Pastogė senovėje ir dabar
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Obdach in der Antike und heute
JONAS KLIMAVIČIUS
Institut für Litauische Sprache
Als die amerikanischen Astronauten ins Weltall aufstiegen, blickten sie nicht nur auf den Erdball, sondern suchten mit den Augen vor allem ihr kleines Stück Erde, von dem sie stammten und auf dem ihnen nahestehende Menschen lebten. Dieses Gefühl der Heimat durchdrang sie gerade im Weltraum sehr tief.
prof. Jiri Marvan
(Wissenschaftliches Litauen, 2008 11 7)
Kleidung ist eine Erweiterung unserer eigenen Haut, die unsere Wärme und Energie bewahrt und lenkt, während eine Behausung ein gemeinschaftliches Mittel für denselben Zweck einer Familie oder Gruppe ist. Das Haus als Obdach ist eine Erweiterung der Mechanismen zur Kontrolle der Körperwärme – eine kollektive Haut oder Kleidung.
Marshall McLuhan
(Wie man Medien versteht. Die Erweiterungen des Menschen, 2003, 128)
Das Entstehen, Überleben und Sich-Behaupten des Menschen (und schon des Vor-Menschen) in der Welt wurde unter anderem durch die Fähigkeit, den Hunger zu stillen, und durch einen Schutz vor Hitze und Kälte, vor wilden Tieren und … Artgenossen (der Gattung Homo sapiens) ermöglicht, denn die Vorstellung vom Nächsten entstand und verkörperte sich erst sehr viel später. Der Mensch beobachtete die Lagerstätten der Tiere, Feuerstellen, von ihnen und der Natur geschaffene Höhlen (es gab den Höhlenmenschen), Vogelnester und behalf sich so gut er konnte. Keine noch so fortschrittliche Archäoarchäologie der Zukunft wird jene von den Händen dieser frühen Helden der Natur geschaffenen Unterkünfte entdecken und ausgraben. Übrigens leben bis heute an den verschiedensten Orten der Welt Menschen in primitivsten Behausungen (oder verkommen zu einem vegetierenden Leben ohne Obdach auf Müllhalden, unter Brücken …).
Sehen wir uns also an, was die Sprachwissenschaft hier aufdecken kann.
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HAUS, SÜSSES ZUHAUSE
„A“ schon lange ein „A“-Laut Ich hörte, Ich sah – Als ich schon aussprach Und baute Das Wort „mAmA“. Und es war – ein hAus
Balys Sriubas (Dich lieben, 2006, 61)
Philosophisch betrachtet wäre die natürlichste und universellste Bezeichnung für die Unterkunft des Menschen Leben – 8. „Wohnort; Unterkunft, Zuhause; Wohnung; Zimmer“: Doch sein Zeugnis für ein hohes Alter reicht nur bis zur Postille von Mikalojus Daukša (1599): In meinem Vaterhaus gibt es viel Leben, und danach versinkt die Geschichte im Nebel der Jahrhunderte... Das Wort findet sich auch noch im Wörterbuch von F. Kuršaitis (gemietetes Leben), sogar bei J. Jablonskis (Wenn es ein möbliertes kleines Leben gäbe, wäre es besser). Leben 9., bereits bei K. Sirvydas belegt, obwohl es in der gesprochenen Sprache ganz sicher noch lebendig ist, wird im LKŽ III 1956 als veraltet (d. h. überholt) im Sinne von „Gehöft, Land, Wirtschaft“ gekennzeichnet: Leben an einem guten Ort und ein gutes Leben Skiršnemunė. Der Hausherr stirbt, und das Leben wird zum Gehöft Šatės. Im akademischen Wörterbuch ist es nirgends markiert, doch selbst für Sprecher der Standardsprache mit starkem Dialekteinschlag klingt Leben in Bedeutung 11. „Stockwerk“ bereits ziemlich amüsant: Er baute ein Haus mit zwei Leben Ėriškiai. Übrigens ist Leben in Bedeutung 5 im DŽ₁ 1954 und Leben in Bedeutung 4 „Stockwerk“ im DŽ₂ 1972 als umgangssprachlich gekennzeichnet, im DŽ₃ 1993 jedoch nicht mehr aufgeführt. Auch Wörter aus Kleinlitauen: gyvata 4. „Wohnort, Gehöft, Wirtschaft“ und gyvėnamoji. Übrigens gibt es ähnliche Bezeichnungen auch in anderen Sprachen – lett. dzīvoklis (Wohnung), russ. жилье, poln. mieszkanie, dt. Wohnung, engl. dwelling.
Hinsichtlich der Bedeutungsmotivation ist auch vieta recht ähnlich [vgl. altkirchenslaw. vitati „wohnen“ (russ. обитать und обитатель, außerdem обитель „Unterkunft, Ort“)] – 18. „Unterkunft, Zuhause, Wohnsitz“: Ein so kleines Plätzchen, dass die Bettchen hineinpassen Druskininkai (19. „Hof, Wirtschaft, Gehöft, Leben“: Von meinem Platz gehe ich nirgendwohin, nur auf den Friedhof Pilviškiai. Alle Gehöfte sind schon verschwunden, sie sind ins Dorf gezogen Griškabūdis) LKŽ XIX 1999. Übrigens bedeutet „Ort“ auch daiktas 3., und daiktas 4. „Wirtschaft, Gehöft“: Das ist ein hübsches kleines Gehöft: sowohl an einem schönen Ort als auch nahe der Straße Miroslavas (LKŽ II₂ 1969). Russ. место „Ort“ bedeutet in anderen slawischen Sprachen „Stadt“: poln. miasto, weißruss. места „Ort, Platz, Stadt“ (etymologisch mit lit. misti, maistas verwandt) – daraus stammt unser Lehnwort miestas.
Unsere Märchen beginnen oft mit dem Wort gyveno, russische mit жил был, doch unser būti bedeutet – 1. ‖ „wohnen“: Zu Hause, immer zu Hause, wie es war, so war es Ramỹgala.
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Dieve duok vienam gimti, ne vienam būti Miroslãvas (LKŽ I₂ 1968). Yra ir būnamas kambarys Skirsnemunė. Tarmėse – daugiausia žemaičių, bet ir vakarų aukštaičių, lietuvininkų – gyvas (arba būtas) butas 1. „gyvenamasis namas, troba, pirkia“: Aukšti butai – šalti barščiai (J. Brodovskio žodynas). Viduje miško stovėjo mažas butas Daukšiai (ir butelis „kampininkui skirtas namelis“ Slavikai, Žvirgždaičiai). Pastačiau butelį ant marių krantelio, kalbinau mergelę dvylikos metelių Pilviškiai (ir buta 1. „trobesys, namas; kambarys“ K. Sirvydo žodynas, M. Daukšos Katekizmas, S. Daukantas), 2. „bet koks pastatas, trobesys“; 3. „sodyba, buta, gyvenimas“ (ir buta 2. „ūkis, gyvenimas (su namais, žeme ir visu įrengimu)“), 4. „valstiečio trobos priemenė (ppr. su ugniakuru)“ (ir butukas). Bendrinėje kalboje butas gal tik prieš šimtmetį tapo „daugiabučio namo būstu“ (LKŽ I₂ 1968 butas 5. „namo dalis iš vieno ar kelių kambarių ir virtuvės“ nurodytas ne tik iš raštų, bet ir iš laikinosios sostinės Kauno!). Jurgio Šlapelio SNŽŽ 1907 buta, butas dar tarmiški – „namai, troba, rūmas“. Deja, jame nėra tada labai paplitusios, bet keistinos svetimybės kuatiera. Prie buto įvesdinimo į bendrinę kalbą daugiausia prisidėjo didieji kalbininkai Jonas Jablonskis ir Kazimieras Būga. 1918 m. Jablonskis rašė: ėmė nepaprastai belsti į mano b u t o duris J. Jabl R I 1932 212, mano b u t e krato J. Jabl R I 1932 213 [nežinia kodėl net po 10 metų atsiranda gyvenamasis butas J. Jabl R I 1932 289 (2x)]. K. Būga 1921. VII. 31 laiške Jurgiui Geruliui rašė: Kebliausia bus su b u t u (g y v e n a m a t r o b a). <...> <...>. Universito taryba turės pasirūpinti naujų b u t ų s t a t y – m u. – – – Aš net iki šiolei dar negavau sau b u t o ir priverstas esu gyventi net be tam tikro kambario kabinietu K. Būg RR III 1961 904. Prisidėjo ir žino-mi inteligentai, visuomenės veikėjai: Kaip praėjo gimnazijos mokslo metai? Menkai teatsimenu. I-je ir II-je klasėje k v a t i e r ą turėjau pas tūlą Jakob sienę prie Bažnytinės gatvės; pirmaisiais metais b u t o vyresniuoju-perdėtiniu buvo Petras Kriaučiūnas. <...> J. Basan MGK 1997 25. Netrumpą laiką butas buvo ne tik gyvenamoji, bet ir administracinė patalpa: „Lietuvių Draugijos“ butas J. Basan MGK 1997 282 (1916 m.); [1917 m.] apsigyvenau aš [Lietuvos aido] redakcijos bei administracijos bute (Benediktinų gatvėje Nr. 2) P. Klim Ats 1990 129; žodyno redakcijos bute (1923 m.) K. Būg RR III 1961 485, redakcijos bute K. Būg RR III 1961 486 [dar J. Jabl L 1985 60 (1922 m.); K. Būg RR III 1961 904 (1921 m.); J. Balč RR II 1982 265 (1921 m.)]. Labai būdinga priešprieša: Ir lankytis tekdavo nebe į jo puošnų g y v e n a m ą b u t ą, bet į v i s u o m e n i š k ą j į, <...> B. Sruog R VI 1957 550 (1946 m.). Jau ir butpinig iams apie 80 metų.
