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Scholarship of Teaching and Learning – Eine forschungsgeleitete Fundierung und Weiterentwicklung hochschul(fach)didaktischen Handelns

Year: 2022
DOI: 10.57684/COS-986
Source: https://cos.bibl.th-koeln.de/files/986/FIHB_Band_16_web.pdf
Technology A s Sciences TH Köln Schola ship o Teaching and Lea ning
In den le z en Jah en ha sich an den Hochschulen und Uni e si ä en imdeu schsp achigen
Raum eine g oße Viel al des Schola ship o Teaching and Lea ning(SoTL) he ausgebilde .
An de zunehmenden Ve b ei ung und Rezep ion is zu e kennen, dass SoTL iel äl ige
Po en iale ü die (Wei e -) En wicklung und enge e Ve zahnung achspezi ische Leh e mi
dem hochschuldidak ischen Gesam ansp uch au weis . Ziel dieses Fo schungsbands is es,
au Basis eine Bes andsau nahme ausgewähl e ak uelle SoTL-P ojek e an deu schsp achi-
gen Hochschulen eine o schungsgelei e e Auseinande se zung mi de Hochschulleh e zu
üh en, in de insbesonde e Leh ende, Fo schende und Hochschuldidak ike *innen, abe
auch S udie ende in ol ie sind. De Band e sammel Bei äge zu den Themen elde n
En wicklung inno a i e Leh o ma e und Anwendungen, Fö de ung e lexi e Kompe-
enzen sowie SoTL und Gemeinscha – Ins i u ions-, disziplinen- und s a usg uppenübe -
g ei ende Zusammena bei und ich e sich an Hochschulleh ende und Fo schende alle
Fachdisziplinen.
Technology
A s Sciences
TH Köln
Fo schung und Inno a ion in de Hochschulbildung
Ne ea Vöing, Sabine Reisas und Maik A nold (H sg.)
Schola ship o Teaching and Lea ning
Eine o schungsgelei e e Fundie ung
und Wei e en wicklung
hochschul( ach)didak ischen Handelns
SoTL-Buch-Umschlag-13mm-Rücken.indd 1SoTL-Buch-Umschlag-13mm-Rücken.indd 1 11.10.22 17:0011.10.22 17:00
Ne ea Vöing, Sabine Reisas und Maik A nold (H sg.)
Schola ship o Teaching and Lea ning
Eine o schungsgelei e e Fundie ung und Wei e en wicklung
hochschul( ach)didak ischen Handelns
Fo schung und Inno a ion
in de Hochschulbildung
he ausgegeben on
P o . D . Syl ia Heucheme (Technische Hochschule Köln)
P o . D . Reinha d Hochmu h (Leibniz-Uni e si ä Hanno e )
P o . D . Niclas Schape (Uni e si ä Pade bo n)
D . Bi gi Szczy ba (Technische Hochschule Köln)
Band 16
Ne ea Vöing, Sabine Reisas und Maik A nold (H sg.)
Schola ship o Teaching and Lea ning
Eine o schungsgelei e e Fundie ung
und Wei e en wicklung
hochschul( ach)didak ischen Handelns
Bibliog a ische In o ma ionen de Deu schen Na ionalbiblio hek
Die Deu sche Na ionalbiblio hek e zeichne diese Publika ion in de Deu schen Na ionalbiog a ie;
de aillie e bibliog a ische Da en sind im In e ne un e h ps://po al.dnb.de ab u ba .
„Fo schung und Inno a ion in de Hochschulbildung“ is eine wissenscha liche Sch i en eihe des
Hochschulse e s „Cologne Open Science“ de TH Köln. Sie wi d he ausgegeben on P o . D . Syl ia
Heucheme (Technische Hochschul e Köln), P o . D . Reinha d Hochmu h (Leibniz-Uni e si ä Hanno-
e ), P o . D . Niclas Schape (Uni e si ä Pade bo n) und D . Bi gi Szczy ba (Technische Hochschule
Köln).
Die Ve an wo ung de Bei äge lieg bei den Au o *innen.
Band N . 16, 2022
Ti elges al ung: P o . And eas W ede/TH Köln
Layou und Sa z: A iane Johanna La a /TH Köln
Lek o a : A iane Johanna La a & Alexand a Wende/TH Köln
URN: u n:nbn:de:hbz:832-cos4-9862
DOI: 10.57684/COS-986
Dieses We k wu de als elek onisches Dokumen übe Cologne Open Science, dem Hochschulse e
de Technischen Hochschule Köln, publizie . Ab u un e : h ps://cos.bibl. h-koeln.de/home

Inhal
Einlei ung
Ne ea Vöing, Sabine Reisas & Maik A nold 7
Teil I
En wicklungen inno a i e Leh o ma e und Anwendungen
Fo schungso ien ie e Leh e im Rahmen on Auslands-Exku sion(en) – eine SoTL-Analyse
übe zwei Exku sionen nach Russland
Ma in Schle e e , Lea Be g, Ma kus Reisenbüchle , Pe e Ru schmann, Hannah Schwedhelm,
Be nha d Zei inge , Vyachesla V. Kuzo le , Thomas Hein & S e an Schmu z 21
He aus o de ungen bei de En wicklung und E o schung eine gami izie en Le n-App
Julian Langenhagen 45
Indi iduelle Fö de ung on P og ammie e igkei en im S udium am Beispiel on
In elligen en Tu o Sys emen ü SQL
Anna M. Thale , F anziska K. Paukne , Jonas-Da io T oles & U e Schmid 61
In e ed Class oom im Pandemie-Dis anz-Modus und die Leh en ü die P äsenzleh e
Di k Bu dinski 79
p axiSDG: Adop ing he banana p inciple o designing sus ainabili y in ac ion
Ma in Ge ne 101
Teil II
Fö de ung e lexi e Kompe enzen du ch Einsa z
achspezi ische Fo schungsme hoden
Die Nachhal igkei des Le nzuwachses e möglichen – Das Fo schungs agebuch
als Re lexions- und P ü ungsins umen
Ka ha ina Röse 117
Du ch I i a ion, Re lexion und T ans o ma ion zu S udie ähigkei :
Le npo olios in p opädeu ischen Ku sen ü ausländische S udie ende
Ka i Lüdecke-Rö ge 135
P ü en in s udie endenzen ie en Leh -/Le n o ma en – ein Beispiel zum Einsa z
on digi alen Po olios in einem Fo schungssemina
Isabel Lausbe g, Ma kus Fische , Thomas Falco Lab enz & Anne S ockem No o 153
Anbahnung e lexi e Kompe enz du ch simula ionsbasie es Leh en und Le nen
in de hochschulischen P legebildung
Monika Meye -Ren z 175
Re lexionen on Leh am ss udie enden im Kon ex on Kollegiale Fallbe a ung:
Eine quali a i e Analyse
The esa Valen in 195
Teil III
SoTL und Gemeinscha : Ins i u ions-, disziplin- und s a usg uppen-
übe g ei ende Zusammena bei
Ins i u ionelle Übe gänge als Ausgangspunk , Leh - und Le nse ings
s a usg uppenübe g ei end und le nendenzen ie zu ges al en
Daan Pee Schneide 211
Leh endenle ngemeinscha en als O und Gegens and on SoTL
Pe e Riegle 231
Decoding he Disciplines: Meh e e Expe *innen widmen sich einem
gemeinsamen Bo leneck
Mi iam Ba na , Ch is oph Budach, B i a Fol z, Ansga Ki sch & Ka ha ina Kluge 243
Hochschuldidak ische Be a ung zu Beglei ung on SoTL- und DBR-P ozessen
Lisa-Ma ie F iede, Michéle Seidel, Ch is ian Kohls 257
Schola ship o Teaching and Lea ning im Be eich Kuns – Kul u – Medien –
Koope a ion und Dialog als Vo ausse zung achspezi ische Leh en wicklung
Silke Ma in, K is ine Baldau -Be gmann & Sophia Wohl a h 275
Ve zeichnis de Au o *innen 291
7
Einlei ung
Ne ea Vöing, Sabine Reisas & Maik A nold
1 Schola ship o Teaching and Lea ning (SoTL) – Eine Eino dnung
des Fo schungsbandes
Un e dem Beg i Schola ship o Teaching and Lea ning (SoTL) we den mi le weile eine g oße
Bandb ei e on disziplin-, s a usg uppen- und ins i u ionenübe g ei enden Ansä zen, Me hoden
und Konzep en zusammenge ass , mi els de e Leh - und Le np ak iken, Le np ozesse S udie ende
und ins i u ionelle S uk u en o schungsbasie (wei e -)en wickel , e ände und nu zba gemach
we den können. Zum zehnjäh igen Jubiläum des bekann en Jou nals Teaching & Lea ning Inqui y
(TLI), dem Publika ionso gan de In e na ional Socie y o he Schola ship o Teaching and Lea ning
(ISSOTL), wu de bspw. on den He ausgebe *innen bilanzie , dass allgemein die Themen
Kollabo a ion, P oblemlösung, Men o ing und Ve ände ungsp ozesse im SoTL-Disku s p ägend sind
und sich in den le z en Jah en insbesonde e au Fo schungsschwe punk e wie z. B. Online-Leh en
und -Le nen, Flipped Class oom, Gami ica ion, ,Ung ading‘ (Fokussie ung au wei e e ie e
Le np ozesse ans a ein beno e e P ü ungsbewe ungen), Fö de ung in e kul u elle Sensibili ä
sowie Ansä ze und Konzep e in Reak ion au die COVID-19-Pandemie e schoben haben
(Må ensson & Sch um, 2022, S. 1).
Ve s eh man die TLI als einen ‚Seismog aph‘ ü die ‚Tek onik‘ on SoTL, dann lassen sich in den
mi le weile übe 200 e ö en lich en Bei ägen e schiedene hema ische En wicklungen ablesen,
die einen Einblick in die Viel al on SoTL geben sollen: u. a. Ges al ung on ( o ma i en)
Feedbackp ozessen, Einbeziehung on S udie enden in SoTL-Vo haben, S eige ung des
S udiene olgs, Fö de ung on Chancengleichhei , Di e si ä und Inklusion, Ausbau akademische
Un e s ü zungss uk u en, P o essionalisie ungsbes ebungen sowie Communi ies o P ac ice und
Decoding he Disciplines. Dabei handel es sich o wiegend um Anwendungen au die akademische
E s ausbildung (Unde g adua es) mi disziplinspezi ische (s ä ke aus den Sozial- und
E ziehungswissenscha en, gelegen lich auch aus den Na u - und Ingenieu wissenscha en) ode
disziplinübe g ei ende Aus ich ung un e Einsa z empi ische und/ode analy isch- heo e ische
Me hoden sowie mi /ohne modellha e(n) Umse zungen, welche eine Re lexion on
hochschuldidak ischen Bes und Wo s P ac ices e lauben.
SoTL, dessen U sp ünge sich im in e na ionalen Fo schungsdisku s u. a. bis in die 1990e Jah e
zu ück e olgen lassen (z. B. Boye , 1990), e ö ne e schiedene Möglichkei en, konk e e
Si ua ionen des Le nens und Leh ens zum Gegens and on Fo schung zu machen. Wi lehnen uns im
o liegenden Fo schungsband an den on Hube (2014) o mulie en SoTL-Au ag an, demzu olge
SoTL insbesonde e du ch „Un e suchungen und sys ema ische Re lexionen mi de Absich [e olgen
kann], die E kenn nisse und E gebnisse de in e essie en Ö en lichkei bekann und dami dem
E ah ungsaus ausch und de Diskussion zugänglich zu machen“ (Hube , 2014, S. 21). In den le z en
Jah en ha sich an Hochschulen und Uni e si ä en im deu schsp achigen Raum eine g oße SoTL-
Ne ea Vöing, Sabine Reisas & Maik A nold
8
Viel al he ausgebilde . An de zunehmenden Ve b ei ung und Rezep ion is zu e kennen, dass SoTL
iel äl ige Po enziale ü die (Wei e -)En wicklung und enge e Ve zahnung achspezi ische Leh e
mi dem hochschuldidak ischen Gesam ansp uch au weis . Da übe hinaus e möglich SoTL eine
s ä ke e Einbeziehung un e schiedliche Ak eu *innen in die Ges al ung on P ozessen, S uk u en
und die Nu zung on Ressou cen in S udium, Leh e und Wei e bildung. Nach Fanghanel e al. (2016,
S. 7) is ü SoTL cha ak e is isch, dass de Fokus endenziell au de indi iduellen SoTL-P axis-,
Me hoden- und P ozesssich lieg . Da übe hinaus weisen die Au o *innen ebenso da au hin, dass
SoTL o wiegend au die Wei e en wicklung disziplinspezi ische Ansä ze und ins i u ionelle
S uk u en ge ich e is , die eine angemessene Ane kennung on SoTL und dessen
P o essionalisie ung, die En wicklung des Hochschulpe sonals sowie die E ablie ung eine
na ionalen bzw. in e na ionalen Communi y o P ac ice ö de n.
Die E ablie ung on na ionalen und in e na ionalen S uk u en, Ini ia i en und Aus ausch o ma en
is auch eine g undlegende Au gabe des Deu schsp achigen SoTL-Ne zwe ks (siehe auch un e Punk
3). Da übe hinaus ha die Gene ie ung und Nu zung on p o essionellen Leh -Le n-Gemeinscha en
als le no ien ie e Aus auschmöglichkei zwischen Leh enden eine s ä ke e Bedeu ung e hal en, wie
z. B. in Fo m on kollegialen Be a ungen und/ode Facha bei sk eisen (z. B. Cox, 2003; Seky a &
Bade, 2020).
Folgende heo e ische, me hodische und konzep uelle SoTL-En wicklungss änge und -p ade
zeichnen sich aus unse e Sich de zei ab:
1. die ak i e Einbeziehung on S udie enden als Co-Designe *innen und Co-C ea o *innen on
SoTL (siehe z. B. die Disku se übe s uden s as pa ne s, s uden s as c i ical iends, s uden s as
esea che s, connec ed eaching, Beziehungsges al ung und Leh -Le n-Gemeinscha en zwischen
Le nenden, Leh enden und sons igen Be eilig en (u. a. Fel en e al., 2013; Schwa z, 2019),
2. die leh bezogene P o essionalisie ung on Hochschulleh enden, achbezogene
Leh en wicklung, En wicklung achbezogene Hochschuldidak ik und Hochschulen wicklung im
Allgemeinen (z. B. Jahnke & Wild , 2010a, 2010b),
3. die Fö de ung eines ach- und leh bezogenen Wissens- und E ah ungs ans e s du ch Einsa z
achspezi ische und ach emde Fo schungsme hoden (z. B. A nold, 2022; Egan, 2020; F anke
e al., 2022) sowie
4. die Scha ung on Möglichkei en disziplin-, hochschul yp- und s a usg uppenübe g ei ende
En wicklung gu e Leh e (A nold e al., im D uck).
Obschon im o liegenden Fo schungsband Schola ship o Teaching and Lea ning: Eine
o schungsgelei e e Fundie ung und Wei e en wicklung hochschul( ach)didak ischen Handelns alle
o genann en Ebenen ad essie we den, lieg de Haup okus au den Ebenen En wicklung und
Übe p ü ung achbezogene hochschuldidak ische Leh -Le n-Szena ien (2), de Fö de ung des
Wissens- und E ah ungsaus ausches (3) sowie au de domainenübe g ei enden Ve s ändigung (4).
2 Ziels ellung des Bandes
De o liegende Fo schungsband Schola ship o Teaching and Lea ning: Eine o schungsgelei e e
Fundie ung und Wei e en wicklung hochschul( ach)didak ischen Handelns se z hie an und ha zum
Ziel, au Basis eine Bes andsau nahme ausgewähl e ak uelle SoTL-P ojek e an deu schsp achigen
Einlei ung
15
das Suchen und Finden on geeigne en Fo schungsme hoden und die hochschuldidak ische
Be a ung hema isie wu den. Abschließend s ellen Silke Ma in, K is ine Baldau -Be gmann und
Sophia Wohl a h (S. 275289) ih e E ah ungen o , die die Au o innen im Rahmen de
Leh en wicklung aus Hochschuldidak ik-, Leh - und S udie endenpe spek i e im Be eich Kuns –
Kul u – Medien gesammel haben. Dabei se zen sie die Me hode des kop oduk i en Dialogs ein,
de als eine wesen liche Vo ausse zung achspezi ische Leh en wicklung angesehen wi d. Die
Au o innen kommen dabei zu dem Schluss, dass Koope a ionsbe ei scha , eine ak i e Teilhabe on
S udie enden, das Zulassen on Wide s änden und Schei e n sowie solida ische S uk u en
hil eiche Bes P ac ices ü SoTL da s ellen können.
5 Ausblick
De Fo schungsband Schola ship o Teaching and Lea ning: Eine o schungsgelei e e Fundie ung und
Wei e en wicklung hochschul( ach)didak ischen Handelns e s eh SoTL als ein Que schni s hema ü
die Hochschuldidak ik als Wissenscha , ü die Bildungswissenscha en und le z lich auch ü die
En wicklung achdidak ische Ansä ze. Auch wenn in den le z en Jah en iele de SoTL-P inzipien,
-Fo schungse gebnisse und -Fo schungspe spek i en meh Bedeu ung ü eine o schende Hal ung
als ‚Teache -Resea che ‘ e lang haben, s ell dessen E ablie ung und Nu zung an e schiedenen
Hochschulen zumindes im deu schsp achigen Raum imme noch ein No um da . SoTL kann und
soll einen Bei ag an de s e igen Wei e en wicklung de eigenen Leh e au Basis eines e wei e en
(hochschul-)didak ischen Wissens leis en. Dabei soll e insbesonde e „das kon inuie liche Le nen de
Leh enden da übe , wie das Le nen de S udie enden e besse we den könn e, im Mi elpunk
s ehen“ (Klöbe , 2020, S. 18). De Fo schungsband leis e da ü einen wich igen Bei ag, in dem
Hochschulleh enden und Fo schenden alle Fachdisziplinen Impulse zu (Wei e -)En wicklung
inno a i e Leh o ma e und ih e Anwendungen, zu Fö de ung e lexi e Kompe enzen du ch
Einsa z achspezi ische und ach emde Fo schungsme hoden und zu Fö de ung on SoTL als
Gemeinscha ü eine ins i u ions-, disziplin- und s a usg uppenübe g ei ende Zusammena bei
gegeben we den. Die oben o mulie en Thesen können en sp echend als ein F amewo k zu
o schungsgelei e en Auseinande se zung und zum Dialog sowie als Einladung zu Koope a ion
e s anden we den, um zukün ig gemeinsam die Wei e en wicklung und In ensi ie ung on SoTL
an Hochschulen zu okussie en.
Danksagung
Wi danken nich nu allen Bei agenden, die im Rahmen de digi alen SoTL-Rund eise und zu
En s ehung dieses Fo schungsbandes beige agen haben. Unse Dank gil insbesonde e auch A iane
La a und Alexand a Wende ü die in ensi e Un e s ü zung on de Idee übe die Planung und das
Lek o a bis hin zu P oduk ion. Auße dem danken wi Nikolaus Roos, de die digi ale Rund eise on
de Idee bis zu e s en Expedi ion mi ini iie ha .
Pade bo n, Kiel und Co k (I land) im Ok obe 2022
Ne ea Vöing, Sabine Reisas & Maik A nold

Ne ea Vöing, Sabine Reisas & Maik A nold
16
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h ps://doi.o g/10.1007/978-3-658-34185-5
Teil I
En wicklungen inno a i e Leh o ma e
und Anwendungen

21
Fo schungso ien ie e Leh e im Rahmen
on Auslands-Exku sion(en) – eine SoTL-
Analyse übe zwei Exku sionen nach
Russland
Ma in Schle e e , Lea Be g, Ma kus Reisenbüchle , Pe e Ru schmann,
Hannah Schwedhelm, Be nha d Zei inge ,
Vyachesla V. Kuzo le , Thomas Hein & S e an Schmu z
De Bei ag hema isie , wie wi zwei Auslandsexku sionen i. S. . ‚Fo schendem Le nen in de Na u ‘
konzipie haben, bei denen Mas e s udie ende e schiedene Kompe enzen kombinie en und an-
wenden sollen. In diesen Leh e ans al ungen sollen die S udie enden einen olls ändigen Fo -
schungszyklus du chlau en (eigens ändige Wissens- und E kenn nisbildung). Es geh um das Fo mu-
lie en on Hypo hesen, das E s ellen eines Fo schungskonzep es, die Du ch üh ung de Bep obun-
gen, die Da enanalyse und die In e p e a ion. Die limnologische Exku sion an die Wolga (mi S udie-
enden de Uni e si ä ü Bodenkul u Wien; BOKU) als auch die Wasse bauexku sion nach Sibi ien
(mi S udie enden de Technischen Uni e si ä München; TUM) wa en hinsich lich de Ou pu s
höchs e olg eich.
In unse em SoTL-P ojek geh es um die E alua ion, die Re lexion und die E ek e de Exku sionen in
Hinblick au das o schende Le nen de S udie enden, wobei eine B ücke zwischen Übe blicks- und
A bei sexku sion geschlagen wu de. Fü die Analysen wu den die Le nziele, o izielle Leh e ans al-
ungse aluie ung(en) und ‚Ein-Jah -danach-F agebögen‘ an die S udie enden, sowie In e iews mi
S udie enden und Co-Leh enden ausgewe e . Die E gebnisse zeigen, dass eine Exku sion un e -
schiedliche Kompe enzen ö de . Aus s uden ische Sich wu den bezugnehmend au die Vo be ei-
ung (Phase 1) insbesonde e Quellena bei , P äsen a ion und Planung als Kompe enz elde genann .
Wäh end de Exku sion (Phase 2) sind es Felda bei , Auswe ung und Analyse und in de Nachbe ei-
ung (Phase 3) s ellen Analyse, S a is ik und Sch eiben wesen liche Aspek e da . Au Basis unse e
E kenn nisse emp ehlen wi die da ges ell en Phasen und einhe gehenden Kompe enz elde als
allgemeines F amewo k ü o schungso ien ie e Exku sionen.
1 Einlei ung
Sowohl in de Gewässe kunde als auch im Wasse bau s ell die um assende E hebung eines Is -
Zus andes im F eiland eine wich ige Kompe enz ü zukün ige Absol en *innen da . Dahe wu den
unse e zwei Leh e ans al ungen on olgendem Lei gedanken on Alexande on Humbold inspi-
ie : „Die Na u muss e leb und ge ühl we den, we sie nu sieh und abs ahie , kann … P lanzen
und Tie e ze gliede n, e wi d die Na u zu besch eiben wissen, ih abe selbs ewig emd sein“
(Alexande on Humbold , B ie om 3. Janua 1810 an Johann Wol gang on Goe he; s. Geige ,
1887).
Ma in Schle e e , Lea Be g, Ma kus Reisenbüchle , Pe e Ru schmann, Hannah Schwedhelm, Be nha d Zei inge ,
Vyachesla V. Kuzo le , Thomas Hein & S e an Schmu z
22
Das da aus abgelei e e didak ische Konzep des ‚Fo schenden Le nens in de Na u ‘ bau au dem
Aspek des ‚Fo schenden Le nens‘ (Hube , 1998) au , bei dem S udie ende in de Leh e ans al ung
e schiedene Kompe enzen kombinie en und anwenden le nen.
Im Sinne Humbold s und dem Wissen, dass Exku sionen eine bedeu ende Rolle in de Ve mi lung
bzw. E a bei ung on Le ninhal en spielen (Dickel & Glasze, 2009; Klein, 2015), wu de die Leh e an-
s al ung (nach olgend auch Semina /Exku sion) Ecology and Managemen o Eas Eu opean Lowland
Ri e s im Somme semes e 2019 an de Uni e si ä ü Bodenkul u Wien (BOKU) p imä als „A -
bei sexku sion“ (Ohl & Neeb, 2012) konzipie , was wi als ‚Fo schendes Le nens in de Na u ‘ be-
sch eiben. Du ch die Einbindung diese limnologischen Exku sion in das eale Fo schungsp ojek
REFCOND_Volga (Schle e e e al., 2016), konn e ‚Fo schendes Le nen in de Na u ‘ im di ek en
P axisbezug des Fo schungsall ags den S udie enden e mi el we den. Im Gegensa z dazu wu de
die Sibi ien-Exku sion de Technischen Uni e si ä München (TUM) als „Übe blicksexku sion“ (Ohl &
Neeb, 2012) konzipie . Auch hie wu de We da au geleg , dass sich die S udie enden be ei s in
de Vo be ei ung in ensi mi spezi ischen Themen auseinande se zen und das E gebnis ih e Quel-
lena bei im Plenum o zus ellen. Wäh end de Exku sion wu den die S udie enden dazu ange eg ,
Tagesbe ich e in Fo m eines Tagebuchein ages zusammenzus ellen. Abschließend wu den die
Semina a bei en übe die spezi ischen Themen (au Basis de Quellena bei und de Ve ie ung
wäh end de Exku sion) e ass .
Das Leh konzep ü beide Exku sionen be uh jeweils au dem Du chlau en eines Fo schungszyklus
in d ei Phasen, die das „(Mi )Ges al en, E ah en und Re lek ie en“ (Hube , 2009) als wesen liche
Punk e, welche Fo schendes Le nen ausmachen, beinhal en. Kompe enzen wie die Reche che und
die P äsen a ion (Saue bo n & B ühne, 2017), das Anwenden on Fachkompe enzen (Zimme , 1998)
sowie W i ing-Skills (Ved al, 2012) konn en somi e wo ben we den.
Fo schendes Leh en is ein wei e e Aspek , mi dem die zwei Exku sionen im Nachhinein analysie
wu den. Schola ship o Teaching and Lea ning (SoTL) um ass die Analyse de eigenen Leh e
und/ode dem Le nen de S udie enden und Ve ö en lichung de E gebnisse zum E ah ungsaus-
ausch (Hu chings e al., 2011; Hube , 2011a; Hube 2014). Anhand eine SoTL-Analyse wu de die
me hodische He angehensweise und Du ch üh ung analysie und ein F amewo k ü kün ige Ex-
ku sionen gescha en, welches im Rahmen de Digi alen SoTL-Rund eise 2020/21 p äsen ie wu de
und im o liegenden A ikel zusammenge ass wi d. Dieses F amewo k kann Leh enden ande e
Hochschulen und Fäche als G undlage ü die Konzep ion und Ausges al ung on Exku sionen
dienen. Unse Bei ag besch eib die Me hoden inkl. eine aus üh lichen Da s ellung de beiden
Exku sionen, da diese als gu e Fallbeispiele ü Fo schendes Le nen im Rahmen on Exku sionen
dienen können (s. Kap. 2). Wei e s we den die im Rahmen des Fo schenden Leh ens e wende en
Me hoden p äsen ie (s. Kap. 2). In den E gebnissen (s. Kap. 3) we den im Sinne des SoTL E gebnisse
on S udie enden- und Leh endenbe agungen p äsen ie und de Bei ag wi d on de Diskussion
und den Schluss olge ungen (s. Kap. 4) abge unde .
Fo schungso ien ie e Leh e im Rahmen on Auslands-Exku sion(en) – eine SoTL-Analyse übe zwei Exku sionen nach Russland
23
2 Me hoden
Im Rahmen de gegens ändlichen Bea bei ung wu den zwei Auslandsexku sionen aus dem Jah
2019 analysie , welche an de BOKU (Wolga-Exku sion) und de TUM (Sibi ien-Exku sion) angebo-
en wu den. Au g und des in e na ionalen Se ings, abe auch au g und in e na ionale Teilneh-
me *innen wu den die Exku sionen haup sächlich au Englisch abgehal en, wobei ü kleine, ein
deu schsp achige G uppen auch z. T. ins Deu sche gewechsel wu de.
Die Leh e ans al ung Ecology and Managemen o Eas Eu opean Lowland Ri e s wi d an de BOKU
ü e schiedene Mas e s udien als eie Wahlleh e ans al ung im Um ang on 5 ECTS (3 SWS)
angebo en. Vo ausse zung is gewässe ökologisches Basiswissen und ein Ve s ändnis on Moni o-
ing und Managemen on Gewässe ökosys emen. Dahe wi d die Ve ans al ung insbesonde e ü
S udie ende de Mas e s udiengänge Applied Limnology, Wa e Managemen and En i onmen al
Enginee ing, Kul u echnik und Wasse wi scha , Umwel - und Bio essou cenmanagemen sowie
Landscha splanung und Landscha sa chi ek u angebo en. Sie wi d als in eg ie e Leh e ans al-
ung (Semina -Exku sion) mi immanen em P ü ungscha ak e (= Anwesenhei sp lich ) abgehal en
und inde egulä in einem Zwei-Jah es-Rhy hmus s a .
Am Leh s uhl ü Wasse bau de TUM haben s uden ische Exku sionen eine lange T adi ion. In den
e gangenen Jah en üh en wasse bauliche Exku sionen be ei s nach Vie nam, Kolumbien, Ä hiopi-
en, G iechenland und F ank eich. Im Jah 2019 wu de das Konzep de Exku sion übe a bei e , um
ein didak isches Leh konzep e wei e und in ein Modul (bes ehend aus einem o be ei enden
Semina und de eigen lichen Exku sion) übe üh . Die Leh e ans al ung Ve ie e -Exku sion Was-
se bau bes eh aus einem o be ei enden Semina (1 SWS) und de eigen lichen Exku sion (9 SWS)
und wi d an de TUM ü S udie ende im Mas e s udiengang Bauingenieu wesen (Ve ie ungs ich-
ung Wasse bau und Wasse wi scha ) mi immanen em P ü ungscha ak e i. d. R. jäh lich angebo-
en. Zusä zlich können Umwel ingenieu e mi en sp echenden Vo kenn nissen, d. h. gewähl em
Field o S udy, die Exku sion in ih Mas e s udium in eg ie en. Im e s en Tu nus 2019 wu de dieses
Modul mi dem Un e i el Wasse managemen in Sibi ien angebo en. Die Reise ou e wu de on
Schle e e e al. (2021a) besch ieben und zudem wu den die Eind ücke aus den besuch en Einzugs-
gebie en des Ob (Schle e e e al., 2021b) und Enissei (Schle e e e al., 2021c) zusammenge ass .
2.1 Wolga-Exku sion
Im Sinne Humbold s wu de die Exku sion Ecology and managemen o Eas Eu opean lowland i e s
als „Kombina ion on Übe blicks- und A bei sexku sion“ (Ohl & Neeb, 2012) mi Fo schungsau ga-
ben ü die Teilnehme *innen konzipie , was wi als ‚Fo schenden Le nens in de Na u ‘ besch ei-
ben. Fo schendes Le nen is ein wich ige Aspek in de Wissens e mi lung, de insbesonde e im
Rahmen on Exku sionen eine bedeu ende Rolle einnimm (Hube , 2009). Die Exku sion üh e im
Somme semes e 2019 ü zwöl Tage (15.-26.07.2019) an den Obe lau de Wolga. Syne gien mi
dem sei 2006 lau enden Fo schungsp ojek REFCOND_Volga (Schle e e e al., 2016) konn en ge-
nu z we den. Das P ojek um ass die Analyse on abio ischen Pa ame e n, Wasse -O ganismen
und dem Gewässe -Zus and im Obe lau de Wolga.
Ma in Schle e e , Lea Be g, Ma kus Reisenbüchle , Pe e Ru schmann, Hannah Schwedhelm, Be nha d Zei inge ,
Vyachesla V. Kuzo le , Thomas Hein & S e an Schmu z
24
Dahe wu den ü die Exku sion, in dem o be ei enden Semina , spezi ische F ages ellungen zu
abio ischen Pa ame e n, Wasse p lanzen und Gewässe -Mo phologie, Wasse insek en und Fischen
als Fo schungs agen o mulie . Diese wu den in Kleing uppen bea bei e , wobei die E gebnisse
(Fo schungskonzep ) in de G oßg uppe o ges ell und disku ie wu den (Phase 1). Bei de Ex-
ku sion wu de Wissens e mi lung au e schiedenen Ebenen in einem in e na ionalen Se ing
du chge üh (Phase 2). Die im Rahmen de Exku sion e hobenen Da en wu den on den S udie en-
den analysie und gemeinsam in einem Fo schungsbe ich dokumen ie , in welchem die E gebnis-
se im Team ausgewe e , da ges ell , disku ie und in e p e ie wu den (Phase 3). Somi konn en
die S udie enden „(mi )ges al en, e ah en und e lek ie en“ (Hube , 2009), also die wesen lichen
Elemen e des Fo schenden Le nens nach ollziehen. Neben den achspezi ischen Inhal en wu den
auch geschich liche, kul u elle und echnische Aspek e abgedeck , um einen holis ischen Blick au
das Fluss-Sys em und die gesellscha liche Si ua ion zu e hal en. Im Folgenden we den die Phasen
de Exku sion da ges ell .
2.1.1 Phase 1: Fo schungsp ozess selbs ges al en und e lek ie en
In zwei Semina einhei en wu den die S udie enden an die zen alen Fo schungs agen he ange üh
und wähl en da au olgend selbs ih e He angehensweise aus. In jede Kleing uppe wu de ein
Fo schungskonzep en wickel , welches im zwei en Semina p äsen ie und in de g oßen G uppe
disku ie wu de. Ein wich ige p ak ische Vo be ei ungssch i wa die E s ellung eine gemeinsa-
men Packlis e, wobei es insbesonde e zu p ü en gal , welche Ge ä e und Ma e ialien zu Bea bei ung
e o de lich sind, welche bei den in e na ionalen Pa ne *innen e ügba sind und welche aus
Ös e eich mi geb ach we den muss en. Dabei gal es, au g und de Flug eise ins Zielgebie , mög-
lichs pla z- und gewich sökonomisch zu packen, um Übe gewich zu minimie en. Wesen lich wa
hie de pa izipa i e Ansa z, bei dem die S udie enden in de Reali ä eines Fo schungsp ojek es
(P axisbezug) eingebunden wu den.
2.1.2 Phase 2: E ah en und e lek ie en
Exku sionen spielen, wie eingangs e wähn , eine bedeu ende Rolle in de Ve mi lung on Le ninhal-
en (Dickel & Glasze, 2009; Seckelmann & Ho , 2020), wobei g undsä zlich zwischen eine klassischen
Übe blicks- und eine A bei sexku sion zu un e scheiden is (Ohl & Neeb, 2012). In de P axis we den
mi eine Ve knüp ung diese beiden Aspek e die bes en Le ne olge gene ie (S olz, 2016).
Übe blicksexku sion: Um die Komplexi ä des Fo schungs hemas besse e ah en und e leben zu
können, wu den neben de eigen lichen A bei sexku sion un e schiedliche Nu zungs o men am
Fluss gezeig und disku ie (s. Abb. 1).
Fo schungso ien ie e Leh e im Rahmen on Auslands-Exku sion(en) – eine SoTL-Analyse übe zwei Exku sionen nach Russland
31
2.3 Fo schendes Leh en: SoTL-Analyse
Schola ship o Teaching and Lea ning um ass die Analyse de eigenen Leh e und/ode dem Le nen
de S udie enden und die Ve ö en lichung de E gebnisse zum E ah ungsaus ausch (Boye , 1990,
Hube , 2014). Wesen liches Me kmal is , dass die E gebnisse e ö en lich we den und somi ande-
en Leh enden und de SoTL-Communi y zu Ve ügung ges ell we den. Neben de o iziellen Leh -
e ans al ungse aluie ung e geben sich im Rahmen eine solchen Exku sion na ü lich e schiedene
Feedbackgesp äche. Diese bilde en den Ausgangspunk ü die SoTL-Analyse.
Unse e Analyse de beiden Auslandsexku sionen im Jah 2019 aus de Sich de S udie enden und
aus de Sich de Leh enden soll ein F amewo k ü kün ige Exku sionen scha en. Fü die Analysen
wu den die Leh ziele, o izielle Leh e ans al ungse aluie ungen (BOKU, 2019; TUM, 2019a; TUM,
2019b) und F agebögen an die S udie enden ‚ein Jah danach‘ (online, ia Google Fo ms), sowie
In e iews mi S udie enden und Co-Leh enden ‚ein Jah danach‘ ausgewe e . Um eine Ve gleich-
ba kei de Da en zu e möglichen, wu den analog zu den o iziellen Leh e ans al ungse aluie un-
gen Google-Fo ms-Be agungen au gebau . Die F agebögen wu den an alle Teilnehme *innen de
Exku sionen e schick . Die Auswe ung de Google-Fo ms-F agebögen e olg e au oma isie und
aus allen eingelang en Bewe ungen und F ei ex kommen a en wu de nach Abschluss de Be a-
gung ein zusammen assendes E gebnisdokumen e s ell , somi wu de die Anonymi ä gewäh leis-
e . Die Be agung de Teilnehme *innen ein Jah nach de jeweiligen Exku sion lie e aus Sich de
S udie enden ein Feedback sowie eine e ie e Re lexion (‚Was ha mi die Exku sion geb ach ? ‘
und ‚Was ha die Exku sion ausgelös ?‘) und dokumen ie e die Sich de in ol ie en Kolleg*innen.
Fü die In e iews, welche ele onisch bzw. ia Webkon e enz abgehal en wu den, haben wi uns als
Benchma k de inie , dass diese mi mindes ens 50 % de Teilnehme *innen ge üh we den sollen.
Dazu wu de eine E-Mail an alle Teilnehme *innen e schick und zum In e iew eingeladen. Bei den
pe sönlichen Be agungen wu de eils anda disie analog zu Tabelle 1 (s. Tab. 1) o gegangen
(g obe Ablau mi F agen ohne An wo -Möglichkei en o zugeben).
Tabelle 1: F agebogen ü die In e iews ‚Ein Jah nach de Exku sion‘ (eigene Da s ellung).
Vo
Wäh end
nach
1 Jah danach
Was wa en die wesen lichen Elemen e und
Le ninhal e i.R. de Vo be ei ung zu
Exku sion?
Zudem wu de jede* Be ag e abschließend um eine Zusammen assung (‚d ei zusammen assende
Wö e ‘) gebe en, aus denen online eine Wo wolke (Zygoma ic, o. J.) gene ie wu de. Dadu ch
können die Eind ücke de Teilnehme *innen quali a i da ges ell und zusammenge ass we den.
Die In e iews wu den o de Auswe ung de F agebögen ge üh . G undsä zlich is das Feedback
de S udie enden aus den F agebögen und aus den In e iews e gleichba . Alle dings e möglich en
die In e iews meh Raum ü F ei ex kommen a e.

