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A s Sciences
TH Köln
Fo schung und Inno a ion in de Hochschulbildung
Syl ia Heucheme , F iede ike Sille und Timo an T eeck (H sg.)
Hochschuldidak ik o sch zu Viel al und
O enhei
P o ilbildung und We e agen in de
Hochschulen wicklung I
Syl ia Heucheme , F iede ike Sille und Timo an T eeck (H sg.)
Hochschuldidak ik o sch zu Viel al und O enhei
P o ilbildung und We e agen in de Hochschulen wicklung I
Fo schung und Inno a ion
in de Hochschulbildung
he ausgegeben on
P o . D . Syl ia Heucheme (Technische Hochschule Köln)
P o . D . Reinha d Hochmu h (Leibniz-Uni e si ä Hanno e )
P o . D . Niclas Schape (Uni e si ä Pade bo n)
D . Bi gi Szczy ba (Technische Hochschule Köln)
Band 2
Syl ia Heucheme , F iede ike Sille und Timo an T eeck (H sg.)
Hochschuldida ik o sch zu Viel al
und O enhei
P o ilbildung und We e agen in de
Hochschulen wicklung I
Bibliog aphische In o ma ionen de Deu schen Na ionalbiblio hek
Die Deu sche Na ionalbiblio hek e zeichne diese Publika ion in de Deu schen Na ionalbiog a ie;
de aillie e bibliog a ische Da en sind im In e ne un e h p://dnb.dn-b.de ab u ba .
Die Reihe „Fo schung und Inno a ion in de Hochschulbildung“ is eine wissenscha liche Sch i en-
eihe des Hochschulse e s „Cologne Open Science“ de TH Köln. Sie wi d he ausgegeben on P o .
D . Syl ia Heucheme (Technische Hochschule Köln), P o . D . Reinha d Hochmu h (Leibniz-Uni e si ä
Hanno e ), P o . D . Niclas Schape (Uni e si ä Pade bo n) und D . Bi gi Szczy ba (Technische Hoch-
schule Köln).
Die Ve an wo ung de Bei äge lieg bei den Au o innen und Au o en.
Band N . 2, 2018
Ti elges al ung: P o . And eas W ede/TH Köln
Layou : Ann-Ka h in Kaise /TH Köln
Lek o a und Sa z: Ch is in Bee mann & Lisa-Ma ie F iede/TH Köln
URN: u n:nbn:de:hbz:832-cos4-8020
Dieses We k wu de als elek onisches Dokumen übe Cologne Open Science, dem Hochschulse e
de Technischen Hochschule Köln, publizie . Ab u un e : h ps://cos.bibl. h-koeln.de
5
Inhal
Einlei ung: Le nende O ganisa ionen – Wie Viel al und O enhei im Hochschulsys em,
beim Le nen in S uk u en und de Ö nung de Hochschulen ih en Pla z inde
Syl ia Heucheme , F iede ike Sille & Timo an T eeck 7
Teil I
Sys eme, S uk u en und Regeln
Zwischen s uden ische Di e si ä und achliche Homogenisie ung – Die we be-
zogene Hochschuldidak ik als Ve mi le in im Habi uskon lik
Oli e Reis 19
Ein e lexi -mach k i ische Fo schungszugang ü die Hochschuldidak ik!? Soziale
P axen on Hochschulleh enden mi einem in e sek ionalen Zugang e o schen
And ea Ge be 51
Was is e an wo liches und un e an wo liches Handeln on S udie enden an
de Hochschule? Eine empi ische Analyse s uden ische Sich weisen
Sieg ied S ump & Gab iele Koeppe 61
Teil II
Viel al und Le nen in S uk u en
De Einsa z on Le npo olios in wi scha swissenscha lichen S udiengängen
Bi gi Wol 77
Emo ionales Le nen beim E-Lea ning – Ni eau und Ve läu e
The esa Leeb & Klaus-Pe e Wild 89
Teil III
S uk u en ö nen
Man kann nich nich le nen – In o melles Le nen in de Ausbildung on Leh k ä en
Claudia Me ens, S enja Claes & Philipp Becke 105
S uden isches Publizie en – Ein We an sich
Anna Heudo e , Sand a Ho hues, Sab ina Pensel, Johanna Sp ingho n & Timo an T eeck 121
Ve zeichnis de Au o innen und Au o en 131
7
Einlei ung
Le nende O ganisa ionen – Wie Viel al und
O enhei im Hochschulsys em, beim Le nen
in S uk u en und de Ö nung de
Hochschulen ih en Pla z inde
Syl ia Heucheme , F iede ike Sille & Timo an T eeck
P o ilbildung und We e agen in de Hochschulen wicklung in
ie Bänden
An Hochschulen ha in den le z en Jah en ein ie g ei ende Wandel s a ge unden. Sie haben sich
in ensi mi Inno a ions- und Ges al ungsp ozessen in Leh e, S udium und Fo schung be ass und
sich neuen gesellscha lichen He aus o de ungen ges ell . Hochschulen ö de n du ch Fo schung
Re lexion übe sich selbs und zeigen sich als le nende O ganisa ionen. Inzwischen äumen sie de
p o essionellen Leh e einen hohen S ellenwe ein. Dadu ch we den hochschuldidak isch (schon
imme ) ele an e F agen e s ä k zu Au gabe de lokalen und e gleichenden Hochschulbildungs-
o schung; ih e E kenn nisse we den zum Mo o de Hochschulen wicklung.
Du ch Fö de p og amme sind zahl eiche P ojek e zu Leh en wicklung en s anden, die die Dynamik
an den Hochschulen beein luss und wesen liche Impulse gese z haben: neu en wickel e Angebo e,
die eine di e s zusammengese z en S udie endenscha o enes und komplexes Leh en und Le nen
in Viel al e möglichen. Du ch die pa adigma ische Wende hin zu Kompe enzo ien ie ung (Schape ,
2012) de inie en Hochschulen, Leh ende und S udie ende heu e neue Ve an wo lichkei en. In eg ie -
e und ans o ma i angeleg e Quali ä smanagemen sys eme un e s ü zen die Be eilig en, sich mi
Blick au eindeu ige Quali ä sziele selbs k i isch zu e lek ie en und Le n- und Leh leis ungen egel-
mäßig zu p ü en. Die Be ei scha und die Be ähigung dazu bilden die Basis ü eine kon inuie liche
Quali ä sen wicklung und machen aus Hochschulen le nende O ganisa ionen.
Von de leh enden zu le nenden Hochschule (Heucheme & Szczy ba, 2011) – zu diesem Kul u wan-
del äg die Hochschuldidak ik du ch ih e meh pe spek i ische und in e disziplinä e Fo schung
maßgeblich bei. Sie e ände die We o s ellungen und das Au gabenp o il in Leh e und S udium,
wi d ih e sei s on dem sich wandelnden Au gabenp o il beein luss und is so Teil des Hochschulp o-
ils. Die F agen, die sich da aus ü die Hochschuldidak ik als Wissenscha sgebie in Fo schung, En -
wicklung, Be a ung und Wei e bildung e geben, wu den au de Jah es agung de Deu schen Gesell-
scha ü Hochschuldidak ik e.V. (dghd) 2017 an de TH Köln bea bei e :
Syl ia Heucheme , F iede ike Sille & Timo an T eeck
14
Abschließend komm eine wei e e Pe spek i e in den Blick, welche im Zuge pa izipa i e didak i-
sche Modelle und mi Anschlussmöglichkei ü e wei e e Fo men de Nachwuchs ö de ung Vo bild
sein kann. Fo schendes Le nen ha sich mi le weile als Le n o ma an Hochschulen e ablie en kön-
nen, doch eine Hü de s ell nach wie o die Ve ö en lichung on s uden ischen Fo schungse gebnis-
sen da . Dies hema isie en Anna Heudo e , Sand a Ho hues, Sab ina Pensel, Johanna Sp ingho n und
Timo an T eeck, ein Au o *innen eam aus S udie enden und Hochschuldidak ike *innen in dem
Bei ag S uden isches Publizie en – ein We an sich und ich en dabei den Blick au unde g adua e
esea ch jou nals. De Bei ag üh in d ei Be eiche ein, die in besonde em Maße eines so gsamen
Aus a ie ens bedü en und die ich ungsweisenden Cha ak e ü eine hochschuldidak ische Ö nung
zeigen. Diese sind: die s uden ische Selbs o ganisa ion in einem on Leh enden ges eue en P ozess,
die Quali ä ssiche ung du ch (pee -) e iew-Ve ah en und die edak ionelle, kollabo a i e Bes im-
mung on wissenscha lichen und wei e en Lese scha en.
Die Bei äge bie en so mi Blick au Sys eme, S uk u en und Regeln, au das Le nen in den S uk u en
de Hochschule(n) sowie au das Ö nen de S uk u en de Hochschulen e schiedene Un e suchun-
gen und Konzep e dazu, wie eine we gelei e e Hochschuldidak ik mi ande en Ak eu *innen we -
schä zend, k i isch und gemeinsam ges al end Viel al und O enhei in de Hochschulbildung bea -
bei en kann.
Wi danken Ch is in Bee mann und Lisa-Ma ie F iede om Zen um ü Leh en wicklung de TH Köln
ü ih e kompe en e Mi a bei in Bei agsmanagemen , Lek o a und Sa z.
Eine an egende Lek ü e wünschen Ihnen die He ausgebe *innen,
Syl ia Heucheme , F iede ike Sille , Timo an T eeck
Köln im Dezembe 2018
Li e a u
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Einlei ung
15
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Teil I
Sys eme, S uk u en und Regeln
19
Zwischen s uden ische Di e si ä und
achliche Homogenisie ung
Die we bezogene Hochschuldidak ik als
Ve mi le in im Habi uskon lik
Oli e Reis
1 Einlei ung
Wenn Di e si ä zum We wi d, de Hochschulhandeln – und dami auch das Leh en und P ü en –
lei en soll, dann wi d de we schä zende Umgang mi He e ogeni ä auch ü die Hochschuldidak ik
zum Anliegen. Denn die Hochschuldidak ik e lek ie die Möglichkei en, zwischen den s uden ischen
Le n o ausse zungen und den auße hochschulischen Le ne wa ungen du ch „Un e ich “1 zu e -
mi eln. Inso e n is schnell einsich ig, dass die Ane kennung he e ogene Vo ausse zungen auch den
Hochschulun e ich nich unbeein luss lassen kann. Ge ade du ch die Kompe enzo ien ie ung wi d
das achliche Le nen selbs on We en und We en scheidungen be o en, zu denen sich wiede um
die Hochschuldidak ik e hal en muss, wenn sie den We de Di e si ä e olgen will. Wenn die
Hochschuldidak ik die s uden ische He e ogeni ä als we olle Di e si ä selbs ane kenn und die
Ane kennung in ih e beg ünde en Sachu eile gegenübe de achlichen Leh e ein ließen läss , dann
e olg die hochschuldidak ische Re lexion selbs we gelei e . So wie sich achliche Leh en scheidun-
gen da in un e scheiden lassen, ob die s uden ische He e ogeni ä au genommen wi d, so lassen sich
auch hochschuldidak ische Re lexionen, die mi diesem We a bei en, on solchen un e scheiden, die
da on dispensie en. Inso e n is die F age, welche Rolle de We de Di e si ä im Un e ich spielen
kann, an die F age gebunden, ob sich die hochschuldidak ische Re lexion selbs an diesen We bin-
de .
We e spielen au ie Ebenen eine Rolle, die auch zugleich diesen Bei ag s uk u ie en: 1. Die s uden-
ische He e ogeni ä e zeug ein Bewe ungssys em, das au das Le nen wi k . Das sich langsam an
den Hochschulen e ablie ende Di e si ä smanagemen kümme sich um ieles, läss dieses P oblem
abe auße Ach . 2. Das P o essionalisie ungsziel de Hochschulleh e se z seine sei s ein bes imm es
Bewe ungssys em no ma i in Gel ung. So en s eh das, was ich den Habi uskon lik zwischen dem
achlich e wünsch en und den ak isch o liegenden s uden ischen Habi us nennen möch e.
1 Diesen Beg i e wende Gabi Reinmann in ih em DGHD-Vo ag 2017 an de TH Köln ( e ügba un e : h ps://www. h-
koeln.de/hochschule/dghd17_48892.php), um das didak ische Geschehen in den Rollenzusch eibungen, de me hodi-
schen Funk ionali ä de P ozesse und de Zielo ien ie ung angemessen besch eiben zu können. Ich e wende den Beg i
hie eben alls bewuss , weil so die didak ische He aus o de ung on de He e ogeni ä he wi klich au genommen we den
kann.
Oli e Reis
20
3. De ü das Hochschulhandeln übe geo dne e We de Di e si ä e lang eine hochschuldidak i-
sche Lösung dieses Kon lik s, um die s uden ische He e ogeni ä und das P o essionalisie ungsziel zu
e mi eln. Diese Lösung müss e sich agen lassen, ob eine solche no ma i e Se zung noch de We -
e eihei in de Leh e genüg ode sie ielleich soga e s e möglich . 4. Dami die Hochschuldidak ik
selbs diese Au gabe übe nehmen kann, muss sie in ih e eigenen P axis diesen We in ih Bewe -
ungssys em übe nehmen. Sie wi d sich so ih e eigenen pädagogischen No ma i i ä bewuss und
müss e die Lösung ü die d i e Ebene leben. Die lei ende Hypo hese in diesen Übe legungen is , dass
die Hochschuldidak ik selbs o allem o eine no ma i en He aus o de ung s eh , die die eigene
P axis be i , be o sie übe haup in de Lage is , Lösungen ü die achliche he e ogene Leh p axis
zu e a bei en.
2 He e ogeni ä wi k au die Bewe ungssys eme im Le nen
2.1 He e ogeni ä , Di e si ä smanagemen und Le nen
Das sich in den 1990e Jah en e ablie ende Gende Mains eaming ha sich in den le z en zehn Jah en
zum Di e si ä smanagemen wei e en wickel , das übe die Di e enz Gende hinaus de e s ä k en
He e ogeni ä in den s uden ischen Biog aphien ge ech we den will:
Abbildung 1: Ausgangspunk des Di e si ä smanagemen s Uni e si ä Nü nbe g-E langen (Go bu gsen & Tepecik, 2013, Folie
5).
Zwischen s uden ische Di e si ä und achliche Homogenisie ung
21
Diese Ausgangspunk wi d dann mi ypischen Lei zielen wie Ane kennung und We schä zung on
Viel al als Ressou ce, Siche ung on Chancen- und Bildungsge ech igkei und Scha ung eine dis-
k iminie ungs eien Le n- und A bei sumwel (Go bu gsen & Tepecik, 2013, Folie 20) bea bei e .
Manche Hochschulen o mulie en o dem Hin e g und des gesellscha lichen Inklusionsdisku ses
konsequen die Vo s ellung eine o enen Hochschule:
„Hin e de Idee de ‚O enen Hochschule‘ s eh – e ein ach ausged ück – die Annahme, dass
sich die Hochschule als O ganisa ion an den S udie enden, in ih e ganzen Viel al o ien ie . Die
Hochschule wende sich somi om Ideal de No ms udie enden ab, sie sieh die S udie enden in
ih en iel äl igen Kompe enzen, Hin e g ünden und Lebenssi ua ionen. Indi iduelle Un e schiede
on S udie enden we den in eine o enen, in ande en Wo en inklusi en, ba ie e eien Hoch-
schule, als Regel und nich als Ausnahme be ach e . Das o he genann e Ziel, nämlich die We -
schä zung on allen Menschen in ih e Viel al , is die Vo ausse zung ü die Ve wi klichung eine
O enen Hochschule.“ (Hochschule Ludwigsha en, 2015, S. 5)
Im Di e si ä smanagemen geh es um s uk u elle F agen des Hochschulhandelns. Was kann die
Hochschule als Ins i u ion un, dami die Ins i u ion S udie enden nich zu Un ech au g und be-
s imm e äuße e Pe sonme kmale das e olg eiche Le nen e schwe ode unmöglich mach ? In de
Un e scheidung on In eg a ion und Inklusion (Hinz, 2004, S. 45 .) könn e man sagen, dass das Di e -
si ä smanagemen in eg a i denk und Exklusionen nach ü die Sys emlogik eigen lich i ele an en
Me kmalen ausschließen will. Wie die He e ogeni ä au die Vollzüge des Hochschulleh ens und
-le nens wi k und ob die in eg a i e S a egie do übe haup zukun s ähig is , bleib außen o .
Deshalb geh diese Bei ag de F age nach, wie die He e ogeni ä au das Le nen wi k . Da es ü das
Le nmomen und die da in s a indende Kommunika ion ja a sächlich une heblich is , ob e hei a e-
e/un e hei a e e, a bei ende/nich a bei ende ode eiche/a me S udie ende in de Le nsi ua ion
si zen, abe nich , ob sie au me ksam, abgelenk , wide s ändig, gelangweil , übe zeug , e schlossen
usw. an diesen Le nsi ua ionen eilnehmen, in e essie en mich die Pe sonme kmale nich an sich,
sonde n die Fak o en, die au das Le n e hal en wi ken (Abb. 2).
Oli e Reis
22
Abbildung 2: Le n ele an e Fak o en (eigene Da s ellung).
Diese Fak o en können je nach Ausp ägungsg ad
• das Le nen di ek e hinde n, weil kogni i e ode auch kö pe liche Einsch änkungen die Bewäl i-
gung eine ges ell en Au gabe unmöglich machen,
• das Le nen einsch änken, weil die im Cu iculum o gesehene No malen wicklung au g und
ehlende Vo ausse zungen ode unzu eichende S a egien nich möglich is ,
• das Le nen ä ben, weil in das S udium eine bes imm e Pe spek i e au das S udium, die Bezie-
hungen im S udium, die be u liche E wa ung usw. eingeb ach wi d ode
• das Le nen indi ek beein lussen, weil sie au das Dasein in de Wel und dami auch das S udium
wi ken, wie z. B. eligiöse Vo s ellungen.
Das Di e si ä smanagemen kümme sich o allem da um, die exkludie enden Fak o en zu e min-
de n (Ba ie e eihei ode Assis enzen ü S udie ende mi kö pe lichen Einsch änkungen, En ze ung
de No malen wicklung ü e k ank e S udie ende usw.). Viele in den le z en Jah en neu ode e -
meh implemen ie e Un e s ü zungssys eme (Men o ing, Vo ku se, Schlüsselquali izie ungen usw.)
sollen e hinde n, dass die einsch änkenden zu exkludie enden Fak o en we den. Diese Ansä ze sind
ohne F age wich ig, abe sie bea bei en noch nich das P oblem, dass die ä benden und indi ek
beein lussenden Fak o en au die s uden ische Bewe ung des Hochschulle nens wi ken und dami
nich nu äuße e Spiela en des S udie ens sind, sonde n selbs zu einsch änkenden Fak o en we den
können, weil We e, Übe zeugungen ode Eins ellungen selbs massi das Le nen s eue n. Die ge-
genwä ige S a egie, au die scheinba p i a en Vo s ellungen mi Ach samkei und ansons en mi
achlichen Anpassungs o de ungen zu eagie en, g ei zu ku z. Die e schiedenen Fak o en üh en
insgesam zu eine ‚He e ogeni ä de s uden ischen Vo bewe ungssys eme‘, die die Hochschulen
o eine genauso wich ige (hochschuldidak ische) He aus o de ung s ell .
Zwischen s uden ische Di e si ä und achliche Homogenisie ung
23
2.2 Di e enzie ungen im Bewe ungssys em
Im nächs en Sch i geh es da um, dieses Vo bewe ungssys em mi seinen Elemen en und Wi kwei-
sen besse zu e s ehen. Ich beginne mi den We en: “Values e e o hings ha ha e wo h o us; in
b ie , he s u we ind impo an , desi able, p ecios o ‘ aluable’ in ou li es“ (K ebe , 2013, S. 84). Sie
sind A ak o en des Ve hal ens. Die klassischen We e heo ien wa en ühe o allem ma e iale
We heo ien, d. h., dass die We e unabhängig da on, ob sich Indi iduen an ihnen o ien ie en, an sich
gel en. Ma e iale We heo ien behaup en die objek i e We igkei de Dinge aus eine Seinso dnung
he aus (Piepe , 2001, S. 1105). We e we den heu e abe ehe als soziale Kons uk e gesehen (Kluck-
hohn, 1951, S. 395), die zugleich handlungslei ende Funk ion übe nehmen (Kmieciak, 1978, S. 150;
Kü zinge , 2014, S. 39). Von den ma e ialen Theo ien bleib , dass We e imme als e was ‚mich‘ Lei-
endes e leb we den, abe es is de gesellscha liche/ins i u ionelle Rahmen, in dem sich We e
ausbilden. Es wä e zwischen den ‚gewünsch en We en‘, die eine Handlungsp axis p ägen sollen, und
den We en, die die Handlungsp axis in ih en Handlungs egeln ‚ ak isch‘ p ägen, zu un e scheiden.
Co po a e Iden i y besch eib den P ozess eine Ins i u ion, die e such , au die ak ischen We e on
einem e wünsch en Lei bild aus Ein luss zu nehmen. Di e si ä is siche lich bei ielen Hochschulen
au de Lei bildebene angekommen und kann o allem da handlungso ien ie end wi ken, wo s a e
Ins i u ionsg enzen au geb ochen we den und in e - ode ansdisziplinä e P ozesse au Meh pe -
spek i i ä angewiesen sind. Hie wi d de We unk ional bedeu sam, weil e in de sozialen In e ak-
ion als si ua ions- und objek übe g ei ende E wa ungs ahmen unk ionie . We e scha en so
Ve lässlichkei und Ve au hei ; sie unk ionie en deshalb g undsä zlich homogenisie end (Somme ,
2016, S. 141, 163 .) - pa adoxe weise auch de We de Di e si ä . Na ü lich können in e pe sonale
‚We ekon lik e‘ au e en, wenn Indi iduen mi un e schiedlichen We o s ellungen in Ins i u ionen
koope ie en müssen, sodass bei di ek e soziale In e ak ion un e schiedliche We e ak i sind. Es gib
auch in ape sonale We ekon lik e, wenn z. B. ein Indi iduum p i a e und ins i u ionelle We o s el-
lungen in Beziehung se zen muss.
Solche Phänomene machen e s ändlich, wa um bes imm e sozial e wünsch e We e o z ih e
handlungslei enden Funk ion nich ein ach di ek kausal wi ken, sonde n o in au onomen, nach
eigene Logik o genommenen Bewe ungen e echne we den. Gleichzei ig s ehen hin e Hand-
lungen imme bes imm e We e, nu ielleich nich imme die sozial e wünsch en. Ins i u ionen
wollen deshalb übe We e au die indi iduellen Handlungen zug ei en. Nu können sie We e nich
on außen e o dnen. We e we den on den Indi iduen in eigens ändigen We bildungsp ozessen
ausgebilde , die zwa wiede on de sozialen Umgebung mi bes imm , abe eben nich de e minie
we den (Mok osch, 2013, S. 51 .). Dadu ch en s ehen zwei Spannungen, die sich auch nich ineinan-
de au heben: 1. Indi iduen e leben We e als eine ü das eigene Handeln mach oll-a ak i e äuße-
e Handlungs o m und wählen die lei enden We e. 2. Menschliche G uppen se zen handlungslei en-
de We e und scha en dami we hal ige Umgebungen, können diese We e abe nich du chse zen,
sonde n sind au eigens ändige Adap ion angewiesen. Kann und soll e die Ins i u ion We e nun
eigeben, um diese Adap ion in F eihei zu e möglichen? Ode soll e sie besse die We eeinhal ung
kon ollie en, weil de We so wich ig is , und da ü seine Anziehungsk a beschädigen?
Fü die Hochschulen sind das zen ale F agen, denn au de lokalen Handlungsebene konku ie de
We de Di e si ä mi ande en We en.
