranauskas), Sprechweise, Unterdialekt (K. Jaunius) und weitere. Im vierten Teil wird anhand der Arbeiten von F. Kuršaitis, K. Jaunius und K. Būga die Terminologie der Akzentologie beschrieben, zum Beispiel: fallender, steigender Akzent (A. Baranauskas), steigender, gebrochener Akzent (K. Būga) und weitere. Der fünfte Teil widmet sich vor allem den in der Linguistik verwendeten internationalen Termini, die vielen Sprachen gemeinsam sind, darunter auch den baltischen Sprachen. Am Ende der Dissertation stehen ausführliche Schlussfolgerungen.
1968
Stasys KEINYS. Wortbildungstypen litauischer Einworttermini. Dissertation zur Erlangung des Grades eines Kandidaten der Philologie (Vilnius).
Die Dissertation hat zum Ziel, die tatsächlichen Wortbildungsprozesse in der Terminologie aufzuzeigen und die zur Verwendung vorgeschlagenen Wortbildungstypen von Termini herauszuarbeiten. Das Material wurde aus den Fachwörterbüchern für Recht (1954), Geologie und physische Geografie (1956), Physik (1958), Sport (1959), Melioration (1960), Chemie (1960), Textilwesen (1962) und Literatur (1962) zusammengetragen, die von der damaligen Terminologiekommission des Instituts für Litauische Sprache und Literatur der Akademie der Wissenschaften durchgesehen worden waren. Die Dissertation besteht aus einem Vorwort, einer Untersuchung in zwei Teilen, Schlussfolgerungen, Abkürzungen und einem Literaturverzeichnis.
Im ersten Teil Überblick über die theoretischen Grundlagen und die praktische Arbeit bei der Entwicklung der litauischen Terminologie werden allgemeine Grundsätze und wichtige Tendenzen der Terminologiearbeit erörtert. Die Geschichte der Terminologie wird anhand der frühen litauischen Schriften und der Arbeiten von M. Mažvydas, M. Daukša und K. Sirvydas nachgezeichnet. Die zweite Etappe wird mit der Tätigkeit bedeutender Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts wie S. Daukantas, L. Ivinskis, J. Pabrėža und anderen verbunden. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Arbeiten von J. Jablonskis, K. Būga und S. Šalkauskis. Erörtert wird, wie die Terminologie verschiedener Fachgebiete geordnet und normiert wurde.
Im zweiten Teil werden die gegenwärtigen Wortbildungstypen von Einworttermini synchronisch untersucht. Der Autor untersucht die Wortbildung ausschließlich bei Einworttermini, die von Substantiven abgeleitet sind. In diesem Teil werden Suffigierungen, Ableitungen mit Endungen und Präfixen ausführlich behandelt und die produktivsten Suffixe aufgeführt. St. Keinis zufolge sind die meisten der verwendeten abgeleiteten Substantive mit Suffixen gebildet; beispielsweise enthalten die genannten Wörterbücher etwa 5.000 Bildungen, die mit den Mitteln der litauischen Sprache selbst gebildet wurden. Am Ende der Dissertation stehen ausführliche Schlussfolgerungen.
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1969
Kazimieras GAIVENIS. Zusammengesetzte Termini im heutigen Litauischen. Dissertation zur Erlangung des Grades eines Kandidaten der Philologischen Wissenschaften (Vilnius).
K. Gaivenis behandelt ausführlich die Struktur litauischer zusammengesetzter Termini (Typen, Reihenfolge der Bestandteile, Transformationen usw.), die semantischen Funktionen der Nebenbestandteile sowie die Wiedergabe zusammengesetzter Termini und ihre Definitionen in Terminologiewörterbüchern. Die Beispiele stammen aus Terminologiewörterbüchern der Nachkriegszeit und aus Originalwerken verschiedener wissenschaftlicher Fachgebiete.