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Das žemaitische buveinė 1. „Wohn-, Aufenthaltsort“ (und buvainė 1. Dusėtos; 2. „Platz eines Gehöfts, Standort eines Wohnhauses“, ebenso buvainė 2.) kam vor 100 Jahren in der Standardsprache auf – „Ort des Aufenthalts, Wohnort“ SNŽŽ 1907, ebenso „Wohn-, Aufenthaltsort“, allerdings mit recht spezialisiertem Gebrauch, z. B.: Sitz einer juristischen Person (Rechtsspr.) DŽ₃ 1993.
In der gesprochenen Sprache gab es noch viel mehr passende Wörter, doch sie sind gewöhnlich mehrdeutig: būkla 3. „Wohnort, Sitz“ Miroslãvas, K. Jaunius; būklas 1. „Aufenthalts-, Wohnort, Sitz“ Panevėžys, Vaižgantas, A. Sabaliauskas–Žalia Rūta [bei K. Sirvydas auch „Sitz“ (Mädchensitz) und „Lager“ (Lager der Tiere, būklas)]; būklė 7. „Wohnort, Wohnsitz, Gehöft“ J. Brodovskis, P. Ruigys, Kalesniņkai, Marijámpolė; būvis 3. „Aufenthaltsort, Zustand, Wohnsitz“ F. Kuršaitis ‖ „Leben, Wirtschaft“ Schriften aus Kleinlitauen [und buvys, -ė Geistarai, Šunskai, būvys Vilkaviškis – „Einwohner“]; bu-vinys 4. „Aufenthaltsort, Zustand“ Vilkija; būtinė „Aufenthaltsort, Wohnsitz“: Hier ist mein Geburtsort, Aufwuchsort und Aufenthaltsort Wörterbuch von A. Juška, ebenso Vilkaviškis, Geistarai, Kazlų Rūda; ¹būtuvė 2. „Wohnsitz“: Ich habe weder eine Wohnstätte noch einen Ort, an den ich zurückkehren könnte, nichts Šatės (būtuvė 1. „Haushalt, Leben“ Lazūnai) LKŽ I₂ 1968.
Auch in der Standardsprache wurden weitere Wörter gebildet. Die Neubildung buoykla „Sitz, Wohnsitz“ aus dem Wörterbuch von A. Juška hat sich nicht durchgesetzt. Būstas „Unterkunft, Zuhause, Wohnung“ ist vermutlich eine Neubildung von J. Jablonskis (siehe J. Jabl R I 1932 22, 31 (1893)), möglicherweise nach S. Daukantos būstinė gebildet, und wurde von J. Šlapelis in SNŽŽ 1907 empfohlen: būstas – „Platz im Haus, Leben, Quartier“ (kvatera – nicht belegt) und lange Zeit in Wörterbüchern knapp definiert als „Unterkunft, Zuhause, Wohnung“: Unterkunft einer Schule, eines Theaters DŽ₁ 1954, Unterkunft der Wache DŽ₂ 1972; im DŽ₃ 1993 steht es ohne Belegbeispiel – erst jetzt hat es seinen eigentlichen Platz gefunden und wurde zu einem Wort für einen Oberbegriff (Hyperonym): „ein separates Wohnhaus oder eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus oder Wohnheim“. Nur der Ausdruck Wohnunterkunft (der sogar sehr störend häufig vorkommt) ist überflüssig, denn welche andere Art sollte es geben – das ehemalige Bischofsquartier J. Jabl R I 1932 31 (1893) oder die Redaktionswohnung K. Būg RR III 1961, 485 sind längst entweder zu einer būstinė (Neubildung von S. Daukantas, auch von J. Jablonskis verwendet) geworden: „Ort, an dem jemand seinen Sitz hat, sich gewöhnlich aufhält oder wohnt“ LKŽ I₂ 1968; „Ort, Raum, an dem sich jemand vorübergehend aufhält“: Hauptquartier des Militärbefehlshabers, Wach- oder Wahllokal DŽ₃, oder zu der bereits erwähnten buveinė (diese beiden Wörter stehen miteinander in Konkurrenz).
J. Jablonskis’ bendrabutis LKŽ I₂, ebenso sein viešbutis (J. Jabl R I 1932 3 (1884)) – der im LKŽ XIX 1999 angeführte Satz aus der Aušra (1884 273) stammt von Jablonskis. Anfangs war viešbutis lange Zeit nicht von viešnamio 2. (Vilniaus žinios 1904 1) und viešnamių (Aušra 1885 49) unterschieden (viešnamis bedeutete auch 1. „Gasthaus,“
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„Herberge“, deutlich später – 3. „Bordell“ LKŽ XIX 1999; ein Bordell gibt es nicht DŽ₁₋₄). Im erwähnten SNŽŽ von J. Šlapelis 1907: viešbutis – hotelis, gostinica. So konkurrierten und differenzierten sich vor etwa 100 Jahren in der Standardsprache die Begriffe Leben, Wohnort, Wohnung, Unterkunft, Sitz, Domizil / Wohnstätte. Das 1917 in Kaunas vom Verteidigungsministerium herausgegebene KarŽ (nicht angegeben, aber bekannt ist, dass es Petras Ruseckas erstellt hat) unterscheidet bereits recht gut: būstas – квар-тира въ войскахъ, помѣщение (aber помѣщение – bustas, b ū s t i n ė), butas – жилье, квартира (und butininkas – квартирмейстеръ), būstinė – жительство (о жительство – gyvenamoji vieta, būstinė), buvainė – мѣстопребывание. Im zivilen Leben war būstas lange gleichsam überflüssig. Im SNŽŽ von 1924 findet sich Unverletzlichkeit der Wohnung – „das Recht, ein fremdes H a u s o d e r e i n e W o h n u n g nur mit Zustimmung des Hausherrn oder auf Anordnung eines Gerichts betreten zu dürfen“. Mit der Zeit änderte sich dies. Butas blieb 1. „Teil eines Hauses mit mehreren Zimmern und Küche“ DŽ₁ 1954 („mit einem oder mehreren“ DŽ₂ 1972 und DŽ₃ 1993). Būstas war ziemlich lange recht unbestimmt – „Obdach, Haus, Wohnung“: Unterkunft der Schule, des Theaters DŽ₁ 1954, DŽ₂ 1972 – Wachunterkunft (vgl. LKŽ I₂ 1968: Schade, dass unser Kunstverein keine feste Unterkunft hat rš. Den Schulen mangelt es oft an geeigneten Unterkünften rš.), und LKŽ I₂ 1968: Aus der Wachunterkunft waren Schreie zu hören rš. (DŽ₃ – bereits ohne Belege), obwohl DŽ₁ 1954 bereits ähnlich auch būstinė definiert – „Ort, an dem jemand sich aufhält oder wohnt“: Unterkunft des Militärs, Theaters, der Studenten.. Später wird būstinė genauer abgegrenzt – „Ort, Räumlichkeit, an dem sich jemand v o r ü b e r g e h e n d aufhält“: Quartier des Militärbefehlshabers, Wahllokal DŽ₂ 1972; DŽ₃ 1993 fügt noch Wachquartier hinzu. Da sich būstinė deutlich von būstas abgrenzte, unterschied sich auch būstas stark von der Wohnung: Heute, nach Wiedererlangung der Unabhängigkeit, bezeichnet būstas die Wohnräumlichkeit einer Person oder Familie – Haus, Wohnung, Zimmer in einer Wohnung oder im Wohnheim: dweling – būstas (Haus, Wohnung usw.) V. Bit MokALTŽ 1998, Wohnkostenzuschuss, Wohnbeihilfe SocApsTŽ 1999. Leider hinkt das seit 1993 nicht mehr aktualisierte DŽ hinterher: būstas – „Haus, Wohnung, Obdach“ DŽ₄ 2000, DŽ₅ 2003, DŽ₆ 2006. D i e W o h n u n g d e s M e n s c h e n i s t u n v e r l e t z l i c h. Ohne Zustimmung des Bewohners darf die W o h n u n g nicht betreten werden, verkündete die Verfassung der wiederhergestellten Republik Litauen (Art. 24). Es gibt auch ein Wohnungsprogrammgesetz. Es gab ein Wohnungsdepartement des Ministeriums für Bauwesen und Städtebau. Der W o h n u n g s b e s t a n d, der etwa 1 Million 306 Tausend W o h n u n g e n und etwa 1 Tausend W o h n h e i m e umfasste LA 1999 144 11, wurde zum Wohnungsfonds. Eine Zeitung schreibt beispielsweise, in Dänemark gebe es einen Wohnungs- und Bauminister LA 1995 182 3. Aber... Sofort ist man ins Stolpern geraten – beim Wort būstas, wie einst bei butas, begann man, ihm ein völlig unpassendes Beiwort wie einen Sattel einer Kuh anzuheften: wohnlich, z. B.: 69,3 Prozent der Befragten leben in Mehrfamilienhäusern
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Häusern. Interessanterweise stimmt diese Zahl fast mit einem Indikator wie der Eigentumsform der Wohnung überein – 68 Prozent der Befragten wohnen in Wohnungen, die dem Staat gehören. Nur 8 Prozent der Befragten sind Eigentümer ihrer Wohnunterkunft LA 1995 107 9; Verbesserung der Wohnunterkunft LA 2000 35 1; Mangel an Wohnunterkünften Dnvd 2000 5–8 13.
Schließlich sollten Hauptsitz und Sitz. Sitz deutlicher unterschieden werden. „Sitz“ ist ein lebendiges samogitisches (und niederlitauisches) Wort – 1. „Wohnort, Aufenthaltsort“, 2. „Stelle eines Gehöfts, Bauplatz“ (3. „Leben, Dasein, Haushalt“ in Skišnemunė), LKŽ I₂ 1968. Obwohl auch Hauptsitz in LKŽ I₂ 1968 als „Ort, an dem sich jemandes Unterkunft befindet, wo jemand ständig anwesend ist und wohnt“ erklärt wird, mag dies doch nur für den Schöpfer dieser Neubildung, S. Daukantas, gegolten haben; Wahllokale widerlegen dies. Im Sprachgebrauch werden die Wörter noch verwechselt, zum Beispiel: Nachdem die FSBK lange Zeit keinen eigenen Sitz hatte, verfügt sie nun über kleine Büros in Prag, Warschau und Den Haag sowie über ihren Hauptsitz in Wien LA 1994 195 6. V. Bit unterscheidet in MokALTŽ 1998 recht klar: house – Haus, Gebäude; Sitz; office – 2. Hauptsitz, Büro; headquarters – Stab, Hauptsitz; compaign headquarters – Wahlkampfzentrale. Ein Sitz ist eine Residenz: residence – 2. Sitz, Residenz (1. Wohnort; <...>) V. Bit MokALTŽ 1998. Übrigens bedeutete Residenz schon in SNŽŽ 1907 „Leben und Wohnort eines Königs, Fürsten oder sonstigen hochgestellten Würdenträgers, Sitz“ (und der Sitz selbst „Ort des Aufenthalts, Wohnort“); TŽŽ 1936: „Sitz; <...> Wohnort“.
Wird eine Unterkunft unter Angabe der Adresse in das Wohnungsregister aufgenommen, verwendet man den Begriff Wohnort.
Als man stolz von der weiten Heimat sprach, die ein Sechstel der Weltfläche umfasste, und sang: Und weit ist unser Heimatland, entstand auch der merkwürdige Ausdruck Wohnfläche, der sogar die Lexikografen dazu brachte, eine eigene Bedeutung für Fläche anzusetzen – 3. „für einen bestimmten Zweck vorgesehener Ort“ DŽ₁ 1954, DŽ₂ 1972, DŽ₃ 1993. Dabei sind sowohl eine Unterkunft als auch ein Mensch dreidimensional¹. Ganz ohne Überheblichkeit wurde dies in B. Pasternaks Nobelpreisroman Doktor Schiwago festgehalten: „Aber vorerst ist es in den Zimmern sauber. Jetzt nennt man das Wohnfläche“ B. Past DŽ 1991 177. Den arbeitenden Bewohnern werden wir eine andere Wohnfläche zur Verfügung stellen, <...> B. Past DŽ 1991 213. Engl. flat bezeichnet nur eine Wohnung, deren sämtliche Zimmer auf derselben Etage liegen ALKŽ 1975, während jene Wohnfläche – living / dwelling space (space – Raum,
1 Übrigens strebten der deutsche Faschismus und Nationalsozialismus nicht nach Fläche, sondern nach Lebensraum – denn diese von dem deutschen Ethnografen Fritz Ratzel noch vor 1890 aus der Biologie in die politische Geografie übertragene und vom Geografen Karl Ernst Haushofer zum grundlegenden geopolitischen Begriff gemachte Idee – Lebensraum – führte Hans Grimm 1926 in seinem Roman Volk ohne Raum (Tauta be erdvės) in die aktuelle Politik ein (Kopaliński 2001).
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vieta; o plotas – area); floorspace LAKŽ 1991, būstas – lodging, dwelling, apartment, room LAKŽ 1991. Dar keisčiau – nors augimo akceleracija siekė apie 15 cm, būsto aukštis sovietijoje nuo 3–4 m smuko iki pustrečio. Kareivinės aukštesnės, bet ten tame pačiame plote buvo guldoma ir dviem, ir net trim aukštais... Prisiregistravimo ir ploto 1 asmeniui norma ne ką viršijo kapo plotą... Daniilo Charmso fiksuota: Reikėtų, kad visi savo gyvenamajame plote gulėtų D. Charms N 1998 116. Tai buvo tikra sovietinė kova dėl būvio – dėl mažyčio plotelio plačiojoje šalyje. Mūsų daug, o vietos maža K. Bagd VDP 1973, – apibūdino rašytojas Kazys Bagdonavičius humoris-tikos knygoje Vargas dėl ploto. Vėliau rašytojas Rimantas Černiauskas rašė: Stoviu eilėje [buto, o ne apelsinų] 104-tas ir gyvenu pilnakraujį gyvenimą. Rūpestis dėl gyvenamojo ploto keldavo skausmus širdies plote. O kai žmonės pasigavo pasakymą neturiu gyvenamojo ploto, butų skyrimo taisyklėse atsirado melaginga formuluotė gerinti buto sąlygas, anksčiau taikyta tik tiems, kurie jau turi butą, bet turi teisę gauti ir geresnį, didesnį. Dar keistenybė – tame gyvenamajame plote buvo naudingasis plotas, į kurį neįėjo prieškam-baris, virtuvė, vonia, tuvaletas, balkonas (balkonai).
Die Jugend verschaffte sich unbekümmert diese Fläche – allerdings keine Wohn-, sondern eine freie Fläche – für Geburtstagsfeiern und andere Zusammenkünfte – unter sich, ohne Eltern, aber... mit Folgen. Das nannte man plotavoti M 1985 1 22. Die Zeitungen schrieben darüber, die Wörterbücher erfassten es leider nicht.
