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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern. Von Marathon bis zum Élysée-Vertrag

Author: Bernhard, Roland; Grindel, Susanne; Hinz, Felix; Meyer-Hamme, Johannes; Onken, Björn; Biener, Hansjörg; Thyroff, Julia; Kuster, Tobias; Furrer, Markus; Pflüger, Christine; Kühberger, Christoph
Publisher: Göttingen: V&R unipress
Year: 2017
Source: https://repository.gei.de/bitstreams/32fcfed7-3f0c-4a24-9fda-1326283fa321/download
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Ecke . Die Sch i en eihe
S udien des Geo g-Ecke -Ins i u s
zu in e na ionalen Bildungsmedien o schung
Band 142
He ausgegeben on Eckha d Fuchs
Redak ion
Ral Kaspe und Wibke Wes e meye
un e Mi a bei on Vic o ia Schni ke
Die Reihe is e e ie .
Wissenscha liche Bei a
Kon ad Ja ausch (Chapel Hill/Be lin)
Heidema ie Kemni z (B aunschweig)
F ank-Ola Rad ke (F ank u )
Man ed Rol es (Po sdam)
Pe e Vo de e (Mannheim)
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Roland Be nha d/Susanne G indel /
Felix Hinz /Ch is oph Kühbe ge (Hg.)
My hen in deu schsp achigen
Geschich sschulbüche n
VonMa a hon bis zum Plys8e-Ve ag
Mi 21 Abbildungen
V&Runip ess
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Bibliog a ische In o ma ion de Deu schen Na ionalbiblio hek
Die Deu sche Na ionalbiblio hek e zeichne diese Publika ion in de Deu schen
Na ionalbibliog a ie; de aillie e bibliog a ische Da en sind im In e ne þbe
h p://dnb.d-nb.de ab u ba .
ISSN 2198-6320
ISBN 978-3-7370-0686-6
Wei e e Ausgaben und Online-Angebo e sind e hÐl lich un e : www. - .de
Ged uck mi eundliche Un e s þ zung des Aus ian Science Fund (FWF). Umgese z in
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in His o y Tex books« CAOHT).
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p eußischen S aa es …, Band 3, Mþns e /Wes .: Schçningh 1906, 252; PURL: h p://gei-digi al.gei.
de/ iewe / esol e ?u n=u n%3Anbn%3Ade%3A0220-gd-6574824; CC0 1.0 Public Domain
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Inhal
Roland Be nha d /Susanne G indel /Felix Hinz /Ch is oph Kühbe ge
My hen als O ien ie ungsangebo e im Schulbuch. Einlei ung de
He ausgebe .................................. 7
Roland Be nha d /Susanne G indel /Felix Hinz /
JohannesMeye -Hamme
Wasis ein his o ische My hos?Ve such eine De ini ion aus
kul u wissenscha liche und geschich sdidak ische Pe spek i e..... 11
Felix Hinz
WeißeZwe ge des Geschich sbewuss seins?–Die eu opäischen
Re ungsmy hen Ma a hon/Salamis und Tou s/Poi ie s .......... 33
Bjö n Onken
De He mannsmy hos in deu schen Schulbüche n on 1800 bis 2000 .. 59
Roland Be nha d
Äs he ische und poli ische Sinnbildungss a egien in de
Geschich skul u –His o isch Denken le nen mi dem My hos Ma in
Behaim.................................... 91
Susanne G indel
My hos Kolonialismus. Die eu opäische ExpansioninA ika .......117
Hansjö g Biene
»My hos« e s e K euzzug ..........................137
Julia Thy o
Die Rolle de Schweiz in den Wel k iegen. Ak uelle Geschich sleh mi el
zwischen My hos und Dekons uk ion...................159
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Ch is oph Kühbe ge
Hi le -My hen in ös e eichischen Geschich sschulbüche n–Quali a i e
und quan i a i eAspek e zum P oblem de Pe sonalisie ung .......185
Tobias Kus e
De My hos onde Reichsau obahn –His o isches Le nen mi
e es ig en Geschich sbilde n........................213
Ma kus Fu e
My hen im Kal en K ieg.Das Beispiel Schweiz ...............247
Ch is ine P lüge
De Plys8e-Ve ag on1963 –G ündungsmy hos de
deu sch- anzösischen F eundscha ? ....................265
Au o innen und Au o en ...........................285
Bildnachweis .................................287
Pe sonen egis e ...............................289
O s egis e ..................................291
Inhal 6
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Roland Be nha d/Susanne G indel /Felix Hinz /
Ch is oph Kühbe ge
My hen als O ien ie ungsangebo e im Schulbuch.
Einlei ung de He ausgebe
Ma a hon, He mann de Che uske ,die mi elal e liche lacheE de, die
K euzzüge, de Füh e my hos ode de Elys8e-Ve ag –das sind nu einige de
My hen, die unse Geschich sbewuss seinnach wie o p ägen. Als iden i ä s-
und sinns i ende E zählungen bie en die an ikenwie die mode nen My hen
Wel deu ungen und O ien ie ung in de Gegenwa . Welche E zählungensich
abe zumMy hos e dich enundwiesie sich imLau ih e Rezep ionsgeschich e
e ände n, das sind F agen, die nich nu die Fo schung zum My hos be e en,
sonde n auch das his o ische Le nen im Rahmen des Geschich sun e ich s. De
o liegende Band b ing beide Be eiche zusammen,indem e den Blick au
»My hen als O ien ie ungsangebo e im Schulbuch« ich e . Dabei wi d de
Vielschich igkei des My hosbeg i s Rechnung ge agen und in dem Bei ag
»Was is ein his o ische My hos?Ve such eine De ini ion auskul u wissen-
scha liche und geschich sdidak ische Pe spek i e« eine um assende heo e-
ische Fundie ung o geschlagen.
Schulbüche s ehen im Mi elpunk des Bandes, weil sie das kul u elle Wissen
de My hen wei e geben und weil o allem neue e Un e ich swe keauch den
Umgang mi my hischemE zählen selbs in den Blick nehmen. Sei ih e Kon-
junk u im le z en D i el des neunzehn en Jah hunde s1sind Geschich s-
schulbüche dem Ve dach ausgese z , als My hengene a o en »unwah e« Ge-
schich en zu adie en ode eine na ionalis ische My homo o ik zu be eiben.
Das lieg zum einen da an, dass ihnen nich nu wissens e mi elnde, sonde n
auch sinns i ende Au gaben zugewiesen wu den und we den. Im neunzehn en
Jah hunde en wickel e sich das Schulgeschich sbuch zu einem nahezu idealen
Medium, um die E gebnisse eine sich p o essionalisie enden Geschich swis-
senscha zupopula isie en und um die eu opäischen Na ionals aa sbildungen
du ch en sp echende Meis e e zählungen zu un e s ü zen. Ins i u ionell ge-
ahm du ch den Ausbaueines ö en lichen und allgemeinbildenden Schulwe-
sens e lang en Geschich sschulbüche Au o i ä und mi den echnischen
1Wol gang Jacobmeye , Das deu sche Schulgeschich sbuch1700–1945,3Bde.,Be lin:LIT,2011.
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Neue ungen im D uckgewe benahm ih e Rep oduzie ba kei und Ve b ei ung
zu. Da übe hinaus dien en sie in ländlichen Gegenden nich sel en ga als
Hauslesebuch ü die ganze Familie. Die Vo ausse zungen wa en inso e n
güns ig,umübe Geschich sschulbüche sinns i endeE zählungen he o zu-
b ingen und o allem na ionale My hen zu e ablie en.2Ak uelle Geschich s-
schulbüche s ehen in Teilen noch imme in diese T adi ion, sei es weil de
Na ionals aa auch in den gegenwä igen Mig a ionsgesellscha en die O ien-
ie ung o gib , sei es weil Rena ionalisie ungsp ozesse o allem in Os mi -
eleu opa an Dynamik gewinnen ode i ige Geschich sda s ellungen ange-
sich s adi ionelle E wa ungen an einen Umgang mi Ve gangenhei als zu
wenig spannend ode zugespi z wah genommen we den.
Nebendem Blick da au , ob Schulbüche My hen gene ie en und pe pe u-
ie en, is es ge ade ü die neue en Geschich sschulbüche au schluss eich zu
un e suchen, wiesie mi my hischen E zählungen umgehen und inwie e nsie
de en S uk u en sich ba machen. Mindes ens so wich igwie die En la ung
»unwah e «Geschich en wä e es demnach, dass die geschich sdidak ische
Auseinande se zung mi My hen dazu üh , eine achlich konk e isie e
G undlage zu scha en, die auch die poli ische und kul u elle Bedeu samkei on
My hen jensei s his o ische Wah hei en in den Blicknimm und dami ih e
Funk ion im Geschich sbewuss sein analysie ba mach . Inso e n könn e die
kul u wissenscha licheBeschä igung mi dem My hos wei e üh ende An-
s öße ü die E p obung seine geschich sdidak ischen Rele anz geben. Hie zu
gehö enF agen nachdem Bei ag des Schulbuchs zu pe manen en Fo - und
Ume zählung de My hen wienach ih em An eil an de Dekons uk ion on
Geschich smy hen.
Schließlich lenk die Beschä igung mi Geschich sschulbüche nund ih en
My hen die Au me ksamkei au die anhal ende Ak uali ä on My hen. In
d ei ache Hinsich e weisen sich Geschich smy hen als lohnende Diskussi-
onsgegens and:Sie sind Indika o da ü , wieGesellscha en mi Ve gangenhei
umgehen, wiesie Gemeinscha en au kollek i e Iden i ä en zu ück üh en, sei es
ückwä sgewand au g und gemeinsame He kun ode zukun so ien ie -
u opisch hin zu gemeinsamen Zielen.My hen geben inso e n Au schluss übe
Geschich skul u en. Wieeine Gesellscha mi Ve gangenhei umgeh , was sie
zum My hos e klä ,läss e s ehen, was sie ü e inne ungswü dig häl . Felix
Hinz beschä ig sich o diesem Hin e g und mi den Schlach en onMa a hon
unddenen onTou s und Poi ie s.Hansjö g Biene ich e inseinem Bei agden
Blick da au , wiesich die Da s ellung des e s en K euzzugs wandel .E wi
auch die F age au , ob es sich beim Beg i »My hos« nich umeine Lee o mel
2Fü F ank eich gl.SuzanneCi on, LeMy he na ional.L’his oi ede F ance e isi 8e,I y-su -
Seine: Pdi ions de l’a elie ,(1987) 2008.
Roland Be nha d e al.8
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sollen, k i isch mi P oduk ende Geschich skul u umzugehen. In diesem
Sinne wohn dem Beg i »My hos« ein Po enzial inne, das im Konzep »Na -
a i « in diese Weise nich o handen is , auchweil de Beg i »Na a i « inde
populä enGeschich skul u kaumeine Rolle spiel . So is es ausSich de Ge-
schich sdidak ikund de Schulbuch o schung uch ba ,das Konzep »My hos«
in eine Weise zu beleuch en, die po enziell ü die Anbahnung on e lek ie en
und (selbs -) e lexi enGeschich sbewuss sein uch ba gemach we den kann.
Dies is ein Ziel des o liegenden Bei ags.
Fo schungs eld
My hen und die wissenscha lich- heo e ische Auseinande se zung mi ihnen
sind ein Fo schungs eld,das spä es enssei den 1950e Jah en s e e Au me k-
samkei au sich zieh . Vonde E s ausgabe on Le i-S auss’ »My hologies« 1964
bis zu ih e e olls ändig en Neuau lage und deu schen Übe se zung 2008
spann sich ein wei e Bogen, inne halb dessen die F age nachBedeu ung und
Funk ionsweise onMy hen imme wiede und ausun e schiedlichen Blick-
winkeln ges ell wu de. So ha Roland Ba hes ausde Sich de Semio ik den
My hos als Mi eilungs- und Bedeu ungssys em au ge ass , die En his o isie-
ung und dami Unan as ba kei des My hos mi den Mi eln de Sp ache be-
sch ieben.
Claude L8 i-S auss blick einden 1970e Jah en mi den Mi eln de An-
h opologie au die s uk u elle Ve ass hei und kul u elle Bedeu ung des My-
hos. E mach e da au au me ksam, dass die G undelemen e onMy hen s e s
An agonismen wieNa u und Kul u ode Gu und Böse hema isie en, die allen
Gesellscha en zu eigen sind. Diese Elemen e ode My heme sind übe Zei en
und Räume hinweg ekombinie ba und hie in d ücken sich in e kul u elle
Gemeinsamkei en des my hischenE zählens aus.22 Dies mach zudem die Po-
ly alenz des My hos aus. Diese s uk u elle Be ach ungsweise, die die in e -
kul u ellen Gemeinsamkei en de My hen be on , mach das Thema auch be-
sonde s anschluss ähig ü die Kul u wissenscha en.
Aus eligionswissenscha liche Pe spek i eo dne e Mi cea Eliade my hische
E zählungen dem Sak alen zu. Sie be e en die exis enziellen G undlagen on
Gesellscha en und we den als unan as ba e ode heilige Geschich en nich in
Zwei el gezogen. Das e klä auch die Ak uali ä des My hos in eine sich wei -
gehend als nachmy hisch, au geklä und a ional e s ehenden Mode ne.23
22 Claude L8 i-S auss, My hologica I–IV,F ank u amMain:Suh kamp, 2008;(Pa is
1964–71).
23 Mi ceaEliade, Das Heilige und das P o ane. VomWesen des Religiösen,F ank u am Main:
Wasis ein his o ische My hos? 15
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VonSei en de Philosophie hob Hans Blumenbe g he o ,dass My hen die
Dis anznahmegegenübe dem, was als Übe mach ängs ig , e möglichen und
somi die Bewäl igung onWi klichkei un e s ü zen. »A bei am My hos« is
ü ihn Ringen um »Bedeu samkei « und Sinngebung.24
AusSich de E inne ungs o schung habenJan und Aleida Assmann
schließlich au die Funk ion on My hen ü das kollek i eGedäch nis hinge-
wiesen. So hal en sie in »heißen« Gesellscha en die E inne ung an B üche und
Umschwünge lebendig und eiben die En wicklung wei e o an. In »kal en«
Gesellscha en dienen My hen de Bes ä igung onKon inui ä . Hie neu ali-
sie en sie Wandel und Ve ände ungsimpulse und be onen die Wiede keh des
Gleichen.25 Wie ele an und e ag eich die Beschä igung mi dem Thema nach
wie o is , zeigen ak uelle Ve ö en lichungen, die sich dezidie mi mode nen
My hen be assen.26
Un e dem Eind uck wissenscha liche Pa adigmenwechsel und neue Zu-
gänge,wiesie die Kul u wissenscha en p ak izie en, is das In e esse an My hen
wei e ges iegen. Das klassische Themengebie 27 ha sich inzwischen zu einem
in e disziplinä enFo schungs eld en wickel , in dem es nich alleinum die F age
nach De ini ionen, Rezep ionen ode Theo ien des My hischen geh . Zwei
En wicklungen lassensich hie ausmachen:Zum einen geh esnun e s ä k
auch um die In e -und T anskul u ali ä on My hen.Hie bei ich e sich de
Blick da au , wiemy hischeE zählungen sich im Spannungs eld un e schied-
liche Kul u en gegensei ig beein lussen ode e mischen und wiesich ih e
einzelnen Elemen e ode My heme neu zusammense zen und zu anskul u-
ellen My hen en wickeln.28 Zum ande en geh esumdie Mediali ä ode die
mediale Ve ass hei onMy hen. Populä e Adap ionen onMy hen in isuellen,
Insel Ve lag, 1998 (Pa is 1965);de s., My hos und Wi klichkei ,F ank u amMain:Insel
Ve lag, 1988 (Pa is 1963).
24 HansBlumenbe g, A bei amMy hos,F ank u amMain: Suh kamp, 2009 (1979).
25 JanAssmannund AleidaAssmann, »My hos«, in: Handbuch eligionswissenscha liche
G undbeg i e,Bd. 4, S u ga : Kohlhamme ,1998, 179–200;Jan Assmann, »My hos und
Geschich e«, in:Helmu Al ich e u.a. (Hg.), My hen in de Geschich e,F eibu g:Rombach,
2004, 13–28.
26 S ephanie Wodianka und Juliane Ebe (Hg.), Me zle Lexikonmode ne My hen. Figu en,
Konzep e,E eignisse,S u ga :Me zle ,2014;B igi e K üge und Hans-Ch is ian S illma k
(Hg.), My hos und Kul u ans e .Neue Figu a ioneninKuns , Li e a u und mode nen
Medien,Biele eld:T ansc ip , 2013;Ma hias Waech e ,»My hos«, Ve sion: 1.0, in: Do-
cupedia-Zei geschich e,11. Feb ua 2010, URL:h p://docupedia.de/zg/My hos?oldid=84
641, zule z gep ü am 25. Augus 2016.
27 Die Beg i sbes immung and wei gehend in den Li e a u wissenscha enund de Philoso-
phie s a . Pe e Tepe, »Te minologische Sensibilisie ung im Umgang mi dem My hos«, in:
K üge /S illma k, My hos,29–44. Ka l HeinzBoh e (Hg.), My hos und Mode ne.Beg i und
Bild eine Rekons uk ion,F ank u amMain: Suh kamp,1983;Ge ha on G ae eni z,
My hos. Zu Geschich eeine Denkgewohnhei ,S u ga : Me zle ,1987.
28 Beispiele ü ansna ionale My hen beiWaech e , My hos.
Roland Be nha d e al.16
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akus ischen und pe o ma i en Medien zeigen, dass My hen nich eine episch
ausge eil en Na a ion bedü en, um wi ksam zu we den. Die medialen Übe -
se zungen onM
y hen un e s eichen ielmeh ,w
ie wandlungs ähig ode po-
ly alen sie sind. Ih e Deu ungsmach wi d du ch die Media ion und die Re-
media ion, also die Übe agung und Rückübe agung in jeweils ande e Me-
dien, nich geschmäle , sonde nehe ges eige . Vo allem machen diese
Übe agungen anschaulich,wie dynamisch sich de P ozess de My henbil-
dung ges al e .
Diese in e disziplinä e und kul u wissenscha lich inspi ie e My hen o -
schung nimm auch F agen nach de geschich swissenscha lichen und ge-
schich sdidak ischen Rele anz onMy hen wiede au . Sie un e such das Ve -
häl nis onmy hische E zählung und mode ne Demok a ie, indem sie danach
ag , ob My hen auch noch in a ionalen, demok a isch e ass enpoli ischen
O dnungenih en Pla z haben, und wennja, au welche Bedü nisse Ge-
schich smy hen in zei genössischen Gesellscha en an wo en.29 Die all ags-
sp achliche –und eduk ionis ische–En gegense zung onMy hen als e un-
denen, alschen ode i a ionalen E zählungen und his o ischgesiche en
Fak en als eine da onzuscheidenden Reali ä wi k dabei im Hin e g und o .
Da aus olg schließlich auch die diesem Band zu G unde liegende F age, ob sie
ih e Be ech igung in Schulgeschich sbüche nhaben.
De-Kons uk ion on My hen –ein lohnende Zug i im
Geschich sun e ich
Die im Jah 1990 ausgesp ochene Fes s ellung de No wendigkei de in e dis-
ziplinä enE o schung onMy hen30 and o ensich lich inne halb de
deu schsp achigen Kul u wissenscha en Anklang und es en wickel e sich inde
Folge eine spezi ischeGeschich smy hen o schung31,imZuge de e auch die
29 Clai eBo ici, »My hs o Eu ope. A heo e ical app oach«, in: Jou nal o Educa ional Media,
Memo y,and Socie y,2(2009), 9–33.
30 Jü gen Link und Wul Wül ing, »Einlei ung«, in:Jü gen Link und Wul Wül ing (Hg.),
Na ionale My hen und Symbole in de zwei enHäl e des 19. Jah hunde s.S uk u en und
Funk ionen onKonzep enna ionale Iden i ä ,S u ga : Kle -Co a, 1991, 7–15, 15.
31 Eugen Ko e, »Geschich swissenscha liche und geschich sdidak ische My hos o schung«,
in:Jü gen Joachims hale und EugenKo e (Hg.), Kul u wissenscha en. Konzep e e -
schiedene Disziplinen,München:Ma inMeidenbaue ,2010, 103–125.;Vgl.auch Volke
Do e weich (Hg.), My hen und Legenden in de Geschich e (Uni e si ä Augsbu g:Sch i en
de Philosophischen Fakul ä en de Uni e si ä Augsbu g;N . 64:His o isch-sozialwis-
senscha liche Reihe), München:Vögel, 2004;Helmu Al ich e u.a. (Hg.), My hen in de
Geschich e,F eibu g im B eisgau: Rombach, 2004,13–28.
Wasis ein his o ische My hos? 17
Open-Access-Publika ion im Sinne de CC-Lizenz BY 4.0
F age nach My hen in Geschich sschulbüche nges ell wu de.32 Inne halb de
enge ge ass en geschich sdidak ischen Deba e hingegen wu de die in e na-
ional ge üh e My hendiskussion kaum wah genommen und de Beg i des
My hos geschich sdidak isch as ga nich disku ie . Es schein , als wä e das
didak ische Po en ial, das in den My hen lieg , bishe noch nich en deck
wo den. So sind in den einschlägigen Handbüche nkeine Ein äge o handen,
die explizi den My hos zum Thema machen. Alle dings ha schon Ka l-E ns
Jeismannau die No wendigkei de Auseinande se zung mi »No men und
We ungen, Wünschen und E wa ungen, die sich in Geschich s o s ellungen
inka nie haben, unbewuss zu ›Wah hei en‹ e s eine sein können ode
bewuss als his o isches He scha swissen ins umen alisie we den«33 e -
wiesen, wo un e auch die Beschä igung mi dem My hos e s anden we den
kann.
Dennoch gib es einige wenige Ausnahmen de geschich sdidak ischen
Auseinande se zung mi My hen im »Geschich sbewuss sein in de Gesell-
scha «. Hans-Jü gen Pandel e such e e s mals 1996 eine geschich sdidak ische
Eino dnung onLegenden, My hen und Geschich slügen, in de e den My hos
als »kon a ak ische« ode »Pseudogeschich e« inne halb de Dicho omie Fik-
ion und Reali ä 34 in e p e ie . Die F age danach, wa um My hen zum Ge-
gens and des Un e ich s gemach we den soll en, bean wo e Pandel konse-
quen e weise mi dem Einüben on un e schiedlichen Ga ungen –»›wah e
Geschich e‹ und ›e undene Geschich e‹«.35 My hen soll en onSchüle innen
und Schüle nda übe hinaus auch gekann we den, um in de Geschich skul u
mi eden zu können.36 In e essan is , dass Pandel in de äs he ischen Dimen-
sion onMy hen einen G und da ü sieh , dass sich diese im Geschich sbe-
wuss seindu chse zen,37 ein Gedanke, de wei e un en noch einmalau ge-
g i en we den wi d. Ka l Filse k i isie e in de Folge diesen My henbeg i ,
weil My hen beiPandel »in einem übe wiegend pejo a i en Sinn«38 be ach e
32 Vgl. Roland Be nha d, Geschich smy hen übe Hispanoame ika. En deckung, E obe ung und
Kolonisie ung in deu schen und ös e eichischenSchulbüche ndes 21. Jah hunde s (Ecke .
Die Sch i en eihe 134), Gö ingen:V&Runip ess, 2013.
33 Ka l-E ns Jeismann, »Didak ik de Geschich e. Die Wissenscha onZus and, Funk ion
und Ve ände ung geschich liche Vo s ellungen im Selbs e s ändnis de Gegenwa «, in:
E ich Kos ho s u.a. (Hg.), Geschich swissenscha . Didak ik –Fo schung –Theo ie,Gö -
ingen:Vandenhoeck &Rup ech , 1977, 9–33, 14.
34 Hans-Jü gen Pandel, »Legenden –My hen –Lügen. Wie iel Fik ion e äg unse Ge-
schich sbewuss sein«, in: Geschich e le nen,52(1996), 15–19, 16.
35 Ebd.,18.
36 Ebd.,19. 14 Jah e Spä e wi d Pandel in diesem Zusammenhang on»geschich skul u elle
Kompe enz« sp echen:HansJü gen Pandel, His o isches E zählen. Na a i i ä imGe-
schich sun e ich ,Schwalbach/ Ts :WochenschauVe lag,2010, 72.
37 Pandel, Legenden-My hen-Lügen,17.
38 Ka l Filse ,»›Wenn die Ve gangenhei sich nich üg …‹ Na ionale My hen im Geschich s-
Roland Be nha d e al.18
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wo den seienund in den Kul u wissenscha en nich ein ach mi Lügenge-
schich en gleichgese z wü den, die es zu bekämp en und zu en a nen
gel e. 2010 b ich P
andel schließlich die schlich e Gegenübe s ellung onGe-
schich swissenscha und My hen au und bezeichne le z e e als »besonde e
Fo men des E zählens, die sich nich au bes imm e Inhal e es legen lassen.«39
Fü Filse eigne sich de My hos im Un e ich , um Schüle innen und Schüle
exempla isch in die eu opäische Geschich s- und E inne ungskul u einzu üh-
en. Das e höhe die »his o isch-poli ische Allgemeinbildung«40 und üh ezu
einem e lek ie en eu opäischen Bewuss sein.
Eugen Ko e ha das Thema jüngs wiede au geg i en und eine Zusam-
menschaudes geschich swissenscha lichen und geschich sdidak ischen Dis-
ku ses o ges ell . My hen –soläss sich ein Fazi ausden Diskussionen ziehen –
e weisen au e gangene Reali ä en und be eiben »im Hinblick au gegen-
wä ige F ages ellungen dezidie e Sinns i ung«,41 wobei sie die O ien ie-
ungsbedü nisse ausnü zen und mi komplexi ä s eduzie enden Deu ungen
gemeinscha liche Iden i ä kons uie en. Dabei können sie legi imie ende ode
delegi imie ende Funk ionen e üllen ode kanonisie e We e e anschauli-
chen.42 Sie beinhal en in jedem Fall »Fak izi ä wie Fik ionali ä «.43 Wei übe die
Fähigkei hinausgehend eine »wah e« oneine »e undenen« Geschich e un-
e scheiden zu können, eigne sich die F age, inwie e nessich beikonk e en
his o ischen Na a i en um My hen handel , um dami eine a gumen a i e
Auseinande se zung um his o ische O ien ie ungen zu inszenie en und his o-
isches Denken zu ini iie en. Ein Le np ozess mi einem solchen Fokus ziel au
dieEn wicklung de his o ischen De-Kons uk ionskompe enz de Le nenden.44
Zu agen wä e dabei abe ,welche K i e ien geeigne sind, um diesen P ozess zu
be ö de n.
So soll nunimFolgenden au bauend au Übe legungen onJö n Rüsen eine
geschich sdidak ische Theo ieg undlage o geschlagen we den, mi de Na -
a i eimHinblickau die F age un e such we den können, inwie e nessich bei
ihnen um My hen handeln könn e. Dazu gehö sowohl die Analyse hinsich lich
un e ich ?«, in:Volke Do e weich (Hg.), My hen und Legenden in de Geschich e,
267–289, 268.
39 Pandel, His o isches E zählen,62.
40 Filse , Ve gangenhei ,285.
41 Eugen Ko e, Geschich swissenscha liche und geschich sdidak ische My hos o schung,in:
Jü genJoachims hale und EugenKo e (Hg.):Kul u wissenscha en. Konzep e e schiedene
Disziplinen,München 2010, 103–125, 118.
42 Ebd.
43 Ebd.,124.
44 And easKö be ,Wal aud Sch eibe und Alexande Schöne (Hg.), Kompe enzen his o i-
schen Denkens. EinS uk u modell als Bei ag zu Kompe enzo ien ie ung in de Ge-
schich sdidak ik,Neu ied:a s una, 2007.
Wasis ein his o ische My hos? 19
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de Plausibili ä de his o ischen Na a ionen als auch die Analyse de be ei s
zu o als ele an angesp ochenen Funk ionen diese E zählungen im Ge-
schich sbewuss sein de Gesellscha . Beide Aspek e e scheinen ele an , um
Geschich smy hen iden i izie en zu können.
Ausgeschich sdidak ische Pe spek i ekanneinGeschich smy hos–ineine
e s en Annähe ung –als eine in de Gesellscha bekann e his o ische Na a ion
e s anden we den, de en »Wah hei sgehal « meh ode minde ane kann is ,45
de en Plausibili ä bei nähe e Be ach ung abe zugleich als p oblema isch
e schein . Als geschich s heo e ische K i e ien, um die Plausibili ä on his o-
ischen Na a ionen einschä zen zu können, bie en sichJö n Rüsens T i ig-
kei sk i e ien46 an. E un e scheide zwischen de empi ischen, no ma i en und
na a i en T i igkei , wobei eine his o ische Na a ion dann als ( o läu ig)
»wah « im Sinne onplausibel angesehenwe den kann, wenn alle d ei K i e ien
als e üll ane kann we den. Eine his o ische Na a ion kann –g obgesp ochen
–dann als plausibel gel en47,wenn sie a) nich imWide sp uch zu den Rezipi-
en en bekann en Quellenaussagen s eh (empi ische T i igkei ), wennb)die in
de E zählung o handene Sinnbildung und Iden i ä sp äsen a ion und dami
die ausde Beschä igung mi de Ve gangenhei gewonnene O ien ie ung zu-
s immungs ähig is (no ma i eT i igkei ) und wennc) de Sinnzusammenhang
zwischen e zähl en Einzelhei en ausde Ve gangenhei und Sinnbildungen ü
die Zukun und dami die Lei äden de Na a ion plausibel e scheinen (na -
a i eT i igkei ).48 In de Gesellscha als »wah « ane kann e his o ische Na -
a ionen können demnach Geschich smy hen sein, wenn
a) die in ih gemach en Aussagen im o ensich lichen Wide sp uch zu his o ischen
Quellen s ehen ode ein ik i Lücken üllen, zu denen es keine lei Quellen gib ,
so dass ih e Beg ündba kei nich meh gegeben is . Eine solche his o ischeNa -
a ion kann wegen ih e mangelnden empi ischen T i igkei als My hosbezeich-
ne we den;
b) die in de E zählung angebo ene Sinnbildungals nich (meh ) nach ollziehba
e schein . So können gesellscha lich ane kann e O ien ie ungen zu einem My hos
we den, wenn eine Sinnbildung zwa in de Ve gangenhei b ei e Zus immung
e uh ,diese abe nich meh o zu inden is , weil sich die no ma i en Ho izon e,
45 Da sich My hen au Reali ä en beziehen, we den sie als »wah e Geschich en« ezipie .Vgl.
dazu Mi ceaEliade, My hos und Wi klichkei ,16.
46 Jö n Rüsen, G undzüge eine His o ik, Teil:1., His o ische Ve nun :d.G undlagen d.
Geschich swissenscha ,Gö ingen:Vandenhoeck &Rup ech , 1983, 85–116.
47 Ähnliche Konzep ionen gib es beiande en Theo e ike n. Fü Rüsens A bei en bedeu end
wa He mann Lübbe, Geschich sbeg i und Geschich sin e esse. Analy ik und P agma ikde
His o ie,Basel:Schwabe, 1977.
48 Jö n Rüsen, Zei und Sinn.S a egien his o ischen Denkens,F ank u am Main:Fische ,
1990 (2. Au lage F ank u amMain:Digi al Humani ies online, 2012), 98.
Roland Be nha d e al.20
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inne halb de e Sinnbildungen ane kann we den, e ände haben.Au g und de
nun ehlendenno ma i en T i igkei is hie oneinem Geschich smy hos zu
sp echen;
c) die e ospek i en Bedeu ungszusch eibungenzueine solchenBewe ung on
e gangenen E eignissen üh en,die beispielsweise als ückblickende Bedeu-
ungsübe höhung bezeichne we den kann.Die Na a ion wi d dann au g und de
p oblema ischen na a i en T i igkei zu einem Geschich smy hos.
Alse s esElemen eines Geschich smy hos seihie demnach mangelndeT i ig-
kei ange üh . Am ein achs ensindsolcheGeschich en alsMy hoszuklassi i-
zie en,die de Ka ego ie a) en sp echend empi ischnich i ig sind.Die My hen
de Ka ego ieb) indensichun e ande em in e gangenengeschich skul u ellen
Objek i a ionen, in denenSinnbildungen e e en we den,die heu e kaum noch
Ane kennung inden. Bei so manch einemDenkmal aus e gangenen Jah hun-
de enlohn eine Un e suchung de F age,inwie e n es sich beide ihmzug unde
liegendenNa a ionaus heu ige Sich umeinen My hos handelnkönn e. Als
Beispiel ü die Ka ego ie c) sind un e ande em dieinde His o iog aphiewei
e b ei e en U sp ungsmy hen zu nennen, diezwa mi un e au belegba eEin-
zelhei en e weisenkönnen, dieseabe soübe höhen, dass dieDeu ung alsBeginn
eine lang is igenEn wicklung doch agliche schein .
Dabeiwi ddeu lich, dass dieseDe ini ionnochnich aus eichendis ,inso e n
sienich hin eichendklä , weshalbbes imm e Na a ionen, de enT i igkei
p oblema ischis ,dennocheineb ei egesellscha liche Zus immung e uh en
beziehungsweise noch heu ee ah en.Somussalsonoch dieen scheidende F age
nach den Funk ionen,die diesehis o ischen O ien ie ungen im »Geschich sbe-
wuss seininde Gesellscha «49 e üllen,ges ell we den. Ohne eine solche ge-
sellscha liche Funk ion is die Na a ioneben eine Geschich e mi p oblema i-
sche T i igkei , unde s wennsie als»A ikula ion onGeschich sbewuss sein
imLeben eine Gesellscha «50 gesellscha lich ane kann is und dami O ien-
ie ungsbedü nisse ü bes imm eKollek i e be iedig ,kannsie alsMy hos
e s anden we den.Sois dieobige De ini ion um eine wei e ezue gänzen, mi
de die geschich skul u elle Funk ion onGeschich smy hengenaue in denBlick
genommen we den kann.Auchhie sollau dieTheo ieangebo e on Jö n Rüsen
zu ückgeg i enwe den–namen lich au die d ei Dimensionen de Geschich s-
kul u .51
49 Ka l-E ns Jeismann, »Didak ik de Geschich e. Die Wissenscha onZus and, Funk ion
und gesellscha liche Ve ände unggeschich liche Vo s ellungen im Selbs e s ändnis de
Gegenwa «, in:Kos ho s (Hg.), Geschich swissenscha . Didak ik–Fo schung –Theo ie,
9–33, 12.
50 Jö n Rüsen, »Geschich skul u «, in: Geschich e in Wissenscha und Un e ich ,46(1995),
509–521, 513.
51 Jö n Rüsen, His o ik. Theo ie de Geschich swissenscha ,Köln/Weima /Wien:Böhlau, 2013
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Rüsenschläg o , dieSinnbildungsleis ungdes Geschich sbewuss seins in d ei
Dimensionen zu hema isie enund un e scheide zwischeneine äs he ischen
(»Schönhei «), poli ischen(»Mach «) undkogni i enDimension (»Wah hei «).
Eine his o ischeNa a ionis dann wi ksaminde Geschich skul u ,wennsie in
allend eiDimensionen K i e iende S immigkei en sp ich .Dieobenskizzie en
T i igkei sk i e ienbeziehensichlediglich au die kogni i eDimension und
di e enzie en diese. Fü die ande enDimensionen ehlen solche Di e enzie-
ungen bishe .52
Wäh end sich also in de kogni i en Dimension die F age nach de Plausi-
bili ä his o ische Na a ionen s ell , geh esinne halb de äs he ischen Di-
mension um die Faszina ionsk a de Ve gangenhei imSinne des Ȁs he i-
sche[m] im His o ischen«.53 Rüsen benenn indiesem Zusammenhang » o male
S immigkei « und »p agma ische Eingängigkei « his o ische E inne ung als
jene zwei Elemen e, die adi ionell in diesem Zusammenhang als Schönhei
gedeu e we den.54 Die äs he ische Dimension bewi k Lebendigkei und e -
möglich , dass eine Na a ion Wi kungen al en kann.55 So kann hinsich lich
onGeschich smy hen die F age ges ell we den, wa um diese in den jeweiligen
Geschich skul u en als »schön« wah genommen we den. Welches sind jene
äs he ischen Elemen e, die eine nich i igen Na a ion ih e Lebendigkei und
Faszina ionsk a e leihen, so dass diese als My hos zu bezeichnenis ?
Fü die poli ische Dimension de Geschich skul u is ele an , dass sich
He scha imme in geschich s äch igen Symbolen p äsen ie und mi den
ihnen zug undeliegenden Na a ionen die Zus immung de Behe sch en his-
o isch beg ünde wi d.56 Solche Na a ionen eignen sich inso e n ü eine De-
Kons uk ion, weil die F age, inwiewei dami Geschich e poli isch ins umen-
alisie und zugleich poli ische Mach his o isch beg ünde wi d,inden Fokus
ück . Auch die F age danach, welche We e übe My hen e mi el we den
sollen kann inne halb de Dimension de Poli ik e ö e we den.
Die d ei Dimensionen sind in jede his o ischen Na a ion en hal en und
hängen auch no wendige weise inne lich zusammen. »Es gib eben keine his-
schläg zusä zlich dazu mi eine »mo alischen T i igkei « ie T i igkei en (58 .) und ün
Dimensionen de Geschich skul u (234 .) o ,wobeie zusä zlich zu den oben au ge-
üh en eine mo alische und eine eligiöse Dimensione kenn . Inwiewei diese Aspek e
Dimensionen da s ellen und deshalb zu be ücksich igen sind, is abe an ande e S elle zu
disku ie en. Eine solche In eg a ion wä e he zus ellen.
52 Vgl. Johannes Meye -Hamme, His o ische Iden i ä en und Geschich sun e ich . Falls udien
zum Ve häl nis onkul u elle Zugehö igkei , schulischen An o de ungen und indi iduelle
Ve a bei ung,Ids ein:Schulz-Ki chne Ve lag, 2009, 48.
53 Rüsen, Geschich skul u ,514.
54 Ebd.,515.
55 Ebd.
56 Ebd.
Roland Be nha d e al.22
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o ische E inne ung,die nich du ch alle d ei Regula i e bes imm wä e.«57 Von
Rele anz ü diese Übe legungen is die These, dass in de Geschich skul u bei
bes imm en O ien ie ungsbedü nissen eine de d ei Dimensionen dominan
we den kann. Un e bes imm en Rahmenbedingungen kann beispielsweisedie
poli ische Dimension (»Mach «), die ande enso s a k beein lussen,dassdie do
o he schenden K i e ien nich zu Gel ung geb ach we den (e wa de An-
sp uch au »Wah hei « im Sinne onNach ollziehba kei de Beg ündung).
