Linksniuojamųjų priešdėlio „*pa-“ vedinių kirčiavimas
Full text
LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI, XXXIV (1994)
LIETUVIŲ KALBOS TARMĖS IR JŲ TYRINĖJIMAI
Danguolė MIKULĖNIENĖ
DIE AKZENTUIERUNG DER DEKLINIERBAREN ABLEITUNGEN MIT DEM PRÄFIX *PĀ-
§1. Mit der Präposition po (< *pā) sind historisch zwei Präfixe der heutigen litauischen Sprache verwandt: -po- und -pa-. Beide können als Allomorphe ein und desselben Präfixes *pā- betrachtet werden: pa- entspricht der Schwundstufe, po- der Vollstufe (Mikulėnienė, Žeimienė, 1994).
Dies zeigt sich an der Akzentuierung der deklinierbaren Ableitungen. Die Ableitungen mit dem Präfix po- – sowohl Substantive als auch Adjektive – werden stets auf dem Präfix und ausschließlich nach einem festen Akzentparadigma akzentuiert, vgl. pódūkra (1), pópietė (1), póžemis (1), pósūris, -ė (1). Für Ableitungen mit dem Präfix pa- ist ein beweglicher Akzent charakteristisch, vgl. pameragė (3ᵇ), pagirūs (3ᵇ), pavakarė (3⁴ᵇ), papilnys, -ė (3ᵇ). Es gibt verschiedene Fälle von Wurzelakzentuierung: pakalnė (2) und pakilnė (1), pakrántė (1) und pakrántė (2). Wurzelakzentuierte Varianten wie pažūris (1), patėvis (1), pasuolė (1) weisen in den Dialekten nicht selten eine Variante mit Präfixakzent auf – fest oder beweglich –, vgl. pajūris (1), pãtėvis (1), pasuolė (3ᵇ): pãsūolė.
Die große Zahl an Varianten veranlasst somit dazu, nach Faktoren zu suchen, die die unterschiedliche Entwicklung der Akzentuierung von Ableitungen mit dem Präfix *pā- verursacht haben könnten.
§2. Damit aus *pā- das Präfix po- entstehen konnte, musste der Vokal a lang sein. Später konnte er sich verkürzen: *pā- > pa- (Zinkevičius, 1981, S. 186–187). Dann müssten po- und pa- zwei chronologisch unterschiedliche Schichten von Ableitungen widerspiegeln, wobei das Allomorph po- als älter gelten müsste, da seine Form der Präposition po- näher steht (Kazlauskas, 1968, S. 54).
§3. Andererseits scheint auch eine Entwicklung in umgekehrter Richtung möglich gewesen zu sein: Als Ergebnis eines Vokalwechsels könnte *pā- aus *pā- entstanden sein (vgl. Fraenkel, 1962, S. 635; Bammesberger, 1992, S. 49 ff.).
Für Letzteres sprechen das Präfix pa- im Lettischen, Litauischen und Altpreußischen sowie möglicherweise pā, das mit konjunktivischer Bedeutung verwendet wird und in den westlitauischen Dialekten erhalten geblieben ist, vgl.: Tiktai pro tas duris tauks pa tauks Slnt; Ka tu visur par daug kišies: antīs pa antīs, vištos pa vištos Jrb; Kakarykū pa kakarykū vis tą patį gied Kv; Jis vis taigi pa taigi NdŽ (ebenso Sb, Skr – siehe LKŽ IX l; Būga, 1961, S. 132–133). Außerdem ist das Präfix pa- nicht nur für die baltischen Sprachen charakteristisch – vgl. slavisch pa- neben der Präposition po sowie lateinisch pō- (pō-situs) neben pōno < *pō-s(i)-nō (Fraenkel, 1962, S. 635).
Somit ist das litauische und altpreußische po- (im Lettischen kommt es nicht vor) als neuer
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1. Neubildungen beobachtete J. Endzelīns zur selben Zeit auch bei den prußischen Präpositionen po (Endzelin, 1944, S. 146).
§4. Es ist wahrscheinlich, dass diese Allomorphe auch gleichzeitig entstanden sein könnten. Ihre Entstehung dürfte durch die unterschiedliche Stellung des Präfixes zum Akzent bestimmt worden sein. So wird beispielsweise die Variantenbildung der prußischen Präpositionen (bzw. Präfixe) no/na, po/pa, pro/pra erklärt (Mažiulis, 1981, S. 253—254).
Der Gegensatz zwischen *pā- und *pā- könnte aufgrund des unterschiedlichen Akzenttyps der Grundwörter entstanden sein. Als sich der Akzent des Derivats herausbildete, befand sich der Stamm eines oxytonierten (oder mit beweglicher Betonung versehenen) Wortes in unbetonter Stellung, sodass das Präfix zum starken Morphem werden musste *pā-, das später zum Allomorph pó- wurde (pód ukra < *pā-dukr-ā). Das unbetonte *pā- konnte kurz (oder gekürzt) sein, während der barytonierte Stamm den Akzent des Derivats bewahrte (pasául aus < *pa-sāul-īs). Ebenso musste auch *pā- gekürzt werden, nachdem es aus irgendwelchen Gründen den Akzent verloren hatte.
Visais atvejais dariniai priklausė pastovaus kirčiavimo paradigmai (Mikulėnienė, 1992, p. 12).