Auch Schriftsteller und Kulturschaffende zerbrachen sich über eine andere Art von Fläche den Kopf – über den Raum für Presse und Verlagswesen, zum Beispiel: <...> Die Herausgeber des zweiten Bandes räumten V. Montvila „Raum“ ein, doch M. Sluckis und Alf. Bieliauskas gingen leer aus Prg 1983 12 121. <....> P. Cvirka war ein gewaltiger Raum gewidmet: monografische Kapitel im zweiten Teil des dritten Bandes und im vierten Band. Man musste sich mit einem bescheideneren Raum begnügen Prg 1983 12 123. <...> Sie verfügen jetzt über wirklich genügend Raum, um sowohl ihre publizistischen und essayistischen Überlegungen als auch ihre literarischen Werke zu veröffentlichen L ir M 1986 29 4. Warum Fläche und nicht einfach Platz?
Hat sich seit den Jahren des Wiedererwachens und der Wiedererlangung der Unabhängigkeit etwas geändert? Ja und leider auch nein. Ganz verständliche Verbindungen sind Fläche für Ausstellungen, Expositionen, Stände, Werbefläche, aber warum die Fläche eines Computers [10 Megabyte]? LA 1997 240 2. Verständlich sind die Verkaufsfläche eines Geschäfts, die Fläche von Arbeitsräumen, aber warum der Kampf um Flächen in der Altstadt R 1990 60 5, Fläche für eine Apotheke und nicht Grundstück, Standort? Ein wenig Neues findet sich schon, aber bei näherem Hinsehen kehrt man zum Alten zurück, zum Beispiel: Das gesamte Lebensumfeld wird von rivalisierenden Gruppen eingenommen, <...>. <...>. Der gesamte Lebensraum der Jugend wird schlicht und einfach vereinnahmt, und wir beginnen wieder zu...
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finden wir die Möglichkeit, wir selbst zu sein und in unserem Alltag einen freien R a u m zu haben, gleichsam eine tarkowskische Z o n e, in der wir unseren eigenen Wünschen aufrichtig nachgehen können LA 1994 194 15.
Der sowjetische Wohnraum hielt sich in den ersten Jahren sehr hartnäckig, zum Beispiel: die Frage des B a u s v o n W o h n r a u m <...> VlnL 1991 21 1, muss mit W o h n r a u m versorgt werden LA 1992 13 6, der S e k t o r W o h n r a u m LA 1994 224 13. Selbst auf der Alltagsebene: Eine Witwe aus Vilnius, <...> hat Wohnraum. Ich würde gern Bekanntschaft machen. 1992 wurde sogar das Gesetz über die Versorgung der Einwohner mit Wohnraum verabschiedet. Der Wohnraum folgte dem Wohnheim, zum Beispiel: Die Menschen wenden sich ständig mit den verschiedensten Fragen an uns. Eines der dringendsten Probleme ist das W o h n u n g s p r o b l e m. <...> Die Bewohner der an die Eigentümer zurückgegebenen Häuser müssen mit W o h n r a u m versorgt werden, – heißt es in dem Artikel Das dringendste Problem – die W o h n u n g LA 1995 101 17. Und als die Wohnung aufkam, hielt sich daneben auch der Wohnraum, zum Beispiel: Die LDDP vertritt den Grundsatz, dass die W o h n u n g ein nationaler Wert und eine nationale Priorität, eine Garantie für die Existenz und das Überleben des Volkes sowie eine Voraussetzung für die volle Entfaltung der Familie ist, <...>: Die LDDP verspricht, Projekte zur Versorgung junger Familien mit W o h n u n g e n vorrangig zu unterstützen. <...> Es gab Vorschläge, für diejenigen, die s i c h W o h n r a u m b a u e n, die Mehrwertsteuer abzuschaffen LA 1996 186 3. Die Zeitungen haben sich das Errichten dieses Wohnraums ausgedacht. Wenn man von der Größe und dem Preis einer Wohnung (pro 1 m²) spricht, ist Fläche gemeint, dann muss es Wohnfläche heißen. Selbst heute wird aus der Sejm-Kanzlei noch der Ausdruck Wohnraum verbreitet LŽ 2008 241 1.
Im Grunde ist die Bezeichnung Wohnräume nicht zu beanstanden, aber wenn es bereits den Begriff Wohnung gibt, wird jene Bezeichnung überflüssig.
Etymologisch ist zunächst das indogermanische Wort namas. In der grundlegenden Monografie von Tamaz Gamkrelidse und Wjatscheslaw Iwanow Indoeuropäische Sprache und Indoeuropäer (1984, 1332 S.) werden „Wohnstätte“, „Siedlung“ der Tradition gemäß nicht als Gebäude oder Siedlung, sondern als Einheiten der sozialen Organisation – Verwandtschaftsverbände – verstanden. Das litauische namas unterscheidet sich durch den Laut n von allen indogermanischen Sprachen, die hier einen Konsonanten d haben – altindisch dāma-, griechisch dómos, lateinisch domus, altkirchenslawisch domǔ. Das könnte ein einfacher Lautwandel sein – in diesem Fall erinnert man an namudaris <*damudaris, doch ist dieses Wort wahrscheinlich verhältnismäßig neu – eine Neubildung von K. Sirvydas; darauf deuten auch seine Variante namudarytojas und das völlig offensichtliche Beispiel dieser Neubildung hin – das danebenstehende lateinische aedificator in K. Sirvydas’ Wörterbuch. Daher wird durchaus begründet eine andere Herkunft von namo erwogen, zumal es nicht an Belegen mangelt – griechisch nómos / nomé „Weide; Herde; Futter; Siedlung“, nomás, -ádos / nomeús „Hirte“, némein „weiden;
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herrschen; wohnen“, nėrnomai „sich ernähren; wohnen, sein; herrschen“. Diesen Weg ging weiter der Germanist Vytautas Balaišis – er verband namą mit Nemunas (vgl. griechisch nemos und lateinisch nemus „Wäldchen, Buschland mit Weiden“). Hier ist hervorzuheben, dass Synonymie in diesem Bereich in den indogermanischen Sprachen seit alters her bestand, zum Beispiel die größere Einheit als namas – viešė (ihr Herrscher ist vieš-pats), aber auch sala (russ. село); die Umfriedung eines namas oder einer viešė / salos heißt gardas, und was umfriedet ist, heißt gardas (russ. город), aber auch pilis (griech. polis), gotisch baurgs (dt. Burg), altenglisch dūn (engl. town). Unklar ist, weshalb die Etymologen die Viehhaltung in der niederlitauischen numo gyvuliškumą: Numas yra tyčiomis budavotas dėl gyvulių su dum galum, aplubotas; vienam gale stovi raguočiai, o antrame arkliai, o vidu ugnis kūrenas par šaltį, par speigą (Wörterbuch von A. Juška, LKŽ VIII 1970), vgl. num(o)galis „Ende eines alten Hauses, in dem das Vieh gehalten wird“. Nicht zufällig entstand die Bedeutung namas 4. „Viehstall“ K. Sirvydas’ Wörterbuch, Šiauliai, Šeduva, Surviliškis, Ramygala, Panevėžys. Es entstand eine Unterscheidung: Für Menschen die Stube, für Vieh der Stall, numas (Wörterbuch von A. Juška, LKŽ XVI 1995). Im Atlas der litauischen Sprache ist das Wort namas nur in der Bedeutung „Viehstall“ kartiert, während namas als Bezeichnung für ein Wohnhaus als „seltener (wahrscheinlich neuer), kein zusammenhängendes Gebiet bildender (genauer gesagt, fast im gesamten litauischen Sprachgebiet vorkommender) und deshalb nicht kartierter“ Ausdruck bewertet wird (Atlas der litauischen Sprache. I. Lexik, 1977 34).