Die Dissertation besteht aus vier Kapiteln. Im ersten Kapitel werden der Begriff der zusammengesetzten Termini, seine Benennung, Eigenschaften und Beziehungen zu anderen Kategorien der Lexikologie behandelt. Im zweiten Kapitel wird die Struktur zusammengesetzter Termini untersucht. Am Ende des Kapitels werden Schlussfolgerungen vorgelegt. Der Autor schreibt, dass nicht alle in Terminologiewörterbüchern aufgeführten Wortverbindungen als zusammengesetzte Termini gelten sollten, sondern nur diejenigen, deren Hauptbestandteile Substantive sind. Im heutigen Litauischen werden vorwiegend zusammengesetzte Termini aus zwei Bestandteilen verwendet, von denen der überwiegende Teil Artbezeichnungen sind. Im dritten Kapitel werden die semantischen Funktionen der Nebenbestandteile zusammengesetzter Termini beschrieben. Im letzten Kapitel der Dissertation wird erörtert, wie zusammengesetzte Termini in Terminologiewörterbüchern aufgeführt und erläutert werden. Der Autor betont, dass in Terminologiewörterbüchern das gesamte System der terminologischen Begriffe eines wissenschaftlichen Fachgebiets möglichst vollständig und genau dargestellt werden muss. Deshalb sollten darin alle Typen zusammengesetzter Termini und ihre grammatischen Konfigurationen auf rationale Weise berücksichtigt werden.
1983
Angelė KAULAKIENĖ. Lehnübersetzungen in der heutigen litauischen technischen Terminologie. Dissertation zur Erlangung des Grades eines Kandidaten der Philologischen Wissenschaften (Vilnius).
Keine Terminologie eines neuen Fachgebiets kommt ohne Lehnübersetzungen aus. Die Lehnübersetzung ist ein komplexer Prozess. Sie hängt mit vielen weiteren theoretischen Fragen der Terminologielehre zusammen, beispielsweise mit Übersetzung, Entlehnung, Wortbildung, Polysemie, Homonymie usw. Daher ist die Untersuchung von Lehnübersetzungen nicht nur für die Terminologie, sondern auch für die gesamte Gemeinsprache nützlich und aktuell. In der Dissertation werden die Lehnübersetzungen aus dem Russisch-litauischen polytechnischen Wörterbuch (1959), dem Russisch-litauisch-englischen Wörterbuch der Rechentechniktermini (1971) und dem Wörterbuch der Physiktermini (1979) untersucht.
Die Dissertation umfasst ein Vorwort, vier Teile, Schlussfolgerungen, sieben Tabellen sowie Quellen- und Literaturverzeichnisse und einen Anhang (Register der Lehnübersetzungen und Lehnprägungen). Der erste Teil widmet sich vor allem theoretischen Problemen der Lehnübersetzung,
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wie etwa den Kriterien, anhand deren bestimmt wird, ob ein Terminus eine Lehnübersetzung ist, sowie der Bewertung von Lehnübersetzungen und des Lehnübersetzungsverfahrens. Lehnübersetzungen werden in Gruppen eingeteilt: morphologische, semantische, phraseologische und zusammengesetzte Lehnübersetzungen. Diese Gruppen werden weiter in Untergruppen unterteilt. Im zweiten Teil werden morphologische Lehnübersetzungen untersucht, z. B.: antslėgis, vgl. russ. сверхдавление, engl. superpressure; nelaidininkas, vgl. russ. непроводник, dt. Nichtleiter usw. Ebenfalls behandelt werden in der Physik verwendete zusammengesetzte Wörter als Lehnübersetzungen, z. B.: savivartis, vgl. russ. самосвал; bangomatis, vgl. russ. волномер, engl. wavemeter. Im dritten Teil werden semantische Lehnübersetzungen behandelt (auch Bedeutungslehnübersetzungen genannt), bei denen die Bedeutung eines Wortes entlehnt wird, z. B.: gervė, vgl. russ. лебёдка (entlehnte Bedeutung „Vorrichtung, mit der etwas gehoben oder bewegt wird“). Phraseologische und zusammengesetzte Lehnübersetzungen werden im vierten Teil behandelt, zum Beispiel die in der Physik verwendeten Termini baltasis triukšmas, vgl. russ. белый шум, engl. white noise; aukštadažnis greitintuvas, vgl. russ. высокочастотный ускоритель, dt. Hochfrequenzbeschleuniger. Nach Ansicht der Autorin entstehen Lehnübersetzungen, wenn es in der litauischen Gemeinsprache und den Dialekten kein geeignetes Wort zur Bezeichnung des betreffenden Begriffs gibt und auch kein entlehnter oder internationaler Terminus verwendet wird. Als vollständige Lehnübersetzungen gelten Termini, deren Bildung nichtlitauisch und deren Motivierung entlehnt ist. Einige Lehnübersetzungen sind normgerecht, andere nicht, z. B.: nuriebinimas, vgl. russ. обезжиривание, dt. Entfettung usw.
1993
Jonas KLIMAVIČIUS. Das System der Meliorationstermini.Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades in den Geisteswissenschaften (Vilnius).
