In e kan onale Hochschule ü Heilpädagogik Zü ich
S udiengang Sonde pädagogik
Mas e a bei
!
Klassenwiede holung au de Kinde ga ens u e
im Kan on Zü ich
Eine quan i a i e Analyse zu Bedeu ung on
Ein luss ak o en ü den En scheidungsp ozess on
Leh pe sonen
!
Einge eich on: Sa ah Zwahlen
Beglei ung: Ri a Baumann
11. Mai 2025
2
Abs ac
Die Mas e a bei un e such , au welche G undlage Leh pe sonen im Kan on Zü ich übe Klassenwiede holun-
gen au de Kinde ga ens u e en scheiden. Obwohl diese gemäss Gese z nu in Ausnahme ällen o gesehen
sind, zeigen s a is ische Da en eine e gleichsweise hohe Wiede holungs a e im zwei en Kinde ga enjah . Au
heo e ische und empi ische G undlage wi d analysie , welche Übe zeugungen, diagnos ischen Einschä zun-
gen und sys emischen Ein lüsse den En scheidungsp ozess p ägen. Die E gebnisse zeigen, dass
Klassenwiede holungen nich ausschliesslich au kindliche Me kmale zu ückzu üh en sind, sonde n im Zusam-
menspiel indi iduelle , diagnos ische und ins i u ionelle Fak o en ge o en we den. Da aus e geben sich
Emp ehlungen ü eine e lek ie e pädagogische P axis – e zich e jedoch bewuss au eine no ma i e Fes le-
gung konk e e En scheidungsk i e ien.
Inhal s e zeichnis
Abs ac ............................................................................................................................................................... 2
Inhal s e zeichnis ............................................................................................................................................... 3
1 Einlei ung ................................................................................................................................................... 6
1.1 P oblems ellung und Inhal de Fo schung ....................................................................................... 6
1.2 Ziel ..................................................................................................................................................... 6
1.3 Rele anz des Themas aus heilpädagogische Sich und pe sönliche Bezug .................................... 7
1.4 Au bau de A bei .............................................................................................................................. 7
Teil 1 ............................................................................................................................................................... 8
2 Beg i lichkei en ......................................................................................................................................... 8
2.1 Klassenwiede holung ........................................................................................................................ 8
2.2 Kinde ga en aus Sys empe spek i e ................................................................................................ 8
2.3 Schul ei e, Schul ähigkei ode Schulbe ei scha ............................................................................. 9
2.4 Ve schiedene Al e sde ini ionen ..................................................................................................... 11
2.5 Zusammen assung ........................................................................................................................... 11
3 Sys emische und empi ische Rahmen ................................................................................................... 12
3.1 Gese zliche und pädagogische Rahmenbedingungen im Kan on Zü ich ......................................... 12
3.1.1 Gese zliche G undlagen .......................................................................................................... 12
3.1.2 Ha moS Konko da ................................................................................................................. 13
3.1.3 Leh plan 21 ............................................................................................................................. 13
3.1.4 Beobach en und Beu eilen im Kinde ga en ......................................................................... 14
3.1.5 Übe i om Kinde ga en in die 1. Klasse ........................................................................... 14
3.1.6 Wei e üh ende Wege nach dem Kinde ga en ..................................................................... 14
3.1.7 Zwischen azi .......................................................................................................................... 15
3.2 S a is ische Da en zu Klassenwiede holung im Kan on Zü ich ...................................................... 15
3.3 Empi ische Be unde zu Klassenwiede holung ............................................................................... 17
3.3.1 Risikokinde ............................................................................................................................ 18
3.3.2 E ek i i ä de Klassenwiede holung ..................................................................................... 18
3.3.3 Me hodenk i ik in de Fo schung zu Klassenwiede holung .................................................. 20
3.3.4 Pädagogische Al e na i en zu Klassenwiede holung ............................................................ 21
3.3.5 Zwischen azi .......................................................................................................................... 22
3.4 Zusammen assung ........................................................................................................................... 22
4 En scheidungsp ozesse on Leh pe sonen – Theo ien, Übe zeugungen und Ein lüsse .......................... 23
4.1 Wie Übe zeugungen die Sich au Klassenwiede holung p ägen .................................................... 23
4.1.1 Wie Übe zeugungen en s ehen .............................................................................................. 23
4.1.2 Zwischen azi .......................................................................................................................... 24
4.2 Diagnos ische G undlagen pädagogische En scheidungen ............................................................ 24
Inhal s e zeichnis
4
4.2.1 Pädagogische Diagnos ik ........................................................................................................ 24
4.2.2 En wicklung de Schulein i sdiagnos ik ............................................................................... 25
4.2.3 Gesam beu eilung in de P axis: Beobach en, Deu en, En scheiden .................................... 25
4.2.4 Zwischen azi .......................................................................................................................... 26
4.3 Sys emische Pe spek i en ............................................................................................................... 26
4.3.1 B on enb enne – Das ökologische Modell ............................................................................ 27
4.3.2 Anwendung au den schulischen Kon ex ............................................................................... 27
4.3.3 Übe gänge als bedeu same En wicklungse eignisse .............................................................. 29
4.3.4 Zusammen assung .................................................................................................................. 30
4.4 Theo ieges ü z e Übe zeugungen im pädagogischen All ag ........................................................... 31
4.4.1 En wicklungspsychologie ........................................................................................................ 31
4.4.2 Emo ionale Kompe enz .......................................................................................................... 33
4.4.3 Mo i a ion .............................................................................................................................. 35
4.4.4 Bedeu ung des Al e s bei Kinde ga enein i ....................................................................... 38
4.4.5 Wei e e E klä ungsansä ze ..................................................................................................... 40
4.5 Zusammen assung: Zusammenspiel on Theo ie, Übe zeugung und Kon ex ............................... 42
Teil 2 ............................................................................................................................................................. 43
5 Fo schungs age und Hypo hesen ........................................................................................................... 43
5.1 Hypo hesen und Beg ündungen ...................................................................................................... 43
5.1.1 Hypo hese 1: Eins ellungen und En scheidungs e hal en ..................................................... 43
5.1.2 Hypo hese 2: Sys emische Rahmenbedingungen ................................................................... 44
5.1.3 Hypo hese 3: Einschulungss ich ag ........................................................................................ 44
5.2 Zusammen assung ........................................................................................................................... 44
6 Fo schungsme hodik ................................................................................................................................ 44
6.1 Fo schungsdesign ............................................................................................................................ 45
6.2 Gü ek i e ien de Fo schung ........................................................................................................... 45
6.3 G undgesam hei und Auswahl de S ichp obe .............................................................................. 46
6.4 Da ene hebung ............................................................................................................................... 46
6.4.1 En wicklung des F agebogens ................................................................................................ 46
6.4.2 Me hodische Übe legungen zu F agebogenges al ung ........................................................ 47
6.5 Da enauswe ung ............................................................................................................................ 47
6.5.1 Besch eibung de S ichp obe .................................................................................................. 47
6.5.2 Ope a ionalisie ung und Analyseme hoden ........................................................................... 48
6.6 E gebnisse ....................................................................................................................................... 49
6.6.1 Hypo hese 1 ............................................................................................................................ 49
6.6.2 Hypo hese 2 ............................................................................................................................ 50
6.6.3 Hypo hese 3 ............................................................................................................................ 52
6.7 Zusammen assung de E gebnisse .................................................................................................. 53
Inhal s e zeichnis
5
7 Diskussion ................................................................................................................................................ 54
7.1 Subjek i e Übe zeugungen im En scheidungsp ozess .................................................................... 54
7.1.1 Analyse de E gebnisse ........................................................................................................... 54
7.1.2 In e p e a ion und Bezug zu Theo ie .................................................................................... 56
7.1.3 Bedeu ung ü die pädagogische P axis .................................................................................. 57
7.2 Diagnos ische Einschä zungen on Leh pe sonen .......................................................................... 58
7.2.1 Analyse de E gebnisse ........................................................................................................... 58
7.2.2 In e p e a ion und Bezug zu Theo ie .................................................................................... 60
7.2.3 Bedeu ung ü die pädagogische P axis .................................................................................. 61
7.3 Sys emische Rahmenbedingungen im Disku s ................................................................................ 62
7.3.1 Analyse de E gebnisse ........................................................................................................... 62
7.3.2 In e p e a ion und Bezug zu Theo ie .................................................................................... 63
7.3.3 Bedeu ung ü die pädagogische P axis .................................................................................. 64
7.4 Bean wo ung de Fo schungs age ................................................................................................ 65
7.5 Einsch änkungen de S udie ............................................................................................................ 66
7.6 Wei e e Fo schungsa bei ............................................................................................................... 67
8 Schluss olge ungen: Zen ale E kenn nisse und ih e Bedeu ung ü die P axis ....................................... 68
8.1 Übe zeugungen als handlungslei ende G undlage ......................................................................... 68
8.2 Diagnos ik im Spannungs eld zwischen In ui ion und S uk u ....................................................... 69
8.3 S uk u elle Bedingungen als e deck e En scheidungs ak o en .................................................... 69
8.4 Fazi ................................................................................................................................................. 69
9 Pe sönliche Re lexion ............................................................................................................................... 70
10 Li e a u e zeichnis ............................................................................................................................. 71
11 Abbildungs e zeichnis ......................................................................................................................... 79
12 Tabellen e zeichnis ............................................................................................................................. 80
13 Anhang ................................................................................................................................................. 81
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
6
1 Einlei ung
Wenn ein Kind nach zwei Kinde ga enjah en noch nich be ei ü den Wechsel in die 1. Klasse schein , s eh
eine F age unausweichlich im Raum: Soll e es ein wei e es Jah im Kinde ga en e b ingen?
Ge ade de Übe gang in die 1. Klasse gil als zen ale Weichens ellung im Bildungsweg. E b ing neue An o de-
ungen, neue Rollen und E wa ungen an das Kind mi sich.
Im Kan on Zü ich e olg de Übe i nach zwei Jah en Kinde ga en s illschweigend (Kan on Zü ich, 2006). Nu
in Ausnahme ällen is ein d i es Jah o gesehen – e wa dann, wenn die En wicklung des Kindes dies naheleg
(Kan on Zü ich, 2005). In de schulischen P axis zeig sich jedoch, dass Klassenwiede holungen .a. au Kinde -
ga ens u e häu ige emp ohlen we den, als es die gese zlichen Vo gaben e mu en lassen (BFS, 2021). Diese
Disk epanz zwischen No m und Wi klichkei bilde den Ausgangspunk de o liegenden A bei .
1.1 P oblems ellung und Inhal de Fo schung
Die F age nach de Sinnha igkei on Klassenwiede holungen s ell sich ielen Kinde ga enleh pe sonen jedes
Jah au s Neue. Lau Volksschulgese z und Volksschul e o dnung des Kan ons Zü ich is eine Wiede holung nu
in beg ünde en Ausnahme ällen o gesehen (Kan on Zü ich, 2005, 2006). In de P axis zeig sich jedoch, dass
deu lich häu ige eine Ve länge ung emp ohlen wi d – obgleich au die meis ausbleibenden Au hole ek e hin-
gewiesen wi d (Bildungsdi ek ion Kan on Zü ich, 2022, S. 11).
Zwa is insgesam ein Rückgang de Klassenwiede holungen zu beobach en!(BFS, 2021; Bildungsdi ek ion Kan-
on Zü ich, 2016), abe nich so im zwei en Kinde ga enjah (Bildungsdi ek ion Kan on Zü ich, 2016). Diese
Wide sp uch wi g undlegende F agen au : Weshalb wi d ge ade im Kinde ga en so häu ig wiede hol – und
we i diese En scheidung au welche G undlage?
In de Fo schung bes eh wei gehend Einigkei , dass Klassenwiede holungen wede zu nachhal igen Leis ungs-
s eige ungen üh en (u. a. Bless, Schüpbach & Bon in, 2004; Eu ydice, 2011) noch wi scha lich sinn oll sind
(Diens s elle Volksschulbildung Kan on Luze n, 2015). Die Disk epanz zu pädagogischen P axis deu e da au
hin, dass subjek i e Einschä zungen de Leh pe sonen eine zen ale Rolle spielen: Wah nehmungen, pe sönliche
Übe zeugungen und ins i u ionelle Rahmenbedingungen liessen o unbewuss in die En scheidung ein.
Diese ehlende S anda disie ung bi g das Risiko inkonsis en e En scheidungen – mi möglichen Folgen ü die
Bildungsge ech igkei . Kinde we den dabei nich nu anhand ih e En wicklung, sonde n auch im Lich pädago-
gische Vo s ellungen und sys emische Fak o en beu eil .
1.2 Ziel
Ziel de o liegenden S udie is es, die En scheidungsp ozesse on Kinde ga enleh pe sonen im Hinblick au
Klassenwiede holungen zu un e suchen und k i isch zu e lek ie en. Be ücksich ig we den gese zliche Vo ga-
ben, ak uelle Fo schung sowie diagnos ische und en wicklungspsychologische Übe legungen. Im Fokus s ehen
subjek i e Einschä zungen – insbesonde e im Hinblick au ih e Auswi kungen au die pädagogische P axis und
au die Chancenge ech igkei .
G undlage hie ü is eine Online-Be agung on Kinde ga enleh pe sonen im Kan on Zü ich, bei de zen ale
En scheidungs ak o en, pe sönliche Hal ungen und Eins ellungen zu Klassenwiede holung e hoben we den. Die
E gebnisse we den heo e isch eingeo dne , um pädagogisches Handeln besse zu e s ehen. Auch die
1 Einlei ung
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
7
gese zliche S ich ags egelung und ih e möglichen Folgen we den k i isch be ach e . Ausgangspunk de S udie
is die olgende Fo schungs age:
Wie wi ken subjek i e Übe zeugungen, diagnos ische Einschä zungen und sys emische Rahmenbedingungen
zusammen, wenn Kinde ga enleh pe sonen übe eine Klassenwiede holung en scheiden?
Nich Gegens and diese A bei sind die lang is igen Auswi kungen eine Klassenwiede holung au die wei e e
Schullau bahn. Diese F ages ellung wä e im Rahmen eine sepa a en Un e suchung zu e ie en.
1.3 Rele anz des Themas aus heilpädagogische Sich und pe sönliche Bezug
Klassenwiede holungen be e en häu ig Kinde mi Le nschwie igkei en ode mi En wicklungs e läu en, die
noch nich dem al e sbezogenen E wa ungsho izon en sp echen – und dami auch das Tä igkei s eld de schu-
lischen Heilpädagogik. Schulische HeilpädagogInnen (SHP) beglei en in de Regel sowohl die be o enen Kinde
als auch die En scheidungsp ozesse, sei es du ch be a ende Un e s ü zung ode im Rahmen eine geziel en Fö -
de planung. Da die Einschä zungen on Leh pe sonen und SHP massgeblich zu En scheidung bei agen,
e schein es une lässlich, diese Pe spek i en di e enzie zu be ach en und k i isch zu e lek ie en.
Diese No wendigkei zeig sich auch in meine eigenen P axis: Als SHP beglei e ich jäh lich En scheidungsp o-
zesse, bei denen es da um geh , ob ein zusä zliches Kinde ga enjah im Sinne des Kindes is . Dabei wi d s e s
deu lich, wie ielschich ig und komplex solche En scheidungen sind – beein luss du ch kindliche En wicklung,
sys emische Rahmenbedingungen und die F age nach op imale Fö de ung.
Auch pe sönliche E ah ungen p ägen mein In e esse an diesem Thema: sowohl aus meine eigenen Schulzei als
auch aus de jenigen meine Toch e . Diese E lebnisse, kombinie mi meine ühe en Tä igkei als Klassenleh -
pe son, üh en zu meine g undsä zlich posi i en Hal ung gegenübe Klassenwiede holungen. Folglich dien
diese S udie auch de Re lexion meine eigenen be u lichen Hal ung. Du ch die wissenscha liche Auseinande -
se zung möch e ich meine Pe spek i e e wei e n und einen Bei ag zu di e enzie en, e idenzbasie en
Diskussion leis en.
1.4 Au bau de A bei
Die A bei gliede sich in einen heo e ischen und einen empi ischen Teil. Im heo e ischen Teil we den zunächs
zen ale Beg i e und anschliessend gese zliche und pädagogische Rahmenbedingungen im Kan on Zü ich sowie
s a is ische Da en zu Klassenwiede holung im Kinde ga en e läu e . De Fo schungss and zu Wi ksamkei on
Klassenwiede holungen und zu möglichen Al e na i en wi d um assend da ges ell .
Anschliessend we den die Rolle de Schulein i sdiagnos ik sowie heo e ische Ansä ze zu kindlichen En wick-
lung, zu Übe gängen im Bildungssys em und zu subjek i en En scheidungsg undlagen on Leh pe sonen
behandel . Be ücksich ig we den dabei en wicklungspsychologische, mo i a ionale und emo ionale Aspek e
ebenso wie de ela i e Al e se ek .
De empi ische Teil beginn mi de Fo mulie ung de Fo schungs age und on Hypo hesen, ge olg on de
Besch eibung des me hodischen Vo gehens, de Da ene hebung sowie de Auswe ung des Online-F agebogens
ü Kinde ga enleh pe sonen im Kan on Zü ich. Wei e s we den die E gebnisse disku ie , im Kon ex de The-
o ie in e p e ie und mögliche Implika ionen sowie Einsch änkungen au gezeig . Abschliessend olg ein
Ausblick au wei e üh ende Fo schungspe spek i en und ein pe sönliches Feedback.
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
8
Teil 1
2 Beg i lichkei en
Um die En scheidungsp ozesse und um Klassenwiede holungen im Kinde ga en di e enzie beleuch en zu
können, is zunächs eine Klä ung zen ale Beg i e und heo e ische G undlagen no wendig. Dieses Kapi el
bie e dahe eine beg i liche und konzep ionelle Ve o ung de Thema ik. Es e läu e e schiedene Fo men de
Klassenwiede holung, o dne den Kinde ga en aus sys emische Pe spek i e ein und geh au un e schiedliche
De ini ionen on Schulbe ei scha und Al e ein. Diese G undlagen bilden das heo e ische Fundamen ü die
nach olgenden Analysen und we den im wei e en Ve lau de A bei wiede au geg i en.
2.1 Klassenwiede holung
In de Schule gib es e schiedene Fo men de Klassenwiede holung, die sich hinsich lich ih es Kon ex s und de
dami e bundenen Ve ände ungen un e scheiden (Bless e al., 2004). Jede A de Wiede holung bedeu e ü
das be o ene Kind, dass es seine bishe ige Klassengemeinscha e läss und sich in eine neue G uppe in eg ie-
en muss.
Bless e al. (2004) e läu e n, dass die klassische Fo m de Wiede holung, die s abile Repe i ion,!die Wiede holung
de selben Jah gangss u e im gleichen Schul yp mi un e ände en Le nzielen bezeichne . Demgegenübe s ehe
die!mobile Repe i ion,!die einen Wechsel des Schul yps mi sich b ing – en wede in eine leis ungss ä ke e (po-
si i e mobile Repe i ion) ode in eine leis ungsschwäche e Schul o m (nega i e mobile Repe i ion). Diese Fo m
i in de Sekunda s u e I au .
Ein Wechsel des Schul yps ohne Wiede holung (z. B. om Kinde ga en in eine Einschulungsklasse ode in eine
Sonde schule) gel e nich als Klassenwiede holung. Ein solche Wechsel be uh zwa eben alls au eine Selek-
ion, is abe keine Wiede holung im klassischen Sinne.
Da sich diese A bei au die Wiede holung in de Kinde ga ens u e konzen ie , wi d im Folgenden un e „Klas-
senwiede holung“ ausschliesslich die s abile Repe i ion e s anden. De Beg i !Repe i ion!kann im schulischen
All ag auch im Sinne on „Wiede holung des Le ns o s“ e s anden we den, was zu Miss e s ändnissen üh en
kann. Deswegen wi d in diese A bei konsequen de Beg i Klassenwiede holung! e wende .
2.2 Kinde ga en aus Sys empe spek i e
De Kinde ga en is je nach Pe spek i e – kan onal, in e kan onal, na ional ode in e na ional – un e schiedlich
in das Bildungssys em eingebe e , was Abbildung 1 au zeig . Im Kan on Zü ich lieg e zwischen de ühen Fö -
de ung (FBBE) und de P ima schule. In e kan onal sowie in de O ganisa ion de Zü che Volksschule zähl de
Kinde ga en zu P ima s u e.!De Leh plan 211 ( gl. Kap. 3.1.3) o dne ihn gemeinsam mi den e s en beiden
P ima klassen dem 1. Zyklus zu, wäh end das Volksschulgese z ihn als e s e S u e de Volksschule de inie .
1 De Leh plan 21 is de gemeinsame Leh plan ü die Volksschule in de deu schsp achigen Schweiz. E wu de zwischen 2010 und 2014
un e de Lei ung de Deu schschweize E ziehungsdi ek o en-Kon e enz (EDK) en wickel . E basie au eine gemeinsamen Vo lage, wu de
jedoch in den einzelnen Kan onen eilweise angepass (D-EDK, n. d.).
Teil 1 • 2 Beg i lichkei en
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
9
In e na ional wi d de Kinde ga en gemäss ISCED2-Klassi ika ion (UNESCO, 2012) de P e-p ima y Educa ion und
dami de Ea ly Childhood Educa ion zugeo dne .
Diese un e schiedlichen Eino dnungen e deu lichen die No wendigkei kla e Abg enzungen und Übe gänge
zwischen den S u en. Sie we en auch F agen zum Zei punk on Übe gängen, zu gemeinsamen Pädagogik im
1. Zyklus und zu äumlichen Anbindung de Kinde gä en au (Imlig, Baya d & Mangold, 2019).
Abbildung 1: Einbe ung des Kinde ga ens aus Sys empe spek i e (Imlig e al., 2019). Wiede gabe mi Genehmigung.
2.3 Schul ei e, Schul ähigkei ode Schulbe ei scha
Die Beg i e Schul ei e, Schul ähigkei und Schulbe ei scha besch eiben un e schiedliche Pe spek i en beim
Übe i in die 1. Klasse und we den in de P axis häu ig synonym e wende (Kamme meye , 2024). Sie un e -
scheiden sich jedoch in ih e his o ischen En wicklung und inhal lichen Aus ich ung.
„Schul ei e“ als biologische En wicklungszei punk
Schul ei e geh on einem biologischen Rei ep ozess aus, de Kinde nach eine gewissen En wicklungsphase au-
oma isch schulbe ei mach . Die Einschulung wi d dabei eng mi dem Al e und dem indi iduellen
En wicklungss and e knüp !( gl. Ke n, 1951).
Dieses linea e En wicklungs e s ändnis be ach e den Rei eg ad als Haup k i e ium ü den Schulein i . Um-
wel ak o en wie amiliä e Ein lüsse we den kaum be ücksich ig . Lau Ke n (1951) e eichen alle Kinde – mi
Ausnahme ex em schwach begab e Kinde – ühe ode spä e den op imalen Einschulungszei punk . Ein Aus-
d uck diese Pe spek i e sind Schul ei e es s ode Einschulungs-Sc eenings, die den En wicklungss and eines
Kindes messen sollen (S amm & Edelmann, 2013). Neue e S udien weisen jedoch da au hin, dass Schul ei e nich
ausschliesslich biologisch e klä ba is !(Niklas, 2011).
„Schul ähigkei “ als Eignung
Das ühe e Rei ungskonzep wu de du ch das Konzep de Schul ähigkei e se z (Bu gene Woe ay, 1996).
Dieses gehe da on aus, dass Kinde übe e schiedene Fähigkei en e ügen, die ü den Schule olg wich ig
2 Die UNESCO en wickel e die In e na ional S anda d Classi ica ion o Educa ion (ISCED), um Bildungssys eme wel wei e gleichba zu ma-
chen. Die Klassi ika ion wu de sei ih e Ein üh ung um 1970 meh ach übe a bei e , zule z 2011.
Teil 1 • 3 Sys emische und empi ische Rahmen
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
16
angenommen, dass un e schiedliche schulin e ne Kul u en und En scheidungsk i e ien eine Rolle spielen (Bil-
dungsdi ek ion Kan on Zü ich, 2016).
Abbildung 3: En wicklung de Repe i ionsquo e on 2001 bis 2014 nach Schuljah (Bildungsdi ek ion Kan on Zü ich, 2016,
S. 17).!
Die ak uelle e S udie des BFS un e such schweizwei Kinde , die 2016 eingeschul wu den. Sie zeig , dass 3,3 %6
diese Kinde länge als zwei Jah e au de e s en P ima s u e 1 und 2 (= Kinde ga en) e bleiben. In den 20
Kan onen7 zeigen sich deu liche Un e schiede in Bezug au die Wiede holungs a e. Besonde s au ällig is de
Kan on Zü ich, in dem 5,6 % de Kinde ein d i es Jah im Kinde ga en absol ie en – de höchs e We (2021).