§5. Wenn das Präfix vom langen Allomorph abgeleitet wird, erscheinen Derivate mit beweglicher Betonung chronologisch jüngeren Ursprungs; umgekehrt werden sie archaischer, wenn die Möglichkeit eines kurzen *pā- anerkannt wird.
Mit anderen Worten: In der litauischen Sprache könnten seit alters her mindestens mehrere Akzentuierungsmuster der Derivate mit dem Präfix *pā- miteinander verflochten gewesen sein. Beispielsweise können die aus Wörtern mit barytonischer Betonung (B) gebildeten Substantive — sáulė, béržas (lett. bērzs), rankà, balà... — in den Dialekten auf drei Arten betont werden (siehe Schema 1): konstant auf dem Stamm (P₁), konstant auf dem Präfix (P₂) oder mit beweglicher Betonung (K).
Schema 1
Auch die aus Wörtern mit beweglicher Betonung (O) gebildeten Derivate — akis, sparnas, kaklas, dukrà... — zeigen eine dreifache Akzentuierung: Sie werden konstant auf dem Präfix pó- (P₁) oder pa- (P₂) betont oder können eine bewegliche Betonung (K′) angenommen haben.
§6. Das Alter der Akzentuierungstypen wird durch Hydronyme mit dem Präfix *pā- belegt, vgl.:
1 Das einzige lettische Beispiel, dialektal pūosaga, erschien J. Endzelīns zweifelhaft (Endzelīns, 1951, S. 665).
2 Die Variante mit dem Präfix pa- (padukra, LKŽ IX 59) ist unbetont.
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P₁ — Pašyvis Gdž, Nebenfluss der Srautas: Šyvė See Gdž; Paskāistis Rk, Nebenfluss der Juodupė: Skāistė See PnmR; Pagulbis See Ut — vgl. Gulbis See Mlt, gulbė, gulbis; Pabāmbis Sln — vgl. Bamb-enà Smn; Pagėrvis Jz, Nebenfluss der Alsia — vgl. Gėrvė Adv., Gėrvė Rdn;
P₂ — Pādegla Sd, Nebenfluss des Kiršinas — vgl. Dėglė Krtv; Pāprūdžiai Krtn — prūdas, pāprūdžai; Pāupis Dkst, Teil des Dysnykštis-Sees — ūpė, pāupis;
K — Pamolys See Mlt — vgl. Mólė Skdv, mólis; Padubė Pn, Dorf Padubė, Fluss Juoda: Dūbos Dorf Pn; Pakojys (auch Pākojis) See Onš: Kója See Onš;
P — Póażvintė Trgn: Ažvintis See Trgn;
P — Pādaubis End, Nebenfluss des Letausas — daubà, pādaubis; Pāšilis See Ds — šīlas, pāšilis;
K′ — Pašilė Vp, Fluss Širvinta — šīlas, pašilė; Pašakys Žmt, Nebenfluss der Siesartis — vgl. Šakā Familienname, Šakā „Flussarm“ und anderes (Vanagas, 1970, p. 218—222; 1981, p. 236—264).
§7. Ein Vergleich der Ableitungen mit gleichbleibender Akzentuierung zeigt, dass sich nur ein Typ von ihnen (P₁) unmittelbar mit einem langvokalischen *pā- verbinden lässt; dieser ist jedoch durch Hydronyme am schwächsten belegt — mit dem einzigen unstrittigen Beispiel Póażvintė, das sich zudem durch einen zweisilbigen Wortbildungsstamm von den übrigen unterscheidet.
An anderen Stellen wird das Präfix mit kurzem (oder gekürztem) *pā- rekonstruiert, sowohl in betonter (P₂ und P′₂) als auch in unbetonter (P₁) Position; es ist daher nicht als jüngere Erscheinung als *pā- anzusehen.
§8. Die Gründe für die Vielfalt der Akzentuierung der Ableitungen liegen folglich vermutlich nicht nur in diachronisch unterschiedlichen Schichten — sie sind in erster Linie durch areale (bzw. mundartliche) Unterschiede zu erklären.
Somit lässt sich die Annahme nicht ausschließen, dass es neben *pā- (betont) auch *pā- (unbetont) gegeben haben könnte, und neben *pā- (unbetont) *pā- (betont), siehe Schema 2.
Schema 2
Beispiele:
pódunka (1) pāsáulìs (1) pasáulìs (1) pakakīs (3ᵇ) póakis (1) pāspamis (1) pabėržis (1) pabėržė (3ᵇ) Póażvintė (1) Pādegla (1) Pašyvis (1) Pašilė (3ᵇ) Pāšilis (1) Paskāistis (1) Pašakys (3ᵇ)
§9. Areale Unterschiede zeigen sich auch bei den Ableitungen, die in Mundartwörterbücher aufgenommen wurden. Wörter aller Typen sind beispielsweise im nordostsamogitischen Dunininkai-Dialekt belegt, vgl.:
P₁ — pakójos (1): kója (1), pakrūmė (1): krūmas (1), pakūgė (1): kūgis (1), palóvė (1): lóva (1), pasáulė (1) ’1. Erde, Welt; 2. Menschheit’: sáulė
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(1); pakūnsis (1): kãnsas (1), pakūnonis (1): klūonas (1), pamuilčiai (1): millai (1) usw.;
P’₂ — pajutris (1), pãjutris (1): pėra (1), pãšonis (1): šonas (1), pãteris, pãtevis (1): lėvas (3)³ usw.;
K — pažįnamės (3ᵇ)⁴: žãnėna (1); pakankys (3ᵇ) „skandulys“⁵: kãnas (1);
P’₁ — pódulktu (1), pódulktre (1): vgl. duktė (2), duktė (3ᵇ);
P’₂ — pakalkis (1): kãklas (1), pãšalis (1): šalis (1);
K’ — pabarzdys (3ᵇ) „pabarzdys“: barzda (1) „Bart“, pakraščys (3ᵇ): kraštas (1), pamuiškys (3ᵇ): miškas (1), parugys (3ᵇ): rugiai (1) usw. (Vilkauskas, 1976).