Oli e Reis
30
Sozialpädagogische Beziehungsa bei is imme eine s ell e e ende Deu ung ü ande e. In den
sozialpädagogischen Maßnahmen is die G unds uk u zu e hal en, „Maßnahmen zu Au ech e hal-
ung de Wü de und In eg i ä des Menschen zu e en“ (Szczy ba, 2003, S. 17). Fü das S udium
bedeu e dies, dass neben den nö igen Rech sno men und Maßnahmen o allem das be u liche
E hos in de s ell e e enden Deu ung selbs geschul we den muss.21
Selbs wenn man da on ausgeh , dass sich a) in jedem Fach und S udiengang ein solche P o essions-
bezug ausmachen läss , de ein bes imm es be u liches E hos e wa e , und dass b) dieses be u liche
E hos auch g undsä zlich das S udium p ägen soll, bleib dami e deck , dass die be u liche und
wissenscha liche P axis und dami auch die Leh p axis nich iden isch sind. Le z e e en s eh in ei-
nem eigenen Sys em und kann sich ielleich an dem be u lichen E hos als F emd e e enz o ien ie en,
abe sie wi d ih e eigene Au gabe, den disziplinä en Disku s zu üh en, zu ep oduzie en und in de
Leh e didak isch zu inszenie en, nach eigenen Regeln bea bei en. Na ü lich läss sich das be u liche
und das wissenscha liche E hos leich kong uen denken, wenn man bei Le z e em an Re lexi i ä ,
Plu ali ä de Pe spek i en ode Wah ha igkei denk . Übe sehen wi d abe , dass solche We e in den
Hochschulo ganisa ionen mi ande en We en wie E izienz, Fo schungso ien ie ung ode Leh zen -
ie hei in Konku enz s ehen und sich so in de Leh e eine achkul u elle P axis ausbilde , die nu
noch indi ek mi den P o essionsbezügen in Kon ak s eh .
2.3.2 Die Hochschulleh e als habi ualisie ende P axis
Die Habi ualisie ung de Hochschulleh e is on de Hochschuldidak ik schon in den 1980e Jah en
beobach e wo den, damals alle dings seh k i isch. Ge ha d Po ele und Ludwig Hube beziehen sich
in ih e Analyse de Habi ualisie ung an de Hochschule g undlegend au Bou dieu und Passe on, die
ih e sei s den Habi us als gemeinsame koo dinie e G undhal ungen e s ehen, „die inne halb eines
Gesellscha ssys ems das Ve hal en on Mi gliede n de gleichen Klasse in den e schiedens en Le-
bens- und A bei sbe eichen p ägen, selbs wenn dieses Ve hal en seine spezi ische Fo m den Eigen-
gese zen de jeweiligen Subsys eme e dank “ (Bou dieu & Passe on, 1972, S. 49). Weil de Habi us als
Wah nehmungs-, Denk-, Beu eilungs- und Ak ionsschema a das Handeln o s uk u ie , unk ionie
e als sozialisie e und o zdem indi idualisie e daue ha e Disposi ion (Bou dieu & Passe on, 1972,
S. 49), übe die zum einen gesellscha liche Wi klichkei als soziale G amma ik kons i uie wi d und
zum ande en Inklusion und Exklusion o ganisie we den (Po ele & Hube , 1983, S. 97).
Als spezi isches Me kmal des akademischen Habi us sehen Po ele und Hube das Selbs e s ändnis,
„sich als Sp achgemeinscha de ein a ionalen A gumen a ion“ zu e s ehen, die „dami ih e Rech e
als P o ession und ih en An eil an de Mach “ (ebd., S. 99) legi imie . Die S udie enden begegnen
diesem Habi us konk e im ach- bzw. p o essionsspezi ischen Habi us, de Wi klichkei au bes imm e
Weise egelgelei e bea bei e ode die Bea bei ungs egeln selbs egelgelei e ans o mie (ebd., S.
100). Die S udie enden sind zwa Hochschulangehö ige, abe mi de Imma ikula ion nich au oma-
2 Fü die Hochschuldidak ik, die z. B. Gabi Reinmann in ih em Vo ag zum „Eigensinn de Hochschuldidak ik“ ( e ügba
un e : h ps://www. h-koeln.de/hochschule/dghd17_48892.php) au de 46. DGHD-Tagung explizi als pädagogische Be-
ziehungsa bei denk , s ell sich au de Me a-Ebene die F age, wie sie selbs mi de s ell e e enden Deu ung umgeh .
An diese ungeklä en no ma i en F age häng m. E. die Spannung zwischen den Fäche n und de allgemeinen Hoch-
schuldidak ik. Is die Hochschuldidak ik zu s ell e e enden Deu ung be ech ig und nimm sie diese p o essionell wah ?
Zwischen s uden ische Di e si ä und achliche Homogenisie ung
31
isch Teil de P axis. Sie müssen sich die Teilnahme e s in ih em Als-ob-Ve hal en e dienen. Die
S udie enden zeigen sich im S udie en als habi us auglich ode nich . Pa adox is , dass die Adap ion
des Habi us bedeu e , eine sei s die achlichen Bea bei ungs egeln ep oduzie end au zunehmen und
ande e sei s mi ihnen indi iduell p oduk i zu we den. De achspezi ische Habi us e kö pe diese
Regeln wenige im Le ngegens and (im Cu iculum, in Leh büche n und Le nsi ua ionen), sonde n in
de sozialen P axis de S udie enden un e einande und mi den Leh enden in ih e Kleidung, S u-
die gewohnhei en, Kommunika ions- und Ve we ungs a ionali ä on Wissen und eben spezi ischen
We en (ebd., S. 101). De achspezi ische Habi us e a bei e das nach außen kommunizie e We -
eihei spos ula de einen kogni i en Ra ionali ä , de En pe sonalisie ung o male En scheidungs-
p ozesse hin zu eine inalisie enden und unk ionalisie enden We wi klichkei des Habi us, z. B. in
P ü ungen. Bewe e wi d eben nich nu Sachkenn nis, sonde n die P äsen a ion de Habi us ep o-
duk ion. De Umgang mi diese Spannung e o de die s ä ks e kons uk i e Anpassung (ebd., S.
102).
Zugleich be onen Po ele und Hube (1983), dass das S udium keine geschlossene Wel is , z. B. du ch
die Kommunika ion mi ande en S udie enden, den s uden ischen Hil sk ä en und den wissenscha -
lichen bzw. nich -wissenscha lichen Mi a bei e *innen ode auch schlich du ch die Teilhabe an
e schiedenen Fachkul u en en s ehen Subkul u en, die den achkul u ellen Habi us e s ä ken,
ko igie en ode komplemen ie en (ebd., S. 104 .). Dadu ch können sich S udie endeno ien ie ungen
s abilisie en, die sich mi eigenen Zen alwe en zum Habi us e hal en: wissenscha so ien ie ,
be u so ien ie , p ü ungso ien ie und am s uden ischen Leben o ien ie (ebd., S. 108). En schei-
dend is , dass diese O ien ie ungen nu dann e olg eich am Sys em eilhaben, wenn sie au ih e
Weise den Habi us un e s ü zen. Soll e sich die Be u so ien ie ung gegen den wissenscha lichen
Vollzug des Fachhabi us s ellen, wä e ein S udiene olg seh unwah scheinlich. Ein S udienabb uch
wi d in diese Pe spek i e sys emisch e zeug , wenn die Aus o mung des Zen alwe es nich meh
om Sys em als habi usadäqua bes ä ig we den kann. Diese besch iebene Fo m de Hochschulhabi-
ualisie ung pass eine sei s gu zu de om Wissenscha s a ge o de en, so als wä e die ak ische
Habi ualisie ungsp axis genau schon die ge o de e. Ande e sei s übe sch ei e de Wissenscha s a
die gegenwä ige Habi ualisie ung in zwei Rich ungen in die de Be u so ien ie ung und de indi idu-
ellen Pe sönlichkei . Dass de Wissenscha s a au die Be u so ien ie ung bes eh , ha dami zu un,
dass die geleb e Habi ualisie ung diesen Zen alwe endenziell ma ginalisie und e s die S udien-
s uk u e o m mi de Kompe enzo ien ie ung Bewegung in das Ve häl nis on Be u so ien ie ung
und Hochschulbildung geb ach ha (Wissenscha s a , 2015, S. 42-58, 65). Die Be onung de indi i-
duellen Pe sönlichkei ha ih e U sache da in, dass eine na ü liche Passung zwischen dem Fachhabi-
us und den on den S udie enden mi geb ach en Bewe ungssys emen – u. a. mi eine s a ken
P axis- bzw. Be u so ien ie ung (Ba gel, 2015, S. 29; Wissenscha s a , 2015, S. 50-54) – au g und de
zunehmenden S udie endenhe e ogeni ä imme unwah scheinliche wi d. De Wissenscha s a
eib also eine komplexe akademische Kompe enzo ien ie ung o dem Hin e g und des Kompe-
enzbeg i s on Weine konsequen o an (HRK, 2012, S. 22 .) und o de on den Hochschulen, das
be u liche E hos als Lei bild im achlichen Le nen e ns zunehmen. Dieses gesoll e E hos is du ch den
P o essionsbezug auch legi imie . Fü die ak ische achkul u elle Habi ualisie ungse wa ung gil
dies so ohne Wei e es nich .
Oli e Reis
32
2.4 Die Reak ionen de s uden ischen Bewe ungssys eme
Aus Sich de Fo schung zu S udieneingangssi ua ion wi d deu lich, dass de achkul u elle Habi us
au die He e ogeni ä bishe mi de Ve s ä kung de Anpassungse wa ungen eagie . Die Zahl de
P ü ungen, die inhal liche S o dich e, die En kopplung on P axis- und Be u so ien ie ung, sowie das
Alleingelassensein mi de T ans o ma ion de indi iduellen A bei ssys eme üh en zu massi en Mo i-
a ions ans o ma ionen, die sowohl die Bedeu samkei als auch den Eind uck on Kon ollie ba kei
einsch änken (Reis, 2018). Du ch die hohe No ma i i ä und die And ohung on Exklusion du ch
s udienbeglei ende P ü ungen on Beginn an we den das e lexi e und das impulsi e Sys em en -
koppel , was zu eine lose-lose-Si ua ion üh :
„Ein da an anschließende Be und aus den Be agungen und Diskussionen mi den S udie enden
e weis au die en äusch en E wa ungen, die die S udie enden hema isie en. Die S udie enden
haben an das S udium, an das Le nen im S udium ganz bes imm e E wa ungen, die sich om
schulischen Le nen abg enzen. Alle dings besch eiben die S udie enden ih E leben im S udium
als Fo se zung des schulischen Le nens un e e schä en Bedingungen. Die S udie enden e -
wa en ‚ak i e Le np ozesse‘. Dies spiegel sich in de Bewe ung de ihnen bedeu samen Leh -
und Le n o men in de S udieneingangsphase wide . Die Leh enden wiede um o mulie en ih e
En äuschung hinsich lich des Leis ungsni eaus de S udie enden, welches beispielsweise genau
du ch die on den S udie enden p oblema isie en Le n o men he o geb ach we den soll, weil
mi diesen G undlagen gescha en we den sollen. Hie zeig sich eine spezi ische Vo s ellung on
G undlagen, die wie ein ,Speiche ‘ unk ionie en. Diese Speiche muss e s ge üll we den, um
dann au einem wissenscha lichen Fundamen P obleme und Au gaben zu lösen.“ (Kossack e al.,
2012, S. 20)
Die Hochschuldidak ik mach sei Langem da au au me ksam, dass die Auswahl und cu icula e
Ano dnung de Inhal e, die Ges al ung de Le n- und P ü ungs o men einem didak ischen Kalkül
un e liegen, um die Mo i e de Leh enden und S udie enden au gemeinsame In e essen auszu ich-
en (Kossack e al., 2012, S. 23). Dieses didak ische Kalkül un e schä z o enba die inalisie ende und
unk ionalisie ende We wi klichkei des achkul u ellen Habi us. Diese Habi us o m sich in allen
Begegnungen mi de Ins i u ion, abe besonde s in de Leh e und ih em Ve häl nis zu den P ü un-
gen. Die O enhei des Denkens, die wah hei sbezogene a ionale Auseinande se zung, die Plu ali ä
on Pe spek i en wi d imme noch om Habi us ge o m und in Regeln ou inisie . P ü ungen sind in
diese Pe spek i e nich nu eine Übe p ü ung des angeeigne en achlichen Wissens, de Me hoden
usw., sonde n imme auch eine Übe p ü ung de Anpassung an den Habi us. Nich -Anpassung üh
zu Abwe ung ode Selek ion (Po ele & Hube , 1983, S. 102). Von dahe is es kein Wunde , dass die
S udie enden hie den s ä ks en Anpassungsd uck e leben und die beobach e e Viel al an s uden i-
schen Zen alwe en de Wissenscha s-, Be u s-, P ü ungs- und pee -g oup-O ien ie ung (ebd., S. 108)
heu e ehe noch wei e eingesch änk wi d.
Pe e Kossack in e p e ie die Mo i ans o ma ion nich nu als passi en Ak , sonde n im Sinne de
T ansi ions o schung als ko-kons uk i en:
Zwischen s uden ische Di e si ä und achliche Homogenisie ung
33
„Die S udie enden besch eiben diesen Umgang, de u.a. unmi elba in den Leh e ans al ungen
übe die F age nach de P ü ungs ele anz des du chzunehmenden ode du chgenommenen S o -
es sich ba wi d, als no wendig, als ohnmäch ige Übe lebenss a egie, die on den S udienbe-
dingungen und -an o de ungen he dik ie wi d. An diese S elle lieg eine Ve einsei igung de
S udieneingangsphase du ch die S udie enden o : eine Übe eibung de Bedeu ung de P ü-
ung, legi imie du ch die an sie ges ell en An o de ungen in de S udieneingangsphase. Die
Übe eibung könn e abe auch eine Funk ion haben. Mi ih e Hil e scha en sich S udie ende ei-
nen Raum, de sie o eine Ve ände ungszumu ung schü z . Es handel sich um die Zumu ung
sich im S udium zu e ände n, ande s zu we den, eine akademisch- achliche Iden i ä zu en wi-
ckeln, ande s zu denken und zu handeln. Im Anschluss an de Ce eau läss sich die Übe eibung
als Wide s ands ak ik in e p e ie en: Die S udie enden e wenden ein Sys em, das nich das ih e
is , das ande e kons uie und e b ei e haben. Indem die P ü ungen, die ja ein objek i e Be-
s and eil de S udiengänge sind, zu dem das S udium o ganisie ende P inzip we den, geb auchen
sie das S udium au eine Weise, die geeigne e schein , sich dem zu en ziehen, was S udium auch
is ode sein soll: Ini ia ion, Sozialisa ion, In eg a ion in eine wissenscha liche Ins i u ion und ei-
nen akademischen Habi us.“ (Kossack, 2012, S. 98)
Die S udie enden bilden einen eigens ändigen, angepass en und zugleich sys emwide s ändigen,
eak an en Habi us aus. Diese Habi us en s eh als e olg eiches Anpassungsmodell eine in ojizie -
en Handlungs egula ion, bei de die ex e nen Handlungse wa ungen auch ohne äuße e Handlungs-
ans öße ollzogen we den, die Handlungs egula ion abe wei e hin om indi iduellen Selbs sepa-
ie bleib (Deci & Ryan, 1993, S. 227).
2.5 De Habi uskon lik
Abbildung 7: De Habi us-Kon lik (eigene Da s ellung).
Die achkul u ellen Habi ualisie ungse wa ungen in de Übe nahme bes imm e We e, Eins ellun-
gen, Übe zeugungen und da in eingebe e die achspezi ischen Kenn nisse, Fe igkei en und Fähig-
kei en, e en also au die s uden ischen Bemühungen, einen Pla z im Sys em zu e hal en. Au sei en
de S udie enden liegen in ielen Fällen selbs zu Fachkul u a ine P o essionalisie ungswünsche
o , die du chaus passende We e, Eins ellungen, Übe zeugungen und auch Vo kenn nisse, Fe igkei-
en und Fähigkei en be ei s ellen.
Oli e Reis
34
Abe – und das is Me kmal de He e ogeni ä au sei en de S udie enden – gleichzei ig b ingen die
S udie enden auch nich -a ine Vo bewe ungen in das S udium mi , die dem Fachhabi us di ek
wide sp echen, ihn nich un e s ü zen ode neu alisie en. Du ch die zugenommene adminis a i e
S uk u können S udie ende diesen Kon lik kal s ellen, solange sie die P ü ungse wa ungen e üllen
und in dem oben besch iebenen p agma ischen Habi us im Sys em angepass und zugleich wide -
s ändig e bleiben. Da das Sys em die zumindes o mal e olg eichen S udie enden b auch , um sich
selbs als e olg eich besch eiben zu können, bleib diese Kon lik auch on Sei en des Sys ems kal
– mi de Folge, dass wede das Hochschulsys em noch die S udie enden die In e ak ionen du ch üh-
en können, die sie selbs eine Hochschule zusch eiben.
Um diesen Kon lik zu bea bei en, bie e die Un e scheidung zwischen den a inen und nich -a inen
Vo bewe ungsan eilen einen Zugang. Denn die S udie enden sind on ih en achlichen Vo kenn nis-
sen he , ih e Be ei scha , die An o de ungen anzunehmen, du chaus au das S udium einges ell .
Abe in de Kon on a ion mi dem achlichen Habi us wi d deu lich, dass die je nach S udiengang
un e schiedlichen An o de ungen in de A des Le nens, an die quan i a i e In o ma ions e a bei-
ung, die Komplexi ä s e a bei ung, die Ans engungsbe ei scha , die K ea i i ä , die Selbs diszipli-
nie ung, die Anpassungsbe ei scha im Lebenss il ode an den Sp achcode, die S udie enden dann
doch noch einmal massi he aus o de n. Ob de Passungsg ad aus eich ode nich , zeig sich e s in
de konk e en Leh -Le n-In e ak ion, wenn ü bes imm e achliche Ziele die Leh enden eine be-
s imm e Selbs o ganisa ion e wa en, die in ih em Typ om Habi us ge ä b is .
Au de Basis diese Übe legungen sollen nun d ei S a egien un e schieden we den, mi diesem
Habi uskon lik umzugehen.
3 Die (didak ischen) Bea bei ungsmöglichkei en des Habi uskon-
lik s
3.1 Die S a egie des Anpassungszwangs
Diese Kon lik läss sich als e s e Op ion au g und de s a ken Bedeu ung des Fachhabi us als gel en-
de P axis zu dessen Guns en au lösen. Die No m ü die didak ischen En scheidungen lieg hie einsei-
ig beim achlichen Habi us. Dies läss sich auch beg ünden. Denn wenn o z alle In eg a ionsbemü-
hungen die S udie enden die E wa ungen nich e üllen, dann bes eh ge ade die Kompe enzo ien-
ie ung da au , dass auch en sp echende Selek ionsen scheidungen zu e en sind. Hie wi d zwi-
schen de be u lich-p o essionellen We o ien ie ung und dem achkul u ellen akademischen Habi us
nich wei e un e schieden. Le z e es is aus Sich de Hochschule Vo ausse zung ü E s e es. Un e -
suchungen zu S udieneingangsphase machen deu lich, wie wei gehend ungeb ochen die Hochschu-
len diese Op ion wählen. Die Hochschulen p äsen ie en sich o z alle ande en Absich en ge ade in
den e s en S udienabschni en übe die quan i a i e Rep äsen a ion s eng klassi izie e Wissens-
s uk u en mi eine s a ken disziplinä en Rahmung, die wenig He e ogeni ä au nehmen kann (Wild ,
1985, S. 101 .) und o de n die S udie enden zu achlichen, o ganisa o ischen und pe sonenbezoge-
nen Anpassungsleis ungen bis an die G enze de Belas ba kei he aus (Bosse & T au wein, 2014, S.
49). Die Un e s ü zungssys eme we den di e enzie e , bleiben abe in eg a i angeleg und bewe -
Zwischen s uden ische Di e si ä und achliche Homogenisie ung
35
en den E olg an de Sys emadap ion, auch wenn diese ie in das Selbs e s ändnis eing ei (Haak,
2017, S. 281-283).
Abbildung 8: Didak ische Un e s ü zung als zi kulä e Anpassung (Haak, 2017, S. 281).
Die G enze diese Op ion wi d an de T ans o ma ion de Mo i a ion deu lich, au die die Un e su-
chungen zu S udieneingangsphase au me ksam machen. Denn selbs wenn eine hohe Passung de
An o de ungen mi de in insischen Mo i a ion o lieg , bewe en S udie ende die S udiensi ua ion
schon im e s en S udienjah in g oße Meh hei als demo i ie end – selbs wenn sie das S udium
schon ex insisch mo i ie angehen (B ahm e al., 2017, S. 469). B ahm e al. machen in ih e Lang-
zei s udie da au au me ksam, dass e s bei den S udie enden, die das e s e Jah ‚übe leben‘, die
F eude übe das eigene Leis en im Sys em und dami auch die Mo i a ion zu ückkeh en (ebd., S. 469),
wenn die Anpassung bzw. die Selek ion abgeschlossen sind. Es is imme noch so, dass die achkul u-
elle Passung und nich die In elligenz ode die o male S udie ähigkei selek ie (Kolb e al., 2006, S.
200).
De oben schon besch iebene neue p agma ische Habi us, de o allem am Zen alwe de P ü-
ungso ien ie ung en s eh , is ü mich ein deu liche Hinweis au die Folgen, wenn die Hochschulen
He e ogeni ä übe die In eg a ion in den Fachhabi us e a bei en und dabei Di e si ä als G undwe
nich meh lei end is . E un e läu nich nu die komplexen S udienziele, die in diesem Kon lik ga
nich meh zu e eichen sind, e beschädig le z lich auch den achlichen Habi us selbs .
Oli e Reis
36
Denn auch wenn de achliche Habi us ge ade du ch die P ü ung seine No ma i i ä siche , so s eh
im Zen um de Leh e doch de Disku s achliche E kenn nisp ozesse, die du ch die P ü ungso ien ie-
ung ehe zum bloß e mi elnden Un e ich mi s a k ex insischen Mo i a ionss uk u en wi d.
Abe na ü lich is diese Op ion du chaus s abil: Die Hochschulen ollziehen ih e P axis, die S udie en-
den passen sich unk ional an, um die nö igen P ü ungen zu bewäl igen und punk uell in e essan e
Le nsi ua ionen zu e leben. Die De o ma ion des Le nens bleib hin e imme besse we denden
No en gu e bo gen. Und die Hochschuldidak ik? Sie kann einiges echnisches Knowhow anbie en,
um die In eg a ionsp ozesse zu un e s ü zen.
