Technology
A s Sciences
TH Köln
Bi gi Szczy ba und Niclas Schape (H sg.)
Fo schungs o ma e zu
e idenzbasie en Fundie ung
hochschuldidak ischen Handelns
Fo schung und Inno a ion in de Hochschulbildung
Bi gi Szczy ba und Niclas Schape (H sg.)
Fo schungs o ma e zu e idenzbasie en Fundie ung
hochschuldidak ischen Handelns
Fo schung und Inno a ion
in de Hochschulbildung
he ausgegeben on
P o . D . Syl ia Heucheme (Technische Hochschule Köln)
P o . D . Reinha d Hochmu h (Leibniz-Uni e si ä Hanno e )
P o . D . Niclas Schape (Uni e si ä Pade bo n)
D . Bi gi Szczy ba (Technische Hochschule Köln)
Band 1
Bi gi Szczy ba und Niclas Schape (H sg.)
Fo schungs o ma e zu
e idenzbasie en Fundie ung
hochschuldidak ischen Handelns
Bibliog aphische In o ma ionen de Deu schen Na ionalbiblio hek
Die Deu sche Na ionalbiblio hek e zeichne diese Publika ion in de Deu schen Na ionalbiog a ie;
de aillie e bibliog a ische Da en sind im In e ne un e h p://dnb.dn-b.de ab u ba .
Die Reihe „Fo schung und Inno a ion in de Hochschulbildung“ is eine wissenscha liche Sch i en-
eihe des Hochschulse e s „Cologne Open Science“ de TH Köln. Sie wi d he ausgegeben on P o .
D . Syl ia Heucheme (Technische Hochschule Köln), P o . D . Reinha d Hochmu h (Leibniz-Uni e si ä
Hanno e ), P o . D . Niclas Schape (Uni e si ä Pade bo n) und D . Bi gi Szczy ba (Technische Hoch-
schule Köln).
Die Ve an wo ung de Bei äge lieg bei den Au o innen und Au o en.
Band N . 1, 2018
Ti elges al ung: P o . And eas W ede/TH Köln
Layou und Sa z: Ann-Ka h in Kaise /TH Köln
URN: u n:nbn:de:hbz:832-cos4-6752
Dieses We k wu de als elek onisches Dokumen übe Cologne Open Science, dem Hochschulse e
de Technischen Hochschule Köln, publizie . Ab u un e : h ps://cos.bibl. h-
koeln.de/ on doo /index/index/docId/675
5
Inhal
Einlei ung: Fo schende Ansä ze in de hochschuldidak ischen P axis
zu ih e Beg ündung, Fundie ung und Übe p ü ung
Bi gi Szczy ba & Niclas Schape 7
Teil I
Vo ausse zungen ü Leh kompe enzen wicklung und gu es Le nen e g ünden und
scha en
Bilde und biog a ische E zählungen als Quellen hochschuldidak ische
Fo schungsa bei
Bjö n Kiehne 21
Le np ozesse Hochschulleh ende – De Bei ag on Leh konzep ionen,
Selbs wi ksamkei se wa ung und Feedback zu Quali ä in de Leh e
An je Nissle 41
En wicklung de selbs eingeschä z en Leh kompe enz on Tu o *innen am
Ka ls uhe Ins i u ü Technologie
Mona Schulze 73
Le nen an de Hochschule – Un e suchungen zu s uden ischen Pe spek i e
Rüdige Rhein & Tanja K use 93
Teil II
En wicklung und Ges al ung on Leh o ma en, -konzep en und
-umgebungen
Implemen ie ung eine p ak ischen P ü ung im na u wissenscha lichen Labo :
Konzep ionelle Ve ände ungen im Leh am ss udium
Till B ucke mann, E a-Ma ia Ro laende & Ki s en Schlü e 113
Fo schendes Le nen aus Sich on Hochschulleh enden – Eine quali a i e S udie
als Ans oß und Beglei ung on Leh en wicklung
Simone Beye lin, Susanne Go zen & Dagma Linna z 141
To unde s and o no o unde s and? E idence and challenges in assessing he
po en ial o p oblem-based lea ning (PBL)
An onia Scholkmann, So ie Loyens, Felix Sebas ian Koch, Bianca Ro e s,
Judi h Ricken & La s Owe Dahlg en (†) 157
Fo schungsbasie e Implemen ie ung eines uni e si ä en Le nzen ums ü
Physiks udie ende mi hil e on Design-Based Resea ch
Inka Haak & Pe e Reinhold 175
6
Teil III
Die O ganisa ion Hochschule als Raum eines Kul u wandels ü
Leh en wicklung
Leh po olios als Gegens and hochschuldidak ische Fo schung
Julia Ge be 201
Schola ship o Teaching and Lea ning – indi iduell-e idenzo ien ie es Leh en
Robe Ko d s-F eudinge , Johanna B aukmann & Rebecca Schul e 213
Feedback aus S udie endensich – Einsich en und Ausblicke ü
hochschuldidak ische In e en ionen
Julia Ge be , Timo an T eeck & Julia Schön 231
Koope a ionen on Hochschulleh enden – Eine p axeologisch-wissenssoziologische
Pe spek i e au Bedeu ungen hochschuldidak ische Viels immigkei
Benjamin Klages 249
Ve zeichnis de Au o innen und Au o en 269
7
Einlei ung
Fo schende Ansä ze in de
hochschuldidak ischen P axis zu ih e
Beg ündung, Fundie ung und Übe p ü ung
Bi gi Szczy ba & Niclas Schape
Hochschulbildung geh heu zu age mi iel äl igen neuen Ansä zen de Quali ä s e besse ung, ins-
besonde e abe eine deu liche en Aus ich ung on S udium und Leh e am E we b on Kompe enzen
ü das wissenscha liche A bei en ode o schende Le nen, abe auch am E we b p o essionso ien-
ie e Fähigkei en einhe . Dami wi d (noch imme ) - auch du ch den ‚Shi om Teaching o Lea n-
ing’, also die Aus ich ung de Leh e an den Le nan o de ungen und -beda en de S udie enden - in
Hochschulen ein ie g ei ende Wandel ausgelös . Hochschulen müssen nich nu die F age nach de
Aus ich ung des S udiums un e bes imm en We e agen wie Viel al , O enhei ode Quali ä und
den dami anges eb en Zielen bean wo en können. Sie müssen ih e S uk u en ü wissenscha liche
Bildungsp ozesse kon inuie lich wei e en wickeln und sich dami auseinande se zen, dass sie auch in
diesem Be eich le nende Hochschulen sind und nich nu au adie e Fo men und Au assungen on
Leh e se zen können (Heucheme & Szczy ba, 2011). Hochschulen sind also nich nu ge o de , au
sich ände nde hochschul-, wi scha s- und gesellscha spoli ische He aus o de ungen zu eagie en,
sonde n diese He aus o de ungen als An egung und Chance ü En wicklungsp ozesse im Sinne
quali a i hochwe ige und zielg uppenge ech e Leh e und S udienangebo e zu nu zen.
Hochschulen wicklung in diese Rich ung zu ini iie en heiß , O ien ie ungshil en in einem hoch dy-
namischen En wicklungsp ozess zu geben. Dazu sind sys ema isch und egelgelei e gene ie e E -
kenn nisse übe die O ganisa ion, die P og amme sowie die Hochschulak eu e in S udium und Leh e
no wendig und hil eich. Au sie können sich alle be eilig en hochschulischen Ak eu e in eilweise
hochkomplexen Ve ände ungsp ozessen imme wiede be u en. In Zukun wi d es dahe auch e -
s ä k da um gehen, Leh e als Gemeinscha sau gabe alle be eilig en Ak eu e zu be ach en sowie
Expe ise zu e ne zen und zu e s e igen (Wissenscha s a , 2017). Um assende und sich ba e Leh -
kul u en und -s a egien sollen Hochschulen und Bildungspoli ik hel en, au die He aus o de ungen
e ände e S udienbedingungen und Quali ä sansp üche zu an wo en. Da ü we den o allem
übe geo dne e Konzep e benö ig , die die gesam e Hochschule – die Fakul ä en, Fäche , S udiengän-
ge und alle S udie enden – einbeziehen und die lang is ig angeleg sind. Wissensgene ie ung de
Hochschulen übe sich selbs wi d so zu einem wich igen und le z lich un e zich ba en En wicklungs-
ins umen . Dies komm auch in dem Sa z on Johannes Wild (2013, S. 46), dass eine „Hochschuldi-
dak ik, die Fo schung gegenübe Diens leis ung e nachlässig , den zukün igen An o de ungen de
Hochschulen wicklung nich gewachsen is “, deu lich zum Ausd uck.
Bi gi Szczy ba & Niclas Schape
14
Eine sei s gib die S udie einen Einblick in das Po enzial des PBL-Konzep es, ande e sei s zeig sie
hochin e essan e Wechselwi kungen zwischen Fo schungs age, -design und -me hoden sowie e ziel-
en E gebnissen.
Inka Haak und Pe e Reinhold konn en im Rahmen des QPL-P ojek s Physik e an de Uni e si ä
Pade bo n (UPB) ein Maßnahmenpake implemen ie en, das als auße cu icula es Angebo S udie-
ende in de S udieneingangsphase Physik bei de Bewäl igung ih e achlichen und sozialen S udien-
an o de ungen un e s ü z . In ih em Bei ag „Fo schungsbasie e Implemen ie ung eines uni e si ä en
Le nzen ums ü Physiks udie ende mi hil e on Design-Based Resea ch“ besch eiben sie Maßnahmen,
die au de Basis be ei s bes ehende empi ische E kenn nisse und eine Beda se hebung einge üh
und mi hil e on mixed me hods (F agebogen und In e iews) in d ei Design-Based-Resea ch-Zyklen
wei e en wickel wu den. In den d ei P ojek zyklen wu de zunächs die Ausgangslage des Physik e s
analysie , dann wu den Maßnahmen en wickel , die aus de Analyse de S udiensi ua ion und de
Beda se hebung bei Leh enden esul ie en und schließlich wu den diese Maßnahmen nach eine
iel äl igen E alua ion des Nu ze e hal ens wei e en wickel .
Tabelle 2 e mi el einen e gleichenden Übe blick zu den in den Lei agen angesp ochenen Aspek-
en ü die in Teil II dieses Bandes o ges ell en ie hochschuldidak ischen Fo schungsansä ze.
Au o *innen
Till B ucke mann e al.
Simone Beye lin e al.
An onia Scholkmann
e al.
Inka Haak & Pe e
Reinhold
Ebenen de
Fo schung
konzep ionelle Ges al ung on Le nsi ua ionen
Fo schungs-
pe spek i en
konzep ionelle,
umse zungsbezogene
Pe spek i e und
implemen ie ungsbe-
zogene Pe spek i e
umse zungsbezogene
und implemen ie-
ungsbezogene
Pe spek i e
konzep ionelle und
wi kungsbezogene
Pe spek i e
konzep ionelle, umse -
zungsbezogene und
wi kungsbezogene
Pe spek i e
Un e su-
chungsde-
sign
en wicklungs-
/e alua ionsbezogen;
s ando bezogene
Ansa z, nich expe i-
men ell (SOTL)
pa izipa ionso ien ie
(ac ion esea ch);
Dokumen enanalyse
und In e iews
quasi-expe imen elle
Un e suchungsansa z
mi e schiedenen
expe imen ellen
Bedingungen; quan i-
a i e Da ene hebung
Design Based Rese-
a ch; Einsa z iel äl i-
ge quali a i e und
quan i a i e E he-
bungsme hoden
Reichwei e
s udiengangsbezogen
(Biologie LA); Expe i-
men ie kompe enz in
na u wissenscha li-
chem Un e ich
Fo schendes Le nen in
e schiedenen Fä-
che n; s ando bezo-
gene Ansa z
p oblembasie es
Le nen in e schiede-
nen Leh -
/Le nkon ex en;
in e na ionale Ve -
gleichsansa z
s ando bezogen mi
Po enzial zu Ve all-
gemeine ung des
Ansa zes
T ans e -
möglich-
kei en
T ans e au ande e
na u wissenscha liche
S udiengänge und
de en Expe imen ie -
kompe enzen
Bes P ac ice Beispiel;
Implemen ie ungsan-
sa z
T ans e au iel äl ige
Anwendungskon ex e
p oblemo ien ie en
Leh ens und Le nens
Bes P ac ice Beispiel;
T ans e au die Ges al-
ung on Le nzen en
in ande en na u wis-
senscha lich-en
S udiengängen
Einlei ung
15
Au o *innen
Till B ucke mann e
al.
Simone Beye lin e al.
An onia Scholkmann e
al.
Inka Haak & Pe e
Reinhold
Implika ionen
ü die P axis
Ges al ung on
handlungso ien ie -
en P ü ungs o ma-
en
Beg i sklä ung und
E olgs ak o en zum
Fo schenden Le nen;
Bes P ac ice-Beispiele
Hinweise zu Ges al ung
und Implemen ie ung
p oblemo ien ie en
Le nens
Au bau und Ges al ung
on Le nzen en und
zusä zlichen Le n-/
Un e s ü zungsange-
bo en solche Le nzen-
en
Inhal liche
Fo schungs-
okus
Ve besse ung de
Hochschulleh e
Ve besse ung de
Hochschulleh e und
hochschuldidak ische
Ansa z
Ve besse ung de Hochschulleh e
Tabelle 2: Übe blick zu den im Band o ges ell en Fo schungsansä zen im Hinblick au zen ale Cha ak e is ika de Fo schungs-
aus ich ung mi Themen okus „En wicklung und Ges al ung on Leh o ma en, -konzep en und -umgebungen“
Teil III
Die O ganisa ion Hochschule als Raum eines Kul u wandels ü Leh en wicklung
Die explo a i e S udie on Julia Ge be e ass , um die Reichwei e hochschuldidak ische Wei e bil-
dung au die Ane kennung on s a egischen, hochschulwei en Zielen du ch obliga o isch eilneh-
mende neube u ene P o esso *innen. Die in ih em Bei ag „Leh po olios als Gegens and hochschuldi-
dak ische Fo schung“ da ges ell e S udie um ass mi dem Analysie en des Hochschulen wicklungs-
plans de be o sch en Hochschule und de Analyse on Be ich en übe den Fo sch i des P og amms
die Ebene de O ganisa ion und de Kul u , da gu e Leh e sei ens de Hochschullei ung und die Ve -
anke ung e olg eiche Beispiele gu e Leh e in den S uk u en deu lich wi d. Mi de Analyse de
Leh po olios we den zusä zlich die Ebenen de Indi iduen und de Leh -/Le nin e ak ion in den Blick
genommen. Deu lich wi d eine Ve bindung zwischen op-down gese z en Zielen de Hochschullei-
ung und de bo om-up ealisie en Leh en wicklung de Hochschulleh enden. Die S udie spiegel so
die ins i u ionellen Bedingungen de Hochschule, un e denen Leh e und S udium s a inden. Ein
Meh we de S udie und ih e E gebnisse is die sich ba gemach e Ve knüp ung on hochschuls a-
egischen Zielen und de en Umse zung au p ak ische Ebene ü (zukün igen) P og amm eilneh-
me *innen und wei e e Hochschulak eu *innen.
Robe Ko d s-F eudinge , Johanna B aukmann und Rebecca Schul e analysie en in ih em Bei ag „Scho-
la ship o Teaching and Lea ning – Indi iduell-e idenzo ien ie es Leh en“ die an de Uni e si ä Pade -
bo n im Rahmen eines hochschuldidak ischen Ze i ika sp og amms en s andenen 27 Schola ship o
Teaching and Lea ning (SoTL)-Be ich e anhand e schiedene Dimensionen. Sie klassi izie en die
Be ich e au de Ebene de Indi iduen und de Konzep e. Die häu igs en Un e suchungsdesigns de
SoTL- eibenden Leh enden wa en au En wicklung und E alua ion sowie die Analyse de Zusam-
menhänge on Bedingungs ak o en und Wi kungen ausge ich e . Dabei wu den als Fo schungsme-
hoden o allem F agebögen, sel ene In e iews angewende . Ih e Be unde we den, zusammen mi
eine Da s ellung mögliche E ek e de SoTL-P ojek e sowie Möglichkei en de Wei e en wicklung
de SoTL-Implemen ie ung, anhand ausgewähl e E gebnisse de E alua ionss udie zu Umse zung
an de Uni e si ä Pade bo n disku ie .
Bi gi Szczy ba & Niclas Schape
16
Die im Bei ag „Feedback aus S udie endensich – Einsich en und Ausblicke ü hochschuldidak ische
In e en ionen“ on Julia Ge be , Timo an T eeck und Julia Schön o ges ell e S udie zu Eins ellungen,
Handlungss a egien und Fähigkei en zum Feedbackgeben und -nehmen on S udie enden ha e
zum Ziel, eine sei s eine Bes andsau nahme zu Ve b ei ung on Feedback-P ak iken an eine Hoch-
schule o zunehmen und ande e sei s da aus p ak ische Implika ionen ü die Fö de ung de Feed-
backkul u an de Hochschule abzulei en. Die Be agung on d eißig S udie enden mi hil e p oblem-
zen ie e In e iews, ausgewe e mi de Quali a i en Inhal sanalyse nach May ing, lie e E kenn -
nisse dazu, wie S udie ende Feedback wah nehmen, mi Feedback umgehen und wie die Hochschule
(Leh ende und wei e e Ak eu e) als le nende O ganisa ion Feedback aus de Sich de S udie enden
nu z . Die Au o *innen p ognos izie en, dass eine ü das Le nen so elemen a e Tä igkei wie Feed-
backgeben und Feedbacknehmen zu Selbs e s ändlichkei wi d und nich nu dem Engagemen
Einzelne übe lassen bleib , wenn die E ablie ung eine Feedbackkul u als Au gabe de gesam en
Hochschule wah genommen wi d.
Benjamin Klages besch eib in seinem Bei ag „Koope a ionen on Hochschulleh enden – Eine p axeolo-
gisch-wissenssoziologische Pe spek i e au Bedeu ungen hochschuldidak ische Viels immigkei “ Koope-
a ion als sei jehe gängige P axis on Hochschulleh enden. Im gegenwä igen hochschuldidak i-
schen Disku s we den an ein solches Zusammenwi ken Abs immungs- und Ve s ändigungse wa un-
gen ges ell , wie sie beispielsweise ü die Fo mulie ung on Modulen ode S udiengängen no wen-
dig sind. Sein Bei ag zeig aus eine p axeologischen Pe spek i e einen empi isch in e essie en
Zugang zu diese zunehmend nachge ag en hochschulischen Handlungsp axis. Mi els Dokumen a-
ische Gesp ächsanalyse geh es da um, analy ische Dimensionen zu Rekons uk ion eine solchen
o ganisa ionsspezi ischen Gesp ächsp axis einzu üh en und en lang on zwei empi ischen Fällen
koope a i e Leh p axis poin ie auszu o mulie en. De en Bedeu ung ü hochschuldidak ische Ge-
s al ungsanliegen wi d schließlich e kenn nis heo e isch eingeo dne .
Tabelle 3 e mi el einen e gleichenden Übe blick zu den in den Lei agen angesp ochenen Aspek-
en ü Teil III de o ges ell en hochschuldidak ischen Fo schungsansä ze.
Au o *innen
Julia Ge be
Robe Ko d s-F eudinge
e al.
Timo an T eeck e
al.
Benjamin Klages
Ebenen de
Fo schung
Ebene de o ganisa io-
nalen/ins i u ionellen
Bedingungen
Ebene de konzep ionel-
len Ges al ung hoch-
schuldidak ische
Le numgebungen
Ebene de In e ak i-
on/ Kommunika ion;
Ebene de Kul u en
Ebene de In e ak i-
on/Kommunika ion
Fo schungs-
pe spek i en
s a egische, umse -
zungsbezogene und
wi kungsbezogene
Pe spek i e
konzep ionelle, imple-
men ie ungsbezogene
und wi kungsbezogene
Pe spek i e
konzep ionelle und
wi kungsbezogene
Pe spek i e
wi kungsbezogene
Pe spek i e
Un e su-
chungsdesign
e alua ionso ien ie ;
Quali a i e Inhal sana-
lyse on Leh po olios
e alua ionso ien ie ;
Dokumen enanalyse;
S uk u ie e Inhal sana-
lyse
explo a i e Ansa z;
In e iews; Quali a-
i e Inhal sanalyse
explo a i e Ansa z;
g undlageno ien ie ;
Dokumen a ische
Gesp ächsanalyse
Einlei ung
17
Au o *innen
Julia Ge be
Robe Ko d s-F eudinge
e al.
Timo an T eeck e
al.
Benjamin Klages
Reichwei e
s ando bezogene
Analyse
s ando bezogene
Analyse mi Po enzial zu
Ve allgemeine ung de
E gebnisse
s ando bezogene
Analyse mi Po en-
zial zu Ve allge-
meine ung de
E gebnisse
ausschni ha e Analy-
sen mi Po enzial zu
Ve allgemeine ung de
Analysen
T ans e -
möglichkei en
T ans e des Analyseansa zes au ande e Hochschulen möglich
T ans e au ande e
Kon ex e de Koope a-
ion zu S udium und
Leh e möglich
Implika ionen
ü die P axis
Wi kung und Rah-
menbedingungen
eines hochschuldidak-
ischen Quali zie-
ungsp og amms
Wi kung und Umse zung
des SOTL-Ansa zes in de
hochschuldidak ischen
Ausbildung
Hinweise zu Ges al-
ung/Ve besse ung
on Feedbackmaß-
nahmen
Hinweise zu a sächli-
chen P ak iken de
Koope a ion un e
Leh enden
Inhal liche
Fo schungs-
okus
Hochschuldidak ische Ansa z
Ve besse ung de
Hochschulleh e
Au klä ung on Bedin-
gungen und Fo men
de Koope a ion
Tabelle 3: Übe blick zu den im Band o ges ell en Fo schungsansä zen im Hinblick au zen ale Cha ak e is ika de Fo schungs-
aus ich ung mi Themen okus „Die O ganisa ion Hochschule als Raum eines Kul u wandels ü Leh en wicklung“
De Band äg in de Gesam sich dazu bei, dass hochschuldidak ische Fo sche *innen bzw. Hoch-
schul o sche *innen ih e Fo schungsansä ze an en sp echenden K i e ien und F agen aus ich en.
Auße dem soll Ak eu *innen hochschuldidak ische Wei e bildung und Be a ung in hochschuldidak-
ischen Ein ich ungen eine G undlage gelie e we den,
• hochschuldidak ische Fo schung k i isch-kons uk i zu ezipie en und
• gg . mi zu ges al en und zu ini iie en sowie
• ih hochschuldidak isches Handeln du ch Fo schung zu undie en und
• ih Handeln an e ziel en Fo schungse gebnissen auszu ich en.
Köln/Pade bo n im Mä z 2017
Bi gi Szczy ba und Niclas Schape
Bi gi Szczy ba & Niclas Schape
18
Li e a u
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Teil I
Vo ausse zungen ü
Leh kompe enzen wicklung und
gu es Le nen e g ünden und scha en
21
Bilde und biog a ische E zählungen als
Quellen hochschuldidak ische
Fo schungsa bei
Bjö n Kiehne
Die Kenn nis de biog a ischen Kon ex e eine Leh pe son kann hel en, ih e Leh übe zeugungen zu
e s ehen. Le ne ah ungen und die da aus esul ie enden Hal ungen sind den Leh enden selbs
nich imme bewuss . Fo schende und Leh ende können gemeinsam S uk u en en decken, die in
ih e Viel al manchmal e wi end und nich imme linea sind. Das me hodische Vo gehen beim
Fo schen beweg sich dahe zwischen dem Wunsch, die Komplexi ä des biog a isch beding en Leh-
ens abbilden zu wollen und gleichzei ig so zu e ein achen, dass die E gebnisse zugänglich, nach-
ollziehba und kommunizie ba sind. In diesem Bei ag wi d ein Fo schungsdesign besch ieben, dass
im Nachdenken übe die Wi kmechanismen on Biog a ie und Leh übe zeugung en s anden is . Basis
is die Fo schungsa bei : „Le nbiog a ie und Leh übe zeugung - Eine quali a i e S udie zu Beziehung
on Biog a ie und Leh konzep ionen bei Nachwuchsleh enden“, die zwischen 2009 und 2015 am
Kompe enzzen um Hochschuldidak ik ü Niede sachsen und dem Be line Zen um ü Hochschul-
leh e du chge üh wu de (Kiehne, 2015). De Tex okussie zwei me hodische Aspek e diese Fo -
schungsa bei : Bildanalysen und Biog a ische In e iews. Da ü wi d ausgehend on jeweils einem
Beispiel die spezi ische me hodische Vo gehensweise e läu e .
1 Biog a ie und Leh übe zeugung – Welche Me hoden
en sp echen dem Fo schungsgegens and?
Um Leh übe zeugungen zu e assen, beda es eine Me hode, die de Na u de Leh übe zeugung
en sp ich . Paja es (1992) s ell es , dass Indi iduen ih e Übe zeugungen nich imme ko ek da s el-
len können ode wollen. Demen sp echend kons a ie e , dass „belie s canno be di ec ly obse ed o
measu ed bu mus be in e ed om wha people say, in end and do“ (S. 314). In seinen Augen e ö -
ne das eine E o de nis, die Bildungs o sche sel en e üll hä en. Als Konsequenz o de e E as-
sungsme hoden, die sowohl e bale Äuße ungen und Handlungsanlagen als auch das Leh handeln
de un e such en Leh enden e assen ( gl. Paja es 1992, S. 327). E k i isie den ehlenden Kon ex -
bezug s anda disie e Be agungsins umen e und schläg zumindes eine E gänzung du ch quali a-
i e E hebungs e ah en o , weil „quali a i e esea ch me hodology is especially app op ia e o he
s udy o belie s“ (ebd.). Dabei seien besonde s me apho ische, biog a ische und na a i e Zugänge
iel e sp echend. Um diese sich ba zu machen, e s ell en im Rahmen de hie besch iebenen S udie
Leh ende Bilde und Kne igu en zum Thema „Ich und meine Leh au gaben“.
Bjö n Kiehne
22
Paja es (1992), Ho (2000), McKenzie (2002) und Mulde (2007) sagen, dass es u.a. unse e Leh übe -
zeugungen sind, die unse Leh handeln p ägen. Im Ve s ändnis dieses Fo schungsdesigns nehmen
Leh übe zeugungen eine Mi le unk ion ein, indem sie le nbiog a ische Impulse au nehmen und
spä e als Handlungsp ä e enzen in den Leh p ozess einb ingen. Die indi iduelle Le ngeschich e wi d
als Au bewah ungso diese biog a isch beding en Leh übe zeugung e s anden. Um sie sich ba zu
machen, wu de das biog a isch na a i e In e iew als E hebungs o m gewähl .
De Fokus lieg au Leh enden, de en biog a ischen Vo bedingungen zu Kompe enzen wicklung
be ach e we den. Dami weis diese Ansa z „die enge Ve bindung mi p axiso ien ie en P oblem-
lagen de Hochschuldidak ik au “ (Schape , 2014, S. 74).
D ei Fo schungs agen geben dabei die Suchbewegung o :
• Gib es eine Beziehung zwischen biog a ischen Le nimpulsen und Leh übe zeugungen?
• Lassen sich aus biog a ischen E zählungen Le nimpulse he ausa bei en und mi Aspek en de
Leh übe zeugungen in Bezug se zen?
• Welche Aussagen können zu Aneignungsp ozessen on Leh übe zeugungen au G undlage de
empi ischen E gebnisse gemach we den?
Diese F agen sind au de Ebene de Indi iduen (Schape , 2014, S. 79) angesiedel . Sie ad essie en
„(…) die Leh enden mi ih em Selbs e s ändnis als Leh ende, ih en Leh ähigkei en, ih em Leh e -
hal en, (…)“ (ebd.). Vie Beg i e aus dem Disku s zum biog a ischen Le nen sind ü die olgenden
Aus üh ungen zen al: Biog a ie, Lebenslau , Biog aphiziä und biog a isches Le nen. De Beg i
‚Biog a ie‘ e binde die beiden Wö e Bios („Leben“), und -g a ie („Sch i “). E läss sich e kü z als
Lebensbesch eibung übe se zen. De Ablau des Lebens wi d da ges ell , indem einzelne S a ionen
gekennzeichne und au eine meis ch onologischen Zei schiene angeo dne we den. Die Biog a ie
is die Geschich e, die Menschen im Rückblick übe sich selbs e zählen. Diese Geschich e e ein
gesellscha liche Ansp üche mi den E gebnissen de eigenen Ges al ungsk a . Sie b ing also objek-
i en Lebens e lau und subjek i e Sich -, E klä ungs- und Deu ungsweisen zusammen. Alhei (1990,
S. 88) ha diese Zweihei wie olg besch ieben:
„Biog aphie ha ein Janusgesich : Sie e kö pe soziale S uk u en, die uns au e leg sind und de-
nen wi nu beg enz ‚en kommen‘ können, doch zugleich is sie e was, was wi selbe ges al en,
e ände n, ‚machen‘. Biog aphie is ganz konk e Gesellscha lichkei und Subjek i i ä in einem.“
Die sozialen S uk u en, on denen Alhei sp ich , wie Schule, Ausbildung, Uni e si ä , sind de objek-
i e Lebenslau und bilden das E zählge üs de Le ngeschich en, die die Nachwuchsleh enden übe
sich selbs en wickeln. Alhei (1990) besch eib du ch das Konzep de ‚Biog aphizi ä ‘ die Fähigkei
des Menschen, sich seinem Leben selbs e lexi zu nähe n. Die Hinwendung zu den Lebense eignis-
sen, die in seinem Ve s ändnis auch imme Le ne eignisse sind, e s eh e als Schlüsselkompe enz in
einem gesellscha lichen Kon ex , de imme s ä ke agmen ie , en be e is und zu Kons uk ion
des eigenen Lebenszusammenhangs he aus o de . Biog aphiziä besch eib die Hinwendung zu
eigenen Biog a ie als E ah ungspool, aus dem imme wiede neu Sinn gene ie we den kann. Die
F age, wa um junge Leh ende in de Auseinande se zung mi ih en S udie enden ih Handeln in
diese ode jene Weise aus ich en, kann ein Schlüssel ü das Le nen im Rahmen de Leh kompe enz-
Bilde und biog a ische E zählungen als Quellen hochschuldidak ische Fo schungsa bei
23
en wicklung sein. Biog aphizi ä s ell eine Dimension de Auswe ung da , da die E zählenden sich
hie sich selbs zuwenden und Sinnkons uk ionen en we en, die ü ih eigenes Ve s ändnis om
U sp ung ih e Handlungsp ä e enzen ele an sind. Hie we den Ansa zpunk e ü die Konzep ion
hochschuldidak ische Wei e bildung sich ba , die im Schluss eil de A bei au genommen we den,
um sie un e heo e ischen Gesich spunk en sys ema isch zu analysie en.
‚Biog a isches Le nen‘ wi d hie als das Re lek ie en des eigenen Le nwegs mi seinen S a ionen und
biog a ischen Impulsen aus Familie, Schule und Hochschule e s anden. Die da aus en s andenen
Leh übe zeugungen sind de Ve mi lungs aum zwischen Biog a ie und Leh handeln. Aus dem Dis-
ku s zu Leh übe zeugungen we den d ei Konzep e exze pie : Subjek i e Theo ien, Leh o ien ie ungen
und aus de Empi ie en wickel e Ka ego ien, in denen die Nachwuchsleh enden ih e Übe zeugungen
o dnen. Wie sind wi gewo den, we wi sind? Und was ha diese F age mi Leh kompe enzen wick-
lung an Hochschulen zu un?
Ein di e enzie es Ve s ändnis de Zusammenhänge zwischen men alen Vo kons uk en und da aus
olgendem Handeln wu de im Beg i de Subjek i en Theo ien ge ass (G oeben e al., 1988). Subjek-
i e Theo ien sind komplexe Agg ega e on Kogni ionen de Selbs - und Wel sich , die eine A gumen-
a ionss uk u au weisen (G oeben e al. 1988, S. 19). Die d ei g undsä zlichen Funk ionen eine
Subjek i en Theo ie - E klä ung, P ognose und Technologie - we den in diese A bei als O dnungs i-
gu genu z , um die Äuße ungen de Nachwuchsleh enden da zus ellen und zuzuo dnen.
Leh übe zeugungen wu den un e dem Beg i de Concep ions o Teaching in den angloame ikani-
schen Disku s um Hal ungen und Ve s ehensweisen on Leh -Le np ozessen an de Hochschule ein-
ge üh . Auch im deu schsp achigen Raum and de Ansa z Eingang, indem au Leh o ien ie ungen
(Lübeck, 2009) und das pädagogische Wissen (B omme, 1997) hingewiesen wu de, die übe das eine
Fachwissen hinausgehen. De Beg i de Concep ions o Teachings ha zum einen eine besch eibende
Dimension, indem e genu z we den kann, um die jeweiligen O ien ie ungen de Leh pe son dazu-
s ellen; zum ande en ha de Beg i abe auch eine P ozessdimension, die au die Möglichkei des
Concep ual Change als Le nziel hochschuldidak ische Wei e bildung hinweis . Hie bei sind die on
Kembe (1997, S. 262-264) he ausgea bei e en Pole on Inhal s- bzw. Le no ien ie ung Ex emposi i-
onen, denen man die Be ag en zuo dnen kann. Die P ozessdimension weis übe den Rahmen de
o liegenden A bei hinaus und o de dazu au , die hochschuldidak ische Wei e bildungsp axis
du ch Me hoden zu e wei e n, die diesen Concep ual Change zu ini iie en hel en. Die Re lexion de
eigenen Le nbiog a ie könn e hie bei ein mögliche Ansa zpunk sein.
Bjö n Kiehne
30
3.2 Biog a isch-na a i e In e iews: heo e ische Hin e g und de
Me hode
Die en s andenen E zählungen we den nun nach Inhal en un e such , die Au schluss übe das Wi ken
de Le nbiog a ie geben. Genaue : Gib es eine Beziehung zwischen biog a ischen Le nimpulsen und
Leh übe zeugungen? Lassen sich aus biog a ischen E zählungen Le nimpulse he ausa bei en und mi
Aspek en de Leh übe zeugungen in Bezug se zen? Welche Aussagen können zu Aneignungsp ozes-
sen on Leh übe zeugungen au G undlage de empi ischen E gebnisse gemach we den?
Den Themen Leh übe zeugungen und Leh kompe enzen wicklung widmen sich zahl eiche S udien
(u.a. B aun & Hanno e , 2008; Fischle & Sch öde , 2003; G ube & Reh l, 2005; Kembe , 1997; Paja es,
1992), die abe den wich igen Aspek de Le nbiog a ie auße Ach lassen.
„Die Auswe ung eines na a i en In e iews e such die ex uell mani es ie e inne e Fo m des
Da s ellungs- und E inne ungs lusses, de Selbs e gewisse ung, de s ilis ischen Ges al ung so-
wie de Schwie igkei en und ‚Uno dnungen‘ de E inne ung, Selbs e gewisse ung und s ilis i-
schen Ges al ung nachzu ollziehen, weil sie den Duk us, das e allgemeine ba e Me kmalsge-
lech und die Komplika ionen de damaligen E lebnisau schich ung und E eignis e wicklung de
Tendenz nach im ak uellen Kommunika ions o gang des In e iews wiede gib .“ (Schü ze 1987a,
S. 256 .)
Um olglich die Analysea bei mi de abduk i en Fo schungslogik zu e binden, wi d das gewonnene
Tex ma e ial wiede einem heu is ischen P ozess de sukzessi en E kenn nisgene ie ung un e zogen,
die nach dem P inzip de o lau enden Di e enzie ung (Glinka, 2009, S. 33) am Ende des Fo -
schungsp ozesses zu Übe p ü ung bes ehende und zu E zeugung modi izie e Theo iebes ände
üh . En gegen induk i e und deduk i e Fo schungslogiken bleiben im abduk i en Ve ah en e ab-
lie e Theo iebes ände zunächs ausgeblende .
Die s uk u elle Besch eibung is die me hodische Umse zung de E kenn nis, dass die Biog a ie äge
in ih e E zählung nich nu du ch die E zählinhal e sich ba we den, sonde n auch dadu ch, wie sie
die E zählung s uk u ell p äsen ie en. Denn…
“Mi Menschen Gesp äche übe ein soziales Sys em zu üh en, scha allein noch kein e lässli-
ches Wissen übe dessen O ganisie ung, in e ne Di e enzie ungen ode Funk ionsweisen. […]
Aussagen ep äsen ie en eine spezi ische, in eine sp achliche Da s ellungs o m gegossene Sich -
weise, die eine Pe son bes imm en Gesp ächspa ne *innen (wie e wa Fo sche *innen) gegen-
übe e i .[…]“ (F oschaue & Luege , 2003, S. 80)
So we den S uk u en und Fo men im Da enma e ial sich ba .
Um Einblicke in die En wicklungsp ozesse on Leh konzep ionen zu gewinnen, wu den in den ün
biog a isch-na a i en In e iews Abschni e iden i izie , in denen die In e iew en übe ih e Le ne -
ah ungen bzw. ih e Leh übe zeugungen Auskun geben. Diese In e iewabschni e wu den abduk-
i kodie , d.h. es wu den Ka ego ien aus dem Da enma e ial he aus en wickel (Kelle & Kluge, 2010,
S. 61). Dabei konn e ein Abschni meh ach kodie we den, um Beziehungen zwischen Le ne ah-
Bilde und biog a ische E zählungen als Quellen hochschuldidak ische Fo schungsa bei
31
ungen und Leh übe zeugungen, abe auch inne halb de Anlässe und A en, e kennen zu können.
Die Da enanalyse e olg e un e s ü z du ch das Compu e p og amm MaxQda.
Fü die anschließende achsiale Kodie ung wu de ein handlungs heo e isches Kodie pa adigma in
Anlehnung an S auss und Co bin (1990) einge üh . Das Kodie pa adigma dien dazu, Beziehungen
zwischen Ka ego ien he zus ellen. In seine u sp ünglichen Fo m un e scheide es bspw. zwischen
dem Phänomen, das un e such wi d, U sachen und Konsequenzen dieses Phänomens, S a egien im
Umgang mi dem Phänomen, Kon ex me kmale und in e enie ende Bedingungen (S übing, 2008,
S. 28). Fü die o liegende Un e suchung wu de zwischen e schiedenen Le no en (Familie, Schule,
Hochschule) sowie de Sich au S udie ende und die Sich au das eigene Leh en un e schieden. Die
E gebnisse zu den Le no en und Sich weisen sowie ih e Beziehungen wu den un e Obe beg i en
g uppie (Kelle & Kluge, 2010, S. 78). Die mi den Elemen en aus den na a i en In e iews gesä ig-
en Ka ego ien wu den dann zusammenge ass und nebeneinande ges ell . P oduk wa en g a ische
Da s ellungen de jeweiligen Leh übe zeugungen.
Abbildung 2: Leh übe zeugung im Fall A
Bjö n Kiehne
32
4 Die Syn he isie ung on biog a ischen E zählungen und Bilde n
Wie lassen sich die Beziehungen zwischen den einzelnen E gebnissen du ch die Bildanalyse und die
biog a isch na a i en In e iews zusammen üh en? Die biog a isch leh konzep uellen Ka en s ellen
einen Ve such da , die e schiedenen Aspek e on Biog a ie und Leh übe zeugung in ih e Komplexi-
ä abzubilden und gleichzei ig sich ba und nach ollziehba zu machen. Im Zen um is die Biog a ie
als K eis mi ih en Elemen en Familie, Schule, Hochschule sich ba . Sie sind, ausgehend on de Hypo-
hese de diesem A ikel zug undliegenden Fo schungsa bei , biog a ische Impulsgebe . Diese Impul-
se sind als Linien da ges ell . Es wu de bewuss da au e zich e , das Ende diese Linien mi P eilen zu
e sehen, da die Wi k ich ung nich imme eindeu ig is . Es gehö zu Na u de E hebungsme hode
de na a i en In e iews, dass die E zählungen ekons uie end sind. Die biog a ische E ah ung
p äg die subjek i e Leh übe zeugung. Diese p äg abe auch wiede um die E zählung zu de biog a-
ischen E ah ung.