Im Schuljah 23/24 haben lau Da enpo al de Bildungss a is ik (Bis a) 228 on 15’447 Kinde das 1. Kinde ga -
enjah (1,47 %) und 660 on 15’931 Kinde das 2. Kinde ga enjah (4,14 %) wiede hol .
Lau BFS!(2021) sind Jungen und Kinde mi Mig a ionshin e g und häu ige on eine Wiede holung be o en.
Auch ein nied ige Bildungss and de El e n e höh die Wah scheinlichkei eine Wiede holung.
Ein Ve gleich mi ande en Kan onen, e wa Scha hausen, zeig wei e e Un e schiede: Do is die Anzahl an Son-
de schulung höhe , was e mu en läss , dass Kinde do ehe spezialisie en Fö de angebo en zugewiesen
we den, wäh end in Zü ich endenziell meh Kinde ein zusä zliches Kinde ga enjah du chlau en. Gleichzei ig
lassen sich e hebliche Un e schiede in de P axis es s ellen – sowohl zwischen Kan onen als auch zwischen Ge-
meinden (Bundesam ü S a is ik, 2021).
Ein di ek e Ve gleich beide S udien8 und de neus en Bis a-Zahlen leg nahe, dass die Wiede holungs a e in de
Kinde ga ens u e wiede leich gesunken, jedoch nach wie o hoch is . Eine mögliche U sache is die
6 Die Kan one Luze n, Obwalden, Schwyz, U i, Nidwalden und Tessin sind in den 3.3 % de Schüle innen und Schüle nich be ücksich ig . In
Luze n, Obwalden, Schwyz, U i und Nidwalden is nu ein Kinde ga enjah obliga o isch, wäh end im Tessin Kinde be ei s mi 3 Jah en in
den Kinde ga en ein e en können und dahe die P ima s u e 1 und 2 o übe d ei Jah e besuchen. Da die Da en diese sechs Kan one ein
e älsch es Bild e geben könn en, we den sie nich in die Be echnung einbezogen. Mi Einbezug diese sechs Kan one sind es 6.8 %.
7 Wiede um ohne die Kan one Luze n, Obwalden, Schwyz, U i, Nidwalden und Tessin.
8 Um die Da en de zwei S udien eins zu eins e gleichen zu können, müss e noch genau un e such we den, welche Schüle Innen in de
jeweiligen Un e suchung be ücksich ig wu den und welche nich .
Teil 1 • 3 Sys emische und empi ische Rahmen
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
17
s u enweise Ve schiebung des Einschulungss ich ags im Rahmen on Ha moS, wodu ch jünge e Kinde einge-
schul we den. Ebenso könn en sich Hal ungen on Leh pe sonen und El e n e ände haben – mi dem
Wunsch, Kinde n meh En wicklungszei zu e möglichen ( gl. Kap. 4.4.4 da in: Exku s II: Rücks ellung).
Die Da en zeigen, dass Klassenwiede holungen, insbesonde e im Kinde ga en im Kan on Zü ich, keine Aus-
nahme da s ellen. Die ausgewiesenen Zahlen e assen lediglich die a sächlich ealisie en
Klassenwiede holungen. Zudem is da on auszugehen, dass die Wiede holungsquo e höhe läge, wenn alle El-
e n de Emp ehlung de Kinde ga enleh pe son zu Wiede holung ge olg wä en.
3.3 Empi ische Be unde zu Klassenwiede holung
Vo diesem Hin e g und widme sich de olgende Abschni ausgewähl en empi ischen S udien zu Klassenwie-
de holung aus e schiedenen Lände n. Dabei we den sowohl s uk u elle Bedingungen als auch indi iduelle
Auswi kungen au die be o enen Kinde beleuch e .
Un e suchungen zum Ein luss on Klassenwiede holungen au schulische Leis ungen und die sozioemo ionale
En wicklung lie e n wide sp üchliche E gebnisse. Obwohl die Wiede holung häu ig als Lösung ü Le n- ode En -
wicklungs ücks ände gil !(Bildungsdi ek ion Kan on Zü ich, 2016), bleib ih e Wi ksamkei ums i en. Dennoch
se zen o allem Kinde ga enleh pe sonen scheinba wei e hin da au ( gl. Kap. 3.2) – in de Ho nung, ein zu-
sä zliches Jah könne bes ehende De izi e ausgleichen (Bildungsdi ek ion Kan on Zü ich, 2016; Bless e al., 2004).
Zudem wi d die Wiede holung auch als Mi el zu Homogenisie ung on Klassen be ach e : Sie soll die u sp üng-
liche Le ng uppe en las en, den leis ungsschwäche en Kinde n die Möglichkei geben, Le ns o au zuholen und
besse in eine neue Klassengemeinscha hineinzuwachsen (Fabian, 2020; K ohne, Meie & Tillmann, 2004). Da -
übe hinaus kann sie auch eine e ein achende Wi kung au die Un e ich s üh ung haben, da wenige
He e ogeni ä un e Ums änden als ge inge e Planungsau wand emp unden wi d (Bless e al., 2004).
Die wissenscha liche Auseinande se zung mi de Klassenwiede holung e ö ne meh e e Fo schungs elde : E s-
ens s ell sich die F age nach de ge ech en Anwendung – we wiede hol eine Klasse und wa um? S udien
zeigen, dass neben Leis ungs ak o en auch Me kmale wie Geschlech und Mig a ionshin e g und eine Rolle spie-
len (Bless e al., 2004; Bundesam ü S a is ik, 2021; Dong, 2010; Schüpbach, 2015) ( gl. Kap. 3.3.1). Zwei ens
wi d die E ek i i ä on Klassenwiede holungen hinsich lich de Leis ungsen wicklung un e such : Kann eine
Wiede holung schwache Leis ungen e besse n ode zumindes s abilisie en (G eene & Win e s, 2007; Hong &
Yu, 2007; Hwang & Cappella, 2018; Özek & Ma iano, 2023)? D i ens we den die Auswi kungen au weiche Fak-
o en wie Mo i a ion, Selbs konzep und sozioemo ionale Anpassung analysie . Wäh end einige S udien
nega i e E ek e nahelegen, gib es auch Hinweise au posi i e En wicklungen du ch soziale Ve gleiche (Ehmke,
Sälze , Pie sch, D echsel & Mülle , 2017; Hwang & Koedel, 2022; Ma sh e al., 2017). Besonde s au ällig is , dass
S udien sel en sind, welche den Ein luss des Al e s und des emo ionalen En wicklungss ands au den Wiede ho-
lungsen scheid hema isie en. Im Schweize Kon ex ehlen sie wei gehend. Ge ade deshalb e schein das
A gumen on Shepa d (1989) besonde s ele an : „A guably e en ion is mo e likely o ha e posi i e e ec s
when applied ea ly because epea ing a yea hu s less emo ionally and may ul ima ely be mo e bene icial o
young child en“ (zi ie nach Dong, 2010, S. 220). Eine e ie e Auseinande se zung mi diese F age wä e wün-
schenswe – insbesonde e angesich s de hohen Rele anz emo ionale En wicklungsaspek e im
Kinde ga enal e .
Teil 1 • 3 Sys emische und empi ische Rahmen
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
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3.3.1 Risikokinde
Die En scheidung übe eine Klassenwiede holung häng on e schiedenen Fak o en ab und be i nich aus-
schliesslich Kinde mi den schlech es en schulischen Leis ungen (Bless e al., 2004). Vielmeh schein es sich um
ein komplexes Zusammenspiel indi iduelle und soziale Fak o en zu handeln. Lau Bless e al. (2004) spielen
sowohl Schulleis ungen als auch die psychosoziale Si ua ion des Kindes eine zen ale Rolle. Dabei we de indi i-
duellen und disposi ionellen U sachen meh Gewich beigemessen als umwel beding en und e ände ba en
Fak o en (Fabian, 2020).
Da en des Bundesam s ü S a is ik (2021) e deu lichen, dass bes imm e G uppen ein höhe es Risiko ü eine
Klassenwiede holung haben. Jungen (1,5 %) wiede holen häu ige als Mädchen (1,2 %). Auch bei Kinde n mi
Mig a ionshin e g und is die Wiede holungs a e e höh : 2,8 % de ausländischen Schüle Innen, die nach dem
sechs en Lebensjah in die Schweiz eingewande sind, wiede holen eine Klasse, wäh end es bei Schweize Schü-
le Innen nu 1,1 % sind. Besonde s au ällig is de Ein luss des sozioökonomischen S a us: Kinde aus Familien
mi nied ige Bildung haben ein höhe es Risiko, eine Klasse zu wiede holen. Wäh end 2,1 % de Kinde on El e n
ohne nachobliga o ische Ausbildung be o en sind, lieg die Wiede holungsquo e bei Kinde n aus Familien mi
Sekunda s u e-II-Abschluss bei 1,3 % und sink au 0,7 %, wenn eine El e npe son einen Hochschulabschluss ha .
Ebenso sind Schüle Innen mi ISR9- ode ISS10-S a us übe du chschni lich häu ig be o en (Bildungsdi ek ion
Kan on Zü ich, 2016).
Neben indi iduellen Fak o en beein lussen auch s uk u elle und ins i u ionelle Rahmenbedingungen die Wah -
scheinlichkei eine Klassenwiede holung. Bless e al. (2004) weisen da au hin, dass die En scheidung je nach
Leh pe son un e schiedlich aus allen kann, da de en pe sönliche Übe zeugung übe die Wi ksamkei de Klas-
senwiede holung eine Rolle spiel (Schüpbach, 2015). Auch zwischen Gemeinden und Kan onen gib es
e hebliche Un e schiede (Bundesam ü S a is ik, 2021): Wäh end einige Schulgemeinden au de Kinde ga en-
s u e ga keine Klassenwiede holungen bewilligen, sind in ande en die Wiede holungsquo en deu lich höhe .
Ländliche Gemeinden weisen dabei endenziell höhe e Wiede holungs a en au als s äd ische Gebie e (Bildungs-
di ek ion Kan on Zü ich, 2016). Fabian (2020) e gänz das Al e , sozioemo ionale Cha ak e is ika und
Pe sönlichkei sme kmale (wie Ans engungsbe ei scha ode Selbs s ändigkei ) als Risiko ak o en ü eine Wie-
de holung.
Auch in e na ionale S udien bes ä igen ähnliche Risiko ak o en ü Klassenwiede holungen. Jime son und B own
(2013) iden i izie en ü die USA A mu , häu ige Schulwechsel, ch onische Fehlzei en, Lese- und Ve hal ensp ob-
leme sowie Schwie igkei en in sozialen Beziehungen als zen ale Ein luss ak o en. Dies zeig , dass das Phänomen
de Risikokinde nich nu in de Schweiz, sonde n auch in ande en Lände n bes eh . Eine in e essan e S udie
hie zu lie e n auch K ohne e al. (2004).
3.3.2 E ek i i ä de Klassenwiede holung
Die empi ische Fo schung zu Klassenwiede holung um ass ein b ei es Spek um an Al e sg uppen, Bildungssys-
emen und me hodischen Zugängen. Obwohl de Schweize Bildungsbe ich (SKBF, 2023) da au hinweis , dass
die Wi kung on Klassenwiede holungen nach wie o zu den ungenügend e o sch en Themen gehö , exis ie
9 ISR = in eg ie e Sonde schulung in de Ve an wo ung de Regelschule
10 ISS = in eg ie e Sonde schulung in de Ve an wo ung de Sonde schule
Teil 1 • 3 Sys emische und empi ische Rahmen
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eine Vielzahl in e na ionale S udien. Die Wi ksamkei de Massnahme bleib abe ums i en. Es lassen sich je-
doch gewisse T ends e kennen, die im Folgenden zusammenge ass we den sollen.
Zahl eiche S udien zeigen, dass Klassenwiede holungen ku z is ig zu Leis ungs e besse ungen üh en können.
Diese E ek e sind jedoch meis nich nachhal ig ode keh en sich lang is ig soga ins Nega i e (z.B. Bless e al.,
2004; Daeppen, 2011; F uehwi h, Na a o & Takahashi, 2016; Goos, Van Damme, Onghena, Pe y & De Bilde,
2013; Ha ie, 2015; Hong & Yu, 2007; Jime son, 2001; Ma sh, Ge shwin, Ki by & Xia, 2009). Repe ie ende Schü-
le Innen übe holen ih e gleichal igen Pee s kaum daue ha ; häu ig e bleiben sie o z Wiede holung in de
un e en Leis ungsg uppe ih e neuen Klasse.
Da übe hinaus we den psychosoziale Risiken und Chancen hema isie : Bless e al. (2004) s ellen ü wiede ho-
lende Schüle Innen keine nega i en Folgen im emo ionalen und sozialen Be eich es . Im Gegen eil: Ku z is ig
lassen sich soga posi i e E ek e beobach en – lang is ig gleichen sich diese Un e schiede jedoch meis wiede
aus. Hingegen be ich en S udien bei Wiede holungen in spä e en Schuljah en on S igma isie ung, dem Ve lus
de Pee g oup, einem sinkenden Selbs we ge ühl sowie eine ge inge en schulischen Mo i a ion (Daeppen,
2011; Jime son & B own, 2013; Pipa & Peixo o, 2022). Diese E ek e können die lang is ige schulische En wick-
lung e heblich beein äch igen. In eine Me aanalyse on Jime son (2001) wu den in de übe wiegenden
Meh zahl nega i e Auswi kungen au das Selbs konzep und die Bildungsaspi a ion es ges ell . Auch die Wah -
scheinlichkei eines spä e en Schulabb uchs is bei wiede holenden Schüle Innen signi ikan e höh (Ha ie,
2015; Jime son, 2001). F uehwi h e al. (2016) zeigen, dass sich die Auswi kungen de Klassenwiede holung je
nach Zei punk s a k un e scheiden: Wäh end eine Wiede holung im Kinde ga en keinen signi ikan en E ek
au die Wah scheinlichkei eines Schulabb uchs ha , üh eine Wiede holung in de 9. Klasse zu eine um meh
als 20 P ozen punk e e höh en D op-ou -Wah scheinlichkei .
Die Wi ksamkei eine Klassenwiede holung könn e somi al e sabhängig sein: Wäh end bei äl e en Schüle In-
nen endenziell nega i e E ek e übe wiegen, is das Bild bei Kinde n im Al e on 5 bis 7 Jah en di e enzie e .
In den un e en Jah gangss u en e en eilweise posi i e E ek e au , insbesonde e im sozial-emo ionalen Be eich
(Dong, 2010; Hong & Yu, 2007; Wu, Wes & Hughes, 2010), abe auch hinsich lich schulische Leis ung, wenn
diese üh e olg und du ch Fö de massnahmen zusä zlich un e s ü z wi d (Özek & Ma iano, 2023). Wu e al.
(2010) be ich en, dass Kinde im Wiede holungsjah häu ig besse angepass , emo ional s abile und sozial in e-
g ie e e scheinen. Zudem e besse n sich das Ve häl nis zu Leh pe sonen sowie das schulische
Zugehö igkei sge ühl ku z is ig. Ma sh e al. (2017) zeigen au , dass ühe Wiede holung – bei angemessene
pädagogische Beglei ung – zu s abilen Ve besse ungen des Selbs konzep s und de Selbs wi ksamkei üh en
kann. Wäh end Bless e al. (2004) keine spezi ischen Vo eile eine ühen Klassenwiede holung es s ellen und
de en gene elle Sinnha igkei in age s ellen, weis Dong (2010) in ih e US-ame ikanischen S udie posi i e E -
ek e au schulische Leis ungen bis zu d i en Klasse nach – o ausgese z , die Wiede holung e olg ühzei ig
und im Rahmen geeigne e s uk u elle Bedingungen.!
Auch die G ünde ü Klassenwiede holungen un e scheiden sich nach Al e ss u e. Wäh end bei äl e en Kinde n
meis objek i messba e Leis ungsde izi e den Ausschlag geben, s ehen bei jünge en Kinde n häu ige en wick-
lungspsychologische E wägungen im Vo de g und – e wa mangelnde emo ionale Rei e, ein e höh es
Ruhebedü nis ode Schwie igkei en in de Selbs egula ion (F uehwi h e al., 2016; Ra hmann, Lo e & Vocke ,
2020).
Teil 1 • 3 Sys emische und empi ische Rahmen
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Meh e e S udien zeigen, dass posi i e E ek e – e wa besse e No en, ge inge e Schulangs ode höhe e Selbs -
wi ksamkei – häu ig nich on Daue sind. Be ei s nach wenigen Jah en gleichen sich Un e schiede zu egulä
ge ö de en Kinde n häu ig wiede aus (Bless e al., 2004; Wu e al., 2010). Ob auch bei jungen Kinde n Risiken
soziale Ausg enzung bes ehen, wenn sie die einzigen Wiede holenden in de Klasse sind, läss sich anhand de
o liegenden S udienlage nich eindeu ig belegen. Dennoch be ich en be o ene Schüle Innen ückblickend
häu ig on Ge ühlen de Scham, des Unwohlseins und des Ve lus s de Pee g oup, obgleich die Klassenwiede -
holung be ei s Jah e zu ücklieg ( gl. Daeppen, 2011; Jime son, 2001).
Ein besonde s di e enzie es Bild lie e n S udien, in denen es basie e Wiede holungsen scheidungen un e -
such wu den. Figlio und Özek (2020) zeigen, dass Kinde , de en Mu e sp ache nich Englisch is und die
au g und ungenügende Leis ungen wiede holen muss en, signi ikan besse e schulische Leis ungen und eine
schnelle e sp achliche In eg a ion e zielen konn en – o ausgese z , die Wiede holung wu de mi in ensi e Fö -
de ung beglei e . Auch Özek und Ma iano (2023) be onen, dass Klassenwiede holungen o allem dann einen
pädagogischen Nu zen en al en, wenn sie ühzei ig, geziel und im Rahmen s uk u ell e anke e Fö de mas-
snahmen e olgen.
Obwohl zahl eiche empi ische S udien Hinweise au Risiko ak o en und mögliche Folgen ühe Klassenwiede -
holungen lie e n, zeigen sich ih e E gebnisse eilweise wide sp üchlich. Dies lieg nich zule z an me hodischen
He aus o de ungen, welche die Aussagek a iele S udien einsch änken. Die olgende Be ach ung ich e den
Fokus deshalb au zen ale K i ikpunk e am Fo schungsdesign.
3.3.3 Me hodenk i ik in de Fo schung zu Klassenwiede holung
In de Fo schung zu Klassenwiede holung we den sowohl quan i a i e als auch quali a i e Me hoden genu z ,
um de en Auswi kungen zu un e suchen. Wäh end quan i a i e S udien häu ig schulische Leis ungen in den Fo-
kus s ellen, beleuch en quali a i e Ansä ze die indi iduellen E ah ungen de be o enen Kinde !(Fabian, 2020).
S udien wie jene on Goos, Van Damme, Onghena und Pe y (2011), Goos e al. (2013) und Lamo e, Pinx en, Van
Den Noo ga e und Van Damme (2014) e deu lichen, dass psychologische Mechanismen und subjek i e Ve a -
bei ungsp ozesse eine zen ale Rolle spielen, wie Kinde au eine Klassenwiede holung eagie en – e wa in Bezug
au Selbs e auen, Mo i a ion ode die soziale In eg a ion. Palowski (2016) be on , dass die Wi kung de Wie-
de holung s a k da on abhäng , wie das Kind die Si ua ion e leb – ein Aspek , de sich mi quan i a i en
Me hoden nu schwe e assen läss .
Dennoch dominie scheinba bis heu e die quan i a i e Fo schung. Sie e laub , sys ema ische Zusammenhänge
zu e kennen, s öss jedoch bei de In e p e a ion au me hodische G enzen. Besonde s p oblema isch is de
sogenann e Selek ionsbias: Eine andomisie e Zuweisung zu Wiede holungs- ode Ve se zungsg uppe is nich
möglich (Allen, Chen, Willson & Hughes, 2009). Kinde , die wiede holen, zeigen o schon o de Massnahme
schlech e e Leis ungen ode s ammen aus sozioökonomisch benach eilig en Familien ( gl. Kap. 3.3.1). Dadu ch
bleib unkla , ob sich ih e Schullau bahn au g und de Wiede holung e schlech e – ode ob die ungüns igen
Ausgangsbedingungen ausschlaggebend sind. Ein wei e es me hodisches P oblem be i die Wahl de Ve -
gleichsg uppe. Ge ade beim Same-Age-Ve gleich11 e wunde es nich , dass diese meis nega i e E ek e
au weisen, da Wiede hole Innen häu ig wenige ansp uchs olle Le ninhal e du chlau en. S udien mi schwache
11 Ve gleich mi gleichal igen e se z en Kinde n
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Me hodik be ich en endenziell auch s ä ke e nega i e E ek e, wäh end quali a i hochwe ige Un e suchungen
o keine signi ikan en Un e schiede inden (Allen e al., 2009).
Wäh end quan i a i e Analysen ü die schulpoli ische Diskussion zen al bleiben, lie e n quali a i e S udien
wich ige Einblicke in die subjek i e Ve a bei ung. Da Klassenwiede holungen s a k indi iduell e leb we den,
wä e es wünschenswe , zukün ige Fo schung s ä ke an quali a i en Designs auszu ich en – e wa du ch In e -
iews mi be o enen Kinde n, El e n ode Leh pe sonen.
Insgesam sind die empi ischen Be unde zu Klassenwiede holung al e sdi e enzie und wide sp üchlich. Eine
pauschale Bewe ung ih e Wi ksamkei is nich möglich. Vielmeh häng de Nu zen – ode de Schaden – on
eine Vielzahl an Fak o en ab: Al e , G und de Klassenwiede holung, soziale Einbe ung, Schuls uk u sowie die
Quali ä de pädagogischen Beglei ung. F ühzei ige Klassenwiede holungen können un e bes imm en Bedin-
gungen hil eich sein, sind jedoch genauso ums i en wie spä e e, insbesonde e dann, wenn sie als isolie e
Massnahme ohne beglei ende Un e s ü zung e olgen.
3.3.4 Pädagogische Al e na i en zu Klassenwiede holung
In de wissenscha lichen Fachli e a u he sch wei gehend Einigkei da übe , dass indi iduelle Fö de ung de
wi ksams e Ansa z is , um Kinde mi Le nschwie igkei en zu un e s ü zen – sowohl p ä en i als auch im An-
schluss an eine all ällige Klassenwiede holung. Eine besonde e He aus o de ung bei eine Klassenwiede holung
is , dass diese Massnahme o als aus eichende pädagogische An wo au Le nschwie igkei en gil – und dadu ch
wei e üh ende Fö de angebo e ausbleiben (Allen e al., 2009; Bless e al., 2004). Ka wei (1999) k i isie in
diesem Zusammenhang, dass Wiede hole Innen häu ig denselben Un e ich mi denselben Me hoden nochmals
du chlau en – ohne didak ische Anpassung an ih e spezi ischen Le nbedü nisse. Dies e höh das Risiko, dass sich
bes ehende Schwie igkei en wiede holen, wodu ch nega i e Auswi kungen au Mo i a ion und Selbs we en -
s ehen können. Deshalb kann eine Wiede holung des Schuljah es kaum als eine aus eichende Massnahme
be ach e we den, um schulische De izi e zu kompensie en. De E olg eine Wiede holung häng wesen lich
da on ab, ob sie du ch quali a i hochwe ige, au indi iduelle Bedü nisse abges imm e Fö de angebo e beglei-
e wi d.
Özek und Ma iano (2023) zeigen au , dass Kinde insbesonde e dann on eine Wiede holung p o i ie en, wenn
diese Teil eines um assenden Fö de konzep s is . Dazu zählen indi idualisie e Le npläne, zusä zliche Un e ich
in zen alen Kompe enzbe eichen sowie de Einsa z quali izie e Leh pe sonen. Bleiben solche Massnahmen
aus, so bes ehen die zug unde liegenden Le np obleme meis o – de Nu zen de Wiede holung is en sp e-
chend beg enz .
