In e kan onale Hochschule ü Heilpädagogik
Scha hause s asse 239
CH-8050 Zü ich
Mi Bilde n ö de n – Bilde geschich en in de
Heilpädagogischen F ühe ziehung
Eine quali a i e Un e suchung zu Ges al ung und
Anwendung im Kon ex on Theo ie und P axis
Einge eich on:
Sa ah Pichle
Rengge s asse 50
8038 Zü ich
pichle .sa ah@lea nh h.ch
Be euungspe son:
Ma hias Lü ol
Da um: 11. Mai 2025
2
Abs ac
Diese Mas e a bei un e such , wie Bilde geschich en ü Kinde in de Heilpädagogischen
F ühe ziehung ges al e und angewende we den können. Ziel is es, zen ale K i e ien ü die p ak ische
Nu zung on Bilde geschich en in heilpädagogischen Kon ex en he auszua bei en. Die G undlage bilde
eine Li e a u eche che zum ak uellen Fachdisku s, welche als G undlage zu Zusammen assung
zen ale heo e ische Konzep e sowie ges al e isch-didak ische Emp ehlungen dien . Au de Basis
diese E kenn nisse wu den mi Expe :innen aus den Be eichen Heilpädagogik und Au ismus
In e iews ge üh , mi els s uk u ie ende quali a i e Inhal sanalyse analysie und mi de
Fachli e a u kon as ie . Dabei zeig sich, dass insbesonde e die Passung zu kogni i en und sozial-
emo ionalen En wicklung des Kindes, die all agsnahe Themenwahl sowie die Beziehung zu
beglei enden Fachpe son als zen ale Bedingungen ü eine wi ksame Anwendung gel en. Diese
E gebnisse münden in einen Lei aden, de Fachpe sonen bei de zielge ich e en Ges al ung und
p ak ischen Anwendung on Bilde geschich en un e s ü z .
3
1 Einlei ung .......................................................................................................................................5
1.1 Beg ündung de Themenwahl .................................................................................................... 5
1.2 Heilpädagogische Rele anz ....................................................................................................... 6
1.3 Zielse zung und F ages ellungen ............................................................................................... 6
1.4 Me hodisches Vo gehen und Au bau de A bei ........................................................................ 7
2 Theo e ische Hin e g und ............................................................................................................9
2.1 Kindliche En wicklung im Vo schulal e ................................................................................... 9
2.1.1 Kogni i e En wicklung ....................................................................................................... 9
2.1.2 Sozial-emo ionale En wicklung ........................................................................................ 12
2.1.3 Beziehung ........................................................................................................................ 15
2.2 Kinde im Au ismus-Spek um (ASS)...................................................................................... 15
2.2.1 Diagnos ische Me kmale .................................................................................................. 15
2.2.2 En wicklungsbesonde hei en............................................................................................. 16
2.3 Bedeu ung ü die Heilpädagogische F ühe ziehung ................................................................ 18
3 Li e a u eche che zum ak uellen Fachdisku s..........................................................................20
3.1 Zielse zung und Vo gehen de Li e a u eche che .................................................................... 20
3.2 Ein üh ung in den Fachdisku s ................................................................................................ 20
3.3 Ansä ze zu Fö de ung mi Bilde geschich en .......................................................................... 21
3.3.1 Social S o ies.................................................................................................................... 22
3.3.2 Comic S ip Con e sa ions ............................................................................................... 24
3.3.3 Soziale Fo ogeschich en ................................................................................................... 25
3.3.4 Cogni i e Pic u e Rehea sal .............................................................................................. 27
3.4 Fo schungss and und Wi kungspo eniale ................................................................................. 28
3.5 Auswe ung und Bean wo ung de Teil ages ellung 1 ............................................................ 31
4 En wicklung des In e iewlei adens ...........................................................................................33
4.1 Theo iebasie e En wicklung des Lei adens ............................................................................ 33
4.2 Au bau und S uk u des In e iewlei adens ........................................................................... 34
5 Expe enin e iews: Me hodisches Vo gehen .............................................................................35
5.1 Auswahl de In e iewpa ne :innen und Du ch üh ung de Expe enin e iews ...................... 35
5.2 T ansk ip ion de In e iews .................................................................................................... 35
5.3 Analyse e ah en: Quali a i e Inhal sanalyse nach May ing (2022) ......................................... 36
5.4 Ablau modell .......................................................................................................................... 37
6 Expe enin e iews: Analyse .......................................................................................................40
4
6.1 Ini iie ende Tex a bei ............................................................................................................. 40
6.1.1 Fall A ............................................................................................................................... 40
6.1.2 Fall B ............................................................................................................................... 42
6.1.3 Fall C ............................................................................................................................... 44
6.2 Ka ego ienbildung ................................................................................................................... 45
6.3 Kodie ung ............................................................................................................................... 47
7 Expe enin e iews: E gebnisse ..................................................................................................48
7.1 Vo ausse zungen zu Nu zung on Bilde geschich en .............................................................. 48
7.1.1 Kogni i e Kompe enzen ................................................................................................... 49
7.1.2 Sozial-emo ionale Kompe enzen ....................................................................................... 50
7.1.3 Beziehung zu beglei enden Fachpe son............................................................................ 52
7.2 Themen und Inhal e on Bilde geschich en ............................................................................. 53
7.2.1 Sozial-emo ionale Themen ............................................................................................... 54
7.2.2 Handlungss a egien ......................................................................................................... 56
7.2.3 All agsbezogene Themen .................................................................................................. 57
7.2.4 Inhal liche Indi idualisie ung ........................................................................................... 59
7.3 Visualisie ung und ges al e ische Umse zung .......................................................................... 61
7.3.1 In o ma ionsges al ung ..................................................................................................... 62
7.3.2 Ges al e ische Indi idualisie ung ...................................................................................... 64
7.3.3 Da s ellungs o ma e.......................................................................................................... 66
7.4 P ak ische Umse zung ............................................................................................................. 68
7.4.1 Einbezug des Um elds ...................................................................................................... 69
7.4.2 Ve mi lungsweise ............................................................................................................ 71
7.4.3 Didak ische Me hoden ...................................................................................................... 72
7.5 Bean wo ung de Teil ages ellung 2 ...................................................................................... 74
8 Diskussion ....................................................................................................................................77
8.1 Zusammen assung de E gebnisse ........................................................................................... 77
8.2 Bean wo ung de F ages ellung .............................................................................................. 81
8.3 Limi a ionen de A bei ........................................................................................................... 82
8.4 Ausblick.................................................................................................................................. 82
9 Li e a u e zeichnis.....................................................................................................................84
10 Abbildungs e zeichnis ...............................................................................................................87
11 Tabellen e zeichnis ....................................................................................................................87
5
1 Einlei ung
Die Einlei ung diese A bei üh in das Thema de Ges al ung und Anwendung on Bilde geschich en
in de Heilpädagogischen F ühe ziehung (HFE) ein. Es wi d da geleg , weshalb das Thema ele an is ,
ü welche Zielg uppen die F ages ellung bedeu sam is und welches me hodische Vo gehen gewähl
wu de. Da übe hinaus we den die Ziele und F ages ellungen de A bei o mulie sowie de inhal liche
Au bau de A bei besch ieben.
1.1 Beg ündung de Themenwahl
Au is ische Kinde 1 s ehen im All ag häu ig o He aus o de ungen, die ü neu o ypische Kinde
in ui i nach ollziehba sind. Besonde s im Vo schulal e äll es ihnen schwe , soziale Regeln zu
e s ehen und in sozialen Si ua ionen angemessen zu handeln. Eine e ablie e Me hode in de Fö de ung
on au is ischen Menschen sind Social S o ies, die on Ca ol G ay en wickel wu den. U sp ünglich
wu den sie speziell ü Kinde im Al e zwischen sechs und zwöl Jah en konzipie , um du ch
s uk u ie es und nach ollziehba es E zählen on All agsabläu en eine isuelle und na a i e
O ien ie ung zu bie en, die das Ve s ändnis soziale E wa ungen ö de (G ay, 2014; Schü z, 2023).
G ay be on , dass Social S o ies du ch ih e kla e S uk u und posi i e Fo mulie ung dazu bei agen,
ungesch iebene soziale Regeln sich ba zu machen, was Kinde n mi Au ismus hil , sich siche e und
selbs s ändige in sozialen Kon ex en zu bewegen (G ay, 2014). Die Me hode wi d in de Li e a u
häu ig als e idenzbasie es Tool bezeichne , insbesonde e in kon ollie en Umgebungen (Chen e al.,
2020; Ka khaneh e al., 2010). Eigene P axise ah ungen aus de in ensi en F ühin e en ion mi
au is ischen Kinde n zeigen zudem, dass das P inzip de Bilde geschich en auch bei deu lich jünge en
Kinde n posi i e E ek e en al en kann – insbesonde e, wenn Inhal e isuell ansp echend, sp achlich
e ein ach und all agsnah ges al e sind. Ein e ie e Einblick in die ak uelle Fachli e a u e deu lich
da übe hinaus, dass das Anwendungspo enzial na a i e Bilde geschich en nich au au is ische Kinde
besch änk is . So be onen G ay (2014) und wei e e Au o :innen, dass auch Kinde mi un e schiedlichen
En wicklungsbeda en om Einsa z diese Me hode p o i ie en können.
Diese e wei e e Pe spek i e bilde eine zen ale Ausgangslage de o liegenden A bei , die de F age
nachgeh , wie Bilde geschich en ü den Einsa z in de Heilpädagogischen F ühe ziehung ges al e und
angewende we den können.
1 In diese A bei wi d die Fo mulie ung „au is ische Kinde “ bzw. „au is ische Menschen“ e wende . Die
Beg i swahl soll espek oll und iden i ä sbejahend e s anden we den, ohne ande e Sp ach o men
auszuschliessen.
6
1.2 Heilpädagogische Rele anz
Nach bishe igen E ah ungen aus de heilpädagogischen P axis sowie eine e ie en Sich ung ak uelle
Fachli e a u zeig sich, dass nu seh wenige sys ema isch en wickel e und al e sen sp echend ges al e e
Ma e ialien o liegen, die explizi au die ühe Kindhei ausge ich e sind. Wäh end Social S o ies nach
Ca ol G ay in de Fö de ung au is ische Menschen be ei s wei e b ei e und gu un e such sind,
ich e sich ein G oss eil de e ügba en Konzep e und Anwendungsbeispiele nach wie o an Kinde
im Schulal e .
Fü den ühpädagogischen Be eich – insbesonde e ü Kinde zwischen zwei und sechs Jah en –
exis ie bislang nu wenig heo e isch und empi isch undie es Ma e ial, das geziel au die Bedü nisse
diese Al e sg uppe zugeschni en is . Diese Fokus en sp ich dem Al e sbe eich, au den sich die
p ak ische A bei in de Heilpädagogischen F ühe ziehung in de Regel konzen ie – auch wenn das
o izielle Angebo be ei s ab Gebu einse z .
Ge ade in de HFE bes eh somi die He aus o de ung, dass o handene p axiso ien ie e Ma e ialien
o mals wede den kogni i en, sp achlichen noch den sozial-kommunika i en Vo ausse zungen on
Vo schulkinde n ge ech we den. Häu ig ehl es an geziel konzipie en und zugleich all agsp ak isch
einse zba en Ressou cen, die au die pädagogische A bei mi diese Al e sg uppe zugeschni en sind.
Die sys ema ische Adap ion na a i e Fo ma e wie de Social S o ies au den ühpädagogischen
Be eich wu de bislang kaum wissenscha lich au geg i en – obwohl sowohl die Fachli e a u als auch
e s e P axise ah ungen au ein hohes Po enzial solche Ansä ze in de ühen Fö de ung hinweisen.
Ziel de o liegenden A bei is es dahe , diese Fo schungslücke di e enzie und p axisnah zu
beleuch en und zen ale Gelingensbedingungen ü eine Nu zung na a i e Bilde geschich en im
heilpädagogischen Kon ex he auszua bei en.
1.3 Zielse zung und F ages ellungen
Diese Mas e a bei e olg das Ziel, ein wissenscha lich undie es Ve s ändnis da ü zu en wickeln,
wie Bilde geschich en in de Heilpädagogischen F ühe ziehung ges al e und angewende we den
können. Im Zen um s eh dabei die F age, wie Kinde im Al e on zwei bis sechs Jah en du ch den
geziel en Einsa z solche Geschich en in ih e En wicklung un e s ü z we den können. Zu Bea bei ung
diese F ages ellung we den heo e ische G undlagen aus dem ak uellen Fachdisku s mi p axisnahen
Pe spek i en aus quali a i en Expe enin e iews e knüp . Dadu ch soll ein ganzhei liches
Ve s ändnis en s ehen, das sowohl wissenscha lich undie e als auch e ah ungsbasie e K i e ien ü
die Ges al ung und Anwendung on Bilde geschich en in de HFE um ass .
7
Aus diese Zielse zung e geben sich olgende F ages ellungen:
Haup ages ellung:
• Wie können Bilde geschich en ü Kinde in de Heilpädagogischen F ühe ziehung ges al e
und angewende we den?
Teil ages ellungen:
1. Welche E kenn nisse können aus dem ak uellen Fachdisku s zu Ges al ung und Anwendung
on Bilde geschich en gewonnen we den?
2. Welche K i e ien lassen sich aus Expe enin e iews zu Ges al ung und Anwendung on
Bilde geschich en ablei en?
Die in de A bei gewonnenen E kenn nisse dienen als G undlage ü die En wicklung eines
p axiso ien ie en Lei adens, de Fachpe sonen in de HFE sowie El e n on Kinde n im Au ismus-
Spek um als Un e s ü zung in de geziel en Nu zung on Bilde geschich en zu Ve ügung s eh .
1.4 Me hodisches Vo gehen und Au bau de A bei
Im e s en Sch i e olg eine Li e a u eche che zum ak uellen Fachdisku s, in de zen ale Konzep e,
wissenscha liche E kenn nisse und me hodische Übe legungen zu Nu zung on Bilde geschich en im
Kon ex ühe Fö de ung hema isch au gea bei e und ausgewe e we den. Im zwei en Sch i we den
lei adenges ü z e In e iews mi Fachpe sonen aus den Be eichen Heilpädagogik und Au ismus ge üh .
Diese dienen dazu, p axis ele an e An o de ungen und Einschä zungen zu e heben, die ü die konk e e
Ges al ung und Anwendung on Bilde geschich en bedeu sam sind. Die Auswe ung de In e iews
e olg mi els quali a i e Inhal sanalyse nach May ing (2022). Ziel is es, du ch die Zusammen üh ung
wissenscha lich undie e und p axiso ien ie en Pe spek i en K i e ien zu en wickeln, die sowohl
wissenscha lich undie als auch p ak isch anschluss ähig sind.
Die A bei gliede sich in ach Kapi el. Kapi el 2 s ell die heo e ischen G undlagen zu kogni i en,
sozial-emo ionalen und beziehungsbezogenen En wicklung im Vo schulal e da und besch eib
spezi ische Me kmale on Kinde n im Au ismus-Spek um sowie de en Bedeu ung ü die
Heilpädagogische F ühe ziehung. Kapi el 3 widme sich de Li e a u eche che zum ak uellen
Fachdisku s. Es we den zen ale Fö de ansä ze mi Bilde geschich en, de en Ges al ung, Zielg uppen,
Anwendungskon ex e und Gelingensbedingungen da ges ell . Da au au bauend olg in Kapi el 4 die
heo iebasie e En wicklung des In e iewlei adens. Kapi el 5 besch eib das me hodische Vo gehen
im empi ischen Teil de A bei . Es leg da , wie die Expe enin e iews als p axisbezogene Pe spek i e
e hoben wu den und e läu e die einzelnen Sch i e de quali a i en Inhal sanalyse nach May ing
(2022), au de en G undlage die In e iewda en ausgewe e wu den. Kapi el 6 p äsen ie die
Analysee gebnisse en lang de ie Haup ka ego ien, die aus den In e iews induk i abgelei e wu den.
8
In Kapi el 7 we den heo e ische und empi ische E kenn nisse im Rückbezug au die Fo schungs agen
zusammenge üh , e lek ie und in Bezug zu heilpädagogischen P axis disku ie . Kapi el 8 ass die
zen alen E kenn nisse zusammen und gib einen Ausblick au mögliche Wei e en wicklungen.
E gänzend en s eh ein p axiso ien ie e Lei aden ü die Anwendung on Bilde geschich en in de
Heilpädagogischen F ühe ziehung.
9
2 Theo e ische Hin e g und
Dieses Kapi el s ell die heo e ischen und en wicklungspsychologischen G undlagen da , die ü das
Ve s ändnis de o liegenden A bei und insbesonde e ü die Ges al ung und Anwendung on
Bilde geschich en in de heilpädagogischen F ühe ziehung ele an sind. Die Auswahl de da ges ell en
Themen o ien ie sich an zen alen Aspek en, die im Rahmen de spä e en Li e a u eche che und
Analyse de Expe enin e iews als bedeu sam iden i izie wu den.
2.1 Kindliche En wicklung im Vo schulal e
Im o liegenden Kapi el we den zen ale En wicklungsbe eiche im Vo schulal e da ges ell , die im
Zusammenhang mi de Ges al ung und Nu zung on Bilde geschich en eine besonde e Bedeu ung
haben. Behandel we den un e ande em die kogni i e und sp achliche En wicklung, sozial-kogni i e
Fähigkei en wie die Theo y o Mind, emo ionale En wicklung sowie Aspek e des sozialen Le nens. Die
Da s ellung diese G undlagen soll ein di e enzie es Ve s ändnis da ü scha en, welche
Vo ausse zungen Kinde mi b ingen müssen, um na a i e Inhal e in Bilde geschich en zu e s ehen
und ak i an ihnen eilzuhaben.
2.1.1 Kogni i e En wicklung
Die kogni i e En wicklung im Vo schulal e um ass eine Vielzahl on Fähigkei en, die ü das
Ve s ehen und Nu zen on Bilde geschich en g undlegend sind. In diesem Abschni we den zen ale
En wicklungsbe eiche besch ieben, die im Zusammenhang mi de Ve a bei ung und dem Einsa z on
Bilde n und Sp ache in de ühen Fö de ung ele an sind. Dazu zählen g undlegende kogni i e
P ozesse wie In o ma ions e a bei ung, Objek pe manenz und exeku i e Funk ionen ebenso wie die
En wicklung de Au me ksamkei , des Bild e s ändnisses, de Sp ache und de Fähigkei zum T ans e .
Diese Aspek e bilden die heo e ische G undlage ü die spä e e Auseinande se zung mi de Ges al ung
und Anwendung on Bilde geschich en in de heilpädagogischen P axis.
Die Fähigkei , In o ma ionen geziel au zunehmen, zu e a bei en und zu speiche n, en wickel sich
be ei s im e s en Lebensjah asan . F üh zeigen sich beim Kind g undlegende Fo men kogni i e
S eue ung, e wa das E kennen on U sache-Wi kung-Zusammenhängen, e s e Gedäch nisleis ungen
und ein ache P oblemlöse ähigkei en (Hille, E anschi zky & Baue , 2016). Auch die Au me ksamkei
olg einem En wicklungs e lau : Wäh end sie zu Beginn s a k on äusse en Reizen abhängig is , le nen
Kinde gegen Ende des e s en Lebensjah es, sie geziel e zu s eue n. Ab dem zwei en Lebensjah geling
es ielen be ei s, sich übe länge e Zei au eine Tä igkei zu konzen ie en und Ablenkungen
auszublenden (Hille e al., 2016). Eben alls in diese Phase en wickel sich die sogenann e
Objek pe manenz: Kinde beginnen, nach Dingen zu suchen, die nich meh sich ba sind, und können
sich zunehmend inne lich o s ellen, was ge ade nich wah nehmba is . Diese Fähigkei äg auch dazu
bei, T ennungssi ua ionen emo ional zu e a bei en (Hille e al., 2016).
16
den K i e ien des DSM-5 und des ICD-11, wobei ASS heu e als ein Spek um e s anden wi d – mi
seh un e schiedlichen Ausp ägungen und Un e s ü zungsbeda en (Gi sbe ge , 2024). In de Fo schung
gel en gene ische Fak o en als zen ale Ein luss ak o , wäh end auch Umwel bedingungen eine Rolle
bei de Ausp ägung spielen können (Be na d-Opi z & Häußle , 2024). Die U sachen on ASS sind
jedoch iel äl ig und noch nich olls ändig e s anden (Gi sbe ge , 2024).