Einen Ausschni möch e ich hie nun genaue be ach en, und zwa die Ve bindungslinien on Schu-
le und Hochschulleh e im Fall A:
Abbildung 3: Ve bindungslinien on Schule und Hochschulleh e nach Kiehne, 2015, S.115
Bilde und biog a ische E zählungen als Quellen hochschuldidak ische Fo schungsa bei
33
5 P oduk e de Fo schung
Was sind die E gebnisse de Fo schung und wie können sie dem hochschuldidak ischen Disku s zuge-
üh we den?
5.1 Fo mulie ung on Thesen als P oduk de Fo schung
Au de G undlage de Empi ie und abs ahie end on den einzelnen Fällen habe ich Thesen au ge-
s ell , die die d i e F age, nämlich nach den Aneignungsp ozessen on Leh übe zeugungen, bea bei-
en. Sie geben aus dem Kon ex de hie genu z en indi iduellen Le nbiog a ien und Leh übe zeu-
gungen Hinweise au den Aneignungsp ozess. Ich lis e die Thesen nach olgend au , um sie im olgen-
den Abschni zu e läu e n.
• De Aneignungsp ozess geschieh episodisch.
• E o ien ie sich an den S a ionen des Lebenslau s.
• El e n, Leh e *innen und Hochschulleh e *innen sind en scheidende Impulsgebende.
• Die biog a ische Fo mie ung de Leh konzep ionen geschieh du ch Akzep anz- ode Disk e-
panze leben.
• Akzep anz- ode Disk epanze leben o men nachahmende bzw. wide s ebende Handlungsbe-
ei scha en.
• De Bezug on Biog a ie und Leh übe zeugung kann ak i du ch die Leh enden selbs kons uie
we den ode abe auch on außen ini iie und ko-kons uie we den.
• Es we den keine Leh übe zeugungen angeeigne , sonde n Geschich en, e inne e Pe sonen,
Si ua ionen und dami einhe gehende Ge ühle, Emp indungen und die au sie be uhenden Deu-
ungen.
• Rückg i e au die biog a isch o mie en Leh konzep ionen sind wah scheinlich.
• Die Leh übe zeugungen sind nich s a isch, sonde n en wickeln sich in Reak ion au neue biog a-
ische Le nimpulse wei e (Kiehne, 2015, S. 234).
Bjö n Kiehne
34
5.2 De ini ions e such eines hochschuldidak isch ele an en
Phänomens
An diese S elle wi d nun de Ve such eine De ini ion o genommen, die den le nbiog a isch o mie -
en Leh konzep ionen beg i liche Kon u en gib . Le nbiog a isch o mie e Leh konzep ionen sind:
„…du ch le nbiog a ische Impulse angeeigne e Übe zeugungen zum Le nen und Leh en“ (Kieh-
ne, 2015, S. 226).
Als Leh konzep ionen we den Subjek i e Theo ien zum Leh en e s anden, die die Funk ion haben,
zu e klä en, zu p ognos izie en und Technologien be ei zuhal en, um Si ua ionen in de Leh p axis zu
ges al en. Auße dem beinhal e das Konzep de biog a isch o mie en Leh konzep ionen eine O ien-
ie ungsp ä e enz nach Kembe bezogen au den Inhal ode abe au den Le nenden. Dies geschieh
im Sinne de leh konzep uellen Ka e (Kiehne, 2015, S. 115) un e den Übe sch i en ‚Zusch eibungen
zu Leh pe son‘ (Hal ung, Rollen e s ändnis; Wissen), ‚Ve s ändnis des Leh p ozesses‘ und die ‚De ini-
ion de Au gabe‘. Dazu kommen ‚Sich weisen au die S udie enden‘, ‚das Le nen‘ und die ‚Ins i u ion
Hochschule‘.
Abbildung 4. : Leh konzeo uelle Ka e nach Kiehne, 2015, S. 227
Bilde und biog a ische E zählungen als Quellen hochschuldidak ische Fo schungsa bei
35
5.3 Me hodische Vo schläge ü die P axis als P oduk de Fo schung
In de Suchbewegung, Spu en de Biog a ie in den Leh übe zeugungen on Nachwuchsleh enden
auszumachen, lieg ein Nu zen ü die Wei e bildung im Be eich de Hochschuldidak ik. Es gil , An-
sa zpunk e ü eine biog a isch sensible Leh kompe enzen wicklung zu inden. Die jeweilige Biog a ie
is höchs un e schiedlich und spiegel die indi iduellen Le ne ah ungen de Teilnehmenden wide .
Das Gewesene leh mi . Es kann nu zba gemach we den, um de Leh kompe enz eine Basis zu
geben.
5.3.1 Biog a ische Landka en als Ins umen de hochschuldidak ischen
Leh kompe enzen wicklung
Die biog a isch-leh konzep uellen Ka en könn en ü die Wei e bildungsp axis on Nu zen sein,
indem sie die biog a ische Beding hei bewuss machen und somi den P ozess de e lek ie en
P axis ini iie en und un e s ü zen. Auch könn e au ihnen die Ausgangslage besch ieben we den: Was
sind die genauen Vo kons uk e, mi denen in de Wei e bildung gea bei e we den könn e? Welche
sind mögliche S olpe s eine, die o malem Le n-Leh wissen wide sp echen?
Au diesen Ka en we den die Sich weisen au Le nen, Leh en und au die S udie enden g a isch
da ges ell und dann mi E lebnissen aus de eigenen Le nbiog a ie in Beziehung gese z . Die A bei
kann im Selbs s udium ode in G uppena bei e olgen. Es geh nich um eine pe ek e Ka e, sonde n
um einen S a punk des Nachdenkens zum Zusammenhang on Leh übe zeugung und Le nbiog a-
ie.
5.3.2 Selbs be agung
Me hoden, die die eigene Le nbiog a ie be agen und sich ba machen, sind auch denkba als Selbs -
s udium, im Sinne eines Ins umen a iums zu Selbs be agung. Diese Ansa z is eine, dem Lei ge-
danken de Sensibili ä olgende, Möglichkei , um das zuweilen agile Gleichgewich de Teilneh-
menden nich zu ge äh den. In den Gesp ächen mi Nachwuchsleh enden wu den e mu igende
biog a ische Impulse he ausgea bei e . Z.B. de Va e , de seinem Sohn e was zu au , und de Sohn,
de dieses Zu auen in seine Be u sbiog a ie hinein äg als Ve auen in seine eigenen Fähigkei en
und in das Zu auen, das e den S udie enden en gegenb ing (Kiehne, 2015, S. 140). Eine ande e
Nachwuchsleh ende e zähl om „Kapu machen de Le n eude“ in de Schule und da on, wie iel
K a es sie gekos e ha , neuen Mu zu assen (Kiehne, 2015, S. 101) Leh kompe enzen wicklung is
kein he apeu ische P ozess. Dennoch a bei en wi als hochschuldidak ische Be a e *innen mi ähnli-
chem biog a ischen Ma e ial. Le nen und Leben sind einande eng e bunden. Das eine is ohne das
ande e nich möglich. Wenn wi on Leh kompe enz sp echen, dann ad essie en wi imme auch die
Leh pe son als Ganzes mi ih e biog a ischen Beding hei . Gleichzei ig könn en Me hoden de
Selbs be agung, wie sie in he apeu ischen Fo menk eisen zu inden sind, den Leh enden eine e -
ände e Sich weise au das Le nen de S udie enden e möglichen, um ihnen deu lich zu machen, dass
sie ih e le nbiog a ischen E ah ungen in die Leh e ans al ungen mi einb ingen.
Bjö n Kiehne
36
Lei agen hie ü könn en sein:
• Welche E ah ungen habe ich in meine Familie mi Le nen gemach ? Welche Menschen und
E lebnisse sind mi in E inne ung geblieben?
• Welche E eignisse und Menschen wa en ü mich in de Schule p ägend?
• Was habe ich in de Hochschule/Ausbildung in Bezug au Le nen und Leh en gele n ?
Um dann den Sp ung in die Elemen e de pe sönlichen Leh übe zeugungen mi olgenden F agen zu
machen:
• Wie haben meine eigenen E ah ungen meine Sich au das Le nen gep äg ?
• Wie haben meine E lebnisse in Schule und Hochschule meine Sich au S udie ende gep äg ?
• Wie haben meine E ah ungen als S uden *in meine Sich weise au Leh en gep äg ?
Die du ch Selbs bezug wachsende Sensibili ä ü die eigene biog a ische Ve ass hei könn e zu eine
g öße en Sensibili ä im Umgang mi den Le nbedingungen de S udie enden üh en. Eine Schlüssel-
age is dabei:
• Was äll mi zu meinem Le nen in Familie, Schule und Hochschule ein? (Kiehne, 2015, S. 235)
5.3.3 Ich in de Leh e – lebendes Bild
Lebende Bilde sind eine Auss ellung im Raum zu eine bes imm en F ages ellung. Da ü we den die
Teilnehmenden gebe en sich zu einem Thema auszu auschen z.B. „So sehe ich meine S udie enden“.
Das E gebnis soll dann ein mi Menschen ges al e es Bild sein. Is dieses Bild en s anden, so kann
de /die Mode a o *in die be eilig en Pe sonen be agen. Abe zue s e suchen die Ums ehenden, die
nich am Bild be eilig sind, die Kons ella ion zu in e p e ie en. Dann wi d sie au gelös und die F age
ges ell , wohe diese Sich weise au die S udie enden komm . S amm sie aus de Je z si ua ion ode
s amm sie auch aus de eigenen Le nbiog a ie (Knoll, 2003, S. 187)?
6 Die P axis als Ausgangs- und Ankun so de Fo schung
In den E kenn nissen aus diese A bei lieg ein konk e e Nu zen ü die Wei e bildung im Be eich de
Hochschuldidak ik, denn die le nbiog a isch o mie en Leh konzep ionen können als Ansa zpunk e
ü eine biog a isch sensible Leh kompe enzen wicklung dienen. Sie besch eiben den Ausgangspunk
des Le np ozesses und machen das sich - und besp echba , was bishe im Be eich on Le nen und
Leh en du ch die Nachwuchsleh enden e ah en wu de. Wie in eine Geschich e, die o äh sich
selbs zu e zählen, bilden die le nbiog a isch o mie en Leh konzep ionen Anknüp ungspunk e, an
denen de wei e üh ende E zähls ang be es ig we den kann. Es lieg nun im Geschick de Wei e -
bildenden, diese höchs indi iduellen E zählungen au zunehmen, sie den Teilnehmenden bewuss zu
machen, um dann mi ihnen gemeinsam neue E zähl- und Handlungss änge zu en wickeln.
Bilde und biog a ische E zählungen als Quellen hochschuldidak ische Fo schungsa bei
37
Die Fo schungsa bei ha eine De ini ion angebo en, die das Phänomen de biog a isch o mie en
Leh konzep ionen kon u ie und es in seinen Elemen en da s ell . Da übe hinaus wu den Thesen zu
Aneignungsp ozessen au de G undlage de Fälle au ges ell . Konk e e me hodische Vo schläge
konn en aus diesen P oduk en de Fo schung abgelei e we den. Die An wo en au die F agen aus
de hochschuldidak ischen Wei e bildungsp axis üh en so den E kenn nisp ozess zu ück zu seinem
Ausgangspunk .
7 Bilde und E zählungen als Quellen – Möglichkei en und
G enzen
Bilde und E zählungen können Zugänge zum subjek i en E lebens- und E ah ungs aum on Leh-
enden ö nen. Sie ich en die Au me ksamkei au zwei Phänomene de hochschuldidak ischen Fo -
schung, die sich au g und ih e Komplexi ä s anda disie en E hebungs e ah en en ziehen. Das
E assen de subjek i en inne en Räume mi ih en Bilde n und Geschich en gib den biog a isch o -
mie en Leh übe zeugungen eine Kon u und kann ein Ausgangspunk ü wei e e quan i a i e Ve -
ah en sein, indem sie die he ausgea bei e en Ka ego ien als Übe sch i en ü zu ope a ionalisie ende
F agekomplexe nu zen. Somi is diese Zugang eine „Konzep ionellen Fo schungspe spek i e“
(Schape , S. 83, 2014) zuzuo dnen, wobei die Konzep e e s mi hil e de bes ehenden Theo ie aus
dem empi ischen Ma e ial he aus en wickel we den. Bilde und E zählungen wide se zen sich den-
noch bis zu einem gewissen G ad S anda disie ungen und Objek i ie ungen. Sie bilden Subjek i i ä
ab. Sie hel en du ch das Au decken on S uk u en O dnung zu en decken, sie lassen die Fo schenden
abe imme wiede auch s aunend zu ück: Leben, Le nen, Leh en sind uno den liche P ozesse. Es is
eine menschliche Leis ung, sie du ch pe sönliches biog a isches Le nen zu o dnen. Das gil auch ü
hochschuldidak isch Fo schende, die die Vo bedingungen des Le nens ih e Zielg uppe besse e -
s ehen möch en. Die Fähigkei he auszu inden, wo es möglich is , O dnung zu scha en und wo es gil
Uno dnung zu bes aunen, is eine En wicklungsau gabe ü Leh ende und Fo schende gleiche ma-
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An je Nissle
46
In Anlehnung an Wild und Esda (2014)…
„subs an iie en [diese Modelle] das in de in e na ionalen In e en ions o schung gel ende Inpu -
P ozess-Ou pu -Pa adigma indem sie im Ke n besagen, dass (a) die Wi kung be ei ges ell e Bil-
dungsangebo e [He o hebung im O iginal] nich nu (b) on de Angebo squali ä abhäng , son-
de n auch da on, ob bzw. wie sie on de Zielg uppe (c) in Ansp uch [He o hebung im O iginal]
genommen we den und (d) geeigne e Aneignungsp ozesse [He o hebung im O iginal] auslösen.
Diese we den ih e sei s on (e) Me kmalen de Nu ze [He o hebung im O iginal] selbs , ( ) de
Angebo simplemen a ion [He o hebung im O iginal] sowie (g) wei e en Kon ex bedingungen
[He o hebung im O iginal] beein luss . Ein g oße Vo eil diese Modelle bes eh da in, dass ne-
ben meh ode wenige a ionalen Kos en-Nu zen-Kalkülen alle Be eilig en auch unhin e ag e
(unbewuss e) Handlungs- und En scheidungs ou inen sowie komplexe (me hodisch als Mode a-
ionse ek e zu assende) Passungs e häl nisse zwischen Anbie e n und Nu ze n abbildba sind.
Ge ade das hohe Abs ak ionsni eau o liegende Angebo -Nu zen-Modelle läss es uch ba e -
scheinen, sie auch zu Vo he sage de (di e enziellen) „Wi kung“ on akademische Leh e he an-
zuziehen.“ (ebd., S. 39)
Um an den bishe igen E kenn niss and de Fo schung anzuknüp en, soll e die besonde e Rolle, die
die Leh konzep ion in diesem Zusammenhang einnimm , be ücksich ig we den (Blömeke, 2004).
Auße dem soll en de bishe igen K i ik an den bishe igen S udien zu Leh kompe enzen wicklung
Rechnung ge agen we den, indem die Le np ozesse au Basis on längsschni lich e hobenen Da en
be ach e we den. Die Da enbasis soll e da übe hinaus g oß genug sein, um Aussagen übe U sa-
che-Wi kungs-Zusammenhänge bzw. Wechselwi kungen in diesem Zusammenhang zu e möglichen.
Diese Aspek e sollen in de o liegenden S udie Be ücksich igung inden.
1.3 Welche Bedeu ung komm den Leh -Le n-Übe zeugungen zu?
Aus den Angebo -Nu zungs-Modellen abe auch aus einigen Modellen zu Besch eibung de e o de -
lichen Kompe enzen on Hochschulleh enden geh he o , dass neben Umwel ak o en die indi idu-
ellen Vo ausse zungen eine bedeu ende Rolle ü die Ve ände ung hochschulische Leh quali ä
spielen. Obwohl Leh enden und ih en indi iduellen Me kmalen eine eno me Bedeu ung im Le np o-
zess beigemessen wi d, „s ehen den zahl eichen All agsannahmen übe die Me kmale gu e Leh k ä -
e nu seh wenige aussagek ä ige empi ische Be unde gegenübe “ (Kun e & Pohlmann, 2009, S.
262).
Besonde s Leh konzep ionen we den als wich ige De e minan en ange üh ( gl. T au wein, 2014 S.
20-21; Viebahn, 2009, S. 42; Baume & Kun e , 2006; Ho, 2000, S. 30), wenn es da um geh die Leh -
quali ä zu e ände n. Nach ak uellem S and de Fo schung spielen diese „indi iduelle[n] Annahmen
übe Leh en und Le nen“ (T au wein & Me k , 2013, S. 2) . a. ü das Handeln de Leh enden sowie ü
die Ges al ung de Hochschulleh e eine en scheidende Rolle (. a. T au wein, 2014, S. 37; Lübeck, 2009,
S. 40; Kun e & Pohlmann, 2009, S. 267; Viebahn, 2009, S. 42; Ha i a, 2000, S. 494). Fendle und B aue
(2013, S. 111) sehen in ihnen soga eine zen ale S ellg öße ü die E ablie ung des „Shi om
Teaching o Lea ning“ in de anges eb en Op imie ung de Leh quali ä au P ozessebene.
Le np ozesse Hochschulleh ende
47
Es gib abe auch k i ische S immen, wie beispielsweise De lin (2006, S. 113-114), die da au au me k-
sam machen, dass de p opagie e Zusammenhang zwa angenommen wi d, die empi ische E idenz
da ü bishe jedoch ehl . Dies lieg ih e Ansich nach u. a. an me hodischen Schwächen o liegende
S udien. Auch die konzep uelle und beg i liche Unschä e des Kons uk s e schwe die Ve gleichba -
kei de bes ehenden E gebnisse (u. a. T au wein, 2014, S. 21; Lübeck, 2009, S. 35; B aun & Hanno e ,
2009, S. 278; De lin, 2006, S. 112; Paja es, 1992).
Folglich sieh De lin (2006) Beda an S udien, die den Zusammenhang on Leh konzep ionen und
dem Leh handeln empi isch un e suchen (S. 118). Auch Chen e al. (2012, S. 938), B aun und Hanno-
e (2009, S. 279) sowie Kun e und Pohlmann (2009, S. 262) sehen in diesem Be eich noch Beda an
empi ischen S udien.
Im Hochschulkon ex se z sich zunehmend de Beg i de Leh konzep ionen (Concep ions o
Teaching) du ch. In Anlehnung an die Sys ema isie ung on Lübeck (2009) handel es sich dabei um
ein Konzep , dass du ch dahin e liegende Übe zeugungen gespeis wi d und seh eng mi den Leh -
ansä zen e knüp is . Leh ansä ze wiede um um assen sowohl die In en ion als auch die S a egien
de Leh enden und haben dami Ein luss au das konk e e Leh e hal en ( gl. Abbildung 3).
Abbildung 3: Beg i ssys ema ik in Anlehnung an Lübeck (2009)
Wäh end Einigkei da übe he sch , dass zwischen eine leh enden- und eine s udie endenzen ie -
en Leh au assung un e schieden we den kann, exis ie en wide sp üchliche E kenn nisse da übe , ob
es sich bei den beiden Au assungen um abhängige ode unabhängige Kons uk e handel . Das be-
deu e , es is noch nich inal geklä , ob Leh ende beide Au assungen e e en können ode nich .
Neue e E gebnisse e weisen dabei ehe au eine Bipola i ä des Kons uk s (T au wein, 2014; Lübeck,
2009; B aun & Hanno e , 2009; Pos a e , Lindblom-Ylänne & Ne gi, 2007).
Fü die E o schung de Leh konzep ionen s ellen die konzep uelle Unschä e sowie die Beg i s iel-
al des Kons uk s eine besonde e He aus o de ung da . E schwe wi d die E o schung de Leh kon-
zep ionen auch dadu ch, dass sich diese Kons uk e nich di ek e heben lassen und Leh enden häu ig
nich bewuss zugänglich sind (T au wein, 2014, S. 47-48). Eine Möglichkei zu E assung bie e sich
übe das mi den Leh konzep en eng e knüp e Kons uk de Leh ansä ze (Lübeck, 2009). Fü die
E assung de Leh ansä ze ha sich das Ins umen App oaches o Teaching In en o y e ablie , welches
on T igwell und P osse (2004) en wickel wu de und das analog zu de Fo schungsmeinung zwi-
schen S udie enden- und Leh endenzen ie ung un e scheide .
An je Nissle
48
Ein quan i a i e Zugang zu E assung de Leh konzep ionen wi d jedoch in de Fo schungsli e a u
iel ach k i isch gesehen. Nach T au wein (2014) bie en „quali a i e Me hoden den iel e sp echen-
de en Zugang“ (ebd., S.48). Diese Aspek e inden Be ücksich igung bei de Ges al ung und Konzep i-
on de hie o liegenden Un e suchung.
1.4 Welche Rolle spiel die leh bezogene Selbs wi ksamkei se wa ung
im Le np ozess?
Fü das p o essionelle Handeln de Leh enden und die Ve ände ung de Leh e spiel au indi iduelle
Ebene auch die Selbs wi ksamkei bzw. die Selbs wi ksamkei se wa ung de Leh enden eine wich i-
ge Rolle (u. a. Helmke, 2007, S. 200; Schul e, 2008, S. 14-15; Lipowsky, 2006, S. 55).
Nach Je usalem und Schwa ze (1999) e s eh man un e de allgemeinen Selbs wi ksamkei se wa -
ung ein si ua ionsspezi isches Kons uk , das au de Annahme be uh , „k i ische An o de ungssi ua-
ionen aus eigene K a e olg eich bewäl igen zu können“ (ebd., Abschni „Theo e ische Hin e -
g und“). Ode ande s ausged ück : „Selbs wi ksamkei is die indi iduelle un e schiedlich ausgep äg-
e Übe zeugung, dass man in eine bes imm en Si ua ion die angemessene Leis ung e b ingen kann.
Dieses Ge ühl eine Pe son bezüglich ih e Fähigkei , beein luss ih e Wah nehmung, ih e Mo i a ion
und ih e Leis ung au iele lei Weise“ (Zimba do e al., 2003, S. 543). Dami häng die Selbs wi ksam-
kei nich nu da on ab, wie die eigene Leis ung beu eil wi d, sonde n auch on den Übe zeugun-
gen, die man en wickel ode on ande en übe nommen ha (ebd.). Obwohl die beiden Beg i e
Selbs wi ksamkei und Selbs wi ksamkei se wa ung häu ig synonym e wende we den, lassen sie
sich olgende maßen un e scheiden: Wäh end die Selbs wi ksamkei die eigen liche Fähigkei be-
sch eib , mein die Selbs wi ksamkei se wa ung die subjek i e Einschä zung diese Fähigkei du ch
die Pe son (Schul e, 2008, S. 5).
Bandu as Modell de Selbs wi ksamkei ass zusammen, wie E wa ungen bezüglich Wi ksamkei
und E gebnis da übe en scheiden, wie Pe sonen sich e hal en und mi welchem E gebnis schließlich
zu echnen is (Zimba do e al., 2003, S. 544) ( gl. Abbildung 4). Die aus diese In e ak ion esul ie en-
den E gebnisse haben wiede um Ein luss au die zukün ige E wa ungshal ung de eigenen Selbs -
wi ksamkei (Schul e, 2008, S. 13). Folglich haben die E wa ungen einen mode ie enden E ek .
Abbildung 4: Bandu as Modell de Selbs wi ksamkei (nach Zimba do e al., 2003, S. 544)
Eine solche E wa ungshal ung kann sich im Kon ex de Hochschulleh e en wede au den Leh en-
den selbs , also au die eigene Pe son und die eigenen Fähigkei en, den Kon ex wie z. B. gesellscha -
liche We e ode das Bildungssys em ode abe di ek au Leh -Le n-P ozesse beziehen (Ebel & Ki s ,
2012, S. 1).
Le np ozesse Hochschulleh ende
49
Im Zusammenhang mi den anges eb en Ve ände ungen in de Leh e, is mi de Selbs wi ksam-
kei se wa ung meis die subjek i e Einschä zung de Hochschulleh enden da übe gemein , wie gu
ode schlech sie sich in de Lage sehen, ih e Leh e e ek i zu ges al en (Kun e & Pohlmann, 2009, S.
269; Pos a e e al., 2007, S. 560). Man kann dahe on eine leh bezogenen Selbs wi ksamkei se wa -
ung sp echen.
Neben de leh bezogenen Selbs wi ksamkei se wa ung we den im Kon ex de Hochschule bei
Leh pe sonen auch Selbs wi ksamkei se wa ungen in Bezug au Se ice und Fo schung be ach e
(Hemmings & Russel, 2009, S. 250). Sowohl Hemmings und Russel (2009, S. 250) als auch Bailey (1999)
e weisen au ehlende Fo schungsa bei en zum Kons uk de leh bezogenen Selbs wi ksamkei se -
wa ung (ebd., S. 251).
Obwohl die Rele anz de Selbs wi ksamkei se wa ung on Hochschulleh enden an Bedeu ung ge-
winn (Hemmigs, 2015, S. 1), s ammen die E kenn nisse zu leh bezogenen Selbs wi ksamkei se wa -
ung bishe o wiegend aus de Schul o schung. So is beispielsweise bekann , dass eine posi i e
Ausp ägung de Selbs wi ksamkei se wa ung bei Leh enden dazu üh , dass diese meh Zei au die
Vo be ei ung de Leh e e wenden und sich insgesam o ene und expe imen ie eudige bei de en
Ges al ung zeigen. Ein wei e e Be und besag , dass Leh ende mi eine hohen Selbs wi ksamkei se -
wa ung ehe das Feedback ih e Le nenden nu zen, um die eigene Leh e wei e zuen wickeln (Lip-
owsky, 2006, S. 55).
Hemmings (2015) e weis wei e hin au Be unde aus de Schul o schung, die den Zusammenhang
zwischen de Selbs wi ksamkei se wa ung und einem posi i en Leh e hal en, eine e höh en Au -
me ksamkei bei Le nenden, eine höhe en Mo i a ion bei den Leh enden sowie eine ges eige en
E ek i i ä nahelegen. Küns ing e al. (2011) e weisen hie zu auch da au , dass sich die Leh konzep-
ionen aus de Selbs wi ksamkei se wa ung ablei en. Die Leh konzep ionen wiede um haben ih e
Aussage nach Vo he sagek a ü die Leh quali ä . Wei e hin is bekann , dass eine hohe Selbs wi k-
samkei se wa ung dazu üh , dass sich Leh ende in ensi e mi ih e Leh e auseinande se zen,
e ek i e e Me hoden einse zen und olglich besse e Le ne gebnisse bei den Le nenden beobach e
we den können (Lübeck, 2009, S. 56-57). „Dagegen ko espondie eine ge inge Selbs wi ksamkei
mi hohe Ängs lichkei und einem ge ingen Selbs we ge ühl“ (Leuch ne e al., 2006, S. 566 in An-
lehnung an Peacock & Wong, 1996). In ih e S udie zeigen Leuch e e al. (2006) au , dass ein Zusam-
menhang zwischen achspezi ischen-pädagogischen Übe zeugungen und handlungslei enden Kog-
ni ionen bes eh , welche on dem be u lichen Belas ungsemp inden und de Selbs wi ksamkei de
Leh pe sonen beein luss wi d (ebd., S. 574). Pos a e e al. (2007, S. 564) e weisen eben alls au
einen möglichen Zusammenhang de Selbs wi ksamkei se wa ung mi den un e such en Leh -Le n-
Ansä zen de Hochschulleh enden, da sich diese im Zei e lau ähnlich e hiel en.
Neben E kenn nissen zu Bedeu ung on leh bezogene Selbs wi ksamkei ü das Leh handeln bzw.
die Leh quali ä abe auch die Leh konzep ionen, exis ie en auch E gebnisse und E kenn nisse da -
übe , wodu ch die Selbs wi ksamkei beein luss we den kann.
An je Nissle
50
Hemmings (2015) beispielsweise zeig in seinen Aus üh ungen, dass sich Kompe enze leben, Ge ühle
und e bale Ein lussnahme du ch ande e au die Selbs wi ksamkei se wa ung on Leh enden aus-
wi ken können (ebd., S. 2). Wei e e E gebnisse s ammen on Pos a e e al. (2007): Sie s ell en es ,
dass sich die Selbs wi ksamkei se wa ung on Leh enden du ch eine lang is ige Teilnahme an hoch-
schuldidak ischen T ainingsmaßnahmen posi i beein lussen läss . Die Ve ände ung de Selbs wi k-
samkei ollzieh sich jedoch nu seh langsam.
Feedback schein eben alls eine Rolle bei de Ve ände ung on leh bezogene Selbs wi ksamkei se -
wa ung zu spielen. So me k Hemmings (2015) in Anlehnung an eine S udie on Wool olk Hoy (2004)
an, dass Leh ende, die Rückmeldung zu ih en Leh e ah ungen e hal en haben, besse mi Rückschlä-
gen zu Beginn ih e Leh ka ie e kla gekommen sind (Hemmings, 2015, S. 4). Aus e schiedenen
Rückmeldungen on neube u enen Leh enden de S udie Hemmings geh wei e hin he o , dass
Feedback on Pee s sowie eine da au au bauende Re lexion ode Men o ing-Angebo e das Selbs -
e auen in die eigenen Leh ähigkei en s ä ken (ebd., S. 7-9). Solche P ozesse hel en den Leh enden
auch ih e Fähigkei en zu e kennen ode geziel wei e zuen wickeln (ebd., S. 12).
Insgesam liegen bezogen au die Hochschulleh e noch seh wenige E gebnisse zu leh bezogenen
Selbs wi ksamkei se wa ung o (u. a. Hemmings, 2015, S. 2; Pos a e e al., 2007, S. 560). Selbs die
bes ehenden E kenn nisse können nu mi Vo sich in e p e ie we den: Viele de S udien beziehen
sich au un e schiedliche De ini ionen leh bezogene Selbs wi ksamkei se wa ung, wie z. B. au die
De ini ion nach Ro e (1966), de die leh bezogene Selbs wi ksamkei als „Ausmaß an Kon olle, in
dem sich die Leh k ä e ü ih eigenes Handeln e an wo lich ühlen“ (Schul e, 2008, S. 12) de inie .
Ande e De ini ionen s ehen in de T adi ion de sozial-kogni i en Theo ie on Bandu a (ebd.). Folglich
wu den in Anlehnung an die e schiedenen De ini ionen zum Kons uk de leh bezogenen Selbs -
wi ksamkei se wa ung auch e schiedene Ins umen e en wickel (z. B. on A mo e al., 1976, Gib-
son & Dembo, 1984 ode Tschannen-Mo an & Wool olk Hoy, 2001). De en ak o analy ische S uk u
konn e nich eplizie und die Gü e nich bes ä ig we den (ebd.; Tschannen-Mo an, M., Wool olk
Hoy, A. & Hoy, W. K., 1998, S. 208).
Das Ve hal en eines Indi iduums, in diesem Fall das Leh handeln de Hochschulleh enden, is abhän-
gig on de E wa ung, die Handlung auszu üh en. Folglich muss im Zusammenhang mi de Analyse
de Leh kompe enzen wicklung, wie sie hie in diese S udie anges eb wi d, on eine Selbs wi k-
samkei se wa ung gesp ochen we den. Das implizie , dass es sich dabei um die subjek i e Sich de
Hochschulleh enden handel , weshalb dieses Kons uk auch nu übe die Hochschulleh enden e -
ass we den kann. Die Selbs wi ksamkei se wa ung on Leh enden is imme kon ex bezogen. Im
Hochschulkon ex bezieh sie sich au die Be eiche Fo schung, Se ice ode Leh e. Im Hinblick au das
Ziel diese S udie in e essie o allem die noch wenig e o sch e G öße de leh bezogenen Selbs -
wi ksamkei se wa ung.
Da die bishe ige E kenn nislage zu Selbs wi ksamkei se wa ung sich meh hei lich aus de Leh e o -
schung speis , s ammen auch die E hebungsins umen e o wiegend aus diesem Kon ex . Fü die
E o schung des Kons uk s im Hochschulkon ex müssen olglich en wede neue Ins umen e en wi-
ckel ode die bes ehenden Ins umen e angepass we den. Aus o schungsökonomischen G ünden
wi d die zwei e Va ian e ü die anges eb e S udie p ä e ie .
Le np ozesse Hochschulleh ende
51
1.5 Welche Ges al ungsansä ze hochschuldidak ische Wei e bildung
agen zu eine Ve besse ung de Leh quali ä bei?
In den o he igen Abschni en konn e gezeig we den, dass hochschuldidak ische Wei e bildung ü
die Ve ände ung on Leh konzep ionen und leh bezogene Selbs wi ksamkei se wa ung und dami
auch ü die Leh quali ä on Bedeu ung is .
Nach Be end (2000) is es das Ziel hochschuldidak ische Aus- und Wei e bildung, „Leh enden zu
hel en, Leh e zu analysie en und zu e lek ie en ans a exempla ische Lösungen anzubie en, die au
e ziehungswissenscha lichen und psychologischen Theo ien ode didak ischen P inzipien be uhen“
(Be end , 2000, S. 251). Be end sieh in hochschuldidak ische Aus- und Wei e bildung dahe einen
„wesen lichen Hebel ü Ve ände ungen“ (ebd., S. 38).
Das kons uk i is ische Ve s ändnis on Le np ozessen kann auch au die Leh enden übe agen
we den (Kwakmann, 2003, S. 150): Leh ende müssen ih e eigenen E ah ungen machen und ih Wis-
sen selbs kons uie en. Wie auch bei den S udie enden we den die Le np ozesse on Vo wissen,
si ua i en Bedingungen sowie Übe zeugungen und Eins ellungen beein luss . Als Konsequenz müs-
sen Le nangebo e ü Leh ende den gleichen An o de ungen en sp echen, die auch ü das Le nen
S udie ende im Sinne des Shi om Teaching o Lea ning p opagie we den. So müssen Leh ende
die Möglichkei haben, sich ak i mi den Inhal en auseinande zuse zen und eigene E ah ungen mi
de Anwendung des neu e wo benen Wissens sammeln. Ebenso wich ig is es, an die Vo e ah ungen
de Leh enden anzuknüp en und das Le nse ing eng mi de P axis zu e knüp en (Reinmann-
Ro hmeie & Mandl, 2006; Kwakmann, 2003). Hochschuldidak ike *innen komm dabei die Rolle de
Beglei e und Be a e zu, die solche Le numgebungen umse zen und den Leh enden im Le np ozess
zu Sei e s ehen.
Basie end au de kogni ionspsychologisch bzw. kons uk i is isch o ien ie en leh -le n heo e ischen
Pe spek i e müssen hochschuldidak ische Maßnahmen nich nu eine Ve ände ung des Leh handelns
in den Blick nehmen, sonde n sich auch s ä ke um die Ve ände ung de dahin e liegenden Vo s el-
lungen de Leh enden bemühen (Win ele & K app, 1999, S. 47). Auch Ha i a (2000, S. 496) me k an,
dass bishe zu wenig un e nommen wi d, um diejenigen Leh -Le n-Übe zeugungen zu e ände n und
zu e o schen, die einen nega i en Ein luss au die Leh quali ä haben.
Es he sch wei gehend Einigkei da übe , dass au diese Ebene Handlungsbeda bes eh . Es ehl
jedoch an empi ischen Be unden, wie solche Maßnahmen ges al e sein müssen, so dass sie eine
Ve ände ung de Leh konzep ionen bewi ken (Pos a e e al., 2007, S. 570; Kwakmann, 2003, S. 150;
Ho e al., 2001, S. 144; Win ele & K app, 1999, S. 48).
In diesem Kon ex muss beach e we den, dass dem Wunsch und dem Ziel Leh konzep ionen Hoch-
schulleh ende zu e ände n ( gl. Kap. 1.3), die Annahme zug unde lieg , dass sich diese Konzep e
auch a sächlich e ände n lassen. Die Meinungen hie zu gehen auseinande : Ho e al. (2001), Paja es
(1992) sowie Pos a e e al. (2007) beispielsweise s ehen ü die Ve ände ba kei on Leh konzep io-
nen, wäh end ande e sich hie zu ehe k i isch äuße n, so wie Kane, e al. (2002), die die Robus hei
und S abili ä diese Kons uk e p opagie en.
An je Nissle
52
In Anlehnung an die Übe sich sa bei on Lipowsky (2011) können aus o schungsme hodische Sich
einige Einsch änkungen de bishe du chge üh en S udien zu Wi ksamkei on Bildungsmaßnah-
men im Schulkon ex au gelis e we den, die im Wei e en be ücksich ig we den und in die In e p e-
a ion de E gebnisse ein ließen sollen, da ihnen auch ü den Hochschulkon ex Rele anz zugesch ie-
ben wi d:
• „Zum einen handel es sich häu ig um kleine und um selegie e S ichp oben, da die Teilnahme de
Leh pe sonen meis eiwillig e olg e. Dahe is on eine besonde en Mo i a ion de Teilnehme
auszugehen. Rep äsen a i e S ichp oben sind auch in e na ional die Ausnahme.
• Hinzu komm , dass auch die Bildung on In e en ions- und Wa ekon ollg uppen häu ig nich
zu ällig e olg und dass das Wissen, die Handlungskompe enz und die mo i a ionalen Vo ausse -
zungen de Leh pe sonen zu Beginn de Maßnahme sel en um assend kon ollie we den. Dami
bleib abe mi un e aglich, ob sich Expe imen al- und Kon ollg uppe nich be ei s o de
Maßnahme sys ema isch un e scheiden.
• Obgleich die ange üh en Be unde insgesam zu e sich lich s immen, läss sich bei ielen S udien
nich genau bes immen, welche Komponen en de Maßnahmen sys ema isch a iie en und au
ih e Wi kungen übe p ü en. Die meis en o liegenden S udien besch ei en nu den e s en Teil des
Weges.
• T ea men kon ollen, die siche s ellen, dass die Fo bildungsmaßnahmen in de in endie en
Weise ablau en und die Teilnehme ih e un e ich liche P axis a sächlich in de e wünsch en
Rich ung e ände haben, sind au wändig und dahe kaum e b ei e .“ (ebd., S. 410-411)
1.6 Feedback als Ve ände ungsauslöse ?
Aus S udien zu Wi ksamkei hochschuldidak ische Fo schung und de Ve ände lichkei on Leh -
konzep ionen sowie aus de Leh -Le n- und Concep ual-Change-Fo schung sind e schiedene Ansä ze
und S udien bekann , die Anhal spunk e ü die Ges al ung hochschuldidak ische P og amme lie e n
können ( gl. hie zu Zusammen assung on Ho, 2000, S. 31). Beispielha seien hie ü Posne e al.
(1982), Vosniadou (2013), A gy is und Schön (1974), Kembe (1997) und Wahl (2002) ange üh .
Aus diesen Ansä zen und Theo ien geh u. a. he o , dass sich (Leh -)Konzep ionen nu un e be-
s imm en Bedingungen e ände n lassen: So pos ulie en Posne e al. (1982), dass neue Konzep io-
nen e s ändlich, eingängig und nü zlich sein sollen. Ebenso is es on zen ale Bedeu ung, dass die
o he schenden Übe zeugungen den Leh pe sonen bewuss sind (Ho, 2000, S. 31), dami diese
e ände we den können. Auch soll en hochschuldidak ische Wei e bildungsangebo e Leh enden
e schiedens e Pe spek i en und Handlungsal e na i en au zeigen und ihnen die Möglichkei bie en,
diese auch auszup obie en und E ah ungen dami zu machen. Um die Disk epanz zwischen den
idealen Vo s ellungen und dem a sächlichen Handeln e kennen zu können, soll en Leh ende übe
Selbs e lexionspo enzial e ügen (ebd.).
