Technology
A s Sciences
TH Köln
Fo schung und Inno a ion in de Hochschulbildung
Susanne Go zen, Syl ia Heucheme und Timo an T eeck (H sg.)
Hochschuldidak ik o sch zu Kul u
des E möglichens
P o ilbildung und We e agen in de
Hochschulen wicklung II
Susanne Go zen, Syl ia Heucheme und Timo an T eeck (H sg.)
Hochschuldidak ik o sch zu Kul u des E möglichens
P o ilbildung und We e agen in de Hochschulen wicklung II
Fo schung und Inno a ion
in de Hochschulbildung
he ausgegeben on
P o . D . Syl ia Heucheme (Technische Hochschule Köln)
P o . D . Reinha d Hochmu h (Leibniz-Uni e si ä Hanno e )
P o . D . Niclas Schape (Uni e si ä Pade bo n)
D . Bi gi Szczy ba (Technische Hochschule Köln)
Band 3
Susanne Go zen, Syl ia Heucheme und Timo an T eeck (H sg.)
Hochschuldidak ik o sch zu Kul u
des E möglichens
P o ilbildung und We e agen in de
Hochschulen wicklung II
Bibliog aphische In o ma ionen de Deu schen Na ionalbiblio hek
Die Deu sche Na ionalbiblio hek e zeichne diese Publika ion in de Deu schen Na ionalbiog a ie;
de aillie e bibliog a ische Da en sind im In e ne un e h p://dnb.dn-b.de ab u ba .
Die Reihe „Fo schung und Inno a ion in de Hochschulbildung“ is eine wissenscha liche Sch i en-
eihe des Hochschulse e s „Cologne Open Science“ de TH Köln. Sie wi d he ausgegeben on P o .
D . Syl ia Heucheme (Technische Hochschule Köln), P o . D . Reinha d Hochmu h (Leibniz-
Uni e si ä Hanno e ), P o . D . Niclas Schape (Uni e si ä Pade bo n) und D . Bi gi Szczy ba (Tech-
nische Hochschule Köln).
Die Ve an wo ung de Bei äge lieg bei den Au o innen und Au o en.
Band N . 3, 2019
Ti elges al ung: P o . And eas W ede/TH Köln
Layou : Ann-Ka h in Kaise /TH Köln
Lek o a und Sa z: Ch is in Bee mann & Lisa-Ma ie F iede/TH Köln
URN: u n:nbn:de:hbz:832-cos4-8096
Dieses We k wu de als elek onisches Dokumen übe Cologne Open Science, dem Hochschulse e
de Technischen Hochschule Köln, publizie . Ab u un e : h ps://cos.bibl. h-koeln.de
5
Inhal
Einlei ung: Wie und was die Hochschuldidak ik zu eine Kul u des E möglichens in
eine we ebezogenen P o ilbildung bei agen kann
Susanne Go zen, Syl ia Heucheme & Timo an T eeck 7
Kul u des E möglichens – Eine Rückbesinnung zum An ang
Ludwig Hube 17
Teil I
Die Ebene de Leh e ans al ungen
Das Kompe enzemp inden on Spo s udie enden Schwimmen zu un e ich en –
Wo au basie es und wie wi d es du ch das S udium gep äg ?
Lea B and 31
In e ed Class oom mi Design-Based Resea ch wei e en wickeln
Ch is ian F. F eisleben-Teu sche 47
Teil II
Die Ebene de Fakul ä en bzw. de (Fach-)Kollegien:
Pe spek i en e sch änkung in de S udiengangen wicklung
Koope a ions aum S udiengangen wicklung – Das (unausgeschöp e) Po en ial
de P ozessbeglei ung. Be unde eine E alua ionss udie.
Ca olin Nie hamme , Sabine Schöb & Jose Sch ade 59
Fö de ung de Leh kul u du ch Mul iplika o *innenp og amme – Zwischen
Empowe men , Ve ne zung und kollegiale Be a ung
Anja Welle & Sebas ian Schellhamme 75
Teil III
Die Ebene de Hochschule
Inne ins i u ionelle Hochschul o schung als Impuls ü Leh - und
Hochschulen wicklung
Susanne Go zen, Simone Beye lin & Dagma Linna z 89
Akzep anz als E olgs ak o bei de En wicklung eine Sys emakk edi ie ung
Claudia Wend & Dominik F isch 101
Ve zeichnis de Au o innen und Au o en 113
7
Einlei ung
Wie und was die Hochschuldidak ik zu eine
Kul u des E möglichens in eine we e-
bezogenen P o ilbildung bei agen kann
Susanne Go zen, Syl ia Heucheme & Timo an T eeck
P o ilbildung und We e agen in de Hochschulen wicklung in
ie Bänden
An Hochschulen ha in den le z en Jah en ein ie g ei ende Wandel s a ge unden. Mi Inno a ions-
und Ges al ungsp ozessen in Leh e, S udium und Fo schung be ass , haben sie sich neuen gesell-
scha lichen He aus o de ungen ges ell . Hochschulen be ö de n du ch Fo schung die Re lexion übe
sich selbs und e en als ‚le nende O ganisa ionen‘ in E scheinung. De p o essionellen Leh e wi d
dabei ein imme höhe e S ellenwe einge äum . Dami s eig auch die E wa ung an die lokale und
e gleichende Hochschulbildungs o schung; ih e F agen und E kenn nisse we den zum Mo o de
Hochschulen wicklung.
Du ch Fö de p og amme sind zahl eiche P ojek e zu Leh en wicklung en s anden. Sie haben die
Dynamik an den Hochschulen beein luss und wesen liche Impulse gese z . Neu en wickel e Angebo-
e e möglichen eine di e s zusammengese z en S udie endenscha o enes und komplexes Leh en
und Le nen in Viel al . Du ch die pa adigma ische Wende hin zu Kompe enzo ien ie ung (Schape ,
2012) de inie en Hochschulen, Leh ende und S udieende heu e neue Ve an wo lichkei en. In eg ie -
e und ans o ma i angeleg e Quali ä smanagemen sys eme un e s ü zen die Be eilig en, sich mi
Blick au eindeu ige Quali ä sziele selbs k i isch zu e lek ie en und Le n- und Leh leis ungen egel-
mäßig zu p ü en. Die Be ei scha und die Be ähigung dazu bilden die Basis ü eine kon inuie liche
Quali ä sen wicklung und machen aus Hochschulen le nende O ganisa ionen.
Von de leh enden zu le nenden Hochschule (Heucheme & Szczy ba, 2011) – zu diesem Kul u wan-
del äg die Hochschuldidak ik du ch ih e meh pe spek i ische und in e disziplinä e Fo schung
maßgeblich bei. Sie e ände die We o s ellungen und das Au gabenp o il in Leh e und S udium,
wi d ih e sei s on dem sich wandelnden Au gabenp o il beein luss und is so Teil des Hochschulp o-
ils.
Susanne Go zen, Syl ia Heucheme & Timo an T eeck
14
Ausgehend on dem P o il und den zen alen Zielen de TH Köln wu den u.a. die Ausgangssi ua ion
e ass und die Vo gehensweise de inie (Auswe ung on Modulhandbüche n, Auswahl on Leh-
enden ü quali a i e In e iews). In quali a i en In e iews wu den p ak ische An o de ungen an das
Fo schende Le nen iden i izie , anschließend die E gebnisse disku ie . Diese wu den in Lei äden
und in ein S o y-Telling-Fo ma übe se z und ein wei e gehende hochschulwei e Aus ausch o be-
ei e (z.B. in Expe isezi keln). Die E ah ungen bei de Diskussion de E gebnisse in den Fakul ä en
wu den zu ie Fällen wie z.B. Hochschuldidak ik als ‚Zumu ung’ ode Hochschuldidak ik als ‚Expe in
/ Ziel: Selbs e gewisse ung?’ e dich e . Je nach Selbs e s ändnis und zugesch iebene Rolle de
Hochschuldidak ik und eine demen sp echend angepass en In e ak ion, wi d eine Kul u des E mög-
lichens im oben ausge üh en Sinne leich e ode schwe e möglich sein. Hie emp ehlen die Au-
o *innen eine s a ke Selbs e lexion de Hochschuldidak ike *innen.
In dem Bei ag on Claudia Wend und Dominik F isch mi dem Ti el Akzep anz als E olgs ak o bei de
En wicklung eine Sys emakk edi ie ung lieg de Fokus au de Ges al ung on Ve ände ungsp ozes-
sen, die die ganze Hochschule be e en. Hie wi d am Beispiel de Ein üh ung de Sys emakk edi ie-
ung an de O o- on-Gue icke-Uni e si ä Magdebu g (OVGU) un e such , wie die Be eilig en mi
ih en achspezi ischen Hin e g ünden und We esys emen so eingebunden we den können, dass ein
gemeinsames En wickeln de Gesam o ganisa ion möglich wi d.
Im P ozess de Sys emakk edi ie ung lieg ein g oßes Po en ial ü eine hochschulwei e Abs immung
in Sachen Quali ä . Denn nach de Sys emakk edi ie ung p ü en nich meh ex e ne Agen u en die
Quali ä de S udiengänge und die Einhal ung de o malen Vo gaben, sonde n sie wi d in e n du ch
die hochschuleigene Quali ä ssiche ung gep ü . Das u nusmäßige Akk edi ie ungs e ah en wi d
du ch eine kon inuie liche eigene Beschä igung mi de Quali ä de S udiengänge abgelös .
Um das Po en ial, das hie in lieg , zu nu zen, b auch es die Akzep anz de Be eilig en – so de Aus-
gangspunk de S udie.
In de S udie we den E olgs ak o en im Ve ände ungsp ozess de Sys emakk edi ie ung un e such .
Die G undlage bilden quali a i e lei adenges ü z e In e iews. Unge äh ein D i el de Mi gliede aus
de A bei sg uppe Sys emakk edi ie ung wu de an de OVGU in e iew . Dabei wa en Ve e e *innen
as alle S a usg uppen, die in de A bei sg uppe zusammena bei en, be eilig .
Die Auswe ung de In e iews wu de ka ego iengelei e du chge üh . Hie wu de die Theo ie de
Sinns i ung in O ganisa ionen nach Weick he angezogen. Die Analyse nahm dabei das Handeln de
Be eilig en im P ozess de Sys emakk edi ie ung in den Blick. Die Auswe ung olg e den Analysep in-
zipien de Quali a i en Inhal sanalyse nach May ing.
Zusammen assend kommen Wend und F isch zu dem E gebnis: Die Analyse zeig , dass Ve ände-
ungsp ozesse aus Übe zeugung umgese z we den ‒ nich du ch Ano dnung ‚ on oben‘. Übe zeu-
gung gene ie sich aus de ak i en Auseinande se zung übe die Sys emakk edi ie ung de Be eilig-
en mi einande , aus den Mi ges al ungsmöglichkei en hinsich lich eigene achspezi ische Beda e
und aus pe sönlichem commi men . Diese Fak o en hel en dabei, Akzep anz zu e höhen und schließ-
lich S uk u en zu wandeln.
Einlei ung
15
Wi ho en, dass wi mi den Bei ägen zeigen können, wie sich aus e s en Funken g öße e gemeinsa-
me Handlungen en wickeln können, bis schließlich eine Kul u des E möglichens e kennba is . Es
schein uns iel e sp echend zu sein, dazu im Dialog zu bleiben – um gemeinsam zu e möglichen,
dass Hochschulen und ih e Ak eu *innen dami meh als ein S oh eue e leben. Als we egelei e e
O ganisa ionen, wie es Hochschulen als Bildungsins i u ionen sind, bleib es wich ig zu wissen, wel-
che We e man e olg und welche Kul u man s i e ode s i en möch e.
Wi danken Ch is in Bee mann und Lisa-Ma ie F iede om Zen um ü Leh en wicklung de TH Köln
ü ih e kompe en e Mi a bei in Bei agsmanagemen , Lek o a und Sa z.
Eine an egende Lek ü e wünschen Ihnen die He ausgebe *innen,
Susanne Go zen, Syl ia Heucheme , Timo an T eeck
Köln im Janua 2019
Li e a u
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16
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17
Kul u des E möglichens
Eine Rückbesinnung zum An ang
Ludwig Hube
‚Kul u des E möglichens‘ – das sag und lies sich schnell: ein Buch i el, de , wie es sich gehö , den
Blick äng und zugleich de Wissbegie und ielen E wa ungen das To ö ne .
Abe wenn man einen Momen innehäl und sich besinn : Was ü ein hohe Ansp uch s eck in diesen
d ei Wo en – ‚Kul u des E möglichens‘ –, de sich übe den in diesem Band e sammel en Ansä zen
und Vo haben ode insgesam übe de Hochschuldidak ik, de sie zugehö en und de ich mich auch
e p lich e ühle, wölb !
Wenn man ‚Kul u ‘ nich ein ach nu , wie heu zu age alle dings e b ei e , als Wo ü die Manie
einzelne Ve ich ungen – Kul u des Essens, Sch eibens, Redens, Einkau ens, Le nens usw. – nu z ,
sonde n als Beg i e ns zu nehmen e such , dann s öß man au eine e wi ende Vielzahl on
De ini ionen. Doch s immen sie wohl in einem Ke n übe ein, den man z.B. in eine ‚Minimalde ini ion‘
wie de des Soziologen Howa d S. Becke inden kann: „Kul u bedeu e die in eine G uppe ge eil en
und als selbs e s ändlich genommenen Ve s ändnisse on Geb auch und Bedeu ung de Dinge um
sie he um“ (Becke , 1986, S. 12 .). Bezogen au den Hochschulbe eich de inie en ähnlich auch Beche
und T owle in de Neuau lage des ein luss eichen Buches on Beche on 1989: “By ,cul u es’ we e e
o se s o aken- o -g an ed alues, a i udes and ways o beha ing, which a e a icula ed h ough and
ein o ced by ecu en p ac ices among a g oup o people in a gi en con ex “ (Beche & T owle , 2001, S.
23).
In diesem Sinne kennzeichne ‚Kul u ‘ die A en und Weisen des Zusammenlebens eines Kollek i s,
eine O ganisa ion ode Ins i u ion und die da in meh ode minde selbs e s ändlich und s ill-
schweigend implizie en Annahmen und We e als Ensemble. In diesem Sinne auch kann man on
Fach‚kul u ‘ ode Hochschul‚kul u ‘ sp echen.
Eine Kul u des ‚E möglichens‘ wä e dann wohl eine, die o en und un e s ü zend is ü neue En wick-
lungen in eine solchen Gesellscha , hie de Hochschule. So lange man nich dazu sag , was ode
wo au hin e was zu en wickeln e möglich wi d bzw. we den soll, könn en da aus heo e isch auch
ka as ophale ode menschen eindliche Ak i i ä en he o gehen. Man da den He ausgebe *innen
und de Hochschuldidak ik, die sie meinen, e auen, dass sie das nich wollen, sonde n selbs e -
s ändlich das E möglichen on e was Gu em, also z.B. on Le nen, K ea i i ä , Bildung ode Ve an -
wo ung gemein is .
Ludwig Hube
18
Es bleib abe , dass mi ‚E möglichen‘ o engelassen wi d und we den soll, welche Wege genau im
wei en Be eich des ‚Gu en‘ die Subjek e einschlagen we den. Inso e n eich , wenn dieses Wo e ns
gemein is , die Absich ‚nu ‘ bis zu He bei üh ung de Bedingungen de Möglichkei ü wünschens-
we e Handlungen, hie also bis zu P lege eine Kul u , in de sich solche en wickeln können.
1 Eine his o ische E inne ung
Be o ich die F age bedenke, wie sich diese Vo s ellung mi de gegenwä igen Bescha enhei de
Hochschule zusammenb ingen läss , die insgesam höchs zielbezogen das S udium bis ins De ail
eglemen ie und ebenso absich s oll den Tageslau de Leh enden du ch P ojek aussch eibungen,
D i mi elquo en und We bewe bszwänge einem s engen Regime un e wi , sei noch eine Rück-
besinnung da au ges a e , dass ‚Kul u des E möglichens‘ o z mode ne Fo mulie ung an eine al e
Idee de deu schen Uni e si ä zu ückdenken läss : die Uni e si ä als ‚Lebens o m‘. Un e diesem
Beg i ekons uie Schelsky in seinem imme noch höchs lesens- und bedenkenswe en Buch ‚Ein-
samkei und F eihei ‘ (1971, bes. Kapi el I.3) die Vo s ellungen de Beg ünde *innen de ‚neuen deu -
schen Uni e si ä 1‘ zu Beginn des 19. Jah hunde s, o allem on Humbold und Schleie mache , on
de en ‚inne e O ganisa ion‘. Ein Ke nsa z, auch on ihm zi ie , diese ‚sozialen Idee‘ Humbold s lau-
e :
„Da abe auch das geis ige Wi ken in de Menschhei nu als Zusammenwi ken gedeih , und zwa
nich bloss, dami eine e se ze, was dem Ande en mangel , sonde n dami die gelingende Thä-
igkei des Einen den Ande en begeis e e und Allen die allgemeine, u sp üngliche, in den Einzel-
nen nu einzeln ode abgelei e he o s ahlende K a sich ba we de, so muss die inne e O gani-
sa ion diese Ans al en ein unun e b ochenes, sich imme selbs wiede belebendes, abe unge-
zwungenes und absich sloses Zusammenwi ken he o b ingen und un e hal en. Es is e ne eine
Eigen hümlichkei de höhe en wissenscha lichen Ans al en, dass sie die Wissenscha imme als
ein noch nich ganz au gelös es P oblem behandeln und dahe imme im Fo schen bleiben, da die
Schule es nu mi e igen und abgemach en Kenn nissen zu hun ha und le n . Das Ve häl nis
zwischen Leh e und Schüle wi d dahe du chaus ein ande es als o he . De e s e e is nich ü
die le z e en, Beide sind ü die Wissenscha da.“ (Humbold , 1809/10/1964, S. 255 .)
1 Es muss hie und im Folgenden nu on ‚Uni e si ä ‘ die Rede sein, weil diese Au o en on ‚Fachhochschule‘ noch ga nich
sp echen konn en. Ob und wie wei ih e ‚Idee‘ auch ü Fachhochschulen gel en kann und soll e, is dami nich p äjudi-
zie , sonde n eine F age an ih Selbs e s ändnis und dessen wei e e En wicklung.
Kul u des E möglichens
19
Unmiss e s ändlich e gänz Humbold an ande e S elle, dass nach diese Idee das „Kollegienhö en“
zu ällig is , mi hin die absich s ollen Leh e ans al ungen ehe nebensächlich sind, wäh end im Hin-
blick au die Bildung an de und du ch die Wissenscha „das wesen liche No hwendige is , dass de
junge Mann zwischen de Schule und dem Ein i ins Leben eine Anzahl on Jah en ausschließend
dem wissenscha lichen Nachdenken an einem O widme, de Viele, Leh e und Le nende in sich
e einig “ (Humbold 1809/1964, S. 171).
Die ‚inne e O ganisa ion‘ de ‚höhe en wissenscha lichen Ans al en‘ wi d hie also als eine du ch
Diskussion und Pa izipa ion bes imm e Lebens o m, in de Leh ende und Le nende in einem om
S aa bewuss ei on In e en ionen, Kon ollen und Reglemen s belassenen Raum gemeinsam
‚s udie en‘, o schen, nachdenken, a gumen ie en und soga im P oblemlösen ‚die Wissenscha
imme als ein noch nich ganz au gelös es P oblem behandeln‘, da ges ell : Zwischen diesem zwei el-
los schon damals idealisie enden Bild und den öllig e ände en Ums änden, un e denen Hochschu-
len heu e a bei en, scheinen unübe b ückba e Abg ünde zu kla en, schon in de Sp ache, e s ech in
de Reali ä . Und o zdem is es o enba als Vo s ellung eines ielleich e nen Ziels noch i ulen ,
wenn z.B. die He ausgebe *innen dieses Bandes sch eiben: „Heu e besonde s disku ie e Leh -/
Le n o ma e wie z.B. Fo schendes Le nen im Fokus eine ‚Bildung im Medium de Wissenscha ‘ b au-
chen eine Kul u , in de S udie ende sich selbs , ih e Kommili on*innen und die Leh enden als Pa -
ne *innen im Wissenscha sp ozess wah nehmen können. Da aus e gib sich nun die F age, wie das
in e ak ionell he zus ellen is und welche Hal ungen und inko po ie e We e gegenübe den S udie-
enden das e möglichen: Sind sie gleichwe ige Pa ne *innen ode un e ige Wissenscha le *innen?
Wie können Hochschulen/Leh ende Pa izipa ion und Ve an wo ungsübe nahme bei S udie enden
in de en Rolle als Fo schende e möglichen?“ (Go zen e al., i.d.Bd., S. 8).
In de Ta : Wie is das ‚in e ak ionell he zus ellen‘? (In diese sozial echnologischen Fo mulie ung
s eck womöglich schon eine Di e enz zu sich on selbs en wickelnden Lebens o m). Au die Ge ah
hin, uns allen Bekann es zu wiede holen, müssen die Ums ände e gegenwä ig we den, die dem
en gegens ehen.
Ludwig Hube
20
2 Hochschule als O akademische ‚Lebens o m’ heu e?
2.1 Di usion de Fachkul u
Das Fach bilde , s ell man sich die sich übe lage nden Kul u en, an denen S udie ende eilhaben, als
konzen ische Ringe o , gleichsam den inne s en on diesen. Bes imm es noch die ‚Lebens o m’
(mi )?
Zusammen mi ielen ande en, allen o an P. Bou dieu und T. Beche , habe ich die Enkul u a ion in
die Fachkul u – ‚Kul u ‘ dabei im o.g. Sinne e s anden – und die He ausbildung eines achspezi i-
schen Habi us ühe ü einen de wi kmäch igs en P ozesse im S udium gehal en. Die Di e enzen
de Fachkul u en glaub e man e assen zu können du ch Me kmale wie die olgenden (Hube , 1991):
du ch epis emologische Me kmale de sie kons i uie enden Disziplinen ( ein-angewand , ha -weich,
me hodologische Pa adigmen) (Beche , 1989), du ch In e ak ionss uk u en (Mus e des Umgangs
zwischen Leh enden und Le nenden, Leh s ile, abe auch P äsen a ions- und Publika ions o men),
du ch ‚no ma i e Klima a‘ (spezi ische Mus e de o he schenden poli ischen, sozialen, wissen-
scha s heo e ischen und auch ‚pädagogischen’ Eins ellungen), manchmal soga Lebenss ile und
Geschmacksp ä e enzen (S o ü olklo is ische E zählungen...), abe auch noch nähe zum S udium
hin, du ch die O ganisa ion des Le nens (Ve ans al ungs o men und - hy hmen) und den cu icula en
Code (Be ns ein, 1977); und, las bu no leas , du ch nach Fäche n un e schiedliche P opo ionen in
de Rek u ie ung de Mi s udie enden und spä e de Leh enden nach Geschlech , soziale He kun ,
Bildungsbiog aphie und da aus mi geb ach en Mo i a ionen und Eins ellungen: jede* No iz*in
begegne ande en Menschen, die sich wie e ode sie in Selbs selek ion diese Fachkul u , wodu ch
auch imme , angezogen bzw. zugeo dne haben und sich sei kü ze e ode länge e Zei da in bewe-
gen.