In der Dissertation werden „eher sprachlich-semantische Mikrosysteme von Termini als wissenschaftliche Begriffssysteme untersucht, und zwar nicht nur terminologisch, sondern auch lexikografisch. Da die Wissenschaft und ihr Begriffsapparat international sind und ein Teil der Begriffe zudem durch internationale Wörter bezeichnet wird, wird zunächst mit einer dialinguistischen Analyse begonnen – der Entlehnung und Lehnübersetzung (Entlehnungen und Lehnübersetzungen); anschließend werden Entsprechungen und Unterschiede betrachtet, also Transformationen des Mikrosystems, die durch die Eigenheiten der Muttersprache bedingt sind.“ Der Autor betont, dass Melioration so alt ist wie Agrikultur, das heißt Landwirtschaft – Ursprung und Grundlage aller Kultur und aller Kulturen. Das Wort selbst ist wesentlich jüngeren Datums. Ausführlich behandelt werden Ursprung und Geschichte der Melioration, Synonyme und Antonyme (Degradation, Deterioration, Pejorisation) sowie fremdsprachige Entsprechungen (insbesondere die große englische Polyonymie). Außerdem werden mit der Melioration verbundene hydrologische und weitere Termini, ihre Herkunft und Verwendung beschrieben. Gesondert und ausführlich werden die Arten der landwirtschaftlichen Melioration: hyd-
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Melioration – Entwässerung (und Drainage), Bewässerung, veraltend Irrigation; Agromelioration und weitere Arten, Systeme und Verfahren. In der Arbeit werden zwei allgemeinere Schlussfolgerungen gezogen: 1) Der systemische Charakter der Terminologie und ihre historische Entwicklung führen zu Widersprüchen zwischen alten und neuen Systemmitgliedern und bewirken dadurch einen Wandel des Systems; 2) die Terminologiesysteme werden durch den Wandel des Wortschatzes beeinflusst – durch Lehnwörter, Lehnübersetzungen und Neubildungen.
2000
Albina AUKSORIŪTĖ. Die terminologischen Arbeiten von Laurynas Ivinskis. Dissertation zum Doktor der Geisteswissenschaften (Vilnius).
Die Autorin untersucht die handschriftlichen und gedruckten Arbeiten von Laurynas Ivinskis (1810–1881), einer bedeutenden Persönlichkeit der litauischen Bewegung in Samogitien in der Mitte des 19. Jahrhunderts, Herausgeber litauischer Kalender und einem der Schöpfer litauischer naturwissenschaftlicher, insbesondere botanischer Termini. Diese Arbeiten enthalten mehr als 6.000 Termini und Nomen. Ausführlich analysiert werden die Termini in L. Ivinskis’ umfangreichstem handschriftlichem Werk Prigimtūmenė.
Die Dissertation besteht aus einer Einleitung, einem Überblicksteil, zwei Untersuchungsteilen, Schlussfolgerungen, einem Literaturverzeichnis und einem Verzeichnis der Publikationen zum Thema der Dissertation. In der Einleitung werden Ziel, Methoden, Aufbau und Untersuchungsgegenstand der Arbeit umrissen. Im ersten, überblickenden Teil werden die Forschungen zu L. Ivinskis’ Arbeiten, terminologische und orthografische Merkmale seiner Schriften sowie seine polnischsprachigen Arbeiten behandelt, in denen Themen der litauischen Sprache untersucht werden. Vorgestellt werden gedruckte Arbeiten (Kalender und das publizistische Werk Pasauga) und handschriftliche Arbeiten (Prigimtūmenė, Grybų atlasas, der Entwurf von Būdo gydymo ligų žmonių ir gyvulių sowie erhaltene Fragmente des Lenkų–žemaičių kalbų žodyno, des Rusų–lietuvių kalbų žodyno und des Rusų–lietuvių–lotynų–lenkų kalbų žodyno), in denen zahlreiche Termini aus der Volksmedizin, Veterinärmedizin, Landwirtschaft, dem Handwerk, der Astronomie, Geografie, Botanik, Mineralogie, Zoologie und weiteren Fachgebieten verwendet werden. Die von L. Ivinskis vorgelegten Benennungstypen für taxonomische Kategorien und die ihnen zugeordneten Taxa werden im zweiten Teil untersucht. Der Autorin zufolge vermied L. Ivinskis bei der Angabe von Termini für taxonomische Kategorien Lehnwörter aus dem Lateinischen oder anderen Sprachen und bemühte sich, ein gebräuchliches litauisches Wort zu finden oder selbst ein neues zu bilden (anstelle der Termini klasė, triba, varietetas verwendete er nuodali, režtą, atmainą).
