S udien zum Physik- und Chemiele nen
M. Hop und M. Ropohl [H sg.]
391
Luc B ode Alb ech
K i isches Denken in de
Chemieleh e *innenbildung
Eine konzep ionell-empi ische S udie zu
In eg a ion und Ope a ionalisie ung
λογος
S udien zum Physik- und Chemiele nen
Band 391
Luc B ode Alb ech
K i isches Denken in
de Chemieleh e *innenbildung
Eine konzep ionell-empi ische S udie zu
In eg a ion und Ope a ionalisie ung
Logos Ve lag Be lin
λογος
S udien zum Physik- und Chemiele nen
Ma in Hop und Ma hias Ropohl [H sg.]
Bibliog a ische In o ma ion de Deu schen Na ionalbiblio hek
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ISBN 978-3-8325-5970-0
ISSN 1614-8967
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K i isches Denken in de Chemieleh e *innenbildung
Eine konzep ionell-empi ische S udie
zu In eg a ion und Ope a ionalisie ung
Inaugu al-Disse a ion
zu
E langung des Dok o g ades
de Ma hema isch-Na u wissenscha lichen Fakul ä
de Uni e si ä zu Köln
o geleg on
Luc B ode Alb ech
aus Köln
Köln 2025
Die o liegende Disse a ion wu de on de
Ma hema isch-Na u wissenscha lichen Fakul ä de
Uni e si ä zu Köln angenommen.
Be ich e s a e /in: P o . D . Ch is iane S. Reine s
P o . D . Ka ha ina G oß
Tag de mündlichen P ü ung: 02.05.2025
III
I
Inhal s e zeichnis
Abbildungs e zeichnis .................................................................. VII
Tabellen e zeichnis ....................................................................... XI
Abkü zungs e zeichnis ................................................................ XXI
Ku zzusammen assung .............................................................. XXIII
Abs ac ...................................................................................... XXV
1 Einlei ung ............................................................................... 1
2 Theo e ische G undlegungen .................................................. 5
2.1 DIE ÜBERFÜHRUNG VON WISSEN IN HANDELN ................................................... 5
2.1.1 Ziele na u wissenscha liche G undbildung .................................... 5
2.1.2 Die Bedeu ung on Na u e o Science ............................................ 12
2.1.3 Die He aus o de ung du ch die Medien ......................................... 17
2.1.4 Pseudowissenscha en in de Gesellscha ..................................... 19
2.1.5 Das Abg enzungsp oblem .............................................................. 22
2.1.6 Gesellscha lich ele an e P obleme im Fokus ............................... 27
2.2 KRITISCHES DENKEN ................................................................................... 31
2.2.1 Na u wissenscha sdidak isches Ve s ändnis und Rele anz im
na u wissenscha lichen Un e ich ............................................... 33
2.2.2 Die his o ische En wicklung des K i ikbeg i s ................................ 40
2.2.3 Philosophische Pe spek i e ............................................................ 41
2.2.4 Psychologische Pe spek i e ............................................................ 45
2.2.5 Bildungswissenscha liche Pe spek i e .......................................... 47
2.3 DIE BEDEUTUNG DER AFFEKTIVEN EBENE FÜR DAS MENSCHLICHE DENKEN .............. 50
2.3.1 E s e Ansä ze zum Ve s ändnis menschlichen Handelns ............... 51
2.3.2 Die Dual-P ocess Theo y ................................................................ 51
2.3.3 In ui ion und kogni i e Ve ze ungen ............................................ 54
2.3.4 Genaue e Be ach ung einzelne Ein luss ak o en ......................... 55
2.3.5 Theo y o Planned Beha iou ......................................................... 57
2.3.6 De Ein luss de a ek i en Ebene au die Anwendung
on Wissen ..................................................................................... 59
XI
T
Tabellen e zeichnis
Tabelle 1: Übe sich übe die Ke n-Elemen e on NOS. Gegenübe s ellung on
Lede man, McComas & Olson und Osbo ne e al. (Alb ech , 2021; gl. Neumann
& K eme , 2013) ................................................................................................................ 13
Tabelle 2: E gebnisse de Delphi-S udie on Facione (1990). Kogni i e Fähigkei en
und a ek i e Disposi ionen on K i ischem Denken (eigene Übe se zung und
Da s ellung) ......................................................................................................................... 49
Tabelle 3: Gene al Fea u es o he Two Sys ems (Haid , 2008, S. 1029) .................. 52
Tabelle 4: Übe sich übe die einzelnen S udien des Fo schungsp ojek s und die
einzelnen S ichp oben ....................................................................................................... 93
Tabelle 5: Tabella ische Übe sich übe die einzelnen S ichp oben de
Fo schungsp ojek es und ih e Cha ak e is ika ............................................................ 99
Tabelle 6: Einschä zung de Va ianz on Ra ing-Skalen (Iacobucci & Chu chill,
2010) .................................................................................................................................. 102
Tabelle 7: I ems de SRIS nach Sil ia (2021), basie end au dem SRIS on G an e
al. (2002), die im spä e en Ve lau ekodie en in e sen I ems sind du ch (*)
gekennzeichne ................................................................................................................. 102
Tabelle 8: F agen des CRT nach F ede ick (2005) ..................................................... 104
Tabelle 9: Ve gleichswe e ü die Auswe ung des CRT (F ede ick, 2005, S. 29) 105
Tabelle 10: Schema ische Da s ellung des In e iewlei adens on S udie S2 ....... 110
Tabelle 11: Schema ische Da s ellung des In e iewlei adens ab S udie S3 .......... 112
Tabelle 12: Übe sich übe die Semina si zungen im SoSe23, Semina zu
achbezogenen Le n- und Kommunika ionsp ozessen (B5 HR/GG B3 SP) ....... 115
Tabelle 13: Auswählba e Kon ex e ü die Sys emisch- e lexi e S ellungnahme .. 116
Tabelle 14: Übe sich übe die Semina inhal e in S udie S5 ...................................... 118
Tabelle 15: K i ischen We e ü den Wilcoxon-Tes , aus Bo z und Schus e , 2010,
zi ie nach Clauss und Ebne , 1971, eben alls zu inden in Rasch e al., 2014a,
S. 164 .................................................................................................................................. 155
Tabelle 16: K i ischen We e bei zweisei igem Tes bei α = 0,05, aus Bo z &
Schus e , 2010, S. 599; eben alls zu inden in Rasch e al., 2014a, S. 162 ............... 159
Tabellen e zeichnis
XII
Tabelle 17: Chi-Quad a -Ve eilung ü den Ku skal-Wallis-Tes , aus Rasch e al.,
2014a, S. 165; zi ie nach Hays & Winkle , 1970, S. 604–605 ................................. 161
Tabelle 18: S1.F1 - F ages ellungen zu F agengenese .............................................. 166
Tabelle 19: S1.F1 - Übe geo dne e Ka ego ien de F agengenese 1 ....................... 167
Tabelle 20: S1.F1 - Ka ego ien des k i e ialen Ansa zes (KA) ..................................... 168
Tabelle 21: S1.F1 - Ka ego ien des e lexi en Ansa zes (RA) ....................................... 168
Tabelle 22: S1.F1 - Ka ego ien des subjek i en Ansa zes (SA) ..................................... 169
Tabelle 23: S1.F1 - E gebnisse de F agebogene hebung, Ka ego isie ung de
F agen, N = 15 ................................................................................................................. 170
Tabelle 24: S1.F1 - E gebnisse de F agebogene hebung, P io isie ung de F agen,
N = 15 ............................................................................................................................... 172
Tabelle 25: S1.F1 - F ages ellungen zu F agengenese .............................................. 174
Tabelle 26: S1.F2 - Ka ego ien des k i e ialen Ansa zes (KA) ..................................... 174
Tabelle 27: S1.F2 - Ka ego ien des e lexi en Ansa zes (RA) ....................................... 175
Tabelle 28: S1.F2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Ka ego isie ung de
F agen, N = 12 ................................................................................................................. 176
Tabelle 29: S1.F2 - E gebnisse de F agebogene hebung, P io isie ung de F agen,
N = 12 ............................................................................................................................... 177
Tabelle 30: S1.F3 - F ages ellungen in de F agebogene hebung ............................ 178
Tabelle 31: S1.F3 - Un e suchungs agen zu den F ages ellungen .......................... 180
Tabelle 32: S1F3 - Ka ego ien de K i e ien bei de Bewe ung
na u wissenscha liche In o ma ionen in Medien (KB) ........................................... 181
Tabelle 33: S1.F3 - Ka ego ien und Subka ego ien on S a egien bei de Bewe ung
na u wissenscha liche In o ma ionen in Medien (SB) ........................................................... 182
Tabelle 34: S1.F3 - Ka ego ien und Subka ego ien des Ve s ändnisses
na u wissenscha liche A bei s- und Denkweisen (AD) ....................................................... 183
Tabelle 35: S1.F3 - Ka ego ien und Subka ego ien des Ve s ändnisses K i ischen
Denkens (KD) .................................................................................................................... 184
Tabelle 36: S1.F3 - E gebnisse de F agebogene hebung, K i e ien bei de Bewe ung
na u wissenscha liche In o ma ionen in Medien (KB), N = 15 .......................................... 186
Tabellen e zeichnis
XIII
Tabelle 37: S1.F3 - E gebnisse de F agebogene hebung, S a egien bei de Bewe ung
na u wissenscha liche In o ma ionen in Medien (SB), N = 15 ........................................... 187
Tabelle 38: S1.F3 - E gebnisse de F agebogene hebung, Ve s ändnis
na u wissenscha liche A bei s- und Denkweisen (AD), N = 15 ........................................ 188
Tabelle 39: S1.F3 - E gebnisse de F agebogene hebung, Ve s ändnis K i isches
Denken, N = 15 ................................................................................................................. 190
Tabelle 40: S1.F3 - E gebnisse de F agebogene hebung, CRT, N = 15 ............... 191
Tabelle 41: S1 - Übe sich übe die Semina si zungen im SoSe22, Semina zu
achbezogenen Le n- und Kommunika ionsp ozessen (B5 HR/GG B3 SP) ....... 193
Tabelle 42: S2.I1 - Ka ego ien und Subka ego ien de Selbs e lexion bei de Bewe ung
gesellscha liche P oblems ellungen mi na u wissenscha lichem Bezug (SR) .... 199
Tabelle 43: S2.I1 - Ka ego ien des Ve s ändnisses on k i isch sein (VK) .................... 201
Tabelle 44: S2.I1 - Ka ego ien des Ve s ändnisses on Selbs e lexion (VS) .................. 202
Tabelle 45: S2.I1 - Ka ego ien zu Einschä zung des Fachwissens (FW) ....................... 202
Tabelle 46: S2.I1 - Ka ego ien zu Einschä zung de Bewe ungs ähigkei (BF) ............ 203
Tabelle 47: S2.I1 - E gebnisse de In e iewe hebung, Selbs e lexion bei de
Bewe ung gesellscha liche P oblems ellungen mi na u wissenscha lichem
Bezug (SR), N = 10 ......................................................................................................... 204
Tabelle 48: S2.I1 - E gebnisse de In e iewe hebung, Ve s ändnis de Beg i lichkei
k i isch sein (VK), N = 10 ............................................................................................... 206
Tabelle 49: S2.I1 - E gebnisse de In e iewe hebung, Ve s ändnis des Beg i s
Selbs e lexion (VS), N = 10 .............................................................................................. 207
Tabelle 50: S2.I1 - E gebnisse de In e iewe hebung, Selbs einschä zung des
Fachwissens (FW), N = 10 ................................................................................................ 208
Tabelle 51: S2.I1 - E gebnisse de In e iewe hebung, Selbs einschä zung de
Bewe ungs ähigkei (BF), N = 10 ..................................................................................... 208
Tabelle 52: S2.F1 - E gebnisse de SRIS nach Sil ia (2021), N = 10 ...................... 211
Tabelle 53: S2.F1 - E gebnisse de SRIS nach Sil ia (2021), Mi elwe e p o
P oband*in, N = 10 ........................................................................................................ 211
Tabelle 54: S2.F1 - E gebnisse des CRT nach F ede ick (2005), N = 10 ............... 212
Tabellen e zeichnis
XIV
Tabelle 55: S3.I1&2 - Konzep ionelle Teilbe eiche und zugehö ige
Un e suchungs agen ...................................................................................................... 219
Tabelle 56: S3.I1&2 - Ka ego ien de Aspek e na u wissenscha liche Bewe ung
(NW-A) .............................................................................................................................. 220
Tabelle 57: S3.I1&2 - Ka ego ien de achwissenscha lichen Bewe ung (NW-FB) ....... 221
Tabelle 58: S3.I1&2 - Ka ego ien de Selbs einschä zung des Fachwissens (NW-SF) ... 222
Tabelle 59: S3.I1&2 - Ka ego ien de Aspek e de Selbs e lexion (SR-A) ................... 223
Tabelle 60: S3.I1&2 - Ka ego ien des Ve s ändnisses de Selbs e lexion (SR-V) ......... 224
Tabelle 61: S3.I1&2 - Ka ego ien de Aspek e des epis emologischen Ve s ändnisses
(EP-A) ................................................................................................................................ 226
Tabelle 62: S3.I1&2 - Ka ego ien des Ve s ändnisses on K i ischem Denken (KD-V)227
Tabelle 63: S3.I1&2 - Ka ego ien de Fähigkei zu Bewe ung (FB) ........................... 228
Tabelle 64: S3.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, na u wissenscha liche
Aspek e bei de Bewe ung gesellscha liche P oblems ellungen mi
na u wissenscha lichem Bezug (NW), N = 10 .......................................................... 230
Tabelle 65: S3.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, selbs e lexi e Aspek e bei
de Bewe ung gesellscha liche P oblems ellungen mi na u wissenscha lichem
Bezug (NW), N = 10 ....................................................................................................... 231
Tabelle 66: S3.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, epis emologische Aspek e bei
de Bewe ung gesellscha liche P oblems ellungen mi na u wissenscha lichem
Bezug (NW), N = 10 ....................................................................................................... 233
Tabelle 67: S3.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, Ve s ändnis Selbs e lexion
(SR-V), N = 10 ................................................................................................................. 235
Tabelle 68: S3.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, Ve s ändnis K i isches
Denken (KD-V), N = 10 .................................................................................................. 237
Tabelle 69: S3.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, Selbs einschä zung
Fachwissen (NW-SF) und Fachwissenscha liche Bewe ung (NW-FB), N = 10 ................ 238
Tabelle 70: S3.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, Fähigkei zu Bewe ung
(FB), N = 10 ..................................................................................................................... 239
Tabelle 71: S3.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, Übe sich übe die
Einzelzählungen de e schiedenen Teilbe eiche, N = 10 ........................................ 240
Tabellen e zeichnis
XV
Tabelle 72: S3.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, Wilcoxon-Tes de
Einzelzählungen de e schiedenen Teilbe eiche, N = 10 ........................................ 240
Tabelle 73: S3.F1&2 - F ages ellungen des Blocks Ve s ändnis agen (VF) .............. 246
Tabelle 74: S3.F1&2 - F ages ellungen des Blocks In ospek ion (IS) ........................ 246
Tabelle 75: S3.F1&2 - F ages ellungen des Blocks Ein luss ak o en (EF) ................. 247
Tabelle 76: S3.F1&2 - F ages ellungen des Blocks Bewe ung und Gewich ung (BG) 248
Tabelle 77: S3.F1&2 - Ab olge de F ageblöcke im inalen F agebogen ................ 249
Tabelle 78: S3.F1&2 – Lei ende Un e suchungs agen de einzelnen
F agenblöcke .................................................................................................................... 250
Tabelle 79: S3.F1&2 - E wei e e Ka ego ien de In ospek ion (VS-ET-IS) zu
Auswe ung on F age VF1 ........................................................................................... 251
Tabelle 80: S3.F1&2 – Ka ego ien zum Ve s ändnis on kogni i en Ve ze ungen (KV)
zu Auswe ung on F age EF3 .................................................................................... 253
Tabelle 81: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Ve s ändnis
Selbs e lexion (VS), N = 16 ............................................................................................. 254
Tabelle 82: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Ve s ändnis K i isches
Denken (VK), N = 16 ..................................................................................................... 256
Tabelle 83: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Ve s ändnis kogni i e
Ve ze ungen (KV), N = 16 ............................................................................................. 257
Tabelle 84: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Bewe ungs ak o en,
selbs e lexi e Aspek e (BF-RA), N = 16 .......................................................................... 258
Tabelle 85: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Bewe ungs ak o en,
epis emologische Aspek e (BF-EP), N = 16 ....................................................................... 259
Tabelle 86: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Bewe ungs ak o en,
na u wissenscha liche Aspek e (BF-NW), N = 16 ............................................................ 260
Tabelle 87: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Wilcoxon-Tes de
o enen F ages ellungen, N = 16 ................................................................................. 261
Tabelle 88: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, In ospek ion (IS),
N = 16 ............................................................................................................................... 262
Tabelle 89: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Wilcoxon-Tes des
Blocks In ospek ion (IS), N = 16 .................................................................................... 263
Tabellen e zeichnis
XVI
Tabelle 90: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Ein luss ak o en 2
(EF2), N = 16 ................................................................................................................... 263
Tabelle 91: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Wilcoxon-Tes des
I ems EF2, N = 16 .......................................................................................................... 264
Tabelle 92: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Ein luss ak o en 4
(EF4), pe sonenbezogene Ein lüsse, N = 16 .............................................................. 264
Tabelle 93: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Ein luss ak o en 4
(EF4), kogni i e Ve ze ungen, N = 16 ....................................................................... 266
Tabelle 94: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Wilcoxon-Tes de
I ems zu EF4, N = 16 ..................................................................................................... 267
Tabelle 95: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Bewe ung und
Gewich ung (BG), N = 16 ................................................................................................. 268
Tabelle 96: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Wilcoxon-Tes des
Blocks Bewe ung und Gewich ung (BG), N = 16 ............................................................. 269
Tabelle 97: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, SRIS nach Sil ia
(2021), N = 16 .................................................................................................................. 269
Tabelle 98: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Wilcoxon-Tes de
SRIS, N = 16 .................................................................................................................... 271
Tabelle 99: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, CRT nach F ede ick
(2005), N = 14 .................................................................................................................. 271
Tabelle 100: S3.I1&2 – In e kode eliabili ä de In e iewe hebung ..................... 272
Tabelle 101: S3.F1&2 – In e kode eliabili ä de F agebogene hebung ................ 273
Tabelle 102: S4.F1&2 – Se ings des Blocks Bewe ungsaspek e (ASP) ....................... 282
Tabelle 103: S4.F1&2 – F ages ellungen des Blocks Bewe ungsaspek e (ASP) ......... 282
Tabelle 104: S4.F1&2 - Ab olge de F ageblöcke im inalen F agebogen .............. 283
Tabelle 105: S4.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Bewe ungs ak o en,
epis emologische Fak o en (EP-BF), N = 17 und N = 14 ................................................ 285
Tabelle 106: S4.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Bewe ungs ak o en,
na u wissenscha liche Fak o en (BF-NW), N = 17 und N = 14 .................................... 286
Tabelle 107: S4.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Mann-Whi ney-U-
Tes de o enen F agen zum Ve s ändnis (VS, VK, KV) und zu den
Bewe ungs ak o en (BF), N = 17 und N = 14 ................................................................ 287
Tabellen e zeichnis
XVII
Tabelle 108: S4.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Mann-Whi ney-U-
Tes de geschlossenen I ems, N = 17 und N = 14 ................................................... 288
Tabelle 109: S4.F1&2 – E gebnisse de F agebogene hebung, CRT, N = 17 und
N = 14 ............................................................................................................................... 290
Tabelle 110: S4.F1&2 – In e kode eliabili ä de F agebogene hebung ................ 290
Tabelle 111: S5.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, na u wissenscha liche
Aspek e bei de Bewe ung gesellscha liche P oblems ellungen mi
na u wissenscha lichem Bezug (NW), N = 7 ............................................................ 294
Tabelle 112: S5.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, selbs e lexi e Aspek e bei
de Bewe ung gesellscha liche P oblems ellungen mi na u wissenscha lichem
Bezug (SR), N = 7 ........................................................................................................... 295
Tabelle 113: S5.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, epis emologische Aspek e bei
de Bewe ung gesellscha liche P oblems ellungen mi na u wissenscha lichem
Bezug (EP), N = 7 ........................................................................................................... 298
Tabelle 114: S5.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, Ve s ändnis Selbs e lexion
(SR-V), N = 7 ................................................................................................................... 299
Tabelle 115: S5.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, Ve s ändnis K i isches
Denken (KD-V), N = 7 .................................................................................................... 300
Tabelle 116: S5.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, Selbs einschä zung
Fachwissen (NW-SF) und Fachwissenscha liche Bewe ung (NW-FB), N = 7 ................. 301
Tabelle 117: S3.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, Fähigkei zu Bewe ung
(FB), N = 7 ........................................................................................................................ 302
Tabelle 118: S5.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, Übe sich übe die
Einzelzählungen de e schiedenen Teilbe eiche, N = 7 .......................................... 303
Tabelle 119: S5.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, Wilcoxon-Tes de
Einzelzählungen de e schiedenen Teilbe eiche, N = 7 .......................................... 303
Tabelle 120: S5.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Ve s ändnis
Selbs e lexion (VS), N = 12 .............................................................................................. 309
Tabelle 121: S5.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Ve s ändnis K i isches
Denken (VK), N = 12 ...................................................................................................... 311
Tabelle 122: S5.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Ve s ändnis kogni i e
Ve ze ungen (KV), ............................................................................................................ 312
Tabellen e zeichnis
XVIII
Tabelle 123: S5.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Bewe ungs ak o en,
selbs e lexi e Fak o en (BF-SR), N = 12 .......................................................................... 313
Tabelle 124: S5.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Bewe ungs ak o en,
epis emologische Fak o en (BF-EP), N = 12 ...................................................................... 315
Tabelle 125: S5.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Bewe ungs ak o en,
na u wissenscha liche Fak o en (BF-NW), N = 12 ........................................................... 316
Tabelle 126: S5.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Wilcoxon-Tes de
o enen F ages ellungen, N = 12 .................................................................................. 317
Tabelle 127: S5.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, In ospek ion (IS),
N = 12 ............................................................................................................................... 318
Tabelle 128: S5.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Wilcoxon-Tes des
Blocks In ospek ion (IS), N = 12 .................................................................................... 319
Tabelle 129: S5.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Ein luss ak o en 2
(EF2), N = 12 ................................................................................................................... 319
Tabelle 130: S5.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Wilcoxon-Tes des
I ems EF2, N = 12 .......................................................................................................... 320
Tabelle 131: S5.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Ein luss ak o en 4
(EF4), pe sonenbezogene Ein lüsse, N = 12 .............................................................. 321
Tabelle 132: S5.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Ein luss ak o en 4
(EF4), kogni i e Ve ze ungen, N = 12 ....................................................................... 322
Tabelle 133: S5.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Wilcoxon-Tes de
I ems zu EF4, N = 12 ..................................................................................................... 323
Tabelle 134: S5.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Bewe ung und
Gewich ung (BG), N = 12 ................................................................................................. 324
Tabelle 135: S5.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Wilcoxon-Tes des
Blocks Bewe ung und Gewich ung (BG), N = 12 ............................................................. 325
Tabelle 136: S5.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, SRIS nach Sil ia
(2021), N = 12 .................................................................................................................. 326
Tabelle 137: S5.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Wilcoxon-Tes de
SRIS, N = 12 .................................................................................................................... 327
Tabelle 138: S5.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, CRT nach F ede ick
(2005), N = 16 .................................................................................................................. 328
Tabelle 139: S3.I1&2 – In e kode eliabili ä de In e iewe hebung ..................... 329
Tabellen e zeichnis
XIX
Tabelle 140: S3.F1&2 – In e kode eliabili ä de F agebogene hebung ................ 330
Tabelle 141: E gebnisse des K uskal-Wallis-Tes s ü die P e-Tes s de
F agebogene hebungen ................................................................................................... 337
Tabelle 142: E gebnisse des Mann-Whi ney-U-Tes s ü die Pos -Tes s de
F agebögen aus S3.F2 und S5.F2 .................................................................................. 340
Tabelle 143: E gebnisse des Mann-Whi ney-U-Tes s ü die In e iewe hebungen
aus S3.I1&2 und S5.I1&2 ............................................................................................... 342
Tabelle 144: Übe blick übe die un e geo dne en Un e suchungs agen des P ojek s
und de en Zuo dnung zu Zielse zung, Un e suchungs age 1 ............................... 344
Tabelle 145: Übe blick übe die un e geo dne en Un e suchungs agen des P ojek s
und de en Zuo dnung zu Zielse zung, Un e suchungs age 2 ............................... 344
Tabelle 146: Übe blick übe die un e geo dne en Un e suchungs agen des P ojek s
und de en Zuo dnung zu Zielse zung, Un e suchungs age 3 (I emblöcke mi
geschlossenen F ages ellungen wu den mi einem S e nchen * ma kie ) .............. 345
Neue Tag, neues Glück.
