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Priebalsiai „s“ ir „š“, „s“ ir „z“, „s“ ir „c“, „š“ ir „ž“, „š“ ir „č“, „z“ ir „ž“ bei „c“ ir „č“ skoliniuose iš vokiečių kalbos

Nijolė Čepienė

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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI XXXVI (1996) LIETUVIŲ KALBA: TYRĖJAI IR TYRIMAI Nijolė ČEPIENĖ KONSONANTEN s UND š, s UND z, s UND c, š UND ž, š UND č, z UND ž SOWIE c UND č IN LEHNWÖRTERN AUS DEM DEUTSCHEN In litauischen älteren Schriftzeugnissen und Mundarten gibt es Varianten von Germanismen mit den Konsonanten s und š, s und z, s und c, š und ž, š und č, z und ž sowie c und č. Es wurde bereits geschrieben, dass der deutsche Konsonant š zu den litauischen Lauten š und s wurde, das deutsche z > zu litauisch z und s, das deutsche c > zu litauisch c und č, während weitere Varianten nicht angeführt wurden (Giriūnienė 27–29). Varianten mit s und š. Häufig sind Varianten mit den Konsonanten s und š, besonders vor p, t, z. B.: spýkerė „Getreidespeicher, Schüttboden“ (in ostpreußisch-litauischen Schriftzeugnissen seit dem 16. Jh.), spýkeris (Prk) und spýkerė (in ostpreußisch-litauischen Schriftzeugnissen seit dem 16. Jh., Rsn, Plšk), špykerė, špýkerė, špýkeris (in West- und Südwestlitauen), vgl. mnd. spîker „ebd.“ (MndW), pr. špiker „ebd.“ (Alm(PrW)); stūndas „Stunde“ (in ostpreußisch-litauischen Schriftzeugnissen seit dem 17. Jh., JV 518, Kdl), stūnda (seit dem 18. Jh., Šlu, Vlky) und stūndas (JV 16), štūnda (Prk), vgl. mnd. stunde „ebd.“ (Sehwers 126), pr. stund „ebd.“, nhd. Stunde „ebd.“, stakìėtas und stakìėtas „Zaunpfahl; Lattenzaun“ (verbreitet in Nord-, West- und Südwestlitauen, vgl. mnd. stacket „Latte“, Pfahlzaun; pr. Stakėt „Zaunstange, Lattenzaun“ (Fr II 360), nhd. Staké „Lattenzaun“. Selbst in denselben Quellen (Bretkūnas’ Bibel, A. Juškas Lieder) aufgezeichnete Wörter können sowohl s als auch š aufweisen. Lehnwörter mit den Anfangslauten s und š kommen auch vor anderen Konsonanten vor, z. B. vor v, l, m, n: svėlis „Schwelle“ (N, K, NdŽ) und švėlis/švėlys „Wandbalken, Baumstamm“ (in ostpreußisch-litauischen Schriftzeugnissen seit dem 18. Jh., Pgg, Lkš, Jrb), švėliai (Br, Lkš, Snt), vgl. mhd. swelle (Kluge 691), pr. švėl „Schwelle, Fundamentbalken, Baumstamm“ (Alm(PrW)); svėbelis „Streichholz“ ist in Žemaitija verbreitet (Dr, Krtn, Žd, Mžk, Kl) und švėbelis (LB 166, KŽ, Plk, Smln, Vn, Prk), švėbelis (NdŽ), švėbelis (Mrj, Brt, Grdž, Vdžg), vgl. mhd. swēbel „Schwefel“ (Kluge 691), pr. šwebel „Streichholz“; slėdes „Schlitten zum Holztransport“ (J) und šlėdes (S.Dauk, Šlu, Klp, Skd, Pln), vgl. mnd. slēde „ebd.“ (Sehwers 110), ostpr. šlēde „ebd.“; smēra „Wagenschmiere“ (N, /K/, KŽ) und šmėras (Q, KŽ, Vv, Mrj, Krs), šmėrė (Dr, Pš, Krš, Vkš), vgl. mnd. smēr „ebd.“ (Sehwers 112), pr. šmẽr „ebd.“ (Alm(PrW)). Es stellt sich also die Frage, ob der deutsche Konsonant š zu den litauischen Lauten š und s wurde. Die neben den Lehnwörtern angeführten deutschen Grundwörter lassen bereits Zweifel an dieser Behauptung aufkommen. 