3.2 Die inklusi e S a egie
Eine zwei e Op ion wä e, die S udieneingangsphase ganz nah an den s uden ischen Mo i a ionen
auszu ich en und du ch g oße O enhei gegenübe abweichenden We en, Eins ellungen und Übe -
zeugungen das S udium adikal als eien s uden ischen, inklusi en Le n aum zu e s ehen. Hie läge
die No m des achlichen Le nens bei de indi iduellen s uden ischen Le nen wicklung. Diese Op ion
wü de den achkul u ellen Habi us in seine sozialisie enden Funk ion bändigen und die achlichen
Kenn nisse, Fe igkei en und Fähigkei en als habi us eie Wel ges al ungs echniken anbie en. Diese
Op ion nimm die gesellscha lichen Indi idualisie ungs- und Deins i u ionalisie ungs endenzen au ;
sie könn e o allem die nega i e Mo i a ions ans o ma ion beein lussen. Sie ha alle dings gleichzei-
ig das P oblem, dass die Legi imie ung de Hochschulen zu Selek ion mi de en Wäch e unk ion
übe die P o essionalisie ung ü sensible Handlungs elde e bunden is (s. o.). Bei alle Wahl eihei
und Ges al ung soziale Le no e is es deshalb auch aus S udie endensich nu wenig sinn oll, wenn
diese scheinba ei on ex e nen No men ges al e we den, als gäbe es keinen no ma i en achkul u-
ellen Habi us, de die Angemessenhei des achlichen Handelns legi imie . Denn es is ge ade die im
Habi us no ma i abgesiche e Wel pe spek i e, die das achliche Wissen als handlungsbedeu sam
kons i uie (Neuweg, 2010, S. 37-39). Eine unk ionale T ennung zwischen den we o ien ie en
Ve hal ense wa ungen und dem achlichen Wissen is nu mi einem objek i is ischen Wissens e -
s ändnis möglich, das zwischen dem Inhal (Wissen) und de äuße en Fo m (Wissenscha sp axis)
un e scheiden müss e. Ta sächlich abe un e lieg Wissen de No wendigkei , dass es in de disziplinä-
en Wissenscha sp axis e i izie und alsi izie wi d. Und diese P axis un e lieg ih e sei s habi uel-
len Bedingungen, die die Angemessenhei de U eile beg ünden. Vom Habi us en koppel e achliche
‚Wissens heken‘ üh en deshalb ge ade nich zu P o essionalisie ung. Die be u liche Umwel und die
S udie enden selbs haben auch kein In e esse da an, om achlichen E hos en koppel e Le nwege zu
gehen, die nachhe nich zu g undsä zlich s anda disie en Ausbildungszielen üh en. Sie haben
ielmeh ein In e esse da an, dass das achliche E hos sich selbs übe sch ei e , um sie wah zuneh-
men, mi zunehmen und mi ihnen gemeinsam zu le nen (Ba gel, 2015, S. V; Haak, 2017, S. 35).
Konzep e wie die ‚O ene Hochschule‘, bei denen sich „die Hochschule als O ganisa ion an den S udie-
enden, in ih e ganzen Viel al o ien ie “ (Hochschule Ludwigsha en, 2015, S. 5), ma kie en siche
einen Pa adigmenwechsel im Selbs e s ändnis de Hochschulen. Die Hochschulen können sich als
Kon ex de S udie enden e s ehen, in den die S udie enden mi ih en „ iel äl igen Kompe enzen,
Hin e g ünden und Lebenssi ua ionen“ (ebd., S. 5) ein e en und sich nach eigenen Vo s ellungen
en wickeln. Alle dings b ich sich diese Pe spek i e schon in den Di e si ä smanagemen -Konzep en
selbs , die ja das O ganisa ionshandeln nach eigene Logik o ien ie en sollen. Schau man dann au
Zwischen s uden ische Di e si ä und achliche Homogenisie ung
37
die Ope a ionalisie ung, geh es um die Flexibilisie ung des Kon ex es, ohne das No mp oblem anzu-
gehen:
„Bei dem Vo haben [de O enen Hochschule] geh es im Wesen lichen um o ene Bildungswege
ü eine di e se S udie endenscha : Ziel des P ojek es is es, die bes ehenden S udiengänge so
lexibel zu ges al en, dass un e schiedliche S udienwege, S udiengeschwindigkei en und P ä-
senzzei en – sei es ü das gesam e S udium ode auch nu eine beg enz e S udienzei – möglich
sind. Es handel sich dabei um einen O ganisa ionsen wicklungsp ozess, de die gesam e Hoch-
schule be i .“ (Hochschule Ludwigsha en, 2015, S. 3)
Schon diese Flexibilisie ung wi d die Hochschulen in ih e in eg a i en K a ü den achkul u ellen
Habi us he aus o de n, abe die Selek ionsen scheidungen bleiben übe die P ü ungen wei e an den
s uk u ell e anke en Habi us gebunden.
Es geh zum ande en um das Disk iminie ungs e bo en lang on ü das Le nen nich ele an en
Pe sonme kmalen:
„Alle Mi gliede de Hochschule sollen We schä zung e ah en sowie ai und gleichbe ech ig
behandel we den, unabhängig on Geschlech , Al e , He kun , Behinde ung, sexuelle O ien ie-
ung, e c..“ (Hochschule Ludwigsha en, 2015, S. 4)
Dieses Ve bo is an sich nich sinnlos, denn noch imme we den Menschen en lang solche Me kmale
auch in de Hochschule disk iminie , abe dami wi d die He e ogeni ä wei e im Sinne eine achkul-
u ellen Homogenisie ung bea bei e , so dass sich die iel äl igen Po enziale imme da an messen
lassen müssen, ob sie unk ional zu P axis passen.
Die konsequen e Umse zung de zwei en Op ion wü de zwa dem inklusi en Pa adigma olgen, abe
in den gegenwä igen O ganisa ionen ha sie keinen Pla z. Die seman ische Behaup ung s öß au
konku ie ende We e – wie eine s abile, du ch Rou inen en las e e P axis – und ha auch zu wenig
e lek ie , wie in einem solchen o enen Rahmen P o essionalisie ung möglich is .
Die Hochschuldidak ik kann siche neben de echnischen Un e s ü zung de Fäche , Le numgebun-
gen zu op imie en Adap ion des achkul u ellen Habi us zu en wickeln, die Fäche auch mi T ai-
nings zu eine di e si ä sbezogenen Hal ung un e s ü zen. Hie haben sich du chaus gu e Angebo e
en wickel . Au ällige weise bleiben diese T ainings abe als Add-Ons on den Ku sen zum Leh en,
Le nen und P ü en en koppel . Und wenn in Wo kshops zum kompe enzo ien ie en P ü en die F age
nach de Bedeu ung des indi iduumsbezogenen Maßs abs im P ü en ges ell wi d, de indi iduelle
Ziele en wicklungsbezogen denken könn e, he sch nu noch Ra losigkei .
Oli e Reis
38
3.3 Die S a egie de ezip oken P axis
Die Konzep ion des Wissenscha s a es deu e eine d i e Op ion an, die den no ma i en achkul u el-
len Habi us in seine bildenden Funk ion du chaus e ns nimm , ohne ihn in eine bloß au o i ä e
Posi ion gegenübe den S udie enden- und den Umwel e wa ungen zu se zen. Gu e Leh e is ezip-
ok: Sie leb on S udie enden, die sich au die E wa ungen des Sys ems eins ellen, abe auch on
S udie enden, die das Sys em mi ih en ans o ma i en und k ea i en Po enzialen lebendig hal en;
on Leh enden, die ih Fach mi ollem Gel ungsansp uch e e en und es im Disku s kon ingen
se zen. Im Zen um wü de dann eine spezi ische kompe enzo ien ie e Leh -/Le nkul u s ehen, die
eine eigene gemeinsame Habi ualisie ung de Leh enden und S udie enden ü den konk e en Le n-
p ozess o ausse z (Co es & Reis, 2016, S. 178-184; Bosse & T au wein, 2014, S. 58). Die einzige
legi ime No m sind hie die Kompe enze wa ungen, die on den Hochschulen aus dem achlichen
Habi us mi Blick au die be u sbezogenen Ausbildungsziele und die s uden ischen Vo ausse zungen
he aus beg ünde we den. Das Ziel wä e also, dass sich die konk e e Leh e als gemeinsam kons uie -
e, imme no ma i e P axis eine eigene Basis in den Vo bewe ungssys emen e scha , die das e -
olg eiche P o essionalisie ungsle nen b auch und dabei den Habi us-Kon lik zwischen dem Fach-
habi us, den ealen s uden ischen Vo bewe ungssys emen und dem neuen p ü ungso ien ie -
p agma ischen S udienhabi us anspa en mach . Diese P axis leb da on, dass die S udie enden zu
Bewe ungen kommen, die sich aus all agswel lichen Mus e n lösen, die das achliche Le nen blockie-
en. Ande e sei s wi d bei diese Op ion auch nich e lang , dass das komple e Bewe ungssys em
dem Fachhabi us un e geo dne wi d. Die Op ion o de deshalb sowohl on den Leh enden als auch
on den S udie enden eine Übe p ü ung und Ve ände ung de o lau enden Bewe ungen du ch
We e, Eins ellungen und Übe zeugungen.
Fü die d i e Op ion e gib sich aus dem Con ol-Value-Modell die Au gabe, posi i e Bewe ungen ü
eine iden i izie e Handlungs egula ion zu e möglichen, bei welche de Selbs bes immungsg ad
du ch die Iden i ika ion mi den in de Handlung ge o de en We en seh hoch is (Deci & Ryan, 1993,
S. 228). Da ü is es ü das achliche Le nen nö ig, e s ens unpassende Elemen e in den gene alisie -
en Vo bewe ungssys emen zu blockie en, zwei ens die Bedeu samkei , das ‚Wozu?‘ de Kompe enz-
en wicklungse wa ung zu e s ä ken (Reis, 2014, S. 93-96) und d i ens au die Kon ollmöglichkei
de Si ua ion du ch die S udie enden zu ach en. Un e diesen Bedingungen sind im Rahmen des
gemeinsamen Handelns und du ch beglei ende Me a-Kommunika ionen a sächlich auch Ve ände-
ungen in den Vo bewe ungssys emen möglich (ebd., S. 332-334).
Fü die S a egie de ezip oken P axis wä e es wei e nö ig, dass zu Di e enzie ung de im schuli-
schen und hochschulischen Le nen gene alisie en Bewe ungsmus e das e lexi e Sys em be eilig
wi d, um z. B. die Pe spek i en de Leh enden mi den eigenen ü die konk e e Le nsi ua ion zu e -
sch änken ode um hinde liche Impulse zu dämp en. He e ogeni ä in den s uden ischen Vo bewe -
ungssys emen is a sächlich e s einmal ein P oblem. Denn sie kann nu im meh pe spek i ischen
Disku s p oduk i we den, wenn ein gemeinsame p o essionso ien ie e Rahmen ü das Le nen
ge unden we den kann. Genau diese Rahmen abe e o de g oße Kapazi ä en des e lexi en Sys-
ems, die nu au geb ach we den, wenn die An o de ungen auch om impulsi en Sys em, also den
ie mi Emo ionen e bundenen We en, Übe zeugungen und Eins ellungen mi ge agen we den.
Die P axis de d i en Op ion wi d sich olglich um die eigene Emo ionalisie ung kümme n müssen,
Zwischen s uden ische Di e si ä und achliche Homogenisie ung
39
um das impulsi e Sys em au die Kompe enze wa ung auszu ich en. Die Kompe enzo ien ie ung
wi d in diese Op ion zu eine A ena e schiedene K ä e au Sei en de Leh enden und de S udie-
enden, die sich e s in de ezip oken Beziehungsges al ung ü die Kompe enze wa ung aneinande
aus ich en können (Reis e al., 2018). Es s ell sich die F age, ob die Hochschulen und Fäche in de
Lage sind, die S udie enden als Subjek e de gemeinsamen P axis zu beg ei en, die sie an ih e eigene
inne e achliche He e ogeni ä , ih e selbs k i ische Wah hei s indung im k i ischen Disku s ode ih e
G enzen im Wissen e inne n – da an, dass die Hochschulleh enden ge ade in de Asymme ie de
Mach und in de Habi use wa ung eine dienende, e kenn nisun e s ü zende Funk ion haben.
Im skizzie en Ansa z wi d de konk e en Aushandlung in de wechselsei igen Asymme ie de Leh-
enden und S udie enden iel zuge au . Die G enze de Aushandlung bes eh in de wei e gel enden
No ma i i ä de Ziele und de e alua i en P ü ungsins umen e, de bewuss en Übe nahme de
Selek ions- und Alloka ions unk ion on Hochschulen ü gesellscha lich ele an e Au gaben. Nich
jede Fo m on He e ogeni ä inde ih en Pla z, nich jede Indi iduali ä is gleichwe ig. Es is möglich
und e laub , einen Bildungsp ozess an eine Hochschule aus eigenem Willen abzub echen, weil die
Kompe enze wa ungen Bewe ungen e o de n, die ein Indi iduum nich als seine eigenen übe -
nehmen kann. Es is auch legi im, indi iduelle Bildungsp ozesse du ch die Hochschule als Ins i u ion
zu beenden, die eine achlich o gezeichne e Kompe enzen wicklung nich mi einem Mindes s an-
da d e eichen, de eine e olg eiche auße uni e si ä e P axis wah scheinlich machen wü de. T o z-
dem kann diese Ansa z die Ve a bei ungsmöglichkei en on He e ogeni ä deu lich s eige n, weil die
inne e achliche Meh pe spek i i ä ges ä k wi d und die Leh p axis zu P oblemlösung alle einzu-
b ingenden indi iduellen Ressou cen in Ansp uch nimm , um Lösungen zu en wickeln ode zu e -
we en. Wenn die Leh enden, wie on K ebe (2013) ge o de , a sächlich au hen isch, neugie ig,
wissbegie ig und selbs k i isch – also in einem akademischen S il! – agie en, is es o s ellba , dass
eine höhe e Va ianz on Denkmöglichkei en ode Handlungs o men zugelassen we den kann, ohne
die punk uell auszuhandelnde P axis g undsä zlich zu beschädigen. Demen sp echend können auch
wiede alle ie Zen alwe e on Po ele und Hube (1983) de O ien ie ung an de Wissenscha , am
Bes ehen de P ü ungen, an de Be u squali izie ung sowie am s uden ischen Leben zugelassen we -
den, solange die S udie enden imme auch die jeweils ande en als Teil de P axis in eg ie en. Auch
das e höh die Va ianz in den e olg eichen S udie endens ilen – was de Di e si ä zugu ekomm .
De Hochschuldidak ik wü de hie die Au gabe zu allen, neue Handlungsmus e zu inden, die das
Rech au eie Übe zeugungen und We e de S udie enden mi dem Rech de Hochschulen au
ih en Habi us in eine neuen We ekul u e mi eln, die unk ional le n ö de lich is . Geling diese
Ve mi lung nich , p allen du ch die gegenwä ig zunehmende He e ogeni ä imme ie g ei ende
We wel en, Übe zeugungen, Eins ellungen au einande . Ohne eine neue We ekul u als A bei s-
bündnis wi d en wede das achliche Wissen aus den sozialen We p ak iken en koppel ode de je z
schon zu beobach ende, no ma i e ollback des achlichen Habi us wi d sich noch wei e e s ä ken.
Die d i e Op ion wü de Leh e deu lich komplexe machen, bis diese Habi us selbs die Hochschul-
p axis p äg . Abe aus didak ische Sich bie e die d i e Op ion das meis e Po enzial.
Oli e Reis
46
Die F agen, die dabei zu klä en sind, be e en e s ens das Ve häl nis zu Fachleh e. Um die Fachleh e
an ih e eigenen no ma i en G undlagen zu e inne n, muss die Hochschuldidak ik e meiden, selbs
mi einem dominan en achlichen Habi us au zu e en, die die Handlungen de Fachleh enden ho-
mogenisie en kann. Sie s ell meh den wissenscha lichen Rahmen de Auseinande se zung be ei .
Selbs psychologische ode pädagogische E kenn nisse sind keine Wah hei en, die ein ach in die
Fachleh e hinein e mi el we den können. Die Hochschuldidak ik muss da ü zwei ens in ih en
Di e enzie ungen de Fo schung und de Leh e/Wei e bildung selbs als akademische P axis au e-
en. Hochschuldidak ische Leh e e olg im Modus on Wissenscha on Menschen, die selbs auch
an Fo schung be eilig sind. Die Au spal ung in Hochschul o schung und Wei e bildungsdiens lei ung
is p oblema isch. Es is auße dem seh ge äh lich, wenn die Hochschuldidak ik au die o me hodi-
schen E wa ungen de eilnehmenden Leh enden, die Folge de e s en Op ion des Anpassungs-
zwangs sind, mi Tipps und T icks zu me hodischen Behe schung des Habi uskon lik s eagie . Die
Hochschuldidak ik dü e nich de Ve suchung e liegen, die akademischen Bedingungen de Meh -
pe spek i i ä , das Wissen um das Nich -Wissen, die G enzen des Wissens, das kollegiale Ringen um
die nich es s ehende Wah hei au zugeben, um die eigene Mäch igkei zu demons ie en. Die Hoch-
schuldidak ik soll e d i ens da au ach en, die Bea bei ung des Habi us-Kon lik s in ih e eigenen
P axis zu zeigen und in de Spannung zwischen den he e ogenen E wa ungen de Teilnehmenden
und den achkul u ellen (hie de Hochschuldidak ik selbs ) zu e mi eln. Auch ü die hochschuldi-
dak ische Leh p axis selbs sind die e s en beiden Op ionen, Anpassungszwang und inklusi e S a e-
gie, e üh e isch: klassische eindimensionale Ins uk ion hie ode eies indi iduelles Le nen ohne
No m do . In diese Op ion kann sie zwa obe lächlich unk ionie en, abe sie kann ih e in e nen
Gü e nich e eichen. Die d ängenden F agen de Fachleh enden, wie die nach de s uden ischen
Mo i a ion, de Au me ksamkei , de Eins ellungen und Hal ungen zum S udium, de Ve bindlichkei
usw. kann sie so nich bea bei en. Im Gegen eil, diese F agen auchen auch in ih e eigenen hoch-
schuldidak ischen Leh p axis au , ohne dass sie do bea bei e wü den. Die Hochschuldidak ik kann
sich nich aus de We e- und Bewe ungs age he aushal en, sie is da in mi de An age nach ih e
eigenen Legi imi ä längs e wickel .
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Ein e lexi -mach k i ische Fo schungs-
zugang ü die Hochschuldidak ik!?
Soziale P axen on Hochschulleh enden mi
einem in e sek ionalen Zugang e o schen
And ea Ge be
Das Denken und Handeln on Hochschulleh enden in Bezug au die Di e si ä on S udie enden wi d
im Rahmen eines quali a i en Fo schungsp ojek s mi els In e sek ionale Meh ebenenanalyse (IMA)
au den d ei Ebenen on Iden i ä skons uk ionen, on Sozials uk u en und on symbolischen Rep ä-
sen a ionen analysie . De Bei ag e ö e Chancen und He aus o de ungen de IMA. Eine Chance
des Ansa zes bes eh da in, den Blick au die Ve wobenhei on Di e enzka ego ien und einen
mach k i ischen Blick au Bildungsp ozesse an Hochschulen zu ich en. Die Hochschuldidak ik kann
sich dadu ch an We e agen und an de P o ilbildung on Hochschulbildungsp ozessen be eiligen.
This a icle looks a how in e sec ional mul i-le el analysis can be used o de e mine how eache s o
highe educa ion hink and ac in ega d o di e si y among s uden s. The po en ial o he me hodo-
logical app oach lies in ocusing on he ecip ocal e ec s be ween he h ee sphe es o social s uc-
u es, iden i y cons uc ions, and symbolic ep esen a ion. One ad an age o his me hod is ha i
allows he c i ical e lec ion o he powe ela ions ha play a ins i u ions o highe educa ion, and
he in e ela edness o ca ego ies o inequali ies. Fu he mo e, his app oach allows highe educa ion
didac ics o pa icipa e in discussions on alues, and play an ac i e ole in he p o ile o ma ion o
educa ion p ocesses.
1 Einlei ung
Die Handlungslogik on Hochschulen olg adi ionell den P inzipien de Gleichhei de S udie enden
und de Fö de ung on Exzellenz. Die Du chlässigkei im Bildungssys em, die Ra i izie ung de UN-
Behinde en ech skon en ion sowie die In e na ionalisie ung on Hochschulen haben in den le z en
Jah en zu eine e meh en Auseinande se zung mi de Di e si ä de S udie enden in S udium und
Leh e beige agen (Rheinlände , 2015a). Da aus e geben sich Spannungs elde , die sich sowohl in den
An o de ungen ü die Hochschulen, als auch ü die Hochschulleh enden als zen ale Ges al ende
on Leh - und Le np ozessen, mani es ie en. Die Wei e quali izie ung de Hochschulleh enden wi d
ge o de (Döbe & Weishaup , 2013) und auch die No wendigkei de E o schung on di e si ä s-
sensible P o essionali ä be on (Tippel & Schmid -He ha, 2013).
And ea Ge be
52
Mi de Fo de ung nach eine Wei e quali izie ung on Hochschulleh enden und de Wei e en wick-
lung on P o essionali ä in Bezug au Aspek e on Di e si ä s ell sich die F age, mi welchen Rah-
menkonzep en und au welche We ebasis mögliche P o essionalisie ungsbes ebungen ü Hoch-
schulleh ende zu konzipie en sind.
Die Hochschuldidak ik is meh als eine Diens leis ungss elle und agie in un e schiedlichen Ak ions-
elde n. Eine b ei e s andene Hochschuldidak ik ha das Po en ial, in Koope a ionsp ozessen un e -
schiedliche Blickwinkel au Leh en und Le nen an Hochschulen zusammenzu üh en und dami einen
Disku s aum zu scha en. Du ch eigene Fo schungs ä igkei kann sie E kenn nisse selbs gene ie en
und leis e einen Bei ag zu Pe sonal- und Hochschulen wicklung (Weil e al., 2011). Auch in Bezug
au den Umgang mi Di e si ä ha die Hochschuldidak ik die Möglichkei in meh e en Ak ions elde n
ä ig zu sein und dami einen wesen lichen Bei ag zu E o schung und Wei e en wicklung de The-
ma ik beizu agen.
De Fokus is in diesem A ikel au die Fo schungsebene ge ich e und au die F age, wie hochschuldi-
dak ische Fo schung zu we ebasie en P o essionalisie ung on Hochschulleh enden bei agen
kann1. Du ch p oblemzen ie e In e iews mi Hochschulleh enden, die an Fachhochschulen in de
Schweiz leh en, wi d de Haup age nachgegangen, wie Hochschulleh ende die Di e si ä de S udie-
enden im Kon ex ih es Leh handelns deu en, welche Handlungss a egien sie im Umgang mi Di e -
si ä wählen und welche He aus o de ungen ihnen dabei begegnen. Bei de S ichp obe wi d au eine
disziplinä e Du chmischung geach e , weil auch Un e schiede in Fachdisku sen zu e wa en sind.
Obwohl das Sample au Hochschulleh ende okussie is , sind auch Hinweise dazu zu e wa en, wie
sich die Leh enden z. B. wei e bilden, welche Angebo e es be ei s gib bzw. welche sie sich zusä zlich
wünschen. Indi ek we den E kenn nisse gene ie , wie sich Hochschulleh ende im Umgang mi de
Di e si ä de S udie enden un e s ü z sehen.
2 D ei Disku slinien zum Ve s ändnis on Di e si ä
Wenn es in Publika ionen um die Thema isie ung on Di e si ä im Hochschulkon ex geh , bleib o
unkla , welche Zielg uppen ad essie we den ode zu welchem Zweck de Umgang mi Di e si ä
wei e en wickel we den soll. Im Folgenden we den d ei Disku slinien und ih je eigenes Ve s ändnis
on Di e si ä nachgezeichne .
2.1 Le n ele an e Di e si ä
Bei de e s en Disku slinie, de le n ele an en Di e si ä (K e & Leichsen ing, 2012; Szczy ba & an
T eeck, 2015) s eh die F age im Zen um, welche Di e si ä saspek e übe haup Leh - und Le np o-
zesse an Hochschulen beein lussen und inwie e n de Le ne olg da on abhäng . Diese Disku slinie
um ass ie Elemen e, die un e schiedliche Auswi kungen au Le np ozesse haben: Vo wissen und
Vo e ah ung, Le np ozesse, Sp ach e s ehen und Lebensums ände. Ziel des Konzep es sei es, „wich-
ige Anhal spunk e on s uden ische Di e si ä zu e assen, die ü Leh ende eine A „B ille“ bei de
Konzep ion ih e Leh e bie en“ (K e & Leichsen ing, 2012, S. 2). Diese Zugang schein eingängig und
1 Die Aus üh ungen beziehen sich au ein lau endes Disse a ionsp ojek
Ein e lexi -mach k i ische Fo schungszugang ü die Hochschuldidak ik!?