In den drei Kapiteln des letzten Teils werden die Benennungsverfahren für Begriffe in Prigimtūmenė behandelt: die Terminologisierung gemeinsprachlicher Wörter, die Bildung von Neubildungen und die Entlehnung von Termini. Termini aus der Geografie, Meteorologie und anderen Naturwissenschaften, die L. Ivinskis durch Terminologisierung gebräuchlicher Wörter bildete, sowie Bezeichnungen für Pflanzengattungen werden im Kapitel Paprastųjų žodžių terminologizavimas untersucht, z. B.: audra, debesís,
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wièsulas, wiètra; àuksas, juodžemis usw. Bezeichnungen für Mineralien, Pilze und Pflanzengattungen werden in den Kapiteln Naujadarų kūrimas und Terminų skolinimasis untersucht. Die Bildung von Neubildungen – eine der wichtigsten Methoden, mit denen L. Ivinskis Termini schuf – macht mehr als ein Fünftel aller Mineralbezeichnungen und zwei Fünftel aller Bezeichnungen für Pilz- und Pflanzengattungen in Prigimtūmenė aus. Die von L. Ivinskis gebildeten Derivate werden nach ihren Wortbildungssuffixen behandelt, die zusammengesetzten Neubildungen nach ihren Bestandteilen. Mehr als zwei Fünftel aller Bezeichnungen für Pflanzen- und Pilzgattungen in Prigimtūmenė sind unklare Termini.
Die von L. Ivinskis geschaffenen naturwissenschaftlichen Termini sind nicht nur interessante Fakten der Sprachgeschichte, sondern auch eine Quelle für die heutige Terminologie, auf die Botaniker des 20. Jahrhunderts bei der Bildung und Vereinheitlichung von Pflanzennomen zurückgriffen.
2001
Birutė BRIAUKIENĖ. Petras Avižonis und seine litauische medizinische Terminologie.Dissertation zum Doktor der Geisteswissenschaften (Kaunas).
Mit deskriptiven und vergleichenden Methoden werden die medizinischen Termini von Petras Avižonis (1875–1939) untersucht, einem berühmten Arzt des frühen 20. Jahrhunderts, bedeutenden Vertreter von Wissenschaft, Bildung und Kultur sowie Autor der Lietuviškos gramatikėlės (1899). Gegenstand der Dissertation sind etwa 5.000 Termini, die aus den medizinischen Facharbeiten von P. Avižonis gesammelt wurden: aus dem Akių ligų vadovo, seinen Artikeln in der Zeitschrift Medicina und weiteren Quellen (eine vollständige Liste der Terminusquellen findet sich am Ende der Arbeit). Das Überblickskapitel skizziert die wichtigsten Lebens- und Wirkungsphasen von P. Avižonis. Das Hauptaugenmerk gilt Herkunft und Aufbau der medizinischen Termini. In der Arbeit wird ein medizinischer Terminus als Wort oder feste Wortverbindung verstanden, mit der ein Begriff der Medizin bezeichnet wird. Die Autorin teilt die in P. Avižonis’ Schriften verwendeten medizinischen Termini nach ihrer Herkunft in drei Gruppen ein: 1) litauische (41% der Einworttermini und 19,7% der Mehrworttermini), 2) hybride oder gemischte (0,5% der Einworttermini und 70,2% der Mehrworttermini) und 3) nichtlitauische, d. h. Lehnwörter (58,5% der Einworttermini und 10,1% der Mehrworttermini). P. Avižonis verwendete überwiegend nichtlitauische medizinische Termini.
Als Verfahren zur Bildung medizinischer Termini betrachtet die Autorin die Terminologisierung gemeinsprachlicher Wörter, die Bildung von Termini mit den Wortbildungsmitteln der eigenen Sprache und die Entlehnung von Termini. Nach ihrem Aufbau werden die in P. Avižonis’ Schriften verwendeten Termini in Einwort- und Mehrworttermini unterteilt. Medizinische Termini werden außerdem nach den Beziehungen zwischen Haupt- und Nebenbestandteilen behandelt. Ein Kapitel widmet sich den Synonymen von Termini. Den Untersuchungsergebnissen der Autorin zufolge bildete P. Avižonis selbst mehr als 200 litauische medizinische Termini und schlug sie zur Verwendung vor.