Namas bedeutet zunächst 1. „Wohnhaus oder irgendein anderes Gebäude“. In alten Schriften und Dialekten hat namas auch eine eigene Variante – den Plural namus (mit Singularbedeutung!). Und überall haben namai auch ihre besondere Bedeutung – 2. „ständiger Wohnort“. So baut sich ein Mensch ein Haus, das Haus steht, stürzt ein, das Haus ist solide, schön und hat ein Mansardgeschoss (namas – Gebäude), doch wohnt er und tut etwas zu Hause, hält sich daheim auf, geht aus dem Haus, kommt (nach Hause) heim, sehnt sich nach seinem Zuhause, besucht sein Zuhause. Man kann nicht in einem eigenen Haus wohnen, sondern in einer Wohnung (in einem Mehrfamilienhaus) oder in einem Wohnheim, doch das ist sein Zuhause, dort ist er daheim. Beachtenswert ist noch eine weitere Nuance: mein Zuhause und sein Zuhause, ich bin daheim und er ist daheim, ich gehe nach Hause und er geht nach Hause, aber ich gehe zu ihm nach Hause (und nicht heim), ich bin bei ihm zu Hause (und nicht daheim). In den Bedeutungen 2. „Familienwirtschaft, Gehöft“ und 3. „Familie, Menschen, die zusammenleben“ werden in den Dialekten sowohl namas als auch namai verwendet (auch in alten Schriften), doch der Systematik nach wäre für die Standardsprache nur namai passend (anders als im LKŽ VIII 1970).
Indogermanischen Ursprungs ist, wenn auch in geringerem Maße, auch troba (dialektal auch trioba) – 1. „Wohnhaus, Bauernhaus“, 2. „Raum in einem Gebäude, Zimmer“ || „zusammenlebende Menschen, Familie“ (ferner trobesys, trobesys, trobesis sowie triobesys, triobesis, triobės, triobėsys „irgendein Wirtschaftsgebäude“ und trobos, triobos – „alle eines Gehöfts
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Gebäude, Gehöft“) LKŽ XVI 1995 – vgl. gr. térəmnon / tĕramnon „Haus, Wohnung“ (davon entlehnt russ. ме́рем „Palast; Burg, Turm“, lat. trab(e)s „Balken, Wandstamm, Balkenwerk; Stamm, Baum; Schiff; Dach, Obdach, Hütte; Tisch“, osk. triibum „Haus“, umbr. torba / turba „Speicher“, altkimbr. treb „Haus“, althochdeutsch dorf „Dorf“.
Nicht indoeuropäisch und nicht einmal baltisch, sondern ausschließlich litauisch ist das südaukschtaitische pirkia. Litauisch ist auch das im nordwestlichen Aukschtaitischen und in einem angrenzenden östlichen Aukschtaitischen Gebiet vorkommende šlãjus.
Damit enden die indoeuropäische litauische Vergangenheit und die Reinheit. Die Slawen brachten auch gryčia, seklyčia, pakajus / pakajus auf (obwohl K. Sirvydas sie noch vermied: pokoy, budowánie – penetrale, conclaue – giwenimas, buta SD 1642), die Deutschen – bakūžė, stubą (stubas), rūmą (in einem beträchtlichen Gebiet des östlichen Aukschtaitischen ein gutes „Wohnhaus“), aus romanischen Fernen drängten sich über die Polen das vornehme palocius, stancija auf. Gryčia, seklyčia, stubas behalten wir wegen ihrer historischen (nicht indoeuropäischen) und regionalen Färbung für ethnografische Realität und folkloristischen Sprachgebrauch; rūmai bedeutet in der Standardsprache „repräsentatives Gebäude oder eine bestimmte Institution“. Die übrigen (auch die hier nicht erwähnten selteneren) werfen wir auf den Misthaufen – schließlich sind wir Indoeuropäer und erinnern uns sowohl an ihre Ursprache als auch an die reine litauische Vergangenheit.
KOMFORT IN PENTHÄUSERN UND FANTASIEN IN LOFTS
In jüngster Zeit kamen aus aller Welt die vornehmen Wohnsitze.
Schon J. Šlapelis’ SNŽŽ 1907 definiert rezidencija als „Wohnsitz, Wohnort, Aufenthaltsort eines Königs, Fürsten oder sonst einer hochgestellten Persönlichkeit“. Und auch heute, hundert Jahre später: residence – 1. Wohnort, Aufenthaltsort, 2. Residenz ArchŽ 2004. In Übersetzungen findet sich statt Wohnsitz unnötigerweise Residenz, zum Beispiel: Tausende Spanier und Hunderte Ausländer befürchten, dass der Staat ihre Küstenresidenzen beschlagnahmen wird, weil er die Küstenzone vor Bebauung und Verschmutzung schützen will Sav su TV 2008 43 4. Reziduoti bedeutet „an einem bestimmten Ort leben (von hochgestellten Personen)“ TŽŽ 1936, während rezidentas, früher ein bestimmter Diplomat, Vertreter einer Metropole oder Geheimdienstbeauftragter, heute jeder Einwohner sein kann, der kein Bürger des betreffenden Landes ist.
Schon seit 100 Jahren gibt es auch apartamentas – (fr.) „große, schöne Wohnung, Quartier“ SNŽŽ 1907, (pr.) „Reihe von Zimmern einer großen Wohnung“ TŽŽ 1936, „große luxuriöse Wohnung oder Hotelzimmer“, chamber 1. – Apartments, Zimmer – „ein für das private Leben genutzter Raum“ ArchŽ 2007. Warum wird diesem Wort sogar in der Architektur der Singular genommen? Und warum muss man ihm das Attribut Wohn- ankleben: Wohngebäude mit Apartments und Büros (Vd 2007 31 10)?
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Residenz (auch Residenzschloss) und Apartments – ohne litauische Entsprechungen. Immer noch besser als rūmai oder pakajus …
ArchŽ 2007 will aus unerfindlichen Gründen auch den Litauern die römische Villa aufdrängen (obwohl es ländliche und städtische Villen unterscheidet) – engl. villa 2. „heutzutage ein luxuriöses Wohnhaus oder Sommerhaus in den Vororten oder außerhalb der Stadt“ (ist denn vasarnamis nicht ebenfalls ein „Wohnhaus“?), während bower – 1. Sommerhaus – „ein kleines ländliches Haus an einem malerischen Ort“ bedeutet. Und ArchŽ 2004 will ebenfalls nicht zwischen Römern und Litauern unterscheiden: villa – Sommerhaus, Villa – sowohl die römische (auf dem Land) als auch „später eine Sommerresidenz in Vororten oder am Meer“; heute „ein freistehendes Haus städtischen Typs mit angrenzendem Garten“; manchmal „in Erholungsgebieten“. Vermutlich sollte man vasarnamis (ausführlicher siehe GK 2003 10 10–11) nicht mehr als „Haus für den Sommerurlaub“, sondern als „Sommerhaus“ verstehen, das nicht nur für den Sommerurlaub, sondern auch zum sonstigen Verwöhnen fern der Stadt geeignet ist.
Natürlich ist es nicht leicht, für alles litauische Entsprechungen zu finden. So ist auch bungalow – Bungalow im englisch-litauischen Teil von ArchŽ 2004 als „eingeschossiges Landhaus mit Veranda“ aufgeführt, während im litauisch-englischen Teil bungalas – bungalow und vasarnamis – bungalow, gazebo steht, während gazebo – 1. Türmchen (auf dem Hausdach), Belvedere, 2. Sommerhaus: von dort bietet sich ein Blick in die Ferne.