Ma in Schle e e , Lea Be g, Ma kus Reisenbüchle , Pe e Ru schmann, Hannah Schwedhelm, Be nha d Zei inge ,
Vyachesla V. Kuzo le , Thomas Hein & S e an Schmu z
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3 E gebnisse
3.1 Wolga-Exku sion
Fü die Analyse wu den Google-Fo ms-F agebögen mi de F ages ellung ‚Du ch welche Elemen e
kann mi hil e o schungso ien ie e Leh e das Le nen de S udie enden ge ö de we den?‘ en wo -
en und mi den S udie enden In e iews ge üh (s. Tab. 2).
Tabelle 2: Übe sich übe die beiden Exku sionen und du chge üh e Be agungen (eigene Da s ellung).
Die E gebnisse zeigen den Meh we de a ige Exku sionen ü S udie ende im Sinne de ‚Anwen-
dung on Wissen‘ und des ‚Blicks übe den Telle and‘ au . Die E a bei ung eine eld auglichen
Me hodik zu Bean wo ung de Fo schungs agen ha den S udie enden wesen liche Einblicke in
die Planung und Du ch üh ung on P obenahme-Kampagnen gegeben. Zudem wu de de ac o das
Wissen des gesam en Mas e s udiums angewand , um die ge o de en Ziele zu e eichen. Die Kom-
bina ion on ‚E leben‘ und ‚E a bei en‘ is schlussendlich auch wich ig, um den S udie enden einen
holis ischen Blick au ein Fluss-Sys em zu bie en. Jede* S udie ende muss die Ve gangenhei und
die Gegenwa (Is -Zus and) kennen, um ein e olg eiches Managemen ü die Zukun unse e
Gewässe be eiben zu können. Im Feedback de S udie enden zeig e sich, dass mi dem Fo schen-
den Le nen wesen liche Kompe enzen e wo ben wu den.
Die o izielle E aluie ung (s. Abb. 4) zeig e, dass die Leh e ans al ung insgesam zu 87,5% mi „seh
gu “ und zu 12,5 % mi „gu “ bewe e wu de (BOKU, 2019).
Abbildung 4: Beu eilung de Wolga-Exku sion. O izielle Leh e ans al ungse aluie ung (BOKU, 2019).
BOKU
TUM
S udie ende
8
20
Leh ende
3
4
Wei e e TN (wiss. MA)
-
2
O izielle s uden ische E aluie ung
8 (100%)
SE 16 (80 %)
EX 17 (85 %)
S uden ische E aluie ung (‚1 Jah nach
de Exku sion‘), F agebogen
8 (100 %)
15 (75 %)
E aluie ung (‚1 Jah nach de Exku sion‘),
In e iews
5 S udie ende /
2 Leh ende
10 S udie ende /
2 Leh ende
Fo schungso ien ie e Leh e im Rahmen on Auslands-Exku sion(en) – eine SoTL-Analyse übe zwei Exku sionen nach Russland
33
Als F ei ex kommen a e sind he o zuheben:
• „Angewand e P axis, Blick übe den Telle and in ande e Na ionen und Lände , In e na ionale
Zusammena bei , G uppendynamik“,
• „neues Wissen in e schiedenen Be eichen zu e langen“,
• „den Einblick den man in die ussische Kul u bekommen ha , Messungen an abgelegenen O -
en“,
• „P axisnähe, Fö de ung on eigens ändigem A bei en / selbs ändige O ganisa ion, Behandlung
un e schiedliche Themenbe eiche ( e schiedene ökologische Aspek e, Wasse k a nu zung),
Mi einbeziehung geschich liche In o ma ionen und kul u elle Sehenswü digkei en“,
• „Das Exku sionsp og amm wa ex em spannend, abwechslungs eich und engagie o ganisie .
Es wu de ein gu e Übe blick übe das Gebie gelie e und auch die kul u ellen Aspek e wa en
in e essan . Du ch die hohe Dich e an P og ammpunk en und Au gabes ellungen konn e die
e ügba e Zei ideal ausgenu z we den“.
K i isch gesehen wu de, dass de „Wo kload seh hoch wa “. Dazu wu de angeme k : „Die Tagesp o-
g amme wa en ü eine Exku sion eilweise e was übe laden und könn en zei ige beginnen, um
nachmi ags ühe e ig zu sein.“
Die SoTL-Analyse e möglich e einen de aillie en Blick au die Akzep anz dieses Leh o ma es. Die
Be agung de Teilnehme *innen ein Jah nach de Exku sion lie e aus Sich de S udie enden ein
Feedback sowie eine e ie e Re lexion und dokumen ie e die Sich de in ol ie en Kolleg*innen.
Insbesonde e die Wo wolke zeig , dass die P obenahme im Rahmen de A bei sexku sion als zen -
ales Elemen gesehen wu de (s. Abb. 5a).
a)
b)
Abbildung 5: Wo wolke de (a) Wolga Exku sion und (b) Wo wolke de Sibi ien Exku sion anhand de ‚d ei zusammen assenden
Wö e ‘ (eigene Da s ellung).
Ma in Schle e e , Lea Be g, Ma kus Reisenbüchle , Pe e Ru schmann, Hannah Schwedhelm, Be nha d Zei inge ,
Vyachesla V. Kuzo le , Thomas Hein & S e an Schmu z
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Alle Teilnehme *innen beu eil en die Leh e ans al ung ein Jah nach Abschluss mi „seh gu “,
wü den diese wiede besuchen und S udienkolleg*innen emp ehlen. 62,5% gaben an, dass die
inhal lichen An o de ungen „genau ich ig sind“, wäh end 37,5 % diese als „hoch“ einschä zen. Die
Exku sion ö de e sowohl das Wissen de S udie enden als auch das In e esse in diesem Themen-
gebie aus Sich on 62,5 % de Teilnehme *innen seh s a k (Skalenwe 1 on 5) und on 37,5 %
de Teilnehme *innen s a k (Skalenwe 2 on 5).
Bei sch i lichen An wo en wu den u. a. olgende Aussagen ge o en:
• „Eigens ändiges A bei en wu de ge ö de “,
• „S uk u ( o ab Reche che de anzuwendenden Me hoden und Abklä ung mi den Be eue n)
seh du chdach “,
• „du ch das gu e Be euungs e häl nis wa en zu jede Zei k i ische Diskussionen möglich (und
e wünsch )“,
• „die Exku sionslei e haben seh undie e E klä ungen zu den angewende en Me hoden gelie-
e und das Ve s ändnis on Zusammenhängen ge ö de “
• „Flexibili ä bzgl. de genauen Planung de P og ammpunk e o O “,
• „g oße inhal liche Meh we und gleichzei ig eine gu e A mosphä e und iel Spaß“,
• „Selbs s ändiges E a bei en on F ages ellungen und P obenahmen wäh end de Exku sion,
in e disziplinä e Be ach ung on F ages ellen“,
• „Exku sion mi iel P axis und gu e Teama bei , Einblick in ein langjäh iges Fo schungsp ojek ,
gu e Mischung on Besich igungen und Felda bei “.
Als wesen liche Fak o en wu de he o gehoben:
• kla e Au gabens ellung – Felda bei , me hodisches A bei en und Be ich e s ellung“,
• „Umgang mi di e sen Messge ä en im Feld, Handling de e ass en Da en“,
• „Aus ausch zwischen den G uppen, Besich igungen o O “,
• „E gebnisse in einen Zusammenhang zu se zen und mögliche Hin e g ünde zu disku ie en“.
Als Ve besse ungspo en ial wu de angeme k :
• „kla e e Kommunika ion de Au gaben und des P og amms“,
• „Angabe, welche Möglichkei en o O zu Ve ügung s ehen. Fü das Sampling wa eilweise
wenig Zei e ügba (Fischne z übe Nach )“,
• „Zei liche Au wand ü P obenahmen und Auswe ung e en uell eduzie en“,
• „Zusammena bei /Aus ausch zwischen den einzelnen G uppen könn e noch meh ge ö de
we den“.
Die F age nach dem E ek (de Nachhal igkei des Le ne lebnisses) wu de wie olg bean wo e :
• „ges eige es In e esse ü die gesam hei liche Be ach ung on Flussökosys emen“,
• „Mas e a bei , wei e e Reise in das Gebie “,
• „Anwendung im Leben“.
Fo schungso ien ie e Leh e im Rahmen on Auslands-Exku sion(en) – eine SoTL-Analyse übe zwei Exku sionen nach Russland
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Die E gebnisse de In e iews zeigen, dass in den d ei Phasen ( o /wäh end/nach) eine Exku sion
un e schiedliche Kompe enzen ge ö de we den. Aus Sich de S udie enden wu den bezugneh-
mend au die Phase 1 (Vo be ei ung) insbesonde e die Quellena bei , die P äsen a ion und die
Planung als Kompe enz elde genann . Wäh end de Exku sion (Phase 2) sind es die Felda bei , die
Auswe ung und die Analyse und in de Nachbe ei ung (Phase 3) s ellen die Analyse, die S a is ik
und das Sch eiben wesen liche Aspek e da (Abbildung 7). Du ch die Konzep ion de Leh e ans al-
ung und dem Du chlau en eines Fo schungszyklus, können diese Aspek e in den un e schiedlichen
Phasen ideal angewand und kombinie we den.
Schließlich un e s eichen Kommen a e wie „pe ek e Vo be ei ung ü die Mas e -A bei “ (BOKU,
2019), die Möglichkei en hinsich lich de Wissens- und Kompe enz e mi lung im Rahmen eine
Exku sion. Aus Leh endensich bie e das Fo ma wei e e Vo eile: Neben Syne gien mi lau enden
Fo schungsp ojek en können S udie ende ü das Thema begeis e we den und sie können dieses
in eine Mas e a bei e ie en (z. B. Reichs amm, 2020). Die E aluie ung du ch die Teilnehme *innen
is wäh end de P äsen a ion du ch ein Powe Poin Rub ic, abe auch anhand des Exku sions-
Be ich es möglich (S olz & Feile , 2018).
3.2 Sibi ien-Exku sion
Das o be ei ende Semina wu de mi seh gu (No e 1,1) bewe e (n = 16) (TUM, 2019a).
Als F ei ex kommen a e sind anzu üh en:
• „Die Themen iel al wa gu “,
• „Die inhal liche Vo be ei ung au die Exku sion“,
• „Mi ha die S immung im Semina gu ge allen“,
• „Seh um ang eiches Wissen des Dozen en, seh gu e Hil es ellung, sympa hische A “.
K i isch angeme k wu de, dass manche Re e a e on S udie enden länge als 15 Minu en gedaue
haben:
Keine mag es, wenn ein gewisse zei liche Rahmen übe zogen wi d. Deshalb wü de ich o -
schlagen, au die s ik e Einhal ung on Vo ägen alle zu se zen. Liebe sag man o en, dass
man nach dem Re e a ohnehin noch 5 Minu en ha , um F agen zu s ellen ode wei e en Inpu
b ingen zu können.
Die o izielle E aluie ung de Exku sion (s. Abb. 6) e gab eine seh gu e Gesam bewe ung mi de
No e 1,1 (n = 17) (TUM, 2019b).
Ma in Schle e e , Lea Be g, Ma kus Reisenbüchle , Pe e Ru schmann, Hannah Schwedhelm, Be nha d Zei inge ,
Vyachesla V. Kuzo le , Thomas Hein & S e an Schmu z
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Abbildung 6: Beu eilung de Sibi ien-Exku sion. O izielle Leh e ans al ungse aluie ung (TUM, 2019b).
Als F ei ex kommen a e sind anzu üh en:
• „Die Zei is un assba schnell e gangen. Es wa auch seh gu , dass man da o ein Thema o -
be ei en und o s ellen muss e. Dadu ch ha e man den An eiz, sich au die Exku sion ein biss-
chen o zube ei en / zu in o mie en und geis ig d au einzus ellen.“,
• „seh abwechslungs eiches P og amm, seh iel Inside wissen wu de e mi el , welches man
kaum ohne Russischkenn nisse ande wei ig e langen könn e“,
• „de Einblick in die e schiedenen Abläu e de Zusammena bei on e schiedenen Disziplinen
(Wasse bau/Biologie)“,
• „seh iel Neues gele n – Be eue /Dozen en begegnen einem au Augenhöhe“.
K i isch gesehen wu den:
• „lange Bus-Fah en“,
• „Ab und an wa die Kommunika ion on Uh zei en e was ums ändlich und die Einhal ung on
Zei en e was nachlässig.“
Dies wu de abe zum Teil wiede ela i ie „Wegen dem Zei managemen : Ich and das je z nich
so agisch, dass wi nich imme pünk lich wa en. Wi wa en ja seh gu mi Ge änken und Essen
e so g . Und Toile enpausen gab’s ja auch ganz iele.“
Ein Jah nach Abschluss (s. Tab. 2) beu eilen 80 % de Teilnehme *innen die Leh e ans al ung mi
„seh gu “ (Skalenwe 1 on 5), 13,3 % mi „gu “ (Skalenwe 2 on 5) und 6,7 % mi „be iedigend“
(Skalenwe 3 on 5). 86,7 % de Teilnehme *innen wü den die Exku sion wiede besuchen und 13,3
% geben an, dass sie die Exku sion ielleich wiede besuchen wü den. 100 % de Teilnehme *innen
wü den die Exku sion ih en S udienkolleg*innen emp ehlen. 60 % gaben an, dass die inhal lichen
An o de ungen „genau ich ig sind“, wäh end 40 % diese als „nied ig“ einschä zen. Die Exku sion
ö de e das Wissen de S udie enden in diesem Themengebie aus Sich on 53,3 % de Teilneh-
me *innen seh s a k (Skalenwe 1 on 5), 26,7 % s a k (Skalenwe 2 on 5) und die wei e en 20 %
eilen sich in „mäßig“ bzw. „wenig“ au (Skalenwe e 3 bzw. 4 on 5). 86,7 % de Teilnehme *innen
gaben an, dass du ch die Exku sion das In e esse an den behandel en Themengebie en seh s a k
ge ö de wu de. Die Wo wolke zeig , dass die „Einblicke in die P axis“ (u. a. auch Schi li , Wasse -
k a , e c.) im Rahmen de Übe blicksexku sion als zen ales Elemen gesehen wu den (s. Abb. 4).

Fo schungso ien ie e Leh e im Rahmen on Auslands-Exku sion(en) – eine SoTL-Analyse übe zwei Exku sionen nach Russland
37
Zudem sind es Aspek e de A bei sexku sion, wie z. B. Linienzahlanalysen, welche als nachhal ig
e leb wu den.
Bei sch i lichen An wo en wu de u. a. he o gehoben:
• „Man konn e ich ig iel on dem Land sehen, wie Menschen do leben, welche Rolle Bauwe ke
(wie Klä anlagen, Wasse k a we ke ...) do spielen und mi welchen He aus o de ungen bei de
E ich ung und Wa ung diese Bauwe ke zu echnen is .“,
• „P axisbezug, Be agung on Expe en o O “,
• „The a ious inpu s om specialis s du ing he excu sion which b oaden he mindse and poin s
o iew o he s uden s.“
Als wesen liche Fak o en wu de he o gehoben:
• „In Sibi ien is die Be ölke ungsdich e deu lich ge inge als in Deu schland. Es is eine seh wei -
läu ige Region. Insgesam wi d das Leben de Menschen on doch ganz ande en Fak o en be-
s imm als hie in Deu schland. Dadu ch konn e ich besse nach ollziehen, wa um do P ob-
lems ellungen wie Umwel schu z nich ganz so p äsen sind wie in Deu schland. Da ü beschä -
ig man sich do ehe mi dem Ausbau und Au ech e hal ung on In as uk u , um diese Re-
gion bewohnba e zu machen. Ich habe einen ganz neuen Eind uck on diesem Teil de Wel be-
kommen.“,
• „Wi haben e schiedene Bauwe ke besuch und sind du ch Landscha en ge ah en, sodass man
sich zu diesen auch einen pe sönlichen Eind uck machen konn e. Mi haben auch die Vo äge
de Wissenscha le zu ih en Fo schungsgebie en seh gu ge allen. Ich and es o allem spi ze
meh übe die Al ai-Region zu e ah en – bzgl. ökonomischen, ökologischen und spi i uellen As-
pek en. Es is doch nochmal was ande es, wenn man solche Vo äge li e hö und in diese Re-
gion auch di ek Vo o is .“,
• „Felda bei “,
• „in e kul u elle Kommunika ion, k i isches Hin e agen“,
• „Bedeu ung on In e disziplina i ä – Einblick in das biologische Assessmen on Fließgewäs-
se n“.
Als Ve besse ungspo en ial wu de angeme k :
• „1 Te min meh zu Vo be ei ung, um noch meh Themen o ab anzusp echen.“,
• „E en uell manchmal ein kü ze es Tagesp og amm. Teilweise seh seh lange Bus ah en ü
einen Tag.“,
• „Eine zwei e Pe son, die Russisch sp ich , wä e gu gewesen.“
• „Housing and a el condi ions.“
Die F age nach dem E ek (de Nachhal igkei des Le ne lebnisses) wu de wie olg bean wo e :
• „wei e e Reche chen übe Russland, Russische Sp ache le nen“,
• „besse es Ve s ändnis ü den G oß aum Sibi ien“,
• „Mas e a bei übe den Ka un“,
• „In e es in se e al opics discussed du ing he excu sion.“
Ma in Schle e e , Lea Be g, Ma kus Reisenbüchle , Pe e Ru schmann, Hannah Schwedhelm, Be nha d Zei inge ,
Vyachesla V. Kuzo le , Thomas Hein & S e an Schmu z
38
Die E gebnisse de In e iews zeigen, dass in den d ei Phasen ( o /wäh end/nach) eine Exku sion
un e schiedliche Kompe enzen ge ö de we den. Aus Sich de S udie enden wu den, bezugneh-
mend au die Phase 1 (Vo be ei ung), insbesonde e die Quellena bei und die P äsen a ion als Kom-
pe enz elde genann . So wu de da geleg , dass „[man sich] du ch die Li e a u a bei … mi einem
Thema in ensi auseinande gese z [ha ]“ und du ch die P äsen a ion und die Diskussion im Plenum
„im Vo eld ein gu e Eind uck om Exku sionsgebie “ gewonnen we den konn e. Zudem zeig die
Rückmeldung „P äsen a ion[en] ha en wi im S udium ech wenig[e], dahe wa das eine gu e
Möglichkei , dies zu üben und auch Feedback zu bekommen“, dass die Vo be ei ungsphase on
ielen Teilnehme *innen nich nu achlich, sonde n auch aus me hodische Sich Kompe enzen
e mi el bzw. ges ä k ha . Wäh end de Exku sion (Phase 2) sind es die Kompe enzen E ah en,
Kennenle nen und Felda bei en. Die Aussagen „die G öße de Flüsse ha eine ande e Dimension als
bei uns“ sowie „Dimensionen de Bauwe ke – deu lich g öße als alles, mi dem man bishe in de
Leh e zu un ha e“ besch eib die Bedeu ung des E ah ens und Kennenle nens diese Sys eme.
Ebenso wu de angeme k , dass „Klischees eilweise bes ä ig [wu den], abe manche wu den du ch
den Kon ak auch wiede leg “. Dies un e s eich die Bedeu ung on in e na ionalem Aus ausch au
e schiedenen Ebenen (zwischen S udie enden, Wissenscha le *innen und Expe *innen aus de
P axis). Die Aspek e de A bei sexku sion wu den on ielen Teilnehme *innen seh posi i he o -
gehoben: „Spannende Felda bei en (D ohnenau nahmen, Linienzahlanalysen)“.
In de Nachbe ei ung (Phase 3) s ell das Sch eiben einen wesen lichen Aspek da . Dies wi d du ch-
aus posi i bewe e , da „man sich dabei noch einmal alles du ch den Kop gehen lassen kann“ und
dies somi ein wich ige Sch i ü die Re lexion des Gesehenen bzw. E le n en da s ell . Manche
S udie ende haben den „Be ich (Semina a bei ) be ei s o de EX gesch ieben“ und konn en diesen
nach de Exku sion „mi Bilde n on o O e sehen“ und „ iele konk e e E gänzungen de Li e a-
u s udie aus dem Fach o ägen o O “ ein ügen. Eine Rückmeldung weis zudem da au hin, dass
„einem de Syl ens einspeiche bislang g oß o kam, Sayano-Shushenskaya is abe deu lich
g öße – o diesem Hin e g und kann man dann auch leich e Lösungen ü seine kleinen P obleme
inden.“
Schließlich en s ehen bei de a igen Exku sionen auch F eundscha en und Kon ak e, die übe das
S udium hinaus bes ehen bleiben, wie olgende Rückmeldungen zeigen:
• „Die ganze Reise wa du chwegs posi i – ich wü de es so o wiede machen“,
• „die Fo os schaue ich imme wiede seh ge ne an, e liche hängen bei mi an de Wand“,
• „Ha ing he possibili y o make such excu sion and expe iences makes he di e ence be ween
an excellen uni e si y – his is a g ea alue o being a TUM.“
4 Diskussion und Schluss olge ungen
Die Idee ü dieses SoTL-P ojek is nach den Exku sionen en s anden. Au g und de o iziellen Leh -
e ans al ungse aluie ungen und dem posi i en pe sönlichen Feedback zu beiden Exku sionen,
wu de die En scheidung ge o en, die Exku sionen im Sinne on SoTL zu analysie en und zu kom-
munizie en. Aus p agma ische Sich wu de en schieden, die Fo mula e ü die Be agungen ‚ein
Jah danach‘ analog zu den o iziellen Leh e ans al ungse aluie ungen zu ges al en und zudem
Fo schungso ien ie e Leh e im Rahmen on Auslands-Exku sion(en) – eine SoTL-Analyse übe zwei Exku sionen nach Russland
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mi els pe sönliche In e iews Aspek e wie den T ans e und die Nachhal igkei des Le ne lebnisses
zu e assen. K i isch anzume ken is , dass bei kün igen SoTL-P ojek en die Planung de Be agung
im Vo eld kla e s uk u ie sein soll e (analog zu Bö che & Thiel, 2016), dami s a is ische Analy-
sen du chge üh we den können.
Das Leh o ma is ü die Leh enden g undsä zlich seh au wändig und um ass die Vo be ei ung
(De ini ion on Fo schungs agen, Reise ou e, T anspo logis ik, Übe nach ungsmöglichkei en,
Ve p legung), die Du ch üh ung de Leh e ans al ung ( o be ei ende Semina e und die eigen liche
Exku sion) und die Nachbe ei ung (Beglei ung de Auswe ungen, Ko ek u de P ü ungsleis un-
gen). Ein wesen liche Fak o is zudem die Siche hei de S udie enden (z. B. im Vo eld Gesund-
hei sab agen be e end Alle gien) sowie das Mi üh en on E s e-Hil e-Aus üs ung. Und le z lich is
auch die inanzielle Abwicklung im Vo eld (Kos enplanung, Fes legen de Bei äge de S udie en-
den), wäh end de Exku sion (lau endes Kos en-Con olling) und die Endab echnung (Belege, Wech-
selku se, e c.) nich zu un e schä zen. Wenn de a ige Exku sionen in bes ehende Fo schungsp ojek-
e eingebunden we den, können Syne gien genu z we den. Es is ein au wändiges Fo ma , abe es
e möglich , den S udie enden neue Aspek e kennenzule nen und einen P axisbezug ih es e wo be-
nen Wissens he zus ellen. Ebenso inde wäh end de a ige Exku sionen ein in ensi e Aus ausch
zwischen S udie enden und Leh enden s a , was auch den G unds ein ü neue P ojek e wie z. B.
eine Mas e a bei legen kann.
Abbildung 7: Konzep ‚Fo schendes Le nens in de Na u ‘ mi 3 Phasen zu Fö de ung e schiedene Kompe enzen o , wäh end
und nach eine Exku sion: du ch die e schiedenen Phasen im Fo schungszyklus wi d ein b ei es Wissen e wo ben (eigene
Da s ellung).
Ma in Schle e e , Lea Be g, Ma kus Reisenbüchle , Pe e Ru schmann, Hannah Schwedhelm, Be nha d Zei inge ,
Vyachesla V. Kuzo le , Thomas Hein & S e an Schmu z
40
Wesen lich is abe . a. de Meh we ü die S udie enden. Die In e iews haben gezeig , dass d ei
Phasen (Vo be ei ung, Exku sion und Nachbe ei ung) kla zu di e enzie en sind und wäh end diese
Phasen e schiedene Kompe enzen ge ö de we den. Dahe schlagen wi ein en sp echendes
F amewo k ü Exku sionen o (s. Abb. 7), das die Konzep ionie ung und Ausges al ung on Ex-
ku sionen un e s ü zen soll.
Da aus olgend is SoTL in hohem Maße ele an ü die (Wei e -)En wicklung und Quali ä ssiche-
ung de Leh e. Es ha sich gezeig , dass mi Fo schendem Le nen wesen liche Kompe enzen, wie die
Reche che und die P äsen a ion (Saue bo n & B ühne, 2017), die Anwendung on Fachkompe enzen
(Zimme , 1998) sowie W i ing-Skills (Ved al, 2012) e mi el wu den. Die beiden Exku sionen un e -
s ü z en dahe jeden alls die Fes igung bzw. den E we b wesen liche Kompe enzen mi Ka ie e e-
le anz.
G undsä zlich wu de e such , jeweils A bei s- und Übe blicksexku sionen zu kombinie en, wobei in
de Wolga-Exku sion kla de Aspek de A bei sexku sion übe wog, wäh end die Sibi ien-Exku sion
ehe als Übe blicksexku sion einzus u en is . In diesem Kon ex äll bei de Bewe ung au , dass 37,5
% de Teilnehme *innen de Wolga-Exku sion die inhal lichen An o de ungen als „hoch“ einschä -
zen, wäh end 40 % de Teilnehme *innen de Sibi ien Exku sion diese als „nied ig“ einschä zen. Dies
s ell einen signi ikan en Un e schied da , de au die un e schiedlichen Exku sions ypen zu ückzu-
üh en is . Ebenso ö de e die Wolga-Exku sion das Wissen de S udie enden in diesem Themenge-
bie aus Sich on 62,5% seh s a k, wäh end dies bei de Sibi ien-Exku sion nu on 53,3% de Teil-
nehme *innen angegeben wi d.
G undsä zlich is eine, nach den P inzipien o schungso ien ie e Leh e (Gess e al., 2017) konzipie -
e Exku sion, au e schiedene Leh inhal e und Leh si ua ionen übe agba . Besonde s F ages el-
lungen de Sus ainable De elopmen Goals (Uni ed Na ions, 2015) sind gu geeigne , um diese in
einem in e kul u ellen Kon ex zu bea bei en. Die o liegende A bei beweis olglich die Übe ag-
ba kei des Konzep es. So konn e dieses didak ische Konzep e olg eich an de BOKU und an de
TUM implemen ie we den. Die Begeis e ung de S udie enden is im Feedback abgebilde , sowie
du ch die ( eiwillige) E s ellung on Ku z ideos übe beide Exku sionen du ch Teilnehme *innen.
Die Möglichkei en besch änken sich nich nu au na u wissenscha liche Fäche , es können sich
auch in e disziplinä e sp ach- und geis eswissenscha liche Exku sionen wesen lich au den Le n-
und Leh e olg auswi ken. Bspw. kann eine Auslandsexku sion auch genu z we den, um eine
F emdsp ache zu es igen sowie Land und Leu e kennen zu le nen. Wesen lich is eine übe schauba-
e G uppeng öße bzw. ein adäqua es Be euungs e häl nis, wobei wi ü dieses Fo ma eine*n
Leh enden au ie S udie ende emp ehlen.
Leide ha die COVID-19-Pandemie de a ige Exku sionen in den le z en zwei Jah en e hinde .
Diese Zei wu de abe genu z , um die Exku sionen aus dem Jah 2019 im Rahmen eines SoTL-
P ojek es aus S udie enden- und aus Leh endensich zu analysie en. Die E gebnisse bes ä ken die
No wendigkei zu Fo üh ung de a ige Fo ma e. Dieses Exku sions o ma wi d an de BOKU
(Ins i u ü Hyd obiologie und Gewässe managemen ) sowie an de TUM (Leh s uhl ü Wasse bau
und Wasse wi scha ) jeden alls beibehal en und soll in Zukun zu wei e en in e na ionalen Fluss-
Sys emen üh en. De a ige Exku sionen lie e n einen Meh we ü die Hochschule und die Leh en-
He aus o de ungen bei de En wicklung und E o schung eine gami izie en Le n-App
47
Im olgenden Kapi el (s. Kap. 2) sollen zunächs de Leh kon ex und die App nähe besch ieben
we den und anschließend die mi de En wicklung und Be o schung on BaccUp e bundenen He -
aus o de ungen (s. Kap. 3) nähe e läu e we den, um abschließend im Ausblick und den E gebnis-
sen (s. Kap. 4 und 5) als E ah ungsbe ich ü zukün ige P ojek e zu dienen.
2 Besch eibung des Leh kon ex es und de App
2.1 Cha ak e is ika de Leh e ans al ung
Im Folgenden sollen zunächs die Vo lesung, in de BaccUp zum Einsa z komm , sowie die App
selbs nähe besch ieben we den. Die Vo lesung „Accoun ing 1“ (BACC) is eine P lich o lesung im
Bachelo -S udiengang des Fachbe eichs Wi scha swissenscha en an de Goe he-Uni e si ä F ank-
u am Main und soll e im d i en Fachsemes e beleg we den. De gesam e S udiengang ha eine
Regels udienzei on sechs Semes e n. Inhal lich geh es in diesem Ku s um die G undlagen de
Kos en- und Leis ungs echnung, also dem in e nen Rechnungswesen (Managemen Accoun ing).
Die Le nziele des Ku ses bes ehen u. a. in de Behe schung de g undlegenden Techniken de Kos-
en- und Leis ungs echnung sowie de Fähigkei , en sp echende Da en, Auswe ungen und E geb-
nisse sachge ech in e p e ie en zu können. De Ku s wi d on e wa 600 S udie enden p o Semes e
beleg und bes eh aus eine wöchen lichen Vo lesung, eine zweiwöchen lichen Übung und zwei-
wöchen lichen Men o ien ( ün Te mine in kleinen G uppen mi s uden ischen Dozen *innen, on
denen jeweils eine besuch we den soll e). Die Vo lesung dien hie bei o angig de E läu e ung
de ele an en Inhal e und Konzep e du ch die Dozen *innen, wäh end diese in de Übung und dem
Men o ium mi hil e on Übungsau gaben (die zu o on den S udie enden o be ei e we den
soll en) e ie we den.
Alle de zu o genann en Ve ans al ungen inden adi ionell in P äsenz s a . Au g und de G up-
peng öße gib es i. d. R. ehe wenig In e ak ion zwischen S udie enden und Dozen *innen. Obwohl
die S udie enden e mu ig we den, F agen zu s ellen, is die Be eiligung ehe beg enz . Dies gil
insbesonde e ü die Vo lesung und die Übung, an denen jeweils die gesam e G uppe eilnimm . Da
sich die Gesam g uppe in den Men o ien au ün kleine e G uppen au eil , is hie die In e ak ion i.
d. R. e was höhe . Alle dings p äsen ie auch hie de *die Dozen *in i. d. R. die Lösungen de
Übungsau gaben und es gib keinen p ü ungs ele an en An eiz ü die S udie enden, selbs Lösun-
gen zu p äsen ie en. Abgesehen on de Klausu am Ende des Semes e s gib es keine P ü ungsleis-
ung in diesem Ku s. Die Klausu bes eh aus d ei g oßen Au gaben à 30 Punk en, die sich jeweils
nochmal in kleine e Au gaben un e eilen. In de Klausu gib es keine Mul iple-Choice-Au gaben,
sonde n haup sächlich Rechenau gaben, e gänz um kleine e o ene F agen. Die Teilnahme an Vo -
lesung, Übung und Men o ium is eiwillig. Zusä zlich zu den zu o genann en Ve ans al ungen
wu de zweiwöchig eine Men o *innensp echs unde angebo en, zu de die S udie enden unange-
melde kommen konn en, um e waige F agen mi den Men o *innen zu besp echen. Das Le nma e-
ial bes eh aus Vo lesungs olien, die gleichzei ig als Sk ip dienen, eine Übungssammlung mi
en sp echenden Lösungen sowie eine P obeklausu . Die Leh inhal e sind hie bei in neun e schie-
dene Kapi el un e eil , die jeweils ein ande es Thema de Kos en- und Leis ungs echnung behan-
deln. Da übe hinaus we den ein Leh buch und das dazugehö ige Übungsbuch zu Ve ie ung de
Vo lesungsinhal e emp ohlen.

Julian Langenhagen
48
2.2 En wicklung de App
In E alua ionen e gangene Semes e ( o Ein üh ung de App) beklag en die S udie enden häu ig,
dass es keine zei gemäßen Möglichkei en gib , sich mi dem S o auseinande zuse zen. Als Reak ion
au diese Hinweise de S udie enden haben wi Fö de gelde bean ag , um ein E-Lea ning-Tool ü
die Ve ans al ung zu en wickeln. Zwa wa zu diesem Zei punk be ei s kla , dass es eine A Quiz
we den soll, abe de Plan wa zunächs , dass die F agen inne halb unse es Lea ning Managemen
Sys em (OLAT) implemen ie we den soll en. An die En wicklung eine App dach en wi zu diesem
Zei punk noch nich . Teil des Fö de p og amms des E-Lea ning-Fö de onds de GU F ank u am
Main wa jedoch die Ve ne zung de P ojek e an wo lichen alle ge ö de e P ojek e. Bei einem
diese T e en e hiel en wi Kon ak zum S a -Up-Un e nehmen Ado nis Ven u es GmbH, das on
S udie enden geg ünde wu de und sich u. a. mi de App-En wicklung im Leh kon ex beschä ig .
E s du ch diesen Kon ak wu de uns kla , dass eine eigene App a sächlich im Be eich des Mögli-
chen lag.
Die Aussich au Nu zungsda en eine App e möglich e uns auch, übe ande e Fo schungs agen
nachzudenken als es mi einem simplen Quiz-Add-In in OLAT de Fall gewesen wä e. Eine App kann
lexible (z. B. auch un e wegs) genu z we den als ein Add-In in einem Lea ning Managemen Sys-
em und kann dahe einen g öße en Ein luss au den Le np ozess de S udie enden haben. De
Ein luss de Ein üh ung de App au die Le np ozesse sowie au den Le ne olg de S udie enden
soll e im Fokus de beglei enden SoTL-Fo schung s ehen. Die G undidee eine gami izie en Le n-
App en s and ech schnell, die genauen Funk ionen und Designs muss en jedoch e s noch e ö e
we den. Da die Vo lesung in neun Kapi el un e eil is , dach en wi z. B. da an, die S udie enden in
de App in einen Fah s uhl s eigen zu lassen und alle neun E agen besuchen zu müssen, um schließ-
lich au dem höchs en Le el anzukommen. Diese Idee gehö jedoch zu denjenigen, die aus e -
schiedenen G ünden wiede e wo en wu den. Im olgenden Abschni wi d nähe e läu e , wie
BaccUp zum Launch im Somme semes e 2019 umgese z wu de.
2.3 Funk ionen de App
Die Haup unk ion on BaccUp bes eh aus eine Quizda enbank mi übe 550 F agen, die alle neun
Kapi el de Ve ans al ung abdecken. Die Nu zung on BaccUp is eiwillig und es können keine
zusä zlichen Vo eile du ch die Nu zung de App e dien we den (ande s als z. B. bei B ink, 2013).
Die App ha also keinen di ek en o malen Ein luss au die Abschlussno e de Ve ans al ung, son-
de n dien o allem de indi iduellen Le nkon olle de S udie enden sowie de Vo - und Nachbe-
ei ung de einzelnen Ve ans al ungen. Um die App möglichs allen S udie enden zu Ve ügung
s ellen zu können, is sie sowohl übe eine Web e sion als auch als App e häl lich. Neben den F age-
ypen Single- und Mul iple-Choice gib es So ie - und Lücken ex au gaben (s. Abb. 1 ech s ü eine
Beispiel age).
He aus o de ungen bei de En wicklung und E o schung eine gami izie en Le n-App
49
Abbildung 1: Sc eensho s de App BaccUp (Langenhagen, 2021).
Zu beach en is be ei s an diese S elle, dass sich diese F age ypen deu lich on den F agen in de
P ü ung (Rechenau gaben und o ene F agen) un e scheiden. Die S udie enden können also nich
e wa en, F agen aus de App auswendig zu le nen und diese dann iden isch in de Klausu wiede -
zu inden. De Gedanke des A bei ens mi de App is ehe als eine Vo be ei ung ode Ve ie ung des
gele n en S o es aus den ande en Le nmöglichkei en zu e s ehen. Die App kann in d ei e schie-
denen Modi e wende we den: dem Kapi elmodus, dem Zu allsmodus und de Weekly Challenge.
De Kapi elmodus kann e wende we den, um spezi ische F agen zu einem einzelnen Kapi el zu
bean wo en. Sobald de *die S udie ende den Inhal eines Kapi els gemeis e ha , wi d das nächs e
Kapi el eigeschal e . Im Zu allsmodus we den die F agen nach dem Zu allsp inzip aus den Kapi eln
ausgewähl , die be ei s im Kapi elmodus eigeschal e wu den.
Im d i en Modus, de sogenann en Weekly Challenge, können sich die Nu ze *innen mi ande en
S udie enden e gleichen. Einmal p o Woche können sie 25 F agen bean wo en, die zu ällig aus
den be ei s in de Vo lesung behandel en Kapi eln ausgewähl we den (und dami unabhängig om
indi iduellen Le ns and de S udie enden in de App). Die E gebnisse we den anschließend in einem
Wochen- und einem Semes e anking angezeig . Fü gu e Leis ungen in de Weekly Challenge und
ande e Le nleis ungen (z. B. die Nu zung de App an meh e en au einande olgenden Tagen) kön-
nen die S udie enden sogenann e Badges e we ben, die dann in ih em Accoun un e ih em selbs
gewähl en Benu ze namen angezeig we den (s. Abb. 1 links). Bspw. e hal en sie auch ein Abzeichen
da ü , dass sie alle F agen au einmal ich ig bean wo e haben ode eine bes imm e Anzahl be-
an wo e e F agen au weisen können. Hie bei gib es eine d ei eilige Abs u ung: das B onze-
Abzeichen gib es ü 50, das Silbe -Abzeichen ü 500 und das Gold-Abzeichen ü 1000 bean wo -
e e F agen ( ü eine genaue Au lis ung alle Badges siehe Langenhagen, 2021). Du ch die Bean wo -
ung on F agen (unabhängig om Modus) e hal en die S udie enden Le npunk e und e höhen so
ih en Le n-Le el in de App (s. Abb. 1, mi le e Sc eensho ). Fü jede ich ig bean wo e e F age
e hal en S udie ende 50 Le npunk e. Um nich nu ich ige An wo en, sonde n das Bean wo en
Julian Langenhagen
50
on F agen an sich zu belohnen, e hal en S udie ende auch ü alsche An wo en 10 Le npunk e.
Da übe hinaus zeig die Fo sch i sanzeige de einzelnen neun Kapi el den S udie enden, wie gu
sie ein bes imm es Thema ak uell behe schen (s. Abb. 1, linke Sc eensho ). Diese Fo sch i sbal-
ken sink übe den Zei e lau jedoch wiede ab. Hin e g und diese Funk ion is de sogenann e
Skill Le el Indica o (SLI), de bei jede F age oben ech s angezeig wi d (s. Abb. 1 ech s). Hie bei
handel es sich um eine Kennzahl, die zwischen 0 und 100 % be äg und aussagen soll, wie gu eine
bes imm e F age behe sch wi d. Bei eine ich igen An wo s eig de SLI au 100 % und so g
da ü , dass die F age zunächs nich meh angezeig wi d. De SLI sink anschließend übe den Zei -
e lau in Anlehnung an die Ve gessensku e nach Ebbinghaus (2013), was da ü so g , dass die
F age nach eine gewissen Zei wiede angezeig wi d, um zu übe p ü en, ob sie nach wie o ich ig
bean wo e we den kann. Mi jede ich igen Bean wo ung s eig dieses Zei ens e , da mi eine
höhe en Wah scheinlichkei da on ausgegangen we den kann, dass die F age nach wie o be-
he sch wi d.
Die App wu de speziell zu E gänzung des bes ehenden Ku ses en wickel und soll ande e Le nma-
e ialien wie das Sk ip ode die Übungssammlung nich e se zen. Die App bie e zu jede F age eine
indi iduelle E klä ung, die bei eine alschen An wo angezeig wi d. Die App gib den S udie enden
also eine Hil es ellung, wenn sie eine alsche An wo gegeben haben. Dami können die S udie en-
den den F agenka alog unabhängig on Zei und O du cha bei en, da sie nich au die Ve ügba -
kei de Dozen *innen angewiesen sind. Bei de En wicklung de einzelnen Funk ionen s and zwa
de Nu zen ü die S udie enden im Vo de g und, wi ha en jedoch be ei s bei de En wicklung s e s
unse e Fo schungss a egie im Hin e kop , die im olgenden Kapi el (s. Kap. 3) besch ieben we den
soll.
3 Planung de SoTL-Fo schung
3.1 Besch eibung de Da enquellen
De Ansp uch an dieses P ojek wa on Beginn an, dass nich nu ein Tool en wickel we den soll e,
das on den S udie enden gu angenommen wi d, sonde n auch eines, das einen messba en posi i-
en Ein luss au die Leis ung in de Klausu ha . Um dies messen zu können, plan en wi be ei s on
Beginn an, die En wicklung de App mi einem Fo schungsdesign zu beglei en (s. Abb 2). Die Fo -
schung soll e au Da en aus d ei Quellen basie en: die P ü ungse gebnisse aus de Klausu , An wo -
en au eine beglei ende Um age sowie die Nu zungsda en aus de App.
SS 17 WS 17 SS 18 WS 18 SS 19 WS 19 SS 20 WS 20
Planung & En wicklung
Du ch üh ung Um age
ohne App-F agen mi App-F agen
E assung Klausu da en
E assung App-Da en
Leh o ma P äsenz P äsenz P äsenz P äsenz P äsenz P äsenz Online Online
Abbildung 2: Zei liche Übe sich des P ojek s (eigene Da s ellung).
He aus o de ungen bei de En wicklung und E o schung eine gami izie en Le n-App
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Die Basis ü die Fo schung hinsich lich de Auswi kung de App-Nu zung au die Klausu leis ung
bilden die Klausu da en selbs . Da es keine e bindliche Anmeldung ü den Ku s an sich, sonde n
nu ü die Klausu gib , gil die Zahl de angemelde en S udie enden ü das Fo schungsdesign als
G undgesam hei , mi de z. B. die Teilnahme an de Um age ode die Nu zungsquo e de App
be echne we den. Die Klausu selbs bes eh , wie im o he igen Kapi el (s. Kap. 2) be ei s besch ie-
ben, aus d ei g öße en Au gaben à 30 Punk en mi kleine en Un e au gaben, die im Wesen lichen
aus Rechenau gaben und kleine en o enen F agen bes ehen. Fü das Bes ehen de Klausu is es
dahe wich ig, die gele n en Techniken e s anden zu haben und auch au neue Sach e hal e an-
wenden zu können. Mul iple-Choice-Au gaben wie in de App gib es in de Klausu nich . Die Da en,
die zu Klausu e ass we den, bes ehen aus den Punk en p o Teilau gabe und de jeweiligen No e.
Die Au gaben ex e sam Lösung s ehen eben alls zu Ve ügung, wu den bis da o abe noch nich in
die Fo schung mi einbezogen.
Die beglei ende Um age wu de be ei s ühzei ig en wo en, sodass alle F agen ohne Bezug zu
App be ei s zwei Semes e o Launch ges ell we den konn en (s. Abb. 2). Hin e g und diese Vo -
gehensweise wa es, eine Ve gleichsg uppe zu den S udie enden zu e hal en, denen spä e die App
zu Ve ügung s ehen soll e. Au diese Weise können wi p ü en, ob die S udie enden aus Semes e n
mi Zugang zu App signi ikan e Un e schiede zu den Koho en o weisen, die zu o nich mi de
App le nen konn en. So können wi ü e waige Fo schungse gebnisse ausschließen, dass die ge-
messenen E ek e du ch Un e schiede in z. B. demog a ischen Da en de S udie enden beding sind.
Neben demog a ischen Da en wie Geschlech ode Al e haben wi abe auch un e schiedlichs e
F agen zu Zu iedenhei mi den einzelnen Ve ans al ungselemen en und de Le ns a egie de
S udie enden abge ag . So haben wi z. B. nach dem zei lichen Au wand ge ag , de in die e -
schiedenen Le nma e ialien in es ie wu de, abe auch zu Anwesenhei in den einzelnen Ve ans al-
ungen und nach den Le no en de S udie enden. Auße dem haben wi F agen nach den genu z en
Le nmedien (PC, Lap op, Sma phone e c.) inkludie , um nach dem Launch de App he aus inden zu
können, ob eine Sma phone-App an diesem Ums and e was ände . Ziel de Um age wa zum
einen, ein möglichs genaues Bild de Le ns a egie de einzelnen Koho e zu bekommen, abe auch
Feedback zu Ve ans al ung und spä e auch zu App zu e hal en. Hie ü wa en en sp echende
F agen mi Kommen a elde n zu F ei ex eingabe eingeplan . In den Semes e n, in denen die App
zu Ve ügung s and, wu de die Um age um F agen zu App e gänz , um auch hie das Feedback
de S udie enden einsammeln zu können und ü e waige Wei e en wicklungen nu zen zu können.
Die Bean wo ung de Um age wa eiwillig und die Bean wo ungsquo e lag bei 26 %, was im
Rahmen e gleichba e e gangene S udien lieg (Kaplowi z e al., 2004; Sax e al., 2003; Shih & Fan,
2009).
Die Nu zungsda en aus de App bilden die d i e Da enquelle ü unse Fo schungsdesign. De Da-
ensa z aus de App beinhal e jede An wo , die in de App gegeben wu de mi einem exak en
Zei s empel, de en sp echenden Nu ze *innen- und F agen-ID sowie dem Inhal de gegebenen
An wo und dem S a us, ob diese ich ig ode alsch wa . Zudem is ü die einzelnen Sessions
e ass , ob sie in de Weekly Challenge ode einem de ande en Modi du chge üh wu de. Bei de
Sammlung de Da en aus de App sahen wi uns insbesonde e mi zwei He aus o de ungen kon-
on ie , die im olgenden Kapi el (s. Kap. 3.2) nähe beleuch e we den.
Julian Langenhagen
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3.2 He aus o de ungen bei de Fo schungsplanung
Zum einen wa en wi nich zule z du ch das Ink a e en de Eu opäischen Da enschu z-
G und e o dnung (DSGVO) ü Da enspa samkei sensibilisie und woll en nu die Da en sammeln,
die wi zwingend ü die Fo schung benö ig en. Wi ha en bei de En wicklung z. B. eben alls übe -
leg , den S ando bei de Nu zung de App zu e assen, um p ü en zu können, ob die App ehe in
de Uni e si ä ode zu Hause genu z wi d. Aus den zu o genann en G ünden haben wi uns abe
gegen eine solche Da ensammlungs unk ion und s a dessen ü die Ab age diese In o ma ion im
Rahmen de Um age en schieden. Diese is zwa nich so genau wie eine GPS-Ab age inne halb de
App, en sp ich abe dem P inzip de Da enspa samkei .
Zum ande en wa bei de E assung de Nu zungsda en ü Fo schungszwecke wich ig, dass wi die
App ü eine gewisse Zei nich e ände n wü den. Die Auswi kung eine Va iable X (hie : App-
Nu zung) au eine Va iable Y (hie : Klausu leis ung) kann man am bes en un e solchen Bedingun-
gen messen, in denen alle ande en Va iablen kons an gehal en we den können. Dies lieg in dem
hie besch iebenen Fall na u gemäß nich o . Nich sdes o o z wa unse Ansp uch, solchen Fo -
schungsbedingungen möglichs nahezukommen. Dazu gehö e zum einen, dass an den Leh bedin-
gungen, also z. B. den Dozen *innen und den Le nma e ialien, nich s e ände we den soll e. Wenn
wi z. B. im un e such en Zei aum (s. Abb. 2) ein neues Sk ip e ö en lich hä en, könn e man
nich meh ausschließen, dass e waige E ek e au das neue Sk ip und nich au die App zu ückzu-
üh en sind. Sowohl die Le nma e ialien als auch die Dozen *innen und de Klausu s il blieben übe
den gesam en Zei aum un e ände . Auch die Zusammense zung de S udie enden in den e -
schiedenen Semes e n wa e gleichba (Langenhagen, 2021, S. 161).
Diese Ideal o s ellung ha e abe auch Ein luss au die Wei e en wicklung de App. Um die Auswi -
kungen de App bes möglich un e suchen zu können, muss en wi auch die App ü einen gewissen
Zei aum un e ände belassen. Wi wä en aus Fo schungssich also mi eine g oßen He aus o de-
ung kon on ie gewesen, wenn die S udie enden be ei s im e s en Nu zungssemes e wei ei-
chende Ände ungen an de App gewünsch hä en und sie g undlegend unzu ieden dami gewesen
wä en. Dies wa jedoch nich de Fall, sodass wi die App ü ie Semes e un e ände ließen. Die
S udie enden wa en mi de App g undsä zlich seh zu ieden (s. auch Kap. 4), me k en jedoch e -
meh an, dass die Funk ion, wei e e Kapi el e s eispielen zu müssen, ehe s ö e als mo i ie e. Bei
de Planung diese Funk ion ha en wi die Ideal o s ellung on S udie enden im Kop , die in Kapi el
1 an angen und sich kon inuie lich zu Kapi el 9 o a bei en. Die nö ige F eischal ung soll e die S u-
die enden hie bei in diese Le ns a egie lenken.
Hie bei haben wi abe nich be ücksich ig , dass es ande e e olg eiche S a egien geben kann, wie
z. B. das Le nen ausgewähl e Kapi el mi de App und ande e Kapi el mi ande en Le nma e ialien.
Eine solche Le ns a egie e hinde en wi jedoch du ch diese Funk ion, sodass wi uns nach ie
Semes e n en schieden, die F eischal ung he auszunehmen und alle Kapi el di ek zu Beginn des
Semes e s ü alle S udie ende eizuschal en. Wi woll en die App aus den genann en G ünden
jedoch nich nu im Zei e lau un e ände lassen. Eine Bedingung de inanziellen Fö de e wa es
zudem, dass alle S udie ende die iden ische App zu Ve ügung ges ell bekommen. Wi konn en
also nich inne halb eines Semes e s eine Kon oll- und eine Expe imen alg uppe ein ich en, die
un e schiedliche Ve sionen de App e hal en. Ein solches Design hä e es uns ansons en e möglich ,