Gno hi seau on
1
1
1
Einlei ung
Educa ion should ha e wo objec s: i s , o gi e de ini e knowledge - eading and w i ing,
languages and ma hema ics, and so on; secondly, o c ea e hose men al habi s which will enable
people o acqui e knowledge and o m sound judgmen s o hemsel es. The i s o hese we
may call in o ma ion, he second in elligence.
- Be and Russel (1922)
Die Na u wissenscha en, insbesonde e die Chemie, p ägen unse all ägliches Leben
maßgeblich. Dabei äg die Chemie nich nu zu unse em wi scha lichen und öko-
logischen Fo sch i bei, indem sie die G undlage iele P o essionen und Fo -
schungs elde bilde , sonde n spiegel als Kul u leis ung auch unse e gesellscha li-
che En wicklung wide (Janich, 1992). Die Ve mi lung und Thema isie ung chemi-
sche Inhal e äg da übe hinaus zu einem na u wissenscha lichen G und e s änd-
nis bei, welches nich nu de *m Einzelnen im Umgang mi mode nen Technologien
zugu ekommen, sonde n auch zu eine in o mie en gesellscha lichen Teilhabe in
pa izipa o ischen P ozessen bei agen soll. Diese pa izipa o ische Bedeu ung de
Na u wissenscha en im Allgemeinen und de Chemie im Besonde en wi d auch in
den ak uellen wei e en wickel en Bildungss anda ds des Faches Chemie he o geho-
ben: „Bildung in den Na u wissenscha en e möglich dem Indi iduum eine kenn -
nis eiche Teilhabe an gesellscha liche Kommunika ion und Meinungsbildung übe
Po en iale und Risiken na u wissenscha liche Fo schung und echnische En wick-
lungen“ (Sek e a ia de S ändigen Kon e enz de Kul usminis e de Lände in de
Bundes epublik Deu schland, 2024b, S. 5). Dennoch is die E wei e ung und Übe -
agung eine im schulischen Kon ex e wo benen Wissensg undlage in die Lebens-
eali ä mi He aus o de ungen e bunden, die dem Ziel de na u wissenscha lichen
G undbildung, Wissen in Handeln nu zba zu machen, gegenübe s ehen. Diese He -
aus o de ungen we den im zwei en Kapi el diese A bei aus e schiedenen Blick-
winkeln beleuch e .
Ein zen ale Aspek in diesem Kon ex is das Fo sch ei en de Digi alisie ung, die
du ch die nahezu allgegenwä ige Ve ügba kei und un egulie e Ve b ei ung on
In o ma ionen im In e ne die Ve an wo ung ü de en Bewe ung in die Hände de
Rezipie enden selbs leg ( gl. Kap. 2.1.3). In olgedessen wi d de Umgang mi digi-
alen Medien und We kzeugen sei ens de e wei e en Bildungss anda ds als „in eg-
ale Bes and eil na u wissenscha sbezogene Bildung“ (ebd., S. 5) be on und auch
2 Einlei ung
die Bedeu ung eines Ve s ändnisses na u wissenscha liche A bei s- und Denkwei-
sen im Sinne on Na u e o Science (NOS) benann .
Dennoch zeigen S udien, dass bei de Auseinande se zung mi In o ma ionen und
insbesonde e in gesellscha lich ele an en P oblems ellungen mi na u wissen-
scha lichem Bezug neben dem Wissen o allem a ek i e Fak o en, wie pe sönliche
We e und Glaubenssä ze (Cebesoy & Oz ekin, 2018; Lee & Yang, 2019) ode die
soziale No m (Colombo e al., 2023; Dupon e al., 2024), einen en scheidenden Ein-
luss au die Anwendung on Wissen nehmen ( gl. Kap. 2.1.6). Mögliche E klä ungs-
ansä ze lie e n kogni ionspsychologische E kenn nisse, welche die Bedeu ung de a -
ek i en Ebene ü das menschliche Denken be onen und zugleich ih en Ein luss
au die Genese und Rezep ion wissenscha liche E kenn nisse he o heben ( gl.
Kap. 2.3). Insbesonde e in uneindeu igen und komplexen lebenswel lichen En schei-
dungssi ua ionen gewinn dami die Fö de ung eine me akogni i en Denkp axis zu
Übe wachung des eigenen Denkens an Bedeu ung (Lee & Yang, 2019; Mes e &
Cocking, 2002; Zeidle & Sadle , 2007). Dami e bunden bi g die In eg a ion K i-
ischen Denkens in die na u wissenscha liche Bildung das Po enzial, die eigenen
Denkp ozesse zu hin e agen, kogni i en Ve ze ungen en gegenzuwi ken und die
Quali ä on A gumen en einzuschä zen, um Wissen bewuss einzuse zen und dami
nu zba zu machen (Ba & Ben-Shakha , 2018).
U sp ünglich e olg e diese A bei das Ziel, K i isches Denken in de Ausbildung
on Chemieleh k ä en explizi zu ö de n. Alle dings e wies sich de Beg i o z
seine He o hebung als Schlüsselkompe enz ü lebenslanges Le nen (Ra de Eu-
opäischen Union, 2018) sowie seine explizi en und implizi en Benennung in na io-
nalen und in e na ionalen Bildungsdokumen en als meh deu ig und konzep uell un-
scha ( gl. Kap. 2.2), was sowohl die En wicklung on Fö de ansä zen als auch die
empi ische E assung ih e Wi kung e schwe e. Au g und dessen e lage e sich die
Zielse zung de A bei da au , eine G undlage in Fo m eine g ei ba en und ope a-
ionalisie ba en De ini ion K i ischen Denkens ü die Na u wissenscha sdidak ik
be ei zus ellen, um so einen Bei ag zu dessen Fö de ung zu leis en. Dami bes eh
die A bei aus zwei elemen a en Teilen: De konzep ionelle Teil widme sich in Ka-
pi el 3 de De ini ion K i ischen Denkens, indem bes ehende De ini ionen, sowohl
aus de Na u wissenscha sdidak ik als auch da übe hinaus, beleuch e und Ke n-
elemen e he ausgea bei e we den. Um auch die a ek i e Ebene des Denkens zu
in eg ie en, inde un e Hinzunahme in e disziplinä e kogni ionspsychologische
E kenn nisse da au au bauend eine Neude ini ion K i ischen Denkens und eine sys-
ema ische Übe agung au die Na u wissenscha sdidak ik s a .
Einlei ung
3
De empi ische Teil de A bei knüp in Kapi el 4 und 5 an die e a bei e e De ini ion
an und ad essie die sch i weise Ope a ionalisie ung des Kons uk s in ün i e a i-
en S udien. Wäh end das Vo gehen in den Vo s udien S1 und S2 ( gl. Kap. 5.1 und
5.2) in de ühen Phase de En wicklung des Ins umen s noch s a k explo a i is
und schwe punk mäßig zu Ausschä ung de De ini ion bei äg , e olg in den S u-
dien S3 bis S5 ( gl. Kap. 5.3 bis 5.5) eine Übe p ü ung de T ag ähigkei de De ini-
ion und des bis dahin en wickel en Ins umen s. Im Zuge dessen wi d eine selbs -
konzipie e Ve mi lungseinhei zu explizi en Thema isie ung K i ischen Denkens
o ges ell und das Ins umen a ium da an e p ob . Zu Absiche ung de E gebnisse
we den neben den in ag uppalen Un e suchungen auch s ichp obenübe g ei ende
Ve gleiche o genommen und die E gebnisse in Kap. 5.6 o ges ell . Das abschlie-
ßende Fazi bean wo e die handlungslei enden Fo schungs agen in Kapi el 6 und
geh au die Implika ionen ü die na u wissenscha liche Bildung und die Chemiedi-
dak ik ein, be o ein Ausblick au zukün ige Fo schungsansä ze gegeben wi d.
Du ch die De ini ion und Ope a ionalisie ung K i ischen Denkens sollen insbeson-
de e ü das Fach Chemie Pe spek i en au gezeig we den, wie das sowohl im uni-
e si ä en als auch schulischen Kon ex e wo bene Anschlusswissen geziel un e -
s ü z und du ch me akogni i e P ozesse e wei e we den kann. Ziel is es, in e lek-
ie e Weise einen mul ipe spek i ischen Möglichkei s aum zu scha en, in dem
Wissen a sächlich als Bewe ungsg undlage zu Anwendung kommen kann, und ei-
nen Übe gang om Inhal zu Kompe enz, om Ve ügungs- zum O ien ie ungswis-
sen und, in Anlehnung an Russels (1922) Zi a , on de In o ma ion zu In elligenz
zu ö de n.
5
2
2
Theo e ische G undlegungen
K i isches Denken s ell ge ade in unse e heu igen Zei ein immanen wich iges me-
akogni i es Kons uk da , welches sich, obgleich seine i ialen Ve wendung im
All agssp achgeb auch, hochkomplex da s ell . Angesich s dessen is eine De ini ion
de Beg i lichkei K i ischen Denkens unumgänglich, be o eine Ope a ionalisie-
ung e olgen kann. Um abe zunächs die Rele anz K i ischen Denkens ü die Che-
miedidak ik au zuzeigen, is es no wendig, nich nu achlich chemische ode che-
miedidak ische Inhal e zu be ach en, sonde n an die Wu zel dessen zu gehen, was
die Fachdidak ik zu ad essie en such : das Denken selbs . Hie zu we den übe die
G enzen de Fachdidak ik hinweg auch Inhal e aus den Be eichen de Kogni ions-
und Ve hal enspsychologie he angezogen, um einen sys emischen Blick au das
Kons uk des K i ischen Denkens zu e hal en, be o dieses au konk e e chemische
Inhal e angewende wi d.
2.1
Die Übe üh ung on Wissen in Handeln
Die Zielse zung on Bildung ha sich in den e gangenen Jah zehn en g undlegend
e ände . Von eine an änglichen Inhal so ien ie ung ging de Sch i übe die Le n-
zielo ien ie ung hin zu eine Fö de ung on Kompe enzen, welchen nich nu eine
Inhal s-, sonde n auch eine Handlungskomponen e innewohn . Von diese Kompe-
enzo ien ie ung und dem dami einhe gehenden Ziel, Wissen in Handeln zu übe -
üh en, ausgehend, anden auch e wei e nde Konzep e im Leh -/Le nkon ex imme
meh Be ücksich igung, beispielsweise die Thema isie ung on Na u e o Science
(NOS) und eine e höh e Sensibilisie ung ü digi ale Kompe enzen. Dennoch zeigen
sich ge ade in lebenswel lichen Kon ex en He aus o de ungen, das in den Na u wis-
senscha en und speziell im Fach Chemie e le n e Wissen in gesellscha liche, öko-
logische, ökonomische ode pe sönliche En scheidungen mi einzubeziehen. Im Fol-
genden wi d ein Übe blick übe die ak uellen Bemühungen und He aus o de ungen
gegeben, die dem Bildungsziel, Wissen e ek i nu zba zu machen, gegenübe s ehen.
2.1.1
Ziele na u wissenscha liche G undbildung
Die Ve mi lung on Wissen e olg nich als Selbs zweck, sonde n s eb danach,
dass sich das e wo bene Wissen in de Anwendung bewäh und dadu ch seinen
Nu zen en al e . Schon Comenius sch ieb im neun en seine G undsä ze zu leich-
em Leh en und Le nen im 17. Kapi el de Didac ica Magna:
Theo e ische G undlegungen
6
Die Na u e zeug nich s, dessen Nu zen nich bald o enba wi d. […] Deshalb
wi d man dem Schüle seine A bei e leich e n, wenn man ihm zeig , welches
de Nu zen on dem, was man ihn leh , im äglichen Leben is . Da an muss
man au allen Gebie en es hal en, in de G amma ik, Dialek ik, A i hme ik,
Geome ie, Physik usw. (Comenius & O e ho , 2022, S. 201 .; Pappenheim,
1892, S. 150).
Auch Dewey (2011, nach dem O iginal on 1916) beg i Bildung in seinem huma-
nis ischen Ve s ändnis nich als eine Aneignung on Wissen und Fähigkei en, son-
de n o allem als Bei ag zu En wicklung de *s Einzelnen als Teil de Gesellscha .
Fü ihn wa Bildung ein lebenslange P ozess mi Bei ag zu Pe sönlichkei sen wick-
lung und dem Ziel eine e an wo ungsbewuss en Mündigkei zu Pa izipa ion an
gesellscha lichen P ozessen. Bis zu Bildungs e o m 1957, welche du ch den Spu -
nik-Schock, die Reak ion des Wes ens au den e olg eichen Sa elli ens a de dama-
ligen Sowje union, anges oßen wu de, wa en die Leh pläne in Deu schland jedoch
schwe punk mäßig inhal so ien ie ausge ich e (Smid , 2017). E s im Zuge diese
wu den die gesellscha lichen Implika ionen de Bildung e meh ins Auge ge ass
und auch de pe sönliche En wicklungss and de Le nenden be ücksich ig (Reine s,
2022). Dies schlug sich in de Abkeh on de Inhal so ien ie ung de Leh pläne und
Zuwendung zu Le nzielo ien ie ung in Le nplänen niede (ebd.). Ein Le nziel läss
sich dabei nach Meye (1977) de inie en als „sp achlich a ikulie e Vo s ellung übe
die du ch Un e ich (ode ande e Leh e ans al ungen) zu bewi kende Ve hal ens-
ände ung eines Le nenden“ (ebd., S. 21). Zusä zlich zu Inhal sebene en häl das
Le nziel dami eine Ve hal enskomponen e, welche konk e isie , wie mi dem Wis-
sen umgegangen we den soll (ebd.).
Ausgelös du ch die un e du chschni lichen PISA-E gebnisse de 2000e Jah e
(P enzel e al., 2001; Reine s, 2022; Smid , 2017) wu de die Fo de ung nach eine
wei e en Bildungs e o m lau , welche den Sch i on de Le nziel- hin zu Kompe-
enzo ien ie ung ans ieß, die 2004 Einzug in die deu schen Bildungss anda ds hiel
(Kul usminis e kon e enz, 2005). De Kompe enzbeg i spiegel dabei das Ziel wi-
de , Wissen in Handeln nu zba zu machen, da in ihm sowohl eine Inhal sebene als
auch eine konk e e Handlungsebene implizie is . Nach de in den Bildungss an-
da ds (Kul usminis e kon e enz, 2005; Sek e a ia de S ändigen Kon e enz de Kul-
usminis e de Lände in de Bundes epublik Deu schland, 2020) und den PISA-
S udien (P enzel e al., 2001; Rychen & Salganik, 2001) e wende en De ini ion nach
Weine (2001) sind Kompe enzen de inie als
Die Übe üh ung on Wissen in Handeln
7
[…] die bei Indi iduen e ügba en ode du ch sie e le nba en kogni i en Fä-
higkei en und Fe igkei en, um bes imm e P obleme zu lösen sowie die dami
e bundenen mo i a ionalen, oli ionalen und sozialen Be ei scha en und Fä-
higkei en um die P oblemlösungen in a iablen Si ua ionen e olg eich und e -
an wo ungs oll nu zen zu können (ebd., S.27).