53
geeigne ü eine di ek e Umse zung in de Hochschulleh e zu sein, läu jedoch gleichzei ig Ge ah ,
kausale Zusammenhänge on gewissen Di e si ä saspek en und Le ne olg anzunehmen. Zudem
besch änken sich die Di e si ä saspek e as ausschließlich au pe sonale Fak o en. Di e si ä wi d
somi indi idualisie und losgelös on Sozials uk u en und Rep äsen a ionssys emen (We e und
No men) be ach e . Die Einbe ung des le nenden Subjek s in o ganisa ionale und gesellscha liche
He scha s e häl nisse bleib dami unbeleuch e .
2.2 Di e si y(managemen ) Ansä ze
Die zwei e Disku slinie be i Di e si ä bzw. di e si y und komm im Sinne eines a elling concep
eine sei s aus den Wi scha swissenscha en und wu de auch du ch Emanzipa ions- und Bü ge -
ech sbewegungen in den USA und Kanada gep äg . Die un e schiedlichen di e si y-Ansä ze lassen
sich g ob in a i ma i e di e si y(managemen )-Ansä ze und mach k i ische di e si y-Ansä ze ein eilen.
Wenn sich auch die un e schiedlichen Zugänge nich in ein einhei liches Konzep übe üh en lassen,
gib es gemäß Walgenbach (2017) ü di e si y-Ansä ze d ei gemeinsame Haup ziele: e s ens die
We schä zung alle G uppenmi gliede mi ih en je spezi ischen Me kmalen in o ganisa ionalen
Kon ex en bei gleichzei igem Abbau on Disk iminie ung, zwei ens die Talen ö de ung und d i ens
we den Di e si ä sme kmale bzw. Di e enzen als posi i e Ressou cen be ach e . Da aus e gib sich
ü alle Mi gliede eine O ganisa ion, dass sie di e si y-Kompe enz au bauen soll en. Es bes ehen
höchs un e schiedliche Zugänge, wie Di e si ä zu assen bzw. on welchen Di e enzka ego ien
auszugehen is . Folglich wi d dem Beg i und dem Konzep de Di e si ä beg i liche Unschä e
nachgesag , was zu eine ielsei igen Ve wendung und auch zu unkla bes imm en Zugängen üh .
Als wei e e K i ikpunk wi d die Rep oduk ion on sozialen Un e schieden genann bzw. du ch die
Ve wendung on zu ielen Ka ego ien läu de Beg i de Di e si ä die Ge ah on Rela i ismus.
Nach Hei zmann und Klein (2012) is die Hinwendung on Hochschulen zu di e si y posi i zu beu ei-
len, wenn auch posi i mi k i ische Dis anz. E liche P ojek e und Maßnahmen wu den an ielen
Hochschulen du ch die Hinwendung zu di e si y-Ansä zen be ei s ealisie und implemen ie . Den-
noch s ehe es noch aus, Di e si ä so ien ie ung als gesam s a egisches Konzep an Hochschulen zu
assen.
2.3 In e sek ionale Ansä ze
In e sek ionali ä , als d i e Disku slinie, kann auch als a elling concep (Knapp, 2012; Meye , 2017)
bezeichne we den und is in de eminis ischen P axis, Theo ie und Wissenscha e o e . Un e
his o ischem Blickwinkel s amm de Ansa z aus Kon o e sen im Feminismus. Ve e e innen des
black eminism wa en den dominie enden weißen Feminis innen E hnozen ismus o und die Igno-
anz on Rassismen und Klassismen (Combahee Ri e Collec i e, 1982). De Beg i selbs wi d Kim-
be lé C enshaw zugesch ieben, die in ih em A ikel on 1989 den Beg i in e sec ions e s mals e -
wähn ha e (C enshaw, 1989). Sowohl im US-ame ikanischen wie auch eu opäischen Raum gib und
gab es jedoch iel äl ige Zugänge zu In e sek ionali ä (Meye , 2017, S.27 ).
And ea Ge be
54
Das Konzep de In e sek ionali ä okussie soziale Ungleichhei en, die in Mach und Dominanz e -
häl nisse eingelage sind, und be on die Ve wobenhei , also die in e sec ions on Di e enzka ego-
ien und O dnungen (Rein & Riegel, 2016). Es we den bei in e sek ionalen Ansä zen meh e e Di e-
enzka ego ien und meh e e Ebenen on Übe schneidungen angenommen und analysie . In de
Regel sind das die Subjek ebene, die S uk u ebene und die Ebene de symbolischen Rep äsen a io-
nen (Winke & Degele, 2009). Uneinigkei bes eh in de Auswahl de Di e enzka ego ien. Die T ias
gende , class, ace/e hnici y bilden in ielen Ansä zen die ele an en S uk u ka ego ien un e gesell-
scha s heo e ische A gumen a ion in Bezug au die ungleiche Ve eilung on Lebenschancen und
sozialen Ressou cen (Knapp, 2012). Bu le (1991) hingegen e i eine dekons uk i is ische mach -
und dominanzk i ische Pe spek i e und plädie ü eine gene elle O enhei de zu be ücksich igen-
den Ka ego ien. In e sek ionale Ansä ze e olgen demnach s e s einen analysie enden nich ein
besch eibenden Zugang (Da is, 2013; Riegel, 2016). Die Analyse, bzw. die k i isch hin e agende
Hal ung, bezieh sich au die Mach e häl nisse bzw. Ein- und Ausg enzungsp ozesse in Bezug au
den zu analysie enden Gegens and sowie au die eigene Fo schungs ä igkei und au die (pädagogi-
sche) P axis (Riegel, 2016, S. 136 .). Im hie o ges ell en Fo schungszugang wi d In e sek ionali ä
sowohl als Di e si ä sbeg i wie auch als Analyse ahmen bzw. o schungsme hodische Zugang
genu z und da ges ell .
3 De Umgang mi de Di e si ä de S udie enden als Hand-
lungs- und Fo schungs eld on Hochschulen
De bewuss e Umgang mi Di e si ä an Hochschulen is ein noch jünge es Handlungs- und Fo -
schungs eld. Einzelne Hochschulen haben ü ih en jeweiligen Kon ex P ojek e du chge üh und es
exis ie eine beach liche Anzahl on no ma i -p ak ischen Zugängen, wie z. B. Online-Tools zu Un-
e s ü zung on Hochschulleh enden. Die d ei Sammelbände „Ungleichhei ssensible Hochschulleh e“
(Rheinlände , 2015a), „Inklusionssensible Hochschule“ (Dannenbeck e al., 2016) und „Inklusi e Hoch-
schule“ (Klein, 2016) widmen sich aus un e schiedlichen Pe spek i en de Ve knüp ung on Di e si ä
und Hochschulleh e. Die d ei Publika ionen bie en einen gu en Übe blick übe die ak uelle Fo schung
und P axis im Themen eld. Viel äl ige Zugänge, die sich au Rahmenkonzep e wie z. B. Inklusion ode
ungleichhei ssensible Hochschulleh e beziehen, we den o ges ell . Zugleich e deu lichen die A i-
kel iel äl ige Fo schungslücken.
De Sammelband on Rheinlände (2015a) e ein A ikel on Au o *innen aus un e schiedlichen
Disziplinen. Die A ikel ücken die Ak eu spe spek i e de Hochschulleh enden ins Zen um und
hema isie en Ungleichhei s- bzw. Ge ech igkei sdisku se. Insbesonde e die F eihei de Leh e und
dami die au onom handelnden Leh enden we den du ch diesen Blick e ns genommen. P äsen ie
we den un e schiedliche Fo schungszugänge und Handlungsp axen, die sich sensibel gegenübe
Ungleichhei en zeigen. Es we den beispielsweise Fo schungen o ges ell , die Leh -Le np ozesse
e o schen, und solche, die Leh ende di ek be agen, sei es in In e iews ode G uppendiskussionen.
Eine häu ige Schluss olge ung de un e schiedlichen Au o *innen münde in die Fo de ung, dass
Hochschulleh ende ange eg we den soll en, sich k i isch- e lexi mi ih e Leh enden olle auseinan-
de zuse zen, beispielsweise indem die Di e enzen zwischen Leh enden und S udie enden nich
au gehoben ode igno ie , sonde n e lexi bea bei e we den. Zudem inden sich Plädoye s ü eine
Ein e lexi -mach k i ische Fo schungszugang ü die Hochschuldidak ik!?
55
Kommunika ions- und Pa izipa ionskul u , eingebe e in eine demok a ische e Leh -/Le nkul u an
Hochschulen (Rheinlände , 2015a).
De Sammelband on Klein (2016), mi dem Ti el „Inklusi e Hochschule“ okussie inne halb des
Rahmenkonzep s on Inklusion die Ba ie en und Teilhabemöglichkei en on S udie enden mi Be-
hinde ungen und Beein äch igungen. Eine Thema isie ung de Pe spek i e de Leh enden ehl in
diesem Band, geh es doch meh um S a egien und Ins umen e ü eine inklusi e Hochschule als
O ganisa ion. Mi diesem Zugang übe das Konzep de Inklusion wi d meis die Di e enzka ego ie
Kö pe bzw. disabili y/abili y okussie ; die UN-Behinde en ech skon en ion ha hie zu einen Fo -
schungsschub ausgelös . Jedoch be e en die Fo de ungen und Handlungsemp ehlungen das Pos u-
la eine Hochschule ü alle S udie enden. Es wi d angenommen, dass de Abbau on Ba ie en und
die E höhung de Teilhabe ü alle S udie enden einen Nu zen b ing . Diese Zugang e o de ein
Bewuss sein da ü , Ba ie en im Sys em zu e kennen und zu bea bei en.
De Sammelband on Dannenbeck e al. (2016) „Inklusionssensible Hochschule“ hema isie Inklusi-
on au e schiedenen Ebenen eine Hochschule, wobei auch die Hochschuldidak ik zum Thema ge-
mach wi d. Als zen ale P inzipien eine inklusi en Hochschuldidak ik we den Indi idualisie ung,
Pa izipa ion, Koope a ion und Selbs e an wo ung p opagie . Die un e schiedlichen Diskussions-
bei äge und Fo schungszugänge e deu lichen zen ale Themen elde : die Möglichkei en on Flexi-
bilisie ungen und Indi idualisie ung on Leh e und S udium sollen e höh we den, auch un e Einbe-
zug on digi alen Medien. Ein Abbau on Le nba ie en und eine E höhung on Teilhabemöglichkei-
en bei Le np ozessen sei anzus eben.
Die hie o ges ell en Publika ionen zeigen ein iel äl iges Bild, wie ak uell in de Hochschul o schung
dem Thema Umgang mi Di e si ä begegne wi d. Rheinlände (2015b, S. 64) s ell es , dass wenig
da übe bekann is , übe welche We e und Übe zeugungen Hochschulleh ende e ügen, und wel-
che Leh kul u ü eine ungleichhei ssensible und di e enzsensible Leh e in de P axis g undlegend
is . In eine ähnliche Rich ung geh die A gumen a ion on Tippel und Schmid -He ha (2013), die
es s ellen, dass die P o essionalisie ungsdeba e s a k handlungs- und ges al ungso ien ie is und
sich dami o mi schnellen Lösungen begnüg . Die Au o en pos ulie en auch, dass die empi ische
Analyse on gesellscha lichen Rahmenbedingungen und die gesellscha liche Bedeu ung, die p o-
essionellem Handeln zugemessen wi d, genauso wich ig sind. Dami wi d deu lich, dass bishe ige
Fo schung und P axis zwa iele ku z is ige Lösungsansä ze be ei häl , jedoch gleichzei ig auch
Fo schungslücken bes ehen.
Sieg ied S ump & Gab iele Koeppe
62
Diese T ans o ma ionsp ozess s ell ü die Hochschuldidak ik eine He aus o de ung da , die zum
einen die me hodische Sei e be i und in de En wicklung, E aluie ung, Op imie ung und Imple-
men ie ung ak i ie ende Leh - und Le n o men wie des o schungso ien ie en (Hube , 2004; Busch-
eld e al., 2010) ode des p ojek basie en und p oblemo ien ie en Leh ens und Le nens (Rummle ,
2012) bes eh . De zunehmende Einsa z diese Leh - und Le n o men b ing neue An o de ungen ü
alle Ak eu e mi sich. Dies be i nich nu die Leh enden, sonde n auch die Le nenden, die nun un e
Beglei ung de Leh enden selbs s ändig F ages ellungen gene ie en und den Le n- und A bei sp o-
zess au onom planen, eigen e an wo lich und mo i ie du ch üh en sollen. Zudem e olg das
Le nen o mals un e den Bedingungen on G uppena bei , bei de soziale Kompe enzen und – au -
g und de zunehmenden In e na ionalisie ung an Hochschulen – in e kul u elle Kompe enzen ge-
ag sind. Fü Leh ende und Le nende e ände n sich in diesem T ans o ma ionsp ozess die Rollen
und dami die zu lebenden Ve an wo lichkei en und We o ien ie ungen. Dies b ing ü die Hoch-
schuldidak ik eine zwei e He aus o de ung mi sich, die in de Un e s ü zung diese T ans o ma ion
hinsich lich g undlegende Hal ungen und handlungslei ende We e bes eh .
Ge ade in T ans o ma ionsp ozessen benö igen Ak eu e O ien ie ung. Die hie da ges ell e S udie is
aus dem Vo haben en s anden, ü die S udie enden am Campus Gumme sbach de TH Köln eine
O ien ie ungshil e zu en wickeln, die deu lich mach , welche s uden ischen Hal ungen und Ve hal-
ensweisen in einem sich e ände nden Hochschulkon ex p oduk i und angemessen sind. O ien-
ie ungshil en diese A kann man als E hikkodex bezeichnen (Talaulica , 2006). Bei dem ü den
Campus Gumme sbach zu en wickelnden E hikkodex ü S udie ende wu den gemäß de P inzipien
de O ganisa ionsen wicklung (z. B. Schie smann & Thiel, 2013) die S udie enden als Be o ene zu
Be eilig en gemach . Mi els eine empi ischen S udie wu den Vo s ellungen de S udie enden übe
(un-)angemessenes s uden isches Ve hal en e ass und in die Konzep ion des Kodexes einbezogen.
De o liegende Bei ag s ell Me hodik und E gebnisse diese Un e suchung da . De au G undlage
de S udie en wickel e E hikkodex wi d an ande e S elle eingehend da ges ell (Koeppe & S ump ,
2019).
2 Theo e ische Hin e g und, F ages ellung und Zielse zung de
S udie
Die F age nach dem ich igen und angemessenen Ve hal en is Gegens and de E hik, die sich als
philosophische Teildisziplin sei lange Zei mi diesem Themenkomplex be ass (Düwell e al., 2011).
In O ganisa ionen ha in den le z en Jah en, ange eg insbesonde e du ch die seh nega i en Auswi -
kungen mo alische Fehlleis ungen au E agslage und Image on Un e nehmen (z. B. Siemens-
Schmie geldskandal, Volkswagen-Bo dell-A ä e, Schummel-So wa e ü Diesel ah zeuge, …) und
eine ges eige e Sensibili ä de Ö en lichkei ü e hische Belange, das E hikmanagemen an Bedeu-
ung gewonnen. Dabei geh es da um, zielge ich e e, sys ema ische und au einande abges imm e
e bindliche e hische Handlungsmaßs äbe in de O ganisa ion zu e ablie en (Noll, 2002). Nach Ul ich
(2016) is dabei eine in eg a i e Vo gehensweise anzu a en, die sowohl die Ve ände ung s uk u elle
Fak o en (z. B. An eizs uk u en und Kon ollsys eme) beinhal e als auch eine am Menschen anse -
zende Pe sonal- und O ganisa ionsen wicklung zu Scha ung eine In eg i ä s- und Ve an wo ungs-
kul u . Handlungsspiel äume eing enzende, op ionsschließende Maßnahmen im Sinne eines Compli-
Was is e an wo liches und un e an wo liches Handeln on S udie enden an de Hochschule?
63
ance-Ansa zes sind dabei mi disku sö nenden und au Selbs s eue ung se zenden Maßnahmen des
In eg i y-Ansa zes zu kombinie en (Noll, 2002; Ul ich, 2016). Ein ü das E hikmanagemen g undle-
gendes Ins umen sind E hikkodizes (Noll, 2002, S. 116), also Dokumen e, die Mi a bei e *innen und
Füh ungsk ä en in O ganisa ionen O ien ie ung übe angemessenes und unangemessenes Handeln
im Innen- und Außenbe eich de O ganisa ion geben (Talaulica , 2006; S ump e al., 2011). In Anleh-
nung an das P ozessmodell mo alischen Handelns on Res (z. B. 1999) bedeu e dies, dass Kodizes
dabei un e s ü zen sollen, dass O ganisa ionsmi gliede e hisch ele an e Si ua ionen übe haup als
solche e kennen, dass sie in diesen Si ua ionen die mo alisch angemessene Handlungsal e na i e
bes immen können, dass sie die Mo i a ion au b ingen, die als ich ig e kann e Handlungsal e na i e
in die Ta umzuse zen, und dass sie dieses Tun dann auch z. B. gegen Wide s and ollenden. Dami
sollen E hikkodizes sensibilisie en, o ien ie en und zum ich igen Handeln mo i ie en. Bei de En -
wicklung on E hikkodizes is es wich ig, die Mi gliede eine O ganisa ion einzubeziehen und nich
e wa einen E hikkodex übe die Köp e de O ganisa ionsmi gliede hinweg zu e ablie en: „Nu dann
is au Einsich und Ve s ändnis zu ho en, wenn das Regelwe k nich ‚ on oben‘ dek e ie wi d, son-
de n au Basis on Pa izipa ion de Beschä ig en en s eh “ (Noll, 2002, S. 117). Zu den posi i en
Auswi kungen on E hikkodizes au e an wo liches Handeln in O ganisa ionen gib es eine Vielzahl
empi ische Belege (Talaulica , 2006).
Auch die O ganisa ionspsychologie beschä ig sich zunehmend mi e hisch-mo alischen Aspek en
des Ve hal ens und E lebens in O ganisa ionen. Hie zu sind zum einen die Fo schungen zum O ga-
niza ional Ci izenship Beha io (OCB) zu nennen. OCB-Fo schungen (O gan e al., 2006) hema isie en
das Zusa zengagemen on O ganisa ionsmi gliede n im Sinne eines ex a- ole-beha io , das nich
übe e aglich ge egel e Ve p lich ungen abgedeck wi d, dessen Ausbleiben deswegen kaum
sank ionie ba is , das somi im E messen des O ganisa ionsmi gliedes lieg und das au agg egie em
Ni eau zum e izien en und e ek i en Funk ionie en eine O ganisa ion bei äg . Zum OCB zählen
insbesonde e olgende Ve hal ensbe eiche: (1) Al uismus/hel endes Ve hal en (z. B. einem/eine
übe las e en Kolleg*in A bei abnehmen), (2) Compliance/Regelbe olgung (z. B. pünk lich zu A bei
kommen, auch wenn wid ige Ums ände dies e schwe en), (3) Spo smanship/Unkomplizie hei , (z. B.
gelassene Umgang mi Wid igkei en des O ganisa ionslebens), (4) Cou esy/Rücksich nahme (z. B.
Kolleg*innen du ch das eigene Handeln keine unnö igen P obleme machen), (5) Ci ic Vi ue/Einsa z
ü die Gemeinscha (z. B. Vo schläge zu Op imie ung de Abläu e machen, Nich hinnehmen unlau-
e e P ak iken). Coleman und Bo man (2000) schlagen hie on ausgehend das in eg a i e Modell de
Ci izenship Pe o mance o , das sich aus d ei Face en zusammense z : (1) In e pe sonal: hel en und
koope ie en; (2) O ganisa ionsbezogen: O ganisa ionsziele un e s ü zen und e eidigen; O ganisa i-
ons egeln und -p ozedu en gewissenha be olgen; (3) Au gabenbezogen: ausdaue nd, mi En husi-
asmus a bei en, sich übe das no male Maß hinaus ans engen.
Die Scha ensei e menschlichen Ve hal ens in O ganisa ionen ha die O ganisa ionspsychologie mi
den Fo schungen zum kon ap oduk i en Ve hal en au geg i en, das absich s olles Ve hal en is , was
die legi imen In e essen eine O ganisa ion e le z , wobei es p inzipiell de en Mi gliede ode die
O ganisa ion als Ganzes schädigen kann (Ne dinge , 2008). G uys und Sacke (2003) schlagen el
Ka ego ien kon ap oduk i en Ve hal ens in O ganisa ionen o (z. B. Diebs ahl, unangemessene
Ve balhandlungen, Absen ismus).
Sieg ied S ump & Gab iele Koeppe
64
Es is da on auszugehen, dass die o ganisa ionspsychologischen Konzep e (un-) e an wo lichen
Handelns auch ü Ve hal en und E leben in Hochschulen ele an sind. Dies s ell in keine Weise in
F age, dass Hochschulen gegenübe z. B. Un e nehmen g undlegend ande e Ziels uk u en und Mis-
sionen haben.
Bei de F age nach (un-)angemessenem Ve hal en spielen We o s ellungen de Ak eu e eine e heb-
liche Rolle. Das in sozialpsychologische Fo schung en wickel e und bewäh e We emodell nach
Schwa z (z. B. 1992) pos ulie zehn kul u übe g ei ende We eklassen: Selbs bes immung, S imula-
ion, Hedonismus, Leis ung, Mach , Siche hei , Kon o mi ä , T adi ion, Wohlwollen, Uni e salismus.
Jede We eklasse bes eh dabei aus eine Reihe on Einzelwe en, die en wede ins umen ellen (ein
zu Realisie ung ande e We e dienende We , z. B. Fleiß) ode e minalen (ein We an sich, z. B.
F eihei ) Cha ak e haben und die das menschliche Handeln in un e schiedlichem Ausmaß beein lus-
sen können.
Als G undlage ü die En wicklung eines E hikkodexes wi d in de hie o ges ell en S udie mi els
In e iews e ass , welches s uden ische Ve hal en S udie ende im Hochschulall ag als angemessen
und e an wo lich ode abe als unangemessen und un e an wo lich e leben. Diese quali a i en
Da en we den inhal sanaly isch ausgewe e , wobei die oben genann en o ganisa ionspsychologi-
schen Konzep e zum (un-)e wünsch en Ve hal en in O ganisa ionen die Bildung de Auswe ungs-
ka ego ien anlei en. E gänzend dazu we den die We e o s ellungen de S udie enden im Sinne des
We emodells nach Schwa z in die Analyse einbezogen.
3 Me hodik
3.1 S ichp obe
In de S udie wu den 107 S udie ende de In o ma ik und de Ingenieu wissenscha en des Campus
Gumme sbach de TH Köln be ag . Um siche zus ellen, dass hin eichende E ah ungen mi dem
S udienall ag o liegen, wu den nu S udie ende be ag , die wenigs ens zwei ganze Semes e am
Campus e leb ha en. Die du chschni liche Semes e anzahl de Be ag en be äg 6,4 Semes e
(Min.: 3; Max.: 16). Das Du chschni sal e lieg bei 24 Jah en (Min.: 19; Max.: 30). 54 Be ag e (50%)
haben einen Mig a ionshin e g und. 23 Be ag e sind F auen (21%), 84 Männe (79%). 62 Be ag e
s udie en Ingenieu wissenscha en (58%), 45 In o ma ik (42%). Bei de Zusammense zung de S ich-
p obe wu de da au geach e , dass die Ve eilung hinsich lich Geschlech und S udien ach ep äsen-
a i ü die G undgesam hei de S udie enden am Campus Gumme sbach is .
3.2 Da ene hebungsins umen e
Fü die In e iews wu de ein In e iewlei aden zu E hebung hochschulbezogene e hische Vo s el-
lungen on S udie enden en wickel . Nach eine Einlei ungssequenz wi d die in e iew e Pe son wie
olg ins uie :
„Du has ja nun schon länge hie s udie und has iele E ah ungen hie am Campus und im
S udium sammeln können. Ich möch e Dich nun bi en, Dich an E ah ungen und E lebnisse aus
Was is e an wo liches und un e an wo liches Handeln on S udie enden an de Hochschule?