Dadu ch kann es zu »p oblema ischen Äuße ungende his o ischen E inne-
ung«58 kommen. So üh ein Dominan we den de poli ischen Dimension zu
»Poli isie ung« de his o ischen E inne ung,ein Dominan we den de äs he i-
schen Dimensionzu »Äs he isie ung« und eine die ande en Dimensionen
dominie ende kogni i eDimension, üh zueine »Ideologisie ung« de his-
o ischen E inne ung.
Diese Übe legung e weis sich ü das Ve s ändnis de En s ehung,Du ch-
se zung und Funk ion onMy hen als hil eich. Voneinem My hos kann dann
gesp ochen we den,wenn die poli ische ode die äs he ische Dimension die
kogni i eDimensionde his o ischen E inne ung so dominie beziehungs-
weise ins umen alisie , dass die e zähl e Geschich e eine T i igkei sanalyse
nich s andhäl .Sokann beigeschich skul u ell ele an en his o ischen Na a-
ionen nich nu ge ag we den, inwie e ndiese empi isch, no ma i und
na a i i ig sind, sonde n auch, welche geschich skul u elle Funk ionen sie
zu Zei ih e En s ehung und gegenwä ig im Hinblick au die äs he ische (dem
Bedü nis nach »lebendig und schöne zähl en Geschich en«) und poli ische
(de Mach , sich im Disku s übe Ve gangenhei du chzuse zen) Dimension
e üll . Es is die F age danach, welche küns le ische, poli ische, und wissen-
scha liche An eil de Na a ion zug unde lieg , um im Geschich sbewuss sein
wi ksam zu we den.
My hisches Denken und My henbewuss seinim
Geschich sun e ich
In ak uellen Schulgeschich sbüche nwe den My hen –o mals in Zusammen-
hang mi de in den Cu icula nun ge o de en Thema isie ung onGe-
schich skul u –explizi au geg i en und in ih e Genese da ges ell . Die mi
diesem Ma e ial e knüp en Au gaben lau en zumeis da au hinaus, die My-
hen zu analysie en und zu dekons uie en. Die nich sel en dahin e s ehende
Absich bes eh o enba da in, die My hen dadu ch ü die Le nenden zu
57 Ebd.,517.
58 Ebd.
Wasis ein his o ische My hos? 23
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»en zaube n«, denn My hen gel en noch wei hin als un e einba mi einem
au geklä en Wel e s ändnis. Doch i das a sächlich zu?Soschwie ig,wie
uns eingangs die De ini ion des My hosbeg i s iel, so schwie ig dü e es sein,
seinen Gegensa z zu de inie en. Wä e dies Wissenscha ? Ra ionali ä ? Wah -
hei ?Kul u ?Jede diese in de Li e a u übe My hen imme wiede un e -
b ei e en Vo schläge is unbe iedigend, da keine diese Beg i e ohne My hen
auskomm . Die Au klä ung,die in ihm die Fins e nis de Abgö e ei e blick e,
s ell hinsich lich des My hos nu seh beding eine Zäsu da .59 Spä es ens sei
Hayden Whi e wu de uns wiede in E inne ung ge u en, dass Geschich s-
sch eibung doch nich lediglich Wissenscha is , wiesie ge n on sich be-
haup e , sonde n imme auch eine Kuns , in de Fik ionen und My hen eine
wich ige Rolle spielen. Au ein a ionale G undlage, d.h. ohne e gänzende,
sinnbildende Imagina ion, die zwei ellos e was mi Fan asie und also mi Fik ion
zu un ha ,is ein Nachdenken übe Geschich e schlich nich möglich. Undauch
das Bedü nis nach My hen is keineswegs e loschen und wi d auch nie e lö-
schen, da My hen o enba zu condi io humana gehö en. Vo diesem Hin e -
g und häl Odo Ma qua d die Geschich e des P ozesses de En my hologisie-
ung – ü einen My hos, nämlich den »My henbeendigungsmy hos«.60
Wasalso passie , wenn maninSchulgeschich sbüche nMy hen de-kon-
s uie ?Eine sei s gewinn man dadu ch ielleich a sächlich ie e eEinsich en
in ih Wesen, ih eEn s ehungsbedingungen und Funk ionen. Doch ande e sei s
hauch man ihnen dami auch wiede neues Lebenein. Denn My hen sind
–abgesehen onih em wandelba en Äuße en, d.h. den 1001 Ve sionen, in
denen man sie e zählen kann, –inih em hochbes ändigen Ke n61 die a che y-
pischeMa ix onGeschich en, die eineBo scha 62 mi s a kemAppellcha ak e
en häl . Auch wenn sie be ei s längs leblos scheinen, e mögen sie, wenn man
an ihnen üh ode wenn sich die Ums ände en sp echend wiede ihnen zu-
neigen, un e sehens wiede Phönix ausde Asche zu e s ehen und um sich eine
neue, mobilisie ende E zählung zu bilden.63 Ge ade die na ionalen My hen, die
in den Schulgeschich sbüche n ypische weise au geg i en we den, da die Zei
des Na ionalismus als übe wunden gil ,sind heu e noch längs nich ganz o .
Wenn niemand sie nich zumindes im Ke n kenne, wenn Schulbuchau o en
59 »Kein We k […] leg on de Ve schlungenhei onAu klä ung und My hos be ed e es
Zeugnis ab als das home ische, de G und ex de eu opäischen Zi ilisa ion.«;Max Ho k-
heime und Theodo W. Ado no, Dialek ik de Au klä ung. Philosophische F agmen e
(1944), F ank u amMain: Fische ,21. Au lage 2013, 52.
60 Ma qua d, Poly heismus,223 und 230.
61 HansBlumenbe g,»A bei am My hos« (1979), in: My hen heo ie,194–218, 194.
62 Roland Ba hes, »My hen des All ags« (1957), in: My hen heo ie,91–105, 92.
63 Jean-Jacques Wunenbu ge ,»My ho-pho ie.Fo men und T ans o ma ionen des My hos«
(1994), in: My hen heo ie,290–300,299.
Roland Be nha d e al.24
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Tepe, Pe e .»Te minologische Sensibilisie ung im Umgang mi dem My hos«, in: My hos
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Waech e ,Ma hias. »My hos«,Ve sion:1.0, in: Docupedia-Zei geschich e,11. Feb ua
2010,h p://www.docupedia.de/zg/My hos?oldid=84641, zule z gep ü am 25. Au-
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Wodianka,S ephanieund Juliane Ebe (Hg.).Me zle Lexikonmode ne My hen.Figu en,
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Wunenbu ge ,Jean-Jacques. »My ho-pho ie. Fo men und T ans o ma ionen des My hos«
(1994), in: Tex e zu mode nen My hen heo ie, Wil ied Ba ne ,AnkeDe ken und Jö g
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Wasis ein his o ische My hos? 31
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Felix Hinz
Weiße Zwe gedes Geschich sbewuss seins?–
Die eu opäischenRe ungsmy hen Ma a hon/Salamis und
Tou s/Poi ie s
Wasis Eu opa?–Eu opais ein poli ische My hos. Wieauch imme man es zu
de inie en e such : S e s komm man zu unbe iedigenden E gebnissen und
gelang zude Einsich ,dass es sich(wie beiallen ande enKon inen enauch)um
ein Kons uk handel . F ag man danach, was Eu opa ausmach , bleib wenige
als man spon an ielleich e mu en mag.Wede geog a isch, noch demog a-
isch, eligiösode kul u ell ha Eu opana ü liche ode ande wei ig kla de i-
nie e G enzen. Fass man den kul u ellen Aspek e was age als We ege-
meinscha , läss sich – lankie on den Konzep en »Demok a ie«, »Gleich-
be ech igung« und »Indi iduali ä « –die »F eihei « als iden i ä skonk e e Ke n
des My hos ausmachen.
An ipode »Eu opas«is »Asien«. Das äl es e und g öbs e eu opäische Wel -
konzep , wieman es beispielsweise beiHeka aios onMile (ca. 560 bis ca. 480)
abgebilde inde , kenn dahe nu Eu opaund Asien – e s anden als ein
Sammelkonzep ü An i-Eu opa. Glaub man dem Eu opa-My hos, müss e man
es alle dings ande she um o mulie en, denn ihm zu olge wa Asien zue s da –
dami sich Eu opasozusagen als K önung de Humani ä on ihm loslösen
konn e. Diese En wicklung begann in A hen, se z e sich in Rom o , dann im
ka olingischen F anken eich, im I alien de Renaissance, im F ank eich de
Re olu ionusw.bishinzu Eu opäischen Union.Dem eleologisch e s andenen
Monomy hos eu opäische Geschich e zu olge ging es s e s da um, die F eihei
und Indi iduali ä auszubauen und zu es igen.1Doch die mühsam e kämp en
E ungenscha enwu denimme wiede on»Asien« bed oh , das zwa eich an
Menschen und Ressou cen is , dem auch du chaus hohe Kul u zugesp ochen
wu de, das abe eben ge ade nich ü F eihei und Indi iduali ä s eh . »Asien«:
das is die Ba ba ei. »Eu opa« (heu e »de Wes en«): das is die Zi ilisa ion –so
de heu e nu nochun e o gehal ene Hand ausgesp ochene My hos. »Asien«
1Odo Ma qua d, »Lob des Poly heismus. Übe Monomy hie und Polymy hie« (1979), in:
Wil ied Ba ne ,AnkeDe ken und Jö g Wesche (Hg.), Tex e zu mode nen My hen heo ie,
S u ga : Reclam, 2012, 222–238, 228.
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als Heimsuchung Eu opas ha e in de Geschich e iel äl ige Gesich e :Es
konn e das Pe sische G oß eich sein2,die Hunnen3,die Mongolen4,de Bol-
schewismus und sei seine En s ehung imme wiede de Islam5.
Dies mach eszumindes in de his o ischen Rückschau schwie ig zu be-
haup en, de Islam gehö e zu Eu opa. Selbs wenn dies heu eau g und on
Mig a ion und Globalisie ung in iel ache Hinsich zu i , s eh es , dass
»Eu opa« in de gegenwä igen Fo m ohne das Feindbild »Asien«/»Islam« nie
en s anden wä e.6De Abweh kamp gegen »Asien« wa die le z e Klamme ,die
nich nu die un e schiedlichen Hellenen, sonde nbeispielsweiseauch Ge ma-
nen und Röme ,jasoga P o es an en und Ka holiken selbs wäh end de
Kon essionsk iege noch zusammenhiel .7
Wesen liche Bes and eil des My hos Eu opa is die Vo s ellung, dass »Eu-
opa« imme wiede o de Ze s ö ung du ch »Asien«ge e e we den muss e.
Um diese zu konk e isie en, sollen in diesem Bei ag deu sche Schulge-
schich sbüche hinsich lich ih e Aussagen übe zwei Kamp -My hen8de e -
mein lichen Re ungen un e such we den, nämlich die Schlach en onMa a-
hon (490 . Ch .) und Salamis (480 . Ch .) gegen die Pe se ( onOs en) und die
Schlach on Tou s und Poi ie s (732 n.Ch .) gegen die A abe (im Wes en).Hie
wiedo behaup en die adi ions eichen My hen, dass »Eu opa« im Falle eine
Niede lage übe ann , bese z und seine F eihei be aub wo den wä e.Eshä e
also au gehö zu exis ie en, was auseu opäische Pe spek i eeine his o i-
schen Ka as ophe gleichgekommen wä e, die jedoch abgewende we den
konn e, was die P o agonis en zu e klä en Helden we den ließ.
In einem e s en Teil sollen jeweils ku z die bekann en Fak en sowiedie
We ungen de E eignisse de damaligen Zei genossen skizzie und au diese
G undlage schlaglich a igeinige besonde s aussagek ä ige We ungen aus
deu schen Schulbüche ndes neunzehn en Jah hunde s einge angen we den,
die die Vi ali ä des My hos au dem Höhepunk seine Wi kungsk a e an-
schaulichen.
2490 . Ch .Ma a hon; 480 . Ch .Salamis.
3451 n.Ch .Ka alaunische Felde .
41241 Liegni z.
5732 Tou s &Poi ie s;1529 und 1683 Wien.
6Vgl.wei e üh end:Thomas Kau mann, »Kon inui ä en und T ans o ma ionen im okziden-
alen Islambild des 15. und 16. Jah hunde s«, in:Lo ha Gall und Die ma Willowei (Hg.),
Judaism, Ch is iani y,and Islam in he Cou seo His o y,München:Oldenbou g, 2011,
287–306.
7Vgl.z.B.p o es an isch:Ma inLu he , Hee p edig wide die Tü ken (1529) und ka holisch:
Ab aham aSan a Cla a, Auch eine Hee p edig wide die Tü ken, ode :Au ,au Ih Ch is en!
Das is :eine bewegliche An ischung de ch is lichen Wa en gegen den ü kischen Blu egel
(1683).
8Vgl.zum Konzep :Joseph Fon en ose, Py hon, AS udy o Delphic My h and I sO igins,
Be keley:Uni e si yo Cali o nia P ess, 1959.
Felix Hinz34
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In einem zwei en Teil we den dann ak uelle Geschich sschulbüche zum
Umgang mi diesen his o ischen E eignissen analysie . Nachdem zunächs
wiede schlaglich a igS
immen onSchulgeschich sbüche n ü das Gymna-
sium in No d hein-Wes alen zi ie we den, die unmi elba o de Ein üh ung
onG8inGeb auch wa en, olg eine sys ema ische Analyse onG8-Schulbü-
che n. Als G undgesam hei dienen hie zu die de zei im be ölke ungs eichs en
Bundesland, No d hein-Wes alen, zugelassenen Le nmi el ü das Gymnasium
Sekunda s u e I, en sp echend den Ke nleh plänen des e kü z en Bildungs-
gangs.9Das Gymnasium wu de gewähl , weil sichhie g undsä zlichdas jeweils
de aillie es e Eingehenau die en sp echenden E eignissee ho en läss . G8 is
deshalb au schluss eich, weil hie zwa noch imme die Bildungseli e un e -
ich e we den soll, au g und de zusä zlichen Zusammend ängung des S o s
abe deu lich wi d, welche Themen de e neu endidak ischen Reduk ion zum
Op e allen. Es handel sich konk e um olgende We ke:
Tab. 1: Schulgeschich sbüche de Analyse
Schulgeschich sbuch Ve lag E wähnung
Ma a hon/
Salamis
E wähnung
Tou s &
Poi ie s
Ho izon e,Bd. 1, Ul ich Baumgä ne
u. Klaus Fiebig (Hg.), B aunschweig
2007
Wes e mann– (x)10
Mosaik. De Geschich e au de Spu ,
D1,Joachim Co nelissen, Ma inEh-
en euch e ,Ch is oph Henzle ,Michael
Tocha u. Helmu Win e (Hg.), Mün-
chen2008
Oldenbou g x
(mi Bild)
–
Das wa en Zei en,Bd. 1, Die e B ück-
ne u. Ha ald Focke(Hg.), Bambe g
2008
C.C. Buchne x–
Fo um Geschich ekompak ,Bd. 1,
Hans-O o Regenha d (Hg.), Be lin
2010 (2008)
Co nelsen (x)11 –
Geschich eund Geschehen,Bd. 1, Mi-
chaelSaue (Hg.), S u ga /Leipzig
2010
Kle x
(mi Bild)
x
9Bildungspo al des Landes No d hein-Wes alen (Hg.), Ve zeichnis de zugelassenen Leh -
mi el:Gymnasium:Sekunda s u e I: Geschich e:h p://www.schulminis e ium.n w.de/
docs/Schulsys em/Medien/Le nmi el/GymnasiumG8/index.h ml#A_50 (zule z gep ü am
1. Sep embe 2016).
10 Nu au eine Ka e.
11 E wähnung de Pe se k iege in einem Nebensa zohne wei e e E klä ung.
Die eu opäischen Re ungsmy hen Ma a hon/Salamis und Tou s/Poi ie s 35
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Re ung Eu opas im Os en?–Die Schlach en on Ma a hon und
Salamis 490/480 . Ch .
Die Fak en
490 und 480 . Ch .un e nahmen die pe sischen G oßkönige Da aios I. und
Xe xes jeweils einen Ve such, die hellenischen Poleis im Raum des heu igen
G iechenland zu e obe nund sie ih em Reich einzugliede n–wiesie es be ei s
mi denen Kleinasiens ge an ha en. A hen ha e 499/98 den Ionischen Au s and
un e s ü z , was e klä ,weshalb sich die pe sischen Feldzüge onBeginn an o
allem gegenA hen ich e en. Diese demok a isch egie e Polis kämp e nach
eigenem Ve s ändnis ü die »F eihei «. De Obe he scha eines Königs –und
sei sie noch so milde –wa en die a ischen Bü ge nich be ei sich zu beugen,
und da ü iskie en sie ohne wei e e zwingende Ve anlassung alles.12 Dies is
de Beginn des eu opäischen F eihei smy hos.
Als die pe sische S ei mach 490 in de Buch on Ma a hon lande e, en -
schieden die zahlenmäßig deu lich un e legenen A hene ,nich zuwa en, bis
die be ei s nahenden Spa ane ein a en. Im Lau sch i g i en die schwe
bewa ne en Hopli endas übe asch e, leich e bewa ne e Hee des G oßkönigs
an, das noch ga keine Zei ge unden ha e, sich ich igzu o mie en und e -
angen einen unwah scheinlichen und allein schon deshalb »legendä en« Sieg:
Beinu 192 Mann eigenen Ve lus en gelang es ihnen, nach ha em Kamp eine
Massenpanik un e den Pe se nzue zeugen, die schließlich zu Tausenden ielen
ode au die Schi e lohen.
Diese Schmach moch e das Pe se eich nich au sich be uhen lassen.
G oßkönig Xe xes un e nahm 480 einen wei e en Ve such, insbesonde eA hen
und Spa a zu un e we en. Wiede wa es das demok a ischeA hen und nich
de K iege s aa Spa a, das den pe sischen Vo s oßzum Schei e nb ach e.
Ih en e s en Sieg beiMa a hon nüch e nals nich wiede holba en Glücks all
einschä zend,ha en die A hene au An a en ih es S a egen Themis okles alle
Ene gie in den Baueine schlagk ä igen Flo e e wende . Die B andscha zung
ih e S ad hinnehmend s ell en sie mi ih en neuen T ie en de pe sischen
Flo e in de Buch on Salamis eineFalle. Ih e zahlenmäßige Übe mach wu de
den Pe se n, da sie in de Buch nich genügend Raum zum Manö ie en ha en,
zum Ve hängnis. Ohne die logis ische Un e s ü zung du ch die Flo e jedoch
s and das g oßepe sische Landhee in G iechenlandau e lo enem Pos en.
Es wa also A hen, nich Spa a, dasden spä e en eu opäischen F eihei sgeis
12 Zum demok a isch ge äll enEn schlussA hens, die Ionie gegen die Pe se zu un e s ü zen,
mein Ch is ian Meie :»Wassie plan en, wa das eine Aben eue .«; Ch is ian Meie , A hen.
Ein Neubeginn de Wel geschich e,Be lin:b b,1997, 224.
Felix Hinz36
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p äg e. Spa a wa eine mona chisch egie e, au Un e d ückungande e
G iechen be uhende K iegspolis. BeiMa a honblieb den Spa ane nnich s, als
den Ri alen um die g iechische Vo he scha au dem Schlach eld Respek zu
zollen. Imme hin wa en sie be ei gewesen, nich nu den Is hmus onKo in h
zu e eidigen, sonde n gemeinsam mi den A hene nauch um A ika zu
kämp en. Um ih Ve sagen beiMa a honwe zumachen, beschlossen sie 480,
sich an den noch ielwei e nö dlich gelegene en The mopylen ollkühn nahezu
allein dem pe sischen Hee zu s ellen und mi ih em Op e odden eigenen
Sup ema ieansp uch nich s e ben zu lassen. Dadu ch leg en sie eben alls die
G undlage ü einen My hos –alle dingsehe ü einen solchen, de den Bei all
spä e e o ali ä e und aschis ische Regime and, nich abe Eingang in die
eu opäische Idee and.
Dabei soll e e wähn we den, dass sich die G iechen eigen lich ga nich als
Eu opäe e s anden, sonde n als jenen Ho de Zi ilisa ion, de gewisse ma-
ßen zwischen »Eu opa« und »Asien« lieg und in sich ausbeiden Sphä endas
Bes e e einig ,wie A is o eles mein .13
Waswä e passie , wenn Da aios und Xe xes gesieg hä en?–Diese en -
scheidendeF age is heu e schwe zu bean wo en. De Un e gang Spa as wä e
ü die wei e e En wicklung Eu opas wohl kein en scheidende Ve lus gewesen.
In A hen jedoch wä e e mu lich eine pe se eundliche Ty annis e ablie
wo den, und die Pe se hä en es nich meh als eine S ad un e ielen sein
lassen. Die Demok a ie, die a ische T agödie, die poli ische Ra ionali ä ode die
Baukuns au de Ak opolis wa en allesam Epiphänomene des Sieges übe die
Pe se .Dass die adikale a ische Demok a iemi heu igen wes lichen Demo-
k a ien kaum e gleichba wa und ih e agg essi e Poli ik mi heu igen wes li-
chen We en nich kompa ibelis , ich den du ch die beiden Schlach en be-
g ünde en My hos nich an.
Die Deu ungen de Fak en in den Quellen
De Sieg übe die Pe se ha e jedoch noch au ande e Ebene übe aus wich ige
Folgen:De S olz de G iechen au die A hene und die E olge des spä e en
13 A is o eles, »Poli ik VII, 7«: »Die Völke in den kal en S ichen Eu opas sind zwa mu oll,
haben abe wenig geis ige und küns le ische Anlage und behaup en deshalb zwa leich e die
F eihei , sind abe zu Bildung s aa liche Ve bände un üch ig[…].Die asia ischen Völke
haben einen hellen und kuns begab en, dabeiabe u ch samen Geis , und deshalb be inden
sie sich in bes ändige Diens ba kei und Skla e ei. Das Geschlech de G iechen abe ha ,
wieesö lich die Mi e häl , so auch an den Vo zügen beide eil und is mu ig und in elligen
zugleich.«; zi . nach:HagenSchulze und Ina Ul ikePaul(Hg.), Eu opäische Geschich e.
Quellen und Ma e ialien,München:Baye ische Schulbuch Ve lag,1994, 30.
Die eu opäischen Re ungsmy hen Ma a hon/Salamis und Tou s/Poi ie s 37
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A ischen Seebundes gegen die Pe se besche en Eu opa den An ang de Ge-
schich e ( e s anden als his o ia e umges a um), denn sie animie en He odo ,
den »Va e de Geschich ssch eibung«, zu seinen His o ien,de en Schwe -
punk hemen die Pe se k iege beziehungsweise de Kamp Eu opas gegen Asien
sind. Sein his o isches We k zähl nochheu e zu den wuch igs en übe haup ,
denn sein o males Vo bild wa en die g iechischen Epen, so dass e eine Ge-
schich e e schu , in de die A hene wieHome ische Helden e scheinen.14 Die
Jah e nach Salamis zeichne en A hen einen glanz ollen Weg o .Diese wa
alle dings oneinem »a henozen ischen Kul u impe ialismus ohnegleichen«
gep äg ,de ü seine Zwecke»bewuss My hen älschungen in Kau nahm, ja,
solche mi els de Kuns und de g oßen T agödien ge adezu be ö de e«, wie
Michael Sieble kü zlich in einem ganzsei igen Bei ag des Feuille ons de FAZ
o mulie e15 –ein Hinweis da au , dass de My hos um Ma a hon und Salamis
auch in de gegenwä igen Geschich skul u noch eine Rolle spiel .
He odo dü e auch ondiesen a ischen »My hen älschungen« bezie-
hungsweise My hens i ungen beein luss wo den sein und be eilig e sich au
diese G undlage nachhal ig an de Gene ie ung onwei e en. In Rückbindung
an sak ale My hen adi ionen üh e e ,sodie In e p e a ion Hans Blumen-
be gs, die »Idee« des »wel e schü e nden Kon lik s« au die Missguns des im
Ve gleich zu seinen my hischen Vo gänge nwenige mäch igen Zeus gegenübe
den Menschen zu ück.16
He odo leg dem Xe xes olgendeWo e in den Mund:
Wenn wi die A hene und de en Nachba ölke […]un e wo en haben, so dehnen
wi das Pe sische Reich so wei aus, daßes mi dem Himmel zusammens öß . Kein
Nachba land Pe siens soll dann meh die Sonnebescheinen, sonde n alle Lände
machen wi zueinem einzigen Reich und ziehen du ch ganz Eu opa.17
Wohe He odo die genauen Absich en des G oßkönigs gekann haben will,
e ä e dem Lese eilich ebenso wenig wiedie genaue en Um isse seines
Eu opa-Konzep sbeziehungsweise dasjenige des Xe xes. BeiHe odo i
zudem deu lich die neue Un e scheidung zwischen Hellenen(=Zi ilisie en)
und »Ba ba en« zu age. De Ba ba en opos is ein seh ielschich ige .Was
He odo mi ihm e binde , mag olgende Passage e anschaulichen,die sich
14 OswynMu ay, Das ühe G iechenland,München:d ,5.Au lage 1995, 357.
15 Michael Sieble ,»Als A hen zu G oßmach wu de. Wo ob e die Schlach on Salamis?«, in:
F ank u e Allgemeine Zei ung, 23. Ap il2015, 9.
16 HansBlumenbe g,»A bei am My hos« (1979), in: Tex e zu mode nen My hen heo ie,
191–218, 198.
17 He odo , His o ien,Buch VII, Deu sche Gesam ausgabe, übe se z onAugus Ho ne e ,
S u ga : K öne ,4.Au lage 1971, 438.
Felix Hinz38
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beim Übe gang des pe sischen Hee es übe den Hellespon zuge agen haben
soll:
Die S eckezwischen Abydos und dem ande en U e is sieben S adien lang.Als die
B ücken e igwa en,kam ein gewal ige S u m, de das ganze We k ze s ö eund
zunich e mach e. –Als Xe xes das hö e, e g imm e e und be ahl, den Hellespon os
du ch d eihunde Geißelhiebezuzüch igen, auch ein Paa Fuß esseln ins Mee zu
e senken. […] Siche is […],daße denAu aggegebenha ,die ohenundgo losen
[i.e. ba ba ischen, e g.d.Au o s] Wo ezusp echen:›Du bi e esWasse !Sozüch ig
dich de Gebie e ,weil du ihn gek änk , de dich doch nie gek änk ha . König Xe xes
wi d übe dich hinweggehen, ob du nun wills ode nich . […]‹ So ließe das Mee
züch igen, und den Au sehe n des B ückenbaus wu de de Kop abgeschlagen.18
Es wi d deu lich, dass Xe xes in de Deu ung He odo s ein anmaßende Ge-
wal he sche wa ,de nich nu die Völke ,sonde nauch noch die Na u
knech en woll e. Seine He scha be uh nich au Rech . Geißeln und Ke en
sind sei dem seine A ibu e.19 A hen jedoch s and be ei s sei U zei en au dem
»G und de gezähm enF emdgewal «.20 Beiden G iechen kämp ejede Ein-
zelne aus Übe zeugung und ü seine poli ische F eihei , Xe xes abe ,als e »au
dem Boden Eu opaangelang wa ,schau e […] dem Übe gang de T uppen zu,
die mi Pei schenhieben ange ieben wu den.«21
Die Deu ungen de Geschich sschulbüche des neunzehn en Jah hunde s
Dass K iege im Zei al e des Na ionalismus eine besonde e Rolle spiel en, lieg
au de Hand. Die e Langewiesche komm in seine S udie, die die poli isch
ele an en My hen on17eu opäischen Na ionen und den USA un e such , zu
dem Schluss, dass 65 on90My hen mi K ieg e bunden sind.22 –Soauch im
o liegenden Fall. Dem Ausgang de Pe se k iege wu de ü das Schicksal Eu-
opas eine solch übe s eige e Bedeu ung beigemessen, dass, obwohl Englände
18 Ebd.,VII, 35, 451.
19 Vgl. plas isch die Da s ellungdes Xe xes in F ank Mille s G aphic No el 300,Ludwigsbu g:
c osscul ,2006(o iginal:Da k Ho seComics, 1998)ode de da au be uhendenVe ilmung
(300,USA 2006, Reg. Zack Snyde ).
20 Blumenbe g, A bei am My hos,205. Poseidonha e eins seinen D eizack in die Ak opolis
ges oßen, um –seine ihm gebüh ende Sphä e e lassend –Ansp uch au die S ad zu e -
heben. Doch einzige E ek dieses Ve suchs wa –sode My hos –die En s ehung eine
Mee wasse quelle, die A hena du ch P lanzung eines Oli enbaumes symbolisch zu neu a-
lisie en weiß.
21 He odo , His o ien, Buch VII,56, 459.
22 Die e Langewiesche, »K iegimMy hena senal eu opäische Na ionen und de USA.
Übe legungen zu Wi kungsmach poli ische My hen«,in: Nikolaus Buschmann und
Die e Langewiesche (Hg.), De K ieg in den G ündungsmy hen eu opäische Na ionen und
de USA,F ank u am Main:Campus,2003,13–22.
Die eu opäischen Re ungsmy hen Ma a hon/Salamis und Tou s/Poi ie s 39
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auch damals schon dem Kon inen gegenübe k i isch einges ell wa en, de
libe ale Denke John S ua Mill (1806–1873) u eil e:»Die Schlach on Ma-
a honis selbs als ein E eignis de englischen Geschich e wich ige als die
Schlach on Has ings.«23 Es kann also nich e wunde n, wenn deu sche
Schulbüche eine mindes ens ebenso bedeu same Bewe ung o nahmen.
Mi implizi em Bezug au He odo bezeichne e das Leh buchde Geschich e
de Völke und S aa en des Al e hums (1824) die Schlach on Ma a hon als
»wel wich igen Kamp de F eihei mi de Knech scha .«24 E s aunlich o en im
Geis des Vo mä z, de wenig Sympa hien ü »G oßkönige« gehab haben
konn e, is do die Rede on»eine Hand oll epublikanische Helden, un e
ih em onF eihei und Va e land begeis e en Mil iades, [die] beiMa a hon die
pe sischen Völke massen zu ückwa en.«25 Obwohl eihei liche S immen nich
gänzlich e s ummen,gewannen nach 1848 jene an Ein luss, die die Demok a ie
nega i bewe e en. F ied ich Zu bonsen s ell beispielsweiseinDas Al e um,
Band 1(1895) die F age:
Welche he o agenden A hene sind im Unglückeges o ben?Mil iades, de Siege
onMa a hon, e u eil , an seinen Wunden;Themis okles, de Siege onSalamis,
e bann ,du ch Selbs mo d;[usw.] –De G und ih es Schicksalslieg indem wan-
kelmü igen und ei e süch igen Cha ak e de a ischen Demok a ie.26
Nach de Reichsg ündung e schobsich die Deu ungdes My hos inso e n, als
dass die A hene ih e K a nich aus de epublikanischen S aa s o m, sonde n
ausih e o geblich assischen Übe legenhei schöp en.De Passus:»Sowa de
glo eichs e Sieg e ungen, so wa das Va e land du ch den s a ken A mseine
Heldensöhne beschü z o de Knech scha ,inwelche de Übe mu eines
emden He sche s es zu s ü zen d oh e«,27 inde sich in zahl eichen Ge-
schich sschulbüche njene Zei . Wäh end des E s en Wel k iegeswu de
schließlich besonde s de Mu de A hene he o gehoben. En scheidend wa
jedoch s e s, dasesnich nu um A hen ging,sonde n ielmeh um ganz Eu-
23 Zi . nach:We ne Dahlheim, Die g iechisch- ömische An ike.Band 1G iechenland,Pade -
bo n u.a.:Schöningh, 3. Au lage 1994, 166.
24 Samuel F ied ich Augus Reusche , Leh buch de Geschich e de Völke und S aa en des
Al e hums,Be lin:Amelang,1824, 198.
25 Ebd.
26 F ied ich Zu bonsen, Geschich liche Repi i ions agen undAus üh ungen. Ein Hil smi el ü
Un e ich und S udium. E s e Teil:Das Al e um,Be lin:Nicolai, 3. Au lage 1895, 17.
27 Ku si om Au o ,z.B.Woldema Die lein, Bilde aus de Wel geschich e. EinHil sbuch beim
biog aphischenGeschich sun e ich ü Leh e und ein Lesebuch ü Schüle ,B aunschweig:
F ied ich W eden,1871, 49;Jakob Ca l And ä,E zählungen aus de g iechischen und ö-
mischen Geschich e. EinLeh -und Lesebuch ü den e s en Geschich sun e ich anhöhe en
Leh ans al en,Leipzig:Voig lände ,8.Au lage 1895, 56 (zahl eiche Neuau lagen ohne Än-
de ungen an diesem Sa z bis 1918).
Felix Hinz40
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ebenso e nich end e lo en, wiee sie a sächlich gewonnen ha , wä e dies eine
b enzlige Si ua ion ü die F anken gewo den.
De Sieg kam ü sie jedoch nich une wa e , denn Ka l wa ein e ah ene
K iegs üh e und nahmsich, da e sich eine Niede lage nich leis en konn e,
einige Tage Zei , den Gegne genauabzuschä zen. Doch die hohen Ve lus e de
A abe ,zudenen auch Abde ahmanselbs zähl e, wa en auch ü die Zei ge-
nossen beme kenswe . Gleichwohl gal ihnen die Schlach zunächs nu als ein
Sieg Ka ls un e ielen. Fes zuhal en is e ne ,dass die Schlach nich Teil eines
Religionsk ieges wa und sich die F anken auch nich als »Eu opäe « im heu-
igen Sinne ühl en.
In de Folge gab es zwa noch einige wei e e Züge de A abe du ch den
südlichenTeil des heu igen F ank eichs, doch ih eExpansionsk a wende e
sich nunehe in den wes lichenMi elmee aum, so dass man insgesam nich
behaup en kann, dass mi Tou s und Poi ie s »Eu opa« ge e e wo den sei.50 Die
Ka olinge alle dingsse z endie änkische Mach nun auch im Süden du ch
und e moch en schließlich die Me owinge om Th onzu e d ängen.
Die Deu ungen de Fak en in den Quellen
In eine anonymen wes go ischen Quelle on754 inde sichbe ei s die Wo -
wahl, dass die Schlach on Poi ie s ein Sieg de »Eu openses« übe die »A abes«
gewesen sei.51 Wasabe hie »Eu openses« bedeu e , die auch de Fo se ze de
Go ench onik Isido onSe illas e wähn ,52 bleib unkla .And eas Fische
e mu e , dass lediglich F anken und Bu gunde gemein gewesen seien.53 Einen
ande en Fokus weisen die Annales Me enses (p io es)aus dem ühen neun en
Jah hunde au :Do gil Ka l als Ve eidige des ömischen Volkes.54 Einha d
schließlich wa de E s e, de in seine Vi a Ca oli Magni Abde ahman einen
50 De Aussp uch a ab.Hee üh e wieAbde ahmans, dass das Banne des P ophe en übe
dem Va ikan wehen solle, wa damals nich sowei he gehol . 810 e obe en die A abe
Ko sika, 827 bis 1091 wa Sizilien a abisch, ca. 800 bis 1000 gab es zahl eiche a abische
Übe älle en lang de i alienischen und p o enzalischen Küs e, 843 übe ielen die A abe
Romund plünde en die S ad 846 auch.
51 And easFische , Ka lMa ell.De Beginnka olingische He scha .S u ga :Kohlhamme ,
2012, 119.
52 »Con inua io Hispana«, in:Theodo Mommsen (Hg.), Monumen aGe maniae His o ica.
Auc o es an iquissimi,Bd. 11, Be lin:Weidmann, 1894, 323–368, 361 .
53 Fische , Ka l Ma ell,119.
54 »Annales Me enses p io es«, in:Be nha d onSimson (Hg.), Monumen a Ge maniae
His o ica. Sc ip o es e um Ge manica uminusum schola um10, Hanno e /Leipzig:
Hahnsche Buchhandlung,1905, 1–98, 25, 27 .,30 .
Die eu opäischen Re ungsmy hen Ma a hon/Salamis und Tou s/Poi ie s 47
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gene ellen E obe ungsplan un e s ell e.55 E s de zwei e Fo se ze de F ede-
ga -Ch onik,de un e Ka l Ma ells Halbb ude Childeb and a bei e e, auch e
den Kamp in ein eligiöses Lich und deu e e die F anken als neues Is ael.56
Ka ls Beiname »Ma ellus« hingegen wu de e s sei dem el en Jah hunde mi
dem A abe sieg e knüp . Sei diese Zei wu de die Schlach zum Teil eines
Religionskamp es umgedeu e und Ka l gal als eine A P o o-K euz ah e .57
Die Deu ungen de Geschich sschulbüche des ach zehn en und neunzehn en
Jah hunde s
Abb. 1: Ka l Ma ell in [»Von einem hessischen Schulmanne«],Bilde ausde a e ländischen
Geschich e ü hessische Schulen. Mainz:F anz F ey 1885, 2058
55 Einha d,»Vi a Ka oli Magni«,in: Oswald Holde -Egge (Hg.), Monumen a Ge maniae
His o ica. Sc ip o es e um Ge manica uminusum schola um 25,Hanno e /Leipzig:
Hahnsche Buchhandlung,1911, 4.
56 Fische , Ka l Ma ell,192.
57 Hugo onFla igny, »Ch onicon«, in:Geo g Hein ich Pe z(Hg.), Monumen a Ge maniae
His o ica. Sc ip o es 8,Hanno e :Hahnsche Buchhandlung, 1848, 280–503, 125 .
58 Ganz ähnlicheAbbildungen om »Hamme «-schwingenden Ka lMa ell inden sich auch in
z. Schulgeschich sbüche njene Zei , gl. z.B. S. M., P emiH es No ions d’His oi e de
F ance. Cou s 8lemen ai e. Lille:Descl8e1901, 33. Als Vo bild dien en hie Gemälde ausde
Gale ie onVe sailles.
Felix Hinz48
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Vo allem Jacob Bu ckha d (1818–1897) wa es, de das Bild onKa l Ma ell als
»Siege übe den Islam« p äg e,59 das uns in den Schulgeschich sbüche ndes
neunzehn en Jah hunde s en gegen i . Ausd
iese Zei s amm a
uch die Vo -
s ellung Ka l Ma ells als buchs äblich den Hamme ode die Ax schwingenden
Hühnen, die sich ausden Quellen nich belegen läss .