In den le z en 25 Jah en is jedoch aglich gewo den, ob die Fachkul u en noch so deu liche Kon u-
en nach außen, gegenübe einande und so s a ke Kohä enz nach innen haben, dass sie sich als
solche in de En wicklung de S udie enden un e scheidba auswi ken. In de Fo schung – wenn denn
die S udie enden da on e was mi bekommen – we den die G enzen zwischen den Disziplinen in
neuen Hyb id äche n ode p ojek o ien ie en Koope a ionen e wisch und in de Wissenscha nach
mode 2 e l. auch noch die zu P axis übe sch i en (B ew, 2001); in de Fo schungs inanzie ung und
-o ganisa ion anzen meh ode minde alle Fäche nach de P ei e p ojek bezogene ode kampag-
nen ö mige Fo schungs ö de ung (Beche & T owle , 2001). In den Cu icula de Fäche ha Be ns ein
(1977) g oße Un e schiede ausgemach , je nachdem, ob sie einem Kollek ionscode olg en, d.h. eine
s enge Sys ema isie ung und Sequenzie ung de Inhal e nach innen und eine scha e Abg enzung
nach außen zeigen, ode einem In eg a ionscode, de wechselnde p oblemo ien ie e Ve bindung
on Inhal en und Einbeziehung auch auße - und übe achliche Pe spek i en e laub . Auch diese
Un e schiede sind du ch die Modula isie ung alle S udiengänge wei gehend ni ellie (also au meh
Reglemen ie ung hin). Was die Zusammense zung de S udie endenscha en be i , so haben die
Expansion des Bildungswesens und die zunehmende S eue ung de S udien- und Fachwahlen du ch
Nume us Clausus und Abi u no en die al en Mus e de Selbs ep oduk ion de S ände und P o essio-
nen du cheinande geb ach .
Kul u des E möglichens
21
Empi ie dazu, wie sich un e diesen Ums änden die Fachsozialisa ion e ände , lieg (noch) nich o .
Fü das Ziel de Bildung du ch Wissenscha dü e es abe p oblema isch sein, wenn zu olge all diese
Ve ände ungen die Chancen, dass die spezi ischen Denk-, We ungs- und Handlungsmus e eines
Faches (eine Disziplin, eine P o ession) deu lich e ah en, angeeigne und e lek ie we den, e in-
ge we den. Wenn man sich de en Aneignung ie und k ä ig wünsch , wi d man sich dahe nich
meh da au e lassen können, dass sie sich im Mi handeln (ode Mi schwimmen) on selbs e gib :
Man wi d sie exempla isch mi den S udie enden p ak izie en müssen – z.B. nach dem Modell des
Fo schenden Le nens – und explizi hema isie en müssen – wie z.B. im Ansa z des decoding he
disciplines (Pace & Middendo , 2004). Umgekeh wi d, was an eine zu engen kon en ionellen Fach-
sozialisa ion p oblema isch wa ode is , ku z: Fachbo nie ung, nich du ch die o. g. Locke ung und
Ni ellie ung au oma isch besse . Vielmeh is zu beobach en, dass die zu ‚Bildung du ch Wissenscha ‘
gehö ende Re lexion, wenn übe haup i gendwohin, dann an zen ale Agen u en ü Schlüsselquali i-
ka ionen o. ä. delegie , do isolie und un e ‚indi iduelle Zusa zquali ika ionen‘ leis ungspunk e-
mäßig abge echne wi d. Sie gehö abe in das Fachs udium selbs hinein, und zwa nich nu in die
einzelnen Leh e ans al ungen – wi wissen leide nich , wie iel da on do geschieh – sonde n
auch in die Fachö en lichkei .
2.2 Po osi ä des ‚Raumes‘
De spa ial u n in den Sozialwissenscha en ha wie eine neue Mode inzwischen auch die E zie-
hungswissenscha s a k e ass , so seh , dass de ganze Kong ess 2016 de DG E un e das Mo o
„Bildungs äume ...“ ges ell wu de. Abe nich , um da mi zuschwimmen, g ei e ich hie die F age nach
dem Raum de Hochschule au . Sonde n weil es zu den ü selbs e s ändlich genommenen Vo aus-
se zungen de Vo s ellung on sowohl Hochschulbildung wie Hochschulsozialisa ion gehö , dass sie
in Ges al de Hochschule einen äumlichen Rahmen haben, dass mi hin die Hochschule ein O is , an
dem die S udie enden in co po e mi den Leh enden und o allem auch ande en S udie enden zu-
sammen e en, inne halb wie auße halb on Leh e ans al ungen und gemeinsam, mi einande und
oneinande le nen und a bei en. S ichweh (2015) besch eib die Ma kie ung und in un e schiedli-
chem Maße auch Abg enzung eines O es (bzw. eines Campus), an dem Dozen *innen und S udie-
ende zusammenkommen, als kons i u i ü die En s ehung de Uni e si ä und diese dahe als eine
‚Anwesenhei sins i u ion‘.
Die on Humbold als Ziel o ges ell e ‚Gemeinscha de Leh enden und Le nenden‘ is ohne leibli-
che P äsenz an einem besonde en O (da au spiel auch die Fo mel ‚Einsamkei und F eihei ‘ an)
nich denkba (Liebe mann, 2015). Die S udie enden sollen eben nich nu i gendein Wissen e we -
ben, sonde n ‒ mi Humbold gesp ochen ‒ in die wissenscha liche communi y hineinwachsen und
in ih mi a bei en (Ludwig, 2011; T emp & Hildb and, 2012). S udie enden hil es nich , ‚Ve kö pe-
ungen wissenscha liche Exzellenz‘ nu ‚aus de Fe ne zu beobach en‘: nu in de Zusammena bei
und ‚Gegenwa on un e schiedlichen Pe sonen‘ können sie Wissenscha als sozialen P ozess wah -
nehmen (Ma us, 2016). Abe das is nich meh selbs e s ändlich. Zum einen is die Ausb ei ung de
digi alen Kommunika ion im Beg i , die Hochschule in ganz ande em Sinne als mi de Fo mel o
ie zig Jah en gemein wa , zu eine uni e si y wi hou walls zu machen.
Ludwig Hube
22
Das be i sowohl den zunehmenden (?) E sa z on P äsenzphasen, - e ans al ungen ode ga oll-
s ändigen S udiengängen du ch E-lea ning – die MOOCs sind nu de Gip el da on – als auch die
Nu zung on Lap op, Table und Sma phone auße halb de o mellen Leh e: Von ihnen machen lau
Zei haushal un e suchungen die S udie enden in einem Ausmaß Geb auch – an die d ei S unden p o
We k ag, übe den ganzen Tag e s eu , da on alle dings nu ca. eine halbe S unde äglich di ek
s udienbezogen (Schulmeis e & Me zge , 2011) –, dass man sich aus echnen muss, dass sie selbs
dann nich mi ih en Kommili on*innen o O kommunizie en, wenn sie kö pe lich am O sind,
sonde n dies elek onisch in ih en Ne zwe ken un2. Das Po en ial de digi alen Medien ü die S eige-
ung de In o ma ionsmöglichkei en und die Flexibilisie ung de Le nsi ua ionen soll und kann ga
nich bes i en we den, abe unzwei elha is doch wohl auch, dass sie sich mi Pe sonen, mi Leh-
enden und pee s, die ihnen Rele anz e leihen, so ode so Ans oß ode Feedback dazu geben, e -
binden müssen, dami bildende E ah ungen da aus we den (Sulli an, 2015).
Zum ande en is le z hin übe haup die Anwesenhei de S udie enden in de Hochschule zum P ob-
lem gewo den. Eine sei s is eine gene elle Anwesenhei s e p lich ung e assungsge ich lich e bo-
en wo den. Ande e sei s e weisen Hochschulleh ende, zumal aus den Geis eswissenscha en, wie
z.B. S e en Ma us (2016) da au , dass nach dem G undgedanken des Semina s ein E kenn nisgegen-
s and nich ein ach da is , sonde n in de gemeinsamen A bei e zeug wi d, die S udie enden diesen
P ozess de sozialen Kons i u ion on E kenn nis auch e ah en müssen und na ü lich da on wie e s
ech on eine Gemeinscha de Leh enden und Le nenden nich die Rede sein kann, wenn sie ga
nich ode nu ganz un egelmäßig da sind. Eine Uni e si ä , die an Bildung als Ziel es häl , kann das
nich unbekümme lassen.
Alle dings schein mi die ech liche Ve p lich ung zu Anwesenhei auch kein adäqua es Mi el ü
‚Bildung‘. Es käme wohl ielmeh , was die Teilnahme an Leh e ans al ungen be i , da au an, den
S udie enden zu e mi eln, was sie du ch absen ism ü sich selbs iskie en ode e säumen (Schul-
meis e , 2015) und wie sie den Leh e ans al ungen, dem Le nen de G uppe schaden. Es lohn sich,
das ausd ücklich zu sagen, heo e isch zu beg ünden; wich ige abe wä e na ü lich eine e ah ene
A ak i i ä on Leh e ans al ungen (Weble , 2017) und das Ge ühl, nich nu aus o malen G ünden
da sein zu sollen, sonde n wi klich geb auch zu we den (Hube , 2016). Wie das in Semina en on
hunde ode meh Teilnehme *innen en s ehen soll, dazu kann abe wohl auch ein noch so bemüh-
e Disku s übe Bildung nich s a en. Auch bei eine besse en Didak ik: Ve kleine ung und um ih e -
willen eine Ums uk u ie ung im Sys em de Leh e ans al ungen u no .
Was da übe hinaus die Anwesenhei in de Hochschule übe haup – als Vo ausse zung in o melle
Kommunika ion, abe auch poli ische Pa izipa ion, beide ü das Bildungsziel un e zich ba – an-
geh , kommen wi um eine k i ische Rück age an die Bedingungen ‚d innen‘ nich he um: Wie sieh
denn die Hochschule als ‚Le numgebung‘, dies einmal ganz wö lich genommen, aus? Sind die schie-
en Gebäude in i gendeine Weise ode i gendeine S elle einladend, da in sich länge als unk ional
d ingend nö ig au zuhal en? Beobach ungen zu ih e Hässlichkei , Lieblosigkei , Ve wah losung,
2 „De Hin e g und is nich länge die mode ne O ganisa ion on Zei und Raum in geschlossenen Se ings (Fab ik, Schule,
Familie usw.), zwischen denen es es s ehende In e ak ionsmus e gib und in denen de Mensch posi ionie is . Das un-
e nehme ische Selbs is nich in diesen Räumen posi ionie , sonde n beweg sich in Ne zwe ken.“ (Masschelein & Si-
mons, 2005, S. 34)
Kul u des E möglichens
23
Unwohnlichkei und Übe üllung und en sp echende Klagen sind wohl eil und wä en schnell zusam-
men zu agen. S a dessen sei liebe ein Hinweis au imme hin kleine Ve besse ungsmöglichkei en in
de Reichwei e de Hochschulen selbs gegeben: die Ein ich ung on a ak i en Le no en, an denen
A bei splä ze un e schiedliche A ( om Lesesessel bis zum S ehpul ) sam echnischen Anschlüssen
o handen, ließende Übe gänge zwischen Einzel- und G uppena bei sowie E-lea ning möglich und
Be a ungsangebo e nich wei sind.3
2.3 F agmen ie ung de Zei ü Bildung – die Tak ung des S udiums
Was imme sons noch übe Bildung gesag we den kann, sie se z au jeden Fall Ve ie ung des Le -
nens im Sich-Einlassen au einen Gegens and, ein Thema, P oblem, einen Handlungsbe eich o aus
und wiede um Dis anzsuche im Re lek ie en on E ah ungen im Hinblick au ih e allgemeine und
subjek i e Bedeu ung; beides abe b auch Innehal en-Können4 und Muße, also Zei . Wie s eh es mi
de Zei ü Bildung im S udium? Wi k dessen zei liche O ganisa ion in diese Rich ung?
Heu e is sie jeden alls ande s als o zwanzig ode ga o sechzig Jah en. De Bologna-P ozess kann
als Re o m des Zei egimes im S udium besch ieben we den: die S uk u ie ung des S udiums in
S u en, die Binnengliede ung de S udiengänge als ein Sys em on Modulen, eine du ch P ü ungen
akzen uie e Tak ung und die Kalkula ion des Gesam a bei sau wandes, de on einem S anda ds u-
die enden(!) ü ein solches Modul zu e b ingen is und die ih em Zei we (nu diesem!) en sp e-
chende An echnung on Leis ungspunk en (c edi poin s).
Von nich be echne en Pausen ode Umwegen is dabei nich die Rede. Die Folgen diese zei lichen
S uk u ie ung bilden jeden alls den Haup punk in de Flu de Anklagen und Beschwe den übe
Bologna, o allem on Sei en on P o esso *innen de Geis eswissenscha en.
Die S udie enden selbs äuße n meh hei lich, dass sie sich du ch die S udienbedingungen un e
Bologna e heblich belas e , ja übe las e ühlen, o allem zei lich; es gebe ‚je z ‘ keine Zei ‚meh ‘ ü
ande e Ak i i ä en, e wa ü achübe sch ei ende S udien ode ü Engagemen s kul u elle , soziale
ode poli ische A (Ba gel, 2013, S. 41). Dazu s ehen die E gebnisse empi ische E hebungen zu
a sächlichen zei lichen Belas ung in bedenkenswe em Gegensa z (Schulmeis e & Me zge , 2011,
abe auch die (20.) Soziale hebung ü 2012: Middendo e al., 2013, S. 313 ). Diese Disk epanz is
e klä ungsbedü ig; m. E. sp ich iel da ü , dass ande e als belas end e ah ene Ums ände – unübe -
sich liche S udienau bau, mangelnde Abs immung on Modulen, ge inge F ei äume in de S udien-
planung, kon inuie liche Leis ungsübe p ü ungen – in ein gene elles Ge ühl on Angespann hei ,
Übe beansp uchung und S ess e schmolzen we den. Zugleich un e liegen iele S udie ende de
on de Bologna-Re o m ausgehenden Sugges ion, dass das S udium schnelle absol ie und die
S udienleis ungen jeden alls inne F is e b ach we den müss en, und ziehen da um u.U. soga noch
Ve ans al ungen zei lich o , um au ‚Numme siche ‘ zu gehen.
3 An ielen angloame ikanischen Uni e si ä en sind solche lea ning spaces be ei s zu inden; in Deu schland haben e liche
Uni e si ä sbiblio heken ih Angebo an S illa bei s- und Leseplä zen um solche Le numgebungen ü kommunika i es
und koope a i es Le nen e gänz (F ank e al., 2015)
4 W. .Humbold : „Um zu e lec ie en, muss de Geis in seine o sch ei enden Thä igkei einen Augenblick s ill s ehn, das
eben Vo ges ell e in eine Einhei assen, und au diese Weise, als Gegens and, sich selbs en gegens ellen.“ (We ke Bd. V.,
Wiss.Buchges. Da ms ad 2002, S. 97)
31
Das Kompe enzemp inden on
Spo s udie enden Schwimmen zu
un e ich en
Wo au basie es und wie wi d es du ch das
S udium gep äg ?
Lea B and
„Fühle ich mich kompe en , eine bes imm e Spo a zu un e ich en?“ Diese F age spiel un e Be-
ücksich igung de sozialkogni i en Theo ie de Selbs wi ksamkei nach Bandu a (1997) eine wich ige
Rolle im Hinblick au die En wicklung on Leh kompe enz. Diese Bei ag beschä ig sich mi de
F age, inwie e n Leh -Le n-Si ua ionen das subjek i e Kompe enzemp inden on S udie enden be-
ein lussen und welche Fähigkei en S udie ende selbs dabei als ele an e ach en. Es we den E geb-
nisse eine E hebung im Kon ex des spo wissenscha lichen Leh am ss udiums o ges ell , de en
G undlage Wah nehmungen und Äuße ungen on Spo s udie enden sind, die eine Leh e ans al-
ung de Spo a Schwimmen in un e schiedlichen didak ischen Fo ma en besuch haben. Im Bei ag
wi d ein mögliche Zusammenhang zwischen de didak ischen Ges al ung eine spo p ak ischen
Leh e ans al ung und dem Au bau on Selbs wi ksamkei au Sei en de S udie enden nähe be-
ach e und k i isch e lek ie .
“Do I eel compe en o each a ce ain ype o spo ?” This ques ion is ega ding he social cogni i e
heo y o sel -e icacy om Bandu a (1997) impo an when we alk abou he de elopmen o each-
ing skills. This a icle will conside how di e en lea ning si ua ions in luence he subjec i e eeling o
compe ence o s uden s and which eaching skills a e ele an in hei opinion. Fu he mo e, he
esul s o a su ey in he con ex o spo s science will be p esen ed. This su ey was based on he
pe cep ion o spo s uden s who pa icipa ed a a swimming cou se wi h di e en didac ic concep-
ions. The ela ion be ween he didac ic s yle and he de elopmen o sel -e icacy will be e iewed
and c i ically e lec ed.
Lea B and
32
1 Einlei ung
In diesem Bei ag geh es um die Selbs einschä zungen on Spo s udie enden hinsich lich ih e
spo mo o ischen Kompe enzen sowie ih e Leh kompe enzen in de Spo a Schwimmen. Den
indi iduellen Wah nehmungen de S udie enden wu de sich mi Hil e eines F agebogens genähe ,
um im Wesen lichen die F age zu behandeln, wo an die S udie enden ih eigenes Kompe enzemp in-
den es machen und inwie e n dies mi de didak ischen Rahmung de Leh e ans al ungen zusam-
menhäng . In Hinblick au das Thema ‚Kul u des E möglichens‘ wi d im Rahmen des Bei ags deu -
lich, inwie e n e schiedene Le nse ings den Kompe enze we b de S udie enden e möglichen.
Zunächs wi d die Mo i a ion sich diesem Thema zu nähe n sowie die En s ehung de empi ischen
E hebung besch ieben. Dann e olgen eine heo e ische Einbe ung und eine Da s ellung des E he-
bungsdesigns. Im Anschluss we den E gebnisse de E hebung o ges ell und disku ie . Abschlie-
ßend wi d ein Ausblick gegeben und mögliche Konsequenzen ü die uni e si ä e Leh e we den
skizzie .
Die spo p ak ischen Ku se im Spo s udium sind ein wesen liche Bes and eil des Spo s udiums und
ü iele S udie ende on besonde s hohe Rele anz. Je nach Spo a p ägen p ak ische An eile die
Ku se, die meis mi eine P axisp ü ung und eine sch i lichen P ü ung abgeschlossen we den. Im
Rahmen de Ve ans al ungen we den Übungen und Spiel o men du chge üh und Aspek e de di-
dak ischen Au be ei ung behandel . Häu ig lei en die S udie enden in Kleing uppen ode alleine
einzelne Übungsphasen ode ganze Einhei en an. Diese sogenann en Leh e suche we den an den
ande en Ku s eilnehme *innen du chge üh und gemeinsam e lek ie . Es we den demen sp e-
chend zwei Ziele pa allel e olg . Zum einen sollen die S udie enden selbs ih e spo mo o ischen
Kompe enzen e besse n. Zum ande en sollen sie sich dami auseinande se zen, wie die jeweilige
Spo a beispielsweise in einem schulischen Kon ex un e ich e we den kann. An diese S elle kann
be ei s da au hingewiesen we den, dass eine G uppe on Spo s udie enden sich deu lich on eine
du chschni lichen Schulklasse un e scheide und es demen sp echend aglich is , inwie e n diese
Leh e suche den S udie enden einen ealis ischen E p obungs aum bie en.
P axise ah ungen sind ein wich ige Bes and eil eines jeden Le np ozesses (Co el, 1964). Es gib
jedoch iel äl ige Möglichkei en, wie diese im Rahmen de uni e si ä en Leh e ges al e we den kön-
nen. An diese S elle wi d de Anknüp ungspunk zu hochschuldidak ischen Fo schung deu lich. Das
didak ische Fo ma eine Leh e ans al ung soll e sinn oll au die jeweiligen Ziele abges imm sein
(Ul ich, 2016, S. 20). Da die P axisku se im Spo s udium seh un e schiedlich ausges al e we den,
e geben sich e schiedene Möglichkei en, um die Beziehung zwischen didak ische Aus ich ung und
Leh zielen genaue zu be ach en. Zudem is das Ve häl nis on eigenem Können und de Ve mi -
lung im spo mo o ischen Be eich besonde s in e essan . Die spo mo o ischen Kompe enzen sind im
Ve gleich zu kogni i en Kompe enzen sich ba und ih e Rolle im Le np ozess is demen sp echend
besonde s bedeu sam. Sowohl aus spo wissenscha liche als auch aus hochschuldidak ische Sich
is die F age nach dem Ve häl nis on Kompe enzemp inden hinsich lich des eigenen spo mo o i-
schen Könnens und hinsich lich des Un e ich ens eine Spo a ein in e essan e Ansa zpunk .
Aus de besch iebenen Kons ella ion e geben sich d ei Ke n agen, die diesen Bei ag ahmen und
denen sich mi Hil e eine empi ischen E hebung angenähe wu de:
Das Kompe enzemp inden on Spo s udie enden Schwimmen zu un e ich en
33
1. Wann ühl sich eine Pe son kompe en eine bes imm e Spo a zu un e ich en?
Dabei handel es sich um die indi iduelle Einschä zung eine Pe son dazu, was sie sich selbs zu au .
Da aus e geben sich insbesonde e me hodische Schwie igkei en, die in Hinblick au das me hodische
Design de E hebung noch genaue e läu e we den.
2. Wo an wi d das Kompe enzemp inden es gemach ?
Dies is die zwei e Ke n age, die im Rahmen dieses A ikels behandel wi d. Lau Bandu a (1997) gib
es e schiedene U sachen on Selbs wi ksamkei se wa ungen, die in Kapi el 2 zum heo e ischen
Rahmen noch genaue e läu e we den.
3. Inwie e n häng das Kompe enzemp inden mi den E ah ungen aus dem S udium zusammen?
Un e schiedliche Leh o ma e und Ku sinhal e und de en Ein luss au das indi iduelle Emp inden de
S udie enden we den bei diese F age genaue in den Blick genommen. Die E ah ungen, die S udie-
ende im Rahmen ih es S udiums machen sowie de en Ein luss au ih indi iduelles Kompe enzemp-
inden, sind insbesonde e aus hochschuldidak ische Pe spek i e in e essan .
Die d ei Ke n agen we den im Folgenden genaue be ach e . Zunächs wi d jedoch de heo e ische
Hin e g und, au dem diese Bei ag und die empi ische E hebung basie en, e läu e .