Diese De ini ion leg den Schwe punk au e wo bene Fähigkei en und de en Nu -
zung in de Lebens eali ä und e s eh Kompe enz als Disposi ion zu Be ähigung
de P oblemlösung in konk e en An o de ungssi ua ionen (Fauls ich-Ch is e al.,
2010; Klieme e al., 2003). Au diesem Ve s ändnis uß auch das Kompe enzmodell
de ak uellen Bildungss anda ds (Fauls ich-Ch is e al., 2010; Reine s, 2022; Sek e-
a ia de S ändigen Kon e enz de Kul usminis e de Lände in de Bundes epublik
Deu schland, 2020) mi dem Ziel de Be ähigung de Le nenden zu gesellscha li-
chen Teilhabe und O ien ie ung in de Lebenswel . Dabei spiegel eine Kompe enz
meh wide als nu Wissen und kogni i e Fähigkei en, sonde n beda auch des Ein-
sa zes on psychosozialen Ressou cen zu Bewäl igung komplexe Au gaben (Ry-
chen & Salganik, 2001).
In den wei e en wickel en Bildungss anda ds im Fach Chemie wi d dezidie de an-
ges eb e Bei ag de Na u wissenscha en im Allgemeinen und de Chemie im Be-
sonde en zu Bildung he o gehoben und de aillie au ge üh (Sek e a ia de S än-
digen Kon e enz de Kul usminis e de Lände in de Bundes epublik Deu schland,
2024b). Die Na u wissenscha en sollen ein ie es Ve s ändnis ü die zunehmend
echnologisie e Wel e mi eln, Le nende zu ak i en Teilnahme am gesellscha li-
chen Disku s be ähigen und als in eg ale Bes and eil de kul u ellen Iden i ä e -
s anden we den. Die Ve mi lung des Faches Chemie s eb insbesonde e an, den
Le nenden die Fähigkei zu e mi eln, ih e Lebenswel sowohl au mak oskopische
als auch au submik oskopische Ebene zu beg ei en, und sie zu be ähigen, undie e
En scheidungen zu e en, die in indi iduellen, gesellscha lichen, ökonomischen
und ökologischen Kon ex en on Bedeu ung sind. Ebenso wi d die Fö de ung eines
Ve s ändnisses de na u wissenscha lichen Me hoden de E kenn nisgewinnung an-
ges eb , um die Re lexion übe die Po enziale und G enzen na u wissenscha liche
A bei s- und Denkweisen zu e möglichen. Ziel de chemiespezi ischen Bildung is
es, das Bewuss sein ü die nachhal ige Nu zung on Ressou cen zu schä en und
die Ve an wo ung im Umgang mi S o en und Technologien zu ö de n. Zudem
wi d de in e disziplinä e Cha ak e de Chemie be on , de Ve bindungen zu ande-
en na u wissenscha lichen Disziplinen sowie gesellscha s ele an en Themen
Theo e ische G undlegungen
8
scha und so die G undlage ü eine ganzhei liche na u wissenscha liche Bildung
leg (ebd.).
Zu E eichung diese Ziele um assen die ak uellen Bildungss anda ds im Fach Che-
mie ie Kompe enzbe eiche:
− Die Sachkompe enz um ass das Wissen übe na u wissenscha liche Beg i lich-
kei en und Konzep e, Theo ien und Ve ah ensweisen sowie die Fähigkei , diese
zu besch eiben und au all agsbezogene Sach e hal e zu übe agen.
− Die E kenn nisgewinnungskompe enz beinhal e das Ve s ändnis g undlegende
na u wissenscha liche A bei s- und Denkweisen sowie die Fähigkei zu Re le-
xion de Möglichkei en und G enzen ebenjene .
− Die Kommunika ionskompe enz schließ die Fachsp ache und ach ypische Da -
s ellungen ein sowie die Fähigkei , achliche In o ma ionen zu e schließen und
adäqua zu e wenden.
− Die Bewe ungskompe enz en häl zu gu e Le z das Wissen um achliche und
übe achliche Pe spek i en zu Bewe ung in Ve bindung mi de Fähigkei , U -
eile k i e iengelei e ällen und auch e hische Konsequenzen abwägen zu können
(Sek e a ia de S ändigen Kon e enz de Kul usminis e de Lände in de Bun-
des epublik Deu schland, 2024b, 2020).
Vo allem de Be eich de Sachkompe enz ha sich sei 2005 auch in seine Bezeich-
nung, om Kompe enzbe eich Fachwissen hin zu Sachkompe enz, dahingehend wei e -
en wickel , dass de Schwe punk om E we b des Wissens inne halb de chemi-
schen Domäne hin zu einem ganzhei liche en Ve s ändnis des Wissens und dessen
Anwendung in ealen und lebenswel lichen Kon ex en e lage wu de. Dies un e -
s eich das Bes eben, nich nu ein inhal lich zu ö de n, sonde n auch eine aus
dem Un e ich s ach Chemie e wachsende Handlungs ähigkei anzus eben.
Diese Handlungso ien ie ung inde sich eben alls in de OECD-De ini ion de na-
u wissenscha lichen G undbildung (Scien i ic Li e acy) wide , welche neben ande-
en De ini ionen au g und ih e s e igen Be ücksich igung inne halb de PISA-S u-
dien eine o angige Rele anz zukomm (Osbo ne, 2023):
Die Übe üh ung on Wissen in Handeln
9
Na u wissenscha liche G undbildung (Scien i ic Li e acy) is die Fähigkei , na-
u wissenscha liches Wissen anzuwenden, na u wissenscha liche F agen zu
e kennen und aus Belegen Schluss olge ungen zu ziehen, um En scheidungen
zu e s ehen und zu e en, die die na ü liche Wel und die du ch menschliches
Handeln an ih o genommenen Ve ände ungen be e en (O ganisa ion o
Economic Co-ope a ion and De elopmen , 1999, S. 60; nach de Übe se zung
on P enzel e al., 2001, S. 198).
Die na u wissenscha liche G undbildung1 s ell dabei das in de Na u wissen-
scha sdidak ik zen ale Bildungsziel da (G äbe & Nen wig, 2002) und wi d hie
nich als Fachwissen besch ieben, sonde n als die Fähigkei , dieses zu Anwendung
zu b ingen und zu O ien ie ung nu zen zu können. Im Zuge de Allgemeinbildung
soll dami kein aus den Fachdisziplinen zusammengese z es Gesam wissen en s e-
hen, sonde n eine „T anszendie ung de Fachlichkei “ (G äbe , 2002, S. 7) sowie
allgemeine Kompe enzen anges eb we den. Dabei we den das siche e Behe schen
kul u elle Basiswe kzeuge, wie Sp ache ode ma hema ische Symbole, die En wick-
lung on O ien ie ungswissen in zen alen Wissensdomänen, sozial-kogni i e und
soziale Kompe enzen sowie me akogni i e Kompe enzen besonde s he o gehoben
(BLK, 1997; G äbe , 2002).
Neben de OECD-De ini ion gib es noch wei e e De ini ionsansä ze, wie den on
Schae e (2002), welche Scien i ic Li e acy eben alls als in eg alen Bes and eil de
Allgemeinbildung sieh und dami als „Lebenskompe enz“ (G äbe , 2002, S. 10; G ä-
be & Nen wig, 2002, S. 14; Schae e , 2002, S. 102) bezeichne . Die Sachkompe enz
und ih E we b bilden dabei die Vo ausse zung ü wei e e Kompe enzen, wie die
Sozial-, e hische ode epis emologische Kompe enz. Diese soll koope a i äche -
übe g ei end e olg we den. E besch eib zwei S u en de Scien i ic Li e acy:
1. E we b on G undwissen und Fähigkei en als s a ische Aspek e des Le nens,
2. Ak i ie ung und Anwendung on Wissen und Fähigkei en als dynamische As-
pek des Le nens.
Dubs (2002) indes ass Scien i ic Li e acy als die Fähigkei au , na u wissenscha -
lich- echnische Kon lik hemen zu e s ehen und da übe beg ünde a gumen ie en
zu können, was insbesonde e das E kennen on In e essenkon lik en und We o -
s ellungen mi einschließ . Ziel is auch hie , P oblems ellungen in de Lebens eali ä
1 Im Wei e en wi d au g und de schwe punk mäßigen Ve wendung des Beg i s in de Fo schungsli e a-
u on Scien i ic Li e acy gesp ochen, was dem deu schen Beg i de na u wissenscha lichen G undbil-
dung en sp ich .
Theo e ische G undlegungen
16
Abbildung 2: Na u e o Science-in-Socie y (NOSIS) (Hö ecke & Allchin, 2020, S. 5)
Des Wei e en sind bei de Rezep ion on In o ma ionen die kogni i en und sozialen
Fil e 2 on g oße Bedeu ung, da diese im Wissenscha skommunika ionsp ozess nu
schwe lich beein luss we den können (Abbildung 2).
Angesich s de Möglichkei en und He aus o de ungen de neuen Medien oblieg es
den Rezipie enden, In o ma ionen au Ve lässlichkei zu p ü en und die He kun
diese nachzu ollziehen (ebd.). Eine undie e Eino dnung kann alle dings nu dann
e olgen, wenn ein Ve s ändnis de Cha ak e is ika de Na u wissenscha en o han-
den is , die Möglichkei en und G enzen de Genese e lek ie we den können und
ein Bewuss sein ü die kogni i en und sozialen Fil e o lieg .
Die echnologischen, na u wissenscha lichen und gesellscha lichen En wicklungen
un e s eichen die He aus o de ungen, die mi de Anwendung on Wissen einhe -
gehen, und zeigen in ih em lebenswel lichen Bezug die Komplexi ä auße halb des
Klassenzimme s du ch die Uneindeu igkei en on Bewe ungssi ua ionen au . Mul-
i ak o ielle P obleme bie en sel en kla e Lösungen und Ein eilungen in ich ig ode
alsch. Dahe s ell sich angesich s de He aus o de ungen du ch die Medien, den
Ein luss on Fehlin o ma ionen au Poli ik und Gesellscha sowie die anhal ende
2 Au diese wi d im spä e en Ve lau eku ie .
Die Übe üh ung on Wissen in Handeln
17
Belieb hei pseudowissenscha liche Ansä ze die F age, ob das Ziel, Wissen in Han-
deln umzuse zen, du ch die ak uellen Bemühungen aus eichend e eich we den
kann.
2
2.1.3
Die He aus o de ung du ch die Medien
Die SARS-CoV-2-Epidemie zeig e deu lich, dass die mode nen Medien, wie Social-
Media-Kanäle, Podcas s ode S eams, nich den klassischen Regeln de In o ma i-
ons e a bei ung un e liegen. In den sozialen Medien kam es zu zahl eichen Ve -
ha mlosungen, unbeg ünde en und undi e enzie en K i iken sowie nega i en Be-
we ungen on En scheidungen. Übe dies bilde en sich Gegenbewegungen au Basis
on Fehlin o ma ionen, die eilweise bis hin zu He zau u en gegen üh ende Wis-
senscha le *innen üh en (Han eld, 2020). D . Ted os Adhanom Gheb eyesus, zu
diesem Zei punk Gene aldi ek o de WHO (Wo ld Heal h O ganisa ion), benann e
die Si ua ion am 15.02.2020 au de Münchne Siche hei skon e enz mi den Wo en:
„Bu we´ e no jus igh ing an epidemic; we´ e igh ing an in odemic“ (Gheb eyesus,
2020, S. 4).
Wäh end in klassischen Medien Wissenscha sjou nalis *innen als Ve mi le *innen
und Au be ei e *innen na u wissenscha liche In o ma ionen au e en, üh en die
di ek en Kommunika ionswege mode ne Medien zu eine b ei e en und unkon ol-
lie e en Ve b ei ung on Inhal en. De di ek e Zugang zu In o ma ionen übe das
In e ne bie e zwa Chancen, wie die s ändige Ve ügba kei on In o ma ionen und
um ang eiche Ve ne zungsmöglichkei en, bi g jedoch zugleich Risiken, wie das Ve -
b ei en on Fehlin o ma ion du ch alsche Expe *innen (Abbildung 3) (A chila e
al., 2021; Hö ecke & Allchin, 2020). Sha on und Ba am-Tsaba i (2020) weisen da-
au hin, dass eine na u wissenscha liche G undbildung dazu bei agen kann, Fehl-
in o ma ionen im All ag au zudecken, abe nich in de A und Weise, wie sie bishe
konzep ualisie und ad essie wi d. Osbo ne (2023) heb in diesem Kon ex eben-
alls die Bedeu ung eines undie en Ve s ändnisses de Wissensgenese und de Ei-
genhei en de Na u wissenscha en he o , welches zugleich eine Legi ima ion de
NOS-Ve mi lung im Bildungsp ozess da s ell .
Theo e ische G undlegungen
18
Abbildung 3: Wege de In o ma ions e b ei ung (Hö ecke & Allchin, 2020, S. 7)
Die Fähigkei , na u wissenscha liche In o ma ionen on Fehlin o ma ionen3 zu
ennen, is heu e ele an e denn je. Die JIM-S udien 2021 und 2022 zeigen au , dass
übe 98 % de Jugendlichen zwischen 11 und 19 Jah en übe Zugang zu einem
Sma phone e ügen. 95 % beschä igen sich dabei äglich mi Inhal en aus dem
In e ne , wäh end de An eil an analog Lesenden imme wei e abnimm (Feie abend
e al., 2021, 2022, N = 1200 in beiden S udien). Du chschni lich e b ingen Jugend-
liche äglich 204 Minu en online, wobei sie haup sächlich soziale Medien nu zen und
dami übe d ei S unden des Tages ei publizie en In o ma ionen ausgese z sind.
Zunehmend sehen sie sich hie mi Fake News (56 %) kon on ie , begegnen abe
auch ex emen poli ischen Ansich en ode Ve schwö ungs heo ien (ebd.). Die Vo-
da one S i ung Deu schland gGmbH (2020) s ell e in eine ep äsen a i en S udie
mi übe 2000 Pe sonen zwischen 14 und 24 Jah en es , dass sich 76 % de Be ag-
en mindes ens einmal die Woche mi Fehlin o ma ionen kon on ie sahen, 29 %
soga äglich. Dabei spiegeln diese Zahlen lediglich die Fälle wide , in denen sich die
Be ag en da übe bewuss wa en, dass ihnen Fehlin o ma ionen o lagen. In ih e
S udie zu Nach ich en- und In o ma ionskompe enz gelang en Meßme e al.
(2021; N = 4194) zu dem E gebnis, dass die meis en Be ag en den Un e schied zwi-
schen Desin o ma ion, In o ma ion, We bung und Meinung nu schwe e kennen
konn en. Übe 50 % e kann en eine Falschin o ma ion nich . 46 % de S udien eil-
nehme *innen e eich en lediglich den Be eich de seh ge ingen In o ma ionskom-
pe enz, nu 22 % e eich en hohe We e (ebd.).
Dass Fehlin o ma ionen nich zu un e schä zen sind, da diese auch e hal ens ele-
an e En scheidungen zu Folge haben können, zeigen agen en-basie e Modellie-
ungen (ABM) de Uni e si ä Eas Anglia (B aina d e al., 2020; B aina d & Hun e ,
3 An diese S elle wi d keine wei e e Un e scheidung zwischen Fehlin o ma ionen, welche unbewuss
älschliche weise in Umlau gelangen, und bewuss en Falschin o ma ionen (Fake News) o genommen.
In jedem Fall is die Fähigkei zum E kennen und Bewe en de In o ma ionen on Rele anz.
Die Übe üh ung on Wissen in Handeln
19
2020). In den Compu e simula ionen wu den E kenn nisse on No o i us-Ausb ü-
chen ex apolie und zeig en einen deu lichen Ein luss on Fehlin o ma ionen au
den epidemiologischen Ve lau , da insbesonde e Be o ene sich selbs und ande e
wenige schü zen und so zu Ve b ei ung bei agen. Zusä zlich wu de ein Ausblick
au no wendige Maßnahmen e möglich , um den Ein luss on Fehlin o ma ionen zu
eduzie en. Die Da enlage leg nahe, dass die Reduk ion on ku sie enden Fehlin-
o ma ionen on 50 % au 40 % die nega i en E ek e deu lich abmilde n wü de,
was eben alls e eich we den könn e, wenn 20 % de Be ölke ung Fehlin o ma ion
nich eilen wü den (ebd.). Da In o ma ionen im In e ne nu sel en nachhal ig ge-
lösch we den können und jede zei po enziell zu p ü ende Inhal e hochgeladen we -
den, schein nu die zwei e Op ion, die Au klä ung de Be ölke ung, ein e ek i e
umse zba e und nachhal ige e Sch i zu sein.
2
2.1.4
Pseudowissenscha en in de Gesellscha
De Übe gang on Fehlin o ma ionen zu geziel e Desin o ma ion und schließlich
zu Ve schwö ungs heo ien sowie Pseudowissenscha en is ließend. Die SARS-
CoV-2-Epidemie ha e deu lich , wie schnell Fehlin o ma ionen in e schwö ungs-
heo e ischen Na a i en münden können (Fuchs, 2022). Besonde s Jugendliche wa-
en wäh end diese Zei mi Ve schwö ungs heo ien, ex emen poli ischen Ansich-
en und Hassbo scha en kon on ie (Feie abend e al., 2021). Falsche Behaup un-
gen übe Zwangsimp ungen, die Angs o implan ie en Mik ochips und Au u e
zum P o es e b ei e en sich asan (Bundesminis e ium ü Familie, Senio en,
F auen und Jugend, o. J.; Connec Jugendmedienzen um e al., o. J.). Dabei geh
nich nu eine Ge ah ü die eigene Siche hei on solchen In o ma ionen aus, auch
die Ge ah eine gesellscha lichen Spal ung nimm zu (K ause & Gagné, 2022).
Fehlin o ma ionen gewinnen insbesonde e dann an Bedeu ung, wenn wich ige En -
scheidungen in de pe sönlichen Lebens eali ä de *s Einzelnen ode de Gesell-
scha ge o en we den müssen. Pseudowissenscha en e wecken hie o den An-
schein eine Wissenscha lichkei , die bei nähe e Be ach ung nich hal ba is . Ein
bekann es Beispiel is die As ologie, die imme noch on as 40 % de Ame ika-
ne *innen als e was wissenscha lich bis seh wissenscha lich einges u wi d (Na i-
onal Science Boa d, 2018). Auch in Deu schland geben as 35 % de übe 2500 Be-
ag en de Au o i a ismus-S udie 2020 an, dass das S e nzeichen seh wah schein-
lich ode siche einen Ein luss au ih Leben hä e (Decke e al., 2020; N = 2503).
Insgesam se z de Eso e ikma k schä zungsweise zwischen 15 und 20 Millia den
Eu o p o Jah in Deu schland um und die Nach age nach eso e ischen Inhal en ha
Theo e ische G undlegungen
20
auch du ch die sozialen Medien, o allem au TikTok, zugenommen (Diemand,
2023). Übe die sozialen Kanäle inde de Zugang meis übe spi i uelle Inhal e s a .
Heil ees, De ox-Ku en und Ähnliches we den e ma k e und bewo ben. Du ch die-
sen spi i uellen Zugang is abe auch de Sch i zu Ve schwö ungsmen ali ä nich
wei . Übe 65 % de deu schen Be ölke ung geben an, la en ode s a k ausgep äg
Ve schwö ungen in de Wel wah zunehmen (Hellweg e al., 2020).
Heils einen, Tees ode T aum änge n wi d o ein eso e ische Cha ak e zugesch ie-
ben, doch we den sie sel en als di ek e Bed ohung ü Gesundhei und Gesellscha
wah genommen. Die da aus esul ie ende Baga ellisie ung kann hingegen besonde s
im gesundhei lichen Be eich Konsequenzen haben. Beispiele ü wei e b ei e e al-
e na i medizinische P ak iken, de en Wi ksamkei bislang keine eindeu ige wissen-
scha liche Bes ä igung ge unden haben, sind un e ande em die Chi op ak ik (E ns ,
2008), die Os eopa hie (Guillaud e al., 2018) ode die Homöopa hie (Cuche a e al.,
2000; Ma hie e al., 2017). 35 % de Deu schen hal en Homöopa hie ü wi ksam,
55 % glauben zumindes eilweise an eine Wi kung (I D Allensbach, 2023;
N = 1046). Die A gumen a ion, dass Homöopa hie keinen Schaden an ich en
könne, wenn kein Wi ks o o handen sei, is i e üh end, da die Abwendung on
schulmedizinischen The apien zuguns en homöopa hische Behandlung in schwe -
wiegenden Fällen zu signi ikan en Gesundhei s isiken üh en kann (E ns , 2015; Sil-
e , 2001). De al e Sp uch We heil , ha Rech und die Ve wendung anekdo ische
E idenz agen zu Ve ie ung de Pola isa ion zwischen Be ü wo e *innen und
Gegne *innen de Homöopa hie bei, obwohl anekdo ische E idenzen keine wissen-
scha lich undie e G undlage da s ellen.