Auch in diesem Fall wi d in den Schulgeschich sbüche ndes neunzehn en
Jah hunde s nich nu das F anken eich ge e e , sonde ndas Abendland und
Eu opa. Mi den A abe nwe den dabei ganz ähnlicheEigenscha en assoziie
wiezu o mi den Pe se n. Ein We k on1885 schilde , wiedie A abe »mi
einem ungeheu en Hee e« übe die Py enäen ges iegen seien, »um ganz Eu opa
ih e Religion und He scha au zuzwingen«.60 Ein Schulbuch, das ein Jah
spä e ged uck wu de, be ach e die Schlach ga als »eine de wich igs en de
gesam en Wel geschich e«.61 Einen beme kenswe na ionalen G und ü solch
eine We ung lie e eine Publika ion on1892, die behaup e , dass Ka l mi
seinem Sieg beiPoi ie s »die ch is lich-deu sche Kul u o dem Islam« ge e e
habe.62 Man sieh hie ,dass de sieg eiche Hausmeie nich nu (nach ollzieh-
ba e Weise) on anzösische ,sonde nauch ondeu sche Sei e e einnahm
wu de, was sich beispielsweiseauch in olgende Passage eines Un e ich swe ks
on1839 wide spiegel : »Kühn, in odes e ach ende Begeis e ung,s ü m en
die A abe ,abe une schü e lich wieMaue n, wiedas ewige Eis des No dpols,
s anden die Deu schen«.63
De Kamp wi d nuneindeu ig im Kon ex eines Heiligen K ieges gesehen:
»Damals wa en dieA abe ode Mau en in Eu opaeingeb ochen, ha enSpanien
e obe und woll en nunauch die F anken un e jochen, um das Ch is en um
59 Fische , Ka l Ma ell,120.
60 [»Von einem hessischen Schulmanne«], Bilde ausde a e ländischen Geschich e ü hes-
sische Schulen,Mainz:F anz F ey,1885, 20; Ähnlich auch in F ank eich:»Pa la ic oi e de
Tou s, Cha les Ma el sau a non-seulemen laGaule anque, mais enco el’Eu opeci ilis8.«;
M. L’Abb8Cou al, His oi edeMoyenAge.AL’Usage de la Jeunesse. Pa is:Poussielgue1868,
151.
61 JakobWychg am, Leh buch de Geschich e ü die mi le en und obe en Klassen höhe e
Mädchenschulen sowie ü Leh e innen-Semina e. II. Teil:Mi le e und neue eGeschich e,
Be lin:Ho mann, 1886, 19.
62 Richa dSchillmann, Schule de Geschich e. 2. Teil:Von Augus us bis zu Re o ma ion. Un-
e e ia,Be lin:Nicolai, 1892,24.
63 F ied ich Nössel , Leh buch de Wel geschich e ü Bü ge -und Geleh enschulen mi be-
sonde e Be ücksich igung de deu schen Geschich e. Theil 2,Leipzig:E ns Fleische ,
2. Au lage 1839, 24;In anzösischen Schulgeschich sbüche n,die s ichp obena igkon-
sul ie wu den, and sich kein Beispiel da ü , dass die F anken dezidie als »F anzosen«
bezeichne wu den. Gleichwohl ungie e Ka l Ma ell auch hie als Re e F ank eichs;Z.B.
Vic o Du uy, His oi edeL’Eu ope Du Ving ieme si8cle ala in du XIII (395–1270). Pa is:
Hache e 1879, 159:»Mais sa plus g ande gloi e u d’a oi sau 8la F ance.«
Die eu opäischen Re ungsmy hen Ma a hon/Salamis und Tou s/Poi ie s 49
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ganz und ga zu e nich en.«64 Doch so wei kam es mi den ch is lichenEu-
opäe nnich , wieein Schulbuch ausdemselben Jah e künde :
Diese Sieg,welchen Ka l im Ok obe des Jah es 732 e och , is eine de schöns enin
de Geschich e de Menschhei , denn e e e e die F eihei Eu opas, schü z e die
selbs ändigeEn wickelung und Ve assung de einzelnen Völke ,und, was noch wei
meh is ,e bewah e die Anhänge de gö lichen Religion Ch is i o de Knech ung
(sic!) un e die Leh e des Mohammed. Sei dem wa d Ka l als ein g oße Held de
Ch is enhei e eh , und ihm de ühmliche Name Ma ell ode Hamme gegeben,
weil e beiTou swie mi dem Hamme Go es au die Ba ba en ze malmend losge-
schlagen ha e.65
Hie sieg e, wieein ande es Schulgeschich sbuch on1896 be on ,»nich nu das
F anken eich übe das mau ische Spanien, sonde ndas Ch is en um übe den
Islam, das K euz übe den Halbmond«.66
Die Deu ungen in Geschich sbüche n ü Gymnasien 1990 bis 2013
( o G8 in NRW)
Neue e Geschich sschulbüche hal en sichwie be ei s im Falle Ma a hon/Sala-
mis mi de In e p e a ion de Schlach als »Re ung Eu opas« zu ück. Doch
auch hie s i b de My hos nu zöge lich ab,wobei de sinnen kleide e Ke n,
ondem man sich nich ennen mag,o sku ile Weise ein ach s ehen blieb,
als wü dee sich selbs e klä en. In Zei eisezum Beispiel geh es2008 un e dem
S ichwo »ChlodwigsNach olge «um dieka olingischenHausmeie .Do heiß
es:»An ang des 8. Jah hunde s gelang es einem onihnen, Ka l Ma ell, seine
S ä kezubeweisen. BeiPoi ie s besieg e e im Jah 732 muslimische A abe -
hee e, die das Reich onSüden he angeg i en ha en.«67 Es is kaum o s ellba ,
dass Schüle innen und Schüle eine solche Aussage ü sonde lich ele an
hal en. Ande e Schulgeschich sbüche un e s ellen, dass es sich nich umeinen
64 Ca l Wol , Kleine a e ländische Geschich e ü die Hand de Kinde in Volksschulen,Lan-
gensalza:He mann Baye &Söhne,2.Au lage 1883, 7.
65 Adol Hechelmann, »Geschich e des Mi elal e s« in Theodo B. Wel e (Hg.), Wel geschich e
ü höhe e Leh ans al en,Bd. 2, Müns e : Coppen a h,30. Au lage 1883,49.
66 E ns Ko n ump , Va e ländische Geschich sbilde .Ein Hil sbuch ü den Geschich sun e -
ich inp eußischen Volks- und Bü ge schulen,Leipzig:F ied ich B ands e e , 1896, 27;
Ähnlich auch in F ank eich:»Il comp enai bien d’ailleu s que la cause qu’il allai d8 end e
8 ai la cause de la ch 8 ien 8.«; G. Beleze, A. Lesieu , R8ci s de L’His oi edeF ance. Moyen
Age, Tou s:Al edMamee Fils, 1881, 85.
67 S en Ch is o e ,Helmu Heimbach u.a. (Hg.), Zei eise,Bd. 2, Leipzig:Kle , 2008, 18;
beme kenswe e Weise ganz ähnlich in einem anzösischen Schulbuch ü Geschich e und
Geog a ie on2005:»En 732, l’un en eeux, Cha les Ma el, a Þ e une a aque des A abes /
Poi ie s.«; Rachid Azzouz, His oi eG8og aphie Ving ieme,Pa is:Magna d, 2005, 46.
Felix Hinz50
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E obe ungsk ieg de A abe gehandel habe, sonde nnu um einen ela i
ha mlosen Beu ezug.(In diesem Fall ag essich, wa um sie Ka l Ma ell dann
mi alle ihm zu Gebo e s ehendenMach au zuhal en e such e.) S a onde
»Re ung Eu opas« zu sp echen and sich nundie Fo mulie ung,dass du chKa l
Ma ell die »a abischeExpansion«ges opp wo den sei. O enba scheu e man
den Beg i de »Re ung«, da diese ja eine We ung beinhal e . Bisweilen
g enz e es an Selbs e leugnung,wenn in einem A emzug mi de Schlach die
Übe legenhei a abische Kul u gep iesen wu de. In Fo umGeschich e (2009)
is zu lesen:
Die Ausdehnung de a abischen He scha kam 732 zum S ills and, als änkische
Hee e un e Ka l Ma ell die Sa azenen […] schlugen. […]
Kamp de Kul u en?
In al-Andalus leb en un e a abische He scha Muslime, Juden und Ch is en zu-
sammen. […] Das üh e dazu, dass Kul u und Wissenscha en in al-Andalus iel
wei e en wickel wa en als im üb igen Eu opa. Den g öß en An eil da an ha e die
islamische Kul u ,die de abendländischen in ielen Be eichen de Philosophie, Me-
dizin, As onomie und Ma hema ik o aus wa .68
Vo diesem Hin e g und konn en Schüle die Niede lage Abde ahmans as
bedaue n.
Die Deu ungen heu ige Geschich sschulbüche ü Gymnasien (G8) in NRW
De eins seh i ale My hos um Ka l Ma ell und die Schlach on Tou s und
Poi ie s spiel heu e eine noch deu lich ge inge e Rolle als die a ischen Siege bei
Ma a honund Salamis. In den meis en gymnasialen Leh we ken ü das G8 in
No d hein-Wes alen auch e ga nich meh au .69 InHo izon e e wende ede
Wes e mann-Ve lag o enba nocheine äl e eKa e, au de › e gessen‹ wu de,
O und Da um des Kon lik s zu löschen, de sons ni gends e wähn geschweige
denn e läu e wi d.70 Da übe hinaus wi d das E eignis einzig in Zei en und
Menschen e wähn . Hie lies man im Da s ellungs eil den Sa z: »De bedeu-
ends e un e den Hausmeie nwa Ka l Ma ell, dem es 732 als änkischem
Hee üh e gelungen wa ,das Vo d ingen de A abe nach Mi eleu opazu
68 Hans-O o Regenha d (Hg.), Fo um Geschich e,Bd. 7, Be lin:Co nelsen, 2009, 98.
69 S ichp oben ak uelle anzösische Leh we kee gaben, dass es auch do (be ei ssei
spä es ens 2012) Schulbüche gib , die be ei sgänzlich ohne die Schlach on Tou sund
Poi ie s auskommen. Dies gil o allem ü solche We ke, die ü den Fäche e bund Ge-
schich e und Geog a ie e ass wu den.
70 Ul ich Baumgä ne (Hg.), Ho izon e Geschich e Gymnasium (G8) No d hein-Wes alen,
Bd. 1, B aunschweig:Wes e mann, 2007, 142.
Die eu opäischen Re ungsmy hen Ma a hon/Salamis und Tou s/Poi ie s 51
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s oppen.«71 Diese Aussage is seh in e essan , en häl sie doch noch imme die
These, dass die A abe noch iel wei e o ges oßen wä en. Washie mi
»Mi eleu opa« gemein i
s , bleib age. Vomg
eog a ischen S andpunk he
kann kaum Zen al ank eich gemein sein, so dass die Aussage noch imme die
These implizie , Ka l Ma ell habeEu opa(und Deu schland?) ge e e .
Wenn übe haup noch explizi onde »Re ung Eu opas« die Rede is , e -
s eck man sich auch hie hin e de Deu ung nich genann e Quellen und
nimm dazu nich S ellung.Soheiß esbeispielsweise in Geschich e und Ge-
schehen: »In de Schlach bei Poi ie s 732 wu den sie [die A abe ] onden
F anken geschlagen. Die Eu opäe sahen dies als Re ung des ch is lichen
Abendlandes o den Muslimen.«
Um de cu icula en Fo de ungge ech zuwe den, Geschich skul u zu
hema isie en, we den imme wiede auch na ionale My hen in Schulbüche n
als solche hema isie .72 In den ü G8inNo d hein-Wes alen zugelassenen
Schulbüche nis dies in Bezug au den Ka l-Ma ell-My hos nich de Fall. Ein
ak uelles Beispiel inde sichjedoch in Geschich e en decken om C.C. Buchne
Ve lag (Real- und Gesam schulen, Hessen) on2014. Un e de Übe sch i
»Ka l Ma ell –Re e des Abendlandes?« wi d ein Auszug onKa l Fe dinand
We ne zi ie :
Wa Ka l Ma ell beiPoi ie s de Re e des Abendlandes?[…] Selbs e s ändlich
wa en die Wälde No d ank eichs nich on eine länge daue nden E obe ung be-
d oh : Die A abe konn en und woll en sich do nich niede lassen. […]De Süden
F ank eichs wu de zwa onden Mohammedane n (sic!)be ei , abe da ü on Ka l
un e wo en.73
Das me owingische F anken eich als »Wälde « zu bezeichnen und den F anken
dami implizi Hin e wäldle um zu un e s ellen,is an sich be ei s nich
we neu al. Die Behaup ung,dass die A abe sich do »selbs e s ändlich«
nich hä en e ablie en wollen, is du ch die Quellen nich beg ündba .(Was
hä e dagegen gesp ochen?) Ka l Ma ell dannsoga als den eigen lichen Be-
sa ze da zus ellen, keh den Spieß ollends um. Die Ka olinge ,sugge ie de
Tex , seienImpe ialis en gewesen, de en agg essi e Expansion manablehnen
müsse. Die Au gabe »Beach e, wieein His o ike heu e den Sieg Ka l Ma ells
71 Aus e mann und Lendzian, Zei enund Menschen,Bd. 1, 2008, 200;soauch die sp achliche
Regelung im deu sch- anzösischen Gemeinscha sschulbuch:»Leu p og essijnenEu ope
es cependan s opp8e, en 732, /la ba aille de Poi ie s.«; Raine Bendick (Hg.), His oi e/
Geschich e. L’Eu ope e le monde del’An iqui 8#1815,S u ga :Kle &Pa is:Na han, 2011,
90.
72 Vgl. z.B. die Bei äge onBjö n Onken, Susanne G indel, Ch is oph Kühbe ge ,Julia
Thy o , Ma kusFu e und Ch is ine P lüge in diesem Band.
73 Ka l Fe dinand We ne , Die U sp ünge F ank eichs bis zum Jah 1000,S u ga : Deu sche
Ve lags-Ans al , 1989,369.
Felix Hinz52
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einschä z . Wiebeg ünde e seineBewe ung?« e lang wiede um kein k i i-
sches U eil, und die Sei e bie e Schüle innen und Schüle nauch keine wei e e
Ma e ialg undlage, sich ein solches bilden zu können. Es geh hie ü sie also
nu da um, eine ühe en, wenigs ens bedeu ungs ollen In e p e a ionen wi-
de sp echende Meinung anzus aunen.
Auch hie gil :Ohne die »Re ung Eu opas«, das heiß wenn Tou s und Poi-
ie s nu eine onmeh e en Siegen eines ka olingischen Hausmeie swa ,
schein die ganze Episode in einem Schulgeschich sbuch übe lüssig.De My-
hos wi d nich au seinedamaligen und heu emögliche weise obsole en
Funk ionen hin e ag .
Auch allgemeinbe ach e ge a en die Ka olinge ,obwohl man sie mi eini-
gem Rech zuden G ünde ä e nEu opas echnen kann, in den neuen Ge-
schich sbüche nzunehmend an den Rand. Dies gil insbesonde e ü denjeni-
gen, nach dem die Dynas ie zu Rech benann is , he sch e e doch be ei s
ak isch als ungek ön e König.Vielleich is das Thema »Ka l Ma ell« dem
ak uellen Zei geschmack endenziell zu ge manen ümelnd,die A hene bei
Ma a honund Salamis hingegen wa en wenigs ens Demok a en und genießen
–dankHe odo –die Au a Home ische Epen und dami un e däch igen hu-
manis ischen Bildungsgu es. Gleichwohl is das le z e Wo zu Ka l Ma ell im
Hinblick au wei e b ei e e Ängs e o e neu en g oßen Zahlen Ge lüch e e
ausdem Nahen Os en und eine »schleichenden Islamisie ung Eu opas« si-
che lich noch nich gesp ochen.
Fazi
Poli isch läss sich ausdem Be und olge n, dass eine eu opäische Abg enzung
gegen das F emde in Deu schland de zei poli isch nich gewünsch is , denn die
Eu opäische Union e s eh sich als his o isch einmaliges F iedensp ojek . Eu-
opa de inie sich nach wie o übe F eihei , alle dings im Sinne de Au klä-
ung und spä es ens ab Ve kündung de Menschen ech e im uni e salen Sinne.
Sei dem Ende onImpe ialismusund Kolonialismus und insbesonde edem
Beginn de Globalisie ung,eine e s ä k en muslimisch gep äg en Einwande-
ung und gegen Eu opa und den Wes en ge ich e enislamis ischen Te o ismus
s ell sich Eu opazudem eine his o isch einmalige In eg a ionsau gabe. Dass
Eu opa seinen Wohls and o allem seine k iege ischen und expansi en Ve -
gangenhei e dank , wi d heu e onde eu opäischen Be ölke ung selbs un-
ge nzugegeben, doch die auße eu opäische Wel ha es nich e gessen. Heu e
be ach en »wi « uns mi Blick au das o au geklä eEu opaals geläu e .
Die eu opäischen Re ungsmy hen Ma a hon/Salamis und Tou s/Poi ie s 53
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»Eu opa« (ode soll e man einsch änkend sagen:»Wes eu opa«?)will nich
meh du ch Wa en he schen, sonde n»dieWel mach de He zen« sein.74
Haben die My hen onde »Re ung Eu opas«, zu denen jensei s de hie
hema isie en beispielsweisedie Schlach au den Ka alaunischenFelde n (451
gegen A ilasHunnen) die Schlach au dem Lech eld (955 gegen die Unga n)
ode die Ve eidigungen Wiens 1529 und 1683 gegen die Osmanen zu zählen
sind, also ausgedien ? –Hin e eine solchen Annahme dü e iel Wunsch-
denken s ehen, denn an den G enzen Eu opas gä es. Wi d es gelingen, den
Uk aine-Kon lik iedlich beizulegen ode das Flüch lingsp oblem zu lösen?
Fü alle Fälle, d.h. alls doch wiede gewal sam um Eu opas G enzen ge ungen
ode die eu opäische Poli ik eins doch daue ha au S acheld ah und die
»Fes ung Eu opa« se z , we den die al en Ve eidigungsmy hen o e s –en -
kon ex ualisie und sinnen schä abe nich abge üs e –inRese e gehal en.
Ob sie do als WeißeZwe ge des Geschich sbewuss seins noch eine Zei lang im
Ve bo genen ih e K a elde wi ken lassen, be o sie öllig ausden Schulge-
schich sbüche n e schwinden, ode ob sie un e e ände en poli ischen Be-
dingungen wiede e s ehen und e neu zu hellen S e nen e s ahlen, die Eu opa
den Wegaus de Ve gangenhei in die Zukun weisen sollen, bleib abzuwa en.
Nich umsons bescheinig Jean-Jacques Wunenbu ge dem My hos, dass e die
»a che ypische Ma ix« auch im Zus and des Schein ods noch en häl , »au
de en Basis die Vo s ellungsk a Geschich en neu en wi ,e neue und
ekons uie «.75 Explizi e Ve suche de En my hologisie ung in Schulge-
schich sbüche ndü en dem k ea i enSelbs gene ie ungs e mögen des My-
hos ehe Vo schub leis en, als ihn wi ksam zu un e binden, da e du ch das
Momen des E zählens seine die psychischen K ä eansp echende Faszina i-
onsk a gewinn , du ch die e leb .
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lisie ung des Va e landes als obe s e Legi ima ionsins anz einschließlich de
Fo de ung,das eigene Lebenda ü zuop e n.«17 Ein ühe Ve e e eines
mode nen Na ionalismus wa de Zweib ücke Gymnasialp o esso Johann
Valen inEmbse (1749 bis1783) de 1779 sein Buch gegen Die Abgö e eiunse s
philosophischen Jah hunde s:E s e Abgo ewige F ieden e ö en lich e.18 Am
Ti el seines Buches wi d deu lich, dass sichEmbse gegen eine he schende
Meinung im Disku s seine Zei wende e. E o mulie e abe Thesen, die bald
meh hei s ähig we den soll en. Dem Na ionalismus wies e eine üh ende Rolle
im We ekanon zu, denn ü ihn wa en »Liebedes Va e landes, Ve ach ung de
Auslände ,Na ionals olz, Tap e kei und Pa io ismus–die e s en Tugenden de
Na ionen«. Obgleich A minius auch onEmbse e wähn wu de,19 ehl e de
Che uske ü s alle dings noch in seine Lis e onheldenha en Volks üh e n,
die beiEmbse Gus a Wasa, F ied ich onP eußen und Achill um ass .20
Fü die Fokussie ung des deu schen Na ionaldisku ses des ach zehn en
Jah hunde s au die Na ion als imaginie eKamp gemeinscha so g en die
E ah ungen de napoleonischen Zei . Die Ze schlagung des Al en Reiches, die
Au lösung iele Te i o ien, die unmi elba e Bese zung ondeu schen Ge-
bie en und die dami e bundenen Belas ungen du ch Kon inen alspe e,
Kon ibu ionen und Rek u ie ungen21 wi k en als Ka alysa o ü die Fo mung
eine Vo s ellung onde Na ion, de en Mission es sei, das »deu sche« Volk on
de F anzosenhe scha zube eien. Es is nich zuübe sehen, dass zahl eiche
bedeu ende In ellek uelle wieHein ich onKleis , F ied ich Ludwig Jahn, Jo-
hann Go lieb Fich e, E ns Mo i z A nd , Theodo Kö ne und auch de
Schulbuchau o Gab iel B edowinde Auseinande se zung mi Napoleon zu
einem mili an en Na ionalismus anden. Wei e Teile de Be ölke ung blieben
da oninnapoleonische Zei zwa noch unbe üh , abe die gesellscha liche
Basis des Na ionalismus wuchs s e ig.22 So glaub en die p eußischen Mili ä e-
o me ,mi de Ve b ei ung de Idee oneine Na ion meh mili ä isches Po-
enzial mobilisie en zu können als in de S ändegesellscha ,23 wobei sie
17 Plane , Wann beginn de mode ne Na ionalismus,53.
18 Johann Valen inEmbse , Die Abgö e ei unse s philosophischen Jah hunde s. E s e Abgo :
Ewige F iede,Mannheim:Schwan, 1779, 163.
19 Ebd.,118.
20 Ebd.,64.
21 Die e Langewiesche, Na ion, Na ionalismus und Na ionals aa ,München:C.H.Beck, 2000,
198.
22 Ebd.;U e Plane emp iehl dahe oneine Sa elzei des mode nen Na ionalismus on 1740
bis 1830 zu sp echen, gl. Plane , Wann beginn de mode ne Na ionalismus,27.
23 Heinz S übig, »Be enho s , Bülowund Scha nho s als K i ike des p eußischen Hee es de
nach iede izanischenEpoche«,in: Pe e Baumga u.a.(Hg.), Die p eussische A mee zwi-
schen Ancien R8gime und Reichsg ündung,Pade bo nu.a.: Fe dinand Schöningh, 2008,
107–120, 118.
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schließlich auch die Un e s ü zung des Königs bekamen. Als »Va e land« sah de
König P eußen an, abe auch die Ka e des deu schen Na ionalismus wu de on
ihm gespiel .24 Obwohl oneinem Volksk ieg ü die Be eiungsk iege nich
gesp ochen we den kann, lie e ede Na ionalismusdisku s ausdiesen Jah en
den Ke n des na ionalen Sch i ums im Deu schland des spä en neunzehn en
Jah hunde s.
Als his o isches Vo bild ü den Kamp de Deu schen gegen die F anzosen
d äng e sich de sieg eiche He mann ge adezu au . Mi de Kaise k önung ha e
Napoleon seinen iel äl igen Bemühungen, sich in ömische T adi ionen zu
s ellen, eine K one au gese z , so dass es nich schwe iel, ihn mi den ömischen
In aso en zu iden i izie en. Die deu schen Na ionalis en wiede um sahen sich
ge nals Nach ah en de Ge manen, denn Taci us ha e sie in de Ge mania
neben den ba ba ischen Zügen mi zahl eichen posi i en Eigenscha en e se-
hen. Den Zusammenschluss onGe manen du ch He mann emp and man als
Gebu ss unde de deu schen Na ion, de man die e lo ene Einhei zu ück-
geben müsse, um zu al e S ä kezu ückzu inden. Nach dem Sieg übe Napoleon
e lo de He mannsmy hos den unmi elba enpoli ischen Anlass, die ehlende
s aa liche Einhei be eue e abe wei e hin die Na ionalbewegung und mi ih
das Na a i omSieg im Teu obu ge Wald mi dem da au au bauenden My-
hos.25
Wä enSchulbüche eine b uchlose Re lexion de bü ge lichen Geschich s-
kul u ,müss e in deu schen Schulbüche nde Jah e1806 bis 1814 de He -
mannsmy hos p ominen e e en sein. Man s öß inihnen jedoch kaum au
glo i izie ende Passagen übe die ömisch-ge manischen K iege. Dies häng
e mu lich dami zusammen, dass Napoleon im deu schen Bü ge um einige
Bewunde e ha e26 und o allem die Regie ungen de Rheinbunds aa en mi
Napoleon e bünde wa en. Auch P eußen bemüh esich nach dem F ieden on
Tilsi 1807, die F anzosen nich allzuseh zu p o ozie en.27 Alsdann 1814 de
K ieg gegen Napoleon ausb ach, ehl e die Zei , um die Schulbüche de zei -
genössischen K iegs he o ikschnell anzupassen, da die Buchp oduk ion einen
länge en Vo lau e lang . Alle dingsgelang es einigen Schulbuchau o en in den
Jah en zu o ,den Zensu ins anzen auszuweichen und einen na ionalis ischen
Toninih e Da s ellung de Va usschlach anzuschlagen. In Be lin e ö en -
lich e 1810 de P o esso amCölnischen GymnasiumKa l S ein (1773 bis 1855)28
24 Thomas S amm-Kuhlmann, König in P eußens g oße Zei . F ied ich Wilhelm III. de Me-
lancholike au dem Th on,Be lin:Siedle ,1992, 372 .
25 And easDö ne , Poli ische My hos und symbolischePoli ik. Sinns i ung du chsymbolische
Fo men am Beispiel des He mannsmy hos,Opladen:Wes deu sche Ve lag, 1995, 111–199.
26 He ied Münkle , Die Deu schen und ih e My hen,Be lin:Rowohl ,2009, 169.
27 Dö ne , Poli ische My hos, 146 .
28 Wol gang Jacobmeye ,»Das deu sche Schulgeschich sbuch 1700–1945. Die e s e Epoche
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ein Schulbuch, das zunächs ganz un e änglich in seine Da s ellung de Ge-
schich e des Augus us da au hinweis , dass »aus dem Wo eImpe a o […] das
Wo Empe eu en s anden« is , womi de Bezug zu Napoleon he ges ell wa .
Nu wenige Zeilen spä e heiß esübe den Impe a o Augus us:»Un e ihm
d angen die Röme zunächs mi E olg in Deu schland ein. […] Sie e bau en
hie iele S äd e.«29 Diese Aussagen dü en den Wünschen de F anzosen nich
wide sp ochen haben, abe ün zehn Sei en spä e sch eib S ein im Resume8zu
Augus us, dass »in seine Zei die Röme einmal on den Deu schen k ä ig
geschlagen wu den.«30 An de E wähnung des Sieges konn en die Behö den an
diese S elle im Buch nich s ausse zen, abe wennnunim Un e ich de na ional
gesinn en Leh k ä edie beiden S ellen in eine S unde zusammen üg e, wu de
de Kamp de an iken»Deu schen« zu einem Vo bild ü den Wide s and gegen
den Empe eu Napoleon.
De pa io isch gesinn e Schullei e Gab iel Go ied B edow(1773–1814)
ausEu in31 e ö en lich e 1804 ein Schulbuch in Al ona beiHambu g,woe
kaum Rücksich au die F anzosen nehmen muss e, da Dänema k sich e s 1807
mi Napoleon e bünde e und ohnehin keine o male Zensu p ak izie e32,so
dass B edowseinem na ionalen Pa hos eien Lau lassen konn e:
Nachhe d ang [D usus] ein S ie sohn des Augus us bis an die Elbe o ,ein Theil des
Landes zwischen dem Rhein und de Donauwa d ömische P o inz, und Allesschien
so uhig,daßQuinc ilius Va us ömische Ge ich eund Sp ache ein üh en woll e. Dies
beleidig e die Deu schen, besonde sdie Ru hen und Beile [de Lik o endes Va us]: Sie
e einigen sich un e He mann,lockenden Va usinden Wald, übe allen ihn und de
g öß e Theil des schönen ömischen Hee es wi d ge ö e , im Jah 9nach de Gebu
Ch is i. Diesem Siege dank Deu schlandseine F eihei und wi , daßwi Deu sche sind,
und daßnoch Deu sch au de Wel ge ede wi d.33
seine Ga ungsgeschich e im Spiegel de Vo wo e. Band 2: Dokumen a ion de Vo wo e
und Leh büche 1700–1870«,in: Ecke Bei äge 2013/1,h p:// eposi o y.gei.de/handle/
11428/185, Fn. 242, zule z gep ü am 01. Sep embe 2016.
29 Ka l S ein, Allgemeine Wel geschich e ü die Jugend. Zunächs zum Geb auche ü Söhne und
Töch e ausden gebilde en S änden und ü Schulen,Be lin:Hayn, 1810, 121.
30 Ebd.,136.
31 B edowe hiel noch1804 einen Ru andie Uni e si ä Helms ed . Vondo wechsel e e 1811
nach F ank u ande Ode und spä e nach B eslau. Vgl. Hen yA.Smi h,»Gab iel Go ied
B edow. Kon u en eines Bildes«, in:F ank Baudach und Gün e Hän zschel (Hg.), Johann
Hein ich Voß(1751–1826). Bei äge zum Eu ine SymposiumimOk obe 1994,Eu ine
Fo schungen 5, Eu in:S u e’sBuchd ucke ei und Ve lag, 1997, 327–346.
32 Robe Bohn, Dänische Geschich e,München:C.H.Beck, 2001, 89.
33 Gab iel Go ied B edow, Me kwü dige Begebenhei en ausde allgemeinenWel geschich e.
Fü den e s en Un e ich inde Geschich e, besonde s ü Bü ge -und Landschulen,Al ona:
Hamme ich, 1804, 52 .;eine Quelle B edows wa wah scheinlich:Michael Ignaz Schmid ,
Geschich e de Deu schen,Band 1, Ulm:S e inische Buchhandlung,1785, 78.
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B edows Buch and schnell wei e Ve b ei ung und e leb e bis 1880 wei übe den
Toddes Au o s hinaus insgesam 37 Au lagen. Wiewi kungsmäch igdie on
B edow
o mulie en Gedankens
chon am Beginn des neunzehn en Jah hun-
de s wa en, demons ie un e ande em ein Leh buch ausKemp en im Süden
Baye ns,wo de do igeGymnasialp o esso Anselm And eas Kaspa Camme e
bald nach dem S u z Napoleons 1815 einen G und ißde Wel geschich e e -
ö en lich e, de bis 1840 ün mal au geleg wu de. In o ensich liche Ähn-
lichkei zu den Fo mulie ungen B edows heiß esdo :
Nungal es dem Wes en Ge maniens. Die Röme d angen da bis an die Elbe o ,bau en
Kas elle und zwangen die Deu schen, ömische Sp ache und Gese ze anzunehmen.Da
e wach e de Ge manen F eihei ssinn. He mann ode A minius, de Sohn des Che-
uske ü s en Segime , leg e den s olzen Röme nSchlingen,lock e sie ie e ins Land
und e nich e e 9n.Ch .imTeu obu ge walde beinahe das ganze eindliche Hee –
eine Ke na mee on20.000 Mann.
Diesem g oßen Siege dank Deu schland seine F eihei , und wi , daßwi Deu sche sind,
und daßnoch Deu sch au de Wel gesp ochen wi d. Zwa d angen die Röme nach 7
Jah en (16 n.Ch .) noch einmal bis an die Wese o ,und sieg en übe die Deu schen;
abe au dem Rückzug ging ein Theil de Flo e und de A mee zug unde. Vondiese
Zei an hö en die Ang i e de Röme au die Deu schen jene Gegenden au .34
My hischesund empi isch T i iges in de Na a ion on He mann
dem Che uske
Fü eine Analyse is zunächs zu klä en, was dasMy hische diese Na a ion de
ömisch-ge manischen Auseinande se zung ausmach . Un e My hos soll dabei
zunächs en sp echend de De ini ion de Duden edak ion eine Pe son, Sache
ode Begebenhei e s anden we den, die ausmeis e schwommenen i a io-
nalen Vo s ellungen he aus glo i izie wi d und legendä enCha ak e be-
komm .35 Diese Ansa z pass gu zu den g undlegenden Übe legungen on
Roland Be nha d, SusanneG indel, Felix Hinz und Johannes Meye -Hamme, die
ü den o liegenden Band den Fokus au ausgeschmück e Geschich en legen
möch en, wobei sie noch de en Funk ionzu Fes igung onHe scha als
cha ak e is isch ü den poli ischen Deu ungsgeb auch onMy hen ansehen.36
34 Anselm And eas Kaspa Camme e , G und ißde allgemeinen Wel geschich e: ü Schulen
und zu Selbs beleh ung,Kemp en:Kösel, 1815, 60.
35 Duden edak ion, Das F emdwö e buch, Duden, Bd. 5, Mannheim:Bibliog aphisches In-
s i u &F.A. B ockhaus, 9. Au lage 2007, 689.
36 Siehe Roland Be nha d, Susanne G indel, Felix Hinzund Johannes Meye -Hamme, »Was is
ein his o ische My hos?Ve such eine De ini ion auskul u wissenscha liche und ge-
schich sdidak ische Pe spek i e«, in diesem Band, S. 12.
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Da aus e gib sich, dass de My hos eine zwa meh ode minde ane kann e
Na a ion is , de en Plausibili ä sichabe bei nähe e Be ach ung als p oble-
ma isch e weis .37 Um einen My hos zu analysie en is es dahe wich ig, die
Ausschmückungen und poli ischen Implika ionen zu iden i izie en.
Dies bedeu e , dass ausde Da s ellung de Schulbüche ausdem ühen
neunzehn en Jah hunde nu das als my hisch cha ak e isie we den kann,
was onZei genossen ausgeschmück bzw.glo i izie wu de, also übe das
hinaus ging,was um 1800 als empi isch i ige kennba gewesen wä e.Zu
Analyse des He mannsmy hos in den Schulbuche zählungen is es dahe sinn-
oll, om Fo schungss and de Zei genossen auszugehen.Bis wei insach zehn e
Jah hunde gal en die an ikenAu o en als Au o i ä en, so dass Da s ellungen
zu Va usschlach aus de Zei o 1800 sich zumeis eng an die an iken
Sch i s elle anlehn en.38 Die so en s andene Rekons uk ion de E eignisse
zeichne esichdu ch g oßeNähe zu den Quellen aus, was im Fall de Va us-
schlach beding e, dass die onB edowund Camme e skizzie e Ab olge de
Haup e eignisse bis heu e ane kann wi d.39 Zu ielen da übe hinausgehenden
Aspek en des Geschehens – o allem in Einschä zungen und In e p e a ionen –
komm die Geschich ssch eibung bis heu e abe zu seh un e schiedlichen E -
gebnissen,40 was ü die Ve klä ung zum My hos güns ige Vo ausse zungen bo .
Nich nu de O des Schlach elds is ums i en. Auch übe die his o ische
Bedeu ung de Va usschlach wi d bis heu e kon o e s disku ie .41 Um eine
he aus agende S ellung de »Schlach imTeu obu ge Wald« im his o ischen
Geschehen zu belegen, be ie sich B edowau das»eigene Ges ändnis de
37 Ebd.,S.20.
38 Pe e Kuhlmann und Helmu h Schneide , »Die Al e umswissenscha en onPe a ca bis
zum 20. Jh.«, in:Dies. (Hg.), Geschich e de Al e umswissenscha en. Biog aphisches Lexi-
kon. De Neue PaulySupplemen e 6,S u ga :J. B. Me zle ,2012,XV–XLVII, XXX;Ka l H. L.
Welke ,»Die Va usschlach inde Geschich ssch eibung des 18. Jah hunde s«, in:Raine
Wiegels (Hg.), Ve schlungene P ade. Neuzei liche Wege zu An ike,Rahden/Wes .:Ve lag
Ma ie Leido , 2011, 9–23, 12;Fü eine wich ige Ausnahme siehe ebd.,14.
39 Alle dings is die Quellenlage ü die ömische Besa zungspoli ik p oblema isch. Ve suche,
die ömische Sp ache einzu üh en, wieB edowgene alisie end behaup e , sind höchs un-
wah scheinlich.
40 Vgl. ü einen p ägnan en Übe blick zu den P oblemk eisen de Rekons uk ion ausden
Quellen:Michael Somme , Die A miniusschlach . Spu ensuche im Teu obu ge Wald,
S u ga : Al ed K öne Ve lag, 2009, 77–90.
41 In de ak uellenFo schung übe wieg alle dings die Einschä zung, dass de Sieg in de
Va usschlach nich k iegsen scheidend wa , gl.Reinha dWol e s, »Die Schlach imTeu-
obu ge Wald. Va us, A minius und das ömische Ge manien«,in: E ns Bal usch (Hg.),
2000 Jah e Va usschlach . Geschich e –A chäologie –Legenden,Be lin:DeG uy e ,2012,
3–21, 18;Die e Timpe bezeichne die Va usschlach als »einschneidendes E eignis«, was
angesich s des olgenden ömischenRückzugs hin e den Rhein zu e end is , abe die
K iegsen scheidung o en läss , gl. Timpe, Va usschlach ,648; ü einen en scheidenden
Ein lussde Va usschlach zule z :Somme , A miniusschlach ,168.
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Röme «,42 womi e e mu lich au die oben zi ie e Aussage des Taci us zu
A minius sowiewei e e No izen in de an ikenLi e a u anspiel .43 Dass man das
um 1800 auch ande s sehen konn e, beleg B
edows
elbs , de o enba 1799 noch
nich om na ionalen Pa hos e ass wo den wa .Inseinem Handbuch zu Al en
Geschich e schä z e B edowdamals die Auswi kungen de Niede lage au Rom
iel ge inge und die Siege des Ge manicus bedeu ende ein:
Ge manicus ha e den He mann geschlagen, die Gebeine de un e Va usge allenen
Röme bes a e ,und wa beiSolda en und Bü ge nbelieb . De ei e süch ige Tibe ius
be ie ihn zu ück.44
Nich zule z de K onzeuge Taci us sp ich inseine Wü digung des A minius
auch ondessen spä e en Niede lagen gegen Ge manicus und nach Taci us lieg
de eigen licheG und ü das Ende de ömischen Ge manien eldzüge in Rom.