2 Theo e ische Hin e g und
Fak o en ü gu en Un e ich im schulischen Kon ex sind iel äl ig und au g und komplexe Wech-
selwi kungen un e einande schwe e assba (Helmke, 2006). Ein Aspek , de sich in un e schiedli-
chen E hebungen als ele an e wiesen ha , is das eigene Emp inden de Leh pe son ein Thema
e mi eln zu können (Bo e & Hu endiek, 2014, S. 605 .; Schwa ze & Je usalem, 2002). Diese indi i-
duelle Einschä zung kann basie end au den Fo schungsa bei en des kanadischen Psychologen Albe
Bandu a mi dem Kons uk de Selbs wi ksamkei se wa ungen abgebilde we den (Bandu a, 1997;
Tschannen-Mo an e al., 1998). Es handel sich bei dabei um die „[…] Subjek i e Einschä zung eine
Pe son, eine bes imm e Handlung selbs s ändig und un e Nu zung eigene Ressou cen auszu üh en“
(Wa ne , 2014, S. 1507). Es ha sich gezeig , dass das eigene Zu auen und die pe sönliche Übe zeu-
gung den Le np ozess maßgeblich beein lussen.
In de psychologischen Fo schung wi d zwischen de pe sönlichen und de allgemeinen Selbs wi k-
samkei se wa ung un e schieden (Schwa ze & Je usalem, 2002, S. 39 ). Bei de pe sönlichen is
en scheidend, ob die Leh pe son de Übe zeugung is , e ode sie könne die Le ne gebnisse de Schü-
le *innen beein lussen und demensp echend selbs wi ksam handeln. Die allgemeine Selbs wi ksam-
kei se wa ung besch eib hingegen die g undsä zliche Übe zeugung eine Leh pe son, dass Un e -
ich im schulischen Kon ex und un e den ak uellen Rahmenbedingungen gene ell zu Le ne gebnis-
sen üh . Es ha sich gezeig , dass beide Face en de Selbs wi ksamkei se wa ungen mi Me kmalen
des Leh e *innenhandelns ko espondie en und sich posi i au die Le ne gebnisse auswi ken (Ash-
on & Webb, 1986; Di on & A nold , 2004).
Lea B and
34
Lau Bandu a gib es ie mögliche U sachen, die die En wicklung on Selbs wi ksamkei se wa un-
gen begüns igen (Schwa ze & Je usalem, 2002, S. 42 .). Die höchs e Rele anz sp ich e de mas e y
expe ience, also den di ek en E ah ungen, zu. Dies sind Si ua ionen in denen eine Pe son das eigene
Können di ek e äh und als posi i es E lebnis abspeiche . Die E kenn nis, die inne halb eines Le n-
p ozesses du ch das E leben en s eh , is dabei sowohl ein emo ionale als auch kogni i e Vo gang
(Tillmann, 2015, S. 236 .). Eben alls möglich is die S eige ung de Selbs wi ksamkei se wa ungen
du ch s ell e e ende E ah ungen, sogenann e ica ious expe ience. Hie wi d jemand ande es bei
eine bes imm en Tä igkei e leb und die beobach ende Pe son zieh Rückschlüsse au das eigene
Kompe enzemp inden. Auch wenn diese Beobach ungen Rückschlüsse e lauben, sind sie lau Bandu-
a im Ve gleich zu den di ek en E ah ungen wenige ausschlaggebend ü die Selbs wi ksamkei se -
wa ungen. Die d i e U sache bezeichne e als e bal pe suasions, also die e balen E mu igungen
on D i en, eine bes imm e Tä igkei aus üh en zu können. An diese S elle zeig sich die Rele anz
on Rückmeldungen du ch Ande e im Le np ozess. Die ie e physiological a ousal, ode auch die
emo ionale E egung bei de Aus üh ung eine bes imm en Tä igkei , können da übe hinaus ele an
sein. Diese Emp indung beein luss maßgeblich, inwie e n die Tä igkei als wich ig und de en kompe-
en e Aus üh ung als e s ebenswe emp unden wi d.
In diesem Bei ag we den o allem die zue s genann en di ek en E ah ungen als U sache on
Selbs wi ksamkei se wa ungen be ach e . Es we den o allem konk e e E ah ungen de Spo s u-
die enden nähe be ach e und mögliche Zusammenhänge mi de indi iduellen Einschä zung hin-
sich lich des Kompe enzemp indens e g ünde . Im Folgenden wi d de Kon ex , in dem die E hebung
s a ge unden ha , besch ieben.
3 Kon ex besch eibung
An de Geo g-Augus -Uni e si ä Gö ingen wi d das Modul ‚Schwimmen, Tauchen, Wasse sp ingen‘
sei dem Win e semes e 2015/2016 on de selben Leh pe son in zwei un e schiedlichen didak i-
schen Fo ma en angebo en. Beide Ve ans al ungen gehö en zu dem Modul B.Spo.61 Leich a hle ik
und Schwimmen, in dem sich die Leh ziele sowohl au das spo mo o ische Können de S udie enden
als auch au ih e Kompe enzen hinsich lich de Ve mi lung un e schiedliche Schwimms ile bezie-
hen.
In de P axis lieg de Fokus in dem klassischen Schwimmku s au de Ve besse ung de eigenen
spo mo o ischen Leis ung. Die S udie enden üh en, angelei e du ch die Leh pe son, un e schiedli-
che Übungen im Wasse du ch. Diese p ak ischen Einhei en we den du ch heo e ische Phasen e -
gänz , in denen die Bewegungsme kmale de e schiedenen Schwimms ile sowie ypische Fehle bil-
de und Ko ek u maßnahmen besp ochen we den. Zudem wi d einmal p o Semes e eine Videoana-
lyse mi allen S udie enden du chge üh , bei de die S udie enden eigene Fehle e kennen und gg .
beheben können.
De zwei e Ku s un e scheide sich im didak ischen Design und dadu ch im Ablau deu lich. Diese
Ku s wi d in Koope a ion mi eine Gö inge G undschule angebo en. Nach zwei Si zungen, in denen
die S udie enden on de Leh pe son en sp echend o be ei e we den, un e ich en die S udie en-
den in den olgenden Si zungen selbs Schüle *innen eine 4. Klasse. Vo und nach jede Einhei inde
Das Kompe enzemp inden on Spo s udie enden Schwimmen zu un e ich en
35
eine ku ze Re lexion mi de Leh pe son s a . Je nach spo p ak ischem Können de Kinde we den sie
in Kleing uppen ode in Einzelbe euung on den S udie enden un e ich e . Diese sollen o nehm-
lich den Schwimms il B us schwimmen e mi eln. Dabei sollen sie mi Un e s ü zung de Leh pe son
Fehle bilde e kennen, Ko ek u o schläge geben und selbs angemessene Übungen auswählen. Fü
iele S udie ende s ell de Un e ich de Kinde eine g oße He aus o de ung da . Sie müssen ih
heo e isches Wissen in p ak ischen Si ua ionen anwenden. Insbesonde e bei Kinde n, die übe wenig
Vo e ah ungen im Schwimmen e ügen, benö igen sie ein hohes Maß an Ein ühlungs e mögen und
Geduld. Einige haben Angs o dem Wasse und auen sich e s nach einige Zei sich ohne
Schwimm ei en o.ä. da in zu bewegen. Die Leh pe son bemüh sich demen sp echend um es e
Tandempa ne scha en zwischen den Kinde n und den S udie enden, sodass eine Ve auensbasis
gescha en we den kann. Neben den echnischen Aspek en de Schwimm e mi lung s ehen in den
Re lexionsphasen o allem auch mo i a ionale und a ek i e Aspek e des Un e ich s im Fokus.
Zusammen assend läss sich sagen, dass die beiden Schwimmku se zwa dem gleichen Modul ange-
hö en und on de selben Leh pe son un e ich e we den, sich abe deu lich oneinande un e -
scheiden. Zu ein ache en Da s ellung we den im Folgenden die Beg i e Spo p axis und Leh p axis
ü die beiden Fo ma e e wende . In dem zue s besch iebenen adi ionellen Ku s wi d das spo -
mo o ische Können de S udie enden s ä ke gewich e , wäh end in dem Koope a ionsku s mi de
G undschule o allem die Leh - bzw. Un e ich sp axis übe wieg .
Ob und wenn ja wie sich diese Un e schiede au die Selbs wi ksamkei se wa ungen de S udie en-
den auswi ken, wi d in diesem Bei ag nähe beleuch e .
Um sich den Einschä zungen de S udie enden zu nähe n und mögliche Auswi kungen de un e -
schiedlichen didak ischen Rahmungen zu e kennen, wu de eine F agebogens udie du chge üh . Das
me hodische Design und die inhal liche Ges al ung des F agebogens de E hebung we den im ol-
genden Kapi el o ges ell .
4 Me hodisches Design
Um sich den indi iduellen Einschä zungen de Spo s udie enden hinsich lich ih es Kompe enzemp-
indens zu nähe n, wu de ein Online agebogen eingese z . Diese se z e sich aus einem quan i a i en
und einem quali a i en An eil zusammen. Insgesam wu de de F agebogen an 162 S udie ende aus
sechs Schwimmku sen beide Fo ma e, Spo p axis sowie Leh p axis, e schick . Die S ichp obe be-
s and aus Schwimmku sen des Win e semes e s 2015/2016, des Somme semes e s 2016 und des
Win e semes e s 2016/2017. Es üll en 58 S udie ende den F agebogen aus, on denen 57 ausgewe -
e we den konn en. Die Ve eilung au die e schiedenen Ku s o ma e wa in e wa ausgeglichen: 30
S udie ende ha en den egulä en Schwimmku s besuch und 27 S udie ende ha en an dem
Schwimmku s in Koope a ion mi de G undschule eilgenommen.
Im e s en Teil des F agebogens wu den skalenbasie e Einschä zungen de S udie enden e ag .
Diese bezogen sich eine sei s au ih spo mo o isches Können und ande e sei s au ih e Einschä zun-
gen, die Spo a Schwimmen un e ich en zu können. Die einzelnen I ems wu den in Anlehnung an
die E gebnisse on Je usalem (2005) zu Selbs wi ksamkei o mulie .
Lea B and
36
Au eine ie s u igen Skala konn en die S udie enden ih pe sönliches Emp inden hinsich lich be-
s imm e Aussagen on ‚s imm genau‘ bis ‚s imm nich ‘ angeben.
Die seman ische S uk u de I ems zeichne e sich dadu ch aus, dass alle Aussagen in de e s en Pe -
son Singula o mulie wa en. Es wu den Ve ben wie ‚übe zeug sein‘ ode ‚in de Lage sein‘ e wen-
de , um die Einschä zung de eigenen Fähigkei abzubilden. Auße dem wu de in jedem I em eine
Hü de ode eine Schwie igkei in eg ie , wie z.B. „4.1 Ich bin übe zeug da on, dass ich B us -
schwimmen un e ich en kann, obgleich nich alle Schüle innen und Schüle im Ku s schwimmen
können“. Die Aussagen wu den so o mulie , dass sie sich au die Zukun beziehen. Es wu de au die
inhal liche Spezi i ä de I ems we geleg , um den S udie enden eine möglichs genaue Einschä -
zung zu e möglichen (Schmi z & Ge dama ie, 1999, S. 123).
In Anlehnung an die Inhal e des Schwimmku ses wu den die S udie enden zu den Schwimms ilen
B us schwimmen und K aulschwimmen be ag . Das eigene Können wu de in Hinblick au heo e i-
sches Wissen, die p ak ische Umse zung im Wasse und die Anwendung un e We kamp bedingun-
gen e hoben. Hinsich lich de Leh kompe enz wu den zwei I em-Blöcke zu didak ischen und zu le n-
g uppenspezi ischen Aspek en e wende . Zunächs wu den konk e e F agen zu den Aspek en De-
mons a ions ähigkei , E kennen on Fehle bilde n, Ko ek u maßnahmen und Anlei ung on Übun-
gen ges ell , da diese im Rahmen de Ku se imme wiede hema isie wu den. Auße dem wu den
die S udie enden gebe en, ih e Leh kompe enz einzuschä zen, wenn nich alle Schüle *innen
schwimmen können, wenn zum Teil nu ge inge Deu schkenn nisse o handen sind, wenn einzelne
Kinde Angs o dem Wasse haben und wenn sie einen Ku s im e höh en An o de ungsbe eich
un e ich en sollen.
De zwei e Teil des F agebogens bes and aus zwei o enen F agen. Hie bekamen die S udie enden
die Möglichkei , ih e nume ischen Einschä zungen genaue zu e läu e n. Die e s e F age bezog sich
au ih e Einschä zung, Schwimmen un e ich en zu können. Sie wu den gebe en zu besch eiben,
wo an sie diese es machen und dazu konk e e E ah ungen zu benennen. Bei de zwei en F age
wu den sie au ge o de Rahmenbedingungen zu benennen, die sie als ele an ü den Schwimmun-
e ich in de Schule e ach en und dies zu beg ünden. Die beiden o enen F agen nähe en sich o
allem de Beziehung zwischen den Einschä zungen de S udie enden und ih en E ah ungen im S u-
dium. Fü die Auswe ung de F agen wu de die s uk u ie ende Quali a i e Inhal sanalyse nach
May ing (2002) e wende . Zunächs wu den li e a u basie Ka ego ien au ges ell , denen die Aus-
sagen de S udie enden zugeo dne we den konn en. In eine zwei en Schlei e wu de eine wei e e
Ka ego ie au ges ell , um ande e Aussagen zu e assen. In Hinblick au die F age nach de Selbs ein-
schä zung de S udie enden, die Spo a Schwimmen un e ich en zu können, o ien ie en sich die
Ka ego ien an den o he e ag en didak ischen und le ng uppenspezi ischen Aspek en de skalen-
basie en Einschä zung. Zusä zlich wu de die Ka ego ie Allgemeine Aussagen au ges ell , da nich alle
Aussagen den zu o benann en Aspek en zugeo dne we den konn en.
Das Kompe enzemp inden on Spo s udie enden Schwimmen zu un e ich en
37
Fü die F age nach den Rahmenbedingungen dien e das Modell zu Rahmenbedingungen im Spo un-
e ich on Hecke (1979, S. 219, Abb. 25) als G undlage zu Bildung de Ka ego ien. Die Aussagen de
S udie enden wu den demen sp echend den Ka ego ien äumliche Bedingungen, zei liche Bedin-
gungen, Können de Schüle *innen und Ziele zugeo dne . In eine zwei en Auswe ungsschlei e
wu de zudem noch die Ka ego ie emo ionale Aspek e e gänz .
Im Folgenden we den die E gebnisse de E hebung da ges ell und disku ie .
5 Diskussion de E gebnisse
Die E gebnisse de E hebung we den in Hinblick au die d ei oben o ges ell en Ke n agen (1. Wann
ühl sich eine Pe son kompe en eine bes imm e Spo a zu un e ich en? 2. Wo an wi d das Kompe-
enzemp inden es gemach ? 3. Inwie e n häng das Kompe enzemp inden mi den E ah ungen aus
dem S udium zusammen?), die diesen Bei ag ahmen, o ges ell und disku ie . Dabei lieg de
Fokus o allem au den Un e schieden zwischen den beiden S udie endeng uppen, die den
Schwimmku s mi dem Schwe punk Spo p axis bzw. Leh p axis besuch haben. Es we den zudem
o allem Aspek e de Auswe ung o ges ell , die sowohl im quan i a i en als auch im quali a i en
Teil des F agebogens als bedeu sam e scheinen.
Zunächs geh es allgemein um die Selbs einschä zung de S udie enden hinsich lich ih e spo mo-
o ischen Kompe enzen sowie ih e Un e ich skompe enzen. Hie läss sich es s ellen, dass die S u-
die enden g undsä zlich ih spo mo o isches Können höhe einschä zen als ih e Ve mi lungskompe-
enzen. Dies gil sowohl ü die S udie enden des Ku ses Spo p axis als auch ü die S udie enden des
Leh p axis-Ku ses.
In Hinblick au die Leh kompe enzen wi d die Demons a ions ähigkei deu lich besse eingeschä z
als die ande en didak ischen Aspek e, bei denen Fehle e kann , Ko ek u o schläge gegeben und
passende Übungen ausgewähl we den soll en. Dies is hinsich lich de E gebnisse des spo mo o i-
schen Könnens wenig übe aschend. Die Demons a ion eine Technik häng eng mi dem spo mo o-
ischen Können zusammen. 63% de S udie enden k euz en bei de Aussage ‚Ich aue mi zu, den S il
B us schwimmen o de G uppe demons ie en zu können‘ die An wo möglichkei ‚s imm genau‘
an. Bei dem I em, das sich au die Ko ek u hinweise bezog, wa en es nu 23%. De An eil an S udie-
enden, die die An wo en ‚s imm kaum‘ ode ‚s imm ga nich ‘ angaben, lag bei de e s en Aussage
bei lediglich 9% und bei de zwei en Aussage bei 20% (Abb. 1).
Lea B and
38
Abbildung 1: Ve gleich Demons a ion B us schwimmen und Ko ek u hinweisen.
Insgesam wa en die Un e schiede zwischen den S udie enden des Spo p axis- und denen des Leh -
p axisku ses ge ing. In e essan is jedoch die Ta sache, dass es bedeu same Un e schiede bei dem
I em ‚Es äll mi leich , passende Übungen zu den e mi el en Fehle bilde n be ei zus ellen‘ gab (Abb.
2). Hie gaben 23% des Spo p axisku ses an, dass sie sich zu auen wü den, en sp echende Übungen
zu den Fehle bilde n anzubie en. Obwohl die S udie enden mi dem Schwe punk Leh p axis im
Rahmen ih es Ku ses egelmäßig Übungen ausgewähl und angelei e ha en, wa en es hie nu 4%,
die ‚s imm genau‘ angek euz en.
Das Kompe enzemp inden on Spo s udie enden Schwimmen zu un e ich en
39
Abbildung 2: Ve gleich Einschä zungen zu Anlei ung on Übungen zu Fehle bilde n.
Ohne an diese S elle zu wei o zug ei en, kann die Ve mu ung au ges ell we den, dass die ealen
E ah ungen de Spo s udie enden mi den Kinde n zu Ve unsiche ung ge üh haben. Häu ig we -
den Schwie igkei en beim Un e ich e s im p ak ischen E leben deu lich. Demen sp echend können
sich diese E ah ungen auch nega i au die Selbs wi ksamkei se wa ungen de S udie enden aus-
gewi k haben. Au diesen Punk wi d im Folgenden noch nähe eingegangen, wenn eben alls die
E gebnisse des quali a i en F agebogen eils be ach e we den.
Inwie e n die Einschä zung de eigenen spo mo o ischen Leis ung mi de Einschä zung, die Spo a
Schwimmen un e ich en zu können, zusammenhängen, läss sich anhand de E hebung nich genau
he ausa bei en. Einzelne Aussagen de S udie enden beide G uppen bei de F age nach de Leh -
kompe enz zeigen jedoch, dass ih e spo mo o ische Leis ung du chaus eine Rolle spiel . Eine S uden-
in gab beispielsweise die An wo : „Bes ä igung de eigenen Leis ung du ch posi i es Feedback und
gu e Leis ungsbewe ungen“ (WIL01, SP)1. Hie kann da on ausgegangen we den, dass sie die spo -
p ak ische P ü ung mein , da nu bei diese P ü ung eine Leis ungsbewe ung s a and. Eine ande e
S uden in bean wo e die gleiche F age mi de Aussage: „Bin ühe selbs lange Zei geschwom-
men“ (GOE03, LP).
In Hinblick au die zwei e Ke n age, wo an die S udie enden ih Kompe enzemp inden es machen,
läss sich anhand de An wo en au die o ene F age zu diesem Punk eine eindeu ige Tendenz aus-
machen. Die S udie enden des Leh p axisku ses benann en häu ig konk e e E ah ungen aus ih e
Leh e ans al ung als U sache ü ih e Einschä zung. Aus dem Spo p axisku s wu den hingegen
keine E lebnisse geschilde . Einige S udie ende aus diesen Ku sen besch ieben s a dessen ande e
P axise ah ungen, wie z.B. E lebnisse im Schwimm e ein ode wäh end eines P ak ikums.
1 Die Zi a e aus de E hebung we den mi de pe sönlichen Kennung des Da ensa zes sowie de Bezeichnung LP ode SP ü
Leh p axis bzw. Spo p axis e sehen.
47
In e ed Class oom mi Design-Based
Resea ch wei e en wickeln
Ch is ian F. F eisleben-Teu sche
An de Fachhochschule S . Pöl en sind sei nun as ün Jah en Bemühungen im Gange, das In e ed
Class oom Modell (ICM) in allen Fachgebie en und Leh e ans al ungs o ma en anzuwenden. Als
Mo o dazu dienen auch E gebnisse aus de Fo schung zu Anwendungsp axis on ICM mi dem
Design-Based Resea ch-Ve ah en. In diesem Bei ag we den da aus gewonnene Designp inzipien
o ges ell . Eingegangen wi d auch au die ins i u ionelle Ve anke ung on ICM: Es is zu wenig, on
de Wich igkei inno a i e Leh e zu sp echen, es b auch dazu auch um assende Un e s ü zungsan-
gebo e ü die Leh enden und ebenso Fo schungsmaßnahmen, um gewonnene E kenn nisse ak i ü
die kon inuie liche Wei e en wicklung nu zen zu können.
A he Uni e si y o Applied Sciences S . Pöl en, almos i e yea s o e o s ha e been made o apply
he In e ed Class oom Model in all subjec a eas and cou se o ma s. One d i ing o ce behind his
a e also he esul s o esea ch wi h he me hod o Design-Based Resea ch. This a icle p esen s design
p inciples de i ed om i . I also akes in o accoun he ins i u ional ounda ions o ICM: i is no
enough o speak abou he impo ance o inno a i e eaching, i also needs comp ehensi e suppo
se ices o eache s as well as esea ch measu es o be able o use he insigh s gained o he con in-
uous de elopmen .
1 Einlei ung
Lage, Pla und T eglia p äg en 2000 e s mals den Beg i des In e ed Class oom Modells (ICM): S u-
die ende bekommen e schiedene Ma e ialien online (und o line) zu Ve ügung ges ell , mi denen
sie sich au G uppena bei en und P äsenzphasen o be ei en. Im Ideal all sind mi diesen Ma e ialien
Vo be ei ungsau gaben und/ode Zwischen-Assessmen s e bunden. In P äsenzphasen o line und
online lieg dann de Schwe punk au Ve ie ung und Anwendung dieses Wissens sowie au Diskus-
sion (Handke e al., 2012; Handke & Spe l, 2012; Pe sike, 2014). Ein ganz wesen liches Elemen des
ICM is pee lea ning: das Le nen in kleinen G uppen und die gegensei ige Beu eilung on S udie en-
den (Mazu , 1997). Ein Ziel des ICM is s ä ke selbs o ganisie es Le nen zu ini iie en und zu beglei-
en, gleichzei ig übe nehmen Le nende im ICM iel s ä ke ak i e Rollen: Sie e s ellen selbs Un e la-
gen, mode ie en, p äsen ie en, assen zusammen, o schen – im ICM ha die geziel e Fö de ung on
Schlüsselkompe enzen eine hohe Rele anz (Spannagel & F eisleben, 2016).
Ch is ian F. F eisleben-Teu sche
48
Eine F age, die on Leh enden – wohl nich nu an de FH S . Pöl en – imme wiede ges ell wi d is ,
ob sich das ICM nich auch au einzelne Phasen eine Leh e ans al ung, einen einzelnen Te min
anwenden läss . Le z lich läss sich Leh e als ein Designp ozess wah nehmen, als i e a i e P ozess,
bei dem au gemach e Vo e ah ungen au gebau wi d und imme wiede Re lexion e olg , um die
Vo gangsweise wei e zu en wickeln (Reinmann, 2015a). In den alle meis en Leh e ans al ungen
gib es schon e schiedene Elemen e, die sich P inzipien des In e ed Class oom-Modells zuo dnen
lassen. Ziel is dies(e) bewuss wah zunehmen und wei e zuen wickeln.