Al e na i e medizinische P ak iken e euen sich dennoch in Deu schland wei e hin
g oße Belieb hei . Beispielsweise we den in de Gebu s o be ei ung as ein Vie el
de Gebu en homöopa hisch beglei e (Loy ed & Schä e s, 2023). Eine Um age
un e Hebammen e gab, dass 63 % de Be ag en (N = 309) egelmäßig au al e na-
i medizinische Me hoden zu ückg ei en, obwohl übe 90 % de Hebammen keine
o male Schulung in diesen Me hoden haben (Wiebeli z e al., 2009). Auch in e na-
ional e wenden zwischen 65 % bis 100 % de Hebammen al e na i e P ak iken
(Hall e al., 2012). Die Emp ehlungen eichen dabei om Einsa z on K äu e n, de-
en Wi ksamkei nich aus eichend beleg sind (Simpson e al., 2001; Sme iglio e al.,
2014), bis hin zum Ve zeh en de eigenen Plazen a (Bosco & Díaz, 2018; Coyle e
al., 2015), was po enziell Risiken bi g , wie die In ek ion mi S ep okokken (Buse
e al., 2017; Fa e al., 2018).
Die Übe üh ung on Wissen in Handeln
21
Die Nach age und dami de Ma k ü al e na i e Medizin is g oß. Allein die Ho-
möopa hie se z e 2020 bis 2022 p o Jah wei übe eine halbe Millia de Eu o in
Deu schland um, wobei nu ein kleine An eil de e kau en P oduk e a sächlich
ä z lich e sch ieben wa (BAH, 2023; Bundes e band de A zneimi el-He s elle
e.V. (BAH), 2023). De g öß e An eil en äll au die Selbs medika ion, was die Ei-
gen e an wo ung de Konsumen *innen e höh .
Neben de Homöopa hie zähl auch die an h oposophische Medizin zu den g oßen
al e na i en Medizin ich ungen. Diese P axis basie au den Leh en Rudol S eine s
und s ü z sich au Annahmen, die wissenscha lich nich empi isch belegba und o
pseudowissenscha liche Na u sind (Scholz & Schmacke, 2022; Schöne-Sei e ,
2023). T o z ehlende E idenz inde die an h oposophische Medizin wel wei An-
klang, was sich in e heblichen Umsä zen in diesem Sek o wide spiegel (Weleda,
2024b, 2024a). Zu S eige ung de Glaubwü digkei wi d häu ig die Nähe zu Na u -
heilkunde be on , obwohl die Wi kmechanismen g undsä zlich e schieden sind.
Wäh end die Na u heilkunde au a sächlich wi ksame p lanzliche Bes and eile se z ,
basie en die Wi kungsweisen de Homöopa hie und An h oposophie in wei en Tei-
len nich au de s o lichen, sonde n au eine geis ig-imma e iellen Ebene. Ein be-
kann es Beispiel hie ü is die K ebs he apie mi Mis elex ak en, welche nich au -
g und ih e Inhal ss o e, sonde n au g und des Ve häl nisses de P lanze zu ih em
Wi angewende wi d. Dieses Ve häl nis wi d geis ig mi den K ebszellen gleichge-
se z und gemäß dem Simile-P inzip, das besag , Gleiches mi Gleichem zu behan-
deln, als al e na i e K ebs he apie eingese z (Scholz & Schmacke, 2022; Schöne-
Sei e , 2023). S udien und Me a-Analysen, un e ande em om Coch ane-Ne zwe k,
konn en jedoch keinen Hinweis au eine Wi ksamkei de an h oposophischen The-
apie bei K ebspa ien en es s ellen (Ho nebe e al., 2008; Sei e e al., 2022).
In Deu schland exis ie en zudem meh e e Leh s ühle ü an h oposophische Medi-
zin, die du ch S i ungen inanzie we den. Jene S i ungsp o essu en, un e s ü z
on O ganisa ionen wie de an h oposophischen So wa e-AG-S i ung, e höhen
den Anschein eine Nähe zu kon en ionellen Schulmedizin und e s ä ken die ge-
sellscha liche Akzep anz, obwohl sich Uni e si ä en o inhal lich on diesen An-
sä zen dis anzie en (A bei sgemeinscha de Wissenscha lichen Medizinischen
Fachgesellscha en e.V. (AWMF) e al., 2023; E b & Fich ne , 2023; Scholz &
Schmacke, 2022; Schöne-Sei e , 2023).
Pseudowissenscha liche ode al e na i medizinische S ömungen, welche wenig
wissenscha lich ane kann sind, be gen nich nu indi iduelle Gesundhei s isiken,
Theo e ische G undlegungen
22
sonde n spiegeln auch eine g öße e gesellscha liche Skepsis gegenübe wissenscha -
lichen E kenn nissen wide . Ak uell geben nu 56 % de Deu schen an, de Wissen-
scha zu e auen, 44 % sind hingegen unen schieden ode e auen ih nich
(Wissenscha im Dialog gGmbH, 2023, N = 1037). Diese Skepsis wi d du ch inan-
zielle und ins i u ionelle Ve lech ungen o e s ä k , was die T ennung on wissen-
scha lich undie en Me hoden und solchen, die wissenscha lich wenig ane kann
sind, e schwe .
Insgesam zeig sich, dass al e na i medizinische und pseudowissenscha liche An-
sä ze in de Gesellscha ie e wu zel sind und eine kla e Un e scheidung zu e i-
denzbasie en Me hoden schwe äll . Dies e deu lich die No wendigkei eine e -
s ä k en wissenscha lichen Au klä ung und Abg enzung, um die Ve b ei ung on
Fehlin o ma ionen und Pseudowissenscha en zu minimie en.
2
2.1.5
Das Abg enzungsp oblem
Bei de Dema ka ion on Wissenscha gegenübe Pseudowissenscha en s ellen ins-
besonde e die e schwommenen G enzen ein zen ales P oblem da . Dieses Ab-
g enzungsp oblem bes eh dabei nich nu zwischen Wissenscha und Pseudowis-
senscha , sonde n gene ell zwischen Wissenscha und Nich -Wissenscha , was Re-
ligion, Pa ano males ode Ve schwö ungs heo ien einschließ (Fasce, 2017). Zu Ab-
g enzung beda es dahe zum einen eine Vo s ellung, was Wissenscha übe haup
cha ak e isie , zum ande en kla e S uk u en, um sie on Nich -Wissenscha zu
ennen.
Schon 1787 s ell e Kan die F age nach den G enzen de wissenscha lichen E -
kenn nis. Kan a gumen ie e, dass menschliche E kenn nis du ch die S uk u en un-
se es Ve s andes und die Ka ego ien, du ch die wi unse e Wel wah nehmen, be-
g enz is und un e schied zwischen me aphysischen Behaup ungen und empi ischen
E kenn nissen, die du ch E ah ung übe p ü ba sind. Du ch die Fo mulie ung des
Induk ionsp oblems on Humes (2007, nach dem O iginal on 1748) en s and eine
Diskussion, da diese es s ell e, dass induk i e Schlüsse, also Ve allgemeine ungen
aus einzelnen Beobach ungen, keine logische G undlage au weisen. Diese Annahme
s ell e den empi is ischen Ke n in age, dass Wissen allein du ch E ah ung gesiche
we den kann.
Poppe (1976) lehn e die Induk ion als Me hode ab und schlug zu Lösung dieses
P oblems o , nich on eine Ve i izie ba kei on Aussagen, sonde n on eine
Falsi izie ba kei auszugehen (Keu h, 2013). Dami e ablie e e die hypo he isch-
Die Übe üh ung on Wissen in Handeln
23
deduk i e Me hode in de Wissenscha , bei de eine Hypo hese au ges ell und diese
deduk i übe p ü wi d (Poppe , 1935; Rosen hal, 2009). Eine Aussage wi d
dadu ch nu dann wissenscha lich, wenn sie p inzipiell zu wide legen is . Eine Aus-
sage ode Theo ie kann diese Logik olgend nie als wah ode ich ig, sonde n le-
diglich als bewäh gel en und un e lieg de Vo läu igkei (Poppe , 1976; Ma niok,
2018).
Aus diesem Ansa z en s and eine philosophische G undsa zdiskussion übe das We-
sen de K i ik in de Wissenscha , welche hie nich in Gänze wiede gegeben we den
kann. Kuhn (1996) s imm Poppe zwa in seine Au assung zu, dass die Wissen-
scha nich du ch die Anhäu ung ewige Wah hei en wächs , jedoch häl e K i ik
in Zei en, die nich als na u wissenscha liche Re olu ion be ach e we den können,
ü unangeb ach . E sieh den wissenscha lichen Wandel als Pa adigmenwechsel,
welche wenige a ional, sonde n ielmeh als mys ische Kon e sion e läu . Die-
se Ansa z wi d on Laka os (2015) alle dings k i isie , da e Poppe s Falsi ika io-
nismus ü a ional beg ünde häl und Kuhn o wi , in die I a ionali ä abzuglei-
en. T o z diese Diskussion häl Poppe s Ansa z, nich zule z wegen seines Wesens,
bis heu e s and, da es sich bei diesem nich um ein Sinnk i e ium, sonde n um ein
Abg enzungsk i e ium handel (S öke , 1968).
Mahne (2013) häl die Falsi ika ion jedoch als alleiniges Abg enzungsk i e ium ü
nich aus eichend und e gänz eine um assende Lis e an K i e ien zu Abg enzung
on Wissenscha und Nich -Wissenscha :
1. Fo schungsgemeinscha :
− Gib es eine Fo schungsgemeinscha ode handel es sich um eine lose An-
sammlung on Einzelpe sonen?
− Exis ie ein eie Aus ausch on In o ma ionen ode gib eine zen ale Au-
o i ä s igu , die Leh en an ih e Anhänge scha wei e gib ?
− Sind eine unabhängige Fo schung und Publika ion möglich ode gib es ideo-
logische G enzen?
2. On ologie des Fo schungsbe eichs:
− Beschä ig sich das Feld mi konk e en Objek en ode geh es um age Ene -
gien, Vib a ionen ode übe na ü liche En i ä en?
− Geh das Feld on eine na ü lichen, kausalen und gese zmäßigen Wel aus
ode we den auch übe na ü liche En i ä en ode E eignisse akzep ie ?
Theo e ische G undlegungen
24
3. Logik und Me hodologie:
− Akzep ie das Feld die P inzipien de gül igen und a ionalen A gumen a ion?
− We den die P inzipien de Nich -Zi kula i ä und Wide sp uchs eihei beach-
e ?
− Wi d Fallibilismus (die Be ei scha , Fehle zu akzep ie en) ane kann ode
lieg Dogma ismus o ?
− Wi d Occams Rasie messe (die P ä e enz ü ein ache e E klä ungen) be-
ücksich ig ode gib es ungeb ems e Spekula ionen?
4. Wich igkei on Tes ba kei und K i ik:
− Wie wich ig sind Tes ba kei und K i ik im Fo schungs eld?
− Wie wich ig is die Un e s ü zung du ch E idenz?
− Kann die Zu e lässigkei de Me hoden ode Techniken unabhängig ge es e
we den?
− Haben die Theo ien ech e E klä ungs- ode Vo he sagek a ?
− Sind die Theo ien uch ba und üh en zu neuen E kenn nissen?
− Sind die Da en ep oduzie ba ?
− Gib es Mechanismen zu Fehle eliminie ung?
− Sind die Behaup ungen mi gu e ablie em Wissen kompa ibel, insbesonde e
mi wissenscha lichen Gese zen?
5. In e disziplinä e In eg a ion:
− Zieh das Feld Wissen und Me hoden aus ang enzenden Be eichen hinzu?
− In o mie und be eiche das Feld ande e benachba e Felde ode is es iso-
lie ?
6. Ak uali ä und Wachs um des Wissens:
− En s ehen die P obleme des Feldes na ü lich aus de Fo schung ode de The-
o iebildung ode we den sie küns lich gescha en?
− Is de Wissensbes and des Feldes ak uell und gu bes ä ig ode is e e al e ?
− Wächs das Wissen in diesem Be eich ode s agnie es? ( gl. ebd., S. 38 .)
Mahne (2013) be on , dass diese Indika o en nu eine Auswahl alle möglichen K i-
e ien da s ellen und es unwah scheinlich is , dass s e s alle Indika o en e üll sind.
E sieh diese K i e ien ielmeh als Hinweise, um in ih e Gesam hei Wissenscha
on Nich -Wissenscha zu ennen. Sein Ve s ändnis de Wissenscha spiegel die
Wissenscha als sozialen P ozess wide , de du ch O enhei , K i ik ähigkei und
Die Übe üh ung on Wissen in Handeln
25
me hodische S enge gep äg wi d. Dadu ch wi d die Wissenscha nich allein in-
hal lich de inie , sonde n du ch die A und Weise, wie diese E gebnisse gewonnen
we den.
Ein wei e e Di e enzie ungsansa z is bei Hansson (2013) zu inden, welche wie-
de um zwei Wege de Abg enzung o schläg . Basie end au seine Fo schung de i-
nie e Wissenscha (im wei en Sinne) als die P axis, die am zu e lässigs en und
epis emisch am bes en beg ünde e Aussagen lie e , die zu einem bes imm en Zei -
punk in den wissenscha lichen Themen elde n e ügba sind (ebd.). Au Basis die-
se De ini ion bezeichne e eine Aussage als pseudowissenscha lich, wenn sie d ei
K i e ien e üll :
1. Sie bezieh sich au ein Thema inne halb de Domänen de Wissenscha (K i e-
ium des wissenscha lichen Be eichs).
2. Sie leide un e einem de a schwe en Mangel an Zu e lässigkei , dass ih nich
e au we den kann (K i e ium de Zu e lässigkei ).
3. Sie is Teil eine Leh e, die den Eind uck zu wecken e such , dass sie das zu e -
lässigs e e ügba e Wissen au ih em Gebie s ell (K i e ium de abweichenden
Leh e) ( gl. ebd., S. 70 .).
Diese k i e iale Ansa z s ell sich im Ve gleich zu Mahne (2013) deu lich eduzie e
da und beda eine Spezi ika ion des Zu e lässigkei sk i e iums. Hansson (2013)
de inie dahe zusä zlich einen zwei en Ansa z und üh eine Kombina ion e -
schiedene K i e ien an, welche au Fehle zu ückgehen, die übliche weise in den
Pseudowissenscha en zu inden sind:
− Glaube an Au o i ä ,
− nich ep oduzie ba e E gebnisse,
− he ausgepick e Beispiele,
− Ve weige ung eine Übe p ü ung,
− Missach ung sich wide sp echende In o ma ionen,
− eingebau e Aus lüch e,
− E klä ungen können e sa zlos ges ichen we den ( gl. ebd., S. 72 .).
T i mindes ens eines diese K i e ien au eine Aussage zu, so is diese nach Hans-
son (2013) als pseudowissenscha lich anzusehen.
Theo e ische G undlegungen
32
den S anda ds ü die Leh e bildung7 (Sek e a ia de Kul usminis e kon e enz,
2019) und den Ke nleh plänen meh e e Lände (Minis e ium ü Schule und Wei-
e bildung des Landes No d hein-Wes alen, 2019, 2022; Sächsisches S aa sminis e-
ium ü Kul us, 2022) wiede . Do e en Teilaspek e K i ischen Denkens o wie-
gend in adjek i ischen Ph asen, wie k i isch hin e agen, k i isch e lek ie en, k i isch be-
we en, k i isch auseinande se z en und k i isch umgehen au . Alle dings bleib unkla , was
genau un e diesen Beg i en zu e s ehen is und inwiewei sich e wa das k i ische
Bewe en om ein achen Bewe en un e scheide .
In de Na u wissenscha sdidak ik is K i isches Denken als Kons uk kaum e -
o sch , obwohl es do als ele an e Fähigkei und Le nziel o mulie wi d (Bailin,
2002; By ne & Johns one, 1987; Gunn e al., 2008; Viei a e al., 2011; Yacoubian,
2015). Zudem bleib es o age und uneindeu ig de inie (Ra ol e al., 2019), was
eine kla e Ansp ache im na u wissenscha lichen Un e ich e schwe und dazu
üh , dass, wenn übe haup , sei ens de Leh enden subjek i geladene De ini ions-
ansä ze e mi el we den.
Ein naheliegende G und schein die Komplexi ä zu sein, welche dem K i isches
Denken innewohn , denn das K i ische Denken beweg sich nich allein au na u -
wissenscha sdidak ische Ebene, sonde n inde Beach ung in einem Kon inuum
on Fachbe eichen, on de Philosophie (Kan , 1787; Lipman, 1987; Paul & Elde ,
2014) übe die Psychologie (Dwye e al., 2014; G eene & Yu, 2016; Halpe n, 2014;
D. Kuhn, 1999; Olson & As ing on, 1993) und die Bildungswissenscha en (Bailin e
al., 1999b; Facione, 1990; Pe e s, 1966; Pi he s & Soden, 2000; Winch, 2003) bis zu
Na u wissenscha sdidak ik (Bailin, 2002; Gunn e al., 2008; Ra ol e al., 2019; Viei a
e al., 2011; Yacoubian, 2015). Abbildung 4 zeig eine Da s ellung ebendieses Kon-
inuums, welches sowohl die on K i ischem Denken be üh en Fachbe eiche als
auch die Un e scheidung de De ini ionsansä ze e anschaulich .
Wäh end die Philosophie und Psychologie K i isches Denken als übe geo dne es
Kons uk wah nehmen, wi d in den Bildungswissenscha en und Na u wissen-
scha sdidak iken o angig on eine Fähigkei gesp ochen. Obschon in den olgen-
den Kapi eln die Sch eibweise zwischen de G oßsch eibung K i ischen Denkens als
Kons uk und dem adjek i ischen Geb auch k i isches Denken als Fähigkei di e-
enzie we den könn e, wi d zuguns en de Einhei lichkei und wegen de g aduellen
7 Da es sich bei den S anda ds ü die Leh e bildung um den O iginal i el des Dokumen s handel , wu de
diese nich gegende .
K i isches Denken
33
Übe gänge des Ve s ändnisses die Kons uk sch eibweise, sp ich K i isches Denken,
e wende .
Abbildung 4: Kon inuum de Fachbe eiche, welche das Kons uk K i ischen Denkens be üh en (eigene
Da s ellung)
Au g und de Ambigui ä , Komplexi ä und In e disziplina i ä des Beg i s soll zu-
nächs ein Übe blick gescha en we den, wie K i isches Denken in den einzelnen
Disziplinen de inie wi d, be o eine E wei e ung und Ope a ionalisie ung e olg .
Dabei muss e wähn we den, dass es sich um exempla ische Pe spek i en handel
und kein Ansp uch au Volls ändigkei bes ehen kann.
2
2.2.1
Na u wissenscha sdidak isches Ve s ändnis und Rele anz im
na u wissenscha lichen Un e ich
K i isches Denken wi d nich nu gene ell als ele an e Schlüsselkompe enz angese-
hen, sonde n auch geziel na u wissenscha sdidak isch he o gehoben. Dabei wi d
häu ig die Fo de ung nach K i ischem Denken o mulie ode Anwendungsbe ei-
che genann , ohne a sächlich zu de inie en, was un e K i ischem Denken zu e -
s ehen is . Diese Fo de ungen können als implizi e Thema isie ungen K i ischen
Denkens e s anden we den. Dem gegenübe s ehen s ä ke inhal liche De ini ions-
ansä ze, die dami als explizi e Thema isie ung e s anden we den können. Diese
okussie en sich jedoch schwe punk mäßig au die k i e iengelei e e Anwendung on
Wissen und Fähigkei en ohne Be ücksich igung emo ional-psychologische Fak o-
en de a ek i en Ebene, welchen besonde s in En scheidungsp ozessen, in denen
K i isches Denken zu Anwendung kommen soll, eine g oße Bedeu ung zukomm
(E ans, 2008).