He aus o de ungen bei de En wicklung und E o schung eine gami izie en Le n-App
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bes imm e Funk ionen bspw. mi eine A/B-Tes ung zu e aluie en und so die App zu op imie en. Da
wi also wäh end des Un e suchungszei aumes keine Ände ungen an de App o nehmen konn en,
wa es umso wich ige , die App (und die Um age) gu zu planen, um die Wah scheinlichkei g öße-
e Ände ungen nach dem Launch zu minimie en.
Wie be ei s besch ieben, s ell e auch de Da enschu z ein wich iges Thema bei de Planung de
beglei enden Fo schung da . Ve gleichba e S udien nu zen eils um ang eiche In o ma ionen de
S udie enden aus dem Lea ning Managemen Sys em ü ih e Fo schung (z. B. Gaše ić e al., 2016).
Hie zu zählen demog a ische Da en, abe auch P ü ungsleis ungen aus e gangenen Ve ans al un-
gen bis hin zu No en aus dem Abi u zeugnis. Diese Da en, die als nü zliche Kon oll a iablen dienen
könn en, liegen uns au g und de gel enden Da enschu zbes immungen an unse e Uni e si ä
nich o . Wi haben ü jede Ma ikelnumme , die ü die Klausu angemelde is , lediglich das Klau-
su e gebnis o liegen. Bei allen ande en In o ma ionen sind wi da au angewiesen, dass die S udie-
enden sie uns au eiwillige Basis zu Ve ügung s ellen. Das is z. B. de G und da ü , dass wi die
demog a ischen Da en de S udie enden in de Um age ab agen.
Diese Sach e hal ha jedoch noch eine wei e e Konsequenz. Fü die E o schung de Auswi kung
de App-Nu zung au die Klausu leis ung müssen wi die beiden Da ensä ze (Nu zungs- und Klau-
su da en) mi einande e binden. Da wi in de App lediglich die (neu gene ie e) Nu -
ze *innennumme de S udie enden kennen, sind wi da au angewiesen, dass uns die S udie enden
ih e Ma ikelnumme inne halb de App zu Ve ügung s ellen. Eine en sp echende Ab age inden
die S udie ende au dem S a bildschi m. Das gleiche P oblem exis ie bei den Da en aus de Um-
age. Um sie mi den ande en beiden Da ensä zen e binden zu können, benö igen wi auch hie
die Ma ikelnumme de S udie enden. Da e wa ungsgemäß nich alle S udie ende ih e Ma ikel-
numme in de App und/ode de Um age zu Ve ügung ges ell haben, können wi nu einen Teil
de Da ensä ze mi einande e binden. Dies bi g die Ge ah eines sogenann en Selec ion Bias
(B ooks e al., 2015), de sich a sächlich in den Da en zeig . Die bishe igen Fo schungse gebnisse
we den im nächs en Kapi el (Kap. 3.3) nähe beleuch e , abe an diese S elle kann be e is ange-
me k we den, dass S udie ende, die in de App ih e Ma ikelnumme zu Ve ügung ges ell haben,
signi ikan ak i e wa en als diejenigen, die unse e Bi e nich nachgekommen sind. Dies ha zu
Folge, dass wi die E gebnisse unse e Fo schung nu eingesch änk au die G undgesam hei (d. h.
au alle S udie enden de Ve ans al ung) übe agen können.
Die Da en, die uns o liegen, können au g und de Da enschu zbesch änkungen also nich op imal
ausgewe e we den. Fü eine ideale Analyse im Sinne des Schola ship o Teaching and Lea ning
wä e es jedoch wünschenswe , noch wei e e Da en zu e assen. Um die F age nach de Auswi kung
unse e App au das Le n e hal en bzw. den Le ne olg wah hei sgemäß bean wo en zu können,
müss en wi in eine idealen Fo schungsumgebung nich nu die App-Nu zung on den S udie en-
den e assen, sonde n auch, ob sie egelmäßig die Ve ans al ungen besuchen. In e essan wä e
auch, zu e ah en, ob die Ein üh ung eine solchen App dazu üh , dass die es lichen Le nma e ia-
lien e nachlässig we den. Zwa haben wi in de Um age en sp echende F agen ges ell , diese
sind jedoch au g und de Ta sache, dass nich alle S udie enden die Um age bean wo e haben
und au g und de o. g. Da enschu z-Regelungen nu eingesch änk mi den ande en Quellen e -
knüp ba . Wenn wi die Da enschu z-Regelungen auße Ach lassen wü den und nu an das bes -
Julian Langenhagen
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mögliche Fo schungse gebnis denken wü den, müss en wi die S udie enden beim Le nen übe wa-
chen, um a sächlich messen zu können, wie lange (und in ensi ) Leh büche und ande e Le nma e-
ialien genu z we den können. So könn en die olgenden F agen bean wo e we den: Sind S udie-
ende, die nu mi dem Leh buch le nen und bewuss au die App e zich en, besse in de Klausu
als die ande en? Ode sind die S udie enden, die nu mi de App le nen, und alle ande en Un e la-
gen e nachlässigen, diejenigen, die die bes en No en sch eiben? Und was hieße das ü die wei e e
Ges al ung de Leh e ans al ung? Die Ve knüp ung mi dem Klausu e gebnis zeig lediglich, ob
ku z is ig ein g öße e Le ne olg zu e zeichnen is . Ob ein halbes Jah spä e noch meh Wissen
ab u ba is , wenn man nu mi de App ode nu mi dem Leh buch le n , kann du ch ein Se ing
wie dieses nich bean wo e we den.
3.3 Auswi kungen de COVID-19-Pandemie
Auch wenn wi au g und de geplan en Fo schung möglichs iele Rahmenpa ame e kons an
hal en woll en, lagen bes imm e Aspek e nich in unse e Hand. De g öß e diese Aspek e olg
siche lich aus de COVID-19-Pandemie. Im Somme semes e 2020, also im d i en Semes e , in dem
die App genu z we den konn e (s. Abb. 2), so g e die Pandemie da ü , dass die meis en Uni e si ä-
en wel wei ih e Leh e au Online-Leh e ums ellen muss en. In kü zes e Zei muss e die Leh e
umges al e und gg . zusä zliche Tools en wickel we den. Die D inglichkei de Umse zung ließ
hie bei nich iel Raum ü die g ündliche En wicklung du chdach e Konzep e (Sangs e e al.,
2020). Dahe is es seh wich ig, die Wi ksamkei solche neuen Ins umen e z. B. du ch SoTL-
Fo schung zu analysie en, insbesonde e um ih e Nü zlichkei ü die Zei nach de Pandemie bewe -
en zu können (Foga y, 2020).
Da die En wicklung neue Ins umen e mi e heblichem Au wand und Kos en e bunden is , soll en
e olg eiche Konzep e daue ha in den Un e ich nach eine Pandemie in eg ie we den (Calabo
e al., 2019; Foga y, 2020). Unse e App wa jedoch be ei s in Benu zung und muss e dahe nich im
Zuge de COVID-19-Pandemie ku z is ig en wickel we den. Alle zu o genann en Leh bedingun-
gen blieben wäh end de Pandemie kons an , jedoch muss en wi Vo lesung, Übung und Men o ien
in einem asynch onen Video o ma , s a wie zu o in synch onen P äsenz e ans al ungen, o gani-
sie en. Zu diesem Zei punk ha en die S udie enden eine Woche Zei , um au jedes de Vo lesungs-
ideos zuzug ei en. Alle üb igen Videos (Übungen und Men o ien) wu den im Lau e des Semes e s
nach und nach zu Ve ügung ges ell und wa en anschließend wäh end des gesam en Semes e s
ab u ba .
Da übe hinaus konn en die S udie enden die Dozen *innen wäh end des gesam en Semes e s pe
Cha zu bes imm en Sp echzei en und pe E-Mail e eichen. Zum Zei punk de Ums ellung ha en
wi be ei s jeweils ein Win e - und Somme semes e mi Um ageda en ohne App-Nu zung sowie
jeweils ein Win e - und Somme semes e mi App-Nu zung und dami alle d ei Da ensä ze e ass .
So konn en wi die Auswi kung de Pandemie au die Le ns a egien und die Nu zung de App un-
e suchen. Es konn e u. a. eine in ensi e e Nu zung de App in Semes e n mi Online-Leh e gezeig
we den (Langenhagen, 2021, S. 161). Die e zwungene Ums ellung zeig jedoch, dass in solchen,
lebendigen Leh - und Fo schungsszena ien selbs mi so g äl ige Planung nich ga an ie we den
kann, dass alle Bedingungen un e ände bleiben.
He aus o de ungen bei de En wicklung und E o schung eine gami izie en Le n-App
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4 Bishe ige E gebnisse und Ausblick au zukün ige Fo schung
Das übe geo dne e Ziel de En wicklung on BaccUp wa imme , den Nu zen, den die S udie enden
du ch die App haben, zu maximie en. Zukün ige Fo schungs o haben sollen diesen Nu zen nähe
beleuch en, alle dings soll die App den S udie enden na ü lich auch ge allen. Dies kann nach ie
Semes e n de Nu zung de ini i bejah we den. 93 % de S udie enden gaben in de Um age an,
dass sie eine e gleichba e App ge ne in ande en Ve ans al ungen nu zen wü den. Insbesonde e das
di ek e Feedback nach de Bean wo ung de F agen wu de on den S udie enden als seh hil eich
wah genommen (Langenhagen, 2021, S. 164). Auße dem wu de, wie be ei s besch ieben, lediglich
eine Funk ion de App (die F eischal ung de Kapi el) in de Um age bemängel . Da übe hinaus ha
uns die Fachscha unse es Fachbe eichs zweimal ü den P eis ü exzellen e Leh e de GU F ank u
am Main nominie . Ziel des P ojek es wa es abe , wie eingangs besch ieben, nich nu , eine bei
S udie enden belieb e App zu en wickeln, sonde n auch eine, die ihnen wi klich e was nü z . Dies is
de Fokus de beglei enden Fo schung. T o z de zu o besch iebenen He aus o de ungen konn en
wi be ei s Fo schungse gebnisse publizie en und wei e e P ojek e sind in Bea bei ung.
Eine ühe e Ve ö en lichung zu diesem SoTL-P ojek konzen ie e sich au die In o ma ionen aus
de Um age und au die Nu zungsda en de App und beleuch e e insbesonde e den Launch de
App sowie die Ums ellung au Online-Leh e au g und de COVID-19-Pandemie und den Ein luss
diese beiden E eignisse au das Le n e hal en de S udie enden (Langenhagen, 2021). Zusammen-
assend konn e gezeig we den, dass die App wäh end de COVID-19-Pandemie in ensi e genu z
wu de. Wenn man sich den zei lichen Fokus de Nu zung anschau , is es zus ellen, dass die App
e meh wäh end de Vo lesungs- und Übungszei en (d. h. mon ag- und diens agmo gens) genu z
wu de, was zunächs ü eine in ensi e e Nu zung im Hö saal sp ich . Alle dings is diese zei liche
Fokus abgeschwäch auch in den Semes e n am An ang de COVID-19-Pandemie zu beobach en, in
denen keine Ve ans al ungen s a anden, sonde n nu zu Beginn de Woche neue Videos hochgela-
den wu den. Dies schein dennoch da ü geso g zu haben, dass die S udie enden du ch das F ei-
schal en de Videos an das Le nen mi de App e inne wu den.
Nich sdes o o z kann aus den E gebnissen mi P äsenzleh e abgelei e we den, dass eine Sma -
phone-App da ü so g , dass die S udie enden wäh end de Vo lesung wenige konzen ie
dem*de Dozen *in zuhö en. Dies soll e bei zukün igen En wicklungen de a ige Apps be ücksich-
ig we den. Soll e diese E ek ein e en, könn e man diese En wicklung en gegenwi ken, indem
man die App bewuss in die Vo lesung mi einbezieh , z. B. du ch Li e-Um agen in de App, de en
An wo en anschließend im Plenum disku ie we den. Da übe hinaus wu de au Basis de An wo -
en aus de Um age gezeig , dass sich die Wah nehmung de App du ch die S udie enden übe die
Semes e nich signi ikan e ände ha . Die F agen wu den z. B. on allen Koho en als e wa gleich
schwie ig und das di ek e Feedback bei alschen An wo en als seh hil eiche Funk ion emp unden.
Zudem konn e gezeig we den, dass die Nu zung des Sma phones zum Le nen mi dem Launch de
App s a k anges iegen, wäh end de COVID-19-Pandemie alle dings wiede leich zu ückgegangen
is . Hie scheinen die S udie enden also e meh die Web e sion de App am Lap op ode PC ge-
nu z zu haben.
Julian Langenhagen
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In wei e en Fo schungsp ojek en soll en Nu zungsda en de S udie enden insbesonde e dahinge-
hend analysie we den, ob eine in ensi e e App-Nu zung zu einem besse en Klausu e gebnis üh .
Hie bei we den aus den Nu zungsda en zunächs bes imm e Kennzahlen (z. B. Gesam anzahl de
An wo en p o Nu ze *in, An eil de ich igen An wo en ode ak i e Nu zungs age) be echne und
mi eine Reg essionsanalyse gep ü , welche diese Kennzahlen am ehes en im Zusammenhang mi
gu en Klausu e gebnissen s eh . Dami könn e auch die Rolle de Weekly Challenge beleuch e
we den, da die bishe ige Fo schung be ei s gezeig ha , dass We bewe b einen posi i en Ein luss
au die Le nleis ung haben kann (Cagil ay e al., 2015). Die zu bean wo ende F age is schließlich,
welche Le ns a egie in de App die e olg eichs e is . F ühe e Fo schungse gebnisse emp ehlen z.
B., dass Wiede holungen übe den gesam en Le nzei aum e eil we den soll en (Ca pen e e al.,
2012). Da übe hinaus un e suchen wi , ob sich anhand de Nu zungsda en ein Emp ehlungssys em
implemen ie en lassen wü de, das S udie ende anhand de Analyse ih e Nu zung be ei s wäh end
des Semes e s au eine Le ns a egie hinweis , die wah scheinlich nich zu eine e olg eichen Klau-
su üh en wi d. Auße dem e o schen wi , wie die zu o e wähn en Badges ideale weise ges al e
sein soll en, um möglichs e olg eiche Le ns a egien zu mo i ie en.
5 Zusammen assung und nächs e Sch i e
Das in diesem Bei ag besch iebene P ojek zeig , dass Schola ship o Teaching and Lea ning sowohl
die Leh e als auch die en sp echende Fo schung o an eiben kann. Bei de Du ch üh ung des P o-
jek s s and s e s de Nu zen ü die S udie enden im Vo de g und sowie de Ums and, dass die
Nu zung de App eiwillig sein muss. Dies schläg sich zum einen da in niede , dass mi de App
keine o malen Vo eile ü die Klausu e dien we den konn en. Die App soll e on den S udie en-
den also nu dann genu z we den, wenn es ihnen Spaß mach und/ode sie das Ge ühl haben, dass
ihnen die Nu zung einen Meh we im eigenen Le np ozess b ing . Abe nich nu die Nu zung soll e
au F eiwilligkei be uhen, sonde n auch die Be o schung de Nu zung. De Inpu du ch die S udie-
enden is bei einem solchen P ojek seh wich ig, da wi die App nich nu ü die S udie enden,
sonde n auch gemeinsam mi ihnen en wickeln woll en. Nu sie e leben die Le nsi ua ion aus de
S udie endenpe spek i e und sind dahe wich ige Pa ne *innen bei de Mission, eine App zu ge-
s al en, die einen wi klichen Meh we s i e . Feedback de S udie enden soll e dahe s e s in Wei-
e en wicklungen de App einbezogen we den.
Diese Bedingung s eh einem idealen Fo schungsse ing alle dings en gegen. Um bes mögliche
Fo schungse gebnisse e zielen zu können, muss die Da enbasis hin eichend g oß sein. Diese Bedin-
gung lieg in unse em Fall mi einem seh g oßen Ku s mi e wa 600 S udie enden p o Semes e
eindeu ig o . Nich sdes o o z wa es ü uns wich ig, die App und die es lichen Leh bedingungen
möglichs lange kons an zu hal en, um möglichs wenige S ö g ößen ü die geplan en Analysen zu
gene ie en. Dadu ch, dass wi so iele Pa ame e kons an gehal en haben, können wi in unse en
Analysen eine Aussage da übe e en, ob die Ände ung on P äsenz- au Online-Leh e du ch die
COVID-19-Pandemie einen E ek au die Nu zung de App bzw. de en E ek au die Klausu leis ung
ha . Alle dings bedeu e dieses Fes hal en an möglichs ielen Fak o en auch S ills and, was mögli-
che Wei e en wicklungen de Leh e und de App angeh . Hie müssen en sp echende SoTL-P ojek e
also s e s einen Komp omiss aus op imalen Fo schungsbedingungen und didak ische Wei e en -
Indi iduelle Fö de ung on P og ammie e igkei en im S udium am Beispiel on In elligen en Tu o Sys emen ü SQL
63
eg a ion on KI in de Hochschulleh e umgese z , den sog. ITS. Diese e s ellen ein explizi es Modell,
das sog. Le nenden-Modell, das a sächliche sowie gg . miss e s andene Konzep e und nich nu
das au beha io ale Ebene gezeig e Wissen de Le nenden abbilde . Das Le nenden-Modell kann
mi dem ko ek en Wissen de jeweiligen Domäne e glichen we den, um bei Abweichungen in elli-
gen es Feedback au indi iduelle Ebene zu geben, und e möglich so kons uk i e handlungso ien-
ie e Ansä ze des Leh ens und Le nens. Ein ITS als E gänzung in de Hochschulleh e e möglich zum
einen eine di ek e Feedback-Schlei e ü die Ges al ung de Leh e, denn die Leh k ä e e hal en
Rückmeldung übe das Ausmaß de e olg eich e mi el en Leh inhal e und noch mangelha e -
s andenen Konzep en. Auße dem sind ITS an sich ein Fo schungsgegens and, sodass mi hil e de
Da en de Le nenden de e minie ende Fak o en in e indi iduelle Un e schiede in Lösungss a e-
gien on z. B. No izen und Fo gesch i enen besse e o sch we den können. ITS bie en dahe eine
Möglichkei , Fo schung di ek in angewand e Leh - und Le numgebungen mi einzubinden und
diese s ä ke mi einande zu e ne zen.
Als Me hode des Schola ship o Teaching and Lea ning-Ansa zes üh en wi im Folgenden ein aus-
üh liches Li e a u e Re iew du ch (MacMillan, 2018), in dem wi den ak uellen Fo schungsp ozess
zu En wicklung und Anwendung on ITS in de Leh p axis k i isch e lek ie en und eine heo e ische
Basis ü ele an e F agen ü die Leh p axis scha en. Dabei gehen wi zunächs in Kapi el 2 au
unse e Idee eine o ene en Fehle kul u ein und zeigen Vo eile on analogem Schluss olge n im
Kon ex on ITS. Basie end au de heo e ischen E a bei ung dieses Konzep papie s, a bei en wi an
einem ITS ü die P og ammie sp ache SQL, welche den K i ikpunk en bishe ige Sys eme en ge-
genwi ken soll. Konk e sollen meh e e Me hoden zu einem kohä en en Sys em kombinie we den,
bspw. ein O e lay-Modell mi eine Fehle biblio hek und die Möglichkei ü einen Sok a ischen
Dialog.
Fü ein besse es Ve s ändnis diese Beg i e we den wi die G undideen on ITS und die un e schied-
lichen Ges al ungsmöglichkei en in Kapi el 3.1 und 3.2 genaue e läu e n und k i isch hin e agen.
In Kapi el 3.3 gehen wi insbesonde e k i isch au bishe ige E alua ionsme hoden ein und zeigen
Lücken in de S anda disie ung bes ehende Me hoden au . Dies soll eben alls als Basis dienen, um
da au au bauend Lei äden ü die Empi ie zu en wickeln, die es e möglichen, un e schiedliche ITS
in de Leh p axis zu e aluie en und de en E ek i i ä ü den Le np ozess zu beu eilen. Im ie en
Kapi el gehen wi au indi iduelle, echnische und o ganisa ionale Rahmenbedingungen ü eine
e olg eiche Umse zung on ITS inne halb de Hochschulleh e ein, und assen unse en Bei ag im
ün en Kapi el mi anschließende Diskussion zusammen.
Unse Fo schungs o haben ziel da au ab, die Viel al gu e menschliche Pädagog*innen in ein ITS
einzubauen, um diese somi ideal im Leh all ag zu un e s ü zen. Als Fo schungs agen lei en uns
dabei olgende F agen: Welche ITS-Me hode is ü welches Fach besse geeigne als ande e? Wie
un e scheide sich de Le n o sch i in T ans e au gaben nach Le nen mi he kömmlichen E-
Lea ning-Pla o men im Ve gleich zu einem ITS? Sind E-Lea ning-Pla o men als E gänzung des
Un e ich s ü e mein liche ‚Auswendig-Le n-Fäche ‘ in gleichem Maße geeigne wie ein ITS, das
indi idualisie es Feedback gib ?

Anna M. Thale , F anziska K. Paukne , Jonas-Da io T oles & U e Schmid
64
Wi sind de Au assung, dass auch diese ,Auswendig-Le n-Fäche ‘ au einem g undlegenden Ve -
s ändnis on Zusammenhängen basie en, und möch en diese Annahme mi hil e de En wicklung
eines ITS und dessen E aluie ung in de Leh p axis mi geeigne en Empi ie-Me hoden nachgehen.
2 Analogien als Le nmöglichkei im Umgang mi Fehle n als
p oduk i es Schei e n hin zu eine o ene en Fehle kul u
2.1 P oblembasie es Le nen im Umgang mi Fehle n au kons uk i e A
Zu Fö de ung on allgemeinen P oblemlöses a egien und k i ischem Denken können p oblemba-
sie e Le numgebungen e wende we den. Diese zeigen ü den Wissensab u aus dem Langzei -
gedäch nis in pe o manz- ode e igkei sbasie en Maßen und beim Ab u eine Kombina ion aus
konzep uellem Wissen mi p ozedu alen Fe igkei en deu liche Vo eile im Ve gleich zu o lesungs-
basie en Le numgebungen (Dochy e al., 2003; Yew & Goh, 2016). Da diese Konzep e auch in de
P og ammie ung Anwendung inden, schein diese Ansa z ü die Ve mi lung on allgemeinen
P og ammie kenn nissen ele an zu sein.
Wenn das E le nen eine P og ammie sp ache da au basie , Fehle zu begehen und diese als Mög-
lichkei zum neuen E kenn nisgewinn zu sehen, kann auch on p oduk i em Schei e n (Kapu , 2016)
gesp ochen we den; das heiß , ku z is ige Fehle üh en zu einem lang is igen Le n o sch i .
Hie bei können Fehle als In o ma ionsquelle und we olle Rückmeldung dienen, müssen on den
Le nenden abe auch als solche e kann we den (F ese & Al mann, 1989). So kann beim P og am-
mie en nich das gesam e P og amm e wo en we den, sobald die e s e Fehle meldung e schein .
Hie wi d nich nu Geduld ainie , sonde n auch die E kenn nis ange eg , dass eigene Schwachs el-
len mi hil e on Fehle n leich e iden i izie we den können. Sobald ein P og amm unk ionie ,
wi d deu lich, dass Fehle gene ell behebba sind und somi nich pauschal nega i a ibuie we -
den müssen (Diene & Dweck, 1978). Typische weise wi d den Le nenden beim p oduk i en Schei-
e n die Möglichkei gegeben, selbs s ändig ein gegebenes (komplexes) P oblem zu lösen, und e s
bei Schwie igkei en – seien es ehle ha e Lösungen ode un olls ändige An wo en – en sp echen-
de Ins uk ionen als Feedback ode Hil es ellung gegeben (Kapu , 2008). Fehle mi Feedback üh en
nich nu zu schnelle e und besse e Pe o manz in da au olgenden Au gaben im Ve gleich zum
gleichen Zei au wand ohne Fehle (Ko nell e al., 2009, S. 995), sonde n zeigen auch posi i e E ek e
au die Selbs wi ksamkei de Le nenden (Lo enze e al., 2005, S. 315) und au den Ab u de In o -
ma ionen aus dem Langzei gedäch nis (Ko nell e al., 2009, S. 996).
Ob die Möglichkei , aus Fehle n neues Wissen zu gene ie en, a sächlich genu z wi d, häng on
meh e en Fak o en ab. Zum einen benö igen die Le nenden gene elle me akogni i e Fähigkei en
wie selbs ges eue es Le nen (Da abi e al., 2018, S. 1102), zum ande en häng das Le nen aus Feh-
le n on de in e indi iduell un e schiedlichen Fähigkei zu Emo ions egulie ung, mo i a ionalen
P ozessen (Tulis e al., 2016) sowie den wäh end des Fehle s o he schenden empo ä en ode
s abil übe daue nden Emo ionen ab (S eue , 2014, S. 40). Lishinski e al. (2016) konn en zeigen, dass
sich die Zusammenhänge zwischen selbs egulie enden Fähigkei en wie Selbs wi ksamkei , Zielo i-
en ie ung ode me akogni i e S a egien und de E olgsp ädik ion on Le nenden bei ein üh enden
P og ammie au gaben geschlech e spezi isch un e scheiden. Tulis e al. (2016) haben dahe einen
Indi iduelle Fö de ung on P og ammie e igkei en im S udium am Beispiel on In elligen en Tu o Sys emen ü SQL
65
um assenden heo e ischen Rahmen en wo en, de den ehle basie en Le np ozess bezogen au
mo i a ionale Ände ungen, Selbs egulie ungsp ozesse, me akogni i e Ak i i ä en und emo ionale
E ah ungen eino dne . P oduk i es Schei e n is dahe s a k indi iduen- und kon ex abhängig und
e deu lich , dass diese Fak o en im Le np ozess, z. B. mi hil e eines ITS, das auch emo ionale und
mo i a ionale Zus ände modellie en kann, e gänzend be ücksich ig we den soll en. Diese in e in-
di iduellen Un e schiede können mi hil e eines ITS, das Da en aus de Leh p axis zieh , geziel un-
e such we den und s ellen eine wich ige Basis ü die gene elle Le n o schung bezogen au konk e-
e Anwendungs äche wie z. B. de In o ma ik da .
2.2 Analogien als nich -di ek i es Feedback-Ins umen ü
p oduk i es Schei e n
Da Fehle als In o ma ions unk ion dienen können (F ese & Al mann, 1989), soll e en sp echendes
Feedback als Reak ion au ehle ha e An wo en gegeben we den, das dabei un e s ü z , S a egien
zum Wissens ans e zu en wickeln (S eenho e al., 2020, S. 1-2). Dieses Feedback kann di e se
Fo men annehmen: om simplen Feedback als ein Au zeigen, ob die gegebene Lösung ko ek ode
ehle ha is , übe ein Ma kie en on ehle ha en Passagen bis hin zum Vo legen eine olls ändig
ko ek en Lösung (Mi o ic, 2003). Eine Möglichkei ü ein wenige di ek i es Feedback bei ehle -
ha en An wo en is das Be ei s ellen on s uk u analogen (isomo phen) Beispielen, also be ei s
gelös e P obleme, die eine gleiche ode ähnliche zug undeliegende P oblems uk u au weisen, sich
abe in ih e Obe lächens uk u un e scheiden (Renkl e al., 1998; Swelle & Coope , 1985). Wenn
bspw. eine An age an eine Da enbank ges ell we den soll, die ausgib , welche Mi a bei enden in
den le z en ün Mona en keinen U laub bean ag haben, kann als s uk u analoges Beispiel eine
ande en Domäne gezeig we den, wie das P oblem ü eine Da enbank zu Fe ienwohnungen, die in
den le z en d ei Mona en mindes ens Vie -S e ne-Bewe ungen e hal en haben, gelös wi d. Das
s uk u analoge Beispiel bes eh dabei aus de Spezi ika ion des P oblems, säm lichen Lösungs-
sch i en und de inalen Lösung selbe (Renkl e al., 1998). Es wi d a gumen ie , dass diese Beispie-
le die kogni i e Beansp uchung eduzie en (Swelle , 1994, S. 308).
Dies könn e eine E klä ung ü die kü ze e Bea bei ungszei ü zukün ige P obleme sein (Chen,
2018). Die isomo phe Eigenscha eines Beispiel-P oblems als Hil es ellung ü die Lösung eines
gegebenen P oblems is Vo ausse zung da ü , dass P inzipien des analogen Schluss olge ns ange-
wand we den können. Die Elemen mengen de beiden zu be ach enden P obleme können e -
schieden sein, ih e Beziehungen inne halb des gelös en P oblems müssen sich in pa allele Weise zu
jenen des zu lösenden P oblems e hal en (Gen ne & Ma a illa, 2017, S. 186). Das s uk u analoge,
gelös e Beispielp oblem dien hie bei als Quellbe eich (Vo lage), dessen E kenn nisse ü die Lösung
des Zielbe eichs (ak uelles P oblem) genu z we den können. Zunächs muss da ü die zug undelie-
gende S uk u ex ahie und in Fo m on abs ak en Lösungsschema a ep äsen ie we den, wel-
che Le nende be ähigen, mi hil e eines s uk u ellen Abgleiches (Gen ne & Ma kman, 1997) die
E kenn nisse de bekann en Domäne (gelös es isomo phes P oblem) au neue P obleme mi neuen
Obe lächencha ak e is ika ko ek zu ans e ie en. Da die Gesam logik des neuen P oblems abwei-
chen kann, muss en sp echend on i ele an en A ibu en und Rela ionen abs ahie we den
(Renkl e al., 1998).
Anna M. Thale , F anziska K. Paukne , Jonas-Da io T oles & U e Schmid
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Es konn e gezeig we den, dass Nu ze *innen in P oblemlöse-Si ua ionen, u. a. bei P og ammie au -
gaben, Beispiele als Hil es ellung gegenübe ex uellen In o ma ionen be o zugen (Recke & Pi olli,
1995; Renkl e al., 1998). Bei P og ammie au gaben zeig e sich diese P ä e enz lediglich bei No izen,
welche analoges Schließen aus isomo phen Beispielen häu ig beim e s en Ve such, eku si e
Funk ionen zu sch eiben, anwenden (Pi olli & Ande son, 1985). Fo gesch i ene S udie ende okus-
sie en sich hingegen s ä ke au zusä zliche In o ma ionen wie Da enbankschema a bei SQL-
P oblemen (Naja e al., 2014). Hie wi d be ei s deu lich, dass die Ve wendung und dami de Nu -
zen on isomo phen Beispielen auch om Vo wissen de Le nenden abhäng und somi indi iduell
angepass im Le np ozess angebo en we den soll e. S uk u analoge Beispiele sind besonde s ü
Sys eme zu Ve mi lung on p ozedu alen Fe igkei en ele an , z. B. in Domänen wie Musik,
Schach, G undlagen de Ma hema ik ode P og ammie ung (A kinson e al., 2000, S. 185).
Fü eine au oma isie e Gene ie ung on s uk u analogen Beispielen können p oblembasie e
Mus e o lagen (engl. p oblem empla es) ü die Ka ego isie ung de P obleme e wende we den
(Ma hews & Mi o ic, 2007). Wi a gumen ie en, dass analoge Beispiele als Rückmeldung au ehle -
ha e An wo en die Möglichkei bie en, Wissen zu ans e ie en, und mi hil e on Gene alisie ungs-
p ozessen – also de Abs ak ion on Schema a (Gen ne & Ma a illa, 2017) – eine Le ngelegenhei
en s eh , die nich au dem explizi en Au zeigen on einzelnen Fehle n be uh und wenige zu einem
Fehle klima bei äg , das maladap i e A ibu ionsmus e (Diene & Dweck, 1978) begüns igen
könn e. S a dessen s ell sie ein nich -di ek i es Feedback-Ins umen da , das sich posi i au p o-
duk i es Le nen auswi ken kann.
Die Einbindung on indi iduell angepass en Feedback-Möglichkei en wie s uk u analogen Beispie-
len in die (Hochschul-)Leh e möch en wi gene ell mi hil e de En wicklung on ITS begüns igen.
Anhand unse e E ah ungen aus dem En wicklungsp ozess eines ITS ü die Da enbanksp ache SQL
und gegebene Li e a u e lek ie en wi übe die He aus o de ungen aus dem Fo schungsp ozess
die on allgemeinen En wicklungs agen bis hin zum e igen Sys em au kommen.
3 Re lexionen aus dem Fo schungsp ozess zu E s ellung on ITS
ü die Da enbanksp ache SQL
ITS sind ähnlich zu Deside a a eine gu en Leh k a au gebau : Sie beinhal en ko ek es und oll-
s ändiges Wissen übe den Leh inhal (Domänen-Modell), e ügen übe pädagogische und didak i-
sche P inzipien zu Ve mi lung dessen (Tu o ielles Modell), kennen ypische Miss e s ändnisse und
Me hoden, wie diesen en gegengewi k we den kann, und behal en die indi iduelle Le ngeschich e
de Le nenden im Blick (Le nenden-Modell) (Nwana, 1990; Meie , 2002). Diese d ei mi einande
in e agie enden Komponen en s ellen gemeinsam mi de Benu ze *innenschni s elle als Kommu-
nika ionsmedium zu den Le nenden ein KI-basie es Tu o -Sys em da . Dieses zeichne sich dadu ch
als in elligen aus, dass es P oblems ellungen gene ie en, diese eigens ändig lösen und Lösungss a-
egien den Le nenden e klä en kann (Bu ns & Capps, 1988). Die Anwendung on KI-Me hoden in-
ne halb de Sys eme e möglich eine eiche, in e ak i e und lexibel angepass e In e ak ion mi den
Le nenden. Ansä ze zum na ü lichen Sp ach e s ändnis, sowie zu e klä ba en KI scheinen deshalb
iel e sp echend ü den wei e en Fo sch i de ITS-Fo schung. Im Folgenden we den zu be ück-
Indi iduelle Fö de ung on P og ammie e igkei en im S udium am Beispiel on In elligen en Tu o Sys emen ü SQL
67
sich igende Aspek e aus dem Fo schungsp ozess zu E s ellung eines ITS o ges ell . Speziell gehen
wi dabei au ein ITS zu Ve mi lung de Da enbanksp ache SQL ein.
3.1 Gene elle Au bau und Funk ionsweise eines ITS
Das Domänen-Modell beinhal e die om Sys em behandel e Wissensdomäne SQL. Es is in de Lage
konzep uelles SQL-Wissen und p oblembezogene Au gabens ellungen, welche den Le nenden
p äsen ie we den, sowie die Lösungen und E klä ungen dazu di ek im P og amm zu gene ie en,
und pass den da ges ell en Inhal indi idualisie an den Le np ozess an (Nwana 1990, S. 258). Das
Le nenden-Modell bilde die Kenn nisse übe das Le n e hal en und die Fe igkei en de Le nenden
ab, beinhal e abe auch Le nenden-Cha ak e is ika, An wo his o ie, gene elle P ä e enzen und
Pe o manzwe e. Dabei können, du ch die Analyse des Ve hal ens de Le nenden bei de P ob-
lemlösung de Au gabens ellung Rückschlüsse übe das ak uell angeeigne e, ehlende ode auch
ehle ha e Wissen gezogen we den (Nwana, 1990, S. 261). Das Tu o ielle Modell is die Komponen e
des ITS, welches die In e ak ion mi den Le nenden ges al e . Die A diese In e ak ion häng on
de Leh s a egie ab und kann je nach gewähl en pädagogischen P inzipien zu allgemeinen Ges al-
ung de Le nsi ua ion und didak ischen Me hoden des konk e en Inhal sbe eichs Fo men wie Hil e-
s ellungen, E klä ungen ode Gene ie ung wei e e an den Wissenss and angepass en Au gaben
annehmen (Meie , 2002). Diese Eigenscha des in elligen en Feedbacks je nach Fehle und Fehle yp
mi hil e on kons uk i e und si ua i e Ins uk ion au indi iduelle Ebene de Le nenden un e -
scheide ITS on den meis en E-Lea ning-Pla o men ode ande en Me hoden des compu e un e -
s ü z en Un e ich s (Chen, 2018). ITS-Ve hal en kann gene ell in äuße e Schlei en zu Gene ie ung
eine iel äl igen Menge an Au gaben und eine in elligen en Wahl diese sowie inne e Schlei en ü
Rückmeldungen und Hil es ellungen inne halb einzelne Sch i e de P oblemlöse-Au gabe einge-
eil we den (VanLehn, 2006).
Da de in e ne kogni i e Zus and de Le nenden nich di ek beobach ba is , muss e mi hil e eines
Ve gleichs des modellie en Fachwissens und de om Sys em gene ie en Lösungen mi jenen de
Le nenden – bezogen au ein gegebenes P oblem – deduzie we den, um das Le nenden-Modell zu
modellie en und s e ig zu ak ualisie en (VanLehn, 1988). Somi kann ehlendes Wissen und ehle -
ha es Wissen iden i izie und mi hil e geeigne e Leh s a egien des Tu o iellen Modells geziel
angesp ochen und behoben we den. Ein Beispiel ü solche Leh s a egien zu Ve mi lung on
P oblemlöses a egien, wie e wa bei einem SQL-P oblem benö ig , s ellen die be ei s e läu e en
s uk u analogen Beispiele da . In al e nie ende Da bie ung mi einen P oblemlöse-Au gaben
e wiesen sie sich als e ek i e Leh s a egie (Chen e al., 2020).
3.2 He aus o de ungen bei de Umse zung de einzelnen Module
Au ku z is ige Sich is das Ziel on ITS eine op imale Un e s ü zung de Le np ozesse en sp e-
chend dem ak uellen Fo schungss and. Lang is ig zielen ITS zusä zlich da au ab, undamen ale
Fo schungs agen zu klä en, um wissensbasie e Sys eme e ek i e und obus e zu ges al en (Bu ns
& Capps, 1988). In de in elligen en Leh umgebung wi d au kons uk i es Le nen, konzep ionelle
Wissens e mi lung s a Auswendigle nen und ein Ge ühl des sel -moni o ing bei Le nenden ge-
se z (Bu on, 1988). Da es sich bei ITS um ein domänenspezi isches Sys em handel , b auch es
neben den En wickle *innen mi In o ma ikhin e g und, Didak ike *innen und G a ike *innen ü
Anna M. Thale , F anziska K. Paukne , Jonas-Da io T oles & U e Schmid
68
eine in ui i e Ve wendung und Ansp echba kei des Sys ems auch Fach e e e *innen de Domäne.
In unse em Beispiel ü den SQL-Tu o muss also eine enge Zusammena bei mi Fo schenden und
P ak ike *innen aus dem Be eich Da enbanksys eme bes ehen. Die Schwie igkei lieg da in, die
einzelnen Module, bei de zahl eiche Expe isen benö ig we den (Domäne, Diagnose, Ins uk ion,
Mensch-Compu e In e ak ion, Implemen a ion, E alua ion e c.), übe den gesam en En wicklungs-
p ozess om En wu übe die En wicklung und Anwendung hin zu E alua ion in ein einziges kon-
g uen es Sys em zu in eg ie en (Bu ns & Capps, 1988).
Fü die d ei Haup module we den je nach Domäne und heo e ischem Hin e g und de En wick-
le *innen un e schiedliche Me hoden ü die p o o ypische Umse zung einzelne ITS e wende ,
welche im Folgenden genaue e klä we den.
Fü das Domänen-Modell (engl. expe module) gib es nach Ande son (1988) d ei G undansä ze: (1)
ein Black-Box-Modell, bei dem die in e nalen Vo gänge nich e ügba ode unb auchba ü In-
s uk ionen sind z. B. SOPHIE (B own e al., 1975), (2) ein Glass-Box-Modell, häu ig basie end au
Wenn-Dann-Regeln, z. B. GUIDON (Clancey, 1986), und (3) ein kogni i e Modellie ungs-Ansa z, bei
dem e such wi d, eine ealis ische Simulie ung menschlichen P oblemlöse e hal ens zu en wi-
ckeln, welches s a ke Rele anz ü die G undlagen o schung de Kogni ionswissenscha ha . Allge-
mein bie e es sich an, bes ehende Expe ensys eme um die Komponen en des Le nenden- und
Tu o iellen Modells zu e wei e n, um be ei s au geb ach e En wicklungsans engungen und Expe -
ise de Domäne op imal ü ITS zu nu zen (Ande son, 1988).
Im Domänen- sowie im Le nenden-Modell muss be ücksich ig we den, welche Wissensa en ge-
p ü und wie diese in den Modellen ep äsen ie we den. Es wi d un e schieden zwischen dekla a-
i em Wissen – e balisie ba em Wissen übe Fak en und Konzep e sowie de en Beziehungen zuei-
nande – und p ozedu alem Wissen, bei dem das Domänenwissen di ek in P ozesse ü Anwen-
dungen spezi ische Fe igkei en, wie e wa de Fe igkei , eine ko ek e An age in SQL zu o mulie-
en, eingebe e is (Ande son, 1982). Im Domänenmodell kann dekla a i es Wissen beispielsweise
mi hil e eines mixed ini ia i e-Dialogs e mi el we den, indem die In e ak ion mi dem Sys em als
sok a ische Dialog s a inde (Ande son, 1988), wie es z. B. im ITS zu Geog a ie Südame ikas na-
mens SCHOLAR (Ca bonell, 1970) umgese z wi d. Hie bei we den sowohl Ins uk ionen als auch
Wissensab agen mi hil e on F agen gehandhab .
Fü die Modellie ung konzep ionellen Wissens bie e sich als Le nenden-Modell ein sog. O e lay-
Modell an, welches nich gezeig es Wissen de Le nenden – häu ig in einem Wissensg a (seman i-
schen Ne z) – en sp echend als ehlend ma kie . Fü einen ein ache en Abgleich wi d dabei ypi-
sche weise die gleiche Wissens ep äsen a ion ü das Domänen-Modell als ge eil e Wissensbasis
gewähl , sodass das Wissen de Le nenden eine (ech e) Teilmenge des Domänen-Wissens da s ell
(VanLehn, 1988). De Nach eil dieses Ansa zes is , dass Miss e s ändnisse im Le nenden-Modell
nich abgebilde we den können.
Fü die Ab age on p ozedu alem Wissen, also dem Zeigen on Fe igkei en in p oblembasie en
Au gabens ellungen, kann eine Fehle biblio hek übe ypische miss e s andene Konzep e (Bu on,
1982) e wende we den.