2 Design-Based Resea ch als Me hode de Wahl
Wi d nun die Umse zung des In e ed Class oom Modells (ICM) analysie und e aluie , bie e sich de
Ansa z des Design-Based Resea ch an. Dabei wi d z. B. bei eine Leh e ans al ung ein ‚Du chlau ‘, also
die Umse zung wäh end eines Semes e s als ein Zyklus de inie . Fü diesen we den sowohl Fo -
schungs agen als auch Fo schungsme hoden es geleg und umgese z . Schließlich we den die
Da en ausgewe e und da aus E kenn nisse gewonnen, die sich sowohl au das Design des nächs en
‚Zyklus‘ auswi ken als auch au die Wei e en wicklung on Fo schungs agen und -me hoden (Rein-
mann, 2015b). De gesam e P ozess kann sich zudem an K i e ien eines pa izipa i en Ansa zes o ien-
ie en, wo die ‚T ennung‘ zwischen Fo schenden und Be o sch en au geb ochen wi d.
An de FH S . Pöl en wu de diese Ansa z inso e n adap ie , als ein ‚Zyklus‘ als Zei aum de inie
wu de, inne halb dessen meh e e Leh e ans al ungen umgese z und mi e schiedenen Me hoden
e aluie wu den. Inzwischen wu den zwei solche Zyklen abgeschlossen. Dies wi d im Folgenden
o ges ell , abschließend wi d noch ein Ausblick gelie e , de sich mi de F age beschä ig , welche
ins i u ionelle Ve anke ung ü ein solches Design-Based Resea ch-Konzep wich ig is .
Wei e hema isie we den Auswi kungen au das P o il eine Hochschule. Als e s e Zyklus wu de de
Zei aum on Mai 2014 bis Mai 2016 de inie .1
Im Zei aum on Mi e Mä z bis Ende Ap il 2016 wu den om Au o neun quali a i e In e iews mi
Leh enden de FH S . Pöl en ge üh , die be ei s P inzipien aus dem ICM umgese z ha en. Ausge-
hend on Li e a u eche che und den E ah ungen aus dem P ojek wa da ü o he ein In e iewlei -
aden en wickel wo den. Die In e iews wu den ansk ibie und dann eine Kodie egel (May ing,
2000) e s ell sowie ausgehend on Kucka z (2009) umgese z . Mi denselben Codes wu den om
Au o 16 Blogbei äge inhal sanaly isch un e such , die sei dem S a des En wicklungsp ojek s In e -
ed Class oom an de FH S . Pöl en en s anden, welche die Umse zung on ICM in e schiedenen
Leh e ans al ungen o s ellen. Auße dem lossen E gebnisse aus Online agebögen ein, die on 70
S udie enden aus nach ICM ausge ich e en Leh e ans al ungen an de FH S . Pöl en ausge üll wu -
den. E gänzend he angezogen wu de om Au o die Du chsich on d ei ak uellen Me aanalysen zu
in e ed / lipped class oom (F eisleben-Teu sche , 2016).
Als zwei e Zyklus wu de dann de Zei aum Mai 2016 bis Mai 2017 de inie : Eingese z wu den hie
eine Analyse eine F agebogenauswe ung (n=112) on S udie enden aus am ICM ausge ich e en
Leh e ans al ungen, meh e en s uk u ie en G uppengesp ächen (mi S udie enden sowie mi
1 Die Fo schungs agen sind hie zusammenges ell : h p://skill. hs p.ac.a /wp-con en /uploads/2016/07/db Design.pd
In e ed Class oom mi Design-Based Resea ch wei e en wickeln
49
S udie enden gemeinsam mi Leh enden) sowie Zusammen assungen s uk u ie e Feedbackge-
sp ächen mi Leh enden, die ICM umgese z ha en. Ein wei e e Zyklus wi d ak uell du chge üh .
3 Designp inzipien
Im Folgenden we den zen ale Designp inzipien ü Leh e ans al ungen o ges ell , die am In e ed
Class oom Modell ausge ich e we den sollen, die sich aus dem Fo schungsp ozess e geben.
3.1 Viel äl ige Vo be ei ungsma e ialien und -au gaben
In den bislang o liegenden E gebnissen wi d zunächs deu lich, dass eine Umse zung on He ange-
hensweisen und P inzipien des In e ed Class oom Modells seh un e schiedlich aussehen kann. Ein
G und is schon die seh b ei e Viel al an Ma e ialien, die S udie enden zu Vo be ei ung zu Ve ü-
gung ges ell we den kann. Auch Be gmann und Sams (2012), zwei Pionie e des lipped class oom
(Synonym ü das ICM), be onen, dass ICM nich alleine mi de P oduk ion und dem Einsa z on
Videos gleichgese z we den da . Ein Ges al ungsp inzip on lipped / in e ed class oom müsse u. a.
die Viel al an Ma e ialien sein bzw. A en und Weisen, wie Le nende da au in eine möglichs in e ak-
i en Fo m Zug i haben.
Dass die mögliche Bandb ei e diese Viel al an Ma e ialien ausgenu z wi d, is meh als ein Zu all. Ein
essen ielle Fak o des (nachhal igen) Gelingens de Umse zung on K i e ien des ICM in de Hoch-
schulleh e sind In o ma ions-, Wei e bildungs- und Be a ungs- bzw. Un e s ü zungsangebo e ü
Leh ende. Auch in den e wähn en quali a i en In e iews wi d e wa das In o ma ionsma e ial als
posi i , hil eich und an egend bewe e , das Leh enden an de FH S . Pöl en übe einen Blog zu
Ve ügung ges ell wi d. Ebenso posi i bewe e wi d die Un e s ü zung du ch s uden ische Mi a -
bei e *innen, die auch in de Phase de Reche che nach und de Zusammens ellung on Vo be ei-
ungsma e ialien gewäh wi d. Gleichzei ig gib es abe mündliche Rückmeldungen, die zeigen, dass
noch meh Un e s ü zung gewünsch wi d.
Allein schon bei einem Blick au die as 40 Blogbei äge, die Leh ende in den le z en d ei Jah en
e ass haben, um übe ih e P axis bei de Umse zung des ICM zu be ich en, zeig sich eine wei e e
E kenn nis, die im Zuge de Vo be ei ungen au einen Bei ag zum „Tag de Leh e 2017“ an de FH S .
Pöl en noch in ensi e hema isie wu de (Ramle & F eisleben-Teu sche , 2017): Vo be ei ungsma-
e ialien, die im ICM zum Einsa z kommen, können – bzw. im Sinne eines s ä ke s udie enden-
zen ie en und selbs s ändige en Le nens sollen – lea ne gene a ed con en sein. Es handel sich also
um Un e lagen, die on S udie enden selbs e s ell we den (Galloway & Bu ns, 2015). Auch hie is
die Viel al an Ma e ialien ein wich iges Thema: Es geh demnach um meh , als e wa Zusammen as-
sungen on Buchkapi eln ode die E s ellung on Sk ip en in P in o m. Ebenso wich ig sind beson-
de s digi ale Ma e ialien wie kommen ie e Linksammlungen, Podcas s, Videos und e schiedene
ande e mul imediale und in e ak i e Un e lagen (Cook, 2010).
Ch is ian F. F eisleben-Teu sche
50
Die E s ellung solche Ma e ialien du ch S udie ende häng mi meh e en Aspek en zusammen, die
ü die Planung und Umse zung des In e ed Class oom Modells ele an sind: sowohl die Analyse de
Me as udien, als auch die In e iews mi Leh enden und die Auswe ung on F agebögen de S udie-
enden zeigen die Wich igkei de Ve bindung on Vo be ei ungsma e ialien mi Au gabens ellun-
gen. Besonde s on S udie endensei e wi d be on , dass diese übe sich lich sein müssen; eine eine
Au lis ung on Li e a u angaben ode um ang eiche Dokumen e uns uk u ie zu Ve ügung zu
s ellen, is also deu lich zu wenig. Das be üh zunächs einen ganz wesen lichen, seh g undlegenden
Aspek des ICM: das didak ische Design (Reinmann, 2015a). Sowohl ü Leh ende als auch ü S udie-
ende is ein gu e Übe blick zu jede einzelnen Leh e ans al ung wich ig, bei dem de Te min ah -
plan deu lich wi d, also wann welche Themen o gesehen und welche Ma e ialien und Au gaben
da ü wich ig sind bzw. auch, wie diese bewe e we den. Im Ideal all sind säm liche Ma e ialien und
dami e bundene Au gaben am An ang eines Semes e s sich ba – dies un e s ü z die Wahl eines
indi iduellen Le n empos sowie das Se zen pe sönliche Schwe punk e.
Gleichzei ig is diese Vo gehensweise eine G undlage, um Pee Lea ning zu ini iie en und zu beglei en:
Alle S udie enden haben jede zei Zug i au alle Ma e ialien, auch solche, die wäh end eines Semes-
e s im Un e ich e s ell we den. Wobei Pee Lea ning, wie schon Mazu (1997) be on , alles ande e
als ein Zu all is : Im didak ischen Design ü Leh e ans al ungen sind Maßnahmen wich ig, die das
Bilden on Tandems, T iaden und Kleing uppen o an eiben bzw. dabei un e s ü zen, die A bei in
diese Fo m zu e lek ie en und gemeinsam wei e zu en wickeln.
Ein wei e e Aspek is die Nähe on P inzipen des ICM zu jenen des o schenden Le nens (Moo aj &
Pape, 2015): Im Zuge de Fo schung mi Design-Based Resea ch (DBR) zeig e sich auch, dass die Fö de-
ung on s ä ke selbs s ändigem Le nen ebenso bedeu en muss, dass S udie ende selbs F ages el-
lungen en wickeln sowie e schiedene Me hoden zu de en E o schung mi Un e s ü zung aus es en
können. Ein wesen liche Baus ein kann dazu eben die E s ellung e schiedens e Ma e ialien im
Sinne des lea ne c ea ed con en sein. Du ch die o schende und edak ionelle A bei an diesen e ol-
gen ie gehende Le np ozesse im Sinne eines deepe lea ning (Meye , 2017). Hie lieg siche eine de
s ä ks en Wei e en wicklungspo en iale des ICM, eine noch s ä ke e Aus ich ung in Rich ung o -
schendes Le nen. Ein seh enge Zusammenhang bes eh dabei ebenso im Themen eld eine noch
in ensi e en kompe enzo ien ie en Aus ich ung de Leh e insgesam (Spannagel & F eisleben-
Teu sche , 2016).
3.2 Wei e en wicklung on P ü ungs o men
Eine wich ige E kenn nis, die im Rahmen de Fo schung mi DBR zusä zlich un e maue wi d is die,
dass ICM ebenso bedeu e , weg on einem summa i en zu einem o ma i en Assessmen zu kommen
(Handke e al., 2012; Handke & Spe l, 2012; Pe sike, 2014). Wich ig – so sowohl Aussagen on Leh en-
den als auch S udie enden – is dabei die Wei e en wicklung on P ü ungs o ma en: Diese müssen
kompe enzo ien ie ausge ich e sein und dami gleichzei ig eine möglichs g oße Bandb ei e an
e schiedenen Fo ma en au weisen. Reine Mul iple-Choice-Tes s können iel zu wenig die Dynamik
und E gebnisse des Le np ozesses im ICM abbilden bzw. übe p ü ba machen.
Eine en scheidende Rolle – ebenso ein wesen liches E gebnis diese Fo schung – spiel zudem das
Pee -Assessmen , also die gegensei ige Beu eilung on Le nenden. Dies häng mi einem Schlüssel-
sa z aus den quali a i en In e iews zusammen: „Es is wich ig, Ve an wo ung abzugeben“. Gemein
In e ed Class oom mi Design-Based Resea ch wei e en wickeln
51
is dami das Übe nehmen on meh Ve an wo ung du ch Le nende ü die Ges al ung eigene Le n-
p ozesse, die u. a. du ch iel äl ige, gu ges al e e Vo be ei ungsma e ialien und -au gaben sowie
einen Übe blick zu diesen ge ö de wi d. Gemein is ebenso die Fö de ung on Rollen lexibili ä :
Schon wäh end de Bea bei ung on Vo be ei ungsma e ialien und -au gaben können S udie ende,
mi en sp echende Un e s ü zung, Au gaben übe nehmen wie z. B. Koo dina ion, Mode a ion, Anlei-
ung, Ve mi eln on Inpu s – eben u. a. du ch die E s ellung di e se Ma e ialien –, P äsen a ion und
ebenso, wie schon angesp ochen, Assessmen .
Diese P ozess muss gu o be ei e und ebenso eingeüb sein: So zeig die Fo schung, dass es hie
wich ig is , gemeinsam kla e K i e ien zu en wickeln, anhand de e diese gegensei ige Übe p ü ung
dann e olg . Pee -Assessmen könn e zudem sowohl wäh end eine Leh e ans al ung als auch im
Zuge eine me hodisch iel äl igen Umse zung on Abschlussp ü ungen eine wich ige Rolle spielen,
wobei hie noch p ü ungs ech liche F agen geklä we den müss en. In ensi e zu e o schen gil hie
noch, wie eine Kombina ion aus Sel -Assessmen , Pee -Assessmen und Rückmeldungen on Leh en-
den ges al e we den kann. Ein wich iges Thema is auch, wie solche Vo gangsweisen mi g oßen
S udie endeng uppen (n > 50) umse zba sind.
3.3 Kos ba e P äsenzzei en
Als ein wesen liches Po en ial des ICM wi d auch in diese Analyse die Wei e en wicklung on P ä-
senzphasen o line und ebenso online gesehen: S udie ende können Vo wissen einb ingen, zudem
sind e ledig e Vo be ei ungsau gaben ideale Ausgangspunk e ü eine wei e e Ve ie ung, Anwen-
dung und Diskussion. Meh ach inde sich in den An wo en sowohl on Leh enden als auch S udie-
enden, dass sich die Quali ä on F agen, die ges ell we den sowie on Bei ägen zum Un e ich
e ände : Diese se zen an einem höhe en Ni eau an, in eg ie en be ei s o handene Wissensbaus ei-
ne und gehen dami einen Sch i ie e .
Ebenso s eig deu lich die Wah scheinlichkei , dass sich S udie ende ak i in den Un e ich einb in-
gen und do im Sinne eine höhe en Rollen lexibili ä e schiedens e Au gaben übe nehmen.
Dadu ch e geben sich u. a. E ek e wie sie im Ansa z des Leh ens du ch Le nen (Ma in, 2000) be-
sch ieben we den, also ebenso eine Komponen e des e ie enden, nachhal ige wi ksamen Le nens.
Viele Leh ende besch eiben dabei den in ensi e en Dialog mi S udie enden, womi die Wah schein-
lichkei s eig , dass P obleme beim Le nen und beim E ledigen on Au gaben deu lich ühe e kann
we den bzw. eine en sp echende Un e s ü zung leich e möglich is . Leh en wi d in diesem Kon ex
als angenehm, e ischend, spannend besch ieben, es s eig demnach die A bei szu iedenhei . Ähnli-
che E ek e nehmen dabei S udie ende wah , die sich e ns genommen ühlen.
Die P axis on ICM kann seh un e schiedlich aussehen: dies zeig sich wohl am in ensi s en in de
Ges al ung on P äsenzphasen, bei denen un e schiedlichs e Me hoden zum Einsa z kommen, die
Kollabo a ion un e s ü zen, sowie die Fö de ung indi iduelle Kompe enzen. De ‚Nach eil‘ diese
Me hoden iel al is , dass einzelne Leh e ans al ungen nich so ein ach mi einande e glichen
we den können. Inso e n is de Ansa z des Design-Based Resea ch hil eich, als diese dabei un e s ü -
zen kann, Konzep e und E ek e au eine Me aebene zu be ach en, und so E kenn nisse aus eine
Leh e ans al ung e wa aus dem Feld Na u wissenscha leich e au eine im Be eich IT Secu i y an-
wendba is .
Ch is ian F. F eisleben-Teu sche
52
Ein Wei e en wicklungs eld, das sich auch in diese Un e suchung zeig , is die s uk u elle F age, wie
sich Tu o *innen bzw. S udie ende aus höhe en Semes e n einbinden lassen, wobei hie noch Po en-
iale bzw. Fo schungsbeda in in e disziplinä en P ojek en zu sehen is .
Zu übe legen sind Ansä ze, wie beglei ende Leis ungen, die S udie ende in e schiedenen Phasen
eine Leh e ans al ung übe nehmen, als C edi poin s ange echne we den können. Ebenso wei e zu
en wickeln sind Maßnahmen zu Schulung bzw. beglei enden Re lexion diese S udie enden, die das
Tu o ing umse zen.
3.4 Dialog ö de n
Als ö de lich ü den Dialog zwischen Leh enden und S udie enden zeig sich auch in diese Un e su-
chung die o ene Kommunika ion zum didak ischen Design zwischen Leh enden und Le nenden: Dies
wi d nich nu am Beginn eine Leh e ans al ung o engeleg , sonde n im Ideal all kon inuie lich mi
Le nenden e lek ie . Dabei wi d ebenso disku ie , wa um welche Me hoden in welchen Phasen zum
Einsa z kommen und genauso, welche E kenn nisse sich da aus au de Ebene de Schlüsselkompe-
enzen (Spannagel & F eisleben-Teu sche , 2016) e geben.
Es geh dabei um die Fö de ung des Suchens, De inie ens und E aluie ens pe sönliche Le nziele on
S udie enden. In diesem Sinn is die F age, wie sich E-Po olios nich nu in einzelnen Leh e ans al-
ungen, sonde n auch als kon inuie liches Elemen wäh end eines gesam en S udiums einse zen
lassen, ein wich iges Feld ü die Wei e en wicklung des ICM (Baumga ne , 2013). Ein wesen liches
Thema is dabei, wie Rückmeldungen on S udie enden zu Umse zung on Le np ozessen noch
in ensi e und s ä ke zei nah in die Planung und Umse zung on Cu icula, Modulen und da aus
esul ie enden Leh e ans al ungen einbezogen we den können.
Ein wei e e i e a i e Aspek des ICM is , dass Leh ende selbs o angegangene Umse zungen on
Leh e ans al ungen noch in ensi e als Ausgangspunk e ü die Wei e en wicklung de eigenen
Leh e nu zen. In de DBR-Fo schung an de FH S . Pöl en wu den dabei schon Sch i e un e nommen,
um die Selbs e lexion Leh ende zu un e s ü zen, u. a. du ch om Au o zu Ve ügung ges ell e
Impuls agen, mi denen sie den Ve lau ih e Leh e ans al ung e lek ie en können. Wei e sind hie
siche lich Coachinggesp äche ein wesen liches Ins umen .
4 S a egische Ebene
Ein en scheidende Punk ü das Gelingen und die Wei e en wicklung des ICM is – wie auch die
o liegenden E gebnisse zeigen –, wie in ensi die ins i u ionelle Einbindung in de Hochschule e -
olg . Als Schwie igkei ü die Umse zung des ICM bezeichnen auch in diese Un e suchung Leh ende
einen aus ih e Pe spek i e höhe en Au wand im Hinblick au das didak ische Design, die Suche nach
bzw. die P oduk ion on Vo be ei ungsma e ialien und -au gaben. Nu dann, wenn Leh ende sowohl
au Ebene eines Moduls ode eines S udiengangs Un e s ü zung bzw. Rückhal und E mun e ung on
Lei ungspe sonen bekommen, we den sie sich wei e da au einlassen, in ensi e übe eine g öße e
Viel al on Ma e ialien, Au gabens ellungen und Umse zungsszena ien ü P äsenzphasen nich nu
nachzudenken, sonde n diese auch kon inuie lich einzuse zen und i e a i wei e zuen wickeln.
In e ed Class oom mi Design-Based Resea ch wei e en wickeln
53
An de FH S . Pöl en is das In e ed Class ooom Modell Teil de s a egischen Aus ich ung, die in
einem S a egiepapie es gehal en is (FH S . Pöl en, 2017). Dazu gib es im hochschuldidak ischen
Zen um eine Halb agss elle, die sich schwe punk mäßig mi Maßnahmen beschä ig , ICM au eine
konzep uellen Ebene o anzu eiben. Diese S elle is gleichzei ig dem hochschuldidak ischen Team
zugeo dne , eng an das Hochschulmanagemen angebunden und auch mi inanziellen Ressou cen
ausges a e . Ein Teil de S ellenbesch eibung is de Au ag, (Wei e -)En wicklungen on Leh e an-
s al ungen zu un e suchen sowie g undsä zlich o schende Ak i i ä en zu ini iie en. Das Design sowie
die Umse zung und E gebnisse des DBR-P ozesses sind imme wiede ein Thema im Team de hoch-
schuldidak ischen Ab eilung sowie in kon inuie lichen Gesp ächen mi de Ab eilung ü Hochschul-
en wicklung.
Wei e gib es s uden ische Assis en *innen, die Leh enden ü Reche che- und Vo be ei ungs ä igkei-
en zu Sei e ges ell we den. Hie gil es noch genaue zu de inie en, wann welche Leis ungen welche
P io i ä haben. An eine Hochschule sind inanzielle und s uk u elle Ressou cen in einem besch änk-
en Ausmaß o handen. Dazu komm , dass o allem haup be u lich ä ige Leh ende in S udiengän-
gen neben de Un e ich s ä igkei auch e schiedene Au gaben elde au s uk u ellen Ebene übe -
nehmen müssen, e wa im Feld de In e na ionalisie ung und besonde s auch im Fo schungsbe eich.
An de FH S . Pöl en lau en ak uell Bemühungen, die Wei e en wicklung on Maßnahmen und um
das ICM au eine b ei e e Basis zu s ellen, also meh Leh ende einzubinden, die auch au inhal liche
und s a egische Ebene mi denken. Es bes eh siche lich noch Fo schungsbeda zu de F age, wie
diese P ozesse gu gelingen und beglei e we den können.
Ein Be eich ü die Wei e en wicklung de Umse zung des In e ed Class oom Modells is die lau ende
Be o schung: Design-Based Resea ch e o de einiges an Zei au wand. DBR wi d momen an an de FH
S . Pöl en on eine Pe son umgese z . Hie sind Maßnahmen im Sinne on Hochschulen wicklung
und Einbindung on Mi a bei enden aus dem Be eich Quali ä ssiche ung logische Sch i e zu Wei-
e en wicklung. Denn ebenso wie beim ICM is beim DBR eine g oße Me hoden iel al ein E olgs ak-
o ü E gebnisse, aus denen möglichs konk e e und zei nah umse zba e En wicklungssch i e abge-
lei e und umgese z we den können.