Beispiele ü eine implizi e Thema isie ung inden sich bei By ne und Johns one
(1987), welche die Fähigkei , k i isch zu denken, als implizi es und explizi es Ziel
Theo e ische G undlegungen
34
na u wissenscha lichen Un e ich s ansehen, ohne es explizi zu de inie en. Sie o-
kussie en sich au eine „c i ical-mindedness“ (ebd., S. 332), bei de sowohl kogni i e
Fähigkei en als auch a ek i e Disposi ionen eine Rolle spielen. Ih Konzep de wis-
senscha lichen k i ischen Gesinnung (scie i ic c i ical-mindedness) e ein sowohl
spezi ische kogni i e Fähigkei en in Bezug au wissenscha sbezogene Kon ex e als
auch die Anwendungsbe ei scha . By ne und Johns one egen an, dieses na u wis-
senscha liche K i ische Denken in komplex- e loch enen na u wissenscha lichen
Kon ex en, in denen auch soziale und ökonomische Fak o en eine Rolle spielen, zu
un e ich en.
Diese Be ach ung on Fähigkei en und Disposi ionen inde sich auch in spä e en
Ansä zen wiede . Sina a e al. (2014) heben he o , dass K i isches Denken beson-
de s dann an Bedeu ung gewinn , wenn es da um geh , wissenscha liche In o ma i-
onen zu bewe en, o allem, wenn wissenscha liche E idenz en gegen de eigenen
In ui ion ode In e p e a ion s eh . Hie spiel K i isches Denken eine zen ale Rolle
bei de Auseinande se zung mi Vo u eilen, Fehlannahmen und kogni i en Ve ze -
ungen. In diesem Zusammenhang e weisen sie gleichzei ig au die epis emische
Kogni ion, das Bewuss sein, wie Wissen zus ande komm und dieses bewe e we -
den kann. Auch G eene und Yu (2016) e ach en diese als ele an und plädie en
eben alls ü eine Ve ie ung des Ve s ändnisses on Le nenden, wie Wissen en s eh
und ge ech e ig wi d.
Einen ande en Schwe punk se z Bailin (2002), die eben alls die Fö de ung K i i-
schen Denkens als einen wesen lichen Bes and eil na u wissenscha liche Bildung
e s eh . Fü sie is K i isches Denken hoch kon ex sensibel und e o de ein Ve -
s ändnis on Konzep en, K i e ien und me hodologischen P inzipien. K i isches
Denken is dami im na u wissenscha lichen Un e ich au die Einhal ung wissen-
scha liche S anda ds und K i e ien, wie die Genauigkei on Da en ode die Kon-
olle on Va iablen, angewiesen. Wäh end Bailin K i isches Denken als übe geo d-
ne e Fähigkei besch eib , sehen Sch aw e al. (2006) K i isches Denken als eine de
kogni i en Fähigkei en selbs egulie en Le nens an und cha ak e isie en es als eine
Reihe on Fe igkei en, um Quellen on In o ma ionen iden i izie en und ih e
Glaubwü digkei p ü en zu können (Abbildung 5).
K i isches Denken
35
Abbildung 5: Komponen en selbs egulie enden Le nens nach Sch aw e al. (2006, S. 113)
Dami s eh K i isches Denken ü Sch aw e al. (2006) au eine S u e mi dem Lö-
sen on P oblemen und dem Anwenden on S a egien und i nich als übe ge-
o dne es Kons uk au . Zu Fö de ung on K i ischem Denken und dem Lösen
on P oblemen disku ie en sie die Ve mi lung on S a egien, was einen e s ä k
inhal so ien ie en Ansa z zeig .
Im Gegensa z dazu de inie en Viei a und Kollegen K i isches Denken angelehn an
Ennis (1989) als Kombina ion on Fähigkei en und Disposi ionen und heben expli-
zi die Bedeu ung K i ischen Denkens ü die Leh k ä eausbildung he o (F anco
& Viei a, 2019). Sie sehen es als no wendig an, dass Leh k ä e K i isches Denken
un e ich en können, um Le nende zu be ähigen, wissenscha liche Me hoden, Kon-
zep e und In o ma ionen zu hin e agen. Sie s ellen zudem einen di ek en Bezug
zwischen Scien i ic Li e acy nach de De ini ion de Na ional Science Educa ion
S anda ds (Na ional Resea ch Council, 1996) und K i ischem Denken he und sehen
Übe schneidungspunk e zwischen den De ini ionen beide Beg i e (F anco &
Viei a, 2019; Viei a e al., 2011; Viei a & Ten ei o-Viei a, 2016). In de De ini ion
on Scien i ic Li e acy de Na ional Science Educa ion S anda ds de Ve einig en
S aa en (Na ional Resea ch Council, 1996) heiß es:
Scien i ic Li e acy is he knowledge and unde s anding o scien i ic concep s
and p ocess equi ed o pe sonal decision making, pa icipa ion in ci ic and
cul u al a ai s, and economic p oduc i i y. [...] I means o be able o ead wi h
unde s anding a icles abou Science in he popula p ess and o engage in social
con e sa ion abou alidi y o he conclusions. [...] implies ha a pe son can
iden i y scien i ic issues unde lying na ional and local decisions and exp ess po-
si ions ha a e scien i ically and echnologically in o med. A li e a e ci izen
Theo e ische G undlegungen
36
should be able o e alua e he quali y o scien i ic in o ma ion on he basis o
i s sou ce and he me hods used o gene a e i . Scien i ic li e acy also implies
he capaci y o pose and e alua e a gumen s based on he e idence and o apply
conclusions om such a gumen s app op ia ely (ebd., S.22).
Ge ade in den hie e wähn en Disposi ionen sehen Viei a e al. (2011) eine Ve bin-
dung zum K i ischen Denken, insbesonde e bei de Bewe ung on Quellen und
dem Fo mulie en on Schluss olge ungen. Sie eku ie en eben alls au die Kompe-
enzde ini ion de OECD, Wissen in Handlung zu übe agen (O ganisa ion o
Economic Co-ope a ion and De elopmen , 2010), und e weisen au das Ziel de
Handlungs ähigkei in komplexen Si ua ionen un e Mobilisie ung in ellek uelle
Ressou cen, welche ü sie auch K i isches Denken einschließ .
Abbildung 6: Rahmen zu Fö de ung des K i ischen Denkens on Le nenden im na u wissenscha li-
chen Un e ich (Viei a e al., 2011, S. 50)
In ih em F amewo k ü die Fö de ung K i ischen Denkens im na u wissenscha li-
chen Un e ich (Abbildung 6) konk e isie en Viei a e al. (2011) ih Ve s ändnis de
Ve bindung on Scien i ic Li e acy, Kompe enzen und K i ischem Denken. Le z e-
es wi d do als eine Fähigkei abgebilde , welche k i e iengelei e die Anwendung
K i isches Denken
37
on Fähigkei en, Wissen und den E we b on Disposi ionen beglei e (Viei a &
Ten ei o-Viei a, 2016). Zu Fö de ung schlagen sie die Teilnahme an Diskussionen,
das Ve assen on S ellungnahmen und die Analyse wissenscha liche A ikel übe
SSI o .
Ein e gänzende Ansa z inde sich bei Yacoubian (2015, 2018, 2020), welche K i-
isches Denken bewuss im Kon ex on NOS und SSI sieh . E schläg ein F ame-
wo k o , welches K i isches Denken, NOS und SSI mi einande e binde und ein
K i isches Denken mi und übe NOS ans eb (Abbildung 7). Das K i ische Denken
selbs de inie e dabei, ähnlich wie Ennis (1989), G eene und Yu (2016) ode
Pi he s und Soden (2000), als eine Kombina ion on Denk ähigkei en und Disposi-
ionen.
Abbildung 7: CT-NOS F amewo k (Yacoubian, 2015, S. 253, zu e besse en Lesba kei neu gese z )
Dem K i ischen Denken komm dami eine Schlüsselposi ion im Le nen on NOS
und de Thema isie ung on SSI zu, wobei diese wechselsei ig beding sind. Das
Ve s ehen on NOS kann in diesem Zuge im K i ischen Denken angewand und in
Theo e ische G undlegungen
38
de Behandlung on SSI zum Ausd uck geb ach we den. Die NOS-Cha ak e is ika
und de SSI-Kon ex bilden dabei den Bezugs ahmen zu Anwendung des k i ischen
Denkp ozesses. Gleichzei ig bilde K i isches Denken das übe geo dne e Kons uk
zu Anwendung na u wissenscha lichen Wissens und Implemen ie ung des NOS-
Ve s ändnisses in SSI-Kon ex en.
Wäh end Yacoubian den Fokus au NOS und SSI leg , de inie en B amba i Guzzo
und Dall’Alba (2017) K i isches Denken im Sinne eine sys ema ischen und a iona-
len Bewe ung on Übe zeugungen und Aussagen. Ähnlich wie bei den zu o ge-
nann en Ansä zen um ass auch ih e De ini ion sowohl kogni i e Fähigkei en zu
Bewe ung als auch die Disposi ion, diese anzuwenden. Ih e Pe spek i e heb sich
jedoch du ch ih en s a ken Fokus au kogni i e Ve ze ungen und die Einbeziehung
de Dual-P ocess Theo y on Kahneman ab, welche das Denken in ein in ui i es sowie
schnelles Sys em 1 und ein langsames, abe a ionales Sys em 2 un e eil (Kahneman,
2012). Sie a gumen ie en, dass ein*e k i isch Denkende* in de Lage sein muss, kog-
ni i e Ve ze ungen zu e kennen und sich on schnellen U eilen des Sys ems 1 zu
lösen. Eine wich ige Rolle in diesem Kon ex spiel ü sie die Be ei scha , Übe zeu-
gungen zu e idie en und sich selbs zu e lek ie en.
Eine s ä ke e inhal liche De ini ion und dami explizi e Thema isie ung is hingegen
bei Gunn e al. (2008) zu inden. K i isches Denken wi d hie als ein in ellek uell
disziplinie e P ozess e s anden, welche un e ande em die Analyse, Syn hese und
Bewe ung on In o ma ionen um ass und on me akogni i e Übe p ü ung und
Disposi ionen, wie in ellek uelle In eg i ä , beglei e wi d. Fe ne sehen Gunn e al.
(2008) im K i ischem Denken das Po enzial, zukün ige Bü ge *innen zu in o mie -
en Anwende *innen on Technologie und Wissenscha zu machen. Besonde e
He aus o de ungen sehen sie in zukün igen mo alischen und e hischen En schei-
dungen mi na u wissenscha lichem Bezug. Gunn e al. schlagen zu Fö de ung die-
se Denkp ozesse eine explizi e Ins uk ion de Le nenden und das Scha en eines
Bewuss seins ü me akogni i e P ozesse o . Zudem sollen du ch Fallbeispiele Ge-
legenhei en gescha en we den, die e le n en Fähigkei en anzuwenden.
K i isches Denken
39
Abbildung 8: Syne giemodell des k i ischen Denkens nach Ra ol e al. (2019, S. 66)
Das Syne giemodell des k i ischen Denkens on Ra ol e al. (2019) s ell abschließend eine
Annähe ung und e s e Syn hese e schiedene De ini ionsansä ze K i ischen Den-
kens da . Es besch eib K i isches Denken als kon ex unabhängig und ohne no ma-
i e Aus ich ung. De P ozess selbs wi d besch ieben als das In ol ie -Sein de *s
Denkenden mi einem Subjek ode Objek (eigene Hal ung, Pe son, P oblems el-
lung), beglei e on nich hie a chischen Cha ak e is ika, wie Wissen und Fähigkei en,
abe auch Hal ung, Mo i a ion, No men, We en und Emo ionen. Un e de Be ück-
sich igung in ellek uelle S anda ds komm es zu eine Posi ionie ung ode Bewe -
ung de *s Denkenden, wobei alle Sch i e s e s de Selbs egula ion un e liegen
(ebd.) (Abbildung 8).
Ra ol e al. (2019) legen da , dass Tes ungen einzelne Aspek e on K i ischem Den-
ken nich dessen sys emische Dimension ge ech we den und o mulie en in ih em
e s en Deside a die F age nach dem Ein luss de Syne giee ek e au die Quali ä
K i ischen Denkens. Ih zwei es Deside a okussie sich au die E p obung de
Anwendung K i ischen Denkens im Umgang mi SSI und den dami e knüp en
Gelingensbedingungen. In ih em abschließenden d i en Deside a o de n sie die
Implemen a ion eine kla en De ini ion in die Leh pläne und die Leh k ä ebildung,
zu Ve mi lung eines Ve s ändnisses on K i ischem Denken und Abg enzung on
Ph asen, wie k i isch sein ode e was k i isch un (ebd.).
Anhand de da ges ell en De ini ionsansä ze wi d deu lich, wie un e schiedlich K i-
isches Denken in den Na u wissenscha sdidak iken implizi und explizi hema i-
sie und e s anden wi d: ob lediglich als Teilkompe enz des Le nens, wie bei
Theo e ische G undlegungen
40
Sch aw e al. (2006), s a k kon ex bezogen, wie bei Bailin (2002), mündigkei s ö -
de nd, wie bei Gunn e al. (2008), e ne zend, wie bei Viei a e al. (2011) und Ya-
coubian (2015, 2018, 2020), ode syne ge isch übe g ei end, wie bei Ra ol e al.
(2019). Doch nich nu inne halb de Na u wissenscha sdidak iken sind Un e -
schiede in den De ini ionsansä zen zu e kennen. Wäh end hie K i isches Denken
schwe punk mäßig als Kombina ion on Fähigkei en und Disposi ionen e s anden
wi d, inde es sich in ande en Fachbe eichen, wie de Philosophie und Psychologie,
ehe als Kons uk de inie wiede ( gl. Kap. 2.2, Abbildung 4).
Zu E a bei ung eine um assenden De ini ion zeig sich dahe die No wendigkei ,
nich allein die na u wissenscha sdidak ische Sei e, sonde n auch das his o ische,
philosophische, psychologische und bildungswissenscha liche Ve s ändnis K i i-
schen Denkens zu beleuch en.
2
2.2.2
Die his o ische En wicklung des K i ikbeg i s
De Beg i de K i ik ha seinen U sp ung im g iechischen Wo k inein (κρίνειν),
das so iel wie scheiden, en scheiden ode beu eilen bedeu e . In de An ike en wi-
ckel e sich de Beg i in e schiedenen Disziplinen, wie de Medizin, dem Rech und
de Philosophie. Dabei bezeichne e die echne k i ike ode a s c i ica in de Philosophie
einen Teil de Logik, de sich mi de Kuns des ich igen U eilens be ass e. In de
Philologie bezeichne e die a s c i ica hingegen die Fähigkei , Tex e ko ek zu beu ei-
len und zu in e p e ie en, was heu e de He meneu ik en sp ich (Rö ge s, 1975).
De mode ne K i ikbeg i , wie e sich insbesonde e im 18. Jah hunde en wickel
ha , and maßgeblich du ch Immanuel Kan Eingang in die Philosophie. Kan s
We ke K i ik de einen Ve nun , K i ik de p ak ischen Ve nun und K i ik de U eilsk a
sowie seine Selbs bezeichnung als K i izis haben den Beg i de K i ik zu einem
zen alen Bes and eil de Au klä ung gemach . Dabei e s and Kan un e K i ik
nich nu die Beu eilung im enge en Sinn, sonde n eine um assende Un e suchung
de Bedingungen und G enzen menschliche E kenn nis. Die Philosophie und das
K i ik e s ändnis Kan s ziel en da au ab, die Bedingungen de Möglichkei en on
Wissen und mo alischem Handeln zu e o schen und mach e die K i ik zu einem
sys ema ischen We kzeug de Au klä ung, um adi ionelle Annahmen und Dogmen
zu hin e agen und zu übe winden (Kan , 1787; Rö ge s, 1975; Schneide s, 1985).
Be ei s in diesem G und e s ändnis des au klä e ischen K i ikbeg i s wi d deu lich,
dass nich eines Wissen im Vo de g und s and, sonde n ein ganzhei liches Ve -
s ändnis de Wechselwi kungen on Wissen und Mo al.
K i isches Denken
41
Im 19. Jah hunde and de K i ikbeg i in de Roman ik neue Ausp ägungen und
wu de o mi de äs he ischen und li e a ischen Beu eilung e bunden. F ied ich
Schlegel e s and K i ik als schöp e ische Tä igkei , die nich nu analysie , sonde n
auch neue Bedeu ungen he o b ing . Im Gegensa z zu Kan dien die K i ik hie
wenige dem s engen U eil, sonde n is als ein P ozess de In e p e a ion und E -
scha ung neue Zusammenhänge zu e s ehen (Rö ge s, 1975). Diese In e p e a-
ion leg be ei s einen sys emischen Cha ak e nahe, da das zu Beu eilende nich nu
analysie , sonde n da übe hinaus e wei e und in neue Bedeu ungszusammen-
hänge geb ach wi d.
Im Gegensa z zu Kan s und Schlegels K i ik e s ändnis e s and Hegel K i ik als
in eg alen Teil des dialek ischen P ozesses aus These, An i hese und Syn hese. Fü
ihn wa K i ik kein des uk i e Ak , sonde n ein no wendige Sch i zu Wei e en -
wicklung des Wissens und des Geis es. Dabei be on e Hegel die immanen e K i ik,
bei de die Wide sp üche eines Sys ems aus sich selbs he aus übe wunden we den,
um zu eine höhe en Syn hese zu gelangen (Rö ge s, 1975; Schneide s, 1985).
Im 20. Jah hunde e leb e de K i ikbeg i eine e neu e T ans o ma ion du ch die
F ank u e Schule und die K i ische Theo ie, wobei o allem Philosophen, wie Ho k-
heime , Ado no und Ma cuse, die K i ik zu Gesellscha sanalyse wei e en wickel-
en. Diese soll e sowohl die ökonomischen, poli ischen und kul u ellen Bedingungen
hin e agen als auch die ideologischen S uk u en, die diese s ü zen, um bes ehende
He scha s e häl nisse zu übe winden. Pa allel zu K i ischen Theo ie en wickel e
sich in de Pos mode ne mi de Dekons uk ion ein wei e e Ansa z zu K i ik, wel-
che da au ausge ich e wa , die P ozesse de Bedeu ungskons uk ionen o enzule-
gen und die Mach e häl nisse, die sie s ü zen, zu des abilisie en (Schneide s, 1985).
In de mode nen In e p e a ion des K i ikbeg i s komm de Eklek ik eine beson-
de e Rolle zu, um un e schiedliche Denkweisen und Theo ien zu kombinie en und
eine um assende e und lexible e Analyse zu e möglichen. Die Plu alisie ung de K i-
ik mach deu lich, dass die K i ik heu e wenige als s a es Ins umen des U eils,
sonde n als dynamische P ozess de Re lexion und de In eg a ion e schiedene
Pe spek i en e s anden wi d (ebd.).
2
2.2.3
Philosophische Pe spek i e
In de Philosophie inde o nehmlich de P ozess des Denkens selbs und seine
s e ige Ve besse ung bei de De ini ion K i ischen Denkens Beach ung.
Theo e ische G undlegungen
48
e äh . Auch hie wi d K i isches Denken als ein Zusammenkommen on Disposi-
ionen und Fähigkei en besch ieben, da un e die A gumen a ions ähigkei , das Zie-
hen on Schluss olge ungen, die Analyse on In o ma ionen ode das logische Den-
ken. Diese Fähigkei en soll en dabei nich isolie in einem Fach, sonde n übe g ei-
end un e ich e und du ch p oblemo ien ie es Le nen ge ö de we den (ebd.).