§10. Offenbar unterscheidet sich das Akzentuierungssystem der Ableitungen in den südlichen Oberlitauer Dialekten und den östlichen Oberlitauer Dialekten von Vilnius untereinander nicht (nach A. Salys’ Einteilung: der westlichen und östlichen Dzūkischen Dialekte). In diesen oberlitauischen Dialekten gibt es fast keine Substantive, die konstant auf dem Präfix pa- akzentuiert werden, d. h. vom Typ P’₂ und P’₂; vgl.:
P’₁ — pakūnsis (1): kãnsas (1); pakójės, pakójės (1): kója (1), panóse (1): nósis (1) usw. (Naktinienė, Paulauskienė, Vitkauskas, 1988) sowie pakūnsis (1): kauršys (3), pakója (1): kója (1), panóse (1): nósis (1) usw. (Petrauskas, Vidugiris, 1985);
P’₂ — pakalkūnas (1) „Hanglage“: kãlnas (1), pakūpelis (1): kūpelė (1) (Naktinienė, Paulauskienė, Vitkauskas, 1988);
K — pakójyš (3ᵇ) „1. Fußende; 2. Stelle im Bereich der Füße“: kója (1) (Naktinienė, Paulauskienė, Vitkauskas, 1988) sowie papėrys (3ᵇ): prėva (1) (Petrauskas, Vidugiris, 1985, S. 184);
P’₁ — abiejų tarmių póūksis (1): ūkis (1); pódulktu, pódulktre (1); póšunis (1): saunė (3);
K’ — pakalkėlė (3ᵇ): kãklas (1), pakėlė (3ᵇ): kėlis (1), pakrauklys (3ᵇ)⁶: krauklas (1) usw. (Naktinienė, Paulauskienė, Vitkauskas, 1988) sowie pabarzdė (3ᵇ): barzda (1), pasuergys (3ᵇ): suerna (1), pagurklis (3ᵇ)⁷: gurklys (3) usw. (Petrauskas, Vidugiris, 1985).
Der Präfixtyp P’₂ pakalkūnas zeigt, dass die präfixbetonten Akzentuierungsmuster in diesen Dialekten wahrscheinlich aus morpho(f)onologischen Gründen verschwunden sind — infolge einer Veränderung des Stammauslauts der Ableitung sowie ihres Akzentparadigmas (Stundžia, 1981, S. 60), vgl. pakalknė (1), pakalkūnė (2), pakalkūnė (3ᵇ) und pakalkūnus (1), pakalkūnis (2), pakalkūnys (3ᵇ) (siehe LKŽ IX 146–147; LKA I 178–179).
§11. Im Laufe der Zeit könnte sich in den Dialekten auch die Akzentuierung einiger Grundwörter verändert haben (Stundžia, 1981, S. 86–90). Daher etwa die Ableitung pakūnsis (1)
3 Zur Akzentuierung des Grundworts siehe §13.
4 Neben der Variante pažįnamui (1) (Vitkauskas, 1976, S. 252).
5 Die erste Variante ist — pakūnas (1) (Vitkauskas, 1976, S. 235).
6 Die zweite Variante ist — pakrãuklis (1) (Naktinienė, Paulauskienė, Vitkauskas, 1988, S. 239).
7 Die erste Variante ist — pagūrklis (1) (Petrauskas, Vidugiris, 1985, S. 181).
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synchronisch sogar mit mehreren hinsichtlich der Akzentuierung unterschiedlichen Grundformen verbunden: káušas (1), káušas (3), kaušỹs (3), siehe §9–10.
§12. In den alten Schriften finden sich zahlreiche Akzentuierungen von Grundwörtern und ihren Ableitungen.
Zum Beispiel findet sich neben den Substantiven von M. Daukša, die den akutierten Akzent des baritonen Grundwortstamms bewahrt haben (P₁) — paʃáulis (paʃáulo, paʃáulo, paʃáulų, paʃáulie), pakãtnes (wie antkãtnes), pakãtnis (pakãtnei)8, pakózis (Skardžius, 1935, S. 80–81, 109), — auch die Variante mit Präfixakzent (P₂) — paʃáulis (paʃáulo, paʃáulų).
§13. Mehr als zwanzig Ableitungen des Typs P₁ mit den Endungen -ė (Stämme auf (i)įė) oder -ais (Stämme auf (i)įo) sind im Wörterbuch von F. Kurschat (Kurschat, 1883) verzeichnet; vgl. pabálke (: bálkis), padūmė (: dūmai), pajūrės (: jūrės, jūrios), pakinkės (: kinka), pakūgė (: kūgis), pakūlsė (: kūlbė, kūlbsis), palówė (: lówa); pajūrai (: jūrios, jūrės), pakáubsis (: káubas), pakrélis (: krélas), pakrūmis (: krūmas), pamūris (: mūras), Papélkiai (: pélkė), paʃáulis (: ʃáulė), paʃiėnis (: ʃiėna)9, patiltis (tiltas). Die Endung weicht bei pakója (: kója) ab.