Demnach habeTibe ius die Abbe u ung des Ge manicus dami beg ünde , dass
e nungenug Rache geüb habeund die andaue nden Ve lus e de Röme
sch ecklich seien. Mansolle die Ge manen ih en inne en Zwis igkei en übe -
lassen. Nach Taci us üg esich Ge manicus, obwohl e »me k e,dass dies alles
nu o ge äusch sei und ihm ausNeid de be ei s e ungene Ruhm wiede
en issen we de.«45 Fü Taci us is A minius nich au g und des Sieges 9n.Ch .
de Be eie Ge maniens, sonde n wegen seines une müdlichen Wide s andes
danach, de schließlich onden In igen in Romp o i ie e und so onE olg
gek ön wa .46
Dami kann als e s es glo i izie endes und olglich my hisches Elemen de
Da s ellung B edows es gehal en we den, dass A minius mi dem Sieg in de
Va usschlach den K ieg en schieden habensoll. Wie es de My hos die Au-
o en im G i haben konn e, o enba Camme e s Tex , de au eine me k-
wü dige Weise dem angeblich en scheidenden Sieg onA minius noch einen
Sieg de Röme olgen läss . Wenn man Camme e s Wo eau die Goldwaage
leg , haben die Deu schen ih e F eihei eigen lich nich dem Sieg im Teu obu ge
Wald, sonde nnich nähe e läu e en Ve lus en de Röme au dem Rückweg zu
e danken. In de an ikenLi e a u we den hie ü eine wei e e Schlach und
eine S u m lu ange üh .47
Als zwei es my hisches Elemen bei B edowis die glo i izie ende Gleich-
se zung de ge manischen Kämp e in de Va usschlach mi Deu schen zu
42 Gab iel Go ied B edow, Ums ändliche eE zählung de wich ige en Begebenhei en aus de
allgemeinen Wel geschich e. Fü den e s en Un e ich inde Geschich e, besonde s ü Bü -
ge -und Landschulen,Al ona:Hamme ich, 2. Au lage 1806, 292.
43 Sue on, Augus us 23, 2; Flo us, Geschich e,2,30.
44 Gab iel Go ied B edow, Handbuch de al enGeschich e,Al ona:Hamme ich, 1799, 577.
45 Taci us, Annalen 2, 26.
46 Vgl. Wol e s, Schlach imTeu obu ge Wald,18.
47 Taci us, Annalen 1, 64–70.
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nennen. Dami eng e bunden is seineVo s ellung, dass sich die deu sche
Kul u ohne die Re ungs a des A minius nich en al e hä e. De An üh e des
Au s andes e einig ed
ie Volksk a d
e Deu schen und wi d somi zum U ahn
des deu schen Volkes, de dann noch den ik i en deu schen Namen He mann
annimm .48
De e s e Kon lik dieses My henelemen s mi dem empi isch T i igen lieg
schon in den Beg i en »Deu sche« und »Ge manen«. Wieschwie ig es is , die
e s en »Deu schen« in de Ve gangenhei zu iden i izie en, zeig sich da an,dass
sei de He ausbildung des mode nen deu schen Na ionalismus da übe dis-
ku ie wi d, wann ausdem änkischenein deu sches Reich gewo den is . Da en
onde Mi e des neun en Jah hunde s bis zum An ang des zwöl en Jah -
hunde s sind o geschlagen wo den. Die He s ellung eine di ek en Kon inui-
ä slinie zu den an ikenGe manen is dami in keinem Fall zu e eichen.49
Noch p oblema ische is de Ge manenbeg i . In de ühen Neuzei o i-
en ie e man sichanden ömischen Au o en de Kaise zei , die mi »Ge mani«
die Völke ech s des Rheins un e Einschluss einige links heinische S ämme
bezeichne en, ohne jedoch eine genaue e Kenn nis ondiese Be ölke ung zu
haben. Caesa un e schied die Ge manen onden Kel en auch du ch ih e
Sp ache, wobei ihm nich kla wa ,dass sich die sp ach e wand en Völke übe
einen wei g öße en Raum e s eck en als die onihm angenommenen Wohn-
gebie e de Ge mani. Schon in de Spä an ike sp achen Röme kaum noch on
Ge mani und e wende en ans a des unkla en Allgemeinbeg i s konk e e e
Bezeichnungen wieAlemannen, F anken und Go en,50 zumal es keine Quellen
gib , die ein Gemeinscha sge ühl de Ge mani belegen.51
A chäologisch gab es in de ühen Neuzei nu seh age Vo s ellungen übe
die Ge manen. Die Vo - und F ühgeschich e e eich e im neunzehn en Jah -
hunde keine P o essionalisie ung,e s 1902 wu de Gus a Kossina zum e s en
(auße planmäßigen) P o esso ü Deu sche A chäologie an de Be line Uni-
e si ä e nann . In diese Zei wa as übe all in Eu opa die o geschich liche
48 Zum My hos de Pe son »A minius« gl. auch Riemenschneide , Le my he na ional,
139–141.
49 Be ndSchneidmülle ,»Reich–Volk–Na ion.Die En s ehung des deu schen Reiches und de
deu schen Na ionimMi elal e «, in:Almu Bues und RexRexheuse (Hg.), Mi elal e liche
na iones–neuzei liche Na ionen. P obleme de Na ionenbildung in Eu opa (Quellen und
S udien 2), Wiesbaden:Ha assowi z Ve lag, 1995, 73–102, 87 . Auch online un e h p://
www.pe spec i ia.ne /publika ionen/qus-wa schau/bues- exheuse _na iones/schneidmuel
le _ eich,zule z gep ü am 12. Augus 2016.
50 Wal e Pohl, »De Ge manenbeg i om 3. bis zum 8. Jah hunde –Iden i ika ionen und
Abg enzungen«, in:Hein ich Beck, Die e Geuenich,HeikoS eue und Die ich Hakelbe g
(Hg.), Zu Geschich e de Gleichung »ge manisch-deu sch« (E gänzungsbände zum Realle-
xikon de Ge manischen Al e umskunde 34), Be lin, NewYo k:Wal e de G uy e ,2004,
163–182, 170–174.
51 B uno Bleckmann, Die Ge manen,München:C.H.Beck, 2009, 14 .
De He mannsmy hos in deu schen Schulbüche n on 1800 bis 2000 69
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Fo schung du ch na ionalis ische Ideologien gep äg ,sodass die sogenann e
»e hnische« Deu ung on Funden gu in den zei genössischenDisku s pass e.52
Nach diese Me hode bemüh esich Kossina da um, bes imm e Fundg uppen als
»ge manisch« zu ypisie en. E such e nach scha umg enz en a chäologischen
Kul u p o inzen, in denen nach seine Ansich kul u ell und an h opologisch
homogene Völke leb en.53 Diese Vo gehensweise blieb nich ohne Wide -
sp uch,54 and abe iele Be ü wo e .55 Im Lau e de zwei en Häl e des zwan-
zigs en Jah hunde s zeig e sich abe deu lich, dass die besse enA gumen e au
de Sei e de e wa en, die eine solchen e hnischen In e p e a ion ona chäo-
logischen Funden skep isch gegenübe s anden. Eine »ge manische« Kul u läss
sich im Fundma e ial nich kla de inie en.56 »De Ge manenbeg i , so s ell
sich he aus, wa zu allen Zei en wide sp üchlich und miß e s ändlich.«57 Die
wesen liche Beg ündung ü die Beibehal ungdes Te minus is die lange T a-
di ionseine Ve wendung.
Abgesehen onden beg i lichenSchwie igkei en gib es noch wei e e
Übe legungen, die gegen eine Gleichse zung on»Ge manen« und »Deu schen«
sp echen. Diese Gleichse zung ha ih en U sp ung beihumanis ischen Geleh -
en in Mi eleu opa, die in den S ämmen de Ge mania des Taci us ih ean iken
Vo ah en en deckenwoll en, um sich dadu ch eine uhm eiche Ve gangenhei
zu e scha en. Noch im ach zehn en Jah hunde wa die Annahme eine seh
engen Abs ammungsbeziehung zwischen Ge manen und Deu schen abe kei-
neswegs allgemein ane kann .58 E s die S ä kung des deu schen Na ionalismus
52 Sebas ian B a he , E hnische In e p e a ionen in de ühgeschich lichen A chäologie. Ge-
schich e, G undlagen und Al e na i en (E gänzungsbände zum Reallexikon de Ge mani-
schen Al e umskunde 42), Be lin, NewYo k:Wal e deG uy e ,2004, 24 .;B uce T igge ,
His o y o A chaelogical Though ,Camb idge:Uni e si y P ess, 1989.
53 Heinz G üne , Gus a Kossina (1858–1931). VomGe manis en zum P ähis o ike . Ein Wis-
senscha le im Kaise eichund in de Weima e Republik,Rahden/Wes .:Ve lag Ma ie
Leido , 2002, 71–74.
54 G üne , Gus a Kossina,115–121;Sie e sen, Die Deu schen und ih e Ge manen,97.
55 Sie e sen, Die Deu schen und ih eGe manen,86 .
56 Claus onCa nap Bo nheim, »Hans Jü gen Egge s und de Wegaus de Sackgasse de
e hnischen Deu ung«, in:HeikoS eue (Hg.), Eine he o agend na ionale Wissenscha .
Deu sche P ähis o ike zwischen 1900 und 1995 (E gänzungsbände zum Reallexikon de
Ge manischen Al e umskunde 29), Be lin, NewYo k:Wal e de G uy e ,2001, 173–198;
HeikoS eue ,»Das » ölkisch« Ge manische in de deu schen U -und F ühgeschich s o -
schung.Zei geis und Kon inui ä en«, in:Hein ich Beck, Die e Geuenich, HeikoS eue und
Die ich Hakelbe g (Hg.), Zu Geschich e de Gleichung »ge manisch-deu sch« (E gän-
zungsbände zum Reallexikon de Ge manischen Al e umskunde 34), Be lin, NewYo k:
Wal e de G uy e ,2004, 357–502.
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Schulz,»Sinddie Ge manennu eineFik ion?«, in: Geschich e ü heu e2,4(2009),15–30, 24.
58 Ingo Wiwjo a, De Ge manenmy hos. Kons uk ion eine Wel anschauung in de Al e -
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am An ang des neunzehn en Jah hunde s e hal den Ge manen daue ha zu
dem be o zug en Pla z un e den Vo ah en de Deu schen. Eine Rede onE ns
Mo i z A nd om 13. Juli 1807 e anschaulich , wiedies beg ünde wu de:
Ge manen, welch ein Name und welch ein Volk!Esleben noch iele da on;wi dü en
nich allein s olz da au sein.Die Skandina ie au den Inseln und Halbinseln, die
meis en B i en, die F anzosen, die Spanie ,die I aliene –all die e s en, gebilde s en
undschöns enNa ionen Eu opass ammen da onode sinddochdami gemisch .Abe
wi Männe de deu schen Zunge zwischen den Alpen, dem Rhein, de Weichsel und
de No dsee, wi bewohnen das al e Land de Ge manen, wi sp echen ih e Sp ache.59
Mi de Sp ache als K i e ium ü die Zugehö igkei zu eine Na ion ließsich
zudem beg ünden, dass die Deu schen zwa auch onRöme n, Kel en und
Slawen abs ammen, das ge manische Elemen abe dominie . Wieauch um-
gekeh nach Ansich de deu schen Na ionalis en die Dominanzde omani-
schen Sp ache beim Zusammenleben de F anken mi de einheimischen Be-
ölke ung in Wes eu opa anzeig e, dass do die ge manische Iden i ä wei ge-
hend e lo en ging und die F anzosen dahe ehe mi den Röme niden i izie
we den konn en.
Noch wei e als die allgemeine Gleichse zung onDeu schen und Ge manen
is die Gleichse zung de ge manischen Kämp e de Va usschlach mi den
Deu schen oneine empi ischen T i igkei en e n .Mi diese Iden i ika ion
wi d de My hos au die Spi ze ge ieben. Denn schon de e s e Blick au die
an ikenAu o en zeig , dass nich einmal die Ge manen zwischen Rheinund Elbe
geschlossen au de Sei e des A minius s anden.60 Auße dem e ließen einige
Nach ah en de Teilnehme de Va usschlach ih e Heima , als in de Völke -
wande ungszei die Langoba den das heu ige Niede sachsen au ih em Weg
nach Süden du chzogen und wenig spä e iele Sachsen nach England aus-
wande en. In den Sachsenk iegen Ka ls des G oßen gab es un e den Zu ück-
gebliebenen zahl eiche Op e du ch Kamp , Massenhin ich ungen und Depo -
a ionen, wäh end änkische Kolonis en einwande en.61 Es is zwa zu e wa -
en, dass um 1800 in No ddeu schland Menschen leb en, die onden
ge manischen Kämp e ndes A minius abs amm en, abe ob sie noch die
Meh hei de Be ölke ung s ell en, konn e auch mi dem Wissen de Zei ge-
nossen am An ang des neunzehn en Jah hunde s bezwei el we den. Kla hei
ums o schung des 19. Jah hunde s,Da ms ad :Wissenscha liche Buchgesellscha , 2006,
56.
59 Zi ie nach ebd.,59.
60 So gelang es Ge manicus, die schwange e Ehe audes A minius ge angen zu nehmen, da sie
onih em Va e , dem Che uske ü s en Seges es, an die Röme ausgelie e wu de, gl.
Taci us, Annalen 1, 57.
61 HansJü gen Ni z, »His o ische Kolonisa ion und Plansiedlung in Deu schland«, in:De s.,
Ausgewähl e A bei en,Be lin:Die ich Reime ,1994, 66–76.
De He mannsmy hos in deu schen Schulbüche n on 1800 bis 2000 71
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schu die wissenscha liche Fo schung zu diese F age abe e s in de zwei en
Häl e des zwanigs enJah hunde s.
Die my hische Ausschmückung de Na a ion onHe mann dem Che uske
bes eh also ausde Übe schä zung de mili ä isch-poli ischen Bedeu ung de
Schlach und de Vo s ellung eine engen Abs ammungslinie, die onden ge -
manischen Kämp e nzuden spä e en Deu schen üh und He mann zum
e mein lichen Re e de deu schen Kul u und U ahn de deu schen Na ion
mach , de sich poli ischins umen alisie en läss . Wie ie diese My hos noch
am Beginn des einundzwanzigs en Jah hunde s im kollek i en Gedäch nis de
Bundes epublik e anke is , o enba e2006die DiskussionumeineÄuße ung
des Di ek o s des Deu schen His o ischen Museums in Be lin, de die Va us-
schlach miss e s ändlich als »U knall de deu schen Geschich e« bezeichne
ha e.62 Auch Pe e A ens ausde Geschich s edak ion des ZDFsp ich ak uell in
seinen wei e b ei e en Büche nund Fe nsehsendungen oneine engen Ve -
bindung de Deu schen zu den Ge manen.63 Wissenscha liche K onzeuge
diese Thesen is Alexande Demand ,64 de alle dings onseinen akademischen
Kollegen kaum Zus immung bekomm . Nich zule z das P esse-Echo au die
My hen agunginB aunschweig bezeug , wieseh dieses Thema noch imme die
Menschen in Deu schland beweg .65
De He mannsmy hos in deu schen Schulbüche n on 1871 bis
1945
Nach And eas Dö ne wu de de He mannsmy hos zum zen alen G ün-
dungsmy hos des neuen deu schen Reiches, wieun e ande em die pompöse
Einweihungs eie ü das Denkmal beiDe mold 1875 naheleg , die Kaise Wil-
helm I. mi seine Anwesenhei beeh e.66 Angesich s diese We schä zung ü
62 HansO omeye ,»Die E indungde deu schenNa ion. Eine eu opäische Geschich e«, in:
Landes e band Lippe (Hg.), 2000 Jah e Va usschlach .My hos,S u ga : Kon ad Theiss
Ve lag, 2009, 140–148.
63 Pe e A ens, Kamp um Ge manien:Die Schlach imTeu obu ge Wald,F ank u :Eichbo n
Ve lag, 2008, 24–33;Pe e A ens und S e an B aubu ge , Die Deu schlandsaga:Wohe wi
kommen.Wo on wi äumen. We wi sind,Gü e sloh:Be elsmann, 2014, 49 .
64 Alexande Demand , Übe die Deu schen –eine kleine Kul u geschich e de Deu schen,
Be lin:P opyläen Ve lag, 2007, 29.
65 Un e ande em:h p://www. ocus.de/ amilie/schule/schulen-wenn-de -u -deu sche-nich -
u -deu sch-is _id_4323605.h ml, zule z gep ü am 1. Sep embe 2016;B aunschweige
Zei ung om 6. Dezembe 2014.
66 Dö ne , Poli ische My hos,155;Kös e s, My hos A minius,242;einen Rückgang de Be-
deu ung des He mannsmy hos am Ende des neunzehn en Jah hunde s sehen dagegen:
Reinha dWol e s, Die Schlach imTeu obu ge Wald,München:C.H.Beck, 2. Au lage 2009,
193 .;Michael Somme , A miniusschlach ,18.
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Eine neue Sich deu e sich hie alle dings in dem Gedanken an, dass die Ro-
manisie ung einen zi ilisa o ischen Fo sch i hä e b ingen können.95 Eine
wei e e Ve ände ung de Da s ellungde ömisch-ge manischen Auseinande -
se zung inde sich einige Sä ze zu o ,die als U sache ü die ömischen Feld-
züge nich E obe ungsd ang,sonde nden Wunsch des Augus us, die »G enzen
zu siche n« nennen.96 Abgesehen onde a igen gelegen lichen inhal lichen
Anpassungen und de zu ückhal ende en Sp ache blieben die Schulbuchmache
dem My hos e bunden und un e lie en dami die o izielle Geschich spoli ik
de jungen Bundes epublik, wobei sie onden Behö den beiden Genehmi-
gungs e ah en ü Schulbüche nich ges opp wu den. Man kann an den
Schulbüche ngu e kennen, dass in de Bundes epublik die geis ige Neuo i-
en ie ung nich du ch das Umlegen eines Schal e s1945/49 e olg e, sonde n
einen länge en P ozess e o de e.97 E s am Ende de 1960e Jah ese z e sich
un e dem Ein luss de 68e Bewegung einedu chg ei ende Ve ände ung in de
Da s ellung de Va usschlach inden wes deu schen Schulbüche ndu ch. Eine
en sp echende Neuo ien ie ung in de Ve mi lung de Va usschlach p äsen-
ie die Neuausgabede Reise in die Ve gangenhei onHansEbeling und
Wol gang Bi ken eld on1970:
Imme wiede ha en ge manische S ämme beiih e Landsuche auch den Rhein ode
die Donau übe sch i en und wa enindie ömischen P o inzen einged ungen. Imme
wiede wa es dabei zu schwe en Kämp engekommen. Um endlichF ieden zu scha en,
beschloßde ömische Kaise Augus us, auch das ge manische Gebie bis zu Elbe
du ch seineLegionene obe nzulassen.E wad eißig Jah e zogen sich die Kämp eohne
95 Vgl. S8n8cheau, AlsA minius ech gewo den,65.
96 Riemenschneide und S8n8cheauweisen auch au diesen Wandel hin, de sich nach Rie-
menschneide bis in die 1980e Jah e hinzieh , gl. Riemenschneide , Le my he na ional,146
und S8n8cheau, AlsA minius ech gewo den,65. Übe die Mo i e de ömischenFeldzüge
nach Ge manien wi d in de Fo schung alle dings kon o e s disku ie , gl. Timpe, Va-
usschlach ,605. Romwi ddahe sowohl in den 1980e Jah en als auch danach seh häu ig in
Schulbüche nals Agg esso angesehen, gl. Ha o B ack u.a. (Hg.), Geschich e,Bambe g:C.
C. Buchne Ve lag,1985, 127;E ich Goe li z und Joachim Immisch (Hg.), Zei enund
Menschen. Neue AusgabeB.Band 1: Kul u en und Reiche am Mi elmee ,Pade bo n:
Schöninghund Sch oedel,1984, 146;Jochen Ma in und No be Zwöl e , Geschich sbuch 1,
Be lin:Co nelsen-Velhagen &Klasing und Hi schg aben Ve lag,1986, 173 (auch in Neu-
ausgabe1997, 80);Joachim Co nelissen u.a., bs Geschich e 1N,München:Baye ische
Schulbuch-Ve lag,1987, 140;Guiska d Eck u.a., Zei eise1,S u ga :Kle , 1998, 126;Anne
F ey u.a. (Bea b.), Zei ü Geschich e 1,Hanno e :Sch oedel, 2000, 164;Hans-O o Re-
genha d (Hg.), Fo um Geschich e 1,Be lin:Co nelsen, 2000, 179;ThomasBe ge - onde
Heide und Hans-Ge Oomen (Hg.), En deckenund Ve s ehen 1,Be lin:Co nelsen, 2000,
131.
97 Vgl. auch:Reine Riemenschneide ,»Das Geschich sleh buch in de Bundes epublik. Seine
En wicklung sei 1945«,in: Klaus Be gmann und Ge ha dSchneide (Hg.), Gesellscha ,
S aa , Geschich sun e ich . Bei äge zu eine Geschich e de Geschich sdidak ik und des
Geschich sun e ich on 1500 bis 1800,Düsseldo :Schwann, 1982, 295–312, 299.
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einenen scheidenden E olg hin. Im Jah e 9n.Ch .wu de soga ein g oßes ömisches
Hee onden Ge manen au ge ieben. Schließlich gaben die ömischen Kaise ih
Vo haben au , die Ge manen zu un e we en.98
Diese Da s ellungha keinen Bezug zum My hos meh ,sie komm ielmeh ganz
ohne den Helden A minius ausund nimm eine ömische Pe spek i e ein,
indem sie die ge manischen Ang i e au ömische P o inzen als K iegsg und
angib . De Umb uch in den Schulbüche nko espondie e mi de Du chse -
zung neue Posi ionen in de Geschich sdidak ik99 und de wissenscha lichen
Diskussion, die in diesen Jah en einse z e. Eben alls 1970 e schien eine ielbe-
ach e e wissenscha liche S udie onDie e Timpe, de A minius das Na ionale
und Heldenha e wei gehend absp ach, indem e ihn als ömischen Meu e e
cha ak e isie e.100 Schon An ang de 1960e Jah eha e Reinha dWenskus mi
seinen Fo schungen zu S ammesbildung beiden Ge manen eine zunehmend
k i ischen Be ach ung de Ge manen als e hnische Ka ego ie den Weggeebne
und Klaus onSee ha sei den ühen 1970e Jah en in eine Vielzahl on
Ve ö en lichungen ideologische Hin e g ünde de deu schen Ge manen o -
s ellungen he ausgea bei e .101 Mi diesen neuen Vo ausse zungen kam He -
mann un e ande en Vo zeichen wiede s ä ke in die ö en licheGeschich s-
kul u .Soe leb e das S ück He mannsschlach onKleis eine iel beach e e
Neuin e p e a ion in Bochum,102 abe onseine ühe en Bedeu ung blieb es
wei en e n .Inde Fes sch i zum hunde s en Gebu s ag des Denkmalsging
de Münchne P o esso ThomasNippe dey 1975 da onaus, dass die Va us-
schlach »nich einmal meh Bildungs- und Wissensinhal « sei.103
Dennoch gab es auch in den 1970e Jah en noch adi ionelle eDa s ellungen
98 Hans Ebelingund Wol gang Bi ken eld, Reiseindie Ve gangenhei 1,Neuausgabe, B aun-
schweig: Wes e mann, 1970,120.
99 Ul ich Maye ,»Neubeginn ode Wiede an ang? Geschich sdidak ik im Wes en Deu sch-
lands«, in:Wol gang Hasbe g und Man ed Seiden uß(Hg.), Mode nisie ung im Umb uch.
Geschich sdidak ik und Geschich sun e ich nach 1945,Be lin:Li , 2006, 99–112, 112.
100 Die e Timpe, A minius-S udien,Heidelbe g:Ca l Win e Uni e si ä s e lag,1970. Die
In e p e a ion onTimpe ha sich nich du chgese z , abe eine En my hologisie ung und
En he oisie ung des A minius zugea bei e ; gl.Losemann, Denkmäle , ölkischeBewe-
gung,258.
101 Reinha dWenskus, S ammesbildung und Ve assung. Das We den de ühmi elal e lichen
gen es,Köln, Wien:Böhlau, 2. un e ände e Au lage 1977;Klaus onSee, »›He mann de
Che suke ‹ in de deu schen Ge manenideologie«, in:De s., Tex e und Thesen. S ei agen
de deu schen und skandina ischen Geschich e (F ank u e Bei äge zu Ge manis ik 38),
Heidelbe g:Uni e si ä s e lag Win e ,2003, 63–100.
102 Dö ne , Poli ische My hos,370 .
103 ThomasNippe dey,»Zum Jubiläum desHe mannsdenkmals«,in:Gün he Engelbe (Hg.),
Ein Jah hunde He mannsdenkmal 1875–1975,De mold:Na u wissenscha liche und
his o ische Ve ein ü das Land Lippe, 1975,11–32, 11.
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de ömisch-ge manischen K iege in Schulbüche n.104 Alle dings muss e dami
nich unbeding ein geschich spoli isches S a emen e bunden sein. In de im
Schöningh-Ve lag e scheinenden Schulbuch eihe Zei en und Menschen lies
man zwa noch in den 1970e Jah en ondem »pe sönlich ap e en« A minius,
de bewi k e, dass »Ge manien ös lich des Rheins ei blieb«,105 was eine Re ung
de deu schen Kul u zumindes noch implizie . Abe dies is eine Übe nahme
ausdem Vo gänge buch Geschich liches Un e ich swe k ü die Mi els u e,um
den Au wand ü die E s ellung des neuen Buches zu e inge n. Dies zeig sich
da in, dass de Abschni wei gehend wö lich übe nommen wu de und nich
einmal eine Ko ek u de inkonsequen en Benennung de Haup pe son (zu-
nächs »A minius«und spä e »A min«)e olg e. Dabei mag eine Rolle gespiel
haben, dass A nold Voelskeanbeiden Leh we kenmaßgeblich be eilig wa .106
In den 1980e und 1990e Jah en wu de de K ieg zwischen Röme nund Ge -
manen in Leh plänen und Schulbüche nineinigen Fällen nu nochamRande
be üh . Le z lichwi k esich die Ve inge ung de Bedeu ung de Va usschlach
ü die o izielledeu sche Geschich skul u und de Gene a ionswechsel beiden
Leh k ä en in den Schulen aus. Die neue Kü ze de Da s ellung in einigen
Schulbüche nha e alle dings mi un e zu Folge, dass die Va usschlach wiede
als En scheidungsschlach angesehen wu de, da die Feldzüge des Ge manicus
de didak ischen Reduk ion zum Op e ielen.107 In den 1990e Jah en wa die
Bedeu ung des He mannsmy hos so wei zu ückgegangen, dass soga Ge-
schich sschulbüche au den Ma k kamen, in denen die Va usschlach ga nich
meh zu inden is .108 Die FundeinKalk iese habenjedoch zu Beginn des ein-
undzwanzigs en Jah hunde s die ömisch-ge manischen K iege wiede in das
Blick eld de Ö en lichkei in de Bundes epublik geb ach und auch in den
104 F anz Bahl (Bea b.), Spiegel de Zei en1,F ank u , Be lin, München:Ve lag Mo i z Di-
es e weg, 11. Au lage 1978, 158 .
105 Robe He mann Tenb ock und A nold Voelske(Bea b.), Zei enund Menschen. U zei –
Mi elmee kul u en und we dendes Abendland (bis 900 n.Ch .),AusgabeB,Band 1, Pa-
de bo n: Schöninghund Sch oedel, 1970,136;bis 1984 noch 11 wei e e Au lagen mi
diesem Tex .
106 HansE ich S ie undA nold Voelske,Geschich lichesUn e ich swe k.U zei und Al e um,
Mi els u e I,5.Au lage, Hanno e :He mann Sch oedel Ve lag und Fe dinand Schöningh,
1957, 139 .
107 Goe li z, Zei enund Menschen, 1984, 146;F ied ich Jah u.a.(Hg.), Geschich e und Ge-
schehen 1,S u ga :Kle , 1986,153;Vei S u m (Bea b.), Geschich e und Geschehen 1,
S u ga : Kle , 1995, 166;Eck, Zei eise,126;Regenha d , Fo um Geschich e,179;Ch is-
ine Dzubiel u.a. (Bea b.), Geschich e und Geschehen. Ein üh ungsphase Obe s u e No d-
hein-Wes alen,S u ga , Leipzig:Kle , 2014, 22 .
108 Be nha dAskani und Elma Wagene (Hg.), Anno 1. Vonde Vo geschich e bis zum ühen
Mi elal e ,B aunschweig:Wes e mann, 1994;Hans-Jü gen Lendzian und Rol Schö ken
(Hg.), Rückspiegel.Wohe wi kommen–we wi sind.VondenAn ängen de Menschhei bis
zum Ende des Römischen Reiches,Pade bo n: Schöningh, 1997;Hans-Jü gen Lendzian
(Hg.), Zei enund Menschen 1,Pade bo n: Schöningh, 2008.
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Schulbüche nwi d dasThema sei dem wiede e meh au geg i en. Fü die
Obe s u e sehen einige neue Leh pläne soga ausd ücklich eine Beschä igung
mi de my hischen Ve klä ung de Va usschlach o .109
Fazi
Beide Analyse de Da s ellung de Va usschlach indeu schen Schulbüche nin
de Zei Napoleons, des deu schen Kaise eichs und de Bundes epublik bis
2000 s öß man au iel acheVe bindungen de Schulbüche zum Zei geis . In
diesem Rahmen läss sich zeigen,dass de He mannsmy hos mi de Glo i i-
zie ung de Va usschlach zu En scheidungsschlach und die S ilisie ung de
ge manischen Kämp e un e de Füh ung des A minius zum uhm eichen
Ke n des deu schen Volkes am An ang des neunzehn en Jah hunde s wei
e b ei e wa en. Ebenso belegen Schulbüche ,dass diese na ionale My hos im
deu schen Kaise eich wei e leb e, wäh end in de Bundes epublik eine En -
my hologisie ung e olg e. Beigenaue e Be ach ung e kenn man jedoch die
No wendigkei zu di e enzie en. In keinem de d ei Be ach ungszei äume
kann sich eine bes imm e Ve sion des My hos in de Schulbuchlandscha
du chse z en, so dass die Schulbuchda s ellungen imme ein beme kenswe es
Spek umau wiesen. Besonde s au ällig is , dass im deu schen Kaise eich, in
dem de My hos in de Geschich skul u p ominen e e en wa ,einige
Schulbüche die Va usschlach wei aus nüch e ne da s ell en als das seh e -
b ei e e Buch onB edowaus den e s en Jah en des neunzehn en Jah hunde s.
Wäh end demnach die Büche am Übe gang zum zwanzigs en Jah hunde
wenige omMy hos beein luss wa en, als es die o he schende Ansich de
Fo schungenübe die Geschich skul u e wa enließ,pass die Nähezahl eiche
Büche de jungen Bundes epublik zum My hos nich zum bishe zumeis an-
genommenenum assenden Rückzug des He mannsmy hos ausde übe egio-
nalen Geschich skul u nach1945. Sie weis ehe au die Kon inui ä en hin, au
die Volke Losemann au me ksam gemach ha e. Disk epanzen zwischen
Schulbüche nund ande en Quellen zu Geschich skul u soll en uns dazu be-
wegen, eine sei s mi de unk i ischen Nu zung onSchulbüche nals Quelle zu
Geschich skul u o sich igzusein. Denn Schulbüche sind nich unbeding
unmi elba e Äuße ungen des Zei geis es, sonde nE gebnis eines noch wenig
e o sch en En s ehungsp ozesses im Spannungs eld iele Fak o en, wobei
geschich swissenscha liche und -kul u elle En wicklungen in den Schulbü-
109 Mi iam S8n8cheau,»Die Ge manen sind wiede da. A chäologische, didak ische und ge-
sellscha spoli ische Pe spek i enau ein al esThema in neuen Leh we ken«, in: A chäo-
logische In o ma ionen 35 (2012), 219–234.
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che nbisweilen nu zei e se z sich ba we den,110 wieamBeispiel de Ausgabe
on Zei en und Menschen in den 1970e Jah en deu lich wu de. Die oben ge-
nann en Disk epanzen soll en jedoch auch dazu bewegen, beide Analyse de
Rezep ion de Va usschlach meh da au zu ach en, dass monumen ale Denk-
mäle nich den Blick au ande e Hal ungen in de Gesellscha mi wenige
os en a i enAusd ucks o men e s ellen. Die E o schung des He mannsmy-
hos soll e sich nich zuseh au die Na ionaldich e ,Denkmal und »S unde
Null« konzen ie en.
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um einen Geschich smy hos handel ,wi d sie in de Folge auch als solche
analysie we den. Die Rele anz des Gesag en wi d im Lau e de Aus üh ungen
ü die P axis des Geschich sun e ich s mi e lek ie . Dadu ch soll das Thema
My hos in den Zusammenhang mi his o ischem Le nen geb ach und ein ü
den Geschich sun e ich eigen lich hoch ele an es Thema ausgeschich sdi-
dak ische Pe spek i ebeleuch e we den. Das is ein Un e angen, das bishe
e nachlässig wu de, wiedie as olls ändige Abwesenhei des Themas My hos
in de geschich sdidak ischen Li e a u beleg .22
Dimensionen de Behaime zählung –äs he ische, poli ische und
kogni i e Sinnbildungss a egien
Jö n Rüsen e kann e adi ionell d ei Dimensionen, inne halb de e sichdie
Sinnbildungsleis ung des Geschich sbewuss seins23 hema isie en läss . In de
Folge wi d die Behaime zählung da an anknüp end hinsich lich äs he ische ,
poli ische und kogni i e Sinnbildungss a egien un e such ,was ein e ie es
Ve s ändnis des My hos hinsich lich seine S uk u und seinen Funk ionen
möglich machen soll.
Äs he ische Sinnbildungss a egien de Behaime zählung ode die
Behaimgeschich e als »schöne « Monomy hos
»Schöne« his o ische E zählungen sp echen Ge ühle an und können als E lebnis
ode Kuns we k wah genommen we den. Die Schönhei is in diesem Sinne das
maßgebliche Sinnk i e ium de äs he ischen Dimension de Geschich skul u :
»Gemein is eine Fähigkei diese Rep äsen a ionen, Geis und Gemü ih e
Ad essa en wi kungs oll ansp echen zu können, so dass sie übe ih eFo mdie
22 Nu einige wenige achdidak ische Bei äge beschä ig en sich bishe mi den My hos und
e kann en in ihm Le npo enziale:Hans-Jü gen Pandel, »Legenden –My hen –Lügen.
Wie iel Fik ion e äg unse Geschich sbewuss sein?«, in: Geschich e le nen 52 (1996),
15–19, 16;Eugen Ko e, »Geschich swissenscha liche und geschich sdidak ische My hos-
o schung«, in:Jü gen Joachims hale und EugenKo e (Hg.), Kul u wissenscha en. Kon-
zep e e schiedene Disziplinen,München:Meidenbaue ,2010, 103–125;HansJü gen
Pandel, His o isches E zählen. Na a i i ä imGeschich sun e ich ,Schwalbach/Ts: Wo-
chenschauVe lag, 2010,72.
23 Rüsen, Geschich skul u ,514. Sei 2013 di e enzie Rüsen ün Dimensionen de Ge-
schich skul u und üh zusä zlich zu den bes ehendeneine mo alische und eine eligiöse
Dimensionein. Dabei s ell e es , dass ü die Ve o ung de Ins i u ion Geschich swis-
senscha in de Geschich skul u die e s en d ei »maßgebend« sind;Jö n Rüsen, His o ik.
Theo ie de Geschich swissenscha ,Köln/Weima /Wien:Böhlau, 2013, 235.
His o isch Denken le nen mi dem My hos Ma in Behaim 95
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Da s ellung in sich au nehmen und in den O ien ie ungs ahmende Lebens-
p axis hinein e a bei en können.«24 Fü diese Quali ä de Fo m is die S im-
migkei eine E zählung ausschlaggebend. Rezipien en his o ische Da s el-
lungennehmendie na a i eKohä enzinde Fo m de Rep äsen a ionalsschön
wah und diese Schönhei bewi k Lebendigkei und e möglich , dass eine E -
zählung Wi kung en al en kann.25 Es lieg au de Hand, dass solche E zäh-
lungen ö e e zähl we den und sich dami s ä ke in de Geschich skul u
du chse zenals wenige »schöne« Geschich en, die nich inde Lage sind, eine
solche Wi kung zu en al en.
Die E zählung übe Behaim im Zusammenhang mi Kolumbus e üll zahl-
eiche K i e ien eine schönen Geschich e. Sie is ein ach und einp ägsam, es
exis ie ein no ma i eindeu ig zuo denba es Vo he und Nachhe (Mi elal e
und Neuzei ), Gu e und Böse sind kla un e scheidba (Ve e e de sphä i-
schen und de lachen E de) und die P o agonis en bewi ken als Helden eine
e olu ionä e Ve ände ung.Auch Elemen e eine »Äs he ik des G auens« lassen
sich e kennen:Die Angs o dem S u z in ein schwa zes Nich s (He un e allen
onde E dscheibe) gehö ins Repe oi e kindliche bzw.jugendliche Ängs e
und besi z schon als solche Faszina ionsk a .