Indi iduelle Fö de ung on P og ammie e igkei en im S udium am Beispiel on In elligen en Tu o Sys emen ü SQL
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Diese ha alle dings einen Ko ek hei s- und Volls ändigkei sansp uch und muss mi g öße em
Au wand dynamisch wäh end des Le np ozesses mi hil e on s uk u ie en In e iews ode aus de
Li e a u e zeug we den (VanLehn, 1988).
Eine wei e e Möglichkei ü die Umse zung des Le nenden-Modells bes eh dahe da in, e s ande-
nes und miss e s andenes (p ozedu ales) Wissen nich explizi zu sammeln, sonde n mi hil e sog.
Cons ain s zu e schließen. Cons ain s sind eine Menge abs ak e (Teil-)Regeln, die ü eine ko ek e
Umse zung eines gegebenen P oblems, z. B. bei sch i lichem Sub ahie en, benö ig we den. So-
bald Le nende einen ode meh e e diese Cons ain s e le z en, können ehle ha es Wissen ode
Miss e s ändnisse dynamisch im Le np ozess iden i izie und somi geziel angesp ochen we den
(Ohlsson, 1992). Diese Me hode inde Anwendung im SQL-Tu o on Mi o ic (2003).
Ein Ansa z, de eben alls den Vo eil ha , dass keine miss e s andenen Konzep e de Le nenden
modellie we den müssen, und gleichzei ig einen na ü lich-sp achigen Dialog zwischen Le nenden
und dem leh enden Sys em e möglich , is das Algo i hmic Debugging ü ITS (Zelle & Schmid, 2017;
Zinn, 2013). Hie bei wi d die Lösung de Le nenden zunächs als ko ek be ach e , um dann algo-
i hmisch zu e mi eln, on welche ko ek en Lösungs egel sich die Teilsch i e un e scheiden, um
somi au ehle ha e Konzep e ückzuschließen. Zelle und Schmid (2017) s ellen in Anwendung
diese Me hode einen Ansa z ü ITS zum sch i lichen Sub ahie en o , de das ko ek e Vo gehen
in Fo m on Regeln in P olog abbilde und mi hil e on au oma isch gene ie en isomo phen Bei-
spielen iden i izie e Miss e s ändnisse he o heb . Eine p o o ypische Umse zung diese Me hode
be inde sich im ITS namens Subk aki (Giacomazzi e al., 2021) de Uni e si ä Bambe g.
De diagnos ische Schluss au das Wissen de Le nenden kann sich nach VanLehn (1988) in seine
Komplexi ä un e scheiden. Abgesehen om Typ des Zielwissens häng de Au wand des Le nen-
den-Modells maßgeblich on de Bandb ei e de Eingangsin o ma ionen ü das ITS ab. Diese kann
a iie en zwischen de Abbildung on einen Endzus änden, z. B. im Tu o PROUST ü die P o-
g ammie sp ache LISP (Johnson & Soloway, 1985), übe Zwischenzus ände, z. B. in Spade (Mille ,
1979), bis hin zu men alen Zus änden, z. B. im LISP Tu o (Ande son & Reise , 1985).
He aus o de ungen im diagnos ischen Schluss bes ehen je nach e wende en Eingangsin o ma io-
nen also da in, dass das gezeig e Ve hal en in den Au gaben ode Zwischensch i en di ek au die
men alen a sächlichen Zus ände de Le nenden zu ückzu üh en is . Womöglich könn e eine Kom-
bina ion aus meh e en Miss e s ändnissen dennoch zu ich igen Lösung üh en und je nach Sensi-
bili ä des Sys ems Auswi kungen au den wei e en Le np ozess haben. Ebenso e häl es sich mi
dem E kennen on Konzen a ionsschwächen und unsys ema ischen Fehle n (Polson e al., 1988).
Fü die E s ellung des Tu o iellen Modelles muss zusä zlich be ücksich ig we den, um welche Au -
gabens ellungen es sich handel : We den übe wiegend p ozedu ale Fe igkei en, wie bspw. in de
Fo mulie ung on SQL-Ab agen, e lang ? Müssen Le nende konzep ionelles Wissen ab u en? Ode
sollen ehle ha e Lösungen analysie , e klä und ‚debugg ‘ (Bu ns & Capps, 1988) we den? Die
Au gabens ellung ha somi Ein luss au die möglichen Hil es ellungen, die das ITS geben kann. Hie
muss wiede um en schieden we den, ob Hil es ellungen unge ag p äsen ie we den, diese au
Ve langen de Le nenden abge u en we den sollen, welche A on Feedback mi welchem Ausmaß
an Hil es ellung gegeben wi d, in welchem G ad die Gene a ion on neuen P oblemen au die Pe -
Anna M. Thale , F anziska K. Paukne , Jonas-Da io T oles & U e Schmid
70
o manz de e gangenen P obleme eingeh usw. (Hal , 1988). Hie soll angeme k we den, dass
nich in allen ITS die ie Modelle gleiche maßen ausgep äg sind und eilweise das u o ielle Modell
ein aus Heu is iken bes eh und somi s a k e nachlässig wi d (Cona i, 2009).
Bei de En wicklung de Benu ze schni s elle muss be ücksich ig we den, dass nich nu das Thema
an sich gele n we den muss, sonde n auch de Umgang mi de Sys em echnik. Du ch eine in ui i
e s ändliche g a ische Benu ze obe läche soll deshalb wenig kogni i e Kapazi ä ü das Le nen
de Leh umgebung au gewand we den müssen (Mille , 1988). Es wu de angeme k , dass in de
En wicklung on ITS keine syne ge ischen Nachhal igkei se ek e en s ehen können, da die Module
eilweise sepa a en wickel we den und Lei äden ehlen, um on bishe igen A bei en bes ehende
ITS zu p o i ie en (Rod igues e al., 2005). Dies is ein wich ige Ansa zpunk , de in zukün ige Fo -
schung s ä ke be ücksich ig we den soll e.
3.3 P oblema ik de E aluie ungsmöglichkei en on ITS
Eine Schwachs elle in de Beu eilung de E ek i i ä on ITS bes eh da in, dass es au g und de
e schiedenen Umse zungsmöglichkei en und dem in e ak i en Zusammenspiel de einzelnen
Modelle keine einhei liche ITS-S uk u gib und sich ein Ve gleich, auch bezüglich de Quali ä ssi-
che ung inne halb de Umse zung meh e e exempla ische P o o ypen, als schwie ig e weis (Pol-
son e al., 1988). Es wu den o z lange His o ie on ITS nu exempla isch empi ische, kon ollie e
E aluie ungss udien ü einzelne ITS du chge üh . Shu e und Regian (1993) me ken an, dass es bei
de Ve ö en lichung on Tu o -E alua ionen zu eine Auswahl e ze ung gekommen sein kann,
obwohl diese ‚geschei e en‘ S udien wich ige In o ma ionen ü eine Op imie ung de Sys eme
beinhal en wü den. Die Au o *innen be onen die Schwie igkei de Umse zung on kon ollie en
E alua ionss udien im Schulkon ex bezogen au mangelnde in e ne Validi ä und be onen zugleich
den T ade-O , die E kenn nisse de Labo es ungen nich e ek i au die Anwendungsp axis gene-
alisie en zu können. Dahe we den ü diesen konk e en Anwendungs all sieben P inzipien zu
E aluie ung on ITS p äsen ie , die da au basie en, einen sch i weisen Übe gang om Labo -
Se ing in die na ü liche Umgebung mi s eigende ex e ne Validi ä zu ollziehen. Diese beinhal en
u. a. eine genaue Zielde ini ion des ITS, geeigne e Ope a ionalisie ung mi hil e alidie e Messin-
s umen e, Pilo ie ungen und De e minie ung de Da enanalyse. Ve schiedene Designs können
un e schiedlich angemessen ü den Fo schungszweck sein und sollen deshalb de aillie abgewäg
we den (Shu e & Regian, 1993).
Nach Li man und Soloway (1988) exis ie en ex e nale und in e nale E aluie ungsansä ze. Ex e nal
soll beu eil we den, ob ehlende ode miss e s andene Konzep e a sächlich gele n wu den und
sich en sp echend in eine besse en Pe o manz in den P oblemlöse-Au gaben mani es ie en. Hie -
bei kann auch de om Sys em p ognos izie e Le n o sch i bzw. Wissenss and de Le nenden mi
de a sächlichen Pe o manz e glichen we den. In e nal soll die ITS-A chi ek u und ih e einzelnen
Komponen en analysie we den, um e klä en zu können, weshalb sich das Sys em in welchen kon-
k e en Si ua ionen in de gezeig en Fo m e häl .
Konk e könn e ein klassisches andomisie es Expe imen du chge üh we den, bei dem ein Teil
de Le nenden mi einem ITS a bei e und de ande e Teil mi ein ache en Me hoden au he kömm-
lichen E-Lea ning-Pla o men. Mi hil e on P e- und Pos es s kann de Le n o sch i mi einande
Indi iduelle Fö de ung on P og ammie e igkei en im S udium am Beispiel on In elligen en Tu o Sys emen ü SQL
71
e glichen we den. Zusä zlich zu beha io al gezeig en Leis ungen soll en auch subjek i e Einschä -
zungen de Le nenden e hoben we den, die sich womöglich (noch) nich im Ve hal en zeigen. Ins-
besonde e sind T ans e au gaben im Pos es ü die E aluie ung on e es ig em Wissen on
Bedeu ung. Da bei diesem seh simplen Au bau eines Expe imen s alle dings iele po enzielle S ö -
a iablen au e en, benö ig es Lei linien ü das höchs e Ausmaß an Pa alleli ä und Kon olle
mögliche Ein luss ak o en.
Obwohl e einzel au gezeig wu de, dass die Leh e ek i i ä on ITS nahezu jene on menschli-
chen Tu o *innen gleichen kann (VanLehn, 2011), is die G undin en ion dennoch, dass alle ITS
du ch menschliche Leh k ä e e gänz we den (Ande son, 1988) bzw. ITS als E gänzung eine
menschlichen Leh umgebung genu z we den sollen. Wie diese Sys eme in ein bes ehendes Leh -
sys em eingebau we den können und welche Vo ausse zungen da ü zu be ücksich igen sind, wi d
im Folgenden au gezeig .
4 Rahmenbedingung ü eine e olg eiche Umse zung
in de Hochschulleh e
Fü die e olg eiche Umse zung eines ITS in de Hochschulleh e gib es sowohl Rahmenbedingun-
gen, die e üll sein müssen, als auch solche, die e üll sein soll en.
Da ITS den Wissenss and de einzelnen S udie enden im Le nenden-Modell speiche n müssen, um
indi iduelle Rückmeldung geben zu können, inde , sobald das ITS eine zen ale Da enbank ü diese
Da en e wende , die EU-Da enschu z-G und e o dnung (EU-DSGVO) Anwendung. Somi muss zum
Beispiel das Ein e s ändnis de S udie enden eingehol we den, bei Beda Auskun übe die ge-
speiche en Da en gegeben we den und die Möglichkei o handen sein, die Da en au Wunsch
wiede zu löschen.
Mi dem Ziel, allen S udie enden angepass es, indi iduelles Feedback zu geben, sollen ITS als E gän-
zung o allem auße halb de P äsenzleh e genu z we den. Hie e ö nen sie einen wei e en Raum
ü ückgekoppel es Le nen, wie e sons nu in Semina en und Tu o ien sowie beg enz in Vo lesun-
gen gebo en we den kann. Dami S udie ende selbs bes imm au das ITS zug ei en können, is eine
Einbe ung in die bes ehende In as uk u de Hochschule sinn oll.
Eine di ek e Einbe ung des on uns geplan en ITS in bes ehende In as uk u en, wie z. B. die e -
b ei e en Moodle-basie en Pla o men zu O ganisa ion on Leh e ans al ungen, is au g und
echnische Gegebenhei en nu un e hohem Au wand möglich. Eine bewäh e und essou censpa-
ende Möglichkei is deswegen die Implemen a ion als lokale Anwendung ode noch besse als
Webapplika ion, wie du ch den SQL-Tu o on Mi o ic (2003) gezeig we den konn e. Die Imple-
men ie ung als Webapplika ion ha auße dem den Vo eil, dass das ITS ohne g oßen Meh au wand
auch S udie enden ande e Uni e si ä en und Hochschulen zu Ve ügung ges ell we den kann.
Somi kann die G uppe an Nu ze *innen leich e e g öße und Folge o schung zu E ek en de
Nu zung des ITS e leich e we den. Auße dem is du ch eine Webapplika ion ein Zugang unabhän-
gig om genu z en Be iebssys em möglich. Dies muss gegeben sein, um die Ve ügba kei des ITS
Anna M. Thale , F anziska K. Paukne , Jonas-Da io T oles & U e Schmid
72
ü die S udie enden unabhängig on de genu z en Ha d- und So wa e zu gewäh leis en und
somi Chancengleichhei zu e eichen.
Zu den Rahmenbedingungen eines ITS und dessen Einsa z gehö auch die En scheidung, ob Gami-
ica ion ode Nudging eingese z wi d und ob die Nu zung des ITS ode E olge im ITS du ch Bonus-
punk e ü Klausu en ode Teilno en hono ie we den. All dies ha Ein luss au mo i a ionale Aspek-
e de S udie enden und beein luss dami die Nu zungs a e und Nu zungsdaue des ITS und somi
auch die Le ne ek e de S udie enden (Damgaa d & Nielsen, 2018; Diche e al., 2014). Insbesonde-
e klassische Gami ica ion, also z. B. de Einsa z on i uellen Punk en, Abzeichen ode Bes enlis en,
s ell ehe eine ex insische Mo i a ion da und kann dadu ch nega i e E ek e au den Le ne olg
haben (Diche & Diche a, 2017; Subhash & Cudney, 2018). Alle dings könn en Nudging-Elemen e
wie die eiwillige Möglichkei sich selbs bes imm e Fo sch i sziele zu se zen und da an e inne
zu we den manche S udie ende auch dabei un e s ü zen, gleichmäßige übe das Semes e e eil
zu le nen (Damgaa d & Nielsen, 2018). Le z lich e möglichen ITS du ch das kons uk i e Le nen aus
Fehle n und das g anula e Feedback, die S udie enden in insisch zu mo i ie en. Dami übe winden
ITS nega i e Aspek e de Gami ica ion (Diche e al., 2014). Gewisse Nudging-Elemen e soll en also
mi in eg ie we den, um die Nu zung des ITS zu e höhen.
Wie W. B. Johnson (1988) schon au ge üh ha , is eine Du ch üh ba kei sanalyse o de En wick-
lung eines ITS on hohe Rele anz, um spä e einen e olg eichen Übe gang in den Le nall ag de
S udie enden zu e möglichen. Dabei is da au zu ach en, dass au Sei en de Leh enden und Le -
nenden ein Beda an einem ITS e sich lich is und sich die Wissensdomäne, ü die das ITS en wi-
ckel we den soll, nach ak uellem echnischen S and übe haup ü eine Umse zung eigne . Eine
Emp ehlung wi d hie ü Domänen ausgesp ochen, die on Na u aus komplex und echnisch sind.
Nach de En wicklung soll e de Übe gang in die Leh e eben alls so g äl ig geplan und beglei e
we den, sodass de Beginn eine Nu zung des ITS ü S udie ende mi möglichs wenig Au wand
e bunden is und sich das Ve häl nis on Au wand und Nu zen ech e igen läss .
5 Fazi und Diskussion
Im Anwendungskon ex ü die Ein üh ung in P og ammie au gaben könn e die s a ke Indi iduali-
sie ungsmöglichkei on ITS on besonde em Vo eil sein. Wi haben au gezeig , dass es in e indi i-
duelle Un e schiede in me akogni i en Lösungss a egien und de en Auswi kungen au die gezeig e
Pe o manz gib . Diese Zusammenhänge soll en auch im Rahmen on ITS z. B. beim Lösen on
P og ammie e igkei en empi isch un e such we den, um wissensbasie e Sys eme en sp echend
de gewonnenen Kenn nisse anzupassen.
Wi konn en zeigen, dass einige gu unk ionie ende Sys eme exis ie en. Gleichzei ig schein de ITS
Fo schungsp ozess seh p o o ypisch und exempla isch gep äg zu sein. Dies häng auch mi de
s a ken Domänenspezi izi ä als Na u eines ITS zusammen. Dennoch haben wi au gezeig , dass die
un e schiedlichen Modellie ungsme hoden sowohl Vo eile als auch Nach eile mi sich b ingen und
noch einige Lücken bezogen au die S anda disie ung on Sys emen exis ie en. Hie an soll unse
Bei ag im Fo schungsp ozess anknüp en.
79
In e ed Class oom im Pandemie-
Dis anz-Modus und die Leh en ü die
P äsenzleh e
Di k Bu dinski
Die un e such e G undlagenleh e ans al ung Ano ganische Chemie II wa be ei s o de COVID-19-
Pandemie im In e ed-Class oom-Modell (ICM) an de Technischen Hochschule Köln (TH Köln)
du chge üh wo den. Mi Pandemiebeginn wu de sie sowohl bezüglich de G uppena bei sphase
(P äsenzphase) als auch de Modulp ü ung zu einem Online-Fo ma wei e en wickel . Ziel eine
beglei enden SoTL-S udie wa es, zu e mi eln, wie sich das Le n e hal en de S udie enden e än-
de e und ob bzw. inwie e n dabei e gleichba e Le ne gebnisse e ziel wu den. Insgesam zeig en
sich als ein Vo eil des ICM-Fo ma s obus e Le ne gebnisse bei e höh em Beda an zei nahen
Rückmeldungen zu indi iduellen Kompe enzen wicklung de S udie enden.
1 Einlei ung
Mi dem In e ed-Class oom-Modell können handlungso ien ie e Le ne gebnisse (Lea ning Ou -
comes), übe die wissenso ien ie e Leh e hinaus, geziel e ge ö de we den (Casselman e al., 2020;
Handke e al., 2016). Dies geling , indem in de gemeinsamen P äsenzzei meh Raum ü die In e -
ak ion zwischen Le nenden und Leh enden gescha en wi d, in welchem die Le nenden ih e Hand-
lungskompe enzen ak i e p oben und (wei e -)en wickeln, unmi elba Rückmeldungen dazu
e hal en und sich so im Sinne des Cons uc i e Alignmen s passgenaue au die kompe enzo ien ie -
e P ü ungssi ua ion o be ei en (See y, 2015; Wild & Wild , 2016).
In de Chemie liegen E gebnisse zu Implemen ie ung on ICM-Konzep en insbesonde e aus de
S udieneingangsphase o . Hie benö igen S udie ende häu ig besonde s iel Un e s ü zung bei de
E a bei ung de chemie ypischen, o s a k abs ahie enden Konzep e (Bishop & Ve lege , 2013;
Bu dinski, 2020; See y & O'Conno , 2015).
In e s en S udien zu ak i ie enden Leh o men un e Pandemiebedingungen wi d auch ü die Che-
mie be ich e , dass ak i ie ende Leh e mi dem In e ed-Class oom-Modell in Online-
Ve ans al ungen gelingen kann und hie bei Vo eile gegenübe klassischen Leh o ma en besi z
(dos San os Belmon e e al., 2022; Fung & Lam, 2020). Ziel de o liegenden S udie wa es dahe , zu
e mi eln, inwiewei eine ICM-Leh e ans al ung ü Zwei semes e in Ano ganische Chemie un e
Pandemiebedingungen in einen Online-Modus übe üh we den kann und wie sich diese Ums el-
lung au das Le n e hal en de S udie enden sowie die e ziel en Le ne gebnisse auswi k . Hie zu
wu den sowohl im Leh e ans al ungs e lau als auch am Ve ans al ungsende, im Sinne eine
Mixed-Me hods-S udie, quali a i e und quan i a i e Da en zum S udie enden e hal en und den
e ziel en Le ne gebnissen e hoben und ausgewe e (C eswell & Cla k, 2017; Johnson &
Onwuegbuzie, 2004).

Di k Bu dinski
80
2 Ausgangslage
2.1 Cu icula e Ve anke ung de Leh e ans al ung
Ano ganische Chemie II
Die hie un e such e Leh e ans al ung Ano ganische Chemie II (LV AC II, en sp ich dem Modul AC II)
wi d im Bachelo s udiengang Angewand e Chemie (B. Sc.) einmal jäh lich im Somme semes e an-
gebo en. Die Leh e ans al ungen de S udiengänge am Campus Le e kusen de TH Köln sind in
einem Blocksys em o ganisie . Die allgemeine Vo lesungszei is dabei in zwei Leh e ans al ungs-
blöcke (A+B) un e eil . Diese sind du ch eine P ojek woche in de Semes e mi e oneinande ge-
enn . Jede Block bes eh aus sieben Leh e ans al ungswochen und eine anschließenden P ü-
ungswoche.
Die LV AC II wi d im zwei en Fachsemes e im Block B (FS 2-B) angebo en und bau inhal lich au den
Leh e ans al ungen Allgemeine und Ano ganische Chemie (FS 1-A), Ano ganische Chemie I (FS 1-B)
und z. T. O ganische Chemie I (FS 2-A) au . Fo melle Zugangs o ausse zungen ode Anwesenhei s-
p lich en bes anden ü die LV AC II zu keine Zei . Pa allel zu LV AC II wi d das hie on o mell
unabhängige P ak ikum Ano ganische Chemie im zwei en Fachsemes e (Blöcke A+B) angebo en.
2.2 Leh si ua ion in de Leh e ans al ung Ano ganische Chemie II
2.2.1 Ve ans al ungso ganisa ion
In de Leh e ans al ung Ano ganische Chemie II e a bei en sich die S udie enden Wissen und Kon-
zep e zu Haup g uppenchemie (Pe ioden 13 des Pe iodensys ems, ca. 90 %) und zu Chemie de
Übe gangsme alle (ca. 10 %) mi einem planmäßigen Gesam -Wo kload on 150 S unden
(5 Leis ungspunk en). Im Un e suchungszei aum wu de die Leh e ans al ung im Block aus sieben
Leh e ans al ungswochen mi je zwöl ie s ündigen P äsenz e minen ( o mi ags 9:00–12:20 Uh )
und abschließende Klausu (60 Minu en) angebo en.
2.2.2 Lea ning Ou comes
Die Lea ning Ou comes zu Leh e ans al ung sind wie olg es geleg :
Nach Absol ie en de Leh e ans al ung können die S udie enden …
• S uk u en, Bindungs e häl nisse und physikalische Eigenscha en de Haup - und wich ige
Nebeng uppenelemen e und de en Ve bindungen sowie en sp echende Syn hese- und Reak i-
onswege e gleichen und he auss ellen, wa um al e na i e Reak ionswege nich besch i en
we den,
• indem sie die S uk u en und z. T. ypenübe g ei enden Bindungs e häl nisse auch noch unbe-
kann e Ve bindungen mi hil e de Valenzbindungs heo ie und, bei bis zu zweia omigen Mole-
külen, de Molekülo bi al heo ie und un e Be ücksich igung de S ellung de be eilig en A ome
und de allgemeinen T ends im Pe iodensys em de Elemen e ablei en sowie un e schiedliche
Reak ions ypen iden i izie en und diese zu Fo mulie ung elemen a e Reak ionssch i e nu zen,
• dami sie in Zukun auch Reak ionen noch unbekann e Elemen e und Ve bindungen planen
und un e suchen können.
In e ed Class oom im Pandemie-Dis anz-Modus und die Leh en ü die P äsenzleh e
81
Die Lea ning Ou comes sind nach de an de TH Köln e ablie en Was-Womi -Wozu-S uk u o mu-
lie . Mi dem Was we den die kompe enzde inie enden Handlungen au dem anges eb en und
dami ü die P ü ung ele an en Kompe enzni eau (hie Ni eaus u e 4 – analysie en) besch ieben
(K a hwohl, 2002). Im Womi we den sowohl die hie ü benö ig en We kzeuge als auch die dami
e bundenen Basiskompe enzen besch ieben, die p oblemspezi isch genu z und sowohl mi einan-
de als auch mi den passenden We kzeugen kombinie we den müssen. Mi dem Wozu soll e -
deu lich we den, wie diese pe spek i isch in en sp echenden Handlungskon ex en und höhe en
Kompe enzni eaus, die (e s ) in cu icula nach olgenden Modulen und/ode im Be u s eld ele an
we den, wei e en wickel we den können (Sinnho izon ).
2.2.3 Das implemen ie e In e ed-Class oom-Modell
Im Modul e olg die inhal liche ‚Wissens e mi lung‘ mi hil e digi ale Medien und Selbs le nange-
bo e. Mi diesen e a bei en sich die S udie enden die ü die gemeinsamen P äsenza bei sphasen
ele an en Sachin o ma ionen, heo e ischen Zusammenhänge und Konzep e in de jeweiligen
Vo be ei ungsphase im Selbs s udium.
Zu diesen Angebo en zählen insbesonde e Leh ideos, die im Media Lab des Campus Le e kusen
de TH Köln, un e s ü z du ch ein Fellowship ü Inno a ionen in de digi alen Hochschulbildung
(2016) des S i e e bandes und des Landes NRW (Bu dinski, 2019), selbs p oduzie wu den. Die
Leh ideokollek ion um ass knapp 50 Leh ideos, die übe wiegend mi G eensc een-Technik mi
sich ba em Sp eche , eils abe auch als Ligh boa d-Videos, e s ell wu den (Bu dinski, 2022). Alle
Videos sind au de Video-Pla o m YouTube e ö en lich und in den Ku s de Leh e ans al ung
au dem e wende en Lea ning Managemen Sys em (LMS) ILIAS eingebe e (Bu dinski, 2018).
Im De ail is de LMS-Ku s im S il eines in e ak i en Leh buchs au gebau und en häl
• einlei ende bzw. e bindende Tex e,
• eingebe e e Leh ideos (übe YouTube-Di ek links),
• P äsen a ionsma e ial aus den Videos als PDF-Dokumen e,
• e gänzende Abbildungen, Dokumen e und Übungsau gaben im PDF-Fo ma ,
• elek onische Selbs le n es s.
Alle Ma e ialien s ehen den S udie enden i. d. R. be ei s zu Ku sbeginn olls ändig zu Ve ügung.
Mi den elek onischen Selbs le n es s können die S udie enden in de Selbs s udienphase kapi el-
weise ih en pe sönlichen Le ns and p imä au den Taxonomies u en 1-2 (e inne n/ e s ehen)
(Bloom, 1972) übe p ü en. Sie üh en die Selbs es s eiwillig und anonym du ch und können diese
beliebig o wiede holen. Einen o mellen Ein luss au die Modulno e haben sie nich .
In den P äsenz e ans al ungen bea bei en die S udie enden demgegenübe übe wiegend komple-
xe e Übungsau gaben in G uppen on meis ün bis ach Pe sonen. Diese Au gaben ad essie en die
Kompe enzni eaus u en 3-4 (anwenden/analysie en) au P ü ungsni eau.
In Tabelle 1 is exempla isch die hema ische Planung de einzelnen Leh e ans al ungs e mine ü
das Jah 2020 gezeig .
Di k Bu dinski
82
Tabelle 1: Thema ische Planung de Leh e ans al ungs e mine AC II im Somme semes e 2020.
N . Tag Da um Themen
1 Di 19.5.2020 Ein üh ung, Pe iodensys em, Übungsme hoden
2 Di 26.5.2020 Edelgase, Halogene, In e halogene
3 Do 28.5. 2020 Halogenwasse s o e, Halogensaue s o e bindungen
4 Di 2.6. 2020 Saue s o , Schwe el, Schwe elwasse s o
5 Do 4.6. 2020 Schwe elhalogen e bindungen, Schwe elsaue s o e bindungen
6 Di 9.6. 2020 Selen und Tellu , S icks o
7 Di 16.6. 2020 S icks o wasse s o e, S icks o oxide
8 Do 18.6. 2020 S icks o saue s o säu en, Schwe els icks o e bindungen
9 Di 23.6. 2020 Phospho , Phospho oxide und -säu en, A sen und An imon
10 Do 25.6. 2020 Kohlens o , Silizium, Bo , Aluminium
11 Di 30.6. 2020 Komplexchemie
12 Do 2.7. 2020 Übungen/Klausu o be ei ung
Die A bei de S udie enden bzw. das Le nen im Modul is dabei allgemein wie olg o ganisie :
•Die S udie enden be ei en sich en sp echend dem gezeig en Themenplan (s. Tab. 1) au die
jeweils nächs e Leh e ans al ung o .
•Die Leh e ans al ungen beginnen jeweils im Plenum mi eine Ein üh ungsphase (15-30 Minu-
en). In diese können die S udie enden o ene F agen zum Tages hema bzw. den Tages hemen
klä en. De Leh ende nu z diese Phase, um F agen de S udie enden zu ad essie en ode auch
selbs F agen zum Tages hema zu s ellen. Au diese Weise wi d de Vo be ei ungss and de S u-
die enden anspa en , e s e Miss e s ändnisse können au gedeck und im Plenum ad essie
we den (Pollozi e al., 2019).
•Hie nach bea bei en die S udie enden in selbs gewähl en Kleing uppen die o ab be ei ges ell-
en Übungsau gaben. De Leh ende beobach e die Diskussion, bean wo e F agen, un e s ü z
(so e n nö ig) und gib indi iduelles Feedback zu den E gebnissen, zu Lösungss a egie und zu
Zusammena bei in de G uppe. So e n in meh e en G uppen ähnliche Miss e s ändnisse bei de
A bei mi den Ma e ialien au e en, we den diese spon an im zusammenge u enen Plenum
ad essie (jus -in- ime eaching, je max. 10 Minu en) (Muzyka, 2015).
•In den le z en 15-20 Minu en jede Leh e ans al ung we den die wich igs en Tagese gebnisse
im Plenum zusammenge agen, Feedback zum A bei sp ozess ausge ausch und die Planung ü
die nächs e Leh e ans al ung geklä .
Wei e e, hie wenige ele an e Besonde hei en de Ve ans al ungso ganisa ion sind an ande e
S elle besch ieben (Bu dinski, 2022).
In e ed Class oom im Pandemie-Dis anz-Modus und die Leh en ü die P äsenzleh e
83
3 Besch eibung de Leh in e en ion
3.1 Leh e ans al ung
Im Lau e des Blocks A des Somme semes e s 2020 e olg e de e s e pandemiebeding e Lockdown
und die Leh e ans al ung Ano ganische Chemie II muss e, ans a de geplan en Du ch üh ung in
P äsenz, ku z is ig in ein olldigi ales Fo ma umgewandel we den. Hie bei wu den sowohl die
G uppena bei sphasen (P äsenzphasen) als auch die Modulp ü ung zu eine digi alen Fo m wei e -
en wickel .
Im De ail ände e sich an de O ganisa ion de Vo be ei ungsphasen sowie den angebo enen A -
bei sma e ialien und Medien wenig, da alle be ei s digi al zu Ve ügung s anden. Die S udie enden
konn en sich alle dings nich in P äsenz in ih en Selbs s udieng uppen au die jeweils nächs e Leh -
e ans al ung o be ei en. E sa zweise s and ihnen die Kon e enzpla o m Zoom ü die selbs -
s ändige Nu zung zu Ve ügung.
Wesen liche Ände ungen e gaben sich demgegenübe bei den eigen lich ü die gemeinsame A bei
in P äsenz ausgeleg en G uppena bei sphasen. Diese Ve ans al ungen wu den wei e hin synch on
in den im S undenplan es geleg en Zei en angebo en, nun alle dings eben alls mi hil e de Kon e-
enzpla o m Zoom.
Die Ein üh ungsphase (15-30 Minu en zu Beginn) de G uppena bei s e mine wu de demen sp e-
chend angepass . Fü die anonymen Quiz agen zu zen alen Themen und Konzep en aus den Vo -
be ei ungsma e ialien wu de, ans a des bishe in P äsenz eingese z en Class oom-Response-
Sys ems Pingo (Uni e si ä Pade bo n, o. J.), nun die Funk ion zu E s ellung und Du ch üh ung on
Um agen de Kon e enzpla o m Zoom genu z .
Fü die anschließende Kleing uppena bei wu de eine en sp echende Zahl an B eakou Sessions
einge ich e . Die S udie enden konn en die Räume ei wählen und auch wechseln. De Leh ende
o ie e wäh end de gesam en A bei sphase zwischen den e schiedenen Kleing uppen, konn e
abe auch on G uppen di ek ge u en we den. Wäh end sich die Kleing uppena bei in P äsenz
jeweils um ein eales Whi eboa d o ganisie e, e a bei e en die S udie enden ih e gemeinsamen
E gebnisse in de Online-Si ua ion mi hil e de Whi eboa d-Funk ion on Zoom ode en sp echend
ge eil e Dokumen e einzelne S udie ende .
3.2 Modulabschlussp ü ung
Die unmi elba im Anschluss an die eigen liche Leh e ans al ung angebo ene P ü ung wu de nich
wie in den Vo jah en als papie basie e handsch i liche Klausu mi F ei ex -An wo möglichkei en
du chge üh . S a dessen wu de auch hie au ein Online-Fo ma umges ell und die P ü ung als
elek onische Klausu (E-Klausu ) in Dis anz du chge üh . Gemäß den zu diesem Zei punk bes e-
henden Vo gaben de Hochschule wu den die S udie enden bei de P ü ungsbea bei ung an einem
Ge ä ih e Wahl nich mi eine Kame a übe wach . Die Iden i izie ung e olg e ausschließlich übe
die pe sönlichen Login-Da en de S udie enden (CampusID), de en Wei e gabe allgemein nich
ges a e is . Bei de eigen lichen Du ch üh ung wa en die Zusammena bei mi ande en Pe sonen
sowie die Nu zung nich zugelassene Hil smi el ausd ücklich un e sag . Die S udie enden muss en
Di k Bu dinski
84
eine en sp echende pe sönlich un e sch iebene Ve siche ung abgeben, dass sie sich hie an gehal en
ha en. Fü die Du ch üh ung de E-Klausu wu de eine eigens zu diesem Zweck au gebau e ILIAS-
P ü ungspla o m genu z . Als F agen ypen wu den nu Ein achauswahl-F agen (single-choice),
Lücken ex mi Pull-Down-Menüs und Zahleneingaben sowie Kap im-Auswahl agen eingese z .
Diese wu den im Ve ans al ungs e lau egelmäßig mi hil e on Zoom- und ILIAS-Au gaben ai-
nie , wa en den S udie enden somi e au und bo en un e den gegebenen Bedingungen insge-
sam die bes e Möglichkei zu Abbildung de ü die Leh e ans al ung benö ig en F ages ellungen.
Bildliche Inhal e und g aphische Eingaben wu den en sp echend in ein passendes Au gaben o ma
übe üh . Dabei wu den bspw. meh e g aphische An wo op ionen (Moleküls uk u en) ode Lö-
sungs eile ü Reak ionsgleichungen auch mi ypischen Falschan wo en zu Auswahl ges ell .
Zu jede P ü ung wu de jeweils ein halbes Jah spä e (im Win e semes e ) ein Nachhol e min ange-
bo en. Diese Te mine wu den im Rahmen diese S udie nich be ücksich ig . Hie wa en die Teil-
nahmezahlen jeweils deu lich ge inge .
Als Besonde hei wu de im Somme semes e 2020, zu Beginn de Pandemie, noch ein zusä zliche
P ü ungs e min sechs Wochen nach dem e s en P ü ungs e min als Kompensa ion ü die besonde-
e Si ua ion angebo en. Die S udie enden muss en sich hie alle dings en scheiden, ob sie die P ü-
ung unmi elba im Anschluss an die Leh e ans al ung ode diejenige sechs Wochen spä e able-
gen woll en. Bei de Auswe ung de P ü ungse gebnisse im Somme semes e 2020 wu den dahe
diese beiden Te mine be ücksich ig , um möglichs die ganze Koho e zu e assen.
4 Fo schungs agen und Me hodik
4.1 Fo schungs agen
Bezüglich de Wi kungen de Ums ellung de Leh e ans al ung Ano ganische Chemie II on einem
ICM mi P äsenzphasen im Hö saal au einen digi alen ICM bei gleichzei ige Ände ung de P ü-
ungs o m soll en die olgenden Fo schungs agen un e such we den:
1. Ände sich das Le n e hal en de S udie enden?
2. We den e gleichba e Le ne gebnisse e ziel ?
4.2 Me hodik
4.2.1 Ve ans al ungse alua ionen (Teaching Analysis Polls, TAP)
In den Jah en 2019-2021 wu de du ch eine Mi a bei e in aus de Quali ä ssiche ung und eine Hoch-
schuldidak ike in gemeinsam jeweils in de ie en Leh e ans al ungswoche eine Teaching Analysis
Poll (TAP) in Abwesenhei des Leh enden du chge üh . Diese wu de in P äsenz (2019) ode im
Rahmen eine Zoom-Kon e enz (2020 und 2021) jeweils unmi elba im Anschluss an eine Leh e -
ans al ungseinhei angebo en. Die E gebnisse wu den am da au olgenden Leh e ans al ungs e -
min om Leh enden mi den S udie enden disku ie .