Le np ozesse Hochschulleh ende
53
Um Leh ende in diesem Ve ände ungsp ozess anzulei en und zu un e s ü zen, sind Möglichkei en zu
Re lexion (T au wein, 2010, S.6; Wyss, 2008, S. 4-7) ode abe eine in ensi e Kombina ion on Feed-
back und Un e s ü zung (Win ele & K app, 1999, S. 47) hil eich.
Die genann en Bedingungen machen deu lich, dass die Ve ände ung on Leh konzep ionen nich
imme leich is und in de Regel iel Zei benö ig (Kembe , 1997, S. 263).
E hal en Pe sonen Rückmeldung zum eigenen Ve hal en bzw. zu eigenen Leh e, kann dadu ch ein
Re lexionsp ozess anges oßen we den. Dies wiede um kann zu einem Umdenken üh en. Das kann
nich nu aus den Ansä zen zu Ve ände ung on Leh konzep ionen, sonde n auch aus E kenn nissen
zum Kons uk de Selbs wi ksamkei se wa ung abgelei e we den. Feedback kann somi als eine
Schlüsselkomponen e bei Le np ozessen alle A be ach e we den. Zu diesem Schluss komm auch
Ha ie (2014), dem nach de Syn hese on 134 Me a-Analysen „schnell kla [wu de], dass Feedback zu
den s ä ks en Ein lüssen au die Leis ung zähl . Die meis en P og amme und Me hoden, die am bes-
en unk ionie en, basie en jeweils au eine k ä igen Po ion Feedback“ (ebd., S. 206).
In e schiedenen S udien zu Wi ksamkei on Fo bildungsmaßnahmen on Leh pe sonen wu den
Rückmeldungs o men un e such . Besonde s Coaching-Maßnahmen, bei denen die Leh pe sonen
Feedback zu ih em un e ich lichen Handeln e hiel en, e ziel en posi i e E ek e bei de Ve ände ung
de Wissenss uk u en, abe auch au Ebene des un e ich lichen Handelns (zusammen assend bei
Lipowsky, 2011, S. 406). Lipowsky (2011, S. 406) un e s eich die Bedeu ung des Feedbacks, indem e
wei e hin au zwei S udien on Wood und Selle s (1996) sowie Land y e al. (2009) e weis , die zei-
gen konn en, dass aus üh liches und s uk u ie es Feedback zu eine Ve ände ung des Leh e han-
delns üh . Auch im Hinblick au die Ve ände ungen on Leh konzep ionen kann Feedback eine Rolle
spielen: Win ele und K app (1999, S. 47) gehen beispielsweise da on aus, dass eine Kombina ion aus
Un e s ü zung, z. B. beim T ans e heo e ische Inhal e au die eigene Leh e, und Feedback bei Leh -
pe sonen eine Ve ände ung de Leh konzep ion bewi ken kann.
Dami Feedback einen Meh we da s ell , soll e es Le nenden u. a. Un e s ü zung da in bie en, den
Gegens and on eine neuen Sei e zu be ach en. Hil eich is Feedback auch dann, wenn eigene
Ansich en bek ä ig we den ode diesen du ch das Feedback wide sp ochen wi d. Feedback soll e
auch den Ho izon de Le nenden e wei e n, indem es al e na i e In o ma ions- und Handlungswege
au zeig , denen Le nende olgen können (Ha ie & Timpe ely, 2007, S. 82). Ande s ausged ück e in-
ge wi ksames Feedback „die Disk epanzen zwischen dem ak uellen Ve s ändnis und de Leis ung
au de einen Sei e und eine Le nin en ion ode einem Ziel au de ande en Sei e“ (Ha ie, 2014, S.
208-209). Feedback soll e auch ehe einen in o ma i en Cha ak e haben und wenige we end sein.
Es soll e die Le nenden bei de Übe p ü ung und Kon olle des Le n o sch i s un e s ü zen, ihnen zu
einem besse en Ve s ändnis de Leh si ua ion e hel en und ihnen eine Ko ek u alsche Vo s ellun-
gen e möglichen (B ophy, 2000, S. 22). Wich ig bei Feedbackp ozessen is auße dem, dass die Feed-
backnehme die e hal enen Rückmeldungen auch als Feedback wah nehmen und deu en können
(Ha ie, 2014, S. 207).
Obwohl Feedback als wich ige Ein lussg öße in Leh -Le n-P ozessen unums i en is , gib es bishe
nu wenige S udien, die sich sys ema isch mi dem Ein luss on Feedback beschä ig haben (Ha ie &
Timpe ley, 2007, S. 81).
An je Nissle
54
Au g und diese zen alen Bedeu ung on Feedback ü die Ve ände ung des Leh handelns und
dami ü die Ve besse ung de Leh quali ä , abe auch ü die Ve ände ung on Leh konzep ionen,
wi d diese G öße auch in dem zu un e suchenden Va iablenkanon au genommen. In Anlehnung an
die geäuße en K i ikpunk e on Lipowsky (2011), müss e bei de E o schung on Feedback zu Leh e
auch eine T ea men kon olle s a inden, die siche s ell , dass das Feedback in e gleichba e Weise
e hal en wi d (ebd., S.410-411). Da ein solches Vo gehen seh au wändig wä e und die Absich be-
s eh , die Zusammenhänge on Feedback, Leh konzep ion, Selbs wi ksamkei se wa ung und Leh -
quali ä bei eine möglichs g oßen Zahl on Hochschulleh enden zu un e suchen, wi d aus o -
schungsökonomische Pe spek i e au eine solche T ea men kon olle e zich e und dami eine
gewisse Unschä e in Kau genommen, die jedoch an en sp echende S elle disku ie we den soll. Fü
eine di e enzie e e Be ach ung des Feedbacks we den e gänzende In o ma ionen übe die A und
Ges al ung des Feedbacks e hoben (siehe auch Kap. 4.4).
1.7 Fazi
De hie skizzie e Fo schungss and zeig , dass Leh quali ä im Hochschulkon ex an Bedeu ung ge-
winn . De Wissenscha s a (2017, 2008) be on in diesem Zusammenhang die zen ale Bedeu ung
de Leh quali ä und emp iehl um ang eiche Maßnahmen zu Siche ung und Wei e en wicklung de
Leh quali ä . Dabei sp ich e sich nich nu ü s uk u elle Ve besse ungen aus, sonde n auch ü
höhe e An o de ungen an die Leh leis ung. Le z e es implizie u. a. die Ve besse ung und Fö de ung
de Leh kompe enz mi hil e on hochschuldidak ischen Wei e bildungsmaßnahmen. Empi ische
E kenn nisse da übe , wie Leh quali ä sys ema isch ge ö de we den kann und Leh ende im Um-
gang mi den z. T. seh komplexen An o de ungen des Leh wandels un e s ü z we den können, sind
bishe nu unzu eichend o handen. Dies läss sich u. a. au die noch junge, e idenzbasie e Hoch-
schuldidak ik o schung zu ück üh en.
Es konn e wei e hin gezeig we den, dass die Leh kompe enz on Hochschulleh enden on besonde-
e Bedeu ung ü die Leh quali ä und dami das konk e e didak ische Handeln is . Es is jedoch
bishe nu wenig übe das Zusammenspiel de e schiedenen Kompe enz ak o en und die En wick-
lung akademische Leh kompe enz bekann . Insbesonde e die Leh konzep ionen Hochschulleh en-
de , denen in diesem Zusammenhang eine besonde e Bedeu ung beigemessen wi d, sowie die leh -
bezogene Selbs wi ksamkei se wa ung Hochschulleh ende sind bishe noch unzu eichend e -
o sch . Fo schungsbeda bes eh auch au Ebene de e ek i en Ges al ung hochschuldidak ische
Wei e bildungsmaßnahmen. Bishe gib es noch keine empi isch gesiche en E kenn nisse da übe ,
wie diese Maßnahmen ges al e sein müssen, um die Leh -Le n-Übe zeugungen de Hochschulleh-
enden zu e ände n und die Leh quali ä nachhal ig zu e besse n, so dass de anges eb e Wandel
in de Leh e ollzogen we den kann. Ein Fak o , de sowohl mi Ve ände ungen on Selbs wi ksam-
kei se wa ung und Leh konzep ionen in Ve bindung geb ach wi d, und dem auch bei Le np ozes-
sen alle A ein hohe S ellenwe beigemessen wi d, is das Feedback. T o z allem gib es auch hie zu
nu wenig empi isch gesiche e Be unde ü Le np ozesse on Leh enden.
Le np ozesse Hochschulleh ende
55
2 Fo schungsziel und Un e suchungsmodell
Aus genann en G ünden se z sich die o liegende S udie schwe punk mäßig mi dem Le np ozess
Hochschulleh ende auseinande . Besonde es Augenme k wi d dabei au die Fak o en Leh konzep i-
on, leh bezogene Selbs wi ksamkei se wa ung und leh bezogenes Feedback sowie ih Zusammen-
spiel geleg .
Des Wei e en s ehen die Ve ände ungen on Leh konzep ionen, de leh bezogenen Selbs wi ksam-
kei se wa ung und de Leh quali ä im Fokus. Es soll dabei nich nu un e such we den, ob sich
diese Komponen en e ände n, sonde n auch wie sie sich e ände n und welchen Bei ag Feedback in
diesem Zusammenhang spiel . Diese Ve ände ungen können auch als E gebnisse eines Le np ozesses
in e p e ie we den.
Da aus e gib sich olgendes Fo schungsmodell ( gl. Abbildung 5):
Abbildung 5: Übe sich übe das Fo schungsmodell de S udie
Die E gebnisse de S udie sollen dazu dienen, das Ve s ändnis de genann en Kons uk e zu e bes-
se n. Dadu ch gewonnene E kenn nisse sollen wiede um dazu bei agen, Le np ozesse Hochschulleh-
ende besse au zuklä en und dadu ch Hinweise zu eine e ek i en Ausges al ung hochschuldidak i-
sche Wei e bildungsangebo e lie e n.
3 Me hodologische Eino dnung
3.1 Ve o ung de S udie im hochschuldidak ischen Fo schungskon ex
Au g und des Fo schungsziels und - eldes kann die o liegende S udie de hochschuldidak ischen
Fo schung zugesch ieben we den. Besonde s die Zielse zung, die Ve ände ung indi iduelle Fak o en
on Hochschulleh enden sowie de en Zusammenspiel und Ein luss au die Leh quali ä zu be ach en,
kann de Fo schungsebene de Indi iduen zugeo dne we den (Schape , 2014, S. 79). Die Fo -
schungspe spek i e is dabei schwe punk mäßig wi kungso ien ie ausge ich e (ebd., S. 83-84), da
die En wicklungen de genann en Fak o en un e dem Ein luss on Feedback be ach e we den und
au die Zielg öße de Leh quali ä ausge ich e sind.
An je Nissle
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An je Nissle
66
Anhang
A) Ve wende e Skalen zu E assung de Leh quali ä
Die nach olgenden F agen und Aussagen hema isie en die Ges al ung Ih e Leh e im Somme semes-
e 2017.
Bi e beziehen Sie sich bei den nach olgenden F agen und Aussagen au die un e 2.1.1. on Ihnen be-
nann e Leh e ans al ung.
Füh ung
Skala on 1= S imme übe haup nich zu
BIS
6= S imme oll und ganz zu
1
2
3
4
5
6
Die Leh e ans al ung beginn imme pünk lich.
Die Regeln in meine Leh e ans al ung sind den
S udie enden kla .
Die S udie enden haben bei en sp echenden
Au gabens ellungen die Möglichkei , unges ö und
konzen ie zu a bei en.
Den S udie enden is im Lau e de Leh e ans al ung
jede zei kla , was sie ge ade un sollen.
Die gesam e Leh e ans al ungszei wi d ü die Leh -
Le n-Inhal e e wende .
Le np ozesse Hochschulleh ende
67
Le n ö de liches Klima und Mo i ie ung
Skala on 1= S imme übe haup nich zu
BIS
6= S imme oll und ganz zu
1
2
3
4
5
6
Mi Bei ägen on S udie enden gehe ich
we schä zend um.
Ich bin eundlich zu den S udie enden.
Ich lasse die S udie enden aus eden, wenn sie d an
sind.
Wenn ich eine F age s elle, haben die S udie enden
aus eichend Zei zum Nachdenken.
Ich mache au locke nde Beme kungen.
Kla hei und S uk u ie hei
Skala on 1= S imme übe haup nich zu
BIS
6= S imme oll und ganz zu
1 2 3 4 5 6
Ich weise kla au behandel en S o hin, de in
o ausgehenden Leh e ans al ungen behandel
wu de.
Ich nu ze ü meine Leh e anschauliche Beipiele.
Die wich igs en Punk e we den in de
Leh e ans al ung imme wiede zusammenge ass .
Ich ach e da au , dass die S udie enden sich kla
ausd ücken.
Den S udie enden is kla , was sie in diese
Leh e ans al ung le nen soll en.
An je Nissle
68
Kogni i e Ak i ie ung
Skala on 1= S imme übe haup nich zu
BIS
6= S imme oll und ganz zu
1
2
3
4
5
6
Die S udie enden be eiligen sich mi eigenen Bei ägen
an den Diskussionen und Gesp ächen in de
Leh e ans al ung.
Die S udie enden haben die Möglichkei , Au gaben
alleine zu bea bei en.
Die S udie enden haben die Möglichkei , Au gaben
gemeinsam zu bea bei en.
Die S udie enden müssen in diese Leh e ans al ung
e was o ande en p äsen ie en.
Die S udie enden kon ollie en ih e eigenen
A bei se gebnisse selbs .
Bilanz
Skala on 1= S imme übe haup nich zu
BIS
6= S imme oll und ganz zu
1
2
3
4
5
6
Die S udie enden le nen in meine Leh e ans al ung
iel Neues dazu.
Die Leh e ans al ung is ü die S udie enden
in e essan .
Die S udie enden ühlen sich in diese
Leh e ans al ung wohl.
Ich o ien ie e mich bei diese Leh e ans al ung an den
Vo gaben des Modulka alogs.
Mein Leh angebo is im Hinblick au die
un e schiedlichen Le n o ausse zungen de
S udie enden angemessen.
Le np ozesse Hochschulleh ende
69
B) Ve wende e Skala zu E assung de leh bezogenen
Selbs wi ksamkei se wa ung
Die nach olgenden Aussagen beziehen sich au Sie als Leh pe son.
Welche de nach olgenden Aussagen e en am ehes en au Sie zu? Bi e k euzen Sie en sp echend
Ih e Zus immung in de Skala die We e on 1 (S imme übe haup nich zu) bis 5 (S imme oll zu) an.
1 = S imme übe haup nich zu / 5 = S imme oll zu
1 2 3 4 5
Ich weiß, dass ich es scha e, selbs den nich engagie en
S udie enden den S o zu e mi eln.
Ich aue mi zu, die S udie enden ü neue Inhal e und Me hoden zu
begeis e n.
Ich kann Inno a ion (neue Leh konzep e, Inhal e, Me hoden) auch
gegenübe skep ischen Kolleginnen und Kollegen sowie
Vo gese z en du chse zen.
Ich weiß, dass ich zu den S udie enden gu en Kon ak hal en kann,
selbs in schwie igen Le nsi ua ionen.
Ich bin mi siche , dass ich auch mi den wenig engagie en
S udie enden in gu en Kon ak kommen kann, wenn ich mich da um
bemühe.
Ich bin mi siche , dass ich mich in Zukun au indi iduelle P obleme
de S udie enden noch besse eins ellen kann.
Selbs wenn meine Leh e ans al ung ges ö wi d, bin ich mi siche ,
die no wendige Gelassenhei wah en zu können.
Selbs wenn es mi mal nich so gu geh , kann ich doch in de
Leh e ans al ung imme noch gu au die S udie enden eingehen.
Ich weiß, dass ich nich iel aus ich en kann, auch wenn ich mich
noch so seh ü die En wicklung meine S udie enden engagie e.
Ich bin mi siche , dass ich k ea i e Ideen en wickeln kann, mi denen
ich ungüns ige Leh si ua ionen an de Hochschule e ände n kann.
An je Nissle
70
C) Ve wende e I ems zu E assung de leh bezogenen Feedbacks
Haben Sie im e gangenen Semes e Rückmeldung zu Ih em un e ich lichen Handeln be-
kommen?
Ja.
Wie o ?
Von wem haben Sie Feedback zu Ih e Leh e e hal en? (z. B. Hochschuldidak ike /in,
Kollege/Kollegin)
Au welche Basis haben Sie dieses Feedback bekommen:
Eine ode meh e e Leh e ans al ung/en wu de/n hospi ie und ich habe dazu
Rückmeldung e hal en.
Ich habe im Rahmen eine hochschuldidak ischen Wei e bildung Si ua ionen aus
meinem Un e ich geschilde und da au hin Feedback dazu e hal en.
Au G undlage on E alua ionse gebnissen habe ich Feedback zu meinem
un e ich lichen Handeln bekommen bzw. wu den mi Handlungsal e na i en
au zeig .
Sons iges. Bi e spezi izie en:
Nein. (Bi e wei e mi F age 2.4)
Wie hil eich s u en Sie das e hal ene Feedback ein? Bi e beg ünden Sie Ih e Aussage.
seh hil eich
eils, eils
ga nich hil eich
Bi e beg ünden Sie Ih e Aussage:
Le np ozesse Hochschulleh ende
71
Welche Aussagen besch eiben das Feedback, das Sie e hal en haben am ehes en: (Meh ach-
an wo en möglich)
Das Feedback ha sich au konk e e Si ua ionen ode Handlungen bezogen.
Das Feedback wa ehe we end.
Das Feedback wa kons uk i .
Das Feedback e olg e zei nah zu de Si ua ion bzw. Handlung, au die es sich bezogen ha .
Das Feedback wa seh allgemein gehal en. Au konk e e Si ua ionsbeispiele wu de nich Bezug
genommen.
Das Feedback ha keine Handlungsemp ehlungen en hal en, wie ich es besse machen kann.
De o e Faden wa beim Feedback ü mich nich e kennba .
Das Feedback wa seh aus üh lich.
Bi e k euzen Sie an, welche Feedback o m in Ih e Vo lesung bzw. Ih em semina is ischen
Un e ich zum Einsa z gekommen is , um on den S udie enden im Semes e e lau Feed-
back zu e hal en.
Ja Nein
Du ch üh ung eine Zwischene alua ion (wäh end des Semes e s).
Regelmäßiges Einholen on s uden ischem Feedback in sch i liche Fo m, online ode
mi hil e on Abs immungssys emen (z. B. Clicke ).
Sons iges (Bi e spezi izie en!):
Mona Schulze
78
Da übe hinaus können Kompe enzni eaumodelle hil eich ü die Fo schung zu Modellen de Kom-
pe enzen wicklung sein (Klieme e al., 2007). Fü die Kompe enz wi d eine kon inuie liche En wick-
lung angenommen. Um diese En wicklung messba zu machen, we den au einande au bauende
En wicklungsabschni e es geleg und besch ieben, sogenann e Kompe enzni eaus ode Kompe-
enzs u en. Die I em Response Theo ie (IRT) ode auch p obabilis ische Tes heo ie mach Annahmen
übe einen loglinea en Zusammenhang zwischen dem la en en, in e allskalie en Me kmal (Kompe-
enz), das e ass we den soll, und dem mani es en, dicho omen An wo e hal en, das sich in de
konk e en Fo schungssi ua ion zeig . Diese Zusammenhang wi d in eine logis ischen Funk ion
da ges ell , wobei die y-Achse die Lösungswah scheinlichkei und die x-Achse das la en e Me kmal
abbilde (Bo z & Dö ing, 2006). Somi können anhand de IRT Skalen gebilde we den, welche Au -
schluss übe pe sonale Kompe enzen bzw. die Schwie igkei en de Au gaben geben. So wi d in E alu-
a ionen on Bildungsp ozessen die Eino dnung on Pe sonen in bes imm e Skalenabschni e und
de en Ve gleich e möglich (Schape e al., 2008). Auße dem können die E gebnisse zu im Vo eld
es geleg en S anda ds in Beziehung gese z we den, um zu beu eilen, ob anges eb e Bildungsziele
e eich wu den (Klieme e al., 2007).
Das ü die S udie ele an e, häu ig ezipie e S u enmodell de Kompe enzni eaus, geh au D ey us
und D ey us (1987) zu ück, die ün Ni eaus u en de Kompe enz he ausa bei en. Die e s e S u e is
die des Neulings bzw. des An änge s (no ice), die zwei e S u e die des o gesch i enen An änge s
(ad anced beginne ), die d i e S u e die de Kompe enz (compe ence). Die ie e S u e is die de
Gewand hei ode de E ah ung (p o iciency) und die ün e S u e die des Expe en ums (expe ise).
Von de e s en bis zu ün en Ni eaus u e s eig de E ah ungsscha z de handelnden Pe son und die
Handlungsen scheidungen lösen sich on kon ex eien Regeln und we den zunehmend kon ex ab-
hängig bzw. in ui i . Die ün Ni eaus u en we den au das Konzep de akademischen Leh kompe-
enz übe agen und den Tu o *innen zu Selbs einschä zung o geleg .
Das ü die S udie ele an e, empi isch gep ü e ho izon ale Kompe enzmodell zu Leh kompe enz
s amm on B endel, Eggenspe ge und Gla he (2006). Im Rahmen des hochschuldidak ischen Quali-
izie ungsp og amms des Hochschuldidak ischen Zen ums Baden-Wü embe g e a bei e en B en-
del e al. ein Kompe enzp o il on Hochschulleh enden. Hie ü we e en die Au o innen 25 Ab-
schluss e lexionsa bei en sowie eigene P o okolle aus Hospi a ionsbesuchen aus. Sie nu z en die
Sch i s ücke ü eine quali a i e Auswe ung in Fo m eine induk i en Ka ego ienbildung. Es wu den
olgende sechs Kompe enzen he ausgea bei e :
• Kompe enz zu S eue ung on nachhal igen Leh -Le np ozessen,
• Kompe enz zu S eue ung on sozialen P ozessen,
• Kompe enz zu Rollenkla hei ,
• Füh ungskompe enz,
• Schlüsselkompe enzen,
• Inno a ionskompe enz.
En wicklung de selbs eingeschä z en Leh kompe enz on Tu o *innen am Ka ls uhe Ins i u ü Technologie
79
De Vo gang de induk i en Ka ego ienbildung läss den Rückschluss on den Kompe enz ace en au
die ihnen zug unde geleg en konk e en Anwendungssi ua ionen zu. Deshalb dien e de Bei ag on
B endel e al. (2006) de o liegenden S udie als O ien ie ung ü die I emgene ie ung bei de F age-
bogenkons uk ion. Wei e üh end gehen die Modelle on Benz (2005), Reichmann (2008), Schul-
meis e (2005), T au wein und Me k (2012) und Pae z e al. (2011) o z un e schiedliche Me hoden
on mindes ens ie Face en de Leh kompe enz aus und geben einen Übe blick zum ak uellen
S and de Fo schung zu empi isch en wickel en Leh kompe enzmodellen. Anschließend an die Da -
s ellung de Kompe enzmodelle wi d im Folgenden das me hodische Vo gehen zu F agebogenen -
wicklung und s a is ischen Auswe ung au gezeig .
2 Me hode
Au g und de besch änk en pe sonellen und zei lichen Ressou cen ü die o liegende Un e suchung
gal es, sich au eine Pe spek i e es zulegen, aus de die akademische Leh kompe enz e ass we den
soll (Thiel e al., 2014). Neben ökonomischen Gesich spunk en wa hie en scheidend, dass die Kom-
pe enz als la en es Kons uk in Anwendungssi ua ionen nu eilweise sich ba wi d (E penbeck &
Rosens iel, 2007) und dami anhand on Beobach ungen mögliche weise nich hin eichend bewe e
we den kann. Da übe hinaus is da on auszugehen, dass bei Beobach ungen die Objek i i ä au -
g und de Ve lech ung on Beobach e *in und Un e suchungsgegens and p inzipiell nich gegeben
is (Bo z & Dö ing, 2006). Zudem wa es ein Ziel des P og amms „S a in die Leh e“, die Tu o *innen
in ih e eigen e an wo lichen Wei e en wicklung zu un e s ü zen, wozu Selbs e lexionsp ozesse
anges oßen we den soll en. Teil diese Selbs e lexion im Be eich Leh kompe enz is die möglichs
ealis ische Selbs einschä zung bezüglich des eigenen Kompe enzni eaus mi dem Ziel de pe sönli-
chen Wei e en wicklung. Au de Ebene de Indi iduen ück de ode die Leh ende mi seine Selbs -
einschä zung in den Fokus hochschuldidak ische Fo schung (Schape , 2014). Schließlich wu de
en schieden, die Leh kompe enz aus de Pe spek i e de Tu o *innen und de en Selbs einschä zung
zu e assen.
Um eine möglichs gu e G undlage ü Kausalaussagen zu scha en, wa u sp ünglich ein quasiexpe-
imen elles Design angedach . Dabei bes and die T ea men g uppe, die im Gegensa z zu Kon oll-
g uppe ein T ea men e häl , aus säm lichen Tu o *innen, welche im Somme semes e 2016 am
Tu o enp og amm „S a in die Leh e“ eilnahmen. Die Kon ollg uppe se z e sich aus Tu o *innen
zusammen, die im ak uellen Semes e zwa ein Tu o ium lei e en, abe nich am P og amm eilnah-
men. Die nich andomisie e Ein eilung in T ea men - und Kon ollg uppe üh e alle dings dazu, dass
die T ea men g uppe (N = 103) deu lich g öße wa als die Kon ollg uppe (N = 5), da die Meh hei
de S udie enden, die ein Tu o ium lei e en, auch am P og amm eilnahm. Da übe hinaus ges al e e
sich die Kommunika ion mi de Kon ollg uppe schwie ig, da diese nich wie die T ea men g uppe im
Rahmen des P og amms pe sönlich zu Ve ügung s and. Deshalb en sp ach die Belas ba kei des
quasiexpe imen ellen Designs ehe einem Messwiede holungsdesign, womi die En wicklung de
in ospek i en Leh kompe enz, jedoch kein Wi kungszusammenhang zwischen P og amm eilnahme
und Kompe enzen wicklung, abgebilde we den kann.
Mona Schulze
80
Au g und des o ma i en E alua ionsgedankens und de beg enz en Übe agba kei de E gebnisse
läss sich de o liegende empi isch-me hodische Zugang dem on Schape (2014) cha ak e isie en
en wicklungs- und e alua ionsbezogenen Fo schungsansa z zuo dnen.
Fü die S udie wu den die S udie enden des KIT be ag , die im Somme semes e 2016 eigen e an -
wo lich ein Tu o ium gelei e ha en. Die e s e E hebung and o dem e s en P og amm e min s a
(06. Ap il - 13. Mai 2016). Die zwei e E hebung and im Rahmen de Nachbe ei ung des P og amms im
Zei aum om 08. Juli bis 21. Augus 2016 s a .
Die im Vo eld he ausge il e en, ele an en S udien gaben e s en Au schluss da übe , welche Face -
en on Leh kompe enz in den S udien e ass wu den und ü die o liegende S udie ele an sein
könn en. Einen Einblick in das E hebungsins umen de be ach e en S udien zu e hal en, wa mi
Ausnahme on B endel e al. (2006) nich möglich. B endel e al. (2006) e a bei e en eine S uk u
akademische Leh kompe enz, indem sie ü Sch i s ücke zu Leh e lexion eine Inhal sanalyse du ch-
üh en. Hie konn e p ak isch nach ollzogen we den, welche Aussagen schließlich bei de Bildung
de einzelnen Kompe enz ace en be ücksich ig wu den. Aus diesen konk e en p axisbezogenen
Aussagen (wie z. B. „Wie gebe ich S udie enden Feedback zu schlech en Hausa bei en ode Re e a-
en?“) wu den Indika o en ü die I emgene ie ung des F agebogens abgelei e (z. B. „Bi e geben Sie
an, wie Sie sich einschä zen wü den, wenn Sie den Tu and*innen ein si ua ionsangemessenes Feed-
back zu ih e Leis ung geben sollen“). Fü dessen konk e e Fo mulie ung wu de wei e hin das Kompe-
enzp o il des KIT g undlegend be ücksich ig , indem Le nziele, wie z. B. „mi ausgewähl en Medien
sou e än umgehen“, aus dem P o il ü den F agebogen di ek ode leich angepass übe nommen
wu den (Klink e al., 2014). Auße dem dien e das Be line E alua ionsins umen ü selbs einge-
schä z e, s uden ische Kompe enzen BE aKomp (B aun e al., 2008) zu I em o mulie ung als O ien-
ie ung bezüglich de Komplexi ä des Si ua ionsbezugs de I ems. Diese d ei Quellen wu den als
Haup g undlage ü die E s ellung des F agebogens he angezogen. K i e ien ü die Au nahme eines
I ems in den F agebogen wa en:
• Passung zum Au gaben eld eine /eines Tu o *in
• Passung ü die S ichp obe (Tu o *innen des KIT, z. B. F age zu Nähe und Dis anz zwischen Leh -
pe son und S udie enden zeig sich o allem bei jungen Leh enden, B endel e al., 2006)
• O ien ie ung an Rahmenbedingungen des KIT (z. B. die Be ücksich igung on I ems zu In e kul u-
ali ä au g und on 4974 ausländischen S udie enden, 21,3 %, S and Somme semes e 2016;
Hess & Benning-Radle , 2016)
• möglichs um assende Abbildung de aus de Theo ie e sich lichen Face en
• leich e Ve s ändlichkei
Die De ini ion on Kompe enzni eaus e möglich es, die eigen lich kon inuie liche Kompe enzen -
wicklung un e such e P oband*innen nich nu bezüglich de sozialen Bezugsno m zu bewe en,
sonde n auch ka ego ial eine Aussage übe die Bewäl igung bes imm e An o de ungen zu e en
(Ha ig & Jude, 2007). Da um wu de de F agebogen basie end au einem Kompe enzni eaumodell
en wickel , bei dem sich die Tu o *innen au eine Ve balskala bezüglich jedes I ems selbs einschä -
zen soll en. Faulbaum, P ü e und Rex o h (2009) emp ehlen die Ve wendung ün - ode siebens u i-
En wicklung de selbs eingeschä z en Leh kompe enz on Tu o *innen am Ka ls uhe Ins i u ü Technologie
81
ge unipola e Skalen ü eine möglichs gu e Reliabili ä und Validi ä . U. a. deshalb wu de ü die
o liegende Skala das ün s u ige Ni eaus u enmodell nach D ey us und D ey us (1987) he angezo-
gen. Das Modell bie e die G undlage, au de sich die Tu o *innen ü jedes I em übe legen soll en,
welchen de ad e bialen Modi ika o en: An änge *in, Fo gesch i ene* , kompe en , E ah ene*
ode Expe e*in, sie ü sich selbs als am zu e ends en einschä z en (Faulbaum e al., 2009). Um eine
undie e Einschä zung zu e möglichen, wu de zu Beginn des F agebogens jede Ni eaus u e ku z
anhand eine Abbildung cha ak e isie . Es wu den zwei Ve sionen des F agebogens en wickel , die
sich inhal lich en sp echen. Eine sei s wu de de F agebogen als sechssei ige Pape -Pencil-
F agebogen und ande e sei s als Online agebogen mi de kos en eien So wa e SoSci Su ey zu
p o essionellen Du ch üh ung on Onlinebe agungen konzipoe . Be o de F agebogen Anwen-
dung and, wu de e u. a. on d ei Expe *innen in einem P e es au Sinnha igkei de Auswahl de
Indika o en sowie au logische und g amma ikalische Ko ek hei gep ü (Faulbaum e al., 2009). In
seine End assung bes and de F agebogen aus 52 I ems zu selbs eingeschä z en Leh kompe enz.
Beispielha we den d ei I ems im olgenden Kas en da ges ell :
Bi e geben Sie an, wie Sie sich einschä zen wü den, wenn…
• Sie sich pe sönliche En wicklungsziele se zen und diese konsequen e olgen sollen.
• Sie den An o de ungen des Fachs en sp echende Le nziele o mulie en sollen.
• Sie den Tu and*innen ein si ua ionsangemessenes Feedback zu ih e Leis ung geben sollen.
Die Bea bei ung nahm ca. 15 Minu en in Ansp uch.
Vo de Bean wo ung de Fo schungs agen und de Hypo hesenp ü ung gal es, die dem F agebo-
gen zug unde geleg e Fak o s uk u zu analysie en. Die Eignung de Da en ü die Fak o enanalyse
wu de mi dem Kaise -Meye -Olkin-Index gep ü (Field & Hole, 2003). Bei de explo a i en Fak o en-
analyse mi els Haup komponen en e ah en mi Va imax-Me hode we den oneinande unabhän-
gige Fak o en gesuch , welche i e a i so ged eh we den, dass sie einen g öß möglichen An eil de
Gesam a ianz e klä en. Dieses Ve ah en bilde eine zwei ak o ielle Lösung ab. Zu Bewe ung de
Quali ä diese Lösung wu de anschließend eine Reliabili ä sanalyse du chge üh .
Die Fak o en wu den zu beiden Messzei punk en au No mal e eilung gep ü . Es wu de eine Va i-
anzanalyse mi Messwiede holung ge echne , ü die zwei unabhängige Va iablen, nämlich G uppen-
zugehö igkei und Messzei punk , in die Be echnung einbezogen wu den. Es wu de gep ü , ob die
Va iable Messzei punk bzw. G uppenzugehö igkei einen Ein luss au einen ode beide Fak o en des
K i e iums de selbs eingeschä z en Kompe enz au weis (Bo z & Dö ing, 2006; Bühl, 2014; Field &
Hole, 2003; Rasch e al., 2010).
Mona Schulze
82
3 E gebnisse
Zu explo a i en Bes immung de Fak o s uk u wu de mi allen I ems zum Kons uk de selbs ein-
geschä z en Leh kompe enz de Tu o *innen eine Haup komponen enanalyse mi Va imax-Ro a ion
du chge üh . De Sc eeplo ließ eine ie - ode zweidimensionale Lösung e mu en. Beide Lösungs-
ansä ze wu den hinsich lich ih e inhal lichen Sinnha igkei gep ü . Nach dem Ausschluss de I ems
mi zu nied igen Einzelladungen (< .40; Field & Hole, 2003, zi ie nach S e ens, 2002) und zu hohen
Zwei ladungen (> 0,5* E s ladung) e wies sich de ie dimensionale Lösungsansa z als hin ällig.
De Ausschluss on I ems nach denselben K i e ien ü die zweidimensionale Lösung (mi Ausnahme
eines I ems mi minimal höhe e Zwei ladung, nämlich 0,501*E s ladung, welches au g und de
besse en Reliabili ä swe e o zdem behal en wu de), üh e zu gu in e p e ie ba en E gebnissen.
D ei wei e e I ems wu den wegen mangelnde inhal liche Passung zum Fak o 1 on den wei e en
Analysen ausgeschlossen. Somi wu de die zwei ak o ielle Lösung nach d eis u ige Ro a ion ü die
selbs eingeschä z e leh bezogene Kompe enz ü die Tu o *innen angenommen. Es e gaben sich
zwei Skalen bes ehend aus 10 und 12 I ems, welche sich inhal lich au die abs ak selbs bezogenen
Kompe enzen (Fak o 1) im Rahmen on Leh e und die konk e handlungsbezogenen Kompe enzen im
Tu o ium (Fak o 2) beziehen. De Fak o 1 hema isie die e lexi e Auseinande se zung mi de
eigenen Leh enden olle und de En wicklung on Leh kompe enz auch übe das Tu o ium hinaus und
bezieh wei e hin mo i a ionale Aspek e mi ein. De Fak o 2 be ass sich mi konk e em, me ho-
disch-didak ischem Handeln in de Leh -Le n-Si ua ion un e Be ücksich igung de Zielg uppe de
S udie enden. Die Tabelle 1 zeig die Mi elwe e mi S anda dabweichungen de 10 I ems und de en
o ie e Fak o ladungsma ix einschließlich de I emschwie igkei en ü den Fak o 1 im Bezug au
abs ak selbs bezogene Kompe enzen. Tabelle 2 zeig dieselben We e ü die 12 I ems des Fak o s 2
zu konk e handlungsbezogenen Kompe enzen. Die Fak o ladungen sind als Ko ela ionskoe izien
zwischen den ex ahie en Fak o en und dem en sp echenden I em zu e s ehen (Bühl, 2014). Die
Da en sind nach den beiden ex ahie en Fak o en sowie nach de G öße de Ladungen nach de
Ro a ion geo dne . Dami e klä de Fak o 1 26.57 % und Fak o 2 23.20 % de Gesam a ianz (Field
& Hole, 2003). Fü die wei e e Analyse wu de aus den 10 bzw. 12 I ems je eine Skala gebilde .
Fak o ladungen
En wicklung de selbs eingeschä z en Leh kompe enz on Tu o *innen am Ka ls uhe Ins i u ü Technologie
83
I em
M
SD
1
2
P(i)
Themen mi Spaß eina bei en 2.95 1.06 .76 .06 .49
mi Feedback umgehen 2.92 1.00 .75 .15 .48
En wicklungsziele e olgen 2.68 1.10 .70 .25 .42
Rolle einnehmen und e lek ie en 2.09 0.90 .70 .28 .27
Handeln in Rolle e lek ie en 2.08 0.84 .69 .35 .27
En wicklung e lek ie en 2.42 0.87 .69 .18 .35
übe Tu . hinaus Spaß am Thema 3.26 1.05 .69 .23 .57
Spaß mi Tu and*innen 3.05 1.04 .67 .22 .51
S ä ken/Schwächen analysie en 2.65 0.95 .67 .28 .41
Eigenmo i a ion au ech e hal en 2.60 1.04 .64 .30 .40
C onbach‘s α zu T1 .92
C onbach‘s α zu T2 .88
Anme kungen: M = Mi elwe , SD = S anda dabweichung, P(i) = I emschwie igkei , T1/T2 = Messzei punk 1/ 2,
Fak o ladungen > .50 sind e ged uck abgebilde , ün s u ige Skala on 1 = An änge /-in bis 5 = Expe e/-in.
Tabelle 1: Übe sich zu Reliabili ä mi Mi elwe en, S anda dabweichungen, Fak o ladungen und I emschwie igkei en ü den
Fak o 1 zum Messzei punk 1 (N = 108)
Anschließend wu de eine Reliabili ä sanalyse ü die inale zweidimensionale Lösung o genommen.
Die Genauigkei des Modells wu de du ch das Reliabili ä smaß C onbach‘s Alpha zum Messzei punk 1
ü den Fak o 1 mi .92 und ü den Fak o 2 eben alls mi .92 als hoch eingeschä z (Bo z & Dö ing,
2006). Die T ennschä ekoe izien en ü die I ems de Skala 1 liegen zwischen i = .63 und i = .77 und
ü die I ems de Skala 2 zwischen i = .58 und i = .77 und sind dami alle im akzep ablen Be eich
(Bühl, 2014). Die I emschwie igkei en zum Messzei punk 1 bewegen sich ü den Fak o 1 zwischen
P(i) = .27 und P(i) = .57 und ü den Fak o 2 zwischen P(i) = .18 und P(i) = .43 im un e en bis mi le en
Be eich. Mi Ausnahme des I ems on Fak o 2 „…wenn Sie ü jede Le nsi ua ion die passende didak-
ische Me hode wählen sollen“ liegen alle I ems im gewünsch en Be eich zwischen .2 und .8 (Bo z &
Dö ing, 2006).