In de Behaime zählung in Schulbüche nsind a che ypische E zähls uk-
u en anzu e en, wiesie beispielsweiseauch in de Jugendli e a u ode in
zahl eichen Spiel ilmen zu inden sind. De Beg i A che ypus »deu e das
Vo handensein bes imm e Fo men in de Psyche, die allgegenwä ig ode
übe all e b ei e sind«26 an. Gewisse Ideen sind as übe all und zu allen Zei en
anzu e en und d ängen sich dem indi iduellen Bewuss sein ge adezu au . Sie
seien den Menschen angebo ene Vo s ellungen und e en ypische weise un e
ande em in My hen und Mä chen au .27 In de my hologischen Fo schung
we den solche A che ypen »Mo i e«28 genann . A che ypische E zählmus e
we den ob ih e Eingängigkei inne halb de wissenscha lichen Disziplin de
Filmd ama u gie au bauend au li e a u wissenscha lichen und an h opologi-
schen G undlagenwe ken hema isie und als ideale S uk u en ü das Publi-
kum un e hal ende und an egende Filme o geschlagen. So is beispielsweise
auch in einem jüngs publizie en Handbuch de Filmd ama u gie29 omMy-
hen o sche Jose Campbelldie Rede, de zeig , wiedie S uk u en onMy hen
24 Rüsen, His o ik,236.
25 Rüsen, Geschich skul u ,515.
26 Ca l Gus a Jung, A che ypen,München:d ,14. Au lage 2008, 45.
27 Ebd.,109.
28 Ebd.,45.
29 Ke s in S u e heimund SilkeKaise , Handbuchde Filmd ama u gie:das Bauchge ühl und
seine U sachen,F ank u amMain:Pe e Lang Ve lag,2009.
Roland Be nha d96
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in allen Kul u en und zu allen Zei en e blü ende Ähnlichkei en au weisen.30
Campbell geh da on aus, dass alle Menschen onden gleichen Bilde nange-
sp ochen we den und sich bes imm e a che ypische na a i eM
us e s ändig
wiede holen. Dieses Mus e nenn Campbell »Monomy hos«.31 Fü ilmd ama-
u gische Inszenie ungen bie e de Monomy hos eine ideale S uk u und so
we den au dessen Basis schon sei den 1980e Jah en Sc eenw i ing-Ku se
un e ich e . Im Handbuch de Filmd ama u gie wi d die S uk u eines Mo-
nomy hos mi Zi a en onCampbell besch ieben:
De He os e läss die Wel des gemeinen Tages und such einen Be eich übe na ü -
liche Wunde au , bes eh do abela ige Mäch e und e ing einen en scheidenden
Sieg,dann keh e mi de K a , seine Mi menschenmi Segnungen zu e sehen, on
seine geheimnise üll en Fah zu ück.32
Im Monomy hos eis de Held o , übe winde » ins e e Wide s ände«, beleb
»lang e lo ene und e gessene K ä e« wiede ,dami sie de Ve wandlung de
Wel dienen können.33 Die Helden eise ende mi de Rückkeh und Segnungen
ü die Zu ückgebliebenen zuhause:
Die Fah des my hischen He os mag sich au de E deabgespiel haben:ImG und
geschah sie d innenund üh e in Tie en, wo ins e e Wide s ände übe wunden und
lang e lo ene und e gessene K ä ewiede beleb we den,dami sie de Ve wandlung
de Wel dienen können.34
De P o agonis muss also einen Kamp gewinnen, dann »gelang e e ände in
die all ägliche Wel zu ück:e ha eine nächs e Bewuss seinss u e e eich .«35
Dieses Modell de Helden eise unk ionie eambes en in Fan asy- und Science
Fic ion-Filmen,»da diese den My hen am nächs en s ehen«36 abe auch in Ac-
ion ilmen. Im Sinne onJö n Rüsen müssen solche a che ypischen E zähl-
s uk u en inso e n als »schön« bezeichne we den, als sie ein kaum zu übe -
bie endes Maßan Eingängigkei au weisen. Solche Geschich en bewegen die
Sinne,bes ehenausgehi nge ech au be ei e e In o ma ionund sindsozusagen
»in uns«.
Die Kolumbus/Behaime zählung s ell einen solchen Monomy hos da . Die
Fah des Kolumbus is die Fah des my hischen He os, de die ins e enWi-
de s ände (das Fes hal en ondunklen Mäch en an de Vo s ellung de Schei-
benges al de E de) übe winde . Hie bei komm ihm Ma in Behaim zu Hil e,
30 Joseph Campbell, Die K a de My hen,Düsseldo : Pa mos, 2007, 114.
31 Ebd.,161.
32 Joseph Campbell, zi ie nach S u e heim und Kaise , Filmd ama u gie,128.
33 Ebd.
34 Ebd.
35 Ebd.
36 S u e heim und Kaise , Filmd ama u gie,130.
His o isch Denken le nen mi dem My hos Ma in Behaim 97
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indem e Kolumbus mi seinem Globus inspi ie . Mi seine Wes ah i
Kolumbus in diese ande e Wel ein, wo e He aus o de ung bes ehenmuss (u.a.
die Übe windung de Angs o dem He un e allen onde E dscheibe) und
mi de »En deckung Ame ikas« einen g oßen Sieg gegen die » ins e en Mäch e
des Mi elal e s« e ing . Mi einem neuen Bewuss sein keh Kolumbuszu ück,
b ing seine Segnungen und äg gemeinsam mi Behaimund einigen ande en
P o agonis en mi eine wissenscha lichen Re olu ion zu eine um assenden
Ve wandlung de Wel bei.
Diese eingängige Geschich e ha jene E zähls uk u ,die nich nu in My hen
zu allen Zei en und an allen O en de Wel anzu e en sind. Auch in de Un-
e hal ungsindus iewe den, wiegezeig , spannende Spiel ilme nach diese
S uk u konzipie . Eine solche Geschich e läss sich dem en sp echend auch
ideal im Un e ich inszenie en. Die Schönhei de E zählung soll hie als ein
G und da ü o geschlagen we den, wa um sich de My hos in de Ge-
schich skul u du chgese z ha und nundas kul u elle Gedäch nis de a s a k
dominie .Diese E kenn nis kann im Un e ich nu zba gemach we den,
indem his o ische Na a ionen hinsich lich ih e »Schönhei « im Sinne on
Eingängigkei un e such we den. So s ell sich die F age, inwie e neine E -
zählung den gängigen D ama u gien onpopulä enFilmen ähnel .Die Folie des
Monomy hos bie e sich als ein Analyseins umen an.
Poli ische Sinnbildungss a egien de E zählungode die Behaimgeschich e als
»deu sche « My hos
His o isch-poli ische My hen bes ehen imme ausFak izi ä und Fik ionali ä .37
So we den Geschich en bisweilen mi einem spezi ischen Ziel zu My hen ge-
mach , und dieses Ziel bes eh inde »Gewinnung eine mobilisie enden, mo-
i ie enden und o ien ie enden Schubk a «38 – on JanAssman »My homo o-
ik« genann . Fü die Analyse eine E zählung hinsich lich ih zug undelie-
gende poli ische Sinnbildungss a egien is die dami e bundene Dynamik
in e essan . In diesem Sinne bie e es sich an, nachjenen Disku sen zu agen, in
die eine Geschich e (zielge ich e ) eingebe e is . Disku se we den hie e -
s anden als »Aussagen, die sich hinsich lich eines bes imm en Themas sys e-
ma isch o ganisie en und du ch eine gleich ö mige (nich iden ische) Wiede -
holung auszeichnen«39.Sos ell sich die F age, wiedas spezi ische »Wissen«
37 Vgl. Ko e, My hos o schung,124.
38 Assmann, My hos,23.
39 Achim Landweh , His o ische Disku sanalyse,F ank u amMain/New Yo k:Campus,2008,
92–93.
Roland Be nha d98
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übe Behaim (im o liegenden Fall jenes in den Schulbüche n) im his o ischen
P ozess zus ande kam, und inne halb welche Disku se dieses Wissen ü be-
s imm e Kollek i e poli isch Sinn bilde e.
Inne halb de poli ischen Dimension de Geschich skul u ,is nachJö n
Rüsen die Rolle, die dashis o ische Denken in den Mach kämp en spiel , in
denen die Menschen im Ve häl nis zueinande und zu sich selbs leben müssen,
zen al. Es geh umdie Legi imi ä on Mach - und He scha s e häl nissen, in
denen die Menschen leben müssen und in welchen dem his o ischen Denken
eine wesen licheRolle zukomm .40 So s ell sich in diesem Zusammenhang die
F age, inne halb welche Disku se die E zählung übe Behaim au auch und
dami zusammenhängend ü welche Kollek i ede Behaimmy hos O ien ie-
ungsbedü nisse be iedig e und dami jenes o malige E zählen bewi k e, das
dem My hos die »Mach « e lieh, sich in de Geschich skul u du chzuse zen.
Die Vo s ellung, Behaim habee was mi Kolumbus zu un, geh au den Po-
lyhis o Johann Ch is oph Wagenseil zu ück. De P o esso ande Uni e si ä
Al do e ö en lich e im Jah 1682 eine Rede, welche die Rezep ion Behaims im
deu schsp achigen Raum ü Jah hunde e beein lussen soll e und beg ünde
einen spezi ischen Behaimdisku s.InWagenseils To en ede ü einen Nach-
ah en des Ma inBehaimweis e da au hin, dass die Ta enMa inBehaims
»obwohl bislang unbeach e , zu Eh e nich nu seine Gebu ss ad ge eichen,
sonde n zum Ruhme des gesam en Deu schlands.«41 Wagenseil posi ionie
BehaimimZusammenhang mi Kolumbus au olgende eigensinnigeWeise:
»Ma inus[Behaim] and dabei o Ch is oph Columbus die Inseln Ame ikas
und o Fe nan Magellan die Mee enge, die dessen Namen äg .« Lau Wa-
genseil seiBehaim de eigen liche»En decke « Ame ikas. In diesem Zusam-
menhang e kenn de Redne eine Unge ech igkei :»Abe die Namen des Co-
lumbus und Magellan ha ein ungeheu e Ruhm du ch alle Zonen de Wel mi
ollen Backen e b ei e , unse en Landsmann hingegen nich , obwohl e den
Go hei en des Mee es zumindes gleichges ell we den müss e.«42
Dies is de Beginn des My hos, nach dem Behaim in i gendeinemZusam-
menhang mi de En deckung Ame ikas s eh . Die Behaup ung Wagenseils ging
in de Folge in meh e eLexika de Zei ein43 und de Zusammenhang zwischen
Kolumbus und Behaimbilde sei dem ein unwide u liches Elemen de E -
zählung. Inne halb dieses Disku ses ging es da um, einen »deu schenHelden«
40 Ebd.,238.
41 Johann Ch is ian Wagenseil, Sac a pa en alia D. Geo gii F ede icii Behaimi de Schwa zbach
Al do 1682, 8. Übe se zung in Richa dHenning,»Ma in Behaim’s angebliche Vo en de-
ckung Ame ikas und de Magellans aßeum(1487)«, in:Richa dHenning, Te ae Inco-
gni ae I ,Leiden 1956, 391–418, 394 zi ie nach B äunlein, Ma in Behaim,10.
42 Ebd.
43 B äunlein, Ma in Behaim,62.
His o isch Denken le nen mi dem My hos Ma in Behaim 99
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zu scha en, was in einem onLo enz Wes en iede e ass en Schulbuch aus
dem Ende des ach zehn en Jah hunde s besonde s deu lich wi d:
Wasdie deu sche Handlung und Kuns be i , so wa sie noch im 15 en Jah hunde
im g oeß en Flo ,so, daßdie Deu schen in diesem, und noch im olgendenJah hunde
ue diee s en E inde alle schaezba en, und nuezlichen Dingegehal en wu den. […]
Es wa auch in de Tha keine uehmliche und be aech liche E indung,welche nich
u sp uenglich onden Deu schen he ge ueh wa ,wo on wi hie nu einige Beweise
an ue en wollen.44
Als ein Beispiel da ü üh Wes en iede »[…] die E indung onAme ika […]
ode Wes indien, dessen eigen liche e s e En decke de (1430 zu Nü nbe g
gebo ne) Pa icie Ma inBehaim wa «45 ins T e en. So wu de olge ich ig on
Deu schen auch ge o de , man möge Ame ika doch nach Behaim in »Occi-
den alem Bohemiam« und die Magellans asse in »F e um Bohemicum«46 um-
benennen. Behaim habeja
das je zige Ame ica und F e um Magellanicum wi klich zu e s ge unden […] ohn-
geach e he nach die meh e e Eh e de E indung und Benennung dem Magellano und
Ame ico Vespu io zugeeigne wu de, wowide schon iele geei e […] haben.47
Im neunzehn en und zwanzigs en Jah hunde wu den au bauend au die in den
Jah hunde en zu o en s andene Behaimin e p e a ion poli ische Ansp üche
angemelde . Als einige wenige Na ionen im Zuge des Impe ialismus die Wel
un e sich au eil en, wu de mi de Ges al Ma inBehaims da an e inne , dass
auch ein Deu sche An eil an de eu opäischen E schließung de Wel ha e.
Behaimund du ch ihn die deu sche Wissenscha hä en die G undlage ü den
en decke ischen E olg am Beginn de Neuzei geleg und so besch ieb de
Nü nbe ge S ad biblio heka F ied ich WilhelmGhillany die seine Behaim-
biog aphie zug undeligende Absich in olgende Weise:
Daneben soll e meine Sch i in eine Zei ,woein ühmliche We ei e die Ve diens e
ängs lich wä ,welche die heimische Na ion an diese ode jene gemeinnü zigen
En deckung gehab habe, auch dann bei agen, de Wel ins Gedäch niss (sic!) zu
u en, dass die Deu sche Wissenscha esgewesen, welche es jenen be ühm en See-
ah e n am Schlussedes Mi elal e s möglich gemach , sichwei e in den Ocean hinaus
zu wagen.48
44 Lo enz Wes en iede , Ab ißde deu schen Geschich e. Ein Lese- und Leh buch, München:
Lindaue , 1798, 186–187.
45 Ebd.,186.
46 Geo g And eas Will, Nü nbe ge Geleh enlexikon,Nü nbe g:Lo enz Schüp el, 1755, 85.
47 Ebd.
48 F ied ich Wilhelm Ghillany, Geschich e des See ah e s Ri e Ma in Behaim nach den äl-
es en o handenenU kunden bea bei e ,Nü nbe g:Baue und Raspe, 1853, III.
Roland Be nha d100
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In den Aus üh ungen Ghillanys zeig sichde na ionalis ische Einschlag mi
dem die Behaime zählung nun o ge agen wu de. Die Ges al des Nü nbe ge s
wu de in diesem Sinne da ü e wende , deu sche Kolonialpoli ik ideologisch
o zube ei en. Dabei wa insbesonde edie Vo s ellung wich ig, Behaim habean
de Fah des po ugiesischen Kapi äns Diogo C¼oimJah 1484/85 eilgenom-
men und wä e dami ein En decke de Kongomündung.49 In diesem Zusam-
menhang en s and in de e s en Häl e des zwanzigs en Jah hunde s ein wis-
senscha liche S ei zwischen Po ugiesen und Deu schen in Bezug au Beha-
ims »Ve diens e« im Zusammenhang mi den En deckungs ah en.Wäh endde
Ein luss Behaims in de po ugiesischen Li e a u ela i ie wu de, bau en
Deu sche die He oisie ungsbemühungen aus. Am 11. Juli 1935 e ö en lich e
die deu sche His o ike in Hedwig Fi zle schließlich einen A ikelimF änki-
schen Ku ie zu »Eh en e ung Ma inBehaims«. Behaim habeseh wohl an de
Fah des Po ugiesen Diogo C¼o eilgenommen:
Do e ich e en sie eine Säule, um das Land ü Po ugalinBesi z zu nehmen,und
Behaim be a so als e s e Deu sche jene S ä e, au de ie hunde Jah e spä e die
deu sche Flagge übe das un e gessliche Deu sch-Südwes wehen soll e.50
Es ging dabei, so Pe e B äunlein, de Behaims Lebenund We k wiekaum
jemand ande s e o sch ha ,nich nu um eine Eh en e ung Behaims.Es
d ück sich ielmeh das Bemühen aus, al e koloniale Ansp üche au die zwi-
schen 1884 und 1915 bes anden habende Kolonie Deu sch-Südwes -A ika zu
e i alisie en.51
Auch Hi le selbs wa sich de Inszenie ungsmöglichkei en im Zusammen-
hang mi Behaims E dap el bewuss und kau e diesen im Zuge de Vo be ei ung
ü den Reichspa ei ag de A bei 1937 mi p i a en Gelde n(!) ü das Ge -
manische Na ionalmuseum,wode Globus heu e noch s eh . Beim Pa adezug
posi ionie e sich Hi le genaugegenübe dem Behaim-Haus.52 Im 84. Jah es-
be ich des Ge manischen Na ionalmuseums om Janua 1938 lies man in
diesem Sinne onde »ge adezu wel geschich liche[n] Bedeu ung unse es
Globus« de ein »einziga iges Denkmal jene e sinkenden al en Wel « sei und
»all die geis igen K ä e« en hal en wü de, »die dieses Al e übe wand«.53 Behaim
wi d auch hie in die E zählung oneine wissenscha lichen Re olu ion am
Beginn de Neuzei eingeo dne :»[…] denn nich zule z sind die wissen-
49 B äunlein, Ma in Behaim,54 .
50 M.A.H. Fi zle ,»Eine Eh en e ung Ma inBehaims. Die Fah mi Diogo C¼ozu Wal-
ischbuch 1485«, in: F änkische Ku ie om 11.07.1935, N .190, 8zi ie nach B äunlein,
Ma in Behaim,30.
51 B äunlein, Ma in Behaim,31.
52 Ebd.,156.
53 Ebd.
His o isch Denken le nen mi dem My hos Ma in Behaim 101
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scha lichen Vo ausse zungen ü die En deckung Ame ikas Nü nbe g zu dan-
ken, dassomi seine geis igen Ene gien dem Auslande zu Ve ügung s ell e.«54
Behaimwu de da übe hinaus in de Zei des Na ionalsozialismus auch als
deu sche Raum-E obe e p opagandis isch ü die Rech e igung des Zwei en
Wel k ieges, de als be ech ig eAuswei ung des Lebens aumes in e p e ie
wu de, inszenie . Ku z nach dem Beginn des Zwei en Wel k ieges is in de
na ionalsozialis ischen P opagandazei sch i SS-Lei he zu lesen:
Allzulange haben wi Deu schen uns onde Wel zu ückgezogen […].Wenn wi abe
wissen wollen,was deu sche Wei blick eins bedeu e e, so mag uns Ma inBehaim ein
Mus e sein.55
Die Wel we de»nich inAugsbu g e höke und nich inNü nbe g […] son-
de nd außen übe den Ozeanen e eil . Unddahaben die Deu schen das
Nachsehen.«56 Ausdiesem G unddü enie e gessen we den:»das e s e Abbild
unse e Mu e E de ha ein Deu sche ü die Deu schen ge e ig ,indeu sche
Sch i .«57 An dem Ti el des SS-Lei he es,indem onBehaimals »deu schen
Raume obe e « die Rede is , wi d deu lich, dass de Nü nbe ge hie als Lei bild
ü deu sche Solda en ungie en soll.
An diese S elle könn e die These au ges ell we den, dass die na ionalso-
zialis ische Ins umen alisie ung de Behaime zählung zu P opagandazwecken
dazu beige agen ha , dass sich de My hos de lachen E deimZusammenhang
mi de wissenscha lichen Re olu ion übe die Rezep ion des Behaimmy hos in
deu schen Geschich skul u en du chgese z ha . Un e suchungen zeig en, dass
sich zumindes de My hos de lachen E dee s in de Mi e des zwanzigs en
Jah hunde s lächendeckend in deu schen Schulbüche ne ablie en konn e.58 In
jeden Fall wa Behaim in Schulbüche ndes ach zehn en und neunzehn en
Jah hunde nochnich annähe nd so s a k e e en, wieimgegenwä igen
Schulbüche n. Eine ü den o liegenden Bei ag du chge üh e Analyse on414
Geschich sschulbüche n59 ausdem ach zehn en und neunzehn en Jah hunde
54 Ge manisches Na ionalmuseum, 84. Jah esbe ich ,Nü nbe g,Janua 1938, 20–24, 23 zi ie
nach B äunlein, Ma in Behaim,156.
55 »De E dap eldes Ma in Behaim. Eine Geschich e um einen deu schen Raum-E obe e «, in:
SS-Lei he -K iegsausgabe, 7, 3b(1940), 11 zi ie nach B äunlein, Ma in Behaim,168.
56 Ebd.,10.
57 Ebd.,11.
58 Vgl. Roland Be nha d, »De Eingang des My hos de lachen E de in deu sche und ös e -
eichische Geschich sschulbüche im 20. Jah hunde «, in: Geschich e in Wissenscha und
Un e ich 64 (2013), 687–701.
59 Es handel sich dabeiumeine Analyse, die mi de Da enbank GEI Digi al (S and25.Feb ua
2015) in deu schen Geschich sschulbüche n du chge üh wu de.Eswu den alle Leh we ke,
die ausde Zei o 1871 zum Zei punk de Ab age in de Da enbank o handen wa en,
danach un e such , ob de Beg i »Behaim« in ihnen o komm .
Roland Be nha d102
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(bis 1871) zeig e, dass Behaim nu in26diese Leh we ke e wähn wi d,60
wäh end de Nü nbe ge heu e in den meis en deu schen Schulbüche neine
Rolle spiel .61 In e essan e E gebnisse wü deeine Un e suchung e sp echen, in
de die Rezep ionBehaims in Schulbüche ndes zwanzigs en und einund-
zwanzigs en Jah hunde s quali a i und quan i a i he ausgea bei e und die
Hypo hese gep ü wi d, ob das e meh e In e esse an Behaim im zwanzigs en
Jah hunde dadu ch zus andekam, dass e übe na ionalsozialis ische P opa-
ganda de Nü nbe ge e s ä k in die Au me ksamkei ge ück is , ode ob
60 Die Leh we ke, in denen Behaim e wähn wi d sind:Johann Ma hias Sch öckh, Allgemeine
Wel geschich e ü Kinde ,Leipzig:Weidmann und Reich, 1779, 370;JohannMa hias Sch-
öckh, JohannMa hias Sch öckhs ö en lichen Leh e s de Geschich e zu Wi enbe g Leh -
buch de allgemeinen Wel geschich e,Be lin:Nicolai, 1795, 379;Lo enz Wes en iede , Ab iß
de deu schenGeschich e. Ein Lese- und Leh buch,München:Lindaue ,1798, 186;Johann
Go ied Wol mann, Die Wel geschich e ü die Jugend,Be lin:Duncke und Humblo , 2.,
e b.Au lage 1807, 50;T augo Go hil Voig el, Julius Augus Reme ’s Leh buch de allge-
meinen Geschich e ü Akademieen und Gymnasien,Halle:Hemme de und Schwe schke,
1811, 344;Ka l Hein ich Ludwig Pöli z, Die Wel geschich e ü gebilde e Lese und S udie-
ende,Leipzig:Hin ichs, 1813, 22;E ns Hold, Die Wel geschich e ü die Jugend bis au die
neues en Zei en,Leipzig:Hin ichs, 1818, 251;Johann Kaspa Mülle , D .JohannKaspa
Mülle ’s Leh buch de Wel geschich e,Bambe g und Wü zbu g:Goebha d sche Buch-
handlungen, 1818, 348;Ka l Hein ich Ludwig Pöli z, Die Wel geschich e ü gebilde e Lese
und S udie end,Leipzig:Hin ichs, 1824, 17;Ca l Wilhelm Bö ige , Die allgemeine Ge-
schich e ü Schule und Haus,d i e, e meh eAu lage, E langen:Heyde , 1827, 166;
F ied ich Nössel , Leh buch de Wel geschich e ü Töch e schulen und zum P i a un e ich
he anwachsende Mädchen,B eslau:Max, 1827, 212;Johann Hein ich Meynie , E zählungen
aus de Geschich e de eu opäischen Völke ,Leipzig:B ockhaus, 1827,219;Hein ich Rock-
s oh, E zählungen aus de äl e en und mi le en Geschich e zum e s en g ündlichen Un-
e ich inde Wel geschich e,Leipzig:B ockhaus, 1829, 857;F ied ich Nössel , Kleine
Wel geschich e ü Töch e schulen und zum P i a -Un e ich e he anwachsende Mädchen,
B eslau: Max, 1830, 55;Ludwig Wachle , Ludwig Wachle ’s Leh buch de Geschich e zum
Geb auche in höhe enUn e ich s-Ans al en,B eslau:G aß,Ba h, 1838, 26;Augus Wilhelm
G ube, Cha ak e bilde aus de Geschich e und Sage,Leipzig:B ands e e ,1852, 253;Ca l
Winde lich, Leh buchde Wel geschich e,Leipzig:Wigand, 2.,bis au d.neues eZei o ges.,
e m. u. be ich ig eAu lage 1852, 465;Pe e F ied ich Ki chmann, Geschich e de A bei und
Kul u ,Leipzig:Meye , 1858, 172;Ca l Winde lich, Uebe sich de Wel geschich e in syn-
ch onis ischen Tabellen,B eslau: Ke n,1859, 45;Mo i z Spiess, Fü einen einjäh igen Un-
e ich ineine mi le en Klassen be echne ,Hildbu ghausen:Nonne, 1861, 170;Wilhelm
Pü z, His o ische Da s ellungen und Cha ak e is iken,Köln:DuMon Schaube g,1862, 625;
Wilhelm Pü z, Die Geschich e de neue nZei ,Köln:DuMon Schaube g,1864;Augus
Wilhelm G ube, Wiede holungsbuch zu den Cha ak e bilde naus de Geschich e und Sage,
Leipzig:B ands e e ,1865, 40;Be nd Died ich Wilms, Mnemonische Bea bei ungde Wel -
und Cul u -Geschich e,Flensbu g:He zb uch, 1867, 103;F ied ich Nössel , Leh buch de
Wel geschich e ü Töch e schulen und zum P i a un e ich he anwachsende Mädchen,
B eslau: Max, 14., e b.und s a k e m. Au lage 1867, 302;A nold Schae e , Geschich s a-
bellen zum Auswendigle nen,Leipzig:A noldi, 1870, 58.
61 Vgl. Roland Be nha d, Geschich smy hen übe Hispanoame ika. En deckung, E obe ung und
Kolonisie ung in deu schen und ös e eichischenSchulbüche ndes 21. Jah hunde s (Ecke .
Die Sch i en eihe 134), Gö ingen:V&Runip ess, 2013, 105–110.
His o isch Denken le nen mi dem My hos Ma in Behaim 103
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dieses ges eige e In e esse an Behaimschon in Schulbüche n o 1933 ode e s
nach 1945 e kennba wi d.
Es läss sich auch denken, dass de My hos e s nach dem Zwei en Wel k ieg
im Zusammenhang mi de En nazi izie ung seineheu ige Bedeu ung in
Schulbüche nbekam und/ode im Zusammenhang mi de Neuinszenie ung
de S ad Nü nbe g zu sehen is . Die S ad wu de nach dem Zwei en Wel k ieg
in e na ional auch als »Nazi-Sh ine« bezeichne .62 Die lau dem Nü nbe ge
Obe bü ge meis e Willy Liebel »deu sches e alle deu schen S äd e«63,wa ab
dem Jah 1927 Schaupla z de Reichspa ei age de NSDAP64 und s and auch in
un ühmliche Ve bindung mi den Nü nbe ge Gese zen on1935. In de
Nachk iegszei e such en S ad ä e ,Wi scha und Bü ge k eise das Image
Nü nbe gs als »Nazis ad « zu übe winden und, sich ein neues P o il gebend, die
ühe e Anziehungsk a de S ad wiede zu beleben.65 In diesem Zusammen-
hang gal es, nich belas e e Symbole zu inden und mögliche weise bo sich eine
Neuin e p e a ion Behaims als »wes lich o ien ie em« p og essi enWissen-
scha le ü eine Imagepoli u an.
Die Deu ungsmus e in Bezug au Behaim bleiben auch nach dem Zwei en
Wel k ieg zum Teil ähnlich. Wieschon in deu schna ionalen K eisen, im Zuge
onKolonial he o ik ode beiden Na ionalsozialis en Behaim als Wissen-
scha le kons uie wu de, bleib diese Lesea Behaims auch in de Nach-
k iegszei bes ehen. Alle dings ände en sich inso e ndie Vo zeichen, als die
anges eb e Sinnbildung nich meh dieselbewa .Sozeig sich, dass mi dem
My hos onBehaim als eine de P o agonis en de Wissenscha lichen Re o-
lu ion öllig un e schiedliche Sinnbildungen angebo en we den können und
diese dami in e schiedene Weise »my homo o isch« e wende we den
kann. Mögliche weise is dies mi ein G und da ü , dass sich de Behaimmy hos
so ungeb ochen in de Geschich skul u häl .
Fü den Un e ich is die Analyse onGeschich se zählungen hinsich lich
jene Funk ionen, die sie in poli ischen Zusammenhängen e üllen, ong oßem
We .»My hen gewinnen ih e Fo m, Bedeu ung und S ahlk a […] ausden
Sinnbedü nissen de Gegenwa ; sie leben so lange, wiediese Sinnbedü nisse
bes ehen.«66 Dies im Un e ich zu e lek ie en und beispielsweisedie Be-
haim ezep ion im Lau e de Geschich e he auszua bei en und die e schiedenen
62 We ne K. Blessing,»Nü nbe g ein deu sche My hos«, in:Helmu Al ich e u.a. (Hg.),
My hen in de Geschich e,F eibu g im B eisgau: Rombach 2004, 371–396, 392.
63 Ebd.,390.
64 Vgl. auch Die e Wu ke, Nü nbe g als Symbol deu sche Kul u und Geschich e. Ein Vo ag,
Bambe g:Kaise ,1987.
65 Blessing, Nü nbe g,392.
66 Assmann, My hos,15–16.
Roland Be nha d104
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En s ehung onGeschich e in de Gesellscha zum Gegens and des Un e ich s
gemach we den. Wa umwi d Geschich e heu e in diese ode jene spezi ischen
A und Weiseda ges ell ?Vonwelchen Fak o en (äs he ischen, poli ischen e c.)
is eine spezi ischeDa s ellung beein luss ?
So bie e sich im Zusammenhang mi Behaim zum Beispiel eine De-Kon-
s uk ion de eingangs behandel en B ie ma kede deu schen Bundespos aus
dem Jah 1992 an, um onih ausgehend übe Behaim, Kolumbus und den
My hos de lachen E denachzudenken. Mankönn e Schüle innen und Schü-
le nzusä zlich zu B ie ma keeine Da s ellung übe Globen o Behaimzu
Ve ügung s ellen, dazu Bildquellen ausdem Mi elal e anbie en, in denen eine
sphä ische E deda ges ell wi d und Schulbuch ex e übe Behaim, in denen
e zähl wi d, de Nü nbe ge habeden e s en Globus gebau . Als A bei san-
weisung könn e gegeben we den:»E klä e,wo in die Bedeu ung des Globus on
Behaimlieg , so dass e 500 Jah e nach seine Kons uk ion soga au B ie -
ma ken de Deu schenBundespos und in deinem Schulbuch abged uck wi d!«
Dami wü de den Schüle nund Schüle innen im Sinne onRol Schö ken eine
öllig »au ge au e«96 Gesam da s ellung o liegen, in de o ensich liche Wi-
de sp üche o handen sind.Mi de Einsich ,dass hie ein Geschich smy hos im
Schulbuch und au B ie ma ken de Deu schen Bundespos ep oduzie wi d,
kann in den Schüle nund Schüle innen –soda e wa e we den –au jeden
Fall ein e lek ie e e Umgang mi Schulbüche nals Teil de Geschich skul u
angebahn we den.
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Susanne G indel
My hos Kolonialismus. Die eu opäische Expansion in A ika
Ak uali ä des My hos
Die Geschich e de eu opäischen Expansion is imme wiede my hisch übe -
höh wo den. Insbesonde e die Kolonialisie ung A ikas is als Zi ilisie ungs-
mission und Mode nisie ungsau ag in zahllosen We ken de eu opäischen
Kul u onde Male ei, de Bildhaue ei, de A chi ek u bis hin zu Li e a u ,
abe auch in de Populä kul u und den Massenmedien ausges ell wo den.1Ih e
dunkle Sei e wu de dabeinie öllig ausgeblende –Joseph Con ad e wa ha das
Vo d ingen de Eu opäe in das Inne e A ikas eind inglich in seinem Roman
»He z de Fins e nis« besch ieben und die Reise den Kongo au wä szueine
Kon on a ion mi dem F emden und den Abg ünden des Menschlichen e -
dich e .2Gleichwohl is de My hos des mode nen Kolonialismus als eu opäi-
sche E olgsgeschich enochimme lebendig und wi ksam.
So p äsen ie e de anzösischeP äsiden Nicolas Sa kozy 2007 eine ak uelle
Ve sion dieses Fo sch i s- und Mode nisie ungsna a i s wäh end seines
S aa sbesuchs im Senegal,de ehemaligen anzösischen Kolonie. Vo Ange-
hö igen de Cheikh An a DiopUni e si ä on Daka sp ach e da on, dass de
a ikanischeMensch im Einklang mi de Na u , abe ohne In e esse an Fo -
sch i und wei e e En wicklung lebe. Fo sch i sdynamik sah e ,wie zu
Kolonialzei , allein beiden Eu opäe n. Die be o mundende A i ude und die
Wiede belebung eines übe wunden geglaub en Hegelschen Geschich sbildes,
das A ika mi Rücks ändigkei gleichse z , lös e beia ikanischen und an-
zösischen In ellek uellen Empö ung aus.3Einen wei e en Beleg ü die unge-
1Michael J. Win le (Hg.), Imagining Eu ope. Eu ope andEu opean ci iliza ion as seen om i s
ma gins and by he es o he wo ld, in he 19 h and 20 h cen u ies,B üssel:Lang, 2008;de s.,
The image o Eu ope. Visualizing Eu ope in ca og aphyand iconog aphy h oughou he ages,
Camb idge:Camb idge Uni e si y P ess,2009.
2Joseph Con ad, He z de Fins e nis,München:DTV,2012 [o ig.1899].
3Nicolas Sa kozy,»Allocu ion de M. Nicolas Sa kozy,p esiden delaR8publique, p ononc8e/
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b ochene Wi ksamkei des Kolonialmy hos lie e e de ein luss eiche b i ische
His o ike Niall Fe gusonmi seinem 2011 e schienenen Buch De Wes en und
de Res de Wel 4,das nich nu im pos kolonial e unsiche en G oßb i annien
au g oßeResonanz s ieß.De Un e i el seines ühe en Buchs »Empi e« b ing
diese Posi ion au die Ku z o mel »How B i ain made he mode nWo ld.«5Das
b i ische Empi e wa demnach Mo o eine beispiellosenMobilisie ung on
Menschen, Mä k en und Wissen,de en Zi ilisa ionsleis ung die Scha ensei en
beiwei em übe a . Fe gusonzeichne dasEmpi eals dynamischen Mo o on
Ve ände ungen, die auße eu opäische Wel dagegen als s a isch, zei los und de
In e en ion du ch Eu opäe Innen bedü ig.6Sowohl de anzösische S aa s-
p äsiden als auch de b i ische His o ike bedienen sich eine dicho omischen
A gumen a ion,die die eu opäischen Kolonialmäch e als die Übe b inge on
Fo sch i und Mode ne au ass und die Kolonien lediglich als Emp änge
diese Impulse und E ungenscha en da s ell . Sie g ei en dami au A ika-
o s ellungen zu ück, die den Kon inen als geschich slos und ücks ändig be-
sch eiben.
Im Zuge de kolonialen E obe ungen ha en A ikawissenscha le Innen
eu opäisches Wissenumdas o koloniale A ika umgedeu e und ein nega i es
Bild a ikanische Geschich e und Gesellscha e ablie , in dem kul u elle
Leis ungen negie ode echnisch und kul u ell e mein lich übe legenen zu-
gewande en Kul u ölke nzugesch ieben wu den. P ospe ie ende S äd e,
mäch ige König eiche, mili ä isch s a o ganisie eund au de Feudalwi -
scha basie ende He scha s o men, die sich eilweise de Sch i bedien en
und übe wei en wickel e Ve ah en de Me all e a bei ung e üg en, pass en
su l’his oi e a icaine /l’usage du p 8siden Sa kozy,Pa is:D8cou e e, 2009, 343–355. Hie
auch die k i ische Reak ion de a ikanischen Geschich swissenscha en au die Rede. Fe ne :
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Susanne G indel118
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nich zude Vo s ellung, dass A ika de Kolonialhe scha bedü e, um aus
Geschich s- und Kul u losigkei he ausge üh zuwe den. Ein Beispiel ü die
Un e d ückungdieses A ikawissens is die Wiede en deckung de Ruinens ad
G oßSimbabwe du ch eu opäische Fo schungs eisende gegen Ende des neun-
zehn en Jah hunde s. Die U sp ünge de Haup s ad des Munhumu apa-Rei-
ches sind inzwischen du ch Radioka bonun e suchungen au das el e Jah -
hunde da ie . In dem poli ischen und wi scha lichen Zen um des Reiches
leb en bis zu 18.000 Menschen onRinde zuch , Goldgewinnung und Fe n-
handel mi Pe sien und China. Bis in die 1960e Jah e bes i en eu opäische
Fo schende jedoch imme wiede den indigenenU sp ung de Wel kul u e be-
Anlage und e such en, die E bauung au kul u ell e mein lichhöhe s ehende
a abische ode phönizische Ein lüsse ausdem No den zu ückzu üh en.7
Die Ve suche, den Kolonialmy hos zu es igen ode zu e i alisie en,lassen
sich also in ielen Be eichen nach ollziehen.Poli ik, Geschich sda s ellung und
Wissenscha de eu opäischen S aa en sind in iel äl ige Weise onih en ko-
lonialen E ah ungen gep äg .Die e wähn en Beispiele illus ie en, wies a k sie
übe die Dekolonisie ung hinaus o wi ken und gegenwä ige Au assungen in
de Außenpoli ik, de his o ischen Selbs wah nehmung ode de Wissenso d-
nung be üh en. Vo diesem Hin e g und schein de koloniale My hos kaum an
Ak uali ä e lo en zu haben, zumal die Fo men, in denen de Kolonialismus
dabei e zähl wi d, den my hischen E zählweisen en sp echen. Diese E zähl-
weisen eduzie en die Komplexi ä on He scha sbeziehungen au ein ache
Gegensä ze und sie e se zen die Ve lech ungen kul u elle Begegnungen du ch
G enzziehungen.
Globalgeschich eund Pos kolonialismus
Gegenübe diesen Ve suchen, den My hos zu e i alisie en, insis ie en global-
geschich liche Ansä ze da au , dass de Kolonialismus in A ikaeine Geschich e
oneu opäischen und a ikanischen wie on inne eu opäischen und inne -
a ikanischen In e ak ionen is . »Eu opae wuchs ebenso ausseinen impe ialen
P ojek en wiekoloniale Begegnungen oninne eu opäischen Kon lik en ge-
p äg wa en.«8Vondiese Fes s ellung ausgehend, plädie en die ame ikani-
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Jah e ü eine Fo schungsagenda, die nich meh onein achen Dicho omien
zwischen He sche nu
nd Behe sch en ausgeh u
nd nich m
eh zwischen im-
pe ialen und kolonialen Handlungs äumen enn , sonde n diese zusammen-
denk . Pos kolonialismus und Kul u ans e o schung haben eben alls we-
sen liche Impulse gelie e , den kolonialen My hos zu dekons uie en und da ü
geso g , dass die Geschich e de eu opäischen Expansion nich meh ode nu
um den P eis g obe Ve kü zung als Fo sch i sna a i zue zählen is .