65
Deinem Leben als S uden *in hie bei uns am Campus zu e inne n. Uns geh es dabei um zwei A -
en on E ah ungen und E lebnissen: Zum einen um posi i e E lebnisse, wo sich ein S udie ende
ode meh e e S udie ende so e hal en haben, dass Du sagen wü des , das is o bildlich, ö de -
lich, gu / ich ig, passend ode e an wo ungs oll und äg zu dem bei, was die Hochschule sein
will. Und zum ande en um nega i e E lebnisse, wo sich ein S udie ende ode meh e e S udie en-
de so e hal en haben, dass Du sagen wü des , das is unmo alisch, s ö end, schlech / alsch, un-
passend ode e an wo ungslos, und äg nich zu dem bei, was die Hochschule sein will“.
Da au hin soll en die Be ag en e suchen, sich an bis zu ie en sp echende E eignisse zu e inne n
und jedes diese E eignisse mi einem Schlagwo au eine Lis e zu sch eiben. Danach wu de jedes
no ie e E eignis anhand de olgenden Lei agen explo ie :
• Wo inde das E lebnis/die E ah ung s a ?
• We is be eilig ? (Keine Namen, sonde n Funk ions äge wie S udie ende , P o esso *in ...)
• Was sind wich ige Rahmenbedingungen zum Ve s ändnis de Si ua ion?
• Wie ha sich de /die Haup ak eu *in genau e hal en? Was ha e /sie genau ge an?
• Wie ging die Si ua ion aus?
• Was glaubs Du: Was ha de /die Ak eu *in gedach und ge ühl , als e /sie sich so e hal en ha ?
Aus welchen G ünden/Mo i en ha e /sie sich so e hal en?
• Wie bewe es Du das on dem/de Haup ak eu *in gezeig e Ve hal en? Findes Du das gu ode
nich gu ?
• Bi e beg ünde Deine Bewe ung. Wa um indes Du das gu /nich gu ?
• Falls Be ag e* das Ve hal en nich gu inde : Wie hä e sich de /die S udie ende e hal en sol-
len?
Wei e hin kamen im Rahmen de Da ene hebung zwei F agebögen zum Einsa z:
• de We e agebogen nach Schwa z (z. B. 1992) in de deu schen Übe se zung on Coh s e al.
(2003). De F agebogen bes eh aus eine We elis e mi 21 e minalen We en sowie eine zwei-
en We elis e mi 24 ins umen ellen We en. Jede We is au eine on -1 bis 7 eichenden 9-
s u igen U eilsskala danach zu beu eilen, inwiewei e ein Lei p inzip im eigenen Leben is .
• ein F agebogen zu E assung soziodemog a ische Me kmale.
3.3 Da enausauswe ung
Die au genommenen In e iews wu den in ih en zen alen Aussagen ansk ibie . Die esul ie enden
T ansk ip e wu den inhal sanaly isch ausgewe e (Kucka z, 2016; May ing, 2015). Hie zu wu den
zunächs die in den T ansk ip en o kommenden Besch eibungen (un-) e an wo lichen Ve hal ens
pa aph asie und dabei in O ien ie ung an ein Sa zschema de Fo m „S uden *in e häl sich in de
Weise X (gg . gegenübe Pe son Y) in de Si ua ion Z“ in eine möglichs einhei liche syn ak ische
S uk u geb ach .
Sieg ied S ump & Gab iele Koeppe
66
Zu Eino dnung de pa aph asie en Ve hal ensbesch eibungen wu den zwei Ka ego iensys eme
en wickel : zum einen ein Sys em on Ve hal enska ego ien, das sowohl da enges ü z als auch heo-
ieo ien ie in Anlehnung an die in Abschni 2 da ges ell en o ganisa ionspsychologischen Konzep e
zum (un-)e wünsch en Mi a bei e *innen e hal en en wickel wu de. Zum ande en gingen in dieses
Ka ego iensys em auch Konzep e ein, die den spezi ischen Au ag on Hochschulen be ücksich igen:
In Abhebung zu ande en O ganisa ionen wie z. B. Un e nehmen geh in es in Hochschulen eben o -
angig um E kenn nisgewinn, um Le nen und Bildung und um Beach ung on Regeln des wissen-
scha lichen A bei ens. Dieses Ve hal enska ego iensys em is in Tabelle 1 da ges ell .
Tabelle 1: Ka ego iensys em Ve hal en.
Zum ande en wu de da enges ü z und in Anlehnung an die sozialpsychologische Un e scheidung
on Koak ion und In e ak ion ( gl. z.B. das Kon ingenzmodell on Jones & Ge a d, 1967) ein Ka ego-
iensys em zu Si ua ionsklassi ika ion en wickel , das Tabelle 2 da s ell .
Was is e an wo liches und un e an wo liches Handeln on S udie enden an de Hochschule?
67
Tabelle 2: Ka ego iensys em Si ua ion.
Um eine möglichs zu e lässige Eino dung zu e möglichen, wu de ein Kodie lei aden e s ell , de
neben den Ka ego ienbesch eibungen auch Anke beispiele en häl (Tabelle 3).
N .
Ve hal ens-
ka ego ie
De ini ion
Anke beispiele
9
Kollegiali ä
Kame adscha liches Ve hal en.
Sich gegensei ig hel en und
un e s ü zen. Loyal zueinande
sein. In o ma ionen und Wissen
mi Kommili
oninnen und
Kommili onen eilen.
+ S uden /in nimm seine/ih e Kommili-
onen in Schu z, als sie/e mi bekomm ,
dass übe ihn/sie geläs e wi d.
+ S uden /in hil S udie enden bei Bewäl-
igung on Übungsau gaben und e klä
diese.
- P ojek g uppe schließ G uppenmi glied
au g und k ankhei sbeding e Abwe-
senhei aus.
- S uden /in e häl sich unkame ad-
scha lich gegenübe ande en S udie-
enden, weil sie/e Ma e ial ü eine
Klausu nich eil .
Tabelle 3: Auszug aus dem Kodie lei aden.
Die Ve hal enspa aph asen wu den andomisie und dann zunächs in kleinen Teams, spä e mi
zunehmende E ah ung auch du ch Einzelpe sonen kodie . Jede Ve hal enspa aph ase wu de dabei
in beide Ka ego iensys eme eingeo dne . Tabelle 4 zeig einen Ausschni aus de Auswe ungsda ei.
Sieg ied S ump & Gab iele Koeppe
68
Tabelle 4: Auswe ungsda ei mi Ve hal enspa aph asen und Kodie ungen.
Um die Reliabiliä de Kodie ungen zu übe p ü en, wu de die Beu eile übe eins immung mi els
Cohens Kappa (Wi z & Caspa , 2002) be echne . Fü die Kodie ungen in die Ve hal ensklassen be äg
Kappa 0,66 und ü die Kodie ungen in die Si ua ionsklassen 0,78, womi diese We e als hin eichend
gu angesehen we den können (Wi z & Caspa , 2002, S. 59; Fleiss & Cohen, 1973).
3.4 Vo gehensweise
Da ene hebung und -auswe ung wa en Bes and eil eines o schungso ien ie en Moduls ‚Sozialwis-
senscha liche Fo schungsme hoden ü Ingenieu *innen‘. Die eilnehmenden S udie enden a bei e-
en sich in sozialwissenscha liche Fo schungsme hoden ein. Anschließend wu den sie mi dem In e -
iewlei aden e au gemach und absol ie en ein au diesen Lei aden bezogenes In e iew ai-
ning. Jede* de eilnehmenden S udie enden ha e dann un e Be ücksich igung spezi ische Quo-
en o gaben, die die Rep äsen a i i ä de S ichp obe siche s ellen soll en, die Au gabe zehn S udie-
ende zu in e iewen und on diesen die beiden F agebögen aus üllen zu lassen. Die In e iews wu -
den au gezeichne , ansk ibie und inhal sanaly isch ausgewe e . Die F agebogenda en wu den
s a is isch ausgewe e . Die o schenden S udie enden wu den in allen E appen des Fo schungsp o-
zesses on den Au o *innen des Bei ags angelei e , un e s ü z und gecoach , wobei ein Haup au-
genme k au de Quali ä des Fo schungsp ozesses und seine E gebnisse lag.
Was is e an wo liches und un e an wo liches Handeln on S udie enden an de Hochschule?
69
4 E gebnisse
Insgesam wu den aus den 107 In e iews mi den S udie enden 263 Si ua ionsschilde ungen ge-
wonnen, in denen in 272 Ve hal enspa aph asen e an wo liches (posi i es) und un e an wo liches
(nega i es) Ve hal en on S udie enden besch ieben wi d. Abbildung 1 zeig die Ve eilung diese
Ve hal enspa aph asen übe die el im Zuge de Auswe ung de inie en Ve hal enska ego ien.
Abbildung 1: Häu igkei on Ve hal enspa aph asen in Ve hal enska ego ien (N=272).
Aus Abbildung 1 wi d deu lich, dass die einzelnen Auswe ungska ego ien ech un e schiedlich
bese z sind. Die meis en de genann en Ve hal ensbesch eibungen lassen sich den Be eichen ‚Kolle-
giali ä ‘ (32%), ‚Zu e lässigkei ‘ (19%) und de ehe gene ell abge ass en Ka ego ie ‚Ve an wo ungs-
bewuss sein‘ (16%) zuo dnen. Wäh end bei de Kollegiali ä Besch eibungen posi i en Ve hal ens
wei häu ige sind (z. B. ‚S uden *in eil sein/ih Wissen mi Kommili on*innen und e leich e ihnen
so die Klausu o be ei ung‘), dominie en bei de Rub ik ‚Zu e lässigkei ‘ Besch eibungen un e an -
wo lichen Ve hal ens (z. B. ‚S uden *in, de /die wich ige Un e lagen ha , e schein nich zu einem
G uppen e en‘); auch bei de Klasse ‚Ve an wo ungsbewuss sein‘ (z. B. ‚S udie ende üh en in eine
Vo lesung p i a e Un e hal ungen und s ö en somi ih e Kommili on*innen‘) e en Besch eibungen
nega i en Ve hal ens deu lich häu ige au . Seh schwach bese z sind die Ve hal enska ego ien
‚Le no ien ie ung und S eben nach E kenn nis‘, ‚Ak i e Teilhabe an de akademischen Gemeinscha ‘,
‚Wissenscha liches Denken und A bei en‘ sowie ‚Unkomplizie hei ‘.
Abbildung 2 s ell da , wie sich die 263 Si ua ionsschilde ungen übe die Si ua ionska ego ien e ei-
len. Es wi d deu lich, dass die S udie enden o allem Koak ionssi ua ionen (41%) und G uppensi ua-
ionen (37%), ge olg on Si ua ionen aus dem sons igen Campusleben schilde n (19%).
Sieg ied S ump & Gab iele Koeppe
70
Abbildung 2: Ve eilung de Si ua ionen übe die Si ua ionska ego ien (N=263).
Tabelle 5 s ell in Fo m eine K euz abelle da , inwiewei die Eino dnungen de Pa aph asen in die
Ve hal enska ego ien mi de Si ua ionsa zusammenhängen, in de das besch iebene Ve hal en
eingebe e is . Ein Chi-Quad a -Tes e gib hie ein seh signi ikan es E gebnis (Chi-Quad a -
We =377, d =50, p<.0001) und C amé s V als Ko ela ionskoe izien ü nominalskalie e Me kmale
be äg 0,53 (p<.0001), was au einen s a ken Zusammenhang hinweis . Aus de Tabelle läss sich
ablesen, dass in koak i en Si ua ionen insbesonde e Kollegiali ä und Ve an wo ungsbewuss sein
ge o de sind, in G uppensi ua ionen dagegen Zu e lässigkei sowie Ziels ebigkei und Fleiß on
p imä e Bedeu ung sind. Im gene ellen Campusleben komm es au F eundlichkei und Rücksich ,
O enhei und Respek sowie Ve an wo ungsbewuss sein an.
Einzel
-
si ua ionen
Koak ions
-
si ua ionen
G uppen
-
si ua ionen
Si ua ionen
MA/P o s
Campus-
leben
Res
-
ka ego ie
Summe
Le no ien ie ung und S eben
nach E kenn nis 0 0 1 0 0 0 1
Ak i e Teilhabe an akademische
Gemeinscha 0 2 0 0 1 0 3
Ve an wo ungsbewuss sein 2 23 6 0 12 0 43
Wissenscha liches Denken und
A bei en 0 1 1 0 0 0 2
Ziels ebigkei und Fleiß 0 0 25 0 0 0 25
Zu e lässigkei 0 1 52 0 0 0 53
Unkomplizie hei 0 1 0 0 1 0 2
Au geschlossenhei und Respek 0 1 6 0 13 0 20
Kollegiali ä 0 73 7 0 8 0 88
F eundlichkei und Rücksich -
nahme 0 5 2 2 19 0 28
Res ka ego ie 0 2 2 0 1 2 7
Summe 2 109 102 2 55 2 272
Tabelle 5: Ve eilung de Ve hal enspa aph asen übe Ve hal ens- und Si ua ionska ego ien.
Was is e an wo liches und un e an wo liches Handeln on S udie enden an de Hochschule?
71
Tabelle 6 s ell da , welche de 45 We e aus dem Schwa z-We emodell die S udie enden als Lei -
p inzipien in ih em Leben be ach en. Da ges ell sind hie anggeo dne die zehn We e mi den
höchs en Beu eilungen sowie die ün We e mi den nied igs en Beu eilungen.
Tabelle 6: Top-10 und Bo om-5 zu F age „Welche We e sind Lei p inzipien in Ih em eigenen Leben?“.
Se z man die We e de S udie enden in Bezug zu soziodemog a ischen Me kmalen, so zeigen sich
insbesonde e signi ikan e Un e schiede im Hinblick au die Va iable ‚Mig a ionshin e g und‘. Fü
S udie ende mi Mig a ionshin e g und sind olgende We e bedeu same als ü S udie ende ohne
Mig a ionshin e g und: ‚In de Ö en lichkei Ansehen bewah en‘, ‚Au o i ä ‘, ‚Reich um‘ (Mach we -
e); ‚F omm‘, ‚Ach ung o de T adi ion‘ (T adi ionswe e); ‚Eine Wel in F ieden‘, ‚Soziale Ge ech ig-
kei ‘ (Uni e salismuswe e); ‚Eh geizig‘, ‚Ein luss eich‘ (Leis ungswe e); ‚Na ionale Siche hei ‘ (Siche -
hei swe ).
5 Diskussion
Welche s uden ischen Ve hal ensweisen e leben S udie ende im S udienall ag als e an wo lich und
un e an wo lich? Die E gebnisse zeichnen ein deu liches Bild: S udie ende e leben es als e an wo -
lich, wenn Kommili on*innen sich gegensei ig Hil e und Un e s ü zung beim Le nen und de Klausu -
o be ei ung geben, wenn sie dabei ih Wissen wei e geben, wenn bei G uppena bei en Zu e lässig-
kei und Engagemen gezeig wi d und wenn Regeln des gegensei igen Umgangs, z. B. Kommili-
on*innen in de Biblio hek ode bei Vo lesungen nich om Au passen und Le nen abzulenken, ein-
gehal en we den. Es bes eh ein seh enge Zusammenhang zwischen den e hobenen Ve hal enswei-
sen und dem Si ua ionskon ex , in dem diese Ve hal ensweisen bedeu sam we den.
Bi gi Wol
78
De hie o liegende Bei ag besch eib eine Un e suchung zum Einsa z on Le npo olios in zwei
wi scha swissenscha lichen P og ammen.
Die o ges ell e quali a i e Analyse bezieh sich au zwei P äsenz e ans al ungen im Bachelo S udi-
engang Managemen in Deu schland (WS 2015/2016; WS 2016/2017) und zwei Ve ans al ungen, die
online in einem Mas e o Business Adminis a ion (MBA) on Deu schland aus in den USA ü deu -
sche und ame ikanische S udie ende angebo en wu den (eben alls WS 2015/2016; WS 2016/2017).
Das Ziel de S udie wa die Un e suchung on Re lexionskompe enzen de S udie enden. Als zu nu -
zendes Fo ma zu Ausbildung diese Kompe enzen wu de die Bea bei ung on Le npo olios ge-
wähl . Die o liegende Besch eibung s ell die ü diese Ve ans al ungen genu z en Po olios o und
e läu e zusammen assend die E gebnisse zu Un e suchung de Re lexionskompe enzen. Zusä zlich
wi d die Wah nehmung de S udie enden und de Leh enden zum Einsa z de Le npo olios be-
sch ieben.
2 Konzep ion de Po olios
Die Ausbildung achliche und übe achliche Kompe enzen wu de du ch die Planung des didak i-
schen Szena ios jeweils ü den Ve lau de gesam en Ve ans al ungen geplan . In diesem Bei ag
inde nu das Fo ma de Le npo olios E wähnung. Das Haup augenme k de Po olioa bei in
beiden Ve ans al ungen lag au de Ausbildung de übe achlichen Kompe enzen, hie de Re lexions-
ähigkei en de S udie enden (Klimoski, 2007; Zubiza e a, 2009). Es gib e schiedene Beispiele ü
den Einsa z on Le npo olios in den Wi scha swissenscha en. Hie bei handel es sich abe as
ausschließlich um den Einsa z in angelsächsisch gep äg en Lände n wie den USA, G oßb i annien,
Aus alien ode Neuseeland (Kembe , 1999; Lehmann, 2009; Mummalaneni, 2014; Samkin & F ancis,
2008; Sco , 2009).
Als Haup quelle zu Konzep ion de Po olioa bei wu de au eine Besch eibung on Zubiza e a
(2009) zu ückgeg i en. Hie inde sich eine de aillie e Da s ellung de e schiedenen Po olioa en.
Po olios können danach in A bei s- und P äsen a ionspo olios un e schieden we den. Die P äsen-
a ionspo olios we den an einem de inie en Da um abgegeben, danach wi d das Po olio on
dem/de Leh enden, wenn no wendig, bewe e und dem/de S udie enden mi Feedback wiede zu
Ve ügung ges ell . A bei spo olios we den in einem P ozess kon inuie lich übe einen Zei aum
e a bei e , Feedbackschlei en mi dem/de Leh enden sind egelmäßig o gesehen und Teil des
Le np ozesses. Le npo olios können digi al (E-Po olios), abe auch analog e s ell we den (B äue ,
2016; Zubiza e a, 2009).
Fü die o ges ell en Ve ans al ungen gal es, die jeweiligen Po olios wäh end de Semes e p o-
zessha zu bea bei en.1 Es gab Rückmeldungen und egelmäßigen Aus ausch zwischen S udie enden
und Leh enden, in dem einen Fall online übe die digi ale Pla o m Blackboa d, im ande en Fall ana-
log au Papie . Neben dem Feedback de Leh enden anden auch mode ie e Rückmeldungen on
S udie enden an S udie ende Be ücksich igung. Am Ende des Semes e s muss e dann in beiden
1 Zu Un e scheidung de e schiedenen Po olioa en und de didak ischen Diskussion hie zu gl. Ba e (2009) und
B äue (2016).
De Einsa z on Le npo olios in wi scha swissenscha lichen S udiengängen
79
Ve ans al ungen, Human Ressou ce Managemen und In e na ional Financial Managemen , ein ab-
schließendes Gesam po olio e s ell und zu Bewe ung einge eich we den. Die Ein eichung eines
Endp oduk es wa de Bewe ung und de Dokumen a ion geschulde . Aus hochschuldidak ische
Pe spek i e wä e die E s ellung eines A bei spo olios aus eichend gewesen.2
Die Me hodik des Le npo olios wu de im Rahmen de Ve ans al ungen beide Module de aillie
einge üh . In de P äsenz e ans al ung im Bachelo s udiengang wu de eine Ve ans al ung da au
e wende , die Me hode und de en Zwecke o zus ellen. Zudem wu den die sch i lichen Au gaben-
besch eibungen und die Bewe ungss anda ds e läu e . In de Online-Ve ans al ung wu de ein Dis-
kussions o um zu den Po olios einge ich e , alle Besch eibungen und An o de ungen wu den e -
sch i lich und im Fo um disku ie . Bei Zubiza e a (2009) inden sich heo e ische Aus üh ungen zu
Me hode, abe auch zahl eiche P axisbeispiele aus de US-ame ikanischen Ve wendung on Po oli-
oa bei . Fü beide au gezeig en Ve ans al ungen wu de diese Sys ema ik ge olg . Die Le npo olios
wa en ähnlich in de S uk u , jedoch inhal lich au Human Ressou ce Managemen bzw. In e na ional
Financial Managemen abges ell .
Die S uk u de Po olioa bei wu de den S udie enden e läu e und eine de aillie e Au gabens el-
lung als sch i liche Un e lage un e Angabe on Bea bei ungszei aum und Abgabe e min o ge-
s ell . Die Po olioa bei wu de mi hil e o ene F agen ü die S udie enden o s uk u ie . Die im
Le npo olio zu bean wo enden F agen wa en in d ei Be eiche un e eil . De e s e Be eich ag e
das Vo wissen ab, de zwei e Be eich beschä ig e sich mi achlichen F ages ellungen, de d i e
Be eich en hiel F agen zum Le np ozess wäh end des Semes e s. Die F agen wu den egelmäßig im
Rahmen on A bei sau ägen, die on Woche zu Woche zu bea bei en wa en, in die Ve ans al ung
einbezogen. Zu Beginn des Semes e s wu den Au gaben zu S uk u ie ung des Vo wissens o mu-
lie . Danach wu den diese in eine nach olgenden Diskussion in Ve bindung mi de Diskussion de
Le nziele ü das Modul mi den S udie enden besp ochen. Die Au gabens ellungen lau e en
beispielsweise:
”Desc ibe you al eady exis ing knowledge wi h ega d o Finance.“ “P o ide a desc ip ion o al-
eady exis ing knowledge wi h ega d o Human Resou ce Managemen ( o example p e ious
lec u es, p ac ical wo k).” “Ou line one a ea o Finance you ind he mos in e es ing. Explain why.”
“Ou line one a ea o Finance you a e no in e es ed in a all. Explain why.”
Im Semes e e lau wu de on den S udie enden dann sukzessi e die Bea bei ung wei e e F agen-
be eiche zum Fach und auch zum Le np ozess ge o de . Rückmeldungen hie zu wu den du ch die
Leh enden ode ande e S udie ende gegeben. Die Leis ungen soll en im Nachgang kommen ie
we den:
2 Vgl. zu P oblema ik de Bewe ung May be ge (2013).
Bi gi Wol
80
“Inse one o he abs ac s you w o e (Re o ming he Ra e s, Fo Be e and Fo Wo se: Th ee
Lending Rela ionships, Going P i a e, ano he p i a e equi y boom has passed, bu he unde lying
need o he indus y has no ).” “Commen on you achie emen , e alua e you answe .” “Inse
he abs ac o you esea ch pape , inse he pee e alua ion o you pape . Commen on you
achie emen , e alua e you esea ch pape aking commen s and e alua ion in o accoun .”
Fü den Abschluss de Po olioa bei wu den zum Semes e ende F agen zum Ve ans al ungsablau
ges ell . Es gal inhal liche F agen und e neu F agen zum Le n o sch i zu bean wo en:
“Wha we e you goals o his lec u e? Wha abou he con en o he cou se and you engage-
men in he cou se su p ised you? I you we e o do he class all o e again, wha would you do
di e en ly o enhance you lea ning?”