Mona Schulze
84
Fak o ladungen
I em
M
SD
1
2
P(i)
Einsa z did. und me h. P inzipien 1.89 0.86 .19 .79 .22
angemessenes Feedback geben 2.31 0.89 .25 .73 .33
Leis ungss and einschä zen 2.29 0.95 .20 .70 .32
Le nziele o mulie en 2.72 0.93 .07 .68 .43
mi Vo ausse zungen umgehen 2.18 1.05 .31 .68 .29
Le nziele e eichen 2.39 0.97 .30 .66 .35
Beu eilungsk i e ien en wickeln 2.03 0.85 .27 .65 .26
didak isch eduzie en 2.56 0.95 .31 .65 .39
passende did. Me hode wählen 1.70 0.78 .24 .64 .18
passendes Medium wählen 2.49 1.00 .22 .64 .37
En wicklungsp ozess ö de n 1.99 0.88 .30 .63 .25
Rahmenbedingungen nu zen 1.87 0.82 .23 .59 .22
C onbach‘s α zu T1 .91
C onbach‘s α zu T2 .87
Anme kungen: M = Mi elwe , SD = S anda dabweichung, P(i) = I emschwie igkei , T1/T2 = Messzei punk 1/ 2,
Fak o ladungen > .50 sind e ged uck abgebilde , ün s u ige Skala on 1 = An änge /-in bis 5 = Expe e/-in.
Tabelle 2: Übe sich zu Reliabili ä mi Mi elwe en, S anda dabweichungen, Fak o ladungen und I emschwie igkei en ü den
Fak o 2 zum Messzei punk 1 (N = 108)
Die gu e in e ne Konsis enz konn e du ch die P ü ung de Reliabili ä zum Messzei punk 2 mi C on-
bach‘s Alpha = .88 ü den Fak o 1 und .87 ü den Fak o 2 bes ä ig we den. Zum zwei en Messzei -
punk lieg die Ko ela ion de I ems mi dem Gesam sco e eben alls im akzep ablen Be eich mi
We en zwischen i = .44 und i = .69 ü den Fak o 1 und We en zwischen i = .36 und i = .66 ü
den Fak o 2. Bei de wiede hol en Messung liegen die I emschwie igkei en ü den Fak o 1 zwischen
P(i) = .49 und P(i) = .71 und ü den Fak o 2 zwischen P(i) = .44 und P(i) = .62 im gewünsch en Be eich
(Bo z & Dö ing, 2006).
Die S ichp obe um ass e zum Messzei punk 1 N = 205 und zum Messzei punk 2 N = 126 P obanden.
Zum Messzei punk 1 wu de ein Da ensa z ausgeschlossen, da au g und de gleichen Bewe ung alle
I ems da on ausgegangen wu de, dass de F agebogen nich so g äl ig bea bei e wu de. Fü die
Analyse we den im Folgenden nu noch jene P oband*innen be ach e , ü die Da en zu beiden
Messzei punk en o liegen, weshalb wei e e 18 Da ensä ze aus Messzei punk 2 ausgeschlossen
we den muss en, sodass sich die auswe ungs ele an e S ichp obeng öße au N = 108 beläu . 5 on
108 P oband*innen können de Kon ollg uppe zugeo dne we den. Die D op-ou -Ra e on Mess-
zei punk 1 zu Messzei punk 2 lieg bei 47 %. Neben den ehlenden Angaben zum Pe sonencode sind
e mu lich äuße e E hebungsbedingungen ü die S ichp obenmo ali ä e an wo lich, da die
Meh hei de P oband*innen zum Messzei punk 1 den F agebogen inne halb eine P äsenz e ans al-
ung ausge üll ha e und zum Messzei punk 2 selbs s ändig dazu angehal en wa , sich die Zei zu
Bea bei ung des F agebogens auße halb eine Ve ans al ung einzu ich en. Un e den 108 P o-
band*innen wa en 84 männlich, was einem An eil on 77.8 % en sp ich .
En wicklung de selbs eingeschä z en Leh kompe enz on Tu o *innen am Ka ls uhe Ins i u ü Technologie
85
Auch in de Menge alle S udie enden des KIT gib es einen Übe hang an männlichen S udie enden
mi 72.22 % (Hess & Benning-Radle , 2016), was mögliche weise au die na u wissenscha lich-
echnische Aus ich ung de be eilig en S udiengänge zu ückzu üh en is . Zum Messzei punk 1 wa en
die P oband*innen zwischen 18 und 30 Jah e al . Das du chschni liche Al e de o liegenden S ich-
p obe lieg bei 21 Jah en (M = 21.3, SD = 2.0). Die Meh hei mi 85.2 % de Tu o *innen s udie en im
Bachelo . Die ün häu igs en Fäche , in denen ein Tu o ium gegeben wu de, wa en: Maschinenkon-
s uk ionsleh e 4, So wa e echnik 1, Technische Mechanik 1, Elek onische Schal ungen und Mik o-
o ganismen. Die häu igs en ün e e enen S udiengänge de Tu o *innen wa en: In o ma ik, Ma-
schinenbau, Elek o- und In o ma ions echnik, Wi scha singenieu wesen sowie Biologie. Die Mi el-
we e de ün s u igen I ems zu selbs eingeschä z en Leh kompe enz ü Skala 1 zum Messzei punk
1 liegen zwischen M = 2.08 (SD = 0.84) und M = 3.26 (SD = 1.05). Fü die Skala 2 zum Messzei punk 1
sind die Mi elwe e e was kleine mi We en zwischen M = 1.70 (SD = 0.78) und M = 2.72 (SD = 0.93).
Zum Messzei punk 2 weisen die I ems de Skala 1 Mi elwe e zwischen M = 2.94 (SD = 0.77) und M =
3.85 (SD = 0.95) au , ü die Skala 2 sind es Mi elwe e zwischen M = 2.73 (SD = 0.92) und M = 3.49 (SD
= 0.95). Dami lieg de We ebe eich de Mi elwe e de I ems zum Messzei punk 2 ü beide Skalen
höhe als zum Messzei punk 1.
Aus de desk ip i en S a is ik geh be ei s he o , dass die Mi elwe e de Selbs einschä zung de
Kompe enz ü beide Fak o en on Messzei punk 1 zu Messzei punk 2 zunehmen ( gl. Tabelle 3).
Die Tu o *innen schä zen sich au dem Fak o 1 zu abs ak selbs bezogenen Kompe enzen besse ein
als au Fak o 2 zu konk e handlungsbezogenen Kompe enzen. De e höh e Mi elwe des Fak o s 1
gegenübe dem Fak o 2 zeig in de Analyse einen höchs signi ikan en Haup e ek de Fak o en
(F(1,106) = 26,37, p = .000,
η
p 2 = .20). Auch ü die Messzei punk e e gib sich ein höchs signi ikan e
Haup e ek (F(1,106) = 26,80, p = .000,
η
p2 = .20), wonach die selbs eingeschä z e Leh kompe enz de
Tu o *innen nach dem Semes e (Messzei punk 2) besse is als zu Beginn des Semes e s (Messzei -
punk 1). Die E gebnisse sind in de Abbildung 1 g aphisch da s ell . Du ch die unabhängige Va iable
Messzei punk können somi 20 % de Va ianz des K i e iums e klä we den.
Tabelle 3: Da s ellung de Mi elwe e und S anda dabweichungen de beiden Skalen (N = 108)
Die Annahme übe die Ve besse ung de Selbs einschä zung bezüglich de Leh kompe enz de Tu-
o *innen kann bes ä ig we den, denn die E gebnisse lassen da au schließen, dass die Tu o *innen
sich zum Messzei punk 2 s a is isch signi ikan besse einschä zen als zum Messzei punk 1.
Messzei punk Fak o M SD
T1 Fak o 1 2.67 0.75
Fak o 2 2.20 0.66
T2 Fak o 1 3.36 0.62
Fak o 2 3.04 0.57
Anme kungen: M = Mi elwe , SD = S anda dabweichung.
Mona Schulze
86
Abbildung 1: Ände ung de selbs eingeschä z en Leh kompe enz beide Fak o en zu beiden Messzei punk en.
4 Diskussion
Die Tu o *innen schä zen ih e Kompe enz ü beide Fak o en zum Messzei punk 2 besse ein als zum
Messzei punk 1. Dieses E gebnis s ü z die E wa ungen, wonach die P axise ah ung und die heo e-
ische Auseinande se zung mi me hodischen und didak ischen Inhal en im Rahmen des P og amms
„S a in die Leh e“ die Tu o *innen in ih e Leh kompe enzen wicklung ö de . Bei D ey us und
D ey us (1987) zeig sich, dass eine Pe son, je meh E ah ung sie mi spezi ischen Anwendungssi ua-
ionen ha , umso kompe en e einges u wi d. Zu Beginn des P og amms schä z en die Tu o *innen
ih Leh kompe enzni eau im Schni au de S u e des Fo gesch i enen (S u e 2) ein. Nach einem
Semes e Leh e ah ung schä zen sie sich im Schni als kompe en ein (S u e 3). Dies gil ü beide
Skalen. Im Rückschluss wü de das bedeu en, dass die Tu o *innen zu Beginn des Semes e s in de
Lage wa en, e s e Anwendungssi ua ionen anhand on Regeln zu bewäl igen und au einige E ah-
ung zu ückblicken. Zum Ende des Semes e s sind sie in de Lage, si ua ionsabhängig zu handeln.
Auße dem be ücksich igen sie die ange eiche e E ah ung im En scheidungsp ozess. Die E gebnisse
sind konsis en mi de Theo ie on Weine (2014), wonach Kompe enzen e le nba sind.
E en uell zeigen sich abe auch Selbs e wa ungse ek e bei de Bean wo ung des F agebogens zum
Messzei punk 2 ode allein die Annahme, dass au g und de E ah ung ein Kompe enzzuwachs be-
züglich de Leh kompe enz s a ge unden haben müss e, üh bei den Tu o *innen zu eine besse en
Selbs einschä zung. Mögliche weise spiel auch die soziale E wünsch hei bei de Bean wo ung eine
Rolle, da sowohl die Be agung als auch das Tu o enp og amm on den Mi a bei e innen de PEBA
du chge üh wu den (Bo z & Dö ing, 2006). Zusammen assend läss sich als ein Haup anliegen de
S udie es hal en, dass sich die Einschä zung des leh bezogenen Kompe enze lebens, sowohl ü die
Skala de abs ak selbs bezogenen Kompe enz, als auch ü die Skala de konk e handlungsbezogenen
Kompe enz, om Messzei punk 1 zum Messzei punk 2 e besse . Die sich abzeichnende Kompe en-
En wicklung de selbs eingeschä z en Leh kompe enz on Tu o *innen am Ka ls uhe Ins i u ü Technologie
87
zen wicklung de Tu o *innen läss jedoch keine kausalen Rückschlüsse au die Wi ksamkei des P o-
g amms zu. Mögliche weise is allein die Leh e ah ung ohne die Teilnahme am P og amm ü die
Ve ände ung de selbs eingeschä z en Leh kompe enz hin eichend. T o zdem is das e wa ungsge-
mäße E gebnis im Sinne de PEBA, da das Ziel de Ve besse ung de Leh kompe enz de Tu o *innen,
mindes ens in ospek i e eich wu de.
P inzipiell bie e ein quasiexpe imen elles Design eine mi elmäßige G undlage ü Kausalaussagen.
Da jedoch au g und de kleinen Kon ollg uppe das quasiexpe imen elle Design bezüglich de in e -
nen Validi ä ehe e gleichba mi einem Eing uppen-P e-Pos -Design is , sind die E gebnisse de
o liegenden S udie eine seh unsiche e G undlage ü Kausalaussagen (Bo z & Dö ing, 2006). Neben
de Beu eilung de in e nen Validi ä is auch die ex e ne Validi ä ü die Quali ä eine S udie maß-
geblich. Die Popula ion, au die die E gebnisse de S udie gene alisie we den soll, is die Gesam hei
alle Tu o *innen am KIT. Anhand de In o ma ionen de PEBA kann da on ausgegangen we den, dass
e was wenige als die Häl e de Popula ion die S ichp obe de o liegenden S udie da s ell . Dami
kann eine gu e Gene alisie ba kei de E gebnisse ü die Popula ion de Tu o *innen am KIT gewäh -
leis e we den. Es muss jedoch be ücksich ig we den, dass die Einsch änkungen hinsich lich de
in e nen Validi ä sich auch au die ex e ne Validi ä auswi ken. Übe das KIT hinaus sind die E gebnis-
se nich ü Tu o *innen an ande en Hochschulen ode Uni e si ä en gene alisie ba , da sich die Kon-
ex e und Tu o enp og amme ande e Hochschulen s e s oneinande un e scheiden.
Fü den o liegenden F agebogen können Sequenz- und Reihen olgee ek e nich ausgeschlossen
we den. Mögliche weise lei e en die Tu o *innen bei de Bea bei ung des F agebogens die Ähnlich-
kei on I ems au g und on äumlich nahen G uppie ungen ab, was zu eine sys ema ischen Ve ze -
ung de E gebnisse üh en wü de (Faulbaum e al., 2009). Diese Einsch änkung wu de im Hinblick au
den Vo eil de ein ache en und schnelle en Bean wo ung akzep ie . Eine Möglichkei , um kün ig
Sequenz- und Reihen olgee ek e wei gehend ausschließen zu können und o zdem eine möglichs
ein ache Bean wo ung zu gewäh leis en, wä e die andomisie e Va ia ion de Reihen olge de Sub-
skalen, sowie die andomisie e Va ia ion de I ems in den Subskalen (Kallus, 2010). Zu wei e en
A bei mi dem F agebogen gil es da übe hinaus anzume ken, dass säm liche Be echnungen au de
Annahme be uhen, dass die ad e bialen Modi ika o en au ein den Ve häl nissen en sp echendes
nume isches Rela i ück üh ba sind (Bo z & Dö ing, 2006). Ob diese anhand de Skala angenommen
P opo ionen au die Ni eaus u en nach D ey us und D ey us (1987) übe agba sind, gil es k i isch
zu hin e agen.
Mi eine Ausnahme wiesen die I ems Schwie igkei sindizes im gewünsch en, mi le en Be eich au .
Nu ü das I em „…wenn Sie ü jedes Tu o ium die passende Me hode wählen sollen“ is die Zu-
s immungs a e au ällig ge ing. Augenscheinlich s ell dieses I em ü die Tu o *innen eine besonde e
He aus o de ung da . Die ge inge I emschwie igkei könn e also sowohl au mangelndes syn ak i-
sches ode inhal liches Ve s ändnis des I ems als auch au die eale Schwie igkei bei de Me hoden-
wahl zu ückge üh we den.
Rüdige Rhein & Tanja K use
94
Bezogen au einzelne Le nsi ua ionen im S udium is un e ande em on Bedeu ung,
• welche de in o angegangenen Lebensphasen e wo benen Fähigkei en, Fe igkei en, Eigen-
scha en, Hal ungen und Wissensbes ände ü die S udie enden in ih em S udium hil eich sind,
• welche Rolle o melle und welche Rolle in o melle Le np ozesse spielen,
• ob und un e welchen Bedingungen
• die Gegens ände des S udiums und die cu icula ges ell en A bei sau gaben und P oblems el-
lungen on den Le nenden als ele an e ach e we den (können),
• die zu bea bei enden Au gaben und P oblems ellungen zu den Zielen, zu den We en und zu
Lebenswi klichkei de S udie enden passen,
• die E ah ungen, die im Zuge on Au gabenbea bei ungen und P oblemlösungsp ozessen ge-
wonnen wu den, du ch die S udie enden sys ema isie und e klä end- e s ehend eingeo dne
we den (können).
Konk e heiß dies:
• Welche Mo i e, und welche Bedü nisse haben die (zumeis ) jungen Menschen, die an die Uni e -
si ä kommen?
• Welche achlichen, in ellek uellen und pe sönlichen An o de ungen müssen sie wäh end ih es
S udiums (zu Beginn, im wei e en Ve lau und zum Ende) bewäl igen?
• Wie geling es den S udie enden, sich ih S udien ach zu e schließen? Welche Wege gehen sie
dabei?
• Welche (Le n-)Gelegenhei en nu zen sie au welche Weise?
• Inwie e n beein lussen biog aphische ode ande e lebenswel liche E ah ungen das S udium?
• Welche Bedeu ung ha das S udium als biog aphische Lebensphase ü die S udie enden? Und
wie ges al en sie diese Lebensphase?
Le nen an de Hochschule
95
2 Me hodisches: S udie ende be agen
Das skizzie e E kenn nisin e esse an de Bese zung hochschulische Le n- und Bildungs äume du ch
S udie ende läss sich o schungsme hodisch du ch Be agungen ealisie en. Die Be agung on
S udie enden s eh dabei im Kon as zu Be agung on Absol en *innen und on Dozen *innen,
und sie s eh im Kon as zu Beobach ung on Leh e ans al ungsin e ak ionen.1
Bedeu sam is die Un e scheidung zwischen desk ip i objek wel lichen Da en, übe die die Be ag en
Auskun geben können, subjek i en Bewe ungen on objek wel lichen Sach e hal en, die eben alls
mani es a ikulie ba sind, und de Rekons uk ion on la en en Sinns uk u en, die eine wi klich-
kei swissenscha lichen He meneu ik (We ne 2006, S. 60) beda :2
He meneu ische Konzep ionen s ehen dabei „in Di e enz zu s anda disie enden, subsumie enden
und quan i izie enden Fo schungsme hoden. Gegenübe diesen Me hoden, die bes eb sind, soziale
Ta sachen ding es zu machen, ih Vo kommen zu messen, Häu igkei en und Wah scheinlichkei en
ih es Zusammenhangs zahlen ö mig angeben zu können, um so schließlich den Gese zmäßigkei en
soziale Ta sachen au die Spu zu kommen, is he meneu ische E o schung de sozialen Wel da au
ge ich e , de en Phänomene und Sach e hal e zu e s ehen. Sie such nich nach kausaladäqua en,
sonde n nach sinnadäqua en Modellen des sozialen Geschehens. [Zu den Beg i en de Sinn- und
Kausaladäquanz: M. Webe , Wi scha und Gesellscha . Tübingen 1980 (1922), S. 5].“ (We ne 2006,
S. 81; He o h. im O ig.).
Fo schungsme hodisch bedeu e dies, dass S udie ende nich als Me kmals äge au zu assen sind,
die als Fo schungsobjek e ka ego isie we den, und auch nich als Da en äge angesehen we den,
die In o ma ionen übe in e essie ende Sach e hal e p eisgeben, sonde n als Pe sonen3, die E zäh-
lungen übe lebenswel liche und biog aphische E ah ungen gene ie en können, in denen sich pe -
sonales E leben und spezi ische Sinnho izon e a ikulie en – e olg wi d also ein subjek wissen-
scha liches E kenn nisin e esse.4
1 Wie In e ak ionen in Leh e ans al ungen e lau en, inwie e n sie sich beispielsweise als Expe en-No izen-
Kommunika ion a ikulie en ode wie sich ein wissenscha liche Disku s im S udium da s ell (so e n e p og amma isch
anges eb und e wa e wi d), ließe sich nu du ch Beobach ung on Leh e ans al ungsin e ak ionen ekons uie en.
2 Me hodologisch bedeu sam is also die Un e scheidung zwischen mani es en Äuße ungsinhal en und la en en
Sinns uk u en, die sich in den Äuße ungen a ikulie en, abe im Zuge de In e p e a ion de In e iewp o okolle e s
ekons uie we den müssen. Die Auswe ung de In e iews kann dahe nich lediglich inhal sanaly isch e olgen.
3 De Beg i „Pe son“ is hie als Te minus gemein : „Gemäß de (...) De ini ion on John Locke (An Essay Conce ning Human
Unde s anding 21694, 2. Buch, Kap. xx ii, § 9) sind Pe sonen e nün ige Indi iduen, die u. a. übe Selbs bewuss sein und
E inne ungen e ügen“. (Spi zley, 2009, S. 194).
4 Vgl. zu „Subjek wissenscha “ Allespach & Held, 2015. Die Un e suchungen übe hochschulisches Le nen schließen
pa adigma isch an subjek wissenscha liche Le n heo ien (Ludwig, 1999) und an die k i isch-p agma is ische Le n heo ie
sensu Fauls ich (2003; 2013) an.
Rüdige Rhein & Tanja K use
96
Die Un e suchung s uden ischen Le nens is dami eine F ages ellung bildungswissenscha liche
Hochschul o schung.5 Diese muss sich nich da au besch änken, hochschulisches Leh en und Le nen
sys ema isch zu besch eiben und zu bilanzie en ode E ek e s uk u elle ode anlassbezogene
In e en ionen zu e aluie en; sie kann auch au ein g undlegendes heo e isches, dabei empi isch
geg ünde es (hie : wi klichkei swissenscha lich he meneu isches) Ve s ehen s udie enden Le nens
zielen und zu ekons uie en e suchen, inwie e n sich dieses dann auch als Kompe enzen wicklung
ode als Bildungsp ozess ausweisen läss .
3 Exku s: Le nen – Kompe enzen – Bildung
Bildungswissenscha lich in e essie das „we dende Ve häl nis on Sache, Wissen und Subjek “ (Eu-
le , 2015, S. 23),6 das analy isch in den Beg i en Le nen, Quali ika ion, Kompe enzen wicklung und
Bildung e ass we den kann – wohl wissend, dass dami zwa nich au objek i s eng de inie e
Sach e hal e e e ie , sonde n pe spek i isch Bezug genommen wi d au einen g undlegenden
Ums and menschliche Exis enz, nämlich au le nende Aneignungen und e ah ungsbasie e Bewäl i-
gungen on An o de ungen in de Mensch-in-Wel -Rela ion.7
Die basale Einhei Le nen e äh du ch die eils mi einande koagie enden, eils mi einande konku -
ie enden Beg i e Quali ika ion, Kompe enz ode Bildung eine spezi ische Dimensionie ung, indem
diese Beg i e au jeweils bes imm e Aspek e des Le nens und des e ah ungsbasie en Handelns
okussie en.8
Mi dem Ziel eine explizi pädagogischen E assung des Phänomens Le nen o mulie en Göhlich &
Zi as (2007, S. 17) olgenden A bei sbeg i : „Le nen bezeichne die Ve ände ungen on Selbs - und
Wel e häl nissen sowie on Ve häl nissen zu ande en, die nich au g und on angebo enen Disposi-
5 Bildungswissenscha liche Hochschul o schung a ikulie sich alle dings in zwei Pe spek i ie ungen: Sie is en wede als
bildungswissenscha liche Hochschul o schung eine Spezi ika ion on Hochschul o schung – aus diese Pe spek i e
in e essie en Hochschulen dann als Bildungsein ich ungen (und nich in ande e Hinsich ), sie is abe auch als
bildungswissenscha liche Hochschul o schung eine Spezi ika ion de Bildungswissenscha – aus diese Pe spek i e
in e essie en dann Hochschulen (und nich ande e Ins i u ionen) als Bildungsein ich ungen.
6 Le ngegens ände sind in de Regel nich pe se Le ngegens and, sonde n Elemen e eine o gängigen P axis, wobei un e
P axis menschliche Lebens ä igkei im Allgemeinen, als ä ige Umgang bzw. als ä ige Auseinande se zung des Menschen
mi de ihn umgebenden Wi klichkei und mi sich selbs e s anden we den soll (Demme ling, 1995). Die Elemen e
o gängige P axis we den jedoch zu Le ngegens änden in de Le nsi ua ion, also in demjenigen Tä igkei s ollzug, in dem
sie le nend bea bei e we den. Dabei sind in die jeweiligen Le ngegens ände und dami in die Le ninhal e imme schon
un e schiedliche Aneignungsno wendigkei en eingelage , die aus de jenigen P axis he üh en, de die Le ngegens ände
en s ammen. Fe ne is le nende Aneignung imme eingebe e in biog aphische und sozial-kul u elle
Aneignungssi ua ionen, in denen sich Le nende ak uell be inden und die ihnen ih Le nhandeln au je spezi isch g aduie e
Weise als bedeu sam bzw. nich bedeu sam e scheinen lassen. Un e suchungen des Le nens müssen also die Eigen-
S uk u en de Le ngegens ände e anschlagen, und sie müssen danach agen, au welche Weise sich
Aneignungshandeln als subjekbezogen bedeu sam a ikulie . Ve anschlag we den e ne Ideen e s ehenso ien ie -
k i ische Ansä ze aus de schulischen Un e ich s o schung (G uschka, 2009; Eule , 2013, 2015). Zwa beziehen sich diese
Ansä ze au schulisches Le nen (bei Eule explizi au na u wissenscha lichen Un e ich – un e Rückbindung an Ma in
Wagenschein), den Un e suchungen zum hochschulischen Le nen lieg abe die Annahme zug unde, dass die These de
No wendigkei eines e s ehenden und gene ischen Zugangs zu wissenscha lichem Wissen nich nu ü schulisches
Le nen und nich nu ü Na u wissenscha en, sonde n auch im S udium und ü säm liche Disziplinen Gül igkei
beansp uchen kann. Vgl. zu Ve s ehensp ozessen on Wissenscha auch Pace & Middendo , 2004.
7 Unbe ücksich ig bleiben an diese S elle pa adigma ische Aspek e, die sowohl die Abg enzung diese Beg i e
un e einande be e en als auch die Au assungen zu ih e adäqua en Auslegung.
8 Vgl. zum Folgenden Rhein, 2016a, S. 66 .
Le nen an de Hochschule
97
ionen, sonde n au g und on zumindes basal e lek ie en E ah ungen e olgen und die als dem-
en sp echend beg ündba e Ve ände ungen on Handlungs- und Ve hal ensmöglichkei en, on Deu-
ungs- und In e p e a ionsmus e n und on Geschmacks- und We s uk u en om Le nenden in
seine leiblichen Gesam hei e lebba sind; ku z gesag : Le nen is die e ah ungs e lexi e, au den
Le nenden sich auswi kende Gewinnung on spezi ischem Wissen und Können.“
De Beg i de Quali ika ion p ämie die Be ähigung ü ein konk e de inie es Handlungs eld mi
si ua i spezi izie en An o de ungen, au die de Le nende o be ei e wi d.
Mi dem Kompe enzbeg i wi d die Disposi ion des Einzelnen p ämie , „die es ihm e olg eich mög-
lich mach[ ], si ua ions- und kon ex adäqua eine bes imm e Tä igkei un e Einbeziehung kogni i e ,
oli i e , emo ionale und soziale Fähigkei en e olg eich auszu üh en“ (Wild eue , 2011, S. 1796) –
und zwa auch dann, wenn diese Si ua ion neu is und o he nich ausd ücklich bes immba e An o -
de ungen s ell . Es gehö zu heo e ischen Ke nidee des Kompe enzbeg i es, das spezielle Zusam-
menspiel on Wissen, Fähigkei en, Fe igkei en, pe sonalen Eigenscha en, E ah ungen und Mo i -
s uk u en konzep uell zu e assen, denn es is das gegensei ige Ve wiesensein diese Komponen en
au einande und die esul ie ende Ganzhei lichkei , die eine Kompe enz e s ausmachen.
De Bildungsbeg i p ämie die Pe son des Le nenden und seine Fähigkei zu selbs e lexi en, e -
s ehenden und e an wo lich in e essengelei e en Bezugnahme au seine exis en ielle Ve wobenhei
in diejenigen Sach e hal e, die on jeweils indi iduelle ode kollek i e Bedeu samkei sind – Bildung
e e ie in diese Weise au subjek i bedeu same Le np ozesse und de en E gebnisse. Diese subjek-
i e Bedeu samkei de Le np ozesse kann sich in asubjek i (Bildung als expansi es Le nen), in-
e subjek i (Bildung als Anschluss an kul u elle Objek i a ionen und an das kul u elle Gedäch nis)
ode anssubjek i (Bildung als A ikula ion on Ane kennungssensi i i ä ) ausd ücken.
Bildung is ein spezi isches E gebnis on Le nen, so e n sich hie
a) die Le nenden in einem In e ak ionskon ex ding-, sozial- und ideenwel liche Sach e hal e im
Zuge eine handelnden und e lek ie enden Auseinande se zung zu eigen machen (es geh bei
Bildung um Aneignung – in Abg enzung zu ex e n induzie e Ve ände ung on Ve hal enspo en-
ialen ode Kenn nisbes änden),
b) die Le nenden solche Sach e hal e aneignen, die einem o gängigen sozial-kul u ellen Kon ex
en s ammen, in dem sie eine spezi ische Bedeu samkei besi zen, an die die Le nenden anschlie-
ßen können (Bildung is also kein solipsis ische P ozess, sonde n die E schließung on Sozial- und
Umwel , mi de au sinnha e Weise in e agie we den kann),
c) die indi iduellen Selbs -, Wel - und Sozial e häl nisse du ch diese Aneignung im Sinne eines
„ e ie en“ Ve s ändnisses e ände n,9 wobei sich die Quali ä diese Ve ände ungen an den als
gül ig ane kennba en Rech e igungsk i e ien ( ü E kenn nis, Mo al usw.) messen lassen muss.
9 Vgl. dazu auch Bi ne (2009, S. 19): „Ve s ehen is : quali a i besse e E kenn nis on e was haben ode e eichen.“
Rüdige Rhein & Tanja K use
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Als kons i u i ü die beg i liche Fassung des Phänomens Bildung kann e ne eine spezi ische Moda-
li ä des Wel e häl nisses gel en, die sich im Beg i de Ane kennungssensi i i ä ausd ücken läss .10
De Bildungsbeg i is in diesem Sinne eine A ikula ions o m ü die Sinnha igkei e ände e
Selbs -, Wel - und Sozial e häl nisse aus de E s e-Pe son-Pe spek i e. Zwa bleib de Bildungsbeg i
ü empi ische Un e suchungen aus de objek i -beobach enden D i e-Pe son-Pe spek i e schlech
ope a ionalisie ba , das du ch ihn p ädizie e Phänomen is abe in e subjek i quali a i ekons u-
ie ba , na a i kommunizie ba und pe o ma i wi ksam.
4 Eckda en de Be agungen
Die olgenden Aus üh ungen g ünden au explo ie enden S udien zu indi iduellen Le n- und Kom-
pe enzen wicklung im S udium. In okussie en Einzelin e iews (ca. 1-s ündig) und G uppendiskus-
sionen (ca. 2-s ündig) mi S udie enden wu den explo ie ende, o ene F agen ges ell zum S udien-
ach und zu S udien achwahl, zu bishe igen zen alen E ah ungen und zu als bedeu sam e leb en
An o de ungen im S udium, zu Einschä zung e schiedene Leh - und Le nkon ex e (Vo lesungen,
Übungen, pee -g oups, P ak ika usw.), zu selbs e leb en Le n- und Kompe enzen wicklung und zu
lebenswel lichen Kon ex en.11
Be ag wu den bishe S udie ende aus den Fäche n A chi ek u (1 G uppendiskussion / Bachelo -
S udiengang, 7 Einzelin e iews / Mas e s udiengang), Geodäsie (9 Einzelin e iews / Bachelo - und
Mas e s udiengang), Maschinenbau (2 G uppendiskussionen / Diplom- und Mas e s udiengang),
Elek o echnik (5 Einzelin e iews / Bachelo - und Mas e -S udiengang) und Leh am an Gymnasien
(6 Einzelin e iews / Mas e -S udiengang) sowie S udie ende de Ingenieu wissenscha en aus einem
s udiengangsübe g ei enden Schlüsselkompe enzangebo zu Du ch üh ung eines s uden ischen
P ojek es (4 Einzelin e iews / Bachelo - und Mas e s udiengang).
Die Auswe ung de In e iews e olg e in he meneu isch-explika i en Ve dich ungssch i en: Zu-
nächs wu den die Äuße ungen pa aph asie und hema isch e o e . Anschließend wu den heo e-
ische Deu ungsho izon e e anschlag , o denen die Äuße ungen in e p e ie we den konn en
10 Vgl. zu Ane kennungssensi i i ä Honne h 2005, de den Beg i (bzw. das sozialphilosophisch diagnos izie ba e
Phänomen) de „Ve dinglichung“ mi hil e des Konzep es de „Ane kennung“ e o mulie . Un e Ane kennung e s eh
Honne h (2005, S. 41 .) eine spezi ische „u sp üngliche Fo m de Wel bezogenhei (…); dami soll (...) o läu ig nu de
Ums and he o gehoben we den, dass wi uns in unse em Handeln o gängig nich in de a ek i neu alisie en Hal ung
des E kennens au die Wel beziehen, sonde n in de exis en iell du ch ä b en, be ü wo enden Eins ellung des
Bekümme ns: Wi äumen den Gegebenhei en de uns umgebenden Wel zunächs s e s einen Eigenwe ein, de uns um
unse Ve häl nis mi ihnen beso g sein läss . […] Eine ane kennende Hal ung is mi hin Ausd uck de Wü digung de
quali a i en Bedeu ung, die ande e Pe sonen ode Dinge ü unse en Daseins ollzug besi zen.“ Honne h (2005, S. 67 .)
iden i izie „zwei Pole“ in den Modi de Beziehung (a.) zwischen den Einzelnen und ih e Sozialwel (also ih en
Ve häl nissen zu ande en), (b.) zwischen den Einzelnen und ih e physischen Umwel und (c.) de Einzelnen zu sich selbs :
„Den ane kennungssensi i en Fo men des E kennens au de einen Sei e s ehen solche Fo men des E kennens au de
ande en Sei e gegenübe , in denen das Gespü ü ih e He kun aus de o gängigen Ane kennung e lo engegangen is .
[…] Eine solche Fo m de ‚Ane kennungs e gessenhei ‘ können wi (…) ‚Ve dinglichung‘ nennen; gemein is dami
mi hin de P ozess, du ch den in unse em Wissen um ande e Menschen und im E kennen on ihnen das Bewuss sein
e lo en geh , in welchem Maß sich beides ih e o gängigen An eilnahme und Ane kennung e dank .“ Honne hs
Au assung wei e denkend ließe sich un e Bildung genau diejenige (le nende) Aneignung on Wel e s ehen, die sich
ane kennungssensi i und ge ade nich ane kennungs e gessen ollzieh .
11 Vgl. exempla isch zum S udien ach Geodäsie K use & Rhein, 2011.
Le nen an de Hochschule
99
(gemäß de he meneu ischen G und igu , e was als e was zu e s ehen), wobei insbesonde e au
Aspek e des achlichen Ve s ehens, de Einsozialisa ion in disziplinbezogene Handlungslogiken und
de A ikula ion on Sinnzusch eibungen okussie wu de: Übe welches Wissen, welches Können
und welches Handeln wi d gesp ochen? Wo übe wi d e lek ie , und wo übe wi d wie geu eil ?
Welche Deu ungsho izon e lassen sich he anziehen, o denen diese Äuße ungen – als was? – e -
s anden we den können? In einem d i en Sch i wu den ausgewähl e Passagen mi hil e de In e -
p e a ions echnik de Objek i en He meneu ik eine Feinanalyse un e zogen.
5 Einsich en: Theo e ische Explika ionen au empi ische
G undlage
Dem me hodologischen Ansa z en sp echend we den du ch die In e iews mi S udie enden keine
Da en gewonnen, mi denen sich e allgemeine ba e Aussagen übe objek wel liche Sach e hal e
beg ünden ließen. Einsich gewinnen läss sich empi isch au diese Weise lediglich in indi iduelle
Falls uk u en.
Basie end au diesen empi ischen Einzel-E gebnissen de Be agungen lassen sich abe s uk u elle
Aussagen übe ein akademisches S udium ablei en. Diese Ablei ung e olg jedoch nich induk i
e allgemeine nd, sonde n abduk i . Inso e n handel es sich nich um eine Ablei ung in logischem
Sinne (die nu als deduk i e möglich wä e und auch au die induk i e Ablei ung nich zu ä e). Im
E gebnis lieg dann ein abs ak es Modell on S udium bzw. on s udie endem Le nen o , das ein
ma e ial-analy isches Ve s ändnis on hochschulischem Le nen e ö ne , indem es immanen e Bedeu-
ungsho izon e explizie (en sp echend de anges eb en Sinnadäquanz).12 Dies bedeu e eben alls,
dass au die eingangs o mulie en F agen nich konk e is isch nach An wo en gesuch wi d, sonde n
s uk u ell.
5.1 An o de ungen im S udium
S udie en is ein Le np ozess, de sich an de Eigenlogik seines Gegens andes – Wissenscha – o ien-
ie en muss.
Wissenscha zu be eiben bedeu e nich , lediglich Kenn nisse zu sammeln. Wissenscha is eine
soziale P axis des me hodologisch e lek ie en Ve nun geb auchs zu E kenn niszwecken (unbescha-
de wei e e Zwecke), also zu E zeugung me hodisch gewonnenen, dabei gleichwohl po en iell
o läu igen Wissens.
12 Hie we den also zwei Di e enzlinien un e schieden, nämlich singulä s. allgemein und konk e s. abs ak . Die
E gebnisse de In e iews liegen als konk e e Einzel älle o , die nich als Einzel älle e allgemeine , wohl abe als
Konk e ionen abs ahie we den. Vgl. zum on ologischen Hin e g und diese Un e scheidung auch Rapp, 2016, S. 46: „Es
schein sinn oll, mi abs ak en En i ä en zu echnen, die nich uni e sal sind und zumindes einige Konzep ionen on
Uni e salien behandeln diese wie konk e e, nich wie abs ak e En i ä en. Man kann dahe die Exis enz on Uni e salien
annehmen und die on Abs ak a negie en ode umgekeh die Exis enz on Uni e salien bes ei en und die on Abs ak a
zulassen.“
Rüdige Rhein & Tanja K use
100
S udie en bedeu e ideale weise, den Eigen-Sinn on Wissenscha als besonde e P axis zu e s ehen
und sich die du ch die jeweiligen Fachwissenscha en a ikulie en bzw. e ö ne en Wissens- und
Könnenso dnungen anzueignen, also Ve wendungs- und Anschlussop ionen ü e le n es Wissen und
Können zu inden, eigene F ages ellungen und E kenn nisin e essen zu en wickeln, sich Teilhabeop i-
onen an P axis elde n13 zu e a bei en und in diesen Felde n handlungs ähig zu we den.
Hochschulbildung a ikulie sich dann in eine je spezi ischen, dabei s e s kon ingen en und poly-
mo phen Koppelung zwischen Wissenscha als Wissensp oduk ion eine sei s und S udium als Wis-
senscha s ezep ion im Modus de E schließung on Sinn- und Handlungs essou cen ande e sei s.
De ac o zeichne sich S udie en jedoch du ch die Ve anschlagung on (zunächs ) idiosynk a ischen
Deu ungen und In e p e a ionsho izon en im Hinblick au die An o de ungen an die le nende Be-
schä igung mi Wissenscha aus.
Die He aus o de ung des S udie ens bes eh da in, den inhä en en objek i en Sinn de P axis Wissen-
scha zu e schließen und als spezi isch bedeu sam zu e ah en. Die Be agungen deu en da au hin,
dass diese P ozess dann gu gelingen kann, wenn die Leh enden die Sinnhal igkei , In en ionali ä
und G undidee des jeweiligen wissenscha lichen Handelns ausd ücklich e deu lichen (s a Wissen
in kanonisie e Fo m zu p äsen ie en), und wenn de E we b no wendigen disziplinbezogenen Wis-
sens und disziplinbezogene Fähigkei en und Fe igkei en in soziale Si ua ionen und in Tä igkei skon-
ex e eingebunden is , in denen wissenscha liches Handeln als ele an e P axis e lebba wi d.
De Wunsch nach P axis läss sich so auch in ielen Fällen e-in e p e ie en als Wunsch zu E schlie-
ßung on Sinn- und Handlungs essou cen, also: mi e wo benem Wissen ak i umgehen und dieses
gg . au e was anwenden zu können. Dabei kann mi diesen Anwendungsbezügen du chaus auch die
Teilhabe an Fo schungs- ode E alua ionsp ojek en gemein sein.