Design-Based Resea ch bie e die Chance, Fo schungsp ozesse und -e gebnisse zu ö nen: also kon i-
nuie lich übe den P ozess und Zwischene gebnisse zu be ich en und dami gleichzei ig Ausgangs-
punk e ü Dialoge mi Fo schenden in ähnlichen Felde n wah scheinliche zu machen. Gleichzei ig
wi d au de Ebene de In o ma ions- und Ö en lichkei sa bei auch du ch die lau ende Ve ö en li-
chung on Fo schungsbe ich en zu Leh e eine Hochschule als le nende O ganisa ion e kennba , in
de Didak ik und dami die P axis de Leh e au e schiedenen Ebenen wei e en wickel wi d. Dies
äg zu eine höhe en A ak i i ä des S ando es bei.
Ch is ian F. F eisleben-Teu sche
54
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ikon.
Ca olin Nie hamme , Sabine Schöb & Jose Sch ade
62
Dabei wi d es ges ell , dass sich die Vo s ellungen on Pa ne scha , Kollegiali ä , Disk e ion und
Ve auen hin zu den Ebenen des Managemen s, de Bü ok a ie, S anda disie ung, Bewe ung und
Pe o mance-Kon olle e schieben. Neben den ins i u ionellen Rahmenbedingungen ha die O gani-
sa ion zunehmenden Ein luss au die S eue ung und die An o de ungen, die ü p o essionelles Han-
deln au ges ell we den. Insgesam beein lussen also pe sonale Vo ausse zungen sowie ins i u ionel-
le Bedingungen p o essionelles Handeln, welches zudem be u sbezogenen und/ode neuen o gani-
sa ionsbezogenen P o essionali ä sansp üchen un e liegen kann.
Was bedeu e das nun ü die Au gabe de S udiengangen wicklung? Zunächs einmal, dass die
Hochschule du ch ih e Ziel o s ellung ü S udium und Leh e mi en sp echenden Quali ä skon ollen
die An o de ungen ü p o essionelles Handeln wesen lich p äg . Dami s ehen die S udiengangen -
wickelnden doppel en – be u s- sowie o ganisa ionsbezogenen – Ansp üchen gegenübe . Als Ve e-
e *innen ih e Fachdisziplin sind sie in e s e Linie be u sbezogene P o essionelle, die in ech au o-
nomen Handlungs elde n de jeweiligen Disziplin mi eine lange gewachsenen Fach adi ion agie-
en. Die S udiengangen wicklung is hingegen wede ih Fachgebie noch olg sie den ihnen bislang
bekann en (Handlungs-)Logiken. Es is eine Au gabe, de en Bezugspunk e nunmeh .a. inne halb de
O ganisa ion Hochschule liegen, welche in den e gangenen Jah en e s ä k on o ganisa ionsbezo-
genen (übe achlichen) Ak eu *innen in Fo m on Lei bilde n, Rich linien und Abläu en ausges al e
wu den. Die Expe ise ü die Au gabe de S udiengangen wicklung ha sich also ausdi e enzie und
kann nu noch beding du ch den alleinigen Rückg i au Inhal e und langjäh ige Regula ien de
Fachdisziplin e üll we den. Die He aus o de ung bes eh nun da in, die Expe ise an eine quali a i
hochwe ige S udiengangen wicklung en sp echend de An o de ungen de jeweiligen O ganisa ion
Hochschule zu bündeln.
2.2 Ak uelle Fo schungss and zu P o essionali ä in de
S udiengangen wicklung
Das neue Ve s ändnis on P o essionali ä und dami e knüp e Ve ände ungsp ozesse im Hoch-
schulkon ex we den u.a. on Blümel e al. (2010) beleuch e . Sie zeichnen das Spannungs eld de
bishe igen Au onomie de Hochschuleinhei en und de au kommenden, s ä ke egulie enden neo-
ins i u ionalis ischen O ganisa ions o men nach. Diese äuße n sich insbesonde e im Ve häl nis zwi-
schen den wissenscha lichen und den Ve wal ungsbe eichen und in Ve ände ungen de Rollen und
Tä igkei en an de en Schni s elle (ebd., S. 113-115). Eine Un e suchung de in diesem wachsenden
Feld ä igen Pe sonen (Schneijde be g e al., 2013), die wede p imä de Wissenscha noch de Ve -
wal ung zugeo dne sind, cha ak e isie sie als hoch quali izie e abe mach lose Hochschulp o essi-
onelle, die sich selbs als change agen s e s ehen (ebd., S. 409). Diese Schni s ellenbe eich wu de
on Whi chu ch (2013) genaue be ach e , und das enge e Zusammen ücken de beiden adie en
Sek o en on Wissenscha und Ve wal ung als die Kons i u ion eines Thi d Space besch ieben. Die
S udiengangen wicklung is eines de da in liegenden Au gaben elde (ebd., S. 25).
Bei den bishe o liegenden empi ischen S udien zu S udiengangen wicklung handel es sich ehe
um Bes andsau nahmen bes ehende Cu icula (z.B. Suchanek e al., 2012; Schwa z-Hahn & Rehbu g,
2004; Sand uchs e al., 2011), um au Ve säumnisse und Po en iale de Bologna-Re o m au me ksam
zu machen. S einha d (2015) nimm die bislang e nachlässig e Handlungsebene de En wickelnden
in den Blick und s ell es , dass die Au gabe de S udiengangen wicklung an Bedeu ung gewinn ,
Koope a ions aum S udiengangen wicklung
63
indem eigene Fo schungsbe eiche in S udienp og ammen e anke und dami die Fo schung ge-
s ä k we den.
Die o liegende Un e suchung g ei dieses Deside a au , in dem sie die S udiengangen wicklung als
zunehmend komplexe Au gabe in einem Gebie de Hochschulen be ach e , das sich komplemen ä-
en P o essionali ä sbezügen gegenübe sieh .
2.3 Fo schungs age
Fü die Un e suchung we den die Zus ändigen de Fachbe eiche als P o agonis *innen im Au gaben-
gebie de S udiengangen wicklung in den Mi elpunk ge ück . Ih Handeln wi d mi Blick au das
Zusammenspiel de be eilig en Ak eu *innen, bei denen on un e schiedlichen p o essionellen Hand-
lungslogiken auszugehen is , be ach e . Die S udiengangen wicklung wi d demnach als Gemein-
scha sau gabe au ge ass .
Es soll die F age geklä we den, wie S udiengangen wickelnde übe eine sys ema ische P ozessbe-
glei ung un e s ü z und ein syne ge isches Zusammenwi ken de be eilig en Ak eu *innen ges ä k
we den kann. Die Bean wo ung diese F age um ass sowohl pe sonale Vo ausse zungen de En wi-
ckelnden (d.h. F agen zu ih e Quali ika ion und ih em Beda ) als auch ins i u ionelle Bedingungen,
un e denen S udiengangen wicklung als Gemeinscha sau gabe s a inde (d.h. insb. F agen zu
(Suppo -)S uk u ). Nich zule z gil es zu analysie en, wie diese beiden Ebenen in dem Au gabenge-
bie , das o allem den Ansp üchen o ganisa ionsbezogene P o essionali ä genügen muss, sinn oll
ineinande g ei en (können).
3 Me hodisches Vo gehen
Bei dem me hodischen Vo gehen handel es sich um einen pa allelen Mixed-Me hod-Zugang nach
Kucka z (2014), was sich als enge Ve knüp ung on Empi ie und P axis im E alua ionsdesign niede -
schläg . Es gil , die Un e s ü zung de S udiengangen wickelnden e idenzbasie und beda so ien-
ie zu undie en, was in einem anwendungso ien ie en E alua ionsdesign geleis e we den soll.
3.1 E alua ionsdesign und S ichp obe
Die Pla o m de Un e suchung bilde ein P ojek des Quali ä spak s Leh e2 an de Uni e si ä Tübin-
gen3, in dem übe die ün jäh ige Gesam lau zei alle Fachbe eiche jedes Jah die Möglichkei ha en,
eine einjäh ige Fö de ung ü cu icula e En wicklungsp ojek e zu bean agen. Diese bes and in eine
Leh depu a s eduk ion und Mi eln zu pe sonellen Kompensa ion, um zei liche F ei äume ü die
S udiengangen wicklung zu scha en.
2 Das diesem Be ich zug undeliegende Vo haben wu de mi Mi eln des Bundesminis e iums ü Bildung, und Fo schung
un e dem Fö de kennzeichen 01PL16006 ge ö de . Die Ve an wo ung ü den Inhal diese Ve ö en lichung lieg bei
den Au o *innen.
3 Gesam p ojek „E olg eich s udie en in Tübingen“ (ESIT) – mi de be e enden Teilmaßnahme „En wicklung inno a i e
Cu icula und p axiso ien ie e Leh module ö de n“ (ICPL).
Ca olin Nie hamme , Sabine Schöb & Jose Sch ade
64
Die Teams und ih e En wicklungs o haben se zen sich olgende maßen zusammen:
• Jäh lich ca. 5 ge ö de e En wicklungshaben mi Konzep eams à ca. 3 Pe sonen
• 43% P o esso *innen und 37% Dok o *innen
• du chschni lich sei 10 Jah en an de Uni e si ä Tübingen mi eine Spanne on 1 bis 35 Jah en
• ca. 50% S udiengangen wicklungen; En wicklungen au Modul- und Fachbe eichsebene in un e -
schiedlichen An eilen
Die ge ö de en Teams wu den im En wicklungsp ozess im Kon ex eine wissenscha lichen Beglei-
ung4 didak isch-konzep ionell un e s ü z sowie beglei end e aluie . En sp echend des P ojek ziels
eine inne uni e si ä en Ve ne zung wu den die wesen lichen übe achlichen Ak eu *innen, d.h. im
Ke n die Ve e e *innen des Quali ä smanagemen s, de Deze na sab eilung ü S udiengangspla-
nung und -en wicklung und de Hochschuldidak ik, in die P ozessbeglei ung eingebunden. Sie un-
gie en bei den ie au einande au bauenden Ve ans al ungen, die je Fö de jah ealisie wu den, als
in e ne Expe *innen und wu den je nach Anliegen zu einzelnen Be a ungen hinzugezogen.
Die P ozessbeglei ung o ien ie e sich dabei an einem Modell zu Cu iculumen wicklung on Siebe
(1974), das ü die S udiengangen wicklung modi izie wu de (Nie hamme e al., 2014).
Das kumula i e Ablau schema (Abb. 1) isualisie das e zahn e E alua ionsdesign und bilde die je
obliga o ischen Elemen e eine Fö de phase aus Un e s ü zung und E alua ion ( e und ku si ) ab.
Abbildung 1: Kumula i es Ablau schema.
Mi diesem zyklischen Vo gehen konn e die P ojek s uk u sys ema isch genu z we den, um jedes
Jah empi ische E kenn nisse übe die zei in ensi e und sensible Au gabe de S udiengangen wick-
lung zu gewinnen und di ek in die P axis ückzubinden. De Mixed-Me hod-Zugang e ö ne e ü eine
Un e suchung de Handlungsebene Einblicke in achbe eichsin e ne Vo gänge, ohne den En wick-
lungsp ozess unnö ig zu belas en und das Ve auens e häl nis zu den En wickelnden zu s apazie-
en. In diesem Sinne olg die Vo gehensweise dem P inzip de nu zeninspi ie en G undlagen o -
4 Sie sind die Au o *innen des Bei ags.
Koope a ions aum S udiengangen wicklung
65
schung (Sch ade & Goeze, 2011), bei de die Sch i e eines Fo schungsp ozesses sowohl wissen-
scha lich als auch p ak isch ele an sein müssen und da au ausge ich e sind, beein lussba e E ek e
zu iden i izie en (Nie hamme e al., 2017)5.
3.2 Da ene hebung und -auswe ung
Ke n de o ma i en E alua ion bilden eine Dokumen enanalyse und eine lei adenges ü z e Be a-
gung, die en sp echend de inhal lich s uk u ie enden quali a i en Inhal sanalyse nach Kucka z
(2012) ausgewe e wu den. Da in ließen Da en aus ün Fö de phasen on 28 Konzep eams ein.6
Die P ozessdokumen e um assen den An ag au Fö de ung sowie Zwischen- und Endbe ich je En -
wicklungs o haben. Ausgehend om jeweiligen Zwischenbe ich wu de ein Nachgesp äch als lei a-
denges ü z e Be agung des en wickelnden Teams ge üh und p o okollie .7 Insgesam wu den 118
P ozessdokumen e/Gesp ächsp o okolle analysie (Da en au G uppenebene).8 Das Ka ego iensys-
em bes eh aus neun Haup ka ego ien: 1. Beg ündung eine Cu iculumen wicklung, 2. Ziela , 3.
Aus ich ung, 4. Gegens and, 5. E gebnisse, 6. Pa izipa ion des Um elds, 7. Ein luss ak o-
en/Planände ungen, 8. Beda ss uk u , 9. P ojek -Rahmen. Wäh end die Ka ego ien zu E assung
de Au gaben eine S udiengangen wicklung (1-5) deduk i nach dem o.g. Modell de S udiengang-
en wicklung (Nie hamme e al., 2014) e s ell und induk i wei e en wickel wu den, wu den die
Ka ego ien zu pe sonalen und ins i u ionellen Bedingungen (6-8) am Ma e ial induk i ausdi e en-
zie .9 Zudem wu de eine eigene Ka ego ie zu E assung des P ojek kon ex es (9) e s ell . Das Ma e i-
al wu de on d ei Pe sonen konsensuell codie und ch onologisch je Team analysie .
Nach Abschluss jede Fö de phase e olg e zudem eine quan i a i e Online-Be agung, die de Kon-
ex ualisie ung de quali a i en Da en dien e und desk ip i ausgewe e wu de. Be ag wu den die
einzelnen Teammi gliede und de en ak i bei de En wicklung be eilig e Kolleg*innen (Indi idualda-
en).10 Die Da enanalyse beinhal e alle ün Fö de phasen mi einem du chschni lichen Rücklau on
37,8% (n=83). Die Be agung wu de au G undlage e s e quali a i e E kenn nisse aus de an ängli-
chen Pilo ie ung einge üh , um die pe sonalen Vo ausse zungen und ins i u ionellen Bedingungen
ü un e schiedliche Ebenen (Uni e si ä /übe achlich, Fachbe eich, P ojek ) und Au gabene o de -
nisse (Konzep ion, Adminis a ion, Zusammena bei ) besse analysie en und le z en Endes hinsich -
lich de oben ausdi e enzie en P o essionali ä skons uk e e o en zu können.
5 Eine dezidie e Besch eibung diese Aus ich ung kann de Publika ion en nommen we den.
6 Fallzahlen; Angaben zu den Teams s. Kap. 3.1. Bei Zi a en aus den Nachgesp ächen wi d die S a usg uppe de in e iew en
Teammi gliede benann (P o /Wissenscha liche* Mi a bei e *innen (WMA)).
7 De Lei aden wu de en sp echend de Angaben im Be ich geschä . Es wu den i.d.R. ein bis zwei Teammi gliede , die
om Team selbs es geleg wu den, gemeinsam be ag . Zu Guns en des Ve auens e häl nisses wu de au eine Ton-
bandau zeichnung e zich e . S a dessen wu de das Gesp äch on eine Hil sk a mi p o okollie .
8 Abkü zungen: AN = An ag; ZB = Zwischenbe ich ; NG = lei adenges ü z es Nachgesp äch; EB = Endbe ich , KT = Kon-
zep eam
9 Dies e olg e in eine P obecodie ung de e s en Fö de phase. Im Zuge de Haup codie ung wa en zwei wei e e Anpas-
sungen des Ka ego iensys ems e o de lich, in de en Folge das gesam e Ma e ial noch einmal du chgegangen wu de.
10 Um nu diejenigen zu be agen, die a sächlich am En wicklungsp ozess be eilig wa en, wu de nach den demog aphi-
schen Angaben eine Fil e age einge üg . Danach ielen 10 Be ag e aus de Analyse he aus.
Ca olin Nie hamme , Sabine Schöb & Jose Sch ade
66
En sp echend g ünden die I ems au p ak isch ele an e Aspek e de S udiengangen wicklung.11 Die
Be agung e olg e mi eine ie s u igen Skala.12 So e n keine au allenden Un e schiede zwischen
den Fö de phasen bes ehen, we den übe g ei ende We e ü die Fö de phasen insgesam (n=64)13
e e ie .
4 E gebnisse zum Koope a ions aum S udiengangen wicklung
Fü die hie okussie e Fo schungs age sind die pe sonalen Vo ausse zungen de S udiengangen wi-
ckelnden on In e esse, um es zus ellen, wo eine Un e s ü zung sinn oll anse zen kann. Zudem
sollen ins i u ionelle Bedingungen iden i izie we den, die ein syne ge isches Zusammenwi ken
e möglichen. Da ü we den geziel jene Ka ego ien be ach e , die au (po en iellen) Suppo und
en sp echende S uk u en abheben, d.h.: Beda ss uk u , Pa izipa ion und einzelne Subka ego ien
aus Ein luss/Planände ungen und P ojek -Rahmen.
4.1 Pe sonale Ebene: Die P o essionali ä de S udiengangen wickelnden
Die Zus ändigen de Fachbe eiche beg ünden ih e Eignung ü die Au gabe de S udiengangen wick-
lung as imme übe o handene E ah ungswe e, denen auch im P ozess o allem achbe eichsin-
e n eine g oße Rolle zugesp ochen wi d. En sp echend e olg die Au gaben e eilung im Team,
wobei zudem häu ig die Wah nehmung einschlägige Posi ionen be on wi d. Wei e bildungen im
didak ischen Be eich sind ehe die Ausnahme (insg. 4 KT als Kop zahl).
„Alle ie Mi gliede sind in ih en A bei sbe eichen in Leh e und akademische Selbs e wal ung
eingebunden und e ügen übe eine langjäh ige E ah ung bei de En wicklung, Be euung und
Umse zung on S udiengängen in ih em Be eich.“ [KT17-AN]
„Im Allgemeinen haben sich die S uk u en ehe so au ge eil , wie die e schiedenen Pe sonen
das ‚Know How‘ haben. Das KT15-Mi glied 1 [S udiendekan] is beispielsweise ü alles au Fakul-
ä sebene e an wo lich. E häl sich aus de Ges al ung des Po olios ehe aus.“ [KT15-NG-
WMA]
„Unkla hei en konn en du ch T e en und Konsul a ionen ausge äum we den, in denen die Nu -
zung des o handenen E ah ungswissens on Be eilig en eine g oße Rolle spiel e.“ [KT1-ZB]
Beda e we den zu ca. 60% in den An ägen als ge o de e Angabe o mulie und sind en wede
ech allgemein gehal en ode didak ische Anliegen, die ehe die Leh e be e en. Hin und wiede wi d
achspezi ische Un e s ü zung hema isie .
11 Dies um ass Teile zu Einschä zung de eigenen Vo ausse zungen sowie de En wicklung o und nach de Fö de phase,
zu Bewe ung e schiedene s uk u elle und kommunika i e Aspek e, den Ein luss de P ojek bedingungen au die
S udiengangen wicklung und einen o enen F agen eil zu Op imie ungswünschen.
12 Einschä zungen: i zu – i ehe zu – i ehe nich zu – i nich zu (zudem: kann ich nich beu eilen); Bewe un-
gen: gu – ehe gu – ehe schlech – schlech (zudem: kann ich nich beu eilen sowie ü unse Vo haben nich ele an ).
13 Die E gebnisse des P e es s aus de e s en Fö de phase (FP 1) ließen nich in die Auswe ungen de Fö de phasen insge-
sam (FP 2-5) ein.
Koope a ions aum S udiengangen wicklung
67
Au schluss eich is jedoch die gewünsch e A und Weise de Un e s ü zung, die wenige Wo kshops
ode Be a ung als ielmeh Diskussionen, Aus ausch ode Beglei ung um ass . Dami einhe gehend
zeigen die quan i a i en Da en, dass sich die En wickelnden selbs be ei s o dem En wicklungsp o-
zess als seh quali izie einschä zen, was im Ve lau eine Fö de phase noch wei e ausgebau wi d
(Tab. 1)14.
Tabelle 1: Selbs einschä zung Wissen und Fähigkei en An ang/Ende (FP insgesam ).
Im Be eich de Fähigkei en liegen die Einschä zungen be ei s zu Beginn bei einem Du chschni on
x <2. Insbesonde e die konzep ionellen Fähigkei en we den be ei s zu Beginn on 94,1% de Be ag-
en als (seh ) gu eingeschä z und nach de Fö de phase mi 97,8% on as allen Be ag en posi i
bewe e . Die höchs en Zuwächse lassen sich jedoch im Be eich des Wissens e zeichnen. Die Ein-
schä zungen weisen in allen Be eichen am Ende de Fö de phase eine ge inge e S anda dabwei-
chung au .
Dem s eh en gegen, dass die Un e s ü zung, die die Teams als Teil de Fö de ung e hal en, als seh
gu und hil eich wah genommen wi d. Da on zeugen sowohl die quali a i en als auch die quan i a-
i en Da en (Abb. 2). Zu Un e s ü zung we den häu ig die Wissenscha liche Beglei ung (WB) (54
Übe schneidungen) sowie e schiedene übe achlichen Ak eu *innen (97 Übe schneidungen) he an-
gezogen. Dabei we den hemenspezi ische Be a ungen und insbesonde e Ve ans al ungen zu e le-
xi en Pe spek i en e sch änkung he o gehoben. Ähnlich wie bei den Äuße ungen zum Beda
we den auch hie Zusammena bei und Koope a ion als bedeu same Un e s ü zungs o men genann .
„Die F eis ellung de Teilp ojek e an wo lichen on de Leh e e möglich e uns einen in ensi en
und zei au wendigen Einsa z sowie die In eg a ion neue didak ische Konzep e in Zusammena -
bei mi [de WB] sowie [Ve e e n] om Zen um ü Hochschuldidak ik. Diese Koope a ion e -
wies sich als seh uch ba und hil eich.“ [KT9-EB]
„Auch de Aus ausch mi [Ve e e n de Hochschuldidak ik] wa ü die Re lek ion wei e e Me-
hoden zu Ve besse ung de In e ak i i ä seh hil eich.“ [KT8-ZB]
14 Bei de E gebnisda s ellung we den die We e 1 und 2 (gu /ehe gu ) als posi i zusammenge ass .
Ca olin Nie hamme , Sabine Schöb & Jose Sch ade
68
„Wi un e s ü zen uns gegensei ig gu , was auch mi de gu en Kommunika ion einhe geh . Da -
übe hinaus sind die Angebo e on ICPL supe und meh als aus eichend. Wi wü den diese ge ne
meh in Ansp uch nehmen, jedoch ehl dazu leide die Zei . Auch de kollegiale Aus ausch is su-
pe . Den emp inden wi ü alle als ziel üh end, da alle Blickpunk e in ol ie sind. Alles in allem
läu unse P ojek seh gu und wi e hal en auch gu e Un e s ü zung.“ [KT23-NG-P o ]
Im Gegensa z zu eine üblichen S udiengangen wicklung konn e de Kon ex de P ozessbeglei ung
im P ojek die Auseinande se zung mi de S udiengangen wicklung in ensi ie en (93,3%) und die
Au gabene üllung in e schiedene Hinsich be uch en (Abb. 2). So wi d ein deu liche Ein luss de
WB u.a. au die konzep ionellen Au gaben de S udiengangen wicklung (b) 86,4%, e) 81,0%) sowie
au die Ve ne zung und Un e s ü zung (d) 72,1%, g) 80,4%, j) 84,8%) ausgewiesen.