In e ed Class oom im Pandemie-Dis anz-Modus und die Leh en ü die P äsenzleh e
85
4.2.2 Elek onische Selbs le n es s
Elek onische Selbs le n es s wu den übe die E-Tes -Funk ion des LMS ILIAS angebo en. Zu den
e wende en F agen ypen zähl en Zuo dnungs agen, Ein ach- und Meh achauswahl-Au gaben.
Die Tes s konn en beliebig o wiede hol we den. Bei jedem Au u wu den die Eingaben des eige-
nen jeweils le z en Tes du chlau s mi au ge u en.
4.2.3 Elek onische Übungsklausu en
In den Jah en 2018-2021 bekamen die S udie enden jeweils in de sechs en Leh e ans al ungswo-
che die Möglichkei , einmalig anonym an eine ü alle Jah gänge iden ischen elek onischen
Übungsklausu (E-Tes ) eilzunehmen. Diese maximal 60-minü ige, ILIAS-basie e Tes um ass e die
olgenden F age ypen: Lücken ex age (3x), Ho spo /Imagemap, Beg i e benennen, Zuo dnungs-
age, Single Choice, Mul iple Choice und Fehle /Wo e ma kie en. E soll e auße halb de Leh e -
ans al ung selbs s ändig du chge üh we den. Die S udie enden wu den au die Bedeu ung des
Einhal ens klausu ähnliche Bedingungen ü den (eigenen) diagnos ischen We des E-Tes s hinge-
wiesen. Die Einhal ung wu de abe nich übe p ü .
4.2.4 Modulabschlussp ü ungen
Die Modulabschlussp ü ung wu de jeweils unmi elba im Anschluss an die eigen liche Leh e an-
s al ung in de ach en Woche sei Beginn de Leh e ans al ung (Wochen 1-7) angebo en. Die Ab-
schlussp ü ung wu de in den Jah en 2018 und 2019 als papie basie e handsch i liche Klausu mi
F ei ex -An wo möglichkei en au ka ie en Klausu lösungsbögen du chge üh .
In den Jah en 2020 und 2021 wu de die Abschlussp ü ung im en sp echenden Zei aum als elek o-
nische Klausu (E-Klausu ) du chge üh . Hie zu wu de au eine sepa a en ILIAS-Ins anz (Ve sion 5.4)
die da in o handene E-Tes -Funk ion eingese z . Als F agen ypen wu den in beiden E-Klausu en
ausschließlich Mischungen on sowohl Ein achauswahl-F agen (single-choice), Lücken ex -F agen
als auch Kap im-Auswahl agen eingese z . Die maximale Bea bei ungsdaue be ug 90 Minu en
(2019 und 2020) bzw. 60 Minu en plus 10 Minu en Rüs zei (2020 und 2021). Die Bes ehensg enze
lag jeweils bei >50 % de insgesam e eichba en Punk e.
4.2.5 Sons ige Me hoden
Teilnehme *innen de P äsenz e ans al ungen wu den manuell ca. 30 Minu en nach Ve ans al-
ungsbeginn gezähl . Videozug i sda en des Kanals Ano ganische Chemie wu den mi hil e de
Analy ics-Funk ion on YouTube S udio analysie . Die P ü ungse gebnisse de Jah e 2018-2021
wu den anonymisie au Koho enebene ausgewe e . Fü die s a is ische Auswe ung de Da en
sowie de en g aphische Da s ellung wu den die P og amme Mic oso Excel (O ice 2016) sowie IBM
SPSS S a is ics (Ve sion 27.0.0.0) e wende .
4.2.6 Re e enzda en
Die nach den o. g. Me hoden in den Jah en 2020 und 2021 e mi el en Da en wu den jeweils in
Bezug zu en sp echenden Re e enzda en aus den Jah en 2018 und 2019 ausgewe e (Bu dinski,
2022). Die do e wende en Me hoden wu den zu E leich e ung des Ve s ändnisses oben e gän-
zend besch ieben. Eben alls o liegende Da en aus den Jah en 2014 bis 2017 wu den nich be ück-
sich ig , da das Modul in diesem Zei aum noch nich olls ändig als ICM du chge üh wu de.
Di k Bu dinski
86
5 E gebnisse
5.1 Teilnahme an den Leh e ans al ungs e minen
In den Jah en 2020 und 2021 nahm eine gegenübe den Vo jah en e gleichba e Anzahl an S udie-
enden an de Leh e ans al ung Ano ganische Chemie II eil (s. Abb. 1).
Abbildung 1: Teilnahmezahlen an P äsenz e minen (LV) bzw. de abschließenden P ü ung (P, Te min 15) in den Jah en (Somme -
semes e ) 2018 bis 2021 absolu (A) und no mie au die mi le e Teilnahmezahl de le z en ie Leh e ans al ungs e mine (B).
0
20
40
60
80
0246810 12 14 16
Anzahl S udie ende
Te min
LV 2018 LV 2019
LV 2020 LV 2021
P 2018 P 2019
P 2020 (1) P 2021
P 2020 (1+2)
A
In e ed Class oom im Pandemie-Dis anz-Modus und die Leh en ü die P äsenzleh e
87
In G a ik A (in Abb. 1) sind die absolu en Teilnahmezahlen de jeweiligen P äsenz e mine (LV) bzw.
de abschließenden P ü ung (P, Te min 15) ü den Zei aum 2018-2021 da ges ell . Au ällig wa ,
dass die Zahl de P ü ungs eilnehme *innen nu im Jah 2020, hie selbs un e Be ücksich igung
beide P ü ungs e mine gemeinsam, nied ige lag als die Zahl de Teilnehme *innen an den le z en
Ve ans al ungs e minen.
Diese Da en sind in G aphik B (in Abb. 1) no mie au die mi le e Zahl de Teilnehme *innen de
jeweils le z en ie Leh e ans al ungs e mine au ge agen, wobei die P ü ungszu ückhal ung im
Jah 2020 nochmals deu liche wi d. Den e s en on zwei (Sonde -)P ü ungs e minen nahmen hie -
nach nu ca. 70 % de Zahl de le z en Leh e ans al ungs eilnehme *innen wah , demgegenübe
nu z e diesen Te min im Folgejah as die doppel e Anzahl S udie ende jenes Jah gangs. Insge-
sam sank die ela i e Zahl de Teilnehme *innen inne halb des Leh e ans al ungs e lau s, e gli-
chen mi denen de Vo jah e, in 2021 e gleichba (-39 %) ( e gl.: -46 % (2018), -39 % (2019)), in
2020 wa de Rückgang demgegenübe me klich kleine (-33 %).
Bei eine Be agung in de e s en Leh e ans al ung im Jah 2020 gaben 75 % de ( i uell) anwe-
senden S udie enden im Rahmen eine anonymen Zoom-Um age an, an de Ve ans al ung mi
einem eigenen Desk op- ode Lap op-Compu e eilnehmen zu können. Imme hin 12 % ha en zu
dem Zei punk als einzige Al e na i e die Zugangsmöglichkei übe ih Sma phone, die Üb igen
nu z en Table -Compu e . Ach on zehn S udie enden konn en dabei ein Headse nu zen, sechs
on zehn S udie enden eine Kame a. D ei ie el de S udie enden sahen sich zu dem Zei punk
be ei s in de Lage ode ehe in de Lage, die Modulabschlussp ü ung on zu Hause an einem eige-
nen Ge ä du chzu üh en.
5.2 Leh e ans al ungse alua ion – TAP
In den Jah en 2019-2021 wu den jeweils in de ie en Leh e ans al ungswoche Teaching Analysis
Polls (TAPs) angebo en (Cole & Bunce, 2014). Diese wu de in P äsenz (2019) bzw. im Rahmen eine
Zoom-Kon e enz (2020 und 2021) jeweils unmi elba im Anschluss an je eine Leh e ans al ungs-
einhei du chge üh .
Die E gebnisse de im Jah 2020 mi 18 eiwilligen Teilnehme *innen du chge üh en TAP sind
exempla isch in Tabelle 2 zusammenge ass .
Di k Bu dinski
88
Tabelle 2: E gebnisse eine Teaching Analysis Poll (TAP) im Somme semes e 2020 (nu ü Zus immungs a e (in Klamme n)
>50
%).
Wodu ch le nen Sie in diese Ve ans al ung am meis en?
Leh buch (67
%)
P obeklausu en (67
%)
Bea bei ung de Übungsau gaben (67
%)
Le n ideos (63
%)
Videos (54
%)
Diskussion in de G uppe (53
%)
Was e schwe Ih Le nen?
Welche Ve besse ungs o schläge haben Sie ü die
hinde lichen Punk e?
Zu wenig Lösungen (94
%) (Au F age häu ig Gegen-
age als An wo ; gib abe auch Tipps und Lösungs-
o schläge; P obeklausu wi d on dem Dozen en
du chgesp ochen (angekündig ))
Bi e Buch e weise (au z.
B E-Book) z.
B. au einzelne
Kapi el des Buchs.
Keine Rückmeldung zu allen bea bei e en Au gaben
(94
%)
Bean wo ung de ges ell en F agen (ohne imme nu
Gegen agen zu s ellen)
In de G uppe e a bei e man gelegen lich „ alsche
Lösungen“, wo au wi nich du ch den Dozen en
hingewiesen we den (94
%).
O izielle Abgabe de Au gaben und Rückmeldung zu
Rich igkei om Dozen en
E höh e Zei au wand (92
%) (1,5 h Vo lesung + 1,5 h
Semina – ak uell 3 h Übungen/Besp echung, plus 1,5
h Vo lesung anschauen im Selbs s udium)
Wiede no male Vo lesung
Meh „d um he ume zählen“, nich nu ablesen
Viel S o zum Le nen (85
%)
Ni eau senken
Es we den keine Vo lesungen gehal en, nu Übungen
bea bei e (79
%).
G uppeng öße, wenig Mo i a ion/Be eiligung inne -
halb de G uppe (64
%) (nich jede* ha ein Mik o on
zuhause)
Keine olls ändigen In o ma ionen au den Vo le-
sungs- Folien (60
%) (nich alle Videos haben Ve -
sch i lichung, z.
B. wenn am Flipcha gea bei e
wu de).
Au die F age: „Wodu ch le nen Sie in diese Ve ans al ung am meis en?“ wu den d ei de An wo en
(Bea bei ung de Übungsau gaben, Le n ideos/Videos, Diskussion in de G uppe) auch in den Jah-
en 2019 und 2021 mi ähnlichen ode höhe en Zus immungs a en gegeben (Abb. 2). In diesen
Jah en wu de zudem de Disku s zwischen S udie enden und Leh endem als besonde s le n ö de -
lich benann .
In e ed Class oom im Pandemie-Dis anz-Modus und die Leh en ü die P äsenzleh e
95
Wäh end sich bei den Zug i szahlen au die Le n ideos keine p inzipiellen Un e schiede zu den
Vo jah en beobach en ließen, zeig e sich eine deu liche Au älligkei bei de Nu zung de elek oni-
schen Selbs le n es s. Hie nahm de An eil de Teilnehme *innen, die einen Selbs es meh als
einmal ges a e haben, in beiden Jah en des Un e suchungszei aums gegenübe dem Ni eau o
de In e en ion um e wa 50 % signi ikan zu. Dies könn e da au hindeu en, dass die S udie enden
in den Selbs es s e s ä k eine Möglichkei gesehen haben, unmi elba e Rückmeldungen zu ih em
Le n o sch i zu e hal en, und die Tes s dahe auch in ensi e als We kzeug zu di ek en Le nun e -
s ü zung genu z haben (Scha eck e al., 2021). Dieses Ziel wa in den Vo jah en nu in ge ingem
Maße e eich wo den (Bu dinski, 2022).
Au eine e s ä k e Nu zung on Selbs le nins umen en wiesen auch die TAP-E gebnisse hin. Hie
wu den im Jah 2020 e s mals auch Leh büche und die P obeklausu als „le n ö de lich“ genann . In
beiden hie un e such en Jah en wu de zudem de Beda an indi iduelle Rückmeldung zu den
A bei se gebnissen besonde s deu lich a ikulie (Hwang, 2020).
Wenige leich g ei ba wa en Ein lüsse de physischen Dis anz au die A bei sa mosphä e an den
G uppena bei s e minen. Nu seh wenige S udie ende schal e en ih e Kame as wäh end de Ve an-
s al ungen ein (Ge ne , 2020). Die Zahl de ak i en Kame as wa in den Phasen de Kleing uppena -
bei alle dings höhe und lag bei 30-40 %: im Ve lau de einzelnen Ve ans al ungs eihen jeweils
s eigend, im Gesam e band auße halb de B eakou -Sessions alle dings ehe bei un e 5 %. Inwie-
e n die so e ände e Diskussionsa mosphä e au den Le ne olg wi k e, wi d im olgenden Ab-
schni disku ie .
6.2 Le ne gebnisse
Zu Analyse de e ziel en Le ne olge wu den die E gebnisse des elek onischen Klausu o be ei-
ungs es s und de E-Klausu en ausgewe e , beides wiede um im Ve gleich zu den Re e enzjah en
2018 und 2019. Die im Vo be ei ungs es e ziel en E gebnisse un e schieden sich kaum on denen
de Vo jah e. Die e was s ä ke en Abweichungen im Jah 2021 könn en auch du ch die e gleichs-
weise ge inge e Teilnamequo e beding sein.
Bei de in de Modulabschlussp ü ung jeweils e ziel en Bes ehensquo e wu de demgegenübe eine
wei e e s e ige Ve besse ung beobach e , die sich schon o de In e en ion abzeichne e und au
die zunehmend wi kungs olle Implemen ie ung des ICM zu ückge üh wu de, on de insbesonde-
e Le nende mi wenige Vo kenn nissen p o i ie en (Bu dinski, 2022; Nou i, 2016). In den Jah en
2020 und 2021 nahm mi de Bes ehensquo e auch de e ziel e Punk edu chschni zu. Dies kann au
einen höhe en Le ne olg in allen Le nendeng uppen hinweisen.
Dabei muss alle dings de Wechsel de P ü ungs o m beach e we den. Da im elek onischen P ü-
ungs o ma übe wiegend aus o gegebenen An wo möglichkei en gewähl we den konn e, wa
die besonde e He aus o de ung, Au gabenszena ien zu en wickeln, die dennoch das Ablei en bzw.
Disku ie en on Bindungs e häl nissen, Reak ionsgleichungen und Reak ionswegen e laub en (s.
Kap. 2.2.2). An wo en und A gumen a ionss änge muss en dami on den P ü ungs eilneh-
me *innen nich selbs o mulie , sonde n o gegebene An wo op ionen ausgewe e we den.

Di k Bu dinski
96
In Abwesenhei eine Kame aau sich bes and zudem zumindes die heo e ische Möglichkei un-
beme k e Täuschungs e suche (Cleophas e al., 2021; Diel e al., 2021; Nguyen e al., 2020; Pe sike,
2021).
6.3 Limi a ionen und T ans e
Pandemiebeding e s eck e sich die In e en ion in diese Längsschni s udie sowohl au das Leh -
als auch das P ü ungs o ma . Eine objek i e Re e enz bilde e de un e ände e elek onische Klau-
su o be ei ungs es . Eine g öße e Unsiche hei e gib sich da aus, dass die e an wo liche Leh -
pe son sowohl in die E s ellung und Auswe ung de Modulabschlussp ü ung als auch in die Analyse
de üb igen Da en in ol ie wa , sodass Ve ze ungen, o z alle Bemühungen um Objek i i ä , wie
bei SoTL-S udien nich ganz unüblich, nich ausgeschlossen we den können.
Die o diesem Hin e g und e ziel en E gebnisse lankie en dami das besch iebene Modell als
P axisbeispiel ü eine gelungene ku z is ige Ums ellung eine ICM-Leh e ans al ung au ein digi-
ales Fo ma . Die Beobach ungen sind nich achspezi isch und soll en ech leich zumindes au
ande e na u - und ingenieu wissenscha liche Leh e ans al ungen übe agba sein. Dem Au o
dienen sie als wei e e Mo i a ion zu Ums ellung auch ande e Leh e ans al ungen au das ICM-
Fo ma .
6.4 Fazi und Leh en ü die P äsenzleh e
Be ei s o de In e en ion zeig en sich in de Leh e ans al ung Ano ganische Chemie II Hinweise
au eine zunehmende Akzep anz des ICM bei den S udie enden. Auch im nun un e such en Pande-
miezei aum wu de das Le nmodell aus üh lich mi den S udie enden besp ochen, und die no wen-
digen Maßnahmen zu Online-Implemen ie ung wu den disku ie (Reyna & Meie , 2016). In de
Folge e kann en die S udie enden, auch un e insgesam e schwe en Bedingungen, die le n ö de li-
chen Aspek e diese Le n- und A bei s o m. Die Online-Du ch üh ung des ICM gelang insgesam
zu iedens ellend. Eine Online-Du ch üh ung on Teilen diese ICM-Leh e ans al ung is auch zu-
kün ig zumindes denkba , ohne deu liche Le ne olgseinbußen be ü ch en zu müssen – eine Vali-
die ung de E-Klausu en als al e na i e P ü ungs o m in einem s ä ke gesiche en Au sich sszena io
s eh alle dings noch aus. Ein zen ales E gebnis de ak uellen S udie is , dass die S udie enden bei
eine zunehmend selbs s ändigen A bei sweise, wie im hie besch iebenen Online-ICM-Szena io,
noch s ä ke au indi iduelle Rückmeldungen zu ih em Le n o sch i angewiesen sind. Angebo e
zu Selbs einschä zung we den zunehmend genu z , diese können pe sönliche Diskussionen mi
den Kommili on*innen und den Leh enden abe nu un e s ü zend o be ei en und nich e se zen.
Li e a u
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101
p axiSDG: Adop ing he banana p inciple
o designing sus ainabili y in ac ion
Ma in Ge ne
1 In oduc ion
Which is he pe ec momen o peel a banana? Simila o he banana, he e is he momen o de-
signing sus ainabili y in ac ion. In a p ocess o e olu ion, he co esponding o ma p axiSDG has
been changing i s quali y. The ou come depends on aming con ex condi ions, compa able o he
ipening a iables o he ma u a ion p ocess o a ui .
The banana plan , scien i ically called musa pa adisiaca, o igina ing om Sou h-Eas Asia and he
Malaysian peninsula, and i s domes ica ed in Papua New Guinea, is conside ed he wo ld’s
la ges he baceous pe ennial plan ; i belongs o he amily musaceae and is alued o i s leshy-
cu ed, delicious banana ui . The plan ge s p e y all and g ows in opical egions wi h a ee-
like pseudo-s em consis ing o olled lea es spi ally a anged a he op. The lea es a e la ge
blades wi h a p onounced cen al mid ib and ob ious eins, easily eaching up o h ee me e s in
leng h and hal a me e in wid h. Each plan p oduces a bouque o lowe s, he so-called banana
hea , om which he ui s de elop in ypical hanging clus e s. The banana ui i sel consis s o
he highly p o ec i e ou e laye wi h nume ous long, hin s ings unning be ween he skin and
he edible inne pulp. The seeds a e iny black specks concen a ing owa ds he cen e o he
ui . Bananas in comme cial plan a ions a e hyb ids; i. e. he pa en banana plan dies a e
ha es and is o be eplaced wi h a new daugh e plan . I managed p ope ly, howe e , a plan a-
ion can ca y a high yield o a gene a ion o mo e. Banana ees can each heigh s be ween wo
and nine me e s. The well-known expo bananas a e picked g een; hey ipen in special cham-
be s upon a i al in he des ina ion coun y only. These p emises a e ai - igh and illed wi h
e hylene gas o igge and induce ipening. The i id yellow colou consume s usually associa e
wi h comme cial expo bananas is caused by he a i icial ipening p ocess, in ac .
Figu e 1: Bo anical in e lude.
The ollowing ema ks a e ocusing on he ini ial ques ion o aking he case o p axiSDG, how does a
sus ainabili y-d i en se ice-lea ning o ma e ol e, gi en didac ic p emises, ins i u ional modali-
ies, and indi idual no ion? Sus ainabili y in okes a holis ic no ion o add essing di e en aspec s –
he so-called quad uple bo om line o sus ainabili y dimensions – o SDG- ela ed lea ning in
p axiSDG.
Ma in Ge ne
102
Figu e 2: SDG- ela ed lea ning in p axiSDG ac oss he quad uple bo om line o sus ainabili y.
p axiSDG p omo es op ions o en a i e obse a ions and sugges ions o p agma ic ac ion (Badley,
2001, p. 170). As p og essi ely-e ol ing lea ning assignmen , i me ges o ma i e design elemen s
o sel -conduc ed e lec ion and esea ch wi h p o essional e olu ion h ough ad anced, on- he-job
aining o he acili a ing eam, hus, con ibu ing o p ac ices o bo h schola ship o eaching and
lea ning (SoTL) and schola ship o academic de elopmen (SoAD), simul aneously.
The ou line is de e mined by he leading ques ion o how he sus ainabili y-d i en se ice-lea ning
o ma p axiSDG e ol es ( ig. 2). Di e en con ex condi ions, such as didac ic p emises, ins i u ional
modali ies o indi idual no ions, a e amed by pu pose ully d awing compa isons o he banana
pa adigm alluding o he banana p inciple i sel and he monkey-peeling me hod. The e o e, ele-
an case-based in o ma ion a e commen ed in a me a- ex ual way: Ins i u ional s akeholde s a e
iden i ied, labelled, anonymized and e e enced acco dingly. Respec i e con ibu ions o he e olu-
ion o p axiSDG a e hen sys emized and highligh ed om an in ui i e, expe ience-d i en poin o
iew. Majo s a egic injec ion poin s o e olu iona y alignmen s a e indica ed h oughou he
p ocess along pe iods and didac ic impac , ollowed by lessons lea n and concluding ema ks in he
banana analogy.
p axiSDG: Adop ing he banana p inciple o designing sus ainabili y in ac ion
103
2 Peeling philosophies
Which is he pe ec momen o peel a banana? Ce ainly once i u ns ou o be ipe. As ui s ma-
u e, hey change hei quali y. Beginning and esul s o his ma u ing p ocess, culmina ing in he
ipening phase, a e always in he eye o he beholde and la gely depend on aming con ex condi-
ions.
p axiSDG ac i a es knowledge, skills and in ui ion o pa icipan s in a a ge -o ien ed way o
commi ing hemsel es o e o s o sus ainabili y o ins i u ions o co po a ions in he non-
p o i /ci il-socie y sec o (communi y-based lea ning). In doing so, pa icipan s lea n o ac as
change agen s in p og amme design, s a egy o ope a i e ac i i ies wi hin hei p e e ed pa -
ne o ganiza ion (se ice lea ning). Based on he espec i e needs o he pa ne o ganiza ions,
pa icipan s will design hei indi idual p ojec s in a collabo a i e way, including a p ecisely
o mula ed aim o sel -de e mined, sus ainabili y- ela ed ac ion. This enables pa icipan s no
only o lea n abou he signi icance o olun ee ism, bu also o e alua e and e lec i s oppo u-
ni ies and isks is-à- is hei indi idual s udy con ex s.
p axiSDG is a se ice lea ning ha in ends o a ac pa icipan s wi h a s ong sus ainabili y
agenda ac oss disciplines and s udy semes e s and engages pa icipan s in a p oac i e, sel -
de e mined and explo a o y way wi h pa ne -o ganiza ion p ojec s in a p ede ined scope. I
p o ides inno a i e e m-based e-lea ning/blended-lea ning oppo uni ies, including ou class-
oom-lea ning sessions and op ional e- u o ing/consul a ion, is p omo ed by a eaching andem
o suppo in e disciplina y lea ning, and concludes wi h c edi poin s and an op ional ce i ica e.
Lea ning objec i es o p axiSDG a e:
• p o iding heo e ical-concep ual backg ound in he a eas o olun ee ism/ci ic engagemen
(e. g. u ban commons, co-c ea ion), common public in e es , se ice lea ning and sus ainabil-
i y- ela ed e minology (e. g. SDGs),
• enabling insigh s in o di e en oppo uni ies o sus ainabili y-o ien ed commi men in
ins i u ionally s uc u ed, non-p o i ields o ac i i y,
• acili a ing a speci ically con ex ualized commi men de e mined by he need o he pa ne
o ganiza ion,
• analysing o indi idual, discipline-speci ic and p o essional s a egies o engagemen ,
• e lec ing o expe iences in a s uc u ed and sys ema ically guided way,
• p epa ing a p o essional p esen a ion o one's genuine se ice-lea ning expe iences, and
• p ac icing p ojec -based, in e disciplina y eam wo k in eams wi h he e ogeneous needs
and p e equisi es.
Figu e 3: p axiSDG in e lude.
Ma in Ge ne
104
The didac ic challenge ackled by p axiSDG is o enac sus ainabili y by means o ci ic engagemen
h ough a cohe en , cons uc i ely aligned me hodological app oach. As o pa icipan s liaising he
se en een sus ainabili y de elopmen goals (SDGs) wi h an ins i u ionalized lea ning p ocess has o
be mo e han jus some kind o academic nexus wi h se ice lea ning. Wha coun s is p agma ic,
documen ed and e lec ed ac ion, eady o cu icula embedding and acc edi a ion.
Designing, implemen ing, e alua ing and e ining lea ning oppo uni ies in academic con ex s o en
pu sues he banana p inciple. In iew o his pa adigma ic p inciple, cus ome s ecei e un inished
p oduc s om manu ac u e s, usually wi hou any co esponding ins uc ions. The p oduc s g adu-
ally ma u e o e ime due o cus ome eedback and co esponding imp o emen s made by he
manu ac u e s. Quali y is subjec o change; i usually imp o es.
1. The banana p inciple may be ela ed o p axiSDG, since he ma u ing p ocess o his no el, sus-
ainabili y-o ien ed se ice-lea ning assignmen o igina es om eadiness and adap abili y o
he pa icipan s, and om expe ise and in ui ion sha ed by he au ho ing schola s, including
posi i ely e amed limi a ions imposed by he ins i u ional con ex condi ions. Insigh s speci i-
cally associa ed wi h p axiSDG comp ise se e al ins i u ional ouchpoin s, each di e ing in
scope, size, egion, socio-cul u al con ex o deg ee o cu icula embedding, in e alia. Rela ed
snapsho s display how p ocesses o inno a ion a e nudged and shaped by he pe son’s c ea i i-
y h oughou and as a esul o ins i u ional con ex s, a he end o he day.
Mos people peel a banana by cu ing o snapping he s em and by di iding he peel in o se e al
sec ions while pulling hem away om he peeled ui . A di e en me hod o peeling a banana
is igh in he opposi e di ec ion, i. e. upside down om he end wi h he b ownish lo al esidue.
When he ip o a banana is pinched wi h wo inge s, i will spli and he peel comes o in wo
clean sec ions. This is conside ed pa icula ly ad an ageous since he inne ib es o s ings be-
ween ui and peel will emain a ached o he peel, and he s em o he banana can be used as
a handle when ea ing he banana. This way has become known as monkey me hod, since i de-
sc ibes how monkeys a e said o peel hei bananas.
Figu e 4: Peeling in e lude.
2. The monkey-peeling me hod may be applied o p axiSDG, when coming o e ms wi h di e se
needs and eques s o s akeholde s. As o he expe iences, i makes sense o cons an ly ques ion
es ablished assump ions abou designing lea ning assignmen s, and o p o e one’s willingness
o de ia e om pu pose ully assumed pa e ns i necessa y. Based on he no ion ha sus aina-
bili y ans o ma ion challenges sys em bounda ies, p axiSDG as a ela ed o ma o lea ning
mus co espond o his pa adigm in e ms o being adap i e and conduci e. Al e na i e solu-
ions o he p e ailing mains eam a e o be encou aged; pu di e en ly, peeling he banana di -
e en ly mus be wi hin he ealm o unexpec ed oppo uni ies.
p axiSDG inco po a es he banana p inciple and he monkey-peeling me hod o designing sus aina-
bili y in ac ion.
p axiSDG: Adop ing he banana p inciple o designing sus ainabili y in ac ion
111
Figu e 7: Ma e iali y ma ix o associa ed ins i u ions o p axiSDG design.
The ele ance o ex e nal, ins i u ional p axiSDG s akeholde s impac ing he design p ocess is pa -
icula ly high a i s beginning and owa ds i s (con inuing) end (e. g. ig. 7). Taking in o conside a ion
he in e nal signi icance o ins i u ions o he p axiSDG design p ocess, in addi ion, mos alue is
added when bo h ele ance and signi icance a e easonably p o ided. This posi i e co ela ion
applies o ew ins i u ional con ex s only.
To conclude, he monkey-peeling me hod is p omising o explaining he ans e po en ial in h ee
ways:
1. Conside ing and analysing he ole o one’s in e nal and ex e nal s akeholde s in ad ance may
imp o e he design p ocess o a lea ning assignmen since he impac is enhanced,
2. Following an in ui ion o hose ins i u ional and agenda-d i en con ex s os e ing one’s sel -
e icacy and pu pose-o ien a ion h ough ans o ma ional amewo k condi ions, and
3. Making use o one’s expe iences gained and challenged wi h du ing he concep ual planning
and o ma design o a lea ning assignmen .
5 Nu ien s o h i ing and p ospe ing d i e s o design
Coming back o he ini ial ques ion, wha does ha imply conce ning he pe ec momen o peel a
banana? Simila o he banana, he e is he momen o designing sus ainabili y in ac ion. In a p o-
cess o e olu ion, he co esponding o ma p axiSDG has been changing i s quali y. The ou come
depends on aming con ex condi ions, compa able o he a iables o he ma u a ion p ocess o a
ui . Keep lis ening o he inne monkey o doing hings di e en ly: The way how monkeys pick and
peel bananas can se e as an inspi a ion o econside one’s habi s. Thus, he banana ypology o
musa pa adisiaca can in en ionally be applied o d aw a co esponding analogy, including he illus-
a ed be ween biological nu ien s and didac ic condi ions o success ( ig. 8).