Fe ne bes ä ig sich in den Be agungen häu ig das Konzep de „ achkul u ellen Passung“, das alle -
dings o e s au eine la en en Sinns uk u ebene zu en decken is . „Die achkul u elle Passung
besch eib den G ad de Übe eins immung zwischen den biog aphisch e wo benen Disposi ionen,
Bewäl igungss a egien und Hal ungen eine S uden in ode eines S uden en und dem achspezi i-
schen Habi us de s uden ischen Fachkul u .“ (F iebe shäuse , 1992, S. 77; gl. auch F iebe shäuse ,
2006, S. 304).
Als pe sönliche Eigenscha en, die ü das S udium hil eich sind, we den (mi un e schiedliche Ge-
wich ung) egelmäßig genann : In e esse und Neugie de, Eh geiz, die Fähigkei zu Selbs o ganisa i-
on, kommunika i e Au geschlossenhei , Beha lichkei und Eigenini ia i e. Das S udium is eine Le-
benssi ua ion, die diese Eigenscha en e o de , wobei o en bleib , inwie e n diese e s im Ve lau
des S udiums en wickel wu den ode als pe sönliche Disposi ion in das S udium mi geb ach wu -
den.
13 Diese P axis elde können auch wissenscha liche Felde sein, z. B. Fo schungsp ojek e. P axis mein hie den Modus des
Tä ikgkei s ollzuges.
Le nen an de Hochschule
101
Die S udie enden en wickeln indi iduelle S a egien, sich in neue Themen einzua bei en, sich schwie-
igen Le ns o selbs ges eue anzueignen und dabei mi A bei sdich e und In o ma ions ülle umzu-
gehen und P io i ä en zu se zen. F aglich bleib , inwie e n diese S a egien schon klug gewähl sind
und ob eine sys ema ische Beglei ung hie un e s ü zend bzw. gegebenen alls auch ko ek i wi ken
könn e.
Beg i lich um ass Le nen Fähigkei en, P ozesse und E gebnisse. Wäh end die In e iews eine e lexi-
e Be ach ung on Le np ozessen und Le ne ah ungen ans eben, zeigen sich insbesonde e jünge e
S udie ende häu ig au die Bilanzie ung on bewäl ig em Le npensum okussie . Ih Zu ück-Denken
au ih s udie endes Le nen is in den ühen Phasen des S udiums zumeis du ch die Benennung de
Aneignung achliche Inhal e bes imm . Eine e lexi e, gegebenen alls auch k i ische Be ach ung de
eigenen Le nwege inde zunächs ehe sel en s a , und die Besch eibung de P ozesse de Au ga-
benbea bei ung e olg meis dokumen a isch-be ich end und wenige e lexi ode le n heo e isch
in o mie .14
Im Kon ex de In e iews benö igen die S udie enden wiede hol e schiedene Impulse ( lexible
In e iew üh ung), um eine Me aebene einnehmen zu können. Häu ig äuße n sie dann, dass sie im
Rahmen des In e iews E kenn nisse übe sich selbs gewinnen konn en.
Wissenscha is eine besonde e P axis des Beobach ens, des Analysie ens, Beu eilens und Re lek ie-
ens, des Gewinnens on E kenn nissen und des En wickelns on Neuem. Da bei den e schiedenen
S udien äche n on jeweils cha ak e is ischen Konzep en, Me hoden, Techniken und He angehens-
weisen an P oblems ellungen auszugehen is , bedeu e S udie en insbesonde e, die ach ypischen
Konzep ualisie ungen und He angehensweisen an Au gabens ellungen und P oblemlösungen zu
e le nen.
Übliche weise s ehen den S udie enden abe keine Ka ego ien zu Ve ügung, du ch die sich die
P ozesse le nende Aneignung und inhal liche E schließung on Wissenscha me akogni i eino d-
nen ließen, wenngleich diese Aspek e s e s implizi benann we den:
• achliche Inhal e in ellek uell e s ehen und noch Un e s andenes bea bei en ode mi Kommili-
on*innen besp echen,
• achliche Inhal e disku si e ö e n, Rele anzs uk u en du ch il e n, Bedeu samkei e schließen,
Anschlussop ionen iden i izie en,
• Au gabens ellungen ou inie bea bei en le nen und dabei einschlägige Me hoden und Techni-
ken anwenden,
• lösungs- und e gebniso ien ie es A bei en an P oblems ellungen.
14 Selbs edend sind S udie ende keine Le n heo e ike . Nich sdes o o z wä e denkba (und gegebenen alls auch
e wa ba ), dass sie als Le nende übe p o unde Selbs le nkompe enzen e ügen, also auch übe ein Me awissen da übe ,
was es bedeu e , e was zu le nen, welche An o de ungen dabei zu bewäl igen sind und wie sich diese An o de ungen au
adäqua e Weise bea bei en lassen.
Rüdige Rhein & Tanja K use
102
Unabhängig on de achlichen Disziplin deu en die Be agungen da au hin, dass die S udie enden
im Lau e ih es S udiums bes imm e En wicklungsphasen du chlau en. Aus sachlogischen E wägun-
gen sind diese Ve lau sku en heo e isch e wa ba : Zu Beginn des S udiums müssen sich die S udie-
enden in de Hochschulwel , in de jeweiligen Fachkul u , im konk e en S udiengang mi seinem
Cu iculum und in de s uden ischen Le nkul u o ien ie en, und sie müssen e s ehen, was es im
Gegensa z zum schulischen Le nen heiß , an de Hochschule zu s udie en. Im Ve lau des S udiums
geh es da um, achliche und me hodische G undlagen zu e a bei en, Zusammenhänge und Sinnha -
igkei achliche F ages ellungen zu e kennen und einen disziplinä en Blick zu en wickeln. Auße dem
gewinnen wissenscha liches A bei en und Sch eiben an Bedeu ung wie auch das E kennen de eige-
nen Fachkompe enz und die En wicklung eigene F ages ellungen und Pe spek i en.
Empi isch e lau en diese P ozesse abe indi iduell un e schiedlich und nich imme linea . Auße -
dem zeigen sich in den Be agungen imme wiede Hinweise da au , dass gu be eu e Leh - und
S udienp ojek e die achliche En wicklung ö de n und dass disziplinübe g ei ende und auße uni e -
si ä e Au gabens ellungen den S udie enden e möglichen, neu und auch on außen au ih Fach zu
schauen und ih e eigenen Kompe enzen ande s einzuschä zen.15
Insgesam ließen im S udium o male und in o melle Le np ozesse zusammen; es is ih e Gesam -
kons ella ion, du ch die sich die spezi ische Le nhal igkei des S udiums en al e . Dabei inde das
Le nen on achlichen Aspek en zwa auch dominan im Zusammenhang mi o malen Le nsi ua io-
nen s a , dieses wi d abe bedeu sam e gänz du ch in o melle Le nkon ex e. Sozial- und Selbs kom-
pe enzen scheinen dagegen o allem in o mell e wo ben zu we den (dann jedoch häu ig uns uk u-
ie und unges eue ), wenngleich Angebo e zu Schlüsselkompe enzen hie auch o male Le nkon-
ex e anbie en.
5.2 Funk ionen des S udiums
Ziel des Hochschuls udiums is , die S udie enden zu Wah nehmung on Tä igkei en zu be ähigen,
die du ch Komplexi ä , O enhei de Ges al ung ode unspezi isch de inie e P oblems ellungen
gekennzeichne sind und dahe au heo e ische und me hodische Kompe enz be uhende Selbs -
s ändigkei und Ve an wo lichkei in de P oblemde ini ion und -lösung e langen.16
Abs ak is dies den S udie enden schon üh kla , konk e e ah ba wi d dies zumeis e s im Ve lau
des S udiums bzw. im Rückblick au das S udium aus eine e lek ie en Tä igkei sp axis he aus.
Gleichwohl läss sich in den In e iews bei o gesch i enem S udium eine zunehmende Sou e äni ä
im Umgang mi Le n- und S udieninhal en ablesen – insbesonde e imme dann, wenn es S udie en-
den geling , sich wissenscha liche F age- und P oblems ellungen zu eigen zu machen und den
15 Dies e schein nahezu i ial, gehö abe quasi du chgängig zu denjenigen An wo en, die au die F age nach zen alen
ode bedeu samen Le n- und S udiene ah ungen gegeben we den. So e n die T i iali ä de An wo nich au eine
T i iali ä de F age zu ückge üh we den muss, a ikulie sich hie die Einsich , dass das S udium nich lediglich ein
epis emisches P ojek , sonde n ein Le n aum is , de in gewisse Hinsich pädagogisch ges al e we den muss, und de ein
angemessenes Maß an un e schiedlichen An egungen be ei hal en soll e. Die Kuns bes eh jedoch da in, das ech e Maß
da ü zu inden: Ex pos läss sich leich bilanzie en, was gu wa , ex an e o auszusehen, was sich als gu e weisen wi d, is
dagegen wei aus schwie ige .
16 Dies is na ü lich eine p og amma ische und keine empi ische Aussage. Vgl. zu diese Zielbes immung auch die
Emp ehlungen des Wissenscha s a es zu Quali ä s e besse ung on Leh e und S udium. D s. 8639-08. Be lin 2008.
Le nen an de Hochschule
103
Sch i om ezep i en Le nen zum ak i en S udie en zu ollziehen – also nich nu Kenn nisse zu
e we ben, sonde n E kenn nisse zu gewinnen.17
Den S udie enden is nich nu die Auseinande se zung mi Wissenscha au gegeben, du ch das
S udium e ö nen sich auch Möglichkei sho izon e, on denen abe nich imme kla is , wo in genau
sie bes ehen könn en. Fü die S udie enden bedeu e dies, dass sie inne halb ih es S udienganges
In e essenschwe punk e iden i izie en und sich achlich spezi isch p o ilie en müssen.
Dabei is Wissenscha auch ein soziale O , an dem sich P ozesse de Inklusion und Exklusion ollzie-
hen. S udie ende sind in Bezug au diesen O No izen, in bes imm e Hinsich abe auch lediglich
Gäs e, die diesen O au absehba e Zei wiede e lassen we den.
Dies zeig sich empi isch in de A und Weise de pe o ma i en Bezugnahme au Wissenscha du ch
S udie ende: Sie müssen sich an wissenscha lichen S anda ds o ien ie en, können dies abe – als
No izen – noch nich imme au aus eichendem Ni eau (und sind dann explizi Le nende). Insbeson-
de e abe können sie, unabhängig on ih en Fähigkei en, im S a us des No izen und im S a us des
Gas es in Bezug au Wissenscha nich sozial adäqua als Mi glied eine communi y o p ac ice18
sp echen: Als No izen können sie noch nich den S a us eines oll ane kann en Mi gliedes eklamie-
en und sind au die Rolle des Aspi an en e wiesen, de sich zunächs bewäh en muss. Hinzu komm ,
dass sie in de Regel ohnehin nu Mi glied eine Le ngemeinscha sind, die sich gegenübe de scien-
i ic communi y im Hinblick au Thema isie ungsho izon e und Du chd ingungs ie en spezi isch un-
e scheide . Und als Gäs e können sie sozial adäqua nu als Mi glied eine Wissensgemeinscha
sp echen.19 In beiden Fällen müssen sich die S udie enden die Ve ügung übe wissenscha liches
Wissen an-maßen: Als No izen im p obeweisen und achlich wohlbeg enz en und als Gäs e im ge-
messenen und empo ä en Geb auch wissenscha liche Denk igu en. Diese An-Maßung zeig sich in
den P o okollen soziale Wi klichkei in spezi ische B üchigkei und in spezi ischen Dis anzma ke n in
de edenden Bezugnahme au Wissenscha und in de Ausges al ung de Rollen de Le nenden ode
de Disku s eilnehme *innen.
Bildungsbedeu sam is gleichwohl die F age, inwie e n es S udie enden dennoch geling , sich wissen-
scha liche F age- und P oblems ellungen au hen isch zu eigen zu machen, indem sie F ages ellun-
gen au g ei en ode en wickeln und eine wissenscha lichen Behandlung un e ziehen und dabei
achlich eüssie en können bzw. sich Tä igkei ss uk u en e schließen, in denen sie mi e wo benem
Wissen und e wo benen Fähigkei en kompe en A bei sau gaben und P obleme bea bei en können.
Die In e iews deu en da au hin, dass dies o allem dann geling , wenn die S udie enden du ch
Übe nahme geeigne e Rollen ode Funk ionen in wissenscha liche ode ande e achliche A bei szu-
sammenhänge eingebunden we den.
17 „Kenn nisse haben wi , wenn wi wissen, dass e was de Fall is , was e was is und wie es bescha en is . E kenn nisse
haben wi , wenn wi wissen, wa um e was de Fall is , weshalb es so ode so bescha en is und wenn wi e ne die
Kenn nis des ‚Wasseins’ zu deu lichem Bewuss sein geb ach haben.“ (Koch, 1991, S. 50).
18 Diese communi y o p ac ice kann auch eine Fo sche gemeinscha sein.
19 Un e schieden wi d hie also zwischen dem sozialen O in eine communi y o p ac ice und dem a opischen O de
Wissensgemeinscha [auch wenn es sich bei diesem Ausd uck um eine con adic io in adjec o handel ], die sozial nu
empo ä he ges ell we den kann und imme wiede neu (z. B. im Semina se ing) kons i uie we den muss. Die
empo ä e Ve gemeinscha ung e olg du ch die A ikula ion eine gemeinsam ge eil en Wissenso dnung und die
Ve p lich ung au gemeinsam ge eil e Disku s egeln, ohne dass sich dadu ch Rollen ode Funk ionen in eine sozialen
communi y o p ac ice ode eine scien i ic communi y kons i uie en wü den.
Rüdige Rhein & Tanja K use
110
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Teil II
En wicklung und Ges al ung on
Leh o ma en, -konzep en und -umgebungen
113
Implemen ie ung eine p ak ischen
P ü ung im na u wissenscha lichen
Labo
Konzep ionelle Ve ände ungen im
Leh am ss udium
Till B ucke mann, E a-Ma ia Ro laende & Ki s en Schlü e
Die hie besch iebene Un e suchung bezieh sich im Sinne des Schola ship o Teaching and Lea ning
beispielha au die En wicklung und Umse zung eine neuen P ü ungs o m zu Messung on Expe i-
men ie kompe enz an einem Ins i u de achbezogenen Leh am sausbildung. Am Ins i u ü Biolo-
giedidak ik de Ma hema isch-Na u wissenscha lichen Fakul ä de Uni e si ä zu Köln wu de im
Fach Biologie des Bachelo -S udiengangs Leh am ü Haup -, Real- und Gesam schulen mi dem
Somme semes e 2016 e s mals die Modulabschlussp ü ung in Fo m eine p ak isch-mündlichen
Kombina ionsp ü ung abgehal en. Die P ü ung schließ das Modul G undlagen de Biologie zu Beginn
des Leh am ss udiums ab. Dieses achwissenscha liche Modul um ass zu gleichen Teilen eine Vo le-
sung und ein P ak ikum (je 60 S unden Kon ak zei und 120 S unden Selbs s udium). Wäh end in de
Vo lesung Inhal swissen de Zellbiologie und Physiologie e mi el wi d, e olg im P ak ikum dessen
Anwendung. Im P ak ikum se z das Leh -Le n-Konzep zu Fö de ung expe imen elle Kompe enzen
au das Fo schende Le nen.1
1 Einlei ung
Inne halb de hochschuldidak ischen Fo schung bes eh ein b ei e Konsens da übe , dass un e
ande em T anspa enz on Le nzielen, E wa ungen, Ve läu en und Inhal en eine Leh e ans al ung
sowie die Ges al ung de inhal lichen, didak ischen, in e ak ionsbezogenen Mo i ie ung und das
mo i ie ende Leh e hal en des*de Leh enden einen e heblichen Ein luss au den Le n- und P ü-
ungse olg de S udie enden haben. Dies wi d da au zu ückge üh , dass ein Höchs maß an T anspa-
enz und Vo he sehba kei Selbs kon ollmechanismen e möglich , die jeglichen Fo men on Ängs-
en en gegenwi ken. Die S udie enden e langen Siche hei da übe , was on ihnen e wa e wi d und
was au sie zukomm . Sie wissen um die A und den Um ang des e o de lichen Wissens und de
e o de lichen Fähigkei en, die ein e olg eiches Bes ehen de P ü ung am Ende des Semes e s e -
möglichen we den.
1 Das P ü ungs o ma zum Modulabschluss wu de in Koope a ion mi dem Zen um ü Hochschuldidak ik (ZHD) de
Uni e si ä zu Köln und eine hochschuldidak ischen T aine in konzipie , die jah elange E ah ung in de Du ch üh ung
on T ainings zum Thema des kompe enzo ien ie en P ü ens und Bewe ens in de Hochschulleh e besi z und diese
T ainings sei Jah en au eibe u liche Basis auch am Zen um ü Hochschuldidak ik (ZHD) du ch üh .
Till B ucke mann, E a-Ma ia Ro laende & Ki s en Schlü e
114
Die Kenn nis da übe mach es ihnen möglich, sich im Lau e des Semes e s das E le nen diese Wis-
sensinhal e und Fähigkei en zei lich einzu eilen und sich nach einem eigenen Zei managemen au
die P ü ung o zube ei en.
De kon inuie liche Aus ausch zwischen S udie enden und Leh enden inne halb de Leh e ans al-
ung – bzw. hie de A bei im Labo – und die kon inuie liche Rückmeldung zum de zei igen Leis-
ungss and in Fo m on in o mellem ode o mellem Feedback, geben den S udie enden dabei no -
wendige und un e s ü zende Hinweise zu eigenen En wicklung. Diese Rückmeldungen ö de n eine
ealis ische Einschä zung du ch den Abgleich zwischen Selbs - und F emdwah nehmung sei ens de
S udie enden. Bei Ein üh ung eine neuen P ü ungs o m müssen sowohl die T anspa enz de Le nzie-
le und P ü ungsan o de ungen als auch die Ges al ung de Le nsi ua ion be ücksich ig we den.
Das Ziel diese Un e suchung is au zuklä en, inwie e n die Kommunika ion übe Le nziele und Un e -
s ü zungs o ma e zu P ü ungs o be ei ung in de Leh e ans al ung ü die S udie enden anspa-
en wa . De gewähl e Fo schungsansa z bezieh sich in diesem Sinne sowohl au die Ebene de
In e ak ion und Kommunika ion zwischen Leh enden und S udie enden als auch au die Ebene de
Ges al ung on Le n- und P ü ungssi ua ionen. Dabei lag ge ade auch ein Augenme k au de E alua-
ion de angebo enen Un e s ü zungshil en in Fo m on Ma e ial, das au de Le npla o m ILIAS
angebo en wu de, on Rückmeldung du ch die Leh pe son, sowie in Fo m de me hodisch-
didak ischen Ges al ung des Labo p ak ikums. Inwiewei haben diese Angebo e das Le nen de S u-
die enden, besonde s hinsich lich de En wicklung ih e Expe imen ie kompe enz ge ö de ? In Bezug
au die Ebene de S udiengänge und -p og amme is in diesem Zusammenhang die F age in e essan ,
ob ein kompe enzo ien ie es Leh en, Le nen und A bei en im Labo sowohl du ch das ausgewähl e
Se ing als auch du ch die neu einge üh e P ü ungs o m gelungen is . Le z endlich geh es im wei es-
en Sinne um die g undsä zliche F age, wie die Ausbildung und Fö de ung on Expe imen ie kompe-
enz bei den S udie enden im Rahmen ih es na u wissenscha lichen S udiums, das sich in die Leh -
o ma e Vo lesung, Semina und P ak ikum au gliede , möglich sein kann.
2 Theo e ische Fundie ung
Beobach en, Ve gleichen und Expe imen ie en können als g undlegende Me hoden de E kenn nis-
gewinnung in de Biologie au ge ass we den (Wellni z & Maye , 2013). Die Behe schung diese
Me hoden sowie das Wissen um ih e Einsa zbe eiche und G enzen sind Bes and eil eine elemen a en
na u wissenscha lichen G undbildung. Will man die Fähigkei , diese Me hoden auszu üh en, inne -
halb de Leh e einüben und spä e p ü en, is es on zen ale Bedeu ung, diese komplexen P ozesse
in Teil ähigkei en zu ope a ionalisie en.
Expe imen ie kompe enz
Wellni z und Maye (2013) schlagen da ü eine Di e enzie ung in p ozessbezogene Teilkompe enzen
– F ages ellung, Hypo hese, Un e suchungsdesign, Da enauswe ung – und me hodenbezogene
Teilkompe enzen – Beobach en, Ve gleichen, Expe imen ie en – o . Dabei e weisen sie da au , dass
de Beg i Expe imen häu ig seh undi e enzie als Vo gehensweise behandel wi d, mi de in allen
Implemen ie ung eine p ak ischen P ü ung im na u wissenscha lichen Labo
115
Na u wissenscha en ezep a ig F ages ellungen bea bei e und Lösungen ge unden we den kön-
nen.
Bishe wi d in den deu schen Bildungss anda ds nich s eng zwischen diesen Teilkompe enzen un-
e schieden, wäh end ame ikanische S anda ds wei aus di e enzie e sind und ach P ak iken (p ac-
ices) benennen: „asking ques ions“, „de eloping and using models“, „planning and ca ying ou in es i-
ga ions“, „analyzing and in e p e ing da a“, „using ma hema ics and compu a ional hinking“, „cons uc-
ing explana ions“, „engaging in a gumen om e idence“ und „ob aining, e alua ing, and communi-
ca ing in o ma ion“ (Na ional Resea ch Council, 2011, S. 3).
Hin e g und diese Konzep ion is die Au assung, dass na u wissenscha liche E kenn nisgewinnung
kein s ingen e P ozess is , sonde n ein i e a i e hypo he isch-deduk i e , de au iele e schiedene
Weisen e lau en und ges al e we den kann (Ha wood, 2004). Aus le n heo e ische Sich kann die-
se E kenn nisweg als ein komplexe P oblemlösungsp ozess besch ieben we den, de du ch g und-
legende P ozedu en cha ak e isie und du ch si ua ionsspezi ische und pe sonenbezogene Va iablen
beein luss wi d (Wellni z & Maye , 2013).
Dabei o ien ie en wi uns an dem Ansa z on Maye (2007), de den P ozess na u wissenscha liche
E kenn nisgewinnung als einen komplexen, kogni i en und wissensbasie en P oblemlösep ozess
ansieh . De E olg dieses P oblemlösep ozesses is on de Quali ä de P ozedu en (Me hoden),
Pe sonen- und Si ua ions a iablen abhängig (ebd.). Im Mi elpunk s ehen p ozedu ales Wissen sowie
manuelle Fähigkei en. Um p ozedu ales Wissen messba und bewe ba zu machen, müssen die
einzelnen Teilkompe enzen de Expe imen ie kompe enz ope a ionalisie we den, dami diese be-
obach ba und dokumen ie ba im P ü ungsp ozess sind. Es exis ie en un e schiedliche Konzep io-
nen, welche sogenann en skills un e de Expe imen ie kompe enz subsummie we den können. In
Anknüp ung an Weine (2001) können die in ellek uellen Fähigkei en zu Handlungs egula ion beim
na u wissenscha lichen A bei en als inqui y skills bezeichne und den sensomo o ischen Fähigkei en
(nich in Abb. 1 en hal en) als manual skills gegenübe ges ell we den (Meie & Maye , 2012).
Abbildung 1: Modell wissenscha liches Denken (Maye , 2007; e ände nach A nold, 2015; Meie & Maye , 2012).
Till B ucke mann, E a-Ma ia Ro laende & Ki s en Schlü e
116
Hin üh ung zu den F ages ellungen
Die Implemen ie ung eine neuen P ü ungs o m zum Modulabschluss e o de zunächs eine kon-
zep ionelle und anschließend eine umse zungsbezogene Fo schungspe spek i e (Ein eilung in Scha-
pe , 2014). Es we den sowohl heo e ische G undlagen de P ü ung als auch die Umse zung de P ü-
ung un e such . Nach Schape (ebd.) we den aus konzep ionelle Pe spek i e heo e ische Übe le-
gungen und Zugänge, die eine bes imm en hochschuldidak ischen Konzep ion zug unde liegen,
he ausgea bei e . Auße dem wi d un e such , inwie e n die Implemen a ion on de Konzep ion
abhäng . Im o liegenden Fall e olg de konzep ionelle Zugang zu P ü ungs o m übe das Kon-
s uk de Expe imen ie kompe enz. Expe imen ie kompe enz is du ch die Labo p ak ika ü die
S udie enden e le nba und soll du ch die mündlich-p ak ische Kombina ionsp ü ung messba we -
den. Die E assung de Expe imen ie kompe enz s ell ü na u wissenscha liche S udiengänge ein
zen ales Elemen da . Inne halb de o gesch iebenen Labo p ak ika sollen die S udie enden sowohl
das in den Vo lesungen und Semina en heo e isch e wo bene Wissen au na u wissenscha liche
F ages ellungen anwenden als auch einen siche en Umgang mi Labo ma e ialien und -ge ä en e le -
nen. Die P ü ungs o ma e inne halb de na u wissenscha lichen S udiengänge an de Uni e si ä zu
Köln sahen jedoch bishe keine P ü ung in Bezug au diese p ak ischen Fähigkei en und Fe igkei en
o . Es exis ie en da übe hinaus auch keine hochschuldidak ischen Konzep e ü dieses P ü ungs-
o ma sowie zu Leh e im Labo , sodass den Dozie enden, welche die P ak ika be euen, eine undie -
e me hodisch-didak ische Vo be ei ung au diese Tä igkei ehl . Die En wicklung eine p ak ischen
P ü ung im Bachelo s udiengang Biologie ü das Leh am kann in diesem Zusammenhang als eine
Pionie a bei angesehen we den, die beispielha ü wei e e S udiengänge sein kann.
Ausgehend on de heo e ischen Fundie ung de Expe imen ie kompe enz, die de Leh am sausbil-
dung am Ins i u ü Biologiedidak ik zug unde geleg is (B ucke mann e al., 2015; Ins i u ü Biolo-
giedidak ik, 2015), wu de eine p ak isch-mündliche Kombina ionsp ü ung en wickel und umgese z .
De P ozess de P ü ungsen wicklung und -umse zung wa du ch zwei F agekomplexe gelei e , wel-
che (1) die me hodisch-didak ische Ges al ung de Leh e im Labo und (2) die Umse zung de P ü ung
be a en.
Ein Wechsel de P ü ungs o m e o de auch Ve ände ungen in de me hodisch-didak ischen Ges al-
ung de Leh e, da de P ü ungsgegens and on de Leh e und den esul ie enden Le np ozessen
beein luss wi d. Dahe soll e geklä we den, welche Maßnahmen die Aus ich ung de Leh e an den
P ü ungsan o de ungen ö de n. Diese F ages ellungen bzw. Ve ände ungen, die in Folge de Imple-
men ie ung des neuen P ü ungs o ma es no wendig wu den, be üh en die me hodisch-didak ische
Ges al ung de Leh e im Labo sowie de en Vo - und Nachbe ei ung in Fo m de Selbs le nzei de
S udie enden. Da übe hinaus nehmen diese Ve ände ungen des P ü ungs o ma s sowohl Ein luss au
das Rollen e s ändnis des*de Leh enden als auch alle s uden ischen und wissenscha lichen Hil s-
k ä e im Labo .
Implemen ie ung eine p ak ischen P ü ung im na u wissenscha lichen Labo
117
F agen:
• Wie kann die Leh e im Labo kompe enzo ien ie ausge ich e we den, sodass die S udie enden
die Möglichkei e hal en, die on ihnen zu e we bende Expe imen ie kompe enz auszubilden?
• Welche Au gaben und Ve an wo ungsbe eiche allen de Leh pe son und ih en Assis en *innen
zu?
• Welche Fo men de Un e s ü zungsangebo e sind ü die eigens ändige A bei de S udie enden
ö de lich?
• Welche Konsequenzen haben diese Ve ände ungen hinsich lich de Kommunika ion und In e ak-
ion im Labo ? (Wann gehen die Assis en *innen mi den S udie enden ins Gesp äch? Wi d on
sich aus gelob ode ko igie ode nu au Nach age de S udie enden hin? Wann müssen die
Assis en *innen auch unge ag eing ei en?)
Neben diesen F agen zu Abs immung on Leh e und P ü ung bleib o en, wie die Umse zung de
P ü ung du ch die S udie enden wah genommen wi d. Zen al sind an diese S elle die Kommunika-
ion übe die An o de ungen de neuen P ü ungs o m und die Un e s ü zung bzw. Ak i ie ung de
S udie enden zum E we b de e o de lichen Kompe enzen, die in de P ü ung abgebilde we den.
Aus umse zungsbezogene Fo schungspe spek i e soll geklä we den, in welche Weise die P ü ung
implemen ie wu de. Hie sind ie F ageblöcke zu un e scheiden, die klä en sollen, inwie e n (1) den
S udie enden die Le nziele anspa en wa en, (2) die S udie enden ak i ie und un e s ü z wu den,
(3) die P ü ungsan o de ungen als angemessen und (4) de Nu zen zu Wei e en wicklung wah ge-
nommen wu den. Im Folgenden we den die F agen nochmals au ge üh und nähe e läu e .
T anspa enz und Kommunika ion de P ü ungsan o de ung (Be agung 1 Skala 1a)
Neben de En wicklung eines P ü ungs- und Bewe ungsdesigns wa zu klä en, in welche Fo m den
S udie enden die an sie ges ell en An o de ungen kommunizie we den könn en und in welche
Fo m In o ma ionsma e ial bezüglich de p ak isch-mündlichen Kombina ionsp ü ung zu Ve ügung
ges ell we den soll e, das den S udie enden den Ablau anspa en mach , sie abe gleichzei ig in
die Lage e se z , sich eigens ändig und selbs ges eue au diese P ü ung o zube ei en. Meh e e
I ems in dem F agebogen o de P ü ung e suchen dabei zu e assen, inwiewei es inne halb de
Gesam konzep ion des P ak ikums gelungen is , Leh -Le n-Ziele anspa en zu machen hinsich lich
de Tie e des zu e we benden Wissens und de O enlegung de Un e s ü zungsangebo e.
F age:
• Wa die Kommunika ion de P ü ungsan o de ungen angemessen, sodass die S udie enden sie als
anspa en wah genommen haben?
Till B ucke mann, E a-Ma ia Ro laende & Ki s en Schlü e
118
Ak i ie ung und Un e s ü zung im P ak ikum (Be agung 1 Skala 1b)
De Aspek de Selbs s eue ung bilde bei de Ausbildung de Expe imen ie kompe enz aus unse e
Sich den zen alen Fokus. Die dami e bundene Fokussie ung au Selbs egulie ung soll e sich nich
nu au die A bei im Labo besch änken, sonde n eine Auswei ung au die Selbs le nzei und P ü-
ungs o be ei ung de S udie enden e ah en. Die p axis- und handlungsbezogene Rele anz de
e wo benen Fähigkei en soll e den S udie enden besonde s übe den All agsbezug de Au gabens el-
lungen bewuss gemach we den. Diese All agsbezug wu de in den Siche ungs- und Diskussions-
phasen egelmäßig e lek ie . Die S udie enden soll en zunehmend in die Lage e se z we den,
ih en eigenen Le np ozess zu e lek ie en, En wicklungss ände es zuhal en und sich da aus ablei end
neue Ziele zu se zen. Wie gu dies gelungen is , soll e mi I ems in de E alua ion e ass we den.
F age:
• Haben die S udie enden ih e A bei als selbs s ändig wah genommen (gegensei ige Un e s ü -
zung) bzw. wu den sie ak i ie und ühl en sie sich du ch die on uns zu Ve ügung ges ell en
Hil smi el bei de Re lexion un e s ü z (Un e s ü zung du ch Tu o *innen)?
Angemessenhei de P ü ungsan o de ungen (Be agung 2 Skala 2a)
Im Gegensa z zu dekla a i em Wissen, das in sch i lichen Tes s und P ü ungen abge ag we den
kann und meis seh äge is , handel es sich bei de Expe imen ie kompe enz wie wei e oben da -
ges ell um ein Kons uk , un e das e schiedene Teilkompe enzen subsummie we den. Alle Teil-
kompe enzen e o de n handlungso ien ie es und p ozessbezogenes Wissen, das ü die E eichung
spezi ische Ziele und zu Lösung spezi ische F ages ellungen he angezogen we den kann. Es is
wich ig, dass die S udie enden das e wo bene Wissen und die Fähigkei en in eine ü die Ve ans al-
ung ypischen F ages ellung zum Bes ehen de P ü ung anwenden konn en.
F age:
• Wa en die P ü ungsan o de ungen inso e n angemessen, als dass die Teilkompe enzen in de
P ü ung abgebilde wu den, die auch im Labo e p ob und eingeüb wu den?
P ü ungsnu zen ü die Wei e en wicklung (Be agung 2 Skala 2b)
Expe imen ie kompe enz äuße sich da in, dass S udie ende diese handelnd aus üh en und bes än-
dig wei e en wickeln. Es is nich möglich, alle Aspek e und Fähigkei en de Expe imen ie kompe enz
in einem P ak ikum zu e le nen. Vielmeh äuße sich da in ein Handlungswissen, das sukzessi e
au gebau und wei e en wickel wi d. Aus diesem G und wa es den Mi a bei e *innen des Leh s uhls
ein besonde es Anliegen, den S udie enden den Nu zen eine solchen p ak isch-mündlichen P ü ung
nahezub ingen, de neben de Fo en wicklung des S udiums auch und o allen Dingen da in lieg ,
übe das P ü ungse gebnis eine Rückmeldung bezüglich des de zei igen Leis ungss andes zu e hal-
en und da aus ablei end, eigene Wei e en wicklungspo enziale benennen und bea bei en zu kön-
nen.
Implemen ie ung eine p ak ischen P ü ung im na u wissenscha lichen Labo
119
F age:
• Haben die S udie enden nach de P ü ung En wicklungsmöglichkei en ü ih wei e es S udium
gesehen?
3 Me hodik
Das o schungsme hodische Vo gehen zu Bean wo ung de zu o genann en F ages ellungen wi d
als en wicklungs- und e alua ionsbezogenes Fo schungs o ma ka ego isie ( gl. Schape , 2014). Ziel
is eine sei s die heo iebasie e Abs immung (Cons uc i e Alignmen ) zwischen den Leh e ans al-
ungen eines Moduls (Vo lesung und Labo p ak ikum) und de P ü ungs o m (p ak isch-mündliche
Kombina ionsp ü ung) zum Modulabschluss. Des Wei e en wi d die Umse zung des P ü ungs o ma s
e aluie , indem die S udie endeneinschä zung zu Indika o en, wie die Le nziel anspa enz, Un e -
s ü zung, Angemessenhei und En wicklungsmöglichkei en, e ag wi d.
3.1 Vo gehen im Fo schungsp ozess
De empi ische Zugang zu En wicklung und Un e suchung e olg bezogen au die Si ua ion und
Gegebenhei en eines Moduls im S udiengang de Uni e si ä . Inso e n is die Un e suchung all- und
s ando bezogen und deshalb nu beding au ande e Uni e si ä en übe agba . Ausgangspunk sind
im Sinne des Schola ship o Teaching and Lea ning (Hube e al., 2014) Beobach ungen im Leh be ieb,
welche die empi ische Un e suchung eine F ages ellung nach sich ziehen. In dem o liegenden Fall
wa eine Fehlpassung zwischen den Le nzielen eines Moduls und de P ü ungs o m beobach e wo -
den (Messung on Expe imen ie kompe enz). Da an anschließend wu de als Gegenmaßnahme eine
P ü ung heo iegelei e en wickel und umgese z . Die Implika ionen de Ein üh ung diese neuen
P ü ungs o m wu den sowohl quali a i du ch kollegiale Hospi a ion e lek ie als auch quan i a i
und agebogenbasie e ass . Die Un e suchung üh e ein Tandem bes ehend aus eine Fachleh -
k a und eine Pe son aus de Hochschuldidak ik du ch.
Die F agen zu Ges al ung de Leh e wu den anhand on Beobach ungen aus de kollegialen Hospi a-
ion bei de Fachleh k a in de Leh e ans al ung bean wo e . Die kollegiale Hospi a ion is ein
gängiges Ins umen , um die eigene Leh p axis zu e lek ie en. Die Re lexion e olg anhand eines
kollegialen Feedbacks z. B. zum allgemeinen Leh e hal en und dem Au e en (S imme, Ges ik, Mi-
mik). Sie be uh au In o ma ionen, die du ch In ospek ion nich gewonnen we den können, sonde n
du ch eine*n außens ehende*n Beobach e *in gesammel we den. Ein Vo eil gegenübe de digi a-
len Au zeichnung is die agegelei e e Fokussie ung au in e essie ende Aspek e des Leh -Le n-
P ozesses, wie z. B. In e ak ionen zwischen de Leh pe son und den S udie enden. Solche In o ma io-
nen sind du ch eine digi ale Au zeichnung nich im De ail zugänglich. Die Beobach ungen de kolle-
gialen Hospi a ion können zu Wei e en wicklung de Leh e bei agen, wenn sie o dem Hin e g und
le n heo e ischen Wissens e lek ie we den.
Till B ucke mann, E a-Ma ia Ro laende & Ki s en Schlü e
126
Beobach ungsbogen und Bewe ungsschema
Nach de Re lexion und Fixie ung in endie e Le nziele ü das Modul wu den Ausp ägungen de
Le nziele ü die e schiedenen Taxonomies u en o mulie , die konk e beobach ba es Ve hal en
ep äsen ie en. Beispielsweise sollen die S udie enden A bei sabläu e im Expe imen sinn oll s uk u-
ie en können (siehe Tabelle 3, Zeile 7). Au eine nied igen Taxonomies u e können sie den Ablau
des Expe imen s dem Labo p o okoll en sp echend eplizie en (Rep oduk ion: E inne n). S udie ende,
die das Expe imen in einem e ände en Kon ex anwenden können, e eichen eine mi le e Taxo-
nomies u e (Reo ganisa ion: Anwenden). Au eine höhe en Taxonomies u e können die S udie en-
den A bei sabläu e hinsich lich ih e E ek i i ä beu eilen (Re lexion: Beu eilen).
Den Ausp ägungen wu den en sp echend No en zugeo dne und jedes Le nziel hinsich lich seine
Bedeu ung ü den Kompe enze we b gewich e . So e gab sich zwischen de Expe imen du ch üh-
ung und seine Dokumen a ion (33 %), seine Planung und Re lexion (33 %), sowie de Einbe ung in
Vo lesungsinhal e (33 %) eine gleichmäßige Gewich ung. Die Gewich ung wu de bis zu Ebene ein-
zelne Le nziele wei e ausdi e enzie . Die Gesam no e e gib sich aus den gewich e en Teilno en.
Au gabenpool und Ablau modell
Fü den Au gabenpool wu de au e p ob e Expe imen e aus dem P ak ikum zu ückgeg i en, die den
S udie enden bekann sind (B ucke mann & Schlü e , 2017). Die Expe imen e wu den zwischen den
P ü ungen zu ällig a iie . Es wu de da au geach e , dass die Au gaben ein ähnliches An o de ungs-
p o il in Bezug au die Le nziele haben. Die Au gaben sind in einen au hen ischen Kon ex eingebe e
und besch eiben ein P oblem, das in einen wissenscha lichen Kon ex geb ach we den soll. Bei-
spielsweise kann de Ve de b on Bu e als ein im All ag beobach ba es Phänomen
u. a. du ch enzyma ische P ozesse e klä we den. Es s ell sich die F age nach Bedingungen de en-
zyma ischen Spal ung on Fe en (A nold & K eme , 2012; Pe e s e al., 2017). Wenn die enzyma i-
schen G undlagen (Spal ung on Fe en in eine Lipolyse du ch Lipasen) bekann sind, können ein-
lussnehmende Fak o en un e such we den. Un e Vo gabe eine F ages ellung, die einen e gleich-
ba en Ausgangpunk ü die Expe imen e alle S udie enden gewäh leis e , sollen die S udie enden
Hypo hesen o mulie en und ein Expe imen zu de en Un e suchung planen, du ch üh en und aus-
we en. Dabei s eh ihnen eine Auswahl an Ge ä en, S o en und Ma e ialien zu Ve ügung, die bei
Beda du ch wei e es Labo ma e ial e gänz we den kann.