Abbildung 2: Fö de ung im Gegensa z zu üblichen S udiengangen wicklung (SE) (FP insgesam ).
Koope a ions aum S udiengangen wicklung
69
Insgesam s ell die Pa izipa ion e schiedene Ak eu sg uppen einen g oßen Au gabenan eil im
P ozess da . Beim Einbezug de übe achlichen Ak eu *innen äll au , dass die Hochschuldidak ik
(und die WB au P ojek ebene) als neu ale Un e s ü zung und Beglei ung ane kann we den. Ande e
zen ale Ak eu *innen, die meis enge im Akk edi ie ungsp ozess eingebunden sind, we den eilwei-
se im Kon ex einengende Vo gaben und de Se ice-O ien ie ung k i isch hema isie .
4.2 Ins i u ionelle Ebene: Die (Suppo -)S uk u en
Die Ka ego ien Beda und Un e s ü zung we den du ch den Rückbezug au die Kompe enzen ande-
e mi konk e e Zweckbindung cha ak e isie . Die oben da ges ell e Disk epanz zwischen dem
kaum o handenen Beda und de hil eichen Un e s ü zung kann du ch eine Be ach ung de Ein-
lusska ego ie des Aus auschs e gänz we den. Diese e ass die Bedeu ung on Gesp ächen au
Augenhöhe und komm mi Abs and am häu igs en o (Abb. 3), wobei au Kolleg*innen (71 Codie-
ungen) und die WB (49 Codie ungen) de g öß e An eil en äll .
Abbildung 3: Codie ungen de Ein luss ak o en.
De Aus ausch wi d ü eine S udiengangen wicklung be eichsin e n sowie -übe g ei end als no -
wendig e ach e und als P oblemlöses a egie wah genommen. De Au wand ü die Abs immungs-
p ozesse wi d jedoch häu ig un e schä z . En sp echend wi d neben den oben genann en Re lexions-
gelegenhei en de Ve ne zungsgedanke de T e en im P ojek -Rahmen als s uk u bildendes Ele-
men besonde s he o gehoben.
„Die Ve häl nismäßigkei [ on Adminis a ion und Konzep ion] is ela i . Die Ände ung [in de
zen alen Ve wal ung] nehmen wi posi i wah . Wi ha en eine alsche Vo s ellung on de
Menge an de no wendigen Kommunika ion. Da aus haben wi iel gele n .“ [KT10-
NG_WMA+P o ]
Ca olin Nie hamme , Sabine Schöb & Jose Sch ade
70
„Des Wei e en wa en die T e en als kon ak s i ende Begegnungs äume mi e schiedenen uni-
e si ä en Ak eu *innen seh we oll und beschleunig en die zielge ich e e Kon ak au nahme
mi P ojek - ele an en Pe sonen.“ [KT13-ZB]
„Du ch die Beglei ung e geben sich Kon ak e, die bishe nich ode nu in ge ingem Um ang
wah genommen bzw. genu z wu den. In unse em Fall z.B. zu Hochschuldidak ik.“ [KT12-ZB]
Dami einhe gehend, wi d insgesam o de Wunsch nach schlanke en/ lexible en P ozessen und
wenige Vo gaben sei ens de Uni e si ä sowie nach Ve ne zung au und zwischen de übe achli-
chen Ebene und den Fachbe eichen gleiche maßen geäuße . Diese zielen meis au Planungssiche -
hei und meh T anspa enz ab. Wei e e Op imie ungswünsche beziehen sich o au eine Ve s e igung
de Fö de ung und eine besse e Ressou cenauss a ung.
„Ausgiebige Diskussion in de Vo be ei ung e s ä ken. Länge e Au en hal e de Ve wal ung in
den Fachbe eichen ö de n, dami die ablau enden P ozesse in die Planung und Modelle de Ve -
wal ung ein ließen können.“ [O ene An wo FP 4]
„Es gib eine zu s a ke T ennung zwischen den einzelnen Ve wal ungen und eine zu schwache
Rückkopplung zu den Fachbe eichen. Ich hab nich die Lösung, abe die Rückkopplung is zu
schwach!“ [KT20-NG-P o ]
„Ve wal ungshü den abbauen, anspa en e Zus ändigkei en scha en, Kommunika ion und In-
o ma ionsaus ausch de e schiedenen S ellen e besse n.“ [KT24-ZB]
Einhe gehend mi den quali a i en E gebnissen äll de Ve gleich de Aspek e au den beiden Ebenen
Fachbe eich und Gesam uni e si ä in de quan i a i en Be agung komplemen ä aus
(Tab. 2).
Tabelle 2: Ve gleich Gesam uni e si ä und Fachbe eich.
Im übe achlichen Be eich we den also Un e s ü zungsleis ungen, abe auch ein bü ok a ische
Meh au wand, gepaa mi eine ausbau ähigen Ve ne zungss uk u , wah genommen.
4.3 Diskussion
Wie können nun also S udiengangen wickelnde übe eine sys ema ische P ozessbeglei ung un e -
s ü z und ein syne ge isches Zusammenwi ken de be eilig en Ak eu *innen ges ä k we den?
Koope a ions aum S udiengangen wicklung
71
Die E gebnisse legen die Ve mu ung nahe, dass eigenini ia i wenig didak isch-konzep ionelle Un e -
s ü zung on den S udiengangen wickelnden ange ag wi d (hoch eingeschä z e eigene Quali izie-
ung, ge inge Beda e), die pe sonalen Vo ausse zungen de P o essionali ä also augenscheinlich
gegeben sind (E ah ung, Posi ionsausübung). E hal en die S udiengangen wickelnden jedoch einmal
Un e s ü zung, wi d diese als hil eich eingeschä z und das konzep ionelle Ve s ändnis e besse .
In diesen E gebnissen wi d die S udiengangen wicklung als Au gabengebie im Thi d Space (Whi -
chu ch, 2013) e kennba , die e s ä k dem Ges al ungs ahmen de O ganisa ion un e lieg (Blümel e
al., 2010), ü den wiede um übe achliche Ak eu *innen als neue Hochschulp o essionelle (Schnei-
jde be g e al., 2013) zus ändig sind. Da in komm en sp echend das Spannungs eld de doppel en
Ansp üche on o ganisa ionsbezogene P o essionali ä (Rahmen o gaben ü didak isch-
konzep ionelle Ges al ung) und be u sbezogene P o essionali ä ( achbezogene Umse zung de
didak isch-konzep ionellen Ges al ung) zum Ausd uck (E e s, 2011), die im selben ins i u ionellen
Kon ex de Au gabene üllung liegen.
Fü die En wickelnden kann dieses Spannungs eld du ch in ensi e Kommunika ionsa bei mi den
e schiedenen be eilig en Ak eu *innen, .a. du ch die Rückkopplung mi de übe achlichen Ebene,
au gelös we den. Du ch den Aus ausch zwischen diesen Ebenen können o ganisa ionsbezogene
An o de ungen an eine be u sbezogene S udiengangen wicklung syne ge isch e zahn we den.
Dieses ins i u ionelle E o de nis ü p o essionelles Handeln wi d im P ojek du ch die Maßnahmen
de P ozessbeglei ung sys ema isch bedien . Dami wi d auch in diese S udie die S udiengangen -
wicklung als „kollegiale Ak “ (S einha d , 2015, S. 248-254) cha ak e isie , e wei e die p o esso ale
Zusammena bei abe um die Rele anz de be eichsübe g ei enden Koope a ion ü eine e o de li-
che, g öß en eils noch auss ehende Pe spek i en e sch änkung. Wie sich diese ollzieh und inwie-
e n e kann e Beda e dabei au gedeck und bedien ode nich bedien we den können (z.B. ach-
spezi isch), gil es wei e zu un e suchen.
Mi dem anwendungso ien ie en E alua ionsdesign iel die En scheidung au eine p ozessnahe und
dami ehe indi ek e Da engewinnung, wodu ch einige wissenscha liche Einsch änkungen en s an-
den (z.B. hinsich lich de p o okollie en Be agung). Jedoch konn en au diesem Wege um assende
und au hen ische P ozessda en auch on k i ischen bzw. wenige in ol ie en Teams gewonnen
we den, die sons nu eingesch änk ode gg . ga nich gean wo e hä en. Die quan i a i e Be a-
gung kompensie e ehlende In o ma ionen zu Gesam einschä zung de quali a i en Da en. Du ch
den Mixed-Me hod-Zugang konn en die bes ehenden Disk epanzen on Beda und Un e s ü zung
sowie on o ganisa ions- und be u sbezogene P o essionali ä deu lich he ausgea bei e we den.
Anja Welle & Sebas ian Schellhamme
78
Als Hyb id kann de zwei e Typ Ganzhei liche Aus ich ung angesehen we den, da e Quali izie ungs-
maßnahmen und We schä zungselemen e e ein , indem e o allem indi iduelle Beda e un e -
s ü z und ö de . Die En wicklung de Leh pe sönlichkei und die Planung und Ges al ung on Leh -
e ans al ungen ü S udie ende wi d gleiche maßen anges eb . In diesem Sinne beglei e das P o-
g amm die Mul iplika o *innen indi iduell en sp echend ih e Leh an o de ungen und ö de diese
du ch die Aussich au einen Leh p eis sowie eine Ze i izie ung. Diese Typus se z olglich ehe au
den Au bau on Leh enden als Leuch ü me an den Fakul ä en und nu z wenige die Ve ne zung
diese . Dami häng de E olg des P og amms om Engagemen de ge ö de en Leh enden ab,
wodu ch diese Typ sowohl Top-Down- als auch Bo om-Up-Cha ak e au weis .
Als e ek i e An eiz ü Leh ende we den in allen MP (Abb. 1) indi iduelle P ojek e umgese z . Wäh-
end bei Typ 1 und Typ 2 ma e ielle An eize ele an sind, g enz sich Typ 3 soga bewuss da on ab.
Bei de Bildung eines Ve auens e häl nisses und dem Au bau eine pa ne scha lichen Beziehung
we den solche An eize gänzlich ausgeschlossen, ielmeh wi d au die We schä zung de be ei s
e ziel en Leis ungen gese z bzw. au die S ä kung de Posi ion du ch die Einbindung in ein exklusi es
Ne zwe k.
Hinsich lich de s a egischen Planung hochschuldidak ische Angebo e und de Fö de ung eine
Leh kul u e deu lich e sich in den Expe *innenin e iews lediglich im d i en Typ eine Wi ksamkei
du ch das P og amm. Du ch die Mul iplika o *innen konn e eine Angebo splanung nach den achli-
chen Bedü nissen und nähe am Leh all ag de Leh enden ges al e we den. So be eiben die Mul i-
plika o *innen hochschuldidak ische A bei in den Fakul ä en und ans e ie en Kompe enzen aus
Quali izie ungsmaßnahmen hinein in den Leh all ag.
Abbildung 1: Zusammen assung de Aus ich ung on Mul iplika o *innenp og ammen.
In allen d ei Typen wi d deu lich, dass die g öß e Hü de bei de Implemen ie ung eines MP die Zu-
sammens ellung de G uppe is , die ausschließlich du ch pe sönliche Kon ak e ealisie we den kann.
Auße dem is je nach gewähl e S a egie (Top-Down und/ode Bo om-Up) de Einbezug de Fakul ä
bzw. die E eichba kei de Dekan*innen ein wei e e Fak o ü die Umse zung.
Fö de ung de Leh kul u du ch Mul iplika o *innenp og amme
79
3 Mul iplika o *innenp og amm de TU D esden:
Eine Ini ia i e ü gu e Leh e
Sei An ang 2017 en s eh an de TU D esden inne halb des ESF-ge ö de en S udiene olgsp ojek s
Le n ans e me hoden ein MINT-spezi isches MP. Dieses bedien sich bewuss Elemen en alle d ei
bishe bes ehende Typen, is abe insgesam zwischen Typ 2 und Typ 3 zu e o en.
Um das pe spek i ische Ziel de Ve besse ung de Leh kul u im MINT-Be eich und hie übe eine
E höhung de S udienzu iedenhei und Ve inge ung de Abb uchquo en zu e zielen, e olg das
MP ün Teils a egien:
• S ä kung des achspezi ischen, kollegialen Aus auschs inne halb eines T ain- he-Pee P inzips2,
• Ve ne zung on Leh enden und He s ellung on Syne giee ek en im Sinne des didak isch-
me hodischen Aus auschs sowie de gemeinsamen Du ch üh ung on Leh -Le n-P ojek en,
• Wei e en wicklung de achspezi ischen Leh e mi dem Schwe punk de Ve besse ung des Le n-
ans e s und de En wicklung achspezi ische Le n ans e me hoden,
• Wei e en wicklung und S ä kung de Leh enden im Rahmen ih e indi iduellen Ka ie ewege, u.a.
du ch eine e höh e Sich ba kei und We schä zung ü Leh e,
• Realisie ung campusübe g ei ende P ojek e.
3.1 Akquise on Mul iplika o *innen: Pe spek i en iel al s a
Exklusi i ä
Die Akquise e olg e – in Übe eins immung mi ande en MP – as ausschließlich übe pe sönliche
Ansp ache gekoppel an indi iduelle T e en, wodu ch zunächs ein Ve auens e häl nis au gebau
we den konn e. Po en ielle Mul iplika o *innen wa en zu Beginn insbesonde e Leh p eis äge *innen,
(zukün ige) Ze i ika semp änge *innen und Leh ende, welche posi i in Wo kshops und ähnlichen
Fo ma en au ielen. Aus diesem Pool an meis e ah enen und engagie en Leh enden konn e ein
G unds amm akqui ie we den, de gemäß dem Mul iplika o *innen-P inzip au wei e e geeigne e
und in e essie e Pe sonen au me ksam mach e. Mi wei e e Akquise e olg e zudem ein Pa adig-
menwechsel on e ah en zu engagie , sodass auch expe imen ie eudige, e olg eiche s uden ische
Leh ende gewonnen wu den. Diese Wechsel üh e zu eine he e ogenen G uppe on knapp 50
MINT-Leh enden, die s uden ische Leh ende, akademischen Mi elbau und P o esso *innen um ass .
Somi a bei en sowohl Neuleh ende als auch Expe *innen im MP zusammen. Es ha sich gezeig , dass
sich die da aus esul ie ende Pe spek i en iel al posi i au die k ea i e Wei e en wicklung de Leh e
auswi k und unse e Meinung nach ü ein Gelingen on MP wich ige is als eine Exklusi i ä gemäß
Typ 3. Es is he o zuheben, dass u sp ünglich zehn Leh ende in das P og amm au genommen we -
den soll en, alle dings au g und de g oßen Nach age nach einem Jah meh als ie mal so iele
Leh ende am P og amm mi wi ken. Es is jedoch k i isch anzume ken, dass sich au g und g öße e
Zei besch änkungen die Akquise on P o esso *innen als schwie ig e wies.
2 En gegen des T ain- he-T aine -Ansa zes be a en die Mul iplika o *innen au kollegiale Ebene insbesonde e als E ah-
ungs äge *innen.
Anja Welle & Sebas ian Schellhamme
80
Eine wei e e E höhung de Pe spek i en iel al gelang du ch die Akquise on Leh enden aus de
Fachdidak ik, welche neben ih en Leh e ah ungen eine pädagogische Sich weise in die P äsenz e -
ans al ungen einb ingen.
Bei den Akquisegesp ächen e olg e zugleich eine Beda sab age, welche die zen ale G undlage ü
die Konzep ion des MPs da s ell e. Folgende Haup beda e wu den dabei es ges ell :
• E ah ungsaus ausch mi engagie en und e ah enen Leh enden,
• me hodische Wei e en wicklung de eigenen Leh e bei pe sönliche Be a ung,
• Ve besse ung de Leh kul u und Ini iie ung hochschulpoli ische Ve ände ungen zu Un e s ü -
zung eine besse en Leh kul u ,
• We schä zung und Sich ba kei on Leh e,
• P äsen a ion on Leh e bei Wo kshops und Kon e enzen sowie Publika ion in Jou nalen mi pee
e iew,
• eiwillige, am Beda ausge ich e e Angebo e s a eines e p lich enden P og amms.
Dami decken sich die Beda e mi den Zielen des P og amms. Insbesonde e de le z e Aspek ha
dazu ge üh , das MP als Ini ia i e ü gu e Leh e zu o ganisie en, welche o ene S uk u en ohne es e
Lau zei au weis und zu de Leh ende insbesonde e jeweils zu Beginn des Semes e s hinzus oßen
können.3 Zugleich is he o zuheben, dass die Leh enden keine di ek e Belohnung ü ih e Teilnahme
am MP e hal en. Vielmeh wi d du ch den in ensi en Aus ausch und die Un e s ü zung du ch die
Hochschuldidak ike *innen ein Meh we e ziel . Die Hochschuldidak ike *innen un e s ü zen die MP
in ih en indi iduellen Beda en, on de E a bei ung bspw. medienspezi ische Konzep e, bis hin zu
Hospi a ion und de Du ch üh ung on Teaching-Analysis-Polls in den Leh e ans al ungen. Zudem
beglei en und ö de n sie diese in de Ausbildung ih e Mul iplika o *innen olle und e ans al en
dazu Wo kshops und ini iie en egelmäßige T e en, um ein e auens olles und we schä zendes
Ne zwe k au zubauen.
3.2 Schulungskonzep : We ks ä en mi Design-Thinking-Ansa z s a
Quali izie ung
Zu E ablie ung des MP an de TU D esden and o dem S a des Semes e s zunächs ein o izielles
Kick-o -T e en s a , in dem sich die G uppe kennen le n e sowie Ziele und A bei sweise des P o-
g amms o ges ell wu den. Mi dem S a des Semes e s begann die A bei mi den Mul iplika-
o *innen mi einem Re lexions e en und dem Au bau ih e neuen Rolle als Bo scha e *innen gu e
Leh e. Es olg e zu Mi e des Semes e s eine d ei ägige We ks a phase, de en Ziel die En wicklung
konk e e inno a i e P oduk e wa . Dabei handel e es sich ans a klassische , quali izie ende Schu-
lungen ielmeh um beda so ien ie e Wo kshops und o ene We ks ä en. Diese dien en de Re lexi-
on de eigenen, achspezi ischen Leh e sowie de Leh e im kollegialen Um eld, dem Aus ausch übe
die Bes P ac ices de Mul iplika o *innen sowie de En wicklung eine pe spek i ischen S a egie ü
das MP inklusi e Lei bild. Das Lei bild wu de kollabo a i en wickel , gil ü alle Teilnehme *innen am
3 Je Semes e inde ein beglei ende Wo kshopzyklus on e wa 3 Ku zwo kshops à 3 h zu einem bes imm en e ie enden
Thema s a , weswegen ein Hinzus oßen neue Leh ende zu Semes e beginn ü das G uppenge üge sinn oll is .
Fö de ung de Leh kul u du ch Mul iplika o *innenp og amme
81
P og amm und scha schließlich die Basis ü die A bei als Mul iplika o *in. In diesem we den das
gemeinsame G und e s ändnis on gu e Leh e pos ulie und de en K i e ien au gezeig .
Eine Besonde hei s ell e dabei die Anwendung on P inzipien des Design Thinking (DT) da . Im DT
we den P obleme „mi den Mi eln de Ges al ung“ (E beldinge & Ramge, 2014, S. 12) du ch geziel e
Beobach ung des P oblems und eine quali a i en Analyse de Bedü nisse de Zielg uppe gelös . Das
DT basie au „In e disziplina i ä und e binde in einem s uk u ie en, mode ie en I e a ionsp o-
zess die Hal ung de E gebniso enhei mi de No wendigkei de E gebniso ien ie ung“ (ebd., S. 13).
Insbesonde e inde das DT Anwendung als Inno a ionsme hode (Kelley & Li man, 2001). Dabei
en s ehen inno a i e Lösungen du ch die E ah ungen und Pe spek i en de Expe *inneng uppe
und können du ch den kla en DT-P ozess auch in ku ze Zei ealisie we den. Das DT kann als Me-
hode eingese z we den, um O ganisa ionen zu e ände n und Un e nehmenskul u en zu ges al en
(G o s & C euznache , 2012). Diese Vo eile wu den im MP genu z , indem in den We ks ä en in e s e
Linie die kollek i e K ea i i ä ange eg wu de. Au diese Weise wu den He aus o de ungen in de
Leh e und Po en iale zu Ve ände ung sich ba . Dami konn en ein Lei bild sowie s a egische Maß-
nahmen und Fo ma e (siehe 3.4.) zu nachhal igen Fö de ung de Leh kul u en wickel we den.
Wich ige Fak o en des Gelingens de Angebo e, die als E gebnisse aus de Falls udie he o gegangen
sind und die sich in unse e P axis bes ä ig en, wa en die angenehme, e auens olle A mosphä e,
die be ei s beim Kick-o übe länge e Phasen des Kennenle nens und Aus ausches he ges ell wu de,
die F eilegung k ea i e Po en iale, die gegensei ige We schä zung sowie Syne gien, die aus den
Bes -P ac ice-P äsen a ionen de Leh enden he o gingen. Auch die de aillie e Au be ei ung de
Ma e ialien inklusi e Ku z ideos de P äsen a ionen ü Pe sonen, die nich anwesend sein konn en,
wa ein Gelingens ak o .
3.3 Be a ungskonzep : Empowe men und indi iduelle Leh ö de ung
Mul iplika o *innen we den en sp echend ih e indi iduellen Bedü nisse hinsich lich ih e eigenen
Leh e, ih e Wi kung in das Kollegium hinein sowie ih e pe sönlichen Wei e en wicklung sowohl au
An age als auch p oak i on den Hochschuldidak ike *innen im P ojek beglei e . Dabei e olgen
Be a ungen be o zug is-à- is in kollegiale A mosphä e. So we den gemeinsam didak ische In e -
en ionen insbesonde e zu Ve besse ung des Le n ans e s en wickel , angewand und ausgewe e .
Wei e e Themen sind Fo men des kollegialen Aus auschs, Möglichkei en de P äsen a ion de Leh -
Le n-Konzep e (z. B. als Ku zwo kshops, bei Leh s amm ischen ode als wissenscha liche Publika io-
nen) und die Bean agung on Leh p ojek en. Besonde s is dabei, dass die Hochschuldidak i-
ke *innen nich nu be a end agie en, sonde n sich un e s ü zend in die einzelnen P ozesse einb in-
gen. Dies wi d du ch die Du ch üh ung on Hospi a ionen und Teaching-Analysis-Poll-E alua ionen
wei e e s ä k . Diese in ensi e Beglei ung mach Leh -Le n-P ozesse anspa en und gib den Mul-
iplika o *innen Siche hei beim Besch ei en neue Wege. So wu den bspw. bes ehende Leh e an-
s al ungen du ch didak ische Me hoden au gewe e ode neue Leh e ans al ungen konzipie . Aus
diesem G und sind Empowe men und We schä zung wesen liche Komponen en de Beglei ung.