Al e na i e Konzep e se zen nich au die Wiede holung des Schuljah es, sonde n au geziel e Un e s ü zung in-
ne halb de egulä en Bildungsbiog a ie. Schüpbach (2015) o de e wa die Abscha ung de
Klassenwiede holung zuguns en eine ühzei igen, kon inuie lichen Fö de ung. Auch Jime son (2001) sp ich
sich gegen die Klassenwiede holung als isolie e Massnahme aus und plädie ü e idenzbasie e, meh dimen-
sionale Fö de s a egien. Diese um assen un e ande em adap i e Leh me hoden, schulpsychologische und
e hal ens he apeu ische Un e s ü zung sowie eine in ensi e Zusammena bei mi den El e n. Ähnlich schlagen
Ma sh e al. (2009) e gänzende Fö de angebo e wie Somme p og amme, indi iduelle Le npläne ode
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Fö de ku se o – un e de Bedingung, dass diese ühzei ig, sys ema isch und lang is ig angeleg sind. Auch
Hong und Raudenbusch (2005) se zen s a au Wiede holung au eine s ä ke e kogni i e Ak i ie ung im Un e -
ich .
3.3.5 Zwischen azi
Die empi ische Auseinande se zung mi Klassenwiede holungen zeig ein ielschich iges und eils wide sp üchli-
ches Bild. Wäh end Wiede holung im Schulall ag als Mi el zu Kompensa ion on En wicklungs ücks änden ode
zu En las ung de Klassensi ua ion gil , läss sich ih e Wi ksamkei nich pauschal beu eilen. Ih E olg häng
on zahl eichen Fak o en ab – e wa dem Al e , dem G und ü die Klassenwiede holung, de pädagogischen Be-
glei ung sowie den sozialen und schulischen Rahmenbedingungen.
Au ällig is , dass Wiede holungsen scheide nich nu leis ungsbasie e olgen, sonde n auch on Me kmalen
wie He kun , Geschlech und schulischen S uk u en beein luss sind – wodu ch F agen de Chancenge ech ig-
kei au gewo en we den. Hinsich lich de Wi kung zeigen sich al e sabhängige Un e schiede: Wäh end spä e
Klassenwiede holungen o mi nega i en Folgen e bunden sind, können ühe Wiede holungen un e güns i-
gen Bedingungen posi i e E ek e haben – o ausgese z , sie we den du ch s uk u ie e Fö de massnahmen
beglei e .
Wiede holung als isolie e Massnahme e weis sich meis als wenig wi ksam. Wei nachhal ige e scheinen di -
e enzie e Fö de ansä ze, die ühzei ig einse zen und sich am indi iduellen En wicklungss and o ien ie en.
Da aus e gib sich bildungspoli isch die F age, ob Ressou cen nich geziel e in p ä en i e und in eg a i e Fö -
de konzep e in es ie we den soll en. Ob eine Wiede holung sinn oll is , häng s a k om Einzel all ab. Dahe
soll e sie nich als S anda dlösung gesehen, sonde n du ch geziel e Fö de massnahmen e gänz ode e se z
we den (Wu e al., 2010).
3.4 Zusammen assung
Kapi el 3 beleuch e die ech lichen, s uk u ellen und empi ischen Rahmenbedingungen de Klassenwiede ho-
lung im Kinde ga en – mi Fokus au den Kan on Zü ich. Es zeig , dass die En scheidung übe ein zusä zliches
Kinde ga enjah s a k on dem pädagogischen Spiel aum, lokalen Gegebenhei en und indi iduellen Einschä -
zungen abhäng . S a is ische Da en belegen, dass Wiede holungen im Kinde ga en keine Ausnahme da s ellen
und bes imm e G uppen – insbesonde e Jungen, Kinde mi Mig a ionshin e g und ode aus bildungs e nen Fa-
milien – häu ige be o en sind.
Empi ische S udien aus un e schiedlichen Bildungssys emen wel wei zeichnen ein ambi alen es Bild: Wäh end
ku z is ige Leis ungs e besse ungen möglich sind, übe wiegen insbesonde e bei äl e en Kinde n lang is ig ne-
ga i e E ek e. F ühzei ige Klassenwiede holungen können un e bes imm en Bedingungen sinn oll sein,
insbesonde e wenn sie du ch geziel e Fö de ung beglei e we den. Gleichzei ig zeigen sich me hodische Schwä-
chen in ielen S udien, was die Bewe ung e schwe . Zen al is : Klassenwiede holung en al e nu dann
pädagogischen Nu zen, wenn sie Teil eines um assenden, indi iduell abges imm en Fö de konzep s is . Isolie
angewende bleib sie o wi kungslos – ode kann bes ehende Benach eiligungen soga e schä en.
Die Pe spek i e de in den En scheidungsp ozess eingebundenen Fachpe sonen bleib dabei häu ig unbeach e :
„Die Meh hei de S udien behandel die P oblema ik de Klassenwiede holung als gegebene Ta sache, ohne
dass de En scheidungsp ozess und dessen Umse zung hema isie we den“ (Bless e al., 2004, S. 25). Ge ade
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deshalb ück das olgende Kapi el die Sich weisen und die Übe legungen on Kinde ga enleh pe sonen ins
Zen um de Analyse.
4 En scheidungsp ozesse on Leh pe sonen – Theo ien, Übe zeugungen
und Ein lüsse
Dieses Kapi el widme sich jenen Fak o en, die die En scheidung on Kinde ga enleh pe sonen im Hinblick au
Klassenwiede holungen beein lussen können. Dabei s ehen nich nu achlich- heo e ische Übe legungen, son-
de n auch subjek i e Hal ungen, Übe zeugungen und die pädagogische All agsp axis im Zen um. Zunächs wi d
die En wicklung de (Schulein i s-)Diagnos ik nachgezeichne , be o mi B on enb enne s ökologischem Mo-
dell und wei e en heo e ischen Zugängen sys emische Zusammenhänge beleuch e we den. Da au au bauend
wi d un e such , welche psychologischen und en wicklungsbezogenen Vo s ellungen die Einschä zungen on
Leh pe sonen p ägen können – e wa in Bezug au emo ionale Rei e, Mo i a ion ode das Al e beim Schulein i .
4.1 Wie Übe zeugungen die Sich au Klassenwiede holung p ägen
De Beg i Übe zeugung wi d im e ziehungswissenscha lichen Disku s un e un e schiedlichen Bezeichnungen
e wende – e wa als Vo s ellungen, Sich weisen, Hal ungen ode subjek i e Theo ien (Doh mann, 2021). „De
Be eich de Übe zeugungen bilde abe nich nu beg i lich, sonde n auch inhal lich ein b ei es Feld und eine
abschließende Sys ema isie ung bes eh bis heu e nich “ (Läge, Damian & McCombie, Guido, 2015, S. 119). T o z
diese beg i lichen Un e schiede schein Einigkei da übe o zuliegen, dass Übe zeugungen eine zen ale Rolle
im pädagogischen Handeln spielen (Doh mann, 2021).
4.1.1 Wie Übe zeugungen en s ehen
Leh pe sonen eignen sich Übe zeugungen im Lau e ih es Lebens an – du ch pe sönliche E ah ungen, Ausbil-
dung, be u liche P axis ode die eigene Schulbiog a ie. Diese Übe zeugungen wi ken o implizi und sind nich
imme bewuss e lek ie , beein lussen jedoch massgeblich, wie pädagogische Si ua ionen wah genommen, in-
e p e ie und ges al e we den (Doh mann, 2021). Dami s ellen sie einen zen alen Bes and eil p o essionelle
Handlungskompe enz da (Kun e & Wilde, 2023).
Lau Fische (1990) sind Übe zeugungen s abile, subjek i be iedigende Zus ände, an denen Menschen auch
dann es hal en, wenn sie sachlich unbeg ünde sind. Sie geben Siche hei und s uk u ie en Denken und Han-
deln. Kun e und Wilde (2023) besch eiben sie als subjek i , emo ional ge ä b , bewe end und häu ig ie
e anke – besonde s dann, wenn sie üh in de eigenen Bildungsbiog a ie en s anden sind. Im Un e schied
zum Wissen sind Übe zeugungen nich zwingend e idenzbasie , sonde n s ä ke om pe sönlichen E leben und
Emp inden gep äg .
Wie Fi es und Buehl (2012, zi ie nach Doh mann, 2021; Kun e & Wilde, 2023) besch eiben, e üllen Übe zeu-
gungen d ei zen ale Funk ionen im pädagogischen All ag:
- Fil e unk ion: Sie bes immen, was Leh pe sonen wah nehmen und wie sie In o ma ionen deu en.
- Rahmen unk ion: Sie s uk u ie en, wie pädagogische Si ua ionen bewe e und welche Handlungsop-
ionen als sinn oll e ach e we den.
- S eue ungs unk ion: Sie beein lussen konk e e Handlungen, En scheidungen und pädagogische In e -
en ionen.
Teil 1 • 4 En scheidungsp ozesse on Leh pe sonen
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Übe zeugungen wi ken somi nich e s am Ende eine En scheidung, sonde n du chd ingen den gesam en P o-
zess – on de Wah nehmung übe die Bewe ung bis zu Handlung (Doh mann, 2021; Kun e & Wilde, 2023).
Fü die P o essionalisie ung bedeu e das: Leh pe sonen müssen ange eg we den, ih e eigenen Übe zeugungen
bewuss wah zunehmen, zu hin e agen und gegebenen alls wei e zuen wickeln (Doh mann, 2021). Bishe ige
Fo schung zeig au , dass solche Ve ände ungsp ozesse o nehmlich dann gelingen, wenn neue Sich weisen als
pe sönlich ele an e leb we den, Ressou cen zu Ve ügung s ehen und I i a ionen als p oduk i wah genom-
men we den (Doh mann, 2021).
4.1.2 Zwischen azi
Das Ve s ändnis on Übe zeugungen als handlungslei ende, o implizi e und e ah ungsbasie e O ien ie ungs-
mus e zeig , wie s a k sie pädagogische En scheidungen beein lussen können – auch und besonde s im Hinblick
au Klassenwiede holungen. Da Übe zeugungen ie e anke sind, wi ken sie be ei s in de Wah nehmung kind-
liche En wicklungs e läu e und beein lussen, wie Si ua ionen bewe e und welche Handlungsop ionen als
angemessen e ach e we den.
Im wei e en Ve lau de A bei wi d deu lich, dass auch iele ande e Aspek e, die in En scheidungsp ozesse ein-
liessen – e wa diagnos ische Einschä zungen, en wicklungspsychologische Vo s ellungen ode sys emische
Rahmenbedingungen –, nich unabhängig on den Übe zeugungen de be eilig en Pe sonen be ach e we den
können. Vielmeh sind auch diese Elemen e selbs in Übe zeugungss uk u en eingebe e – sei es bewuss ode
unbewuss . Schulein i sdiagnos ik e olg demnach nich im lu lee en Raum, sonde n is eingebunden in sozi-
ale, ins i u ionelle und gesellscha liche Kon ex e. Das olgende Kapi el nimm diese sys emischen
Rahmenbedingungen in den Blick und e wei e die Pe spek i e au die En scheidungsp ozesse und um Klassen-
wiede holungen.
4.2 Diagnos ische G undlagen pädagogische En scheidungen
En scheidungen übe den wei e en Schullau bahnweg eines Kindes – e wa übe eine Klassenwiede holung – ha-
ben gemäss den kan onalen Vo gaben au eine Gesam beu eilung ( gl. Kap. 4.2.3) zu basie en
(Bildungsdi ek ion Kan on Zü ich, 2022). Die Leh pe son soll e das Kind im schulischen Kon ex ganzhei lich
wah nehmen und seine Fähigkei en in un e schiedlichen Be eichen einbeziehen. G undlage bilden die Schulleis-
ungen sowie das A bei s- und Le n e hal en, das Sozial e hal en und die pe sönliche En wicklung
(Bildungsdi ek ion Kan on Zü ich, 2022). Die Einschä zungen da übe bilden die zen ale G undlage, um eine sol-
che Gesam beu eilung p o essionell o zunehmen. Um den Schüle Innen und dem p o essionellen Handeln de
Leh pe sonen ge ech zu we den, wi d inne halb diese A bei Beu eilung du ch den Beg i Diagnos ik e wei-
e .
4.2.1 Pädagogische Diagnos ik
De Beg i „Diagnose“ ha seinen U sp ung im G iechischen. E se z sich aus „dia“ (hindu ch) und „gnosis“ (E -
kenn nis) zusammen und besch eib den Gewinn on E kenn nissen, indem die Obe läche du chd ungen und
das dahin e liegende Geschehen e kann und e s anden wi d. Im schulischen Kon ex besch eib Diagnos ik
den P ozess, „bei dem In o ma ionen übe Pe sonen e hoben we den, sodass Un e schiede ode Gemeinsam-
kei en zwischen e schiedenen Indi iduen eindeu ig es ges ell we den können“ (Lin o , Beh mann & an
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Ophuysen, 2023, S. 213). Pädagogische Diagnos ik geh übe das eine Tes en hinaus: Sie is Teil eines p o essio-
nellen Handelns!(Buch & Spa eld , 2020), das au Beobach ung, Deu ung und In e p e a ion on Le np ozessen
abziel . Klassische es basie e Ve ah en we den eils k i isch be ach e , da sie eine subjek - und kon ex o i-
en ie en Sich weise nich ge ech we den (Baumann, Bolz & Albe s, 2021).
Pädagogische Diagnos ik hingegen, so Lin o e al. (2023), ziel da au ab, komplexe Lebenslagen zu e s ehen
und sinns i ende Zusammenhänge zu ekons uie en. Dabei geh es um das geziel e Sammeln und In e p e ie en
on In o ma ionen übe Le n o ausse zungen und Le n e läu e – mi dem Ziel, undie e pädagogische En schei-
dungen zu e en. „Diagnos ik wi d als Fo m p o essionellen Handelns e s anden […], das dazu dien ,
pädagogische En scheidungen zu undie en“ (Lin o e al., 2023, S. 228). Beu eilung is dabei ein Teilaspek
dieses P ozesses: Sie mein die we ende Einschä zung de gewonnenen In o ma ionen, e wa in Fo m on Rück-
meldungen ode No en (Buch & Spa eld , 2020).
4.2.2 En wicklung de Schulein i sdiagnos ik
Die Schulein i sdiagnos ik wa his o isch s a k gep äg om Wunsch, schulisches Schei e n zu e meiden
(Bu gene Woe ay, 1996). Ziel wa es demnach, du ch ühzei ige Einschä zung zu en scheiden, ob ein Kind
eingeschul , zu ückges ell ode einem al e na i en Bildungsweg zugewiesen we den soll e.
Mi de zunehmenden Leis ungso ien ie ung im Schulsys em e lage e sich de Fokus jedoch au P ognose und
Selek ion. In diesem Zusammenhang wu den s anda disie e Tes s einge üh , welche au Konzep en wie Schul-
ei e und Schul ähigkei ( gl. Kap. 2.3) basie en. Diese Ve ah en be uh en meis au eine !einmaligen Tes ung,
de en E gebnisse übe den Schulein i en scheiden soll en. In de P axis zeig e sich jedoch, dass solche Tes s
e hebliche Schwächen au wiesen (Bu gene Woe ay, 1996):
- Hohe Fehle quo e: Es kam häu ig zu Fehlen scheiden.
- Einsei ige Aus ich ung: De Fokus lag p imä au kogni i en Leis ungen, ande e En wicklungsbe eiche
blieben unbe ücksich ig .
- Momen au nahme s a P ozesssich : Die indi iduelle En wicklung und das Po enzial eines Kindes wu -
den nich aus eichend e ass .
Vo diesem Hin e g und o de e Bu gene Woe ay (1996) eine g undlegende Neuaus ich ung: Schulein i s-
diagnos ik solle p ozesso ien ie , ühzei ig und un e Einbezug indi iduelle , soziale und ökologische Fak o en
e olgen.
4.2.3 Gesam beu eilung in de P axis: Beobach en, Deu en, En scheiden
Gemäss § 35 de Volksschul e o dnung des Kan ons Zü ich (2006) sind au de Kinde ga ens u e wede P ü un-
gen noch Le nkon ollen zulässig. Die G undlage ü Schullau bahnen scheide bilde die Gesam beu eilung –
eine ganzhei liche Einschä zung des Kindes. Sie bezieh neben den achlichen auch übe achliche Kompe enzen
ein und soll die Einschä zungen alle be eilig en Fachpe sonen sowie de El e n be ücksich igen (Bildungsdi ek-
ion des Kan ons Zü ich, 2022). Die Gesam beu eilung de Leh pe son schein demnach das agende Elemen
ü eine Emp ehlung zu Klassenwiede holung zu sein.
Ge ade bei Übe gangsen scheidungen wie dem Ein i in die 1. Klasse is diese Beu eilung zen al. Noch wich-
ige e schein jedoch de o gelage e Sch i : die pädagogische Diagnos ik als G undlage ü die
Gesam beu eilung. Denn: „Vo allem ü En scheidungen mi bedeu samen und nachhal igen Konsequenzen is
Teil 1 • 4 En scheidungsp ozesse on Leh pe sonen
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Im Folgenden we den die Ke nannahmen beide Theo ien genaue da ges ell und ih e Rele anz ü die Diskus-
sion zu Klassenwiede holung analysie .
Piage : En wicklung als indi iduelle Rei ep ozess
Nach Piage e läu die kogni i e En wicklung in ie au einande olgenden S adien, die nich übe sp ungen
we den können (Boege , 2022; Pinqua , Schwa ze & Zimme mann, 2019; Ro hgang & Bach, 2021):
- Sensomo o ische Phase (0–2 Jah e): Au bau g undlegende sensomo o ische Fähigkei en
- P äope a ionale Phase (2–7 Jah e): Symbolisches Denken und Egozen ismus dominie en das kindliche
Denken
- Konk e -ope a ionale Phase (7–12 Jah e): Fähigkei zu logischem Denken und E kennen on In a ianz-
p inzipien (z. B. Mengenun e ände lichkei )
- Fo mal-ope a ionale Phase (ab 12 Jah en): En wicklung abs ak en Denkens und hypo he ische P ob-
lemlösungen
Fü den Schulein i is o allem de Übe gang on de p äope a ionalen zu konk e -ope a ionalen Phase zen -
al. Kinde , die noch s a k zen ie denken ode Schwie igkei en bei de Pe spek i übe nahme haben, könn en
schulischen An o de ungen nich gewachsen sein. Hie kann eine Klassenwiede holung aus Sich on Piage s An-
sa z als Möglichkei e s anden we den, diesen Kinde n meh Zei zu Rei ung zu geben.
Piage s Konzep de kogni i en En wicklung basie au den Mechanismen de Assimila ion, Akkommoda ion und
Äquilib a ion (Boege , 2022; Cockc o , 2002). Assimila ion besch eib die Eino dnung neue In o ma ionen in
bes ehende Denkmus e , wäh end bei de Akkommoda ion diese Denkmus e angepass ode e wei e we den,
wenn sie nich meh aus eichen. Die Äquilib a ion dien dabei als übe geo dne e P ozess, de ein Gleichgewich
zwischen diesen beiden Mechanismen he s ell . Diese Balanceak e möglich es dem Kind, seine kogni i e S uk-
u sch i weise wei e zuen wickeln. Eine Klassenwiede holung kann in diesem Sinne als pädagogische
Massnahme e s anden we den, die Kinde in ih e indi iduellen kogni i en En wicklung un e s ü z , indem sie
ihnen zusä zliche Zei ü die In eg a ion und Anpassung neue Le ninhal e gib .
Die Theo ie de kogni i en En wicklung zeig , dass schulisches Le nen e s dann e ek i s a inden kann, wenn
bes imm e kogni i e Rei es u en e eich sind – insbesonde e die Fähigkei zu Pe spek i übe nahme, logischen
Schluss olge ung und symbolischen Rep äsen a ion. Eine zusä zliche Zei spanne kann diesen Kinde n hel en, sich
wei e zuen wickeln und so besse au die An o de ungen de schulischen Bildung o be ei e zu sein. Somi kann
ein all älliges Schei e n in de Schule nich au mangelndes Po enzial zu ückzu üh en sein, sonde n da au , dass
bes imm e kogni i e En wicklungssch i e noch nich abgeschlossen sind (Pinqua e al., 2019).
Vo diesem Hin e g und kann eine Wiede holung dazu bei agen, g undlegende Denkp ozesse zu es igen und
das Risiko spä e en schulischen Schei e ns zu eduzie en. Kinde e hal en so die nö ige Zei , um zen ale En -
wicklungsau gaben zu bewäl igen. Jedoch bi g diese Ansa z auch das Risiko, En wicklung als e was Linea es und
Fes geleg es zu be ach en – mi de Ge ah , dass indi iduelle Fö de möglichkei en übe sehen we den.
Vygo sky: En wicklung du ch soziale In e ak ion
Im Gegensa z zu Piage sieh Vygo sky En wicklung nich als inne en Rei ep ozess, sonde n als sozial e mi el en
Vo gang. Kogni i e En wicklung ollzieh sich du ch In e ak ion mi de Umwel , insbesonde e mi
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Bezugspe sonen (Cockc o , 2002). Le nen geschieh demnach nich isolie , sonde n inne halb eines kul u ellen
und sozialen Kon ex es (Pinqua e al., 2019).
Vygo sky e gleich physische We kzeuge mi symbolischen, psychologischen We kzeugen wie Sp ache, Sch i
und Zahlensys emen, die Kinde n hel en, ih Denken und Ve hal en zu s eue n (Pinqua e al., 2019). Diese kul-
u ell gep äg en We kzeuge e möglichen es ihnen, ih Wissen zu o ganisie en und sich in die soziale
Gemeinscha einzu ügen. Besonde s die Sp ache spiel eine zen ale Rolle in de kogni i en En wicklung
(Cockc o , 2002). Ein wich ige Aspek in Vygo skys Theo ie is das Selbs gesp äch (p i a e speech). Wäh end
Piage es als Zeichen kogni i e Un ei e be ach e e, sah Vygo sky da in eine essenzielle S a egie zu Selbs s eu-
e ung. Kinde nu zen Sp ache zunächs lau , um ih Ve hal en zu egulie en, be o sie allmählich in eine inne e
Sp ache übe geh (Cockc o , 2002). Vygo sky be on die wechselsei ige Beziehung zwischen Sp ache und Den-
ken: Sp ache o m das Denken ebenso, wie das Denken die Sp ache beein luss .
Ein zen ales Konzep in Vygo skys Theo ie is die Zone de p oximalen En wicklung (ZPD) – de Be eich zwischen
dem, was ein Kind allein bewäl igen kann, und dem, was es mi Un e s ü zung eine kompe en e en Pe son e -
eichen könn e. Du ch geziel e Hil es ellung, sogenann es Sca olding, können Kinde übe sich hinauswachsen
und neue Fähigkei en schnelle en wickeln (Cockc o , 2002).
Aus diese Pe spek i e sp ich ü die Klassenwiede holung, dass sie zu homogene en Le ng uppen üh en kann.
Wenn alle Kinde in eine Klasse ähnliche Vo kenn nisse und Fähigkei en haben, kann de Un e ich e izien e
ges al e we den, was sowohl den Zu ückges u en als auch den in de Klassens u e egulä e bleibenden Schü-
le Innen zugu ekommen könn e.
Jedoch wa n Vygo sky auch o den Ge ah en eine blossen Wiede holung be ei s bekann e Inhal e. Ohne neue
kogni i e An eize e bleib das Le nen in de Zone de ak uellen En wicklung, sodass de Bildungsp ozess s ag-
nie . Vygo sky wü de be onen, dass auch schwäche e Kinde on he aus o de nden Le numgebungen
p o i ie en – o ausgese z , sie e hal en passende Un e s ü zung.
Zwischen azi
Die en wicklungspsychologischen Pe spek i en on Piage und Vygo sky lie e n un e schiedliche, abe komple-
men ä e Deu ungs ahmen ü Klassenwiede holungen. Piage be on die Bedeu ung indi iduelle Rei ung,
wäh end Vygo sky au soziale Un e s ü zung und kogni i e He aus o de ung okussie .
Beide Modelle machen deu lich: Klassenwiede holungen sind dann ge ech e ig , wenn sie geziel dazu bei a-
gen, Le n o ausse zungen zu e besse n – sei es du ch meh Zei zu Rei ung ode du ch passende pädagogische
Un e s ü zung. Ein ein schema ische Rückg i au „Rei e“ ode eine De izi logik g ei jedoch zu ku z. Fü eine
kindge ech e En scheidung b auch es die Be ücksich igung indi iduelle En wicklungs e läu e, die Quali ä de
Le numgebung und die Hal ung de be eilig en Leh pe sonen.