Fü die Einzelp ü ungen wa olgende Zei plan o gesehen:
• 30 Minu en Eina bei ung in F ages ellung, Vo be ei ung und Expe imen au bau un e Au sich
eine Hil sk a (Ma e ial: Papie , S i e)
• Beginn des Expe imen s: 30 Minu en A bei en un e Au sich de p ü enden Pe son mi Beisi z;
Schwe punk de Beobach ung zu den Be eichen: Expe imen e du ch üh en, Siche hei ss an-
da ds, Dokumen a ion und Messen
• 15 Minu en P ü ungsgesp äch zu den Be eichen Expe imen e planen und e lek ie en
• 15 Minu en P ü ungsgesp äch zu Vo lesungsinhal en
Implemen ie ung eine p ak ischen P ü ung im na u wissenscha lichen Labo
127
Zu Beginn de P ü ung sollen 30 Minu en zu O ien ie ung und Vo be ei ung genu z we den. Diese
Phase e olg zwa un e Au sich jedoch noch ohne Bewe ung. In den nächs en 30 Minu en un e
Au sich a bei e de *die S udie ende p ak isch am Expe imen . Im Vo de g und s eh ü die p ü en-
de Pe son die Beobach ung. Nach Möglichkei soll de *die S udie ende seine*ih e Handlungen kom-
men ie en. Es lieg im Feinge ühl des*de P ü enden du ch ku ze Nach agen kogni i e P ozesse
hin e dem Handeln zu e agen. Dennoch da de *die S udie ende nich aus dem Konzep geb ach
we den. Im 15-minü igen P ü ungsgesp äch zum Expe imen we den de heo e ische Hin e g und
und die Vo annahmen de Un e suchung e ag . Da übe hinaus e olg du ch den*die S udie ende
eine k i ische Einschä zung de Passung de eingese z en Me hoden zu un e such en F ages ellung.
In wei e en 15 Minu en wi d das gesam e Expe imen im wei e en inhal lichen Kon ex be ach e .
De *die S udie ende soll e da legen, inwie e n hema ische Bezüge zu benachba en Gebie en des
Expe imen s he ges ell we den können. Diese P ü ungs eil e olg im Dialog zwischen P ü endem
und S udie endem.
Die Dokumen a ion de beobach e en P ü ungsleis ung e olg in Anlehnung an den in Tabelle 3
ausschni sweise da ges ell en Bewe ungsbogen mi Beobach ungs elde n. De Bewe ungsbogen
wu de ü die einzelnen Au gabens ellungen p äzisie , indem die Feinziele und zugeo dne e No en-
s u en inhal lich au die Expe imen e bezogen wu den. Die Auswe ung e olg anhand o bes imm-
e Gewich ungen de einzelnen Feinziele. Die Gesam no e e gib sich, wie oben besch ieben, aus den
gewich e en Teilno en. Eine Rückmeldung de No en an die S udie enden inde e s nach de le z en
P ü ung im Semes e s a .
Till B ucke mann, E a-Ma ia Ro laende & Ki s en Schlü e
128
Le nziel:
Die S udie enden
können ...
No e 1 No e 2 No e 3 No e 4
Expe imen e
planen
…a bei slei ende
Hypo hesen en wi-
ckeln und diese
heo iebezogen
beg ünden.
Die o mulie e Hypo hese
wi d plausibel und heo ie-
bezogen beg ünde und es
we den da aus Vo he sagen
abgelei e .
Es we den aus
de Hypo hese
beg ünde e
Vo he sagen
abgelei e .
Es wi d eine mi
de F ages ellung
ko espondie en-
de, ko ek e
Hypo hese o mu-
lie .
Es wi d eine
Hypo hese
o mulie .
… Pa allel-
(Kon oll-) Ansä ze
be ücksich igen
und planen.
De Pa allel-(Kon oll-) Ansa z wi d eigens än-
dig eingeplan .1
De Kon ollansa z
wi d nich eigen-
s ändig be ück-
sich ig , abe au
Nach age ko ek
besch ieben.
De Kon ollan-
sa z wi d nich
eigens ändig
be ücksich ig ,
au Nach age
un olls ändig
ode nu eilwei-
se ko ek
besch ieben.
… eine geeigne e
Messme hode
auswählen und
de en Eignung ü
die Expe imen e
sinn oll beg ünden.
Die Messme hode wi d
olls ändig ko ek ausge-
wähl und im Hinblick au
die Hypo hese sinn oll
beg ünde .
Die Messme-
hode wi d
olls ändig
ko ek es ge-
leg und de en
Auswahl eil-
weise ko ek
beg ünde .
Die Messme hode
wi d ko ek ode
eilweise ko ek
es geleg .
Die Messme ho-
de wi d ansa z-
weise ko ek
es geleg .
Expe imen e
e lek ie en
… expe imen ell
e hobene Da en im
Hinblick au ih e
Aussagek a ü
Expe imen e
beu eilen.
Die un e suchungslei ende
Hypo hese wi d au de
Basis eine k i ischen Re le-
xion de Da en quali ä
o läu ig angenommen,
alsi izie ode ela i ie .
Es wi d Me ho-
denk i ik geüb .
Die Da en we den
mi de Hypo hese
in Beziehung
gese z .
–2
Tabelle 3a: Auszug de An o de ungen ü die p ak isch-mündliche P ü ung mi Le n(Fein-)zielen und No ens u en (1 Die Aus-
p ägung is beiden No ens u en zugeo dne . 2 Fü diese No ens u e exis ie keine Ausp ägung).
Implemen ie ung eine p ak ischen P ü ung im na u wissenscha lichen Labo
129
Le nziel:
Die S udie enden
können ...
No e 1 No e 2 No e 3 No e 4
Expe imen e
du ch üh en
… Ge ä e des
Fachs benennen,
ih e Funk ionswei-
se e läu e n und
ko ek e wenden.
–2
De Ge ä eeinsa z
is ko ek (be-
g ünde e sowie
angemessene
Auswahl und
Bedienung de
Ge ä e).
Die Funk ionen de
e wende en
Ge ä e we den
e s ändlich
e läu e .
Die e wende en
Ge ä e we den
ko ek benann .
… Chemikalien des
Fachs un e e -
suchs-
p agma ischen
Gesich spunk en
adäqua e wen-
den.
Die e wende en
Chemikalien
we den olls ändig
ko ek e wende .
(Siche hei s-
ele an e F agen
s.u.)
Die e wende en
Chemikalien
we den as oll-
s ändig ko ek
e wende . (Si-
che hei s ele an e
F agen s.u.)
Die e wende en
Chemikalien
we den wei ge-
hend ko ek
e wende . (Si-
che hei s ele an e
F agen s.u.)
Die e wende en
Chemikalien
we den eilweise
ko ek e wende .
(Siche hei s ele-
an e F agen s.u.)
… A bei sabläu e
sinn oll s uk u ie-
en.
Die Reihen olge
de A bei sabläu e
is s e s sinn oll
gewähl und
olls ändig gu
beg ünde ode
eilweise seh gu
beg ünde .
Die Reihen olge
de A bei sabläu e
is s e s sinn oll
gewähl und zum
Teil gu beg ünde .
Die Reihen olge
de A bei sabläu e
is meh hei lich
sinn oll gewähl .
Das Expe imen is
au g und de
o genommenen
A bei ssch i e bis
zum Schluss
du ch üh ba ,
wenn auch die
Reihen olge nich
imme sinn oll
gewähl wu de.
Dokumen ie en
… sinn olle
Dokumen a ionen
zu ih en Beobach-
ungen mündlich
und sch i lich
an e igen und
du ch Belege
s ü zen.
Die Beobach ung
des Expe imen s is
olls ändig und
du ch Belege
(Skizze, G aph …)
ges ü z dokumen-
ie . Die Doku-
men a ion bemüh
sich um maximale
Objek i ie ba kei .
Die Dokumen a ion
de Beobach ung
is olls ändig und
eilweise du ch
Belege ges ü z .
Die Beobach ung
wi d eilweise
mündlich und/ode
sch i lich doku-
men ie und is
eilweise du ch
Belege ges ü z .
–2
Vo lesungsinhal e
… aus den g und-
legenden Themen
de Vo lesung
Zusammenhänge
zu den du chge-
üh en Expe imen-
en he s ellen und
de en Bedeu ung
ü die Theo ie
beg ünden.
De Zusammen-
hang de E gebnis-
se des Expe imen s
mi den Theo ien
des Faches wi d
eigens ändig
e kann , da ges ell
und ko ek e läu-
e .
Die E gebnisse des
Expe imen s
we den mi den
Theo ien des
Faches in einen
ko ek en, abe
zum Teil un oll-
s ändigen Zusam-
menhang ge-
b ach .
Die E gebnisse des
Expe imen s
we den mi den
Theo ien des
Faches in einen
Zusammenhang
geb ach , auch
wenn diese
eilweise inko ek
und zum Teil
un olls ändig is .
–2
Tabelle 3b: Auszug de An o de ungen ü die p ak isch-mündliche P ü ung mi Le n(Fein-)zielen und No ens u en (2 Fü diese
No ens u e exis ie keine Ausp ägung).
Till B ucke mann, E a-Ma ia Ro laende & Ki s en Schlü e
130
4 E gebnisse
Aus hochschuldidak ische Sich wu den die Abläu e an dem beobach e en P ak ikums e min als seh
kla und anspa en wah genommen. Dies zeig e sich in de Ein üh ung zum P ak ikums e min, die
eine sei s die Zei s uk u e deu lich e – A bei sphase 1 Hypo hesen au s ellen und Expe imen
planen, Phase 2 Expe imen umse zen und dokumen ie en, Phase 3 Siche n de Expe imen ie e geb-
nisse du ch ein Videop o okoll, sch i liches P o okoll o. a. – ande e sei s abe auch inhal liche Ve -
knüp ungen zwischen heo e ischen Inhal en de Vo lesung und de A bei im Labo he s ell e. Wei-
e hin un e s ü z e eine mi dem Beame p ojizie e Uh die zei liche O ien ie ung wäh end de Si -
zung. Zwischendu ch wiesen die Assis en *innen au den noch e bleibenden Zei ho izon hin und
gaben Hinweise in Fo m on z. B.: „Sie soll en nun Phase 1 so langsam abgeschlossen haben“ ode
„Sie haben nun noch ün Minu en ü die Du ch üh ung des Expe imen s. Planen Sie auch ein, dass
Sie die E gebnisse gg . noch au be ei en und Ih en A bei spla z au äumen müssen“. Die S udie en-
den ha en sich zu Hause au das Expe imen o be ei e und ih e Un e lagen in Fo m on Papie ,
Lap ops und/ode Table -PC im Labo als A bei sma e ialien mi geb ach . In Phase 1 and ein seh
ege Aus ausch zwischen den S udie enden hinsich lich de E a bei ung de Hypo hesen und de
Planung des Expe imen s s a . Wäh end de Du ch üh ung des Expe imen s a bei e en die S udie-
enden au gaben e eil : Es wu den die Rollen des*de P o okollan en*in, Zei wäch e *in, Ve so -
ge *in ausge üll .
4.1 Beobach ungen de kollegialen Hospi a ion
Die S udie enden nu zen ih e mi geb ach en Un e lagen, um zu e s ehen, wie mi Ge ä en und
Ma e ialien umgegangen we den muss. Die Labo assis en *innen sind im Raum p äsen und ü die
S udie enden jede zei ansp echba – dies jedoch nu au An age. Sie haben eine beobach ende
Rolle und agen So ge da ü , dass die Expe imen e o dnungsgemäß du chge üh we den können.
Die S udie enden s ellen wäh end des Expe imen ie ens ak i Bezüge zu ans ehenden P ü ung he ,
es allen u. a. Äuße ungen wie: „In de P ü ung b auchen wi au jeden Fall meh [Zei ].“ Die Kommu-
nika ionsp ozesse zwischen den S udie enden können aus Sich de Hospi an in im Allgemeinen als
ege und ziel okussie besch ieben we den. Die S udie enden sind zu jede Zei des Expe imen s
mi einande in Kon ak . Die Anmode a ion de Siche ungs- und Re lexionsphase e olg kla und
zielo ien ie .
Gesam
(N =58)
Be agung 1
(n = 22)
Be agung 2
(n = 25)
weiblich 42 (72 %) 14 (66 %)
✝
16 (70 %)
✝✝
Al e M (SD) 21.1 (2.11) 21.1 (1.98)
✝
20.8 (1.81)
✝✝
Abi u no e Mdn 2.60
✝
2.50.
✝
2.65
✝✝✝
Fachsemes e
✝✝✝✝
✝✝✝✝
1
1
1
–
2
49
16
21
3
1
1
–
4
1
–
–
Tabelle 4: Demog aphische Angaben zu den S udie enden im Modul G undlagen de Biologie sowie den S ichp oben de e s en
und zwei en Be agung. Anme kung: Die Anzahl de K euze✝ indizie die Anzahl de S udie enden, welche die Angabe
e weige en.
Implemen ie ung eine p ak ischen P ü ung im na u wissenscha lichen Labo
131
4.2 Be agung de S udie enden
An den Be agungen nahmen o de P ü ung n = 22 S udie ende und nach de P ü ung n = 25 S u-
die ende eil. Da die Teilnahme an den Be agungen eiwillig wa , übe lapp en sich die beiden S ich-
p oben lediglich du ch neun S udie ende. Insgesam leg en on N = 58 S udie ende 56 S udie ende
die p ak isch-mündliche P ü ung ab. Anhand demog aphische Da en zu Al e , Geschlech , Fachse-
mes e und Abi u no e wu de gep ü , ob die S ichp oben de Be agungen zu beiden Be agungs-
zei punk en ü die Popula ion de S udie enden im Modul ep äsen a i sind. Es zeig en sich keine
bedeu samen Un e schiede, wie Tabelle 4 au zeig .
Die o de P ü ung be ag en S udie enden zeig en bezüglich de T anspa enz on Le nzielen, E wa -
ungen, Inhal en und Ve läu en (Be agung 1 Skala 1a) im P ak ikum au eine ie s u igen An wo -
skala ein ehe zus immendes An wo e hal en (Mdn = 3.40 [2.60; 4.00]), das mi Z = 4.026, p < .001
und = .62 s a k posi i om Skalendu chschni abweich (siehe Abbildung 2, 1. Boxplo ). Die inhal -
liche, didak ische, in e ak ionsbezogene Mo i ie ung sowie mo i ie endes Leh e hal en (Skala 1b)
wu den hingegen ehe abgelehn (Mdn = 2.00 [1.00; 2.45]), Z = –4.022 , p < .001 und
= -.62
Nach de P ü ung beu eil en die S udie enden au eine ie s u igen Skala die wah genommene
Au gabenquali ä (Be agung 2 Skala 2a) und den Nu zen de P ü ung ü ih e wei e e En wicklung
(Skala 2b). Die S udie enden eagie en mi g oße Zus immung au die F age, ob die Au gaben den
Modulinhal en angemessen wa en (Mdn = 4.00 [2.75; 4.00]; Z = 4.450, p < .001 und = .64). Alle dings
wu de die P ü ung hinsich lich de Ans engungsbelohnung und des Nu zens ü die Wei e en wick-
lung im S udium ehe abgelehn (Mdn = 2.00 [1.00; 3.43]). Die Abweichung om Skalendu chschni
is hie au g und de b ei en Spanne an S udie endenan wo en abe ge inge mi Z = –2.120,
p = .034 und = –.31.
Abbildung 2: Boxplo s (Median; Box = 50 %; Whiske = 25 %) de Be agung 1 o de P ü ung (n = 22) und Be agung 2 nach
de P ü ung (n = 25) mi hypo he ischem Skalendu chschni on Mdn = 2.50 (ges ichel e Linie): Skala 1a T anspa enz und
Kommunika ion (5 I ems: C onbachs α = .62) und Skala 1b Ak i ie ung und Un e s ü zung (11 I ems: C onbachs α = .79); Skala
2a P ü ungsan o de ungen (4 I ems: C onbachs α = .78) und Skala 2b P ü ungsnu zen (7 I ems: C onbachs α = .89)
Till B ucke mann, E a-Ma ia Ro laende & Ki s en Schlü e
132
5 Diskussion
Die Le nzielse zung, p ak ische Fähigkei en im Sinne de wei e oben e läu e en Expe imen ie kom-
pe enz he auszubilden, üh im Sinne des Cons uc i e Alignmen zu eine e ände en Leh e ans al-
ungsplanung und be üh dabei auch das Rollen e s ändnis de Leh pe son und alle Assis-
en *innen, wie wei e oben be ei s ausge üh wu de. Die No wendigkei zu Ände ung des Rollen-
e s ändnisses äuße e sich bei de kollegialen Hospi a ion in eine höhe en Eigens ändigkei de
S udie enden. Es wu de beobach e , dass S udie ende Medien zielo ien ie nu zen. Die zu Ve ü-
gung ges ell en Table -PCs und auch Papie und S i wu den nach P ä e enz eingese z und un e -
s ü z en so die selbs s ändige Ges al ung des Le np ozesses. Diese Medien iel al be ücksich ig die
Di e si ä de S udie enden, wobei besonde s auch die Wahl eihei bei de Fo m de E gebnisp äsen-
a ion he o zuheben is : Die P äsen a ion kann, wie wei e oben besch ieben, in Fo m on Videop o-
okollen, Fo op o okollen, mündlichen Vo ägen e c. geleis e we den.
Aus hochschuldidak ische Pe spek i e sind da übe hinaus sowohl die Un e s ü zung in de S uk u-
ie ung de A bei sp ozesse im Labo du ch die Phasens uk u und die Visualisie ung des Zei e lau s
(Uh läu ückwä s) als auch das hohe Ni eau des in e ak i en Aus auschs zwischen den S udie en-
den als posi i he o zuheben. Kommunika ions ähigkei , Fähigkei zu Selbs s eue ung und Selbs -
o ganisa ion sowie die Fähigkei , zei lich s uk u ie in eine o gegebenen Zei zielo ien ie zu
a bei en, können in diesem Zusammenhang als Schlüsselkompe enzen angesehen we den, welche
die S udie enden – unabhängig on ih em S udien ach und S udienziel – in diesem Leh -Le n-Se ing
ü s Leben le nen können.
5.1 T anspa enz und Kommunika ion de P ü ungsan o de ung
Zunächs zeigen die E gebnisse (Be agung 1 Skala 1a), dass die Kommunika ion de e ände en
Le nzielse zung gelungen is : Die S udie enden haben die Le nziele in de P ü ungs o be ei ung als
anspa en wah genommen. Dami Le nziele anspa en we den, is die s ingen e Abs immung on
G obzielen de einzelnen Ve ans al ungen und den Bewe ungsk i e ien in de Modulabschlussp ü-
ung Vo ausse zung. Die in de kollegialen Hospi a ion beobach e e Einlei ung zu den einzelnen
P ak ikums e minen äg du ch die inhal liche Anbindung des P ak ikums an die Vo lesung zu
T anspa enz de Le nziele bei. Du ch die Benennung de Feinziele zu Beginn jede Si zung wi d e -
deu lich , inwie e n die Inhal e zu P ü ungs o be ei ung bei agen können.
5.2 Ak i ie ung und Un e s ü zung im P ak ikum
Neben de Le nziel anspa enz sollen das Ve ans al ungs o ma und die Leh enden du ch Ak i ie ung
und Un e s ü zung de S udie enden zum Kompe enze we b bei agen. Diese Un e s ü zung wu de
on den S udie enden jedoch so nich wah genommen (Be agung 1 Skala 1b). Die Aus ich ung des
me hodisch-didak ischen Se ing s ell das Fo schende Le nen (FL) da , welches neben de Be onung
de Eigens ändigkei auch koope a i e Elemen e en häl . Die A bei sma e ialien, Sk ip e, P o okolle
e c. muss en an diese Le n o m angepass we den (B ucke mann & Schlü e , 2017).
Implemen ie ung eine p ak ischen P ü ung im na u wissenscha lichen Labo
133
Vo he wu de im P ak ikum mi ausgea bei e en Expe imen ie o sch i en aus einem Leh buch
gea bei e . Fü die Expe imen e wu den die benö ig en Ma e ialien und Chemikalien o be ei e und
an den A bei splä zen zu Ve ügung ges ell . Die Expe imen e e anschaulich en einen Sach e hal ,
de p o okollie wu de. Die P o okolle wu den anschließend hinsich lich ih e Fo m und Volls ändig-
kei bewe e .
Das neue Leh -Le n-Konzep ö de dagegen die Anwendung on Fach- und Me hodenwissen zu
Lösung wissenscha liche P oblems ellungen mi einem All agsbezug. Die A bei sma e ialien un e -
s ü zen die S udie enden, selbs s ändig zu expe imen ie en, indem au einande au bauende Le nhil-
en zu Le nun e s ü zung genu z we den können. Die S udie enden e lek ie en die Expe imen e
anhand de P o okolle mi ih en Pee s (Le npa ne *innen) in de P äsenzzei und au eine Le npla -
o m im Selbs s udium. Zu Umse zung des neuen Leh -Le n-Konzep s wu den die Assis en *innen
mi de Konzep ion de ges u en Hil en e au gemach . Die Hil es ellungen de Assis en *innen
soll en sich au ein wei gehendes Minimum besch änken und ehe in de Beglei ung als in de Anlei-
ung de S udie enden bes ehen. Le z e e soll en im Labo aus eichend Zei haben, den Umgang mi
den Labo ge ä en einzuüben. Dazu gehö es auch, S udie ende Fehle machen zu lassen. Die Ein-
schä zung de S udie enden, dass die Un e s ü zung ü sie nich wah nehmba ode aus eichend
wa , kann dami in Zusammenhang s ehen – so eine Hypo hese de Au o *innen –, dass die didak i-
sche Konzep ion des Fo schenden Le nens bishe den meis en S udie enden unbekann wa und das
Fehlen de di ek en Anlei ung und Hil es ellung als Mangel wah genommen wu de. Wie wei e oben
besch ieben, se z das Fo schende Le nen seinen Schwe punk au selbs s ändige und koope a i e
Elemen e inne halb des Le np ozesses. Wa es o he so, dass die S udie enden ausgea bei e e Expe-
imen ie o sch i en e hiel en, die ihnen genau o gaben, wann sie was zu un ha en, sind sie nun
ge o de , au de G undlage ih es Fachwissens und de Kenn nis übe na u wissenscha liche Hypo-
hesenbildung und de en me hodische Be o schung, selbs s ändig Expe imen e zu Klä ung eines
achwissenscha lichen Sach e hal s zu en wickeln und du chzu üh en. Dies kann als adikale Wan-
del inne halb de A bei im Labo sei ens de S udie enden e s anden we den. Die Fähigkei zum
eigens ändigen und e ne z en Denken wi d ebenso he ausge o de , wie P ozesse de Selbs s eue-
ung, Selbs egula ion und Selbs o ganisa ion. Ku zum: Das Maß an Eigenak i i ä wu de s a k ge-
s eige , wäh end die Lei ung du ch die Leh enden und Assis en *innen im Labo s a k abnahm. Diese
pa allel e lau enden P ozesse können bei den S udie enden ein gewisses Ge ühl des Alleingelassen-
we dens e zeugen, wenn sie das e s e Mal mi diese me hodisch-didak ischen Konzep ion in Be üh-
ung kommen. Da übe hinaus is ihnen die eigene, e ände e Rolle im Leh -Le n-P ozess ielleich
nich kla und ebenso, welche Rolle nun on den Leh enden und Assis en *innen eingenommen wi d
und dass sie, die Le nenden, p oak i he ausge o de sind, eine solche Rollenklä ung du ch Nach a-
gen selbs he beizu üh en. Es wä e zu un e suchen, wie und ob sich die Zu iedenhei bezüglich des
Un e s ü zungsangebo es in Abhängigkei on de Ve au hei mi de Le n o m des Fo schenden
Le nens im wei e en S udien e lau ände .
Till B ucke mann, E a-Ma ia Ro laende & Ki s en Schlü e
134
5.3 Angemessenhei de P ü ungsan o de ungen
Die Wah nehmung anspa en e Le nzielkommunika ion se z sich auch in de Einschä zung de
P ü ungsan o de ung nach de P ü ung o . Die E gebnisse zeigen, dass die S udie enden ih e Leis-
ungen in de P ü ungs o be ei ung auch in ih en No en abgebilde sahen. Auch hie kann au die
Abs immung zwischen Le nzielen des Moduls und de P ü ung e wiesen we den. Diese Ve zahnung
zwischen Leh e und P ü ung, wie sie konzep ionell im Cons uc i e Alignmen gedach wi d, is in
diesem Zusammenhang nich ganz unk i isch zu be ach en: Wie Roh , den Ouden und Ro laende
(2016) au zeigen, üh die s a ke Modula isie ung de Bachelo - und Mas e s udiengänge und die
dami einhe gehende egelmäßige Bewe ung on S udienleis ungen zu eine wei e b ei e en S u-
dienhal ung sei ens de S udie enden im Sinne on lea ning o he es . Wenn Leh -Le n-P ozesse
ausschließlich au die E eichung es gese z e Leh -Le n-Ziele und Kompe enzka aloge ausge ich e
sind, kann dabei eine in e essensgelei e e Auseinande se zung als auch die Bedeu samkei indi idu-
elle En wicklungssch i e aus dem Blick ge a en.
In ih e didak ischen Funk ion können P ü ungen Le np ozesse s uk u ie en, beispielsweise kann die
P ü ung am Ende eines Semina s, eines Moduls ode eines P ak ikums den Le nenden eine Rückmel-
dung zum eigenen Leis ungss and geben. Diese Fo m des Feedbacks is jedoch nich einsei ig zu
be ach en, da die Leh pe son eben alls eine Rückmeldung dazu e häl , wie e olg eich ih e me ho-
disch-didak ischen Bemühungen wa en, einen Rahmen zu scha en, in dem s uden ische Le np ozes-
se be ö de und ini iie we den können. Mi Bezug zu didak ischen Funk ion de P ü ung wi d k i-
isch hin e ag , inwiewei eine No e als Fo m des Feedbacks angemessen is . In Bezug au die Man-
nig al igkei de sozialen und indi iduellen Bezugsno men, die in den un e schiedlichen Fachbe ei-
chen und on un e schiedlichen Leh enden zug unde geleg we den (ebd., S. 90 .), kann da on aus-
gegangen we den, dass No en wenig Aussagek a hinsich lich eine indi iduellen Leis ungs ückmel-
dung an den*die S udie ende*n besi zen. Fü die S udie enden is das Bes ehen de Modulabschluss-
p ü ung und dami die Fo üh ung ih es S udiengangs e s ändliche Weise ein zen ales Ziel, be-
sonde s o dem Hin e g und, dass an ielen Uni e si ä en die Ve gabe on Mas e -S udienplä zen
übe den No endu chschni ge egel wi d. Die Fokussie ung au die No e sei ens de S udie enden
bleib dabei nich aus. Es s ell sich au g und dessen die he aus o de nde F age, wie inne halb diese
Rahmenbedingungen e gänzende Fo men de Leis ungs ückmeldung implemen ie we den können.
5.4 P ü ungsnu zen ü die Wei e en wicklung
Die Rückmeldung de S udie enden, die den Nu zen de P ü ung zu Wei e en wicklung im S udium
ehe e neinen, kann eben alls im Kon ex de Leis ungs ückmeldung be ach e we den. Eine sei s
bes eh , wie wei e oben ausge üh , En wicklungsbeda im Ve ah en de Leis ungs ückmeldung an
die S udie enden. P ü ungsno en we den im Leh - und P ü ungsin o ma ionssys em e buch , sodass
S udie ende ohne den pe sönlichen Kon ak zu Leh pe sonen ih e P ü ungsleis ung e ah en. En -
wicklungspo enziale können so nich au gezeig we den. Zwa is eine Rückmeldung zu P ü ung
inne halb de Sp echs unden de Leh pe sonen möglich, doch wu de diese Gelegenhei nu sel en
wah genommen. Ande e sei s ha abe auch de Au bau des wei e en S udiums einen Ein luss au
den pe spek i ischen Nu zen de P ü ungsleis ung. Nu wenn die anschließenden Module die e wo -
benen Kompe enzen au g ei en und wei e ausbauen, kann die P ü ung als gewinnb ingend ü das
Implemen ie ung eine p ak ischen P ü ung im na u wissenscha lichen Labo
135
S udium wah genommen we den. Da ü müss en die einzelnen Module im Sinne eines sukzessi en
Kompe enzau baus konzipie we den und wäh enddessen in egelmäßigen Re lexionsschlei en mi
den S udie enden die En wicklung de einzelnen Kompe enz elde e lek ie we den.
Einige Uni e si ä en (u. a. die Uni e si ä zu Köln im Fachbe eich Chemie) a bei en an de En wicklung
und Implemen ie ung sogenann e Sel -Assessmen s, die es S udie enden e möglichen sollen, im
Ve lau ih es S udiums den eigenen Wissens- und Kompe enzs and zu e olgen. An den medizini-
schen Fakul ä en de Uni e si ä en in Köln, Bochum, Be lin, Aachen und Müns e wi d in diesem
Zusammenhang ein P og essions es mi 200 Mul iple-Choice F agen angewende . De P og essions-
es bilde einen Que schni des Wissensni eaus ab, das on einem* Medizine *in an seinem*ih em
e s en A bei s ag e wa e wi d. Die egelmäßige Du ch üh ung dieses Tes s gib den S udie enden
eine objek i e Rückmeldung übe den eigenen Wissenss and im Ve gleich zu den Kommili on*innen
des eigenen Semes e s (soziale Bezugsno m) und eine lang is ige O ien ie ung in Bezug au den
En wicklungs e lau im gesam en S udium (indi iduelle Bezugsno m)1.
In diese Kons uk ion de Wissense we bskon olle in Bezug au eine ü alle zen ale Abschlussp ü-
ung is zwa au de einen Sei e de kon inuie liche Au bau on Wissen mi gedach , jedoch is ag-
lich, inwiewei Kompe enzen übe Mul iple-Choice-F agen abgep ü we den können. Da übe hinaus
s ell diese Fo m de Leis ungs ückmeldung e neu eine ein nume ische da , in de die Auseinande -
se zung mi indi iduellen S ä ken und En wicklungspo enzialen e neu ein Deside a is .
6 Fazi
Das oben e läu e e empi ische Fo ma de o liegenden Un e suchung e olg e einen en wicklungs-
und e alua ionsbezogenen Fo schungsansa z: Im Sinne des Schola ship o Teaching and Lea ning
(Hube e al., 2014) wu den die Wi kungen de En wicklung und Umse zung eine neuen P ü ungs-
o m au die T anspa enz on Le nzielen und die Ges al ung de Leh p ozesse un e such . Da diese
Zugang all- und s ando bezogen is , e geben sich Einsch änkungen ü die Reichwei e de E gebnis-
se (Schape , 2014).
6.1 Limi a ionen
Im Falle de o liegenden Un e suchung wu de die p ak isch-mündliche P ü ung im gesam en S udi-
engang implemen ie , sodass die S udie enden nich zwischen P ü ungs o ma en wählen konn en.
De Weg all eine Kon ollg uppe (mi sch i liche P ü ung) beding Einsch änkungen, die solche
S udien be e en, die im lau enden Be ieb umgese z we den und deshalb nich in einem Kon oll-
g uppen-Design un e such we den können. Da keine Re e enzg uppe zum Ve gleich de Be a-
gungse gebnisse o lieg , konn en die Skalen lediglich in Beziehung zu einem hypo he ischen Ska-
lendu chschni swe gese z we den.
1 gl. h p://med ak.uni-koeln.de/19842.h ml (abge u en am 13.03.2018)
Simone Beye lin, Susanne Go zen & Dagma Linna z
142
Fo schendes Le nen wi d de zei an ielen Hochschulen deu schlandwei umgese z und is auch an
de TH Köln zen ales Elemen eines S udiengang e o mp ojek s, das im Rahmen des Quali ä spak s
Leh e P o iL² on 2012 bis 2016 umgese z wu de. 1In endie wa die hochschulwei e Leh en wick-
lung du ch eine cu icula e Umges al ung alle S udiengänge mi dem Fokus au P ojek basie es,
P oblembasie es und Fo schendes Le nen. Sei He bs 2014 is die TH Köln zudem Hochschulpa ne-
in im Ve bundp ojek „Fo schen Le nen“ - einem Beglei o schungsp ojek des Quali ä spak Leh e2.
2Die Fö de linie des BMBF e ö ne die Möglichkei , die im Rahmen des Quali ä spak s Leh e ge ö de -
en Ansä ze zu Ve besse ung de S udienbedingungen in ih e Wi kung zu e assen. Ange eg du ch
die Fo schungsak i i ä en des Ve bundp ojek s „Fo schenLe nen“ und im Anschluss an die im S udi-
engang e o mp ojek de TH Köln o mulie en Zielse zungen s a e e im Dezembe 2014 die hoch-
schulin e ne S udie zum Fo schenden Le nen.
1 Inne ins i u ionelle Hochschul o schung als Ans oß und
Beglei ung on Leh en wicklung
Die S udie bilde Ans oß und empi ische G undlage ü eine koope a i e und dialogische Wei e en -
wicklung des Fo schenden Le nens an de TH Köln. Dabei bedeu e die Wei e en wicklung und nach-
hal ige Implemen ie ung on Leh konzep en wie dem Fo schenden Le nen einen Wandlungsp ozess
im Be eich on S udium und Leh e, de mi eine Ve ände ung de Leh - und Le nkul u einhe geh
(Szczy ba e al., 2012, S. 3). So olg die o liegende S udie dem Ve s ändnis on hochschuldidak i-
sche Fo schung „G undlagen ü eine e idenzbasie e und wissenscha lich undie e Wei e en wick-
lung quali a i gu e bzw. p o essionelle Leh e und S udienges al ung be ei zu s ellen.“ (Schape ,
2014, S. 73) Du ch eine S udie im Fo ma inne ins i u ionelle Fo schung soll diese P ozess ini iie
und beglei e we den, sodass Be eiligungss uk u en en s ehen, die un e schiedliche Ak eu sg uppen
de Hochschule einbeziehen. Zen al ü die inne ins i u ionelle Hochschul o schung sind ein Zusam-
menwi ken on Fo schenden und Be o sch en sowie eine Rückkopplung de Fo schungse gebnisse
(Wild e al., 2013, S. 107; Au e ko e-Michaelis, 2009, S. 226). Du ch ein pa izipa i o ien ie es Fo -
schungs o ma we den die Leh enden als Expe *innen ü ih e Leh e be ag und in den Fo schungs-
und Wei e en wicklungsp ozess eingebunden. Eine Koope a ion mi den Leh enden als zen ale
Ak eu e im Handlungs eld S udium und Leh e e möglich es, p ak ische und handlungslei ende
Schluss olge ungen aus den gewonnenen E gebnissen abzulei en, die unmi elba in die P axis de
Hochschule ein ließen können (Wild e . al., 2013, S. 106). Die Be agung on Leh enden kann zudem
Einblicke in die konk e e Ges al ung de Leh e an Hochschulen im Sinne eine e lexi en Selbs be-
obach ung geben und e möglich da au au bauend die Be ei s ellung on neuem Wissen ü die
Hochschule, das in die Wei e en wicklung de Leh e sowie de Leh - und Le nkul u ließen kann
(Szczy ba e al., 2012, S. 4). Wie ein Fo schungsdesign inne ins i u ionelle Hochschul o schung aus-
sehen kann, um Wandlungs- und En wicklungsp ozesse an Hochschulen zu ini iie en und zu beglei-
en, wi d im Folgenden anhand de S udie zum Fo schenden Le nen an de TH Köln au gezeig .
22 Zum Ve bundp ojek „Fo schenLe nen“: h ps://www. h-po sdam.de/ o schen/p ojek e/p ojek -de ailansich /p ojec -
ac ion/ e bund- o schenle nen-wie-wi k - o schendes-le nen/
Fo schendes Le nen aus Sich on Hochschulleh enden
143
2 Zielse zung und Fo schungs ages ellungen
Den Ausgangspunk de S udie ma kie das Ziel, Fo schendes Le nen an de TH Köln zu ö de n und
gemeinsam mi den Leh enden wei e zuen wickeln. Dieses Ziel soll du ch die quali a i angeleg e
S udie anges oßen und e eich we den, die an Bes ehendem anse z . Im Sinne de inne ins i u ionel-
len Fo schung we den die Leh enden als Expe *innen in de O ganisa ion Hochschule be ag und
gleichzei ig in einen hochschulwei en En wicklungsp ozess eingebunden, den sie ak i mi ges al en
(Au e ko e-Michaelis, 2009, S. 229). Die Leh enden sind so zum einen als Expe *innen ü ih e Leh e
und zum ande en als zen ale Pa ne *innen de Hochschuldidak ik und de Hochschullei ung in
F agen de Leh en wicklung eingebunden.
Mi eine quali a i en S udie soll das Fo schende Le nen aus Pe spek i e de Leh enden be ach e
we den, die Fo schendes Le nen in ih e Leh p axis umse zen. Diesen komm mi de O enhei de
Le np ozesse und s uden ische Selbs s ändigkei die Au gabe zu, iel äl ige Le nmöglichkei en en -
lang des Fo schungsp ozesses zu ges al en (Schneide & Wild , 2009, S. 58). Wie Ludwig Hube an-
me k , siche die bloße Umse zung on Fo schendem Le nen nich au oma isch den Le ne olg de
S udie enden – ob die im Konzep angeleg en Le npo enziale en al e we den können, häng mi de
Ausges al ung du ch die Leh pe son zusammen (Hube , 2009, S. 16). Wie diese Ausges al ung konk e
aussehen kann, welche Umse zungss a egien Leh ende ü die Ges al ung on Fo schendem Le nen
e olgen, welche He aus o de ungen das Fo schende Le nen an Leh ende s ell und welche Fak o en
zum E olg bei agen können – da übe soll die quali a i angeleg e S udie Au schluss geben.
En sp echend lau e die F ages ellung de S udie: Welche (Gelingens)Aspek e sind aus Sich on
Leh enden zu beach en, um Fo schendes Le nen e olg eich zu ges al en?
Aus diese zen alen F ages ellung lassen sich d ei Teilaspek e ablei en:
a) Welche He aus o de ungen besch eiben Leh ende in Bezug au das Fo schende Le nen?
b) Welche Fak o en agen aus Sich de Leh enden zum E olg on Fo schendem Le nen bei?
c) Welche Wei e en wicklungsideen ü das Fo schende Le nen an de TH Köln o mulie en Leh en-
de?
(a) Mi Hil e ypische He aus o de ungen sollen Hinweise au Themen und Schwe punk e ü mögli-
che Un e s ü zungs- und Be a ungsangebo e du ch die Hochschuldidak ik abgelei e we den.
(b) Die E olgs ak o en wiede um geben Hinweise au konk e e S a egien de Leh enden, die bei de
Ges al ung on Fo schendem Le nen hil eich und e olg e sp echend sein können. Dami wi d an
den o handenen Ressou cen angese z , um hie an anknüp end das Wissen de be ag en Leh enden
ü die Hochschule und als Re lexionsg undlage ü ande e Hochschulleh ende au zube ei en.
(c) Die Wei e en wicklungsideen geben konk e e Hinweise da au , was aus Sich de Leh enden noch
ehl – abe geb auch wü de –, um Fo schendes Le nen in de eigenen Leh p axis e olg eich zu
ges al en. Diese Hinweise sind ein Ansa zpunk ü hochschuldidak ische Ein ich ungen mi Blick au
die wei e e En wicklung und Fö de ung on Fo schendem Le nen.