Ein e gleichba es Ve s ändnis on K i ischem Denken zeigen G eene und Yu
(2016), welche eben alls die no wendigen Disposi ionen und Fähigkei en in den Vo -
de g und s ellen. Sie e knüp en zudem das K i ische Denken eng mi dem Konzep
de epis emischen Kogni ion, einem Abwägen zwischen Disposi ionen, Übe zeugungen
und Fähigkei en, wie Wissen zus ande komm und wie dieses bewe e we den kann.
Winch (2003) hingegen sieh im K i ischen Denken nich nu eine Schlüsselkompe-
enz ü die indi iduelle En scheidungs ähigkei , sonde n auch ü das Funk ionie en
demok a ische Gesellscha en. Ihm geh es wenige um die bloße Aneignung on
Wissen, sonde n um die Fähigkei , dieses e lek ie anzuwenden. Winch benenn
K i isches Denken als k i ische Ra ionali ä , welche neben de P ü ung on A gu-
men en und dem Schließen logische Schlüsse auch die Angemessenhei on Hand-
lungen in e schiedenen Kon ex en bewe e . K i isches Denken wi d so nich nu
als ein ache kogni i e P ozess, sonde n als soziale P axis besch ieben, die in einem
bes imm en sozialen Rahmen s a inde und nich nu analy ische, sonde n auch
e hische Dimensionen beinhal e . Dami de inie e K i isches Denken nich nu als
Mi el zu Bewe ung, sonde n als Wegbe ei e zu eine indi iduellen Au onomie
du ch die Be ähigung, selbs s ändig undie e En scheidungen zu e en und auch
demok a isch zu pa izipie en. Auch W igh (1992) sieh K i isches Denken als ele-
an ü die kogni i e Au onomie und gesellscha liche Teilhabe an. In de Folge
sp ich e sich ü die Ve anke ung als zen ales Bildungsziel aus. E o mulie deu -
lich:
[…] educa ion, p ope ly unde s ood, equi es c i ical hough by de ini ion
(ebd. S. 37).
Dami bezieh e sich au Pe e s (1966), welche als Mindes maß ü Bildung das
Vo liegen gu e G ünde ü die eigenen Glaubenssä ze nann e. In de Folge muss
die Fähigkei o handen sein, übe die eigenen Glaubenssä ze k i isch nachdenken
zu können.
Eine de ele an es en und populä s en De ini ionen K i ischen Denkens en s and
du ch die Delphi-S udie zu De ini ion K i ischen Denkens ü Bildungszwecke on
K i isches Denken
49
Facione (1990). 46 Expe *innen aus Philosophie, Psychologie und Didak ik, da un-
e auch be ei s zi ie e Expe *innen wie Paul, Lipman ode Ennis, einig en sich au
eine Lis e on kogni i en Fähigkei en und a ek i en Disposi ionen, welche ü das
K i ische Denken als bedeu sam und cha ak e is isch eingeschä z wu den (Tabelle
2).
Tabelle 2: E gebnisse de Delphi-S udie on Facione (1990). Kogni i e Fähigkei en und a ek i e Disposi-
ionen on K i ischem Denken (eigene Übe se zung und Da s ellung)
Kogni i e Fähigkei en A ek i e Disposi ionen
1. In e p e a ion:
− Ka ego isie ung
− En schlüsselung de Bedeu ung
− Klä ung on Bedeu ungen
2. Analyse:
− Un e suchen on Ideen
− Iden i izie ung on A gumen en
− Analyse on A gumen en
3. Bewe ung:
− Bewe ung on Behaup ungen
− Bewe ung on A gumen en
4. Schluss olge ung:
− In ages ellen on Beweisen
− Annahme on Al e na i en
− Ziehen on Schluss olge ungen
5. E klä ung
− E gebnisse da legen
− Ve ah en ech e igen
− P äsen a ion on A gumen en
6. Selbs egula ion
− Selbs p ü ung
− Selbs ko ek u
− Neugie in Bezug au eine Vielzahl on Themen
− In e esse, gu in o mie zu sein und zu bleiben
− Au me ksamkei ü Gelegenhei en, K i isches
Denken anzuwenden
− Ve auen in die P ozesse de e nün igen Un e -
suchung
− Selbs e auen in die eigene Fähigkei zu denken
− Au geschlossenhei gegenübe un e schiedlichen
Wel anschauungen
− Flexibili ä im Umgang mi Al e na i en und Mei-
nungen
− Ve s ändnis ü die Ansich en ande e Menschen
− Fai ness bei de Bewe ung on A gumen en
− Eh lichkei im Umgang mi eigenen Vo u eilen,
S e eo ypen ode egozen ischen Tendenzen
− Umsich beim Ausse zen, T e en ode Ände n
on U eilen
− Be ei scha , Übe zeugungen zu übe denken und
zu ände n, wenn eine eh liche Re lexion da au
hindeu e , dass dies e o de lich is
Auch hie wi d deu lich, dass Fähigkei en und He angehensweisen den Schwe punk
de bildungswissenscha lichen De ini ion K i ischen Denkens ausmachen. Me-
akogni i e Kompe enzen inden zwa E wähnung, alle dings nich so s a k ich-
ungsweisend wie in philosophischen und psychologischen De ini ionsansä zen. Des
Wei e en wi d die a ek i e Ebene hie eben alls he ausges ell und mi ih e bun-
dene Disposi ionen ange üh , jedoch handel es sich schwe punk mäßig um Eigen-
Theo e ische G undlegungen
50
scha en, die ein*e k i isch Denkende* e we ben soll e, und dami desk ip i e A i-
bu ionen, wenige um die geziel e Be ücksich igung und Abwägung de a ek i en
Ebene als solche.
Den meis en na u wissenscha sdidak ischen und bildungswissenscha lichen De i-
ni ionen is gemein, dass sie zwa häu ig die a ek i e Ebene des Denkens in den
Disposi ionen au g ei en, die ein*e k i isch Denkende* benö ig , abe ehe desk ip-
i e bleiben. Psychologische und philosophische Ansä ze s ellen hingegen s ä ke
die Me akogni ion in den Vo de g und und dami den Denkp ozess selbs . En gegen
de Besch eibung als We kzeug i K i isches Denken do übe geo dne und hand-
lungslei end au .
Die Ziele de Na u wissenscha sdidak ik s eben nach de Fö de ung eine na u -
wissenscha lichen G undbildung, einem Ve s ändnis on NOS und eine Aneig-
nung on S a egien und Disposi ionen, welche in de spä e en Lebens eali ä , o
allem bei komplexen P oblems ellungen wie SSI, po enziell handlungslei end sein
können. Jedoch s eh dem Ansp uch de Ra ionali ä diame al die s a k emo ional
und in ui i gep äg e Na u menschlichen Denkens gegenübe (Blancke & De Smed ,
2013). Dies is keine Schwäche, sonde n en sp ing eine e olu i en G undlage, die
jedoch allein du ch eine Ve mi lung und Fö de ung de a ionalen Ebene nich
ad essie we den kann. In de Folge zeig sich hie die No wendigkei , noch einen
Sch i zu ück on de Didak ik und hin zum menschlichen Denken zu machen, be-
o die bishe gewonnenen E kenn nisse wiede syn he isie we den können.
2
2.3
Die Bedeu ung de a ek i en Ebene ü das
menschliche Denken
In komplexen En scheidungssi ua ionen, wie sie beispielsweise bei Socioscien i ic
Issues (SSI) au e en, zeig sich o , dass Wissen nich imme zu angemessenen
Handlungen üh . Dieses Phänomen, die sogenann e Knowledge-Ac ion Gap, is
beispielsweise im Kon ex des Klimawandels zu beobach en, denn obwohl eine
s a ke wissenscha liche G undlage o handen is , weichen das Ve hal en Einzelne
und de Gesellscha häu ig on den wissenscha lichen Emp ehlungen ab (Colombo
e al., 2023; Dupon e al., 2024; Knigh e al., 2008; Knu i, 2019; Räsänen e al.,
2024; Roche e al., 2022). Ein wesen liche E klä ungsansa z hie ü lieg in de
menschlichen En scheidungs indung selbs , da diese nich ausschließlich a ionale
Na u is .
Die Bedeu ung de a ek i en Ebene ü das menschliche Denken
51
2
2.3.1
E s e Ansä ze zum Ve s ändnis menschlichen Handelns
Einen klassischen Theo ieansa z zu E klä ung menschlichen Handelns s ell die Ra-
ional-Choice Theo ie da . Diese nimm an, dass Indi iduen au G undlage ih e Wün-
sche und Übe zeugungen a ional abwägen und die Handlungsal e na i e be o zu-
gen, die den g öß en e wa e en Nu zen e sp ich (Coleman, 1990; Downs, 1957;
Els e , 2008; Voss, 2017). Els e (2008) iden i izie jedoch zwei zen ale He aus o -
de ungen ü die Ra ionali ä in En scheidungskon ex en: Inde e minie hei (Unbe-
s imm hei ) und Unzulänglichkei .
Inde e minie hei i au , wenn keine eindeu ige, a ionale G undlage o handen
is , um eine En scheidung zu e en, beispielsweise wenn meh e e Op ionen als
gleichwe ig e scheinen. In de lei Fällen endie en Menschen dazu, zu ällig ode au
Basis i ele an e Fak o en zu en scheiden. Unzulänglichkei zeig sich hingegen
dann, wenn die au e enden En scheidungen in de P axis nich den a ionalen An-
nahmen en sp echen, da sich Menschen nich imme gemäß de Theo ie e hal en.
Mögliche Ein luss ak o en s ellen hie bei Emo ionen, Impulse ode kogni i e Ve -
ze ungen da (ebd.).
Eine Gegenpe spek i e zu Ra ional-Choice Theo y bie e Els e s Social-No ms Theo y
(Els e , 1989, 2008), die da on ausgeh , dass menschliches Handeln s a k du ch so-
ziale No men gep äg wi d und nich allein e gebniso ien ie ausge ich e is . Soziale
No men o de n bes imm e Ve hal ensweisen ein, selbs wenn diese nich unmi el-
ba zu einem e gebniso ien ie en ode a ionalen Vo eil ü die/den Einzelne*n
üh en. Emo ionen sind an diese S elle besonde s als T iebk ä e in de Au ech e -
hal ung soziale No men he o zuheben, da soziale Mechanismen, wie Lob und Ta-
del, in enge Ve bindung zu emo ionalen Reak ionen, wie Scham ode Schuldge ühl,
s ehen. Gleichzei ig wohn Emo ionen abe das Po enzial inne, Re lexionsp ozesse
anzus oßen, die eine s ä ke e Be ücksich igung ü den Ein luss soziale No men
e möglichen, und dami lang is ig zu besse en En scheidungen üh en (ebd.).
2.3.2
Die Dual-P ocess Theo y
Schon F eud (2010, nach dem O iginal on 1900) un e schied das Bewuss e und das
Unbewuss e und sah die Psyche als Sys em on K ä en, welches im Gleichgewich
gehal en we den muss. Dabei maß e dem Unbewuss en einen g oßen Ein luss au
das bewuss e Denken und Ve hal en bei. Diese G undideen inden sich auch in de
Theo e ische G undlegungen
52
on Kahneman und T e sky e ablie en Dual-P ocess Theo y wiede , einem de popu-
lä s en Ansä ze zum Ve s ändnis menschlichen Denkens und Handelns (Kahneman,
2012). E s e G undzüge diese Theo ie wa en be ei s in ih e P ospec Theo y e kenn-
ba (Kahneman & T e sky, 2013, nach dem O iginal on 1979), ü welche
Kahneman und T e sky 2002 den Wi scha snobelp eis e hiel en. Die Dual-P ocess
Theo y and da au hin wei eichende Beach ung und Anwendung zu E klä ung
menschlichen Ve hal ens (Chaiken, 1980; De Sousa, 2008; Eps ein, 1994; E ans,
2008; F ankish, 2010; Haid , 2008; Kahneman, 2012; Me cal e & Mischel, 1999; Re-
be , 1989; S ano ich, 2008; Wegne , 1994; Wilson e al., 2000).
Diese Theo ie un e eil das menschliche Denken in zwei Sys eme: das schnell agie-
ende und in ui i e Sys em 1 und das langsame, bewuss e und a ionale Sys em 2 (Ta-
belle 3).
Tabelle 3: Gene al Fea u es o he Two Sys ems (Haid , 2008, S. 1029)
Sys em 1 ope ie au oma isch und unbewuss , is kon inuie lich ak i und e mög-
lich schnelle Reak ionen au Reize, ohne bewuss e Au me ksamkei sau wendung.
Es eduzie dadu ch die Cogni i e Load (kogni i e Belas ung), indem iele all ägliche
En scheidungen und Abläu e au oma isie we den. Sys em 1 basie au assozia i-
em Denken, wobei En scheidungen au G undlage ühe e E ah ungen und emo-
ionale Eind ücken ge o en we den. Dabei we den komplexe P obleme eduzie
und es kommen e ein ach e Faus egeln zum Einsa z, welche als Heu is iken be-
zeichne we den, die eine schnelle Mus e e kennung und au oma ische Reak ionen
e möglichen (Ho age e al., 2018). Diese E izienz mach das Sys em 1 jedoch an-
ällig ü sogenann e kogni i e Ve ze ungen, sys ema ische Denk ehle , die zu ehle -
ha en U eilen, En scheidungen ode Schluss olge ungen üh en. Zudem we den
Die Bedeu ung de a ek i en Ebene ü das menschliche Denken
53
die P ozesse on Sys em 1 du ch Emo ionen modulie , welche die in ui i e En -
scheidungs indung beein lussen (De Neys, 2006a, 2006b; Haid , 2008; Thompson e
al., 2011; F ankish, 2010).
Sys em 2 hingegen is ü langsame, bewuss e und kon ollie e Denkp ozesse e -
an wo lich. Es e o de bewuss e kogni i e Ans engung und wi d ak i ie , wenn
komplexe P obleme au e en ode En scheidungen bewuss übe leg ge o en we -
den müssen. Es wi d im Gegensa z zu Sys em 1 als e olu ionä neue be ach e und
als einziga ig menschlich angesehen (F ankish, 2010), da es die Fähigkei zu abs ak-
em und hypo he ischem Denken sowie ie gehende Analysen, Planungs- und P ob-
lemlösep ozesse e möglich (F ankish, 2010; Haid , 2008; Thompson e al., 2011).
Sys em 1 a bei e kon inuie lich im Hin e g und und e a bei e eingehende In o -
ma ionen, indem es o lau end Eind ücke, In ui ionen und emo ionale Reak ionen
gene ie . Diese E gebnisse we den o ungep ü on Sys em 2 übe nommen, so e n
die Si ua ion keine besonde e Au me ksamkei e o de . E s bei komplexen He -
aus o de ungen ode une wa e en E eignissen i Sys em 2 bewuss in Ak ion. Ein
ypisches Beispiel is das Au o ah en: Bei wenig Ve keh wi d es wei es gehend on
Sys em 1 au oma isie ges eue , wäh end bei e höh em Ve keh sau kommen das
Sys em 2 die Kon olle übe nimm , was mi e höh e kogni i e Ans engung und
schnelle e E müdung einhe geh . Ebenso übe wach Sys em 2 die on Sys em 1
gene ie en Vo en scheidungen, hin e ag diese a ional und pass sie gegebenen-
alls an. Obwohl Sys em 2 p inzipiell in de Lage is , kogni i e Ve ze ungen zu e -
kennen und zu ko igie en, wi d es nu dann ak i , wenn eine En scheidung als kom-
plex ode wich ig wah genommen wi d. Diese Ve zöge ung kann die En s ehung
kogni i e Ve ze ungen begüns igen und zu ehle ha en Einschä zungen und U -
eilen üh en (E ans, 2018; F ankish, 2010; Haid , 2008; Kahneman, 2012).
Ein ele an e Fak o , de au den Übe gang on Sys em 1 zu Sys em 2 einwi k , is
das sogenann e Feeling o Righ ness (FOR). Thompson e al. (2011, 2013) e s ehen
da un e das subjek i e Ge ühl, das Menschen nach eine in ui i en En scheidung
emp inden und das besch eib , wie ich ig ode zu e end diese e schein . Je s ä ke
das FOR-Signal, des o wenige wi d die En scheidung bewuss übe dach und des o
wenige kogni i e Ressou cen we den in die Analyse de Si ua ion in es ie (E ans,
2018).
Theo e ische G undlegungen
54
2
2.3.3
In ui ion und kogni i e Ve ze ungen
Haid (2008) heb un e Bezugnahme au die Dual-P ocess Theo y die Bedeu ung
on In ui ionen besonde s in mo alischen Kon ex en he o . Sein sozial-in ui ionis i-
sche Ansa z zu mo alischen U eilsbildung leg nahe, dass besonde s in mo alischen
Kon ex en die Bewe ungsp ozesse on In ui ionen (Sys em 1) beein luss we den
und die Ve nun ebene (Sys em 2) nu zu nach äglichen Rech e igung des U eils
dien . Diese In ui ionen en sp ingen de a ek i en Ebene und sind s a k sozial, kul-
u ell und emo ional gep äg (Haid , 2008; Sinclai , 2010).
In ui ion besch eib dabei nich s Mys isches, sonde n kann ielmeh als Akkumula-
ion on un e bewuss au genommenen Hinweis eizen e s anden we den, welche
in passend e scheinenden ähnlichen Si ua ionen als G undlage de En scheidungs-
bildung dienen. De Nobelp eis äge He be A. Simon ass e die In ui ion in seine
S udie mi Schachg oßmeis e *innen mi den Wo en zusammen:
Die Si ua ion lie e einen Hinweis eiz; diese Hinweis eiz gib dem Expe en
Zugang zu In o ma ionen, die im Gedäch nis gespeiche sind, und diese In-
o ma ionen geben ihm die An wo . In ui ion is nich meh und nich wenige
als Wiede e kennen (Simon, 1992, S. 155, übe se z in Kahneman, 2012, S. 292).
Die kogni i en Ve ze ungen, die au Basis in ui i e En scheidungen des Sys ems 1
en s ehen können, sind dabei iel äl ig. Bekann e Beispiele hie ü sind de Bes ä i-
gungs ehle (Con o ma ion Bias), welche die Tendenz besch eib , In o ma ionen so
auszuwählen und zu in e p e ie en, dass diese den eigenen Übe zeugungen en sp e-
chen (Me cie , 2016), ode de Anke -E ek (Ancho ing), de die Beein lussung
du ch die e s en gegebenen In o ma ionen besch eib , welche dann als Anke die
Bewe ung wei e e In o ma ionen beein luss (Chapman & Johnson, 2002). Da -
übe hinaus gib es zahl eiche wei e e Ve ze ungen, wie das Übe schä zen de
Wah scheinlichkei eines E eignisses, wenn es s a k mi einem men alen Modell ode
eine Ka ego ie übe eins imm (Rep äsen a i i ä sheu is ik), ode wenn en sp e-
chende Beispiele leich ab u ba ode emo ional s a k e anke sind, unabhängig
on de a sächlichen Wah scheinlichkei des E eignisses (Ve ügba kei sheu is ik)
(Kahneman & T e sky, 2008). Menschen endie en zudem dazu, ih e eigenen kog-
ni i en Ve ze ungen deu lich wenige wah zunehmen, im Gegensa z zu Ve ze -
ungse scheinungen bei ande en, was auch als Bias Blind Spo bezeichne wi d
(P onin e al., 2002).
Die Bedeu ung de a ek i en Ebene ü das menschliche Denken
55
Die Anzahl an wissenscha lich besch iebenen kogni i en Ve ze ungen is noch
deu lich g öße und lieg schä zungsweise zwischen 70 und 80 (Ghisellini & Chang,
2018). Viele kogni i e Ve ze ungen, Denk ehle und Abweichungen on klassische
Logik haben dabei ih en U sp ung alle Wah scheinlichkei nach in de E olu ions-
biologie des Menschen, seine En wicklung und Anpassung an Umwel bedingungen,
die einen e olu ionä en Vo eil bo en. Hinweise da au inden sich beispielsweise in
de sozialen Kogni ion, die das E kennen on Absich en bei A genossen e mög-
lich , mi dem Ziel, in komplexen sozialen G uppen zu übe leben (Cosmides &
Tooby, 2008).