Die P ä alenz on ASS ha in den le z en Jah zehn en zugenommen, was eilweise au e besse e
diagnos ische Ve ah en und ein e höh es Bewuss sein zu ückzu üh en is (Wilczek, 2023). Ak uellen
Schä zungen zu olge lieg die P ä alenz bei e wa 1 on 36 Pe sonen, wobei Jungen häu ige be o en
sind als Mädchen (Wilczek, 2023). Ve schiedene S udien deu en da au hin, dass ASS bei Mädchen
häu ige übe sehen wi d, da sie eils ande e Symp ome zeigen und soziale E wa ungen ande s au sie
wi ken (Spek um.de, 2022).
Einige au is ische Menschen haben keine ode nu ge inge kogni i e Beein äch igungen und können
ein selbs bes imm es Leben mi ge ingem Un e s ü zungsbeda üh en, wäh end ande e e hebliche
Un e s ü zungsbeda e haben. Diese He e ogeni ä s ell eine He aus o de ung ü Diagnos ik und
In e en ion da und e o de indi iduell angepass e Ansä ze (Theunissen, 2020).
Die Diagnose on ASS e olg in de Regel du ch eine um assende klinische Beu eilung, die
En wicklungsanamnese, Ve hal ensbeobach ungen und s anda disie e diagnos ische Ins umen e
um ass (Gi sbe ge , 2024). F ühe Anzeichen können be ei s im Säuglingsal e beobach e we den, wie
zum Beispiel ein e minde es In e esse an sozialen In e ak ionen ode eine e zöge e
Sp achen wicklung (Be na d-Opi z & Häußle , 2024). Eine ühzei ige Diagnose is en scheidend, da
ühzei ige In e en ionen die En wicklung posi i beein lussen können (Be na d-Opi z & Häußle ,
2024).
Insgesam is ASS eine komplexe und ielges al ige S ö ung, die eine in e disziplinä e
He angehensweise in Diagnos ik und The apie e o de (Wilczek, 2023). Ein besse es Ve s ändnis de
zug unde liegenden Mechanismen und eine ühzei ige Un e s ü zung können dazu bei agen, die
Lebensquali ä on Be o enen und ih en Familien zu e besse n (Gi sbe ge , 2024).
2.2.2 En wicklungsbesonde hei en
Au is ische Pe sonen können Schwie igkei en in de non e balen Kommunika ion, beim Au bau
soziale Beziehungen und im Ve s ändnis soziale Regeln au weisen (Theunissen, 2020). Zudem sind
s e eo ype Ve hal ensweisen, eingesch änk e In e essen sowie e höh e ode e minde e senso ische
Sensi i i ä häu ig zu beobach en (Gi sbe ge , 2024). Die Bandb ei e de Symp ome a iie s a k,
weshalb indi iduelle Bedü nisse in de Fö de ung und The apie be ücksich ig we den müssen
(Be na d-Opi z & Häußle , 2024).
17
Repe i i e Ve hal ensmus e und eingesch änk e In e essen sind wei e e zen ale Me kmale on ASS.
Be o ene können s a k i ualisie e Ve hal ensweisen zeigen, wie das wiede hol e Ano dnen on
Gegens änden ode das Bes ehen au es en Rou inen. Ve ände ungen in diesen Rou inen können zu
e heblichem S ess und Unwohlsein üh en. Zudem haben iele Pe sonen mi ASS in ensi e
Spezialin e essen, denen sie mi g osse Hingabe nachgehen. Diese In e essen können ungewöhnlich in
ih e In ensi ä ode ih em Fokus sein und a iie en on Pe son zu Pe son (Gi sbe ge , 2024).
Senso ische Besonde hei en sind bei ielen Menschen mi ASS o handen. Einige eagie en
übe emp indlich au bes imm e Reize, wie lau e Ge äusche, g elles Lich ode bes imm e Tex u en,
wäh end ande e eine e minde e Emp indlichkei au weisen und beispielsweise wenig
Schme zemp inden zeigen. Diese senso ischen Emp indlichkei en können den All ag e heblich
beein lussen und e o de n o spezi ische Anpassungen in de Umgebung (Be na d-Opi z & Häußle ,
2024).
Eine häu ig beobach e e Besonde hei bei Kinde n im Au ismus-Spek um is die eingesch änk e
Fähigkei zu gemeinsamen Au me ksamkei . Wäh end ypische weise en wickel e Kinde ab dem
e s en Lebensjah in de Lage sind, übe Blick e läu e ode Ges en die Au me ksamkei au ein Objek
ode E eignis gemeinsam mi eine ande en Pe son zu ich en, zeig sich diese Fähigkei bei Kinde n
mi ASS o nich ode nu in abgeschwäch e Fo m. Diese Beein äch igung de gemeinsamen
Au me ksamkei s eh in Zusammenhang mi kogni i en Funk ionen und kann die En wicklung on
Sp ache und sozialen Fähigkei en beein lussen (Sano e al., 2022).
Im Fachdisku s zu Au ismus-Spek um-S ö ungen wi d die Theo y o Mind häu ig als eine zen ale
kogni i e Fähigkei disku ie , de en En wicklung bei au is ischen Pe sonen o mals e zöge ode in
e ände e Fo m e läu . Wäh end sich bei neu o ypisch en wickel en Kinde n zwischen dem d i en
und ün en Lebensjah ein Ve s ändnis da ü en wickel , dass ande e Menschen eigene Übe zeugungen,
Wünsche ode Ge ühle haben können, zeigen au is ische Kinde in diesem Be eich o mals
Schwie igkei en (Wicki, 2010). Die Fähigkei , soziale und emo ionale Signale zu e s ehen und
angemessen da au zu eagie en, is o eingesch änk , was zu Miss e s ändnissen und Schwie igkei en
im sozialen Mi einande üh en kann (Theunissen, 2020).
Lange Zei wu de da on ausgegangen, dass au is ische Menschen g undsä zlich nich in de Lage seien,
sich in ande e Pe sonen hineinzu e se zen. Auch wenn diese Fähigkei nach aussen hin häu ig nich
sich ba wi d – e wa weil Reak ionen au ande e Pe sonen ode de en Handlungen ausbleiben ode
schwe in e p e ie ba sind –, zeigen neue e Fo schungse gebnisse, dass diese Einsch änkung nich
gene alisie we den kann (Ma zies-Köhle , 2015). Diesbezüglich be on Theunissen (2020), dass die
Theo y o Mind di e enzie be ach e we den soll e, insbesonde e hinsich lich de Un e scheidung
zwischen kogni i e und emo ionale Empa hie. Schwie igkei en im Ein ühlungs e mögen au is ische
18
Pe sonen beziehen sich demnach in e s e Linie au kogni i e P ozesse, e wa beim E kennen und
Eino dnen eigene sowie emde Emo ionen.
Auch Ma zies-Köhle (2015) un e s eich , dass sich die Theo y o Mind in meh e en
En wicklungssch i en en al e . Is diese sogenann e in ui i e Psychologie nu eingesch änk
ausgep äg , e kennen be o ene Kinde eine e Ebenen menschlichen Ve hal ens o nich . Das üh zu
wei eichenden Auswi kungen im sozialen Ve s ehen. Wie Ma zies-Köhle (2015) un e Ve weis au
U a F i h da leg , äll es au is ischen Kinde n häu ig schwe , Geschich en mi psychologischem Gehal
zu e assen – also Geschich en, die au Absich en, Gedanken ode Emo ionen on Pe sonen Bezug
nehmen. S a dessen besch eiben sie häu ig lediglich, was au de Bildebene geschieh , ohne dabei
inne e Zus ände de handelnden Figu en zu be ücksich igen.
Happé und F i h (2006) besch eiben mi de Theo ie de zen alen Kohä enz eine kogni i e
Ve a bei ungsweise, bei de In o ma ionen be o zug zu einem übe geo dne en Zusammenhang
in eg ie we den. Pe sonen mi ypische En wicklung neigen dazu, das „g osse Ganze“ zu e kennen,
ans a sich au Einzelhei en zu konzen ie en . Bei Menschen im Au ismus-Spek um hingegen wi d
on eine schwachen zen alen Kohä enz gesp ochen – eine ausgep äg en Tendenz, lokale Me kmale
zu okussie en, wäh end de Gesam kon ex in den Hin e g und i (Happé & F i h, 2006).
Happé und F i h (2006) besch eiben, dass Kinde im Au ismus-Spek um bei Au gaben, die eine genaue
Wah nehmung on Einzelhei en e o de n – wie das He auslösen on Fo men aus einem komplexen
isuellen Gesam bild – häu ig besse e Leis ungen zeigen als neu o ypische Kinde . Gleichzei ig zeigen
sie jedoch Schwie igkei en bei de E assung übe geo dne e Zusammenhänge, e wa beim E kennen de
Gesam aussage ode „Bedeu ung“ komplexe isuelle Szenen. Diese Un e schiede we den als
Ausd uck eine de ailo ien ie en, lokal okussie en Ve a bei ungsweise e s anden, die mi eine
eingesch änk en Fähigkei zu globalen In o ma ions e a bei ung einhe geh (Happé & F i h, 2006).
Auch bei Sp ache und sozialen Si ua ionen kann sich diese de ailo ien ie e Wah nehmung beme kba
machen. Happé und F i h (2006) üh en aus, dass es au is ischen Kinde n un e ande em schwe allen
kann, implizi e Bedeu ungen ode si ua i e Kon ex e zu e assen, wenn diese nich ausd ücklich benann
we den.
2.3 Bedeu ung ü die Heilpädagogische F ühe ziehung
In de Heilpädagogischen F ühe ziehung s eh das einzelne Kind mi seinen indi iduellen
En wicklungsbedingungen im Zen um des Fö de p ozesses. Wie de Bundes e band ü
Heilpädagogische F ühe ziehung (BVF, 2022) be on , is die heilpädagogische Un e s ü zung
g undsä zlich da au ausge ich e , Angebo e so zu ges al en, dass sie sich konsequen an den
indi iduellen En wicklungsbedingungen o ien ie en. G undlage hie ü is eine um assende
heilpädagogische Diagnos ik, die sowohl den ak uellen En wicklungss and als auch die Lebenssi ua ion
und mögliche o liegende Diagnosen einbezieh . Dabei we den alle ele an en
19
En wicklungsdimensionen – kogni i e, emo ionale, soziale und kö pe liche – sys ema isch
be ücksich ig . Auch die Zusammena bei mi den El e n gil in de HFE als zen ales Elemen : Sie wi d
nich nu als E gänzung, sonde n als in eg ale Bes and eil de heilpädagogischen A bei e s anden.
Ziel is es, ein ganzhei lich abges imm es Fö de angebo zu scha en, das sich an den S ä ken und
Bedü nissen jedes einzelnen Kindes o ien ie und in de jeweiligen Lebenswel e anke is (BVF,
2022).
Heilpädagogische Fö de ung ollzieh sich s e s in einem pädagogischen Gesam zusammenhang und is
au das Gegenübe bezogen (G e ing, 2020). Sie basie nich au de addi i en Anwendung einzelne
Me hoden, sonde n ziel au die bewuss e Ges al ung on Si ua ionen, die Le nen und En wicklung
e möglichen (Köhn, 2020). Dabei soll eine Ve bindung zwischen heo e ischen Beg ündungen,
konzep ionellen Übe legungen und konk e en Handlungen gescha en we den, die sich in de
Lebenswel de Kinde e o en läss (G e ing, 2020; Köhn, 2020).
In de Fö de p axis bei au is ischen Kinde n s ell eine kla e S uk u ie ung de Umgebung eine zen ale
Vo ausse zung ü gelingende Fö de ung da . Be na d-Opi z und Häussle (2024) be onen, dass
s uk u ie ende Massnahmen Kinde n mi Au ismus hel en, komplexe Si ua ionen besse zu übe blicken
und handlungs ähig zu bleiben. Dabei wi d zwischen meh e en Ebenen un e schieden: Wich ig sind eine
kla e soziale S uk u (we mach was?), eine nach ollziehba e äumliche O dnung (wo is was?) sowie
eine e s ändliche zei liche S uk u (wann passie was?). Visuelle Hinweise – e wa du ch Fa ben,
Ma kie ungen ode Bildpläne – können zusä zlich zu O ien ie ung bei agen. Besonde s Kinde , denen
es schwe äll , aus uneindeu igen Sinneseind ücken kla e Bedeu ungen abzulei en, p o i ie en on eine
Umgebung mi eindeu ig zugewiesenen Funk ionen. Auch Übe gänge zwischen Ak i i ä en soll en
deu lich signalisie und isuell ode akus isch un e s ü z we den, um E wa ungssiche hei zu scha en.
Solche Massnahmen ö de n die Selbs s ändigkei und hel en, Übe o de ung zu e meiden (Be na d-
Opi z & Häußle , 2024).
Diese P inzipien bilden einen wesen lichen Bezugs ahmen ü pädagogische Angebo e in de HFE,
insbesonde e do , wo Ma e ialien wie Bilde geschich en geziel au die indi iduellen
En wicklungsbedingungen abges imm we den sollen.
20
3 Li e a u eche che zum ak uellen Fachdisku s
Au bauend au den in Kapi el 2 da ges ell en heo e ischen G undlagen widme sich dieses Kapi el de
s uk u ie en Au a bei ung des ak uellen Fachdisku ses zu Ges al ung und Anwendung on
Bilde geschich en. Im Fokus s ehen Konzep e, die o wiegend im Kon ex de Au ismuspädagogik
en wickel wu den und isuell-na a i e Fo ma e zu Un e s ü zung soziale , kommunika i e ode
all agsbezogene Le np ozesse nu zen. Dazu we den ie me hodische Ansä ze nähe be ach e : Social
S o ies, Comic S ip Con e sa ions, Soziale Fo ogeschich en sowie Cogni i e Pic u e Rehea sal. Die
Analyse diese Fo ma e e olg im Hinblick au zen ale Inhal e, An o de ungen und
Ges al ungsme kmale mi dem Ziel, wissenscha lich undie e E kenn nisse zu Bean wo ung de
Teil ages ellung 1 zu gewinnen und die heo iebasie e En wicklung des In e iewlei adens
o zube ei en.
3.1 Zielse zung und Vo gehen de Li e a u eche che
Die Li e a u eche che ziel da au ab, wissenscha lich undie e E kenn nisse zu Ges al ung und
Anwendung on Bilde geschich en zu gewinnen, die ü den Einsa z in de Heilpädagogischen
F ühe ziehung (HFE) ele an sind. Die Reche che dien de Bean wo ung de e s en Teil ages ellung
diese A bei :
Welche E kenn nisse können aus dem ak uellen Fachdisku s zu Ges al ung und Anwendung on
Bilde geschich en gewonnen we den?
Bei de Li e a u eche che handel es sich nich um eine sys ema ische Li e a u e iew im enge en
Sinne, sonde n um eine geziel e inhal liche Au a bei ung on Fachpublika ionen, die Aussagen übe
S uk u , Einsa zbe eiche und Wi ksamkei on Bilde geschich en en hal en.
Be ücksich ig wu den Bei äge aus de Au ismuspädagogik, de F üh ö de ung, de
Kommunika ions ö de ung sowie aus me hodischen Ansä zen zu na a i en Ve mi lung. De Fokus
lag da au , he auszua bei en, welche Ges al ungselemen e, Zielg uppenbezüge und pädagogischen
Bedingungen in de Li e a u als wi ksam ode ele an besch ieben we den.
Die E kenn nisse diese Au a bei ung bilden die heo e ische G undlage ü die En wicklung des
In e iewlei adens und we den in Kapi el 7 mi den empi ischen E gebnissen de Expe enin e iews
in Beziehung gese z .
3.2 Ein üh ung in den Fachdisku s
Bilde geschich en we den insbesonde e im Kon ex on Au ismus-Spek um-S ö ungen (ASS) als
Me hode genu z , um komplexe All agssi ua ionen isuell au zube ei en und sp achlich zu s uk u ie en.
Sie dienen dazu, soziale E wa ungen zu e deu lichen, emo ionale P ozesse anschaulich da zus ellen
21
und O ien ie ung in he aus o de nden Si ua ionen zu bie en (G ay, 2014; Be na d-Opi z & Häußle ,
2024).
Im wissenscha lichen Fachdisku s zeig sich jedoch eine e hebliche He e ogeni ä in Bezug au
Te minologie, Zielg uppen und Einsa zkon ex e. Da sich bislang keine einhei liche Beg i lichkei
e ablie ha , wi d in de o liegenden A bei de Beg i „Bilde geschich en“ als übe geo dne e
Sammelbeg i e wende . E dien dazu, e schiedene isuell-na a i e Ansä ze – da un e Social
S o ies, Comic S ip Con e sa ions, Cogni i e Pic u e Rehea sal und Soziale Fo ogeschich en – zu
bündeln und e gleichend zu un e suchen.
Diese Fo ma e un e scheiden sich zwa in ih en heo e ischen G undlagen und me hodischen
He angehensweisen, weisen jedoch zen ale Gemeinsamkei en au : Sie kombinie en isuelle und
sp achliche Elemen e, o ien ie en sich an konk e en All agssi ua ionen und e olgen pädagogische
Zielse zungen. Die Bezeichnung „Social S o y“ e weis dabei au ein kla abgeg enz es me hodisches
Fo ma mi es geleg en S uk u k i e ien (G ay, 2014). In de Fo schungsli e a u wi d de Beg i
jedoch nich imme ennscha e wende , was eine di e enzie e Be ach ung no wendig mach .
Auch in Bezug au die Zielg uppen zeig sich ein deu liche Schwe punk : Ein G oss eil de empi ischen
Un e suchungen zu Bilde geschich en ich e sich an äl e e au is ische Kinde , Jugendliche ode junge
E wachsene im Schulkon ex . Fü den ühkindlichen Be eich – und speziell ü die Heilpädagogische
F ühe ziehung – liegen bislang nu wenige spezi isch adap ie e Konzep e ode empi isch undie e
Anwendungen o . Genau hie se z die o liegende A bei an: Sie e olg das Ziel, die bislang
e ügba en Ansä ze sys ema isch im Hinblick au ih e Rele anz ü Kinde in de Heilpädagogischen
F ühe ziehung zu un e suchen.
3.3 Ansä ze zu Fö de ung mi Bilde geschich en
Die olgende Li e a u auswe ung konzen ie sich au ie ausgewähl e Ansä ze, in denen
Bilde geschich en als zen ales me hodisches Elemen zu pädagogischen Fö de ung eingese z we den:
• Social S o ies
• Comic S ip Con e sa ions
• Soziale Fo ogeschich en
• Cogni i e Pic u e Rehea sal
T o z un e schiedliche U sp ünge und heo e ische Hin e g ünde weisen diese Konzep e zen ale
Gemeinsamkei en au : Sie kombinie en isuelle und sp achliche In o ma ionen, sind na a i ode
dialogisch au gebau und o ien ie en sich an konk e en All agssi ua ionen. Allen gemein is das Ziel,
Kinde n O ien ie ung und Un e s ü zung zu bie en – sei es zu Vo be ei ung neue Si ua ionen, zu
Re lexion soziale E ah ungen ode zu Fö de ung kommunika i e Kompe enzen. In den olgenden
Teilkapi eln we den Au bau, Zielse zungen und Anwendungsbe eiche diese Ansä ze da ges ell .
22
3.3.1 Social S o ies
Social S o ies, en wickel on Ca ol G ay, sind eine s uk u ie e Fö de me hode in Tex o m, die
au is ischen Menschen hel en soll, soziale Si ua ionen besse zu e s ehen und angemessen da au zu
eagie en. U sp ünglich wu den sie ü Kinde im Al e zwischen sechs und zwöl Jah en konzipie . Sie
e mi eln kla e, nach ollziehba e In o ma ionen übe soziale No men, E wa ungen und
Ve hal ensweisen, die ü neu o ypische Pe sonen o selbs e s ändlich sind, ü au is ische Menschen
jedoch eine He aus o de ung da s ellen können. Die S uk u on Social S o ies is da au ausgeleg ,
spezi ische soziale Szena ien aus de Pe spek i e de be o enen Pe son zu schilde n und dabei
sp achlich ein ach, p äzise und posi i o mulie zu sein, um Miss e s ändnisse zu e meiden und
Siche hei zu e mi eln. Bilde we den dabei e gänzend e wende (G ay, 2014).
Die heo e ische Fundie ung de Social S o ies läss sich au kogni i e E klä ungsmodelle on Au ismus
zu ück üh en, wie sie in Kapi el 2 da ges ell wu den. Dazu zählen un e ande em die Theo y o Mind
und die Schwache Zen ale Kohä enz, die ypische Schwie igkei en in de sozialen
In o ma ions e a bei ung e klä en. Social S o ies g ei en diese He aus o de ungen geziel au , indem
sie komplexe soziale Si ua ionen in kla s uk u ie e und sp achlich e s ändliche Fo m da s ellen.