Simone Beye lin, Susanne Go zen & Dagma Linna z
144
Die Fo schungs agen ich en sich zunächs au die Ebene de Leh konzep e und de konk e en Ge-
s al ung on Leh e und au die Ges al ungsaspek e on Fo schendem Le nen aus Leh endensich . In
einem zwei en Sch i sollen so E kenn nisse ü die gemeinsame Wei e en wicklung und Implemen-
a ion on Fo schendem Le nen gewonnen we den. „Wissenscha lich undie e E kenn nisse gehö-
en zu den en scheidenden Vo ausse zungen ü eine zielge ich e e Wei e en wicklung p o essionel-
le Leh e und S udienges al ung“ (Wild e al., 2013, S. 103).
3 Me hodisches Vo gehen
Wie die Leh pe son im Fo schenden Le nen s uden ische Le np ozesse an egen, un e s ü zen, beglei-
en ode anlei en kann, sodass Fo schendes Le nen die im Konzep angeleg en Po enziale en al en
kann, is bishe kaum empi isch un e such , weshalb die S udie explo a i en Cha ak e besi z 3.3Die
inne ins i u ionelle S udie wu de in einem quali a i en Fo schungsdesign umgese z und bau sich
übe e schiedene E hebungen s u enweise au . Den Ke n bilde eine quali a i e In e iews udie mi
Leh enden aus allen Fakul ä en de Hochschule un e de lei enden F ages ellung „Welche (Gelin-
gens)Aspek e sind aus Sich on Leh enden zu beach en, um Fo schendes Le nen e olg eich zu ge-
s al en?“ Um sich diese F age anzunähe n und geeigne e In e iewpa ne *innen zu iden i izie en,
die Fo schendes Le nen in ih e Leh e umse zen, s ell sich zunächs die F age, ob und in welchem
Um ang Fo schen und Le nen be ei s an de Hochschule mi einande e bunden we den. So kann die
Ausgangssi ua ion ü die Wei e en wicklung bes imm und eine beg i liche Annähe ung an das
Fo schende Le nen e eich we den, was du ch eine Dokumen enanalyse und eine F agebogene he-
bung umgese z wu de.
3.1 S ichp obengewinnung
Die Auswahl de In e iewpa ne *innen e olg e übe e schiedene Kanäle, um eine hochschulwei e
Be eiligung zu e eichen, die e schiedenen Fakul ä en mi einzubeziehen und eine möglichs g oße
Di e si ä de Leh enden abzudecken. Die Einbindung on Leh enden aus allen Fakul ä en e olg e
aus inhal lichen Gesich spunk en, um möglichs e allgemeine ba e E gebnisse e zielen zu können.
Auch aus s a egische Sich is es sinn oll, Leh ende alle Fakul ä en zu be agen, dami diese sich
wah genommen und einbezogen ühlen und die E gebnisse au ih e eigene Leh p axis anwenden
können. Auch eine A gumen a ion im Sinne eines „bei uns is das abe ganz ande s“ kann nich g ei-
en, wenn die E gebnisse Leh ende aus allen Be eichen de Hochschule einbeziehen.
Zunächs konn en übe die Du ch üh ung eine Dokumen enanalyse und eine F agebogene hebung
eine Übe sich de Leh enden e s ell we den, die Fo schen und Le nen in un e schiedliche Weise
e binden (siehe Kap. 3.2 und 3.3). Da übe hinaus wu de die S udie übe die Websei e de Hoch-
schuldidak ik o ges ell und die Leh enden dazu au ge u en, sich als In e iewpa ne *innen zu
melden und so ih e Expe ise zum Thema einzub ingen. Auch am Tag ü die exzellen e Leh e 2015
zum Thema Fo schendes Le nen de TH Köln wu de das Fo schungsp ojek o ges ell und Leh ende
33 Fo schendes Le nen wi d im Rahmen des Ve bundp ojek s „Fo schenLe nen“ deu schlandwei be o sch , de Fokus lieg
hie bei o allem au de Klassi izie ung on Fo ma en sowie s uden ischen Le n- und En wicklungsp ozessen. Die
Pe spek i e de Leh enden wi d dabei nich un e such und s ell ein noch wenig bea bei e es Fo schungs eld da .
Fo schendes Le nen aus Sich on Hochschulleh enden
145
kon ak ie , die In e esse an einem Aus ausch ha en. Zusä zlich wu den ü die quali a i en In e -
iews Leh ende ausgewähl , die ö en lich mi ih en Konzep en ü Fo schendes Le nen au ge e en
wa en, zum Beispiel in eine Bewe bung um den Leh p eis, de an de TH Köln 2015 zum Thema Fo -
schendes Le nen e geben wu de. Mi diesen Maßnahmen soll e e eich we den, dass die S ichp obe
Leh ende aus de gesam en Hochschule einbezieh und sich nich au Leh ende besch änk , die be-
ei s du ch Engagemen in de Leh e au ge e en sind.
3.2 Dokumen enanalyse
Um zunächs zu un e suchen, ob und in welchem Um ang Fo schen und Le nen be ei s an de TH
Köln e bunden we den und eine beg i liche Annähe ung an o schungsnahes Leh en und Le nen an
de TH Köln zu e eichen, wu de eine Dokumen enanalyse alle Modulhandbüche de S udiengänge
im Bachelo und Mas e du chge üh . Au Basis de E gebnisse soll en po enzielle Teilnehmende ü
die anschließende F agebogene hebung sowie die quali a i en In e iews iden i izie we den. Die
Modulbesch eibungen wu den au Hinweise zu o schungsnahem Leh en und Le nen analysie und
ausgewe e . Zu Analyse wu de ein Kodie lei aden e s ell , de sich deduk i an den d ei Ausp ä-
gungs o ma en o schungsnahen Le nens nach Hube (2014 Fo schungsbasie es, Fo schungso ien-
ie es, Fo schendes Le nen) o ien ie und jedem de Ausp ägungs o ma e Schlagwö e als Subka-
ego ien zuo dne , die cha ak e is isch ü das jeweilige Fo ma sind (z.B. Reche che, Me hoden, Fo -
schungs agen e c.). Zusä zlich wu den den Fo ma en Schlagwö e zugeo dne , die das Hochschul-
okabula einbeziehen (z.B. Exku sion, P ojek , Thesis). Die de inie en Schlagwö e wu den zudem
ausdi e enzie und nähe besch ieben, um de en Kon ex und Bedeu ung zu e deu lichen. Anhand
de Schlagwö e wu den alle Modulhandbüche im Bachelo und Mas e mi Blick au o schungsna-
hes Leh en und Le nen du chsuch . Da die Modulhandbüche in un e schiedlichen Fo ma en o lagen
(pd /doc), konn e bei de Suche eilweise die Such unk ion des jeweiligen Tex e a bei ungsp o-
g amms genu z we den, eilweise wu den die Modulhandbüche händisch du chsuch . Die ge unde-
nen Tex baus eine, die bei de Suche nach den Schlagwö e n de jeweiligen Ka ego ie zu a en,
wu den nach Fakul ä en und S udiengängen sowie Bachelo - und Mas e s udiengängen s uk u ie .
Insgesam konn en in den Bachelo s udiengängen 56 Leh e ans al ungen und in den Mas e s udi-
engängen 43 Leh e ans al ungen mi o schungsnahen Elemen en iden i izie we den, die zeigen,
dass ü iele Ve ans al ungen eine Ve bindung on Fo schen und Le nen o mulie wi d. Die E geb-
nisse de Dokumen enanalyse sind alle dings un e Vo behal zu in e p e ie en. Be ei s wäh end de
Analyse wu de deu lich, dass die Modulhandbüche zum Teil nich als ak uelle Ve sionen e ügba
wa en. So is es möglich, dass bes imm e Ve ans al ungen mi Fo schungsbezug zum Zei punk de
E hebung nich meh s a anden ode wei e e Leh e ans al ungen mi Fo schungsbezug hinzuge-
kommen sind, die alle dings nich in den Modulhandbüche n au ge üh we den. Zudem e laub die
Analyse de Modulhandbüche zwa einen Einblick in die Ve ans al ungen de einzelnen S udiengän-
ge, jedoch bleib o en, inwie e n Modulhandbüche das a sächliche Leh - und Le ngeschehen abbil-
den können.
Simone Beye lin, Susanne Go zen & Dagma Linna z
146
Eine hochschulwei e Beg i sklä ung zum Fo schenden Le nen kann mögliche weise in Zukun zu
eine einhei lichen Beg i sde ini ion und - e wendung und dami zu eine p äzise en Besch eibung
und Benennung in den Modulhandbüche n bei agen. Eine E gänzung de Dokumen enanalyse sowie
die P ü ung de gewonnenen E gebnisse wu den in einem nächs en Sch i du ch eine F agebogen-
e hebung umgese z .
3.3 F agebogene hebung
Ziel de F agebogene hebung wa die P ü ung de in de Dokumen enanalyse gewonnenen E gebnis-
se und das Iden i izie en de Ve ans al ungen, in denen Fo schendes Le nen nach de De ini ion on
Hube (z.B. Hube , 2009, S. 11) umgese z wi d. So soll en In e iewpa ne *innen ü die quali a i e
In e iews udie iden i izie we den, die E ah ung mi de Ges al ung on Fo schendem Le nen
haben. Übe die Dokumen enanalyse de Modulhandbüche konn e eine S ichp obe on 61 Leh en-
den gene ie we den, die Fo schen und Le nen in ih en Leh e ans al ungen e binden. Da un e
inden sich 15 F auen und 46 Männe sowie insgesam 70 Leh e ans al ungen (25 da on im Mas e
und 45 im Bachelo ). Manche Leh ende üh en zwei und in einzelnen Fällen d ei Ve ans al ungen mi
Fo schungselemen en du ch und wu den gebe en, den F agebogen ü alle Leh e ans al ungen
einzeln auszu üllen.
De kons uie e F agebogen is eine Kombina ion aus o enen und geschlossenen F agen. Es wu den
Angaben zu Fakul ä , S udiengang, Semes e zahl, zu e eichenden C edi s e c. e hoben. Da übe
hinaus wu den die Lea ning Ou comes de Ve ans al ung sowie de Zusammenhang on Fo schen
und Le nen bzw. wie sich diese in de Umse zung wiede inde , abge ag . Anhand eine geschlosse-
nen F age mi de Möglichkei zum Meh achank euzen wu den auße dem e schiedene mögliche
Fo schungsak i i ä en de S udie enden in den Leh e ans al ungen e hoben, die Au schluss da übe
geben soll en, in welchem Maß die S udie enden in de jeweiligen Ve ans al ung ak i an Fo -
schungsak i i ä en eilhaben und diese (mi -)ges al en. Diese wa en z.B. „Die S udie enden wenden
Fo schungsme hoden an“ ode „Die S udie enden dokumen ie en Fo schungse gebnisse und we en
diese aus“.
Die F agebögen wu den online und au pos alischem Weg an die Leh enden e schick und die E -
gebnisse mi E aSys au be ei e . Mi 19 ausge üll en F agebögen lag die Rücklau quo e bei 31,5%,
was jedoch ü eine um ang eiche Auswe ung eine zu ge inge Anzahl da s ell . Dennoch konn e die
F agebogene hebung zeigen, dass einige de Modulhandbüche in e al e en Ve sionen o lagen und
einzelne Ve ans al ungen nich meh , da ü ande e mi Fo schungsbezug s a anden ode dass die
im Modulhandbuch genann en Kon ak pe sonen nich die ich igen Ansp echpa ne *innen wa en.
So konn e übe das Iden i izie en on geeigne en In e iewpa ne *innen hinaus auch de Pool de
S ichp obe e gänz und übe a bei e we den.
Fo schendes Le nen aus Sich on Hochschulleh enden
147
3.4 Lei adenges ü z e In e iews mi Leh enden
Den Ke n de hochschulin e nen S udie zum Fo schenden Le nen bilden 22 quali a i e In e iews mi
insgesam 24 Leh enden aus allen Fakul ä en de TH Köln (in zwei Fällen üh en Leh ende eine ge-
meinsame Ve ans al ung du ch und wu den zusammen in e iew ).
Zen al is dabei, dass die Leh enden als Expe *innen ü ih e Leh e be ag wu den. Nach Meuse
und Nagel sind Expe *innen nich e wa allwissende Pe sonen, die on außen einen bes imm en
Sach e hal be ach en ode beu eilen, sonde n Teil des Handlungs eldes, in das de Fo schungsge-
gens and eingebe e is . Dabei sind die Expe *innen als Funk ions äge *innen „inne halb eines
o ganisa o ischen ode ins i u ionellen Kon ex es“ (Meuse & Nagel 1991, S. 444) on In e esse. Ge-
gens and des In e iews mi Expe *innen sind die dami e knüp en „Zus ändigkei en, Au gaben,
Tä igkei en und die aus diesen gewonnenen exklusi en E ah ungen und Wissensbes ände“ (ebd.)
Eine O ien ie ung an konk e en Si ua ionen im Leh - und Le ngeschehen äg dami dem Ums and
Rechnung, dass Expe enwissen nich imme bewuss und explizi o lieg und aus den Äuße ungen
de Expe *innen ekons uie we den muss (Meuse & Nagel, 2010, S. 377). Fü die E hebung bie e
sich dahe ein lexibel handhabba e Lei aden an, de auch une wa e en Themenschwe punk en
und -dimensionie ungen de In e iewpa ne *innen Raum bie e (ebd.).
Angelehn an die Fo schungs age wu den im In e iewlei aden die olgenden Schwe punk e au ge-
g i en, die zum einen die Ebene de konk e en Ges al ung on Leh - und Le nsi ua ionen und cu icu-
la en Rahmenbedingungen ansp echen, mi de F age nach Wei e en wicklungsideen abe auch den
Blick on de eigenen Leh e ans al ung hin zu o ganisa ionalen Bedingungen lenken können:
• Anlass ü die Umse zung on Fo schendem Le nen
• Typische Si ua ionen im Fo schenden Le nen (He aus o de ungen, Bewäl igungss a e-
gien/Lösungsansä ze, Vo gehen)
• E olgs ak o en: Was ha gu unk ionie ? Wie e klä en Sie sich das?
• Ideen und An egungen ü die Wei e en wicklung des Fo schenden Le nens an de TH Köln
Die In e iews wu den pe Audioge ä au gezeichne . Fü die T ansk ip ion de In e iews wu den
non e bale und pa asp achliche Elemen e nich be ücksich ig , da de Fokus au dem gemeinsam
ge eil en Wissen de Leh enden lag und somi inhal liche Aspek e im Vo de g und s anden.
Die Auswe ung de In e iews e olg e du ch die Quali a i e Inhal sanalyse nach May ing (2010).
Da ü wu de zunächs ein Kodie lei aden e s ell , de in Anlehnung an die Fo schungs age sowie die
de inie en Un e agen die Haup ka ego ien E olgs ak o en, He aus o de ungen und Wei e en wick-
lungsideen en häl . Als lei ende Auswe ungspe spek i e wu de das den Haup ka ego ien zugeo d-
ne e Ma e ial du ch die Handlungsebenen on S udium und Leh e s uk u ie . Hie ü wu den die
Ebenen des Fo schungs eldes S udium und Leh e nach Au e ko e-Michaelis (2005) wei e en wickel
und au die Anwendung im Rahmen des Fo schungs o habens sowie au die TH Köln übe agen
(siehe Abb.1).
Simone Beye lin, Susanne Go zen & Dagma Linna z
148
Abbildung 1: Handlungsebenen on S udium und Leh e (Wei e en wicklung nach Au e ko e-Michaelis, 2005, S. 99)
Anhand de Handlungsebenen wi d anschaulich deu lich, dass Leh en und Le nen an Hochschulen in
o ganisa ionale Rahmenbedingungen au un e schiedlichen Hochschulebenen eingebe e is (z.B.
Lei bilde , P ü ungssys eme e c.) und Aspek e de einzelnen Ebenen mi einande e bunden sind.
Leh e ans al ungen können nich losgelös on o ganisa ionalen Rahmenbedingungen be ach e
we den und we den in de S udie „als In e ak ionssys eme e s anden, in denen Thema, Si ua ion,
Le numgebung, Leh ende, S udie ende und das Cu iculum in Beziehung zueinande s ehen“ (Wild &
Ebe ha d , 2010, S. 17).
Fü die Auswe ung e gab sich so ein Kodie lei aden mi d ei Haup ka ego ien, denen jeweils die
Handlungsebenen on S udium und Leh e als Subcodes zugeo dne wu den. Anhand dieses Lei a-
dens wu de das Ma e ial codie und im wei e en Auswe ungsp ozess du ch induk i e Codes e -
gänz , die in Anlehnung an das Tex ma e ial de inie wu den. De Kodie o gang wu de mi Hil e de
So wa e MAXQDA umgese z . Um die In e code eliabili ä zu s ä ken, e olg e das Kodie en des
Ma e ials unabhängig oneinande du ch d ei Pe sonen. Zu Beginn des Kodie o gangs wu den
einige In e iews gemeinsam du ch das Fo sche innen eam kodie , um e en uelle Uns immigkei en
zu disku ie en und den wei e en Kodie o gang einhei lich es zulegen. In Rückkopplungsschlei en
wäh end des wei e en Kodie p ozesses wu den die Kodie ungen imme wiede besp ochen und
übe p ü .
Fo schendes Le nen aus Sich on Hochschulleh enden
149
4 E gebnisse de S udie im Übe blick
Nach olgend we den einige zen ale E gebnisse de In e iewauswe ung exempla isch o ges ell ,
um die anschließende Da s ellung de Anwendungsmöglichkei en im Kon ex de Wei e en wicklung
und Implemen ie ung on Fo schendem Le nen au zuzeigen. Eine aus üh liche Da s ellung de E -
gebnisse inde sich im Fo schungsbe ich zu S udie4.4
4.1 E olgs ak o en ü Fo schendes Le nen
Die iden i izie en E olgs ak o en konzen ie en sich o allem au die Handlungsebene de Leh e -
ans al ung sowie au die de Leh enden und Le nenden.
E olgs e sp echend is Fo schendes Le nen nach Aussagen de Leh enden dann, wenn es bei de
Ges al ung on Leh - und Le nsi ua ionen geling , selbs s ändiges und eigen e an wo liches Le nen
de S udie enden zu ö de n (z.B. du ch die selbs s ändige Wahl eine Fo schungs ages ellung) und
dieses Le nen gleichzei ig aus eichend zu beglei en, zu un e s ü zen und zu ahmen (z.B. du ch das
Se zen zen ale Meilens eine). Als en scheidende Aspek wi d on ielen Leh enden ein anwen-
dungs- und e ah ungso ien ie e Bezug de Le ninhal e und -p ozesse benann (z.B. du ch punk uel-
les ode p ozessbeglei endes Einbeziehen on Expe *innen aus Fo schung und P axis ode den P a-
xisbezug de Fo schungs agen und - hemen).
Au de Handlungsebene de Leh enden und Le nenden wu den insgesam die Le nendenzen ie ung
sowie eine o ene Le na mosphä e und ein kon inuie liche Aus ausch zwischen S udie enden sowie
zwischen Leh enden und S udie enden be on . Als zen ale Eigenscha en de Leh pe son wu den
beispielsweise O enhei , Begeis e ung, In e esse ü das Thema ode Geduld ü s uden ische Le n-
p ozesse und En wicklungen als e olg e sp echend benann .
Ebenen auße halb de Leh e ans al ung (z.B. Fakul ä , Hochschule) kamen ehe sel en in den Blick,
hie wu den abe beispielsweise die Koope a ion im Leh enden eam ode die cu icula e Flexibili ä
zu Modulges al ung als E olgs ak o en genann .
4.2 He aus o de ungen im Fo schenden Le nen
He aus o de ungen im Fo schenden Le nen konn en allen Handlungsebenen on S udium und Leh e
zugeo dne we den.
Au de Ebene auße hochschulisches Um eld sind die Aussagen geclus e , die Aspek e ansp echen,
die on auße halb de Hochschule an das Le nen he ange agen we den. Hie we den z.B. die Koope-
a ion mi D i en ode die (emp undene) ehlende be u squali izie ende Rele anz on Fo schung
angesp ochen.
Au Hochschulebene zeigen sich beispielsweise Rahmenbedingungen wie mangelnde Raumkapazi ä-
en ode das P ü ungssys em als He aus o de ungen.
44 Fo schungsbe ich e schein online: h ps://www. h-koeln.de/hochschule/hochschulin e ne-s udie- o schendes-
le nen_48839.php
Simone Beye lin, Susanne Go zen & Dagma Linna z
150
Au den Handlungsebenen Fakul ä und S udiengang s ellen sich o allem die cu icula e Einbindung
on Fo schendem Le nen (z.B. in Fo m on semes e übe g ei enden Ve ans al ungen) sowie die
Ta sache, dass Fo schendes Le nen ü die S udie enden ein im S udien e lau o mals ungewohn es
Ve ans al ungskonzep da s ell , als he aus o de nd da .
Au de Ebene de Leh e ans al ung konn en insgesam sechs übe geo dne e He aus o de ungsbe-
eiche iden i izie we den: die s uden ische Selbs s ändigkei , de e höh e Zei - und Ressou cenau -
wand ( ü Leh ende und S udie ende), Rückschläge und S agna ion im Fo schungsp ozess, G uppen-
dynamik, Beglei ung du ch die Leh pe son sowie das E le nen und Anwenden on wissenscha lichen
A bei sweisen.
Au Ebene de Leh enden und Le nenden sind die Aspek e zusammenge üh , die au indi iduelle
Ebene als he aus o de nd benann sind. Hie sehen sich die Leh enden mi e höh en An o de ungen
an ih Wissen au g und de hema ischen B ei e im Fo schenden Le nen kon on ie . Fü einige be-
deu e die Rollen e ände ung hin zu Le nbeglei ung, Kon olle abzugeben und s uden isches Le nen
in jeweils geeigne e und s udie endeno ien ie e Weise zu un e s ü zen und zu beglei en, eine
He aus o de ung.
4.3 Wei e en wicklungsideen ü Fo schendes Le nen
Um Fo schendes Le nen an de TH Köln wei e zuen wickeln sehen die be ag en Leh enden zum
einen die einhei liche Beg i sklä ung als wesen lich. Da übe hinaus we den Bes -P ac ice-Beispiele
als O ien ie ung ü die eigene Leh ges al ung als hil eich benann und eine Aus ich ung des P ü-
ungssys ems de Hochschule au al e na i e und kompe enzo ien ie e P ü ungen angesp ochen.
Fakul ä sin e n und akul ä sübe g ei end wünschen sich die Leh enden meh Aus ausch zu cu icula-
en Aspek en des Fo schenden Le nens sowie zum Konzep an sich. Zusä zlich we den indi iduelle
Wei e en wicklungspe spek i en ü die Ges al ung de eigenen Leh e ans al ung e ö ne (z.B. die
eigene Rolle als Leh pe son im Fo schenden Le nen nochmals zu übe denken).
5 Anwendungsmöglichkei en de E gebnisse im Be eich S udium
und Leh e
Die Cha a gu e Leh e o mulie hochschuldidak ische Fo schung in e s e Linie als anwendungso i-
en ie e Fo schung (Wild e al., 2013, S. 106). Du ch das Fo schungs eld Hochschule und die Fo -
schungsgegens ände is hochschuldidak ische Fo schung mi p axiso ien ie en F ages ellungen
e knüp (Schape , 2014, S. 74). Du ch die Be agung on Leh enden zu ih en E ah ungen mi de
Ges al ung on Fo schendem Le nen in ih e Leh p axis is die o liegende quali a i e S udie zum
Fo schenden Le nen anwendungso ien ie ausge ich e . Sie se z au Ebene de Ges al ung on Leh -
und Le nsi ua ionen an. Um die E kenn nisse ü die Anwendung in de P axis au zube ei en und
unmi elba nu zba zu machen, is es wich ig, eine enge Koope a ion mi den be eilig en Ak eu en
und Un e suchungspa ne *innen zu ealisie en, wie es auch in de o liegenden S udie umgese z
wu de (Wild e al., 2013, S. 106). So können die Fo schungse gebnisse au meh e en Handlungsebe-
nen on S udium und Leh e einen Bei ag zu Wei e en wicklung des Fo schenden Le nens an de TH
Köln leis en.
Fo schendes Le nen aus Sich on Hochschulleh enden
151
5.1 Handlungsebene Leh ende und Le nende
Au Ebene de Leh enden und Le nenden können au G undlage de Fo schungse gebnisse zielg up-
pen- und beda so ien ie e Wei e bildungs o ma e ü die Leh enden en wickel we den. So ließen
die E gebnisse in die Ges al ung hochschuldidak ische Wo kshops und Be a ungsangebo e o O
ein, z.B. in den Wo kshop zum Thema „Fo schendes Le nen und P ü en“.
Die in den In e iews genann en He aus o de ungen sowie en sp echende Lösungsmöglichkei en, die
bei de e olg eichen Ges al ung diese he aus o de nden Si ua ionen un e s ü zen können, konn en
in einem Dokumen s uk u ie zusammenge ass we den und s ehen den Leh enden online zu
Ve ügung5.5Sie können ande en Hochschulleh enden eine O ien ie ung bie en, wie He aus o de un-
gen bewäl ig we den können bzw. eine Re lexionsg undlage ü die Planung und Ges al ung on
Fo schendem Le nen be ei s ellen. Obwohl die He aus o de ungen und die en sp echenden Lö-
sungsansä ze in de o liegenden S udie speziell ü das Fo ma des Fo schenden Le nens e hoben
wu den, lassen sich manche Lösungen auch bei He aus o de ungen ande e ak i ie ende Leh - und
Le nkonzep e inden. So s ell sich beispielsweise ü iele Leh ende die F age: „Wie beglei e und
un e s ü ze ich bei g uppendynamischen Schwie igkei en?“ Diese F age kann imme dann ele an
sein, wenn S udie ende in (P ojek -)Teams a bei en – was auch bei ande en kollabo a i en Konzep en
wie z.B. dem p ojek basie en Le nen de Fall is .
Leh ende äuße en iel ach den Wunsch nach Ma e ial und Good-P ac ice-Beispielen. Ma e ial s eh
ihnen je z neben dem Lei aden ü he aus o de nde Si ua ionen und Lösungsmöglichkei en auch in
Fo m eines S eckb ie s zum Fo schenden Le nen66sowie in eine Da s ellung des Fo schenden Le -
nens mi Umse zungsbeispielen an de TH Köln im S o y elling o ma 77zu Ve ügung. Übe die Pla -
o m haben Leh ende zei - und o sunabhängig die Möglichkei , einen Einblick in das didak ische
Konzep und konk e e Umse zungss a egien an de TH Köln zu e hal en.
Im Rahmen de hochschuldidak ischen Be a ung bes eh auch ü einzelne Leh ende die Möglichkei ,
sich ü die Ges al ung ih e Leh e be a en zu lassen und übe einen Ve eile zum Thema Fo schendes
Le nen geziel mi In o ma ionen zum Thema e so g zu we den.
55 Lei aden Fo schendes Le nen - He aus o de ungen und Lösungsansä ze ü Leh ende: h ps://www. h-
koeln.de/mam/downloads/deu sch/hochschule/p o il/leh e/ o schendes_le nen__he aus o de ungen_und_l__sungsans
__ ze.pd
66 S eckb ie „Fo schendes Le nen“: h ps://www. h-
koeln.de/mam/downloads/deu sch/hochschule/p o il/leh e/s eckb ie _ o schendes_le nen.pd
77 Fo schendes Le nen an de TH Köln im S o y elling Fo ma : h p:// o schendes-le nen.p o il2.web. h-koeln.de/ (E s ell
du ch das Medienbü o de TH Köln)
Benjamin Klages
254
Diese wi d dann eben nich anhand on pe sönlichen Handlungsansä zen ode zweck a ionalen
Besch eibungs o men mi els s anda disie e Be agungen dokumen ie , sonde n ielmeh als Mo-
dus habi ualisie e Handlungen im unmi elba en Vollzug in den Blick ge ück (ebd., S. 194). Hoch-
schulleh e de a zu konzep ualisie en, schließ an undie e Fo schungsa bei en im Feld an, so die
Falls udie zu manage ialen Go e nance akademische Leh ä igkei (Schmid, 2016). Da in wu den
analy ische Ka ego ien wie „Leh -Mo i a ion, Leh -O ien ie ung und alles Leh -Handeln als eine eld-
spezi ische Fo m(ie ung) on sozialem In e esse bzw. In e essen eihei hin e ag und als Leh -
Habi us ekonzep ualisie “ (ebd., S. 13 .). In diesem Sinne bezeichne de Beg i Habi us du ch Le -
nen e wo bene und au einande bezogene, in de Regel unbewuss e Wah nehmungs-, Denk- und
Handlungsmus e , die ak uellen P ak iken soziale Ak eu e im Rahmen soziale S uk u en und Ins i u-
ionen zug unde liegen und gil als „E zeugungsmodus de P axis o men“ (Bou dieu, 1979, S. 164).
En sp echend en wickel sich auch de Leh -Habi us p ozessha , „in ühen, auch geschlech sspezi i-
schen Sozialisa ionsp ozessen; e wi d abe p imä in achspezi ischen Leh kul u en e wo ben, e -
zeug diese meh ode wenige kon o men Leh p ak iken und ep oduzie dadu ch die dominie ende
Leh kul u “ (ebd., S. 210), so zeichne es eine S udie zu Leh -/Le nkul u en und Kompe enzen wick-
lung (Schaepe , 2008) anschaulich nach und schließ unmi elba an die A bei zu Kul u en de Fäche
(Liebau & Hube , 1985) an.
So gesehen is Le nen on Leh en also meh ein langsames Gewöhnen und Mi machen als eine e lek-
ie e Aneignung. Dabei en wickeln die Ak eu *innen eines sozialen Feldes, in diesem Fall de Hoch-
schulleh e, kon inuie lich eine Vo s ellung om Funk ionie en dieses Feldes als „Sinn ü das Spiel“
(Bou dieu, 1987, S. 122), welche wiede um eine Teilnahme da an möglich mach . De Bei ag zu
Beobach ungen zu wechselsei igen Kons i u ion on Geschlech und Wissenscha (Beau aÿs, 2003)
zeichne diesen P ozess ü meh e e Fachbe eiche nach und zeig „wie im wissenscha lichen All ag
die Hal ung eingeüb wi d, die aus Dok o and*innen Wissenscha le *innen ih es Faches we den läss .
Sie e we ben so ih en Glauben an das Spiel.“ Dabei kann dann jede* als pe sonelle* Ak eu *in im
Feld in gewisse Hinsich indi iduelle Sou e äni ä gewinnen. Beispielsweise ü Sozial- und Geis es-
wissenscha le *innen gil , dass „sie ü sich allein a bei en. Sie lau en ‚übe den Gang‘, den ande en
gelegen lich übe den Weg“ (ebd., S. 126). Da in zeig sich mögliche weise die Kon u dessen, was
sich als die gängige subjek i e Einschä zung on Wissenscha le *innen im Hinblick au wissenscha -
liches Wissen scha en – sowohl in Fo schung als auch in de Leh e – bezeichnen läss , nämlich in
äuße s em Maße selbs bes imm zu a bei en. Diese Fo m de Au onomie is aus eine p axeologi-
schen Pe spek i e s i ig, zumindes wenn ane kann wi d, dass „objek i e E kenn nis und au ono-
mes E kenn nissubjek P oduk e kollek i e P ozesse sind, die sie als on eben diesen sozialen P ozes-
sen gelös e scheinen lassen“ (ebd., S. 254).
Die Bedeu ung dieses doppel en Bodens gil es in de empi ischen Analyse soziale Handlungsp axis
im p axeologischen Sinne zu ekons uie en, da da on auszugehen is , dass „die Handelnden nie ganz
genau wissen, was sie un“ und dass ih em Tun s e s „meh Sinn [zugesch ieben we den kann], als sie
selbe wissen“ (Bou dieu, 1987, S. 127). Mi diesem me hodologischen S andpunk is also explizi
da on auszugehen, dass die P axis de Hochschulleh enden sei jehe eine kollek i e P axis da s ell ,
gleichwohl die S uk u diese P axis im Lau e de Zei en und An o de ungen an das und im Feld
Va ian en da on he o geb ach haben.
Koope a ionen on Hochschulleh enden
255
3.1 Dokumen a ische Gesp ächsanalyse
Die Un e scheidung on Sinndimensionen is im Zusammenhang de Dokumen a ischen Me hode in
den e gangenen Jah en eldübe g ei end e p ob und elabo ie wo den (bspw. Bohnsack, 2003,
Bohnsack e al., 2001). Im Anschluss an die Wissenssoziologie Ka l Mannheims und die Kul u soziolo-
gie on Pie e Bou dieu ziel diese Fo m sozialwissenscha liche Analyse au die Rekons uk ion de
Un e scheidung on Wissens ypen on indi iduellen und kollek i en Ak eu *innen (Bohnsack, 2006).
Da on ausgehend, dass ihnen sowohl e lexi es, kommunika i e ügba es Wissen als auch hand-
lungsp ak isches, a heo e isches, lediglich konjunk i e ügba es Wissen zu eigen is , geh es in de
Analyse mi de dokumen a ischen Me hode da um, „dieses implizi e ode a heo e ische Wissen zu
beg i lich- heo e ischen Explika ion zu b ingen“ (Bohnsack e al., 2001, S. 12). Dabei wi d da on
ausgegangen, dass die Ve ügba machung dieses handlungslei enden E ah ungswissens au einem
„Wechsel de Analyseeins ellung“ (ebd.) basie , de sich im Wesen lichen au die jeweils in e essie-
ende Handlungsp axis ich e : „Es is dies de Wechsel on de F age, was die gesellscha liche Reali-
ä in de Pe spek i e de Ak eu e is , zu F age danach, wie diese in de P axis he ges ell wi d“ (ebd.).
In diese A bei geh es um die Handlungsp axis koope a i en Hochschulleh ens, konk e um Si ua i-
onen, in denen Leh ende in S udiens uk u en Bildung ges al en. Bei de empi ischen Inblicknahme
spiel das Milieu als gängige O de Beg ündung o allem des konjunk i en E ah ungswissens eine
ehe nachgeo dne e Rolle, wohingegen de O ganisa ion ü die Rekons uk ion des Modus Ope andi
de Handlungsp axis hie eine wesen liche Bedeu ung zugesch ieben we den kann (Vogd, 2015).
Denn übe die diessei s legi imie en Denk- und Handlungsmus e ge ie en sich o ganisa ionale
Wi klichkei skons uk ionen als „Re e enz ahmen, an dem die Mi gliede eine Kul u ih Ve hal en
aus ich en“ (Mensching, 2010, S. 233).
Die besag e Un e scheidung on Wissens o men kann ebenso au O ganisa ionen und ih e Mi gliede
im Sinne eines kollek i en Ak eu s übe agen we den. So gesehen bilden die kodi izie e Regels uk-
u und die lei bildbezogene Selbs p äsen a ion im Sinne eine co po a e iden i y kommunika i e-
lek ie es Wissen ab (Bohnsack, 2016). „In diesem Sinne wü den dann Ak i i ä en, die mi dem Beg i
‚Co po a e Iden i y’ umsch ieben we den können (Lei bilde , einhei liches E scheinungsbild, ange-
s eb e Ve hal enscodex e c.), einen gemeinsamen ins i u ionellen Rahmen sugge ie en, inne halb
dessen die O ganisa ionsmi gliede jedoch wei e hin ih en spezi ischen, nich übe g ei end ge eil en
O ien ie ungen olgen“ (Vogd, 2009, S. 27). Dabei wü de au de kommunika i en Ebene eine übe -
g ei ende Einhei de O ganisa ion kons i uie , die sich in gewisse Weise auch an das Konzep de
„losen Kopplung“ in de O ganisa ions heo ie (Weick, 1995, S. 162) anschließen läss , was übliche -
weise in de Analyse on Hochschuls uk u en und de da in ä igen Wissenscha le *innen genu z
wi d (bspw. Al a e , 2007). Au diese Ebene ode zwischen diesen „Un e einhei en“ ode „Subsys e-
men“ und ih en „ es en Bindungen“ sind konjunk i e E ah ungs äume und das da übe e mi el e
Wissen kons i u i (Bohnsack, 2016, S. 20).
Benjamin Klages
256
Dabei s eh die Einhei esp. s ehen die Einhei en de O ganisa ion o de He aus o de ung de In-
eg a ion on Di e si ä , da nich no wendige weise ein ge eil e konjunk i e E ah ungs aum und
gemeinsame O ien ie ungen de Mi gliede o liegen. Dass diese Bindungss uk u in de Regel übe
„Ambi alenzen, kon lik ha e Auseinande se zungen, Konku enzen ode Uneindeu igkei en zwi-
schen O ganisa ionsmi gliede n“ cha ak e isie is (Mensching, 2010, S. 232), s ell somi ehe den
No mal all als eine Ausnahme da . Demnach kann es als „eigen liches Bezugsp oblem“ gedeu e
we den, All agsp axen zu en wickeln, die auch wide sp echende O ien ie ungen in eg ie ba machen.
Dabei kann es O ganisa ionen und ih en Mi gliede n also nich o angig um die He s ellung eines
einhei lichen konjunk i en E ah ungs aums, sonde n ehe um „das Aba bei en un e schiedliche
Wissensbes ände“ (ebd.) gehen.
Mi diesem Ve s ändnis se z eine empi ische Analyse an de Di e enz zwischen de explizi en Selbs -
besch eibung de O ganisa ion au kommunika i e Ebene und de implizi en und endenziell di e -
gen en Selbs hema isie ung au konjunk i e Ebene an, denn „jenes, sich in de Handlungsp axis de
Ak eu e dokumen ie ende Wissen is on en scheidende Bedeu ung ü die S uk u ie ung on O -
ganisa ion“ (Mensching, 2010, S. 233).
Wenn nun da on ausgegangen wi d, dass au diese Ebene de Zweck eine O ganisa ion – und dami
auch die Funk ion de a bei smäßigen Zusammenkun in de Regel – „alles ande e als kla “ is und
kein ixes Momen de O ganisa ion da s ell (ebd., S. 323), lieg es nahe, O ganisa ionen als „zweck-
suchende“ zu en we en, die in einem „ o lau enden sensemaking“ (Vogd ,2009, S. 25) ih e Zwecke
selbs he s ellen und ak ualisie en.
Mi de Zuspi zung de Dokumen a ischen Me hode au eine gesp ächsanaly ische Pe spek i ie ung
kann nun die Kons i u ion eines kollek i en Gedäch nisses aus de in e ak i en Bezugnahme de
Be eilig en in ih e jeweiligen D ama u gie und dem jeweils „spezi ischen Modus de Disku so ganisa-
ion“ sich ba we den (Bohnsack & P zybo ski, 2006). Da on ausgehend, dass Gesp äche sich in ih em
Vollzug on au einande au bauenden selek i en Bezugnahmen und Ve dich ungen au eine S uk u
einspielen, können übe ih e Rekons uk ion en sp echende, ü dieses Tun kons i u i e E ah ungs-
äume iden i izie we den. Diese O ien ie ungss uk u gewinn ih e jeweiligen Bedeu ungen e s o
den Ve gleichsho izon en on Kon ingenzen, also o al e na i en Reak ionen und In e ak ions e läu-
en, sodass „in de ekons uk i en Ve gegenwä igung es dann de jeweils ak uelle Ho izon ande e
Möglichkei en is , welche den damaligen P ak iken und Handlungen ih e ak uelle Bedeu ung e -
leih “ (Bohnsack, 2016, S. 15).