Dazu kommen pažándes (: žándas), pakálnis (: kálnas), paʃtógis (ʃtógas), patėwis (: téwas), pažénklis (žénklas), doch bleibt anhand der von F. Kurschat aufgezeichneten Formen — Nominativ Singular (Plural) und Genitiv Singular (Plural) — die Akzentparadigmatik des Grundworts unklar. Die alten Schriften bezeugen, dass zumindest einige von ihnen Baritone waren, zum Beispiel kãtnas (siehe Fußnote 8), ʃtógas (ʃtógu, st'ogais), téwas (T'éwai, T'éwū, T'éwams, T'éwus) (Buch, 1961, S. 14; Kabelka, 1964, S. 211–237; Zinkevičius, 1975, S. 17–18).
§14. F. Kurschat verzeichnete auch einige Substantive des Typs P₂ mit Präfixakzent, — pãmotė (: mótė, -ẽrs; vgl. auch moterà, -õs)10, pãodė (: oda, ūda)11.
Der Präfixakzent dürfte mit dem beweglichen Akzent des Grundworts zusammenhängen: So sind im Wörterbuch von F. Kurschat einige Ableitungen mit zirkumflektiertem oder kurzem Stammvokal aus Substantiven mit beweglichem Akzent akzentuiert, vgl. pãdugnės, -ių (: dūgnas), pãnages, -ių (: nãgas), pãpetės, -cziū (: petỹs, pėczio); pãauʃis (: auʃis, -iẽs)12, pãʃparnis (: ʃpãrnas), sowie die vom Autor nicht akzentuierten Formen pabarzdis = *pãbarzdis (: barzdà, -õs), pablaũzdis (: blauzdà, -õs), padiewis (: Diẽwas)13.
Daher könnte die Variante mit Präfixakzent paʃáulis in den Schriften von M. Daukša mit dem Substantiv ʃaulė mit beweglichem Akzent in Verbindung gebracht werden (Skardžius,
8 In den Schriften von M. Daukša ist kálnas ein Wort mit baritonischer Akzentuierung, vgl. kálnai (kálnai, kálnų, kálnams, kálnus, kálnop, kálnop) (Skardžius, 1935, S. 30, 132).
9 Im Wörterbuch von F. Kurschat steht das Zeichen für den akutierten Akzent über dem zweiten Bestandteil des Diphthongs ie — ʃiėna.
10 M. Daukša setzte den Akzent durchgehend auf dieselbe Silbe — mótė (mótė, móters, móterieʃp, móteres, móterų, móterump, móterimus, móterimis) (Skardžius, 1935, S. 127).
11 Beide Varianten des Grundworts sind im Wörterbuch nicht akzentuiert.
12 Daneben ist die Form paauʃiai, -ių (= *paausys).
13 Vgl. pãblauzdis, pãdiewis (LKŽ IX 18,48).
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1935, S. 105). Es ist durchaus plausibel, dass die Flexion des Grundworts keine Innovation eines einzigen Randdialekts ist; vgl. saulė (3) (Petrauskas, Vidugiris, 1985, S. 229), lett. dial. saūle (mündliche Auskunft von D. Markusos und A. Sarkanas) ¹⁴ sowie preuß. saule (Mažiulis, 1981, S. 14).
§15. Andere Ableitungen mit derselben Wurzel akzentuiert F. Kurschat nach dem beweglichen Akzentparadigma (K̑), zum Beispiel padirvė (: dirwà, -õs), pakaklė (: kãklas), pakelė (: kẽlias), pakìškė (: kiškà, -õs) ¹⁶, pakrem̃lė (: krem̃lė, -ės), pãlazdės, -džių (: lazda, -õs), papilwė (: pìtwas), paragė (: rãgas), paſ talė (: ſ. tãlas), paſwardė (: wãrdas), ¹⁷ pažaſtė (: žal̃tė, -ės); pabalỹs (: balà, -õs) ¹⁸, pabulỹs (: bulis, -iẽs), pakaklỹs (: kãklas), pakelỹs (: kẽlias), pakemỹs (: kiẽmas), pakraſtỹs (: krãbſtas), paligỹs (: ligà, -õs), patworỹs (: tworà, -õs).
§16. Substantive, die von Zirkumflex- oder kurzstämmigen Baritona abgeleitet sind, weisen ebenfalls beweglichen Akzent auf (K), zum Beispiel padalgė̃ (: dalgis), pãßwentės, -čiū (: ßwentė, -ės), pawartė, -ės (: wartai) ¹⁹, pagirỹs (: girė, -ės; giria, -ios) ²⁰, palapỹs (: lăpas), pamarỹs (: mãrės, -rių; mãrios, -rių), papū̃ys (: ūpė, -ės).
Somit konnte der bewegliche Akzent für alle Derivate mit Zirkumflex- und Kurzstamm verallgemeinert werden, ungeachtet des Akzentparadigmas ihres Grundworts (vgl. Otrębski, 1965, S. 20).