Sie ö de n Pe spek i enübe nahme, be onen zen ale Kon ex in o ma ionen und e höhen du ch ih e
isuelle und sp achliche S uk u die Vo he sehba kei soziale In e ak ionen (Reynhou & Ca e , 2006;
Kokina & Ke n, 2010).
In diesem Sinne s ellen sie eine p axiso ien ie e Anwendung kogni i e Theo ien zu E klä ung
au is ischen Ve hal ens da . Typische Themen sind e wa das Beg üssen ande e Menschen, das
Ve hal en im S assen e keh ode das Einhal en on Regeln in G uppen. Die Geschich en decken ein
b ei es Spek um an All agssi ua ionen ab und sind indi iduell anpassba , sodass sie au die spezi ischen
Bedü nisse und In e essen des Kindes ode E wachsenen zugeschni en we den können (G ay, 2014;
Bake , 2014).
Ca ol G ay (2014) o mulie zehn me hodische K i e ien, die den o malen Au bau und die sp achliche
Ges al ung eine Social S o y genau es legen. Sie dienen als Anlei ung zu E s ellung eine
s anda dkon o men Geschich e und sollen siche s ellen, dass Inhal , S uk u und Pe spek i e
konsequen au die Zielg uppe abges imm sind. Eine Geschich e da sich nu dann Social S o ynennen,
wenn alle zehn K i e ien e üll sind. We den sie nich eingehal en, sp ich G ay ausd ücklich on eine
„Sozialgeschich e“ und g enz ih e Me hode kla da on ab. Neben diesen o malen Vo gaben be on
G ay (2014) auch eine Reihe inhal liche P inzipien, die ü die Wi ksamkei und Zugänglichkei on
Social S o ies en scheidend sind. Dazu gehö insbesonde e de Einsa z posi i e und un e s ü zende
Sp ache: De Tex soll e mu igend und be uhigend wi ken, e wünsch es Ve hal en benennen und
nega i e ode s a ende Fo mulie ungen e meiden. Die Sp ache soll konk e , kla und ei on
Doppeldeu igkei en ode Me aphe n sein, um das Tex e s ändnis nich zu e schwe en.
23
Ebenso zen al is die Pe spek i übe nahme – sei es du ch die Ich-Fo m ode eine kindge ech e
Aussenpe spek i e –, die sich an de Wah nehmung und Lebenswel des Kindes o ien ie und
Iden i ika ion e möglichen soll. Eine indi iduelle Anpassung an die jeweilige Si ua ion, die In e essen
und den En wicklungss and des Kindes gil als wesen lich ü die Rele anz de Geschich e (G ay, 2014).
Ein wei e es zen ales Me kmal is die Ve wendung on Bilde n als un e s ü zendes Elemen . Sie dienen
de Visualisie ung des Tex inhal s und e leich e n das Ve s ändnis. Eine wi ksame Geschich e en häl
zudem konk e e Handlungsmodelle, die kein s a es Ve hal en o sch eiben, sonde n O ien ie ung und
Selbs s eue ung e möglichen. Auch die egelmässige Anwendung im All ag is Teil ih e Wi ksamkei :
Du ch wiede hol es Vo lesen und die Einbe ung in konk e e Si ua ionen können Inhal e ge es ig und
au eale Kon ex e übe agen we den (G ay, 2014).
Siobhan Timmins (2016), die bei Ca ol G ay in de Me hode geschul wu de, dokumen ie in ih em
Buch die Anwendung und Wei e en wicklung on Social S o ies ü jünge e Kinde , insbesonde e im
Rahmen de A bei mi ih em eigenen Sohn, de im Al e on zwei Jah en eine Au ismusdiagnose
e hiel . Dabei zeig sie, dass das Konzep g undsä zlich auch im Vo schulal e wi ksam eingese z
we den kann – jedoch un e de Bedingung geziel e Anpassungen an die kogni i en und
kommunika i en Vo ausse zungen jünge e Kinde . So be on sie:
„I became clea ha he e ec i eness o a Social S o y™ depended on he S o y being igh o
he child, no he child being igh o he S o y“ (Timmins, 2016, S. 18).
Zu Beginn a bei e e Timmins mi s a k bildbasie en Geschich en au Schwa z-Weiss-Fo og a ien und
minimalem Tex . Visuelle Ablenkungen wu den en e n , um den Fokus geziel au ele an e Inhal e zu
lenken. Dabei e olg e sie konsequen das Ziel, miss e s ändliche isuelle De ails zu e meiden – e wa
du ch den bewuss en Ve zich au Fa ben:
„I did no wan him o unde s and he S o y only when he si ua ion in ol ed Mum wea ing a
pink jumpe !“ (Timmins, 2016, S. 18).
Mi zunehmendem Al e und sich e ände nden In e essen ih es Sohnes – e wa eine Vo liebe ü
Anime igu en ode cha ak e is ische E kennungsme kmale wie Haa a be und Kleidung – in eg ie e
sie diese geziel in die Geschich en. Fa ben wu den nun bewuss als Iden i ika ionshil en eingese z ,
wodu ch sich das Kind leich e selbs in de Geschich e e o en konn e.
Da übe hinaus besch eib Timmins, dass de T ans e de Inhal e in den All ag besonde s wi ksam wa ,
wenn konk e e Fo mulie ungen und Ve hal ensweisen aus de Geschich e in ealen Si ua ionen
au geg i en und du ch Modellie ung e s ä k wu den (Timmins, 2016). Ih e A bei illus ie dami
exempla isch, wie lexibel das Konzep de Social S o ies angewende we den kann – so e n es
konsequen an die indi iduellen Bedü nisse und En wicklungss ände angepass wi d.
24
3.3.2 Comic S ip Con e sa ions
Ca ol G ay, die Beg ünde in de Social S o ies, en wickel e mi den sogenann en Comic S ip
Con e sa ions ein wei e es isuell ges ü z es Fo ma zu Un e s ü zung soziale Kommunika ion bei
Kinde n im Au ismus-Spek um. Im Gegensa z zu Social S o ies, die in de Regel o be ei end du ch
Fachpe sonen e ass und geziel eingese z we den, en s ehen Comic S ip Con e sa ions si ua i und
gemeinsam im Gesp äch zwischen Kind und E wachsenem. Gemeinsam we den Gesp äche, Si ua ionen
ode Kon lik e mi els ein ache Zeichnungen und Symbole isualisie – wobei das Kind die üh ende
Rolle übe nimm und die Inhal e ak i mi ges al e (G ay, 1994). G ay (1994) en wickel e die Me hode
u sp ünglich ü au is ische Kinde , sie be on jedoch ausd ücklich, dass sich Comic S ip Con e sa ions
ebenso ü Kinde mi ande en En wicklungss ö ungen eignen.
Ein wei e es Un e scheidungsme kmal zu Social S o ies lieg in de o enen, pa izipa i en S uk u :
Comic S ip Con e sa ions we den nich im Vo eld o be ei e , sonde n en s ehen im di ek en
Aus ausch mi dem Kind. Die Bezugs- ode Fachpe son un e s ü z das Gesp äch, indem sie geziel e
F agen s ell (z. B. „Was has du gesag ?“, „Was ha die ande e Pe son gemach ?“), übe nimm jedoch
nich die Füh ung. Die Be eilig en si zen ode s ehen nebeneinande und ich en ih e Au me ksamkei
gemeinsam au die A bei s läche, au de die Zeichnungen en s ehen. (G ay, 1994). Dabei können sich
Comic S ip Con e sa ions können sich au e gangene, gegenwä ige ode zukün ige Si ua ionen
beziehen. Ziel is es, kommunika i e Abläu e e s ändliche zu machen, indem sowohl gesp ochene
Wo e als auch Gedanken, Ge ühle und Absich en de be eilig en Pe sonen g a isch es gehal en we den.
Neben Symbolen ü Gesp ächselemen e wie Sp echen, F agen ode Denken, wi d auch Fa be geziel
eingese z – e wa zu Kennzeichnung emo ionale Inhal e wie Wu , F eude ode Ve wi ung. (G ay,
1994).
Zu Un e s ü zung de isuellen Ve s ändigung wi d ein Symbollexikon e wende , das s anda disie e
Zeichen ü g undlegende kommunika i e Inhal e en häl . Zusä zlich en s eh im Ve lau meh e e
Gesp äche ein pe sönliches Symbollexikon, das gemeinsam mi dem Kind en wickel und o lau end
e wei e wi d. Dieses Repe oi e en häl Symbole, die das Kind besonde s häu ig e wende ode als
hil eich emp inde (G ay, 1994).
Abbildung 1. Con e sa ion Symbols Dic iona y (G ay, 1994, S. 21)
25
Um die inhal liche O dnung zu siche n, können – ähnlich wie bei klassischen Comics – ge ahm e Felde
o ab gezeichne we den, die eine zei liche Ab olge e möglichen. Diese isuelle Gliede ung hil
insbesonde e Kinde n, die dazu neigen, E eignisse in ungeo dne e Reihen olge wiede zugeben, ih e
E zählungen zei lich zu s uk u ie en. Bei Beda können die Felde numme ie we den, um die
Reihen olge explizi zu machen (G ay, 1994).
Comic S ip Con e sa ions eignen sich besonde s zu Bea bei ung on P oblemsi ua ionen, zu
Re lexion e leb e Kon lik e ode als o be ei ende Massnahme zu E s ellung eine Social S o y,
könnnen jedoch auch eigens ändig zum Einsa z kommen. Sie bie en Kinde n eine dialogisch
s uk u ie e und isuell un e s ü z e Möglichkei , sich mi sozialen He aus o de ungen
auseinande zuse zen, eigene Sich weisen auszud ücken und al e na i e Pe spek i en kennenzule nen.
Auch wenn die esul ie enden Zeichnungen ü Aussens ehende o unübe sich lich e scheinen mögen,
können Kinde mi Au ismus anhand diese Skizzen häu ig den gesam en Gesp ächs e lau
ekons uie en – eils soga wo ge eu (G ay, 1994).
3.3.3 Soziale Fo ogeschich en
Wäh end Social S o ies p imä sch i basie und s uk u ie sind, e olg Jed Bake (2014) mi seinen
Fo ogeschich en einen s ä ke isuell o ien ie en Ansa z, de speziell ü Schüle :innen mi isuellen
Le np ä e enzen und beg enz em Lese e s ändnis en wickel wu de. Die Me hode ich e sich p imä an
Kinde und Jugendliche im Schulal e , kann lau Bake jedoch bei en sp echende Anpassung auch ü
E wachsene eingese z we den (Bake , 2014). In Fo ogeschich en we den eale Fo os e wende , um
soziale In e ak ionen und Ve hal ensweisen bildlich da zus ellen. Ziel is die Fö de ung soziale
Abbildung 2. Beispielha e Umse zung eine Comic S ip Con e sa ion mi einem Kind
(eigene Au nahme, zu Ve ügung ges ell on eine Fachpe son, 2024)
32
abges imm sind. Dies be i sowohl die sp achliche Ges al ung als auch die Auswahl on Themen und
Da s ellungs o men. Ge ade im ühkindlichen Be eich is eine hohe Sensibili ä ü kogni i e,
emo ionale und kommunika i e Vo ausse zungen e o de lich, wie e wa du ch eduzie e Tex mengen,
isuelle Kla hei und konk e e Bezugspunk e zu Lebenswel des Kindes. Timmins (2016) zeig
exempla isch, wie du ch solche Anpassungen auch bei seh jungen Kinde n wi ksame Le ne ek e
e ziel we den können.
Die Fo ma e un e scheiden sich me hodisch deu lich: Wäh end Social S o ies in sich abgeschlossene,
o be ei ende Geschich en sind, zeichnen sich Comic S ip Con e sa ions du ch ih e dialogische
O enhei und unmi elba e Si ua ionsbindung aus. Fo ogeschich en wiede um e knüp en Beobach ung
und Rollenspiel, wäh end CPR geziel au men ale Vo wegnahme und Selbs ins uk ion se z . Diese
Un e schiede legen nahe, dass keine einzelne Me hode g undsä zlich übe legen is , sonde n dass je nach
Ziels ellung, Al e und Fö de beda un e schiedliche Fo ma e sinn oll sein können.
Auch die ak i e Rolle on Bezugspe sonen e weis sich als zen ale E olgs ak o . S udien belegen,
dass insbesonde e dann s abile E ek e zu beobach en sind, wenn El e n, Fachpe sonen ode Leh k ä e
die Geschich en egelmässig anwenden, in All agssi ua ionen einbinden und das Ve hal en du ch
Modellie ung ode Wiede holung un e s ü zen. Dies e weis au die No wendigkei , Bilde geschich en
nich als isolie e In e en ion zu be ach en, sonde n als Bes and eil eines um assenden pädagogischen
Se ings.
K i isch bleib es zuhal en, dass o z iel e sp echende E gebnisse insbesonde e zu Wi kung on
Social S o ies die empi ische E idenz ü jünge e Kinde – e wa im Vo schulal e – bislang beg enz
is . Auch zu lang is igen Wi ksamkei , zu Gene alisie ba kei in a iablen All agskon ex en und zu
di e enzie en Wi kung ande e Fo ma e wie Cogni i e Pic u e Rehea sal ode Comic S ip
Con e sa ions lieg bishe nu eine schmale Da enbasis o . Diese Lücken sind insbesonde e im
Hinblick au die P axis in de Heilpädagogischen F ühe ziehung ele an und bilden zugleich die
achliche Beg ündung ü die nach olgende empi ische Un e suchung.
Zusammen assend läss sich es s ellen, dass Bilde geschich en ein ielsei iges, e idenzin o mie es
Ins umen zu Un e s ü zung soziale und kommunika i e En wicklung da s ellen. Ih Po enzial lieg
insbesonde e in de Kombina ion aus na a i e S uk u , isuelle Un e s ü zung und indi iduelle
Anpassba kei . Vo ausse zung ü ih e Wi ksamkei is jedoch eine me hodisch undie e,
kon ex bezogene und zielg uppeno ien ie e Anwendung.
33
4 En wicklung des In e iewlei adens
Das ie e Kapi el besch eib die heo iebasie e En wicklung sowie den Au bau des halbs uk u ie en
In e iewlei adens, de im Rahmen diese Mas e a bei zu Bean wo ung de zwei en Teil ages ellung
eingese z wu de. Ziel des Lei adens is es, au G undlage de zu o du chge üh en Li e a u eche che
p axis ele an e Pe spek i en on Fachpe sonen zu Ges al ung und Anwendung on Bilde geschich en
in de HFE zu e assen. Die E kenn nisse aus diesen In e iews sollen als E gänzung und kon ex uelle
Ve ie ung des heo e ischen Disku ses dienen. De Lei aden wu de en lang zen ale Themenbe eiche
gegliede , die aus de Li e a u abgelei e wu den. Dabei wu de besonde e We da au geleg , keine
sugges i en F agen zu s ellen, sonde n die Fachpe sonen o en zu ih en E ah ungen, Einschä zungen
und E wa ungen zu be agen. Zugleich wu de be ücksich ig , dass es sich um Expe :innen mi hohe
be u liche E ah ung handel , de en Expe ise nich eingesch änk , sonde n s uk u ie e schlossen
we den soll e.
4.1 Theo iebasie e En wicklung des Lei adens
De In e iewlei aden o ien ie sich inhal lich an den zen alen E kenn nissen aus Kapi el 3.
Ausgehend on de Analyse de ie me hodischen Ansä ze – Social S o ies, Comic S ip Con e sa ions,
Soziale Fo ogeschich en und Cogni i e Pic u e Rehea sal – sowie de empi ischen Fo schung zu ih e
Wi ksamkei , wu den d ei hema ische Schwe punk e he ausgea bei e :
1. Allgemeine Einschä zung zu Bilde geschich en
2. An o de ungen an die Ges al ung
3. P ak ische Anwendung
Diese d ei Blöcke spiegeln die d ei zen alen Analysepe spek i en de Li e a u eche che wide : die
heo e isch-me hodische Einbe ung, die ges al e isch-didak ische Umse zung sowie die p axisbezogene
Anwendba kei . Sie bilden somi die G undlage ü eine sys ema ische E assung on Expe enwissen
in Bezug au die Ges al ung und Anwendung on Bilde geschich en in de HFE.
Die F agen im e s en Block Allgemeine Einschä zung g ei en zen ale Aspek e zu Zielg uppe, zu
möglichen Themen und zum g undsä zlichen Po enzial on Bilde geschich en au . Sie zielen da au ab,
die Pe spek i en de Fachpe sonen zu Rele anz des Fo ma s, zu ypischen Anwendungs elde n sowie
zu en wicklungspsychologischen Vo ausse zungen zu e assen. Diese Inhal e wu den in Kapi el 3.2 und
3.4 iel ach disku ie , u. a. im Zusammenhang mi de F age, welche kogni i en und emo ionalen
Kompe enzen ü eine e olg eiche Nu zung e o de lich sind (G ay, 2014; Timmins, 2016).
De zwei e Block An o de ungen an die Ges al ung nimm die in de Li e a u meh ach he o gehobene
Bedeu ung de Indi idualisie ung und isuellen Ges al ung au . Die Li e a u zu Social S o ies (G ay,
2014; Bake , 2014) sowie zu Cogni i e Pic u e Rehea sal (Saska chewan Educa ion, 1999) be on , dass
Au bau, Sp ache, Bildwahl und Anschluss ähigkei an die Lebenswel des Kindes zen ale
34
Wi ksamkei s ak o en da s ellen. Die F agen dieses Blocks sollen e uie en, welche ges al e ischen
Me kmale aus Sich de Fachpe sonen besonde s wi ksam sind.
De d i e Block P ak ische Anwendung g ei sowohl in de Li e a u eche che hema isie e Aspek e
als auch zen ale Be unde aus Kapi el 3.4 zu a sächlichen Umse zung on Bilde geschich en im
pädagogischen All ag au . Im Fokus s ehen dabei insbesonde e de Einbezug on Bezugspe sonen wie
El e n, Fach- ode Leh pe sonen, ypische He aus o de ungen beim T ans e in ande e Se ings sowie
Rückmeldungen aus de P axis zu Umse zba kei und Wi ksamkei . Ziel dieses Themenblocks is es,
ö de liche Bedingungen, hemmende Fak o en und konk e e An o de ungen an eine nachhal ige
Implemen ie ung on Bilde geschich en im All ag de Heilpädagogischen F ühe ziehung zu e assen.
4.2 Au bau und S uk u des In e iewlei adens
De Lei aden wu de als halbs uk u ie e Gesp ächsg undlage en wickel . Diese Fo m e möglich es,
geziel e hema ische Impulse zu se zen, ohne die O enhei de Aussagen einzusch änken. De Eins ieg
dien de Beziehungsau nahme, de Klä ung des In e iewziels und de Beg i seino dnung. Im
Haup eil olgen die d ei hema ischen Blöcke, die jeweils meh e e o ene Lei agen en hal en. Sie sind
so o mulie , dass sie Raum ü pe sönliche E ah ungen, Einschä zungen und kon ex uelle Einbe ung
lassen. Wo sinn oll, können e ie ende Rück agen ode spezi ische Anschluss agen ges ell we den
– insbesonde e in Abhängigkei om E ah ungsp o il de in e iew en Pe son.
Im Ausklang wi d de Fokus nochmals geö ne : Die Fachpe sonen haben Gelegenhei , e gänzende
Gedanken einzub ingen und Rückmeldung zu anges eb en Bilde geschich ensammlung zu geben.
Diese abschliessende Re lexion e möglich es, übe die konk e en F agen hinaus wei e üh ende
Impulse ü die spä e e Konzep en wicklung zu gewinnen.
Eine olls ändige Ve sion des In e iewlei adens inde sich im Anhang diese A bei (s. Anhang A).
35
5 Expe enin e iews: Me hodisches Vo gehen
In diesem Kapi el wi d das me hodische Vo gehen besch ieben, mi dem die Pe spek i en on
Fachpe sonen zu Ges al ung und Anwendung on Bilde geschich en e hoben wu den. Ziel wa es,
du ch quali a i e In e iews p axisnahe Einblicke zu gewinnen, die die o angegangene
Li e a u eche che e gänzen und e ie en. Da ges ell we den die Auswahl und Du ch üh ung de
In e iews, die T ansk ip ion de Gesp ächsda en sowie das gewähl e Analyse e ah en.
5.1 Auswahl de In e iewpa ne :innen und Du ch üh ung de Expe enin e iews
Zu E gänzung de Li e a u eche che wu den d ei quali a i e Expe enin e iews du chge üh , um
p axisnahe Einblicke in die Ges al ung und Anwendung on Bilde geschich en im Kon ex de
heilpädagogischen F üh ö de ung zu gewinnen. Die Auswahl de In e iewpa ne :innen e olg e
geziel anhand ih e achlichen Expe ise. Einbezogen wu den Fachpe sonen aus de Heilpädagogischen
F ühe ziehung, die mi den spezi ischen An o de ungen und Rahmenbedingungen de HFE-P axis
e au sind.