2
2.3.4
Genaue e Be ach ung einzelne Ein luss ak o en
Ein g oße Ein luss ak o in En scheidung- und Bewe ungsp ozessen sind Ge ühle,
auch als A ek -Heu is ik besch ieben (Slo ic e al., 2002). Dabei spielen Emo ionen
nich nu in Sys em-1-P ozessen eine Rolle, sonde n sind au g und ih e s a ken e o-
lu ionä en Bedeu ung auch in Sys em-2-P ozessen, und dami bei a ionalen En -
scheidungs indungen, on Rele anz. Diese emo ionale In e enz wi k sich dadu ch nich
nu da au aus, was wi denken, sonde n auch au die A und Weise, wie In o ma i-
onen e a bei e we den. Besonde s in wissenscha lichen Kon ex en wi d de Ein-
luss de emo ionalen In e enz häu ig un e schä z , obwohl diese eine Auswi kung
au die En scheidungen ha , die Fo schende e en, welche Hypo hesen sie e ol-
gen und wie sie au Unsiche hei en ode neue E kenn nisse eagie en. Neugie ode
ein Ge ühl on D inglichkei können sich da au auswi ken, welche F ages ellungen
als ele an e eingeschä z we den ode die Wahl on Fo schungspa adigmen, - a-
gen ode -me hoden beein lussen (De Sousa, 2008). T e sky und Johnson (1983)
s ellen in diesem Zusammenhang he aus, dass Menschen sich des Ein lusses de Ge-
ühle o nich bewuss sind. In Konsequenz haben die mi eine In o ma ion e -
bundenen Emo ionen häu ig einen s ä ke en Ein luss als de Inhal eine In o ma-
ion selbs , was sich wiede um in Fehleinschä zungen und -wah nehmungen spiegeln
kann (ebd.).
Emo ionen wi ken sich auch bei Übe zeugungsände ungen aus. Die sogenann e kog-
ni i e Dissonanz besch eib das emp undene Spannungsge ühl, wenn Menschen mi
wide sp üchlichen Übe zeugungen, Eins ellungen ode Ve hal ensweisen kon on-
ie we den (Fes inge , 1957). Das so en s ehende Ungleichgewich wi d unbewuss
möglichs e mieden und mi els e schiedene Bewäl igungss a egien (Coping) e-
duzie . Beispielsweise we den neue In o ma ionen gesuch , die die eigene Annahme
s ä ken, und wide sp üchliche In o ma ionen abgelehn ode igno ie (Ha mon-
Theo e ische G undlegungen
56
Jones & Mills, 2019), was mu maßlich den U sp ung ü den Bes ä igungs ehle da -
s ell . G undlage dessen is das menschliche Bes eben, ein konsis en es Wel bild zu
e hal en, weshalb eine Übe zeugungs- ode Ve hal ensände ung häu ig mi S ess ü
den Menschen einhe geh und dahe zunächs abgewiesen wi d. Eine Ände ung i
da au olgend o mi de kleins möglichen Ve ände ung de eigenen Übe zeugun-
gen au (Minimal Change) (Elio & Pelle ie , 2008; Ro , 2008). Dieses Phänomen wi d
auch im Kon ex de Fachdidak ik im Rahmen de epis emischen Neugie disku ie
(Be lyne, 1954; Reine s, 2022), welche als „das Bes eben des Menschen, eine O d-
nung in die E scheinungen seine Umwel zu b ingen“ (Joe ge , 1976, S. 60) e s an-
den we den kann.
Auch i a ionale Handlungen gegen besse es Wissen, philosophisch auch als Ak asia
bezeichne (Adle , 2008; Els e , 2008), lassen sich mi psychologischen Ansä zen e -
klä en. Diese kommen häu ig du ch einen Kon lik zwischen ku z is igen Impulsen
und lang is igen Zielen zus ande, wobei ku z is igen Be iedigungen de Vo zug
gegeben wi d (Els e , 2008). Menschen gewich en dabei ku z is ige Belohnungen
un e bewuss höhe als lang is ige, selbs wenn le z e e höhe aus allen könn en.
Neben ku z is ige emo ionale Be iedigung können auch wide sp üchliche Ziel-
se zungen ode Wünsche sowie un olls ändige In o ma ionen dazu üh en, dass In-
di iduen nich die heo e isch op imale En scheidung ü sich selbs ode ih e Um-
wel e en (ebd.). Selbs de soziale Kon ex und die Menschen, mi denen wi kom-
munizie en, haben einen Ein luss au die A und Weise, wie wi schluss olge n und
u eilen, was Hil on (2008) als kon e sa ionelle In e enz bezeichne .
Be ach e man Handlungen nun als en wede in e n ode ex e n beg ünde , beziehen
sich in e ne G ünde au die Mo i a ionen, Übe zeugungen ode Wünsche eine Pe -
son, die du ch delibe a i e Übe legungen zu eine Handlung üh en können (Willi-
ams, 2008). Diese in e nen G ünde sind häu ig du ch Emo ionen beein luss und
s a k an das subjek i e Mo i a ionssys em de Pe son gebunden. Dabei bilden ins-
besonde e in e nen G ünde e lässliche P ädik o en ü Handlungen, da sie di ek
aus den indi iduellen Wünschen und Zielen de Pe son he o gehen. Im Gegensa z
dazu exis ie en ex e ne G ünde unabhängig on den Wünschen, Übe zeugungen
ode Mo i a ionen eine Pe son. Sie we den o als objek i e ode no ma i e G ünde
be ach e , die ü eine Pe son gel en, selbs wenn diese keine en sp echende inne e
Mo i a ion besi z , um danach zu handeln. Williams un e s eich wei e die Bedeu-
ung in e ne Fak o en, da e nu sie in de Lage sieh , eine Pe son a sächlich zu
mo i ie en (ebd.).
Die Bedeu ung de a ek i en Ebene ü das menschliche Denken
57
Auch bei de kogni i en Ve a bei ung kann dahingehen un e schieden we den, in-
wiewei in e ne Fak o en au sie einwi ken. So un e scheide S ano ich (2008) zwei
Ebenen de kogni i en Kon olle: Die algo i hmische Ebene um ass kogni i e P ozesse,
welche mi de E izienz de In o ma ions e a bei ung e bunden sind, beispiels-
weise das A bei sgedäch nis und die Ve a bei ungsgeschwindigkei . Die in en ionale
Ebene hingegen bezieh sich au We e und Eins ellungen ode Ziele, die Menschen
in Bezug au ih e Denkp ozesse haben. E a gumen ie , dass gängige IQ-Tes s le-
diglich die algo i hmische Ebene e assen, und schläg die Beg i lichkei de Ra io-
nali ä o , da die In elligenz die ande en ele an en Disposi ionen igno ie . Ra io-
nali ä e o de hingegen sowohl die Fähigkei , In o ma ionen zu e a bei en (algo-
i hmisches Ni eau), als auch die Fähigkei , epis emische Ziele zu se zen und die Be-
ei scha zu haben, Übe zeugungen au de Basis neue Beweise anzupassen (in en i-
onales Ni eau). Eine wei e e Un e scheidung nimm e zwischen de epis emischen Ra i-
onali ä und p ak ischen Ra ionali ä o . Die epis emische Ra ionali ä bezieh sich au
die Fähigkei , gu e Übe zeugungen zu o men, Beweise zu hin e agen und A gu-
men e zu be ücksich igen, wohingegen die p ak ische Ra ionali ä sich au die Fähigkei
bezieh , e izien au G undlage de eigenen Ziele und Übe zeugungen zu handeln,
um seine Ziele zu e eichen. Beide Ebenen, die algo i hmische und die in en ionale,
also sowohl die Möglichkei de Ve a bei ung als auch die Be ei scha , de e minie-
en in Summe die Ra ionali ä des Menschen, weswegen auch in elligen e Menschen
i a ional handeln können (ebd.).
Beide Ansä ze, die Un e scheidung on Handlungen nach Williams (2008) sowie die
Un e scheidung on kogni i en Ve a bei ungsp ozessen nach S ano ich (2008), un-
e s eichen dami nochmals den Ein luss in e ne a ek i e Aspek e, wie Emo io-
nen, Mo i a ionen, Übe zeugungen, Wünsche ode Ziele.
2
2.3.5
Theo y o Planned Beha iou
Eine wei e e Theo ie, die an diese S elle be ücksich ig we den soll, is die Theo ie
des geplan en Ve hal ens (Theo y o Planned Beha io , TPB) on Ajzen (1991), die
be ei s in de Biologiedidak ik Anwendung inde . Do wi d sie beispielsweise zu
Un e suchung beein lussende Fak o en au die In en ionen on Leh am ss udie en-
den eingese z (Ap yka & G oßschedl, 2022; Webe e al., 2020; Webe & Fiebelko n,
2019). Die Theo ie des geplan en Ve hal ens s ell eine Wei e en wicklung de The-
o ie des übe leg en Handelns (Theo y o Reasoned Ac ion, TRA) (Ajzen & Fishbein,
1975) da , welche e such , menschliches Handeln zu e klä en und o auszusagen.
In de u sp ünglichen TRA wi d da on ausgegangen, dass Menschen ih Ve hal en
Konzep ionelle Teil - Syn hese
64
diese Ve ze ungen zwa eduzie en, können abe nich alle Ein lüsse olls ändig eli-
minie en. So bleib die wissenscha liche P axis, o z de sys ema ischen Me hodo-
logie, an ällig ü kogni i e Ve ze ungen, die das wissenscha liche U eils e mögen
beein lussen können.
Neben den in e nen He aus o de ungen de Wissenscha p ägen auch ex e ne Fak-
o en die wissenscha liche P axis. So agen de hohe Publika ionsd uck, die Ten-
denz, übe wiegend posi i e E gebnisse zu e ö en lichen (Publika ionsbias), Finan-
zie ungss uk u en und In e essenkon lik e maßgeblich dazu bei, dass wissenscha -
liche A bei au indi iduelle und kollek i e Ebene beein luss wi d, was in einigen
Fachbe eichen zu P oblemen bei de Rep oduzie ba kei on E gebnissen üh
(Bausell, 2021).
Fe ne spielen poli ische Rahmenbedingungen eine en scheidende Rolle ü die Fö -
de ung ode Behinde ung bes imm e Fo schungsbe eiche. Ein Beispiel hie ü is
die Reduk ion de Finanzmi el ü die Klima o schung in den USA wäh end de
Am szei on P äsiden T ump (The Independen , 2018). Zusä zlich e deu lich die
Rolle des Zu alls im na u wissenscha lichen E kenn nisp ozess, wie bei de En de-
ckung des Te lons, de Rön gens ahlung, des New onschen G a i a ionsgese zes,
de En deckung de DNA ode des Penicilins, dass wissenscha liche E kenn nisse
nich imme ge ich e en s ehen müssen, sonde n on zusä zlichen Fak o en abhän-
gig sind (Robe s, 1989), was dem My hos de uni e sellen Me hode de Na u wis-
senscha en en gegens eh (McComas, 2020).
Die Thema isie ung on Na u e o Science mach be ei s einen Sch i , um die Rolle
des Menschen im wissenscha lichen P ozess zu be ücksich igen (D i e e al., 1996;
Lede man, 1992; McComas & Olson, 1998; Osbo ne e al., 2003). Aspek e wie die
soziokul u elle Eingebundenhei und K ea i i ä e deu lichen einzelne Face en de
Wechselwi kungen on Menschen und Wissenscha , insbesonde e au gesellscha -
liche Ebene ( gl. Kap. 2.1.2).
McComas (2020; McComas e al., 2020) benenn die Bedeu ung des Menschen und
seine Subjek i i ä im E kenn nisgewinnungsp ozess, eku ie end au NOS, als das
Human Elemen o Science (Abbildung 1). Diesen Ansa z au g ei end läss sich abe
a gumen ie en, dass das Human Elemen o Science nich nu bei de Genese na u -
wissenscha liche E kenn nisse, sonde n auch bei de en Rezep ion o handen is .
E kennba wi d de menschliche Ein luss do beispielsweise in Ve ze ungen, wel-
che au die kogni i e Dissonanz zu ückgehen, ode in eine An älligkei ü pseudo-
wissenscha liche Übe zeugungen o z gegen eilige E idenz. De G und hie ü
Die Bedeu ung de a ek i en Ebene in den Na u wissenscha en
65
lieg wiede um in de a ek i en Ebene, da die An o de ungen wissenscha lichen
Denkens o in Wide sp uch zu den e olu ionä en wickel en Denkp ozessen s ehen
und s a k on diesen beein luss sind (Blancke & De Smed 2013).
Die Rele anz de a ek i en Dimension bei de Rezep ion na u wissenscha liche
E kenn nisse wi d besonde s deu lich im Rahmen des NOSIS-Konzep s, das NOS
im Kon ex des digi alen Zei al e s be ach e ( gl. Kap. 2.1.3, Hö ecke & Allchin,
2020) (Abbildung 2). Hie we den neben den a ionalen Fak o en auch explizi a -
ek i e Aspek e in Fo m de kogni i en und sozialen Fil e bei de Rezep ion na u -
wissenscha liche E kenn nisse hema isie sowie au kogni i e Ve ze ungen und
Heu is iken eku ie . Neben diesem explizi en Ve weis muss es gehal en we den,
dass nich nu diese Teil, sonde n de gesam e wissenscha liche P ozess nich ei
on a ek i en Fak o en is , denn be ei s bei de Beobach ung und de In e p e a ion
on In o ma ionen un e lieg de Mensch emo ionalen und sozialen Ein lüssen. De
Bes ä igungs ehle (Con o ma ion Bias) s ell in diesem Zusammenhang eine de
häu igs en Ve ze ungen in wissenscha lichen A bei en da . E lei e unbewuss
dazu an, nu die Da en im Fo schungsp ozess zu be ücksich igen, welche die bes e-
hende Hypo hese s ü zen (Me cie , 2016), was zu e älsch en E gebnissen und al-
schen Schluss olge ungen üh en kann. Da übe hinaus kann die Ve ügba kei sheu-
is ik dazu bei agen, dass men al p äsen e S udiendesigns ode In e p e a ionen un-
bewuss Ein luss au die Planung des eigenen Fo schungs o habens nehmen
(Kahneman & T e sky, 2008). Zudem könn e die soziale No m E klä ung ü den
sogenann en Publika ionsbias bie en, indem die E wa ungshal ung de wissen-
scha lichen Gemeinscha sowie die Angs o Ablehnung dazu üh en, dass o -
nehmlich posi i e E gebnisse e ö en lich we den (Bausell, 2021). Nich zule z
spielen Emo ionen eine bedeu ende Rolle im wissenscha lichen P ozess und beein-
lussen diesen au e schiedenen Ebenen.
Emo ionen sind dabei nich pe se nega i ode posi i zu bewe en, da sie un e än-
de lich Teil de menschlichen Na u sind und auch zu K ea i i ä und Inno a ion
üh en können, was einen wesen lichen Teil zum Fo sch i de Wissenscha bei-
äg . Dennoch bi g de Mangel an Bewuss sein ü diese emo ionale In e enz Risi-
ken, denn diese wi k sich du ch Ge ühle, wie Neugie , S ess, Angs ode D inglich-
kei , unbewuss au iele wissenscha lich ele an e Sch i e aus, beispielsweise au
die Wahl de Fo schungs age- und Pa adigmen, den Umgang mi Unsiche hei en
ode Reak ionen au neue E kenn nisse ( gl. Kap. 2.3, De Sousa, 2008).
Konzep ionelle Teil - Syn hese
66
Diese a ek i en Ein lüsse und kogni i en Ve ze ungen sind nich nu heo e ische
Übe legungen, sonde n spiegeln sich in ielen his o ischen und ak uellen wissen-
scha lichen P ozessen wide . Ein p ägnan es Beispiel hie ü is de Fall on Daniel
Shech man, dessen En deckung de Quasik is alle übe einen langen Zei aum nich
ane kann wu de. De Nobelp eis äge Linus Pauling wies seine A bei mi de Aus-
sage „The e a e no quasi-c ys als, he e a e quasi-scien is s“ (Shech man, 2021, S. 5)
zu ück, da sie sich nich in die wissenscha lichen E kenn nisse de damaligen Zei
eino dnen ließ (ebd.). Im Jah 2011 e hiel Shech man den Nobelp eis ü Chemie
ü seine En deckung de Quasik is alle. Das Phänomen, neue E kenn nisse o z
E idenzen zunächs abzulehnen, wenn sie den eigenen Glaubenssä zen wide sp e-
chen, is auch wissenscha lich besch ieben und wi d als Semmelweis-Re lex bezeich-
ne . Diese Beg i geh au den Medizine Ignaz Semmelweis zu ück, dessen A bei
und E kenn nisse aus dem Jah 1847 übe den Zusammenhang on Hygiene und
Kindbe iebe zunächs abgelehn wu den und e s nach seinem Tod Ane kennung
anden (Gup a e al., 2020). Zahl eiche wei e e Beispiele aus de Wissenscha illus -
ie en diesen E ek , e wa die A bei en Mendels zu Ve e bungsleh e, Pas eu s zu
K ankhei se ege n ode in jünge e Zei Allisons, welche das Immunsys em in die
Behandlung on K ebsk ankhei en mi einbezog (ebd.).
Die Thema isie ung on NOS äg zwa be ei s zu Sensibilisie ung ü die sozio-
kul u elle Eingebundenhei , K ea i i ä und Subjek i i ä bei und ö de somi ein
um assende es Ve s ändnis de Wechselwi kungen zwischen Menschen und Na u -
wissenscha en, geh den Weg zu den dahin e liegenden Denkp ozessen jedoch nich
ganz zu Ende. Die ie e gehende F age wä e, wa um die Gesellscha einen so s a -
ken Ein luss au die Na u wissenscha en ha ode was de Objek i i ä de Fo -
schenden im Weg s eh . Diese F age is nu mi de A des menschlichen Denkens
selbs zu bean wo en, weshalb auch und ge ade in den Na u wissenscha en ein ie-
e es Ve s ändnis de zug undeliegenden Denk- und Handlungsp ozesse einen ge-
winnb ingenden Sch i da s ellen wü de. Ein Ve s ändnis on NOS zeig sich dami
als wich ig und ele an , is abe ebenso wie das Fachwissen nu eine no wendige,
jedoch keine hin eichende Bedingung ü K i isches Denken. NOS okussie sich
zumeis au die Wechselwi kungen zwischen dem Menschen und dem P ozess de
Genese wissenscha liche E kenn nisse, jedoch un e lieg auch die Rezep ion na u -
wissenscha liche E gebnisse kogni i en Ve ze ungen, welche die Wissenscha s-
kommunika ion e schwe en können.
Die De ini ion K i ischen Denkens
67
Zusä zlich zum Fachwissen und NOS is es dahe auch und ge ade in den Na u wis-
senscha en on Bedeu ung, ü das eigene Denken zu sensibilisie en und die Fähig-
kei zu Me akogni ion zu ö de n, um kogni i e Ve ze ungen bewuss zu machen
und ih e Auswi kungen zu eduzie en (Gige enze , 1991; G eenhalgh, 2002;
Maddux, 1995; Taylo e al., 2009).
3
3.3
Die De ini ion K i ischen Denkens
Die bes ehenden De ini ionen K i ischen Denkens ( gl. Kap. 2.2) lassen sich im
Hinblick au Gemeinsamkei en und Un e schiede in e schiedene Schwe punk clus-
e ein eilen.
De gängigs e De ini ionsansa z, insbesonde e in den Bildungswissenscha en und
Na u wissenscha sdidak iken, besch eib K i isches Denken als die Kombina ion
kogni i e Fähigkei en und Disposi ionen (By ne & Johns one, 1987; Ennis, 1987;
Facione, 1990; G eene & Yu, 2016; Gunn e al., 2008; Pi he s & Soden, 2000; Sina a
e al., 2014; Viei a e al., 2011; Yacoubian, 2020). Hie bei lieg de Schwe punk häu-
ig au de Ausbildung a ionale Fe igkei en, wie de In e p e a ion, Analyse ode
Bewe ung on In o ma ionen. Disposi ionen, welche als Neigung zu Anwendung
diese kogni i en Fähigkei en e s anden we den können, e bleiben meis au eine
desk ip i en Ebene. Sie cha ak e isie en die Eigenscha en, die ein*e k i isch Den-
kende* au weisen soll e, wie Au geschlossenhei , Neugie ode Selbs e auen (Fa-
cione, 1990), ohne jedoch da zulegen, wie diese Eigenscha en en wickel ode ge-
ö de we den können.