§17. Anzeichen einer solchen Verallgemeinerung sind bereits in den Schriften von K. Donelaitis zu beobachten; vgl. pagirỹs (Pagiri̇̀, pa(g)iri̇̀, pagir’eis) und patworỹs (Patwori̇̀) (Buch, 1961, S. 36; Kabelka, 1964, S. 157, 171).
§18. Zunächst dürften Ableitungen, die von Wörtern mit beweglicher Akzentuierung gebildet wurden, das bewegliche Paradigma angenommen haben. Dies belegt auch das einzige derartige Beispiel aus den Schriften von M. Daukša: pakampė̃ (pãkampę, pãkampes, pakampemės, pakampė̃n) (Skaržius, 1935, S. 109).
Die Ableitung pažemė ‚Untergrund‘ im anonymen Katechismus von 1605 ist mit zwei Akzenten aufgezeichnet — pažėme[nú (Zinkevičius, 1975, S. 42). Wenn die zwei Akzente kein Druckfehler sind (vgl. Girdenis, 1984), dann stützt eine solche Akzentuierung des Plural-Instrumentals die Hypothese, dass die Ableitung mit Präfix zunächst den Akzent des nicht präfigierten Wortes übernehmen musste.
Zum Beispiel entstand nūopelnas, -ai nach Ansicht von P. Skardžius aus *nuopelnas, -ai (wie pelnas, -ai); vgl. M. Daukšas nūpetnóp, nūpetną, nūpetnái, nūpetnū, nūpetnūmp, nūpetnámus, nūpetnãmus, nūpetnūs, nūpetnáis (Skardžius, 1935,
14 Diese Variante ist in älteren Quellen nicht belegt (siehe Mülenbach, 1927—1929, S. 772—773; Фортунатов, 1993, S. 206), ist jedoch nicht neu.
15 Plg. M. Daukšos dirwá (dirwos, dirwoie, dirwoſe; dirwóie) (Skardžius, 1935,p. 85).
16 Im LKŽ (V 884) ist nur kiškà (2) angegeben.
17 In F. Kuršaitis’ Wörterbuch findet sich auch pažáſtis, -iẽs (: žal̃tis, -iẽs).
18 Vgl. balà (2) und balã (4), siehe LKŽ (I 579—580).
19 Die Nominativform der Ableitung ist in F. Kuršaitis’ Wörterbuch nicht akzentuiert.
20 Žodyne taip pat pateikta giria, -ió‘s (Kuschat, 1883, p. 124).
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S. 45) 21.
Der Akzent, der im Stamm des Derivats gelegen hatte – darauf weisen auch die Genitivformen des Plurals der Substantive im Katechismus von 1605 hin – palaikyt ‚Überreste‘, priepuolų ‚Anfälle‘ (Zinkevičius, 1975, S. 35) – konnte später auf das Präfix verlagert werden (vgl. palaikai (³b): palaikus, priepuolis (1)).
Die starke Position des Präfixes im Derivat bildete sich also nicht sofort heraus.
§19. Es gibt keine Belege, die eine solche Akzentuierung von Präfixderivaten bezeugen – es sei denn, man zählt F. Kurschats padáṅges, -ių (Kurschat, 1883, S. 283) dazu. In diesem Fall müsste man jedoch annehmen, dass das Grundwort einen Akut und ein bewegliches Akzentparadigma aufwies, das möglicherweise das ältere barytonische Paradigma ersetzt hatte; vgl. padáṅges, -ių < *dangrìs, -aũs: dángų < *dáng-us, -aus (vgl. Klimavičius, 1970, S. 192–193) 22.
Auch die alten Schriften belegen eine doppelte Akzentuierung dieses Grundsubstantivs; vgl. M. Daukšas dagùis (dagáus, dagùia, dagùie, dágus (n. pl.), dágų, dagùimus, dagùlė, dagùję, dagùfzia) und dágus (dágau, dágau̇s, dágne, dágun) (Skardžius, 1935, S. 123–124) sowie die Formen aus dem anonymen Katechismus von 1605 dungáus, Dungùis, Dungáus, dungùin, dungùjų, dungùjų, dungùl̇i, Dungùȯl̇i, Dungùȯfra und Dùnguy (Lok. Sg.), dùngen (Zinkevičius, 1975, S. 25).
Andere Substantive, die von Wörtern mit anstoßender Wurzelsilbe oder mehrsilbigem Stamm und beweglichem Akzent abgeleitet sind, akzentuiert F. Kurschat mit beweglichem Akzent (K¹): pagalbùs (: galbù, -òs), pagérklė (: gerklė, -ės); pamuokarỳs (: mákaras), pamuodėnùjs (: uonùdė, -ės).
§20. Mehrere mögliche Hypothesen zur Akzentkontur des Grundworts dangùs und zu seinem Akzentparadigma veranlassen dazu, auch die Akzentuierung des Derivats padáṅgė ausführlicher zu erörtern.
F. Kurschat zufolge lässt sich bei diesem und einigen weiteren Derivaten des Typs P¹ mit rezessiver Akzentuierung bereits eine Akut-Metatonie erkennen; vgl. padáṅges, -ių (: dangrìs, -aũs) und Pakìrfmà (: Kìrfmà, -òs), palàikytis (: lùtkos, -ų), pavèrfnìs (: uerfnù, -ės), pavìrùs (: vîrùs, -ìs).