Abschließend wu den de aillie e E läu e ungen zu Bewe ung de Po olioa bei zu Ve ügung
ges ell :
“Don’ hesi a e o be hones in you opinions and you sel -assessmen . You will be e alua ed on
he quali y o you wo k, no on wha posi ion you ake o whe he i ag ees wi h anyone else’s
posi ion. You will be e alua ed by a) he quali y o you cu en e lec ion pieces, and b) he de-
g ee o which you ha e chosen e idence ha eally shows he poin i is in ended o show. This
means ha some imes a weak piece o you own wo k migh be he bes e idence. The e is no
minimum o maximum numbe o pages you need o hand in. A lea ning po olio is a e y indi-
idual assessmen and i is up o you how ex ensi ely you ake ad an age o his oppo uni y o
wo k on he skills explained.” (Zubiza e a, 2009)
Am Ende des Semes e s lagen indi iduell e s ell e A bei spo olios o . Da aus p oduzie en die
S udie enden ein neues Dokumen , welches zu Bewe ung einge eich wu de. Die S udie enden
nahmen den Po oliop ozess wäh end des Semes e s und die E s ellung des Dokumen es zum Ende
des Semes e s als eine Ak i i ä wah . Es gab keine lei Rück agen zu Zwei eilung (A bei spo olio
und P äsen a ionspo olio).
3 Die S ichp obe
Bei den S udie enden de Online-Ve ans al ung handel e es sich um 21 Be u s ä ige, die in den USA,
abe auch in Deu schland ü einen S udiengang des Mas e o Business Adminis a ion (MBA) einge-
sch ieben wa en. Au g und de Zei e schiebung und de be u lichen Einbindung de S udie enden
wa ü die Ve ans al ungen ein hohes Maß an äumliche und zei liche Flexibili ä no wendig. Die
Ve ans al ung wu de asynch on angebo en. Neben de Po olioa bei wu de das Online-Fo ma mi
Hil e un e schiedliche Fo ma e wie Diskussions o en, Expe endiskussionen, einem pee - e iew und
eine wissenscha lichen Hausa bei zu En wicklung e schiedene achliche und übe achliche
Kompe enzen didak isch geplan . Die Ve ans al ung wu de einmal wiede hol und and im Win e -
semes e 2015/2016 mi 11 S udie enden und im Win e semes e 2016/2017 mi 10 S udie enden
De Einsa z on Le npo olios in wi scha swissenscha lichen S udiengängen
81
s a . Bei de Ve ans al ung handel e es sich um ein Modul eines MBA P og ammes mi dem Ti el
In e na ional Financial Managemen .
Die zwei e ü diese Un e suchung be ücksich ig e Ve ans al ung wu de in Deu schland als P äsenz-
e ans al ung du chge üh . Bei den S udie enden handel e es sich um Vollzei s udie ende, die in
einem wi scha swissenscha lichen P og amm in Be lin eingesch ieben wa en. Die Ve ans al ung
ug den Ti el Human Ressou ce Managemen und wu de als ein Modul im Bachelo s udiengang
angesiedel . Das P äsenzmodul wu de un e Be ücksich igung de Le npo olios, zusä zliche G up-
pena bei mi P äsen a ion und eine sch i lichen Zwischenp ü ung hochschuldidak isch geplan . Die
Ve ans al ung wu de eben alls einmal wiede hol und and im Win e semes e 2015/2016 und im
Win e semes e 2016/2017 s a . Hie gab es keine ein digi alen Bes and eile. Fü die G uppena bei
wu de die Le npla o m Blackboa d on den S udie enden genu z . Die Zusammena bei wu de
selbs s ändig koo dinie und on de Leh enden lediglich beglei e und mode ie . Alle ande en
Ak i i ä en bea bei e en die S udie enden in de Ve ans al ung ode im Selbs s udium ohne den
Einsa z digi ale Medien. Es wu den insgesam 33 Le npo olios im Rahmen dieses Moduls einge-
eich und ü die o liegende S udie genu z .
Insgesam wu den 54 dokumen ie e Le npo olios ausgewe e . Hie da ges ell wi d die Auswe -
ung zu den Re lexions ähigkei en de S udie enden und ih e Wah nehmung bezüglich des Einsa zes
de Le npo olios.
4 Re lexionskompe enzen de S udie enden
De Ausbildung on Re lexionskompe enzen wi d in de hochschuldidak ischen Diskussion eine hohe
Bedeu ung zugesch ieben. S udie ende sollen sich ih e Le np ozesse bewuss sein und diese du ch
Dokumen a ion in ih en pe sönlichen und achdisziplinä en Kon ex eino dnen können. Hie du ch
we den die Ve an wo ung und das Bewuss sein ü das Le nen in die Hände de Le nenden geleg .
E ah ung und k i isches Hin e agen de eigenen E ah ungen we den als wich ig ü das He ausbil-
den de Re lexionskompe enz e ach e (Jaques & Gibbs, 1988; Klimoski, 2007; Mezi ow, 1981). Die
einzelnen S udie enden machen du ch ih Handeln E ah ungen und scha en ü sich We e. In zu-
kün igen Si ua ionen wi d mi Rückg i au diese E ah ungen we ebeg ünde es Handeln e mög-
lich (E penbeck, 2017). Au die Un e suchung de Re lexions ähigkei de S udie enden wu de dahe
ein besonde es Augenme k geleg und hie au die No wendigkei de Re lexionskompe enz bei
p o essionellem Handeln zu ückgeg i en (Schön, 1983, S. 49 .). Die Ein eilung in e schiedene Re le-
xionss u en des Le nens un e scheide in de Analyse zwischen Re lexion übe den Le ngegens and –
Con en Re lec ion, Re lexion in Bezug au Le nhandlung – P ocess Re lec ion und Re lexion übe das
eigene Le n e mögen – P emise Re lec ion (Hilzensaue 2008, S. 9 .). Die quali a i e Inhal sanalyse de
o liegenden S udie bezog sich au diese d ei e schiedenen Re lexionss u en. Die Auswe ung e -
olg e en sp echend de Ein eilung nach Mezi ow (1981) und in Anlehnung an S udien on Kembe
sowie Samkin und F ancis (Kembe , 1999; Samkin & F ancis, 2008).
Bi gi Wol
82
Alle S udie enden wu den zu Wah nehmung ih es Le np ozesses wäh end des Semes e s be ag . Es
wu den F agen zum achlichen und übe achlichen Le np ozess ges ell . Die einge eich en sch i lich
e ass en Le npo olios wu den mi els induk i e Ka ego isie ung (May ing & Fenzl, 2014) inhal s-
analy isch ausgewe e . Es e olg e dann die E assung de Besch eibungen zunächs je S udie en-
dem* . In einem zwei en Sch i wu den dann alle Aussagen ü die jeweils d ei Re lexionska ego ien
zusammenge ass . Die Anonymisie ung de In e iews e olg e du ch U ü Unde g adua e, A ü MBA
S udie ende und du ch Numme ie ung de In e iews on 1 bis 21 ü die MBA Le npo olios sowie
on 1 bis 33 ü die Unde g adua e Le npo olios.
Die le z e Zahl inne halb de Klamme hin e den Zi a en gib die Sei enzahl im einge eich en P äsen-
a ionspo olio an. Alle Dokumen e wu den en sp echend de d ei Re lexionsni eaus ausgewe e
und we den nach olgend beispielha da ges ell .
Re lexion übe den Le ngegens and (Con en Re lec ion) wa mi den Inhal en de jeweiligen Ve an-
s al ung e bunden. Typische Kommen a e wa en hie :
“In his class I lea ned he asks o a HR depa men , o ins ance o ec ui , e ain he employees,
and he many challenges ha a HR depa men aces. And al hough i may seem easy, e aining
s a and mo i a ing he employees is no as easy as i looks” (U-14-12), “I ha e lea ned all he
lea ning objec i es ha ha e been se o his cou se. The only hing I did no lea n, was he legal
aspec o an employee/employe . Bu I guess his sec ion is discussed in Business Law mos ly” (U-
16-14), “... oppo uni y o sha e my doub s and discuss my opinions, which helped imp o e my
skills and unde s and he ole o Finance wi hin he globaliza ion p ocess” (A-1-5).
Re lexion zu Le nhandlung (P ocess Re lec ion) besch eib die Fähigkei des jeweiligen S udie enden
zum selbs ges eue en und selbs o ganisie en Le nen. Beispiele aus diesem Be eich sind: “The lea n-
ing objec i es we e help ul o ha e a gene al o e iew. I ha e lea ned o o ganize mysel , mo e and be -
e ” (U-2-7). Auch E kenn nisse zu O ganisa ion des eigenen Le np ozesses in Ve bindung mi dem
kul u ellen Hin e g und wu den geknüp :
“I come om a coun y whe e eamwo k and g oups a e much mo e app ecia ed han indi iduali-
y, i I use Fe dinand Tönnies’s e m, my coun y … would belong o Gemeinscha , a socie y
whe e he emphasis is on adi ion and pe sonal subjec i e in e ac ion be ween people. Because I
was exposed o his cul u e o a long ime, I became much mo e acquain ed wi h eamwo k han
independen wo k” (U-5-6).
Zwei S udie ende aus dem MBA Modul beme k en zum Le np ozess, de ausschließlich online s a -
and:
“I also said wo k a home allows o com o , bu beyond doing wo k in bed in my pyjamas i was
no ha com o able. All he noises ha come wi h being a home do no cease because you a e
‘in class’.“ (A-3-12), “Bu how you lea n isn' much di e en om an ‘o dina y’ class. You s ill ha e
o s udy he ma e ial and comple e all exe cises a you own decided ime and p e e ences” (A-9-
23).
De Einsa z on Le npo olios in wi scha swissenscha lichen S udiengängen
83
Die d i e Ebene um ass die Wah nehmung de S udie enden zu ih em eigenen Le n e mögen
(Kembe , 1999; Mezi ow, 1981). Dewey besch eib dieses wei e gehend als das Unbehagen des Ein-
zelnen, welches zu Re lexion und Wei e en wicklung des Le n e mögens üh (Dewey, 1933). Le n-
p ozesse inden nach Misse olgse lebnissen s a , wenn das Le nziel ode die gewünsch e Bewe ung
nich e eich wu de. Die Wah nehmung dieses E lebnisses im Rahmen des Re lexionsp ozesses e -
möglich eine posi i e Ein lussnahme au den zukün igen Le np ozess:
“... need o e ise my ime managemen skill, and ain my abili y o concen a e du ing s udying,
because my cu en way o s udying is oo puny“ (U-5-8). “I would pay mo e a en ion o he class
sessions and p esen a ions, because I some imes d i ed away. I would de ini ely s udy ha de … I
was a li le disappoin ed wi h my g ade” (U-1-11). “I I we e o do he class all o e again, I would
s a my day wi h a lec u e o he opics o each chap e we will be co e ing o make he lea ning
p ocess easie and hen y o lea n om i . I would s uc u e my s udy … o imp o e my lea ning
e iciency and maximize my memo iza ion and e en ion o he new opic” (A-6-24).
“I will ake in o accoun some o he o his sugges ions o u u e wo ks. Feedback is impo an
since i can gi e you new ideas and pe spec i es abou you cu en p ojec s.” (A-1-9)
Diese wenigen Beispiele zeigen die e schiedenen Re lexionsni eaus au . In de Übe zahl de einge-
eich en Po olios wu de E idenz zu allen d ei Re lexionska ego ien a) Re lexion übe den Le nge-
gens and (Con en Re lec ion), b) Re lexion in Bezug au Le nhandlung (P ocess Re lec ion) und c)
Re lexion übe das eigene Le n e mögen (P emise Re lec ion) ge unden.
5 Le npo olios aus de Wah nehmung de S udie enden
Es wu de keine gesonde e F age zum Einsa z de Le npo olios in den Ins uk ionen au ge üh .
Dennoch äuße en sich S udie ende zu ih e E ah ung mi de ü sie alle neuen Me hode. Beispiele
on S udie enden im Bachelo s udiengang hie zu lau e en:
“To be hones , w i ing he lea ning po olio was one o he longes and ha des pape I e e had
o w i e bu i helped me o igu e ou my weaknesses, s eng hs and a i ude o g oup wo k and
o hink abou he mis akes be o e he mid e m. Pe sonally, I do hink abou how bad I did and I
should ha e done some hing di e en ly o p epa e o he mid e m and inal, bu I ne e w o e
hose ideas down. I eally helped me o go h ough he mid e m again and commen on how I
should ha e done i . I is a e y unique me hod o aising and inding he p oblems by mysel ” (U-
10-12). “…w i ing his po olio o he i s ime in my academic ca ee helps me o hink abou
my pe o mance and my inpu in his class and he hings I lea ned and liked abou i ” (U-13-14).
“Howe e , he e lec ion o he lea ning p ocess pe haps e ealed he mos in e es ing ac wi hin
he po olio: how paying a en ion and con ibu ing posi i ely enhance one’s own lea ning expe-
ience” (U-25-9).
Bi gi Wol
84
Auch die be u s ä igen S udie enden schlossen Bewe ungen ih e Po olioa bei mi ein:
“Doing his cou se, he lea ning po olio and ecei ing he eedback om bo h he p o esso and
my pee s has allowed me o hink mo e deeply and c i ically and no o o e look” (A-4-23). “The
po olio is eally p oo o he a ie y o wo k I ha e accomplished du ing his semes e ” (A-9-24).
In eine Zusammen assung kann die Wah nehmung de S udie enden in Hinblick au die Po olioa -
bei als eine zei in ensi e He aus o de ung besch ieben we den. Die Meh hei de Teilnehme *innen
ha die A bei am Po olio, sowohl wäh end des Semes e s als auch in de einge eich en Fo m am
Ende des Semes e s, als in e essan und hil eich besch ieben.
Die E gebnisse zeigen einen posi i en Zusammenhang zwischen dem Einsa z on Le npo olios und
de Nu zung übe achliche Re lexionskompe enz. Vielen S udie enden e schien die Nu zung e -
schiedene Me hoden in den Ve ans al ungen und die Nu zung de Le npo olios mo i ie end und
aus ih e eigenen Wah nehmung auch als ö de lich ü den Le ne olg. Die Nu zung al e na i e
Me hoden3 und hie insbesonde e die des Le npo olios üh e bei einigen S udie enden jedoch zu
Wide s änden bis hin zu Ve weige ungshal ung, übe das eigene Le nen zu e lek ie en.4
6 Le npo olios aus de Wah nehmung de Leh enden
Die Be euung de S udie enden wäh end de Ve ans al ung und wäh end de Bea bei ung de Be-
s and eile de Le npo olios wies ü die asynch one Leh e ans al ung höhe e An o de ungen an die
Leh enden als ü e gleichba e P äsenz e ans al ungen au . Alle Leh e ans al ungen wu den alle -
dings in kleinen Fo ma en mi bis zu 23 S udie enden du chge üh . Die Übe agba kei des Einsa zes
on Po olioa bei au ande e wi scha swissenscha liche Leh e ans al ungen mi eine hohen
Teilnehme *innenzahl is heo e isch möglich, e schein p ak isch jedoch schwie ig zu sein. Die Ein-
bindung on Tu o *innen und mögliche weise on S udie enden ü pee - e iews könn e den Einsa z
bei eine höhe en Anzahl an S udie enden e möglichen. Bei de Be euung du ch eine*n einzelnen
Leh ende*n is die Ein üh ung on Po olios in g öße en Leh e ans al ungen im o liegenden Fo -
ma nich o s ellba . Fü die Leh ende gal en ande e He aus o de ungen, wie zum Beispiel de hohe
Zei au wand ü die Konzep ion de gesam en Ve ans al ung und de Po olioa bei .5 Die E läu e ung
des Fo ma es is ü den e olg eichen Einsa z on Le npo olios en scheidend. Auch die Ve sch i li-
chung alle Dokumen e ü die Online-Ve ans al ung is zu Un e s ü zung de S udie enden on
g oße Bedeu ung. Wäh end des Semes e s wa en eine engmaschige Be euung und Be a ung de
S udie enden und ein p o essionelle Umgang mi den Wide s änden de S udie enden wich ig.
Zudem beansp uch e die Bea bei ung on IT-P oblemen beim Einsa z de E-Po olios iel Zei , da die
ins i u ionelle IT-Un e s ü zung lückenha wa .
3 Mi al e na i en Me hoden we den hie ande e als mündliche und sch i liche P ü ungsa bei en e s anden.
4 Die Ve weige ungshal ung kann selbs e s ändlich auch aus dem höhe en Au wand ü die Bea bei ung en s anden sein
(May be ge , 2013, S. 64).
5 Vgl. hie zu auch May be ge , 2013, S. 68.
De Einsa z on Le npo olios in wi scha swissenscha lichen S udiengängen
85
7 Schlussbeme kung
Die Analyse des Einsa zes de Po olios ha neben den oben au gezeig en He aus o de ungen und
E gebnissen wei e e F agen au gewo en. Seh deu lich wu de wäh end de Du ch üh ung de Ve an-
s al ung und des Einsa zes de Le npo olios die No wendigkei eine übe geo dne en S udienp o-
g ammplanung und eine ins i u ionellen Planung. Hie se z auch die in Kapi el 3 e wähn e Ausbil-
dung on we ebeg ünde em Handeln an. Dami S udie ende in zukün igen Si ua ionen Rückg i
au E ah ungen möglich is und dami die Basis ü we ebeg ünde es Handeln gescha en wi d, is
ein Einsa z on e schiedenen hochschuldidak ischen Me hoden zu Ausbildung on Re lexionskom-
pe enzen im S udienp og amm s uk u ie zu e anke n. Le npo olios haben sich in de o liegen-
den Un e suchung als sinn oll hie ü gezeig . Wünschenswe is jedoch de Einsa z e schiedene
Me hoden zu Ausbildung de Re lexionskompe enzen und auch ih geplan e Einsa z übe den ge-
sam en S udien e lau .
Fü den e olg eichen Einsa z ande e als in de Meh hei genu z en hochschul- und mediendidak i-
schen Modelle beda es iel äl ige Un e s ü zung. Das geh auch aus de um änglichen Li e a u zu
Nu zung on Le npo olios he o . Als ein Beispiel aus dem ins i u ionellen Um eld sei die Be ei s el-
lung de geeigne en In o ma ions echnologie bei de Nu zung on E-Po olios genann . Abe auch
die Anpassung de Rahmenbedingungen an den Einsa z al e na i e Me hoden is unbeding e o -
de lich (May be ge , 2013). Ebenso können Anpassungen de S udien- und P ü ungso dnung no -
wendig we den, um al e na i e P ü ungsme hoden zu e möglichen. T o z de au gezeig en He aus-
o de ungen wa de Einsa z de Le npo olios ü die S udie enden und die Leh enden seh an e-
gend und leh eich. Die Rückmeldungen de S udie enden wa en bis au wenige Ausnahmen posi i .
Gu o s ellba is de wei e gehende Einsa z de Le npo olios in den au gezeig en Modulen, abe
auch in ande en Ve ans al ungs eihen. Wei e üh end gib es ü die Wi scha swissenscha en an e-
gende P axisbesch eibungen zu Modulen des In e nen und Ex e nen Rechnungswesens (Basu &
Cohen, 1994; Samkin & F ancis, 2008).6
De Einsa z neue didak ische Szena ien einschließlich de passgenauen Mediendidak ik e o de
on Leh enden konsis en e und de aillie e Planung. Diese hochschuldidak ische Planung e s eck
sich übe die e schiedenen Handlungsebenen (Flechsig, 1975) on einzelnen Le nsi ua ionen übe
Leh e ans al ungen bis hin zu o ganisa o ischen, inanziellen, pe sonellen und konzep ionellen
Rahmenbedingungen. We den al e na i e Fo ma e und eine di e enzie e Mediendidak ik nu in
wenigen Modulen du ch eine ge inge Anzahl on Leh enden eingese z , is de Au wand ü Leh ende
und S udie ende e gleichsweise hoch. Ge o de sind im Hinblick au die Ausbildung on Re lexions-
kompe enzen, wie hie da ges ell , abe auch gene ell ü die achliche und übe achliche Kompe-
enzausbildung konsis en geplan e S udienp og amme (Rhein, 2011). Diese soll en Va ia ionen
hochschuldidak ische Fo ma e beinhal en und die S udie enden in ih em Le np ozess un e s ü zen
(Pe ko, 2011). Ge agen we den soll e ein solches Konzep on möglichs ielen Leh enden, die die
e schiedenen Fo ma e hochschul- und mediendidak isch sinn oll einse zen und zusä zlich on den
e schiedenen o ganisa o ischen Einhei en in de Hochschule Un e s ü zung e ah en.
6 Hie wä e eine sys ema ische E kundung und E hebung, wie sie Hube in seinem Bei ag zum Schola ship o Teaching and
Lea ning e läu e , wünschenswe (Hube , 2014).
Bi gi Wol
86
Diese zwei e Teil de Folge ung is ein eigene , seh komplexe Be eich, de abe e heblichen Ein luss
au die Akzep anz de hie besch iebenen Le npo olios und de en e olg eichen Einsa z ha .
Die Schluss olge ung aus dem besch iebenen Einsa z de Le npo olios in zwei in e na ional e an-
ke en P og ammen is eine E wei e ung des E kenn nisin e esses. Bes ehen bleib das In e esse an
de Po olioa bei . Diese konn e in den besch iebenen Modulen uch ba eingese z we den. Es
beda jedoch de wei e en P o essionalisie ung und Anpassung des Einsa zes. Das neu en s andene
E kenn nisin e esse be i die Bea bei ung wei e e al e na i e didak ische Si ua ionen un e Be-
ücksich igung de Cu iculum o schung und de e besse en ins i u ionellen Einbindung de Hoch-
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The esa Leeb & Klaus-Pe e Wild
94
Abbildung 1b: Ve ände ung nega i e Emo ionen im Lau e eines Semes e s.
i ga nich
zu i kaum zu i eilweise
zu
i ziemlich
zu i öllig zu
öhlich n 21 92 63 34 3
An eil
in %
9.9 43.2 29.6 16 1.4
zu ieden n 10 34 92 68 9
An eil
in %
4.7 16 43.2 31.9 4.2
us ie n 70 79 34 27 3
An eil
in %
32.9 37.1 16 12.7 1.4
beso g n 61 71 48 28 5
An eil
in %
28.6
33.3
22.5
13.1
2.3
Tabelle 2: Das Ni eau des emo ionalen E lebens in den spezi ischen An wo ka ego ien.
Tabelle 1 und die Abbildungen 1a und 1b machen deu lich, dass sich die S udie enden in de p ü-
ungs e nen Phase des Semina s öhliche und zu iedene ühlen als in de p ü ungsnahen Phase
des Semina s. Gleichzei ig ühlen sich die S udie enden in de p ü ungsnahen Phase des Semina s
us ie e und beso g e als in de p ü ungs e nen Phase des Semina s. Dennoch sp echen die E -
gebnisse ü akzep able mi le e Ni eaus des emo ionalen E lebens.
Emo ionales E leben beim E-Lea ning
95
Be ach e man jedoch die Au schlüsselung de Be agungsda en in die konk e en An wo ka ego ien,
wi d deu lich, dass eine ex eme indi iduelle S eub ei e mi bedenklichen Ausp ägungen im un e en
Be eich es zus ellen is . Tabelle 2 zeig , dass einige S udie ende seh ge inge We e bei de Emo ion
öhlich au weisen. Zudem ühlen sich einige S udie ende seh beso g und us ie . Diese Ausp ä-
gungen sind aus pädagogische Sich besonde s p oblema isch. Es s ell sich die F age, wie man diese
S udie enden in einem i uellen Semina hochschuldidak isch e eichen kann, um solchen Emo io-
nen o zubeugen.
5.2 En wicklung des emo ionalen E lebens bei e schiedenen
Leh am ss udiengängen
Vi uelle Semina e bedienen o mals eine g öße e G uppe an S udie enden. Demzu olge is es nich
unüblich, dass S udie ende un e schiedliche S udiengänge an demselben Semina eilnehmen. Es
kann e mu e we den, dass sich diese G uppen oneinande un e scheiden und dass mi diese
Viel al an S udie enden He aus o de ungen ü die Hochschuldidak ik einhe gehen. In de o liegen-
den S udie wu de ein i uelles Semina ü alle Leh am ss udie enden un e such . Dahe konn e
analysie we den, ob sich das emo ionale E leben im Hinblick au e schiedene Leh am ss udiengän-
ge un e scheide .