Und noch ein Sommerhaus – cottage (auf dem Land) und country-cottage, außerdem vasarbutis – summer cottage LAKŽ 1991. ArchŽ 2007 definiert cottage ornė, ferme ornée – kotedžas als „kleines aus grob behauenen Steinen oder Baumstämmen errichtetes L a n d h a u s vom Ende des 18. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts“; unbedingt hinzuzufügen: in England. In Litauen entstanden ähnliche Gebäude viel später, doch auch dort wurden bereits in Litauen Cottages Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut. Das bekannteste Beispiel ist die sogenannte Kolonie des Bankiers J. Montvila in Vilnius, am Lukiškių-Platz (1911, Architekt A. Kleinas u. a.). Nach dem Vorbild der e n g l i s c h e n C o t t a g e s errichtete man die W o h n h ä u s e r des Pferdeknechts und anderer Angestellter des Gutshofs Žagarė (Ende des 19. Jh.), das S c h l o s s g u t h a u s von Šešuolėliai (1900, Architekt T. Rostworowski) VLE X 2006. In Kaunas, Panevėžys und anderen Städten gibt es viele W o h n h ä u s e r v o m C o t t a g e - T y p; nach dem Großen Vaterländischen Krieg (besonders ab 1955) wurden sie auch in ländlichen Siedlungen errichtet TLE II 1986. Doch das Wort kotedžas wird von Architekten und Bauleuten erst jetzt verbreitet: cottage – Cottage – „Einfamilienhaus. Die Zimmer sind auf zwei Stockwerke verteilt: im ersten befinden sich gewöhnlich Wohn- und Wirtschaftsräume, im zweiten die Schlafzimmer. Die Treppe liegt im Hausinneren. Häufig gehört zum Haus ein Grundstück“ ArchŽ 2004. Kotedžas klingt sehr fremd und wird ohne Not gebraucht; die angebotene Entsprechung pilaitė ist (GK 2003 10 11–12) gut begründet und wird (in nichtformellen Sprachstilen) verwendet. Doch die Architekturwörterbücher versuchen, abzu…
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und auch eine andere kleine Burg: castellet – 1. pilaite – „kleine Burg“, obwohl es keine Burg ist: castle – kastėlis 1. „Burg mit Wall (Befestigungsanlage)“ (z. B. – die Burg Medininkai!), 3. Residenz des Herrschers, Palast, während castellum – 1. befestigter Marktflecken ArchŽ 2004; château – Burg, Palast, aber nur in Frankreich, ebenso chatelet – kleine Burg, während es in anderen Ländern (oder nur in England?) castle – 2. „Residenz eines Königs oder Adligen mit Befestigungsanlagen“ bedeutet, und peel, pele – kleine Burg „im mittelalterlichen Nordengland und Schottland ein kleines militärisches Verteidigungsbauwerk, meist ein niedriger befestigter Turm, der zum Wohnen geeignet ist“; doch castellum – Kastell „eine kleine befestigte Siedlung oder ein Fort, umgeben von Gehöften“ ArchŽ 2007.
Also muss die kleine Burg noch ihren Platz im Terminologiesystem finden; manches muss auch neu geschaffen werden (Gärtchen, kleine Festung), manches mit zweiteiligen Bezeichnungen benannt werden (Burg mit Wall, Palast des Herrschers und des Adligen, befestigter Marktflecken, befestigte Siedlung, Wohnturm)...
Nicht vergessen sollte man auch die in Litauen verbreitete Realität des Gartenhäuschens (Gartenhauses) sowie das Alytus-Häuschen / Alytus-Haus in Siedlungen und anderen Orten.
Die Teile des alten Hauses waren einheimische Wörter – Fundament, Wand, Balken, Decke, Fußboden, Dach, Tür, Fenster, Schwelle, Vorhalle, Vorbau, Vorhäuschen, Flur, Stockwerk; eine Neubildung ist Küche. Fremden Ursprungs sind Kammer, Zimmer, Gänge (nicht normgerecht: = Vorhalle). Die Teile des modernen, vornehmen Hauses sind vielfach Internationalismen – Veranda, Korridor, Vestibül, Halle, Foyer, Saal, Balkon, Loggia (wobei Loggia auch „offene Arkadengalerie, an ein Gebäude angebaut oder freistehend, <...>“ bedeutet, ArchŽ 2004; ebenso Vd 2008 23 78, 50 12). Sogar in einem Zug oder auf einem Schiff gibt es: tambour / tambur – Tambour 3. „kleiner Raum neben einem Zimmer, der vor kalter Luft oder Wind schützt“ ArchŽ 2004. Aber das ist doch einfach ein Türvorraum (obwohl DŽ₃ 1993 prieduris 1. „Platz bei der Außentür“, LKŽ X 1976 – „Platz bei der Tür“: Er stand im Türvorraum und wagte nicht hineinzugehen ‖ „Bereich des Zimmers bei der Tür“ Radviliškis ‖ „Bereich der Scheune bei der Tür“ Krinčinas, Šeduva, Surviliškis, Grūžiai; auf der Außenseite – Außentürbereich, dazwischen – Türzwischenraum). Etwas anderes ist Tambour 4. Architektur: „runde oder polygonale Basis einer Kuppel“ TŽŽ 1985, TŽŽ 2001; dafür gibt es aber Trommel: tambour / būgnas 2. „Basis einer Kuppel“ ArchŽ 2007. Halle – warum nicht Vorzimmer? Für den Festsaal (aber nicht nur dafür) eignet sich der Vorraum. Lassen wir Halle, Foyer und Vestibül den Palästen.
Der Salon im Haus lässt sich gut durch die Neubildung Wohnzimmer ersetzen (es gibt sie auch im Internet), doch es gelang nicht, Wohnzimmer (2.) für jeden Salon oder gar (3.) jedes Hotel (LKŽ XIV 1986) zu verwenden.
Das viele Schwierigkeiten verursachende polnische Lehnwort sálka wurde nicht mehr durch Dachzimmer oder Oberstübchen ersetzt (LKŽ XII 1981), sondern durch den Internationalismus Mansarde TT 1992. Mansarde ist nicht
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einfach nur ein Dachboden oder Dachraum, sondern ein Dachbodenzimmer, ein Kämmerchen oder eine ganze kleine Wohnung, aber das ist natürlich kein Architekturterminus.
Sehr unterschiedliche Formen hat das Mezzanin – „Halbgeschoss eines niedrigen Wohnhauses (über dem mittleren Teil des Hauses)“ TŽŽ 2001, mezzanine / entresol – 1. „niedriges Geschoss oder Halbgeschoss, das über dem mittleren Teil eines niedrigen Wohnhauses errichtet ist. (...)“; 2. „in einem mehrgeschossigen Gebäude Δ – niedriges Geschoss zwischen den Hauptgeschossen, gewöhnlich auf einer Seite angeordnet“ ArchŽ 2004, mezzanine, entresol – „niedriges Geschoss eines Gebäudes, meist das oberste“ – Mezzanin, Halbgeschoss ArchŽ 2007. Somit ist ein Mezzanin nicht nur ein Halbgeschoss, sondern könnte auch ein Zwischengeschoss sein (vgl. griech. mesos – sowohl mittel, mittlerer als auch zwischenliegend) und ein Aufgeschoss, Oberhaus (es wird nicht über, sondern auf etwas! errichtet) – es gibt viele Entsprechungen, aber keine einzige trifft wirklich.
Ähnlich lassen sich die Entsprechungen des Internationalismus Flügelbau „seitlicher Anbau eines Hauses oder separates Gebäude im Hof eines Gutshofs“ TŽŽ 2001 beurteilen: annex – Anbau, Flügel, Seitenflügel ArchŽ 2004, annex, annexe – Flügel, Seitenflügel, Anbau – „Hilfsgebäude, das an das Hauptgebäude angebaut ist“ ArchŽ 2007, extension – Flügel, Seitenflügel, Anbau ArchŽ 2007, wing – Flügel – „seitlicher Teil eines großen Gebäudes, Gebäudetrakt, Flügel“ ArchŽ 2004, wing – Flügel, Seitenflügel – „Gebäudeteil, der vom Haupttrakt abzweigt oder an ihn angebaut ist; seitlicher Anbau“ ArchŽ 2007. Anbau passt hier überhaupt nicht; eine Ähnlichkeit mit einem Flügel besteht zwar, aber auch Flanke – Flügel. Es gab andere Entsprechungen – Seitengebäude, Seitenhaus; Anbau: Flügelbau – „Anbau an ein Haus oder kleines Gebäude im Hof hinter größeren Häusern; Seitengebäude“ TŽŽ 1936, Flügelbau – „seitlicher Anbau an ein Gebäude oder kleines Gebäude im Hof hinter großen Häusern; Seitenhaus, Seitengebäude“ DŽ₁ 1954. Anbau bedeutet in J. Brodovskis Wörterbuch „Alkier“, doch Alkier ist sowohl ein bestimmter Seitenraum als auch – bei einem Gutshofpalais – ein Anbau (siehe GK 2000 4–6 20–23; TechEnc I 2000). Somit sind wohl zwei Entsprechungen am besten: Flügelbau || (Haus-)Flügel; Seitenhaus (Kalbos patarimai. Leksika: skolinių vartojimas, 2005).
Unter den Neubildungen der Neuzeit sind Jono Jablonskio pastatas und das Wort statinys (Var. statinis), das A. Vir I 1924 ersetzte, als Neubedeutung zu nennen – 1. „das, was errichtet wird oder errichtet worden ist; Gebäude“ DŽ₁ 1954. Pastatas ersetzte im Bauwesen und in der Architektur den in der Zwischenkriegszeit dafür verwendeten Terminus trobesys (siehe J. Baltr VMI I 1934 („sprachlich wurde der Text von Herrn Talmantas durchgesehen, zahlreiche Einzelbegriffe von Herrn Rukštelė überprüft“ 7), II 1939 („sprachlich wurde der Text von J. Būtenas durchgesehen“ 5)).