Be jų, kaip priegaidžių kaitos reiškinį K. Būga (1959, p. 406–407, 412–413) dar nurodo pakàmpenis (: kampùs), pakràutė (: kraũtas), pakràutės (: kriaũšius); padỹsniai (: Dỹsna, -os), palùbis (: lùba, lùbà).
§21. Der Zirkumflex des Grundworts dieser Derivate wird gewöhnlich synchronisch begründet – mit der am weitesten verbreiteten oder erhaltenen Akzentvariante (wie auch im Fall des in §19 erörterten dangùs).
Es gibt jedoch auch andere Akzentuierungen: So hatte etwa die von F. Kurschat aufgezeichnete Wurzel uerf’nù, -ės wahrscheinlich einen Zirkumflex (vgl. Kurschat, 1876, S. 186), während sie in M. Daukšas Schriften anstoßend akzentuiert ist; vgl. uerfnùė (uerfnùes, uerfnùe,
21 P. Skardžius verbindet diese möglichen zweisilbigen Substantivderivate lediglich aufgrund ihres Akzentmerkmals und betont, dass „diese mit ihrem zweiten Bestandteil dangùlis [...] als selbstständige Substantive ohne Präfixe verwendet werden können [...], während dangùmas mit Präfix zuerst nicht aus Substantiven desselben Stammes, sondern aus den entsprechenden präfigierten Verben entstanden ist“ (Skardžius, 1943, S. 454).
22 P. Skardžius betrachtete die anstoßende Akzentkontur der Wurzel als ein neues sekundäres Phänomen (Skardžius, 1935, S. 125).
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werfmeíe, werfmiũ), und möglicherweise sogar einen festen Akzent gehabt haben – wêr[mes (Gen. Sg.) (Skardžius, S. 106).
Neben den gebräuchlicheren Formen der beweglichen Akzentuierung der Grundsubstantive kampas (4), krántas (4), liaukà (4) oder tūba (4) sind auch Varianten zu nennen, die in den Dialekten durchgehend auf der ersten Silbe betont werden: kámpa (1) (LKŽ V 179), kámpas (1) oder sogar kámpė (1) (LKA I 101, 103), krántà (1) (LKŽ V 424–425), liáuka (1) (Karaliūnas, 1968, S. 69) ²³, tūbas (1) (Būga, 1959, S. 413) ²⁴. Ebenso ist patámsis (2) nur mit tamsà (4) zu vergleichen; tamsùs, -ì (4) (Vitkauskas, 1976, S. 249, 545), während patámsė (1), patámsis (1) mit támse (1), támsa (1) oder támsis (1) zu vergleichen sind; támsus, -ì (1, 3) (Naktinienė, Paulauskienė, Vitkauskas, 1988, S. 251, 395).
§22. Das Archaische des Akuts im Wortstamm der Ableitung steht außer Zweifel – Substantive des Typs P₁, etwa pakrúmė/pakrúmis, palóvė/palóvis, sind im gesamten litauischen Sprachgebiet belegt (LKA III 36–37, Karte Nr. 32).
In den Dialekten vorkommende oder in alten Schriften überlieferte Varianten mit Akut auf der ersten Silbe lassen vorsichtig vermuten, dass viele Ableitungen des Typs P₁ mit akutiertem Stamm eine ältere Akzentuierung bewahrt haben könnten. Das ist auch wahrscheinlich, da ein Wechsel der Akzentstufen im nominalen Ableitungsstamm nicht charakteristisch ist (Mikulėnienė, 1989, S. 48) ²⁵.
Hat sich das Akzentparadigma des Grundworts verändert, so spiegelt die Ableitung eine archaischere Akzentuierung wider. So ist etwa ostaukštaitisch ingėrklis wahrscheinlich nicht mit gerklė (4) zu verbinden: ger̃klė, und auch nicht mit gerklė (3): gérklė (3) – hinsichtlich der Akzentuierung steht ihm die Variante * gérkl-ā (> gérkla, -os) näher, vgl. 1a. iėdžėrklis (Būga, 1959, S. 413).
§23. Die zwischen möglichen Grundformen und ihren Ableitungen hervorgetretene Beziehung lässt sich folgendermaßen darstellen:
pakámpė (1): kámpa (1) = pakampė̃ (3ᵇ): kaũmpas (4).
Die litauischen Substantive pasparnė (3ᵇ), pasparnỹs (3ᵇ): spar̃nas (4) sind mit lettisch pasparne: la. spàrns zu verbinden (Būga, 1959, S. 407). Die rekonstruierte Ableitung lett. paspārne = würde lit. * paspárnė als Grundwort die Form * spārn-ā nahelegen – wie dial. kámpa, máiša, šérna (Skardžius, 1968, S. 21), vgl. lit. spìrti (Fraenkel, 1965, S. 861).
§24. Mit Zirkumflex auf dem Wortstamm führt F. Kurschat parañkė (: rankà, -os), paláukis (: laũkas), pakaltùs (: kalnės, -ės) sowie einige Ableitungen mit zirkumflektiertem Intonationswechsel an: pabùrnis (: burnà, -õs), pakalnė (: kálnas).