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2005
Alvydas UMBRASAS. Litauische Rechtsterminologie in den Jahren 1918–1940 (Terminologie der wichtigsten Gesetzbücher). Dissertation zum Doktor der Geisteswissenschaften (Vilnius).
In der Dissertation wird die in Litauen in den Jahren 1918–1940 verwendete Rechtsterminologie mit der deskriptiven Methode untersucht. Während des Untersuchungszeitraums wurde eine recht große Zahl unterschiedlicher Rechtstexte veröffentlicht. Untersucht werden die vier wichtigsten Gesetzbücher: das Strafgesetzbuch, das Zivilgesetzbuch sowie die Strafprozess- und die Zivilprozessordnung. Da jedes dieser Gesetzbücher mehrmals aus dem russischen Original ins Litauische übersetzt wurde, bewertet die Dissertation das Verhältnis der Terminologie in den Übersetzungen desselben Gesetzbuchs, ermittelt ihre Unterschiede und zeichnet zugleich die Entwicklung der Termini nach. Insgesamt wurden etwa 5 700 unterschiedliche Rechtstermini gefunden. Sie werden hinsichtlich ihrer Struktur, Wortbildung und Herkunft analysiert; außerdem wird die Synonymie untersucht. Die Rechtstermini der Gesetzbücher werden auch nach Themenbereichen betrachtet. Allgemeine Rechtstermini, Termini des Straf- und Zivilrechts sowie Termini des Prozessrechts machen etwa 80% aller Termini aus. Die übrigen Termini (etwa 20%) gehören anderen Rechtsgebieten an: dem Finanz-, Verwaltungs-, Arbeits- und Verfassungsrecht sowie der Gerichtsmedizin, Kriminalistik usw.
Die Arbeit besteht aus einer Einleitung, drei Teilen, Schlussfolgerungen sowie Verzeichnissen der Quellen und der Literatur. In der Einleitung werden die Lage der Rechtsterminologie in Litauen in den Jahren 1918–1940 erörtert und die Quellen überblicksartig vorgestellt. Im ersten Teil Einteilung der Rechtstermini nach Rechtsgebieten wird der Begriff des Rechtssystems erläutert. Unterschieden werden Termini des Zivil-, Straf- und Prozessrechts sowie allgemeine Termini und Termini des Finanz-, Verwaltungs-, gerichtsmedizinischen, Arbeits-, Verfassungs- (Staats-), Handels- und Völkerrechts, der Kriminalistik und anderer Rechtsgebiete. Der zweite Teil ist dem Ausdruck der Rechtstermini gewidmet. Im dritten Teil werden die Unterschiede in der Terminologie der Gesetzbücher beschrieben. Der Autor betont, dass die Jahre 1918–1940 eine sehr wichtige Periode in der Geschichte der litauischen Rechtsterminologie darstellen, da das Litauische erst nach der Ausrufung der Unabhängigkeit in Rechtsdokumenten verwendet wurde.
Irma ZELLER. Automatische Terminerkennung und -verarbeitung. Dissertation zum Doktor der Geisteswissenschaften (Kaunas).
In der Dissertation geht es um den Mangel an Termini und deren fehlerhaften Gebrauch, bei dem Bedeutungen verwechselt werden, wenn sie in unpassende Kontexte übertragen werden. Außerdem werden Ursachen und Merkmale der Abgrenzung zwischen präskriptiver und deskriptiver Terminologie erörtert. Gegenstand der Arbeit ist der potenzielle Terminus, der in einem Textkorpus mithilfe spezieller Computerprogramme zur Terminerkennung automatisch erkannt wird. Ziel ist es, Methoden und Möglichkeiten der automatischen Terminerkennung in Texten zu ermitteln
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und zu erproben sowie aufzuzeigen, inwieweit sie sich für die litauische Sprache eignen. I. Zeller untersuchte zwei abgeschlossene elektronische Sammlungen aus dem Englischen übersetzter Texte – Textkorpora. Das litauischsprachige Korpus umfasst ebenso wie das deutschsprachige dieselben 1 695 Rechts- und Wirtschaftsdokumente (Verordnungen, Richtlinien, Beschlüsse, Stellungnahmen), die in den Jahren 1962–2000 von der Europäischen Kommission und dem Rat der Europäischen Union angenommen wurden.