156 Der deutsche Konsonant s vor l, m, n, w begann ab dem 13.–14. Jh., sich in den Laut š zu verwandeln. Dieser in Süddeutschland einsetzende Prozess breitete sich später in Mitteldeutschland aus, während s in einem großen Gebiet des Niederdeutschen unverändert blieb (Paul I 348, Lasch § 333). H. Paul zufolge erfolgte die Veränderung des anlautenden s vor allen Konsonanten gleichzeitig; nur aus graphischen Gründen blieben sp und st in der Schreibung erhalten, da diese Verbindungen auch im Lateinischen häufig waren (Paul I 348). Im ostpreußischen Deutsch des 20. Jh. wurde anstelle des westgermanischen anlautenden s vor Konsonanten š ausgesprochen (Mitzka 161—162, Natau 39). In der Arbeit von K. Alminauskas jedoch, die das handschriftliche Wörterbuch „Preussisches Wörterbuch“ von W. Ziesemer heranzieht, sind Wörter mit den Konsonanten š und s verzeichnet, vgl. špíl und spíl „Splitter“, špunt und spunt „Fasshahn“. In Ostpreußen wurde überwiegend Niederdeutsch gesprochen. Mitteldeutsch war dort nur eine „Sprachinsel“, doch war es die Literatursprache Preußens. Die Lehnwörter mit s stammen daher wahrscheinlich aus niederdeutschen Mundarten und sind älter – deutsches š ist im Litauischen nicht zu s geworden. Später, im 16.–17. Jh. und besonders im 18. Jh., wurden Wörter unter dem Einfluss des Oberdeutschen hochdeutsch angepasst, insbesondere in der Schreibweise. Im 18. Jh. traten aufgrund des Zuzugs einer größeren Zahl von Menschen aus oberdeutschen Sprachgebieten mehr Wörter mit dem Konsonanten š auf. In den Mundarten blieb jedoch auch s erhalten. In den Lehnwörtern ist die alte deutsche Konsonantenverbindung sk erhalten geblieben, z. B.: skỹvis „Teller“ (N, K, TP 1880, 42, LC 1879, 38, Rsn, Kin, Prk, Krg, Klp), skỹvas (Prk, Klp), skỹvė (K, Rtr, NdŽ, KŽ), vgl. mnd. schîw „ebd.“ (ME IV 50); skiñdelis/ skindelys „Holzspan, Dachschindel“ (in ostpreußisch-litauischen Wörterbüchern seit dem 17. Jh., Adm,Skp, Grž, Krč, Vb, Vkš, Gr, Kdl), skiñdulis (R II 94, MŽ II 123, N, K, NdŽ, KŽ), skiñdelius (SD63, N, K, Ndž, Sut, I, KŽ), vgl. mnd. schindele „ebd.“ (ME IV 41); skiñkis „schlechtes, schwaches Bier, Dünnbier“ (Lex 74a, C II 412, Q 442, R II 305, MŽ II 409, N, LsB 285, K, K.Donel, Jn), vgl. mnd. schenkebēr „Bier, das ausgeschenkt wird“ (Mnd W); skutulė „Holzgefäß mit Deckel zum Aufbewahren von Butter, Quark o. Ä.“ (K, NdŽ, S.Dauk., KŽ), skutulas (NdŽ, Kos 210 (Šl), KŽ), vgl. mnd. schuttel „ebd.“, mhd. scutala (Alm); skãpas „Schrank“ (N, /K/, KŽ, Klp), skãpis (Klp, Kin), skãpė (BzF 169, KŽ, Šlu, Klp, Sg, Prk,), vgl. mnd. schap(-pp-) „ebd.“ (Sehwers 106). Es gibt jedoch auch spätere Wörter derselben Bedeutung mit dem Laut š, z. B.: šiñdelis (K I 274, LC 1887, 21), škutulė (Mžš). Die alte deutsche Lautverbindung sk wurde im Oberdeutschen etwa seit dem 12.