Ma in Ge ne
112
MUSA PARADISIACA
 ansla es in o 
p axiSDG
o igina ing om
elies on a well- unc ioning, ully- ledged and es ab-
lished se ice-lea ning concep
domes ica ed
adap s g adually acco ding o indi idual and di-
dac ic needs
pe ennial
an icipa es eplicabili y wi h design pa e ns o
scalable cycles
alued o
a icula es added- alues in a ge ed ways depend-
ing on di e en s akeholde in e es s
leshy-cu ed
con inces h ough a s ong and lean con en base,
and a sound me hodology
delicious
appea s as ca chy, appealing and a en ion-
g abbing o ma wi h end-se ing a i udes
ge ing all
imp o es in quan i y and quali y due o he de e -
mining p inciple o posi i e a ia ion
lea es as la ge blades
app ecia es ins i u ional ad-hoc oppo uni ies o
modula -embedded lea ning assignmen s
cen al mid ib wi h ob ious eins
eme ges om ini ial impe us o iable ends based
on he b and essence o co e alue
banana hea as bouque o lowe s
nudges h ough es imonials and p ac ices o un-
eiling no el, mul i- ace ed p oposi ions
hanging clus e s
culmina es in p ojec -d i en esul s sensi i e o
con ex s o ci ic engagemen and lea ning
p o ec i e ou e laye
se s ou he p o ec ed o enclosed aining en i on-
men o expe ien ial lea ning
nume ous long and hin s ings
quali ies o di e se disciplina y a ilia ions as o
designa ed key-accoun s akeholde s
seeds
p omo es non-hyb ids acco ding o a small-bu -
sma pa adigm o os e ing imi a ions
managed p ope ly
p o ides bo h p o essionally acili a ed and con-
s uc i ely aligned (de-)b ie ing sessions
picked g een
assumes a ia ions a p io i and an icipa es adap-
ions as sel -concep o o ma design
induce ipening
e ol es h ough ins i u ional playe s as d i ing
o ces o con inuing imp o emen
Figu e 8: Nou ishing analogies be ween bananas and p axiSDG.
p axiSDG: Adop ing he banana p inciple o designing sus ainabili y in ac ion
113
D i e s o design can be anged om ex insic o in insic, whe he ins i u ional con ex s a e in-
ol ed o no . Tha se ice-lea ning o ma p axiSDG has been mo i a ed ex insically, a i s . The
nexus wi h sus ainabili y, howe e , has been in insically de e mined. The asynch onous design o
he lea ning assignmen has been due o an ex insic a ionale. Likewise, he cu icula embedding
has been uelled ex insically. The digi al shi has p ima ily been ex insic. The same ex insic no ion
applies o ha ing he language adap ed. Finding alliances, howe e , has been ini ia ed in insically.
The idea o s a egic embedding has been ex insic once mo e. The ca alys - unc ion a ionale, how-
e e , has been a he in insic.
All in all, hal a dozen ins i u ions ha e been in ol ed, acco dingly, nu u ing p axiSDG o h i ing
and p ospe ing d i e s o design. By compa ing he ma u a ion impac o ins i u ional con ex s,
accele a ing ones clea ly ou weigh e a ding condi ions. In quan i a i e e ms, mos e olu ions a e
due o an ex insic a ionale. In quali a i e e ms, hough, he p oo o he pudding is ye o be
made. Fu he explaining and/o quali ying po en ial nu ien s conduci e o p axiSDG as sus ainabil-
i y-o ien ed se ice-lea ning assignmen a e al eady ese ed o ongoing SoTL-based esea ch. I is
c ucial no only o conside con ex condi ions, such as didac ic p emises, ins i u ional modali ies o
indi idual no ions, om a pa adigma ic-in ui i e pe spec i e, bu also o heo e ically g ound impli-
ca ions o implemen ing p axiSDG in a holis ic and sys ema ic way. In doing so, exis ing bu s ill
concealed limi a ions o nudging e ec s may be disclosed and an icipa ed o con inuing design
op ions.
6 Conclusions
Fo implemen ing sus ainabili y-d i en se ice-lea ning assignmen s – compa able and ans e able
o p axiSDG – ac oss di e en s udy con ex s, based on lessons o success and ailu e expe ienced,
some help ul conclusions can be d awn:
a) ill a cu icula gap in he s udy p og amme’s module s uc u e,
b) mee a ele an demand o bo h in e nal and ex e nal s akeholde s,
c) p o ide a window o oppo uni y o c edi ing ci ic engagemen ,
d) in oke signi ican nudging commi men o bo h lec u e s and pa icipan s,
e) make use o momen um o he igh hing a he igh place a he igh ime,
) connec wi h like-minded ini ia i es ou o he ins i u ional box,
g) publish expe iences o schola ly eaching and ela ed esea ch, and
h) sp ead he wo d o mou h (WOM) in p o essional and p i a e con ex s.
Ma in Ge ne
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Teil II
Fö de ung e lexi e Kompe enzen du ch
Einsa z achspezi ische Fo schungsme hoden

117
Die Nachhal igkei des Le nzuwachses
e möglichen
Das Fo schungs agebuch als Re lexions- und
P ü ungsins umen
Ka ha ina Röse
In diesem Bei ag we den de P ozess und die E gebnisse eines Schola ship o Teaching and Lea n-
ing (SoTL)-P ojek es zu Ein üh ung eines Fo schungs agebuches als Re lexions- und P ü ungs-
ins umen im Modul Quali a i e Fo schung ü The apiewissenscha en im S udiengang E go he a-
pie/Logopädie an de Uni e si ä zu Lübeck da ges ell . Es wi d au gezeig , wie eine sys ema ische,
e lexi e und o schungsbasie e Auseinande se zung mi de Leh e es e möglich , neue Re lexions-
und P ü ungsins umen e sys ema isch einzu üh en und wei e zuen wickeln und dabei konsequen
die Pe spek i en de S udie enden au eigene Le np ozesse zu e heben sowie einzubeziehen.
1 Hin e g und
Inne halb eines Bachelo s udiums de Gesundhei sbe u e sollen S udie ende o schungsme hodi-
sche Kompe enzen e we ben, die au ein Ve s ehen und k i isches Bewe en on Fo schungse geb-
nissen im Sinne eine e lek ie en e idenzbasie en P axis abzielen (Tuning Occupa ional The apy
P ojec G oup, 2008). Insbesonde e in de Ve mi lung quali a i e Me hoden s ellen sich ü die
S udie enden He aus o de ungen im Ve s ändnis des zug undeliegenden Fo schungspa adigmas
und de Meh deu igkei (Ambigui ä ) als Me kmal quali a i e Fo schung (Flick & Baue , 2005). Dies
um ass u. a. die O enhei und Flexibili ä des Vo gehens sowie mul iple Pe spek i en und Deu-
ungsmöglichkei en im Fo schungsp ozess (Sch eie & B eue , 2020). Sch eie und B eue (2020)
analysie en sys ema isch den Kenn niss and zu de Ve mi lung on Kompe enzen in de quali a i-
en Fo schung, insbesonde e in den Sozialwissenscha en und de Psychologie. Da au basie end
emp ehlen sie, dass die Leh e zu quali a i en Me hoden einen Übe blick übe das me hodische
Spek um quali a i e Fo schung mi de Ve mi lung o schungsp ak ische Kompe enzen kombi-
nie en soll e.
Dieses Vo gehen un e s ü z die Aneignung eine quali a i en Denkweise und Fo schungshal ung
sowie den E we b eines Ve s ändnisses ü das quali a i e Fo schungspa adigma (Sch eie & B eue ,
2020). Kan e und Mey sp echen in diesem Zusammenhang on de „Einsozialisie ung in eine quali-
a i e Hal ung“ (2021, S. 27). Diese Emp ehlungen en sp echen den Fo de ungen des Memo an-
dums ü eine undie e Me hodenausbildung, das on 20 Fachgesellscha en und Sek ionen sowie
A bei sg uppen un e zeichne wu de (Be line Me hoden e en, 2008).
Ka ha ina Röse
118
Als didak isches Vo gehen s ell Fo schendes Le nen ü die S udie enden eine Möglichkei da ,
genau diese Fo schungskompe enzen sowie ein ie e es Ve s ändnis ü Fo schungspe spek i en
und das quali a i e Fo schungspa adigma zu e we ben. Beim Fo schenden Le nen du chlau en die
S udie enden alle Phasen des Fo schungsp ozesses und se zen eigene Fo schungsp ojek e p ak isch
um (Hube & Reinmann, 2019).
1.1 Die Leh e zu quali a i en Me hoden im Bachelo s udiengang
E go he apie/Logopädie
Au bauend au ein Modul zu G undlagen und Me hoden de Gesundhei swissenscha en zum S u-
dienbeginn belegen die S udie enden des ie en Semes e s des addi i en Bachelo s udiengangs
E go he apie/Logopädie in Teilzei ü be ei s ausgebilde e The apeu *innen das Modul Quali a i e
Fo schung ü The apiewissenscha en (Uni e si ä zu Lübeck, 2018). Dieses wu de basie end au den
Emp ehlungen zu Ve mi lung on Kompe enzen in de quali a i en Fo schung (Sch eie & B eue ,
2020; Swamina han & Mul ihill, 2018) konzipie und en häl einen hohen o schungsp ak ischen
An eil im Sinne des Fo schenden Le nens (Hube & Reinmann, 2019). Das Modul wu de im S udien-
gang E go he apie/Logopädie im Somme semes e 2021 zum zwei en Mal angebo en. Au g und de
Schu zmaßnahmen inne halb de COVID-19-Pandemie anden die Vo lesungen online-asynch on
s a , die Übungen wu den online-synch on angebo en.
In de Vo lesung mi dem Um ang on eine Semes e wochens unde wu de ein Übe blick übe
e schiedene Ansä ze quali a i e Fo schung gegeben, konk e e Vo gehensweisen und Sch i e im
Fo schungsp ozess o ges ell und o schungse hische Aspek e, Gü ek i e ien und C i ical App aisal
quali a i e S udien e mi el . Die Vo lesung and im Wechsel mi Übungen im Um ang on zwei
Semes e wochens unden s a . In diesen Übungen üh en die S udie enden ein gemeinsames
Fo schungsp ojek zum Thema Inklusions e s ändnis S udie ende de Gesundhei sbe u e an de
Uni e si ä zu Lübeck du ch. Die S udie enden a bei e en in e schiedenen Kleing uppen zusammen
und du chlie en alle Phasen des Fo schungsp ozesses (s. Tab. 1). Sie e lek ie en ih e Vo annahmen
und en wickel en eine gemeinsame F ages ellung. Au ge eil in d ei Kleing uppen e a bei e en sie
einen In e iewlei aden, einen e gänzenden F agebogen, S a egien zum Feldzugang und das
Vo gehen im Sampling sowie die Dokumen e ü die Einwilligung zu S udien eilnahme (In o med
Consen ). Zu zwei üh en die S udie enden jeweils ein In e iew und ansk ibie en dieses oll-
s ändig. Anschließend se z en sie, eben alls in Kleing uppen, e s e Sch i e de inhal lich s uk u ie-
enden quali a i en Inhal sanalyse (Kucka z, 2018) um.
Da ü wu den den S udie enden deduk i en wickel e Haup ka ego ien mi Ka ego ienbesch eibun-
gen und Anke beispielen on den Leh enden zu Ve ügung ges ell . Die S udie enden codie en die
In e iews mi diesen Haup ka ego ien und en wickel en in Kleing uppen zu jeweils eine de
Haup ka ego ien zwei Subka ego ien und s ell en diese E gebnisse o . Zudem wu de in den Übun-
gen eine quali a i e S udie k i isch besp ochen. Zu Vo - und Nachbe ei ung de Ve ans al ungen
e hiel en die S udie enden Me hodenli e a u zu quali a i e Fo schung. Fü den Aus ausch und die
Be ei s ellung on Leh ma e ialien wu de die Le npla o m Moodle genu z .
Die Nachhal igkei des Le nzuwachses e möglichen
119
1.2 P ü ungen im Sinne des Cons uc i e Alignmen s in de Leh e zu
quali a i en Me hoden
Bislang wu de in dem Modul Quali a i e Fo schung ü The apiewissenscha en eine Klausu als P ü-
ungs o m gewähl . Hie s ell sich jedoch die F age, ob diese P ü ungs o m im Sinne des Cons uc-
i e Alignmen s die du ch Fo schendes Le nen e wo benen Kompe enzen p ü (Hube & Reinmann,
2019). Insbesonde e in de quali a i en Fo schung s ell Re lexion ein zen ales Elemen da (P zy-
bo ski & Wohl ab-Sah , 2014). Diese Kompe enz läss sich bspw. mi eine Klausu nu beding übe -
p ü en. Zudem läss sich das zug undeliegende Fo schungspa adigma quali a i e Fo schung, sowie
das Ve s ändnis ü mul iple Pe spek i en sowie En scheidungen und Vo gehensweisen im quali a-
i en Fo schungsp ozess in eine Klausu nu schwe abbilden. Hube und Reinmann (2019) sp e-
chen sich da ü aus, P ü ungen im Kon ex des Fo schenden Le nens möglichs iel äl ig und o -
schungsnah zu ges al en und bspw. die S udie enden A e ak e aus dem Fo schungsp ozess sam-
meln zu lassen. Fo schungs agebüche s ellen, als den Fo schungsp ozess beglei ende Ins umen e,
eine Möglichkei da , me hodische, heo e ische und empi ische No izen zu e assen. Sie sind zudem
ein Elemen de Selbs e lexion und de O enlegung des eigenen Vo e s ändnisses und de Wei-
e en wicklung des quali a i en Fo schungsp ozesses (P zybo ski & Wohl ab-Sah , 2014).
Fo schungs agebüche als P ü ungsleis ung haben eine enge Ve wand scha mi Po oliop ü un-
gen bzw. können als eine wei e e Fo m on Po oliop ü ungen angesehen we den, wie bspw. auch
das Le n agebuch. Po olios sind den Le np ozess beglei ende P ü ungs o men, in denen un e -
schiedliche Dokumen e und A e ak e gesammel we den, diese können sowohl de summa i en
Bewe ungen als auch de Beglei ung und Wei e en wicklung de Le np ozesse on S udie enden
dienen (K euze , 2018). Die E gebnisse eine Me aanalyse on Seg an und Hasim (2021) e deu li-
chen, dass Po olios das selbs egulie e Le nen, das sys ema ische Hin e agen und dami einen
ak i en Le np ozess sowie k i isches Denken on S udie enden un e s ü zen.
F ank (2020) zeig in ih em Be ich , in dem sie ih e eigenen Pe spek i en und E ah ungen aus dem
Semina Me hoden de ekons uk i en Sozial o schung ü Mas e s udie ende da leg , dass sich das
Fo schungs agebuch als Le n- und P ü ungs o ma ü den E we b und die P ü ung quali a i e
Kompe enzen in besonde e Weise eigne . Ih en E ah ungen nach un e s ü z das Fo schungs age-
buch das Le nen de S udie enden, senk Sch eibhemmungen und e möglich den S udie enden,
den eigenen Le np ozess nachzu ollziehen und mi zuges al en. Nach Abschluss des Semina s is es
möglich, mi dem Fo schungs agebuch eine summa i e Bewe ung des gesam en Le np ozesses
o zunehmen (F ank, 2020). Auch Kan e und Mey (2021) schlagen in ih em Übe sich skapi el zu den
He aus o de ungen in de Leh e zu quali a i en Fo schungsme hoden das Fo schungs agebuch als
P ü ungsleis ung o , ohne die genaue Ausges al ung wei e auszu üh en.
1.3 Ein üh ung eines Fo schungs agebuches im Rahmen on SoTL
Schola ship o Teaching and Lea ning (SoTL) ha sich nach de Ein üh ung on Boye (1990) wei e -
en wickel . Chick (2014) bezeichne SoTL als „Big Ten “, das un e schiedliche Ak i i ä en in Bezug zu
(Wei e )en wicklung de Leh e um ass . Au g und diese B ei e des Ve s ändnisses lieg eine Viel al
on De ini ionen on SoTL o . Hube und Reinmann besch eiben SoTL als das „Fo schen übe Leh e
Ka ha ina Röse
120
und Le nen im eigenen Be eich“ (2019, S. 348-349). SoTL-P ojek e en s ehen meis aus Beobach un-
gen de eigenen Leh e und bie en Leh enden die Möglichkei , eine e lexi e und o schende Hal ung
gegenübe de Leh e im eigenen Fach einzunehmen, diese sys ema isch wissenscha lich zu un e -
suchen und wei e zuen wickeln (Hube & Reinmann, 2019). In e na ional bes ehen Bes ebungen,
die B ei e und Viel al on SoTL zu sys ema isie en und zu konzep ualisie en. Mille -Young und Yeo
(2015) o dnen SoTL-Ak i i ä en nach den Dimensionen des le n heo e ischen Ve s ändnisses und
dem in SoTL-P ojek en genu z en me hodologischen Ansä zen. Boo h und Woolaco (2018) en wi-
ckel en ein F amewo k, welches die in e nen und ex e nen Dimensionen on SoTL-Ak i i ä en sys-
ema isie . In e ne Dimensionen bilden die Inhal e und Umse zung sowie soziale, e hische und
in e pe sonale Aspek e on SoTL-P ojek en ab. Die ex e nen Dimensionen um assen den disziplinä-
en, p o essionellen und soziokul u ellen sowie den poli ischen Kon ex . Gee sema (2016) sp ich
sich ü SoTL-Ak i i ä en aus, die au einen lokalen spezi ischen Kon ex ausge ich e sind, dabei
in e na ionale E kenn nisse ü die Hochschulleh e nu zba machen, de Wei e en wicklung de
Leh e dienen, diese sys ema isch un e suchen und E kenn nisse ins i u sübe g ei end eilen.
Anlass de Au o in dieses Bei ages, sich mi SoTL zu be assen, wa das Anliegen, die eigene Leh e
sys ema isch wei e zuen wickeln und sich hochschuldidak isch wei e zu quali izie en. Als p omo-
ie e E go he apeu in gehö sie zu den sich gegenwä ig akademisie enden Gesundhei sbe u en.
Dahe wi d in diesem SoTL-P ojek eine kon ex spezi ische Pe spek i e au die Leh e zu quali a i en
Me hoden inne halb de Gesundhei swissenscha en eingenommen. Diese Kon ex um ass die
Leh e in einem S udiengang an eine medizinischen Fakul ä ü S udie ende, die be ei s übe eine
abgeschlossene he apeu ische Be u sausbildung e ügen, be u sp ak isch ä ig sind und in Teilzei
au bauend au die Be u sausbildung s udie en.
Vo dem Hin e g und eines kons uk i is ischen Leh e s ändnisses sollen die S udie enden du ch
einen ak i en selbs e lexi en Le np ozess be ähig we den, komplexe Handlungssi ua ionen zu
bewäl igen (Mille -Young & Yeo, 2015). Aus den Beobach ungen und E ah ungen in de Ve mi lung
quali a i e Fo schung inne halb de Gesundhei swissenscha en schluss olge die Au o in dieses
Bei ages, dass es den S udie enden o schwe äll , sich eigene Le np ozesse bewuss zu machen
und E gebnisse des eigenen Le nens wah zunehmen. Dabei spiel die Ausges al ung de P ü ungs-
leis ung eine zen ale Rolle. Aus diesem G und lag de Fokus des SoTL-P ojek es au de Konzep ion
und Umse zung eine p ozesso ien ie en P ü ungsleis ung. Das Fo schungs agebuch soll e im
Somme semes e 2021 als neues Re lexions- und P ü ungsins umen im Modul Quali a i e Fo -
schung ü The apiewissenscha en im S udiengang E go he apie/Logopädie an de Uni e si ä zu
Lübeck einge üh we den. Beglei end zu diese Ein üh ung soll en die Pe spek i en de S udie en-
den insbesonde e hinsich lich de Wah nehmung des eigenen Le nens und de eigenen Le np ozes-
se zu quali a i e Fo schung sowie de Rolle des neu einge üh en Fo schungs agebuches als P ü-
ungsleis ung inne halb de Gesam konzep ion des Moduls ü diesen Le np ozess un e such we -
den. Folgende F ages ellungen soll en bean wo e we den:
Die Nachhal igkei des Le nzuwachses e möglichen
127
4.3 Un e s ü zende Elemen e im Le np ozess
In den E zählungen und sch i lichen Re lexionen de S udie enden wi d deu lich, dass sie die S uk-
u und das sch i weise Vo gehen im Fo schungsp ozess inne halb des S udie endenp ojek es als
hil eich ansehen und au diese Weise die Komplexi ä quali a i e Fo schung zugängliche wu de
(FTB-S2, Z. 437-440). Insbesonde e das Sammeln on p ak ischen E ah ungen du ch das S udienp o-
jek ha aus de Pe spek i e de S udie enden zum Ve s ändnis quali a i e Fo schung beige agen.
Das S udie endenp ojek wa „schlüssig gegliede “ (FTB-S1, Z. 660) und mi den Vo lesungen e -
knüp . Als hil eich emp anden die S udie enden, dass die Leh enden zwischendu ch Teilsch i e,
wie die E s ellung de Haup ka ego ien, übe nahmen. Die Fo schungsp axis un e s ü z e die S udie-
enden zudem da in, die Li e a u zu quali a i e Fo schung zu e s ehen. Wei e hin we den G up-
pena bei en und de e lexi e Aus ausch de S udie enden un e einande in den Re lexionen und
E zählungen iel ach hema isie . Die S udie enden be ich en insgesam , dass die G uppena bei en
im S udie endenp ojek sie mo i ie en, ihnen hal en, Ideen zu en wickeln und sie den Aus ausch als
be eiche nd emp anden, auch wenn sie o diesem Modul gegenübe G uppena bei en ehe k i isch
einges ell wa en (FTB-S9, Z. 520-527). Die S udie enden e lek ie en zudem, dass ih Le nzuwachs
höhe wa , wenn sie an den jeweiligen A bei spake en im S udie endenp ojek be eilig wa en, diese
in de G uppe e a bei en konn en und das Fo schungs agebuch anschließend gesch ieben haben.
Sie äuße en sich aus diesem G und eilweise k i isch zu de Au eilung in G uppen und wünsch en
sich meh Aus ausch zwischen diesen (FTB-S1, Z. 665-670). De Aus ausch in den G uppen un e -
s ü z das Ve s ändnis und wi d als Vo ausse zung ü das Sch eiben des Fo schungs agebuches
angesehen:
… ich inde die G uppena bei ssi ua ion …, die wa en manchmal ielleich ein bisschen lang-
wie ig, abe au jeden Fall seh no wendig, o allem e inne e ich mich an diese, …, wo wi übe
die Inhal sanalyse eben so eine G uppena bei ha en und zu Ka ego ienbildung und so und
das wa nich ein ach, abe ich glaube ohne diesen Te min hä e ich es ech schwe ge unden
das Fo schungs agebuch zu sch eiben, weil dadu ch habe ich es auch nochmal besse e s an-
den wie das gemach we den kann. (GD-S3, Z. 1046-152)
Das kon inuie liche Sch eiben des Fo schungs agebuches e s ä k den Le nzuwachs inne halb des
S udie endenp ojek es (GD-S3, Z. 59-62). Die S udie enden besch eiben zudem das Fo schungs ag-
buch als p ozessha e P ü ungsleis ung, dass keine „Momen au nahme“ (GD-S3, Z. 853) da s ell und
in dem de gesam e Fo schungsp ozess nach ollzogen und „imme meh in die Tie e gegangen“
(GD-S10, Z. 424) wi d. Dies wi d ebenso in de Module alua ion zu ückgemelde : „De Au wand ha
sich inso e n gelohn , dass de gesam e P ozess nochmal du chdach und auch du chlau en wu de,
was den Le nzuwachs eno m e höh ha “ (E alua ion, S. 3).
Alle ach S udie enden, die sich an de Module alua ion be eilig haben, geben an, dass das Fo -
schungs agebuch insgesam hil eich ü den eigenen Le nzuwachs wa , eine S udie ende bewe e
dies mi „absolu ja“, ün mi „meis ja“ und zwei mi „ehe ja“ (E alua ion, S. 4). Aus den E zählun-
gen de S udie enden wi d deu lich, dass dieses quasi Gezwungen we den, kon inuie lich d anzublei-
ben, nachzua bei en und au zusch eiben ihnen hil , sich ie e gehend mi den Inhal en auseinande -
zuse zen (GD-S15, Z. 694-702). Kon inuie liches Feedback im Bea bei ungsp ozess des Fo schungs a-
gebuches, welches die S udie enden dann eina bei en konn en, e ach en sie ebenso als hil eich:

Ka ha ina Röse
128
De Vo eil beim Fo schungs agebuch, inde ich, is es, dass es eben in Un e eile au ge eil is ,
man das egelmäßige Feedback bekomm und dann zum Schluss diese unde Sache als ganzes
Fo schungs agebuch abgeben kann. (GD-S10, Z. 861-864)
Ebenso in de Module alua ion geben die ach eilnehmenden S udie enden an, dass sie das Feed-
back de Leh enden im Bea bei ungsp ozess un e s ü z ha on „ehe ja“ bis „absolu ja“
(E alua ion, S. 4). Feedback gaben sich die S udie enden auch un e einande . Sie ausch en ih e
e a bei e en Teile des Fo schungs agebuches un e einande aus und un e hiel en sich übe die
Au gabens ellung und ih Ve s ändnis dazu (GD-S15, Z. 293-301). Un e s ü zend wa en zudem die
au gezeichne en Vo lesungen und die Li e a u als Ressou ce ü das Nacha bei en und dabei die Mög-
lichkei , sich die Vo lesungen pa allel zu Bea bei ung des Fo schungs agebuches meh ach und
s ückweise anzuschauen. Hil eich anden die S udie enden, dass das Fo schungs agebuch mi den
Inhal en de Vo lesung und de Übung e knüp wa (GD-S15, Z. 145-149). Eindeu ige Au gabens el-
lungen und Bewe ungsk i e ien bo en im Bea bei ungsp ozess O ien ie ung, Siche hei und T anspa-
enz. Zudem hel en ihnen Kommen a e und Hinweise, wo au sie bei zukün igen A bei en e s ä k
ach en soll en:
Also ich inde auch, dass diese Bewe ungsbogen, den man danach k ieg , dass seh anspa en
mach , weil man eben genau weiß in welchen Be eichen man … sich nochmal ein bisschen
meh dami be assen soll e bei de nächs en A bei und wo man eben schon ganz gu e A bei
gemach ha . (GD-S3, Z. 778-781)
Die S udie enden be ich en, dass sie ih e Leis ungen anhand de K i e ien be ei s o de Bewe ung
selbs gu einschä zen konn en und es dann keine „g oßen Übe aschungen“ (GD-S15, Z. 801) meh
gab, als sie die Rückmeldungen und No en e hiel en.
4.4 Das E gebnis: Me kmale de Nachhal igkei des Le nzuwachses
In diesem zi kulä en und wechselsei igen P ozess zwischen he aus o de nden und un e s ü zenden
Elemen en en wickeln die S udie enden einen eigenen Modus ü die Bea bei ung des Fo schungs a-
gebuches, die o gegebene S uk u hil ihnen dabei. Wie die S udie enden konk e o gehen
„häng de ini i mi [dem] eigenen Le ns il zusammen“ (GD-S10, Z. 213). Die S udie enden be ich-
en, dass sie mi de sukzessi en Bea bei ung de Au gaben des Fo schungs agebuches ein wach-
sendes Ve s ändnis ü den P ozess und die Komplexi ä quali a i e Fo schung en wickeln. Dieses
zunehmende Ve s ändnis e binden die S udie enden auch mi Ge ühlen, bspw., dass sie sich siche-
e ühlen ode sich auch beim Lesen ih es Fo schungs agebuches wiede ge ühlsmäßig in die Si ua-
ion de E a bei ung zu ück e se zen können und insgesam ein Ge ühl ü die quali a i e Fo schung
en wickeln (FTB-S2, Z. 439-440): „… wa ich ge ühl , als ich es gelesen habe, di ek wiede in de
Si ua ion, wo ich mich da du ch die Li e a u gewühl habe.“ (GD-S11, Z. 99-100)
Die S udie enden besch eiben, dass du ch das S udie endenp ojek und das Fo schungs agebuch
iel hängen geblieben is und das Wissen ab u ba is . Dieses Ab u en des Gele n en wi d du ch das
Fo schungs agebuch als eigenes P oduk , das man e s eh , un e s ü z . Die S udie enden e ach en es
als hil eich, ein P oduk zu besi zen, das sie selbs gesch ieben haben und das sie auch zu einem
spä e en Zei punk e s ehen:
Die Nachhal igkei des Le nzuwachses e möglichen
129
Je z im Nachhinein so ein Dokumen zu haben, wo man hal nochmal nachschauen kann,
dadu ch, dass man es auch selbs au gesch ieben ha , e s eh man es auch, sons hä e man
das nich so au gesch ieben und ja, also, ich kann auch sagen, dass bei mi , glaube ich, noch nie
so iel hängen geblieben is . (GD-S11, Z. 730-733)
Das Fo schungs agebuch e möglich ein He o u en des Gele n en. Beim e neu en Lesen hil es den
S udie enden, sich an den P ozess zu e inne n. Ih en Le nzuwachs beme ken die S udie enden auch
da an, dass sie nach ih e Einschä zung ein besse es Ve s ändnis ü quali a i e S udien en wickeln. Sie
be ich en, dass sie sich nun meh ü die Besch eibungen in den Me hoden eilen de S udien in e-
essie en und diese besse nach ollziehen können (GD-S3, Z. 1093-1097). Die S udie enden, die in
ih e Bachelo a bei ein quali a i es Fo schungsdesign gewähl haben, be ich en, dass sie sich au
die Bachelo a bei gu o be ei e ühlen und es als „hil eich [e ach en], schon mal so einen P ozess
du chlau en zu haben“ (E alua ion, S. 3). Das Fo schungs agebuch bilde ü die Bea bei ung de
Bachelo a bei aus Sich de S udie enden eine gu e G undlage und nimm „ein wenig den Sch e-
cken au die Umse zung in de Bachelo a bei “ (FTB-S5, Z. 780).
5 Diskussion
Dieses SoTL-P ojek ziel e da au ab, das Fo schungs agebuch als P ü ungsleis ung in das be ei s
bes ehende Modul Quali a i e Fo schung ü The apiewissenscha en im Bachelo s udium E go he a-
pie/Logopädie einzu üh en und dabei die Pe spek i en de S udie enden hinsich lich des eigenen
Le nens und de eigenen Le np ozesse zu e heben. Die in de Da enanalyse iden i izie e Ke nka e-
go ie: Nachhal igkei des Le nzuwachses und de en Bedingungen zeig au , wie sich diese Le np o-
zess aus de Pe spek i e S udie ende ges al e , an welchen Aspek en sie diese wah genommene
Nachhal igkei des eigenen Le nzuwachses in Bezug au quali a i e Fo schung es machen, wie das
Fo schungs agebuch und die Gesam konzep ion des Moduls die S udie enden in diesem Le np o-
zess un e s ü z und welche He aus o de ungen in diesem P ozess bes ehen. Im Folgenden we den
die E gebnisse und Me hoden disku ie und Limi a ionen dieses SoTL-P ojek es au gezeig .
5.1 E gebnisdiskussion
Aus de Pe spek i e S udie ende leis e die P ozessha igkei de Modulkonzep ion und des Fo -
schungs agebuches als P ü ungsleis ung und die Ve zahnung diese beiden Elemen e einen wich i-
gen Bei ag zum sukzessi en E we b des Ve s ändnisses ü die Komplexi ä quali a i e Fo schung.
Aus den E gebnissen de Da enanalyse wi d deu lich, dass die Ve zahnung de online-asynch onen
Vo lesungen mi dem o schungsp ak ischen S udie endenp ojek in den Übungen und mi dem
e lexi en Sch eiben des Fo schungs agebuches die Nachhal igkei des Le nzuwachses un e s ü z .
F ank sp ich in ih em E ah ungsbe ich on eine „p ozessha en Aneignung“ (2020, S. 47), die
du ch ein Fo schungs agebuch e möglich wi d.
Die E gebnisse des SoTL-P ojek es un e s ü zen die Emp ehlung on Sch eie und B eue (2020), den
E we b p ak ische Kompe enzen in de Leh e zu quali a i e Fo schung e s ä k zu ö de n, um die
S udie enden da in zu be ähigen, ein Ve s ändnis ü das quali a i e Fo schungspa adigma zu e -
we ben. Die He aus o de ungen, die in de Li e a u u. a. on Flick und Baue (2005) ü die Leh e
Ka ha ina Röse
130
quali a i e Fo schung besch ieben we den, zeigen sich ebenso in den E gebnissen de Da enanaly-
se in diesem SoTL-P ojek . Die S udie enden e ach en . a. Vieldeu igkei und Re lexi i ä quali a i-
e Fo schung als he aus o de nd. Es äll ihnen nich leich , mi diese Ambigui ä umzugehen und
bspw. ih e Vo annahmen zu e sch i lichen ode in de Da enanalyse e schiedene In e p e a ionen
an das Da enma e ial he anzu agen. Dies is mögliche weise auch im Kon ex de Ve o ung des
S udiengangs an eine medizinischen Fakul ä und des do übe wiegend genu z en posi i is isch-
eduk ionis ischen Fo schungspa adigmas zu in e p e ie en. Den Beobach ungen on F ank (2020)
zu olge äll es S udie enden zudem eilweise schwe , im Fo schungs agebuch einen o en Faden zu
en wickeln.
Diese He aus o de ung wu de in de Ges al ung des S udie endenp ojek es inne halb des Moduls
Quali a i e Fo schung ü The apiewissenscha en und de Au gaben des Fo schungs agebuches in
diesem SoTL-P ojek mi einem sch i weisen p ozessha en Vo gehen und konk e en Au gabens el-
lungen sowie einem nach ollziehba en Bewe ungsschema begegne . Aus den E gebnissen de
Da enanalyse wi d deu lich, dass die S udie enden du ch diese p ozessha e sch i weise Vo ge-
hensweise ein wachsendes Ve s ändnis und ein Ge ühl ü die quali a i e Fo schung en wickeln und
die Nachhal igkei de Le np ozesse e möglich wi d. Zudem wi d aus den E gebnissen deu lich,
dass S udie ende einen eigenen Modus ü die Bea bei ung des Fo schungs agebuches inden müs-
sen. Dabei spiel de A bei sau wand des Fo schungs agebuches eine besonde e Rolle. Dies is auch
im Kon ex des addi i en S udiengangs und de gleichzei igen Be u s ä igkei de S udie enden zu
sehen. Den E gebnissen de Da enanalyse zu olge wa en die Au gabens ellungen und S uk u o -
gaben den un e schiedlichen A bei ss ilen on S udie enden angemessen und e möglich en ein
selbs egulie es, kon inuie liches und ak i es Le nen, wie es Se gan und Hasim (2021) ü Po oli-
op ü ungen besch eiben. Un e s ü zend wa en zudem die online-asynch onen Vo lesungen, die die
S udie enden zu einem selbs gewähl en Zei punk und gg . auch meh ach ansehen konn en. F ank
(2020) emp iehl , dass die Au gabens ellungen in Fo schungs agebüche n un e schiedlichen Le n-
ypen ge ech we den und den S udie enden die Möglichkei e ö nen soll en, einen eigenen A -
bei ss il zu en wickeln.
Aus den E gebnissen dieses SoTL-P ojek es wi d deu lich, dass die S udie enden G uppena bei en
und e lexi en Aus ausch als hil eich ü den eigenen nachhal igen Le nzuwachs und be eiche nd
ü den E kenn nisgewinn, bspw. in de Da enanalyse, e leben. Dami le nen sie zudem ein wich iges
Elemen quali a i e Fo schung kennen: die Fo schungswe ks ä en (P zybo ski & Wohl ab-Sah ,
2014; F ank, 2020). Ebenso das kon inuie liche Feedback im Bea bei ungsp ozess und die Möglich-
kei , das eigene P oduk anhand dieses Feedbacks nochmals zu übe a bei en, s ellen aus de Pe -
spek i e S udie ende wich ige, den Le np ozess un e s ü zende Elemen e da und agen zu Nach-
hal igkei des Le nzuwachses bei. Dabei e le nen die S udie enden zudem den Umgang mi Feed-
back (F ank, 2020). Fe ne wi d aus den E gebnissen deu lich, dass diese P ü ungsleis ung den S u-
die enden am Ende ein P oduk an die Hand gib , das ihnen hil , das Gele n e wiede he o zu u en
und das sie auch spä e noch nu zen können.
Insgesam zeigen die E gebnisse, dass mi dem Fo schungs agebuch nich nu im Sinne des
Cons uc i e Alignmen (Hube & Reinmann, 2019) die im Modul e mi el en Kompe enzen ü die
S udie enden anspa en und nach ollziehba gep ü we den können, sonde n dass es als ein
Die Nachhal igkei des Le nzuwachses e möglichen
131
elemen a e Bes and eil des quali a i en Fo schungsp ozesses (P zybo ski & Wohl ab-Sah , 2014)
dazu bei äg , die Leh e inhal lich an die Reali ä des Fo schungsp ozesses anzunähe n und die
Re lexion, Nach ollziehba kei und Nachhal igkei eigene Le np ozesse aus de Pe spek i e S udie-
ende zu un e s ü zen.
5.2 Me hodendiskussion und Limi a ionen
SoTL als Vo gehensweise, die eigene Leh e in einem lokalen spezi ischen Kon ex o schungsbasie
und sys ema isch wei e zuen wickeln, e möglich e es de Au o in dieses Bei ages, sich mi de
eigenen Leh ä igkei in den Gesundhei swissenscha en k i isch auseinande zuse zen und dabei
sys ema isch die Pe spek i en de S udie enden einzubeziehen. Die o ene kons uk i is ische Fo -
schungshal ung, die un e schiedlichen me hodischen Zugänge in de Da ene hebung und de zei li-
che Abs and zwischen diesen Sch i en un e s ü z en einen iel äl igen Zugang zu den Pe spek i en
de S udie enden. Die Auswahl de eilnehmenden S udie enden an de G uppendiskussion s ell
möglichweise eine Posi i selek ion da . Es is anzunehmen, dass hie die besonde s in e essie en
und engagie en S udie enden in die Teilnahme eingewillig haben. Jedoch wu den auch k i ische
Pos ionen in de G uppendiskussion eingenommen und He aus o de ungen im Le np ozess e -
deu lich . Zudem haben 15 on 16 S udie enden zuges imm , dass ih Fo schungs agebuch in die
Da enanalyse einbezogen wi d. An de Module alua ion be eilig e sich die Häl e de S udie enden.
Au diese Weise basie en die E gebnisse au den Pe spek i en on as allen S udie enden, die das
Modul im Somme semes e 2021 beleg ha en. Wäh end de Rek u ie ung zeig e sich abe ebenso
die He aus o de ung, die mögliche weise in de Gewinnung on eilnehmenden S udie enden ü
SoTL-P ojek e lieg . Zue s wu de die Einwilligungse klä ung so ges al e , dass diese alle Teilsch i e
de Da ene hebung insgesam um ass e. Da au hin willig en sechs S udie ende in die Teilnahme ein.
In einem Gesp äch mi den S udie enden s ell e sich die G uppendiskussion als Hü de ü die Teil-
nahme he aus. Aus diesem G und wu de die Einwilligungse klä ung angepass , und die S udie en-
den konn en sich ü die Teilnahme an einzelnen Sch i en de Da ene hebung en scheiden. Nach
diese Anpassung s imm en ass alle S udie enden de Analyse ih es anonymisie en Fo schungs a-
gebuches zu.
De zei liche Abs and de Du ch üh ung de G uppendiskussion zu den Leh e ans al ungen und de
Abgabe de P ü ungsleis ung s ell eine S ä ke de Da ene hebung da . Du ch diesen zei lichen
Abs and wa es den S udie enden möglich, zu e lek ie en, inwiewei sie das Gele n e nach einige
Zei noch he o u en konn en und au welche Weise ihnen das Fo schungs agebuch da ü hil eich
wa .
In besonde e Weise zu e lek ie en is die Rolle de Fo schenden, die zugleich Leh ende und P ü-
ende im Modul wa . Diese „Selbs bezüglichkei “ (Reinmann, 2019, S. 125) is cha ak e is isch ü
SoTL-P ojek e, s ell jedoch zugleich eine He aus o de ung ü den Fo schungsp ozess und den
E kenn nisgewinn da . Das bes ehende Abhängigkei s e häl nis zwischen den eilnehmenden S u-
die enden und de Leh enden und zugleich Fo schenden wu de inne halb des SoTL-P ojek es iel-
ach e lek ie . Dieses Abhängigkei s e häl nis wa eine de G ünde da ü , die G uppendiskussion
e s nach Abschluss des Moduls und de Bewe ung de P ü ungsleis ung du chzu üh en. Fe ne
wu de das SoTL-P ojek on nu eine Fo schenden du chge üh . Ein e lexi e Aus ausch in de
SoTL-G uppe de Uni e si ä zu Lübeck beglei e e den Fo schungsp ozess. In diese G uppe, bes e-
Ka ha ina Röse
132
hend aus zwei Pe sonen des Dozie enden-Se ice-Cen e s und kon inuie lich eilnehmenden, an
SoTL in e essie en Leh enden, wu de de A bei ss and des SoTL-P ojek es zu meh e en Zei punk en
o ges ell , disku ie und die Rückmeldungen in das wei e e Vo gehen eingea bei e . Zudem wu -
den die E gebnisse de Da enanalyse im Sinne des Membe Re lec ion (S einke, 2005) mi eine
S udie enden, die an de G uppendiskussion eilgenommen ha e, disku ie .
6 Fazi und Ausblick
In diesem Bei ag wu den de P ozess und die E gebnisse des SoTL-P ojek es zu Ein üh ung eines
Fo schungs agebuches in das be ei s bes ehendes Modul Quali a i e Fo schung ü The apiewissen-
scha en im S udiengang E go he apie/Logopädie de Uni e si ä zu Lübeck da ges ell und au ge-
zeig , wie eine sys ema ische, e lexi e und o schungsbasie e Auseinande se zung mi de Leh e es
e möglich , dieses neue Re lexions- und P ü ungsins umen sys ema isch einzu üh en und wei e -
zuen wickeln und dabei konsequen die Pe spek i en de S udie enden au eigene Le np ozesse
einzubeziehen. Vo allem die zei lich e se z e G uppendiskussion e möglich e eine e ospek i e
Be ach ung des Le np ozesses du ch die S udie enden und könn e auch in zukün igen SoTL-
P ojek en ziel üh end sein. Fü die zukün ige Ges al ung on Fo schungs agebüche n als P ü ungs-
leis ung wi d aus diesem SoTL-P ojek deu lich, dass de A bei sau wand des Fo schungs agebuches
und die Komplexi ä des quali a i en Fo schungsp ozesses zu Beginn des Semes e s anspa en mi
den S udie enden hema isie we den soll e. Ziel üh end ü die Nachhal igkei des Le nzuwachses
in de Leh e zu quali a i e Fo schung is ein kleinsch i iges, s uk u ie es, p ozessha es Vo gehen
in de Modulges al ung, eine Ve zahnung on Vo lesungsinhal en mi dem S udie endenp ojek und
den zu bea bei enden Teilau gaben des Fo schungs agebuches.
Konk e e Li e a u hinweise zu diesen einzelnen Au gaben des Fo schungs agebuches und kon inu-
ie liches p ozessbeglei endes Feedback un e s ü zen den Le np ozess S udie ende . Au gezeichne e
online-asynch one Vo lesungen e möglichen es den S udie enden, sich die Inhal e in ih em eigenen
A bei s empo zu e a bei en und diese bei de Bea bei ung des Fo schungs agebuches meh ach zu
nu zen. Am Ende des Moduls e möglich das Fo schungs agebuch eine ü die S udie enden nach-
ollziehba e summa i e Bewe ung ih e Leis ungen. Die F ages ellungen in diesem SoTL-P ojek
okussie en insbesonde e au die Pe spek i en de S udie enden. Es wu de deu lich, dass das kon-
inuie liche Feedback Leh ende wesen lich zu dem Le nzuwachs de S udie enden bei äg . De
hohe A bei sau wand lieg dabei jedoch nich nu au Sei en de S udie enden, sonde n ebenso au
de Sei e de Leh enden. In diese p ozessha en Beglei ung de S udie enden lieg aus de Pe spek-
i e de Au o in ein hohe Meh we ü die Ausges al ung de Leh e. Du ch dieses Feedback e hal-
en Leh ende zudem einen kon inuie lichen Einblick in den Le np ozess de S udie enden (F ank,
2020). Inwiewei dies die Leh enden da in un e s ü z , ih Vo gehen im Ve lau geziel au den
Kenn niss and de S udie enden anzupassen, is eine mögliche F ages ellung ü wei e e SoTL-
P ojek e. Zudem soll e in wei e en SoTL-P ojek en e kunde we den, wie sich dieses e lexi e P ü-
ungs o ma auch in g öße en S udie endeng uppen ode ande en Modulen umse zen läss .