4.4.2 Emo ionale Kompe enz
Bei de Beu eilung, ob ein Kind den Kinde ga en wiede holen soll e, spiel aus Sich iele Leh pe sonen auch
die emo ionale Rei e eine zen ale Rolle. Gemein sind dabei Aspek e wie F us a ions ole anz, Selbs egula ion,
de Umgang mi sozialen An o de ungen ode die Bewäl igung on T ennungssi ua ionen. Obgleich diese Me k-
male schwe messba und indi iduell seh un e schiedlich ausgep äg sind, liessen sie häu ig – bewuss ode
in ui i – in die En scheidung zu Klassenwiede holung ein.
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G undlagen de emo ionalen Kompe enz
Emo ionale Kompe enz um ass die Fähigkei , eigene und emde Ge ühle zu e kennen, zu e s ehen, zu egulie-
en und angemessen auszud ücken (Pe e mann & Wiedebusch, 2016). Sie en wickel sich be ei s im ühen
Kindesal e und bilde eine zen ale G undlage ü soziale In eg a ion und schulisches Le nen.!!
Da Emo ionen eng mi Ve hal en, Mo i a ion und Au me ksamkei e bunden sind, gil emo ionale Kompe enz
als bedeu ende P ädik o ü schulischen E olg (Pe e mann & Wiedebusch, 2016). Pe e mann und Wiedebusch
(2016) hal en es : „Insgesam en wickeln Kinde , die be ei s im Kinde ga enal e übe eine al e sangemessene
sozial-emo ionale Kompe enz e ügen, eine posi i e e Eins ellung zu Schule, sie können sich dem Schulall ag
ühe und besse anpassen und e zeichnen g öße e schulische E olge“ (S. 31).
Emo ionale Kompe enz und soziale In eg a ion
Emo ionale und soziale Kompe enzen s ehen in enge Wechselwi kung. Kinde , die ih e Emo ionen egulie en
können, sind besse in de Lage, s abile Beziehungen au zubauen und Kon lik e kons uk i zu lösen (Pe e mann
& Wiedebusch, 2016). Dies e leich e die In eg a ion in soziale G uppen und den Au bau eines s abilen sozialen
Ne zwe ks. Umgekeh haben Kinde mi De izi en in de Emo ions egula ion häu ige P obleme mi F us a i-
ons ole anz, Impulskon olle und soziale Anpassung. Dies kann nich nu das Le nen behinde n, sonde n auch
das Selbs we ge ühl beein äch igen.
Die sozial-emo ionale En wicklung wi d massgeblich du ch das soziale Um eld beein luss , insbesonde e du ch
Bezugspe sonen und Bildungsein ich ungen wie den Kinde ga en, in dem Kinde iel äl ige Gelegenhei en zu
sozialen und emo ionalen In e ak ion e hal en.
Die Rolle des Kinde ga ens
De Kinde ga en bie e iel äl ige Gelegenhei en zu Fö de ung emo ionale Kompe enz. Diese P ozesse sind o
eng mi dem emo ionalen E leben e knüp und bie en ein na ü liches Übungs eld ü emo ionale Selbs egu-
la ion. Im LP 21 is die Fö de ung de sozial-emo ionalen Kompe enzen e anke . Diese sind Teil de
übe achlichen Kompe enzen. „Im 1. Zyklus is die Ve bindung on achlichen und übe achlichen Kompe enzen
und de en Fö de ung – beding du ch die al e sspezi ische Nähe on En wicklung und Le nen – besonde s eng“
(Bildungsdi ek ion Kan on Zü ich, 2017).
Im 1. Zyklus decken die en wicklungso ien ie en Zugänge dadu ch allen alls ein b ei e es Spek um übe achli-
che Kompe enzen ab, da du ch gemeinsames Spielen, Kon lik bewäl igung und den Umgang mi e schiedenen
sozialen Si ua ionen e meh gele n wi d, Emo ionen zu egulie en und sich in G uppen zu ech zu inden. Es
kann a gumen ie we den, dass de Kinde ga en einen s uk u ie e en Rahmen bie e , wodu ch Kinde emo-
ionale Kompe enzen geziel e en wickeln können als ab de 1. P ima klasse, da do achliche Kompe enzen
s ä ke in den Vo de g und e en.
Emo ionale Kompe enz als Vo ausse zung ü schulischen E olg
Die Fähigkei , Emo ionen zu egulie en und in sozialen In e ak ionen angemessen zu agie en, is ein en schei-
dende Fak o ü den schulischen E olg. Kinde mi ausgep äg en sozial-emo ionalen Kompe enzen zeigen eine
höhe e Le nmo i a ion, eine besse e Konzen a ions ähigkei und bewäl igen soziale He aus o de ungen im
Schulall ag leich e (Hillenb and, Hennemann & Schell, 2022; Pe e mann & Wiedebusch, 2016). Auch ein
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posi i es Selbs konzep gehö zu sozial-emo ionalen Kompe enz und e leich e die He aus o de ungen de
Schule. Diese Kompe enzen agen massgeblich dazu bei, sich an neue An o de ungen anzupassen, F us a ion
zu bewäl igen und soziale Beziehungen au zubauen. Ein Mangel an emo ionale Kompe enz kann hingegen zu
schulischen Anpassungsschwie igkei en üh en. Kinde , die ih e Emo ionen nich angemessen egulie en können,
haben häu ige P obleme mi F us a ions ole anz, Impulskon olle und soziale In e ak ion (Hennemann, Hö el,
Casale & Hagen, 2017). Dies kann lang is ig zu Le nhemmnissen und sozialen Schwie igkei en üh en
(Pe e mann & Wiedebusch, 2016).
Die geziel e Fö de ung diese Kompe enzen kann dahe dazu bei agen, schulische He aus o de ungen besse zu
bewäl igen und lang is ig die soziale Eingliede ung zu un e s ü zen (Hillenb and e al., 2022). Kinde mi Schwie-
igkei en im emo ionalen und sozialen Be eich we den häu ig als nich schulbe ei einges u (Plehn, 2012),
wodu ch sich eine Zu ücks ellung im Kinde ga en beg ünden kann. Dahe is eine ühzei ige Fö de ung sozial-
emo ionale Kompe enzen essenziell, dami Kinde die „sozialen und kogni i en An o de ungen beim Übe gang
in die Schule besse bewäl igen [… ] können“ (Pe e mann & Wiedebusch, 2016, S. 208).
Zwischen azi
Emo ionale Kompe enz is ein wesen liche Bes and eil de Schulbe ei scha und eng mi dem schulischen E olg
e bunden. De Kinde ga en als en wicklungso ien ie e Bildungss u e bie e iel äl ige Möglichkei en, diese
Kompe enzen zu ö de n. Eine Klassenwiede holung im Kinde ga en könn e somi dami legi imie we den,
dass de Kinde ga en den op imalen Rahmen ü de en En wicklung bie e , da e emo ionale Le np ozesse ge-
ziel e in den pädagogischen All ag in eg ie und e meh Möglichkei en zu Fö de ung sozial-emo ionale
Fähigkei en scha en kann.
4.4.3 Mo i a ion
Die Mo i a ion eines Kindes wi d on Leh pe sonen als ein wei e e En scheidungs ak o bei de F age he ange-
zogen, ob ein Kinde ga enjah wiede hol we den soll e. Beobach e wi d dabei nich nu das momen ane
Le n e hal en – e wa ob ein Kind In e esse zeig , sich ans eng ode bei Misse olg schnell au gib –, sonde n
auch die e wa ba e En wicklung im kommenden Schuljah . Eine ehlende Le n eude kann den Eind uck e -
s ä ken, dass ein wei e es Kinde ga enjah sinn oll wä e.
Mo i a ion gil als zen ale Vo ausse zung ü schulischen E olg. Sie beein luss nich nu ku z is ige Le ne geb-
nisse, sonde n auch lang is ige Bildungsp ozesse!(D esel & Lämmle, 2017; Gaspa d, T au wein & Hasselho n,
2019). Klassenwiede holungen können sich dabei seh un e schiedlich au die Mo i a ion auswi ken – abhängig
on indi iduellen Vo ausse zungen, sozialen Beziehungen und schulischen Rahmenbedingungen (Goos e al.,
2011). Wäh end manche Kinde die Wiede holung als Chance e leben, emp inden ande e sie als demo i ie end
ode s igma isie end ( gl. Kap. 4.3.3).
Mo i a ion wi d als psychische P ozess e s anden, de zielge ich e es Handeln s eue (D esel & Lämmle,
2017). In schulischen Kon ex en sind Mo i a ion und Emo ionen zen ale An iebsk ä e ü Le nen und Leis ung
(Spina h, Dickhäuse & Schöne, 2018). Im Folgenden we den d ei psychologische Theo iezugänge o ges ell , die
hel en können, diese Dynamiken besse zu e s ehen.
Teil 1 • 4 En scheidungsp ozesse on Leh pe sonen
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Die Selbs bes immungs heo ie (Deci und Ryan)
Die Selbs bes immungs heo ie gehö zu den ein luss eichs en Theo ien im pädagogischen Kon ex (G und &
S eue , 2024). Ih e b ei e Anwendung e dank sie sowohl ih e p ak ischen Rele anz als auch ih em humanis i-
schen Menschenbild und de kla en Un e scheidung zwischen in insische und ex insische Mo i a ion (G und
& S eue , 2024). Sie geh da on aus, dass Mo i a ion dann en s eh , wenn d ei psychologische G undbedü nisse
e üll sind (Bonus, 2011; Deci & Ryan, 1993; G und & S eue , 2024; Rau elde , 2018):
- Kompe enz: das Ge ühl, ähig und wi ksam zu sein
- Au onomie: das Ge ühl, selbs bes imm handeln zu können
- soziale Eingebundenhei : das Ge ühl, dazuzugehö en
Die Theo ie un e scheide zwischen in insische (Handeln aus In e esse ode F eude) und ex insische Mo i a-
ion (Handeln au g und äusse e An eize). Die Quali ä ex insische Mo i a ion häng da on ab, wie gu sie in
das eigene Selbs bild in eg ie is . Die O ganismic In eg a ion Theo y, eine Sub heo ie de Selbs bes immungs-
heo ie, klassi izie ie Fo men ex insische Mo i a ion: ex e nale, in ojizie e, iden i izie e und in eg ie e
Regula ion (G und & S eue , 2024). Diese eichen on s a ke Ve hal enskon olle du ch ex e ne An eize bis hin
zu olls ändig selbs bes imm en Handlungsweisen (Rau elde , 2018) – ein Spek um, das in Abbildung 4 übe -
sich lich e anschaulich wi d.
Abbildung 4: Regula ionss u en und In eg a ionsp ozess nach de Selbs bes immungs heo ie (G und & S eue , 2024, S. 82)
Bezug zu Klassenwiede holung: Eine Klassenwiede holung kann die oben genann en G undbedü nisse sowohl
s ä ken als auch beein äch igen:
- Wi d sie als Möglichkei e leb , eigene Kompe enzen zu es igen, kann sich die Mo i a ion e höhen. Wi d
die Wiede holung jedoch als Zeichen de eigenen Un ähigkei wah genommen, kann das Kompe enz-
ge ühl e heblich leiden.
- Wi d sie hingegen als Misse olg ode F emdbes immung emp unden, kann dies das Au onomie- und
Kompe enzemp inden schwächen.
- De Ve lus de bishe igen Klassengemeinscha kann die soziale Eingebundenhei ge äh den.
En scheidend is dahe , ob das Kind in den En scheidungsp ozess einbezogen wi d und in de neuen Klasse sozial
gu eingebunden is .
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Das Konzep de Selbs wi ksamkei (Bandu a)
Bandu a besch eib Mo i a ion als eng e knüp mi de pe sönlichen Einschä zung, He aus o de ungen bewäl-
igen zu können (Gaspa d e al., 2019; Rheinbe g & Vollmeye , 2019; Spina h e al., 2018). Zwei E wa ungen
beein lussen dabei das Ve hal en:
- Wi ksamkei se wa ung: „Kann ich das scha en?“
- E gebnise wa ung: „Wi d mein Einsa z zu einem gu en E gebnis üh en?“
Kinde mi hohe Selbs wi ksamkei zeigen meh Ausdaue , übe nehmen Ve an wo ung und auen sich ehe
neue Au gaben zu (Rheinbe g & Vollmeye , 2019).
Bezug zu Klassenwiede holung: Eine Wiede holung kann das Selbs wi ksamkei se leben sowohl posi i als auch
nega i beein lussen. Ha ein Kind in de o he igen Klasse Misse olge e leb , könn e eine e olg eiche Wiede -
holung das Ve auen in die eigenen Fähigkei en s ä ken und bes en alls zu En wicklung eine s a ken
Selbs wi ksamkei bei agen. Wi d sie hingegen als Bes ä igung mangelnde Leis ungs ähigkei e leb , kann dies
zu Demo i a ion üh en. En scheidend is dahe , wie Leh pe sonen und El e n das Kind in seinem Selbs wi ksam-
kei sge ühl un e s ü zen.
Die A ibu ions heo ie (Weine )
Die A ibu ions heo ie be ass sich mi de F age, wie sich Menschen E olge und Misse olge e klä en. Weine
un e scheide d ei zen ale Dimensionen (Rheinbe g & Vollmeye , 2019):
- Loka ion: Lieg die U sache inne halb de Pe son (in e nal) ode in äusse en Ums änden (ex e nal)?
- S abili ä : Is die U sache e ände ba ode daue ha ?
- Kon ollie ba kei : Kann die U sache beein luss we den?
Bezug zu Klassenwiede holung: Wie ein Kind die Klassenwiede holung in e p e ie , ha g ossen Ein luss au
seine zukün ige Mo i a ion. Sieh es die Wiede holung als E gebnis mangelnde Ans engung (in e ne, e än-
de ba e U sache), kann dies mo i ie end wi ken, weil das Kind e kenn , dass es du ch meh Einsa z besse e
E gebnisse e zielen kann. Wi d die Wiede holung jedoch als Zeichen ehlende Begabung (in e ne, s abile U sa-
che) ode als unkon ollie ba es Pech emp unden, kann dies zu Demo i a ion und e le n e Hil losigkei üh en.
We demnach Misse olge als e ände ba ansieh , bleib mo i ie , wäh end s a e U sachenzusch eibungen zu
Demo i a ion und Resigna ion üh en können. Besonde s p oblema isch is eine in e nal-s abile A ibu ion on
Misse olg, da sie zu e le n en Hil losigkei üh en kann.
Exku s: Bedeu ung soziokon ex uelle Ein lüsse und in e indi iduelle Un e schiede
Mo i a ion is nich nu indi iduell, sonde n auch sozial gep äg . Leh pe sonen, El e n und Pee s haben g ossen
Ein luss au die En wicklung de Le nmo i a ion!(Rau elde , 2018). So ö de n e wa un e s ü zende Rückmeldun-
gen, ein we schä zendes Le nklima und indi iduelle Leis ungsbezüge (s a Ve gleiche mi ande en) die
Mo i a ion.!
Eine soziale Bezugsno m kann leis ungsschwäche e Kinde zusä zlich un e D uck se zen, wäh end eine indi idu-
elle Bezugsno m (Ve gleich mi de eigenen En wicklung) ehe mo i ie end wi k . Rau elde (Rau elde , 2018)
un e scheide ie Mo i a ions ypen bei Schüle Innen:
- Pee -abhängig: Mo i a ion du ch Gleichal ige
- Leh e -abhängig: Mo i a ion du ch Leh pe sonen
Teil 1 • 4 En scheidungsp ozesse on Leh pe sonen
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
38
- Pee -und-Leh e -abhängig: beides kombinie
- Pee -und-Leh e -unabhängig: Mo i a ion wei gehend selbs ges eue
Die meis en Kinde sind s a k du ch soziale Beziehungen mo i ie – wodu ch die Bedeu ung on Klassenzuge-
hö igkei , Ane kennung und Beziehungsquali ä un e s ichen wi d. Eine Klassenwiede holung kann dahe je
nach Mo i a ions yp seh un e schiedliche E ek e en al en.
Zwischen azi
Mo i a ion is ein ielschich ige P ozess, de du ch inne e Übe zeugungen, soziale Beziehungen und äusse e
Bedingungen gep äg wi d. Die d ei psychologischen Theo ien bie en we olle Anhal spunk e zu Di e enzie-
ung:
- Die Selbs bes immungs heo ie: Mo i a ion s eig , wenn Kompe enz, Au onomie und Zugehö igkei ge-
s ä k we den.
- Die Selbs wi ksamkei s heo ie: Kinde benö igen das Ve auen, He aus o de ungen aus eigene K a
meis e n zu können.
- Die A ibu ions heo ie: En scheidend is , wie Misse olge in e p e ie we den – als e ände ba ode
un e ände ba .
Eine Klassenwiede holung kann mo i ie end ode en mu igend wi ken – abhängig da on, wie sie pädagogisch
beglei e wi d und wie das Kind sie subjek i e leb . Dabei is auch das Al e des Kindes ein zen ale , o un e -
schä z e Fak o : Je nach En wicklungss and und kogni i e Rei e kann die Wiede holung ganz un e schiedlich
wah genommen we den. Jünge e Kinde e assen mögliche weise nich olls ändig, was eine Wiede holung be-
deu e , wäh end äl e e Kinde die Si ua ion be ei s s ä ke emo ional bewe en und mi ih em Selbs bild
e knüp en. En scheidend is dahe , die indi iduellen Vo ausse zungen, die soziale Einbe ung und die En wick-
lungsphase des Kindes so g äl ig zu be ücksich igen – und den Blick nich nu au Leis ung, sonde n auch au das
Wohlbe inden und die lang is ige En wicklung des Kindes zu ich en.
4.4.4 Bedeu ung des Al e s bei Kinde ga enein i
Kinde en wickeln sich indi iduell – so bes ehen inne halb eine Jah gangsklasse eils e hebliche Un e schiede.
In de Schweiz üh de ixe Einschulungss ich ag dazu, dass zwischen dem jüngs en und dem äl es en Kind in
eine Klasse bis zu zwöl Mona e Al e sun e schied bes ehen können ( gl. Kap. 2.4 und 3.1.2). Wi d zusä zlich
be ücksich ig , dass einzelne Kinde zu ückges ell we den ( gl. Kap. 4.4.4 da in: Exku s II: Rücks ellung) ode
eine Klasse wiede holen, e g össe sich die En wicklungsbandb ei e inne halb de Klasse nochmals deu lich.
Diese Un e schiede zeigen sich in de emo ionalen, kogni i en und kö pe lichen Rei e (Jenni, 2021) und beein-
lussen die schulische En wicklung. Jünge e Kinde inne halb eine Klasse können du ch ih e ge inge e Rei e in
ih e Le n- und Anpassungs ähigkei benach eilig sein. Fe ne konn e es ges ell we den, dass äl e e Schüle In-
nen bei Schulein i belieb e sind (Van Aals & Van Tube gen, 2021), was sich posi i au ih en Selbs we
auswi ken kann. Leh pe sonen o ien ie en sich bei de Beu eilung o unbewuss an den äl e en Kinde n,
wodu ch al e sgemässes Ve hal en (z. B. ak i e , impulsi e ) de Jünge en als au ällig bewe e we den kann
(Jenni, 2021), wo aus ein subjek i e G und zu Klassenwiede holung esul ie en kann. Deswegen wi d in zahl-
eichen Fo schungen de ela i e Al e se ek als mögliche Ein luss ak o au schulische Leis ungen disku ie
(Ma cena o-Gu ie ez & Lopez-Agudo, 2021).
Teil 1 • 4 En scheidungsp ozesse on Leh pe sonen
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
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De ela i e Al e se ek
Di e se S udien zeigen, dass das Einschulungsal e mi schulische Leis ung, ADHS-Diagnosen und sonde päda-
gogischem Fö de beda zusammenhäng . Äl e e Kinde e zielen im Schni besse e Leis ungen, sind sel ene
on Fö de beda be o en und zeigen eine s abile e Schullau bahn (Ma cena o-Gu ie ez & Lopez-Agudo,
2021). Ein höhe es Al e beim Schulein i wi k sich somi au Leis ungen, Ve se zungswah scheinlichkei und
die Wahl akademische Lau bahnen aus. Alle dings ela i ie en sich diese Vo eile eilweise im wei e en Schul-
e lau !(Bales a, Eugs e & Liebe , 2020; Ghosh & Kleine, 2024; Ma cena o-Gu ie ez & Lopez-Agudo, 2021;
Schmiedele , Klau h, Sege e & Schneide , 2015). Gold, Duzy, Rauch und Mu cia (2012) sp echen in diesem Zu-
sammenhang on einem „zei lich beg enz en Phänomen“ (S. 204). Schneeweis und Zweimülle (2014)
di e enzie en dieses Bild jedoch und zeigen, dass diese Abbau al e sbeding e Nach eile o allem bei Kinde n
aus sozial besse ges ell en Familien zu beobach en is , wäh end die Nach eile bei Kinde n aus benach eilig en
Ve häl nissen o bes ehen ode sich soga e s ä ken.
Die U sachen des ela i en Al e se ek s sind noch nich abschliessend geklä – disku ie we den sowohl physi-
sche als auch psychische En wicklungsun e schiede (Schmiedele e al., 2015). Ein zen ale Punk is die
Beu eilung du ch Leh pe sonen: Jünge e Kinde we den häu ig im Ve gleich zu äl e en Klassenkame adInnen
bewe e . Al e sgemässes Ve hal en wi d so ehe als p oblema isch wah genommen – insbesonde e im Kinde -
ga en (Gold e al., 2012). Dies e höh das Risiko on (Fehl-)Diagnosen, e wa ADHS, und eine Übe weisung zu
eine Fachpe son!(Schmiedele e al., 2015; Shapi o, 2013). Bales a, Eugs e und Liebe !(2020) zeigen au , dass
jünge e Kinde häu ige Schwie igkei en en wickeln – nich p imä wegen ühkindliche De izi e, sonde n in olge
wachsende schulische An o de ungen. Be ei s im Kinde ga en wi d e wa e , dass Kinde konzen ie a bei-
en, s ill si zen, koope ie en und selbs s ändig handeln. Jünge e Kinde sind diesen E wa ungen o noch nich
gewachsen, wodu ch Übe o de ung en s ehen kann und das Risiko ü sonde pädagogischen Fö de beda
deu lich e höh wi d (Bales a e al., 2020; Shapi o, 2013).
S udien zu Klassenwiede holung im Kon ex des ela i en Al e s
Meh e e S udien belegen einen Zusammenhang zwischen einem ühen Schulein i und eine e höh en Wah -
scheinlichkei ü Klassenwiede holungen (Beda d & Dhuey, 2006; Be na di, 2014; Gold e al., 2012; Ma cena o-
Gu ie ez & Lopez-Agudo, 2021). Die Schweize S udie on Bales a, Eugs e und Liebe (2020) s ell keinen sig-
ni ikan en Zusammenhang zwischen dem ela i en Al e und Klassenwiede holungen es – mi Ausnahme des
B idge Yea s12 zwischen Kinde ga en und P ima s u e. Jünge e Kinde nu zen demnach dieses Angebo häu ige ,
um En wicklungs ücks ände au zuholen.
Exku s I: Hi n ei ung als Vo ausse zung ü En wicklung und Le nen
Die Hi nen wicklung e läu nich gleichmässig, sonde n sch i weise und egional un e schiedlich. Wäh end
senso ische und mo o ische A eale üh aus ei en, en wickeln sich komplexe kogni i e Fähigkei en – e wa Pla-
nungs e mögen, Impulskon olle und Selbs egula ion – e s deu lich spä e , insbesonde e im p ä on alen
Co ex (Jenni, 2021). Dies e klä , wa um jünge e Kinde im Ve gleich zu äl e en o noch nich übe dieselben
12 Die S udie s amm aus dem Kan on S . Gallen. Es bleib jedoch unkla , was konk e mi B idge Yea gemein is . Lau Rücksp ache mi dem
Volksschulam SG gib es in S . Gallen in gewissen Gemeinden die Möglichkei eines Einschulungsjah (ein Jah zwischen Kinde ga en und
1. Klasse) ode de Ein üh ungsklasse (1. Klasse au zwei Jah e au ge eil , synonym zu Einschulungsklasse des Kan ons Zü ich).
Teil 1 • 4 En scheidungsp ozesse on Leh pe sonen
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
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Le n o ausse zungen e ügen. Le np ozesse sind zudem an sogenann e „sensible Phasen“ gebunden, in denen
bes imm e Fähigkei en besonde s gu e wo ben we den können (Pe e mann & Pe e mann, 2018). E olg schu-
lisches Le nen ausse halb diese Rei ephasen, kann dies zu Übe o de ung üh en – o z g undsä zlich gesunde
En wicklung (Jenni, 2021).