T o zdem is nich zuübe sehen, wieseh die Deu ungde eu opäischen
Expansion noch imme zwischen My hos und Globalgeschich e schwank und
wies a k My hen die Geschich skul u nach wie o p ägen. Es lieg dahe nahe
zu agen, wieeinzelne Medien de Geschich skul u mi My hen umgehen. Das
Schulbuch, ode genaue ,das Geschich sschulbuch läss sich als ein solches
geschich skul u elles Medium be ach en. Es wi d zwa in e s e Linie als Bil-
dungsmedium konzipie und e s anden, is abe mindes ens ebenso seh ein
G admesse da ü , wieexklusi ode inklusi dominan e gesellscha liche E -
zählungen o mulie sind und au welche Fo m his o ischen Denkens die ö -
en licheGeschich skul u basie .
Wasdas Schulbuch zu einem au schluss eichen Fo schungsgegens and ü
die Beschä igung mi F agen de Geschich skul u mach , is also zum einen die
Ta sache, dass es Wissen auswähl , es kanonisie ode delegi imie .9Ku z:Es
bes imm , was die jeweilige Geschich e ausmach . Es is zum ande en die Ta -
sache, dass das Schulbuch eine Anlei ung zu Deu ung und Sinnbildung his o-
ische Da en gib , sei es gep äg onMy hen und homogenisie enden Meis-
e e zählungen, sei es im Bemühen um mul idimensionales his o isches Denken
wieJö n Rüsen und ande eesda geleg haben.10 Vo diesem Hin e g und is es
9Thomas Höhne,Schulbuchwissen.Um isse eine Wissens-undMedien heo iedes Schulbuchs,
F ank u amMain:JohannWol gangGoe he-Uni e si ä ,2003;MichaelW. Apple(Hg.),The
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Susanne G indel120
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Da s ellungen des deu schen Siedle kolonialismus e binden die Schulbüche
mi einem ölkischgep äg en Blick au das sogenann e Auslandsdeu sch um.
Die P lege »deu schen B auch ums« bilde die B ückezwischen den Deu schen
im Inland und den Siedelnden in Übe see. Es kommen »als Auslandsdeu sche
alle die Deu schen in Be ach , die als Siedle in emdem Volks um eine neue
Heima ge unden haben, abe o zdem ih e Ve bundenhei mi deu sche
Kul u und deu schem Volksbewuss sein sich du ch E hal ung de deu schen
Sp ache und de deu schen Si en bewuß sind«34,heiß esineinem Ge-
schich sbuchaus de Weima e Republik. Die 30 Millionen Auslandsdeu schen,
die das Schulbuch zähl , seien ü das kul u elle Übe leben des deu schen Volkes
un e zich ba .Eine au Mi eleu opa bezogene Ka e des »deu schen Volks- und
Kul u bodens« bek ä ig diesen Ansp uch, indem sie wei e Teile o allem
ös lich de Reichsg enze en wede zusammenhängend als deu schen Kul u -
boden ode als »S eu- und Inseldeu sch um« bezeichne . Es en s eh das Bild
eine Na ion, die sich wei übe ih e G enzen hinweg ausdehn und a sächlich
läss sich die Ka e als eine Blaupause ü die agg essi enun nach Os en ge-
ich e e ExpansionimZwei en Wel k ieg lesen.35
Na a i e
Das Na a i on eu opäische Dynamik und a ikanische S asis bilde ein
wei e es Elemen des Kolonialmy hos. Es basie au disku si e En gegense -
zung und Abg enzung.Eu opanimm in diese E zählung die Rolle des ak i
Handelnden ein, wäh end die Kolonien passi eObjek e eu opäische Zi ilisie-
ungs- und Mode nisie ungsbemühungen bleiben. Das gil na u gemäß ü
Da s ellungen,die hegemonialeSich weisen au dieKolonien e mi eln.Es i
abe auch ü Da s ellungen zu, die sich um eine posi i eWü digung bemühen,
wiedas olgende Beispiel zeig .
De b i ische Sch i s elle ,His o ike und Soziologe He be Geo ge Wells,
Au o wel bekann e Science-Fic ionRomane wieK ieg de Wel en,sch ieb 1925
Lincoln:Uni e si y o Neb askaP ess, 2005, 21–40;Daniel Joseph Wal he , C ea ing Ge -
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34 O o Boeliz, Das G enz- und Auslandsdeu sch um. Seine Geschich e und seine Bedeu ung,
München:Oldenbou g,2.Au lage 1930, 3. Ka e des »deu schen Volks- und Kul u bodens«
ebda. Anhang. Besonde s das Vo wo de 1926 zue s e schienenen Ausgabe a gumen ie
ölkisch,umdie e lo enen Kolonien wei e hin kul u ell ü das Reich zu eklamie en.
35 Gun am H. He b,»Das g öß e Deu schland soll es sein!Sugges i eKa en in de Weima e
Republik«, in:Haslinge und Oswal (Hg.), Kamp de Ka en,140–151.
My hos Kolonialismus. Die eu opäische Expansion in A ika 127
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ein Geschich sschulbuch, in dem e einen uni e salgeschich lichen Ansa z
e olg e und die zei ypischen Eu ozen ismen und Rassismen wei gehend
e mied.Seine Da s ellung de Kolonialzei komm jedoch nich ohne my hi-
sche Elemen e aus.
[A ica] was acon inen o black mys e y;only Egyp and he coas we e known.He e
we ha e no space o ell he amazing s o yo he explo e s and he ad en u e s who i s
pie ced he A ican da kness, and o he ade s, se le s, and scien i ic men who
ollowed in hei ack. Wonde ul aces o men like he pygmies, s ange beas s like he
okapi, ma elous ui s and lowe s, and insec s, e ible diseases, as ounding scene y
o o es and moun ain, eno mous inland seas and moun ains, gigan ic i e s and
cascades we e e ealed – awhole new wo ld.36
Wells eku ie au zwei wesen liche Elemen e des Kolonialmy hos:Zum einen
geh e au die Faszina ion du ch das F emde und Exo ische, das »schwa ze
Mys e ium« ein, als das sich A ika ü die Eu opäe Innen e weis . In eine
bildha en Sp ache e zähl e onwunde samen Menschen assen, emden
Tie en, an as ischen F üch en und Blumen, s aunenswe en Landscha en,
iesigen Binnenseen und Be gen, gigan ischen Flüssen und Wasse ällen –und
zi ie dami ein in Eu opa gep äg es my hisches A ikabild, das o allem die
G oßa igkei seine Na u schönhei enbe on .
Zum ande en geh e au die ak i eE schließung des Kon inen s du ch die
Eu opäe ein, also die »e s aunliche« Geschich e de En deckenden und Aben-
eu e ,die »in die a ikanische Dunkelhei o d angen«. Au diese Weisehaben
e kenn nishung ige, wagemu ige und o sch i b ingende En deckende wun-
de ba e Dinge en hüll ode » e ealed« und den Kon inen gleichsam ausseine
Geschich slosigkei und seinem aumähnlichen S ills and au geweck . Fü
Kon ak e und Kon lik e zwischen ansässige Be ölke ung und ankommenden
G uppen is in diesem Na a i kein Pla z.S a dessene ozie esdieVo s ellung
onA ika als dem in sich selbs uhendenKon inen , de dem ewigen K eislau
de Na u ausgelie e is .37
In neue en Schulbüche nleben diese Dicho omien und das Bild des adi i-
ons e ha e en, unbeweglichen A ika s ellenweise o , wenn sie au »wi -
scha liche Rücks ändigkei « nachkoloniale a ikanische Gesellscha en e -
weisen ode au En wicklungss ills and und Regie ungshandeln, das klep o-
k a isch e s a sei.38 P obleme dynamische wes liche eu opäische S aa en,
wiee wa U banisie ung und Me opolenwachs um, scheinen au a ikanische
36 He be Geo ge Wells, ASho His o y o Mankind o Schools,Ox o d:Blackwell, 1925, 170.
37 Spei kamp, A ika,5;do auch de Hinweis au das in diesem Na a i en hal ene hege-
lianische Geschich sbild, das de anzösische S aa sp äsiden Sa kozy in seine Rede 2007
bemüh e.
38 F ank Bah u.a. (Hg.), Ho izon e II. VomAbsolu ismus bis zum E s en Wel k ieg,B aun-
schweig:Wes e mann, 2006, 286.
Susanne G indel128
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S aa en nich zuzu e en. Indem Schulbüche abe au e mein lich a ikani-
sche P oblemlagen abheben, sch eiben sie den Gegensa z onMode ne und
T adi ion au sub ile Weise o .
Bilde
Schließlich is das Bild des F emden und des diame al Ande en es e Be-
s and eil des kolonialen My hos. Diese Al e i ä e schein als Wildhei , I a io-
nali ä und Kö pe lichkei ode Emo ionali ä und s ell einen Gegenen wu
zum eu opäischen Selbs bild da .Dem ba ba ischen und a a is ischen A ika
wi d ein zi ilisie es und au geklä es Eu opagegenübe ges ell . So läss sich die
Expansion Eu opas nach Übe see nich nu ech e igen, sonde nauch als eine
gemeinsame eu opäische Au gabeda s ellen. Deu schland be eilig e sich »auch
mi den ande en g oßen Na ionen an de Kolonisa ion und –du ch die Un e -
d ückung des Skla enhandels –ande Lösung eine Kul u au gabede
Menschhei .«39 Dieses Bild eine eu opäischen Zi ilisa ionsgemeinscha en -
we en auch die zei genössischenenglischen Geschich sschulbüche ,wenn sie
be onen, wieen schlossen die Eu opäe da an gegangen seien, » os amp ou his
wicked adein human beings,and heho iblec uel iesconnec edwi hi .«40 Sie
illus ie en diese Imagina ionen du ch konk e e Abbildungen und e gänzen
Zeichnungen onzi ilisa o ischen E ungenscha en wieEisenbahnlinien41
ode schwa z-weißFo og a ien, die die echnische Übe legenhei de eu opäi-
schen Me opolen zeigen,42 und diese Bild adi ion läss sich bis wei übe das
Ende de Kolonial eiche hinweg e olgen.43
Zwei Aspek e sollen im Folgenden nähe beleuch e we den, und zwa die
oyeu is ische Auss ellung des Ande en in e hnog a ischen Zusammenhängen
sowiedie Besch eibungdes Ande en als Gegne im Kamp . Die e ze enden
Bilde emde Völke ,die sich übe Kolonialauss ellungen, Massenp esse und
39 Al edMau e , Wel geschich e on1815–1926. Mi besonde e Be ücksich igung de deu -
schen Geschich e im 19. und 20. Jah hunde . Leh buch de Geschich e ü höhe e Schulen,
F ank u amMain:Dies e weg, 1929, 115.
40 H. W. Palme , Ou Empi e O e seas,London:Blackie and Son, 1928, 230.
41 Ebd.,232.
42 Cha les Pe e Hill und John Cha les W igh , B i ish His o y,1815–1914,Ox o d: Ox o d
Uni e si yP ess,1981, 272–273.
43 Zu den bildwissenscha lichen G undlagen und de Un e scheidung zwischen Bild und
Abbild gl. die A bei en onKlaus Sachs-Hombach. Als Eins ieg:Klaus Sachs-Hombach,
»Zu Theo ie eine in e disziplinä en allgemeinen Bildwissenscha «, in: Visual His o y.
Online-Nachschlagewe k ü die his o ische Bild o schung,7.Ok obe 2014 h ps://www. i
sual-his o y.de/2014/10/07/zu - heo ie-eine -in e disziplinae en-allgemeinen-bildwissen
scha /, zule z gep ü am 5. Sep embe 2016.
My hos Kolonialismus. Die eu opäische Expansion in A ika 129
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Kolonialwa enwe bung zu Beginn des zwanzigs en Jah hunde s in Eu opa
e b ei e en, inden ih en Wege s in den 1990e Jah en als kolonialk i isch
in endie e Quellenma e ialien in die Schulbüche .Do sollen sie dann My-
hisie ungen sich ba und möglichs ückgängig machen. Rep äsen a ionen des
Ande en, die übe e hnog a isches Wissen e mi el we den, dienen abe sei
Beginn des Jah hunde s dazu, die Di e enz zwischen eu opäischen und nich -
eu opäischen Menschen zu be onenund dies umso s ä ke ,jemeh Wissen übe
kolonisie eBe ölke ungen nach Eu opa gelang . Lokale Kul u en we den dabei
als Relik e eine zu übe windenden Ve gangenhei da ges ell .44
Das Bild des Ande en als eines k iegs eibe ischen und ba ba ischen
Kämp e s legi imie indiese Logikdie eigene Gewal . So lassen sich die ge-
wal same Expansion F ank eichs im No den A ikas gegen eine »k iege ische
Be ölke ung«45,die Tak ik de e b ann en E deimKamp gegen die Ban u-
ölke und die Ze schlagung des Reichs de »wa likeZulus«46 in Süda ika ode
die Kolonialk iegegegen He e ound Nama in Deu sch-Südwes a ika als legi-
ime Gewal da s ellen.
Die Tua eg we den als u ch e egende K iege besch ieben, gegen de en
Wide s and F ank eich seinen He scha sbe eich in de alge ischen Saha a
ausdehn , um Alge ien olls ändig zu un e we en und seinewes a ikanischen
Kolonien zu a ondie en.
Vonhohe S a u ,muskulös, mi dunklem Tein is de Ta giinblaue ode weiße
Baumwolls o e gekleide . Die Tu banspi ze ins Gesich gezogen läss nu die Augen
ei:das Gewebeode de Schleie (Tagelmus ) schü z die Nasenlöche und den Mund
gegenSands ü meode böse Geis e .Als Wa en äg de Ta gidie Lanze, den ge aden
Säbelund den g oßen Schild ausAn ilopenhau . De K iege au dem Rei -D omeda
ha seinen Pagen hin e sich.47
In die Faszina ion angesich s de F emda igkei de Tua eg mischen sich Re-
spek gegenübe ih e Kamp k a , abe auch Übe legenhei angesich s ih es
Abe glaubens.
In de Ges al des wes a ikanischen He sche s Samo yTou 8s eh den
anzösischen Kolonialsolda en beiih em Vo d ingen en lang des Nige ein
bedeu ende mili ä ische Füh e gegenübe . Sein Sul ana is e wa halb so g oß
wieF ank eich und sein Hee bes eh aus 40.000 Mann. Die aus üh liche
Schilde ung de Übe wäl igung Samo ys du ch den anzösischen Capi aine
44 Se ha Ka akayali und Ma ion onOs en, »Kolonialismus und Mode nek i ik«, in:Anika
Keinz u.a., Kul u elle Übe se zungen,Be lin:Reime ,2012, 183–199, 194.
45 Im O iginal »popula ionbelliqueuse«, Alba, Cou s Male -Isaac,393.
46 Bild eines Zulu-K iege s in:Rode John Uns ead,ACen u yo Change. 1837-Today,Lon-
don:Black, 1964, 95.
47 Alba, Cou s Male -Isaac,395;Eigene Übe se zung de aus üh lichen Bildun e sch i .
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Gou aud mi eine Einhei on200 Ti aillaeu s S8n8galais (eine In an e ie-
einhei de anzösischen Kolonial uppen ausden wes a ikanischen Koloni-
algebie en),d
ie Besch eibungd
e Pe son Samo ys und die Fo og a ie des s eng
bewach en, abe au ech s ehenden und unge essel en Samo ykombinie
Vo s ellungen des F emden,Wilden und Ba ba en.Samo ywi d als in elligen e
und e schlagene K iegshe besch ieben, de seine G ausamkei en als na ü -
liche Beglei e scheinung des K ieges ansieh , wo in e in de Da s ellung des
Schulbuchs den Schwa zen in ganz A ika gleiche.48 Da Samo ymi Menschen
handel , gil e als » u ch ein lößende « ode ga »bes ialische Skla enhänd-
le «49.E hin e lasse übe all Blu und Ze s ö ung und wollesich au Ve hand-
lungen mi F ank eich nich einlassen. Dahe e schein eslegi im, den Kamp
gegen ihn »bis zum äuße s en« zu üh en. De im Schulbuch bezeug e Respek
o dem niede ge ungenen Gegne –inTex und Bild –läss die zi ilisa o ische
Übe legenhei de F anzosen schließlich umso deu liche he o e en.
Geschich skul u und My hos ezep ion
Abschließend soll die eingangsau gewo ene F age nach dem Ve häl nis on
Geschich skul u und My hos ezep ion au geg i en we den. Wiegehen die
neue en englischen, anzösischen und deu schen Geschich sschulbüche also
mi den übe kommenen My hologisie ungen und dem geschich skul u ellen
Bedü nis nach »g oßen E zählungen«50 um und wie eagie en sie au die ak-
uellen Ansä ze de Globalgeschich eund des Pos kolonialismus, wenn sie die
Geschich e de eu opäischen Expansion behandeln?Eine ungeb ochene Fo -
sch eibung des kolonialen My hos is angesich s achwissenscha liche En -
wicklungen und den ak uellen gesellscha lichen Deba en um das E bede
Kolonialzei nich zue wa en und in den Schulbüche nauch nich nachzu-
weisen. Gleichwohl sind My hen zählebig,wie eingangs an de Ak uali ä des
Kolonialmy hos gezeig und anschließend anhand de äumlichen, na a i en
und bildlichen Dimensionen, in denen e un e schwellig o leb , ausge üh .
My hen s uk u ie en komplexeVe häl nisse ein ach und kla und sie kommen
dem Beda nach Sinns i ung und Iden i izie ung ge ade in Zei en gesell-
scha liche Umb üche ode Ve ände ungen nach. Geschich sschulbüche
müssen solchen populä en E zählungen, die his o ische Kon ingenz eliminie-
48 Ebd.,404.
49 Im O iginal » 8 oce ma chand d’escla es«, ebd.
50 Jean-F anÅois Lyo a dsah in seine pos mode nen Gegenwa sdiagnose die in eg ie enden
Me ae zählungen de Au klä ung ode des Idealismus als geschei e an. Jean-F anÅois
Lyo a d, Das pos mode ne Wissen,Pe e Engelmann (Hg.) und O o P e smann (Übe s.),
Wien:Passagen, 2012 [O ig. La condi ion pos mode ne,1979].
My hos Kolonialismus. Die eu opäische Expansion in A ika 131
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en, die e ein achen und e dich en, e wasen gegense zen,das die e loch ene
und komplizie e Gemengelage his o ische Ve häl nisse sich ba mach und
Geschich e en my hisie . Sie müssen abe auch die Fähigkei e mi eln, My-
hen zu e kennen und sie als solche zu lesen, dami ih e–du chaus legi ime –
Funk ion e kann wi d. Au diese Weise agen sie lang is ig zu his o ischem
Denken und zu Dekons uk ion onMy hen bei, ohne sich als My hengene-
a o en zu be ä igen.
Wieschme zha My hendekons uk ionalle dings sein kann, zeigen die
E gebnisse de pos kolonialen Geschich swissenscha en. Sie haben die Kolo-
nisie en als Subjek e de Geschich e wiede in den Blickpunk ge ück und on
eine passi en Objek posi ion be ei . Indem ak uelle Schulbüche solche
Neupe spek i ie ungen übe nehmen und die Zusammena bei onkolonialen
Am s äge nund ö lichen Eli en als Bedingung koloniale He scha da legen,
un e lau en sie den Kolonialmy hos onzweiSei en:Die beg enz e Reichwei e
de Me opolen, die dami zu age i , wide sp ich dem lange gep leg em
Selbs bild de Eu opäe als Kolonialmäch e. Die Mi wi klung de Kolonien an
de Kolonialhe scha wide sp ich dem ebenso gep leg en Bild de auße eu-
opäischen S aa en als Ve lie e de Kolonialgeschich e.
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Doppelsei e Dialogbemühungen gegol en ha e, we den nu noch ie G und-
sä ze des »P ojek Wel e hos« als »Ve such (sic!) zu meh Tole anz« genann .
Konn en Religionen und Kon essionen 2003 als Teil des P oblemsu
nd Teil de
Lösung e s anden we den, sind sie 2012 nu noch P oblem.26
Tab. 1: U eile zu F iedens ähigkei eligiöse Gemeinscha en in Geschich e Real 2003
und 2012
Geschich e Real 1 2003 [NRWRS-1994] Geschich e Real 2 2012 [NRWRS-2011]
F ieden und Ve s ändnis un e Menschen
e schiedenen Glaubens wä en schön–
wa en und sind abe nich selbs e s änd-
lich. O iziell u heu e keine Religionsge-
meinscha ode Kon ession zu Hass und
Gewal au . Beigenaue em Hinsehen äll
abe au , dass eine Menge Sp engs o
geschich liche ,poli ische und soziale
A dann besonde s ge äh lich wi d, wenn
e auch noch mi Glaubensun e schieden
zusammenkomm .
Viele Religionen neigen dazu, ih e Leh -
aussagen, ih e Gebe s o men und ih e
ommen B äuche ü das einzig Rich ige
zu hal en. Das lieg nich nu da an, dass
eine o jah hunde eal e T adi ion die
eigene Übe zeugung es ig . Schwie ige
wi d es, wenneine allein gül ige ›Wah hei ‹
beansp uch wi d. Diese wi d o au gö -
liche O enba ung zu ückge üh , die in
heiligen [!]Sch i en es gesch ieben is .
Wenn es nu umdie Ve absolu ie ung onT adi ionen und ih eZemen ie ung
in Heiligen Sch i en ginge, wä e es mi de eligionsk i ischen Dekons uk ion
diese Wah hei en ge an. S a wieinde Abschlussau gabeRegeln ü ein bes-
se es Zusammenleben de Religionen zu »e inden«27 ,wä e eine g undlegende
Säkula isie ung de Gesellscha anzus eben.
Das gemeinsame K euzzugsna a i de zum Leh plan zugelassenen
Geschich sbüche
Die Au o en eams wenden zwei bis zwöl Sei en ü die K euzzüge au . Ve such
man, ein meh hei liches K euzzugsna a i zusammenzus ellen,e gib sich
olgende G unde zählung:Sie se z in de Regel mi Je usalem als heilige S ad
d eie Religionen ein. Auch nach de islamischen E obe ung im sieb en Jah -
hunde wa die ch is liche Pilge scha möglich. Das ände e sich im el en
Jah hunde , als die SeldschukenPilge ah en behinde en. Paps U ban II. ie
1095 in Cle mon mi g oße Resonanz zu Be eiung Je usalems au . Die
meis en Büche bie en hie auch einen Quellen ex . Die schwache Posi iondes
Paps es, de auße dem wes ös lichen auch ein wes liches Schisma zu bewäl igen
ha e und mili ä isch nich on den K euz ah e n p o i ie e, ode die An ech-
26 Geschich e Real1,Be lin 2003, 266, s. Geschich e Real2,Be lin 2012, 37.
27 Geschich e Real2,Be lin 2012, 37.
»My hos« e s e K euzzug 143
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nung de K euzzugsmühen und -ge ah en im ki chlichen Bußp ozess spielen
keine Rolle.
Im Un e schied zu ühe we den die K euzzugsan üh e nich e wähn . Ein
My hos g oße Männe wi d schon ausPla zg ünden nich e zähl .28 Die
K euzzugspog ome im Rheinland we den in den meis en Bänden angesp ochen.
Nach g oßen Ve lus en au dem Wege obe en die Res e de Ri e hee eJe u-
salem blu ig.Dies wi d in allen Büche ndu ch einen Quelle ausch is liche
Hand bes ä ig und in d eien mi einem Tex onIbn al-A ı¯ .
Als di ek e Folgen we den die En s ehung de au Daue nich lebens ähigen
K euz ah e s aa en und die Kon on a ion mi de übe legenen islamischen
Kul u benann .
Insgesam bleiben die Da s ellungeninbekann en Bahnen, mi al en und
neuen Fehle n.29 Im Ausgaben e gleich sind o Kü zungenimAu o en- und/
ode Ma e ial eil es zus ellen. I gendwo muss de Pla z ü zusä zliche Ein-
gangssei en,zusä zliche Appe ize und die neu als Selbs übe p ü ung konzi-
pie en Abschlusssei en ja he kommen.
Rekons uk ionen
De K euzzugsau u des Paps es
T o z des Zuschni s au die Pe son des Paps es und de P obleme mi de
Au hen izi ä des Übe lie e en ha die Ve wendung onQuellen zu Paps ede
in Cle mon als U geschich ede Beg ündung de K euzzüge eine gewisse Be-
ech igung.Auße zei eise A2 bie en alle Geschich sbüche einen K euzzugs-
au u [Sch eckensszena io,Au u zu Be eiung Je usalems, Ve sp echen des
ewigen Lebens]30,alle nach Robe onReims, de selbe e me k , dass Paps
U ban II. »diesund de a iges« o ge agen habe.31 Die Au gaben beziehen sich
in de Regel au die K iegs he o ik des Paps es.32
28 F ied ich Wol ze el, »Go ied on Bouillon. Füh e des e s en K euzzugs und König on
Je usalem«, in:Inge Mil ull und Michael Neumann (Hg.), My hen Eu opas. Mi elal e ,
Da ms ad :Wissenscha liche Buchgesellscha , 2004,126–142.
29 De ails bei Biene , Die K euzzüge in Religions- und Geschich sbüche n,503–565(Real-
schulbüche ), »Reise« iaRegis e .
30 (* mi Hinweis au wei spä e eNiede sch i ) denkjmal Geschich e 2,48; *en deckenund
e s ehen 2[/3],22;Geschich e Real2,34–35;*Geschich e und Gegenwa 2,46;*Reise in die
Ve gangenhei 1,216.
31 A no Bo s , Lebens o men im Mi elal e ,F ank u :P opyläen, 1973, 320.
32 Denkjmal Geschich e 2,48: »Ve sp echungen, die de Paps mach e«; En decken und Ve -
s ehen 2[/3],22:»A gumen e, mi denen de Paps die Zuhö e ü den K euzzug gewinnen
will«, und das Nega i -Bild de Muslime; Geschich e Real2,34: »welche Ge ühle beiden
Hansjö g Biene 144
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Es gib kein In e esse an damaligen Logiken, wa um Go den K euzzug will
[wollen da ] bzw.das Publikum an wo e , »Go will es«. Die Au deckung
diese Denkweisen könn e auch ü ak uelle K iegs ech e igungen sensibili-
sie en. Schließlichwi d de K euzzug du ch die Denk igu des ge ech en K ieges
ge ade nich ge ech e ig e ,weil alle A gumen e deba ie we den können.
Tab. 2: Die kon o e se Anwendba kei de K i e ien des ge ech en K ieges au den
K euzzugsau u
K i e ium E üllung Gegena gumen
ech mäßige Au o i ä
[legi ima po es as]
im Kon ex des g ego iani-
schen Selbs e s ändnisses
selbs e s ändlich de Paps
Paps spi i uelle Füh e ,
nich wel liche He sche ,
gl. In es i u s ei
ge ech e G und
[causa ius a]
Rücke obe ung de heiligen
S ä endes Ch is en ums
nach eine S a zei
Une kennba kei des sou-
e änen Go eswillens
ech e Absich
[ ec a in en io]
Wiede he s ellung de gö -
lichen O dnung
Go es Wille jeden alls so
wei e kennba ,dass e Je-
usalem den Muslimen
übe geben ha
angemessene Vollzug
[debi us modus]
Einbindung in den Buß-
p ozess
alle schondamals an de
spi i uellen K a onPil-
ge ngeäuße e Zwei el, je z
auch an den Gewal mi eln
Wegen des Pla zau wands ü die imme noch s a k gekü z e Paps ede und de
In e p e a ionsp obleme de e s nach äglich au gezeichne en P edig soll e
man besse den Beschluss onCle mon zi ie en. Hie hä e man zei nah und
heologisch ko ek dasandie wah e Bußegebundene Ve sp echen des E lasses
ki chliche Sündens a en, de so leich on K euzzugs eilnehmenden und
-p edigenden,abe auch Schulbuchau o enund -au o innen, mi de wei e Go
o behal enen Ve gebung de Sünden und eine Ga an iedes ewigen Lebens
e wechsel wi d.33
Zuhö e n ausgelös we densoll en«, »Wa um soll edas ›Volk de F anken‹ in den O ien
ziehen?«; Geschich e und Gegenwa 2,47: Me hodenschulung; Reise in die Ve gangenhei 1,
217:»wiePaps U ban II. ü die K euzzüge wa b.«
33 Hein ich Hagenmeye (Hg.), Die K euzzugsb ie e aus den Jah en1088–1100,Innsb uck:
Wagne ,1901, 216.
»My hos« e s e K euzzug 145
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Das Massake in Je usalem
Ob die E obe ung Je usalems auszei genössische Pe spek i e übe die Ge-
wohnhei en mi elal e liche K iegs üh ung hinausging34,is du chaus kon o-
e s. Gegen die adi ionelle Sich eines allgemeinen Massake s s ell eThomas
Asb idge 2010 es :
Im 13. Jah hunde schä z e de i akische Muslim Ibn al-A hi die Zahl de muslimi-
schen To en au 70.000.Mode ne His o ike hiel en diese Zahl lange Zei ü eine
Übe eibung, abe die la einischen Schä zungen onmeh als 10.000 To en nahmen
sie als wah scheinlich hin. Jüngs e Fo schungen ö de en jedoch eine zei genössische
heb äischeQuelle zu age, die da au hinweis , dass die Zahl de Op e kaum übe 3000
ging und dass beide Einnahme Je usalems seh iele Ge angene gemach wu den.
Da aus kannman schließen, dass schonimMi elal e die Vo s ellung onde B u-
ali ä de K euz ah e im Jah 1099 au beiden Sei en des Kon lik s ein Gegens and on
Übe eibungund Manipula ion gewesen is .35
E gab sich eine S ad , wu de ein eu e Abzug ausgehandel , wiebei de Rück-
e obe ung onal-Quds 1187, als es du ch die Ve nich ung des g öß en je au -
gebo enen K euz i e hee s inHa in keineAussich au Ve eidigung gab.E gab
sich die S ad nich , wieJe usalem 1099, siche e man sich beieine gewal samen
Einnahme, was mank iegen konn e. Ein Echo o z Uno dnung geo dne e
Besi zsiche ung inde sich in en deckenund e s ehen,woFulche onCha es
e wähn , »dass jede ,de zue s ein Haus be a ,obe eich ode a mwa ,nich
oneinem ande en F anken bed oh wu de«.36 D ei Geschich sbüche s ü zen
sich ü die Tex quelle au einen no mannischen K euz i e .37 Eine Analyse de
Weglassungen zeig eine Tendenz zu Beg adigung de F on en:Das e gebliche
An ennen, die Ze s ö ung eines onzweiBelage ungs ü men und die he ige
Gegenweh de Muslime, auch als die K euz ah e schon in de S ad wa en,
bleiben une wähn . So e scheinen die K euz i e als losgelasseneMö de on
Männe n, F auen und Kinde nund a gie ige Plünde e ,die anschließend
ih em Go ü alles danken, wäh end die Muslime Op e ohne Gegenweh sind.
Wenn de No mannesch eib , niemandhabeje on einem solchen Blu bad
gehö ode es gesehen38,gehö das auch zu Topik39.Obdie E obe e wegen des
34 Dies bezwei elnbeispielsweise John F ance, Vic o y in he Eas ,Camb idge:Camb idge
Uni e si yP ess, 1994, 325–366 Je usalem: iumphan ending, 355;Kaspa Elm, »Die E -
obe ung Je usalems im Jah e 1099«, in:Baue u.a. (Hg.), Je usalem im Hoch- und Spä -
mi elal e ,31–54, 42–46.
35 Asb idge, Die K euzzüge, 117.
36 En deckenund Ve s ehen 2[/3],27.
37 Denkmal Geschich e 2,50; Geschich e und Gegenwa 2,48–49; Zei eise A2,35.
38 Denkmal Geschich e 2,50.
39 An ielen de K euzzugszei , nich jedochK euzzugsda s ellungen en s ammenden Bei-
spielen:Mal e P ie zel, K ieg üh ung im Mi elal e ,Pade bo n:Schöningh, 2006, 109–118:
Hansjö g Biene 146
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Tö ens und Nehmens emden Eigen ums ein Un ech sbewuss sein hä en
haben müssen, is angesich s de allen gemeinsamen Gewohnhei en damalige
K iegs üh ung und des gö lichen Au ags diskussionswü dig.
Ta sächlich gab es auch Ve handlungen und Ve ags eue wiebeim Abzug
ü den S ad kommandan en I ikha¯ ad-Daula, mi dem sich Raimund IV. on
Toulouse in den Besi z des Da ids u ms b ach e. Demgemäß gab es nachdem
Sieg de K euz ah e übe das ägyp ische En sa zhee ein Kapi ula ionsangebo
Askalons an Raimund. Diese akzep ie e, nich abe die ande en K euzzugs-
üh e .AmEnde blieb Askalonbis 1154 eine Bas ion de Muslime.
Da nach ak uelle Quellenlagedie E obe ung Je usalems kaum Resonanz in
de islamischen Wel and, zi ie en d ei Au o en eams ü die islamische Pe -
spek i emangels zei nähe e Quellen Ibn al-A ı¯ meh als 100 Jah espä e 40,an
dessen Schullek ü e sich auch Bassam Tibi e inne 41.Woabe F ancesco Ga-
b ieli in seinem Quellenband beide Zahl »70.000«To eallein in de al-Aqsa¯mi
einem F agezeichen Topikanme k 42,bie enalle Schulbüche die Zahl,die eine
damaligen G oßs ad en sp ich , als Fak um. De onIbn al-A ı¯ e wähn e
Abzug ü den ägyp ischen S a hal e wi d nu ineinem Buch mi zi ie .43
Wenn man damaligeLogiken be ach en will, da man den in zwei Büche n
zi ie en Wilhelm onTy us nich übe sehen.44 De im Heiligen Land gebo ene
E zbischo bewe e ausdem Abs and onach Jah zehn en das Blu e gießen
au dem Tempelbe g so:»Dies geschah siche au g und des ge ech en U eils
Go es:Die das Heilig um des He nmi ih en abe gläubischen Geb äuchen
en weih und den Gläubigen en zogen ha en, muss en es mi ih em eigenenBlu
einigen und den F e el mi ih em Todsühnen.«45 In En decken und Ve s ehen
wi d dasGo esu eil an-, abe nich besp ochen.46 Dagegengib esin Reisein die
Ve gangenhei mi de Au gabe »A bei e he aus, was de Ve asse onQ1un e
dem Beg i ›O dnung he s ellen‹ e s eh « einen Ansa z zu besse e P axis.47
Das Plünde n als Symbol des Sieges, 118–129:Die Op e des Kamp s als Maßs ab ü den
Sieg.
40 Denkmal Geschich e 2,57; En deckenund Ve s ehen 2[/3],27; Geschich e undGegenwa 2,
49.
41 Tibi, K euzzug und Djihad,132:»Bis heu e lesen Muslime im Geschich sun e ich diesen
Be ich Ibn al-A hi s –auch ich e inne e mich, wäh end meine Schulzei in Damaskus diese
Lek ü e be iebenzuhaben. Diese Un e ich häl die E inne ung an die K euzzüge wach,
und en sp echend äg sie zu Beibehal ung de Eins ellung bei, die da aus he o geh .«
42 F ancesco Gab ieli (Hg.), Die K euzzüge ausa abische Sich ,Zü ich/München:A emis,
1973, 49.
43 Denkjmal Geschich e 2,57.
44 En deckenund Ve s ehen 2[/3],24; Reise in die Ve gangenhei 1,218.
45 Robe B.C.Huygens (Hg.), Wilhelmi Ty ensis A chiepiscopi Ch onicon,Tu nhol :B epols,
1986, 412, Übe se zung Biene .
46 En deckenund Ve s ehen 2[/3],27.
47 Reise in die Ve gangenhei 1,219.
»My hos« e s e K euzzug 147
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Die auch Muslimen eigene Logikeine Reinigung onO en du ch Blu ode
Sühne onVe gehen du ch den Tod48 wiezum Beispiel beide Wiede e obe ung
ona
l-Quds 118749 und Akkon 129150 mach die spezi ische Sich au das Ge-
schehen ausund solche Tex e zi ie wü dig. Ohne die Abscheu o de Gewal
und de F eude manche Ch onis en da an zu e lie en, muss die Einsich
wachsen, dass zu Gewal eindämmungauch die Logikende Gewal ä e und die
kul u ellen Ve anke ungen onGewal ad essie we den müssen.