Abbildungen 2a und 2b e deu lichen, dass sich S udie ende de S udiengänge Leh am ü G und-
und Mi elschule in beiden Phasen des Semina s endenziell zu iedene , us ie e und beso g e
ühlen als S udie ende de S udiengänge Leh am ü Realschule und Gymnasium. Alle dings un e -
scheiden sich die un e schiedlichen Leh am ss udiengänge im Hinblick au ih emo ionales E leben
nu seh ge ing oneinande und weisen keine signi ikan en Un e schiede au .
The esa Leeb & Klaus-Pe e Wild
96
Abbildung 2a: Emo ionales E leben bei e schiedenen Leh am ss udiengängen in de p ü ungs e nen Phase.
Abbildung 2b: Emo ionales E leben bei e schiedenen Leh am ss udiengängen in de p ü ungsnahen Phase.
Emo ionales E leben beim E-Lea ning
97
5.3 En wicklung des emo ionalen E lebens in Abhängigkei om
Fachsemes e
Neben un e schiedlichen S udiengängen inden sich in i uellen Semina en o auch S udie ende in
un e schiedlichen Fachsemes e n. Es kann e mu e we den, dass sich S udie ende mi ge inge
Fachsemes e zahl on S udie enden un e scheiden, die ein Fach be ei s länge beleg haben. Um
diese Annahmen zu übe p ü en wu de un e such , ob das emo ionale E leben mi de Fachsemes e -
zahl a iie .
Es konn en keine signi ikan en Un e schiede im Hinblick au die Emo ionen öhlich, zu ieden, be-
so g und us ie , zwischen S udie enden, die un e ode gleich ie und S udie enden, die übe ie
Fachsemes e ein Fach beleg en, es ges ell we den. Abbildungen 3a und b zeigen jedoch, dass sich
die S udie enden mi wenig Fachsemes e n endenziell öhliche , zu iedene , us ie e und be-
so g e ühlen. E ah ene S udie ende ühlen sich dahe zwa wenige öhlich und zu iedene , abe
auch wenige us ie und beso g .
Abbildung 3a: Emo ionales E leben bei e schiedene Anzahl an Fachsemes e n in de p ü ungs e nen Phase.
The esa Leeb & Klaus-Pe e Wild
98
Abbildung 3b: Emo ionales E leben bei e schiedene Anzahl an Fachsemes e n in de p ü ungsnahen Phase.
6 Diskussion
Ein Ziel diese A bei wa zu un e suchen, inwiewei sich das posi i e und nega i e emo ionale E le-
ben in e schiedenen Phasen eines i uellen Semina s e ände . Es wu de e mu e , dass sich das
emo ionale E leben on Le nenden bei nahende P ü ungssi ua ion e schlech e . Im Hinblick au die
Ve ände ung des emo ionalen E lebens wu de in de o liegenden S udie es ges ell , dass sich das
E leben de Emo ionen öhlich und zu ieden on de p ü ungs e nen hin zu p ü ungsnahen Phase
des Semina s e inge und dass sich das E leben de Emo ionen us ie und beso g e g öße .
Dies bedeu e , dass sich S udie ende in dem un e such en i uellen Semina in de p ü ungs e nen
Phase öhliche , zu iedene , wenige us ie und wenige beso g ühlen als in de p ü ungsnahen
Phase des Semina s. Be ei s wenige ühe e S udien deu e en da au hin, dass sich mi nahende
P ü ungssi ua ion das emo ionale E leben on Le nenden e schlech e und P ü ungsphasen o mals
mi nega i en emo ionalen Zus änden ge ä b sind (Ahmed e al., 2013; Helmke & Sch ade , 2000).
Nach dem kogni i -mo i a ionalen Media ionsmodell on Pek un (1992) beein lussen mo i a ionale
und oli ionale Fak o en ebenso das emo ionale E leben und demzu olge auch de en En wicklung.
Dahe wi k sich eine mi nahende P ü ungssi ua ion ge inge we dende Mo i a ion nega i au das
emo ionale E leben aus (S eel, 2007). Demzu olge kann e mu e we den, dass sinkende wah ge-
nommene Kon olle und Kompe enz und eine sinkende Mo i a ion de G und ü ein e schlech e es
emo ionales E leben im Lau e eines Semes e s sind. Be ach e man die spezi ischen An wo ka ego-
ien, wi d e kennba , dass einige S udie ende seh ge inge We e bei de Emo ion öhlich und einige
S udie ende seh hohe We e bei den Emo ionen us ie und beso g au weisen. Diese Ausp ägun-
gen sind aus pädagogische Sich p oblema isch, da sich diese S udie enden das komple e Semina
hinweg in einem bedenklichen emo ionalen Zus and be inden, welche o mals une kann bleib ,
abe ex eme nega i e Konsequenzen mi sich b ingen kann. Demzu olge soll e e such we den,
Emo ionales E leben beim E-Lea ning
99
explizi diese S udie enden hochschuldidak isch zu e eichen und de en emo ionales E leben zu
e besse n.
Wie be ei s e wähn bedienen i uelle Semina e o mals eine g oße G uppe on S udie enden. In de
o liegenden S udie nahmen un e schiedliche Leh am ss udiengänge an dem i uellen Semina eil.
Es konn e gezeig we den, dass sich S udie ende de S udiengänge Leh am ü G und- und Mi el-
schule nu seh ge ing ügig un e scheiden. Demzu olge haben die un e schiedlichen Leh am ss udi-
engänge ein seh ähnliches emo ionales Ni eau in Bezug au die i uelle Le numgebung.
Auße dem wu de e mu e , dass das Fachsemes e einen Ein luss au das emo ionale E leben ha .
Dies is ü Leh ende in i uellen Semina en on besonde e Bedeu ung, da sich diese Ku se o mals
aus S udie enden un e schiedliche Fachsemes e zusammense zen. Es konn e kein signi ikan e
Zusammenhang zwischen dem Fachsemes e und den Emo ionen öhlich, zu ieden, us ie und
beso g gezeig we den. Es wi d abe deu lich, dass die Emo ionen endenziell mi s eigenden Fach-
semes e n in dem un e such en i uellen Ku s endenziell sinken. Je länge ein*e S udie ende* ein
Fach be ei s beleg , des o wenige öhlich, zu ieden, us ie und beso g ühl e /sie sich. Diese
Zusammenhang schein plausibel, da angenommen we den kann, dass die Mo i a ion mi o sch ei-
endem S udium sink und dahe posi i e Emo ionen wenige we den. S udien in de Schule kommen
zu ähnlichen E gebnissen. Diese beschä igen sich mi de En wicklung on Emo ionen übe e schie-
dene Klassens u en hinweg ode e gleichen un e schiedliche Al e sg uppen und konn en zeigen,
dass posi i e Emo ionen im Lau e de Schulzei sinken (Gö z, 2011). Au ällig is jedoch, dass auch die
Emo ionen us ie und beso g mi s eigende Anzahl an Fachsemes e n ab allen. Eine mögliche
E klä ung könn e da in bes ehen, dass mi o sch ei ende Zahl de Fachsemes e das emo ionale
E leben gemäßig e wi d, da die Expe ise in dem Fach zu wenige p oblema ischen ode emo ions-
auslösenden Si ua ionen üh .
7 G enzen
Im Hinblick au die Gene alisie ba kei au ande e Se ings muss beach e we den, dass sich die F age-
s ellung au ein spezielles E-Lea ning-Semina bezieh . Fü wei e e Fo schungsa bei en wä e es dem-
zu olge wünschenswe , wenn die Übe agba kei de o liegenden Be unde au ande e Kon ex e
übe p ü we den wü de. Von In e esse könn en hie bei Semina e im Fe ns udium ode auch Online-
Vo lesungen sein, da auch in diesen Se ings iele F eihei sg ade au Sei en de S udie enden gege-
ben sind und die In e ak ion zwischen Dozie enden und S udie enden e gleichsweise ge ing aus äll .
Die o liegende S udie be ass e sich mi Leh am ss udie enden, die ein Semina im e ziehungswis-
senscha lichen Teils udium absol ie en. Obwohl zwa un e schiedliche Leh am ss udiengänge
un e such wu den, s ell sich ü wei e e Fo schungsa bei en die F age, inwiewei Un e schiede im
Hinblick au das emo ionale E leben bei wei e en S udiengängen bes ehen. Es wä e denkba , dass
ande e Kon ex bedingungen ande e mo i a ionale und oli ionale Vo ausse zungen mi sich b ingen
und ein ande es emo ionales E leben die Folge is .
The esa Leeb & Klaus-Pe e Wild
100
Fe ne wu den die Da en e ospek i mi hil e eines F agebogens e ass . Die S udie enden ha en die
Au gabe, sich ih emo ionales E leben in Bezug au die le z en Wochen des Semina s in E inne ung zu
u en und es anzugeben. Hie du ch kann die Zu e lässigkei de An wo en du ch E inne ungslücken
ode E inne ungs ehle beein äch ig we den. Auße dem kann es o kommen, dass Unangenehmes
e d äng ode beschönig wi d. Um das ak uelle emo ionale E leben unmi elba zu e assen, schein
ü zukün ige Fo schungsa bei en de zusä zliche Einsa z on Tagebuch-Me hoden ode Expe ience-
Sample-Me hoden sinn oll. Hie bei müss en die S udie enden unmi elba wäh end ih e Le nhand-
lung ih Le n e hal en, ih e P obleme und ih emo ionales Be inden dokumen ie en (Leeb, 2018).
8 P ak ische Implika ionen
Die Be unde sp echen da ü , dass die Regula ions ähigkei en de S udie enden e s ä k und geziel
übe alle Fachsemes e hinweg geschul we den soll en. Pickl (2007) beispielsweise en wickel e ein
Selbs egula ions aining ü S udie ende, welches un e ande em mo i a ionale, oli ionale und
emo ionale S a egien beinhal e . Wei e e Au o en pos ulie en T ainings zu Emo ionskon olle.
Ecke e al. (2016) übe p ü en die Wi ksamkei on In e en ionen zu Emo ions egula ion und
konn en zeigen, dass sich diese Emo ionen e besse n. Da bei solch zusä zlichen Ku sen alle dings die
Flexibili ä , die E-Lea ning mi sich b ing , ge äh de is , s ell sich die F age, ob diese T ainings nich
auch i uell angebo en we den könn en. Kim und Hodges (2012) en wickel en beispielsweise ein
T aining zu Emo ionskon olle und es e en dieses in einem i uellen Ku s ü Hochschuls udie en-
de. Die In e en ionsg uppe e hiel ein Video zu En s ehung on Emo ionen und zu e schiedenen
Emo ions egula ionss a egien. Es wu de deu lich, dass die S udie enden, die das T aining absol ie
haben, meh posi i e Emo ionen und meh Mo i a ion au wiesen als S udie ende, die das T aining
nich e hal en ha en.
Neben speziellen Ku sen, die zusä zlich angebo en we den, is es auch sinn oll, die didak ische Ge-
s al ung de Le numgebung zu be ücksich igen. Die ehlende In e ak ion zwischen S udie enden und
Dozie enden und die besonde en An o de ungen an die Regula ion des Le nens s ellen dahe g oße
He aus o de ungen an die Ges al ung eines i uellen Semina s. Es wä e beispielsweise sinn oll, die
soziale Eingebundenhei mi hil e on wei e en Cha ooms und Diskussions o en zu s ä ken. S udien
konn en be ei s zeigen, dass die Kommunika ion mi ande en und mi dem Tu o wich ige Fak o en
ü das emo ionale Wohlbe inden on Le nenden in i uellen Le numgebungen sind (Ben-Eliyahu &
Linnenb ink-Ga cia, 2015; Bu ić & So ić, 2012).
Um P obleme und nega i e emo ionale Zus ände zu diagnos izie en und selbs ges eue es Le nen zu
ö de n, können beispielsweise auch Sel -Moni o ing-Tagebüche angewand we den (Leeb, 2018;
Schmid e al., 2011).
Emo ionales E leben beim E-Lea ning
101
Li e a u
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Teil III
S uk u en ö nen
Claudia Me ens, S enja Claes & Philipp Becke
110
3 Das Po en ial in o mellen Le nens ü die Leh am sausbildung
Im in o mellen Le nen lieg g oßes Po en ial ü den P o essionalisie ungsp ozess on Leh k ä en:
Einige de im An o de ungsp o il genann en Kompe enzen (MSW NRW, 2016) we den po en iell
auße uni e si ä in p o o ypischen in o mellen Le no en wie Familie und Jugendbildung e c. e wo -
ben. Dabei sind diese Le np ozesse den Leh am sanwä e *innen mögliche weise nich bewuss ,
denn sie lau en implizi ab. Die Au gabe de Hochschulleh enden läge da in, die in o mell e wo benen
Kenn nisse ins Bewuss sein zu heben und zu e lek ie en, um sie an den wissenscha lichen pädagogi-
schen und bildungswissenscha lichen Disku s anschluss ähig we den zu lassen:
„Manchmal me k man e s im Nachhinein, dass Si ua ionen Le nsi ua ionen wa en. Es is auch des-
halb sinn olle , das in o melle Le nen in eine zunächs allgemeine en Sich weise als ein Kon inuum
zwischen bewuss selbs ges eue em und außeninduzie em Le nen, auße halb schulische ode
non o male Bildungsangebo e zu sehen“ (O e wien, 2001, S. 363).
3.1 An o de ungsp o il ü Leh e *innen
In de O dnung ü den Vo be ei ungsdiens und die S aa sp ü ung is die 2. Phase de Leh am saus-
bildung in NRW ge egel . Hie we den die ün Handlungs elde Un e ich , E ziehungsau ag, Le nen
und Leis en, Be a en und Sys em Schule explizie und mi Handlungssi ua ionen, E schließungs a-
gen und inhal lichen Bezügen nähe ausdi e enzie . Als übe geo dne e Lei linie wi d o mulie ,
Viel al sei als He aus o de ung anzunehmen und als Chance zu nu zen.
Tabelle 1 weis in de ech en Spal e p o o ypische E ah ungen/Tä igkei en/Le no e au , im Rahmen
de e Kompe enzen aus Sich de Au o *innen po en iell in o mell e wo ben we den könn en. Es is
k i isch anzume ken, dass die au gelis e en Tä igkei en nich obliga o ische Weise kon ingen mi
P o essionalisie ung sind. Sie bie en allen alls Po enzial ü Anknüp ungs elde in Coachinggesp ä-
chen mi selbs e lexi en An eilen ode Po olioa bei .
Als Deside a d äng sich au , empi isch zu e o schen, wo Leh am ss udie ende – ih e Selbs wah -
nehmung nach – Kompe enzen ü den Leh be u be ei s o S udienbeginn bzw. s udienbeglei end
auße halb de Leh e ans al ungen, e wo ben haben. Die olgende S udie bezieh sich alle dings
lediglich au die In o ma ionsbescha ung in de S udieneingangsphase. Dass dies nich mi leh am s-
spezi ischen Kompe enzen gleichgese z we den kann, is den Ve asse *innen bewuss .
Kompe enz (= K) lau OVP
Leh e innen und Leh e …
Hypo hese zu p o o ypischen E ah ungen / Tä igkei en /
Le no en, im Rahmen de e analoge Kompe enzen [im
Hinblick au ande e Zielg uppen] po en iell in o mell
e wo ben we den könn en (Die empi ische Übe p ü ung
de Hypo hesen is als Fo schungsdeside a zu o mulie-
en)
K 1: … planen Un e ich un e Be ücksich-
igung un e schiedliche Le n o ausse zun-
gen und En wicklungsp ozesse ach- und
sachge ech und üh en ihn sachlich und
achlich ko ek du ch
Nachhil e-Tä igkei
F eizei : Jugenda bei (Anlei ung on pee s im Be eich Spo ,
Musik, e c.)
Man kann nich nich le nen
111
Kompe enz (= K) lau OVP
Leh e innen und Leh e …
Hypo hese zu p o o ypischen E ah ungen / Tä igkei en /
Le no en, im Rahmen de e analoge Kompe enzen [im
Hinblick au ande e Zielg uppen] po en iell in o mell
e wo ben we den könn en (Die empi ische Übe p ü ung
de Hypo hesen is als Fo schungsdeside a zu o mulie-
en)
K 2: …un e s ü zen du ch die Ges al ung
on Le nsi ua ionen das Le nen on Schüle-
innen und Schüle n. Sie mo i ie en Schüle-
innen und Schüle und be ähigen sie,
Zusammenhänge he zus ellen und Gele n-
es zu nu zen.
Tä igkei als Tu o *in (in Hochschule)
Tä igkei als Pa *in (in Schule)
K 3: … ö de n die Fähigkei en on Schüle-
innen und Schüle n zum selbs bes imm en
Le nen und A bei en.
Beglei ung on Jugend eizei en / Anlei ung on Jugend-
g uppen (z. B. P ad inde )
K 4: … kennen die sozialen und kul u ellen
Lebensbedingungen, e waige Benach eili-
gungen, Beein äch igungen und Ba ie en
de En wicklung des Le nens on Schüle in-
nen und Schüle n und ü Schüle innen und
Schüle und nehmen im Rahmen de Schule
Ein luss au de en indi iduelle En wicklung.
Empa hie du ch po en iell eigenes E leben on Benach eili-
gung, Beein äch igungen und Ba ie en (z. B. e leb e
Sp achba ie en mi Pe sonen, ü die Deu sch die Zwei sp a-
che is ; z. B. Ve a bei ung eigene amiliä e Si ua ionen (z. B.
Pa chwo k-Familien)
K 5: … e mi eln We e und No men, eine
Hal ung de We schä zung und Ane ken-
nung on Di e si ä und un e s ü zen
selbs bes imm es U eilen und Handeln on
Schüle innen und Schüle n.
Auslandsau en hal e
We schä zende Umgang in de Familie (z. B. Un e s ü zung
de äl e en Gene a ion ode Mi beau sich igung jünge e
Geschwis e )
K 6: … inden Lösungsansä ze ü Schwie-
igkei en und Kon lik e in Schule und Un e -
ich . Die Absol en innen und Absol en en
ges al en soziale Beziehungen
Klassensp eche au gaben
Gemeinnü zigkei
P ojek - und G uppena bei en
K 7: …diagnos izie en Le n o ausse zun-
gen und Le np ozesse on Schüle innen
und Schüle n; sie ö de n Schüle innen und
Schüle geziel und be a en Le nende und
de en El e n.
Wahlen (Klassensp eche *innen, Teamzusammense zung,
…)
K 8: … e assen die Leis ungsen wicklung
on Schüle innen und Schüle n und beu ei-
len Le nen und Leis ung au de G undlage
anspa en e Beu eilungsmaßs äbe.
Mannscha sau s ellungen (z. B. im Spo )
K 9: …sind sich de besonde en An o de-
ungen des Leh e be u s bewuss . Sie
e s ehen ih en Be u als ein ö en liches
Am mi besonde e Ve an wo ung und
Ve p lich ung.
Eh enam
DLRG, eiwillige Feue weh
AS A
Tä igkei in Ne zwe ken
K 10: … e s ehen ih en Be u als s ändige
Le nau gabe.
Umgang mi digi alen Medien ( echnische Wei e en wick-
lung e o de Li e-long-lea ning)
K 11: …be eiligen sich an de Planung und
Umse zung schulische P ojek e und Vo ha-
ben.
Ausschuss-Tä igkei en (z. B. Schüle zei ung, Planung En las-
sungs eie lichkei en, Planung on Klassen es en)
Tabelle 1: eigene Da s ellung nach MSW NRW (2016).
Claudia Me ens, S enja Claes & Philipp Becke
112
4 Empi ische S udie an de HS OWL
Be o o schnell didak ische Schluss olge ungen gezogen we den, is zu p ü en, ob die Theo ie des
in o mellen Le nens de empi ischen Übe p ü ung s andhäl . Dahe wi d im olgenden Kapi el analy-
isch un e such , welche In o ma ionskanäle S udie ende in de S udieneingangsphase nu zen (P e-
S udie WS 2016/17 und Pilo s udie WS 2017/18) – in diesem S adium de E hebung noch losgelös
om leh am sspezi ischen Kon ex . Die An eile o male Ins uk ion dem in o mellen Le nen im Rah-
men de Leh e ausbildung gegenübe zus ellen, s eh noch aus, da es noch nich genügend Absol-
en *innen de Leh am sop ion gib 2.
4.1 S udiendesign
Eine sch i liche Be agung on S udienpionie *innen3 ha e im WS 2016/17 in Bezug au ‚In o melles
Le nen in de S udieneingangsphase‘ be ei s einen Anhal spunk (N=17, Rücklau quo e = 90%) zu
p ä e ie en Le na en e geben, nämlich 61% ü in o melle, 27% ü non- o male und 12% ü o ma-
le P ozesse (Claes e al., 2017). Im Folgenden sollen die E gebnisse de Wiede holungss udie zu den
In o ma ionskanälen in de S udieneingangsphase (= Pilo s udie) aus dem WS 2017/2018 p äsen ie
we den.
Ziel wa es, die oben genann e These anhand eine g öße en S ichp obe zu übe p ü en. Um möglichs
iele Face en po en ielle Le nse ings zu e assen, wu de die E hebung mi o enen An wo elde n
du chge üh . Dadu ch, dass manche F agen unbean wo e blieben, e gib sich die Disk epanz zwi-
schen Gesam -N [N=171] und N p o I em. Die E hebung and in P lich e ans al ungen in un e -
schiedlichen Fachbe eichen und S udiengängen (Abb. 3) s a , um eine Vo selek ion du ch F eiwillig-
kei ode du ch die S udien ich ung zu minimie en. Die meis en S udie enden be anden sich im e s-
en Semes e [92% n] und ha en spä e die Op ion, ‚Leh am an Be u skollegs‘ als Spezialisie ung zu
wählen. Mi 81% wa de g öß e An eil de Be ag en männlich.
2 Du ch das P ojek Edu-Tech Ne OWL können S udie ende de S udiengänge Elek o echnik, Maschinen echnik,
Mecha onik und Zukun sene gien den Wahlp lich kanon ‚Leh am an Be u skollegs‘ belegen. Diese Op ion e -
möglich übe eine Koope a ion einen nah losen Übe gang in den Mas e o Educa ion an de Uni e si ä Pade -
bo n. Zudem is an de HS OWL ein Leh am ss udium im Be eich ‚E näh ungs- und Hauswi scha swissenscha en
sowie Lebensmi el echnik‘ möglich.
3 d. h. S udie enden, die als e s e Gene a ion ih e Familie ein S udium au nehmen.
Man kann nich nich le nen
113
Abbildung 3: Be ag e S udiengänge (eigene Da s ellung).
4.2 S udiene gebnisse
Die E hebung gliede sich in die Themenbe eiche Wohnungssuche, Campuso ien ie ung, S udien i-
nanzie ung, S udieneins ieg und S udien e lau . In den beiden e s genann en Be eichen läss sich
es s ellen, dass sich die S udie enden au e schiedene, nich ennscha abg enzba e Be eiche
beziehen. In e ne eche che au Immobilienpla o men wu de z. B. dem mi 32% genu z en non-
o malen Be eich zugeo dne . De übe wiegende Teil de S udie enden [55%] g i bei de Woh-
nungssuche au In o ma ionen on Familie, F eund*innen und Kommili on*innen, d. h. also in o mel-
le Quellen zu ück.
Folgendes Zi a aus de Um age spiegel die S a egie des G oß eils de S udie enden [47%] im Hin-
blick au ‚Campuso ien ie ung‘ wide : Suchen. Umhe i en. Ve zwei eln. Kommili onen agen. Mi
30% lieg de An eil de S udie enden, die au o male Hil smi el, wie e wa Raumpläne, zu ückg ei-
en, deu lich nied ige .