Wir nähern uns dem traurigen Ende, an dem gesagt werden muss, dass die wichtigsten Leute in der Sprachküche – die Journalisten – keine Wörterbücher für Architekturterminologie benutzen und
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verbreitet unnötige Anglizismen. Giedrė Putelytė schreibt: Sogenannte Penthäuser (superteure Apartments) in Vilnius kosten mehr als in Kopenhagen, Helsinki, München, Berlin, Stockholm, Wien, Frankfurt, Brüssel oder Athen Vd 2007 26 62. Ein solcher Anblick eröffnet sich dem Eigentümer durch das Fenster des „Penthouse“ in Vilnius am rechten Ufer der Neris, das für 10 Millionen Litas verkauft wird Ebenda. Also ist die litauische Sprache in Vilnius am billigsten... Für 10 Mio. Lt könnte man viel für sie tun! Man müsste nur natürlich Liebe und Geist hinzufügen. Und jetzt... „nicht guten“ penthauzas ist einmal sogenannt, einmal in Anführungszeichen gesetzt, einmal synonymisch. Wenn „penthauzas“ geschrieben wird, bedeutet das, dass es im Wörterbuch „penthauzas“ gibt oder geben wird? Das Synonym der Autorin superteure Apartments ist nicht genau – sie weiß das selbst, denn sie schreibt: Das englische Wort „penthouse“ oder „penthouse apartment“ bezeichnet eine luxuriöse Wohnung mit besonderer Bauweise oder in der obersten Etage eines mehrstöckigen Gebäudes Ebenda.
An Wörterbüchern, in denen engl. penthouse bereits verzeichnet ist, herrscht seit Langem kein Mangel: penthouse – 1) Anbau, Schutzdach, Dachboden, 2) amerik. Aufbau (auf dem Dach), vgl. pent – 2. geschlossen; <...>, house – 1) Haus; <...> ALKŽ 1975, penthouse – 1) Aufbau (über einem Haus), 2) Dachboden (Anbau), Schuppen ALKŽ 1998, penthouse – (luxuriöse) Wohnung im Dachgeschoss PONS.ALKŽ 2004. Allgemeine Wörterbücher zeigen die ganz einfache Herkunft des heute architektonisch und imagewirksam mondänen penthouse – es ist sogar mit Schuppen oder Schutzdächern verwandt. Auch in der Architektur hat das Wort verschiedene Bedeutungen – 1. Pultdachanbau, 2. Aufbau (Bauwerk auf dem Dach eines mehrstöckigen Hauses), 3. Schutzdach ArchŽ 2004, penthouse, pendice, pentice – Aufbau – „ein Bauwerk, das weniger als die Hälfte der Dachfläche eines Gebäudes mit breitem Dach einnimmt“ ArchŽ 2007. Welcher Ausdruck würde die Merkmale des 2. penthouse am besten wiedergeben: 1) auf dem Dach (Aufbau) oder im obersten Stockwerk (Dachgeschoss) und 2) eigenständig, abgetrennt? Aufbauten können unterschiedlicher Art sein; Wohnung-im-Dachboden klingt nicht besonders gut, der bessere Ausdruck ist Dachgeschosswohnung – er vermittelt auch die Abgeschlossenheit. Das wäre der passende Ausdruck. Natürlich kann man in der angloeuropäischen Umgebung von Ober Haus, Helios City, Maxima, Akropolio, Ermitažo, Babilono, Panoramos, Europos, Mega und BIG auf Litauisches hoffen?.. Aber wir sagen und werden sagen, dass es die Litauer alle und jeden Einzelnen dringend brauchen! Wir sind der Meinung und werden weiterhin der Meinung sein, dass nicht alle von uns auswanderungswillige Emigranten sind oder sein werden, die es auf Pfund und Euro abgesehen haben, und erst recht nicht – die Unglücklichsten! – von allem übersättigte Binnenemigranten. Könnten wenigstens die Journalisten das nicht verstehen? Doch wenn ich ihr von Werbung ausgelutschtes Wort komfortas höre oder sehe, denke ich an eine Festung der Kommunisten (abgeschottet vom Volk und der Kultur).
Noch trauriger sind die loftai, die sich die Künstlergilde angeeignet hat – in ihr lebt doch stets ein litauischer oder zumindest lateinischer Geist, kein kosmopolitisch-angloeuropäischer. Und hier schreibt Rasa Pakalkienė, erzählt der Maler (und Journalist) Vaidotas
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Žukas, der in einer ehemaligen Militärfabrik sogenannte Lofts eingerichtet hat, die Wohnungen mit Atelier sind LŽ 2007 178 16. Am Ende also: Wohnungen mit offenen Räumen oder „Loft-tai“. Zurück auf Anfang... Auch Giedrė Petkevičiūtė hat sich nichts ausgedacht und nichts gesucht: Solche Wohnungen wie diese – zu Wohnzwecken umgebaute Produktionsräume – werden gemeinhin Lofts genannt Vd 2007 50 54. Dort gibt es auch ein Mezzanin: Im „Mezzanin“ wurde ein Schlafzimmer eingerichtet. Diese Popularität kommt von den Ufern der Themse... Auch engl. loft hat mehrere Bedeutungen – 1. Dachboden, Stockwerk; Dachgeschoss, 2. Empore (in einer Kirche), 3. archit. Empore, Galerie (emporium – 1. Marktplatz, Markt, 2. Kaufhaus), vgl. lofty – 1. (sehr) hoch; erhaben, 2. (vornehm) edel, 3. eingebildet, arrogant PONS.ALKŽ 2004. Auch architektonisch hat loft verschiedene Bedeutungen – 1. Galerie (in einem Saal oder einer Kirche); Empore, 2. Dachgeschoss; hoher Dachboden ArchŽ 2004, 1. Dachboden – „Raum unter dem Dach ohne Decke, oft als Lager genutzt“, 2. Orgelempore, Chorempore, vgl. auch cochloft – Dachboden, Mansarde – „Raum im Dachgeschoss eines Hauses“ (und garret – 1. Mansarde – „Raum im Dachinneren“, 2. Dachboden – „Zimmer, meist mit schrägen Decken“) ArchŽ 2007. Von den vielen Merkmalen des engl. loft sind Raumgröße, Offenheit und Höhe entscheidend. Eine Wohnung mit Atelier kann alles Mögliche sein, aber hier vielleicht Raumwohnung, Großwohnung, Hochwohnung (ein Atelier muss nicht vorhanden sein; falls doch, würden wir ergänzen: Großwohnung-mit-Atelier).
Das Litauische, übersät mit Fremdwörtern, ist unbeständig. Eine Sprache ohne Wortneuschöpfungen ist eine Sprache ohne Zukunft.
Unnötige Fremdwörter können nicht nur internationale Fachbegriffe sein, sondern auch stilistisch unbegründete, einfache Internationalismen, zum Beispiel: Im Wohnzimmer sollte es geräumig sein, besonders wenn es in der Familie kleine Kinder gibt. Die Kleinen wollen immer mit den Erwachsenen zusammen sein, daher sollten die Funktionsbereiche des Raumes so angeordnet werden, dass sie einander nicht behindern. Ist in diesem Raum ein Essbereich vorgesehen, könnte er näher an der Tür liegen. Den Wohnbereich wählen wir in einem ruhigeren Teil des Zimmers, weiter vom Eingang entfernt. Diese Bereiche kann man noch mit Zonierung, zonaler Anordnung versehen. Zonen gibt es in der Geografie, Topografie, im Militärwesen und in der Mathematik sowie Physik; für manche auch in der Gefangenschaft, aber im Zimmer möchte man keine, und außerdem heißt es hier: die Zone wählen wir in einem Teil. Also besser: Teil, Hälfte, Ecke, Winkelchen. Der Eingang ist zugleich auch der Ausgang, aber auch das wurde bereits schlicht als Tür bezeichnet. Auch die Werbung ist nicht gerade typisch litauisch: Sie richten die Küche rationell ein; der Lehm speichert Wärme, das Mikroklima bleibt dasselbe wie in einem Holzgebäude. Sollte man etwa auf die eine Weise schreiben und auf eine andere sprechen? Es ist leicht zu bemerken, dass man beim Schreiben in internationaler Ausdrucksweise wohl oder übel auch so spricht, während die litauischen Wörter erhalten bleiben und sich kaum jemand um ihre Suche kümmert.