Exku s II: Rücks ellung
Eine Rücks ellung kann bei ungenügende En wicklung
angeo dne we den, wi d jedoch lau Bildungsdi ek ion
(2022) k i isch gesehen, da „Wa en“ allein sel en Schul-
e sagen e hinde . Die Rücks ellquo en a iie en s a k
zwischen den Kan onen und hängen on den Einschu-
lungs egeln ab (SKBF, 2023). In Kan onen mi s a kem
El e nmi sp ache ech (z. B. Be n) we den meh Kinde
zu ückges ell , wo aus eine höhe e Al e she e ogeni ä
esul ie . In es ik i en Kan onen hingegen e en Kin-
de pünk liche und du chschni lich jünge in die Schule
ein (SKBF, 2023). Im Kan on Zü ich is zwischen 2011
und 2022 ein deu liche Ans ieg de Rücks ellungen e kennba , wie Abbildung 5 zeig (Ga ne, 2024). Imlig e a.
(2019) können sich einen Zusammenhang zwischen dem Ans ieg on Kinde n, die zu ückges ell we den, und de
S ich ags e schiebung o s ellen. Eine Rücks ellung ha somi ähnliche Konsequenzen wie eine Klassenwiede -
holung, da be o ene Kinde die obliga o ische Schulzei ein Jah spä e beenden.
S a egische Rücks ellungen du ch (p i ilegie e) Familien können die Benach eiligung jünge e Kinde e s ä -
ken (Beda d & Dhuey, 2006). Besonde s p oblema isch is dies ü Kinde aus sozial schwachen Familien, die
no mal eingeschul we den und so doppel benach eilig sind. Hingegen kann ein spä e e Schulein i ü diese
Kinde nach eilig sein, da ihnen we olle Fö de möglichkei en im Kinde ga en en gehen (Ga ne, 2024; Gold e
al., 2012). S udien zeigen zudem, dass nich das Einschulungsal e en scheidend is , sonde n ielmeh das ami-
liä e Um eld (Linco e & Pain e , 2006; NICHD Ea ly Child Ca e Resea ch Ne wo k, 2007).
Zwischen azi
Kinde eine Jah gangsklasse be inden sich nich au dem gleichen En wicklungss and – insbesonde e die Jünge-
en haben o eine ge inge e emo ionale, kogni i e und kö pe liche Rei e. Dies kann zu schulischen
Schwie igkei en, Fehlin e p e a ionen ih es Ve hal ens und e höh em Fö de beda üh en. De sogenann e e-
la i e Al e se ek zeig , dass jünge e Kinde im Klassen e band häu ige benach eilig we den. E kann somi als
subjek i e Legi ima ion gesehen we den, eine Klassenwiede holung zu emp ehlen, um dem Kind zusä zliche En -
wicklungszei zu e möglichen und seine schulische sowie soziale Si ua ion zu e besse n.
4.4.5 Wei e e E klä ungsansä ze
Neben en wicklungs- und mo i a ionspsychologischen Aspek en können wei e e psychologische Theo ien zu
Beu eilung on Klassenwiede holungen he angezogen we den. So lie e e wa die Social Compa ison Theo y
nach Fes inge (Goos e al., 2011)Hinweise da au , wie sich Kinde du ch den Ve gleich mi ande en ein Bild übe
ih e Fähigkei en machen. Im Kon ex de Klassenwiede holung kann dies bedeu sam sein: Ein Kind, das sich in
Abbildung 5: Rücks ellungen im Kan on Zü ich zwischen
2011 und 2022 (Ga ne, 2024).
Teil 1 • 4 En scheidungsp ozesse on Leh pe sonen
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
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eine neuen Klassengemeinscha mi jünge en Kinde n miss , könn e sein Selbs bild – je nach Si ua ion – s ä ken
ode schwächen.
Auch die!Bedeu ung des kindlichen Spiels is im Übe gang om Kinde ga en zu P ima s u e ele an . Wi d de
Un e ich in de 1. Klasse als deu lich s uk u ie e und wenige spiele isch e leb , kann die Übe zeugung en -
s ehen, dass ein wei e es Jah im Kinde ga en – mi s ä ke em Fokus au spielbasie em Le nen (Küble &
Rüdisüli, 2020) – einzelnen Kinde n meh en sp ich . In solchen Fällen kann eine Wiede holung aus Sich de
Leh pe son legi im e scheinen, wenn das Kind aus en wicklungs- ode le npsychologische Sich noch nich be ei
ü s ä ke sys ema isie es Le nen is .
Da übe hinaus liessen mögliche weise spezi ische wei e e E ek e!in die Übe legungen on Leh pe sonen ein –
sei es bewuss ode in ui i . Die E ek e zeigen, dass nich nu die objek i en Le n o ausse zungen ele an sind,
sonde n auch soziale Ve gleichsp ozesse, implizi e E wa ungen und das pädagogische Um eld eine zen ale
Rolle bei de Wi kung on Klassenwiede holungen spielen können. D ei bekann e und human- und sozialwissen-
scha lich undie e Konzep e we den im Folgenden da ges ell :
Ma häus-E ek
De Ma häus-E ek 13 – u sp ünglich eine soziologische These – besch eib eine dynamische En wicklung, bei
de ein e s e Vo eil im Lau e de Zei zu wei e en, sich e s ä kenden Vo eilen üh en kann – wäh end sich
Nach eile eben alls kumulie en. Kinde mi güns igen Vo ausse zungen p o i ie en s ä ke on ö de lichen Um-
wel en, ges al en diese ak i mi und e ah en zusä zliche An egung!(Jenni, 2021). In de Folge p o i ie en diese
Kinde nich nu s ä ke on ih e Umwel , sonde n auch on geziel en Fö de massnahmen. Umgekeh p o i ie-
en Kinde mi schwäche en Vo ausse zungen o wenige on denselben Angebo en (Gold, 2018; S amm,
2010b). Klassenwiede holungen können den Ma häus-E ek ungewoll e s ä ken, wenn benach eilig e Kinde
dabei keine indi iduell angepass e Fö de ung e hal en.
Big- ish-li le-Pond-E ek
De Big-Fish-Li le-Pond-E ek ( gl. auch Mo i a ion Kap. 4.4.3 und Bedeu ung Ein i sal e Kap. 4.4.4) is ein
pädagogisches Konzep , dass besch eib , dass das Selbs we ge ühl eines Kindes auch on de Zusammense zung
de Ve gleichsg uppe abhäng . Kinde , die sich in einem leis ungsschwäche en Um eld be inden, emp inden sich
häu ig als „g osse Fisch im kleinen Teich“, wodu ch ih akademisches Selbs konzep ges ä k wi d (Jenni, 2021).
Wi d das Kind jedoch in ein leis ungss ä ke es Um eld e se z , kann es sich plö zlich als leis ungsschwach e le-
ben – selbs wenn seine objek i e Leis ung gleich bleib (Jenni, 2021).
Eine S udie on Van De Wes huizen, Niepel, G ei , Fischbach und A ens e al. (2023) zeig , dass diese E ek
be ei s bei E s klässle Innen nachweisba is und o allem das Selbs bild in Ma hema ik beein luss . Sie sehen
Möglichkei en in indi iduell angepass e Un e s ü zung sowie in zei lichen Selbs e gleichen zu Fö de ung indi-
iduelle Le n o sch i e.
Pygmalion-E ek
De on Rosen hal und Jacobson (1968) besch iebene Pygmalion-E ek is ein psychologisches Phänomen, das
zeig , dass die E wa ungen on Leh pe sonen das Le n e hal en und die Leis ung on Kinde n di ek
13 In Anlehnung an Ma häus 25,29 „We ha , dem wi d gegeben. We nich ha , dem wi d noch genommen“.
Teil 2 • 6 Fo schungsme hodik
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
48
die Beg i e „Leh pe sonen“ ode „Teilnehmende“ e wende , die sowohl Kinde ga enleh pe sonen als auch
SHP einschliessen. Ausnahmen we den in de S udie jeweils ausd ücklich e me k .
Die Al e s e eilung de Leh pe sonen um ass e ie Ka ego ien: un e 25 Jah en, 25 bis 35 Jah e, 36 bis 45 Jah e
sowie übe 45 Jah e. Die Leh pe sonen wu den im F agebogen gebe en, eine diese Al e sg uppen auszuwählen.
Ein P ozen wa jünge als 25 Jah e al . 24,1 % beziehungsweise 23,8 % gaben an, zwischen 25 und 35 bzw. 36
und 45 Jah en al zu sein. Die g öss e G uppe s ell en die übe 45-Jäh igen mi insgesam 51,1 % da . Auch die
Be u se ah ung de Leh pe sonen wa b ei ges eu : 17,4 % e üg en übe 1 bis 5 Jah e Be u se ah ung,
22,8 % zwischen 6 und 12 Jah e, 23,8 % zwischen 12 und 20 Jah e und 36 % meh als 20 Jah e. Alle Da en de
desk ip i en Besch eibung de S ichp obe inde sich zudem im Anhang 4: Besch eibung S ichp obe
Hinsich lich de geog a ischen Ve eilung s amm en die Leh pe sonen aus allen zwöl Bezi ken des Kan on Zü-
ichs. Eine g obe Ein eilung nach Siedlungss uk u zeig , dass 47,4 % de Leh pe sonen in ländlichen, 32,2 % in
s äd ischen und de Res in „halbs äd ischen“ Gemeinden ä ig sind. Sowohl die geog a ische Ve eilung wie auch
die Siedlungss uk u kann de Abbildung 6 en nommen we den ( gl. Anhang 5: Desk ip i e S a is ik – Bezi ke).
Abbildung 6: Desk ip i e Analyse des A bei so s de Teilnehme Innen (eigene Da s ellung)
Diese desk ip i e Analyse zeig , dass die S ichp obe eine b ei e S euung hinsich lich zen ale soziodemog a i-
sche Me kmale (Al e und Be u se ah ung) sowie eine egionale Viel al übe alle Bezi ke und Gemeinde ypen
des Kan ons Zü ich hinweg au weis . Die S ichp obe weis dahe eine hohe Aussagek a au , da un e schiedliche
Al e sg uppen, E ah ungss u en und egionale Kon ex e be ücksich ig we den.
6.5.2 Ope a ionalisie ung und Analyseme hoden
Das Haup augenme k de Auswe ung lag au den F agen zu Anzahl de Emp ehlungen zu Klassenwiede holung
in den le z en zwei Jah en (Abschni A) sowie de Eins ellung gegenübe Klassenwiede holung (Abschni F). Die
Da en des Abschni s B wu den zusä zlich in einen sepa a en Kinde da ensa z übe üh , um e ie e Einblicke
au indi iduelle Ebene zu gewinnen. Im Abschni E wu de zu Siche s ellung de Aussagek a eine hema isch
zusammenhängende I emg uppe zu eine Skala zusammenge ass und de en in e ne Konsis enz mi els Reliabi-
li ä sanalyse (C onbachs Alpha) übe p ü .
Teil 2 • 6 Fo schungsme hodik
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
49
Um die Pe spek i e on Kinde ga enleh pe sonen möglichs kla abbilden zu können, wu den bei einem Teil de
Auswe ungen ausschliesslich die 269 Da ensä ze de Kinde ga enleh pe sonen be ücksich ig . Dadu ch soll e
eine mögliche Ve ze ung du ch SHP e mieden we den. In den en sp echenden Auswe ungs eilen wi d dies
e me k .
Au Basis de besch iebenen S uk u ie ungen und Ka ego isie ungen wu den im olgenden Sch i desk ip i e
und in e enzs a is ische Auswe ungen du chge üh . Zu Bean wo ung de Fo schungs age wu den desk ip i e
S a is iken be echne , um einen Übe blick übe die e hobenen Da en zu gewinnen. Dabei wu den Häu igkei en,
Mi elwe e und S anda dabweichungen zen ale Va iablen gemäss ih em Skalenni eau da ges ell .
Wei e s e olg en Dependenzanalysen zu Un e suchung mögliche Zusammenhänge. Zusammenhänge zwi-
schen o dinalen bzw. me ischen Va iablen wu den mi dem Rangko ela ionskoe izien en nach Spea man
analysie (S eine & Benesch, 2021). Bei allen in e enzs a is ischen Ve ah en wu de ein Signi ikanzni eau on
p = .05 e wende . Ein signi ikan e Zusammenhang weis da au hin, dass de beobach e e E ek mi hohe
Wah scheinlichkei nich zu ällig is . De Ko ela ionskoe izien ρ gib da übe hinaus Auskun übe Rich ung
und S ä ke des Zusammenhangs. Die Signi ikanz allein e laub jedoch keine Aussage übe die p ak ische Rele-
anz, welche zusä zlich anhand de Höhe on ρ und des inhal lichen Kon ex s zu beu eilen is . Zu
Ve anschaulichung zen ale Be unde kommen in den E gebnisda s ellungen un e ande em Fehle balken zum
Einsa z.
6.6 E gebnisse
6.6.1 Hypo hese 1
Je posi i e die Eins ellung on Kinde ga enleh pe sonen zu Klassenwiede holung, des o ö e wi d diese
emp ohlen.
Zu Übe p ü ung diese Hypo hese wu de eine bi a ia e Spea man-Ko ela ionsanalyse du chge üh . Die Ein-
s ellung gegenübe Klassenwiede holung wu de o dinal skalie e ass , wobei ie e e We e eine posi i e e
Hal ung ausd ücken (1 = posi i , 2 = neu al, 3 = nega i ). Da es um die Eins ellung de Kinde ga enleh pe son
geh , wu den in diese Analyse auch nu jene Da ensä ze e wende .
Die Analyse e gab einen signi ikan en nega i en Zusammenhang zwischen de Eins ellung zu Klassenwiede ho-
lung und de Anzahl emp ohlene Klassenwiede holungen (ρ = -0,382, p < 0,001). Da aus läss sich
schluss olge n, dass je posi i e die Eins ellung, des o häu ige we den Klassenwiede holungen emp ohlen. Die
Hypo hese wi d somi empi isch bes ä ig . Eine desk ip i e S a is ik zu den beiden I ems inde sich im Anhang
6: Desk ip i e S a is ik zu Eins ellung und Anzahl emp ohlene Wiede holungen.
Eine wei e e Möglichkei , diese Tendenz zu e deu lichen, bie e Abbildung 7. Sie zeig den Zusammenhang zwi-
schen de pe sönlichen Eins ellung zu Klassenwiede holungen und de du chschni lichen Anzahl emp ohlene
Klassenwiede holungen in den le z en zwei Jah en. Au de x-Achse sind die Eins ellungsg uppen (posi i , neu -
al, nega i ) da ges ell , au de y-Achse die du chschni liche Anzahl emp ohlene Klassenwiede holungen. Die
Punk e ep äsen ie en die Mi elwe e, die e ikalen Linien zeigen die zugehö igen 95 %-Kon idenzin e alle.
Die E gebnisse machen einen deu lichen T end sich ba : Kinde ga enleh pe sonen mi posi i e Eins ellung zu
Klassenwiede holung emp ahlen im Du chschni 2,32 Wiede holungen (n = 121, SD = 1,226), jene mi neu ale
Hal ung 1,74 (n = 87, SD = 1,094) und Kinde ga enleh pe sonen mi nega i e Eins ellung nu 0,25
Teil 2 • 6 Fo schungsme hodik
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
50
Wiede holungen (n = 176, SD = 0,577). Die 95 %-Kon idenzin e alle übe schneiden sich nich , was au s a is isch
signi ikan e Mi elwe un e schiede hindeu e .
Gemäss de Heu is ik on Cumming und Finch (2005) kann bei nich übe lappenden 95 %-Kon idenzin e allen
on einem signi ikan en Un e schied au dem 5 %-Ni eau ausgegangen we den. Dies bes ä ig die Hypo hese,
dass eine posi i e e Eins ellung mi eine höhe en Anzahl emp ohlene Klassenwiede holungen einhe geh .
Abbildung 7: Fehle balken Eins ellung zu Anzahl emp ohlene Klassenwiede holung (eigene Da s ellung)
6.6.2 Hypo hese 2
Leh pe sonen emp ehlen eine Klassenwiede holung, wenn sie s uk u elle Bedingungen als un e ände ba
e leben.
Diese Hypo hese wi d anhand zweie He angehensweisen un e such . Eine sei s we den sys embezogene Ein-
s ellungen de Leh pe sonen be ach e , indem Aussagen zu s uk u ellen Bedingungen zu einem Kons uk
zusammenge ass und in Zusammenhang mi de Anzahl emp ohlene Klassenwiede holungen gese z we den.
Ande e sei s wi d analysie , wie de LP 21 als eine zen ale s uk u elle Rahmenbedingung e leb wi d. Wie in
Kapi el 3.1.3 gezeig wu de, sieh de LP 21 o , dass Kompe enzen e s bis Ende des Zyklus 1 e eich sein müs-
sen. Eine Klassenwiede holung im Kinde ga en e schein aus cu icula e Sich somi wenig beg ünde .
Auswe ung Teil 1: Sys emübe zeugungen
Abschni F en hiel e schiedene geschlossene F agen, da un e auch ün Aussagen zu s uk u ellen Rahmen-
bedingungen des Schulsys ems, die au eine Skala on 1 („s imme übe haup nich zu“) bis 10 („s imme oll und
ganz zu“) bewe e wu den. Aus diesen I ems ( gl. Anhang 7: Reliabili ä s-Analyse) wu de ein Mi elwe gebil-
de , de als Indika o ü eine k i ische Hal ung gegenübe dem Sys em Schule in e p e ie we den kann. Die
in e ne Konsis enz de Skala is mi C onbachs Alpha = 0,802 als gu einzus u en.
Abbildung 8 zeig den Zusammenhang zwischen de Anzahl emp ohlene Klassenwiede holungen in den le z en
zwei Jah en (x-Achse) und de du chschni lichen Zus immung zu diesen sys emk i ischen Aussagen (y-Achse).
Die da ges ell en Punk e ep äsen ie en die Mi elwe e de Skala, die e ikalen Linien geben die zugehö igen
95 %-Kon idenzin e alle an. Die Abbildung läss eine endenziell s eigende Zus immung mi zunehmende
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Anzahl emp ohlene Klassenwiede holungen e kennen – ein mögliche Hinweis au einen Zusammenhang zwi-
schen k i ische Hal ung und häu ige en Emp ehlungen. Bei höhe en Wiede holungszahlen ( . a. ün und sechs
Emp ehlungen) allen die Kon idenzin e alle jedoch seh b ei aus, was au ge inge Fallzahlen hinweis und eine
e lässliche In e p e a ion e schwe .
Abbildung 8: Ve eilung de k i ischen Hal ungen gegenübe s uk u ellen Rahmenbedingungen (eigene Da s ellung)
Hinweis zu Skalie ung: Einige 95 %-Kon idenzin e alle in de Abbildung eichen echne isch übe den heo e i-
schen Skalenbe eich (1–10) hinaus – eine Folge kleine G uppen und hohe S euung. Die a sächlichen
An wo en lagen jedoch olls ändig inne halb des o gesehenen Be eichs.
Die da ges ell e Tendenz en sp ich einem signi ikan en, jedoch schwachen posi i en Zusammenhang in de Spe-
a man-Ko ela ionsanalyse (ρ = 0,152; p = 0,023). Wi d die Analyse au Kinde ga enleh pe sonen besch änk
(ohne SHP), zeig sich kein signi ikan e Zusammenhang (ρ = 0,137; p = 0,055).
Auswe ung Teil 2: Wah nehmung des LP 21
Im zwei en Teil de Analyse wu de un e such , inwie e n de LP 21 on den be ag en Teilnehmenden als A gu-
men gegen die Klassenwiede holung be ach e wi d. Konk e wu de die Aussage, de LP 21 mach eine
Klassenwiede holung wei gehend übe lüssig, da das Kind genügend Zei ha , Leis ungs ücks ände au zuholen,
mi de Anzahl emp ohlene Klassenwiede holungen in Beziehung gese z . Die Zus immung zu Aussage wu de
wiede um au eine Skala on 1 („s imme übe haup nich zu“) bis 10 („s imme oll und ganz zu“) e hoben.
Die Analyse e gab einen signi ikan en nega i en Zusammenhang (Spea man-Rho = -0,199; p = 0,002). Das bedeu-
e : Je s ä ke die Teilnehmenden de Aussage zus immen, des o sel ene emp ehlen sie eine
Klassenwiede holung. Umgekeh emp ehlen Teilnehmende, die dem LP 21 in diese Hinsich k i isch gegenübe -
s ehen, häu ige eine Wiede holung des Kinde ga enjah es.
Abbildung 9 e anschaulich den Zusammenhang zwischen de Anzahl emp ohlene Klassenwiede holungen und
de Zus immung zu Aussage, de LP 21 mach Repe i ion wei gehend übe lüssig. Dabei zeig sich ein T end:
Teilnehmende, die keine Klassenwiede holung emp ohlen haben, s immen de Aussage im Du chschni am
s ä ks en zu (M = 6,28; SD = 3,595). Mi zunehmende Anzahl emp ohlene Klassenwiede holungen sink die
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Zus immung endenziell – bei eine emp ohlenen Klassenwiede holung lieg de Mi elwe bei 3,64, bei zwei bei
3,99, bei d ei bei 3,27 und bei ie bei 3,18. De ie s e Zus immungswe zeig sich bei sechs emp ohlenen Klas-
senwiede holungen mi einem Mi elwe on nu noch 2,00 (n = 6). Eine Ausnahme bilde die G uppe mi ün
Emp ehlungen (M = 4,00; n = 4), wobei hie au g und de ge ingen Fallzahl und de hohen S euung (SD = 2,944)
keine belas ba e Aussage möglich is .
Abbildung 9: Leh plan 21 und emp ohlene Klassenwiede holungen (eigene Da s ellung)
Diese Be und un e s ü z Hypo hese 2, wonach Klassenwiede holungsemp ehlungen häu ige dann ausgesp o-
chen we den, wenn s uk u elle Rahmenbedingungen – hie konk e die Vo gaben des Leh plans – als
unzu eichend e leb we den ode , ande s gesag , wenn dem LP 21 wenig zuge au wi d. Ein Ve gleich de Teil-
s ichp oben zeig dabei keinen nennenswe en Un e schied: Sowohl mi (ρ = -0,199; p = 0,002) als auch ohne
SHP (ρ = -0,217; p = 0,001) bleib de nega i e Zusammenhang signi ikan .
Obwohl auch de Gebu smona de Kinde – insbesonde e im Hinblick au den Einschulungss ich ag – zu den
s uk u ellen Rahmenbedingungen gezähl we den kann, wi d diese Aspek im Rahmen de d i en Hypo hese
sepa a be ach e . Dadu ch soll he ausgea bei e we den, ob bes imm e Mona e übe p opo ional häu ig mi
eine Klassenwiede holung in Ve bindung s ehen und somi ein wei e e sys emische Ein luss sich ba wi d.
6.6.3 Hypo hese 3
Un e den Kinde n, die den Kinde ga en wiede holen, sind Kinde mi Gebu smona Mai, Juni und Juli am
häu igs en e e en.
Zu Übe p ü ung de d i en Hypo hese wu de aus dem Gesam da ensa z ein Kinde -Da ensa z gebilde , de alle
Kinde um ass , ü die on den Teilnehmenden eine Wiede holung des Kinde ga enjah es emp ohlen wu de.
Fü diese Hypo hese wu de die Va iable „Gebu smona “ ausgewe e . Dabei wu den ausschliesslich ko ek ein-
geschul e Kinde be ücksich ig .
Insgesam lagen ü 595 Kinde gül ige Angaben zum Gebu smona o ; bei 88 Fällen ehl en en sp echende
Angaben. Die Analyse de Gebu smona e jene Kinde , ü die eine Wiede holung des Kinde ga enjah es emp-
ohlen wu de, zeig eine au ällige Häu ung in den Mona en!Mai, Juni und Juli. Von den insgesam 683!Kinde n
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mi eine Emp ehlung zu Klassenwiede holung wu den 346 (en sp ich 50,1 %) in diesen d ei Mona en gebo en.
Diese Mona e machen zwa nu ein Vie el des Kalende jah es aus, s ellen jedoch die Häl e alle beobach e en
Fälle da . We den die 88 Fälle mi ehlende Angabe des Gebu smona s ausgeschlossen, e höh sich de An eil
au 58,1 % ( gl. Anhang 8: Gebu smona de Kinde mi eine Emp ehlung zu Klassenwiede holung).