E wa ungsgemäß zeig sich in Bezug au F eizei ak i i ä en am S udieno (Abb. 4), dass die Be ag-
en sich e s ä k in o mell (z. B. bei F eund*innen) übe Kneipen ou en e c. o ien ie en. Abe auch
non- o male Se ings und soziale Ne zwe ke we den he angezogen – e wa die bei S udie enden
zunehmend an Bedeu ung gewinnende App Jodel4.
4 „Jodel is eine Mischung aus einem Messenge und einem sozialen Ne zwe k ü junge E wachsene. Haup sächlich
S uden en, abe auch zunehmend Be u seins eige und Schüle nu zen die App. Gepos e we den o allem Wi ze
und All agsanekdo en, abe auch In os zum Semes e icke , Meldungen übe Kon olleu e in de S-Bahn und philo-
sophische F agen, nach dem Sinn des Lebens und de gleichen“ (h p://www. az.ne /ak uell/s il/leib-seele/jodel-
app-anonym-lokal-und-lus ig-kommunizie en-15126386.h ml. 2017).
Claudia Me ens, S enja Claes & Philipp Becke
114
Abildung 4: F eizei möglichkei en (eigene Da s ellung).
Im zwei en Teil de E hebung zeig sich, dass sich die S udie enden auch bei de O ganisa ion des
S udieneins iegs und des S udien e lau s in o mell o ien ie en. Die F age, wie e pass e Leh inhal e
nachbea bei e we den, wu de alle dings meis mi „Un e lagen de Dozie enden“ (Tab. 2) bean wo -
e .
Fo mal
Non Fo mal
In o mell
Sk ip e/ S udienb ie e/ Le npla o m
(52)
Tu o ium (1)
Kommili on*innen (26)
Büche (5)
Le ng uppen (3)
In e ne (9)
Mi sch i en on Kommili on*innen (4)
Videos (z.B. YouTube) (6)
Tabelle 2: In o ma ionsquellen bei e pass en Ve ans al ungen.
Im Ve gleich dazu übe asch , dass die S udie enden sich bei de F age: „Wohe weiß du, wie du dich
au Klausu en o be ei en solls ?“ wenige au die Aussagen de Leh enden e lassen, sonde n meh
au diejenigen on Kommili on*innen (Tab. 3).
Fo mal
Non Fo mal
In o mell
Al e Klausu en/ Übungsklausu en (13)
Tu o ien (4)
Kommili on*innen (aus höhe en
Semes e n) (11)
Leh e ans al ung (4)
Lea ning by doing (9)
Leh pe sonen (7)
Bekann e/ F eunde (4)
Schule (5)
In e ne (3)
Tabelle 3: In o ma ionsquellen zu Klausu o be ei ung5.
5 Die nied ige Anzahl an Nennungen e gib sich du ch wei e e Angaben, die nich eine Ka ego ie zuzuo dnen sind.
Au allend häu ig äuße en die Be ag en hie bspw., dass sie noch ga nich wissen, wie sie sich au Klausu en o -
be ei en sollen.
10%
28%
59%
3%
F eizei möglichkei en
Fo male
Kon ex e
Non-Fo male
Kon ex e
In o melle
Kon ex e
Man kann nich nich le nen
115
Es kann also es gehal en we den, dass die Be ag en di e se In o ma ionskanäle kombinie en. Abe
die Nu zung in o melle Kanäle zu o ganisa o ischen E s o ien ie ung im S udium e c. kann nich
au oma isch mi de Nu zung in o melle Kanäle zum Wissense we b im Leh am ss udium gleichge-
se z we den. Hie sind die Ve asse *innen da au angewiesen, in kün igen S udien mi ande en
quali a i en E hebungsdesigns zu a bei en ode du ch Koope a ionen mi wei e en Hochschuls and-
o en eine g öße e S ichp obe ü die be u sbildenden Leh äm e zu gene ie en. Des Wei e en is das
Un e suchungsdesign konk e e au die Bildungsziele eine Leh am squali ika ion (u.a. MSW NRW,
2016) auszu ich en.
5 Hochschuldidak ische Konsequenzen
Un e s ell man, dass die E gebnisse au die gesam e Le nbiog a ie on S udie enden ans e ie ba
wä en, könn e man p o oka i agen, ob die Hochschulen sich du ch die Akzep anz in o melle Le n-
p ozesse in ih e Rolle in age s ellen: Gnahs sp ich on „En ins i u ionalisie ung“ (Gnahs, 2016, S.
113) und on einem „an iins i u ionellen Re lex“ (ebd., S. 117), wa n abe da o , in o melles Le nen
und ins i u ionelle Le n o men gegeneinande auszuspielen: Die Dicho omien zwischen o malen und
in o mellen Le np ozessen seien inzwischen ela i ie . Die neue Le n o m üh e im Gegen eil zu
neuen Au gaben de Ein ich ungen in Fo m on Be a ung und Suppo (Gnahs, 2016, S.113), da
selbs ges eue e Le na angemen s insbesonde e dann agil seien, wenn P obleme au ä en, die de
Le nende nich alleine bewäl igen könne (Reischmann, 1997, S. 134). Au gabe de Leh am sausbil-
dung könn e dann sein, selbs e lexi e P ozesse übe in o mell e wo benes Wissen in Gang zu se zen
und im Hinblick au den P o essionalisie ungsp ozess nu zba we den zu lassen.
Will man in o melle Le np ozesse ö de n, is hie mi implizi also eine Modi izie ung de Rolle als
Leh k a e bunden. Noch s ä ke als bislang wä en Be a ungskompe enzen ge ag , um Selbs le n-
kompe enzen zu ö de n: „Des Wei e en b auchen sie F age echniken, um Le np obleme au zuspü-
en. Es wi d auch disku ie , ein eigens ändiges neues Be u sbild „Le nbe a ung“ zu k eie en, welches
jedoch noch nich kla kon u ie is “ (Gö z, 2013, S. 15). Schie smann (2010, S.761-763) o de Kom-
pe enzen zu Ges al ung on Be a ungsp ozessen (z. B. Ressou ceno ien ie ung, Au bau on Ve au-
en), die Kompe enz zu angemessenen Wah nehmung de Lebenssi ua ion des Le nenden (z. B. Bio-
g aphiebezug, En wicklungso ien ie ung), Re lexionskompe enz (Be ei scha zu p o essionellen
Wei e en wicklung, Supe ision), O ganisa ionskompe enz (Ges al ung des Se ings, Op imie ung de
Be a ungss uk u en) sowie Kenn nisse übe die gesellscha lichen Rahmenbedingungen (z.B. A -
bei sma k si ua ion, En wicklung on Quali ika ionsan o de ungen) (Gnahs, 2016, S. 116).
Claudia Me ens, S enja Claes & Philipp Becke
116
5.1 Wie können Hochschulen gu e Vo ausse zungen ü in o melles
Le nen scha en?
Hochschulen sehen sich angesich s de Au gabe, in o melle Zugänge zu be ücksich igen, mi de
Quad a u des K eises kon on ie : In o melles o mal (also ins i u ionell) zu un e s ü zen, schein
zielkon e ka ie end. Dennoch gib es e s e Ansä ze: Beispielsweise kann beglei e e Selbs e lexion des
on he job Gele n en zum P o essionalisie ungsp ozess on Leh am ss udie enden bei agen. Im
Folgenden soll o ges ell we den, wie selbs e lexi e P ozesse – zumindes au non- o male Ebene –
ins i u ionell o cie we den könn en: Selbs e lexi e e-Po olios mi ex e nem Coaching sind eine
denkba e Op ion:
Mi dem Ziel, selbs e lexi e P ozesse auszulösen, wi d an de Hochschule OWL ein F agebogen ( eils
mi e ospek i en F agen, die sich au die Zei o dem S udium beziehen) an die Leh am ss udie en-
den ausgegeben, übe den in o mell e wo bene Kompe enzen geziel explizie we den sollen. Die
An wo en we den mi un e s ü zenden F ageimpulsen eines ex e nen Coachs e lek ie . Ausschlag-
gebendes A gumen ü die Umse zung dieses o ganisa o isch au wändigen Konzep s wa die T en-
nung on Bewe ungs olle und Coaching unk ion (zu de aillie en Vo s ellung des Coachingkonzep s
Claes e al., 2017).
Von Hochschulsei e kann in o melles Le nen also nu schwe di ek ins i u ionalisie we den; es
können abe indi ek geeigne e Rahmenbedingungen gescha en we den, die sich z. B. in ( i uellen)
Le n äumen, Men o ing-Konzep en ode pee -Be a ung (als indi ek e Ins i u ionalisie ung) mani es ie-
en. Ein wei e es Beispiel hie ü is das eMen o ing (www.hs-owl.de), das Online-Sp echs unden mi
e ah enen S udie enden und Fo en im Online-Ku s6 einschließ .
In e ak i e P ozesse zwischen S udie enden, die in o melle Le np ozesse be ö de n, können du ch
ins i u ionelle pee -Be a ung anges oßen we den. Hie un e allen auch angelei e e Selbs le ng up-
pen: Zum Le nscou geschul e S udie ende höhe e Semes e un e s ü zen Le ng uppen achlich und
im Hinblick au G uppena bei sp ozesse. Dieses Angebo wi d als seh we oll wah genommen:
„Wenn man in den Vo lesungen nich iel mi nehmen konn e, muss man sich das selbs s ändig aus
Büche n beib ingen können. Abe zum Glück gib es Tu o ien und Selbs le ng uppen, das hil im-
mens“.
6 Themen sind bspw.: Nu zung de Hochschul-Le npla o m ILIAS-eCampus, Belegung on Leh e ans al ungen
(S undenpläne, Räume, Zei en e c.), Zen ale Anlau s ellen de Hochschule, Zei managemen , Suchen und Finden
on Fachli e a u , An e igen on Mi sch i en und P o okollen.
Man kann nich nich le nen
117
5.2 Ausblick: Rahmenbedingungen ü die An echnung on in o mell
e wo benen Kenn nissen
Eine He aus o de ung, die im Rahmen dieses Bei ags nu ange issen we den kann, is die An echen-
ba kei in o mell e wo bene Kenn nisse. Im Kon ex des Bund-Lände -We bewe bs „Au s ieg du ch
Bildung: o ene Hochschulen“ sind Rich linien e a bei e wo den:
„Bei in o mellen Le np ozessen müssen An echnungskandida innen und -kandida en eine solche
Dokumen a ion bspw. du ch Le n agebüche , die Besch eibung on Tä igkei en und die du ch
diese Tä igkei e wo benen Kenn nissen, Fähigkei en und Kompe enzen selbs leis en. Bei diesem
Ve ah ens yp we den auße halb de Hochschule e wo bene Le ne gebnisse beispielsweise zu ei-
nem Po olio zusammenges ell . Po olio-Elemen e können Lebensläu e, Le n agebüche , bio-
g a ische F agebögen, nach den Le ne gebnissen des Ziels udiengangs s uk u ie e Besch ei-
bungen on Le ne gebnissen o gängigen Le nens sowie Belege (z. B. A bei sp oben, be iebliche
Dokumen e, Zeugnisse, Ze i ika e) sein.“ (Weiche , 2015, S. 11)
Diese Ausschni zeig die Schwie igkei en au , die sich bei de An echnung e geben: Nu , wenn de
Le np ozess sch i lich dokumen ie wu de, kann das Hochschulwesen die Kenn nisse be ücksich i-
gen. Doch ge ade wenn es um pädagogische Vo e ah ungen geh , is da on auszugehen, dass S u-
die ende kein Le n agebuch o.ä. ge üh haben. Ane kennungsbes ebungen sind zei in ensi und
e o de n eine di e enzie e P ü ung. Zudem is zu bezwei eln, dass allein die Teilnahme an Angebo-
en schon Kompe enz o sch i e auslös , die als Äqui alen zu o malen Bildungsp ozessen angese-
hen we den können. Es b äuch e angelei e e Selbs e lexion im Hinblick au das Be u s eld ‚Leh am ‘.
Fehl diese me akogni i e Auseinande se zung, bes eh die Ge ah de Anhäu ung on E ah ungs-
wissen, die nich im Sinne des P o essionalisie ungsp ozesses sein kann.
Li e a u
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Anna Heudo e , Sand a Ho hues, Sab ina Pensel, Johanna Sp ingho n & Timo an T eeck
126
2.3 (Wissenscha liche) Lese scha
Neben e iew-K i e ien, die an wissenscha lichen S anda ds und gu e wissenscha liche P axis
o ien ie sind, ha auch de anges eb e Lese *innenk eis (Zielg uppe) Ein luss au die An o de ungen
an URJ-Bei äge. Hie sind Un e schiede au meh e en Ebenen zu machen: Rich e sich das URJ an den
eigenen Fachbe eich, die Hochschule ode geh es da übe hinaus? Ad essie es p imä S udie ende,
Wissenscha le *innen ode die b ei e Ö en lichkei ? Is es disziplinä ode in e disziplinä ges al e ?
Es läss sich beobach en, dass URJ mi ih en Fo ma en häu ige die G enzen de Disziplinen und/ode
Ö en lichkei (en) übe sch ei en.
Die Exponie hei (engl.: exposu e) des URJ beein luss zusä zlich die sp achliche Ges al ung. Is bei
Tex en ü Publikum aus einem Spezialgebie ehe die Fachsp ache zu e le nen und zu e wenden,
geh es bei in e disziplinä en ode nich -wissenscha lichen Zielg uppen ehe da um, komplexe Sach-
e hal e in ein ache Sp ache zu e läu e n – eine Fähigkei , die in zahl eichen Kon ex en on Rele anz
is (Sp onken-Smi h e al., 2013).
Im leich en Wide sp uch dazu s eh , dass wissenscha liche communi ies s a k disziplinä gep äg
sind. Man könn e dahe annehmen, dass die Enkul u a ion in diese zunächs disziplinenspezi isch zu
ges al en is (Schape , 2012, S. 23). We den Le ngelegenhei en o zdem in e disziplinä ges al e ,
wi d das Einnehmen de Pe spek i e des eigenen Fachs e leich e und eine disziplinä e Iden i ä
en wickel . Fü in e disziplinä und disziplinä ausge ich e e URJ gib es dahe jeweils schlüssige
A gumen e, zwischen denen abgewogen we den muss.
Blickwechsel 4
Zu den Lese *innen de SOZusagen und on De Wilhelm gehö en S udie ende und Leh ende alle
Fachbe eiche sowie S udienin e essie e und eine unbekann e Lese scha , die online au die Bei äge
zug ei . Zudem genießen die URJ am jeweiligen Hochschuls ando einen gewissen G ad an Be-
kann hei . So inde sich die SOZusagen in Biele elde Buchhandlungen, Biblio heken und Ca és als
Lek ü e ü Fo schungsin e essie e jeden Al e s. Wäh end die SOZusagen sich in de Soziologie an-
siedel , is De Wilhelm o en ü Bei äge alle Fach ich ungen. Im Fall de SOZusagen lassen sich
Koope a ionen mi Leh enden und Mul iplika o *innen an de Fakul ä leich e e ablie en – das S u-
die endenmagazin und Mul iplika o *innen sind im Fach bekann . De Fachbezug is bei unse em
Beispiel jedoch wei e ge ass als dies ü (s uden ische) Fachzei sch i en üblich is und läss iel
Spiel aum ü die Ideen eine he e ogenen S udie endenscha . Das heiß , auch ach emde S udie-
ende können zu soziologischen Themen publizie en. Im Fall on De Wilhelm is das Magazin dazu in
de Lage, die Viel äl igkei de S udie enden und ih e e schiedenen Fo schungsschwe punk e wide -
zuspiegeln. Dadu ch, dass das Fo ma ü alle Disziplinen o en is , sind S udie ende in ih e Themen-
wahl ei. Diese F eihei e mu ig dazu, Fo schungsansä ze und e s e Ideen zu publizie en. S udie en-
de sind insbesonde e in de ühen S udienphase noch nich im gleichen Maße achlich okussie und
e ügen somi übe einen na ü lichen Zugang zu In e disziplina i ä . Man kann s uden ische Fo -
schungsa bei en mi ih em gesunden Maß an O enhei dahe bisweilen als I i a ion ü die Wissen-
scha (-skommunika ion) beg ei en, die zuweilen Anschlusskommunika ion ini iie .
S uden isches Publizie en
127
3 Cu icula e In eg a ion: S uden isches Publizie en und o -
schendes Le nen un e Bologna-Bedingungen
Die besch iebenen Fak o en, die bei de Ausges al ung on URJ eine Rolle spielen, münden un e
Bologna-S udienbedingungen in de F age, ob und inwiewei URJ in cu icula e S uk u en zu in eg-
ie en sind. Die Einbindung in Module leg nahe, das Publizie en in URJ als P ü ungs o m zu nu zen.
Die einzelnen Phasen des Fo schungsp ozesses – und dami die Publika ion on E gebnissen – wü -
den zum Gegens and de Kompe enzen wicklung. Le nak i i ä en müss en im Sinne des cons uc i e
alignmen (Biggs & Tang, 2011) mi passenden P ü ungs o men in Einklang geb ach we den.
G ei man die eingangs skizzie e Hin e g und olie o schenden Le nens wiede au , dü e eine
solche cu icula e In eg a ion nich im Wide sp uch mi de Fo schungslogik s ehen, wodu ch mög-
lichs au hen ische, o schungsnahe P ü ungs o ma e zu wählen sind, um ein E lebnis ‚ech e ‘ Fo -
schung zu e möglichen (Walking on, 2015). Fü die Bewe ung de P ü ungsleis ung is abe zu klä-
en, inwiewei das e iew im Publika ionsp ozess die P ü ung e se z ode ob le z e e, wie meis üb-
lich, au die Re lexion des Fo schungsp ozesses bezogen wi d. Was S udie ende au übe geo dne e
Ebene übe das Fo schen, übe die An o de ungen an den Fo schungsp ozess, die Quali ä sk i e ien
und Ve ah en wäh end ih e o schenden Tä igkei gele n haben und wie sie dieses einschä zen,
kann übe die Re lexion e ass we den. In eine Ve bindung de He angehensweisen könn e de
Umgang mi dem e iew und dessen selbs k i ische Re lexion einbezogen we den. Da an anschlie-
ßend s ell sich wiede um die F age, wie die Re lexion als P ü ung e ass wi d. Vo ausse zung hie ü
is , dass eine k i ische Dis anznahme zei lich un e s ü z und heo e isch-me hodisch ge ö de wi d
(Reis 2017, S. 385; zu Bedeu ung de Re lexion im o schenden Le nen: Hube , 2017).
Auch die Wechselwi kungen on synch onen zu (double-blind-) e iew-Ve ah en sowie p ü ungs-
ech liche und o ganisa o ische F agen soll en bei de Bewe ung on URJ-Bei ägen als P ü ungsleis-
ungen be ücksich ig we den, denn: Die Bildungs äume, die du ch s uden isch o ganisie e URJ e s
en s ehen, we den du ch Fo malisie ung eduzie . Es en s ehen o bes imm e Le n-, nich Bildungs-
äume (Diéz Aguila , 2006).
Blickwechsel 5
URJ we den meis pa allel zum Leh geschehen an de Hochschule o ganisie und sind dahe in de
Regel nich in die Cu icula in eg ie . Dies muss jedoch nich heißen, dass URJ pe se nich an die
Leh e angedock sind. Die E ah ung mi de SOZusagen an de Uni e si ä Biele eld zeig , dass sich
de Besuch on Redak ionsmi gliede n in Leh e ans al ungen als seh wi kungs oll e wiesen ha . So
konn en im Rahmen eine ku zen Vo s ellung des Jou nals ode auch in einem länge en Sch eib-
wo kshop, de in die Leh e ans al ung in eg ie wo den is , sowohl neue s uden ische Bei äge als
auch neue Redak ionsmi gliede akqui ie we den. Solche Angebo e und die Zusammena bei mi
Leh enden senk ü iele S udie ende die Hemmschwelle, am Jou nal in un e schiedlichen Rollen
(e wa als Au o *in ode Redak ionsmi glied) mi zuwi ken.
Anna Heudo e , Sand a Ho hues, Sab ina Pensel, Johanna Sp ingho n & Timo an T eeck
128
Auch De Wilhelm weis du ch die Ve bindung zum Leh o schungsp ojek „Humbold Jah “ einen
kla en Bezug zu einem Leh angebo au und s ell sich somi als Medium ü die Fo schungse gebnis-
se de S udie enden da . Die P ü ungsleis ungen aus den Leh e ans al ungen we den sch i weise,
beglei e du ch das e iew-Ve ah en und das Feedback de Redak ion, zu publika ions ei en Jou nal-
A ikeln umges al e . T o z diese punk uellen und pe sonenbezogenen Ve bindungen zum Leh ge-
schehen, is auch eine o male In eg a ion in das Cu iculum wünschenswe : Obwohl de Jou nal-
Bei ag zu den wissenscha lichen Publika ions o ma en gehö , sch eiben S udie ende im S udium
bishe ehe Hausa bei en, Essays, Po olios und Abschlussa bei en und le nen Jou nal-A ikel im
Lau e des S udiums nich kennen. Du ch die Einbindung on URJ könn en be ei s Bachelo s udie en-
de au das Ve assen on Jou nal-Bei ägen o be ei e we den.
4 Schluss olge ungen
Du ch die konzep ionellen Übe legungen und E ah ungen lassen sich einige F agen iden i izie en,
die beim s uden ischen Publizie en auszu a ie en sind. Zunächs s ell sich die F age de O ganisa ion
on URJ, die on Leh enden ges eue wi d und gleichzei ig die Selbs o ganisa ion de S udie enden
ö de . Eine zwei e F age be i die Quali ä ssiche ung du ch (pee -) e iew-Ve ah en in Anlehnung
an die in de Wissenscha üblichen Ve ah en und dami die Fokussie ung au Kollabo a ion und
Le nen s a Selek ion und F emds eue ung. Dami zusammenhängend müssen Redak ionen on URJ
(ode gg . Leh ende) d i ens en scheiden, an wen sich die Publika ion ich en soll und ü welches
Publikum Tex e e ass we den.
Au allen d ei Ebenen äll au , dass URJ an Tendenzen im Wissenscha ssys em wie die zunehmende
Ö nung ü hochschul-ex e ne Ak eu *innen ode die Ve wendung neue (online-) Publika ions o -
ma e und open access anknüp en. Alle dings gehen sie auch da übe hinaus. URJ sind lexible in ih e
Ges al ung als wissenscha liche Publika ionso gane, wodu ch sie sowohl ü S udie ende als Le n-
aum genu z we den können als auch ‚Tes ballons‘ ü Inno a ionen im wissenscha lichen Publika i-
onssys em sind. Dies bedeu e nich , dass URJ als Übungswe kzeuge abge an we den soll en. Aus de
Pe spek i e o schenden Le nens ö de s uden isches Publizie en zu o de s , dass S udie ende in
die Wissenscha mi ih en handlungslei enden P inzipien hineinwachsen. Zen al is dann, dass S u-
die ende ele an e Fo schungse gebnisse e zeugen, die wiede um du ch URJ sich ba we den und als
Impulse in die wissenscha liche communi y gelangen.
Li e a u
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Kon ak : and ea[email p o ec ed]
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die hochschulwei en Leh en wicklungsp og amme bis 2016; sei he Vo si zende des ZLE – Zen um
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Kon ak : syl ia.heucheme @ h-koeln.de
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Kon ak : gab iele.koeppe-lokai@ h-koeln.de
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Kon ak : claudia.me ens@uni-biele eld.de
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Kon ak : sab [email protected]
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Kon ak : oli e . eis@uni-pade bo n.de
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Kon ak : [email p o ec ed]
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Kon ak : sieg ied.s ump @ h-koeln.de
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Kon ak : imo. eeck@ h-koeln.de
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Kon ak : Klaus-Pe e [email protected] egensbu g.de
Bi gi Wol , P o . D . e . pol., Dipl. Vw., P o esso o Managemen , Tou o College Be lin,
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Kon ak : bi gi .wol @ ou obe lin.de
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