Die Nachhal igkei des Le nzuwachses e möglichen
133
E hik o um
Ein Vo um de E hikkommission de Uni e si ä zu Lübeck lieg sowohl ü das s uden ische Fo -
schungsp ojek als auch ü das SoTL-P ojek o (Ak enzeichen 21-242).
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59) und Sa zung om 21. Juli 2020 (NBl. HS MBWK Schl.-H. S. 56).
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135
Du ch I i a ion, Re lexion und
T ans o ma ion zu S udie ähigkei
Le npo olios in p opädeu ischen Ku sen ü
ausländische S udie ende
Ka i Lüdecke-Rö ge
De olgende Bei ag zeig , wie an de Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä zu Kiel (CAU) anhand on
Le npo olios die Wi kungsweise und die Wi ksamkei on p opädeu ischen Ku sen ü ausländi-
sche S udie ende be o sch we den. Es wi d de F age nachgegangen, au welche Weise im Ve lau
de Ku se S udie ähigkei – zu de neben de Sp ache die Aspek e Selbs o ganisa ion und Le nen-
denau onomie sowie Kommunika ion und Kollabo a ion zählen – en wickel wi d. Besonde e Au -
me ksamkei gil dabei, im Sinne ans o ma i e Le np ozesse, k i ischen Momen en, in denen
I i a ionen, Re lexion und ein Pe spek i enwechsel s a inden. Gezeig wi d, wie solche k i ischen
Momen e in Po olios abgebilde und e lek ie we den und welche Rückschlüsse da aus ü den
Le np ozess gezogen we den können.
1 F ages ellung und Vo gehen
In p opädeu ischen Ku sen ü in e na ionale S udie ende, die an ielen Hochschulen dem deu sch-
sp achigen Fachs udium o geschal e sind, is das e klä e Ziel, die Teilnehmenden da au o zube-
ei en, den zukün igen S udienall ag zu bewäl igen. Zen ales Elemen is dabei die Sp ache, die als
en scheidende Aspek de S udie ähigkei anzusehen is . In eg ie in die Sp ach e mi lung we -
den wei e e Kompe enzen en wickel , die no wendig sind, um ein S udium an eine deu schen
Hochschule bewäl igen zu können.
Im hie o ges ell en P ojek wi d on de Hypo hese ausgegangen, dass die En wicklung solche
S udienkompe enzen mi I i a ionen e knüp is und dass du ch diese I i a ionen S udie ähigkei
ö de nde Re lexions- und dami Le np ozesse ausgelös und o ange ieben we den können. Es
wi d de F age nachgegangen, welche I i a ionen in einem p opädeu ischen Ku s o kommen und
in welchen Zusammenhängen sie au e en. Ausgegangen wi d on I i a ionen, die imme wiede in
pe sönlichen Gesp ächen ode in o mellen Tex nach ich en sowohl on Le nenden als auch on
Leh enden genann we den. Solche I i a ionen und ih e Wi kungen sollen sys ema isch e ass
we den, u. a., um die F age zu bean wo en, ob in Le nsi ua ionen k i ische, I i a ionen auslösende
Momen e geglä e ode zugelassen und ausgehal en we den sollen. Da aus sollen in Zukun
Schluss olge ungen gezogen we den, wie Le nszena ien konzipie sein können, die I i a ionen
sowohl au angen als auch ges al en. Au de G undlage diese E kenn nisse sollen nach olgend zum
einen die Le nenden und zum ande en die Leh enden beim Umgang mi I i a ionen und mi den
k i ischen Momen en, in denen sie en s ehen, un e s ü z we den.
Ka i Lüdecke-Rö ge
136
Im Bei ag we den zunächs heo e ische Übe legungen zum Konzep de S udie ähigkei , . a. in
Hinblick au bildungsausländische S udie ende o anges ell . In einem zwei en Sch i wi d die
Rolle, die ans o ma i e Le np ozesse im p opädeu ischen Sp achun e ich und ü den E we b on
S udienkompe enzen spielen können, e läu e .
Ausgehend om S ellenwe de Re lexion in solchen P ozessen wi d im Folgenden de Einsa z on
Le npo olios beleuch e . Dabei we den sie zum einen in ih e un e ich sme hodischen Bedeu ung
ü die F emdsp achendidak ik be ach e . Zum ande en we den sie als Ins umen o ges ell ,
mi hil e dessen I i a ionen e ass we den können. Wie in p opädeu ischen Ku sen ge üh e Po o-
lios in diese zwei en Funk ion me hodisch genu z we den, zeigen die nach olgenden Kapi el (s.
Kap. 2-6). Sie gewäh en Einsich in eine inhal sanaly ische Auswe ung de Po olios, ü die Ka ego-
ien aus den Aspek en de S udie ähigkei gebilde wu den. In de abschließenden Diskussion (s.
Kap. 7) wi d deu lich, dass sich au diese Weise zwa I i a ionen au spü en lassen, jedoch in den
besch iebenen emdsp achlichen Ku sen Po olios als Re lexionsins umen nu beg enz nu zba
sind.
Die o ges ell e Un e suchung soll in Bezug au Hube s Typologie on SoTL-A bei en (Hube e al.,
2014, S. 9-10) als didak ische Fo schung zu Ve b ei ung on „Leh -Le n-Konzep en (Ka ego ie d)“
e s anden we den. Ziel is es, E kenn nisse des ans o ma i en Le nens au die S udieneingangs-
phase ü bildungsausländische S udie ende zu übe agen.
2 S udie ähigkei
Häu ig beginnen bildungsausländische S udie ende p opädeu ische Ku se an deu schen Hochschu-
len gep äg on den E ah ungen in de e au en Le nkul u und ausges a e mi au die heima li-
che Hochschule bezogene S udie ähigkei . E wa e wi d in de Regel, dass im Sp achku s lediglich
de zen ale Aspek , also die Sp ache – und diese inne halb de bekann en Pa ame e und Bedin-
gungen – en wickel wi d, zumal die sp achlichen Fe igkei en am Ende des Ku ses du ch eine
sp achliche Hochschulzulassungsp ü ung1 abgep ü we den.
Auch in den s udien o be ei enden B2- und C1-Ku sen des Be eichs Deu sch als F emdsp ache
(Be eich DaF) de Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä zu Kiel (CAU) s eh die Sp ache im Mi elpunk .
Diese Ku se sind ü die Le nenden in Hinblick au die olgenden Fak o en, an denen ausd ücklich
das p opädeu ische Fo ma deu lich wi d, besonde s he aus o de nd: Die Ku se bilden Sp ach e ig-
kei en au den Sp achni eaus B2 und C1 aus, indem sie die Ziel o gaben inne halb des Re e enz-
ahmens olls ändig ausschöp en und die zu e eichenden Ziele an den obe en Enden de Re e enz-
skalen e o en (zum Re e enz ahmen s. T im & Cos e, 2013). Ve mi el wi d die Sp ache in einem
uni e si ä en Kon ex und au einem seh akademischen Ni eau, d. h. anhand on ielschich igen
Tex en und wissenscha lichen Tex so en. E a bei e und e ie we den g undlegende, abe auch
1 Als sp achliche Hochschulzulassungsp ü ungen, die den S udie enden bei Bes ehen Deu schkenn nisse au C1-Ni eau und
sp achliche S udie ähigkei bescheinigen und bis au wenige Ausnahmen on allen deu schen Hochschulen akzep ie
we den, gel en . a. de Tes Deu sch als F emdsp ache (Tes DaF), die Deu sche Sp achp ü ung ü den Hochschulzugang (DSH)
und elc C1 Hochschule.
Du ch I i a ion, Re lexion und T ans o ma ion zu S udie ähigkei
143
Um das Einbeziehen on A e ak en, . a. Fo os und kleinen Tex en ode Tex eilen, zu e möglichen,
wu de im d i en Teil jede Po oliosei e (au de Rücksei e) ein du ch explizi e Impulse un e s ü z-
es Fea u e eingebau , mi dem Bilde einge üg we den können. Dass diese ausd ücklich gewoll e
und bewo bene Einbezug nu wenig s a inde , is . a. au echnische Schwie igkei en de S udie-
enden zu ückzu üh en und ha zu Folge, dass de Tagebuchcha ak e gegenübe de Nu zung des
Po olios als Sammelmappe deu lich übe wieg .
Im Sinne des Zen ipe almodells (Ballweg, 2015, S. 50) wi d das Po olio nich nu als den Un e ich
beglei ende Dokumen a ion des Le np ozesses genu z , sonde n auch als punk uell in den Un e -
ich in eg ie e A bei s o m und Tex so e. In diese Funk ion is es u. a. als Impuls und Anlass ü
Un e ich sak i i ä en und auch als egelmäßiges Feedback in den Ku s und in den Le np ozess
eingebunden. In mindes ens eine Un e ich seinhei p o Woche we den ausgewähl e Aspek e de
Po olioein äge de e gangenen Woche au geg i en, in die Le ninhal e einbezogen bzw. explizi
besp ochen. Auch da übe hinaus nehmen die Leh k ä e imme wiede Bezug au Ein äge de
o angegangenen Ku swochen und e weisen au e wa e e Ein äge in de ak uellen Woche.
Es handel sich dabei um eine Fo m des Le nens, die dem G oß eil de S udie enden nich e au
is : Die ge o de e sp achliche Leis ung de S udie enden wi d nu du ch Impulse in Fo m o ene
F agen gelenk . Es exis ie en keine Mus e lösung und kein es e E wa ungsho izon . Die Leh k a
nimm keine Bewe ung o , sonde n gib lediglich Rückmeldung zu Re lexion und zum Le np o-
zess. Deshalb müssen die Leh k ä e im Lau e des Semes e s imme wiede Ziele und Nu zen e läu-
e n und zum Füh en des Po olios mo i ie en. Die Le nkul u , die ü das egelmäßige Sch eiben
eines Le n agebuchs benö ig wi d, muss e s e ablie we den, so dass es zu einem „Wechselspiel
on benö ig e und sich e ände nde Le nkul u “ (B äue , 2016, S. 80) komm . Dabei wi d das
Sch eiben des Po olios on einigen S udie enden imme wiede als he aus o de nd benann ode
soga in seine Sinnha igkei in F age ges ell . Inso e n sind Pa allelen zu den I i a ionen, die ande-
e sei s im Po olio besch ieben we den sollen, es zus ellen. Das wiede um muss on den Leh pe -
sonen be ücksich ig , e lek ie , e klä und . a. auch ausgehal en we den.
6 Me hodisches Vo gehen und Auswe ung
Um Aussagen übe Re lexionen in den p opädeu ischen Ku sen e en zu können, wu den Po olios
on 28 S udie enden aus insgesam zwei B2-Klassen4 un e such . Ziel wa es, die I i a ionen, die
imme wiede in pe sönlichen Gesp ächen ode Tex nach ich en hema isie we den, wiede zu in-
den und sys ema isch zu e assen. Zudem soll e gep ü we den, ob on den in den Po olios es -
gehal enen I i a ionen be ei s au T ans o ma ionsp ozesse geschlossen we den kann.
Ge üh wu den die Po olios im Win e semes e 2021/2022 mi wöchen lichen Ein ägen übe el
Ku swochen hinweg. Von ach S udie enden liegen olls ändige Po olios o , bei ande en schwan-
ken die Ein äge zwischen zwei und zehn Wochen.
4 Es handel e sich um S udie ende aus 13 He kun slände n mi un e schiedlichen be ei s im He kun sland e wo benen
Abschlüssen und mi e schiedenen S udien achwünschen.

Ka i Lüdecke-Rö ge
144
Bean wo e wu den die Impuls agen in einigen Fällen ellip isch und obe lächlich, abe z. T. auch
aus üh lich und di e enzie .5
In allen Po olioein ägen wu de nach Aussagen zu Unsiche hei en und Schwie igkei en gesuch ,
die beim mi dem E we b on S udie ähigkei e knüp en Le nen besch ieben we den. Zudem
wu de gep ü , inwie e n diese Unsiche hei en und I i a ionen das Po enzial ü einen Pe spek i-
enwechsel und dami ü eine T ans o ma ion haben. Die Auswe ung wu de in Fo m de quali a i-
en Inhal sanalyse (May ing, 2010) au G undlage de deduk i en Ka ego ienanwendung o ge-
nommen. Gebilde wu den die Ka ego ien aus den Aspek en de S udie ähigkei , die in den un e -
such en Ku sen en wickel we den soll en und sich au die on Bä en änge (2008; 2018) iden i izie -
en indi iduellen S udienkompe enzen und Bewäl igungss a egien g ünden (s. Kap. 2): (1) Sp ache
mi den Un e ka ego ien G amma ik und Wo scha z als Basiskompe enzen eine Sp ache und den
Fe igkei en Sch eiben, Sp echen, Hö e s ehen und Lese e s ehen, (2) Selbs o ganisa ion und
Au onomie, di e enzie in das P oblem eld Um ang, Zei und In ensi ä , den Umgang mi de Le n-
pla o m OLAT, eigens ändiges Le nen sowie Mo i a ion und (3) Kommunika ion und Kollabo a i-
on, wei e un e eil in Gesp äche und Absp achen in G uppena bei en, Koo dina ion und den gene-
ellen Umgang in G uppena bei en sowie P äsen a ionen.
Es wu de codie , in welchen Momen en, die die S udie enden in Hinblick au die genann en Aspek-
e de S udie ähigkei e leb haben, sie Schwie igkei en, Un e mögen, Fehle , Ve wi ung und So ge
hema isie en sowie Au gaben als schwie ig, komplizie und un e au benennen. Da on ausge-
hend wu den e s e Hinweise da au iden i izie , ob au g und eine Di e enze ah ung eine I i a ion
au ge e en is , die das Po enzial ü einen ans o ma i en P ozess be ei häl .
Zudem wu de in die Auswe ung einbezogen, au welchen Ebenen e lek ie wi d, da die Eino d-
nung in den Re lexionsp ozess Hinweise da au e sp ich , ob lediglich eine Unsiche hei besch ie-
ben wi d ode ob Sp achhandlungen des Bewe ens und Planens einen Pe spek i enwechsel andeu-
en.
6.1 Sp ache
In de Auswe ung alle Po olios zeigen sich 72 Aussagen zu Sp ache, da on 25 zu G amma ik, 11
zum Wo scha z, 23 zum Sch eiben ( on a gumen a i en Tex en), 7 zum Sp echen, 4 zum Hö e -
s ehen und 2 zum Lese e s ehen.
Dass Wissens- ode Ve s ehenslücken ge üll we den, inde man . a., wenn es um G amma ik geh ,
bspw. in de olgenden Aussage: „… weil ich bis diese Woche Passi und Pe ek und Fu u 1, 2 nich
wuss e“ (P101Wo4)6, abe auch, wenn es um das Le nen des Wo scha zes geh : „… manchmal ehl
mi die Wo schä ze“ (P103Wo4).
5 Die bishe ige Auswe ung läss e mu en, dass deu liche Un e schiede zwischen den zwei B2-Klassen bes ehen: In de
Klasse, in de die Leh k ä e ih e Un e ich sinhal e s ä ke au die Po olioa bei ausge ich e haben, wu den meh
Po oliosei en und solche mi aus üh liche en An wo en abgegeben.
6 Ve wende we den hie O iginalzi a e aus den Po olios de B2-S udie enden. Übe nommen wu den alle sp achlichen
Fehle , auch g amma ische und o hog a ische Abweichung, um die Au hen izi ä zu wah en. De Code ü die
Po oliosei en se z sich zusammen aus dem Teilnehmendencode und de Angabe de jeweiligen Po oliowoche.
Du ch I i a ion, Re lexion und T ans o ma ion zu S udie ähigkei
145
Dazu gehö en u. a. Ve weise da au , dass e was inne halb des bekann en G amma ikschemas e -
gänz , noch besse e s anden ode du ch Übungen und . a. Anwendung ge es ig we den muss
und dass de Wo scha z e gessen und s ändig wiede hol we den muss: „… ich habe so iele wo
gelen abe ich e geise imme “ (P108Wo4).
In Bezug au die Sp ache inden sich die deu lichs en Hinweise au I i a ionen und Di e enze ah-
ungen, die einen ans o ma i en Le np ozess auslösen könn en, in den Aussagen zu Fe igkei
Sch eiben: „Abe ich weiß nich genau, was meine P oblem is . Wenn ich einen Tex sch eiben möch-
e, kann ich nich ein ach meine Gedanke so ie en … Ich ühle ich imme , dass ich nich einen gu en
Tex sch eiben“ (P007Wo4). In eine ähnliche Rich ung geh auch olgende Aussage: „Am An ang
ha e ich Angs um Tex zu sch eiben“ (P009Wo4.) Dabei we den Unsiche hei en und I i a ionen am
häu igs en beim Umgang mi ungewohn en Tex so en genann : „Ich inde auch schwe , wenn eine
neue Fo me des Tex s sch eiben müssen, was ich noch nie gesch ieben habe, zum Beispiel G a ikbe-
sch eibung“ (P019Wo4). Ähnliche Hinweise inden sich auch au das Sch eiben on Einlei ung und
Schluss als Tex eile, mi denen die Le nenden (in de on den Leh k ä en e wa e en Fo m) eben-
alls nich e au sind: „Fü mich is es schwie ig eine deu lich und allgemeine Idee in de Einlei-
ung zu o s ellen“ (P012Wo6).
Die Aussagen zu den Fe igkei en Sp echen, Hö en und Lesen weisen zwa au Unsiche hei en hin,
sind abe kaum konk e , wie die olgenden Beispiele zeigen: „… ich ühle mich mein sp echen is
schwach“ (P107Wo1), „Hö e s ehen äll mi schwe “ (P006Wo6), „… ich habe P obleme mi Lesen-
e ehen“ (P013Wo2).
6.2 Selbs o ganisa ion und Au onomie
Die Ka ego ie Selbs o ganisa ion und Au onomie i au 48 Nennungen zu, da on be e en 11 die
Un e ka ego ie Um ang, Zei und In ensi ä , 8 das A bei en mi de Le npla o m OLAT, 14 beziehen
sich au eigens ändiges Le nen und S uk u ie en des Le np ozesses, 9 au Mo i a ion und E inne n
und 6 Aussagen lassen sich in Bezug au Le no und -umgebung inden.
In Hinblick au die Gewöhnung an Um ang und In ensi ä we den . a. allgemeine Schwie igkei en
besch ieben: „Es is noch schwie ig, sich an das Tempo zu gewöhnen“ (P019Wo2). Abe es gib auch
schon Hinweise au eine Lösung de Schwie igkei en: „… abe ich e suche das zen ales Thema zu
e s ehen“ (P012Wo5).
Unsiche hei en beim Umgang mi de Le npla o m OLAT zeigen, dass es schwie ig is , sich an die
Pla o m als un e au es echnisches Tool, das ku s agend die S uk u ü das Le nen o gib , zu
gewöhnen: „Es äll mi so schwe , dass das OLAT iele Un e lagen ha und es is nich ein ach alle
O dne zu le nen“ (P105Wo6). Abe auch hie wi d im P ozess deu lich, dass die P obleme übe wun-
den we den können: „Im An ang habe ich OLAT seh schwe ube haup nich e s anden, abe je z
es läu gu “ (P109Wo5).
Die Schwie igkei en, die im Zusammenhang mi dem selbs o ganisie en Le nen genann we den,
beziehen sich nich nu au die Technik, sonde n . a. auch au die eigen e an wo liche O ganisa i-
on des Le nens: „… ü mich is noch schwe G amma ik zu Hause zu le nen. Ich möch e besse
o ganisie en meinen S udienplan ü die näch en Wochen“ (P013Wo6). Ähnlich ass es auch die
Ka i Lüdecke-Rö ge
146
olgende Aussage zusammen: „Mich selbs mi Hausau gaben und den ande en Au gaben zu o ga-
nisie en wa ein bisschen e wi end ü mich“ (P102Wo1). Die S udie enden sind „… e wi du ch
den Fokus au iele Au gaben neben den Hausau gaben de Leh e “ (P102Wo2). Sie lassen abe auch
hie Be ei scha und Op imismus e kennen, sich au die un e au e Si ua ion einzus ellen und
dami umzugehen: „Ich ho e, dass nächs e Woche meine Zei ü le nen besse planen kann. Und
ich e wa e, dass ich an … alles gewöhnen we de und au das S udium konzen ie en könn e“
(P019Wo1).
Dass S ö ungen in Bezug au die Mo i a ion, au das E inne n an Au gaben ehe mi indi iduellen
Disposi ionen zusammenhängen, wi d bspw. deu lich, wenn S udie ende sch eiben: „… wenn ich
aul bin, bleiben solche Au gaben bis de kommenden Woche“ (P103Wo05). Dagegen lassen sich
Schwie igkei en mi de Le numgebung . a. au äuße e Rahmenbedingungen zu ück üh en: „Mein
A bei spla z is ge ade schlech … Ich eno ie e mein Zimme “ (P019Wo2).
6.3 Kommunika ion und Kollabo a ion
Fü die Ka ego ie Kommunika ion und Kollabo a ion können 29 Aussagen iden i izie we den.
Da on be e en 12 Schwie igkei en mi de Kommunika ion in G uppena bei en, inkl. de Angs
da o , in de G uppe zu sp echen ode Miss e s ändnisse in gemeinsamen Gesp ächen. Fü Schwie-
igkei en bei de Koo dina ion und O ganisa ion in G uppena bei en lassen sich 9 Nennungen in-
den, 3 in Bezug au den gene ellen Umgang mi einande und 5 ü Unsiche hei en bei P äsen a io-
nen.
Mi dem Sp echen in G uppena bei en sind die S udie enden übe o de , weil sie an diese Fo m des
Le nens nich gewöhn sind: „… ich bin nich besonde s an G uppendiskussionen gewöhn . Ich
nahm also nich iel an die Diskussion“ (P005Wo3) und auch, weil zu iele Pe sonen be eilig sind:
„Wenn iele Leu e zusammenkommen, um ih e Meinung zu äuße n ode die Si ua ion chao isch is ,
we den meine Gedanken leich un e b ochen“ (P005Wo3). Dami zusammen häng die Be ü ch ung,
dass es zu Miss e s ändnissen kommen könn e, „… dass jede manchmal e s ehe ande e Bedeu-
ung zu bes imm en Wö “ (P103Wo3). Unsiche hei en mi de Koo dina ion inden sich in un e -
schiedlichen Phasen de G uppena bei en: „Am An ang konn en wi nich so gu o ganisie en“
(P012Wo3) und „… am Ende des P ojek es ha ein bisschen Koo dina ion ge ähl “ (P012Wo11). Als
ein i i ie ende Umgang mi einande wi d besch ieben, „dass die Ideen de ande en on den G up-
pen eilnehme n nich seh espek ie we den“ (P011Wo3) und „dass einige Kollegen nich die Ge-
duld ha en, bis zum Ende zuzuhö en“ (P015Wo11). Dagegen we den Schwie igkei en bei den P ä-
sen a ionen de eigenen Pe sönlichkei zugesch ieben: „Wenn ich ne ös bin, sp eche ich seh
schnell und das wa nich gu ü meine P äsen a ion“ (P013Wo11).
6.4 Zusammen assung
An den au ge üh en Beispielen wi d deu lich, dass in Bezug au alle un e such en Aspek e de S u-
die ähigkei – (1) Sp ache, (2) Selbs o ganisa ion und Au onomie, (3) Kommunika ion und Kollabo-
a ion – Unsiche hei en und I i a ionen besch ieben we den. Die Nennungen zu diesen Aspek en
inden sich au allen e lexi en Ebenen – Besch eiben und Dokumen ie en, Analysie en und In e p e-
ie en, Bewe en und Beu eilen sowie Planen (B äue , 2016, S. 28). Dabei lassen sich die meis en
Nennungen de Re lexionsebene Besch eiben und Dokumen ie en zuo dnen: Die Le nenden be-
Du ch I i a ion, Re lexion und T ans o ma ion zu S udie ähigkei
147
sch eiben zumeis knapp und zunächs undi e enzie , was ihnen schwe äll , bspw. einzelne
sp achliche Fe igkei en, und in welche Si ua ion die Unsiche hei en au e en, e wa beim Le nen zu
Hause ode in eine P ojek a bei . Au de zwei en Ebene Analysie en und In e p e ie en b ingen sie
die besch iebenen I i a ionen und Unsiche hei en in Ve bindung mi bishe igen Le ne ah ungen
und geben Hinweise da au , wie das eigene Handeln einzuschä zen is . Du ch Fo mulie ungen wie
„… eine neue Fo me des Tex s sch eiben müssen“ (P019Wo4) ode „Die S a egie des Un e ich s is
noch nich kla ü mich“ (P109Wo2) we den Hinweise da au gegeben, dass die Unsiche hei en und
I i a ionen du ch neue Le ne ah ungen ausgelös we den, die im Wide sp uch zu bishe igen Be-
deu ungspe spek i en s ehen, jedoch hingenommen und ausgehal en we den. Wenige Ein äge
inden sich au den Ebenen Bewe en und Beu eilen sowie Planen, die be ei s neue Umgangsweisen
und dami die Möglichkei eines Pe spek i enwechsels andeu en: „… wi könn en ü nächs e mal
die Kommunika ion und Zei o ganisa ion e besse n“ (P019Wo3).
7 Diskussion und Fazi
Wie die Auswe ung zeig , eignen sich Po olios im s udien o be ei enden Sp achku s da ü , ein-
zelne I i a ionen, k i ische Momen e ode Phasen im Le nen es zuhal en, sich ba zu machen und
ins Bewuss sein sowohl de S udie enden als auch de Leh enden zu b ingen. Dabei können diese
Momen e als Auslöse ü Ve ände ungsp ozesse wah genommen we den. Jedoch konn en und
mu maßlich können inne halb de p opädeu ischen Ku se in den Po olios keine olls ändigen
P ozesse au allen e lexi en Ebenen abgebilde we den. Es inden sich Hinweise au I i a ionen und
e einzel au sich ände nde Pe spek i en. Zusammenhänge, auch solche, die au ans o ma i e
Le np ozesse schließen lassen, müssen ekons uie ode können e mu e we den. Ein G und
da ü , dass das Le nen in den Po olios nu pa iell da ges ell wi d, könn e sein, dass die Le nenden
sp achlich noch nich in de Lage sind, in ih en Po olio ex en seh komplexe Ab olgen bzw. Gedan-
kengänge abzubilden. Zudem ha sich in Gesp ächen bes ä ig , dass das Po olio on einigen S u-
die enden nich ode nich aussagek ä ig genug ge üh wi d, weil es selbs als i i ie end, als „S ö -
ak o “ (B äue , 2016, S. 80) emp unden wi d und deshalb nich die ihm zugedach e Funk ion e ül-
len kann.
Dies ko espondie mi de Beobach ung, dass I i a ionen, die Le nende in in o mellen Kommuni-
ka ionssi ua ionen wie Pausengesp ächen und Wha sApp-Nach ich en dezidie e läu e n, in den
Po olios nich in de e ho en Deu lichkei besch ieben we den. In e lichen Fällen we den Unsi-
che hei en genann , abe nich , wie in den Au gabens ellungen ge o de , aus üh lich e klä und
besch ieben. Hie soll en siche lich noch wei e e Ve besse ungen an den Fo mulie ungen de Im-
puls agen und an de Einbindung in den Un e ich o genommen we den. Es is jedoch auch da-
on auszugehen, dass Le npo olios, zumal im F emdsp achenun e ich , nich unmi elba das
E leben, das Emp inden und die Gedanken de Le nenden abbilden, sonde n da s ellen, wie sich die
Le nenden im Nachhinein an die k i ischen Momen e ode an einzelne Ausschni e e inne n und wie
sie diese ü die Niede sch i und dami auch ü die Leh pe sonen au be ei en. Das ha zu Folge,
dass in de Nachbe ach ung K i isches geglä e wi d und e mein lich e wünsch e posi i e An -
wo en gegeben we den.
Ka i Lüdecke-Rö ge
148
Wenn nun Po olios . a. ü punk uelle Dokumen a ionen nu zba sind, ehe Hinweise au den
Beginn ode eine bes imm e Phase eine En wicklung lie e n und k i ische Momen e und I i a ionen
ehe e decken als o enlegen, muss au wei e e Analysemöglichkei en zu ückgeg i en we den,
so e n man ans o ma i e Zusammenhänge e assen will. Bspw. lassen sich wei e e E kenn nisse
gewinnen ode die gewonnenen E kenn nisse e ie en, indem die Po olioein äge du ch Re lexi-
onsgesp äche, F agebogenbe agungen ode Un e ich sbeobach ungen ins Ve häl nis gese z
we den. Viel e sp echend sind Übe legungen, E kenn nisse aus einem Fo schungs agebuch, in dem
pa allel zu Po olioa bei beobach e e und in o mell kommunizie e I i a ionen es gehal en wu -
den (s. Abb. 3) in Ve bindung mi Hinweisen aus den Po olios in Einzel allanalysen zu un e suchen.
Da aus können sich wiede um Impuls agen ü Re lexionsgesp äche e geben.
Abbildung 3: Fo schungs agebuch, Beispielsei e.
Nach den e s en E ah ungen mi dem sich da aus e gebenden Me hodenmix läss sich es s ellen,
dass Po olios in p opädeu ischen Ku sen sowohl den Le nenden als auch den Leh enden einen
Anhal spunk ü Re lexionen bie en. Um da on ausgehend Le np ozesse, ge ade auch ans o ma-
i e Le np ozesse, in ih e Komplexi ä und Tie e zu e s ehen, müssen wei e e Pe spek i en einbe-
zogen we den. Vo diesem Hin e g und lassen sich Rückschlüsse ü die Leh e ziehen: Denn, wenn
Leh k ä e wissen, wann, wodu ch und in Hinblick au welche Kompe enzen ans o ma i e Le np o-
zesse ausgelös we den können, e hal en sie die Chance, e lexi e P ozesse anzus oßen, zu beglei en
und bewuss ü das En wickeln on Sp ach e igkei en und S udienkompe enzen nu zen. Da übe

Du ch I i a ion, Re lexion und T ans o ma ion zu S udie ähigkei
149
hinaus sind so Unsiche hei en und I i a ionen, die gleiche maßen auch das Leh pe sonal be e en
können, besse einzuo dnen und dami leich e auszuhal en. Zugleich kann den Le nenden das
Aushal en e leich e we den, um sie bei de En wicklung ih e S udie ähigkei zu un e s ü zen. So
kann es gelingen, dass zum einen Unsiche hei en, die on ielen S udie enden im Fachs udium
e leb we den, be ei s in den p opädeu ischen Ku sen o weggenommen und bea bei e we den.
Zum ande en kann ganz g undsä zlich de Umgang mi Unsiche hei und I i a ionen geüb we den,
dami im zukün igen S udienall ag k i ische Si ua ionen mi Selbs e auen bewäl ig we den
können.
In diesem Zusammenhang läss sich auch die besonde e Bedeu ung de Po olioa bei ü die Leh-
e, das Le nen und die Be o schung de Aneignungs- und Ve mi lungsp ozesse sehen. So eignen
sich Po olios zwa nu beding ü die sys ema ische Suche nach I i a ionen und das Au zeigen
on ans o ma i en Zusammenhängen. Sie be gen abe im Sinne de P opädeu ik ein g oßes Po-
en ial, da sie Re lexionsp ozesse ans oßen und dazu an egen, diese P ozesse zu e sch i lichen.
Dami agen sie dazu bei, dass S udienkompe enzen, o allem in sp achliche Hinsich abe auch in
Bezug au Selbs o ganisa ion und Au onomie, en wickel we den. Dass an diese S elle die Re lexio-
nen in p opädeu ischen Ku sen au B2-Ni eau ehe nu ange issen we den, soll e nich dazu üh en,
dass au das Po olio als didak isches Ins umen e zich e wi d. Vielmeh muss im Blick behal en
we den, dass es, als i. d. R. unbekann e Tex - und auch Denkso e, im Besonde en den p opädeu i-
schen Le np ozess, in dem sich die S udie enden be inden, wide spiegel . Fü Leh ende und Fo -
schende e gib sich da aus, dass sie die gewonnenen E kenn nisse und die Schluss olge ungen ü
den Un e ich imme wiede neu kalib ie en müssen und dass sie die Unsiche hei en, die sich da -
aus e geben, ganz im Sinne des ans o ma i en Le nens, nich glä en, sonde n zulassen, aushal en
und als Chance ü die En wicklung ih e Le nenden, abe auch ü die eigene Leh e beg ei en.
Ka i Lüdecke-Rö ge
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Decoding he Disciplines
255
De kollabo a i e Dekodie ungsp ozess wu de gemeinsam ini iie , dann wu den die Leh pe sonen
einzeln in e iew und diese In e iews ansk ibie und au be ei e , um den Leh pe sonen e dich-
e die Un e schiede de In e iews – und dami de indi iduellen Expe *innens a egien - au zu-
zeigen. Die ge üh e In ospek ion in den In e iews, genauso wie die Besp echung de e dich e en
Un e schiede, e wies sich als seh uch ba ü die En wicklung neue Leh -Le n-Ma e ialien sowie -
ak i i ä en.
In Bezug au die Fo schungs agen zeig sich, dass sich Expe *innens a egien be ei s bei eine ech
basalen Au gabe un e scheiden. Wei e hin e weisen sich diese Un e schiede in de o handenen
G uppe als uch ba ü einen Wei e en wicklungsp ozess und eine Ve ie ung de Zusammena -
bei . In Bezug au den Meh we eines kollabo a i en In e iews (im Ve gleich zu einem Einzelin e -
iew) läss sich es s ellen, dass in de Ideenen wicklung alle d ei Leh enden zunächs un e schiedli-
che Ideen ha en, die sie dann gemeinsam wei e en wickel en. Hie läss sich e mu en, dass eine
Ideenen wicklung alleine wenige iel äl ige Möglichkei en he o geb ach hä e.
Fü die Hochschuldidak ik bedeu e dies eine Wei e en wicklung de Me hode, da o allem die
s uk u ie e Au be ei ung und Rückspiegelung die En wicklung on Ideen e leich e ha . Im Ve -
häl nis zu einem au genommenen Video bie e die Ve dich ung eine sei s eine E leich e ung ü das
e neu e Rezipie en, ande e sei s leis e sie eine Rückspiegelung aus eine ande en Pe spek i e,
nämlich die de *des In e iewenden. Die Auswahl de ü die Leh e ele an en Aspek e des du ch
die In e iews explizie en Wissens is ebenso eine He aus o de ung wie die Modellie ung de en -
sp echenden men alen Au gaben. Die Diskussion zwischen den dekodie en Expe *innen inde o
dem Hin e g und d ei un e schiedliche bishe p ak izie e Leh konzep e s a . So können Schwe -
punk e he ausgea bei e we den und es gib Hinweise da au , was ande e be ei s e such haben
und was e en uell noch nich unk ionie ha . Die Pe spek i en iel al e höh po enziell auch die
Anzahl de Leh inno a ionen, die da aus en s ehen. Fü eine he e ogene S udie endenscha sind
diese e schiedenen Zugänge wich ig und we oll. Das He o heben de F emdwö e wi d als
zusä zliche Meh we emp unden, weil sie den Expe *innen nich meh als solche e scheinen.
Fü die Leh enden s eh die Umse zung de neuen Planungen und Ma e ialien sowie die E alua ion
an. Es bes ehen be ei s iele wei e üh ende Ideen z. B. ü den Au bau und die E ablie ung eines
Leh enden-Ne zwe ks aus de Geo echnik, abe auch ü konk e e Leh en wicklungen.
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257
Hochschuldidak ische Be a ung zu
Beglei ung on SoTL- und DBR-P ozessen
Lisa-Ma ie F iede, Michéle Seidel & Ch is ian Kohls
De Bei ag geh de F age nach, wie SoTL-P ozesse on Leh enden im Rahmen on Design-Based
Resea ch (DBR) hochschuldidak isch beglei e we den können. Im P ojek Hyb idLR1 en wickel en
ie Leh ende de Technischen Hochschule Köln (TH Köln) ein Jah lang hyb ide Le n äume und -
szena ien. Zu diese Leh anpassung und zu Be o schung de Ve ände ung de Leh e im
SoTL-Modus wu den sie hochschuldidak isch be a en. Die Be a ungsp ozesse schlossen mi In e -
iews zu posi i en E ah ungen und Hinde nissen in de Fo schung, zu Be a ung und zu Ve bin-
dung on SoTL und DBR ab. Zen ale E kenn nisse diese In e iews we den in diesem Bei ag e ö -
e : Zei als Gelingens ak o , un e schiedliche Ve s ändnisse on SoTL und die Iden i ika ion eine
passenden Fo schungsme hodik als He aus o de ung sowie die hochschuldidak ische Be a ung als
hil eiche Mo o ü den P ozess o sch i .
1 Einlei ung
Die Rele anz on Schola ship o Teaching and Lea ning (SoTL) als Thema in de hochschuldidak i-
schen Wei e bildung und Be a ung nimm in Deu schland imme meh zu (Reinmann, 2022, S. 30).
G undsä zlich wi d un e SoTL die wissenscha liche Beschä igung mi de eigenen Leh e und/ode
dem Le nen de S udie enden e s anden. Ziel de Be o schung is die sys ema ische Re lexion on
Leh -Le n-P ozessen und das In e esse an eine Ve ö en lichung de E gebnisse, um den Disku s
o anzu eiben (Hube , 2014, S. 21). Dabei s ell sich die F age, in welchem wissenscha lichen Rah-
men SoTL-Fo schung s a inden kann. Im BMBF-P ojek Wi k ak o en und Good P ac ice bei de
Ges al ung hyb ide Le n äume (Hyb idLR), wi d SoTL mi dem Design-Based-Resea ch-Ansa z (DBR)
e bunden. Wesen liche Bes and eile on DBR und SoTL sind die E p obung, E alua ion und Re lexi-
on on Leh -Le n-Fo ma en (Reinmann, 2022; Szczy ba, 2016). Die s uk u elle Passung schein eine
Ve bindung de beiden wissenscha lichen P ak iken DBR und SoTL zu be ü wo en.
Das P ojek Hyb idLR beschä ig sich mi de Gene ie ung und empi ischen Übe p ü ung inno a i e
Bildungsp ozesse un e Ve wendung digi ale Medien sowie mi de e ek i en O ganisa ion des
Ges al ungsp ozesses. Ziel des Vo habens is es, mi hil e on DBR, En wu smus e n und SoTL o e-
ne, anpassungs ähige und ielges al ige hyb ide Le n äume zu scha en und wei e zuen wickeln.
Die Gelingensbedingungen in einem i e a i en P ozess empi isch zu un e suchen und die E kenn -
nisse ü einen e ek i en Wissens ans e au zube ei en, sind wei e e Ziele des P ojek s. Dazu we -
den, gemeinsam mi Leh enden de TH Köln, neua ige hyb ide Le n äume und -szena ien ge es e .
1 Ve bundp ojek Wi k ak o en und Good P ac ice bei de Ges al ung hyb ide Le n äume (Hyb idLR) de TH Köln und des Leibniz-
Ins i u s ü Wissensmedien (IWM), ge ö de du ch das BMBF im Fo schungsschwe punk „Digi alisie ung im
Bildungsbe eich“ (Fö de kennzeichen: 01JD2002).
Lisa-Ma ie F iede, Michéle Seidel & Ch is ian Kohls
258
In einem kombinie en DBR- und SoTL-P ozess e p oben, be o schen und en wickeln die Leh enden
ih e Leh e ans al ungen wei e . Dabei we den sie ein Jah lang on hochschuldidak ischen Ex-
pe *innen beglei e .
Aus den E gebnissen des Fo schungs- und En wicklungsp ojek s Hyb idLR we den didak ische En -
wu smus e ü die digi ale Hochschulleh e e s ell und in einem Reposi o ium e ö en lich . Die
P ojek e gebnisse sollen daue ha und in Fo m on Open-Access-Publika ionen übe das In o ma i-
onspo al e- eaching.o g und in de wissenscha lichen Sch i en eihe Fo schung und Inno a ion in
de Hochschulbildung au dem Publika ionsse e Cologne Open Science de TH Köln zu Ve ügung
ges ell we den.
Die Au o *innen haben im Rahmen des P ojek s Hyb idLR den Be a ungsp ozess zum Gegens and
ih e Fo schung gemach . Diese Bei ag beleuch e die F ages ellung, wie Leh ende im Kon ex on
DBR bei de Umse zung ih e SoTL-P ojek e hochschuldidak isch beglei e we den können. Dazu
wu den mi hil e lei adenges ü z e , p oblemzen ie e In e iews die eilnehmenden Leh enden
nach e wa einem Jah gemeinsame A bei im DBR- und SoTL-P ozess in e iew . Du ch eine zu-
sammen assende Inhal sanalyse konn en e s e E kenn nisse zu einem gelingenden Be a ungsp o-
zess sowie He aus o de ungen de Leh enden im Fo schungsp ozess es gehal en we den. Ab-
schließend wi d e lek ie , welche Rahmenbedingungen du ch die hochschuldidak ische Beglei ung
gescha en we den müssen, um das Schei e n on SoTL-P ojek en zu e meiden und SoTL au ins i-
u ionelle Ebene de Go e nance zu ö de n.
2 En wicklung hyb ide Le n äume als Gegens and
on SoTL-P ojek en
Anlass und Kon ex ü die Leh enden, de en Be a ung du ch hochschuldidak ische Expe *innen im
o liegenden Bei ag zum Fo schungsgegens and gemach wu de, is die zunehmende Diskussion
um hyb ide Leh e (Gil e al., 2022). Leh en und Le nen an de Hochschule inden haup sächlich in
Gebäuden und de en Räumen s a , wobei sich bes imm e Fo men wie Hö säle, Semina äume,
Klassenzimme ode Labo e in jah hunde elange T adi ion en wickel haben. Solche Räume sind
jedoch o isolie e O e, da die Le nak i i ä en sel en mi einande e bunden sind (Goodyea &
Yang, 2009). An Hochschulen en s ehen jedoch zunehmend Le n äume ü selbs ges eue es Le nen,
Räume ü in o melles Le nen und Räume ü die En wicklung inno a i e (hyb ide ) Leh - und Le n-
o men.
Un e hyb iden Le n äumen e s ehen die Au o *innen Räume, in denen e schiedene Raumdimen-
sionen koexis ie en und nah los mi einande e knüp we den. So können e wa de physische,
digi ale, soziale und didak ische Raum sowie de In o ma ions- und Wissens aum ineinande übe -
gehen (Benyon & Mi al, 2016). Dabei we den bes ehende Dicho omien übe wunden, um o ene,
lexible und siche e Le numgebungen anzubie en, die Le nak i i ä en s imulie en und die Au me k-
samkei au den Le np ozess lenken. Le n äume haben dabei einen g oßen Ein luss au die Le nak i-
i ä en (Bligh & Pea shouse, 2011) und soll en Möglichkei en ü ein eiches Repe oi e an Ak i i ä-
en und sozialen In e ak ionen bie en (Boys, 2011).
Hochschuldidak ische Be a ung zu Beglei ung on SoTL- und DBR-P ozessen
259
Du ch hyb ide Le n äume en s ehen iel äl ige Fo men de Kollabo a ion und Koope a ion, wobei
diese hyb iden Le nszena ien wei übe die gleichzei ige Du ch üh ung eine Vo lesung in P äsenz
sowie de en Online-Übe agung hinausgehen. Vielmeh geh es da um, o s- und zei iel äl ig zu
le nen, o ene Le n essou cen zu nu zen, Expe ise on e schiedenen S ando en zu e knüp en,
ans- und in e disziplinä e Koope a ionen zu ö de n und inklusi e Bildungsangebo e zu scha en
(Kohls e al., 2022).
Du ch den Einsa z hyb ide Technologien und mobile Endge ä e en s ehen neue Lösungsansä ze
sowie Möglichkei en zum Expe imen ie en und de p o o ypischen Umse zung neue Le nszena ien,
de en Wi kweisen und Konsequenzen alle dings noch nich aus eichend e o sch sind. Im hie
besch iebenen P ojek we den Leh ende bei de Ges al ung solche neuen hyb iden Le n äume und
-szena ien hochschuldidak isch un e s ü z und die Wi ksamkei de Leh anpassung on den Leh-
enden im SoTL-Modus be o sch . Fü die o liegende S udie wu den die ie Leh enden de e s en
P ojek phase zum kombinie en P ozess aus Fo schung, Leh anpassung und hochschuldidak ische
Be a ung be ag .
3 DBR und SoTL als me hodische G undlage des P ojek s Hyb idLR
3.1 DBR
Fü die En wicklung neue Leh o men wu de im o liegenden P ojek ein DBR-Ansa z gewähl . DBR
ha das Ziel, neue E kenn nisse in olge und wäh end des Ges al ungsp ozesses zu gene ie en
(McKenney & Ree es, 2012). Dabei du chläu de Designp ozess i e a i e schiedene Phasen, on
de Analyse und Explo a ion de jeweiligen Si ua ion übe den En wu und die Kons uk ion neue
Lösungen und schließlich übe die E alua ion und Re lexion de implemen ie en Lösungen und
In e en ionen. Diese P ozess e läu keineswegs linea , sonde n oszillie zwischen den einzelnen
Designak i i ä en. Du ch den En wu und die Kons uk ion e en neue E kenn nisse übe den Kon-
ex zu Tage und es we den zusä zliche E hebungen, Nu ze *innenbe agungen und Analysephasen
e o de lich. E s du ch den Einsa z de en wickel en Lösungen läss sich empi isch es s ellen, was
(nich ) unk ionie und was wei e en wickel we den muss.
Jede Phase des DBR kann dabei un e schiedliche E kenn nisse gene ie en. Lokal unk ionie ende
In e en ionen we den schließlich zu Ges al ungsp inzipien gene alisie (Reinmann, 2017). Im
Rahmen des P ojek es Hyb idLR sollen da übe hinaus, wie eingangs besch ieben, En wu smus e
en wickel we den, die wiede keh ende Lösungs o men gene alisie en (Kohls e al., 2022). Ein didak-
isches En wu smus e besch eib neben de Lösung auch den passenden Einsa zkon ex in de
Leh e, das P oblem und die Rahmenbedingungen, die p ak ische Umse zung sowie de en Wi ksam-
kei und Konsequenzen. Fü die Besch eibung eines En wu smus e s is es dahe e o de lich, dass
be ei s empi ische Da en o liegen (Kohls, 2009; an den Be k & Kohls, 2013). Sowohl de En wu s-
mus e -Ansa z, de in Hyb idLR o angig ü die E hebung bes ehende Lösungen eingese z wi d,
als auch de DBR-Ansa z, de im P ojek o angig ü die Ges al ung neue Lösungen eingese z
wi d, lassen sich mi SoTL e knüp en.
Lisa-Ma ie F iede, Michéle Seidel & Ch is ian Kohls
260
3.2 SoTL
De zen ale Gedanke on SoTL is die Ve besse ung de Leh p axis du ch die wissenscha liche
E o schung on Leh en und Le nen. Aus diesem G und nimm SoTL an de TH Köln eine wich ige
Rolle ein, um die Quali ä on S udium und Leh e zu e besse n (TH Köln, 2018, S. 12) und Leh e als
Wissenscha sp axis zu s ä ken (Szczy ba & Reisas, 2021). Demen sp echend is SoTL auch wesen li-
che Baus ein de in Hyb idLR en wickel en Leh inno a ion.
Dazu be o schen die Leh enden im P ojek Hyb idLR ih e Designp ozesse zu Ges al ung de hyb i-
den Le n äume und hyb iden Leh e mi hil e on SoTL. Dabei ziel SoTL au die wissenscha liche
Auseinande se zung Hochschulleh ende mi de eigenen Leh e sowie dem Le nen ih e S udie en-
den ab (Hube , 2011). Fachwissenscha le *innen be o schen mi hil e achlich ypische wissen-
scha liche Me hoden die eigene Leh e. De Ansa z s ell eine Möglichkei da , die Quali ä de Leh e
di ek im eigenen Leh be eich zu e höhen und s uden isches Le nen zu ö de n (La sson e al., 2015).
Wesen liche Sch i e in diesem SoTL-P ozess sind nach Hube (2011, S. 120): das En wickeln eine
F ages ellung zu Leh e („ques ioning“), die Da ene hebung und -analyse („ga he ing and explo ing
e idences“), die Du ch üh ung wei e e Da ene hebungen wie Expe imen e („ ying ou and e ining
new insigh s“), die Publika ion de Fo schungse gebnisse („going public“) sowie de T ans e in die
Leh communi y („sha ing knowledge“).
3.3 SoTL und DBR
SoTL und DBR können unabhängig oneinande eingese z we den. So läss sich SoTL auch ohne
den DBR-Kon ex du ch üh en und DBR kann auße halb de Leh - und Le n o schung eingese z
we den. Doch e weis sich die Ve knüp ung de beiden Ansä ze als sinn oll. Die in SoTL eingese z en
Me hoden können die Ausgangslage ü die En wicklung neue Lösungen im Rahmen eines DBR-
P ozesses bilden: Neue Ideen we den explo ie und p o o ypisch umgese z , Umse zung und
Du ch üh ung we den anschließend e aluie und e lek ie .
SoTL is dabei lexibel in de Wahl de Me hodik und kann on DBR ge ahm we den. DBR besch eib
eine Möglichkei , wie die Auseinande se zung und E o schung de eigenen Leh e konk e gesche-
hen kann. Eine Besonde hei is dabei, dass einige E kenn nisse übe haup e s du ch den Design-
p ozess e lang we den. Es lassen sich zwa die An o de ungen eines P oblem elds mi un e schied-
lichen Fo schungsme hoden e heben, es bleiben jedoch In o ma ionsde izi e, z. B. weil eilnehmen-
de Pe sonen selbs kein um assendes P oblembewuss sein haben ode bes imm e Design a iablen
unbekann sind. DBR leg den Fokus au das Ve s ändnis eines Phänomens ode P oblems
(McKenney & Ree es, 2011). Exempla ische Lösungen we den in F age ges ell , um zu e s ehen,
un e welchen Bedingungen und aus welchen G ünden eine Lösung unk ionie (Reinmann, 2022, S.
32). Umso wei e das Lösungsdesign en wickel wi d, je ausge ei e es olglich is , des o besse
eigne es sich ü einen b ei en Einsa z. Wenn Leh ende also im Rahmen eines SoTL-P ojek s „eine
konk e e He aus o de ung in de Leh e mi wissenscha lichen Mi eln [be o schen], um sie p ak isch
zu bea bei en und zu e s ehen, … dann deck sich das in hohem Maße mi de Ke nidee on De-
sign-Based Resea ch“ (Reinmann, 2022, S. 32).