–13. Jh. zum Laut sch /š/. In mittelniederdeutschen Schriftzeugnissen um 1500 steht sk neben sch /š/. Ende des 16. Jh. warf G. Rollenhagen den Westfalen in der Zeitschrift „Niederdeutsches Jahrbuch“ vor, den Laut š nicht aussprechen zu können. Daraus wird geschlossen, dass in Magdeburg und im Gebiet Brandenburgs bereits im 16. Jh. der mit dem oberdeutschen Laut übereinstimmende Laut š gesprochen wurde. Dieses š war ein stimmloser palataler Laut, heller als s. In einigen niederdeutschen Mundarten ist anlautendes sk noch erhalten (Lasch § 334). Die angeführten Daten zeigen, dass es im Deutschen nebeneinander Varianten mit den Konsonanten s und š gab. Litauische Lehnwörter mit den Lauten s und š stammen aus verschiedenen deutschen Mundarten. Lehnwörter mit s vor Konsonanten kamen überwiegend 157 aus den niederdeutschen deutschen Mundarten und sind älter, während solche mit š aus den hochdeutschen deutschen Mundarten oder aus hochdeutsch geprägten niederlitauischen Wörtern stammen und jünger sind. Varianten mit s und z. In der litauischen Sprache gibt es Varianten mit den anlautenden Lauten s und z vor Vokalen, z. B.: supà „Suppe“ (N, K, Rtr, KŽ), sùpe (R II 347, MŽ II 464, N, KŽ) und zupà (K), zùpe (in den žemaitischen Mundarten), vgl. mnd. Suppe „ebd.“; sàksas „Einwohner Sachsens“ (N, K, NdŽ, Rtr) und zàksas (B 1032, K), vgl. mnd. Sachse „ebd.“. In der preußisch-deutschen Sprache wurden die Konsonanten s und z in dieser Position ebenfalls ausgesprochen, vgl. salwī, zalwīj botan. „Salbei“; sip, zip „Seife“ (Alm(PrW)). Der westgermanische Konsonant s war stimmlos, doch wurde das wortmediale s vor einem stimmhaften Konsonanten in den niederdeutschen deutschen Mundarten stimmhaft. Heute ist es teilweise auch im Wortanlaut vor einem Vokal stimmhaft (Lasch § 329). Demnach könnten Wörter mit s älter sein und aus niederdeutschen Mundarten stammen. Den Mundarten Süd- und Mitteldeutschlands war Stimmhaftigkeit jedoch nicht eigen (Paul I 343). Daher lässt sich behaupten, dass die Lehnwörter mit s und z wahrscheinlich aus unterschiedlichen deutschen Mundarten stammen; das deutsche z ist demnach nicht zu litauischem s geworden. Varianten mit s und c. In Schriftquellen und Mundarten begegnen Varianten von Germanismen mit den Konsonanten s und c, z. B.: dýselis/dyselỹs „Zeiger, Deichsel“ (in ostpreußisch-litauischen Wörterbüchern seit dem 17. Jh., in westhochlitauischen und žemaitischen Mundarten) und dýcelis (BzF, KŽ), dycelė (Šlu), dycelė (Prk, Plik, Klp, Šlu), dicelė (Klp), vgl. mnd. dïssel „ebd.“ (Sehwers 27), ostpreußisch-niederdeutsch dīsel (Mitzka 162); syrupas „Zuckerlösung“ (Q), sirupas (NdŽ, Adm) und cỹrupas (Grg, Šts), cýrupas (K), vgl. mnd. sirup, sirop (Sehwers Lw), nhd. Sirup „ebd.“ und preußisch-deutsch Zīrop „ebd.