Die lei adenges ü z en In e iews wu den audiobasie e hoben und im Anschluss wö lich ansk ibie
(s. Kapi el 5.3). Zu Wah ung de Anonymi ä wu den alle e hobenen Da en pseudonymisie . Die
In e iewpa ne :innen sowie ih e Aussagen we den im wei e en Ve lau einhei lich als Fall A, Fall B
und Fall C bezeichne . Die Fallzuweisung e olg e unabhängig on de In e iew eihen olge und dien
ausschliesslich de s uk u ie en Da s ellung und Analyse de E gebnisse.
5.2 T ansk ip ion de In e iews
Zu au oma isie en T ansk ip ion wu den zwei spezialisie e Anwendungen mi Fokus au
Schweize deu sch ge es e : die Webanwendung öggl3 und die mobile Schweize deu sch Übe se ze
App. Beide P og amme nu zen Sp ache kennungs echnologien zu Umwandlung on Audioda eien in
hochdeu schen Tex . Um die jeweilige Leis ungs ähigkei zu e aluie en, wu de das e s e In e iew
pa allel mi beiden Anwendungen ansk ibie .
Die Auswe ung zeig e, dass öggl eine deu lich höhe e E kennungsgenauigkei ü Schweize deu sch
bo . Die T ansk ip e diese Anwendung e o de en wenige manuelle Ko ek u en und zeig en eine
konsis en e e Fo ma ie ung de Inhal e. Aus diesem G und wu de en schieden, die e bleibenden
In e iews ausschliesslich mi öggl zu ansk ibie en. Ziel wa es, den Nachbea bei ungsau wand zu
minimie en und eine konsis en e T ansk ip quali ä zu gewäh leis en.
Alle au oma isie en T ansk ip ionen wu den im Anschluss manuell übe a bei e . Dabei wu den
E kennungs ehle und unkla e Fo mulie ungen übe a bei e , um eine möglichs hohe inhal liche
3 öggl is ein b owse basie es T ansk ip ions ool mi Sp ache kennung ü Schweize deu sch. Zug i un e :
h ps:// öggl.ch
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Genauigkei siche zus ellen. Die T ansk ip ion e olg e wo ge eu, wobei nich bedeu ungs agende
Sp echme kmale wie S o e n, Ve sp eche ode ku ze Wiede holungen geglä e wu den, so e n keine
inhal liche Aussageabsich e kennba wa . Un e s ändliche Passagen wu den mi „(un e s ändlich)“
gekennzeichne . Zu Wah ung de Anonymi ä wu den pe sonenbezogene Angaben, wie e wa Namen
on Pe sonen, Ins i u ionen ode O en, in den T ansk ip en und In e iewzi a en du ch besch eibende
E sa z o mulie ungen in eckigen Klamme n anonymisie . G amma ikalische Ko ek u en wu den nu
o genommen, wenn sie den Sinn de Aussage nich e älsch en (D esing & Pehl, 2018).
Die be einig en T ansk ip e dienen als G undlage ü die quali a i e Inhal sanalyse im olgenden
Kapi el.
5.3 Analyse e ah en: Quali a i e Inhal sanalyse nach May ing (2022)
Die quali a i e Inhal sanalyse s ell ein e ablie es Ve ah en zu sys ema ischen Auswe ung
sp achliche Da en da und is besonde s in den Sozial- und E ziehungswissenscha en e b ei e
(May ing, 2022). Inne halb dieses me hodischen Rahmens exis ie en un e schiedliche Ansä ze, die je
nach F ages ellung, Ma e ial yp und Fo schungsziel a iie en. In de o liegenden A bei wi d die
induk i e quali a i e Inhal sanalyse nach May ing (2022) angewand , da sie eine egelgelei e e,
nach ollziehba e und zugleich lexible Vo gehensweise zu Auswe ung quali a i e Da en bie e .
Die induk i e Inhal sanalyse eigne sich besonde s ü F ages ellungen, die explo a i angeleg sind und
eine heo iebasie e S uk u ie ung zunächs e meiden, um Ka ego ien unmi elba aus dem Ma e ial
abzulei en (May ing, 2022). Obwohl be ei s ein undie e heo e ische Hin e g und zu Thema ik on
Bilde geschich en in de F ühe ziehung exis ie (s. Kapi el 2 und 3), wu de bewuss au eine deduk i e
Ka ego ienbildung e zich e . S a dessen lossen heo e ische Vo übe legungen selek i in die
ini iie ende Tex a bei ein, beispielsweise bei de Fes legung on Analyseeinhei en ode de
Ma e ialsegmen ie ung. Dies en sp ich May ings Ve s ändnis eine heo iegelei e en Sensibili ä bei
gleichzei ig o enem Zugang zum Ma e ial.
Die Da eng undlage bilden d ei Expe enin e iews mi Fachpe sonen aus dem Be eich Au ismus und
de Heilpädagogischen F ühe ziehung (n = 3). Auch wenn es sich um eine kleine S ichp obe handel ,
bie e jedes In e iew einen dich en, e ah ungsbasie en Einzel all mi un e schiedliche achliche
Pe spek i e. Au g und de quali a i en Zielse zung und des explo a i en E kenn nisin e esses wu de
au quan i a i e Ve ah en e zich e .
Du ch ein kla de inie es Ablau modell – on de Ma e ial eduk ion übe die Ka ego ienbildung bis zu
In e p e a ion – wi d siche ges ell , dass de Analysep ozess anspa en und nach ollziehba bleib
(May ing, 2022). Gleichzei ig bleib genügend Flexibili ä e hal en, um neue, im Ma e ial e kennba e
Ka ego ien zu in eg ie en.
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Ein al e na i e me hodische Ansa z wä e die quali a i e Inhal sanalyse nach Kucka z (2024).
Kucka z’ Ve ah en is s ä ke so wa eges ü z und e binde quali a i e und quan i a i e Elemen e,
insbesonde e du ch die Möglichkei , Häu igkei sanalysen on Ka ego ien du chzu üh en. Diese
Me hode eigne sich besonde s ü g össe e Da enmengen und komplexe Fo schungsdesigns, in denen
sowohl deduk i e als auch induk i e Ka ego ien pa allel en wickel und angewende we den (Kucka z,
2024).
Die En scheidung ü die induk i e Inhal sanalyse nach May ing (2022) basie au den spezi ischen
An o de ungen diese S udie: ein heo iebasie e Ausgangspunk , eine kleine, abe he e ogene und
p axisnahe S ichp obe sowie das Ziel, die Pe spek i en on Expe :innen sys ema isch auszuwe en. Die
Me hode e möglich eine s uk u ie e und zugleich o ene Analyse, die sowohl bes ehende Konzep e
als auch neue Einsich en aus dem Ma e ial be ücksich ig . Ziel de Analyse is die Bean wo ung de
zwei en Teil ages ellung diese A bei :
Welche K i e ien lassen sich aus Expe enin e iews zu Ges al ung und Anwendung on
Bilde geschich en ablei en?
Die aus dem Ma e ial induk i en wickel en Ka ego ien bilden somi eine empi isch undie e G undlage
ü die wei e en konzep uellen Übe legungen zu Ges al ung on Bilde geschich en im Kon ex de
heilpädagogischen F üh ö de ung.
5.4 Ablau modell
Basie end au dem gewähl en me hodischen Ansa z wu de ein eigenes Ablau modell en wickel , das die
Du ch üh ung de Analyse im Rahmen diese A bei s uk u ie . Das Modell o ien ie sich an den
me hodischen G undp inzipien May ings (2022) und wu de an die zwei e Teil ages ellung angepass .
Das Ablau modell bilde alle ü die Analyse ele an en me hodischen Sch i e ab – on de
Ma e ialg undlage übe die Fes legung de Analyseeinhei en bis hin zu sys ema ischen
Ka ego ienbildung und E gebnisin e p e a ion. Es in eg ie sowohl das Vo gehen bei de ini iie enden
Tex a bei als auch Aspek e de Gü ek i e ien, wie T anspa enz, Gül igkei und Nach ollziehba kei . Im
Zen um s eh dabei die Bean wo ung de zwei en Teil ages ellung.
Die olgende Abbildung zeig das Ablau modell, das die me hodischen Sch i e de Analyse s uk u ie
zusammen ass .
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Ma e ial: D ei ansk ibie e Lei adenin e iews (Fall A, B, C)
Themen eld: Ges al ung und Anwendung on Bilde geschich en in de F ühe ziehung
In e iewme hode: Lei adenin e iews mi Fachpe sonen aus den Be eichen
HFE und Au ismus
Kon ex : P axiso ien ie e Einblicke zu Ges al ung und Anwendung on Bilde geschich en
Fo male Cha ak e is ika des Ma e ials
Da en o ma : Je ein ansk ibie es Tex dokumen p o Fall
S uk u : Na a i e und e lexi e Aussagen de Expe Innen
Rich ung de Analyse: En wicklung on K i e ien zu Ges al ung und Anwendung on Bilde geschich en in
de HFE
Pe spek i e: P axisbezogene und anwendungso ien ie e Aussagen
Haup ages ellung:Wie können Bilde geschich en ü Kinde in de Heilpädagogischen F ühe ziehung ges al e und angewende we den?
Teil ages ellung 1: Welche E kenn nisse können aus dem ak uellen Fachdisku s zu Ges al ung und Anwendung on Bilde geschich en gewonnen we den?
→ Diese F age wu de du ch eine Li e a u eche che bean wo e
Teil ages ellung 2: Welche K i e ien lassen sich aus Expe enin e iews zu Ges al ung und Anwendung on Bilde geschich en ablei en?
→ Diese F age wi d du ch die Quali a i e Inhal sanalyse de Expe enin e iews bean wo e
Analyse echnik: Induk i e Inhal sanalyse und Ka ego ienbildung nach May ing (2022)
Ablau :
Meh aches Du cha bei en des Ma e ials
Sch i weise Reduk ion ele an e Inhal e
Bildung on Ka ego ien aus den In e iewaussagen
Ini iie ende Tex a bei und E s ellung e s e Ka ego ien
Ka ego ienbildung e olg allübe g ei end (A, B, C) und wi d i e a i übe p ü
Keine o he es geleg e Anzahl an Ka ego ien, da diese induk i aus dem Ma e ial en s ehen
Kodie einhei : Einzelne inhal lich sinn olle Tex s ellen (z. B. Aussagen ode ganze Sä ze)
Kon ex einhei : Gesam e Aussagen zu einem bes imm en Aspek inne halb des In e iews
Auswe ungseinhei : Alle d ei In e iews gemeinsam ( e gleichende Analyse)
Anwendung des Ka ego iensys ems & Rückübe p ü ung
Sch i weise Kodie ung de In e iews nach dem en wickel en Ka ego iensys em
Übe p ü ung des Ka ego iensys ems au Volls ändigkei & Anpassung nach e neu em Ma e ialdu chlau
Zusammens ellung de E gebnisse & In e p e a ion
Zusammen assung de zen alen E kenn nisse aus den In e iews Ablei ung on p axis ele an en K i e ien ü die Ges al ung on Bilde geschich en
Anwendung de inhal sanaly ischen Gü ek i e ien:
Keine Pilo kodie ung, kleine S ichp obe (n=3)
Manuelle Kodie ung (keine so wa eges ü z e Analyse)
T anspa enz: Kla e Dokumen a ion de Ka ego ienen wicklung und E s ellen eines Ablau modells
In e subjek i e Nach ollziehba kei : Beg ünde e Ka ego ienbildung
Gül igkei : Übe p ü ung de Ka ego ien anhand de gesam en Ma e ialbasis
Abbildung 5. Ablau modell de induk i en quali a i en Inhal sanalyse nach May ing (eigene Da s ellung, 2025)
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Die Ka ego ien wu den induk i aus dem Ma e ial en wickel , allübe g ei end übe p ü und bei Beda
angepass . Eine Vo s uk u ie ung ode es e Anzahl an Ka ego ien wa dabei nich o gesehen.
Zu Siche ung de wissenscha lichen Quali ä de Analyse wu den die zen alen Gü ek i e ien de
quali a i en Inhal sanalyse nach May ing (2022) be ücksich ig . Die T anspa enz wu de du ch die
E s ellung eines de aillie en Ablau modells (s. Abbildung 5) sowie du ch die Dokumen a ion de
Ka ego ienen wicklung gewäh leis e . Jede Analysesch i – on de ini iie enden Tex a bei bis zu
Zusammen üh ung de Ka ego ien – wu de nach ollziehba es gehal en.
Die in e subjek i e Nach ollziehba kei wu de du ch ein egelgelei e es und heo iebewuss es Vo gehen
ges ü z . Die Ka ego ienbildung e olg e i e a i und wu de meh ach mi dem Ma e ial ückgekoppel .
Eine In e code -Übe eins immung wu de im Rahmen diese A bei nich e hoben. Auch eine
Pilo kodie ung wu de nich du chge üh , da es sich um eine übe schauba e S ichp obe (n = 3) handel ,
bei de das gesam e Ma e ial olls ändig und i e a i analysie wu de.
Die inhal liche Validi ä wu de du ch die enge Ve knüp ung mi de zwei en Teil ages ellung sowie
du ch die heo e ische Fundie ung de F ages ellung und des Fo schungskon ex es ges ä k . Die
gewähl e Me hodenkombina ion aus Li e a u eche che und Expe enin e iews e möglich e eine
undie e und zugleich p axiso ien ie e Pe spek i ene wei e ung.
Zu wei e en Siche ung de me hodischen Nach ollziehba kei wu den die Analyseeinhei en explizi
de inie : Die Kodie einhei bilde en einzelne inhal lich sinn agende Tex segmen e (z. B. Sä ze ode
ku ze Absä ze). Die Kon ex einhei um ass e jeweils die olls ändige Aussage zu einem hema ischen
Aspek inne halb eines In e iews. Als Auswe ungseinhei wu den alle d ei In e iews gemeinsam
be ach e , um eine allübe g ei ende e gleichende Analyse zu e möglichen.
Die Reduk ion des Ma e ials o ien ie e sich g undsä zlich an den Z-Regeln de zusammen assenden
Inhal sanalyse nach May ing (2022, S. 69). Au g und de Länge de In e iews wu de au eine
sch i weise Anwendung de Reduk ions egeln (Z1 bis Z5) e zich e . S a dessen e olg e die
Reduk ion in einem kombinie en Analysesch i , bei dem i ele an e Passagen en e n , sinnha e
Aussagen zusammenge ass , gene alisie und di ek in die Ka ego ienbildung übe üh wu den. Dieses
Vo gehen en sp ich May ings Emp ehlung bei um ang eichem Da enma e ial, solange die
Nach ollziehba kei des Vo gehens siche ges ell is .
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6 Expe enin e iews: Analyse
In diesem Kapi el wi d die inhal liche Analyse de Expe enin e iews da ges ell . De Fokus lieg au
de p ak ischen Umse zung de quali a i en Inhal sanalyse nach May ing (2022), wie sie im
Ablau modell in Kapi el 5.4 besch ieben wu de. Sch i weise we den die ini iie ende Tex a bei , die
induk i e Ka ego ienbildung sowie die Kodie ung des Ma e ials besch ieben. Ziel is es, den
Analyseweg anspa en da zulegen und nach ollziehba au zuzeigen, wie aus den Aussagen de
Fachpe sonen s uk u ie e E kenn nisse gewonnen wu den.
6.1 Ini iie ende Tex a bei
Die ini iie ende Tex a bei s ell den e s en p ak ischen Sch i de quali a i en Inhal sanalyse nach
May ing (2022) da . Ziel diese Phase is es, das ansk ibie e In e iewma e ial sys ema isch zu
e schliessen, inhal lich ele an e Aussagen zu iden i izie en und in eine s uk u ie e Fo m zu
übe üh en, die die anschliessende induk i e Ka ego ienbildung o be ei e .
Im Sinne eines explo a i en Zugangs wu den die d ei In e iews zunächs olls ändig du chgesehen,
um ein g undlegendes Ve s ändnis ü zen ale Themen, Mus e und Bedeu ungss uk u en zu
en wickeln. Dabei wu den zen ale Aussagen ma kie und e s e No izen zu inhal lichen Schwe punk en
es gehal en. Diese Zugang e laub e eine e s e, o ene Annähe ung an das Ma e ial, ohne dass be ei s
ein o gegebenes Ka ego iensys em angewende wu de (May ing, 2022). Die olls ändig ansk ibie en
In e iews be inden sich zu Nach ollziehba kei im Anhang diese A bei (s. Anhang B).
Die Reduk ion des Ma e ials o ien ie e sich g undsä zlich an den Z-Regeln nach May ing (2022, S. 69).
Au g und de Länge de In e iews und de p ak ischen Zielse zung de A bei wu den die Sch i e Z1
bis Z5 jedoch in einem kombinie en Analysesch i zusammenge ass . Dabei wu den hema isch
ele an e Tex s ellen pa aph asie , eilweise gene alisie und kommen ie end e dich e . Diese
Bea bei ung dien e de inhal lichen Ve dich ung und bilde e zugleich die G undlage ü e s e
Ka ego ien o schläge. Das Vo gehen olg e dami dem on May ing emp ohlenen p agma ischen
Zugang bei um ang eichem Da enma e ial, so e n die T anspa enz de Analyse gewäh leis e bleib .
Die Kon ex einhei wu de jeweils so gewähl , dass de seman ische Zusammenhang einzelne Aussagen
e kennba blieb, wäh end die Kodie einhei in de Regel ein inhal lich abgeschlossene Sa z ode ku ze
Absa z wa . Die Auswe ungseinhei bilde e die Gesam hei de d ei In e iews, die im wei e en Ve lau
allübe g ei end e gleichend analysie wu den.
6.1.1 Fall A
Im e s en In e iew s ehen zen ale Aspek e zu Anwendung on Bilde geschich en bei Kinde n im
Vo schulal e im Fokus. Ein besonde e Fokus lieg au de Theo y o Mind als G undlage sozialen
Ve s ehens. Fall A be on , dass Social S o ies geziel do anse zen, wo Kinde Schwie igkei en mi dem
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Pe spek i wechsel und de in ui i en In e p e a ion soziale Hinweis eize haben. Dies sei besonde s im
ühen Kindesal e ele an , da sich die Theo y o Mind in diese En wicklungsphase e s ausbilde .
Ein wei e es zen ales Thema is die Fö de ung sozial-emo ionale Kompe enzen. Fall A heb Aspek e
wie Emo ionse kennung, non e bale Kommunika ion, Tu n-Taking und Handlungsau o de ungen
he o . Diese Fähigkei en seien sowohl im amiliä en All ag als auch in G uppensi ua ionen zen al, da
Kinde häu ig dann au allen, wenn sie Schwie igkei en haben, sich in soziale Spielkon ex e zu
in eg ie en.
Bezüglich de p ak ischen Umse zung be on Fall A die No wendigkei eine kla en S uk u ie ung und
Indi idualisie ung on Bilde geschich en. Diese sollen geziel genu z we den, um soziale Regeln und
E wa ungen zu e klä en – insbesonde e ü au is ische Kinde , die on eine explizi en
In o ma ions e mi lung p o i ie en. Gleichzei ig weis Fall A da au hin, dass eine Reduk ion on
Kon ex in o ma ionen e o de lich is , um die Au me ksamkei au zen ale Inhal e zu lenken.
Zudem we den He aus o de ungen bei de p ak ischen Anwendung, insbesonde e im Hinblick au
un e schiedliche kogni i e En wicklungsni eaus, hema isie . Auch die Rolle de El e n wi d
angesp ochen – ih Einbezug in die E s ellung und Anwendung de Geschich en sei wesen lich ü de en
Wi ksamkei . Die Zusammena bei mi Fachpe sonen wi d dabei als en scheidende Fak o
he o gehoben.
Au G undlage diese Tex a bei lassen sich e s e inhal liche Schwe punk e e kennen, aus denen
olgende e s e Ka ego ien gebilde we den können:
1. Fö de ung de Theo y o Mind
• Bilde geschich en als Un e s ü zung beim Pe spek i wechsel
• Einsa z zu E klä ung soziale Signale und de en In e p e a ion
• Bedeu ung de Theo y o Mind im Vo schulal e be on
2. Soziale und emo ionale Kompe enzen
• Fö de ung de Emo ionse kennung und des Ve s ehens soziale Hinweise
• Themen: Tu n-Taking, soziale Handlungsau o de ungen
• Anwendung sowohl in amiliä en als auch in G uppenkon ex en
3. S uk u und Ges al ung de Bilde geschich en
• Wich igkei kla e , nach ollziehba e S uk u
• Indi idualisie ung nach kindlichem En wicklungss and no wendig
• Reduk ion on Kon ex in o ma ionen, um zen ale Inhal e he o zuheben
4. P axis ele anz und Anpassung
• He aus o de ung: Anpassung an un e schiedliche kogni i e Ni eaus
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7 Expe enin e iews: E gebnisse
Die Da s ellung de E gebnisse e olg en lang de ie Haup ka ego ien und ih e jeweiligen
Un e ka ego ien. Fü jede Un e ka ego ie we den die ele an en Aussagen de In e iew en hema isch
gebündel , inhal lich e dich e und du ch exempla ische Zi a e e anschaulich . Im Vo de g und s eh
dabei nich die olls ändige Wiede gabe einzelne Aussagen, sonde n die He ausa bei ung zen ale
inhal liche Mus e , gemeinsame Tendenzen sowie bedeu same Un e schiede zwischen den Fällen.