Vo diesem me hodologischen Hin e g und können e ne die Modi eine kollek i en Sinnp oduk ion
und dami die Kons i u ion on Gemeinscha lichkei – welche Fo m auch imme – im Sinne a bei s-
eilige Disku se he ausgea bei e we den. Welche Fo m diese Kollek i i ä is , en scheide sich dann
in de A und Weise, wie die am Disku s Be eilig en in e ak i au einande Bezug nehmen: In einem
„Sich-wechselsei ig-S eige n und -Fö de n, im diame alen Gegeneinande , in de kommen ie enden
E gänzung ode auch in de sys ema ischen Ve einnahmung de ande en inden jeweils ande e Fo -
men undamen ale Soziali ä ih en Ausd uck“ (Bohnsack & P zybo ski, 2010, S. 235). Übe eine kon-
e sa ionsanaly isch beg ünde e Heu is ik we den hie Aussagen übe Modi de O ganisa ion eines
Disku ses in endie , die au eine Rekons uk ion de „ o malen S uk u des Disku ses als Ve häl nis
zwischen O ien ie ungsgehal en“ zielen (P zybo ski & Wohl ab-Sah , 2008, S. 292). Zu Ve anschauli-
Koope a ionen on Hochschulleh enden
257
chung we den nach olgend zwei exempla ische Momen e eines solchen Geschehens in de Hoch-
schulleh e einge üh und p ägnan in e p e ie . Die Passagen zeichnen sich jeweils in besonde e
Weise du ch eine in e ak i e Dich e aus, beziehungsweise we den als d ama u gische Höhepunk
des jeweiligen Gesp ächs e lau s gedeu e (Bohnsack & P zybo ski, 2006).
Fall I – Eins immigkei
Die gezeig e Passage is Ausschni de T ansk ip ion eines e s malig in de Kons ella ion s a inden-
den T e ens de Leh enden aus dem A bei sbe eich G undschulpädagogik/Le nbe eich Sachun e -
ich an eine g oßen Uni e si ä . Mi de Einladung wu de angekündig , dass es um die „Bewe ung
on Hausa bei en“ und „einzelne A bei en sowie ‚P oblem älle‘ zu besp echen und in de G uppe
Lösungen zu inden“ gehen soll. Zudem wu de zu „Vo be ei ung“ das „K i e ien as e des Le nbe-
eichs Sachun e ich “ beige üg . Von den ün anwesenden Leh enden ha eine die einschlägige
P o essu (im T ansk ip D ) inne, d ei sind als wissenscha liche Mi a bei e *innen (A ; C ; E ) mi
Leh e p lich ung be is e anges ell und weisen jeweils meh jäh ige einschlägige Leh e ah ungen
au , die ün e Teilnehme in is haup be u lich als G undschulleh e in (B ) ä ig und s eh gleichzei ig
ku z o dem Abschluss ih es e s en Semes e s als Leh ende mi Leh au ag an de Uni e si ä . De
Ausschni des T ansk ip s se z wenige Minu en nach de o malen Gesp ächse ö nung und dem
e spä e en Dazukommen de P o esso in ein.
C : Äh und ich habe nochmal da au hingewiesen, dass je z im Sachun e ich ja sowieso auch keine
Modula bei en meh gesch ieben we den; alle dings wohl die Bachelo a bei ; das heiß es muss schon
passend sein; weil die Modula bei bei uns dann ein S ück wei da au o be ei e .
D : └Ja.
C : └Ähm; ande -
sei s i- im S udium is das ja auch nich meh ele an ; bei euch. E s ü die Bachelo a bei dann.
D : └Genau. Es is schon ele an in de Hinsich , dass wi sagen; alles was sch i lich abgegeben wi d;
soll sich im P inzip äh an so an Fo men an- anpassen. Äh ansons en abe has du Rech ; da geh ’s dann
eigen lich e s um die Bachelo a bei ; und was ich ielleich dazu noch sagen kann; ähm dies- diese
K i e ienka alog; de is also s ändig in Bewegung. Je z is e , glaube ich; unge äh ein Jah . ielleich
ja ein ein ie el Jah ode sowas; nich meh wei e bea bei e wo den, abe ähm ansons en is de ei-
gen lich imme in Übe a bei ung; und wenn da je z i gendwelche gu en Ideen kommen, wo man sa-
gen kann, das müss e man nochmal anpassen, die Si ua ion is je z ein bisschen ande e; ähm dann is
de ; de is lebendig. Das is zwa je z ne PDF abe de ; da gib ’s n S ock dazu und da kann man imme
d an a bei en. Also nich das je z wie in S ein gemeißel e s ehen; sonde n das muss imme so ange-
pass sein das es auch äääh e nün ig zu e wenden is .
A : └Vielleich können wi da ja nochmal ein
T e en ausmachen ähm ich weiß nich (2) in zu Beginn des neuen Semes e s; und da übe nochmal
sp echen, das wi zusammen hal auch; au uns au eins einigen, indem wi nu gucken, wo noch was
angepass we den könn e.
D : └Seh ge n
A : └ode e ände we den könn e.
Benjamin Klages
258
D : └Ja ja schön schön
C : └Dann dann mi al-
len ne? Also
A : └Ja ja genau
D : └Dann können das alle nochmal lesen. Und genau
A : └Wi ha en sowieso o hin
schon i gendwie; abe ähm uns ge ag ob es ielleich sinn oll wä e, dass wi zu Beginn des Win e -
semes e s mal ein Sachun e ich -Allgemeine-G undschulpädagogik-T e en machen; dami das zu-
sammenwachsen kann; was je z auch zusammenwachsen soll
In diese Passage läss sich eine inkludie ende Disku so ganisa ion in einem endenziell uni oken
Modus ekons uie en. Es dokumen ie en sich gemeinsame, eldspezi ische E ah ungszusammen-
hänge de am Disku s be eilig en Hochschulleh enden. En lang zumeis ge eil e O ien ie ungsgehal-
e – wie beispielsweise zu no wendigen, weil hil eichen Wei e en wicklung eines K i e ienka alogs
zu Bewe ung on S udienleis ungen sowie de T anspa enz desselben, ode auch hinsich lich de
la en en Rep oduk ion eine wissenscha simmanen en Hie a chisie ung on Posi ionen de be eilig-
en Hochschulleh enden (P o essu – wissenscha liche Nachwuchs) – deu e die Passage im Wesen li-
chen au einen kollek i ge eil en O ien ie ungs ahmen hin. Diese o mulie sich hie exempla isch
in de Be ei scha zu Be eiligung an Ins i u ionalisie ungen eine S anda disie ung on s udienspezi-
ischen Leis ungsan o de ungen und mach sich le z lich selbs zum Gegens and de Bea bei ung. Die
da in liegende O ien ie ung au „anpassen“ ich e sich sowohl au den Gegens and des Tuns („ange-
glichene K i e ienka alog“) als auch das Tun als G uppe an sich („wi “ und „zusammenwachsen“),
wobei hie schon en schieden schein , dass es g undsä zlich Abs immung b auch und wie sie he zu-
s ellen is .
Fall II – Wide sp üchlichkei
Die olgende Passage is Ausschni de T ansk ip ion eine im Semes e u nus s a indenden Modul-
kon e enz im WiSe 2015/16 an eine kleinen Hochschule mi S udiengängen im Be eich Sozialwesen.
Bei dem e wa zweis ündigen T e en de im s udiengangübe g ei enden Modul zu empi ischen
Sozial o schung Leh enden, wa en sieben on insgesam zehn Leh enden anwesend. Mi de Einla-
dung wu den die Be eilig en zu Wei e en wicklung des Fo schungsmoduls und zum Aus ausch zu
ak uellen F agen in de Leh e au ge u en. Un e dem le z genann en Punk s ell e zum Ende de
Ve ans al ung ein Leh ende die F age, wie mi de Si ua ion umzugehen is , dass nich be ei s im
Planungsp ozess on Leh e ans al ungen kla wi d, wie iele S udie ende gep ü we den müssen,
da dies en scheidenden Ein luss au de en Be eiligung am Ve ans al ungsgeschehen und dami ein-
he gehend an den Leh o be ei ungen habe.
C : Wi können nu aus inden, ob sie einen machen wollen und dann können wi ja o geben, ob sie
ein Re e a ode beispielsweise eine Hausa bei sollen. Ich habe das an eine ande en Hochschule auch
imme gemach , da habe ich denen imme am An ang gesag soundso iel Wo kload p o Ve ans al-
ung, das sind die Inhal e und sie müssen soundso iel o be ei en und nachbe ei en wie einen Tex
lesen ode Reche cheau gabe ode eine Übung o be ei en die dann du chge üh wi d ode sowas.
Koope a ionen on Hochschulleh enden
259
Im P inzip können wi dami a gumen ie en, denn das is meines E ach ens eine A gumen a ion und
Kul u sache, die man dann in die Köp e b ingen muss.
Bm: └ Machs du den Teilnah-
meschein da on abhängig?
C : └ Nein, es ha eine ein appella i e Wi kung. Ich habe ja auch keine
Teilnahmelis en und weiß nich , ob die wi klich 75% da wa en und dann können sie mi den Schein
un e sch eiben. Ich habe diese Übe p ü ungsmöglichkei nich , es geh allein da um, zu appellie en
und da um, zu a gumen ie en deshalb müssen sie sich ak i o be ei end einb ingen
Am: └ Und wenn es
nich unk ionie gib ’s da zwei Möglichkei en, en wede es wi d so ein Gesp äch aus dem Bauch he -
aus ode ich mach ne Vo lesung. Und nen Gesp äch aus dem Bauch he aus mach ich nich und dann
ede ich Millionen on Wo en und das is nich schön
C : └ Abe ich ind das muss sich nich wide sp e-
chen, ne In e ak ion zu haben ode ne P ü ungsleis ung. Ich geb auch so mal d ei Sei en Tex zu lesen
im Semina und de wi d eben dann besp ochen
Am: └ Ich mach das nich im Semina , das is nich
Hochschule, also kein adäqua es Vo gehen
Bm: └ Ich mache das auch nich . Gleichwohl gehe ich nich
da on aus, dass alles das gelesen habe, was ich o geschlagen habe
C : └ Ja genau, und da ü is mein
Semina nich nach 5 Minu en beende , wenn die S udie enden die Tex e nich gelesen haben. Das
habe ich je z auch on S udie enden gehö , dass Semina e dann beende wu den
Am: └ Das mach ich
auch nich
Cm: └ Und das is ne Reak ion da au und mi dem Wissen, dass e was nich gelesen wu de sage
ich, sie machen den Abschni , sie den und sie den und dann besp echen wi das dann gemeinsam.
Das is dann eine Fo m de Bea bei ung, kla wohl auch e was un e gesch aub
Am: └ Ich bin mi nich si-
che , wenn die die Tex e o he nich gelesen haben, dann mach ich das.
C : └ Das is die F age, was
komm dann ehe an? Dass wenn sie sich einen Teil nochmal e a bei en du chd ingen ode indem sie
es dann hö end
Am: └ du chd ingen
Cm: └ Ja
Benjamin Klages
260
Am: └ Das inde ich ein ech es P oblem, dass man so ein bisschen den
Eind uck ha , dass die S udie enden, weil sie ja auch a ional handelnde Ak eu e sind, diese u ili a is i-
sche Eins ellung mi sich b ingen, sich dann übe legen, in welchem Modul muss ich am wenigs en
Au wand be eiben ü einen Schein. Das habe ich auch schon e leb . Is auch keine schöne Geschich e,
inde ich.
Bis dahin läss sich eine ehe inkludie ende Disku so ganisa ion in einem endenziell an i he ischen
Modus ekons uie en. Es dokumen ie en sich gemeinsame, eldspezi ische E ah ungszusammen-
hänge de am Disku s be eilig en Hochschulleh enden. En lang sowohl ge eil e als auch di e en e
O ien ie ungsgehal e und dami einhe gehende Enak ie ungspo enziale als Chancen de Ve wi kli-
chung dessen, so beispielsweise hinsich lich eine p agma ischen Legi imie ung s. eine ideellen
Delegi imie ung konk e e hochschulische Leh o men („mal d ei Sei en Tex zu lesen im Semina “),
deu e die Passage im Wesen lichen au einen kollek i ge eil en O ien ie ungs ahmen hin, de sich in
de Be ei scha zu disku si en Auseinande se zung übe adäqua es Vo gehen in de Hochschulleh e
o mulie („Ich mach das nich im Semina , das is nich Hochschule, also kein adäqua es Vo gehen“). Das
Vo gehen wi d in diesem Beispiel im Wesen lichen übe die wah genommenen Vo ausse zungen de
S udie enden mi bes imm („Das is die F age, was komm dann ehe an? Dass wenn sie sich einen Teil
nochmal e a bei en du chd ingen ode indem sie es dann hö end“).
In einem Wide s ei on Posi ionen we den neben e ah ungsbasie en Exempli izie ungen auch
a gumen a i konzep ionelle Da s ellungsak i i ä en als Fo men de Deu ung de p oblema isie en
Si ua ion gezeig , die le z lich kein zwingendes E o de nis eine einhei lichen Sich weise ode ga
eine en sp echenden o ganisa ionalen Regulie ung o mulie en.
3.2 Eins immigkei und Wide sp üchlichkei als Modi on Abs immung
In den e s en Analysen des empi ischen Ma e ials dokumen ie sich eine wiede keh ende und wei -
eichende O ien ie ung eine wah genommenen An o de ung zu Umges al ung on Leh e und
S udium im Hinblick au die F age danach, wie das je Eigene on Wissenscha als spezi isch-
akademische A bei sweise du ch Leh e und S udium e mi el we den kann. Im e s en Fall en lang
de Bes immung dessen, was eine gu e S udie p axis im Sinne eine A bei s- und Sch eibweise aus-
zeichne beziehungsweise wie ein en sp echende S anda d o mulie und e mi el we den kann
sowie im zwei en Fall en lang de Auseinande se zung übe adäqua e Fo men hochschulische Leh e.
In beiden Fällen wi d deu lich, dass sich die Leh enden hema isch au die Ges al ung on Leh e und
S udium als Bildungsau ag und den en sp echenden Zweck de Hochschule beziehen. Beide Fälle
kennzeichne ein inkludie ende Modus de Disku so ganisa ion, de on eine ge eil en Rahmeno i-
en ie ung de G uppe ge agen is , ode ande s gesag , die gemeinsame O ien ie ung de G uppe
zum Ausd uck b ing und den Disku s im Konsens schließ (P zybo ski, 2004). Dazu ein beide Ge-
sp ächssi ua ionen ein ähnliche Kon ex (Hochschulleh e im Be eich Sozialwesen und im Be eich
G undschulpädagogik)2 als po enziell ge eil e E ah ungs aum.
Die Un e schiede hingegen liegen sowohl in de Ein ich ungs o m (kleine Hochschule s. g oße Uni-
e si ä ), de o ganisa ionalen S uk u ie ung (Regelmäßigkei de Zusammenkun in diese Fo m),
2 Zumindes so e n man die e b ei e e Clus e ung on SAGE-S udiengängen (Sozialen A bei , Gesundhei und E ziehung)
be ücksich ig .
Koope a ionen on Hochschulleh enden
261
den e handel en F ages ellungen als auch in de – im o liegenden Bei ag jeweils in e p e ie en –
Disku so ganisa ion und den da übe dokumen ie en O ien ie ungsgehal en. Im Fokus des nächs en
Abschni s soll nun de le z genann e Aspek konk e isie we den.
Es wu den in den ku zen In e p e a ionen zwei Disku smodi un e schieden, eine sei s de uni oke,
ande e sei s de an i he ische: E s e e läss sich, zusä zlich zum ge eil en E ah ungshin e g und,
du ch den „gemeinsamen Vollzug gesam e Disku sbewegungen“ (ebd., S. 287) cha ak e isie en, de
au einhei liche Ho izon e de O ien ie ung inne halb de G uppe e weis . Ande s beim an i he i-
schen Modus, in dem zwa auch du chaus on ge eil en E ah ungshin e g ünden ausgegangen
we den kann, wo gleichzei ig abe sich ba e Konku enzen ode o ene S ei au wide sp üchliche
O ien ie ungsgehal e hindeu en, die ehe im Vollzug eine abschließenden Syn hese zu einem O ien-
ie ungs ahmen zusammenge üh we den (ebd.).
Das is dann on besonde e Rele anz, wenn es um die (Re-)S uk u ie ung und Posi ionie ung inne -
halb o ganisa ionale Ge üge wie de Hochschule ode on A bei sbe eichen im Fachkon ex und
gleichzei ig de G uppenmi gliede zu- ode un e einande und zu ande en Ak eu *inneng uppen
geh . In Fall I he sch in de Ve s ändigung zum Thema des Gesp ächs wei es gehend Einigkei . Dabei
kann die F age de S anda disie ung on wissenscha lichen S udie leis ungen als anspa en e Maß-
gabe de Fo m des akademischen Mi einande s gedeu e we den. Zudem wi d hie jedoch implizi
behandel , wie de je eigene A bei skon ex du ch ande e neu o mie wi d und wie die Hie a chie
inne halb de G uppe, hie de S a us de P o essu , endenziell indi e en ak ualisie wi d. In de
Bes immung, wie die Ve häl nisse de Ak eu *innen zueinande au gebau sind, kann in diesem Fall
ehe on eine asymme ischen Koope a ionss uk u gesp ochen we den, in de die jeweiligen O ien-
ie ungen de Be eilig en in eine jeweils höhe en Ak eu *innenkons ella ion abges imm ode en -
schieden we den.
Demgegenübe we den in Fall II die F age de Bezugnahme au die S a usg uppe de S udie enden
sowie dami einhe gehende Ve bindlichkei en und Fo men des Leh en und Le nens kon o e s e ö -
e . Dabei wi d explizi die Un e scheidung on innen und außen des Handlungs eldes Hochschulleh-
e und S udium ma kie , indem Leh e eine sei s am Ideal eine akademischen No m und ande e sei s
übe die an izipie e Wi ksamkei konk e e Ges al ungsweisen gemessen wi d. Die Einigkei schein
hie da in zu bes ehen, dass un e schiedliche und endenziell di e en e O ien ie ungsgehal e pa allel
bes ehen und es nich no wendige weise, zumindes zu diesem Zei punk , eines Konsenses da übe
beda . Dabei wi d quasi la en das ins i u ionalisie e Mach ge üge ela i ie , indem wede o ganisa-
ionsspezi ische No mie ungen noch s a usinhä en e Kompe enzen, beispielweise du ch die Modul-
lei ung, ins Spiel geb ach we den, sonde n ielmeh die di e sen Ho izon e eine g undsä zlich ge-
eil en O ien ie ung zu Abs immung in eine endenziell symme ischen Koope a ionss uk u zu
Disposi ion s ehen.
Benjamin Klages
262
Sowei zu den e anschaulichenden Einblicken in das Ma e ial und den engge üh en, o läu igen
E gebnissen de S udie. Übliche weise olg eine ekons uk i e Fo schung diese Manie meh e en
explizie en Analysesch i en, die hie nich in Gänze o ges ell und lediglich implizi ollzogen wu -
den. In diesem Bei ag wu de de Fokus o allem au pe o ma i e Gehal e geleg , mi dem Ziel, die
Bedeu ung de Kollek i i ä in de Hochschulleh e aus me hodologische Sich he o zuheben und
gleichzei ig achwissenscha lich zu kon ex ualisie en.
Im wei e en Ve lau de S udie wi d es noch da um gehen, Ve gleichsho izon e im Sinne kompa a i e
Analyse (bspw. Nohl, 2007, S. 263) einzu üh en, denn: „Je meh empi isch übe p ü ba e Fall e gleiche
in die Analyse einbezogen we den, des o meh we den die Ve gleichsho izon e in e subjek i übe -
p ü ba , und die an den eigenen S ando gebundenen Ve gleichsho izon e we den ela i ie “
(Bohnsack, 2010, S. 34).
En sp echend wi d bei de Samplebildung au eine kon as i e B ei e in Bezug au G uppens uk u en
und Zweck-/Ziels ellungen de a ige Se ings gese z . Die A de S uk u ie ung de Zusammenkün -
e eich on einem he kömmlichen G emium (akademische Selbs e wal ung) bis hin zu in de Hoch-
schule (sowohl zei geschich lich als auch o ganisa o isch) neuen und ku z is ige en G uppen (wie
Modulkon e enzen, Vo - und Nachbe ei ungen on Team-Teachings, kollegialen Leh en wicklungs-
p ojek en). In o melle, aus de hie da geleg en Fo schungspe spek i e zwa o enkundig in e essan e
In e ak ionsse ings, in denen Hochschulleh e hema isie wi d, wie sogenann e ‚Mensagesp äche‘
ode ‚Gesp äche zwischen Tü und Angel‘, we den o e s im Sample aus o schungsp agma ischen
G ünden außen o gelassen, au g und des endenziell ge ing o malisie en Maßes an Zusammena -
bei und en sp echend e schwe e Feldzugangsop ionen. Un e schiedliche Hochschul ypen als O e
zu Da ene hebung e wei e n die po enzielle Viel al des Samples, o allem im Hinblick au eine sei s
die Un e schiede on Hochschulen und Uni e si ä en und ande e sei s die Un e schiedlichkei on
Disziplinen und Wissenscha s adi ionen.
Da übe is schließlich die Gene alisie ba kei de E gebnisse im Modus on Typenbildung zu be-
s immen. Zu o de s o ien ie am S anda d de Gül igkei , d.h. de Angemessenhei on wissen-
scha liche , beg i lich- heo e ische Kons uk ion und empi ischem Sach e hal , wi d de Gel ungs-
be eich de Aussagenzusammenhänge o allem übe dessen G enzen zu bes immen sein, was als
epis emologisches Cha ak e is ikum ekons uk i e Fo schungszugänge gil (Bohnsack, 2005).
4 Hochschuldidak ische Viels immigkei
Fo schung als Ausgangspunk hochschuldidak ischen Handelns zu beg ei en, e weis au den Dis-
ku s de P o essionalisie ung on Leh e an Hochschulen und o mulie den S a e o he A , inso e n
„Hochschuldidak ik den Zweck ha , die Ve wi klichung de Idee de Bildung du ch Wissenscha zu
e o schen und zu ö de n“ (Reinmann, 2016, S. 52). Dass im Rückblick au die Jah e hochschuldidak i-
schen Wi kens äuße s un e schiedliche In e p e a ionen und handlungsp ak ische Folge ungen zu
ekons uie en sind, lieg nahe ( gl. ebd. S.45) und is wie jedwede Fo m on Mode nisie ung bes ens
übe den jeweiligen Zei geis zu deu en. Da da in die Ziele und Zwecke a iie en, kann es wiede um
ziel üh end ü die S abili ä de eigenen Posi ionie ung on Hochschuldidak ik als Disziplin und
Handlungsins anz sein, den Ansp uch an eine Selbs e s ändigung au ech zue hal en, denn „auch
Koope a ionen on Hochschulleh enden
263
Inno a ionss a egie is mi hin ü die Hochschuldidak ik Gegens and, nich nu als p ak isches und
heo e isches P oblem, sonde n auch als Au gabe ih e Selbs e lexion. T eib sie diese wei e o an
und un e such sie dabei ih e eigene Sp ache, so muß sie o die F age kommen, wiewei sie nich in
ih e p ak ischen Absich selbs nu ein Sp oß eines plane ischen ode in e en ionis ischen, jeden alls
au Zweck a ionali ä e p lich e en Zug i s au die Hochschule is “ (Hube , 1983, S. 134). De a ige
P oblembesch eibungen eine Didak isie ung on Bildung beziehen sich imme wiede auch au
Hochschuldidak ik (G uschka, 2002, S. 287 .) und mahnen die no wendige Un e scheidung on Di-
dak ik als Re lexionsins anz ü Bildungsanliegen und eine Didak ik zu Ve mi lungss eue ung, ehe
im Sinne eine Hochschulme hodik, an.
T o z de un e schiedlichen En s ehungsgeschich en läss sich in diesem Zusammenhang inspi ie end
Bezug nehmen au die s uk u ähnliche e ziehungswissenscha liche Deba e zu Ve wissenscha li-
chung de Pädagogik. Un e Beg i en wie einem Theo ie-P axis-P oblem (Benne 1980), de Bedeu-
ung on Handlung und Re lexion (Lenzen, 1996) ode übe die Suche nach No ma i i ä und No ma-
i e (in) de Pädagogik (Fuchs e al., 2013) we den do P ozesse und Aussagen mi Sollenscha ak e
un e such , die ih e sei s eine al e nie ende Besch eibung des Is -Zus andes e möglichen (sollen).
Mi einem de a igen P o essionalisie ungsansp uch kann on einem wissenssoziologischen S and-
punk eine „ ela ionis ische Pe spek i e“ ges ä k we den (Bohnsack, 2010, S. 39). Von hie müss e
heo e isches Wel -E kennen in Rela ion zu de Ebene eine en sp echenden beobach e en Hand-
lungsp axis gese z we den. Fü die P axis de Fo schung bedeu e dies o allem, die au den Gegen-
s andsbe eich bezogenen Theo ien und In en ionen – hie könn e das im wei es en Sinne de Kom-
plex Hochschulbildung sein – in Rela ion zu de Handlungsp axis selbs bzw. „zu dem diese Hand-
lungsp axis o ien ie enden Wissen zu se zen“ (ebd.). In diesem la en en Spannungs- und implizi en
Re lexions e häl nis eine Logik de P axis zu den e ügba en Theo ien und Iden i ä sno men, kann
eine Inblicknahme de konjunk i en E ah ungs äume zu „Rekons uk ion de Dynamik de P axis
und zu Ini iie ung explizi e Re lexions- und Le np ozesse“ bei agen (Bohnsack, 2016, S. 29).
Mi eine de a igen Pe spek i ie ung kann unmi elba an Hochschuldidak ische Fo schung zu Leh -
quali ä und Le nwi ksamkei sowie de en Ziels ellungen angeschlossen we den und zwa mindes-
ens inso e n, als „im Selbs e s ändnis de Hochschule als le nende O ganisa ion die Be eiligung
un e schiedliche Ak eu sg uppen und die Akzep anz eine Meh pe spek i i ä au die hochschulische
All agswi klichkei eine Vo ausse zung [is ], um Hochschulen wicklung zu be eiben“ (Me z-Göckel e
al., 2012, S. 217). Dabei ginge es um das iel äl ige Wissen de O ganisa ionsmi gliede und die „Ko-
ope a ion und Kop oduk ion on E kenn nissen de ele an en Ak eu sg uppen“ (ebd.).
270
Inka Haak, D . e . na ., wa wissenscha liche Mi a bei e in de A bei sg uppe Physikdidak ik an de
Uni e si ä Pade bo n. Zu zei is sie Re e enda in am S udiensemina Pade bo n (Gymnasium Schloß
Neuhaus). Ih Fo schungsschwe punk is die S udieneingangsphase im MINT-Be eich mi Fokus au
de En wicklung und sys ema ischen Un e suchung on Un e s ü zungsmaßnahmen. Zu zei be-
schä ig sie sich mi de En wicklung on gu em Ma hema ik- und Physikun e ich .
Kon ak : [email p o ec ed]-pade bo n.de
Bjö n Kiehne, Dok o de E ziehungswissenscha en, lei e das P og amm ‚Be line Ze i ika ü
Hochschulleh e‘. E be ä Wissenscha le *innen bei de le no ien ie en Ges al ung ih e Leh e an-
s al ungen. Sein Fo schungsin e esse is de Ein luss de Le nbiog a ie au die Leh übe zeugungen
on Hochschulleh e nden.
Kon ak : bjoe n.kiehne@ u-be lin.de
Benjamin Klages is wissenscha liche Mi a bei e im Zen um ü Quali ä sen wicklung in S udium
und Leh e an de Uni e si ä Po sdam. Als Diplom-Pädagoge se z e sich sowohl im Zusammenhang
hochschuldidak ische Be a ung und En wicklung, als auch übe e ziehungswissenscha liche Fo -
schung mi de P o essionalisie ung on Hochschulleh e auseinande .
Kon ak : benjamin.klages@uni-po sdam.de
Robe Ko d s-F eudinge , D . phil., is Junio p o esso ü pädagogische Psychologie mi Schwe -
punk hochschulisches Leh en und Le nen an de Uni e si ä Pade bo n. Seine Fo schung okussie
Emo ionen in de Hochschulleh e, das Le nen bei wissenscha lichen Tagungen sowie das Schola ship
o Teaching and Lea ning. Pa allel dazu bilde e Leh ende in hochschuldidak ischen Themen wie
Kompe enzo ien ie em P ü en, E aluie en, Be euen on Abschlussa bei en und dem E o schen de
eigenen Leh e wei e .
Kon ak : o[email p o ec ed]
Felix Sebas ian Koch is a esea che in de elopmen al psychology. He holds a PhD in Pedia ics om
Linköping Uni e si y, Sweden and has since hen ocused his esea ch on sociocogni i e de elopmen
in he p eschool yea s. His eaching, as a lec u e a he di ision o psychology a Linköpings uni e si-
e , ocuses on cogni i e and de elopmen al psychology. The eaching p og ams ha he is in ol ed in
include bo h eaching based on p oblem-based lea ning and mo e adi ional eaching me hods.
Con ac in o ma ion: [email p o ec ed]
Tanja K use, Diplom-Pädagogin is wissenscha liche Mi a bei e in de Zen alen Ein ich ung ü
Quali ä sen wicklung in S udium und Leh e (ZQS) an de Leibniz Uni e si ä Hanno e . Ih e A bei s-
und Fo schungsschwe punk e: Kompe enzo ien ie ung in S udium und Leh e, Bildungswissenscha -
liche Hochschul o schung, s uden ische Pe spek i en im S udien e lau .
Kon ak : k [email protected] e .de
Dagma Linna z is wissenscha liche Mi a bei e in im Zen um ü Leh en wicklung de Techni-
schen Hochschule Köln mi den A bei s elde n Fo schung und P ojek en wicklung.
Kon ak : dagma .linna z@ h-koeln.de
Ve zeichnis de Au o innen und Au o en
271
So ie M. M. Loyens is di ec o o he Roose el Cen e o Excellence in Educa ion (RCEE) and ull
P o esso o Excellence in Educa ion a Uni e si y College Roose el (UCR), one o U ech Uni e si y’s
libe al a s and sciences colleges. He chai o Excellence in Educa ion is he i s (and only) o i s kind
in he Ne he lands. She is also appoin ed as an Associa e P o esso in Educa ional Psychology a E as-
mus Uni e si y Ro e dam (EUR) and is cu en ly an associa e edi o o Con empo a y Educa ional
Psychology and edi o ial boa d membe o Educa ional Resea ch Re iew. He esea ch ocuses on
p oblem-based lea ning (o mo e b oadly s uden -cen e ed/cons uc i is lea ning en i onmen s),
mo i a ion om a Sel -De e mina ion Theo y pe spec i e, and sel - egula ed/sel -di ec ed lea ning.
Con ac in o ma ion: s.loyens@uc .nl
An je Nissle , Dipl.- Päd., is Teamlei e in und wissenscha liche Mi a bei e in im Teilp ojek Digi ale
Diagnos ik des P ojek ZUG-Fü die Zukun ge üs e an de Hochschule München. Zu Ih en Fo -
schungs- und A bei sschwe punk e zählen u. a. Leh be a ung, Ve besse ung de Leh quali ä im
MINT-Be eich und Le np ozesse on Hochschulleh enden.
Kon ak : an je.nissle @hm.edu
Pe e Reinhold, P o . D . e . na ., is Lei e de A bei sg uppe Physikdidak ik und Mi glied de S eu-
e g uppe des Quali ä spak -Leh e-P ojek s „He e ogeni ä als Chance – Weichens ellen in en schei-
denden Phasen des S uden -Li e-Cycles“ de Uni e si ä Pade bo n. Seine Fo schungsschwe punk e
sind Modellie ung und Messung p o essionelle Kompe enz, Leh en und Le nen mi digi alen We k-
zeugen, O enes Expe imen ie en, Wissenszen ie es P oblemlösen.
Kon ak : pe e . [email protected]
Rüdige Rhein, D . phil., M.A., Dipl.-Päd., Dipl.-Supe iso /FH (DGS ) is wissenscha liche Mi a bei-
e in de Zen alen Ein ich ung ü Quali ä sen wicklung ü S udium und Leh e (ZQS) an de Leibniz
Uni e si ä Hanno e . Seine A bei s- und Fo schungsschwe punk e sind Kompe enzo ien ie ung in
S udium und Leh e, Bildungswissenscha liche Hochschul o schung, Theo ie de Hochschuldidak ik.
Kon ak : [email protected] e .de
Judi h Ricken s udie e E wachsenenbildung, Kul u wissenscha und Linguis ik an den Uni e si ä en
Leipzig und Lund (Schweden). Sie p omo ie e an de Technischen Uni e si ä Do mund in einem
P omo ionskolleg de Hans-Böckle -S i ung mi eine e gleichenden S udie zu uni e si ä e Le nkul-
u in Deu schland und Schweden. Sei 2008 a bei e sie in de Ab eilung „Leh e und G emien“ des
Deze na s „Hochschulen wicklung und S a egie“ de Ruh -Uni e si ä Bochum. Sei 2013 lei e sie
diese Ab eilung, sei 2015 is sie s ell e e ende Deze nen in.
Kon ak : [email p o ec ed]ub.de
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Bianca Ro e s is a esea che and p og am coo dina o o o eign languages a he No h Rhine-
Wes phalia S a e Ins i u e o Schools and P o essional De elopmen (QUA-LiS). She holds a eaching
deg ee in English and Ge man om Do mund Uni e si y in Ge many. In 2011, she ecei ed he PhD
om Biele eld Uni e si y wi h an empi ical s udy on s uden eache s’ e lec i e p ac ice. She has
wo ked as in-se ice eache and as acul y membe and manage o he In e disciplina y Cen e o
Empi ical Resea ch on Teache s and Teaching a he Uni e si y o Cologne be o e. He main esea ch
a eas include inclusi e o eign language educa ion and cu iculum de elopmen as well as he ole o
e lec ion in ( o eign) language eache aining.
Con ac in o ma ion: bianca o e [email protected]
E a-Ma ia Ro laende , Dipl.-Päd., is wissenscha liche Mi a bei e in am Zen um ü Hochschuldi-
dak ik de Uni e si ä zu Köln, wo sie die O ganisa ion und Planung des Wei e bildungsp og amms
ü Leh ende lei e , als auch Wo kshops zu di e sen Themen de Hochschuldidak ik häl . Ih e Fo -
schungs- und A bei sschwe punk e sind: de kons uk i e Umgang mi Gende und Di e si ä in de
Leh e, sp achsensible Leh e und Labo didak ik.
Kon ak : e. o laende @uni-koeln.de
Niclas Schape , P o . D . e -pol., lei e den Leh s uhl ü A bei s- und O ganisa ionspsychologie an
de Uni e si ä Pade bo n; e is s ell . Lei e de S abss elle ü Bildungsinno a ionen und Hoch-
schuldidak ik und Mi glied de S eue ungsg uppe des QPL-P ojek s „He e ogeni ä als Chance -
Weichens ellen in en scheidenden Phasen des S uden -Li e-Cycles“ de Uni e si ä Pade bo n; e ha
auße dem zwei Fachgu ach en ü die Hochschul ek o enkon e enz zu Kompe enzo ien ie ung in
S udium und Leh e sowie zum Kompe enzo ien ie en P ü en e ass . Seine Fo schungsschwe punk-
e sind Modellie ung und Messung p o essionelle Kompe enz, kompe enzo ien ie es P ü en, in o -
melles Le nen im A bei skon ex , s a egische Ansä ze de Pe sonal- und O ganisa ionsen wicklung.
Kon ak : niclas.schape @upb.de
Julia Schön a bei e als Local Rec ui e bei de Baye Di ec Se ices GmbH, Baye AG Le e kusen. Ih e
Schwe punk e liegen in de Be a ung zu Rec ui ings a egien, de Du ch üh ung on achge ech e
Bewe be auswahl und de Du ch üh ung on In ensi schulungen zu Rec ui ing-Themen.
Kon ak : julia.schoen@a co .de
An onia Scholkmann is a esea che and educa ional de elope and a boa d membe o he Ge man
Socie y o Academic De elopmen (Deu sche Gesellscha ü Hochschuldidak ik, dghd). She holds a
PhD in Pedagogical and O ganiza ional Psychology om he TU Do mund Uni e si y and has wo ked
in a ious posi ions in he ield o highe educa ion and oca ional educa ion esea ch. He esea ch
co e s opics such as inqui y-based and esea ch in eg a ed eaching and lea ning, wi h a special
ocus on he ins uc ional a angemen o P oblem-based Lea ning (PBL).
Con ac in o ma ion: an onia.scholkmann@uni-hambu g.de
Ki s en Schlü e , D . sc. na ., Didak ische Ausweis ü das höhe e Leh am (ETH Zü ich), Dipl.-Biol., is
P o esso in und geschä s üh ende Di ek o in am Ins i u ü Biologiedidak ik de Uni e si ä zu Köln.
Ein Schwe punk ih e Fo schungsa bei bezieh sich au das Fo schende Le nen on Schüle /innen
und die Ve mi lung diese Me hode in de Leh am sausbildung.
Kon ak : nki s en.schlue e @uni-koeln.de
Ve zeichnis de Au o innen und Au o en
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Rebecca Schul e, M.A. E ziehungs- & Bildungswissenscha , is wissenscha liche Mi a bei e in de
S abss elle Bildungsinno a ionen und Hochschuldidak ik de Uni e si ä Pade bo n. Ih e Fo schungs-
und A bei sschwe punk e sind: Tu o iena bei an Hochschulen, Mul iplika o enkonzep e und Schola -
ship o Teaching and Lea ning. Sie is als eibe u liche hochschuldidak ische T aine in an e schiede-
nen Uni e si ä en ä ig.
Kon ak : [email protected] bo n.de
Mona Schulze, M. Sc. Bildungspsychologie, is wissenscha liche Mi a bei e in in de Pe sonalen -
wicklung des KIT- Ka ls uhe Ins i u ü Technologie und a bei e in s a egischen P ojek en zu Quali-
izie ung on Wissenscha le *innen sowie an de Konzep ion und Du ch üh ung on Wei e bil-
dungsp og ammen. Sie o sch u. a. zu E alua ion on Leh e ans al ungen.
Kon ak : mona.schulze@ou look.de
Bi gi Szczy ba, D . paed., Dipl.-Soz.-Wiss., is Lei e in des Teams Hochschuldidak ik im ZLE - Zen um
ü Leh en wicklung de TH Köln. Ih e Fo schungs- und A bei sschwe punk e sind: Leh e als P o il-
elemen de Hochschulen wicklung, Schola ship o Teaching and Lea ning sowie Coachingansä ze
und - e läu e im Hochschulbildungskon ex .
Kon ak : bi gi .szczy ba@ h-koeln.de
Timo an T eeck is wissenscha liche Mi a bei e im Team Hochschuldidak ik des ZLE – Zen um
ü Leh en wicklung de TH Köln. De E ziehungswissenscha le (M.A.), hochschuldidak ische Mul i-
plika o und Coach a bei e und o sch zu medienges ü z e Leh e, Feedback, Di e si ä und P ü un-
gen.
Kon ak : imo. eeck@ h-koeln.de
Das Handlungs eld Leh e und S udium is nich meh als nu e ah ungsgelei e e, ou i-
ne ö mig e lau ende P axis zu be ach en, sonde n als wissenscha liches A bei sge-
bie zu e ablie en und dami sys ema ische und wissenscha lich undie e Re lexion
und Ges al ung zugänglich zu machen. De Band zeig , wie dies du ch In ensi ie ung,
Ve b ei ung und Diskussion on o schenden Ansä zen in de hochschuldidak ischen
P axis geling . Die Bei äge bie en mi ih en heo e ischen, konzep ionellen und empi i-
schen Zugängen einen Fundus wissenscha liche E kenn nisse, die eine e idenzbasie e
En wicklung on Leh e und S udium e möglichen. Insbesonde e das hochschuldidak-
ische Handeln kann dahe du ch solche Fo schung e idenzbasie undie e olgen.
Technology
A s Sciences
TH Köln