Die Substantive pakalnė und pakálnis (siehe §13) erklärt F. Kurschat unterschiedlich: pakalnė – ‚das Tiefland, die Gegend am Kurischen Haff und an den Memelmündungen‘; pakálnis – ‚ein Anberg, der Fuß eines Berges‘ (Kurschat, 1883, S. 287). Da beide aus verschiedenen Dialekten aufgezeichnet worden sein könnten, könnte auch die Akzentuierung des Grundworts unterschiedlich gewesen sein, vgl.
23 Im LKŽ (VII 392) ist nur liaukà (4) angegeben.
24 Der Übergang von Substantiven von einem Akzentparadigma zu einem anderen findet auch heute noch statt (vgl. Stundžia, 1984).
25 Im nominalen Stamm kann er im Fall von žiopla: žioplas (= kváisa: kváiso) die Funktion der Bedeutungsmarkierung (Ikonizität) übernehmen.
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Hügelhang (1): Berg, -e (siehe Fußnote 2) = Hügelhang: Berg, -e26
§25. Die von K. Būga (1959, S. 407) angeführten Formen palõvė: (: lóva), pašóstė, (: šóstas), pakõjė (: kõja) sind als analogische oder auf andere Weise entstandene dialektale Ableitungen zu erklären.
§26. Die Annahme ist nicht auszuschließen, dass die durch Zirkumflexmetatonie unterschiedenen Substantive spätere Umbildungen sind, etwa von Ableitungen eines beweglichen Paradigmas (K¹), die infolge einer Akzentverschiebung auf die mittlere Silbe des Wortes entstanden sein könnten; vgl. bei M. Daukša bedievùs, -ė̃ (bė́dieuniu, bė́diewu, bediewė́i, bediewė́iu, bė́diewes, bediewiámus, bediewiámus, bė́diewius) und bediẽvis, -ė (bediė́wis, bediė́vių, bediė́viamus) (Skardžius, 1935, S. 131).
Analogisch müsste sich bei der Ableitung von *beplaukūs, -ė̃: bėplauki, -ę zu beplaukis, -ė der Akzenttyp der Wurzel der Ableitung ändern, vgl.
bedė́vis: bedievỹs, bė́dievį = ohne Haare: *beplaukūs, bėplauki.
Diachronisch ist hier also keine automatische Änderung des Akzenttyps eines einzelnen Morphems anzunehmen, sondern eine Akzentverschiebung, die für den gesamten Derivationsstamm charakteristisch ist: { *bėplauk-} → { *bėplauk-}. Sie wird auch das Auftreten des Zirkumflexes in der Wurzel der Ableitung bewirkt haben: { *bėplauk-} → { beplauk-}.
§27. Offenbar ist auf ähnliche Weise auch pakalnė (*pàkaln-ē > *pakaln-ē > pakalnė) entstanden. Die von K. Būga aufgezeichneten Beispiele (siehe §25) zeigen, dass solche Veränderungen nicht nur in Ableitungen mit oxytone, sondern auch mit barytone Wurzel auftreten konnten. Der Bildung nach ist der Wechsel des Typs pakõjė (:kõja) (aus *pàkājē) dem Wechsel von kubìlias (: kūbilas) ähnlich, obwohl die Entstehung des Zirkumflex-Akzentwechsels selbst gewöhnlich mit einer Akzentverschiebung in entgegengesetzter Richtung erklärt wird (vgl. Stang, 1966, S. 145; Stundžia, 1981, S. 63–65).
§28. Die Varianten von M. Daukša svetimmõteris (ʃwetimmõteri, ʃwetimõterei, ʃwetimmõterius) und svetimmotēris (ʃwetimmotēris) (Skardžius, 1935, S. 130) zeigen, dass die Akzentuierung von Ableitungen mit Metatonie zu jener Zeit noch nicht fest etabliert war. Somit konnte die Akzentverschiebung auch in Ableitungen mit dem Präfix pa- noch stattfinden. Funktional fällt sie völlig mit der Akzentverschiebung auf das Suffix der Bildung während der Herausbildung der suffixbetonten Formen zusammen (vgl. Coccop, 1977, S. 625; Girdenis, 1972, S. 66 ff.). Daher ist sie wohl auch auf eine ähnliche Zeit zu datieren. Dass die Zirkumflexmetatonie in Substantiven mit dem Präfix pa- ein junges Phänomen ist, belegen auch dialektale Tatsachen: Aus dem für den „Atlas der litauischen Sprache“ gesammelten Material lässt sich kein geschlossenes Gebiet der Ableitung pakalnė erkennen (LKA I 179). Insgesamt hat sich der Zirkumflex-Akzentwechsel stärker in den westaukštaitischen und žemaitischen Dialekten durchgesetzt (Lyberis, 1972, S. 43 ff.). Die Ost- und Südaukštaiten sprechen die Ableitungen dagegen oft ohne ihn aus – möglicherweise haben sie ein archaischeres System der Ableitungsakzentuierung bewahrt.
§29. Bisweilen wird die Zirkumflexmetatonie nicht nur mit einer Veränderung der morphologischen Position des Präfixes (resp. des Stammendes), sondern auch mit dem Übergang der Bildung von einer Wortart in eine andere in Verbindung gebracht (Brugmann, 1906, S. 112–113; Wijk, 1958, S. 34; Skardžius, 1943, S. 456).