Wie on May ing (2022) ge o de , geh die Analyse übe eine desk ip i e Besch eibung hinaus und
schliess eine inhal lich-in e p e a i e Be ach ung mi ein. Die Aussagen de In e iewpa ne :innen
we den im Hinblick au ih e Bedeu ung ü die zug unde liegende Fo schungs age analysie . Dabei
we den sowohl gemeinsame Pe spek i en als auch Un e schiede, Wide sp üche und abweichende
Sich weisen he ausgea bei e
Zi a e we den geziel und spa sam eingese z , um ypische Inhal e ode besonde s p ägnan e
Fo mulie ungen zu belegen. Wei e e sinngleiche Aussagen we den zusammen assend pa aph asie .
Diese Vo gehensweise en sp ich dem on May ing (2022) ge o de en P inzip de ökonomischen,
nach ollziehba en und s uk u ie en Analyse quali a i e Da en.
Im Rahmen de Analyse wi d zudem be ücksich ig , inwiewei zwischen den Ka ego ien
Wechselwi kungen ode Que e bindungen bes ehen. Eine e ie e Auseinande se zung mi diesen
Zusammenhängen e olg im Diskussions eil de A bei .
Die Gliede ung de nach olgenden Un e kapi el o ien ie sich an de S uk u des Kodie lei adens
7.1 Vo ausse zungen zu Nu zung on Bilde geschich en
Diese Haup ka ego ie um ass g undlegende Me kmale und Bedingungen, die e üll sein müssen, dami
Bilde geschich en im Rahmen de Heilpädagogischen F ühe ziehung sinn oll ges al e , e mi el und
on Kinde n genu z we den können. Sie e ass sowohl kindliche Vo ausse zungen als auch die Quali ä
de Beziehung zu beglei enden Fachpe son, die massgeblich ü das Ve s ändnis und die Rezep ion
bildlich-na a i e Inhal e is .
Un e schieden we den d ei zen ale Aspek e:
• Kogni i e Kompe enzen: Fähigkei en des Kindes zu Ve a bei ung isuelle und sp achliche
In o ma ionen sowie zu Abs ak ion und Übe agung au ande e Si ua ionen
• Sozial-emo ionale Kompe enzen: Emo ionse kennung, Pe spek i übe nahme und ge eil e
Au me ksamkei als G undlagen ü das Ve s ehen soziale Kon ex e
• Beziehung zu beglei enden Fachpe son: Siche hei und Ve auen als emo ionale
Vo ausse zungen ü die Rezep ion und in e ak i e Bea bei ung on Bilde geschich en
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Zu beach en is , dass nich alle in diese Haup ka ego ie genann en Kompe enzen im Sinne on es en
Vo ausse zungen zu e s ehen sind. Einzelne Aspek e – insbesonde e im Be eich de sozial-emo ionalen
Kompe enzen – wu den on den In e iewpa ne :innen auch als Fö de ziele besch ieben. Diese
Di e enzie ung wi d in de Analyse en sp echend be ücksich ig .
Im Folgenden we den diese d ei Un e ka ego ien en lang de Aussagen de In e iewpa ne :innen
sys ema isch da ges ell und in Hinblick au die Fo schungs agen in e p e ie .
7.1.1 Kogni i e Kompe enzen
Die Un e ka ego ie Kogni i e Kompe enzen um ass Fähigkei en des Kindes, die ü das Ve s ehen und
Ve a bei en on Bilde geschich en wesen lich sind. Dazu gehö en insbesonde e das E kennen und
In e p e ie en on Bilde n, das E assen ein ache sp achliche S uk u en sowie die Fähigkei , isuelle
ode sp achliche Inhal e zu abs ahie en und au ande e Si ua ionen zu übe agen. Die kogni i en
Vo ausse zungen beziehen sich somi sowohl au die Ve a bei ung isuelle In o ma ionen als auch au
die symbolische und sp achliche Ebene.
Im Be eich de kogni i en Vo ausse zungen zeigen die Aussagen de In e iewpa ne :innen
übe eins immend, dass bes imm e Fähigkei en ü das Ve s ehen und die Nu zung on
Bilde geschich en e o de lich sind. Alle d ei be ag en Fachpe sonen (Fall A, B und C) be onen die
Bedeu ung eines g undlegenden Bild e s ändnisses, e gänz du ch basale sp achliche Kompe enzen
sowie, je nach En wicklungss and, die Fähigkei zu Abs ak ion und zum T ans e .
Fall A heb he o , dass das E kennen und In e p e ie en on Bilde n eine zen ale Vo ausse zung bilde :
„Zwei e Punk na ü lich, wie is das Bild e s ändnis? […] au welchem Abs ak ionsni eau kann ich
im G unde das Kind auch gewinnen und wo kann ich siche sein, dass das Kind das e s eh “ (Fall A,
Z. 214–217).
Auch Fall B und Fall C bes ä igen die No wendigkei eines g undlegenden Bild e s ändnisses (Fall B,
Z. 125-126; Fall C, Z.65-66). Alle d ei Fälle be onen die Rele anz eines symbolischen Ve s ändnisses
– also de Fähigkei , Bilde als Bedeu ungs äge zu e kennen und zu in e p e ie en.
Neben dem Bild e s ändnis wi d on meh e en In e iewpa ne :innen ein gewisses Mass an
Sp ach e s ändnis als Vo ausse zung genann . So weis Fall A da au hin, dass Social S o ies „einiges
an Sp ach e s ändnis [...] le z lich auch e was mi o aus[se zen]“ (Fall A, Z. 239–240), wäh end Fall
C ein „kleines Sp ach e s ändnis“ ü e o de lich häl (Fall C, Z.118-119). Dabei bleib o en, au
welchem sp achlichen Ni eau sich dieses Ve s ändnis bewegen muss; die In e iewpa ne :innen
spezi izie en nich genaue , welche sp achlichen Fähigkei en konk e e wa e we den. Die Aussagen
legen nahe, dass isuelles Ve s ehen allein nich aus eich , sonde n zumindes ein G und e s ändnis
sp achliche S uk u en no wendig is , e mu lich, um beglei ende E klä ungen ode Dialoge zu
e assen.
50
Fall A nenn da übe hinaus explizi die Fähigkei zu Abs ak ion und zum T ans e als bedeu same
kogni i e Vo ausse zungen ü die Nu zung on Bilde geschich en:
„muss ein Kind schon eine gewisse Abs ak ion ode T ans e leis ung b ingen können“ (Fall A, Z. 336–
337).
Diese Aussage un e s eich , dass nich nu das eine E kennen on Bilde n, sonde n auch das Ve s ehen
on Handlungszusammenhängen und de en Übe agung au eale Si ua ionen ele an is .
Fall B e weis e gänzend au die al e sabhängige En wicklung kogni i e Fähigkei en und dami auch
au die Möglichkei , Bilde geschich en di e enzie e einzuse zen:
„Ab d ei, ie Jah en kenn man dann auch ein bisschen meh . Die Kinde , die kogni i s ä ke sind,
dann kann man na ü lich schon ande s a bei en“ (Fall B, Z. 173-174).
Auch Fall C be on die Bedeu ung eine Anpassung an die kogni i e En wicklungss u e des Kindes. E
weis da au hin, dass Kinde o mals dann nich ak i mi a bei en, wenn die An o de ungen übe ih em
Ve s ändnisho izon liegen:
„Wenn das Kind be ei is zum Mi machen, is es nachhe ein ach wich ig, au de
Ve s ändniss u e zu bleiben. Und das is imme das. Raus inden, wo mach das Kind nich mi ,
weil es eben nich au de Ve s ändniss u e is . Und meine E ah ung is die, dass das Kind nich
mi machen will, wenn es zu schwie ig is , nich wenn es zu ein ach is “ (Fall C, Z. 290–293).
Die E gebnisse e deu lichen, dass ein g undlegendes Bild- und Sp ach e s ändnis als zen ale
Vo ausse zung ü den Einsa z on Bilde geschich en in de HFE angesehen wi d. Da übe hinaus
zeigen die Aussagen, dass kogni i e Kompe enzen in engem Zusammenhang mi dem Al e und de
indi iduellen En wicklung des Kindes s ehen. Eine di e enzie e Anpassung de Inhal e und
Da s ellungen an das jeweilige kogni i e Ni eau e schein essenziell, um eine ak i e Teilhabe de
Kinde zu e möglichen und die Wi ksamkei on Bilde geschich en nachhal ig zu siche n.
7.1.2 Sozial-emo ionale Kompe enzen
Diese Un e ka ego ie e ass Fähigkei en, die ü das soziale Ve s ehen und die in e ak i e Nu zung on
Bilde geschich en bedeu sam sind. Dazu gehö en insbesonde e die Fähigkei , emo ionale Signale bei
sich selbs und ande en wah zunehmen und einzuo dnen (Emo ionse kennung), die Be ei scha und
Fähigkei zu Pe spek i übe nahme sowie die Kompe enz, Au me ksamkei gemeinsam mi eine
ande en Pe son au denselben Gegens and ode Inhal zu ich en (ge eil e Au me ksamkei ). Diese
sozial-emo ionalen Fähigkei en gel en als zen ale Vo ausse zungen, um sich au die Inhal e eine
Bilde geschich e einzulassen und soziale Si ua ionen in na a i e Fo m nach ollziehen zu können.
Im Be eich de sozial-emo ionalen Vo ausse zungen benennen die be ag en Fachpe sonen
e schiedene Fähigkei en, die ü das Ve s ehen und die Bea bei ung on Bilde geschich en
51
un e s ü zend ode no wendig sein können. Die Aussagen be e en insbesonde e die Be eiche ge eil e
Au me ksamkei , Emo ionse kennung sowie Theo y o Mind bzw. Pe spek i übe nahme.
Alle In e iewpa ne :innen be onen, dass Kinde in de Lage sein müssen, sich au die Bilde geschich e
einzulassen, mi de beglei enden Pe son zu in e agie en und ih e Au me ksamkei geziel au den
gemeinsamen Inhal zu ich en. Fall A besch eib ge eil e Au me ksamkei ausd ücklich als
g undlegende Vo ausse zung:
„Au me ksamkei so gewinnen, dass du ü dich das Ge ühl has , okay, es is auch wi klich dabei, nimm
es au . […] Also e s mal so die G und o ausse zung“ (Fall A, Z. 212–214).
Auch Fall B e weis au diesen Aspek :
„Es muss in In e ak ionen e en, also die Geduld haben, das anzuschauen“ (Fall B, Z. 127–128),
ebenso wie Fall C, de nenn , dass das Kind „zuzuhö en und si zen bleiben und Au me ksamkei haben“
(Fall C, Z. 114) können muss. In allen d ei Fällen wi d deu lich, dass eine gewisse Fähigkei zu ge eil en
Au me ksamkei und zu sozialen Bezogenhei e o de lich is , um Bilde geschich en e ek i einse zen
zu können.
Da übe hinaus wi d on Fall A und Fall B auch die Fähigkei zu Wah nehmung und In e p e a ion
emo ionale Signale hema isie . Fall A nenn „Emo ionse kennung je z da so als Übe beg i “ als
Aspek , „de siche lich mi hineinkomm “ (Fall A, Z. 64–65). Fall B nenn die Fähigkei , „Emo ionen
auch beim Gegenübe e kennen“ zu können (Fall B, Z. 27). Beide Aussagen e olgen im Kon ex de
A bei mi au is ischen Kinde n und machen deu lich, dass emo ionale Pe spek i übe nahme in de
P axis o eine He aus o de ung da s ell .
Fall A e gänz ausse dem, dass auch bei äl e en Kinde n mi ASS wei e hin an Pe spek i übe nahme
und dem Deu en on Emo ionen gea bei e wi d:
„O a bei en wi auch noch im Schulal e an diesen Bemühungen, Thema, welche Bedeu ung haben
dann Mimik, Ges ik, wie wi ks du au ande e, also all diese A bei am Pe spek i wechsel, und da sind
Social S o ies auch seh , seh hil eich“ (Fall A, Z. 506–508).
Diese Aussage e deu lich , dass en sp echende Schwie igkei en übe das Vo schulal e hinaus bes ehen
bleiben können, abe du ch Bilde geschich en geziel bea bei e und ge ö de we den können.
Besonde s di e enzie se z sich Fall A mi de F age auseinande , ob Theo y o Mind eine
Vo ausse zung ode ehe ein Le nziel da s ell . Eine sei s heiss es, Bilde geschich en wü den „imme
wiede Theo y o Mind o aus[se zen], ein soziales Ve s ändnis de Si ua ion o aus[se zen]“ (Fall A,
Z. 71–72). Zugleich ela i ie Fall A diese Einschä zung abe meh ach – insbesonde e im
Zusammenhang mi au is ischen Kinde n:
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„Kon ex in o ma ionen gleichen ode e suchen o […] die Schwie igkei en ielleich auch o in de
Theo y o Mind auszugleichen“ (Fall A, Z. 120–122)
Diese Aussagen zeigen, dass Theo y o Mind zwa das Ve s ändnis e leich e , abe nich zwingend
o ausgese z wi d. Bilde geschich en – insbesonde e in Anlehnung an das Konzep de Social S o ies
– können geziel do anse zen, wo De izi e bes ehen, und somi sozial-kogni i e Fähigkei en wie
Pe spek i übe nahme ö de n.
Vo diesem Hin e g und e schein es plausibel, dass die An o de ungen an die sozial-emo ionalen
Vo ausse zungen je nach Ziel und Inhal de Bilde geschich e a iie en können: Wäh end das Ve s ehen
soziale In e ak ionen und emo ionale Reak ionen endenziell ein höhe es Mass an sozial-kogni i en
Fähigkei en e o de , können ein ache All agshandlungen auch mi wenige ausgep äg en
Kompe enzen nach ollzogen und eingeüb we den.
Die Auswe ung zeig , dass sozial-emo ionale Kompe enzen nich als s a e Vo ausse zung ü den
Einsa z on Bilde geschich en gel en, sonde n ielmeh als lexible Bedingung, die je nach Zielse zung
und Kind a iie . Wäh end g undlegende Fähigkei en wie ge eil e Au me ksamkei und ein
Mindes mass an In e ak ionsbe ei scha als wich ig o ausgese z we den, gel en Aspek e wie
Emo ionse kennung und Pe spek i übe nahme – insbesonde e im Kon ex on Au ismus – eils als
Fö de ziele. Bilde geschich en können somi nich nu au o handene sozial-emo ionale Kompe enzen
au bauen, sonde n auch geziel zu de en En wicklung bei agen.
7.1.3 Beziehung zu beglei enden Fachpe son
Diese Un e ka ego ie e ass Aussagen zu ela ionalen Bedingungen, die ü die Nu zung on
Bilde geschich en im heilpädagogischen Kon ex bedeu sam sind. Gemein sind insbesonde e Aspek e
de emo ionalen Siche hei , des Ve auens sowie de esponsi en Beglei ung du ch die Fachpe son. Die
Beziehung wi d dabei nich nu als Rahmenbedingung e s anden, sonde n als ak i e Bes and eil des
P ozesses, in dem Bilde geschich en gemeinsam gelesen, e s anden und e lek ie we den. Eine
ag ähige Beziehung gil als wesen liche Vo ausse zung da ü , dass Kinde sich au die Inhal e de
Geschich e einlassen und in In e ak ion mi de beglei enden Pe son e en können.
Die Quali ä de Beziehung zwischen Kind und Fachpe son wi d on Fall C als zen ale Vo ausse zung
ü den e olg eichen Einsa z on Bilde geschich en besch ieben. Sie wi d nich nu als ö de liche
Rahmen, sonde n als en scheidende G undlage ü das gesam e pädagogische Handeln im ühen
Kindesal e e s anden.
Be ei s zu Beginn des In e iews be on Fall C „Das A und O is Beziehung“ (Fall C, Z. 22–23).
Diese Aussage mach deu lich, dass eine ag ähige Beziehung nich als nachgelage es Elemen
be ach e wi d, sonde n als undamen ale Vo ausse zung ü alle wei e en didak ischen und
he apeu ischen Sch i e – auch ü die A bei mi Bilde geschich en.
53
Im wei e en Ve lau konk e isie Fall C, dass eine „gu e, posi i e Beziehung“ zu beglei enden Pe son
une lässlich sei, dami das Kind sich au Inhal e einlassen und Siche hei au bauen könne (Fall C, Z.
113). Anhand eines Beispiels e anschaulich die Fachpe son, wie Beziehung emo ionale Siche hei
scha :
„Und das kann sein on Angs , au dem WC zu si zen, dass sie e was essen kann, das ha mi
allen Sachen zu un, dass sie Angs haben und wenn eine Bindung da is , die ihnen ex em iel
Siche hei geben kann, dann hil das ein ach schon ganz es “ (Fall C, Z. 46–47).
Besonde s he o zuheben is die Einschä zung, dass Beziehung nich nu un e s ü zend, sonde n un e
Ums änden auch hemmend wi ken kann. Wi d das emo ionale Klima du ch Unsiche hei ode Angs de
Fachpe son gep äg , könne dies die kindlichen Emo ionen e s ä ken:
„Wenn die Bezugspe son auch Angs ha um das Kind, was ja auch e s ändlich is , wenn sie
so klein sind, dann kann das ein ach noch die Angs e s ä ken. Je siche e man is , je meh
Ve auen, das man selbe ha , umso meh kann man dem Kind auch Hil es ellungen geben, um
ihm zu zeigen, es is okay, es is alles gu , ich bin da und ich schaue zu di und es wi d gu gehen
und es passie nich s“ (Fall C, Z. 56–60).
Diese Aussage e deu lich , dass die Beziehungsges al ung nich nu au das Kind wi k , sonde n
wesen lich du ch das Ve hal en und die Hal ung de Fachpe son mi bes imm wi d. Ve auen,
emo ionale S abili ä und Fein ühligkei de Bezugspe son sind demnach essenziell, um dem Kind
O ien ie ung zu geben – auch und besonde s im Rahmen de gemeinsamen Auseinande se zung mi
Bilde geschich en.
Die Aussagen on Fall C machen deu lich, dass eine ag ähige, e auens olle Beziehung zu
Fachpe son als G und o ausse zung ü den Einsa z on Bilde geschich en im Rahmen de HFE
e s anden wi d. Diese Beziehung s ell nich nu einen siche en Rahmen ü die Rezep ion da , sonde n
beein luss auch die emo ionale Ve a bei ung de Inhal e. Gleichzei ig wi d sich ba , dass die Quali ä
de Beziehung selbs ein dynamische Fak o is : Sie kann s abilisie end wi ken, abe auch
Unsiche hei en e s ä ken – insbesonde e, wenn die Fachpe son selbs wenig Siche hei auss ahl . Eine
e lek ie e Beziehungsa bei e schein somi als zen ale G undlage ü die Wi ksamkei on
Bilde geschich en in de ühen heilpädagogischen Fö de ung.
7.2 Themen und Inhal e on Bilde geschich en
Diese Haup ka ego ie e ass ypische Themenbe eiche und Inhal e, ü die Bilde geschich en im
heilpädagogischen Kon ex ges al e und eingese z we den. Im Mi elpunk s eh die F age, welche
inhal lichen Schwe punk e sich aus Sich de Fachpe sonen eignen, um Kinde in ih e sozialen,
emo ionalen und all agsbezogenen En wicklung zu un e s ü zen. Die Aussagen beziehen sich dabei
54
sowohl au die emo ionale Bedeu samkei de Themen als auch au de en p ak ische Rele anz ü die
kindliche Lebenswel .
Un e schieden we den ie zen ale Aspek e:
• Sozial-emo ionale Themen: Inhal e, die sich mi Ge ühlen, sozialen Beziehungen und
Ve hal ensweisen be assen – z. B. T ös en, Teilen ode den Umgang mi Emo ionen.
• Handlungss a egien: Geschich en, die Kinde n konk e e Ve hal ensmöglichkei en in
he aus o de nden ode wiede keh enden Si ua ionen au zeigen.