Die »O ien alisie ung« de F anken
Dass es lau Fulche onCha es be ei s »um 1100«, bald nach de E obe ung
Je usalems, zum » iedlichen Zusammenleben onCh is en und Muslimen
kam«, hä e beide Redak ion on en decken und e s ehen s u zig machen
müssen.51 Auch die Angabe»1110« in Geschich e Real is alsch52,dasich de
Geis liche au eine Sonnen ins e nis 1124 bezieh . Übe die solle man sich nich
wunde n, weil Go au E den noch g öße e Wunde ue:
Be ach e und bedenk , wieGo zu unse e Zei den Wes en in den Os en e wandel
ha . Wi wa en Abendlände und sind zu Menschen des Mo genlandes gemach wo -
den.We Röme ode F ankewa ,is hie Galiläe ode Bewohne Paläs inas. We aus
Reims ode Cha eswa ,wi d zum Bü ge onTy us ode An iochia. Wi haben schon
unse e Gebu so e e gessen. Den meis en sind sie nich meh bekann , ode we-
48 Regina Gün he (Hg.): Ibn Dschubai :Tagebuch eines Mekkapilge s,S u ga :Thienemann,
1985, 50–56: Übe das Ro e Mee nach Dschidda (1183), 55:»Die Lände Go es, die es am
ehes en e dienen, du ch das Schwe ge einig zuwe den und de enUn einhei en und
Makel du ch Blu e gießen ü die Sache Go es o gewaschen we densoll en, sind die
Lände de A abischen Halbinsel. Denn sie sind es, die die Gebo e des Islam locke nund den
Besi z und das Blu de Pilge nich ach en. […] Go möge dies bald ausgleichenund den O
einigen, indem e diese schändlichen Ke ze un e den Muslimen e nich e du ch das
Schwe de Almohaden, de Ve eidige des Glaubens, de Pa ei Go es, de Ve ech e des
Rech s und de Wah hei .«
49 Gab ieli, Die K euzzüge aus a abische Sich ,u.a.195:Sala¯h ad-Dı¯nsSek e ä Ima¯d ad-Dı¯n
[12. Jh.]: »De Islam wa b um die B au Je usalem […,] um die Klanghölze de Ch is en
e s ummen und den islamischen Gebe s u wiede e schallen zu lassen, um die Handdes
Unglaubens mi de Rech en des Glaubens onihm zu en e nen, um es onallem Schmu z
jene Geschlech e zu säube n, onde Besudelung du ch diese Nied igs en de Menschen,
um die Gemü e zum Schweigen zu b ingen du ch das Ve s ummenlassende Glocken.«
50 Ebd.,409 Abu’l-Maha¯sin[15. Jh.] »Es is wunde ba zu sehen, daßGo de E habene Akkon
am gleichen Tagund in de gleichen S unde zu ücke obe n ließ,inde es auch die F anken
genommen ha en […];de Sul an gewäh e den F anken Siche hei und ließsie dann
umb ingen, wieesdie F anken mi den Muslimen ge an ha en;so äch e sich Go de
E habene an ih en Nachkommen.«
51 En deckenund Ve s ehen 2[/3],25.
52 Geschich e Real2,36.
Hansjö g Biene 148
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nigs ens hö man nich meh onihnen. De eine besi z Häuse und Diene scha , als
hä e e sie nach Familien ech gee b . De ande e ha eine F augehei a e , die keine
Landsmännin is ,sonde nSy e in ode A menie in und manchmal soga eine Sa a-
zenin, die die Gnade de Tau e emp angen ha .53
Fulche wi d alsch e s anden, wenn man sein Go eslob ü das Lebenim
O ien als Beleg ü e
inen Kul u wandeld
e K euz ah e ,g
a eine Ve söhnung
de Religionsgemeinscha en einbinde . Dass Zuwande e »manchmal soga «
ge au e Sa azeninnen gehei a e hä en, zeig , dass sich die F anken wenn, dann
mi einheimischen Ch is innen e ehelich en und dass in e eligiöse Ehen ü
Fulche undenkba wa en. In en decken und e s ehen ehl genaude Hinweis
au die Tau e;soo enba die F age, »wie es lau Q2 zu Annähe ung und einem
iedlichen Zusammenleben onCh is en und Muslimen kam«,einen Denk-
ehle .InGeschich e Real wi d das P oblem ga nich e s e kann und im ge-
kü z en Quellen ex is nu onde Sy e indie Rede.
E schlichen wi d die Ve söhnung auch in zei eise,wenn Gesp ächspa ne
den Un ieden beklagen und sich zum Vo bild ü F eundscha , ga Religi-
onsausgleich machen. »Das Gesp äch zwischen dem al en K euz ah e Fulche
und dem Muslim Usama is e unden. Abe Übe legungen, wiesie sie o agen,
ha es damals im Heiligen Land wi klich gegeben.«54 Dabei ze schill die Fik ion
schon, wenn man die Schulbuchquellen onFulche und Usama au de Ge-
gensei e genaulies . Such man nach de lebenszei lichen Übe schneidung is
Fulche ein al e Mann, de den zi ie en Tex wegen des [im Schulbuch nich
zi ie en] Bezugs au eine Sonnen ins e nis ühes ens 1124 gesch ieben ha und
wegen des Abb uchs seine Da s ellung wohl wenig spä e ges o ben is , wäh-
end Usa¯ ma ein junge E wachsene is , de 1119 sein e s es Ge ech gegen die
F anken ge üh ha . So wi d die Basis ü »F eundscha «, ga Religionsaus-
gleich in de onden Au o en in endie en Nähe seh schmal. Fün de sieben
Au gaben beziehen sichau die Ve a bei ung des Gesp ächs und de Quellen mi
dem Ziel, einen »P o es b ie an den Paps übe die Un a en neu ankommende
K euz ah e « sch eiben zu lassen.55
Da in neuen Schulbüche n e meh kinde ümliche Illus a ionen eingese z
we den, is noch eine Jugendbuchillus a ion anzusp echen, au de ein F anke
als O ien ale da ges ell wi d.56 Joshua P awe sch eib übe »die Wel de
K euz ah e «, dass sich die Kleidungso dnung ge ade nich anpass e:
53 Hein ich Hagenmeye (Hg.), Fulche i Ca no ensis His o ia Hie osolymi ana (1095–1127),
Heidelbe g:Win e ,1913, 748–749 (Übe se zungBiene ).
54 Zei eise A2,36–37:Muslime und Ch is en im Heiligen Land, 36.
55 Ebd.,37.
56 Geschich e Real 2,36:»K euz ah e .Jugendbuchillus a ion«; lau 256:»Aus›Wasis was?‹ –
Die K euzzüge, Tesslo 1993«,23.
»My hos« e s e K euzzug 149
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Seide, Ta ,B oka , Baumwolle, Wolle und hauchdünne Musselin wu den onden
F ankenund ih enF auen ge agen, alle dings nich nach o ien alischem Schni . […]
Ja,das Ge ühl e hnische Zusammengehö igkei ging beiden F anken so wei , daßsie
den Nich -F anken das T agen onKleidungeu opäische Macha un e sag en. Dieses
Fes hal en an den änkischen B äuchen bezeug auch die Ablehnung de o ien ali-
schen Si e,einen Ba zu agen.57
»Zei genössische K euzzugsk i ik«
Schon in de K euzzugszei wu de übe die Be ech igung de K euzzüge dis-
ku ie . Co nelsen- ypisch is dasZi a eines Wü zbu ge Kle ike s zu den
wel lichen Mo i enbeim zwei en K euzzug.58 Die Idee, ein E eignismi Hil e on
K i ik an einem ande en 50 Jah espä e zu bewe en, wide sp ich de Un e -
scheidung de Zei en, die im Geschich sun e ich einzuübenis . Wäh end
K euzzugsp edigende und -beglei ende Misse olge au un ech e Mo i e und
mangelnde eligiöse Lau e kei zu ück üh en, is in ielen neuzei lichen U -
eilen die eligiöse Bemän elung de Gie nu das Tüp elchen au dem ide
abzulehnendenGewal ak ion.
Es gab abe auch Einwände ausp inzipiellen heologischen G ünden. In zwei
Geschich sbüche n inde sich K euzzugsk i ik ausdem Um eld des d i en
K euzzuges, wobei de Zei abs and zum haup sächlich behandel en e s en
K euzzugdu ch die Da ie ung 1188 imme hin e kennba is .59 Radul us Nige
geh e
sa
be n
ich u
md
ie Du chse zung eines Tö ungs e bo s, sonde n um das
Seelenheil de unge au en Sa azenen:
Dass die Sa azenen nich abzuschlach en, sonde n zu ückzuschlagen seien.
[S ei age] Ob die Sa azenen abzuschlach en sind?Ode ob Go , weil e ihnen Pa-
läs ina gegeben ha , auch e laub ha , es bleibend zu besi zen.
[Bibelwo als A gumen a ionsg undlage] Go sag : ›Ich will nich den Toddes Sün-
de s‹[,sonde n dass e sich bekeh e und lebe. Vgl. Hesekiel18,23;33,11]
[A gumen ]Sie [Die Sa azenen] sind Menschen in demselben S and, in dem auch wi
sind.
[1. An wo ] Sie sind zu ückzuschlagen und ausunse emBesi z zu e eiben, weil alle
Gese ze e lauben, Gewal mi Gewal zu ückzuschlagen. Alle dings in eine so gsam
adellosen A , dami nich das Abweh mi el das Maßübe sch ei e .
57 Joshua P awe , Die Wel de K euz ah e ,Be gisch Gladbach:Bas ei, 1979, 154.
58 En deckenund Ve s ehen 2[/3],23; Geschich e Real2,35.
59 Zei eise A2,35; Geschich e und Gegenwa 2,49.
Hansjö g Biene 150
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[2.,wei e üh ende An wo ] Sie sind mi dem Schwe des Wo es Go es zu du ch-
s oßen [Vgl. Heb äe 4,12],dami sie eiwillig und nich gezwungen zum Glauben
[und dami zum ewigen Leben] kommen,weil Go Nö igungen und e zwungene
Diens e hass .60
Diese Tex is ein Beispiel ü la en e Sinngehal e, die be ücksich ig we den
müssen, wenn ein Quellen ex ich igeingese z we den soll. Das gil ü die zu
E läu e ung einge üg en damaligen Diskussionssch i e und noch meh ü die
heologische Sp ache, de en Abkü zungen einschlägiggebilde e Lese innen und
Lese seine Zei e s ehen, neuzei liche abe nich . Wenn man »homines ei-
usdem condi ionis na u ae« mi »Menschen onde selben na ü lichen Be-
scha enhei wiewi « übe se z 61,da man das nich als »Die Muslime sind
Menschen wiewi «62 hö en. Man müss e mindes ens »Sie sind doch auch Ge-
schöp e Go es« mi hö en. Besse zum Bibel e s und zu wei e üh enden
An wo , die au die Bekeh ung de Sa azenen ziel , pass es, wenn man »ho-
mines eiusdem condi ionis na u ae humanae ius i ia o iginali des i u ae« e -
s eh , »Menschen im selben Zus and wiewi ,nämlich du ch den Sünden all de
u sp ünglichen Ge ech igkei be aub «. Ein »Bekeh en s a Bek iegen« gab es
auch au islamische Sei e, denn hie wa o de Schlach dem Nich -Muslim die
Möglichkei zu Kon e sion zu geben. Dagegen ging man au beiden Sei en mi
»Ke ze n« gnadenlos um, denn de Ab all om ech en Glauben mach e sie zu
Ge ah ü die Rech gläubigen. So zog auch Radul us Nige beide Ke ze be-
kämp ung ih eAus o ung in E wägung.63 Auch deshalb is ein »Sie sind doch
auch Menschen« als Zusammen assung seine K euzzugsskepsis unzu e end,
denn das allgemein-humani ä e A gumen hä e analog ü das Lebens ech de
Ke ze gel en müssen.
Zu schnell gesch ieben is da um im Leh e band on Geschich e und Ge-
genwa die Zusammen assung de Quelle als »De Geis liche Radul us Nige
lehn die gewal same Bekeh ung und E mo dung Ande sgläubige ab.«64 In
zei eise wi d zu einem A bei sau ag zu Quelle eine »bejahende [!] S el-
lungnahme zu Gleichwe igkei onCh is en und Muslimen sowiezu Ge-
wal losigkei « e wa e , was die Posi ion on Radul us kaum besch eib .65
60 Ludwig Schmugge (Hg.), Radul us Nige :De emili a i e iplici iape eg ina ionisie o-
solimi ane (1187/88),Be lin:DeG uy e ,1977, 196 (Übe se zung Biene .Die hie o geleg e
In e p e a ion is du ch Ko espondenz mi Ludwig Schmugge ück e siche , Mä z 2010).
61 Geschich e und Gegenwa 2,49.
62 Zei eise A2,35.
63 Schmugge, Radul us Nige :De emili a i e iplici iape eg ina ionis ie osolimi ane (1187/
88),65bzw.192.
64 Geschich e und Gegenwa 2. Leh e band,B aunschweig:Schöningh, 2012, 18.
65 Zei eise A2. Beglei band,S u ga /Leipzig:Kle , 2011,19.
»My hos« e s e K euzzug 151
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Diskussion
Zusammen assung
Wenn ein My hos nich bloßeine ehle ha e Geschich e is , sonde n »eine
emo ional au geladene Na a ion, die bes imm e his o ische Sach e hal e ›my-
hisch lies ‹, also die Wi klichkei nich den Ta sachen gemäß,sonde nineine
selek i en und s e eo ypisie en Weise in e p e ie «66,da in abe ausSich
seine Ve b ei enden kollek i eO ien ie ung ü We e, Ideen und Ve hal ens-
weisen geben soll, dannläss sich in Geschich sschulbüche ndu chaus ein
My hos e s e K euzzug inden. Auch in den Schulbüche nzum NRW-Real-
schulleh planGeschich e(2011)kannman übe eilendeSelbs e s ändlichkei en
ode bewuss e Au o enen scheidungen he ausa bei en, die de K euzzugsda -
s ellung eine Wendung onde ü eine spä e komplexe e Beschä igung o en
bleibenden G undin o ma ion zum e es ig en, we enden und hie du ch
Abg enzung iden i ä ss i endenMy hos geben. Wi indenein s abiles K euz-
zugsna a i mi olgenden Elemen en:ein un e s ändliches »Go will es« de
Ki che, ein abzulehnendes »Massake « in Je usalem, die »O ien alisie ung« als
Ane kennung de Übe legenhei de islamischen Zi ilisa ionund »zei genös-
sische« K euzzugsk i ik als Beleg ü die Be ech igung de mode nen Dis anz.
Dabei bleiben damalige Logiken unbeach e und ak uelle In e essen und Be-
we ungen we den in die Ve gangenhei ge agen.
Die gesellscha spoli ische Bedeu ung e gib sich ausdem Lobde con i-
encia im mau ischen Spanien und dem Nega i bild de K euzzüge im Blick au
die heu igen Religions e häl nisse in Deu schland:Esgeh umTole anzund die
Ablehnung onGewal im Namen de Religion. Mi Blick au den clash o ci i-
lisa ions is dabei es zuhal en, dass diese Zusammens ellung wei e zu ück-
eich als bis zum 11. Sep embe .Obwohl im Realschulleh plan 1994 die The-
meneinhei en zum Ch is en um, Islam und Juden um un e schieden wu den67,
haben die Schulbuch eams die Da s ellung de d ei Religionskul u en in de
Regel in einem Kapi el zusammenge ass ode soga ineinande e sch änk .
Das üh e as selbs e s ändlichzu F agenachdem ak uellenZusammenleben
onAngehö igen e schiedene Religionen.
Wäh end abe die Be eiung onal-Quds 1187 noch in einzelnena abischen
66 Heidi Hein-Ki che ,Ȇbe legungen zu eine Typologisie ung onpoli ischen My hen aus
his o iog aphische Sich –ein Ve such«, in:dies. und Hans Henning Hahn(Hg.), Poli ische
My hen im 19. und 20. Jah hunde in Mi el- und Os eu opa,Ma bu g: He de ,2006,
407–424, 408.
67 Rich linien und Leh pläne ü die Realschule in NRW. Geschich e,F echen:Ri e bach, 1994,
73:Ch is en um als Kul u und poli ische K a , 74:Islamals Kul u und poli ische K a , 75:
Juden um als Kul u und gesellscha liche K a .
Hansjö g Biene 152
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F eihei smy hen (Tell und Rü lischwu )
Die G uppe de F eihei smy hen bes eh aus Tell, dem Rü lischwu und le z lich
auch ausdem besag en Bundesb ie on1291, de zu eine G ündungsu kunde
de Schweize ischen Eidgenossenscha s ilisie wo den is . Diese dominie en
sei dem le z en Vie el des neunzehn en Jah hunde s dasna ionale Meis e -
na a i , indem sie Aussagen zum U sp ung machen. Sie sind ons a ke ex-
kludie ende wieauch in eg ie ende Wi kungund e leben im onKa as o-
phen gezeichne en zwanzigs en Jah hunde einen konjunk u ellen Au -
schwung.Inde Epoche des Kal en K ieges s ehen sie ü die bü ge lichen
F eihei en und auch die kleins aa liche Exis enzbe ech igung.De bü ge lich
gep äg eKleins aa sieh sich als Ho de F eihei , bed oh on de kommu-
nis ischen Wel unddem Kommunismus. »Schweize um« und »Kommunis-
mus« we den als g undlegende Gegenä ze, ja An ipoden be ach e und de
Kommunismus als »a emd« da ges ell . Die eigene kommunis ischeBe öl-
ke ung wu den in de Folge als Landes e ä e in bzw.- e ä e geb andma k .
In Leh mi eln is diese My heng uppe denn auch p ominen e e en. Sie wi d
jedoch nich imdi ek en Zusammenhang mi dem Kal en K ieg e wähn .
Übe haup wa en die Schweiz und de Kal e K ieg lange Zei kein Thema in
Leh mi eln. Ode ande s o mulie :Wohl wi d de Kal e K ieg behandel ,abe
ohne die Schweiz da in hema isch einzube en. Diese wiede um wi d isolie
mi ih en exkludie enden My hen au ge üh .28
Neu ali ä smy hos
Auch de Neu ali ä smy hos inde seinen An ang in den 1880e Jah en (Paul
Schweize ) und wi d in de Folge de Wel k iege des zwanzigs en Jah hunde s
ga zu einem Iden i ika ionske n. In de Nachk iegszei und dami im Zei al e
des Kal en K ieges wi k e die Neu ali ä e s eine imBewuss sein de Zei -
genossen,29 indem sie als Decke inne ung (Ch is oph Dejung) ü das Ve hal en
wäh end des Zwei en Wel k iegsdien e. De die e s e Dekade de Nachk iegszei
p ägende schweize ische Außenminis e ,Max Pe i pie e,pos ulie e die Fo -
mel »Neu ali ä und Solida i ä « und e hob so die Neu ali ä zu Maxime de
schweize ischen Aussenpoli ik. E s nach dem Kal en K ieg wu de bekann , wie
28 Ma kusFu e ,»Geb ochene Geschich en des Kal en K ieges –Na a i e und de Umb uch
1989–91 in Schweize Geschich swe ken«,in:E a Ma hes und Sil iaSchü ze (Hg.), »1989«
und Bildungsmedien, (Bei äge zu his o ischen und sys ema ischen Schulbuch o schung),
Bad Heilb unn:Ve lag Julius Klinkha d , 2016, 278–287.
29 Vgl. And easSu e ,»Neu ali ä . P inzip,P axis und Geschich sbewuss sein«, in:Man ed
He ling u.a. (Hg.), Eine kleine Geschich e de Schweiz, F ank u amMain:Suh kamp, 1998,
133–188, hie 179.
My hen im Kal en K ieg. Das Beispiel Schweiz 255
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eng de Spiel aum eines Neu alenim Os -Wes -Kon lik übe haup gewesenwa
und welche Komp omisse die Schweiz als »wes liche Neu ale « eingehen
muss e. Im sogenann en Ho z-Linde -Abkommen (1951) akzep ie e die
Schweiz massi e, onden USA au e leg e, handels ech liche Einsch änkungen
mi Os eu opa. T o zdem wu de die Neu ali ä als Maxime wei e hin hochge-
hal en. Dami übe deck e man die eingesch änk e kleins aa liche Sou e äni ä .
Neu ali ä sbezüge we den in Leh mi eln ü Geschich e sowieS aa skunde
p ominen gemach . Im Zusammenhang mi Kapi eln übe den Kal en K ieg
wi d denn auch die Neu ali ä des Landes be on . Als »indi iduelle Eigena «
i sie im Schulbuch onMeye 1974 au ;30 als »imme wäh ende Neu ali ä « is
sie im ö en lichen Disku s e b ei e anzu e en. De S aa üb e hie bei di-
ek en Ein lussau die Geschich ssch eibung seine Neu ali ä bis in die 1970e
Jah e aus.31 Leh mi el und s aa liche Neu ali ä sdok inlagen dabei nich wei
auseinande .Inden Leh mi eln wi d, o z eine kla en Wes posi ionie ung,
den Supe mäch en die Schuld am Kon lik ausb uch gegeben:»Beide Mäch e
eiben impe ialis ische Wel poli ik. Russland k euz im Mi elmee au . Ame-
ika kon ollie den Pazi ik und se z sich im Fe nenOs en es . Im Volksmund
sag man:Esis Hans was Hei i!«32 P ominen e e en sind neu ali ä spoli-
ische Bezüge in den S aa skundeleh mi eln de Zei . Insbesonde eimZei al e
des Kal en K ieges bilde e die »bewa ne e Neu ali ä « ein nich hin e agba es
P inzip.Neu ali ä spoli ik und de Appell ü eine s a keA mee gehen Hand in
Hand.33 Die Neu ali ä wi d denn auch my hologisie , so e wa mi dem Bezug
zu Schlach on Ma ignano (1515), wo sich die Eidgenossen au G und ih e
he oischen Niede lage und in de angeblichen E kenn nis ih e Übe dehnung
zum Rückzug und zu P ak ik de Neu ali ä en schieden haben sollen.
Weh ha igkei smy hos(z.B. Winkel iedund die Rédui -Schweiz)
De Disku s de » o alen Bed ohung« zog sich wei e omZwei en Wel k ieg in
den Kal en K ieg hinein. So wu de auch eine » o ale Landes e eidigung« p o-
klamie . P opagie und hochgehal en wu de das Bild omweh ha en Bü -
ge solda en. Niezu o in de Geschich e de Schweiz wa en de a iele Männe
bis in spä e Lebensphasen in den Mili ä diens einbezogen.34 Die R8dui -Fes ung
30 Meye , Wi wollen ei sein, 383.
31 Sacha Zala, »Gel ung und G enzenschweize ischen Geschich smanagemen s«, in:Ma in
Sab owu.a.(Hg.), Zei geschich e als S ei geschich e. G osse Kon o e sen sei 1945,Mün-
chen:C.H. Beck, 2003, 306–325, 308.
32 Meye , Wi wollen ei sein, 338.
33 Fu e , Die Na ion im Schulbuch, 223.
34 Vgl. B uno Wägli, Die Schweize ischen Mili ä minis e on1848–2008. Ein Bei ag zu Ge-
Ma kus Fu e 256
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wa Bes and eil de Igel-Schweiz, ein Bild, das be ei s im E s en Wel k iegau -
gekommen wa .Eine Fo se zung diese Igel-Schweiz wa en auch die in den
1970e Jah en e s ell en Zi ilschu zanlagen. Kein ande es Land in es ie e
de a hohe SummeninBunke bau en ü die Zi ilbe ölke ung.35 In Luze n
en s and ein »Mons e -Schu z aum« ü 20.000 Pe sonen.36 Dami wa de
»Schu z aum Schweiz« gescha en, wiedies im Ti el eine Publika ion ausge-
üh wi d.37 Noch 1989 anlässlich de A meeabscha ungsini ia i e e künde e
dieSchweize Regie ung alsGegenpos ula :»Die Schweizha keine A mee, sie is
eine A mee.«38
Symbol de Weh ha igkei im schulischen Geschich sun e ich abe auch
im Mili ä diens wa wei e hin »Winkel ied« (Schlach bei Sempach 1386), de
sich angeblich die Spee spi zendes Gegne s in die B us d ück e und dami den
nach olgenden »Seinen« eine Gasse schu , dami diese den Gegne übe wäl igen
konn en. Appelleanden Op e odWinkel ieds wa en denn auch nich sel en im
Kal en K ieg.Die Ges al Winkel ieds wi d e s in den 1980e Jah en ü den
Schulun e ich b ei e hin e ag .39 E wi k e auch dominan e in den Leh -
mi eln, wohl nich zule z au G und seine B auchba kei im Kal en K ieg.
Wäh end Tell als My hos o so bezeichne wu de, sopos ulie e man Winkel ied
bis in die 1980e Jah eals einen quellenmässig e bü g en Kämp e und hauch e
ihm eales Lebenein.40
Neubildung –dominan e Bilde
Eine wei e e G uppe beinhal e nich die klassischen, ausdem Hochmi elal e
he gelei e en My hen, sonde n um ass dem Zei geis en s ammende Deu ungen
und He lei ungen im damals e b ei e en Geschich sbild. Den Eingang in Tex e
schich e des Bundess aa es,Disse a ion Uni e si ä F eibu g/Schweiz, Be n:Eigen e lag,
2014, 97.
35 JakobTanne ,»To ale Ve eidigung im bed oh en Kleins aa . VomLu schu z de Zwi-
schenk iegszei bis zu Zi ilschu z-Konzep ion 1971«, in:Pe e Alb ech u.a., Schu z aum
Schweiz. Mi dem Zi ilschu z zu No s andsgesellscha ,Be n: Zy glogge, 1988, 59–110, 60.
36 Vgl. Thomas Sege , Zi ilschu zinde S ad Luze n. VomSzena io des o alen K iegs zu
Konzep ion de No - und Ka as ophenhil e,Luze n: UD Medien AG,2013, 110–139.
37 Pe e Alb ech u.a., Schu z aum Schweiz. Mi dem Zi ilschu zzu No s andsgesellscha ,
Be n:Zy glogge, 1988.
38 Vgl. Thomas Maissen, Schweize Heldengeschich en –und was dahin e s eck ,Baden:
hie +je z , 2015, 183.
39 Vgl. B unoHä lige , Sempach 1386. In o ma ionen ü den Un e ich ,hg. om E zie-
hungsdepa emen des Kan ons Luze n, Luze n: Kan onale Leh mi el e lag,1986.
40 Fu e , Die Na ion im Schulbuch, 251.
My hen im Kal en K ieg. Das Beispiel Schweiz 257
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onGeschich sleh mi eln inden e liche diese Bilde .E assen lassen sie sich
hie o e s nu punk uell. Es sind diese:41
–die Ve p lich ung zu Mode ne;
–Konko danz und Konsens;
–Wohls and und Bü ge lichkei sowie Übe heblichkei im Sonde all.
Die Ve p lich ung zu Mode ne
Die »Ve p lich ung zu Mode nisie ung« wäh end des Kal en K ieges wa eine
»al e na i lose No m«.42 Die Wel ließsich ( as ) nu ineine wes lich-demo-
k a ische und ös lich-sozialis ische un e eilen. Mode nisie ungs heo ien im
Zei al e de Ideologien (Ka l Die ich B ache ) au beiden Sei en wa en, wenn
sie sich auch konku ie en, ein gemeinsame Nenne und G undlage. An i-
kommunismus, e bunden mi Fo sch i so ien ie ung,mu ie e zu jenem
hochlegi imie en Gesellscha smodell,das e s Ende de 1960e Jah eineine
K ise ge ie . Wi scha skonjunk u und Kal e K ieg schu en ein konsenss i -
endes Fo sch i skonzep im Zeichen eines in eg a i enMode ni ä sideals. Die
zei genössischenTex passagen in Schweize Geschich sleh mi eln a men die-
sen Geis . Im Leh mi el onEugen Hal e (1972)mani es ie sich dies an-
schaulich:Indas Kal e-K iegs-Na a i einge loch en sind Abbildungen mo-
de ne Schweize Bau en und de Mondlandung.Insbesonde edie meis ku z
gehal enen Kapi el zum Kal en K ieg spiegeln den Konku enzcha ak e de
Sys eme und die ie e Übe zeugung,au de ich igen Sei e des Fo sch i s zu
s ehen, wide .43
Konko danz und Konsens
His o ike innen und His o ike o dnen die Epoche de langen 1950e Jah eauch
als Zei des Konsens, des Konsums und des Kal en K ieges ein. In de Ta schu en
die ökonomischen wieauch die gesellscha spoli ischen Rahmenbedingungen
un e den Vo zeichen onWachs um und poli ischem Kon o mi ä sd uck ideale
Vo ausse zungen ü den poli ischen Konsens und die Konko danz egie-
ung.1959 o mie e sich die Schweize Landes egie ung als sogenann e
»Zaube o mel«, eine Vielpa eien egie ung,die in ih e p opo ionalen Zu-
41 Vgl. Ma kus Fu e , Die Apo heose de Na ion.Konko danz und Konsensinden 1950e
Jah en,in: U sAl e ma u.a.(Hg.), Die Kons uk ion eine Na ion.Na ionund Na ionali-
sie ung in de Schweiz, 18.–20. Jah hunde ,Zü ich: Ch onos, 1998, 101–118.
42 Vgl. Aleida Assmann, Is die Zei aus den Fugen?Au s ieg und Fall des Zei en egimes de
Mode ne,München: Ca l Hanse Ve lag,2013, 82.
43 Eugen Hal e , VomS om de Zei en. Zwei e Teil, S . Gallen:Feh ’sche Buchhandlung,
3. Au lage 1972, 177.
Ma kus Fu e 258
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sammense zungbis 2003 anhiel . Konsens und Konko danz wu deninde Phase
des Kal en K ieges my hologisie und inne e Kon lik e wu den p ak isch aus-
geblende . Wäh end sich die globale Kon lik lage ideologisie e, en ideologi-
sie en sich im Inne en die d ei g oßen schweize ischen Pa eienmilieus (F ei-
sinn, Sozialdemok a en und Ch is lichdemok a en).Die Konko danz wu de als
schweize ische Tugend und Eigenhei da ges ell und and ih en Niede schlag
insbesonde einGeschich s- und S aa skundeleh mi eln. Da in nahm sie ei-
gen liche my hologisie ende Züge an.44
Wohls and und Bü ge lichkei
Wenn heu e in na ionalkonse a i enK eisen in de Pos phasedes Kal en
K ieges o allem die Schweiz als E olgsmodell angep iesenwi d, sowa dies im
Kal en K ieg eine Ve bindung onWohls and und Bü ge lichkei . Das hel e i-
sche Selbs bild bezog sich au den neu alen Kleins aa , de mi g oßem ma e-
iellem Kom o ausges a e wa .45 In Leh mi eln scheinen solche Bezüge je-
doch höchs punk uell au . Mi un e konn en sie auch zu »Übe heblichkei im
Sonde all« ausa en, ein Ansa z, de sich be ei s im E s en Wel k ieg ausma-
chen läss und missiona ische Züge annehmen konn e. Solche Äusse ungen
inden sich jedoch kauminLeh mi eln, sonde nineinem e b ei e en ö en -
lichen Geschich sbild.46
Bilanz und e gleichende Bezüge
Kommen wi abschliessend au die beiden My hens änge nochmals zu sp e-
chen:Die klassischen My hene zählungen –angeleg ineinem D eieck on
F eihei , Neu ali ä und Weh ha igkei –liessen sich im Zei al e des Kal en
K ieges nah los o üh en und sie e hiel en ga eine doppel e Akzen uie ung
und Bes ä igung:einmal, beding du ch den Rückblick au die Zei wäh end des
Zwei en Wel k iegs und dann im Kon ex de ak uell wah genommenen Be-
d ohungslage und Si uie ung de Schweiz im Kal en K ieg. Eine zwei e G uppe
(ich wü dehie ehe onGeschich sbilde n o z des liessenden Übe ganges
sp echen) deu e e o allem ak uelle abe auch gene elle Posi ionen und mo-
bilisie e eine b ei e e Ö en lichkei . Dies e olg e mi Hil e onRückg i en au
die Zei geschich e und un e Zuhil enahme ein ache Deu ungen. Ve b ei e
sind hie auch S e eo ypenbildungen und Feindbilde .
44 Vgl. Fu e , Die Na ion im Schulbuch, 258–260.
45 Fu e , Die Apo heose de Na ion,103.
46 Ebd.
My hen im Kal en K ieg. Das Beispiel Schweiz 259
Open-Access-Publika ion im Sinne de CC-Lizenz BY 4.0
Kennzeichnend is , dass iele de My hen in den Geschich sleh mi eln
Eingang ge unden haben. De Kal e K ieg be ö de e jedoch nich soseh neue
My henbildungen, sonde n
e b ei e edie Akzep anz de gängigen und iden-
i ä ss i enden My hen. Ein Au - und Ausb echen ausdem einengenden und
my hologisie en na ionalen Meis e na a i ko se wa e s gegen Ende des
Kal en K ieges möglich. Die Schule lös e sichauch onde Au gabe und Vo -
s ellung eines iden i ä ss i enden Geschich sun e ich s und de Ve mi lung
einschlägige om Kollek i ane kann e Geschich sbilde .
Ande s als in ielen eu opäischen Lände n, wo eu opäische In eg a ions-
my hen (z.B. Schuman-Plan ode Elis8e-Ve ag) au leb en, e s ä k e de Kal e
K ieg in de Schweiz My hen mi isola ionis ische und abg enzende Wi kung.
Das p äg und es ig e wiede um dasEu opabild de Gegenwa .
In ak uellen Geschich sleh mi eln we den solche My hen alle dings nich
(meh ) kolpo ie . Im Gegen eil:indem de in de Schweiz s a k e b ei e e
An ikommunismus zum Gegens and de his o ischen Be ach ung und Analyse
in den Leh mi eln gemach wi d, we den Land und Gesellscha inden ideo-
logischen Kon lik einbezogen. Mi dem Ende des Kal en K ieges akzen uie e
sich die Plu alisie ung onGeschich sbilde n. Gleichzei ig des abilisie e das
e lo en gegangene Feindbild die schweize ische Gesellscha . Zugenommen ha
das Unbehagen, abhängig zu sein –abhängig onEu opa und de Wel . Ans a
jedoch den Beg i de Abhängigkei onseine ideologischen Disk edi ie ung
zu be eien,47 wi d e wei e hin my hologisch au gelös . An S elle de Schule
p ak izie en heu e Pa eien na ional-konse a i enZuschni s eine eigen liche
Iden i ä spoli ik und dies mi g ossem E olg.Ih Geschich sbild schliess an
jenes ausde Hochphase des Kal en K ieges nah los an und da in leben auch die
My hen wei e .Die Au gabedes Geschich sun e ich s is hie wei e hin, die
Dekons uk ion solche My hen o anzub ingen. Zu e mi eln wä e alle dings
auch, wieso und wann mode ne Gesellscha en au solche S e eo ypen und
Feindbildkons uk ionen zu ückg ei en und welche Funk ionen da in My hen
haben.
Li e a u
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47 Vgl. Jo[lle Kun z, Die Schweiz ode die Kuns de Abhängigkei . Zwischen u ,Zü ich:Ve lag
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De Élysée-Ve ag –ein G ündungs-My hos?
Be ach e man die Schulbuchda s ellungen dagegen du ch die B ille eines so
genann en »k i ischen« My henbeg i s,22 de den My hos endenziell als I um
ode soga Lüge be ach e und ihn in Opposi ion zu eine »Reali ä « sieh 23 –ein
My hen-Beg i , dem e wa Gilbe Ziebu a24 olg –,dann bes ünde das Ziel des
Geschich sdidak ike s da in, den »My hos« om Plys8e-Ve ag als Beginn de
deu sch- anzösischen F eundscha als nich i ige E zählung zu dekons u-
ie en und die (Re-)Kons uk ion eine i igen E zählung übe die Annähe ung
F ank eichs und Deu schlands nach dem Zwei en Wel k iegzue möglichen.
Dies wä e möglich, indem man säm liche zi ilgesellscha lichen, poli ischen,
diploma ischen, wi scha lichen und wissenscha lichen, p i a en und ö en -
lichen Ini ia i en und Bemühungenumdeu sch- anzösische Koope a ionen,
Aus ausch, Annähe ung und poli ische Aussöhnung in den Blick nimm ,die
schonwei o 1963 zu beobach ensind und du chausF üch e ugen. Imme hin
s ellen diese Bemühungenle z lich die Rahmenbedingungen ü das Zus an-
dekommen des Ve ags, ü seineAkzep anz in den beiden Gesellscha en und
ü die Einschä zungdes Elys8e-Ve ags als wich igem Meilens ein in den
deu sch- anzösischen Beziehungen da .
Eine wich ige Ini ia i eging beispielsweise onGeo g Ecke aus, de Ende
de 1940e Jah emi dem anzösischen Geschich sleh e e band in Kon ak
a . Sei 1948 anden egelmäßige T e en anzösische und deu sche His o-
ike s a , und mi Hil e de Lei ung de Rela ions cul u elles de Mayence (des
heu igen Ins i u s ü Eu opäische Geschich e Mainz) konn e im Somme 1950
in F eibu g im B eisgauein e s es T e en de Geschich sleh e e bände o ga-
nisie we den. Ausdiesen T e en ging 1951 die gemeinsame Deu sch- anzö-
sische Ve einba ung übe s i ige F agen eu opäische Geschich e he o ,25 die
un e ande em olgende Absä ze en häl :»Es wi d ü no wendig gehal en, daß
Ve söhnungski sch (Tagungen zu Os mi eleu opa-Fo schung 26), Ma bu g:Ve lag He de
Ins i u , 2008, 55–69, 58–62.
22 Vgl. Rol Pa ,»Das Sys em de deu schen G ündungsmy hen. VonNapoleonbis zu Wende
on1989«, in:Ma eo Galli und Heinz-Pe e P eusse (Hg.), Deu sche G ündungsmy hen,
Heidelbe g:Ve lag Win e ,2008, 23–36,24.
23 »[…] und zwa mi dem Ziel, den My hos oneine s e s mi o ausgese z en Ebene de
Wi klichkei zu ennen ode ihn als ›Lüge‹ zu en la en«, Pa , Sys em de deu schen
G ündungsmy hen,24.
24 Gilbe Ziebu a, Die deu sch- anzösischen Beziehungen sei 1945. My hen und Reali ä en,
S u ga : NeskeVe lag, übe a bei e e und ak ualisie e Neuausgabe 1997.
25 Deu sch- anzösische Ve einba ung übe s i igeF agen eu opäische Geschich e. Sonde -
d uck ausdem In e na ionalen Jah buch ü Geschich sun e ich 1953, B aunschweig:
Albe Limbach Ve lag, Neud uck Mä z 1958. Siehe do auch die Au s ellungde eu opa-
wei en Publika ionso gane und Zei sch i en, in denen die deu sch- anzösischen His o i-
ke e einba ungen in den Jah en 1952 bis 1955 abged uck wu den. Ebd.,36.
De Élysée-Ve ag on 1963 271
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die Schulbüche dem Vo handensein eine au die Scha ung eines daue ha en
F iedens ge ich e en geis igen Bewegung im 18. Jah hunde Rechnung agen
(Leibniz, Abb8de S . Pie e,Kan )«26 ode :
Es wi d ü wünschenswe gehal en, daßman die lange Zei iedliche Beziehungen
zwischen de anzösischen und den deu schen Regie ungen on1815 bis 1859 he -
o heb . G oßeTeile des deu schenBü ge ums haben damals mi den libe alen Ideen
de F anzösischen Re olu ion sympa hisie […].27
Die Ve einba ung ziel somi au eine Einigung übe bzw.Annähe ung in den
Na a i en zu eu opäischen Geschich e.
Indem die nach 1969 e schienenen Schulgeschich sbüche den Akzen jedoch
au die »jah hunde elangen« k iege ischen Auseinande se zungen se zen,
missach en sie olglich diese Ve einba ungen. Dies könn e du chaus Anlass
geben, die E zählung omElys8e-Ve ag als geziel o mulie en G ündungs-
My hos zu be ach en.