Hochschuldidak ische Be a ung zu Beglei ung on SoTL- und DBR-P ozessen
261
Gleichzei ig es ig sich das heo e ische Wissen übe die Wi kweise einzelne In e en ionen, Lö-
sungsansä ze und Designen scheidungen. Somi wi d das Ges al en selbs zum Teil des Fo -
schungsp ozesses.
Im Rahmen on Hyb idLR we den die SoTL-Sch i e eng mi dem DBR-P ozess e bunden und du ch
egelmäßige Be a ungsgesp äche mi zwei hochschuldidak ischen Expe *innen au ech e hal en.
Dazu wu de ein in eg a i e P ozess ü die Leh enden en wickel , in dem wich ige Meilens eine on
SoTL an den Designp ozess angebunden wu den. So wu de bspw. die Phase de Explo a ion im
Designp ozess mi de P oblemiden i ika ion im SoTL-P ozess e bunden, um die Syne gien, die
zwischen den P ozessen en s ehen, zu nu zen. De Be a ungsp ozess wu de an die jeweiligen P o-
zessabschni e angepass und au die Belange de Leh enden abges imm . So wu den z. B. Be a un-
gen zu Fo schungsme hodik du chge üh , um den P ozess de Da ene hebung de Leh enden zu
lancie en. Die E gebnisse aus den Leh anpassungen de Leh enden lassen sich wiede um im Rah-
men on SoTL e wenden.
Neue, empi isch gep ü e Lösungen lassen sich ü die E s ellung didak ische En wu smus e nu -
zen. Die Kombina ion on SoTL und DBR kann die no wendige empi ische Basis scha en, die den
didak ischen En wu smus e n zu G unde liegen muss ( an den Be k & Kohls, 2013). Am Ende des
SoTL-P ozesses s eh die Publika ion de E kenn nisse, um so die Diskussion mi Pee s zu e mögli-
chen. Die Besch eibung on didak ischen En wu smus e n is dabei eine Möglichkei de Publika i-
on und wi d im Rahmen des P ojek s Hyb idLR neben dem Ve assen on wissenscha lichen A i-
keln genu z .
4 P ozessbesch eibung
Das P ojek Hyb idLR s a e e im He bs 2020. Zei nah wu den Leh ende ü die E p obung und
Be o schung hyb ide Le n äume und -szena ien akqui ie . Wich ig wa , Leh ende aus e schiede-
nen Fakul ä en zu kon ak ie en, die sich be ei e klä en wü den, ca. ein Jah lang im P ojek Hyb idLR
mi zua bei en. Um eine in ensi e Be euung wäh end des SoTL-P ozesses zu gewäh leis en, wu de
die e s e Runde mi ie Leh enden2 du chge üh . Fü sie wu de ein Design-Wo kshop konzipie ,
bei dem anhand des Design-Thinking-P inzips in den sechs Phasen Ve s ehen, Beobach en, Syn he-
se, Ideen indung, P o o yping und Tes en g undlegende Übe legungen ü die spä e e Leh anpas-
sung und Anknüp ungen ü ein hyb ides Szena io en wickel wu den. Die Leh enden analysie en
ih e Leh e hinsich lich mögliche Po enziale zu Wei e en wicklung, nahmen e schiedene Pe spek-
i en ein, u. a. die de S udie enden, und en wickel en abschließend e s e P o o ypen.
Nach dem Design-Wo kshop begann die Be a ungsphase. Die Leh enden wu den in einem Einzel-
se ing be a en. Die Be a ungssi zungen wu den i. d. R. gemeinsam on den hochschuldidak ischen
Expe *innen du chge üh , in einzelnen Fällen wa nu ein*e Expe *in anwesend. Die Be a ungen
anden je nach Beda und in Absp ache mi den Leh enden im Abs and on ie bis sechs Wochen
s a und daue en i. d. R. eine S unde. In de Be a ung wu de de komple e Design- und Fo -
schungsp ozess bea bei e , on de e s en Konzep ion bis zu Umse zung und E alua ion bzw.
2 Fü die olgenden Jah e we den e neu Leh ende ü die Mi a bei ange ag und en sp echend de e s en Runde beglei e .
Lisa-Ma ie F iede, Michéle Seidel & Ch is ian Kohls
262
Be o schung. Dabei wu den die Leh enden auch zu Fo schungsme hodik be a en. Sie wähl en in
Absp ache mi den hochschuldidak ischen Expe *innen sozialwissenscha liche E hebungs- und
Auswe ungsme hoden, die ihnen o dem Hin e g und de eigenen Fachdisziplin u. U. neu wa en.
Auch de Sch eibp ozess wu de in ensi beglei e , u. a. mi eine Hil es ellung zum Au bau eines
Fo schungsa ikels, mi Un e s ü zung bei de Li e a u eche che und Feedback zum Tex .
5 Fo schungsme hodik
5.1 P oblemzen ie es In e iew (PZI)
Fü die sich s ellende Fo schungs age „Wie können Leh ende im Kon ex on DBR bei de Umse -
zung ih e SoTL-P ojek e hochschuldidak isch beglei e we den?“ wu de das P oblemzen ie e
In e iew (PZI) nach Wi zel (2000) als E hebungsme hode angewende . Mi dem PZI können „subjek-
i e Sich weisen ode Sinnkons uk ionen on Indi iduen im Hinblick au ein bes imm es gesell-
scha lich ele an es Thema (‚P oblem‘)“ (Misoch, 2019, S. 71) un e such we den. Das PZI eigne
sich besonde s ü Fo schungsp ojek e, in denen die Wissenscha le *innen Vo e ah ungen nu zen.
Wi zel en wickel e das PZI un e de Annahme, dass Wissenscha le *innen wäh end des Fo -
schungsp ozesses Wissen zu einem bes imm en Thema au bauen und es im Lau e de Lei adene -
s ellung, des In e iews und de Auswe ung nu zen (Wi zel, 2000, Abs. 3). Im Rahmen des P ojek s
Hyb idLR beglei e en die hochschuldidak ischen Expe *innen die be ag en Leh enden schon ein
Jah , sodass wäh end des P ozesses E ah ungen und Wissen zum P ozess de Leh enden gesam-
mel wu den. Du ch die Kombina ion on Vo e ah ungen und dem Au bau on neuem Wissen im
Rahmen des Fo schungsp ozesses en s and ein „induk i -deduk i es Wechsel e häl nis“ (Wi zel,
2000, Abs. 3) beim E kenn nisgewinn.
Dem PZI liegen olglich d ei P inzipien zu G unde: P oblemzen ie ung, Gegens andso ien ie ung
und P ozesso ien ie ung. Im Sinne de P oblemzen ie ung muss das In e iew eine gesellscha li-
che, ele an e P oblems ellung bea bei en, die o dem In e iew au sozio-kul u elle und ökonomi-
sche Rahmenbedingungen hin un e such wu de (Wi zel, 2000, Abs. 4). In unse e S udie is die
gesellscha liche Dimension du ch die digi ale und hyb ide Leh e gegeben, die in den le z en Jah en
an Rele anz deu lich zugenommen ha und lau S i e e band ü die Deu sche Wissenscha als die
Zukun de Leh e gel en kann (S i e e band, 2021). Au g und diese En wicklung we den imme
meh Leh ende au Vo e ah ungen (bspw. mi didak ischen En wu smus e n) ode eigene Fo -
schung zu ückg ei en müssen, um Leh e ans al ungen digi al ode hyb id anzupassen. Fü Hoch-
schuldidak ike *innen, die diese P ozesse beglei en, is die au gewo ene Fo schungs age aus die-
sem G und äuße s ele an . Die Fo schung muss im Rahmen de Gegens andso ien ie ung an den
zu un e suchenden Gegens and ode das zu un e suchende P oblem angepass we den. Dabei
können Wissenscha le *innen auch Fo schungsins umen e nu zen, die nich ypisch ü quali a i e
Fo schung sind (Wi zel, 2000, Abs. 4), wobei bei de o liegenden S udie die quali a i e Me hodik
aus eichend wa . Du ch die P ozesso ien ie ung wi d de be ag en Pe son e möglich , „neue Aspek-
e zum gleichen Thema, Ko ek u en an o angegangenen Aussagen, Redundanzen, und Wide -
sp üchlichkei en“ (Wi zel, 2000, Abs. 4) einzub ingen.
Hochschuldidak ische Be a ung zu Beglei ung on SoTL- und DBR-P ozessen
263
Dazu wu de das In e iew so konzipie , dass den Leh enden imme wiede e möglich wu de, zu-
sä zliche Anme kungen, abe auch Ve gessenes einzub ingen, selbs wenn ein F agenblock schon
abgeschlossen wa .
5.2 Konzep ion des In e iewlei adens
Ein zen ale Teil des PZI als E hebungsme hode is ein Ku z agebogen, de die wesen lichen Eckda-
en de Be ag en o dem eigen lichen In e iew e heb . Da alle ele an en Da en wie de akademi-
sche G ad ode de Kenn niss and bzgl. Hochschuldidak ik au g und de bes ehenden Zusammen-
a bei den In e iewe *innen be ei s bekann wa en, wu de au die E s ellung eines Ku z agebo-
gens e zich e .
Im Sinne des induk i -deduk i en Wechsel e häl nisses wu de auch de Lei aden ü die In e iews
konzipie . Au Basis de ge üh en Be a ungsp o okolle wu den F agenkomplexe en wickel , welche
die P ozesse ah ungen de Leh enden in den Fokus s ell en. Die ie Leh enden soll en die Möglich-
kei bekommen, ei zu ih en E ah ungen im P ojek Hyb idLR zu sp echen und sich u. U. k i isch zu
äuße n. Da die Leh enden sowohl eine Leh en wicklung anhand on DBR als auch einen Fo -
schungsp ozess im Rahmen on SoTL du chlie en, beinhal e e de In e iewlei aden je eine o ene
Lei age zu jedem P ozess, um die Duali ä de Fo schung abzubilden. Zusä zlich zu den Lei agen
wu den Au ech e hal ungs agen konzipie , um die in e iew en Leh enden bei Beda zu genaue-
en Aus üh ungen anzu egen.
5.3 Quali a i e Inhal sanalyse
Im Fokus de Auswe ung s anden subjek i e E ah ungen de ie eilnehmenden Leh enden im
P ojek Hyb idLR, sodass eine Auswe ungsme hode gewähl we den muss e, mi de die gewonne-
nen Da en wissenscha lich au be ei e we den konn en. Da sowohl posi i e E ah ungen und Hin-
de nisse bei de Umse zung on SoTL-P ojek en sowie e s e Thesen ü eine gelingende Ve knüp-
ung on DBR und SoTL e a bei e we den soll en, bo sich die Quali a i e Inhal sanalyse nach May-
ing (2015; 2020) als in e p e a i e Auswe ungsme hode besonde s an. Mi hil e on inhal sanaly i-
schen Regeln, Gegens andso ien ie ung, Ablau modellen, Ka ego iensys emen, Theo iegelei e hei
und Gü ek i e ien können ex basie e Da en nach May ing nich nu in e p e a i ausgewe e ,
sonde n ih e In e p e a ion auch in e subjek i übe p ü we den (May ing, 2020, S. 4-5). Die E geb-
nisse des P ojek s Hyb idLR we den auch ande en Leh enden zu Ve ügung ges ell , sodass de
Be a ungsp ozess ü beglei ende Hochschuldidak ike *innen möglichs nach ollziehba wu de. Die
in e subjek i e Übe p ü ba kei de E gebnisse s and besonde s im Fokus. Da au au bauend de i-
nie May ing die Quali a i e Inhal sanalyse als sys ema isches, egelgelei e es und heo iegelei e es
Ve ah en, mi dessen Hil e ex basie e Kommunika ionss uk u en analysie we den können
(May ing, 2015, S. 13). Um die Auswe ung mi de Quali a i en Inhal sanalyse zu ealisie en, wu den
die In e iews olls ändig ansk ibie . Fü die T ansk ip ion wu de ein T ansk ip ionsse ice in
Ansp uch genommen.
Lisa-Ma ie F iede, Michéle Seidel & Ch is ian Kohls
264
5.3.1 Ablau modell de Analyse
May ing de inie ün Sch i e ü das Ablau modell de Quali a i en Inhal sanalyse3: die Bes im-
mung des Ausgangsma e ials, die F ages ellung de Analyse, die Fes legung des Ablau modells und
de Analyse echnik, die In e p e a ion de E gebnisse und die Anwendung de Gü ek i e ien (2015, S.
62).
Fü die Fo schung im Rahmen on Hyb idLR wu de au die zusammen assende Inhal sanalyse zu-
ückgeg i en. Mi ih wi d das o handene Ma e ial so wei eduzie , dass am Ende die ü die
Fo schungs age ele an en In o ma ionen und Inhal e bes ehen bleiben (May ing, 2015, S. 67). Da
die be ag en Leh enden die ge üh en In e iews auch zu gene ellen Re lexion ih e Leh p ojek e
und de en Bes and eile nu zen, wu den neben den ele an en In o ma ionen ü die Fo schungs a-
ge auch iele da übe hinausgehende Themen angesp ochen. Die zusammen assende Inhal analyse
e möglich es den hochschuldidak ischen Expe *innen, die In e iews zu komp imie en und ü die
F ages ellung nu zba zu machen.
Genaue lassen sich ü die zusammen assende Inhal sanalyse olgende Sch i e es hal en: die
Bes immung de Analyseeinhei , die Pa aph asie ung, die Bes immung des anges eb en Abs ak i-
onsni eaus, die e s e Reduk ion, die zwei e Reduk ion, das Zusammens ellen eines Ka ego iensys-
ems und die Rückp ü ung des Ka ego iensys ems am Ma e ial (May ing, 2015, S. 70). Nach May ing
müssen o de induk i en Ka ego ienbildung das Abs ak ionsni eau und die Ka ego iende ini ion
es geleg we den (May ing, 2015, S. 88):
• Ka ego iende ini ion: Es sollen alle posi i en E ah ungen sowie Hinde nisse de Leh enden
wäh end de Teilnahme am P ojek Hyb idLR als Ka ego ien de inie we den.
• Abs ak ionsni eau: Es sollen konk e e posi i e ode nega i e Aspek e im Rahmen on Hyb idLR
abs ahie we den, welche on de jeweiligen Pe son es ges ell wu den. Ausgeschlossen we -
den Aspek e, die ande e Pe sonen be e en ode keinen Ein luss au die Teilnahme an
Hyb idLR haben.
Im Anschluss an die Ka ego iende ini ion und Bes immung des Abs ak ionsni eaus wu den noch
olgende Analyseeinhei en nach May ing es geleg (May ing, 2015, S. 88):
• Kodie einhei : kla e bedeu ungs agende Elemen e im Tex
• Kon ex einhei : ein ganzes In e iew plus zusä zliche No izen nach dem In e iew
• Auswe ungseinhei : alle ie o liegenden In e iews plus zusä zliche No izen
5.3.2 E s e Du chgang: Fallin e ne Zusammen assung
Das Abs ak ionsni eau wu de anhand de F ages ellung de inie , um möglichs alle ele an en
Aussagen im Ausgansma e ial e end zu de inie en. Die In e iews wu den anhand on Zeilenzah-
len numme ie . Jedes In e iew wi d als ein Fall e s anden, de en sp echend numme ie wu de.
Demnach en sp ich Fall 1 de be ag en Pe son 1. Es olg e eine um assende Du cha bei ung de
In e iew ansk ip e, bei de die ele an en Tex s ellen p o Fall pa aph asie wu den. Die Pa aph a-
3 Fü ein allgemeines Schema des inhal sanaly ischen Ablau modells s. May ing, 2015, S. 62.
Hochschuldidak ische Be a ung zu Beglei ung on SoTL- und DBR-P ozessen
271
Als eben alls hil eich gaben die Leh enden an, wenn sie selbs No izen wäh end des gesam en
P ozesses e ass en (Haup ka ego ie 22). Da un e ielen No izen zu Emp ehlungen aus den Be a-
ungsgesp ächen ode auch Beobach ungen aus den Leh e ans al ungen, die dann im Sch eibp o-
zess genu z we den konn en. Fö de lich sei auch de Pee -Aus ausch mi ande en Leh enden
(Haup ka ego ie 24), de gegebenen alls im Rahmen on Hyb idLR noch ausgebau we den könn e.
Dass de kollegiale Aus ausch eine wich ige s a egische Me hode is , um SoTL nachhal ig als Hal-
ung in de Hochschule zu e es igen, me ken auch Hube (2011) und Szczy ba (2021) an.
Übe dies wu den eils noch wei e bildende Wo kshops als mögliche hil eiche Zusa zangebo e
genann (Haup ka ego ie 25), z. B. könn en G undlagenwo kshops zu Fo schungsme hoden ode zu
hyb ide Leh e die bishe igen Einzelbe a ungsgesp äche e gänzen.
7 Fazi
Die zu o besch iebenen E gebnisse de Inhal sanalyse de In e iews bie en wich ige E kenn nisse
übe Gelingensbedingungen bei de Ve anke ung on SoTL und übe Möglichkei en, wie Leh ende
in diesem P ozess gewinnb ingend hochschuldidak isch beglei e we den können. G undlage ü
eine e olg eiche Zusammena bei schein das In e esse de Leh pe son an eine Wei e en wicklung
de eigenen Leh e zu sein (Haup ka ego ie 8). Unabhängig on Ablau und möglichen Hinde nissen
wu de die SoTL-Fo schung on allen ie be ag en Leh enden als hil eich ü die eigene Re lexion,
Leh en wicklung und das lebenslange Le nen bewe e (Haup ka ego ie 7). Fü die Planung und
Du ch üh ung on hochschuldidak ische Be a ung und Un e s ü zung de SoTL-P ozesse lassen
sich aus de Analyse die olgenden d ei wesen lichen Schluss olge ungen ziehen:
• Die zei lichen Ressou cen bzw. das Zei - und Selbs managemen de Leh enden sind zen al ü
die SoTL-Fo schung. Aussagen zu SoTL als ‚on op‘-Au gabe e deu lichen die Bedeu ung de
Ressou cen ü eine gelingende Du ch üh ung (Haup ka ego ie 3 ‚SoTL als Zusa zau gabe, du ch
iele Ve p lich ungen‘; Haup ka ego ie 10 ‚Keine Zei ü meh Be a ung‘; Haup ka ego ie 18
‚Zei knapphei als Hinde nis ü die P ojek du ch üh ung‘; Haup ka ego ie 19 ‚Zei - und Selbs -
managemen als He aus o de ung‘; Haup ka ego ie 21 ‚Eigenes Zei - und Selbs managemen ,
du ch P io isie ung‘).
• Eine wesen liche He aus o de ung ü die Beglei ung lieg in dem eils ehlenden gemeinsamen
Ve s ändnis on Beg i en und Me hoden ode de zunächs ehlenden Akzep anz on SoTL als
ollwe ige Fo schungsansa z au g und un e schiedliche disziplinä e Pa adigmen. Zugleich
we den die in e disziplinä e Be a ung und die un e schiedlichen Kompe enzen on Hochschul-
didak ike *innen und Leh pe son als nü zlich besch ieben (Haup ka ego ie 5 ‚Eino dnung on
SoTL in wissenscha liche Me hodik als He aus o de ung, Unkla hei de Me hodik, Zwei el an
Messba kei , En sp ich nich Vo s ellung eine Fo schung‘; Haup ka ego ie 4 ‚(Quali a i e) Fo -
schungsme hodik als He aus o de ung‘; Haup ka ego ie 6 ‚Ve ö en lichung als me hodische
und zei liche He aus o de ung‘; Haup ka ego ie 13 ‚In e disziplinä e Be a ungsp ozess mi un-
e schiedlichen Kompe enzen und E wa ungen‘).
• Die hochschuldidak ische Beglei ung des SoTL-P ozesses wi d posi i und als un e s ü zend
wah genommen. Du ch die Be a ung we den me hodische F agen geklä , Vo gehensweisen
s uk u ie und didak ische wie echnische Lösungen ge unden. Ebenso we den die Leh enden

Lisa-Ma ie F iede, Michéle Seidel & Ch is ian Kohls
272
mo i ie und nü zliches Feedback gewonnen (Haup ka ego ie 11 ‚Be a ungsp ozess als S uk u-
ie ungsme hode, F is en ü Au gaben‘; Haup ka ego ie 12 ‚Be a ungsp ozess als Kompe enz-
en wicklung, Hochschuldidak isches Wissen, Me hodenbe a ung, Chancen e kennen‘; Haup ka-
ego ie 23 ‚Hochschuldidak ik als P ozessan ieb, du ch Mo i a ion, Feedback, S uk u ie ung,
Re lexion, Technische Un e s ü zung‘).
SoTL kann, wie on den be ag en Leh enden besch ieben, zu indi iduellen Leh en wicklung ge-
nu z we den. Gleichzei ig wu den in den In e iews e schiedene He aus o de ungen in de Du ch-
üh ung on SoTL-Fo schungsp ozessen deu lich. Diese He aus o de ungen können au Leh ende
ohne E ah ungen im Kon ex on SoTL hinde lich wi ken und sie on de E p obung absch ecken.
Die hochschuldidak ische Beglei ung schein hie einigen P oblemen in de Du ch üh ung on SoTL-
P ojek en en gegengewi k und nü zliche Lösungen, Denkans öße und Impulse au ü SoTL-
Eins eige *innen gegeben zu haben. Um eine g öße e Anzahl an Leh enden zu E p obung on SoTL
als Fo schungsansa z zu e mu igen, kann ein Beglei p ozess mi hochschuldidak ische Be a ung
nach unse en E kenn nissen sinn oll ü die Ve anke ung on SoTL an de Hochschule sein. Um SoTL
wei e als Ins umen de Hochschulen wicklung zu e ablie en, beda es bes imm e Anlässe, um
sich mi de Leh e e lek ie end auseinande zu se zen. P ojek e wie Hyb idLR bie en eine Möglich-
kei , neue Leh ende ü SoTL zu gewinnen. Da übe hinaus soll en die ins i u ionellen Rahmenbe-
dingungen e lek ie we den, die SoTL e möglichen und ö de n.
Die o liegende S udie is als lokale Hochschulbildungs o schung au ih en konk e en Kon ex be-
g enz . Ähnliche Be agungen an ande en Hochschulen könn en zu Re lexion de gewonnenen
E gebnisse bei agen. Da in de e s en P ojek unde nu ie Leh ende be eu wu den, wa die
S udie zudem in ih e Anzahl de Be ag en limi ie . Im zwei en und d i en P ojek jah we den
wei e e Leh ende nach diesem Ve ah en beglei e und sollen eben alls be ag we den, sodass
dann im Anschluss eine Auswe ung au g öße e Da enbasis möglich sein wi d. Aus den E gebnis-
sen de Fo schung lassen sich da übe hinaus Thesen ablei en, die eine wei e e Be o schung benö i-
gen. So is bspw. on besonde em In e esse, dass eine s ä ke e hochschuldidak ische Beglei ung zu
einem besse en Selbs managemen bei den Leh enden üh en könn e. Spannend wä e in diesem
Zusammenhang auch eine genaue e Be ach ung des Ein luss ak o s ‚Zei ‘ au die Umse zung on
SoTL-P ojek en und inwie e n zei liche F ei äume ü o schende Leh ende gescha en we den kön-
nen. Aus me hodische Sich wä e auch eine genaue e Be ach ung des Zusammenspiels eines SoTL-
Fo schungsp ozesses mi dem au i e a i en Anpassungen ausgeleg en DBR-P ozess in e essan .
Wie in de E gebnisda s ellung angeschni en, kann e wa das meh malige Anpassen eine Fo -
schungs age im Sinne on DBR den SoTL-P ozess ü die Leh enden e schwe en. Sowohl zu me ho-
dischen F agen on SoTL und DBR als auch zu Beglei ung solche P ozesse an Hochschulen ha die
S udie wei e e Fo schungsbeda e e ö ne . In jedem Fall können schon je z Impulse ü die Diskus-
sion übe die Ve anke ung on SoTL-Fo schungsp ojek en an Hochschulen und die Rolle de Hoch-
schuldidak ik du ch die o liegenden E kenn nisse gese z we den.
Hochschulen können SoTL ins i u ionell ö de n, indem sie bspw. SoTL zu Ve p lich ung in Maß-
nahmen ü Leh ende machen, SoTL als K i e ium bei Leh p eisaussch eibungen anlegen, Vo -
ags e ans al ungen o ganisie en ode auch die Möglichkei zu Publika ion in Fachmagazinen
scha en (Ba na & Szczy ba, 2011, S. 8). Diese Ins umen e scha en Anlässe zu Beschä igung mi
Hochschuldidak ische Be a ung zu Beglei ung on SoTL- und DBR-P ozessen
273
SoTL. Wie die o liegende S udie zeig , sind daneben auch die s uk u ellen Rahmenbedingungen
ele an . Es soll e genügend Zei ü die E o schung de eigenen Leh e o handen sein. Dazu is es
wich ig, SoTL als wich igen Bei ag zu Hochschulen wicklung anzue kennen und SoTL neben ande-
en Ve p lich ungen au zuwe en. Daneben können hochschuldidak ische Be a ungsangebo e die
P ozesse s uk u ie en und inhal lich ö de n, sodass ein Schei e n ode Abb uch e mieden wi d.
Die Hochschule soll e auße dem Möglichkei en des Pee -Aus ausches scha en, sodass Leh ende
sich übe ih e SoTL-E ah ungen aus auschen und auch gegensei ig un e s ü zen können.
Li e a u
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Schola ship o Teaching and Lea ning im
Be eich Kuns – Kul u – Medien –
Koope a ion und Dialog
als Vo ausse zung achspezi ische
Leh en wicklung
Silke Ma in, K is ine Baldau -Be gmann & Sophia Wohl a h
De Bei ag dokumen ie und e lek ie die Koope a ion eine Hochschuldidak ike in, eine Leh en-
den und eine S uden in zu En wicklung de Leh e im Be eich Kuns – Kul u – Medien. Mi de
Me hode des kop oduk i en Dialogs e ö nen die Ak eu *innen einen gemeinsamen Expe imen ie -
aum, in dem ein achspezi isches Ve s ändnis on Leh e im Be eich Kuns – Kul u – Medien gene-
ie we den kann. Dabei soll en achkon ex sensible Zugänge und Me hoden eingese z und die
un e schiedlichen Pe spek i en au Leh e mi einande e sch änk we den. Wesen liche E kenn nis-
se sind, dass Koope a ionsbe ei scha , Pa izipa ion on S udie enden (Teilhabe), Zulassen on
Wide s änden und Schei e n sowie solida ische S uk u en wich ige Bes and eile eine gelingenden
SoTL-P axis sind.1
1 Ausgangsszena io: Zwei SoTL-Schauplä ze
Ak eu *innen, die Schola ship o Teaching and Lea ning (SoTL) p ak izie en (die Schola s), zeichne
eine wissenscha liche Hal ung zu Leh e aus, mi de sie sich o schend den F agen ih e Fachwis-
senscha annehmen (Reinmann, 2019). Sie o mulie en dabei ein wah genommenes P oblem als
F ages ellung, die mi Hil e on SoTL wissenscha lich bean wo e we den kann (Bass, 1999). De
Un e suchungsgegens and en s amm jeweils de p ak ischen Leh e in einem S udiengang des
spezi ischen Fachbe eichs. SoTL wi d eine sei s p ak izie , indem sich Hochschulleh ende in ih e
Fachwissenscha mi de eigenen Leh e auseinande se zen und diese mi konk e en F agen sys e-
ma isch be o schen. Ande e sei s wi d im Kon ex on SoTL längs ge o de , dass Koope a ionen
mi o schenden Hochschuldidak ike *innen eingegangen (Hube , 2014) und Gesp ächs äume übe
Leh e e ö ne we den müssen (Bass, 1999).
1 Die be eilig en Ak eu *innen sind im Einzelnen: D . K is ine Baldau -Be gmann (Hochschuldidak ike in/Geschä s üh ung
des Ne zwe kes S udienquali ä B andenbu g (sqb)), D . Silke Ma in (Leh ende/Co-Sp eche in des P omo ionskollegs
Communica ion and Digi al Media an de Uni e si ä E u ), Sophia Wohl a h (bis 2021 S uden in im M.A. Kinde - &
Jugendmedien, Uni e si ä E u /ak uell wissenscha liche Mi a bei e in an de Uni e si ä E u ).
Silke Ma in, K is ine Baldau -Be gmann & Sophia Wohl a h
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Eine solche Koope a ion wi d im o liegenden A ikel exempla isch o ges ell . Sie begann dami ,
dass wi uns, Silke Ma in als Leh ende in de Film- und Medienwissenscha und K is ine Baldau -
Be gmann als Hochschuldidak ike in, o einigen Jah en zunächs unabhängig oneinande in Expe-
imen ie äume begeben ha en, in denen wi uns au zwei un e schiedlichen Schauplä zen mi de
En wicklung de Leh e in küns le ischen und medienwissenscha lichen Be eichen und de A bei
mi SoTL be ass haben2:
• Schaupla z 1/Leh pe spek i e: Ma in üh e ein Leh - und Fo schungsp ojek in de Filmwissen-
scha an de Schni s elle zu den Cul u al Ageing S udies an e schiedenen Thü inge Hochschu-
len (u. a. an de Uni e si ä E u ) du ch, in dem SoTL-Fo schung als Re lexions- und En wick-
lungsp ozess eines Leh ens und Le nens au Augenhöhe zum Einsa z kam (Ma in & Wohl a h,
2021).
• Schaupla z 2/Hochschuldidak ische Pe spek i e: Baldau -Be gmann konzipie e und üh e mi
eine hochschuldidak ischen Kollegin ü das sqb-Ne zwe k S udienquali ä B andenbu g e -
schiedene hochschuldidak ische Angebo e ü Leh ende im Be eich Kuns – Kul u – Medien
du ch. Dabei s and die F ages ellung im Fokus, welche O e, A bei s o men und s uk u ie en
Dialoge no wendig sind, um die En wicklung de Leh e in den küns le ischen Be eichen mi den
Leh enden zu hema isie en und p oduk i bea bei en zu können3.
Wie sich in einem länge is ig en wickelnden achlichen Dialog he auss ell e (Baldau -Be gmann &
Ma in, 2020), beschä ig en wi uns aus unse e jeweiligen Pe spek i e als Leh ende bzw. als Hoch-
schuldidak ike in mi F ages ellungen, die eng mi einande ko espondie en:
• Schaupla z 1/Leh pe spek i e: Wie kann die Hochschulleh e im Be eich Kuns – Kul u – Medien
angesich s de Besonde hei en ih e achlichen Gegens ände sys ema isch und mi den S udie-
enden gemeinsam e lek ie und gesellscha lich eing ei end, p ojek o ien ie sowie pa izipa-
i en wickel we den?
• Schaupla z 2/Hochschuldidak ische Pe spek i e: Welche Möglichkei s äume können hochschuldi-
dak ische Angebo e ü Leh ende im Be eich Kuns – Kul u – Medien scha en, dami diese ih e
Leh e e lek ie en und en wickeln können? Welche konzep uellen Elemen e beda es, um mi
den Leh enden übe die Besonde hei en ih e Leh e (Kap. 2.2) p oduk i ins Gesp äch zu kom-
men?
Dabei eil en wi die Einschä zung, dass es bishe noch wenige sys ema ische Ansä ze de Leh en -
wicklung im Be eich Kuns – Kul u – Medien und en sp echend ebenso wenige Ansä ze de hoch-
schuldidak ischen Un e s ü zung de Leh en wicklung in diesen Be eichen gib , die de Fachspezi ik,
dem Selbs e s ändnis und de Leh p axis ge ech we den.
2 Wi e wenden in diesem A ikel in den Übe sch i en gelegen lich Beg i e aus de küns le ischen A bei , um so mi un e die
äumliche, k ea i e und ges al ende Sei e des achlichen Be eichs Kuns – Kul u – Medien und de Leh e in diesem Be eich
zu e deu lichen. Neben den Beg i en Expe imen ie äume und Schauplä ze sind dies Beg i e wie We ks a und Bühne.
Dieses Wo ding mag ü Leh ende aus diesem Be eich e was übe deu lich klingen. Fü Leh ende aus ande en Fäche n
hingegen e deu lich es auch au sp achliche Ebene die A bei sp ak iken dieses Be eichs.
3 Nähe es un e h ps://www. aszina ion-leh e.de/in o/angebo e/leh ende-in-kuns -kul u -medien-ges al ung/.

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