Anja Welle & Sebas ian Schellhamme
82
3.4 P ojek e zu Ve besse ung de Leh kul u
Die Wi kung de Mul iplika o *innen in ih e Kollegien hinein kann seh un e schiedlich aussehen und
is ü diese nich e p lich end. Ein Mul iplika o ha bspw. ein wöchen liches T e en de Übungslei-
enden seines Faches zu inhal lichen und didak ischen Abs immung ini iie , welches sei dem egel-
mäßig s a inde , wodu ch P obleme inne halb de Leh p axis anspa en we den sowie Lösungsan-
sä ze gemeinsam disku ie und inzwischen angewand we den. Ande e agen hochschuldidak ische
Diskussionen in o mell in Ka eepausen und s ä ken au diese Weise nied igschwellig den Disku s um
Quali ä sk i e ien in de achspezi ischen Leh e. Allgemein ges al e sich de Aus ausch mi dem eige-
nen Kollegium du chaus schwie ige als da übe hinausgehend. Aus diesem G und wu den am 3.
We ks a ag gemeinsam P ojek ideen en wickel , welche sei dem aus dem MP he aus zu eine Ve -
besse ung de Leh kul u üh en.
Dabei en s and de S amm isch Leh e@MINT, de mona lich den achspezi ischen, kollegialen und
akul ä sübe g ei enden Aus ausch zu ak uellen Themen de Hochschuldidak ik ö de . Eine Beson-
de hei s ell dabei die bewuss e Einbeziehung on S udie enden (z. B. Ve e e *innen on S uRa und
FSRs) und Ve e e *innen un e schiedliche mi Leh e und S udium beau ag e Ins i u ionen (z. B.
Medienzen um ode Ca ee Se ice) da . Somi können Leh ende – un e s ü z du ch Bes -P ac ice-
P äsen a ionen – oneinande le nen, sich e ne zen und He aus o de ungen kollegial disku ie en.
S udie ende so gen ü einen Pe spek i wechsel und e hal en ein zusä zliches Sp ach oh . Au diese
Weise können gemeinsame Handlungsemp ehlungen zu Ve besse ung de Leh e en wickel we den.
Allgemein ücken die S amm ische die Leh e meh in den Fokus und ö de n den Disku s übe sie. Als
posi i e Nebene ek we den übe den S amm isch wei e e Leh ende ü das MP akqui ie .
Als P ojek zu E höhung de Sich ba kei on Leh -Le n-Bes -P ac ices de TU D esden sowie de
Pe sonen dahin e wu de eine egelmäßige Kolumne ü das Uni e si ä sjou nal en wickel . In Fo m
eines In e iews s ellen Leh ende im Abs and on ie Wochen ih e E ah ungen und ih e Sich au die
Leh e o . Au diese Weise wi d nich nu au die Bedeu ung gu e Leh e hingewiesen, p äsen ie e
Leh ende we den du ch posi i es Feedback zudem wei e in ih em Handeln bes ä k . Als wei e es
P ojek is zudem eine E wei e ung des MP um ein Men o ing-P og amm ü Leh an änge *innen
geplan .
4 Resümee: Chancen und He aus o de ungen on
Mul iplika o *innenp og ammen
Be ei s inne halb eines Jah es ha sich das MP als Hebel zu Ve besse ung de Leh kul u und insbe-
sonde e de Dialogkul u an de TU D esden e wiesen und inde au Sei en de Leh enden deu lichen
Zusp uch. Ähnliche E olgsgeschich en zeigen sich auch an ande en Hochschulen und Uni e si ä en,
obgleich die einzelnen P og amme sich in ih e Aus ich ung und Ges al ung deu lich un e scheiden
können.
In Übe eins immung mi Gleisbe g (2014) lassen sich basie end au unse en pe sönlichen E ah un-
gen E olgs- und Hinde nis ak o en ü die Implemen ie ung on MP den d ei Haup ka ego ien Pe -
sonen, Ressou cen und Ve s e igung zuo dnen. Hinsich lich de Pe sonen is das Hochschuldidak ik-
Fö de ung de Leh kul u du ch Mul iplika o *innenp og amme
83
Team genauso ü das Gelingen ausschlaggebend wie die mi wi kenden Leh enden. Aus unse e
E ah ung is es ü e s e es wich ig, nah an de achspezi ischen Leh p axis und den bes ehenden
Rahmenbedingungen zu sein, be ei s zu Beginn übe ein b ei es Ne zwe k am Hochschuls ando zu
e ügen und in de hochschuldidak ischen Expe ise ein b ei es Spek um abzudecken.
Au Sei en de Mul iplika o *innen sind neben dem Engagemen ü die Leh e die He s ellung eine
Pe spek i en iel al und die Be ücksich igung de Pe sönlichkei en ü ein Gelingen on g oße Be-
deu ung. Das MP an de TU D esden ha ü eine gewisse Au b uchs immung in de Leh e geso g ;
dies gelang insbesonde e du ch die Akquise on Leh enden, welche eine solche S immung e kö -
pe n. Maßgeblich bei de e olg eichen Akquise on Mul iplika o *innen is die pe sönliche Ansp ache
de Ak eu *innen und die s a ke O ien ie ung des P og amms an den indi iduellen Bedü nissen.
Ressou cen sind o allem au Sei en de Mul iplika o *innen ein en scheidende Fak o . So sind z. B.
die Teilnahmezahlen an den P äsenz e ans al ungen o z deu lich g öße en In e esses mi e wa zehn
Pe sonen e gleichsweise ge ing. Hie ha es sich bewäh , du ch Dokumen a ionsins umen e wie
Ku z ideos auch die Pe sonen mi zunehmen, welche nich die zei lichen Ressou cen ü alle Ve an-
s al ungen besi zen. Allgemein is es unse e E ah ung, dass jede Fo m de Einb ingung we zuschä -
zen is und bei de Ve besse ung de Leh kul u hil . Insbesonde e im MINT-Be eich ha die Fo -
schungsleis ung ü die pe sönliche Ka ie e einen deu lich höhe en S ellenwe als die Leh leis ung,
weswegen die Regel ‚gleich iel is nich gleich ai ‘ bei de Einbindung de Leh enden in das P o-
g amm zu beach en is . Eine wei e e He aus o de ung s ellen die wei es gehend be is e en A bei s-
e häl nisse de Mul iplika o *innen da . Dies behinde nich nu die lang is ige Wei e en wicklung
de Leh e mi den Mul iplika o *innen, es b ing eine wei e e po en ielle Au gabe ü MP mi sich:
diejenige de nachhal igen Implemen ie ung de en wickel en Leh -Le n-Konzep e (Schellhamme &
Kaine , 2018).
Ressou cen können auch als An eize ü die Teilnehmenden dienen. Ma e ielle An eize sowie eine
Ze i izie ung sind bei Angebo en nach Typ 1 (T ain- he-T aine ) ode Typ 2 (Leh e s ä ken) du chaus
eine Mo i a ion ü eine Teilnahme. Je meh das Angebo jedoch au de in insischen Mo i a ion de
Leh enden au bau , nimm die Bedeu ung de a ige An eize ab ode wi k soga gegen eilig.
Eine wesen liche He aus o de ung is zudem die nachhal ige Ve s e igung de MP nach Auslau en
on P ojek gelde n. Dies implizie zugleich die Einbe ung in die bes ehenden uni e si ä en S uk u-
en sowie die Ane kennung als wich ige Bes and eil de Leh e und ih e Wei e en wicklung. Diese
Fak o en s ehen de TU D esden in den kommenden Jah en be o . Hie s ell sich insbesonde e die
F age, wie iel hochschuldidak ische Beglei ung ein MP b auch , das eine e ek i e Ve besse ung de
Leh kul u zum Ziel ha . In dieses Spannungs eld äll auch die E alua ion de Wi ksamkei des MP,
welche noch auss eh .
Eine Ände ung de Leh kul u kann au g und de un e schiedlich sich ba gewo denen Rollen und de
A de Wi kung nu du ch eine Ve ne zung on engagie en Leh enden geschehen, die du ch kol-
lek i en E ah ungsaus ausch und Wissensau bau an inno a i en Konzep en und Fo ma en gemein-
sam a bei en und au diese Weise den un e schiedlichen Fäche kul u en begegnen können.
Anja Welle & Sebas ian Schellhamme
84
Mi de Fö de ung des in e disziplinä en Dialogs zwischen Leh enden en s eh eine wesen liche Basis
ü Leh koope a ionen und Schola ship o Teaching and Lea ning-P ojek e im Sinne eine Kul u des
E möglichens. Dabei is eine geziel e, p oak i e hochschuldidak ische Un e s ü zung sinn oll. Gleich-
zei ig un e s ü zen MP hochschuldidak ische Ein ich ungen dabei, Konzep e de Hochschuldidak ik
achspezi isch wei e zuen wickeln und in die b ei e Anwendung zu agen. Neben diesem Nu zen is
abschließend he o zuheben, dass das kollegiale und ges al ende Mi einande zwischen engagie en
Leh enden und Hochschuldidak ike *innen nich nu eine Ve besse ung in de Leh e gene ie , son-
de n auch Spaß mach .
Wi möch en mi den Wo en on D . And eas F anze, G uppenlei e Fachdidak ik de Ingenieu wis-
senscha en am Ins i u ü Mechanik und Flächen agwe ke, enden: „Mul iplika o sein heiß ü
mich, bei jede Gelegenhei ü einen hohen S ellenwe de Leh e einzu e en sowie als Vo bild bzw.
Vo ei e neue Leh möglichkei en zu en wickeln und anzuwenden.“
Das Mul iplika o *innenp og amm de TU D esden is Bes and eil des ESF-ge ö de en S udiene -
olgsp ojek s „Le n ans e me hoden".
Li e a u
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Teil III
Die Ebene de Hochschule
Susanne Go zen, Simone Beye lin & Dagma Linna z
94
3.3 Fo schungsdesign und -du ch üh ung
Zen al ü inne ins i u ionelle Hochschul o schung sind ein Zusammenwi ken on Fo schenden und
Be o sch en sowie eine Rückkopplung de Fo schungse gebnisse (Wild e al., 2013, S. 107). Dies
wu de übe e schiedene Phasen des Fo schungsp ozesses ealisie , indem die Be o sch en (Leh en-
de) imme wiede ak i eingebunden wu den. Die hie o ges ell e quali a i e S udie3 se z sich aus
e schiedenen Phasen (Abb. 2) zusammen, wobei den Ke n quali a i e In e iews mi Leh enden aus
allen Fakul ä en de TH Köln bilden, die on un e schiedlichen Maßnahmen lankie we den4.
Abbildung 2: Vo gehensweise bei de inne ins i u ionellen Hochschul o schung an de TH Köln.
Bes andsau nahme und Iden i izie en on Koope a ionspa ne *innen
Den Ausgangspunk de S udie ma kie e das Ziel, Fo schendes Le nen an de Hochschule zu ö de n
und gemeinsam mi den Leh enden wei e zuen wickeln. Dieses Ziel wu de du ch eine quali a i
angeleg e S udie e olg .
Im e s en Sch i wu de eine Dokumen enanalyse alle Modulhandbüche in Bachelo - und Mas e -
s udiengängen mi Blick au die Ve bindung on Fo schen und Le nen du chge üh . Au diese Weise
wu de zunächs e hoben, inwie e n das Fo schende Le nen be ei s an de TH Köln umgese z wi d
und an welchen S ellen eine Wei e en wicklung anse zen kann. Auch soll en so die Leh enden iden i-
izie we den, die Fo schen und Le nen in ih e Leh p axis e binden und wich ige Impulse ü die
3 Die hochschulin e ne S udie wu de on wissenscha lichen Mi a bei e *innen des Zen ums ü Leh en wicklung de TH
Köln du chge üh . Die zen ale wissenscha liche Ein ich ung ha den Au ag, En wicklungen im Ke np ozess S udium
und Leh e anzu egen und zu beglei en, indem sie Fo schung & Ve ne zung, Be a ung & Quali izie ung und En wicklung &
E neue ung ini iie , du ch üh und dazu be ä . Siehe dazu auch h ps://www. h-koeln.de/hochschule/zen um- ue -
leh en wicklung_45113.php
4 Zu aus üh lichen Da s ellung des Fo schungsdesigns gl. Beye lin e al., 2018.
Inne ins i u ionelle Hochschul o schung als Impuls ü Leh - und Hochschulen wicklung
95
Wei e en wicklung einb ingen können. Fü die Analyse de Modulhandbüche wu de ein Kodie lei -
aden eingese z , de sich an den d ei Ausp ägungs o ma en o schungsnahen Le nens nach Hube
(2014) ‚ o schungsbasie es, o schungso ien ie es, Fo schendes Le nen‘ o ien ie . Die ge undenen
Tex baus eine, die bei de Suche nach Schlagwö e n zu a en, wu den nach Fakul ä en und S udien-
gängen sowie nach Bachelo - und Mas e s udiengängen s uk u ie . Du ch die Dokumen enanalyse
wu de sich ba , dass Fo schen und Le nen be ei s an allen Fakul ä en de Hochschule in un e schied-
liche Weise e bunden wi d. Au diesem Weg konn en zudem In e iewpa ne *innen ü die an-
schließende quali a i e Be agung on Leh enden iden i izie we den, die Fo schendes Le nen be-
ei s in ih e Leh e umse zen.
Nu zung on e schiedenen Kanälen – hochschulwei e Be eiligung e möglichen
Um möglichs iele Hochschulangehö ige zu e eichen und eine hochschulwei e Be eiligung an de
Wei e en wicklung Fo schenden Le nens zu e möglichen, wu den e schiedene Kanäle genu z .
Zunächs wu de die S udie übe die Websi e o ges ell und die Leh enden dazu au ge u en, sich als
In e iewpa ne *innen zu melden und ih e Expe ise zum Thema einzub ingen. Das Thema Fo -
schendes Le nen wu de eben alls du ch den Tag ü die exzellen e Leh e in den Mi elpunk ge ück .
De Tag ü die exzellen e Leh e s ell eine Aus auschpla o m ü Hochschulangehö ige be ei und
bie e An egungen ü die Leh ges al ung. Es wu den Vo äge und Wo kshops zum Thema Fo schen-
des Le nen angebo en und zudem ein Leh p eis ü Leh e ans al ungen e geben, die mi dem
Fo schenden Le nen ges al e wu den. Auch die S udie wu de am Tag ü die exzellen e Leh e o ge-
s ell und Leh ende kon ak ie , die In e esse an einem wei e en Aus ausch ha en. Du ch die Ve gabe
des Leh p eises zum Thema konn en ü die S udie zudem Leh ende ausgewähl we den, die du ch
ih e Bewe bung au den Leh p eis be ei s ö en lich mi ih en Konzep en ü Fo schendes Le nen
au ge e en wa en. Insgesam konn en Leh ende aus de gesam en Hochschule als Expe *innen ü
Leh e und Koope a ionspa ne *innen de Hochschuldidak ik im Themen eld Fo schendes Le nen
angesp ochen und in die Wei e en wicklung des Fo schenden Le nens einbezogen we den.
Aus ausch im Fo schungsp ozess – quali a i e Expe enin e iews mi Leh enden
Den Ke n de S udie bilden 24 quali a i e In e iews mi Leh enden aus allen Fakul ä en de Hoch-
schule, die en lang konk e e Leh - und Le nsi ua ionen zu Ges al ung on Fo schendem Le nen
be ag wu den. Un e de lei enden F ages ellung „Welche (Gelingens)Aspek e sind aus Sich on
Leh enden zu beach en, um Fo schendes Le nen e olg eich zu ges al en?“ wu den He aus o de un-
gen und Hü den sowie E olgs ak o en und Wei e en wicklungsideen ü das Fo schende Le nen an
de Hochschule iden i izie . Ziel wa , die Sich weisen und E ah ungen de Leh enden ü die Fö de-
ung des Fo schenden Le nens sowie ü ande e Leh ende be ei zus ellen. Quali a i e In e iews
bie en dabei eine Möglichkei , Aus ausch zwischen Hochschuldidak ik und Leh enden anzu egen, de
ü die gemeinsame Wei e en wicklung de Leh e sowie auch ü inne ins i u ionelle Hochschul o -
schung zen al is .
Rückkopplung und Anwendung de E gebnisse
An diese e s e Phase des Aus auschs im Fo schungsp ozess knüp e die Rückkopplung de E gebnisse
an die Leh enden an. Pa allel dazu wu den e s e Ideen zu Wei e en wicklung des Fo schenden Le -
nens an de Hochschule, die im Fo schungsp ozess e hoben wu den, umgese z .
Susanne Go zen, Simone Beye lin & Dagma Linna z
96
Beispielsweise g ei sei he ein Lei aden zum Fo schenden Le nen5 den Wunsch nach eine einhei li-
chen Beg i sklä ung au . Auch wu den e s e E gebnisse de In e iews in Fo m on Online-
Ma e ialien au be ei e – beispielsweise s eh ein Lei aden mi zen alen He aus o de ungen und
Lösungsmöglichkei en im Fo schenden Le nen ü alle Leh enden zum Download zu Ve ügung.6
Zudem wu den Beispiele on Leh enden, In e iewausschni e und In o ma ionen zum Beg i des
Fo schenden Le nens im Fo ma des S o y elling zusammenges ell .7
Die be ag en Leh enden nann en in den In e iews zudem, dass ein Aus ausch zwischen den Leh-
enden akul ä s- und hochschulwei gewünsch wi d. Das P inzip de Rückspiegelung de Fo -
schungse gebnisse als wich ige Aspek inne ins i u ionelle Hochschul o schung iel mi diesem
Wunsch de Leh enden zusammen, Aus ausch zwischen den Leh enden zu ini iie en. Das wu de om
hochschuldidak ischen Fo sche *innen eam in Fo m eine Tou du ch die Fakul ä en ealisie , bei de
ausgewähl e Fo schungse gebnisse o ges ell und disku ie sowie das Fo schende Le nen hema i-
sie wu den.
Die Fakul ä en wu den pe E-Mail übe das Angebo de E gebnis ückmeldung und de gemeinsamen
Diskussion in o mie . Ihnen wu de übe lassen, welchen Rahmen sie diesem Aus ausch geben woll-
en. Zumeis wu de die Diens besp echung genu z und im Vo eld mi de Hochschuldidak ik die
inhal liche und zei liche Ges al ung abgesp ochen. Pa allel dazu in o mie e die Vizep äsiden in ü
Leh e und S udium die Dekan*innen übe dieses Angebo und bo an, zu einem solchen Te min dazu
zu kommen und z.B. zum Aus ausch übe die Ziele des Hochschulen wicklungsplans in S udium und
Leh e be ei zus ehen.
Wei e üh ung eines hochschulwei en Aus auschs
Du ch die G ündung eine zen alen wissenscha lichen Ein ich ung, dem Zen um ü Leh en wick-
lung (ZLE), is die Hochschuldidak ik de TH Köln es in den Hochschuls uk u en e anke . Mi dem
ZLE wi d de Ansa z de Pa izipa ion de e schiedenen Hochschulak eu *innen wei e konsequen
und nachhal ig e olg . Leh ende haben die Möglichkei , Ideen zu Wei e en wicklung in Koope a i-
on mi dem ZLE umzuse zen und in Expe isezi keln mi ande en Hochschulangehö igen an zen alen
Themen zu a bei en. Mi Blick au das Fo schende Le nen is neben de Ve ö en lichung des Fo -
schungsbe ich s zu den He aus o de ungen und E olgs ak o en, die Leh ende ü die Umse zung on
Fo schendem Le nen nennen, auch die Da s ellung on Umse zungsbeispielen au de Websi e des
ZLE geplan . Die e hobenen Da en zum Fo schenden Le nen we den zudem mi Blick au wei e üh-
ende Fo schungs ages ellungen ausgewe e . Schließlich ließen die E gebnisse auch in ande e
A bei sbe eiche des ZLE, beispielsweise in die Cu iculumwe ks a 8, ein, wenn es um die Implemen-
ie ung des Fo schenden Le nens in S udiengänge geh .
5 Online un e : h ps://www. h-
koeln.de/mam/downloads/deu sch/hochschule/p o il/leh e/s eckb ie _ o schendes_le nen.pd
6 Online un e : h ps://www. h-
koeln.de/mam/downloads/deu sch/hochschule/p o il/leh e/ o schendes_le nen__he aus o de ungen_und_l__sungsans
__ ze.pd
7 Online un e : h p:// o schendes-le nen.p o il2.web. h-koeln.de
8 Online un e : h ps://www. h-koeln.de/hochschule/s udiengangs--und-cu iculumsen wicklung_49326.php
Inne ins i u ionelle Hochschul o schung als Impuls ü Leh - und Hochschulen wicklung
97
Die Rolle(n) de Hochschuldidak ik – Re lexion de E ah ungen au de Tou du ch die Hoch-
schule
Die Rollen on Hochschuldidak ike *innen we den un e schiedlich geleb und wah genommen. Sie
können Leh en wicklungsp ozesse un e s ü zen, beglei en, un e suchen ode ini iie en. Sie können
als Expe *innen zu Be a ung he angezogen we den, sind als Fo sche *innen ä ig ode we den
p imä als Diens leis e *innen wah genommen (U ban & Meis e , 2010). In de o ges ell en S udie
wa en die Hochschuldidak ike innen aus eigene Sich als o schende Impulsgebe innen im Diens e
de O ganisa ion Hochschule un e wegs: ein Anlass zu wissensbasie en Selbs e lexion. Indem Ex-
pe ise und ein mode ie e Aus ausch angebo en wu den, soll en gemeinsame En wicklungsp ozes-
se e möglich we den. Wie sich diese selbs zugesch iebene Rolle zu den Rollenzusch eibungen on
außen e häl , läss sich anschaulich anhand de Reak ionen au die Tou du ch die Fakul ä en zeigen.
Die Fakul ä en eagie en un e schiedlich au das Angebo de Hochschuldidak ik, Fo schungse geb-
nisse o zus ellen und zu disku ie en. Ange eg du ch einen Vo ag on Gabi Reinmann, in dem de
Beg i de Hochschuldidak ik als Zumu ung (Reinmann, 2012) au gewo en wi d, haben wi unse e
E ah ungen zu Fällen e dich e und s ellen diese im Folgenden o :
Fall A: Hochschuldidak ik als ‚Zumu ung‘
Im Fall A nahmen die Leh enden eine skep ische und ehe de ensi e Hal ung ein. Es wu de z.B. disku-
ie , ob Fo schendes Le nen on den S udie enden übe haup gewoll we de, da de Au wand eine
g oße He aus o de ung da s elle. Auch wu de de hohe Zei au wand de Leh pe son im Fo schenden
Le nen im Ve gleich zu ‚klassischen‘ Fo ma en disku ie und in F age ges ell , ob sich diese mi Blick
au das Le nen de S udie enden lohne. Die Hal ung einige Leh ende wa ehe ablehnend, die Fo -
schungse gebnisse wu den k i isch hin e ag und zum Teil als eine A Ang i au die bishe ige
Leh ges al ung gewe e .
Fall B: Hochschuldidak ik als ‚Dialogpa ne in‘
Im Fall B zeig en sich die Leh enden in e essie . Umse zungsbeispiele wu den on den Leh enden
au geg i en und disku ie , eigene E ah ungen eingeb ach und un e den Kolleg*innen besp ochen.
Die Fo schungse gebnisse wu den mi Blick au die eigene Leh e eingeo dne und wei e e Aspek e
aus de eigenen Pe spek i e hinzuge üg .