• All agsbezogene Themen: Themen mi Bezug zu Abläu en, O en ode Regeln im All ag, z. B.
Kinde ga ens a , A z besuch ode F iseu besuch.
• Inhal liche Indi idualisie ung: Aussagen zu Anpassung on Geschich en an indi iduelle
In e essen, E lebnisse ode Bedü nisse des Kindes.
Im Folgenden we den diese ie Un e ka ego ien anhand de Aussagen de In e iewpa ne :innen
sys ema isch da ges ell und im Hinblick au die Fo schungs agen in e p e ie .
7.2.1 Sozial-emo ionale Themen
Diese Un e ka ego ie e ass Aussagen zu Bilde geschich en, die geziel au sozial-emo ionale Inhal e
ausge ich e sind. Dazu zählen Themen wie de Umgang mi Ge ühlen (z. B. Angs , Wu , T aue ), das
Einüben soziale Ve hal ensweisen (z. B. T ös en, Teilen, Wa en) sowie de Au bau on sozialen
Kompe enzen. Im Zen um s eh die Idee, dass Bilde geschich en Kinde da in un e s ü zen können,
emo ionale Si ua ionen zu e a bei en, ande e Pe spek i en zu e s ehen und sozial angemessen zu
handeln.
Alle d ei In e iewpa ne :innen be onen die Rele anz sozial-emo ionale Themen in Bilde geschich en.
Im Fokus s ehen dabei Inhal e, die emo ionale E ah ungen on Kinde n au g ei en, soziale
In e ak ionen e lek ie en und Handlungsop ionen in emo ional au geladenen Si ua ionen sich ba
machen. Die Aussagen belegen, dass Bilde geschich en eine wich ige Funk ion übe nehmen können,
um Ge ühle zu benennen, de en U sachen zu e s ehen und sozial angemessene Reak ionen zu
en wickeln.
Fall A besch eib , dass Bilde geschich en all ägliche soziale Si ua ionen wie T ös en, Teilen ode das
Einhal en on Gesp ächs egeln (Tu n-Taking) hema isie en können:
„Be eich mi T ös en ode je z Teilen, also Wechsel, Tu n-Taking. Das sind ja auch Punk e, wo
mögliche weise mal im amiliä en All ag eben schon mal Si ua ionen kommen“ (Fall A, Z. 66–68).
Obwohl dieses Zi a au den amiliä en All ag Bezug nimm , lieg de Fokus kla au den zug unde
liegenden sozial-emo ionalen Kompe enzen. De All agskon ex dien hie o allem als si ua i e
Rahmen, in dem diese emo ionalen P ozesse sich ba und ele an we den. In Abg enzung zu
55
Un e ka ego ie „All agsbezogene Themen“, in de ehe ou inie e, s uk u elle All ags hemen im
Vo de g und s ehen, lieg de inhal liche Schwe punk diese Aussage au dem Einüben soziale
Ve hal ensweisen und emo ionale Selbs egula ion.
Fall C heb he o , dass G undemo ionen wie T au igkei , F eude und Angs besonde s wi kungs olle
Themen da s ellen, da sie Kinde s a k beschä igen und emo ional ansp echen:
„weil diese Emo ionen on au ig sein und lachen und Angs haben, die sind seh s a k und sie haben
das ex em ge ne” (Fall C, Z. 70–72).
Hie zeig sich die Einschä zung, dass emo ional au geladene Inhal e nich nu leh eich, sonde n auch
mo i ie end und anschluss ähig sind.
Fall A weis da übe hinaus au die kogni i e Dimension sozial-emo ionale Inhal e hin, indem sie
benenn , dass Geschich en hel en können, das Ve hal en ande e zu e s ehen:
„wa um man das mach , wa um ande e so unlogisch handeln ode wa um ande en gewisse Sachen
wich ig sind“ (Fall A, Z. 503–504).
Diese Aussage e weis au die Bedeu ung on Bilde geschich en ü die En wicklung on
Pe spek i übe nahme und sozialem Ve s ehen.
Ein besonde s anschauliches Beispiel s amm on Fall B, de eine Bilde geschich e besch eib , in de
de Tod des G oss a e s hema isie wu de:
„G oss a e is ges o ben. Und dann so wie au gezeichne , de G oss a e is ges o ben, mi is
au ig. Alle Menschen sind au ig. Menschen s e ben. Und so wie, was kann man dann
machen, wenn jemand au ig is ? Ah, man kann dann das Kuschel ie nehmen, man kann ans
G ab gehen“ (Fall B, Z. 232–235).
Diese Geschich e zeig exempla isch, wie Bilde geschich en nich nu de emo ionalen O ien ie ung
dienen, sonde n gleichzei ig auch konk e e Handlungss a egien ü schwie ige Si ua ionen au zeigen
und an indi iduell bedeu same All agse ah ungen anknüp en können. Das Beispiel übe sch ei e dami
ka ego iale G enzen und mach deu lich, dass sich inhal liche Zielse zungen im pädagogischen All ag
nich imme eindeu ig ennen lassen. Vielmeh sind sozial-emo ionale Themen häu ig eng mi
Handlungsop ionen und All agssi ua ionen e loch en.
Die Analyse e deu lich , dass sozial-emo ionale Themen als besonde s geeigne gel en, um mi Kinde n
in de HFE an ele an e E ah ungen und En wicklungs hemen anzuknüp en. Bilde geschich en
e möglichen es, s a ke Ge ühle zu hema isie en, soziale Handlungen zu e lek ie en und Pe spek i en
zu e wei e n. Die In e iewpa ne :innen sehen da in eine zen ale pädagogische Funk ion de Me hode.
Gleichzei ig zeig sich, dass sozial-emo ionale Themen häu ig mi ande en inhal lichen Aspek en – wie
All ag ode Handlung – e woben sind. Fü die Ka ego isie ung in diese Analyse wa dahe jeweils
56
en scheidend, welche inhal liche Funk ion im Zen um de Aussage s and. Diese Re lexion bilde
zugleich eine B ücke zu nächs en Un e ka ego ie, in de geziel die Ve mi lung konk e e
Handlungss a egien im Mi elpunk s eh .
7.2.2 Handlungss a egien
Diese Un e ka ego ie e ass Aussagen zu Bilde geschich en, die Kinde n konk e e
Handlungsmöglichkei en in he aus o de nden ode wiede keh enden Si ua ionen au zeigen.
Thema isie we den z. B. S a egien zu Kon lik lösung, zum Umgang mi Misse olg, zu sozialen
Kon ak au nahme ode zu Reak ion au unübe sich liche All agssi ua ionen. Die Geschich en sollen
hel en, O ien ie ung zu geben, Handlungssiche hei zu e mi eln und die Selbs wi ksamkei de Kinde
zu s ä ken, insbesonde e do , wo sie im All ag an Ve s ändnisg enzen ode Handlungsschwie igkei en
s ossen.
Alle d ei be ag en Fachpe sonen besch eiben Bilde geschich en als hil eiches Mi el, um Kinde n
konk e e Ve hal enss a egien ü he aus o de nde ode unkla e Si ua ionen zu e mi eln. Im Fokus
s eh die Un e s ü zung in Momen en, in denen Kinde n zwa Mo i a ion ode soziales In e esse zu
Ve ügung s eh , jedoch das nö ige Handlungs epe oi e ehl .
Fall A nenn exempla isch Si ua ionen, in denen das Kind „scheinba am Ve s ehen de Si ua ion ode
an Handlungs epe oi e, Handlungss a egien schei e “ (Fall A, Z. 199–201). Diese Einschä zung wi d
du ch wei e e Aussagen ges ü z , in denen besch ieben wi d, dass Kinde zwa Kon ak zu ande en
suchen, jedoch nich wissen, wie: e wa beim Umgang mi Geschwis e n ode in Spielsi ua ionen (Fall
A, S. 370–371). In diesem Zusammenhang wi d un e ande em die olgende Si ua ion besch ieben:
„wenn ich e lie e, dann ä ge e ich mich, was kann ich dann machen?“ (Fall A, Z. 271).
Diese Beispiele e weisen au Si ua ionen, in denen Kinde zwa sozial eingebunden sind, abe konk e e
Handlungsop ionen zu Regula ion on Ge ühlen ode zu Ges al ung soziale In e ak ionen ehlen. Aus
Sich de Fachpe son können Bilde geschich en hie un e s ü zend wi ken, indem sie kindge ech e
Al e na i en au zeigen.
Fall C e gänz diese Sich weise mi Beispielen, bei denen nach ägliches Ve hal en im Fokus s eh , e wa
das Wiede -Gu machen nach einem Kon lik ode das Hel en im All ag (Fall C, Z. 79–80). Die
Möglichkei , du ch Geschich en Handlungsal e na i en au zuzeigen, wi d auch hie als bedeu sam
besch ieben – insbesonde e in Si ua ionen, die emo ional au geladen ode sozial ansp uchs oll sind.
Fall B heb insbesonde e die s uk u ie ende Funk ion on Bilde geschich en he o , e wa im Hinblick
au zei liche Abläu e ode das E kennen geeigne e Reak ionen:
„Was passie wann? Wie kann ich mich wie e hal en?“ (Fall B, Z. 55–56).
Aus diese Pe spek i e bie en Bilde geschich en nich nu Handlungsmodelle, sonde n auch
O ien ie ung in unübe sich lichen Si ua ionen.
57
Ein besonde s di e enzie e Bei ag on Fall A e weis au ypische Unsiche hei en im Be eich
soziale Kon ak au nahme. Die Fachpe son besch eib , dass Kinde o nich wissen, „wie denn
bi eschön mi ande en Kinde n in Kon ak kommen soll, wie eine F eundscha en s ehen soll, wie man
ein Gesp äch üh , eben dann so Themen wie Small alk“ (Fall A, S. 9). Diese Aussage leg nahe, dass
Bilde geschich en auch zu Fö de ung kommunika i e Mik op ozesse genu z we den können.
Viele de in diese Ka ego ie benann en Si ua ionen be üh en auch sozial-emo ionale Aspek e. Dennoch
wu de ü die Analyse eine sepa a e Ka ego ie „Handlungss a egien“ gebilde , da de inhal liche Fokus
deu lich au dem Ve hal en und de Umse zba kei lieg . Wäh end in de Un e ka ego ie „Sozial-
emo ionale Themen” die emo ionale Reak ion und das soziale Ve s ehen im Mi elpunk s ehen, geh es
hie p imä um die F age, wie Kinde in konk e en Si ua ionen eagie en ode handeln können. Diese
T ennung e möglich eine genaue e Analyse de pädagogischen Ziel ich ungen on Bilde geschich en
und e meide eine zu b ei e Zusammen assung un e dem Beg i „sozial-emo ional“. Die Aussagen
de Fachpe sonen zeigen, dass Bilde geschich en aus ih e Sich ein geeigne es Mi el sein können, um
Handlungsmöglichkei en ü All agssi ua ionen sich ba zu machen, in denen Kinde n sons
O ien ie ung ehl . Aus analy ische Pe spek i e läss sich ablei en, dass sie in solchen Kon ex en zu
E wei e ung des kindlichen Handlungs epe oi es bei agen können.
7.2.3 All agsbezogene Themen
Diese Un e ka ego ie um ass Aussagen zu Bilde geschich en, die sich au wiede keh ende ode
bedeu same All agssi ua ionen beziehen. Dazu zählen ypische Abläu e, Regeln ode Übe gänge im
All ag des Kindes – wie e wa de A z besuch, de e s e Tag im Kinde ga en, Einkau en ode Fe ien.
Ziel solche Geschich en is es, Kinde au konk e e Si ua ionen o zube ei en, ihnen O ien ie ung zu
bie en und Unsiche hei en du ch isuelle und na a i e S uk u abzubauen. De Fokus lieg au de
Ve mi lung on Handlungssiche hei im Umgang mi neuen, komplexen ode po enziell
übe o de nden All agse ah ungen.
Die be ag en Fachpe sonen be onen übe eins immend, dass Bilde geschich en besonde s geeigne sind,
um Kinde in wiede keh enden All agssi ua ionen zu beglei en und o zube ei en. Dies be i
insbesonde e Übe gänge, Abläu e und scheinba selbs e s ändliche Handlungen, die sich ü iele
Kinde – insbesonde e mi Un e s ü zungsbeda – als he aus o de nd ode un e s ändlich e weisen
können.
Fall A weis in diesem Zusammenhang au eine g undlegende Funk ion on Social S o ies hin:
„Social S o ies legen seh s a k We au In o ma ionswei e gabe, E läu e ung“ (Fall A, Z. 110).
Unmi elba im Anschluss e läu e die Fachpe son, dass ge ade bei au is ischen Kinde n häu ig
angenommen we de, bes imm e All agssi ua ionen seien selbs e klä end – obwohl sie es ge ade nich
64
ma kie jedoch be ei s eine Übe gangszone zu ges al e ischen Indi idualisie ung, au die im olgenden
Abschni eingegangen wi d.
Die Aussagen de In e iewpa ne :innen e deu lichen, dass eine eduzie e, kla e und isuell sowie
sp achlich s uk u ie e In o ma ionsges al ung als zen ale Vo ausse zung ü die Wi ksamkei on
Bilde geschich en be ach e wi d. Dies be i sowohl die Fokussie ung au wesen liche Inhal e und
isuelle Kla hei als auch eine anpassba e, ein ache Sp achebene. Alle In e iewpa ne :innen be ich en
on iel äl igen E ah ungen mi e schiedenen g a ischen Da s ellungssys emen – on Fo o eihen übe
Comics bis zu s anda disie en Symbolen – und be onen, dass die Wahl de Da s ellung eng mi de
Ve s ändlichkei , Zielg uppe und Funk ion de Geschich e e knüp is .
Aus analy ische Pe spek i e zeig sich, dass In o ma ionsges al ung keine ein echnische F age is ,
sonde n ein pädagogisches S eue ungselemen , das zwischen Übe o de ung und Un e o de ung,
zwischen A ak i i ä und Kla hei ausbalancie we den muss. Besonde s ü au is ische Kinde is
dabei ein hohes Mass an S uk u und Konk e hei ö de lich. Die G enze zu ges al e ischen
Indi idualisie ung lieg in de Pe sonalisie ung: Wäh end In o ma ionsges al ung allgemeine P inzipien
de Ve s ändlichkei e olg , bezieh sich Indi idualisie ung au die isuelle Anpassung an das einzelne
Kind. Diese Aspek e we den im nächs en Abschni e ie end au geg i en.
7.3.2 Ges al e ische Indi idualisie ung
Diese Un e ka ego ie um ass Aussagen zu indi iduellen isuellen Anpassung on Bilde geschich en
an die Bedü nisse einzelne Kinde . Dazu zählen die Ve wendung eigene Fo os, e au e O e ode
Objek e, de geziel e Einsa z on Fa ben, konk e en Da s ellungs o men ode ande en ges al e ischen
Mi eln. Auch Anpassungen im Hinblick au Wah nehmung, Kogni ion ode Kommunika ionsweise –
e wa bei au is ischen Kinde n – allen in diese Ka ego ie. Ziel is es, du ch die isuelle Ges al ung die
Ve s ändlichkei und Anschluss ähigkei zu e besse n und indi iduelle Zugänge zu Geschich e zu
scha en. Im Un e schied zu inhal lichen Indi idualisie ung bei de ausgewähl wi d, was e zähl wi d,
bezieh sich diese Ka ego ie au die isuelle Ebene – also da au , wie Inhal e g a isch, a blich ode
bildlich da ges ell und au das Kind zugeschni en we den.
Alle d ei be ag en Fachpe sonen be onen die Bedeu ung eine kindbezogenen isuellen Anpassung on
Bilde geschich en. Die Auswahl und Ges al ung de Bildma e ialien e olg dabei nich s anda disie ,
sonde n o ien ie sich an indi iduellen Bedü nissen, Wah nehmungs o lieben und kogni i en
Vo ausse zungen. Ziel is es, du ch eine möglichs hohe isuelle Anschluss ähigkei einen besse en
Zugang zu Geschich e zu e möglichen – insbesonde e bei Kinde n mi spezi ischen
Un e s ü zungsbeda en wie eine Au ismus-Spek um-S ö ung.
Fall B nenn als Beispiel ein Kind, das ein bes imm es Spiel besonde s ge n moch e. Um den Zugang
zu Geschich e zu e leich e n, wu de das O iginalbild de Spiel e packung ausgeschni en und
eingebau :
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„Kind ha ein Spiel besonde s ge ne. Wenn man dann genau das Spiel kopie , also weiss du, on de
Ve packung, Zeichen ausschneiden ode so, das is dann ein ache , wede ein E sa zbild zu nehmen“
(Fall B, Z. 182–184).
Auch Fall C be ich e on de Ve wendung pe sonalisie e Bildma e ialien, e wa du ch ein Fo o des
Kindes selbs :
„Und dann ein Fo o mach , gleich om Kind und dann das als Bilde geschich e nachhe b auch “ (Fall
C, Z. 101–102).
Beide Aussagen zeigen, dass du ch indi idualisie e isuelle Elemen e ein höhe es Mass an
Iden i ika ion e eich we den kann. Dabei handel es sich nich um hema ische, sonde n um
ges al e ische Anpassungen – es bleib z. B. beim Thema „Zähnepu zen“ ode „in die Ki a gehen“, abe
das Bild zeig das eigene Spielzeug, den eigenen Spielpla z ode das Kind selbs .
Diese Fo m de Indi idualisie ung wi d on den Fachpe sonen besonde s im Zusammenhang mi de
Fö de ung on Kinde n mi ASS be on . Fall A weis da au hin, dass bei diese Zielg uppe insbesonde e
Fo os hil eich sein können, da diese ein ge inge es Mass an Abs ak ion e o de n (A, Z. 326-327).
Gleichzei ig zeig Fall A, dass manche Kinde wiede um gu au Comics eagie en (A, 351-352), was
un e s eich , dass die Wahl de isuellen Fo m imme am Kind o ien ie ge o en we den soll e. Fall
B b ing diesen Gedanken au den Punk :
„Da wi klich mischen und schauen, was e s eh das Kind, was is am logischs en ü das Kind“ (Fall
B, Z.191-192).
Auch allgemeine s ell Fall B es :
„Muss seh angepass we den. Es ha auch wiede mi de Kommunika ion und dem S and de Kogni ion
zu un“ (Fall B, Z.39-40).
Diese Aussagen e deu lichen, dass die Ges al ung nich nu eine isuelle En scheidung is , sonde n in
engem Zusammenhang mi den kommunika i en und kogni i en Vo ausse zungen des Kindes s eh .
Ein besonde s deu liches Beispiel ü isuelle Pe sonalisie ung lie e Fall B mi dem Hinweis au den
geziel en Einsa z on Fo os aus dem kindlichen Um eld:
„Fo os inde ich seh wich ig on Bezugspe sonen ode on Leu en, die eine Rolle spielen. Auch
manchmal Gebäude ode Häuse “ (Fall B, Z. 189-190).
Diese Aussage un e s eich , dass Bilde geschich en du ch die isuelle Einbindung on emo ional ode
unk ional bedeu samen Elemen en – wie e wa dem eigenen Zuhause ode eine e au en
Bezugspe son – an Rele anz und Ve s ehba kei gewinnen können. Ge ade im ühen Kindesal e ode
bei eingesch änk en kogni i en Ressou cen können solche pe sonalisie en Reize den Zugang zu
sozialen Inhal en e leich e n.
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Auch die F age nach dem G ad an Konk e hei bzw. Allgemeinhei wi d di e enzie hema isie . Fall
B weis da au hin, dass es häu ig hil eiche sei, spezi ische Bilde (z. B. om Spielpla z, den das Kind
a sächlich besuch ) zu e wenden, ans a abs ahie e Allgemeinbilde zu nu zen (Fall B, Z.186-188).
Gleichzei ig wi d diese S a egie nich uneingesch änk emp ohlen:
„Die Ga de obe e ände sich plö zlich, ode wi d ges ichen und sieh nich meh gleich aus, is dann
auch wiede die F age, okay, is es je z do besse , man nimm ein ach ein Bild ü Ga de obe“ (Fall
B, Z.211-212).
Diese Aussage mach deu lich, dass ein zu hohe G ad an konk e e Visualisie ung un e Ums änden
p oblema isch sein kann – e wa wenn sich eale Gegebenhei en e ände n und das Kind dann mi de
Disk epanz zwischen Bild und Reali ä kon on ie wi d.
Auch Fall A e lek ie dieses Spannungs eld au eine allgemeinen Ebene und me k an, dass in de
Heilpädagogischen F ühe ziehung be ei s ein hohe G ad an Indi idualisie ung üblich sei – und auch
bei Bilde geschich en e o de lich bleiben we de:
„Hohe Indi idualisie ung seid ih gewohn . Das kenn ih in de HFE und das wi d auch da siche lich
e o de lich sein“ (Fall A, Z.350-351).