“ (Fr 495); svìkis „Spund, Fassstöpsel“ (S.Dauk., J, KŽ, Yl, Lc, Mžk, Prk, Štk) und cvìkis (KŽ, Jnš, Grž, Krš), čvikis (Šl), vgl. mnd. swìck (ck) (Sehwers 128) und ostpreußisch-preußisch-deutsch zwicke (Alm(PrW)). Wie die Beispiele zeigen, stammen die Lehnwörter mit den Lauten s und c vermutlich aus unterschiedlichen deutschen Dialekten: solche mit s aus niederdeutschen deutschen Mundarten, solche mit c aus den preußisch-deutschen hochdeutschen Mundarten. Varianten mit š und ž. Es gibt Lehnwörter mit den Konsonanten š und ž, z. B.: šiùrštas „Schürze“ (Bb 1 Mos 3, 7, MŽ, N, K, KŽ, Jms), Diminutiv šiùrštelis (RD 12, KlvD 249) sowie das weit verbreitete žiùrštas, vgl. preußisch-deutsch šoršt, šėršt „ebd.“ (Alm(PrW)); šveñgelis „Bezeichnung für den Deichselring am Wagen“ (Klp, Šlu) und žveñgelis (Vgr, Akm, Žml), vgl. nhd. Schwengel „Vorrichtung, die schwingt, vibriert, sich dreht“, mnd. swęngel, ndl. zwengel (Kluge 692). Auch im Preußisch-Deutschen gab es Wörter mit den Lauten š und ž, vgl. brùša, brużo „toben, brausen, rauschen“ (PrW 845); preußisch-niederdeutsch brõšor, brāžer (Klp), Bratscher „Schwätzer, Prahlhans“ (PrW 766). Varianten mit š und č. Es wurden auch Lehnwörter mit den Lauten š und č gefunden, z. B.: šėrė „Flügel des Spinnrads“ (in ostpreußisch-litauischen Wörterbüchern seit dem 18. Jh., in Mundarten gebräuchlich (Klp, Krtn, Pln, Dr, Kal, Šlu, Ms, Skd, Šl, Tl/…/) und čėrė (Klp), vgl. ostpreußisch-preußisch-deutsch šėre „ebd.“ (Alm(PrW)); šarpúoti „schärfen, zuspitzen“ (N, K, NdŽ, KŽ, J, Klp) und čer·pyti „zuspitz(en)“ (J), vgl. nhd. schärfen „ebd.“; vgl. die oben erwähnten preußisch-niederdeutschen brõšor und Bratscher. 158 Da es im Preußisch-Deutschen Varianten mit den Konsonanten š und ž sowie š und č gab, könnten Lehnwörter mit diesen Lauten aus Mundarten des Preußisch-Deutschen ins Litauische gelangt sein. Varianten mit z und ž. Es finden sich Varianten mit den Konsonanten z und ž, z. B.: žak(a)s „Sack“ (PVG 239 (1765), B 543) und žal(a)s1 (in ostpreußisch-litauischen Schriftquellen seit dem 18. Jh., Klp, Šlu.), vgl. nhd. Sack „ebd.“; žógas „Säge“ (B 136, R, MŽ, N, K, NdŽ, KŽ), zóga (B 1033, N, NdŽ, KŽ) und žiȯgas (Q, R, MŽ, KŽ, Graž, Dbč, Gdl, Lzd, Mrk, Pjv), žiȯga (KŽ), vgl. preußisch-deutsch żoge „ebd.“ (Alm(PrW)), mnd. sage (ME IV 695). Die Konsonanten z und ž können auch im Wortinneren vorkommen, z. B. kézas „Käse, Quark“ (Lex 53, Q 292, B 880) und kéžas (in ostpreußisch-litauischen Schriftquellen seit dem 18. Jh., J, Kv, Snt, Skr, Bt, Ar), vgl. ostpreußisch-preußisch-deutsch kéz „Käse“ (Mitzka 129), preußisch-deutsch kėš „ebd.“ (Alm(PrW)). Das s im Wortauslaut von Substantiven und Adjektiven nach einem Vokal war im Preußisch-Deutschen ein Reibelaut (Fr II 240–241). In der alten Geminate und im alten Wortauslaut sprachen die ostpreußischen niederdeutschen Deutschen einen stimmlosen Laut, im neuen Wortauslaut dagegen gewöhnlich einen stimmhaften Laut, vgl. uas „Straße“, róž „Rose“ (Mitzka 162). Im Preußisch-Deutschen gab es Wörter mit den Konsonanten z und ž nicht nur im Wortauslaut, sondern auch im Anlaut, z. B.: briz, briž „Brise, heftige Windböe“ (PrW 807), żok, żok „Halbsocke“, żėle, żėle „(Geschirr-)Riemen, Peitsche“ (Alm(PrW)). Auf das Vorhandensein des Lautes ž in der ostpreußisch-niederdeutschen Sprache weisen auch