Fall C: Hochschuldidak ik als ‚Diens leis e in‘
Im Fall C wu de die P äsen a ion des Fo schenden Le nens als ein Aspek de Angebo spale e des
Zen ums ü Leh en wicklung wah genommen und da übe hinaus die In o ma ion übe wei e e
Angebo e und mögliche Diens leis ungen ange ag . Ziel wa wenige de Aus ausch übe Fo schen-
des Le nen, sonde n ielmeh die s a egische In o ma ion und de Nu zen hochschuldidak ische
Angebo e ü die eigene Fakul ä .
Susanne Go zen, Simone Beye lin & Dagma Linna z
98
Fall D: Hochschuldidak ik als ‚Expe in‘ / Ziel: Selbs e gewisse ung?
Im Fall D wu de eine aus üh liche Diskussion übe die Beg i lichkei ‚Fo schendes Le nen‘ ge üh .
Dabei ging es o wiegend um die F age, ob in Leh e ans al ungen de Fakul ä en be ei s Fo schen-
des Le nen umgese z we de. Die Rück e siche ung übe die Leh ges al ung du ch die Hochschuldi-
dak ik als Expe in ü Leh e nahm einen hohen S ellenwe ein.
Fall B besch eib die geplan e In en ion diese S udie und das Selbs e s ändnis, mi dem die Tou
du ch die Fakul ä en geplan wu de. Die Wah nehmung de Hochschuldidak ik zeig Auswi kungen
au die Be ei scha zu gemeinsamen En wicklung des Fo schenden Le nens. Die Fälle A, C und D
zeigen, dass die Rolle de Hochschuldidak ik o dem Hin e g und de F emdzusch eibungen des
Gegenübe s e lek ie und anspa en gemach we den soll e.
4 Fazi – das Po en ial inne ins i u ionelle Hochschul o schung
ü hochschulwei e Leh en wicklungsp ozesse
Inne ins i u ionelle Hochschul o schung eigne sich ü das Ans oßen und Beglei en on Leh en wick-
lungsp ozessen, indem sie eine Hochschule Wissen übe sich selbs zu Ve ügung s ell und zu
Selbs e lexion und Diskussion an eg . Du ch diese He angehensweise können die Leh enden und
ande e Ak eu *innen im Ke nbe eich S udium und Leh e wäh end des gesam en P ozesses einge-
bunden we den. Lang is ig können so ag ähige Koope a ionen en s ehen, Ve ände ungen umge-
se z und wei e e Ideen en wickel we den, z.B. in Expe isezi keln.9 In e iews als Ansa zpunk und
Fo schung übe die eigene Hochschule sind kein Ga an ü En wicklungsp ozesse. Das Be ei s ellen
on Wissen kann zu Umse zung nachhal ige Ve ände ungen bei agen, jedoch nich no wendige -
weise. Dazu b auch es zusä zliche Gelegenhei en, die den Ak eu *innen (hie : Leh enden) e mögli-
chen, ih e Ideen wei e zuen wickeln und umzuse zen. Die inne ins i u ionelle Hochschul o schung
kon on ie zudem die Du ch üh enden, in dem hie besch iebenen Fall die Hochschuldidak ik, mi
de Rolle de Fo schenden, de P oblemlöse in und Ve besse ungsagen in/Impulsgebe in und somi
gegensä zlichen An o de ungen (Au e ko e-Michaelis, 2008, S.89). Als He aus o de ung in diesem
P ozess bleib die Ausges al ung und Wah nehmung de eigenen Rolle(n) als Hochschuldidak ike *in.
Auch hie is (Selbs -)Re lexion ein Mi el de Wahl.
Li e a u
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Inne ins i u ionelle Hochschul o schung als Impuls ü Leh - und Hochschulen wicklung
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Akzep anz als E olgs ak o bei de
En wicklung eine Sys emakk edi ie ung
Claudia Wend & Dominik F isch
Die Sys emakk edi ie ung s ell eine ie g ei ende Ve ände ung in Bezug au die Quali ä ssiche ung
on S udium und Leh e da . Au g und de hohen Au onomie in de O ganisa ion Hochschule is die
Akzep anz de Be eilig en dabei ein wesen liche E olgs ak o . In de o liegenden Falls udie wu den
Bedingungen zu Fö de ung on Akzep anz am Beispiel de Sys emakk edi ie ung iden i izie . Die
quali a i e Falls udie zeig , dass sich Akzep anz aus Übe zeugung speis , die sich aus eine ak i en
Auseinande se zung übe die Sys emakk edi ie ung de Be eilig en mi einande , aus Mi ges al-
ungsmöglichkei en hinsich lich eigene achspezi ische Beda e und pe sönlichem commi men
gene ie .
Sys em acc edi a ion ep esen s a p o ound change p ocess ega ding he quali y assu ance o s udy
and eaching. Due o he high deg ee o au onomy in highe educa ion o ganiza ions, he accep ance
o he pa icipa ing ac o s is a key ac o o success. In a quali a i e case s udy, condi ions o p omo -
ing accep ance in change p ocesses we e iden i ied using he example o sys em acc edi a ion. The
indings show ha accep ance is based on con ic ion, which is gene a ed by ac i e discussion abou
he sys em acc edi a ion, de elopmen oppo uni ies conce ning subjec -speci ic needs as well as
pe sonal commi men .
1 Einlei ung
Au g und e ände e Reali ä en und Re o men sehen sich Hochschulen e meh mi iel äl igen
Ges al ungsau gaben kon on ie (Wi mann, 2014, S. 14). Du ch Ve ände ungsp ozesse sollen sich
hochschulwei e S uk u en wandeln, um sie den neuen Reali ä en anzupassen. Die En wicklung bzw.
Ein üh ung de Sys emakk edi ie ung s ell einen solchen hochschulwei en Ve ände ungsp ozess in
Bezug au die Quali ä ssiche ung on S udium und Leh e da , de zudem mi de He aus o de ung
einhe geh , eine hochschuleigene Fo m inne halb o gegebene , hochschulübe g ei ende Rahmen-
an o de ungen auszuges al en.
Claudia Wend & Dominik F isch
102
De zei sind in Deu schland 60 Hochschulen sys emakk edi ie . Da un e be inden sich Uni e si ä en,
genauso wie s aa liche und p i a e Fachhochschulen (Hochschulkompass, 2018). Auch die O o- on-
Gue icke-Uni e si ä Magdebu g ha die He aus o de ung angenommen, Sys emakk edi ie ung als
hochschulwei e Ges al ungsau gabe umzuse zen.
Im o liegenden Bei ag widmen wi uns de F age, wie ein Ve ände ungsp ozess so ges al e we den
kann, dass die Be eilig en mi ih en achspezi ischen Hin e g ünden und We esys emen so einge-
bunden we den, dass ein gemeinsames En wickeln de Gesam o ganisa ion möglich wi d.
In de o liegenden S udie be ach en wi deshalb die Dynamiken eines solchen Wandlungsp ozesses
am Fallbeispiel de O o- on-Gue icke-Uni e si ä Magdebu g (OVGU). Sie du chläu ak uell die
Ums ellung au die Sys emakk edi ie ung. Die S udie wi einen Blick hin e die Ebene de Symp o-
me, um konk e e An wo en und S ellhebel ü einen kons uk i en Ein luss au En wicklungsp ozesse
zu besch eiben. Es soll gezeig we den, wie sich die Be eilig en de A bei sg uppe, die die Sys emak-
k edi ie ung o be ei e ha , in diesem Ve ände ungsp ozess mi genommen ühl en. Da aus soll
abgelei e we den, welche Bedingungen dazu bei agen, Akzep anz – im Sinne eine inne en Übe -
zeugung ü die Ve ände ung – hinsich lich de Umse zung de Sys emakk edi ie ung bei den in e -
nen Be eilig en zu e zeugen.
2 Ein luss ak o en im Ve ände ungsp ozess
2.1 Rahmenbedingungen on Hochschule als O ganisa ion
Hochschulen sind als lose gekoppel e Sys eme s uk u ie . Sie kons i uie en sich aus eine hie a chie-
gep äg en Ve wal ungseinhei und eine im Be eich on Fo schung und Leh e ech au onomen
S uk u in den Fachbe eichen. So können sich Fachkul u en au onom ausbilden, ohne dass die zen -
ale Ve wal ungseinhei da on be üh wi d. Diese S uk u ha insbesonde e den Vo eil, dass inno a-
i e P ojek e in den Fachbe eichen pilo ie we den können, ohne dass di ek die Gesam o ganisa ion
da on beein luss wi d (Han , 2000, S. 17 .). Diese Beschleunigungs ähigkei e möglich eine hohe
Dynamik in de Reak ion au gesellscha liche Ve ände ungen ode Fo schungsbeda e aus Wi scha
ode Poli ik.
Eine O ganisa ionss uk u wi d demgegenübe du ch die K i e ien Hie a chie, Ra ionali ä und Iden i-
ä cha ak e isie . Hie a chie bedeu e in diesem Zusammenhang eine S eue ung de O ganisa ion
du ch eine zen ale Einhei . Ra ionali ä cha ak e isie die Möglichkei eigene Zielse zungen und
de en Umse zung in Handlungen. Ideale weise s imm das O ganisa ionsziel mi den indi iduellen
Zielen ih e Mi gliede übe ein, d.h. es bes eh eine hohe Iden i ika ion mi den O ganisa ionszielen
(B unsson & Sahlin-Ande son, 2000, S. 726 .). Die iel äl igen Re o mp ozesse de le z en zwei Deka-
den haben eine En wicklung on O ganisa ionss uk u en in den Hochschulen angeschoben. Dami
e schieb sich auch das Ve häl nis de Hochschulmi gliede zu Hochschule (Wilkesmann, 2012, S.
364). Du ch ex insische An eizsys eme in Fo m on Ziel e einba ungen sowie leis ungs- und au ga-
beno ien ie e Mi el e gabe in Fo schung und Leh e we den zen ale S eue ungsins umen e zu
Umse zung eines übe geo dne en O ganisa ionsziels angewende , sodass man in diesem Zuge on
eine ‚O ganisa ionswe dung‘ on Hochschulen sp echen kann.
Akzep anz als E olgs ak o bei de En wicklung eine Sys emakk edi ie ung
103
Alle dings handel es sich in enge Anlehnung an das Konzep de p o essional bu eauc acy (Min z-
be g, 1979) bei Hochschulen auch um „Expe eno ganisa ionen“ (Pelle , 2000, S. 41). Akademi-
ke *innen haben au g und de O ganisa ionss uk u de losen Kopplung zumeis eine enge e Bin-
dung an die eigene Fachdisziplin als an die eigene Hochschule. Die Fachgemeinscha en bleiben übe
den gesam en Ka ie e e lau bes ehen, wäh end sich die Angliede ung an eine Hochschule gele-
gen lich ände n kann. Da aus e gib sich, dass die eigene Iden i ä als Fo sche *in o angig an de
Fachdisziplin ausge ich e is und eine ‚Fachsozialisa ion‘ e olg , die sich auch in de Auseinande se -
zung mi ande en Disziplinen bzw. zen alen Einhei en zeig (Jene , 2014, S. 4 .). Au g und diese
schwach ausgep äg en Iden i ika ion mi de Hochschule und ih en übe geo dne en Zielen, wi d
dahe ehe wenig In e esse an de Gesam o ganisa ion signalisie . Ve ände ungsp ozesse au o gani-
sa ionale Ebene e geben sich ehe als Reak ion au ex e ne An o de ungen, als au selbs bes imm e
S a egiep ozesse. Das wide s eb dem p o esso alen Expe ises a us im G undsa z, da e sich du ch
eine hohe indi iduelle Au onomie auszeichne (Pelle , 2000, S. 43). Die Umse zung zen ale P ozesse
bedeu e aus Sich de P o esso *innenscha ein Un e o dnen und Synch onisie en mi den eigenen
In e essen, was die Be eiligung an Ve ände ungsp ozessen au zen ale Ebene de Hochschule e -
schwe en kann.
Hochschullei ungen können diesem Ums and au g und de losen Kopplung des Hochschuls eue-
ungssys ems nu wenig en gegense zen. Auße dem können s eue ungssei ig keine besonde en
An eize ü die Expe *innen gescha en we den (Sche m e al., 2014, S. 106 .).
Es gil dahe , o allem Akzep anz bei den am P ozess Be eilig en zu e eichen. Die Akzep anz is auch
deswegen so zen al, da die Be eilig en ü den Rückhal in den Fakul ä en so gen und eine ehlende
di ek e Ein lussnahme de Hochschullei ung kompensie en können.
2.2 Ak eu shandeln im Ve ände ungsp ozess
Akzep anz is ein ela ionale Beg i und wi d in eine bes imm en Subjek -Objek -Kon ex -
Kons ella ion gescha en. Diesem Beg i s e s ändnis olgend, wi d Akzep anz de inie als
„[...] die Chance, ü bes imm e Meinungen, Maßnahmen, Vo schläge und En scheidungen bei ei-
ne iden i izie en Pe soneng uppe ausd ückliche ode s illschweigende Zus immung zu inden
und un e angebba en Bedingungen aussich s eich au de en Ein e s ändnis echnen zu können“
(Lucke, 1995, S. 104)
Akzep anz is kein s a isches Kons uk , sonde n „das E gebnis eines wechselsei igen P ozesses“ (Lu-
cke, 1995, S. 91). Diese P ozess beinhal e eine ak i e Komponen e. Es geh nich um ein passi es
Hinnehmen, sonde n um das bewuss e Annehmen und Zu-Eigen-Machen on Akzep anzobjek en.
Akzep anz is dami das „Resul a eines Ak s a ionale Einsich und inne e Übe zeugung“ (ebd., S.
96).
Claudia Wend & Dominik F isch
110
Die Analyse zeig , dass Ve ände ungsp ozesse aus Übe zeugung umgese z we den, nich du ch
Ano dnung on oben. Übe zeugung gene ie sich aus de ak i en Auseinande se zung übe die
Sys emakk edi ie ung de Be eilig en mi einande , aus den Mi ges al ungsmöglichkei en hinsich lich
eigene achspezi ische Beda e und aus pe sönlichem Commi men . Diese Fak o en hel en dabei,
Akzep anz zu e höhen und schließlich S uk u en zu wandeln.
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Ve zeichnis de Au o innen und Au o en
Simone Beye lin is Mi a bei e in in de Pe sonalen wicklung des Ka ls uhe Ins i u s ü Technologie
mi den Schwe punk en Hochschuldidak ik und Nachwuchs ö de ung. Bis Ende 2017 wa sie als
wissenscha liche Mi a bei e in im Zen um ü Leh en wicklung de Technischen Hochschule Köln
mi den A bei s elde n Hochschul o schung und Fo schendes Le nen ä ig.
Kon ak : simone.beye lin@ki .edu
Lea B and , Mas e o Educa ion (Spo / F anzösisch). Ak uell: Re e enda in im Vo be ei ungsdiens
am S udiensemina ü das gymnasiale Leh am Osnab ück. Zum Zei punk de Ein eichung: hoch-
schuldidak ische Mi a bei e in an de Geo g-Augus -Uni e si ä Gö ingen. Ve an wo lich ü hoch-
schuldidak ische Angebo e ü neu be u ene P o esso innen und P o esso en. A bei sschwe punk e:
Ak i ie ung in de Leh e, Le np ozesse ges al en.
Kon ak : lea[email p o ec ed]
Ch is ian F. F eisleben-Teu sche , Mag., Fach e an wo liche In e ed Class oom an de FH S .
Pöl en, h p://skill. hs p.ac.a ; Be a e , Re e en , Jou nalis , Imp o isa eu mi den Schwe punk en
Bildung, Gesundhei , Soziales mi übe 30 Jah en Be u se ah ungen, www.imp o lai .a .
Kon ak : [email p o ec ed]
Dominik F isch, M.A., O ganisa ionsen wickle und Coach. Mi glied Sys emische Gesellscha , Deu -
sche Ve band ü sys emische Fo schung, The apie, Supe ision und Be a ung e.V. (SG). A bei s-
schwe punk e: Ve ände ungsbeglei ung, Kul u wandel und Po en ialen al ung on Füh ungsk ä en.
Kon ak : kon ak @dominik isch.de
Susanne Go zen is wissenscha liche Mi a bei e in im Zen um ü Leh en wicklung de Techni-
schen Hochschule Köln mi den A bei s elde n Be a ung, Fo schung und Wei e bildung. Die sys emi-
sche Be a e in (DGSF) und ausgebilde e Leh e in is sei 2007 als Hochschuldidak ike in ä ig. Sie is
Mi glied im Ne zwe k Wissenscha scoaching.
Kon ak : susanne.go zen@ h-koeln.de
Syl ia Heucheme , P o . D ., is P o esso in ü Volkswi scha sleh e, insbesonde e Empi ische Wi -
scha s o schung an de Fakul ä ü Wi scha s- und Rech swissenscha en de TH Köln. Sei 2009 is
sie haup am liche Vizep äsiden in ü Leh e und S udium de TH Köln, als solche e an wo lich ü
die hochschulwei en Leh en wicklungsp og amme bis 2016; sei he Vo si zende des ZLE – Zen um
ü Leh en wicklung.
Kon ak : syl ia.heucheme @ h-koeln.de
Ludwig Hube , D . phil. D . h.c., P o esso (em.) ü Pädagogik (Wissenscha sdidak ik) an de Fakul ä
ü Pädagogik de Uni e si ä Biele eld; ehem. Wissenscha liche Lei e des Obe s u en-Kollegs des
Landes No d hein-Wes alen an de Uni e si ä Biele eld. A bei sgebie e: Allgemeine Didak ik, Wis-
senscha sp opädeu ik, Cu iculumen wicklung, Hochschuldidak ik (bes. Fo schendes Le nen, Hoch-
schul achdidak ik).
Kon ak : lwhube @gmx.de
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Dagma Linna z wa bis Dezembe 2018 wissenscha liche Mi a bei e in im Zen um ü Leh en -
wicklung de Technischen Hochschule Köln mi den A bei s elde n Fo schung und P ojek -
En wicklung.
Kon ak : [email p o ec ed]
Ca olin Nie hamme , M. A., Wissenscha liche Mi a bei e in an de Ebe ha d Ka ls Uni e si ä Tübin-
gen, Ins i u ü E ziehungswissenscha , Ab . E wachsenenbildung/Wei e bildung. Wissenscha liche
Beglei ung des P ojek es ICPL zu Un e s ü zung und Quali ä ssiche ung on S udiengangen wick-
lungs o haben. A bei s- und Fo schungsschwe punk e: P o essionalisie ung und S uk u en wicklung
im Au gabengebie de Cu iculumen wicklung.
Kon ak : ca olin.nie hamme @uni- uebingen.de
Sebas ian Schellhamme , Dipl.-Phys., Zen um ü Wei e bildung de TU D esden, P ojek koo dina-
o des Mul iplika o Innenp og amms. A bei sschwe punk e: Kollegiale Aus ausch zwischen Leh en-
den, Ve besse ung des nachhal igen Le nens und Le n ans e s, MINT-Didak ik.
Kon ak : sebas ian.schellhamme @ u-d esden.de
Sabine Schöb (geb. Digel), D ., Dipl.-Päd., Wissenscha liche Mi a bei e in an de Ebe ha d Ka ls
Uni e si ä Tübingen, Ins i u ü E ziehungswissenscha , Ab . E wachsenenbildung/Wei e bildung.
A bei s- und Fo schungsschwe punk e: Fallbasie es Le nen, Empi ische Leh -Le n o schung, Kompe-
enzdiagnos ik, Wissensmanagemen im Kon ex de E wachsenenbildung/Wei e bildung, Bildungs-
soziologie.
Kon ak : sabine.schoeb@uni- uebingen.de
Jose Sch ade , P o . D ., P o essu ü E wachsenenbildung/Wei e bildung am Ins i u ü E zie-
hungswissenscha de Ebe ha d Ka ls Uni e si ä Tübingen; Wissenscha liche Di ek o des Deu -
schen Ins i u s ü E wachsenenbildung, Leibniz-Zen um ü Lebenslanges Le nen e. V., Bonn. Fo -
schungsschwe punk e: Wandel de ins i u ionellen S uk u de Wei e bildung, In e na ional-
e gleichende Wei e bildungs o schung, Empi ische Leh -Le n o schung, P o essionalisie ung de
E wachsenenbildung/Wei e bildung, Falla bei in E ziehungswissenscha und E wachsenenbildung.
Kon ak : jose .sch ade @uni- uebingen.de
Timo an T eeck, M.A., Wissenscha liche Mi a bei e , Zen um ü Leh en wicklung an de TH Köln,
Mi glied de Fo schungskommission de dghd, Kon ak : imo. eeck@ h-koeln.de, Twi e : @ imo
Kon ak : imo. eeck@ h-koeln.de
Anja Welle , D ., Re e en in ü Digi alisie ung und Medienbildung, Sächsisches S aa sminis e ium ü
Kul us. A bei sschwe punk e: Digi ales Leh en und Le nen, Hochschul- und Mediendidak ik, Visuali-
sie ungen, Kollegiale Aus ausch zwischen Leh enden.
Kon ak : anja.welle @smk.sachsen.de
Claudia Wend , M.A., Wissenscha liche Mi a bei e in an de P o essu ü Hochschul o schung und
P o essionalisie ung de akademischen Leh e, O o- on-Gue icke-Uni e si ä Magdebu g. Mi glied
de Deu schen Gesellscha ü Hochschuldidak ik (dghd), de Gesellscha ü Hochschul o schung
(G H ) und des Hochschul e bandes ü in e kul u elle S udien. A bei sschwe punk e: Uni e si ä e
Ve ände ungsp ozesse, Hochschulgo e nance und In e na ionalisie ung.
Kon ak : claudia.wend @o gu.de
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Wei e e Bände
De o liegende Band II des ie eiligen We kes „P o ilbildung und We e agen in de Hoch-
schulen wicklung I-IV“ be ass sich mi de Kul u des E möglichens: Welche We e s ehen
im Vo de g und und welche ücken in den Hin e g und, wenn man e such , eine Kul u
des E möglichens an eine Hochschule zu e ablie en? Was is nö ig, dami Maßnahmen
nich emde Schlaglich e in eine schon exis ie enden Kul u bleiben, sonde n (scheinba )
Bekann es lang is ig in einem neuen Lich e scheinen lassen? Wie e möglichen Maßnah-
men, sich ande s mi einande zu e en und sich zu begegnen, um Bildung zu ges al en?
Die hie e sammel en Bei äge zu Ebene de Leh e ans al ung, de Fakul ä en, de (Fach-)
Kollegien sowie de Hochschule als O ganisa ion zeigen, welchen Bei ag die Hochschuldi-
dak ik im Rahmen eine we ebezogenen P o ilbildung ü eine solche Kul u leis en kann.
Die Bände „P o ilbildung und We e agen in de Hochschulen wicklung I-IV“ beschä igen
sich mi ak uellen hochschuldidak ischen Fo schungsansä zen, -e gebnissen und -planun-
gen, die da au abzielen, den Bei ag de Hochschuldidak ik zu P o ilbildung und We e a-
gen im Rahmen on Hochschulen wicklungsp ozessen zu iden i izie en, zu undie en und
zu e lek ie en.
Technology
A s Sciences
TH Köln