Aus analy ische Sich e gib sich hie eine wich ige Pa allele zu inhal lichen Indi idualisie ung: Was
ges al e isch s a k au das einzelne Kind zugeschni en is , kann zwa den Zugang e leich e n – abe
mögliche weise den T ans e au ande e, e ände e Si ua ionen e schwe en.
Die Aussagen de Fachpe sonen machen deu lich, dass isuelle Indi idualisie ung als wich ige
Bes and eil eine wi ksamen Ges al ung on Bilde geschich en e s anden wi d. Dies kann du ch die
Auswahl bes imm e Bild ypen (z. B. Fo os, Comics, Symbole), die Einbindung e au e Objek e ode
O e ode du ch die Abbildung des Kindes selbs e olgen. Aus Sich de In e iew en is dies besonde s
im Kon ex on ASS, abe auch allgemein in de HFE no wendig, um Zugänglichkei ,
Anschluss ähigkei und Rele anz zu e höhen.
Gleichzei ig zeigen die Aussagen, dass diese Fo m de Indi idualisie ung an G enzen s ossen kann. Aus
analy ische Pe spek i e e gib sich ein Spannungs eld: Seh konk e e und spezi ische Bilde e leich e n
zwa den Zugang zu Geschich e, können jedoch auch den T ans e au e gleichba e All agssi ua ionen
e schwe en – e wa dann, wenn sich eale Umgebungen e ände n ode das Kind beginn , ausschliesslich
au eine bes imm e isuelle Da s ellung zu ixie en. Dieses Spannungs eld – zwischen op imale
Anpassung und gene alisie ba e Übe agba kei – e lang nach eine so g äl igen, kon ex sensi i en
Ges al ung du ch die Fachpe son.
7.3.3 Da s ellungs o ma e
Diese Un e ka ego ie um ass Aussagen zu o malen und ma e iellen P äsen a ions o m on
Bilde geschich en. Gemein sind Aussagen da übe , in welche konk e en äusse en S uk u die
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Geschich e umgese z wi d – zum Beispiel als Einzelka en, gebundenes He , Bookle , Plaka ode
digi ales Fo ma . Im Fokus s eh die Wahl des Mediums bzw. T äge ma e ials, au dem die Geschich e
da ges ell und e mi el wi d.
Die be ag en Fachpe sonen benennen e schiedene P äsen a ions o men, in denen Bilde geschich en
im heilpädagogischen All ag zum Einsa z kommen können. Dabei wi d deu lich, dass die Wahl des
Fo ma s nich nu eine p ak ische En scheidung is , sonde n auch Ein luss au Mo i a ion,
Anwendungsmöglichkei en und Handhabba kei ha .
Fall A besch eib die Ve wendung einzelne Ka en, die nacheinande du chgegangen we den können:
„Als einzelne Ka en, die du dann im G unde e suchs , so um die Ab olge noch deu liche machen,
du chzugehen“ (Fall A, Z. 283–284).
Diese Ka en o m e möglich eine isuelle S uk u ie ung und e ö ne iel äl ige didak ische
Möglichkei en – e wa das So ie en, Zuo dnen ode Ums ellen einzelne Elemen e. Solche
Einsa z o men we den im Un e kapi el „Didak ische Me hoden” nähe au geg i en.
Neben de Ka en o m we den auch gebundene Fo ma e wie Büche , Bookle s ode He e als
Da s ellungs o m genann .
Fall C e weis da au , dass auch die emo ionale Wi kung eines gewähl en Fo ma s bedeu sam sein
kann. Die Fachpe son schilde , dass sie Geschich en di ek in ein He zeichne ode ein ansp echend
ges al e es Buch nu z , in dem die Inhal e gesammel we den:
„Gleich in einem He zeichnen. […] Ode ein schönes Buch nehmen, wo man auch F eude dazu ha
und die alle da d in machen“ (Fall C, Z. 341–344).
Die Aussage zeig , dass das Medium selbs – e wa ein schön ges al e es He – die Beziehung zum
Ma e ial s ä ken und die Mo i a ion zu Auseinande se zung e höhen kann.
Fall B sp ich on klein o ma igen Bookle s, die dazu dienen, Abläu e e s ändlich zu e klä en (Fall B,
Z. 234–235). Die linea e S uk u diese Fo ma e bie e aus analy ische Sich die Möglichkei , Inhal e
in zusammenhängende Weise zu p äsen ie en. Dies könn e besonde s ü Kinde mi einem hohen
Bedü nis nach Übe sich lichkei und S uk u hil eich sein, da sie sich an de es en Reihen olge
o ien ie en können und die Geschich e als abgeschlossene Einhei wah nehmen.
Da übe hinaus be on Fall A, dass das gewähl e Fo ma auch im All ag p ak ikabel und ein ach
anwendba sein muss – sowohl ü Fachpe sonen als auch ü El e n (Fall A, Z. 600). Die
P axis auglichkei wi d als zen ale Vo ausse zung gesehen, um Bilde geschich en im
heilpädagogischen Se ing e ek i einse zen zu können. In diesem Zusammenhang heb die Fachpe son
ausse dem he o , dass sich das Ma e ial auch ü den T ans e in ande e Kon ex e eignen müsse – e wa
in die Spielg uppe, den Kinde ga en ode den häuslichen Be eich:
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„Wie kann ich das auch je z bei euch p imä den El e n wei e geben ode wie kann ich den Einsa z auch
dann eben in Spielg uppe, Ki a, Kinde ga en übe agen“ (Fall A, Z. 604–606).
Diese Aussagen e deu lichen, dass die Wahl eines geeigne en Fo ma s nich nu ü die unmi elba e
A bei mi dem Kind ele an is , sonde n auch da übe en scheide , wie lexibel und nachhal ig
Bilde geschich en im e wei e en Sys em anwendba sind.
Die Aussagen de In e iewpa ne :innen zeigen, dass das Da s ellungs o ma on Bilde geschich en
nich nu eine äusse e Fo m age is , sonde n eng mi de en pädagogische Funk ion, Nu zba kei und
Wi kung e knüp is . Ka en o ma e e lauben eine lexible und in e ak i e Nu zung, gebundene
Fo ma e bie en Kon inui ä und S uk u . Da übe hinaus kann das gewähl e Medium auch eine
emo ionale Komponen e en hal en, e wa wenn das Kind ein Buch als „sein eigenes“ e leb .
Aus analy ische Sich zeig sich, dass die Wahl des Fo ma s eine wich ige Rolle ü die p ak ische
Umse zung spiel – insbesonde e im heilpädagogischen All ag, wo Bilde geschich en o gemeinsam
mi dem Kind, den El e n ode ande en Fachpe sonen eingese z we den. Je nach Ziel, Zielg uppe und
Kon ex müssen Funk ionali ä , Mo i a ion, Übe sich lichkei und Handhabba kei gegeneinande
abgewogen we den.
7.4 P ak ische Umse zung
In diesem Kapi el we den jene Aspek e hema isie , die sich au den konk e en pädagogischen Einsa z
on Bilde geschich en im heilpädagogischen All ag beziehen. Wäh end die o he igen Kapi el den
inhal lichen Au bau, die isuelle Ges al ung sowie die S uk u on Bilde geschich en behandel haben,
s eh hie nun die a sächliche Anwendung im Zen um. Un e such wi d, wie Bilde geschich en du ch
Fachpe sonen e mi el , in konk e e pädagogische Si ua ionen eingebe e und gemeinsam mi Kinde n
ode Bezugspe sonen bea bei e we den.
Die Aussagen de In e iewpa ne :innen wu den hie ü in d ei zen ale Be eiche gegliede :
• Einbezug des Um elds: Wie El e n, Fachpe sonen ode auch ande e Kinde ak i in die
Anwendung on Bilde geschich en einbezogen we den und welche Rolle das soziale Um eld
dabei spiel .
• Ve mi lungsweise: Wie Bilde geschich en sp achlich, mimisch ode emo ional e mi el
we den, um das Kind bes möglich zu e eichen.
• Didak ische Me hoden: Welche me hodischen Zugänge – z. B. Rollenspiele, Wiede holungen
ode S uk u ie ungsau gaben – im Einsa z mi Bilde geschich en zu Anwendung kommen.
Die olgenden Un e kapi el widmen sich jeweils eine diese Umse zungsdimensionen und analysie en
exempla ische Aussagen im Hinblick au ih e Bedeu ung ü die Nu zung on Bilde geschich en in de
Heilpädagogischen F ühe ziehung.
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7.4.1 Einbezug des Um elds
Diese Un e ka ego ie um ass Aussagen zu ak i en Be eiligung on Bezugspe sonen und Fachpe sonen
an de Anwendung und Wei e üh ung on Bilde geschich en. Gemein is dami die Einbindung des
sozialen Um elds des Kindes – e wa El e n, Geschwis e , ande e Kinde , Fachpe sonen aus de The apie
ode Ins i u ionen wie Ki a und Kinde ga en. Im Zen um s eh die F age, wie Bilde geschich en in
gemeinsame In e ak ion genu z we den können, um Wi kung und Nachhal igkei de Me hode zu
e höhen.
Die be ag en Fachpe sonen be onen übe eins immend, dass Bilde geschich en in de
Heilpädagogischen F ühe ziehung nich isolie mi dem Kind eingese z we den soll en, sonde n im
sozialen Kon ex e anke sein müssen. De Einbezug des Um elds – insbesonde e de El e n, wei e e
Familienmi gliede ode ins i u ionelle Fachpe sonen – wi d dabei als en scheidende Fak o ü eine
nachhal ige Wi kung genann .
Fall A heb he o , dass eine e olg eiche Anwendung on Bilde geschich en eine enge Koope a ion
zwischen Fachpe sonen und dem Um eld des Kindes o ausse z , besonde s, um einen zei nahen
T ans e zu gewäh leis en (Fall A, Z. 467–468; Fall A, Z. 411–413).
Dabei wi d e deu lich , dass die alleinige Ve mi lung du ch die heilpädagogische Fachpe son nich
aus eich , um die Inhal e daue ha wi ksam im All ag des Kindes zu e anke n. Besonde s mi Blick
au die Da s ellungs o ma e e kennba , dass nich nu die Ma e ial o m, sonde n auch de soziale
Kon ex da übe en scheide , ob ein T ans e in Spielg uppe, Ki a ode Familie geling .
E gänzend besch eib dieselbe Fachpe son die p ak ische Umse zung dieses Gedankens: Es b auche
Übe legungen dazu, wie Bilde geschich en auch on ande en Pe sonen e wende we den können:
„Wie kann ich den Einsa z auch dann eben in Spielg uppe, Ki a, Kinde ga en übe agen […] dass da
An egungen gegeben we den“ (Fall A, Z. 604–606).
Diese Aussage e weis da au , dass das Ma e ial und dessen Anwendung so ges al e sein soll en, dass
es übe die eigene Fachp axis hinaus anschluss ähig is – z. B. du ch Vo schläge ode me hodische Ideen
ü das Um eld.
Auch im Zusammenhang mi de El e na bei sp ich Fall A geziel das Thema Psychoeduka ion an:
„Das Thema Psycho-Eduka ion, El e n sind […] wah scheinlich o unsiche , wie sie dami umgehen,
genau das, wo ih anse z “ (Fall A, Z. 464–466). Auch Fall B äusse sich in diesem Zusammenhang:
„El e n, weil sie keine Ahnung haben, was sie anse zen sollen. Sie haben kein Vo bild, sie haben kein
Beispiel. […] Mi diese Anlei ung, wie sie es machen könn en, könn en sie wiede in ui i agie en“
(Fall B, Z. 306–311). Diese Aussagen e deu lichen, dass Fachpe sonen du ch geziel e Anlei ung im
Umgang mi Bilde geschich en – e wa du ch e klä ende Beglei ma e ialien ode pe sönliche Ein üh ung
– El e n dabei un e s ü zen können, meh Siche hei im ö de bezogenen Handeln zu gewinnen. Die
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s uk u ie e He an üh ung an eine kla e Me hode kann dabei hel en, die el e liche In ui ion zu s ä ken
und die ak i e Rolle de El e n im All ag zu ö de n. Fachpe sonen übe nehmen eine e mi elnde Rolle,
indem sie Unsiche hei en abbauen und O ien ie ung geben.
Neben dem Aspek de Koope a ion mi wei e en Fachpe sonen be on Fall A auch den besonde en
We , den El e n ü die A bei mi Bilde geschich en einnehmen können. Sie we den als bedeu ende
Ressou ce besch ieben, die sowohl Chancen als auch He aus o de ungen mi sich b ing :
„Dass El e n eine g osse Ressou ce und Chance da s ellen und gleichzei ig na ü lich bei euch auch ein
zusä zliches Au gaben eld, das auch imme wiede mi He aus o de ungen e bunden sein kann“ (Fall
A, Z. 473–475).
„Die g ossen Chancen, dass ih mi den El e n so eng zusammena bei en könn , das wei e geben könn
gleichzei ig“ (Fall A, Z. 469–470).
Da aus wi d an diese S elle deu lich, dass de Einbezug on El e n nich als addi i e Komponen e,
sonde n als in eg ale Bes and eil de Fö de ung e s anden wi d. Ih e Rolle um ass sowohl die
un e s ü zende Anwendung on Bilde geschich en im All ag als auch den T ans e on Inhal en übe
die Einzelsi ua ion hinaus.
Fall C be on in diesem Zusammenhang eben alls die Bedeu ung de Kon inui ä zwischen Fachpe son
und El e n: „Was na ü lich seh gu wä e, is imme , wenn eine The apeu in mi einem Kind eine solche
Geschich e du chgeh , dass die El e n das auch machen“ (Fall C, Z. 132–133). De pa allele Einsa z de
Geschich e du ch beide Bezugspe sonen wi d hie als besonde s wi kungs oll da ges ell .
Auch die Einbindung wei e e Familienmi gliede wi d hema isie . Fall C nenn explizi die
Möglichkei , „Mu e ode die Geschwis e noch mi einbeziehen“ zu können (Fall C, Z. 241–242).
Da übe hinaus weis dieselbe Fachpe son au den We de Be eiligung ande e Kinde hin: „Wenn sie
im Kinde ga en sind, dass man dann auch mi den ande en Kinde n das Gleiche mach . […] Die haben
manchmal auch seh gu e Ideen, was man machen könn e, o allem. Und es sind seh ein ache Ideen,
abe sie unk ionie en dann“ (Fall C, Z. 402–408). Die Aussage zeig , dass nich nu E wachsene,
sonde n auch Pee s zu Wi kung on Bilde geschich en bei agen können – e wa du ch soziale
Ve s ä kung, Modellle nen ode spon ane Ideen zu Umse zung.
Die Aussagen de Fachpe sonen machen deu lich, dass de Einbezug des sozialen Um elds –
insbesonde e de El e n – einen zen alen Gelingens ak o ü den e olg eichen Einsa z on
Bilde geschich en da s ell . Koope a ion, Anlei ung und Mi wi kung sind dabei nich nu als
pädagogische E gänzungen zu e s ehen, sonde n als wesen liche Bes and eile de p ak ischen
Umse zung.
Aus analy ische Sich wi d deu lich, dass Bilde geschich en dann ih olles Po enzial en al en können,
wenn sie in einen sozialen Kon ex eingebe e sind, de sowohl Un e s ü zung als auch Kon inui ä
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gewäh leis e . Die ak i e Be eiligung on El e n, Geschwis e n, Fachpe sonen und Pee s s ä k nich nu
die kindliche Rezep ion, sonde n ö de zugleich den T ans e de Inhal e in den All ag und wi k
po enziell auch s abilisie end au das Sys em Familie.
7.4.2 Ve mi lungsweise
Diese Un e ka ego ie um ass Aussagen zu A und Weise, wie die beglei ende Fachpe son die Inhal e
on Bilde geschich en wäh end de Anwendung e mi el . Im Fokus s ehen dabei die sp achliche
Ges al ung, de mimische und ges ische Ausd uck sowie de emo ionale Einsa z de Fachpe son im
E zählp ozess. Die Ve mi lungsweise kann du ch geziel e sp achliche Reduk ion, du ch das Mi gehen
mi den da ges ell en Emo ionen ode du ch bewuss e Be onung bes imm e Inhal e ges eue we den.
Ziel is es, die Geschich e so da zubie en, dass sie ü das Kind emo ional nach ollziehba , sp achlich
zugänglich und kogni i e assba wi d. Die Ve mi lungsp axis s ell somi eine e bindende B ücke
zwischen Ma e ial und Kind da und äg wesen lich dazu bei, wie die Geschich e au genommen und
e a bei e wi d.
Die be ag en Fachpe sonen be onen, dass die A und Weise, wie Bilde geschich en sp achlich,
mimisch und emo ional e mi el we den, wesen lich dazu bei äg , ob Kinde die Inhal e e assen und
emo ional e a bei en können. Dabei geh es nich allein um das Vo lesen ode Zeigen de Geschich e,
sonde n um eine bewuss e Ges al ung de E zählsi ua ion.
Ein zen ales Elemen is die sp achliche Reduk ion, die insbesonde e Fall C meh ach be on . Die
Fachpe son e weis da au , dass Geschich en „mi wenig Wo en“ e zähl we den soll en und „nich zu
iel“ e zähl we den dü e – en scheidend sei, „wi klich nu das Wesen liche he auszunehmen“ (Fall C,
Z. 118; Z. 396). Diese Gedanke knüp an die be ei s in Kapi el 3.1 besch iebene Reduk ion isuelle
Kon ex in o ma ionen an und un e s eich , dass auch sp achlich eine kla e Fokussie ung au zen ale
Inhal e no wendig is , um Übe o de ung zu e meiden.
Da übe hinaus spielen non e bale Ausd ucks o men wie Mimik, Ges ik und a ek i es Mi gehen eine
zen ale Rolle. Fall C besch eib , dass emo ionale Si ua ionen on de Fachpe son nich nu e zähl ,
sonde n du ch Kö pe sp ache mi ollzogen we den soll en – zum Beispiel du ch das Nachahmen eines
S u zes (Fall C, Z. 124–125). Die Fachpe son be on ausse dem, dass dies bei den be eu en Kinde n o
besonde s deu lich geschehen müsse, „dami sie es wi klich au nehmen können“ (Fall C, Z. 181–183).
Auch Fall B e weis au das bewuss e Benennen und Spiegeln on Emo ionen in de In e ak ion mi
dem Kind (Fall B, Z. 42–44). Du ch die Kombina ion aus sp achlichem Ausd uck, emo ionale P äsenz
und isuelle Da s ellung we den Ge ühlszus ände nich nu e klä , sonde n e lebba gemach .
Wie be ei s im Kapi el zu den sozial-emo ionalen Themen angesp ochen, wi d auch hie deu lich, dass
Kinde au emo ionale Inhal e besonde s s a k eagie en. Fall C besch eib , dass Geschich en mi
Ge ühlen wie T au igkei ode Angs o besonde s ge n wiede hol we den: „Man könn e 100 Mal die
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gleiche Geschich e zeigen“, weil diese Emo ionen on den Kinde n „ex em ge ne“ au genommen
wü den (Fall C, Z. 70–72). Wiede holung dien hie nich nu de Fes igung, sonde n wi d als emo ional
mo i ie e P ozess e s anden – ein Mi el zu Selbs e gewisse ung und zu Ve ie ung emo ionale
Inhal e.
Ein wei e e wich ige Aspek be i das gemeinsame emo ionale E leben im sozialen Kon ex . Die
Wi kung eine Geschich e en al e sich nich nu im Kon ak zwischen Fachpe son und Kind, sonde n
kann e s ä k we den, wenn meh e e Bezugspe sonen be eilig sind. Fall C be on , dass „so iele
Bezugspe sonen wie möglich das Gleiche e leben“ soll en – also dieselbe emo ionale Si ua ion mi dem
Kind eilen (Fall C, Z. 134–136). Diese Pe spek i e e knüp die Ve mi lungsweise eng mi de
Beziehungsges al ung und dem Einbezug des Um elds.
Die Aussagen de In e iewpa ne :innen zeigen, dass die Ve mi lungsweise – also das Wie de
Da s ellung – eine zen ale Rolle im Einsa z on Bilde geschich en spiel . Sp achliche Reduk ion,
geziel e Mimik und emo ionales Mi gehen sind keine blossen Zusa zmi el, sonde n elemen a e
Bes and eile eine kindge ech en E zählweise.
Aus analy ische Sich läss sich e kennen, dass du ch bewuss e Reduk ion und He o hebung geziel
O ien ie ung gescha en wi d: Das Wich ige wi d be on , das Nebensächliche ausgeblende . Diese
S a egie e möglich es Kinde n, zen ale Inhal e zu e assen, emo ionale An eile zu e leben und dadu ch
auch komplexe e Si ua ionen zu e s ehen. Die Ve mi lung wi d so zum Medium de Beziehung – und
zu Vo ausse zung ü das Wi ksamwe den de Bilde geschich e.