die Beispiele hin, die in den Arbeiten von W. Mitzka und O. Natau angeführt werden, obwohl das stimmhafte ž in germanischen Wörtern selten, meist in Lehnwörtern, vorkam. W. Mitzka war die Herkunft des Lautes ž in der ostpreußisch-niederdeutschen Sprache unklar. Er bezweifelte, ob dieser Laut aus westgermanischem sk oder s hervorgegangen war oder unter dem Einfluss des Litauischen, Polnischen oder Französischen entstanden war. Da es im ostpreußischen Deutsch Wörter mit den Konsonanten z und ž gab, könnten litauische Lehnwörter mit diesen Lauten aus preußisch-deutschen Mundarten stammen. Varianten mit c und č. Es wurden auch Lehnwörter mit den Lauten c und č gefunden, z. B.: akciżė „indirekte Abgabe auf Waren“ (PVG 188), akciżas (Kp) und akčyžė (C 1175, B 43, MŽ 2, PVG 112, A 1884, 190, N, K), akčyžia (K I 37, PVG 341), vgl. preußisch-deutsch Akzise „Abgabe, besonders auf Bier, Met und andere Getränke“ (PrW 104); čiekis/čiekis „Zeichen; Fleck“ (Kel 1881, 183, Mrj, Vdžg, Rdm, Žgč), „Vorrichtung zum Kennzeichnen“ (PVG 446, Mrj) und čėkis/čiekis „Zeichen“ (in ostpreußisch-litauischen Schriftquellen seit dem 17. Jh., BsP III 117), „Vorrichtung zum Kennzeichnen“ (seit dem 18. Jh.), vgl. preußisch-deutsch zėxen „Zeichen“ (Alm(PrW)); Hybridbildung čimernink(a)s „Zimmermann“ (in ostpreußisch-litauischen Wörterbüchern seit dem 17. Jh.) und čimerninkas (C 1054, R II 413, MŽ II 71, N, K, KŽ), vgl. nhd. Zimmerer, Zimmermann „ebd.“ (Alm). In den Wörterbüchern von W. Ziesemer und H. Frischbier sind deutsche Wörter mit den Konsonanten c und č verzeichnet, z. B.: Pritsche und pritze „Pritschen, Liegen“, pratsch und pratz Interj. „plötzlich“ (PrW 771), Brudergrucz „Brei für die Ordensbrüder“ (PrW), vgl. nhd. Grütze; Zetschke und Tschezke zool. „Buchfink (Vogel) Fringilla can- 1 Außerdem ist noch das Lehnwort mit anlautendem š belegt: šākas LB 185 (Grl), KŽ. 159 nabina“ (Fr II 414, 492). In der Sprache des Deutschen Ordens gab es Wörter mit cz /č/ anstelle von n.v.a. z /c/, z. B.: herrengrocze, -pelcz, -smalcz (Ziesemer 115). Demnach sprachen bereits die Deutschen in Ostpreußen den Laut č anstelle von c, weshalb deutsches c wahrscheinlich nicht zu litauischem č geworden ist. Da es in den deutschen Dialekten, insbesondere in denen Ostpreußens, Wortvarianten mit den Konsonanten s und š, s und z, s und c, š und ž, š und č, z und ž sowie c und č gab, wird angenommen, dass litauische Entlehnungen mit diesen Lauten aus deutschen Dialekten stammen könnten. ABKÜRZUNGEN DER LITERATUR UND QUELLEN Alm - A l m i n a u s k i s K. Die Germanismen des Litauischen. Teil I: Die deutschen Lehnwörter im Litauischen, K: Šv. Kazimiero d-jos knygynas, 1934. Giriūnienė — G i r i ū n i e n ė S. Phonetische Adaptation deutscher Lehnwörter in der litauischen Schriftlichkeit des 16.–18. Jahrhunderts in Ostpreußen. II. Konsonantismus. — Kalbotyra 29(4), 26–31, 1978. Kluge — K l u g e F. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 17. Auflage, Berlin: Walter de Gruyter. & CO, 1957. Lasch — L a s c h A. Mittelniederdeutsche Grammatik, Halle: Verlag von Max Niemeyer, 1914. ME - M ū l e n b a c h a K. Latviešu valodas vārdnīca. Herausgegeben, ergänzt und abgeschlossen von J. Endzelīns, Riga: Ausgabe des Kulturfonds, 1929–1932. Mitzka — M i t z k a W. Ostpreussisches Niederdeutsch nördlich vom Ermland, Marburg: N. G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, 1919. MndW — S c h i l l e r K., L ü b b e n A. Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Münster in Westf.: Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung, 1931. Natau — N a t a u O. Mundart und Siedelung im nordöstlichen Ostpreußen, Königsberg; Berlin: Ost-Europa-Verlag, 1937. Paul — P a u l H. Deutsche Grammatik 1, Halle (Saale): VEB Max Niemeyer Verlag, 1956. PrW — Z i e s e m e r W. Preußisches Wörterbuch, Königsberg: Gräfe und Unzer, 1935–1944. (PrW) — W. Ziesemerio ”Preußisches Wörterbuch” rankraštis, kuriuo pasinaudojo K. Alminauskas. PVG — An die litauischen Bauern gerichtete Erlasse, Ermahnungen und Darstellungen der preußischen Behörden. Zusammengestellt von P. Pakarklis, V.: Staatsverlag für politische und wissenschaftliche Literatur, 1960. Schwers — S e h w e r s J. Die deutschen Lehnwörter im Lettischen, Zürich: Buchdruckerei Berichthaus, 1918. Schwers — S e h w e r s J. Sprachlich-kulturhistorische Untersuchungen vornehmlich über den deutschen Einfluss im Lettischen, Berlin: Kommissionsverlag Otto Harrassowitz Wiesbaden, 1953. n.nl. — Neuniederländisch. n.v.a. — Neuhochdeutsch. Pr. — Preußisch. Rt. — Ost-. v.v.a. — Mittelhochdeutsch. v.v.ž. — Mittelniederdeutsch. v.ž. — Niederdeutsch. Die übrigen Abkürzungen sind dieselben wie im großen Wörterbuch der litauischen Sprache. 160 KONSONANTEN s UND š, s UND z, s UND c, š UND ž, š UND č, z UND ž, c UND č IN DEN LEHNWÖRTERN AUS DEM DEUTSCHEN Zusammenfassung In litauischen alten Schriften und Mundarten gibt es Varianten der Germanismen mit den Konsonanten s und š, s und z, s und c, š und ž, š und č, z und ž, c und č, z. B.: spýkėre und špýkėre „Speicher“; sãksas und zãksas „Sachse“; dýselis (dyselys) und dýcelis, -ė „Deichsel“; šiūrstas und žiūrstas „Schürze“; šėrė und čėrė „Schere am Spinnrad“; žākas und žākas „Sack“; cėkis (ciekis) und čėkis (čiekis) „Zeichen; Gerät zur Zeichnung“. Die Lehnwörter mit s stammen meistens aus den niederdeutschen Mundarten und sind älter, und mit š — aus den hochdeutschen Mundarten oder verhochdeutschen niederdeutschen Wörtern und sind jünger. In Lehnwörtern ist die alte deutsche Konsonantenverbindung sk, die später zu š wurde, erhalten, z.B.: skāpas, -ė ”Schrank”; skūndėlis, -ys ”Dachschindel”; skūpys, -as, -ė ”Teller”; skūnžis ”schlimmes, schwaches Bier”; skutūlė, -ulas ”Schatulle”. Die litauischen Varianten mit oben aufgezählten Konsonanten könnten von den Grundwörtern des Deutschen abstammen, denn in deutschen Dialekten, besonders Ostpreußens, gab es Varianten derselben Lexeme mit erwähnten Konsonanten. 161