Ein wei e es Beispiel wä e die En s ehung de S äd epa ne scha en, als
de en U sp ung de Ve ag on1963 ge ne gesehenwi d. Jünge e Un e su-
chungen belegen abe ,dassesbe ei s lange o 1963 Bes ebungen ü die
Ein ich ung solche Pa ne scha en gab.Lau Alexande Meuschke, de die
Pa ne scha zwischen Einbeck und Thiais un e such ha ,gehen die Kon ak e
zwischen den beiden S äd en und die Bemühungen um eine S äd epa ne scha
be ei s au 1956 zu ück, Ak eu e wa en insbesonde eSpo e eine und Ju-
gendg uppen, und de Pa ne scha s e ag wu de be ei s im Juni 1962 un-
e zeichne . Zu ähnlichen E gebnissen und E kenn nissen kamen o Meuschke
wei aus p ominen e auch Co ine De ance, Jü gen Die kes und ande eAu o-
innen und Au o en.28
Ganz zu schweigen onden zahl eichen in ellek uellen Kon ak en und poli-
ischen Bemühungen de Zwischenk iegszei , die hie nich imEinzelnenau -
ge üh we den können. E inne sei nu anden F iedensnobelp eis ü A is ide
B iand und Gus a S esemann, die Vo ags eisen PaulDis elba hs29 sowieden
26 Ebd.,4.
27 Ebd.,5.
28 Alexande Meuschke, Möglichkei en und G enzen de Ins i u ion »Deu sch- anzösische
S äd epa ne scha en« am Beispiel onEinbeck und Thiais. Un e ö en lich es Manusk ip
(Wissenscha liche Abschlussa bei ü das E s e S aa sexamen), Kassel, 2014;Co ine
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F anzosen nach 1945. Zi ilgesellscha liche Annähe ungen,Tübingen:Na Ve lag,2010;
Jü gen Die kes, »F eundscha ohne G enzen?Die S äd epa ne scha Bo gen eich –Rue
(1986)«, in:De ance, Kißene und No dblom (Hg.), Wege de Ve s ändigung,237–253.
29 Vgl. dazu Paul H. Dis elba h, Das ande e F ank eich.Au sä ze zu Gesellscha , Kul u und
Poli ikF ank eichs und zu den deu sch- anzösischen Beziehungen 1932–1952. Mi eine
Ch is ine P lüge 272
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S uden en Pie e Be aux, de im Be lin de 1920e Jah eindeu sch- anzö-
sischen K eisen e keh e und übe seineBegegnungenmi Wal e Benjamin,
Hein ich Mann, And 8Gide und ande en be ich e ha .30 Auch ü die Zei o
dem e s en Wel k ieg lassen sich Beispiele inden, Bemühungen um diploma-
ische Lösungen de poli ischen Kon lik e, ode –umnu die p ominen es en zu
nennen, die 2014 iel ach zi ie wu den –die F iedensbemühungen onJean
Jau Hsund Rosa Luxembu g.31 Vo diesem Hin e g und e schein de Ve ag
Einlei ung he ausgegeben und kommen ie on Hans Man ed Bock, Be n u.a.:Pe e Lang
Ve lag, 1997.
30 Pie e Be aux, Un no malien /Be lin. Le es anco-allemandes(1927–1933). Pdi 8es,
anno 8es e commen 8es pa Hans-Man ed Bock, Gilbe K ebs e Hansge dSchul e.As-
niH e:PIA &CAPPA, 2001.
31 Ausde um ang eichen Li e a u zu den deu sch- anzösischen Beziehungen in de e s en
Häl e des 20. Jah hunde s siehe beispielsweiseHansMan ed Bock (Hg.), F anzösische
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zösische Kul u ,2005, 53–67;Na han N. O gill, »Be ween Coe cionand Concilia ion. F anco-
Ge man Rela ions in he Bisma ckE a, 1871–90«, in:Ge mond und Tü k, F anco-Ge man
Rela ions,2008, 49–59;RaymondPoide in und Jacques Ba i8 y, F ank eich und Deu sch-
land.Die Geschich e ih e Beziehungen 1815–1975,München:C.H.Beck, 1982;Reine
Pomme in und Reine Ma cowi z (Hg.), Quellen zu dendeu sch- anzösischen Beziehungen
1815–1919 (Quellen zu den Beziehungen Deu schlands zu seinen Nachba n im 19. und
20. Jah hunde Band 5; F eihe - om-S ein-Gedäch nisausgabe), Da ms ad :Wissen-
scha liche Buchgesellscha , 1997;Syl ain Schi mann, »F anco-Ge man Rela ions
1918–45«, in:Ge mond und Tü k, F anco-Ge man Rela ions,2008, 75–88;Ve ena Schöbe l,
»Two ›Naugh y Siblings‹. F ance and Ge many in he Public discussiono he In e wa
Pe iod«, in:Ge mond /Tü k, F anco-Ge man Rela ions,2008, 113–123;Die e Tiemann,
Deu sch- anzösische Jugendbeziehungen de Zwischenk iegszei (Pa ise His o ische S u-
dien Band 28), Bonn:Bou ie ,Edi ion Roh scheid, 1989;Klaus Wilsbe g, »Te ible ami –
De Élysée-Ve ag on 1963 273
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on1963 als ein Glied in eine schon seh iel länge en Ke e, die als solche abe
wenig Eingang in Schulbuchda s ellungen and.
Ve ände ungen in den Schulbuchda s ellungen
Die Da s ellung de En s ehung und Einschä zung de Bedeu ung des Ve ags
als A bei am My hos
Im Ve lau de ie zig Jah ezwischen 1969 und 2009 ha sich die Da s ellung de
En s ehung und Bedeu ung des Elys8e-Ve ags –mi hin das Sinnbildungsan-
gebo –inGeschich sschulbüche ndu chaus e ände . Eine diach one Analyse
läss eine sei s den Ein luss jeweils ak uelle poli ische Ve häl nisse sowie
zei ypische didak ische Gep logenhei en und neue Fo schungse gebnisse
deu lich we den, die sich –meh ode minde –au die Schulbuchda s ellungen
auswi k en.32 Ande e sei s kann man mi Hans Blumenbe g die e schiedenen
Va ian en de Na a ion auch als »A bei am My hos« lesen.
Wäh end de Plys8e-Ve ag in den Schulgeschich sbüche nde spä en
1960e und ühen 1970e Jah e in s a k pe sonalisie en E zählungen als ein
E gebnisde F eundscha zwischen den S aa smänne nAdenaue und de Gaulle
da ges ell wi d, die nachjah hunde elangen Auseinande se zungen zwischen
F ank eich und Deu schland die Aussöhnung woll en,33 s u en die Büche de
1980e Jah e ihn zunächs einmal als An ang und G ündung eine F eundscha
ein.
Wu den in den 1960e und 1970e Jah en noch die Rolle Adenaue s, dessen
Wü digung du ch F ank eich bzw.deGaulle und die No wendigkei de
deu sch- anzösischen F eundscha be on ,34 so s ell en Schulbuchda s el-
lungen de 1980e Jah edie deu sch- anzösischeAnnähe ung und die En s e-
hung des Ve ags in den Kon ex de Os -Wes -Spannungen, de beidsei igen
wi scha lichen In e essenlage, de F age de Wiede bewa nung de Bundes-
epublik (die wiede um in den Kon ex des Ko ea-K iegs eingebe e wi d) sowie
aimable ennemi«. Koope a ion und Kon lik in den deu sch- anzösischen Beziehungen
1911–1914 (Pa ise his o ische S udien Band 49), Bonn: Bou ie Ve lag,1998.
32 Diegenann enHin e g unddimensionenwe denimFolgendenalle dingsnich imDe ail zu
Sp ache kommen, das Haup augenme k soll au de Ve ände ung de Da s ellungen in den
Schulbüche nliegen.
33 Vgl. z.B. Geschich e Band IV,Neues e Zei ,126; Wi e leben die Geschich e,158–159.
34 Vgl. dazu e wa die Au gabens ellung in E kunden und E kennen,Geschich e 3,160:»[…]
Ve s ehs du je z , daßdie deu sch- anzösische F eundscha ,insbesonde e de deu sch-
anzösische Jugendaus ausch,mi allen Mi elnge ö de we den muß?«. Zu Wü digung
Adenaue s du ch de Gaulle siehe Wi e leben die Geschich e,158–159.
Ch is ine P lüge 274
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de En wicklung im Saa land. De Plys8e-Ve ag gal hie als ein Sch i un e
ielen, mi de Besonde hei , eine »daue nde[n] Aussöhnung« anzus eben.35
Auch Misch o men beide Na a i e lassen sich in den Schulgeschich sbü-
che nde 1980e Jah e inden. So wi d de Abschluss des Ve ags 1984 in
Geschich e –kennen und e s ehen 10 ü Baye ische Realschulen zwa dem
P ozess de poli ischen Ve auensgewinnung zwischen den eu opäischen
Nachba nzugeo dne , sp achlich bleib jedoch de Duk us eine my hischen
G ündungse zählung e hal en, denn de Ve ag habe»die F eundscha zwi-
schen den beiden S aa en […] besiegel «.36
Hochin e essan is die Ve ände ung de Da s ellung in den Schulge-
schich sbüche nde 1990e Jah e, die die These onde My henbildung zu
s ü zen e mag bzw.bes ä ig :E s je z auch nämlich das Na a i » onde
›E b eindscha ‹ zu F eundscha « au , wobei de Beg i de »E b eindscha «
imme hin jeweils in An üh ungszeichen s eh .37 T o zdem allen die Büche
dami gewisse maßen hin e die Ve einba ungen on1953 zu ück, in denen
He mannHeimpel die Rede onde »E b eindscha « ausd ücklich als
»Zwangs o s ellung« bezeichne ha .38
Zugleich i de Kon ex de eu opäischen Einigunginden Vo de g und.
De Plys8e-Ve ag wi d als Basiss uk u ü die EUgesehen,e s ehe am Beginn
des eu opäischen Einigungsp ozesses. Neuis auch die Ve o ung des Ve ags
in den poli ischen Ve häl nissen im F ank eich de Nachk iegszei und de
1960e Jah esowie die Be onung de Rolle de Gaulles ü die »Aussöhnung«
(An üh ungszeichen sic!).Den Ans oß ü diesen P ozess habe eilich Ade-
35 So z.B. in Geschich e 4Neues e Zei (Realschulen), Bambe g:C.C. Buchne Ve lag,1984, 142,
und ölligiden isch in Unse Wegindie Gegenwa 4Neues e Zei (Gymnasien), Bambe g:
C.C. Buchne Ve lag,1984, 190. Diese Pe spek i e wi d du ch einen en sp echenden A -
bei sau ag e ie .
36 Geschich e –kennen und e s ehen 10,252; Geschich e heu e ( ü Haup schulen in No d-
hein-Wes alen), 9./10. Schuljah ,Hanno e :Sch oedel/Schoeningh Ve lag,1988, nimm
en sp echende Kon ex ualisie ungen o und s ell den Ve ag als E gebnis eine En -
wicklung da , e wende jedochauch noch pe sonalisie ende Elemen e, indem de Ve ag
als E gebnis auch de pe sönlichen F eundscha zwischen Adenaue und de Gaulle da ge-
s ell wi d. Ebd.,178–179.
37 So bezeichnen e wa Geschich eund Geschehen 10,209 sowie Geschich e 4G,211, und Ge-
schich e und Geschehen A4,196, den Plys8e-Ve ag als »Endpunk « de »E b eindscha «.
Auch in Zei eise 4,140, inde sich noch die Vokabel on de »E b eindscha « (An üh-
ungszeichen sic), als Ak eu e e en abe nunmeh die Regie ungen bzw.die S aa en au ,
nich meh Adenaue und deGaullealleine. Inden Büche nde 1990e Jah ewi d de Ve ag
häu igals »Ende de Feindscha «bezeichne .
38 Deu sch- anzösische Ve einba ung übe s i ige F agen eu opäische Geschich e. Vo wo
zu Ausgabe on 1958, 3. Ein solch k i ische Ve weis ehl inden Geschich sbüche n öllig.
De einzige Hinwies au eine Dis anznahme sind die An üh ungszeichen, die abe nich
e läu e we den.
De Élysée-Ve ag on 1963 275
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naue gegeben, die Folgen seien insbesonde edie s aa liche Koope a ion und
lang is ig die In eg a ion Eu opas.39
In diesen Da s ellungen spiegeln sich ganz o ensich lich die poli ischen und
s uk u ellen Ve ände ungeninEu opasei 1989. De Ve ag sei, so Geschich e
4G,indiesem Zusammenhang zu einem Symbol gelungene Völke e s ändi-
gung gewo den.40 Demen sp echend g ei en Geschich e und Geschehen A4
(1997) und Zei eise 4 (2001) zusä zlich das Dik um onde deu sch- anzösi-
schen Pa ne scha als »Mo o des eu opäischen Einigungsp ozesses«41 au , bis
hin zu Da s ellung des Ve ags als »G unds ein« daue nde Zusammena bei
und eine »gemeinsame[n] Füh ungs olle«42 de beiden S aa en in Eu opa.
Wäh end Geschich e und Geschehen A4und Zei eise 4 die Me aphe om
»Mo o « gewisse maßen als Ta sachenda s ellung in ih eTex e übe nehmen,
wi d in Das wa en Zei en 4. Das ku ze 20. Jah hunde imme hin da au hin-
gewiesen, dass es sich hie bei um eine Einschä zung des His o ike s Edga
Wol um handel , de die enge deu sch- anzösische Zusammena bei als »Lo-
komo i ede eu opäischen In eg a ion« bezeichne ha e.43
In de Bemühung um Di e enzie ung e schwinde die Vokabel de »E b-
eindscha « sei Beginn de 2000e Jah ewiede ausden Büche n, da ü inde
man do das E zählmus e 44 om Elys8e-Ve ag als »Höhepunk « de deu sch-
anzösischen Annähe ung und de Aussöhnungsbes ebungen.45
39 Vgl. z.B. e inne nund u eilen IV,159. Als »Beginn eine engen Bindung« de beidenS aa en
gil de Ve ag in Unse e Geschich e Band 4,F ank u amMain:Ve lag Mo i z Dies e weg,
2. e gänz e Au lage 1991.
40 Geschich e 4G,211.
41 Geschich e und Geschehen A4,196; Zei eise 4,140. Die Me aphe om »Mo o « des eu o-
päischen Einigungsp ozessesgeh au eine Fo mulie ung und Einschä zung Edga Wol ums
zu ück, de onde deu sch- anzösischen Zusammena bei als de »Lokomo i ede eu-
opäischen In eg a ion« sp ach (zi ie nach Das wa en Zei en4,180), ein Zi a bzw.eine
Einschä zung,die sich in den genann en Büche ngewisse maßen als Ta sachenda s ellung
im Au o en ex inde .
42 Geschich e und Geschehen 10,AusgabeN,210.
43 Das wa enZei en4,180.
44 Zum Beg i des »E zählmus e s« als Denk igu ü die Kons uk ion his o ische Zusam-
menhänge gl. Ch is ine P lüge ,»Die Ve mi lung on E zählmus e nund analy ischen
Ka ego ien im Schulgeschich sbuch«, in:Saskia Hand o und Be ndSchönemann (Hg.),
Geschich sdidak ische Schulbuch o schung,(Zei geschich e –Zei e s ändnis Band 16),
Be lin:LIT Ve lag, 2006, 67–85.
45 So z.B.in Deu schlandund die Wel nach 1945,78, sowieinVonde Teilung zu Einhei ,78.In
beiden heiß eswö lich iden isch:»[…] de enge Schul e schlussmi dem anzösischen
S aa sp äsiden en Cha les de Gaulle, de seinen Höhepunk im deu sch- anzösischen
F eundscha s e ag on1963 and«. Ebenso iden isch inde sich in beiden Büche ndie
Fo mulie ung:»Eine unheil olle Epoche wa dami zu Ende gegangen, in de inne halb on
70 Jah en Deu sche und F anzosen d ei K iege gegeneinande ge üh ha en«. Ebd.,182
bzw.184. Obwohl die Publika ionen um Di e enzie hei bemüh sind, is hie o zdem
pauschal on»Deu schen« und »F anzosen« die Rede.
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Wäh end die genann en Da s ellungen allesam jeweils explizi e Deu ungen
o nehmen und dami en sp echende Sinnbildungsangebo e machen, möch e
das Ku she Eu opa im 20. Jah hunde es den Schüle innen und Schüle ne -
möglichen, mi els des zu Ve ügung ges ell en Quellenma e ials und de A -
bei sau äge zu eine eigenenEinschä zungzukommen. Im Mi elpunk s eh
dabei die Analyse de gegensei igen Wah nehmung onDeu schen und F an-
zosen sei de Nachk iegszei .Die A bei sau äge lassen da au schließen, dass
eine My henbildung in Bezug au die deu sch- anzösischen Beziehungen e -
hinde we den soll, indem e wa die Symbolk a de bekann en Fo os on
Adenaue und de Gaulle wäh enddes Hocham s in de Ka hed ale onReims am
8. Juli 1962 und omS aa sbesuchdeGaulles in Bonn im Sep embe 1962 e -
g ünde we den soll.46
Auch das deu sch- anzösische Geschich sbuch47 olg imDossie »Symboli-
sche Ges en und E inne ungso e im deu sch- anzösischen Ve häl nis« inne -
halb des Kapi els 17 »Die deu sch- anzösische Pa ne scha –ein E olgsmo-
dell?« einem kul u wissenscha lichen Ansa z. Es we den E inne ungso e und
Symboliken hema isie , die Au gabens ellungenbe onen sowohl E inne ung
als auch Zukun so ien ie ung.Sosollen Schüle innen und Schüle sich bei-
spielsweise o s ellen, sie hä en den Fes ak zum 50. Jah es ag des Plys8e-Ve -
ages im Jah 2013 zu planen. Die Au gabebes eh da in, zu übe legen, welchen
O sie ü diese Feie auswählen wü den, angesich s eine Reihe »symbolisch
au geladene « O e in de Geschich e de deu sch- anzösischen Beziehungen.48
Anschließend soll die »En scheidung« [d.h. die Wahl des O es. Anm. d. Ve .]
beg ünde , die Sinnbildung somi du ch Schüle innen und Schüle selbs o -
geschlagen we den. So e ndiese abe nich du ch eigene Reisen, amiliä e Be-
züge ode his o ische In e essen den Blick au eine g öße eAnzahl onO en
ich en (können), s ehen au g und de Vo auswahl auch im deu sch- anzösi-
schen Schulbuch o allem die gängigen symbolisch au geladenen E inne-
ungso e zu Wahl:Reims49,Ve sailles50,Ve dun51,e en uellnochPa is und
Be lin als ak uelle Regie ungssi ze. Die Da s ellung de En s ehung des Plys8e-
Ve ags selbs is in diesem Geschich sbuch in den mi übe 70Sei en seh
um ang eichen »Teil 5:Deu scheund F anzosensei 1945/Pa ie5:Allemands e
46 Eu opa im 20. Jah hunde . Die eu opäische Einigungsbewegung und das Eu opa de Men-
schen- und Bü ge ech e. Ku she e Geschich e, Be lin:Co nelsen Ve lag,2004, 68 (A -
bei sau gaben) und 67 (Pho os).
47 His oi e. L’Eu ope e le monde depuis 1945/ Geschich e. Eu opa und die Wel sei 1945.
Deu sch-F anzösisches Geschich sbuch,Leipzig:Kle 2006, 294–307, 302–303.
48 Ebd.,303.
49 Ebd.,302.
50 Ebd.,303.
51 Ebd.,295.
De Élysée-Ve ag on 1963 277
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F anÅais depuis 1945«52 und do –wieinden be ei s genann en We ken –
wiede um in den Kon ex de En s ehung eu opäische S uk u en eingebe e .53
De Wandel de E zählung onZus andekommen und Bedeu ung des Plys8e-
Ve ags eich inden Schulbüche nzwischen den 1960e Jah en und dem Ende
des zwanzigs en Jah hunde s somi onde G ündungse zählung de deu sch-
anzösischen F eundscha übe das Na a i on de Übe windung de
»E b eindscha « bis hin zum (ehe s a ischen) G unds ein ode dem (dyna-
mische en) Na a i »Plys8e-Ve ag plus deu sch- anzösische F eundscha
als ›Mo o ‹ des eu opäischen Einigungsp ozesses«.
Ha man es hie –imSinne eine gesellscha lichen A bei am My hos –mi
de T ans o ma ion de G ündungse zählung ü die deu sch- anzösische Zu-
sammena bei zum G ündungsmy hos de eu opäischen In eg a ion zu un?
My hens uk u en
Adenaue und de Gaulle als »Diosku enpaa «
Die Einbe ung de E zählung übe die En s ehung des Elys8e-Ve ags in den
Kon ex de Vo geschich e de eu opäischen Einigung in den meis en Schulge-
schich sbüche nsei den 1990e Jah en e ände alle dings die Funk ion de
Ak eu e Adenaue und de Gaulle in diese E zählung.
Wäh end die Da s ellungen on 1969, 1973 und 1974/75 noch s a k pe so-
nalisie end die Aussöhnung zwischen F ank eich und Deu schland als ge-
meinsames (und pe sönliches) Ziel de beiden S aa smänne he o hoben54 und
dami ein Bild de Einigkei (und Ähnlichkei ?)de beiden e mi el en, e leih
ihnen die Einbe ung des Elys8e-Ve ags in die Geschich e de eu opäischen
Einigung die Funk ioneines Diosku enpaa s in de my hischenE zählung.
Claude L8 i-S auss e s and da un e die enge Ko ela ion zwischen zwei
Ak eu en mi seh un e schiedlichem Cha ak e ,die eng mi einande e woben
sind, wobei zugleich eine la en e Di e enz zwischen ihnen au ech e hal en
bleib .55 Beide we den jedoch in Bezug au ein d i es Me kmal –und daswä e im
Falle de Gaullesund Adenaue s die Aussöhnung zwischen den beiden Lände n–
52 Ebd.,232–307.
53 Ebd.,296.
54 E kunden und E kennen. Geschich e 3;Geschich e Band IV,Neues e Zei ;Wi e leben die
Geschich e;Eine pe sonalisie ende Da s ellung inde sich auch noch in e inne nund u -
eilen IV,159. Obgleich dieses Buch als e s e Au lage mi dem E scheinungsjah 1990 ge-
kennzeichne is , s amm das Copy igh on1981. Dahe s ell sich die F age bzw.esd äng
sich de Eind uck au , dass die en sp echenden Passagenaus de Fassung on1981 übe -
nommen wu den.
55 Hie zi ie nach Pa , Sys em de deu schen G ündungsmy hen,26.
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als zusammengehö igangesehen. Da Adenaue und de Gaulle un e schiedliche
Konzep e ü eine eu opäische Einigung,un e schiedliche In e essen sowie
un e schiedliche Vo s ellungen on»
Eu opa« und dessen kün igem Ve häl nis
zu den USA ha en, wa en ih e Einigkei übe die deu sch- anzösische
F eundscha bzw.Zusammena bei und de en zen ale Rolle in Eu opa sowie
schließlich de Ve ag dieses gemeinsame »D i e«.56
De »Posi ionswechsel«:Von de »E b eindscha « zu deu sch- anzösischen
F eundscha
Mi de Funk ion Adenaue s und de Gaulles als Diosku enpaa in de my hi-
schen E zählung geh ein wei e es S uk u elemen my hischen E zählens ein-
he ,das Claude L8 i-S auss als solches iden i izie ha ,de »Posi ions ausch«.57
Im Ve lau de Na a ion nehme de Held gegensä zliche Posi ionen ein. Je
in ensi e –z.B.du ch Tausch zwischen ex em wei auseinande liegenden
Posi ionen –ode ex ensi e (im Sinne onmeh achen Wechseln in ku zen
Zei abs änden) diese Posi ions ausch e olge, umso ehe we de ein E ek de
In eg a ion de beiden Ex emposi ionen in de Figu des my hischenHelden
e ziel . Wäh end L8 i-S auss diese Beobach ung au einen Helden im Sinne
eine Pe son bezog,läss sie sich in den Schulbüche n ü die beiden Lände
F ank eich und Deu schland ausmachen:De Posi ions ausch wi d ollzogen in
de Wendung » on de ›E b eindscha ‹ zu F eundscha « ode zu »Pa ne -
scha «.58 Vo dem Hin e g und des Ansa zes onL8 i-S auss e schließ sich
auch, wa um diese E zähl igu e s in den 1990e Jah en in den Schulbüche n
au auch : De ex eme Posi ionswechsel Deu schlands und F ank eichs » on
de ›E b eindscha ‹ zu F eundscha « (ode :Pa ne scha ) e s ä k den E -
ek de In eg a ion, in diesem Falle de eu opäischen In eg a ion.
Eine Möglichkei , den My hos und das dami e bundene »Po enzial« de
Sinnbildung und Wel e klä ung au Daue zu s ellen, auch übe die Zei des
Lebens und Wi kens de a sächlichen his o ischen Pe sonen hinaus, bes eh
da in, My hen un e einande so eng wiemöglich zu e koppeln.59
Dies geschieh imhie o ges ell en Beispiel zum einen du ch die enge Ve -
56 Vgl. z.B. Geschich e heu e;ähnlich abe auch schon Geschich e Band IV,Neues e Zei .
57 Hie zi ie nach Pa , Sys em de deu schen G ündungsmy hen,25–26.
58 Vgl. dazu die Fo mulie ungen in den Schulgeschich sbüche n: »F ank eich und Deu sch-
land:Von »E b einden« (An üh ungszeichen sic) zu F eunden« übe i el Geschich e 4G,
211, den en sp echenden Tex abschni und weis zusä zlich au den Symbolcha ak e des
Ve ags hin. Geschich e und Geschehen 10,209, sp ich on de Ȇbe windung de jah -
hunde eal en »E b eindscha «« (An üh ungszeichen sic). Und Geschich e und Geschehen A
4,196, un e s eich , dass »Aus de »E b eindscha « (An üh ungszeichen sic), die jah -
hunde elang zu Hass und Blu e gießen ge üh ha e«, eine »Pa ne scha « gewo den sei.
59 Vgl. Pa , Sys em de deu schen G ündungsmy hen,28.
De Élysée-Ve ag on 1963 279
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koppelung de G ündungse zählung de deu sch- anzösischen F eundscha
mi de G ündungse zählung de eu opäischen In eg a ion, zum ande en du ch
das imme wiede neu e zähl e und im Bild ep äsen ie e »couple anco-
allemand«.60
Conclusio
Co ineDe ance ha in ih emAu sa z denP ozess de Kons uk ion des »My hos
onde deu sch- anzösischen Ve söhnung« im poli ischen Disku s au gezeig
und dami den My hos dekons uie ,61 um mi de F age zu enden, ob ein
gemeinsames Gedenken an den K ieg, e bunden mi einem o iziellen Ge-
denk ag de Ve söhnung nich die Ge ah beinhal e, dass die »E inne ung« (»le
sou eni «) die Geschich e (»l’his oi e«) ö e?Die Geschich e nämlich des E s en
Wel k iegs und die Geschich e de » 8concilia ion«, de Ve söhnung?62 De ance
be ü ch e , dass die Bindung des gesellscha lichen Gedenkens an ein be-
s imm es Da um zu eine Ve es igung de E inne ung und dami zum »Tod«
bzw.E s a ende Geschich e üh e. E s a en deshalb,weil die »Geschich e«
ausde Sich eine jeweiligenGegenwa jaimme wiede neu e zähl we den
könne (und müsse) und dadu ch »lebendig« bleibe. Gegens and de Un e su-
chung onCo ine De ance sind Reden und Äuße ungen onPoli ike nsowie
die Diskussion in de Publizis ik.
Schulbuchda s ellungen dagegen disku ie en zwa nich die Ein üh ung on
Gedenk agen und noch äuße s sel en das Ve häl nis ono iziellem Gedenken,
E inne ung und Geschich e, sie machenjedoch eben alls Sinnbildungsangebo e.
Die hie o ges ell e –wenn auch nich ep äsen a i e–Un e suchung on17
Schulgeschich sbüche naus den Jah en 1969 bis 2009 ha e geben, dass man die
60 Vgl. dazu beispielsweise die Fo os onCha les de Gaulle und Kon ad Adenaue (1961),
Helmu Schmid und Val8 y Gisca dd’Es aing(1978), F anÅois Mi e and und Helmu Kohl
(1984) sowie on Jacques Chi ac und Ge ha dSch öde (2003) in His oi e. L’Eu ope e le
mondedepuis 1945/ Geschich e. Eu opaund dieWel sei 1945,306. Au de In e ne -Sei e»La
F anceenAllemagne /F ank eich in Deu schland« we den –noch o Adenaue und de
Gaulle –zudem Robe Schuman und Adenaue sowieGuy Molle und Adenaue genann , ü
die Zei nach de Gaulle und Adenaue auße dem Geo ges Pompidou und Willy B and und
schließlich Angela Me kel und Nicolas Sa kozy.Als jüngs es »Paa « –»un nou eaucouple« –
we den abschließend noch ohne eigenes Un e kapi el F anÅois Hollande und AngelaMe kel
e wähn . h p://www.amba ance-de.o g/P esiden s-e -chancelie s-sui e, zule z gep ü am
7. Sep embe 2016.
61 De ance, Cons uc ion e d8cons uc ion ;Inde Diskussion übe einen »Tag de Ve söh-
nung« wu den o allem zwei Da en disku ie : de 11. No embe als Tagdes Wa ens ill-
s ands on1918 sowiede 22. Janua als Tagde Un e zeichnung des Plys8e-Ve ags on
1963.
62 De ance, Cons uc ion e d8cons uc ion,85.
Ch is ine P lüge 280
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Bildnachweis
Co e
gei-digi al. Aus: ((00000013.pd )) B ockmann, Emil. Geschich e des b anden-
bu gisch-p eußischen S aa es und de Neuzei sei dem Wes älischen F ieden:
(Leh s o ü die 1. Klasse). Leh buch de Geschich e ü ka holische höhe e
Mädchenschulen, Leh e innen-Bildungs-Ans al en und eie Fo bildungsku -
se:3.Müns e in Wes .:Schöningh, 1906. Ve ügba beiwww.gei-digi al.de.
PURL:h p://gei-digi al.gei.de/ iewe / esol e ?u n=u n%3Anbn%3Ade%3A0
220-gd-6574824, Public Domain, h ps://c ea i ecommons.o g/publicdomain/
ma k/1.0/deed.de.
Hinz
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S. 232:bpk /Kuns biblio hek, SMB /Die ma Ka z. Ausu hebe ech lichen
G ünden da diese Abbildung in de Open Access-Ve sion des Bandes nich
e wende we den.
S. 236:bpk/K upski. Ausu hebe ech lichen G ünden da diese Abbildung in
de Open Access-Ve sion des Bandes nich e wende we den.
Bildnachweis288
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Pe sonen egis e
Abde ahman 46 .,51
Achill 63
ad-Daula, I ikha 147
Adenaue ,Kon ad 218, 265, 270, 274,
277–279, 281
A is o eles 37
A min /A minius 59–63, 66, 68 .,71, 74,
80–82
A nd , E ns Mo i z 63, 71
Augus us ( öm. Kaise ) 65, 78 .
Behaim, Ma in9,91–94, 96–111
Benjamin, Wal e 273
Be aux, Pie e 273
Bonapa e (s. Napoleon)
B ache ,Ka l Die ich 191, 258
B edow, Gab iel 63, 65–68, 82
B iand, A is ide 272
Bühle ,Johannes 76 .
Bu ckha d ,Jacob 49
Caesa , Caius Iulius 69
Camme e ,Anselm And eas Caspa
66–68
C¼o, Diogo 101
Ca lyle, Thomas 192
Childeb and 48
Chlodwig 50
Da aios I. 36 .,41 ., 44
Diaz, Ba holomeu 93
Dis elba h, Paul272
D usus 65, 78
Ecke , Geo g 271
Einha d 47
Embse ,JohannValen in63
Eme son, Ralph Waldo 192
Fich e, Johann Go lieb63
F ied ich . P eußen 63
F isch, Max 249
Fulche onCha es 146, 148 .
Fuso is,Jean 106
Galilei, Galileo 108 .
Gaulle, Cha les de 265, 270, 274 .,
277–279, 281
Ge manicus68, 74, 78, 81
Ge manus, Nicolaus106
Gide, And 8273
Goebbels, Joseph 199
Gou aud, Hen i130 .
Halle ,Johannes 76 .
Heka aios onMile 33
He man, E a213
He mann de Che uske (Vgl.A minius)
59, 64–69,72–74,78, 80
He odo 38, 40, 44 .,53
Heyd ich, Reinha d 227
Hildeb and, Klaus 192
Himmle ,Hein ich 76
Hindenbu g,Paul on 198
Hi le ,Adol 76, 101, 185–192, 194–209,
214, 216, 218, 221–223, 227, 229 .,
233–235, 239
Hobi , Guillaume 106
Open-Access-Publika ion im Sinne de CC-Lizenz BY 4.0
Hyda nes 45
Ibn al-A ı¯ 144, 146 .
Isido on Se illa 47
Jahn, F ied ich Ludwig 63
Jau Hs, Jean 273
Ka l d. G .46, 71
Ka l Ma ell 46–53
Kleis , Hein ich on63, 80
Kolumbus, Ch is ophe 91, 93, 96–99,
106, 109, 111
Kope nikus, Nikolaus 108 .
Kö ne ,Theodo 63
Kossina, Gus a 69 .
Lei E iksson91
Liebel, Willy 104
Luxembu g, Rosa 273
Magellan,Fe dinand 99
Mann,Hein ich 273
Ma x, Ka l 192
Mil iades 40
Mussolini, Beni o 195, 200
NapoleonI.63–65
Pe i pie e, Max 255
Pla on11
Po sche, Fe dinand 223
Pu icelli,Pie o 218
Quinc ilius Va us(s. Va us)
Radul us Nige 150 .
Raimund IV. .Toulouse 147
Ranke, Leopold on74
Sala¯h ad-Dı¯n 139, 141
Salis, Jean Rudol on 249
Sa kozy,Nicolas117
Sch iebe ,Hans 248
Schweize ,Paul248, 255
Segime 66
Shakespea e, William 26
Sieg ied 59
Six us IV.(Paps ) 106
S aube ,Ka l 188
S ein, Ka l 64 .
S esemann, Gus a 272
Taci us 59, 64, 68, 70
Themis okles 36, 40
Tibe ius ( öm. Kaise ) 68, 74
Tod , F i z 218 .,223, 226 .,230
Toscanelli, Paolo dal Pozzo 93
Tou 8,Samo y130 .
T ei schke, Hein ich on192
U ban II. (Paps ) 143 .
Usama 149
Va us59 ., 65, 68, 78
Wagenseil, Johann Ch is oph 99
Wasa, Gus a 63
Whi e, Hayden 24
Wilhelm I. (Kaise ,D . Reich) 72
Wilhelm Tell 248, 254 .,257
Wilhelm . Ty us147
Xe xes 36–39, 41, 44
Zeus 38
Zinne ,Robe 231–233, 235
Pe sonen egis e 290
Open-Access-Publika ion im Sinne de CC-Lizenz BY 4.0
O s egis e
Abydos 39
A ika 9, 101, 117–119, 121, 125, 128–131
Akkon 148
al-Andalus 51
al-Quds 139, 146, 148, 152
Albanien 200
Alge ien 126, 130
Al ona 65
An iochia 148
Aqui anien 46
Asien 33 .,37 ., 43
Askalon147
A hen 33, 36–45, 53
A ika 37
Augsbu g 102
Basel20, 218
Baye n 66
Belgien 195, 220
Be lin 72, 218 .,227, 232 .,235, 277, 285
Bochum 80
Bonn 218, 277
B aunschweig 72
B eslau228
Cha es 146, 148
China106, 119
Cle mon -Fe and 143–145
Damaskus141
Dänema k 65
Danzig 228
Da ms ad 60, 229, 230 .
De mold 72
Deu sch-Südwes a ika 126, 130
Deu schland 9, 52 .,60 .,64–66, 71 .,76,
91, 99, 121, 129, 152, 164, 172, 177 .,
188 .,197, 201, 208, 218, 222 .,269–271,
274, 278 .,281
England 71, 121
Eu in 65
F ank u 218, 227, 229 .
F ank eich 33,47, 52, 121, 126, 130 .,164,
170, 172, 222, 269, 271, 272, 274 , 281
F eibu g im B eisgau271
Fulda 59
Ge manien 59, 66, 68, 74, 78, 81
G iechenland 36
G oßSimbabwe 119
G oßb i annien118, 202, 222
Hambu g 65, 218
Hanno e 228
Ha in 146
Holland 220
Indien 91, 106
Is ael 48, 141
Is hmus onKo in h 37
I alien 33, 71, 76, 78, 195
Japan 195
Je usalem 42, 137–141, 143–148, 152 .
Jugoslawien 267
Open-Access-Publika ion im Sinne de CC-Lizenz BY 4.0
Kalk iese 81
Kemp en 66
Kenia 126
Kleinasien 36, 42
Köln 218, 228
Kongo 101, 117
Landsbe g 219
Lausanne250
Lech eld 54
Luxeuil 46
Mailand 218
Ma a hon 7 ., 33–38, 40–45, 50 .,53
Mile 33, 42
Munhumu apa-Reich 119
Na bonne46
Niede sachsen 71
Nü nbe g 91–94, 100, 102–104, 111
Paläs ina 41, 138, 142, 148, 150
Pa is277
Pe sien 38, 119
Pe sisches G oß eich 34
Pla äa41
Poi ie s 8, 33–35, 46 .,49–53
Polen 13, 124, 181, 220, 228
Po ugal 101
Posen 227
P eußen 63 .
Py enäen 46, 49
Py mon 78
Reims 144, 148, 270, 277
Rheinland78, 144
Rom33, 60, 68, 79
Saa land 275
Saha a 130
Salamis 33–36, 38, 40–45, 50 .,53
Schweiz 9, 159–167, 169–174–180,
247–260, 288
Senegal 117
Sep imanien 46
Sowje union200, 247
Spanien 49 .,142, 152
Spa a 36 .,42
S
üda ika130
Susa 45
Sy ien 142
Tempelbe g 138, 147
Teu obu ge Wald 64, 67 .,72, 78
The mopylen /The mopylä37, 41
Tou s 8, 33–35, 46 .,50 ., 53
Ty us147 .
Uk aine54
USA 39, 218, 222, 256, 279
Ve dun 277
Ve sailles 277
Wes go en eich 46
Wien 54
Wol sbu g 223
O s egis e 292
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