Abbildung 10 zeig die p ozen uale Ve eilung de Wiede holungsemp ehlungen in Abhängigkei om Gebu s-
mona des Kindes, jeweils mi 95 %-Kon idenzin e allen. Wäh end sich on Augus bis Feb ua ein allmähliche
Ans ieg abzeichne , is ab Mä z ein deu lich e höh e An eil an Emp ehlungen zu beobach en – insbesonde e bei
Kinde n mi Gebu s e min im Juni ode Juli. Auch wenn sich aus den Kon idenzin e allen keine s a is isch gesi-
che en Un e schiede zwischen den Mona en ablei en lassen – da Ve gleichsda en zu Gesam anzahl de Kinde
p o Mona ehlen –, zeig sich im Sinne on Cumming und Finch (2005) dennoch eine kla e Tendenz18: Kinde ,
die spä e im Schuljah gebo en wu den, e hal en häu ige eine Emp ehlung zu Wiede holung des Kinde ga -
ens.
Abbildung 10: Balkendiag amm ü Gebu smona e mi 95 %-Kon idenzin e allen (eigene Da s ellung)
6.7 Zusammen assung de E gebnisse
Die e s e Hypo hese konn e empi isch ges ü z we den. Je posi i e die Hal ung gegenübe Klassenwiede holun-
gen, des o häu ige we den sie emp ohlen. Die zwei e Hypo hese wu de du ch zwei Analysesch i e übe p ü :
- E s ens zeig e sich, dass Leh pe sonen, die das ins i u ionelle Sys em endenziell k i isch sehen, ehe
dazu neigen, eine Klassenwiede holung zu emp ehlen.
- Zwei ens konn e au gezeig we den, dass Leh pe sonen, die den LP 21 als aus eichend ü die indi idu-
elle En wicklung be ach en, sel ene eine Klassenwiede holung emp ehlen.
Beide Teilanalysen s ü zen die Hypo hese, dass Klassenwiede holungen häu ige dann emp ohlen we den, wenn
s uk u elle Rahmenbedingungen als ungenügend ode nich e ände ba e leb we den.
18 Cumming und Finch (2005) zeigen, dass auch bei übe lappenden 95 %-Kon idenzin e allen ein bedeu same Un e schied zwischen G up-
pen bes ehen kann – insbesonde e wenn die Mi elwe e deu lich auseinande liegen und die Übe lappung wenige als e wa 50 % de
du chschni lichen Fehle ma ge be äg .
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Auch die d i e Hypo hese konn e ges ü z we den. Es zeig sich ein kla e Zusammenhang zwischen Gebu smo-
na und Klassenwiede holungsemp ehlung.
7 Diskussion
Die o liegende A bei ha die En scheidung zu Klassenwiede holung im Kinde ga en aus e schiedenen Pe -
spek i en beleuch e . Au bauend au den heo e ischen Übe legungen und de empi ischen Auswe ung sollen
in diesem Kapi el zen ale E gebnisse im Lich e de bes ehenden Li e a u sowie p ak ische Implika ionen dis-
ku ie we den. Im Fokus s eh dabei die Fo schungs age:
Wie wi ken subjek i e Übe zeugungen, diagnos ische Einschä zungen und sys emische Rahmenbedingungen
zusammen, wenn Kinde ga enleh pe sonen übe eine Klassenwiede holung en scheiden?
Die Diskussion is en lang de d ei hema ischen Schwe punk e s uk u ie – subjek i e Übe zeugungen, diag-
nos ische Einschä zungen und sys emische Rahmenbedingungen. In den jeweiligen Abschni en we den sowohl
zen ale empi ische Be unde e ie end analysie als auch heo e isch eingeo dne und im Hinblick au ih e pä-
dagogische Rele anz e lek ie . Wo Hypo hesen o mulie wu den – insbesonde e zu subjek i en
Übe zeugungen und sys emischen Rahmenbedingungen –, liessen de en E gebnisse in die jeweilige Analyse ein.
Abschliessend wi d die Fo schungs age in ih e Gesam hei bean wo e , be o Implika ionen ü die P axis zu-
sammenge ass und Einsch änkungen de S udie e lek ie we den.
7.1 Subjek i e Übe zeugungen im En scheidungsp ozess
Ein zen ales Elemen de Fo schungs age be i die Rolle subjek i e Übe zeugungen im En scheidungsp ozess
zu Klassenwiede holung. Diese Abschni beleuch e , welche Eins ellungen Leh pe sonen zu Klassenwiede -
holung im Kinde ga en e e en, wie diese mi dem pädagogischen Handeln und schulischen Kon ex ak o en
zusammenhängen und welche Implika ionen sich da aus ü die P axis ablei en lassen.
7.1.1 Analyse de E gebnisse
Die Auswe ung zu Hypo hese 1 zeig : Eine posi i e Eins ellung de Leh pe son zu Klassenwiede holung geh mi
eine e höh en Wah scheinlichkei einhe , dass Kinde den Kinde ga en wiede holen. Da aus läss sich ablei en,
dass Leh pe sonen mi eine bejahenden Hal ung gegenübe de Klassenwiede holung häu ige en sp echende
Emp ehlungen abgeben. Die Eins ellung wi k somi handlungslei end – eine Funk ion, die in Kapi el 4.1.1 als
zen ales Me kmal pädagogische Übe zeugungen besch ieben wu de.
Im wei e en Ve lau de Analyse wu de un e such , inwie e n die Eins ellung mi ande en Va iablen zusammen-
häng – sowohl in Bezug au pe sonenbezogene Me kmale als auch au das pädagogische Handeln. Es zeig en
sich keine signi ikan en Zusammenhänge mi demog a ischen Fak o en wie Al e , Be u se ah ung, Funk ion
(SHP ode LP), Klasseng össe ode Bezi kska ego ie. Pädagogische Übe zeugungen zu Klassenwiede holung en -
wickeln sich zumindes in de o liegenden S ichp obe wei gehend unabhängig on s uk u ellen
Rahmenbedingungen ode pe sönlichen Me kmalen.
Deu lich wi d hingegen de Zusammenhang zu schulischen Umgebung. So bes eh ein signi ikan e Zusammen-
hang zwischen de Eins ellung zu Klassenwiede holung und de wah genommenen Eins ellung de Schule
gegenübe Klassenwiede holungen (ρ = 0,226, p < 0,001). Leh pe sonen mi posi i e Eins ellung a bei en
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mögliche weise häu ige in einem Um eld, das Klassenwiede holung zuläss – ebenso denkba is , dass sich ih e
Hal ung im Aus ausch mi ins i u ionellen No men bilde ode e ände . Die Ko ela ion läss sich dahe ehe
als wechselsei ige Zusammenhang deu en: Die Eins ellung is nich unabhängig om schulischen Kon ex , son-
de n s eh in engem Zusammenspiel mi s uk u ellen und kul u ellen Fak o en.
Auch in Bezug au S igma isie ung (ρ = 0,235, p < 0,001) und soziale Disk iminie ung19 (ρ = 0,185, p = 0,004) zei-
gen sich signi ikan e Zusammenhänge. Zudem zeig sich ein signi ikan e Zusammenhang zwischen posi i e
Eins ellung zu Klassenwiede holung und de en Wah nehmung als all ägliche Massnahme (ρ = 0,276, p < 0,001).
Leh pe sonen mi en sp echende Hal ung o de n zudem wenige die Reduk ion de Wiede holungszahlen
(ρ = 0,334, p < 0,001). Dies weis au eine No malisie ung hin: We Klassenwiede holung als sinn oll e ach e ,
sieh sie nich als Ausnahme, sonde n als legi ime pädagogische Op ion (siehe Abbildung 11).
Abbildung 11: Zusammenhang zwischen Eins ellung, Fo de ung nach Reduk ion und Wah nehmung als All agsmassnahme
(eigene Da s ellung)
Da übe hinaus zeigen sich signi ikan e Zusammenhänge zwischen de Eins ellung de Teilnehmenden zu Klas-
senwiede holung und wei e en Übe zeugungen, die sowohl au p ak ische Übe legungen im pädagogischen
All ag als auch au sys emische Rahmenbedingungen e weisen.
Wei e e signi ikan e Zusammenhänge zeigen sich au e schiedene schulische und sys emische Fak o en. So wi d
Klassenwiede holung on den Teilnehmenden mi posi i e Eins ellung häu ige als Möglichkei gesehen, eine
Übe o de ung beim Schulein i und de dami e bundenen sinkenden Mo i a ion o zubeugen (ρ = -0,170,
p = 0,007) ode einen spä e en IF20-S a us abzuwenden (ρ = -0,235, p < 0,001). Auch das Fehlen geeigne e An-
schlussangebo e s eh mi de posi i en Hal ung zu Wiede holung im Zusammenhang (ρ = -0,173, p = 0,007).
Repe ie ende Kinde we den zudem häu ige als leis ungss ä ke eingeschä z (ρ = -0,167, p = 0,008) und ein
d i es Kinde ga enjah beug un e Ums änden eine spä e en Klassenwiede holung o (ρ = -0,430, p < 0,001).
Schliesslich wi d ein Zusammenhang zu Einschulungspoli ik deu lich: De e schobene S ich ag ü den Schul-
ein i wi d on be ü wo enden Leh pe sonen häu ige als U sache ü Wiede holungen angegeben (ρ = -0,161,
p = 0,011).
Diese E gebnisse e deu lichen, dass pädagogische Eins ellungen nich isolie exis ie en, sonde n eng mi En -
scheidungsp ak iken, ins i u ionellen Gegebenhei en und subjek i en Übe zeugungen e knüp sind.
19 Gleichzei ig geben iele Teilnehmende an, Klassenwiede holung nich mi nega i en sozialen Folgen zu e binden. So wähl en 66,1 % de
Be ag en bei de F age nach S igma isie ung die We e 1 ode 2, bei de F age nach soziale Disk iminie ung soga 76,9 %. Diese Einschä -
zungen zeigen, dass die Vo s ellung, Klassenwiede holung gehe zwangsläu ig mi soziale E ike ie ung einhe , nich nu on g undsä zlich
posi i einges ell en Pe sonen abgelehn wi d, sonde n on eine Meh hei de Teilnehmenden ( gl. Anhang 9: S igma isie ung/soz. Disk i-
minie ung).
20 IF = in eg a i e Fö de ung
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7.1.2 In e p e a ion und Bezug zu Theo ie
Die im o angegangenen Abschni da ges ell en Be unde sollen im Folgenden im Lich e heo e ische Konzep e
sowie bes ehende empi ische S udien in e p e ie we den. Dabei s ehen insbesonde e das handlungslei ende
Po enzial pädagogische Übe zeugungen sowie de en Kon ex abhängigkei im Fokus. Obgleich die Um age p i-
mä au Eins ellungen okussie e, lieg die Annahme nahe, dass diesen ie e e Übe zeugungen zug unde liegen.
Leh pe sonen emp ehlen Klassenwiede holungen nich zu ällig, sonde n au Basis subjek i e Deu ungsmus e
übe de en pädagogischen Nu zen.
Bless e al. (2004, S. 51), in Anlehnung an O on (1996), besch eiben Übe zeugungen als B ücke zwischen einem
Ziel und eine Handlung: Ich möch e ein bes imm es P oblem lösen – ich bin übe zeug , dass eine bes imm e
Massnahme hil eich is – deshalb wende ich sie an. Im Kon ex de Klassenwiede holung bedeu e das: We
Übe o de ung als P oblem sieh und Klassenwiede holung ü sinn oll häl , wi d sie mi höhe e Wah schein-
lichkei emp ehlen. Diese Zusammenhänge we den in Abbildung 12 modellha da ges ell , wobei das in
Kapi el 4.1.1 besch iebene Wi k e s ändnis pädagogische Übe zeugungen au geg i en wi d: Übe zeugungen
dienen nich nu de Eino dnung pädagogische Si ua ionen, sonde n übe nehmen eine o ien ie ende Funk ion
ü konk e es Handeln. Sie e binden subjek i e Zielse zungen mi bes imm en Handlungsop ionen und p ägen
dami unmi elba En scheidungsp ozesse – e wa jene zu Klassenwiede holung.
Abbildung 12: Hypo he ische Beziehungen zwischen den Leh pe son-Eins ellungen und de Wah scheinlichkei eine Klas-
senwiede holung (eigene Da s ellung in Anlehnung an Bless e al., 2004)
Eine S udie on C ahay, Issaie a und Monseu (2014) komm zum übe aschenden Schluss, dass Eins ellungen
zu Klassenwiede holung nu schwach ode ga nich mi allgemeinen Übe zeugungen übe Le nen ode In elli-
genz ko elie en. Dies weis au ih e eigens ändige, p axisnahe Dimension hin, die sich on g undsä zlichen
pädagogischen Lei bilde n abheb . Gleichzei ig zeigen ande e S udien – e wa Bless e al. (2004) – sowie die Be-
unde de o liegenden A bei seh wohl signi ikan e Zusammenhänge zwischen de Hal ung zu
Klassenwiede holung und konk e en Aspek en schulische P axis. Die E gebnisse zeigen, dass Eins ellungen zu
Klassenwiede holung ein eigenes Denkmus e da s ellen – unabhängig on allgemeinen pädagogischen Vo s el-
lungen. Dennoch sind sie en scheidend da ü , wie in de P axis übe Klassenwiede holung en schieden wi d.
Ande e S udien, e wa jene on König, Da ge und Sch eibe (2012), zeigen, dass Hal ungen zu Klassenwiede ho-
lung nich olgenlos bleiben, sonde n di ek mi de Un e ich sp axis zusammenhängen: Leh pe sonen, die
Klassenwiede holung ablehnen, se zen häu ige au indi idualisie e Fö de s a egien – wäh end bei posi i e
Hal ung zu Klassenwiede holung endenziell wenige di e enzie e Me hoden zum Einsa z kommen. Die Übe -
zeugung übe die Nü zlichkei eine Massnahme schein somi auch Ein luss da au zu nehmen, ob übe haup
nach Al e na i en gesuch wi d.
Teil 2 • 7 Diskussion
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Solche Übe zeugungen sind in de Regel s abil, sie beglei en Leh pe sonen übe länge e Zei und s uk u ie en
de en Handeln. Doch sie sind nich un e ände lich. S udien on Doh mann (2021) sowie Kun e und Wilde (2023)
machen deu lich, dass Übe zeugungen du ch in ensi e Auseinande se zung mi neuen In o ma ionen e ände -
ba sind – insbesonde e dann, wenn diese mi hohem kogni i em Engagemen e a bei e we den.
Re lexionsp ozesse, kollegiale Aus ausch und I i a ion im pädagogischen All ag bilden hie ü zen ale Anlässe.
Eine e lek ie e Hal ung wi d dami zu Vo ausse zung ü p o essionelles Handeln. Jenni (2021, S. 3) be on im
Zusammenhang mi dem Pygmalion-E ek : „Sie [Fachleu e] dü en keine o schnellen Schluss olge ungen zie-
hen, sonde n soll en sich selbs k i isch mi ih en Sich weisen, Hal ungen und Handlungsweisen
auseinande se zen“.
7.1.3 Bedeu ung ü die pädagogische P axis
Indi iduelle Übe zeugungen de Leh pe sonen beein lussen Bildungswege und Chancengleichhei in e hebli-
chem Masse. Besonde s deu lich wi d dies in de Aussage on Bless e al. (2004): „De Ums and, bei welche
Leh pe son ein schwaches Kind zu ällig die Klasse besuch , wi d den En scheid ü ode gegen eine Repe i ion
maßgeblich o s uk u ie en.“
P o essionalisie ung bedeu e nich , Übe zeugungen au zugeben – an ihnen da man du chaus es hal en
(O on, 1996). Es geh meh da um, sich ih e bewuss zu we den – in ih e He kun , ih e Wi kung und ih em
pädagogischen Ansp uch. Es geh da um, subjek i e Ein lüsse au En scheidungen zu e lek ie en und zu beg ün-
den. O on (1996) be on , dass Übe zeugungen nich beliebig sein dü en, sonde n au einem espek ollen
Ve s ändnis des le nenden Menschen basie en müssen. Nu so kann pädagogisches Handeln als e an wo ba ,
p o essionell und bildungswi ksam gel en.
E ah ung bilde dabei die G undlage p o essionelle U eilsbildung. Agos ini, Bube, Meie und Ruin (2023) sehen
sie als zen ale Bedingung ü die En wicklung pädagogische Hal ung. Ve ände ungen geschehen dabei sel en
du ch Vo sch i en, sonde n du ch I i a ion, Selbs e lexion und Aus ausch. Pei ce (zi ie nach Fische , 1990)
sp ich in diesem Zusammenhang on „inqui y“, also o schendem Denken, das du ch Zwei el ange eg wi d.
Chancengleichhei beginn demnach nich e s bei objek i en S uk u en, sonde n auch bei de bewuss en Wah -
nehmung subjek i e Ein luss ak o en. Denn nu so läss sich siche s ellen, dass alle Kinde – unabhängig da on,
bei welche Leh pe son sie un e ich e we den – dieselben Chancen au Fö de ung und ai e Beu eilung e hal-
en.
Ein Beispiel ü die p axisnahe Un e s ü zung s ell die Checklis e zu Repe i ion nach Mülle (2018) da (Abbil-
dung 13). Sie e möglich eine s uk u ie e Auseinande se zung mi eigenen Einschä zungen und kann eine
e lek ie e En scheidungs indung un e s ü zen.
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cu icula e Vo gaben ode Einschulungss ich ag – is dem Mak osys em bzw. Exosys em zuzuo dnen. Diese Rah-
menbedingungen wi ken indi ek au das Handeln on Leh pe sonen, indem sie ins i u ionelle Lei planken
se zen, die nu beg enz beein lussba sind.
In diesem Kon ex e häl auch die sp achliche Kons uk ion on Ve an wo ung Bedeu ung: „De Schüle bleib
si zen, nich : e wi d si zen gelassen“ (Fabian, 2020, S. 48). Diese Fo mulie ung e lage die Ve an wo ung
sp achlich au das Kind – und en las e gleichzei ig das Sys em. Die Da en de o liegenden Un e suchung zeigen
jedoch, dass häu ig ge ade sys emische Vo gaben als hinde lich e leb we den. Da diese S uk u en als s abil und
ku z is ig kaum e ände ba gel en, ich e sich de pädagogische Fokus nich sel en au das Kind – do , wo
noch unmi elba e Handlungsmöglichkei en bes ehen.
Auch die E gebnisse zu d i en Hypo hese – dem übe p opo ional häu igen Au e en on Klassenwiede ho-
lungsemp ehlungen bei Kinde n mi Gebu im Mai bis Juli21 – un e s eichen diese Dynamik: Die gese zlich
de inie e S ich ags egelung scha eine o male Al e sg enze, die unabhängig on de indi iduellen En wicklung
des Kindes gese z wi d. Die da aus esul ie ende s uk u ell beding e He e ogeni ä kann zu Klassenwiede ho-
lung üh en – nich , weil das Kind nich schulbe ei wä e, sonde n weil das Sys em al e sbeding e Un e schiede
nich aus eichend ab ede .
K i isch zu zunehmenden Enge schulische E wa ungen äusse sich auch Bless in einem In e iew: „O ensich -
lich wi d die ge o de e No m imme enge , und imme wenige Kinde scheinen ih genügen zu können“ (Nolan,
2023). Diese Aussage läss sich du ch die o liegenden Da en nich eindeu ig bes ä igen – jedoch weis die b ei e
S euung in de Bewe ung schulische An o de ungen au eine e hebliche He e ogeni ä in de Wah nehmung
hin. Je nach schulischem Kon ex , S ando und E ah ungsho izon e leben Leh pe sonen dieselben An o de un-
gen en wede als zumu ba ode als übe o de nd – mi en sp echend un e schiedlichen Konsequenzen ü ih e
En scheidungsp ozesse.
In diesem Zusammenhang lie e n auch zwei quali a i e S udien (Edelmann e al., 2018; Imlig e al., 2019) aus de
Schweiz au schluss eiche Hinweise: Leh pe sonen e weisen do au die im Du chschni jünge en Kinde im
heu igen Kinde ga en und bemängeln, dass Leh pe sonen de 1. Klasse diesen Ums and noch zu wenig be ück-
sich igen wü den. Wäh end im Kinde ga en eine Anpassung an e ände e Al e ss uk u en s a ge unden
habe, sei diese in de 1. Klasse nich aus eichend ollzogen. Auch in de o liegenden S udie zeigen meh e e
Aussagen eine hohe Zus immung zu No wendigkei , Un e ich s o m und Schulsys em besse an die kindlichen
Bedü nisse anzupassen – was eine ähnliche Rich ung andeu e , obgleich kein signi ikan e Zusammenhang mi
Klassenwiede holungsemp ehlungen nachgewiesen we den konn e.
7.3.3 Bedeu ung ü die pädagogische P axis
Die Analyse de sys emischen Rahmenbedingungen ha gezeig , dass Klassenwiede holungsemp ehlungen nich
isolie als pädagogische En scheidung be ach e we den können, sonde n s e s im Kon ex s uk u elle Gege-
benhei en s ehen. Insbesonde e wenn Leh pe sonen cu icula e ode o ganisa o ische Vo gaben als
un e ände lich e leben, ück das Kind als Ad essa pädagogische In e en ion in den Fokus – auch wenn de
eigen liche Anpassungsbeda au Sys emebene e o e we den müss e.
21 Die Zahl de Wiede holungsemp ehlungen ü Kinde mi Gebu im Mai bis Juli könn e in Wi klichkei noch höhe liegen, als es die E he-
bung zeig . Es is zu e mu en, dass un e den zu ückges ell en Kinde n übe du chschni lich iele aus diesen Gebu smona en s ammen,
wodu ch sie dem En scheidungsp ozess zu Klassenwiede holung be ei s o gelage en zogen wu den.
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Fü die P axis bedeu e dies zunächs , dass Leh pe sonen un e s ü z we den soll en, s uk u elle Spannungs el-
de bewuss zu e lek ie en, ohne sich allein e an wo lich ü de en Kompensa ion zu ühlen. Es b auch
ins i u ionelle Räume ü Aus ausch übe sys emische Hü den – e wa du ch schulübe g ei ende In e ision, kol-
legiale Fallbesp echungen ode geziel e Wei e bildungen.
Da übe hinaus e deu lichen die E gebnisse, dass insbesonde e de Übe gang om Kinde ga en in die 1. Klasse
als neu algische Punk e leb wi d. Dies be i sowohl die didak ische Passung als auch die Al e she e ogeni ä
de Kinde du ch den Einschulungss ich ag. Um p ä en i zu handeln, sind meh e e Ansa zpunk e denkba :
- S ä ke e Koope a ion zwischen Kinde ga en- und Un e s u enleh pe sonen, um E wa ungen, Kompe-
enzen und Anschluss ähigkei gemeinsam abzus immen. Edelmann e al. (2018) weisen da au hin,
dass es p o essionelle Koope a ions o men beda . „Spä es ens mi de Ein üh ung des Leh plans 21,
de im Zyklus 1 Kinde on ie bis ach Jah en ass , wi d eine p o essionelle Zusammena bei une -
lässlich sein. Dabei muss in e s e Linie siche ges ell we den, dass ans elle on al e sbezogenen
Leis ungsan o de ungen die Kon inui ä kindliche Bildungsp ozesse bei Übe gängen okussie wi d“
(Edelmann e al., 2018, S. 181).
- Flexibilisie ung des Schulein i s ode eine geziel e Un e s ü zung ü „jünge e“ Kinde , z. B. du ch meh
Ressou cen, e schein aus pädagogische Sich sinn oll. Niklas (2011) k i isie eine s a e Al e so ien-
ie ung beim Einschulungszei punk , wäh end Ghosh und Kleine (2024) a gumen ie en, dass ein ühe
Schulein i besonde s benach eilig en Kinde n nü z . Gleichzei ig kann eine selek i e Rücks ellung bei
p i ilegie en Familien soziale Ungleichhei e s ä ken.
- Pädagogisch legi imie e Al e na i en zu Klassenwiede holung, e wa in Fo m on geziel e Fö de ung,
Team eaching ode adap i en Le na angemen s in al e s- und leis ungshe e ogenen G uppen. Die häu-
ig e wähn en e höh en An o de ungen in de 1. Klasse müssen nich zwingend zu Wiede holung
üh en – sie könn en auch du ch di e enzie en Un e ich und meh Un e s ü zung au ge angen we -
den.