Es wird versucht, veränderte theoretische Auffassungen der Terminologie sowie eine andere als bisherige Methodik der praktischen Terminologiearbeit, deren Besonderheiten und Bedeutung aufzuzeigen. Mit dieser Arbeit hat die Autorin gezeigt, dass sich die von der deskriptiven Terminologie vorgeschlagenen Methoden der automatischen Terminerkennung auch auf das Litauische anwenden lassen. Unter theoretischem Gesichtspunkt wird bislang unveröffentlichtes litauischsprachiges theoretisches Material über die Methodik der automatischen Terminerkennung und der Anerkennung erkannter Ausdrücke als Termini bewertet.
Die Dissertation besteht aus einer Einleitung, vier Teilen, Schlussfolgerungen, einem Literaturverzeichnis und zwei Anhängen. Im ersten Teil Entwicklung der präskriptiven und deskriptiven Terminologie werden der Stand der Terminologie im 20. Jahrhundert sowie die präskriptive und deskriptive Terminologie überblickt. Im zweiten Teil werden die Methodik der automatischen Terminerkennung sowie Möglichkeiten, Verfahren und Mittel der Erkennung und Anerkennung von Termini vorgestellt. Der dritte Teil beschreibt das Experiment zur automatischen Terminerkennung und analysiert dessen Ergebnisse. Im letzten Teil sollen der Nutzen einer solchen Erkennung bewertet und eingeschätzt sowie Möglichkeiten für die praktische Anwendung der automatischen Terminerkennung in der litauischen Terminologie erörtert werden. Die Autorin kommt aufgrund eines Experiments zur automatischen Terminerkennung in Textkorpora aus den genannten Quellen zu dem Schluss, dass die automatische Erkennung von Termini in Texten mithilfe spezieller Programme tatsächlich möglich ist.
2006
Nijolė LITEVKIENĖ. Litauische und lateinische zusammengesetzte anatomische Termini. Dissertation zum Doktor der Geisteswissenschaften (Kaunas).
Untersucht werden zusammengesetzte anatomische Termini (2 024 litauische und 2 506 lateinische), die aus T. Westons Atlas der Anatomie stammen, der 1995 in London erstellt und veröffentlicht wurde, sowie aus J. Tutkuvienės ergänzter Übersetzung ins Litauische (1997), außerdem aus dem Wörterbuch medizinischer Termini (1980), S. Pavilonios Menschliche Anatomie (1984) und anderen Quellen. Ziel der Dissertation ist die Analyse der syntagmatischen und paradigmatischen Beziehungen zusammengesetzter anatomischer Termini. Litauische und lateinische zwei- und mehrgliedrige anatomische Termini werden unter dem Aspekt ihrer Übereinstimmungen und Unterschiede analysiert. Außerdem werden litauische und lateinische zusammengesetzte
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Häufigkeit der Strukturen anatomischer Termini und Tendenzen ihres Gebrauchs; systematisiert werden die Regelmäßigkeiten der Variation von Bestandteilen litauischer und lateinischer Termini.
Die Dissertation besteht aus fünf Kapiteln. In der Einleitung werden der Untersuchungsgegenstand, die Ziele, das untersuchte Material, die Methoden, die Aktualität und Neuheit des Themas, der praktische Nutzen der Arbeit, ihr Aufbau und Umfang erörtert; außerdem wird ein Publikationsverzeichnis vorgelegt. Das zweite Kapitel gibt einen Überblick über Latein als internationale Sprache der medizinischen Wissenschaft sowie über die Etappen der Erstellung der anatomischen Nomenklatur. Im dritten Kapitel werden Aspekte der Übereinstimmung und der Unterschiede zwischen zwei- bis achtgliedrigen litauischen und lateinischen anatomischen Termini sowie deren Strukturgruppen dargestellt. Im vierten Kapitel werden eponymische zusammengesetzte anatomische Termini analysiert. Im fünften Kapitel werden die Ergebnisse der durchgeführten theoretischen Untersuchung zusammengefasst.
Die von N. Litevkienė durchgeführte Analyse litauischer und lateinischer zusammengesetzter anatomischer Termini ergänzt die Forschung zur medizinischen Terminologie und hebt Unterschiede und Gemeinsamkeiten der lateinischen und litauischen Terminologien hervor, die die Bildungstendenzen der Terminologie dieses Fachgebiets prägen und als Orientierung beim Verfassen von Anatomielehrbüchern sowie bei der Erstellung medizinischer Wörterbücher und anatomischer Atlanten dienen können.
Eingegangen am 13.11.2007
Aušra Rimkutė Lietuvių kalbos institutas P. Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius E. paštas [email protected]
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