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SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die natürlichste und universellste Bezeichnung für die menschliche Unterkunft ist Leben (auch Wohnstatt, Wohnraum); sie weist typologische Gemeinsamkeiten auf mit lett. dzīvoklis, russ. жилье, poln. mieszkanie, dt. Wohnung, engl. dwelling, ist aber stärker terminologisch und zugleich überhaupt nicht terminologisch. Auch Ort ist motivisch recht ähnlich. Mit dem Verb sein hängt Wohnung zusammen (in der Umgangssprache gibt es noch weitere Ableitungen). Von der Wohnung unterscheidet sich die Neubildung von J. Jablonskis, Unterkunft (dazu gehören auch Wohnheim und Hotel); seine heutige Bedeutung erhielt es endgültig erst nach der Wiederherstellung der Unabhängigkeit. Noch nicht ganz klar voneinander abgegrenzt sind das samogitischstämmige Sitz und S. Daukantas’ Neubildung, die auch J. Jablonskis verwendete, Hauptsitz – gewöhnlich vorübergehend. Eine besondere Hervorbringung der Sowjetzeit ist der Wohnraum. Er (ebenso die früher gebräuchliche Wohnung) führte auch zu der semantisch redundanten Bezeichnung Wohnunterkunft. Im Sprachgebrauch lässt sich mit beiden schwer auskommen. Wohnräume sind nicht zu beanstanden, aber wenn man eine Unterkunft hat, werden sie überflüssig.
Aus der indoeuropäischen Urzeit stammt namas. Etwas weniger indoeuropäisch ist troba. Nicht einmal baltisch, sondern nur litauisch ist das süddzukische pirkia.
Damit enden das indoeuropäische Altertum und die Reinheit des Litauischen. Die Slawen brachten gryčia, seklyčia, pakajus / pakajus auf, die Germanen bakūžė, stuba / stubas, rūmas; aus den romanischen Ländern drang über die Polen palocius / palociai, stancija ein. Gryčia, seklyčia und stuba behalten wir für unsere ethnografische Vergangenheit, den folkloristischen Gebrauch und die regionale Färbung. Rūmai bedeutet in der Standardsprache „repräsentatives Gebäude oder eine bestimmte Institution“. Die übrigen verbannen wir in der Standardsprache auf den Müllhaufen.
In jüngerer Zeit kamen aus der weiten Welt mondäne Wohnformen: Residenz, Apartment (separate Wohnung), Villa (Sommerhaus), Cottage (kleines Schloss).
Die Teile des alten Hauses hatten ihre eigenen Bezeichnungen – Fundament, Wand, Balken, Decke, Fußboden, Dach, Tür, Fenster, Schwelle, Vorhalle, Vorbau, prie namis, Diele, Stockwerk; ein Neologismus ist virtuvė. Fremden Ursprungs sind kamara, kambarys, gon kos (nicht normgerecht: = Vorhalle).
Bei einem modernen, vornehmen Haus gibt es viele Teile mit internationalen Bezeichnungen – Veranda, Korridor, Vestibül (teilweise Diele, Vorzimmer), Halle (Vorraum), Foyer, Saal, Balkon, Loggia, sogar Tambour (Windfang), Salon (Wohnzimmer), salka (Mansarde – kleines Dachzimmer), Mezzanin (Zwischengeschoss, Halbgeschoss, Obergeschoss, auf dem Haus), Flügel (nicht so recht „Flügel“; besser šal namis).
Die neuesten sind Anglizismen: Penthäuser (=Dachgeschosswohnung), Lofts (=Raumwohnung, Großwohnung, Hochwohnung).
Eine Sprache ohne Wortneuschöpfungen ist eine Sprache ohne Zukunft.
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ŠALTINIAI
ALKŽ 1975 – Anglų–lietuvių kalbų žodynas. Sudarė A. Laučka, B. Piesarskas, E. Stasiulevičiū-tė, Vilnius.
ALKŽ 1998 – B. Svecevičius. Anglų–lietuvių kalbų žodynas, Vilnius.
ArchŽ 2004 – L. Kitkauskienė, N. Kitkauskas. Anglų–lietuvių kalbų aiškinamasis architektūros žodynas, Vilnius.
ArchŽ 2007 – Cyril M. Harris. Iliustruotas architektūros istorijos žodynas. Sudarytoja ir mokslinė redaktorė A. Jankevičienė, lietuviškų terminų redaktorė G. Kazlauskaitė, Vilnius.
K. Bagd VDP 1973 – K. Bagdonavičius. Vargas dėl ploto, Vilnius.
J. Balč RR II 1982 – J. Balčikonis. Rinktiniai raštai 2, Vilnius.
J. Baltr VMI I 1934 – J. Baltrušaitis. Visuotinė meno istorija, Kaunas.
J. Baltr VMI II 1939 – J. Baltrušaitis. Visuotinė meno istorija, Kaunas.
J. Basan MGK 1997 – J. Basanavičius. Mano gyvenimo kronika ir nervų ligos istorija. 1851–1922 m., Vilnius.
V. Bit MokALTTŽ 1998 – V. Bitinaitė. Mokomasis anglų–lietuvių kalbų teisės terminų žodynas, Vilnius.
K. Būg RR III 1961 – K. Būga. Rinktiniai raštai 3, Vilnius.
D. Charms N 1998 – D. Charmsas. Nutikimas, Kaunas.
Dvnd – Dienovidis (savaitraštis).
DŽ₁ 1954 – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, Vilnius.
DŽ₂ 1972 – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, Vilnius.
DŽ₃ 1993 – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, Vilnius.
DŽ₄ 2000 – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, Vilnius.
DŽ₅ 2003 – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, Vilnius.
DŽ₆ 2006 – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, Vilnius.
J. Jabl R I 1932 – Jablonskio raštai 1, Kaunas.
J. Jabl L 1985 – Jono Jablonskio laiškai, Vilnius.
KarŽ 1919 – Kariškas lietuviškai–rusiškas ir rusiškai–lietuviškas žodynėlis, Kaunas.
P. Klim Ats 1990 – P. Klimas. Iš mano atsiminimų, Vilnius.
LA – Lietuvos aidas (savaitraštis).
LAKŽ 1991 – B. Piesarskas, B. Svecevičius. Lietuvių–anglų kalbų žodynas, Vilnius.
L ir M – Literatūra ir menas (savaitraštis).
LKŽ I₂ 1968 – Lietuvių kalbos žodynas 1, Vilnius.
LKŽ II₂ 1969 – Lietuvių kalbos žodynas 2, Vilnius.
LKŽ III 1956 – Lietuvių kalbos žodynas 3, Vilnius.
LKŽ VIII 1970 – Lietuvių kalbos žodynas 8, Vilnius.
LKŽ X 1976 – Lietuvių kalbos žodynas 10, Vilnius.
LKŽ XII 1981 – Lietuvių kalbos žodynas 12, Vilnius.
LKŽ XIV 1986 – Lietuvių kalbos žodynas 14, Vilnius.
LKŽ XVI 1995 – Lietuvių kalbos žodynas 16, Vilnius.
LKŽ XIX 1999 – Lietuvių kalbos žodynas 19, Vilnius.
LŽ – Lietuvos žinios (dienraštis).
M – Moksleivis (žurnalas).
PONS.ALKŽ 2004 – PONS. Anglų–lietuvių kalbų žodynas, Kaunas.
Prg – Pergalė (žurnalas).
R – Respublika (dienraštis).
rš – raštai.
Sav su TV – Savaitė su TV (savaitraštis).
SD 1642 – Pirmasis lietuvių kalbos žodynas: Konstantinas Sirvydas. Dictionarium trium linguarum [fotografuotinis tekstas], 1979.
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214 Jonas Klimavičius │ Pastogė senovėje ir dabar
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Gauta 2008-10-24
Jonas Klimavičius Lietuvių kalbos institutas P. Vileišio g. 5, LT-10308 E. paštas: [email protected]
Terminologija | 2008 | 15
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