Nich zule z zeig die Un e suchung, dass es neben s uk u ellen Anpassungen auch eine s ä ke e Bewuss seins-
bildung ü sys emische Ein lüsse b auch . Klassenwiede holung da nich zu p agma ischen Lösung we den,
nu weil das Sys em als nich e ände ba gil . Vielmeh is auch die Bildungspoli ik ge o de , Übe gänge kind-
ge ech e zu ges al en und Leh pe sonen in ih e Handlungskompe enz zu s ä ken – im Sinne eine
chancenge ech en und en wicklungso ien ie en F ühbildung.
7.4 Bean wo ung de Fo schungs age
Wie wi ken subjek i e Übe zeugungen, diagnos ische Einschä zungen und sys emische Rahmenbedingungen
zusammen, wenn Kinde ga enleh pe sonen übe eine Klassenwiede holung en scheiden?
Die E gebnisse de quan i a i en E hebung zeigen, dass En scheidungen übe Klassenwiede holungen im Kinde -
ga en nich au isolie en Fak o en be uhen, sonde n aus einem komplexen Zusammenspiel indi iduelle
Übe zeugungen, diagnos ische Einschä zungen und sys emische Rahmenbedingungen en s ehen.
Ein zen ale Be und be i die Bedeu ung subjek i e Übe zeugungen. Leh pe sonen, die de Klassenwiede -
holung endenziell posi i gegenübe s ehen, emp ehlen diese signi ikan häu ige ( gl. Kap. 6.6.1). Die
pe sönliche Hal ung zu Klassenwiede holung zeig sich dami als ele an e Ein luss ak o ü das
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En scheidungs e hal en. Beg i e wie „ ei / ei en“ (64-mal), „meh Zei “ (33-mal) ode „be ei sein“ (34-mal) in
den o enen An wo en spiegeln en wicklungspsychologische Vo s ellungen wide , wie sie e wa im S u enmodell
Piage s angeleg sind. Kindliche Schulbe ei scha wi d dami iel ach au indi iduelle Rei ung eduzie , obwohl
de Beg i in de Fachli e a u um assende de inie is .
Auch die diagnos ischen Einschä zungen e wiesen sich als subjek i gep äg . Zwa nu zen die meis en Leh pe -
sonen diagnos ische Ve ah en wie Beobach ungen, kollegiale Gesp äche ode selbs en wickel e
Einschä zungsbögen; s anda disie e Ins umen e kommen jedoch sel ene zum Einsa z. Somi bleiben die A
de Du ch üh ung und die In e p e a ion indi iduell un e schiedlich. Diagnos ik e schein somi wenige als ob-
jek i e Messung, sonde n als p o essionelles, kon ex bezogenes und we ebasie es Handeln ( gl. Kap. 4.1).
Ein besonde s häu ig genann es A gumen ü Klassenwiede holungen is die Übe o de ung: De Beg i wu de
172-mal in den o enen An wo en e wähn . Übe o de ung wi d dabei meis au kindliche Aspek e wie Konzen -
a ion, Selbs egula ion und Belas ba kei bezogen und dien als p ä en i es A gumen ü eine Wiede holung.
Dennoch bleib de Beg i schwe objek i ie ba und s a k abhängig on indi iduellen Einschä zungen.
Schliesslich wi ken auch sys emische Rahmenbedingungen au En scheidungsp ozesse ein. Ins i u ionelle Vo ga-
ben, schulin e ne Abläu e und gesellscha liche E wa ungen beein lussen, wie Diagnos ik angewende und
Übe zeugungen in e p e ie we den. Auch die E gebnisse zum Einbezug on Fachpe sonen zeigen, dass Diag-
nos ik nich nu indi iduell gep äg , sonde n auch on s uk u ellen Fak o en abhängig is : De Aus ausch mi
SHP ode DaZ-Leh pe sonen e olg egelmässig, wäh end ande e Fachpe sonen nu selek i beigezogen we den.
Dies deu e da au hin, dass Ressou cen, Ve ügba kei und o ganisa o ische S uk u en massgeblich bes immen,
wie um assend diagnos ische Einschä zungen e olgen können.
Insgesam wi d deu lich, dass En scheidungen zu Klassenwiede holung nich nach einem es en Schema e ol-
gen. Wah nehmung, Deu ung und Handlung sind eng mi einande e knüp ; diagnos ische Einschä zungen
basie en au subjek i en Übe zeugungen, die ih e sei s o implizi au heo e ischen Konzep en wie jenen on
Piage , Vygo sky ode Deci und Ryan be uhen.
Die E gebnisse zeigen, dass En scheidungen übe Klassenwiede holungen im Kinde ga en nich allein au sach-
lich-diagnos ischen G undlagen be uhen, sonde n massgeblich du ch pe sönliche Hal ungen, Deu ungsp ozesse
und s uk u elle Bedingungen beein luss sind. Die En scheidung zu Klassenwiede holung is ein pädagogische
Aushandlungsp ozess, de e an wo liches Handeln bei ehlende olls ändige Vo he sehba kei e o de .
Die E gebnisse e möglichen ein e ie es Ve s ändnis pädagogische En scheidungsp ozesse, müssen jedoch im
Lich e me hodische Einsch änkungen be ach e we den. Im Anschluss we den dahe zen ale Limi a ionen de
S udie au gezeig .
7.5 Einsch änkungen de S udie
Bei de Auswe ung a en einige He aus o de ungen au . Ein zen ales me hodisches De izi des Da ensa zes
bes eh da in, dass ausschliesslich Kinde e ass wu den, ü die eine Emp ehlung zu Klassenwiede holung aus-
gesp ochen wu de. Dami ehl eine Ve gleichsg uppe on Kinde n ohne eine solche Emp ehlung – eine
Vo ausse zung, die ü di e enzie e s a is ische Analysen wich ig gewesen wä e. Diese Einsch änkung kann als
konzep ionelle Schwäche de E hebung gewe e we den.
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Eine wei e e Limi a ion is , dass das Al e und die Be u se ah ung in Blöcken und olglich in nich kon inuie li-
chen Va iablen e ass wu den. Diese Ka ego isie ung üh zu einem In o ma ions e lus und schwäch
po enzielle Zusammenhänge ab. Bei eine e neu en Um age müss e da au geach e we den.
Im Zuge de Da enbe einigung des Kinde -Da ensa zes wu den e einzel Inkonsis enzen es ges ell . So gab bei-
spielsweise eine Leh pe son zwei Klassenwiede holungsemp ehlungen an, lie e e jedoch nu Angaben zu einem
Kind. Umgekeh be ich e e eine ande e Leh pe son on ie Emp ehlungen, wäh end im Da ensa z sechs Kinde
e ass wa en. Da die Angaben e ospek i e olg en, is anzunehmen, dass sich die Leh pe sonen nich in allen
Fällen an alle ele an en In o ma ionen de Kinde e inne en, weshalb einzelne Angaben ehl en. Gleichzei ig
wu de da on ausgegangen, dass säm liche übe mi el en Kinde da en denkba e ele an e In o ma ionen en -
hal en. Um den po enziellen In o ma ionsgehal diese Angaben nich zu e lie en, wu de au eine wei e e
Be einigung des Da ensa zes e zich e .
Ve ze ungen zeig en sich insbesonde e in Abschni D, in dem die Teilnehmenden die Wah scheinlichkei eine
Wiede holungsemp ehlung in Bezug au einzelne achliche und übe achliche Kompe enzen einschä zen soll en.
Rückmeldungen im Kommen a eld am Ende de Um age wiesen da au hin, dass ein einzelnes Me kmal aus
Sich de Leh pe sonen nich aus eich , um eine Wiede holung zu beg ünden. Einige Be ag e gaben an, dass sie
die ge o de en Einschä zungen nich im Sinne eine a sächlichen Wah scheinlichkei abgeben konn en, da sol-
che En scheidungen imme im Zusammenspiel meh e e Fak o en ge o en wü den. S a dessen se z en sie die
K euzchen eilweise sys ema isch, abe nich in Übe eins immung mi de In en ion de F age. Dies deu e da au
hin, dass die F ages ellung nich op imal o mulie wa . Auch de Beg i „Wah scheinlichkei “ wü de im Nach-
gang di e enzie e ode p äzise gewähl we den.
Die s anda disie e Online-E hebung siche e eine g undsä zliche Objek i i ä de Da ene hebung ( gl. Kap. 6.2).
Einsch änkungen zeigen sich jedoch bei de Validi ä , da einzelne F agen – insbesonde e zu Wah scheinlichkei
on Wiede holungsemp ehlungen – zu o en o mulie wa en und un e schiedliche In e p e a ionen zuliessen.
Auch die Reliabili ä is du ch e ospek i e Angaben beg enz , die on E inne ungslücken beein luss sein kön-
nen. Die ehlende Ve gleichsg uppe sowie Inkonsis enzen im Kinde -Da ensa z s ellen zusä zliche Limi a ionen
da . Insgesam zeigen sich dami meh e e Schwächen, die bei kün igen E hebungen s ä ke be ücksich ig we -
den soll en.
Vo dem Hin e g und diese me hodischen Limi a ionen e geben sich meh e e Ansa zpunk e ü wei e üh ende
Fo schung, die im olgenden Abschni skizzie we den.
7.6 Wei e e Fo schungsa bei
Die o liegende S udie leg den Fokus au subjek i e Übe zeugungen und diagnos ische P ak iken on Kinde ga -
enleh pe sonen im Kan on Zü ich.
Ein lohnende Fo schungsansa z lieg zum Beispiel im kan onalen Ve gleich: Wie ges al en sich En scheidungs-
p ozesse in Kan onen mi ande en S ich ags egelungen? T i do dieselbe P oblema ik au ode zeig sich eine
ande e Dynamik? Solche Ve gleiche könn en au zeigen, inwie e n s uk u elle Rahmenbedingungen wie de Ein-
schulungss ich ag zu En s ehung ode Minde ung on P oblemlagen bei agen.
Ge ade im Kinde ga en s ell sich zudem die F age, welche Auswi kungen Klassenwiede holungen a sächlich
au Kinde haben – emo ional, sozial und im Hinblick au ih e wei e e Bildungslau bahn. Quali a i e
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Fo schungsme hoden könn en hie we olle Einblicke in die Pe spek i en de be o enen Kinde , ih e Familien
sowie de pädagogischen Fachpe sonen e möglichen.
Auch das Thema Rücks ellung e dien e ie e Au me ksamkei : Es soll e genaue un e such we den, inwie-
e n Rücks ellungen spä e en Klassenwiede holungen o beugen – ode diese lediglich e se zen. Insbesonde e
im Hinblick au Chancenge ech igkei e schein es zen al, diesem ühen Punk im Bildungs e lau besonde e
Beach ung zu schenken. Rücks ellungen we den o wenige sys emisch beg ünde , sonde n gehen häu ig au
Ini ia i en on El e n zu ück, die sich einen besse en Schule olg ode einen Schu z o Übe o de ung e ho en.
Dadu ch könn e sich eine neue Fo m on Bildungsungleichhei abzeichnen. Gleichzei ig könn e diese En wicklung
auch ein Ausd uck on Vo behal en gegenübe bes ehenden S ich ags egelungen sein. In beiden Fällen e g ös-
se sich de ela i e Al e se ek , wäh end die Ressou cen im Sys em meis kons an bleiben. Hie wä e ein
poli isches Handeln d ingend angezeig .
Nich zule z s ell sich die F age, wie e bindlich de S ich ag und die allgemeine Emp ehlung, möglichs keine
Klassenwiede holung du chzu üh en, a sächlich umgese z we den sollen. Wi d die Wiede holungsquo e au
de Kinde ga ens u e le z lich s illschweigend akzep ie , weil dieses Ins umen im pädagogischen All ag als
p agma ische Weg gil , um Kinde zu „schü zen“? Und is sich die Bildungspoli ik diese geleb en P axis bewuss ?
Solche Dynamiken zwischen o izielle Regelung und a sächliche Umse zung e dienen e ie e wissenscha -
liche Un e suchung.
Abschliessend sollen die zen alen E kenn nisse diese A bei nochmals gebündel da ges ell und in ih e Be-
deu ung ü die pädagogische P axis e lek ie we den. Die nach olgende Schlussbe ach ung e knüp die
heo e ischen, empi ischen und p ak ischen Pe spek i en zu einem Gesam bild.
8 Schluss olge ungen: Zen ale E kenn nisse und ih e Bedeu ung ü die
P axis
Die o liegende A bei un e such e, wie subjek i e Übe zeugungen, diagnos ische Einschä zungen und sys emi-
sche Rahmenbedingungen zusammenwi ken, wenn Kinde ga enleh pe sonen übe eine Klassenwiede holung
en scheiden. Die E gebnisse zeigen, dass solche En scheidungen nich au isolie e Fak o en zu ückzu üh en sind,
sonde n aus einem komplexen pädagogischen Aushandlungsp ozess he o gehen – gep äg du ch indi iduelle
Hal ungen, diagnos ische Rou inen und ins i u ionelle Vo gaben. Dieses abschliessende Kapi el bündel die we-
sen lichen E kenn nisse im Hinblick au die zen ale Fo schungs age, e lek ie de en Zusammenspiel und
o mulie übe geo dne e Schluss olge ungen, die sowohl ü die pädagogische P axis als auch ü die wei e üh-
ende Fo schung on Bedeu ung sind.
Dabei wi d deu lich: Pädagogisches Handeln in diesem Kon ex läss sich wede olls ändig s anda disie en noch
objek i ie en – es bleib eingebe e in subjek i e Deu ungen, ins i u ionelle S uk u en und p o essionelles E -
ah ungswissen.
8.1 Übe zeugungen als handlungslei ende G undlage
Die o liegende S udie beleg , dass die Hal ung de Leh pe sonen zu Klassenwiede holung einen deu lichen Ein-
luss au ih En scheidungs e hal en ha . Diese Übe zeugungen wi ken als Wah nehmungs il e – sie bes immen,
wo au geach e wi d, wie Ve hal en in e p e ie wi d und welche Konsequenzen da aus gezogen we den.
Teil 2 • 8 Schluss olge ungen
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Pädagogische En scheidungen en s ehen somi nich losgelös on subjek i en Einschä zungen, sonde n sind
du ch diese mi gep äg . Da aus e gib sich ein kla e Handlungsau ag: Übe zeugungen müssen nich nu be-
wuss sein, sonde n auch p o essionell e lek ie we den – beispielsweise du ch s ändiges Hin e agen des
Tuns, e wa in schulischen Teams, du ch Supe ision, In e ision ode kon inuie liche Wei e bildung.
8.2 Diagnos ik im Spannungs eld zwischen In ui ion und S uk u
Ein zen ales E gebnis be i die Diagnos ik: Sie wi d im Kinde ga en häu ig in o mell und e ah ungsbasie
du ch Beobach ungen, Gesp äche und all agsin eg ie e Einschä zungen o genommen. S anda disie e Ve ah-
en kommen zwa e einzel zum Einsa z, doch sie sind kein Ga an ü objek i e En scheidungen. Vielmeh zeig
sich, dass diagnos ische Ve ah en im pädagogischen All ag s a k on indi iduellen Deu ungen sowie on s uk-
u ellen Rahmenbedingungen gep äg bleiben. De selek i e Einbezug on Fachpe sonen e deu lich , dass
Ressou cen, Ve ügba kei und ins i u ionelle S uk u en einen wesen lichen Ein luss au die diagnos ische P axis
haben.
Eine kindge ech e Diagnos ik b auch dahe nich nu We kzeuge, sonde n o allem eine Hal ung, die sie als
dialogischen und en wicklungsbeglei enden P ozess e s eh – nich als Legi ima ion ü Massnahmen, sonde n
als G undlage ü geziel e Fö de ung.
8.3 S uk u elle Bedingungen als e deck e En scheidungs ak o en
Auch wenn Klassenwiede holung o mal als pädagogische En scheidung gil , zeigen sich deu liche sys emische
Ein lüsse. So spiel de gese zliche Einschulungss ich ag eine zen ale Rolle, ebenso wie die wah genommenen
An o de ungen de e s en Klasse. Besonde s die Un e ich s o m und die Hal ung de do un e ich enden Leh -
pe sonen wu den als mi en scheidend benann . Diese Beobach ung e weis au eine en scheidende
sys emische Schwäche: Wenn Kinde nich in ein Sys em passen, das ü He e ogeni ä nu beg enz o en is ,
e schein Klassenwiede holung o als einzig gangba e Lösung. De Fokus e schieb sich dadu ch om Beda
des Kindes hin zu Pass ähigkei ins Sys em.
8.4 Fazi
Die En scheidung zu Klassenwiede holung is sel en Ausd uck eine kla en pädagogischen Übe zeugung, son-
de n häu ig ein Komp omiss. Sie en s eh an de Schni s elle zwischen Ansp uch und Wi klichkei – zwischen
dem Bedü nis nach indi iduelle Fö de ung und den Beg enzungen des Sys ems. Das o zi ie e Bild om G as,
das nich schnelle wächs , wenn man da an zieh , b ing dieses Spannungs eld au den Punk . En wicklung
b auch Zei – abe auch Umgebungen, die Zei zulassen. Zudem benö ig es S uk u en, die Viel al nich nu
aushal en, sonde n geziel ö de n.
Wenn Klassenwiede holung als Lösung iden i izie wi d, weil das Sys em keine al e na i en Wege be ei häl ,
dann da nich nu de En scheidungsp ozess, sonde n muss auch das Sys em selbs zu Diskussion ges ell we -
den. Es s ell sich die F age, ob die bes ehenden schulischen S uk u en den un e schiedlichen En wicklungs-
p aden on Kinde n übe haup ge ech we den können – ode ob die s uk u ellen Gegebenhei en du ch ih e
engen Passungse wa ungen Klassenwiede holungen e s no wendig machen.
Teil 2 • 8 Schluss olge ungen
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Nich zule z zeig sich: Eine nachhal ige P axis de Klassenwiede holung b auch beides – s uk u elle Re o men
und indi iduelle Be ei scha zu Re lexion. Nu im Zusammenspiel en s eh ein pädagogisches Handeln, das de
Viel al kindliche En wicklung ge ech wi d – unabhängig on Biog a ie, Gebu sda um ode Schulo .
9 Pe sönliche Re lexion
Die g osse Teilnahme an de Um age ha mich seh ge eu . Sie zeig das b ei e In e esse am Thema und e -
deu lich , dass Klassenwiede holung im Kinde ga en iele Leh pe sonen beschä ig . Die An wo en zeigen, dass
sich zahl eiche Leh pe sonen in ensi mi den ges ell en F agen auseinande gese z haben. Besonde s die o e-
nen Rückmeldungen und die Gedanken zu möglichen Auswi kungen eines (zu) ühen Schulein i s – was imme
„zu üh“ auch bedeu en mag – e möglichen e ie e Einblicke. Ich bedau e, dass ich diese quali a i e Dimension
nu am Rande einbeziehen konn e. Sie hä e jedoch den Rahmen de A bei gesp eng .
Mögliche weise en sp ich das E gebnis diese A bei nich gänzlich dem, was sich manch eine Leh pe son pe -
sönlich e ho ha . Mich ha die Auseinande se zung jedoch eno m be eiche . De Zwei el wa de
Ausgangspunk . E was in meine P axis ühl e sich nich s immig an – und dieses Ge ühl liess mich nich meh
los. Wie Fische (1990) besch eib , können solche I i a ionen zu Wei e en wicklung an egen. Bei mi wa dies
de Fall: De Zwei el mo i ie e mich, genaue hinzuschauen, F agen zu s ellen und mein Wissen zu e ie en.
Meine subjek i en Übe zeugungen haben sich nu ge ing ügig e ände – abe ich habe iel Wissen dazugewon-
nen. Und ja, ich emp inde es nich als ich ig, wie es is . Die bes ehende Chancenungleichhei beschä ig mich.
De ela i e Al e se ek e schein mi p oblema isch – du ch Rücks ellungen wi d e zusä zlich e s ä k .
Die Klassenwiede holung au de Kinde ga ens u e emp inde ich nich als gene ell alsch – so e n alle be eilig en
Pe sonen dies gemeinsam als sinn olle Lösung e ach en. Jede Fall is ande s und schon kleine De ails können
da übe en scheiden, ob eine Klassenwiede holung als geglück ode als misslungen wah genommen wi d. Wäh-
end meine Ausbildung wu de das Beispiel des Mobiles genann : Wi d an eine S elle e was angehäng ode
weggenommen, beginn das ganze Mobile zu wackeln ( gl. Kap. 4.3.1). So kann es auch bei (k)eine Klassenwie-
de holung sein. Fak is : Alle am En scheid be eilig en Pe sonen möch en le z lich nu das Bes e ü das Kind.
Wenn ich es beein lussen könn e, wü de ich am Sys em anse zen: den S ich ag zu ück e legen, die Leis ungsan-
o de ungen eduzie en, das Spiel s ä ke ö de n – dami Viel al nich als Belas ung, sonde n als Be eiche ung
e s anden we den kann. Die Poli ik müss e hie ü Ände ungen o nehmen. Bis es so wei is , lieg es an den
Leh pe sonen, den schulischen HeilpädagogInnen und allgemein an de Schule, das Bes e aus de Si ua ion zu
machen – mi F eude, mi He z und mi dem Wunsch, jedes Kind indi iduell zu beglei en und es ein S ück au
seinem Weg un e s ü zen zu können.
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10 Li e a u e zeichnis
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Sa ah Zwahlen • Mai 2025
80
12 Tabellen e zeichnis
Tabelle 1: Eingese z e diagnos ische Ve ah en .............................................................................................. 59
Tabelle 2: Aussagen, welche als un e ände ba angesehen we den .............................................................. 63
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
81
13 Anhang
Anhang 1: Beispiel Leh plan 21 ....................................................................................................................... 82
Anhang 2: Kon ak au nahme ........................................................................................................................... 83
Anhang 3: F agebogen ..................................................................................................................................... 84
Anhang 4: Besch eibung S ichp obe .............................................................................................................. 100
Anhang 5: Desk ip i e S a is ik – Bezi ke ...................................................................................................... 101
Anhang 6: Desk ip i e S a is ik zu Eins ellung und Anzahl emp ohlene Wiede holungen ......................... 101
Anhang 7: Reliabili ä s-Analyse ..................................................................................................................... 102
Anhang 8: Gebu smona de Kinde mi eine Emp ehlung zu Klassenwiede holung ................................ 102
Anhang 9: S igma isie ung/soz. Disk iminie ung ........................................................................................... 103
Anhang 10: Zusammena bei mi Fachpe sonen .......................................................................................... 104
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82
Anhang 1: Beispiel Leh plan 21
( gl. Kap. 3.1.3)
Elemen e des Kompe enzau baus des Leh plans 21 (Bildungsdi ek ion Kan on Zü ich, 2017). Wiede gabe geneh-
mig .
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Anhang 2: Kon ak au nahme
( gl. Kap. 6.4)
Liebe F au/Liebe He XY
Ich be inde mich am Ende meine Ausbildung zu schulischen Heilpädagogin an de H H und widme meine Mas-
e a bei dem Thema «Klassenwiede holung au de Kinde ga ens u e». Obwohl die gese zlichen Vo gaben die
Klassenwiede holung als Ausnahme all o sehen, lieg die Repe i ionsquo e im Kan on Zü ich e gleichsweise
hoch.
Diese Disk epanz zwischen den gese zlichen Vo gaben und de P axis inde ich äusse s spannend, und ich
möch e e s ehen, wa um sie bes eh .
Meine e s ell e Um age bilde den Ke n meine Mas e a bei - ohne eine genügend hohe Rücklau quo e wi d
es schwie ig, aussagek ä ige E kenn nisse zu gewinnen.
Dahe wä e ich Ihnen!unglaublich dankba , wenn Sie diese E-Mail an alle Kinde ga enleh pe sonen Ih e Ge-
meinde/Ih e Einhei wei e lei en könn en. Jede einzelne Teilnahme mach einen g ossen Un e schied ü meine
Fo schung!
Vielen Dank ü Ih e Un e s ü zung!
F eundliche G üsse,
Sa ah Zwahlen
Liebe Kinde ga enleh pe son
Im Rahmen meine Mas e a bei un e suche ich die Klassenwiede holung im Kinde ga en und die G ünde, aus
denen wi – ich wa lange Zei als Kinde ga enleh pe son ä ig und a bei e wei e hin als schulische Heilpädago-
gin au diese S u e – eine Klassenwiede holung emp ehlen ode da on ab a en.
Meine e a bei e e Um age is de zen ale Bes and eil meine A bei ! Deshalb wü de ich mich ex em euen,
wenn Sie mich dabei un e s ü zen, in dem Sie den F agebogen aus üllen.
De anonyme Online-F agebogen daue ca. 20 Minu en und jede einzelne Teilnahme zähl !