7.4.3 Didak ische Me hoden
Diese Un e ka ego ie um ass Aussagen zu me hodischen Vo gehensweisen, mi denen
Bilde geschich en im heilpädagogischen All ag zielge ich e eingese z , e ie ode wei e ge üh
we den. Gemein sind Handlungs o men, die übe das E zählen hinausgehen und das Kind ak i in den
Le n- und Ve a bei ungsp ozess einbinden – e wa du ch Wiede holungen, das So ie en on Bildka en,
Ve gleiche mi ähnlichen Si ua ionen ode spiele ische Umse zungen wie Symbol- und Rollenspiele.
Die be ag en Fachpe sonen besch eiben eine Vielzahl an me hodischen Vo gehensweisen, mi denen
Bilde geschich en im heilpädagogischen All ag nich nu e mi el , sonde n auch ak i e ie und
wei e gedach we den können. Dabei wi d deu lich, dass die gewähl e Me hode nich nu de
Da s ellung dien , sonde n geziel zu Fö de ung on Selbs wi ksamkei , zu emo ionalen Ve a bei ung
und insbesonde e zum T ans e in eale All agssi ua ionen eingese z wi d.
Fall C besch eib beispielsweise den Einsa z on Symbolspiel und Rollenspiel als Möglichkei , um den
Übe gang on de Geschich e zu Lebenswel des Kindes zu e leich e n. Figu en, Lego ode ein ache
Requisi en dienen dazu, die Handlung o zube ei en ode nachzuspielen:
73
„Wenn ein Kind ge ne ein ach Symbolspiele mach , dann wü de ich so eine Geschich e mi Figü chen
und Lego und was man dazu ha , zue s o spielen und nachhe diese Bilde geschich e zeigen. Dami
es den Zusammenhang besse ha “ (Fall C, Z. 261–264).
Auch Rollenspiel wi d als Me hode genann , e wa um das Ve hal en ode soziale In e ak ionen zu
e p oben (Fall C, Z. 239–241). Beide Me hoden we den somi explizi als Ins umen e des T ans e s
e s anden: Sie hel en Kinde n, E ah ungen emo ional und kö pe lich du chzuspielen und so ü sich
zu e anke n.
Auch in konk e en All agssi ua ionen g ei en Fachpe sonen ak i ein, um Bilde geschich en wi ksam
und lebensnah zu ges al en. Fall C be ich e e wa, dass es hil eichsein kann das Kind in
Kon lik si ua ionen zu beglei en, Fo os da on mach und da aus im Nachhinein eine Geschich e
en wickel , um das E leb e gemeinsam zu e lek ie en (Fall C, Z. 218–222). Umgekeh besch eib die
Fachpe son auch Si ua ionen, in denen sie die Geschich e o dem E eignis e zähl – e wa bei
he aus o de nden Themen wie Baden ode Toile engängen –, dami das Kind besse o be ei e is (Fall
C, Z. 106–108). Auch Fall A sp ich da on, dass Geschich en ideale weise in zei liche Nähe zu
Si ua ion e wende we den sollen, z. B. di ek o de Pause ode im Vo eld eines he aus o de nden
Momen s, dami das Kind „di ek das e p oben kann“ (Fall A, Z. 403–405). E e gänz , dass e häu ig
zunächs im Einzelse ing mi dem Kind beginn , um die Geschich e geziel einzu üh en und
abzus immen (Fall A, Z. 420).
Da übe hinaus besch eiben die Fachpe sonen den Einsa z s uk u ie ende Me hoden wie
So ie au gaben mi Ka en. Eine Fachpe son e läu e , wie sie mi dem Kind einzelne Bilde
nacheinande besp ich , so ie und dabei jeweils einen Sa z o mulie , um den o en Faden de
Geschich e zu e deu lichen (Fall C, Z. 252–257). Diese Fo m de s uk u ie en Wiede holung ö de
sowohl das Tex e s ändnis als auch die ak i e Be eiligung des Kindes. Im Ve gleich zu gebundenen
Fo ma en bie en Ka en o ma e hie meh Flexibili ä und In e ak ion.
Wiede holung als didak isches P inzip wi d eben alls deu lich be on . Sowohl Fall A als auch Fall C
machen kla , dass eine einmalige Anwendung nich aus eich :
„O muss man S o ys auch d anbleiben, nich , man e zähl das einmal, dann is es kla “ (Fall A, Z. 521);
„Abe man muss d anbleiben. Weil mi ein- ode zweimal machen, e eich man nich iel“ (Fall C,
Z. 340–341).
Wiede holung un e s ü z nich nu das E inne n, sonde n e s ä k auch die emo ionale Ve a bei ung
und die Ve anke ung im All ag – besonde s bei Kinde n mi ASS, bei denen neue Inhal e o meh e e
Anläu e benö igen, um in e nalisie zu we den.
Auch Ve gleichssi ua ionen we den als me hodische S a egie genann . Fall C besch eib , dass man
Kinde n hel en könne, Pa allelen zwischen ak uellen und be ei s bekann en Si ua ionen he zus ellen,
um so den T ans e kogni i zu un e s ü zen (Fall C, Z. 344–346). Diese Vo gehensweise se z alle dings
80
Ve hal en gekoppel is . Diese e hal ens he apeu isch undie e S uk u e möglich es,
Handlungssiche hei und Mo i a ion zu ö de n, ohne dass die Kinde zwingend die gesam e na a i e
Logik de Geschich e e assen müssen.
Demgegenübe a bei en klassische Social S o ies häu ig mi Sä zen wie „Mama eu sich, wenn...“, die
au eine inne e Rep äsen a ion emde emo ionale Zus ände angewiesen sind. Solche Fo mulie ungen
se zen ein gewisses Mass an Theo y-o -Mind-Kompe enz o aus.Wenn diese Fähigkei (noch) nich
aus eichend en wickel is , kann die Wi kung de Geschich e abgeschwäch sein. In diesen Fällen könn e
die kla s uk u ie e, e s ä kungso ien ie e Anlage ande e Fo ma e eine nied igschwellige e und
wi ksame e Al e na i e da s ellen. Gleichzei ig zeigen sowohl Fachli e a u als auch Expe enaussagen,
dass genau jene Fähigkei , emde Gedanken ode Ge ühle zu e kennen, du ch Bilde geschich en auch
geziel ge ö de we den kann – e wa du ch ein ache Da s ellungen on Gesich sausd ücken, sozialen
Reak ionen ode Handlungsabsich en. Theo y o Mind is in diesem Zusammenhang also nich nu eine
mögliche Vo ausse zung, sonde n kann – abhängig om Au bau und de inhal lichen Aus ich ung de
Geschich e – ebenso ein pädagogisches Ziel da s ellen. Welche Funk ion ih zukomm , häng dabei s e s
om indi iduellen En wicklungss and des Kindes sowie de konk e en Ges al ung de Bilde geschich e
ab.
Auch im Hinblick au die emo ionale Da s ellung we den un e schiedliche didak ische
He angehensweisen sich ba . Wäh end G ays (2014) Konzep eine kla s uk u ie e, sp achlich
be uhigende und möglichs en las ende Fo mulie ung naheleg , schilde en meh e e Fachpe sonen, dass
Kinde im Vo schulal e häu ig besonde s gu au emo ional ausd uckss a ke Da s ellungen eagie en.
Übe zeichne e Mimik, zugespi z e All agsszenen ode kon as eiche Bildges al ung we den dabei
geziel eingese z , um die Au me ksamkei de Kinde zu okussie en und emo ionale Rele anz
he o zuheben. Au den e s en Blick e scheinen diese Ansä ze gegensä zlich – doch bei nähe e
Be ach ung zeig sich, dass beide mi einem e gleichba en pädagogischen Ziel ope ie en: Es geh
jeweils da um, eine eduzie e, gu wah nehmba e In o ma ionsdich e he zus ellen, wobei indi iduell
en schieden we den muss, welche Inhal e be on und welche Aspek e e ein ach ode weggelassen
we den.
Dieses Spannungs eld zwischen Reduk ion und geziel e Be onung i auch in de Li e a u deu lich
zu age – e wa bei Timmins (2016), die besch eib , wie sie zunächs bewuss au den Einsa z on Fa be
e zich e e, um übe lüssige isuelle Reize zu e meiden. In einem spä e en S adium jedoch nu z sie
Fa be geziel , um wich ige Bildelemen e he o zuheben – e wa du ch Wiede e kennungsme kmale wie
Kleidung ode Haa a be ih es Sohnes. Dieses Beispiel e deu lich , dass ges al e ische En scheidungen
s e s eine k i ischen Re lexion bedü en. Ges al ung wi d dami zu einem o lau enden
Abwägungsp ozess, in dem pädagogische Zielse zung, Wah nehmungs e a bei ung und indi iduelle
Passung kon inuie lich au einande abges imm we den müssen.
81
In den In e iews wu de meh ach be on , dass g undlegende Fähigkei en – e wa ein basales Bild- und
Sp ach e s ändnis sowie eine gewisse T ans e ähigkei – hil eich ode soga no wendig e scheinen,
um den Gehal eine Bilde geschich e e assen und in all agsnahe Handlung übe üh en zu können. Aus
Sich de Au o in s ell sich jedoch die F age, wie zu e lässig diese Vo ausse zungen im All ag de
F ühe ziehung a sächlich eingeschä z we den können. Auch bleib o en, welches Ausmass an diesen
Fähigkei en ü die Wi ksamkei no wendig is – und wie iel du ch beglei ende E zählung ode
ges al e ische Ve ein achung kompensie we den kann. Diese Unschä e s ell eine zen ale
He aus o de ung ü die Anwendungsp axis da .
8.2 Bean wo ung de F ages ellung
Bilde geschich en sind ein nied igschwelliges, anschluss ähiges und lexibel einse zba es Medium zu
Fö de ung soziale , kommunika i e und emo ionale En wicklungsp ozesse. Ih e Wi ksamkei lieg in
de Ve bindung na a i e S uk u mi isuelle Anschaulichkei und lebenswel liche Rele anz.
Vo ausse zung ü ih en e olg eichen Einsa z is eine konsequen e Indi idualisie ung in Ges al ung und
Anwendung: Bilde geschich en müssen sowohl an den kogni i en, sp achlichen und emo ionalen
En wicklungss and als auch an die In e essen, Themen und All agse ah ungen des Kindes angepass
we den.
En scheidend is , dass die Geschich e ü das jeweilige Kind zugänglich, bedeu sam und mo i ie end
ges al e is . Un e schiedliche Da s ellungs o men wie Fo og a ien, Zeichnungen ode Symbole können
je nach Wah nehmungs o ausse zungen und Kon ex gewähl we den. Auch hinsich lich des Au baus –
e wa als linea es Buch ode als lexibel o dnba e Ka ens apel – e ö nen sich didak ische Spiel äume,
die au In e ak i i ä , Wiede e wendba kei und kindliche Be eiligung ausge ich e sein soll en.
Besonde s wi kungs oll sind Bilde geschich en dann, wenn sie nich isolie , sonde n in einen
dialogischen P ozess eingebe e sind, de du ch eine ag ähige Beziehung zu Fachpe son ge agen
wi d. Gemeinsames Be ach en, sp achliches Beglei en und symbolisches Nachspielen un e s ü zen das
Kind da in, Inhal e nich nu kogni i zu e assen, sonde n auch emo ional zu e a bei en und
handlungsbezogen umzuse zen. De Einbezug on Bezugspe sonen, die Wiede holung in
un e schiedlichen Si ua ionen sowie die Nähe zu konk e en All agse ah ungen e höhen die
Wah scheinlichkei ü nachhal igen T ans e .
Die Ges al ung und Anwendung on Bilde geschich en in de Heilpädagogischen F ühe ziehung
e o de somi ein hohes Mass an pädagogische Re lexion, Flexibili ä und diagnos ische
Fein ühligkei . Welche Inhal e, Da s ellungs o men und Ve mi lungswege jeweils angemessen sind,
läss sich nich s anda disie es legen, sonde n muss s e s kon ex bezogen en schieden we den.
Bilde geschich en können in diesem Sinne als s uk u ie endes und en wicklungs ö de ndes Medium
e s anden we den, das seine Wi kung insbesonde e do en al e , wo es eingebe e is in Beziehung –
zum Kind, zu Fachpe son und zu konk e en pädagogischen Si ua ion.
82
8.3 Limi a ionen de A bei
Wie jede wissenscha liche Un e suchung un e lieg auch diese A bei bes imm en beg enzenden
Fak o en, die im Sinne eine wissenscha lich e lek ie en Eino dnung benann we den müssen. Die
olgenden Limi a ionen beziehen sich sowohl au die empi ische Umse zung als auch au heo e ische
En scheidungen und we den im Hinblick au zen ale quali a i e Gü ek i e ien disku ie .
Im Rahmen de quali a i en Inhal sanalyse is insbesonde e das K i e ium de in e subjek i en
Nach ollziehba kei k i isch zu be ach en. Zwa wu de de Auswe ungsp ozess anspa en
dokumen ie und heo iegelei e ollzogen, jedoch e olg e wede eine In e code -Absiche ung noch
eine Pilo kodie ung. Somi kann die Reliabili ä de Zuo dnungen und In e p e a ionen nich im Sinne
eine unabhängigen Replizie ba kei gewäh leis e we den. Die E gebnisse be uhen au eine
Einzel allauswe ung du ch die Au o in und sind dahe in ih e Gül igkei kon ex gebunden und
in e p e a ionsabhängig.
Auch die S ichp obeng össe de du chge üh en Expe enin e iews s ell eine Einsch änkung da . Mi
insgesam d ei eilnehmenden Fachpe sonen wu de eine ü quali a i e Fo schungsansä ze e e ba e,
jedoch e gleichsweise kleine und nich he e ogen kon ollie e S ichp obe ealisie . Die Auswahl
o ien ie e sich an Rele anzk i e ien (Be u se ah ung, Bezug zum Thema), kann jedoch nich den
Ansp uch e heben, die B ei e p o essionsspezi ische Pe spek i en um assend abzubilden. Die
Aussagen de In e iew en be uhen zudem au indi iduellen E ah ungen und sind nich im Sinne
s anda disie e E hebungen e gleichba .
Au heo e ische Ebene okussie die A bei au ie ausgewähl e me hodische Ansä ze (Social S o ies,
Comic S ip Con e sa ions, Soziale Fo ogeschich en, Cogni i e Pic u e Rehea sal). Ande e po enziell
ele an e isuell-na a i e Me hoden, e wa digi ale ode ideobasie e Fo ma e, wu den nich
sys ema isch einbezogen. Auch die zug unde geleg en Konzep e zu sozialen Kogni ion und
Beziehungsges al ung s ellen heo iebasie e, abe nich abschliessende Rahmungen da .
Diese Limi a ionen schliessen die Rele anz und Aussagek a de gewonnenen E kenn nisse nich aus,
sonde n ma kie en den Rahmen, inne halb dessen die E gebnisse zu in e p e ie en sind. Sie
e deu lichen zugleich die No wendigkei wei e üh ende Fo schung zu Ve ie ung, Validie ung und
E wei e ung de hie e a bei e en Pe spek i en.
8.4 Ausblick
Die o liegenden E gebnisse lie e n sys ema isch undie e Hinweise da au , wie Bilde geschich en in
de Heilpädagogischen F ühe ziehung ges al e und angewende we den können. Zugleich e geben sich
da aus Impulse ü wei e üh ende Fo schung und konzep ionelle En wicklung – e wa im Hinblick au
die E p obung und E alua ion en sp echende Ma e ialien in konk e en heilpädagogischen
P axiskon ex en.
83
Da übe hinaus soll e die Rolle digi ale Fo ma e – e wa ideobasie e Anwendungen ode adap i e
Apps – kün ig e s ä k be ücksich ig we den, da sie neue Möglichkei en de Pa izipa ion, de
Indi idualisie ung sowie des kon ex sensi i en Einsa zes e ö nen. Die Ve bindung klassische
na a i e S uk u en mi digi alen Medien könn e einen iel e sp echenden Zugang da s ellen, um
Kinde mi besonde en Bedü nissen noch geziel e zu e eichen und zu un e s ü zen.
E gänzend en s eh au G undlage de o liegenden A bei ein p axiso ien ie e Lei aden zu
Ges al ung und Anwendung on Bilde geschich en in de Heilpädagogischen F ühe ziehung, de
zen ale E kenn nisse sys ema isch au be ei e und in p axisnahe Hinweise übe üh .
Insgesam zeig sich, dass Bilde geschich en ein g osses Po enzial ü die heilpädagogische P axis
be gen. Ih e geziel e Wei e en wicklung, empi ische Fundie ung und didak isch e lek ie e In eg a ion
könn en wesen lich dazu bei agen, soziale Teilhabe, kommunika i e Kompe enzen und emo ionale
Siche hei ü Kinde in de ühen Fö de ung nachhal ig zu s ä ken.
84
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87
10 Abbildungs e zeichnis
Abbildung 1. Con e sa ion Symbols Dic iona y ................................................................................................... 24
Abbildung 2. Beispielha e Umse zung eine Comic S ip Con e sa ion mi einem Kind .................................... 25
Abbildung 3. Ausschni aus eine Sozialen Fo ogeschich e zu Emo ions egula ion ........................................... 27
Abbildung 4. Beispielha e Bild eihe zum Thema Lä m nach dem Konzep des Cogni i e Pic u e Rehea sal .... 28
Abbildung 5. Ablau modell de induk i en quali a i en Inhal sanalyse nach May ing ........................................ 38
11 Tabellen e zeichnis
Tabelle 1. Ausschni aus dem Kodie lei aden (K1) ............................................................................................. 46
Anhang A
In e iewlei aden
In e iewlei aden
Eins ieg
• Beg üssung und Dank ü die Teilnahme.
• Ku ze E klä ung des In e iewziels:
- Fokus: En wicklung und Ges al ung eine isuellen Bilde geschich ensammlung zu
Fö de ung soziale und emo ionale Kompe enzen.
- Be onung: E gänzung heo e ische E kenn nisse du ch p ak ische E ah ungen.
• Hinweis au den Zei ahmen (ca. 30 – 45 Minu en), Au nahme und Anonymisie ung de
Da en.
• Klä ung o ene F agen zum Vo gehen.
• Beg i sklä ung (Social S o ies, Bilde geschich en)
• Hinweis au die Au nahme -> Au nahme s a en.
• Allgemeine Ein üh ung:
- Kanns du mi ku z e was übe deine be u liche Tä igkei e zählen?
Haup eil
Block 1: Allgemeine Einschä zung zu Social S o ies und Bilde geschich en
• Welche sozialen und emo ionalen He aus o de ungen und Themen e lebs du bei Kinde n
im Vo schulal e als besonde s zen al?
• Welche E ah ungen has du mi de Anwendung on Social S o ies ode ähnlichen
Ansä zen gemach ?
• Fü welche Themen eignen sich Bilde geschich en deine Meinung nach besonde s gu ?
• Welche Fähigkei en soll e ein Kind be ei s mi b ingen, um e ek i on Bilde geschich en
p o i ie en zu können?
• Gib es noch e was, das du zu diesem Themenblock e gänzen möch es ?
Block 2: An o de ungen an die Ges al ung
• Welche isuellen und inhal lichen Elemen e indes du besonde s wich ig, um
Bilde geschich en ü Kinde im Vo schulal e ansp echend zu ges al en?
• Welche ges al e ischen Elemen e sind deine Meinung nach zusä zlich ele an , um den
Bedü nissen on Kinde n im Au ismus-Spek um ge ech zu we den?
• Welche spezi ischen Si ua ionen ode Themen e o de n deine Meinung nach eine
besonde s s a ke Indi idualisie ung de Bilde geschich en?
• Gib es noch e was, das du zu diesem Themenblock e gänzen möch es ?
Block 3: P ak ische Anwendung
• Wie könn e die p ak ische Umse zung on Bilde geschich en im F ühbe eich aussehen?
• Welche He aus o de ungen siehs du in de p ak ischen Umse zung?
• Welche Rückmeldungen e hal es du on El e n ode ande en Fachpe sonen übe den
Nu zen solche Geschich en?
• Gib es noch e was, das du zu diesem Themenblock e gänzen möch es ?
Spezi ische F agen (je nach Fachkompe enz des Expe en)
Ausklang und Abschluss
• Was wü des du di on einem Lei aden?
• Gib es Aspek e, die wi nich angesp ochen haben, die di jedoch wich ig e scheinen?
• Möglichkei ü E gänzungen und o ene Kommen a e.
• Dank ü die Teilnahme und die we ollen Einblicke.