§30. In den akzentuierten alten Schriften sind keine Ableitungen mit dem Präfix po- (< *pā-) belegt. Einige Substantive sind im Wörterbuch von F. Kuršaitis verzeichnet (pódùkra, pópietis,
26 Apie šių vedinių reikšmės skirtumus vienoje tarmėje plačiau žr. (Stundžia, 1981, p. 61).
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pólunis). Daher kann ihre Archaischheit nur durch Daten aus anderen Sprachen, vor allem dem Altpreußischen, begründet werden; vgl. Poducre, Passons sowie Pomatre (siehe Mažiulis, 1981, S. 21).
In einigen Fällen könnte pó- bereits im Litauischen entstanden sein – durch eine Veränderung des Stammendes und die Stärkung der morphonologischen Position des Präfixes (vgl. M. Daukšas nūpėhą, siehe §18) 27. Daher werden Substantive mit den Endungen -is und -ys mit gutem Grund nahezu als Akzentvarianten behandelt (Vitkauskas, 1976, S. 11).
Dies gilt auch für Adjektive, deren dialektale Varianten ihre Akzententwicklung recht genau widerspiegeln; vgl. 28.
pápiktas, -a (1) Šts, Als; pápiktas, -à (3ᵇ) J; papiktys, -ẽ (3ᵇ) Jdr, Vž → pópiktis, -ė (1) Rt, Trgn, Klt; papiktas, -à (4) Als
§31. Somit funktionieren im heutigen litauischen Sprachgebiet bis heute mehrere Akzentsysteme der Ableitungen mit dem Präfix *pā- (siehe Schema 3) 29.
Schema 3
Beispiele: pasáulis (1) póakis (1) pāsaulis (1) paakys (3ᵇ); patėvis (1) póspamis (1) pātevis (1) pasparnė (3ᵇ); pabėržis (1) [paberžė (3ᵇ)] pāšonis (1) [pāšparnis (1)]
Das Präfix *pā- und die Paradigmen mit festem Akzent sind offenbar im Gebiet der nordwestlichen Niederlitauer stärker verbreitet und daher historisch vermutlich mit den Kuren in Verbindung zu bringen (vgl. Salys, S. 287: Karte). Süd- und ostoberlitauische Mundarten verwenden in Ableitungen mit *pā- daneben dazu tendierend verallgemeinernd pó-, das man bedingt als preußisches Allomorph bezeichnen kann. Das Akzentsystem der Ableitungen der zentralen oberlitauischen Mundarten lässt sich wegen der Vermischung der Systeme nur schwer rekonstruieren; den Schriften von M. Daukša zufolge ist ihm jedoch das Präfix *-pā-. eigen.
27 Besonders ausgeprägte Tendenzen zur morphonologischen Angleichung zeigen sich bei deverbalen Substantiven mit Suffixbildung, vgl. pāsukos (3ᵇ), pósūkis: pasūko.
28 Istoriškai senesniais laikytini šakninio kirčiavimo variantai (plg. Ambrazas, 1992, p. 17).
29 In eckigen Klammern stehen durch Analogie beeinflusste dialektale Akzentvarianten.
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§32. Allerdings lassen sich nicht alle Ableitungen mit *pā- verbinden: Die Variante mit festem Präfixakzent pasáuls müsste auf eine ältere Form pasaũlis zurückgeführt werden, die den Akzent in der barytonischen akuten Wurzel bewahrt hatte. Dann wäre es schwierig, das Fortbestehen des beweglichen Akzentparadigmas im System der hier behandelten Ableitungen zu erklären.
Die diachrone Analyse der Ableitungen mit dem Präfix *pā- zeigt also, dass zum Zeitpunkt ihrer Bildung bereits beide Allomorphe existierten — *pā- und *pā-, wobei Letzteres offenbar aus dem älteren kurzen *pā-. hervorgegangen ist.
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DIE AKZENTUIERUNG DER DEKLINIERBAREN ABLEITUNGEN MIT DEM PRÄFIX *pā-
Zusammenfassung
Mit der Präposition po (< *pā-) sind geschichtlich zwei Präfixe po- und pa- verbunden, die in der Gegenwartssprache als Allemorphe fungieren.
Im Artikel werden die Ursachen der verschiedenen Akzentuierung der präfixalen Ableitungen erörtert: 1) die Entwicklung der Präfixe selbst; 2) die ungleiche Akzentuierung der Basiswörter; 3) territoriale bzw. mundartliche Besonderheiten der Ableitungen.
Neben den Ableitungen mit pa- (zu ihnen gehören die Ableitungen pasáulīs, pósparnīs) wird pā- rekonstruiert (pāsaūlis, pāspārnīs). Mit Letzterem werden die Ableitungen mit beweglichem Akzent verbunden (paspárnē/paspārnȳs: pāspārnē/pāspārnī).
Die Substantive, in denen synchronisch die Akut-Metatonie vorliegt (pakámpē kàmpas), werden im Artikel als Varianten, die den altertümlichen in der Wurzel bewahrt haben (vgl. mundartlich kám pa), betrachtet.
Zirkumflektierte Metatonie wird mit der Veränderung des Akzent paradigmas im Basis verbunden (pakálnē: kálnas, -ai = pakalnē: kálnas, -ai). Sie wird in solchen Ableitungen als eine relativ neue Erscheinung aufgefaßt, die nicht nur infolge der Veränderung des stammbildenden Suffixes, sondern auch wegen der Verlegung des Akzentes von dem Präfix auf die Wurzel der Ableitung entstehen konnte (vgl. *pākalnē, > *pakalnē > pakalnē).
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