Ich wä e Ihnen iesig dankba , wenn Sie den F agebogen bis Mon ag, 10. Mä z aus üllen – und alls möglich, die
Um age auch mi wei e en KollegInnen aus dem Kan on Zü ich eilen.
→"Hie geh ’s zum F agebogen: h ps://ls.h h.ch/index.php/155564?lang=de
Vielen he zlichen Dank ü Ih e Un e s ü zung und die Zei , die Sie sich da ü nehmen – das schä ze ich seh !
Liebe G üsse,
Sa ah Zwahlen
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
84
Anhang 3: F agebogen
Repe i ion (Klassenwiede holung) au de Kin-
de ga ens u e
Willkommen zu meine Be agung
Vielen Dank, dass Sie sich die Zei nehmen, an diese Be agung eilzunehmen. Diese ano-
nyme Be agung ich e sich an Kinde ga enleh pe sonen aus dem Kan on Zü ich und
un e such , welche Fak o en die En scheidung übe eine Klassen epe i ion im Kinde ga en
beein lussen. Lau Gese z soll e die Repe i ion eine Ausnahme sein, doch im Jah 2017 be-
such en lau S a is ik 5.6% de Kinde den Kinde ga en übe d ei Jah e. Dies zeig eine
Disk epanz zwischen de P axis und den gese zlichen Vo gaben. In meine Mas e a bei
möch e ich diese Disk epanz nähe au den G und gehen.
Die Be agung daue e wa 20 Minu en.
Vielen Dank ü Ih e Teilnahme!
In diese Um age sind 36 F agen en hal en.
A.) Allgemeine F agen
In welche Funk ion sind Sie ä ig? *
Bi e wählen Sie eine de olgenden An wo en:
o Kinde ga enleh pe son
o Schulische/ Heilpädagogin/Heilpädagoge
o Ande e
Bi e geben Sie Ih Al e an *
Bi e wählen Sie eine de olgenden An wo en:
o un e 25
o 25-35
o 36-45
o Übe 45
o Keine Angaben
Anhang
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
85
Wie iele Jah e Be u se ah ung besi zen Sie als Kinde ga enleh pe -
son/SHP? *
(Soll en Sie sowohl als KG-LP, wie auch als SHP gea bei e haben, dann zäh-
len Sie die Jah e bi e zusammen.)
Bi e wählen Sie eine de olgenden An wo en:
o 1 bis 5 Jah e
o 6 bis 12 Jah e
o 12 bis 20 Jah e
o Meh als 20 Jah e
o Keine Angaben
In welchem Bezi k sind Sie ä ig? *
Bi e wählen Sie eine de olgenden An wo en:
o A ol e n
o Andel ingen
o Bülach
o Dielsdo
o Die ikon
o Hinwil
o Ho gen
o Meilen
o P ä ikon
o Us e
o Win e hu
o Zü ich
Welche Gemeindeka ego ie besch eib Ih en A bei so ? *
Bi e wählen Sie eine de olgenden An wo en:
o S äd ische Gemeinde
o Wede s äd ische noch ländliche Gemeinde
o Ländliche Gemeinde
o Keine Angaben
Wie g oss wa die du chschni liche Klasseng össe in den le z en zwei Jah en? *
Bi e wählen Sie eine de olgenden An wo en:
o Wenige als 16
o zwischen 17 und 19
o zwischen 20 und 23
o meh als 23
o keine Angabe
Anhang
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
86
Wie iele Rücks ellungen on de Schulp lich sind in den le z en zwei Jah en
bewillig wo den? *
(Im Kan on Zü ich is ein Rücks ellung on de Schulp lich (Ein i in den Kin-
de ga en) im Einzel all möglich; und zwa dann, wenn ü ein Kind
Schwie igkei en zu e wa en sind, die auch mi sonde paedagogischen Mass-
nahmen nich zu bewäl igen sind (aus El e nin o ma ion zum Kinde ga en,
Kan on Zü ich, Bildungsdi ek ion).)
Bi e wählen Sie eine de olgenden An wo en:
o 0
o 1
o 2
o 3
o 4
o 5
o 6
o Keine Angaben
Eine Rücks ellung kann in Ausnahme ällen auch im Lau e des Schuljah es e -
olgen (d.h. das Kind b ich den Kinde ga en ab und wi d im olgenden Schuljah
e neu eingeschul ).
(Nachdem das Kind den Kinde ga en begonnen ha , zeig sich, dass es mi de
Si ua ion übe o de is . Dahe wi d en schieden, den Kinde ga enbesuch o -
e s zu pausie en, dami das Kind im nächs en Schuljah einen neuen S a
wagen kann.)
Bi e wählen Sie eine de olgenden An wo en:
o Ja
o Nein
o Keine Angabe
Sind an Ih e Schule Repe i ionen möglich? *
Bi e wählen Sie eine de olgenden An wo en:
o Ja, mi gu e Beg ündung imme
o Ja, abe nu in wi klichen Ausnahme ällen
o Eigen lich nie
o Nein, unmöglich
o Keine Angaben
Anhang
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
87
Bei wie ielen Kinde n im lau enden Schuljah s eh eine mögliche Repe i ion
im Raum? *
Bi e wählen Sie eine de olgenden An wo en:
o 0
o 1
o 2
o 3
o 4
o keine Angaben
B.) Emp ehlung Repe i ion
Bei den olgenden F agen möch e ich meh übe jene Kinde e ah en, de en El e n Sie
eine Repe i ion des 1. ode 2. Kinde ga ens emp ohlen haben – unabhängig da on, ob
die Emp ehlung angenommen ode abgelehn wu de.
Bei wie ielen Kinde n (insgesam ) haben Sie in den le z en zwei Jah en eine
Repe i ion des 1. ode 2. Kinde ga ens emp ohlen – unabhängig da on, ob die
Emp ehlung angenommen ode abgelehn wu de? *
In den anschliessenden F agen wi d es um diese Kinde gehen!
Bi e wählen Sie eine de olgenden An wo en:
o 0
o 1
o 2
o 3
o 4
o 5
o 6
o Keine Angaben
Anhang
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
88
Ha e/n das Kind/die Kinde im Schuljah o de Emp ehlung zu Repe i ion be-
ei s sonde pädagogische Massnahmen?
Hie geh es um jene Kinde , bei welchen Sie in den le z en zwei Jah en eine
Repe i ion emp ohlen haben.
Bean wo en Sie diese F age nu , wenn olgende Bedingungen e üll sind:
An wo wa ‘1’ ode ‘2’ ode ‘3’ ode ‘4’ ode ‘5’ ode ‘6’ bei F age ‘[G02Q09] (Bei wie ielen Kinde n
(insgesam ) haben Sie in den le z en zwei Jah en eine Repe i ion des 1. ode 2. Kinde ga ens
emp ohlen – unabhängig da on, ob die Emp ehlung angenommen ode abgelehn wu de? In den
anschliessenden F agen wi d es um diese Kinde gehen!)
IF
ISR
DaZ
PMT
Logo
Kind 1
£
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£
£
Kind 2
£
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£
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£
Kind 3
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£
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Kind 4
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Kind 5
£
£
£
£
£
Kind 6
£
£
£
£
£
Welches is de Gebu smona des Kindes / de Kinde ?
Ich gehe da on aus, dass das Kind zum egulä en Zei punk eingeschul und
nich zu ückges ell wu de. Falls diess doch so is , dann bi e ich Sie «keine
An wo » anzuk euzen.
Hie geh es um jene Kinde , bei welchen Sie in den le z en zwei Jah en eine
Repe i ion emp ohlen haben.
Bean wo en Sie diese F age nu , wenn olgende Bedingungen e üll sind:
An wo wa ‘1’ ode ‘2’ ode ‘3’ ode ‘4’ ode ‘5’ ode ‘6’ bei F age ‘[G02Q09] (Bei wie ielen Kinde n
(insgesam ) haben Sie in den le z en zwei Jah en eine Repe i ion des 1. ode 2. Kinde ga ens
emp ohlen – unabhängig da on, ob die Emp ehlung angenommen ode abgelehn wu de? In den
anschliessenden F agen wi d es um diese Kinde gehen!)
Aug
Sep
Ok
No
Dez
Jan
Feb
Mä z
Ap il
Mai
Juni
Juli
Kind 1
£
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£
£
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£
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Kind 2
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£
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Kind 3
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£
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Kind 4
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£
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£
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Kind 5
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£
£
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£
£
£
Kind 6
£
£
£
£
£
£
£
£
£
£
£
£
Anhang
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
89
Welche Na ionali ä /en besi z das Kind/besi zen die Kinde ?
Abkü zungen sind e laub
Hie geh es um jene Kinde , bei welchen Sie in den le z en zwei Jah en eine
Repe i ion emp ohlen haben.
Bean wo en Sie diese F age nu , wenn olgende Bedingungen e üll sind:
An wo wa ‘1’ ode ‘2’ ode ‘3’ ode ‘4’ ode ‘5’ ode ‘6’ bei F age ‘[G02Q09] (Bei wie ielen Kinde n
(insgesam ) haben Sie in den le z en zwei Jah en eine Repe i ion des 1. ode 2. Kinde ga ens
emp ohlen – unabhängig da on, ob die Emp ehlung angenommen ode abgelehn wu de? In den
anschliessenden F agen wi d es um diese Kinde gehen!)
Na ionali ä (en)
Kind 1
Kind 2
Kind 3
Kind 4
Kind 5
Kind 6
Welches Geschlech ha das Kind / haben die Kinde ?
Hie geh es um jene Kinde , bei welchen Sie in den le z en zwei Jah en eine
Repe i ion emp ohlen haben.
Bean wo en Sie diese F age nu , wenn olgende Bedingungen e üll sind:
An wo wa ‘1’ ode ‘2’ ode ‘3’ ode ‘4’ ode ‘5’ ode ‘6’ bei F age ‘[G02Q09] (Bei wie ielen Kinde n
(insgesam ) haben Sie in den le z en zwei Jah en eine Repe i ion des 1. ode 2. Kinde ga ens
emp ohlen – unabhängig da on, ob die Emp ehlung angenommen ode abgelehn wu de? In den
anschliessenden F agen wi d es um diese Kinde gehen!)
Bi e wählen Sie die zu e ende An wo ü jeden Punk aus:
weiblich
männlich
Kind 1
Kind 2
Kind 3
Kind 4
Kind 5
Kind 6
Anhang
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
96
Wie wah scheinlich is es, dass Sie sich ü eine Repe i ion des 2. Kinde ga en-
jah s einse zen, wenn ein Kind…
Bi e wählen Sie die zu e ende An wo ü jeden Punk aus:
1
2
3
4
5
schlech es A bei s e hal en zeig
sozial nich in eg ie is
de Handlung eine ein achen E -
zählung nich olgen kann
bis zu 20 Elemen e nich auszäh-
len und im Zahlen aum bis 10 nich
on jede möglichen Zahl aus o -
und ückwä s zählen kann
P obleme mi de Feinmo o ik ha
nich s ill si zen kann
seh schüch e n is
häu ig impulsi eagie
mangelnde deu sche Sp achkenn -
nisse besi z
die Zi e n bis 10 nich kenn
Sich nich an den Tagesablau hal-
en kann
5 = seh wah scheinlich
1 = unwah scheinlich
Wie wah scheinlich is es, dass Sie sich ü eine Repe i ion des 2. Kinde ga en-
jah s einse zen, wenn ein Kind…
Bi e wählen Sie die zu e ende An wo ü jeden Punk aus:
1
2
3
4
5
in eine ungüns ige Zusammense -
zung de 1. Klasse übe e en
wü de
wenig Mo i a ion ü s uk u ie e
Ak i i ä en ha
schnell au gib , wenn e was nich
so o klapp
mi Ve ände ungen schlech umge-
hen kann
sich ge ne und iel beweg
Schwie igkei en ha , Anweisungen
zu e s ehen
sich nich ak i am Un e ich be ei-
lig
meh Le nzei benö ig
sich nich selbs ändig anziehen
kann
schnell übe o de is
5 = seh wah scheinlich
1 = unwah scheinlich
Anhang
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
97
E.) Di e se Aussagen
Inwie e n s immen Sie olgenden Aussagen zu?
Übe legen Sie nich zu lange, sonde n an wo en Sie in ui i .
10 = s imme oll und ganz zu
1 = s imme nich zu
Bi e wählen Sie die zu e ende An wo ü jeden Punk aus:
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Dadu ch, dass gewisse Kinde epe ie-
en, können homogene e (einhei liche e)
1. Klassen gebilde we den.
Die Repe i ionsquo e wü de sich e in-
ge n, wü de sich die Un e ich s o m de
1. Klasse besse an die Bedü nisse de
Kinde anpassen.
Die An o de ungen in de 1. Klasse sind
ges iegen und imme wenige Kinde
können diese beim Übe i e üllen.
Die Ve schiebung des Einschulungs-
S ich ags is de G und ü die Repe i i-
onsquo e on5.6 %.
Die Repe i ionsquo e e gib spä es ens
sei de Ein üh ung des LP 21 keinen
Sinn meh , da das Kind noch genügend
Zei ha Leis ungs ücks ände (z. B. in
Ma he) au zuholen.
Jünge e Kinde sind benach eilig
Die Repe i ion kann Kinde o einem IF-
S a us « e sschonen»
Es b auch ga keine Reduk ion de Re-
pe i ionsquo e.
Die Repe i ion au de Kinde ga ens u e
is zu e was All äglichem gewo den und
nich s Besonde es meh .
Wenn das passende Anschluss-Se ing
(Bsp. Sp achheilschule, Sonde schule)
ehl , mach eine Repe i ion am meis en
Sinn.
Anhang
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
98
Inwie e n s immen Sie olgenden Aussagen zu?
Übe legen Sie nich zu lange, sonde n an wo en Sie in ui i .
10 = s imme oll und ganz zu
1 = s imme nich zu
Bi e wählen Sie die zu e ende An wo ü jeden Punk aus:
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Soll en die Kinde zu Beginn de 1.
Klasse übe o de sein, dann wi k sich
dies lang is ig au die Mo i a ion aus.
Äl e e Kinde haben einen Vo eil.
Kinde , welche epe ie haben, haben
einen Leis ungs o sp ung gegenübe ih-
en Mi schüle Innen.
Kinde we den du ch eine Repe i ion
s igma isie .
Die Repe i ionsquo e wü de sich e in-
ge n, wü den sich die Leh mi el de 1.
Klasse besse an die Bedü nisse de
Kinde anpassen.
Es gib Risikokinde , welche häu ige e-
pe ie en (Bsp. Kinde mi
Mig a ionshin e g und, Kinde mi
Deu sch als Zwei sp ache, Kinde mi
wenige Un e s ü zung zu Hause).
Ein d i es Kinde ga enjah kann hel en,
Wiede holungen in spä e en Klassen zu
e meiden.
Kinde , die epe ie en e ah en eine sozi-
ale Disk iminie ung.
Die Repe i ionsquo e im Kinde ga en
wü de sich e inge n, wü de sich das
Schulsys em anpassen.
Anhang
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
99
F.) Pe sönliche Ansich en
Was denken Sie, welches sind die Auswi kungen, wenn Kinde zu üh in die 1.
Klasse übe e en? Nennen Sie mi , wenn möglich, d ei Auswi kungen.
Bi e geben Sie Ih e An wo (en) hie ein:
Mögliche Auswi kung 1
Mögliche Auswi kung 2
Mögliche Auswi kung 3
Ge ne dü en diese An wo en s ichwo a ig sein (z. B. Mo i a ion ab)
Wie s ehen Sie pe sönlich eine Repe i ion im Kinde ga en gegenübe ? *
Bi e wählen Sie eine de olgenden An wo en:
o Posi i
o Neu al
o Nega i e
o Keine Angaben
De enommie e Fo sche John Ha ie (2015) sag zu Repe i ion:
«In Bezug au die Nich -Ve se zung [Repe i ion] is die einzig in e essan e
F age, wa um eine solche P axis angesich s e nich ende empi ische Belege
imme noch angewand wi d.»
Was wü den Sie ihm An wo en?
Bi e geben Sie Ih e An wo hie ein:
Was möch en Sie mi ü meine A bei noch mi au den Weg geben?
Bi e geben Sie Ih e An wo hie ein:
Vielen he zlichen Dank, dass Sie an diese Um age eilgenommen haben! Ich eue
mich da au , die E gebnisse mi Theo ie und P axis e gleichen zu können!
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
100
Anhang 4: Besch eibung S ichp obe
( gl. Kap. 6.5.1)
N
An eil in %
Funk ion
LP
269
86,5
SHP
42
13,5
Al e
un e 25
3
1,0
25–35
75
24,1
36–45
74
23,8
übe 45
159
51,1
Be u se ah ung
1 bis 5 Jah e
54
17,4
6 bis 12 Jah e
71
22,8
1222 bis 20 Jah e
74
23,8
meh als 20 Jah e
158
36
Gemeindeka ego ie
S äd ische Gemeinde
98
32,2
Wede s äd ische noch ländliche Gemeinde
62
20,4
Ländliche Gemeinde
144
47,4
Du chschni liche Klasseng össe
wenige als 16
10
3,2
zwischen 17 und 19
88
28,4
zwischen 20 und 23
202
65,2
meh als 23
10
3,2
Sind Klassenwiede holung in de Schulgemeinde möglich
Ja, mi gu e Beg ündung imme
208
68,6
Ja, abe nu in wi klichen Ausnahme ällen
93
30,7
Eigen lich nie
2
0,7
22 Hinweis: Bei de Ka ego isie ung de Be u se ah ung kann es zu Ve ze ungen kommen, da Pe sonen mi 12 Jah en Be u se ah ung so-
wohl die zwei e als auch die d i e Ka ego ie hä en wählen können. Diese Ums and dü e jedoch keinen ele an en Ein luss au die zen ale
F ages ellung diese Un e suchung haben.
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
101
Anhang 5: Desk ip i e S a is ik – Bezi ke
( gl. Kap. 6.5.1)
Bezi k
N
An eil in %
A ol e n
16
5.4
Andel ingen
28
9.5
Bülach
35
11.8
Dielsdo
20
6.8
Die ikon
22
7.4
Hinwil
35
11.8
Ho gen
31
10.5
Meilen
17
5.7
P ä ikon
11
3.7
Us e
17
5.7
Win e hu
49
16.6
Zü ich
15
5.1
Gesam
296
100
Fehlend
15
Gesam
311
Siedlungss uk u des A bei so s
N
An eil in %
S äd ische Gemeinde
98
32,2
wede s äd ische noch ländliche Gemeinde
62
20,4
Ländliche Gemeinde
144
47,4
Gesam
304
100
Fehlend
7
Gesam
311
Anhang 6: Desk ip i e S a is ik zu Eins ellung und Anzahl emp ohlene Wiede holungen
( gl. Kap. 6.6.1)
N
An eil in %
Pe sönliche Eins ellung gegenübe eine Klassenwiede holung
Posi i (= 1)
121
54,0
Neu al (= 2)
87
38,8
Nega i (= 3)
16
7,1
Anzahl emp ohlene Klassenwiede holung in den le z en zwei Jah en
0
31
11,5
1
64
23,8
2
84
31,2
3
59
21,9
4
20
7,4
5
8
3,0
6
3
1,1
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
102
Anhang 7: Reliabili ä s-Analyse
Bildung eines Kons uk s du ch Mi elwe e on ün I ems.
( gl. Kap. 6.6.2 Auswe ung Teil 1: Sys emübe zeugungen)
Reliabili ä ss a is ik
C onbachs Alpha
Anzahl de I ems
0,796
5
Reliabili ä sanalysen – I em-Skala-S a is iken
Skalenmi el-
we , wenn
I em wegge-
lassen
Skalen a ianz,
wenn I em
weggelassen
Ko igie e
I em-Skala-
Ko ela ion
C onbachs Al-
pha, wenn
I em wegge-
lassen
Die Repe i ionsquo e wü de sich e inge n, wü de sich die
Un e ich s o m de 1. Klasse besse an die Bedü nisse an-
passen.
26,44
70,563
0,665
0,728
Die Repe i ionsquo e wü de sich e inge n, wü den sich
die Leh mi el de 1. Klasse besse an die Bedü nisse de
Kinde anpassen.
27,48
67,917
0,679
0,721
Die Repe i ionsquo e im Kinde ga en wü de sich e in-
ge n, wü de sich das Schulsys em anpassen.
26,16
70,529
0,660
0,729
Die An o de ungen in de 1. Klasse sind ges iegen und im-
me wenige Kinde können diese beim Übe i e üllen.
28,20
71,709
0,563
0,762
Die Ve schiebung des Einschulungs-S ich ags is de G und
ü die Repe i ionsquo e on 5.6%.
25,61
90,320
0,320
0,824
Anhang 8: Gebu smona de Kinde mi eine Emp ehlung zu Klassenwiede holung
Boo s ap-E gebnisse ( gl. Kap. 6.6.3)
Häu igkei
P ozen
Ve ze ung
Boo s ap ü P ozen a
95% Kon idenzin e all
S d.-Fehle
Un e e
Obe e
Augus
10
1.7
0,0
0,5
0,7
2,7
Sep embe
11
1,8
0,0
0,5
0,8
2,9
Ok obe
15
2,5
0,0
0,7
1,3
3,9
No embe
22
3,7
0,0
0,8
2,2
5,4
Dezembe
21
3,5
0,0
0,7
2,2
5,2
Janua
27
4,5
0,0
0,8
3,0
6,2
Feb ua
35
5,9
0,0
1,0
4,2
7,9
Mä z
44
7,4
0,0
1,1
5,4
9,7
Ap il
64
10,8
0,0
1,3
8,4
13,4
Mai
87
14,6
-0,1
1,4
11,8
17,3
Juni
119
20,0
0,1
1,4
11,8
17,3
Juli
140
23,5
-0,1
1,7
20,2
26,9
Gesam
595
100
0,0
0,0
100
100
a. So e n nich ande s angegeben, be uhen die Boo s ap-E gebnisse au 1000 Boo s ap-S ichp oben
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
103
Anhang 9: S igma isie ung/soz. Disk iminie ung
( gl. Kap. 7.1.1)
Inwie e n s immen Sie olgenden Aussagen zu?
10 = s imme oll und ganz zu / 1 = s imme nich zu
Kinde we den du ch eine Repe i ion s igma isie .
N
An eil in %
1 = s imme nich zu
100
39,8
2
66
26,3
3
34
13,5
4
17
6,8
5
13
5,2
6
7
2,8
7
4
1,6
8
4
1,6
9
1
0,4
10 = s imme oll und ganz zu
5
2,0
Kinde , die epe ie en e ah en eine soziale Disk iminie ung
N
An eil in %
1 = s imme nich zu
129
52,2
2
61
24,7
3
22
8,9
4
11
4,5
5
12
4,9
6
5
2,0
7
0
0
8
4
1,6
9
0
0
10 = s imme oll und ganz zu
3
1,2
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
104
Anhang 10: Zusammena bei mi Fachpe sonen
( gl. Kap. 7.2.1)
Welche Pe sonen ziehen Sie zu En scheidungs indung, ob eine Repe i ion angeb ach is , bei?
Vo ausse zung: Fachpe son kenn das Kind.
SHP
N
An eil in %
Imme
224
91
meis ens
11
4
manchmal
5
2
sel en
2
1
nie
3
1
keine Angabe
2
1
S ellenpa ne In
N
An eil in %
Imme
171
84
meis ens
6
3
manchmal
1
0
sel en
26
13
Nie
0
0
keine Angabe
43
21
TeamkollegIn
N
An eil in %
Imme
83
38
meis ens
31
14
manchmal
57
26
sel en
31
14
nie
19
9
keine Angabe
26
12
Schullei ung
N
An eil in %
Imme
118
50
meis ens
26
11
manchmal
40
17
sel en
37
16
nie
14
6
keine Angabe
12
5
Schulpsychologische Diens
N
An eil in %
Imme
62
27
meis ens
28
12
manchmal
85
37
sel en
40
17
nie
17
7
keine Angabe
15
6
Psychomo o ik The apeu In
N
An eil in %
Imme
117
52
meis ens
17
8
manchmal
50
22
sel en
27
12
nie
15
7
keine Angabe
21
9
Sa ah Zwahlen • Mai 2025
105
LogopädIn
N
An eil in %
Imme
138
59
meis ens
27
11
manchmal
48
20
sel en
15
6
nie
7
3
keine Angabe
12
5
DaZ-Leh pe son
N
An eil in %
Imme
173
72
meis ens
30
13
manchmal
27
11
sel en
6
3
nie
3
1
keine Angabe
8
3