Vo allem psychologische und philosophische Ansä ze s ellen indes die Me akogni-
ion, die Fähigkei , übe sich selbs und seine kogni i en P ozesse nachzudenken, in
das Zen um ih e De ini ion on K i ischem Denken (Dwye e al., 2014; Halpe n,
1999; D. Kuhn, 1999; Lipman, 1987; Olson & As ing on, 1993; Paul & Elde , 2014).
De Fokus lieg dami au dem Denkp ozess selbs , de nich nu als Fähigkei , son-
de n als übe geo dne es Kons uk be ach e wi d. K i isches Denken ungie in
diesen Ansä zen als handlungslei endes Konzep , das nich zule z dazu dien , e wa-
igen Denk ehle n, wie kogni i en Ve ze ungen, en gegenzuwi ken und diese zu be-
wäl igen (Gige enze , 1991; G eenhalgh, 2002; Maddux, 1995; Taylo e al., 2009).
Die a ek i e Dimension wi d in den De ini ionen des K i ischen Denkens nu e -
einzel hema isie . Zwa wi d ih e Rele anz in einigen e wei e en Aus üh ungen
angedeu e , jedoch wi d sie explizi nu on wenigen Au o *innen behandel (Ba &
Konzep ionelle Teil - Syn hese
68
Ben-Shakha , 2018; B amba i Guzzo & Dall’Alba, 2017; Halpe n, 2014; Ra ol e
al., 2019). E kenn nisse aus de Kogni ions- und Ve hal enspsychologie e deu li-
chen jedoch die zen ale Rolle a ek i e Fak o en, wie Emo ionen, Hal ungen, In-
e essen, Mo i a ionen und sozialen No men, ü Handlungs- und En scheidungs-
p ozesse, was be ei s in den Wi scha swissenscha en Be ücksich igung inde (De
Sousa, 2008; Els e , 1989; Fes inge , 1957; Kahneman, 2012; Slo ic e al., 2002;
Thompson e al., 2013).
Diese un e schiedlichen De ini ionsansä ze e deu lichen die Mul idimensionali ä
K i ischen Denkens, de bei eine Neude ini ion angemessen Rechnung ge agen
we den muss. In olgedessen we den an diese S elle die Rahmenbedingungen zu-
sammenge ass , die bei eine Neude ini ion K i ischen Denkens handlungslei end
sind. Die De ini ion soll e:
− e schiedene De ini ionsansä ze be ücksich igen und diese zusammen üh en,
− sowohl die kogni i e als auch a ek i e Ebene einbeziehen,
− die me akogni i e Komponen e K i ischen Denkens be ücksich igen und
− de Komplexi ä des Kons uk s Rechnung agen, abe gleichzei ig die Gesam -
komplexi ä so wei eduzie en, dass eine Ope a ionalisie ung möglich wi d.
Insgesam e deu lichen diese Rahmenbedingungen, dass eine ag ähige Neude ini-
ion des K i ischen Denkens die Meh dimensionali ä des Kons uk s auch in seine
De ini ion wide spiegeln und sowohl die kogni i e und a ek i e Dimension als auch
me akogni i e Fähigkei en einbeziehen muss. Nu so kann eine G undlage gescha -
en we den, die eine p ak ische Anwendung im Bildungskon ex e möglich und
gleichzei ig de Komplexi ä des Kons uk s ge ech wi d.
Als Ausgangspunk zu Modellie ung eine Neude ini ion, welche diesen Rahmen-
bedingungen ge ech wi d, dien das Syne giemodell des k i ischen Denkens on Ra ol e
al. (2019), welches ein ak uelles und explizi es Modell K i ischen Denkens da s ell
( gl. Kap. 2.2.1, Abbildung 8).
Das Modell zeig das In ol ie sein de denkenden Pe son mi einem Objek ode
Subjek , beglei e on Fak o en, wie Wissen, Fähigkei en, abe auch Hal ung und
Mo i a ion sowie No men, We en und Emo ionen. Un e Be ücksich igung de E -
kenn nisse aus de Dual-P ocess Theo y ( gl. Kap. 2.3.2, De Neys, 2006b; F ankish,
2010; Haid , 2008; Kahneman, 2012) läss sich dabei eine Un e scheidung in a ionale
und a ek i e Aspek e o nehmen, wobei die a ionalen Elemen e, wie Wissen und
Die De ini ion K i ischen Denkens
69
Fähigkei en, dem langsame en Sys em 2 und die a ek i en Elemen e, wie Hal ung,
Mo i a ion, We e, No men und Emo ionen, dem in ui i en Sys em 1 zugeo dne
we den können.
Diese Di e enzie ung is jedoch nich nu hie anwendba , sonde n inde sich auch
in den De ini ionen e schiedene Beg i e de Na u wissenscha en und Na u wis-
senscha sdidak ik wiede , wie bei de Kompe enzde ini ion nach Weine (2001).
Hie lassen sich die „kogni i en Fähigkei en und Fe igkei en“ (ebd., S. 27) dem a ionalen
Sys em 2 und die „mo i a ionalen, oli ionalen und sozialen Be ei scha en“ (ebd., S. 27 .)
dem in ui i en Sys em 1 zuo dnen ( gl. Kap. 2.1.1).
Die Bedeu ung des a ek i en Sys ems 1 wi d zudem besonde s deu lich bei de Be-
ach ung on NOS, wo An eile, wie Subjek i i ä , K ea i i ä und soziokul u elle
Eingebundenhei (Lede man, 1992), neben a ionalen Aspek en, wie de empi ischen
Na u ode de wissenscha lichen Me hodik (Osbo ne e al., 2003), eine zen ale
Rolle spielen. Auch das mo alische A gumen zu Ve mi lung on NOS (D i e e
al., 1996; Thomas & Du an , 1987) heb mo alische We e und No men he o , die
eng mi P ozessen des a ek i en Sys ems 1 e knüp sind ( gl. Kap. 2.1.2). Die
NOSIS-E wei e ung (Hö ecke & Allchin, 2020) (Abbildung 2) e weis neben den
a ionalen Fak o en eben alls au explizi a ek i e Aspek e in Fo m de kogni i en
und sozialen Fil e bei de Rezep ion na u wissenscha liche E kenn nisse ( gl. Kap.
2.1.3).
Zu gu e Le z kann auch bei de Thema isie ung on SSI ein s a ke Ein luss de
a ek i en Ebene und dami des Sys ems 1 es ges ell we den, da pe sönliche We e
und Glaubenssä ze s a k die Bewe ung diese Kon ex e beein lussen. Besonde s bei
mo alisch komplexen P oblems ellungen üh dies häu ig zu eine Ve meidung ei-
ne kla en Posi ionie ung, weshalb Lee und Yang (2019) explizi eine s ä ke e Be-
ücksich igung mo alische und psychologische Elemen e im Umgang on SSI o -
de n ( gl. Kap. 2.1.6, Cebesoy & Oz ekin, 2018; Lee & Yang, 2019).
In Anlehnung an die Dual-P ocess Theo y kann das Syne giemodell des k i ischen Den-
kens on Ra ol e al. (2019) dahe um die Konzep e diese Theo ie e wei e we den,
was zu En wicklung des Dual-P ocess Model o C i ical Thinking (DP-CT) üh
(Abbildung 11).
Konzep ionelle Teil - Syn hese
70
Abbildung 11: Dual-P ocess Model o C i ical Thinking (DP-CT) (eigenes Modell)
Das Dual-P ocess Model o C i ical Thinking (DP-CT) e s eh K i isches Denken als Po-
si ionie ungsp ozess, de bei de Auseinande se zung mi einem Subjek ode Objek
on kogni i en und a ek i en Fak o en beglei e wi d, welche die Wah nehmung
und Ve a bei ung on In o ma ionen inne halb dieses P ozesses s eue n. Das in ui-
i e, a ek i e Sys em 1 is dem kogni i en, a ionalen Sys em 2 dabei o gelage ,
was zu Fehlschlüssen üh en kann, wenn das a ionale Sys em nich als Kon ol-
lins anz g ei . In diesem Kon ex bedeu e Posi ionie ung nich no wendige weise
einen ak i en Bewe ungsp ozess, sonde n bezeichne ielmeh den Weg de In o -
ma ions e a bei ung, welche zu Wah nehmung de Wel und zu Posi ionie ung in
ih üh . Die/de k i isch Denkende is in diesem P ozess bewuss in ol ie und
kann beide Sys eme zueinande in Bezug se zen. Dieses Bewuss sein e möglich eine
kon inuie liche Selbs egula ion, Neubewe ung und Anpassung an In o ma ionen,
un e Anwendung de ih *m zu Ve ügung s ehenden kogni i en Fähigkei en und
Be ücksich igung a ek i e Ein lüsse.
Basie end au dem hie o ges ell en Dual-P ocess Model o C i ical Thinking (DP-CT)
wi d an diese S elle olgende Neude ini ion K i ischen Denkens o genommen:
Die De ini ion K i ischen Denkens
71
K i isches Denken (KD) bezeichne eine so g äl ige, sys ema ische und o allem
beg ünde e En scheidungs indung bei de Auseinande se zung de *s Denkenden
mi einem Objek ode Subjek . Diese Auseinande se zung beinhal e die E alua ion
und Anwendung des eigenen Wissens und de eigenen Fähigkei en au kogni i e
Ebene sowie die Be ücksich igung de eigenen Emo ionen, We e, Eins ellungen
und Mo i a ionen au a ek i e Ebene. Es um ass zudem eine kons an e Selbs e-
lexion und - egula ion, die eine Rückkopplung zu *m Denkenden selbs e möglich
und diese*n nich nu in die Posi ion de *s Bewe enden, sonde n auch in die Posi-
ion de *s zu Bewe enden e se z (eigene De ini ion u. a. in Anlehnung an Haid ,
2008; Halpe n, 2014; Kahneman, 2012; D. Kuhn, 1999; Ra ol e al., 2019).
Au diese De ini ion beg ünde komm K i ischem Denken eine Schlüssel olle zu,
da es nich nu eine Fähigkei , sonde n den P ozess gelei e en Denkens selbs da -
s ell . Das K i ische im Denken is somi sein mul ipe spek i isch-p ü ende Cha-
ak e , welche nich allein die Anwendung des Wissens und de Fähigkei en be-
s imm , sonde n auch be ücksich ig , in welchem a ek i en Kon ex diese zu Aus-
p ägung kommen.
Ein besonde es Augenme k lieg in diesem Kon ex au de me akogni i en Fähig-
kei de Selbs e lexion, welche dem Menschen eigen is und eine de am wei es en
o gesch i enen Denk ähigkei en da s ell (Tul ing, 2005). Selbs e lexion wi d in
de Li e a u häu ig de inie als die Einsich und Bewe ung de eigenen Gedanken,
Ge ühle und des Ve hal ens (Ca e & Scheie , 2001; G an e al., 2002; Sil ia, 2021;
Sil ia & Phillips, 2011). Facione (1990) konk e isie dies und sp ich on Selbs -
Übe p ü ung, un e die e olgende Punk e ass :
− Das Re lek ie en übe das eigene Denken und die Übe p ü ung sowohl de e -
ziel en E gebnisse als auch de ko ek en Anwendung und Aus üh ung de dami
e bundenen kogni i en Fähigkei en,
− das objek i e und du chdach e me akogni i e Bewe en de eigenen Meinungen
sowie de G ünde, die zu de en Annahme üh en,
− das Beu eilen, in welchem Maß das eigene Denken du ch Wissenslücken, S e e-
o ype, Vo u eile, Emo ionen ode ande e Fak o en beein luss wi d, welche die
Objek i i ä ode Ra ionali ä einsch änken und
Konzep ionelle Teil - Syn hese
72
− das Re lek ie en übe die eigenen Mo i a ionen, We e, Eins ellungen und In e-
essen, um es zus ellen, inwiewei man sich da um bemüh ha , un o eingenom-
men, ai , g ündlich, objek i , wah hei sge eu, e nün ig und a ional bei de
Fo mulie ung on Analysen, In e p e a ionen, Bewe ungen, Schluss olge ungen
ode Äuße ungen zu sein ( gl. ebd., S. 19).
In Summe kann Selbs e lexion im Kon ex des K i ischen Denkens wie olg de i-
nie we den:
Selbs e lexion is ein P ozess de in ospek i en Übe p ü ung eigene Gedanken, Ge-
ühle, Ve hal ensweisen und P ägungen (Mo i a ion, soziales Um eld, eigene E ah-
ungen u. . m.) sowie da au au bauend ein Bewuss sein ü in e ne und ex e ne Ein luss-
ak o en. Sie um ass die Wah nehmung, Gewich ung und Bewe ung ebenjene , um diese in
En scheidungsp ozessen be ücksich igen zu können und so eine objek i e e Posi ion zu e -
hal en (eigene De ini ion in Anlehnung an Ca e & Scheie , 2001; Facione, 1990;
Gige enze , 1991; G an e al., 2002; Sil ia, 2021).
Auch die Cha ak e isie ung de Selbs egula ion e olg im Rahmen diese Konzep e:
Selbs egula ion bezeichne die Möglichkei und Be ei scha zu selbs s ändigen An-
passung de eigenen Handlungen sowie Ein lussnahme au eigene Gedanken und
Emo ionen. Es um ass das Übe wachen des eigenen Denkens sowie das Bewe en
de eigenen kogni i en P ozesse und a ek i en Ein lüsse. Dami s ell es im Gegen-
sa z zu Selbs e lexion, welche p imä eine selbs bezogene Beobach ung da s ell ,
die da au au bauende Selbs adap ion da (eigene De ini ion in Anlehnung an Faci-
one, 1990; Halpe n, 2014; Paul & Elde , 2014; Ra ol e al., 2019).
K i isches Denken bilde in Summe das Fundamen ü das Wissen, die Fähigkei en
sowie die Selbs e lexion und de inie dami den Rahmen, in dem diese zu Anwen-
dung kommen. Es kann als g unds ändige Denkp axis bezeichne we den, wohinge-
gen das Wissen das We kzeug is , welches om Denken k i isch ge üh und ange-
wand wi d. In Konsequenz e möglich K i isches Denken die Anpassung und
Selbs egula ion eigene En scheidungen und ge o ene Bewe ungen, nich zule z
auch sich selbs be e end.
K i isches Denken, wie es in diese A bei de inie wi d, weis einen s a ken sys e-
mischen Cha ak e au , da keine de beiden Dimensionen K i ischen Denkens iso-
lie be ach e we den soll e (Abbildung 11). Die a ek i en und kogni i en Dimen-
Die De ini ion K i ischen Denkens
73
sionen bedingen einande und sind ein e olu i nich ennba ( gl. Kap. 2.3.2). Ins-
besonde e die a ek i e Ebene läss sich nich umgehen, sonde n lediglich bewuss
machen. Diese sys emische Ve lech ung bilde die G undlage ü eine Ra ionali ä im
Sinne S ano ichs (2008), die sowohl die algo i hmische Ebene de g undlegenden
kogni i en P ozesse als auch das in en ionale Denken, welches selbs e lexi es und
selbs egula i es Denken um ass , in eg ie ( gl. Kap. 2.3.4). K i isches Denken un-
gie dabei als Weg zu diese A Ra ionali ä , indem es ein Abwägen zwischen beiden
Dimensionen e möglich , und kann als B ücke zwischen analy ischen und holis i-
schen Denkansä zen gesehen we den. Du ch diese Be ach ungsweise e schieb
sich de Fokus on eine s a ischen zu eine dynamischen Sich weise, welche die
G enzen des Sys ems übe sch ei e (Reine s, 1996). Du ch seinen dynamischen An-
sa z ö de K i isches Denken nich nu das Ve s ändnis komplexe Zusammen-
hänge, sonde n auch die Fähigkei zu Anpassung an neue E kenn nisse und e än-
de e Bedingungen. In diesem Rahmen s ell die isolie e analy ische Be ach ung ei-
nes Sys ems „eine A Momen au nahme des klassi izie enden O dnens da “ (ebd.,
S. 13), wäh end die sys emische Denkweise als geeigne e Mi elweg ü die Analyse
komplexe Zusammenhänge zwischen Na u wissenscha en, Gesellscha , Ökono-
mie und Ökologie e schein . K i isches Denken ziel dahe nich au eine isolie e
Be ach ung ab, sonde n s eb ein um assendes Ve s ändnis des Gesam sys ems
und seine Wechselwi kungen da übe hinaus an.
Wissen is kon ex gebunden, Ein lüsse sind uni e sell und das K i ische Denken is
die anszendie ende K a , welche diese dispa a scheinenden Elemen e e binde
und ihnen du ch Re lexion Kohä enz e leih , wodu ch eine neue Ebene de E -
kenn nis e eich we den kann. In de Konsequenz kann K i isches Denken nich
nu als sys emisch, sonde n soga als eme gen be ach e we den, da in diesem hie-
a chisch übe geo dne en Ni eau neue quali a i e Eigenscha en en s ehen (P imas,
1985). Ähnlich einem Aluminium-Clus e , welches seine me allischen Eigenscha en
e s bei eine bes imm en G öße e häl (Cândido e al., 2012; Ro ene e al., 2024),
e lang K i isches Denken e s im Zusammenspiel seine Bes and eile, de a ek i en
und kogni i en Ebene sowie dem Fachwissen, epis emologischen Ve s ändnis und
de Selbs e lexion, seine übe g ei end e lexi en Eigenscha en und be ähig zu
um assenden U eilsbildung.
Konzep ionelle Teil - Syn hese
80
zielge ich e e Anweisungen zu geben und die Resul a e k i isch zu p ü en sowie an-
zupassen. Diese Wandel e o de eine Neuaus ich ung de Kompe enzp o ile, wo-
bei insbesonde e K i isches Denken und die Fähigkei zu Selbs e lexion im Um-
gang mi KI un e zich ba is (ebd.).
Einen besonde en S ellenwe e häl K i isches Denken zudem in de Thema isie-
ung on Socioscien i ic Issues, welche wegen ih e kon o e sen und komplexen Na u
einen ebenso meh dimensionalen Bewe ungsansa z e o de n. Au g und de Ve -
lech ungen de Na u wissenscha en mi gesellscha lichen, wi scha lichen, ökolo-
gischen und e hischen Fak o en, is die Be ähigung zu mul ipe spek i ischem Den-
ken, welches in de Lage is , diese Aspek e in einen Bezug zueinande zu se zen, on
besonde e Rele anz ( gl. Kap. 2.1.6). Auch die Uneindeu igkei inne halb on SSI
s ell eine g oße He aus o de ung da , besonde s wenn sich diese mo alisch o de nd
zeigen. Als Reak ion e suchen Le nende in diesen Kon ex en o eine kla e S el-
lungnahme zu e meiden (Chen & Xiao, 2021; Ideland e al., 2011). Diesem Kon lik
könn e mi eine Sensibilisie ung ü die Vo läu igkei na u wissenscha liche E -
kenn nisse und Fö de ung de Selbs e lexion begegne we den, indem zum einen
au den wissenscha lichen P ozess selbs eku ie und zum ande en die Bewe ung
nich als Teil de pe sönlichen Iden i ika ion wah genommen wi d. Du ch das Be-
g ei en on Bewe ungsp ozessen als wohlbeg ünde e En scheidung au Basis de
ak uellen Da enlage und nich als Teil de Pe sönlichkei , kann sowohl die En schei-
dungsschwelle gesenk als auch mi kogni i en Ve ze ungen, wie dem Commi men
Bias, dem Fes hal en an be ei s ge o enen En scheidungen, umgegangen we den
(S aw, 1976). Du ch den höhe en S ellenwe de Selbs e lexion bei de Bewe ung
on SSI wi d auch de Fo de ung Lee und Yangs (2019) en sp ochen, bei de The-
ma isie ung on SSI im Un e ich psychologische Fak o en e s ä k zu be ücksich-
igen, um einen Raum zu Re lexion eigene We e und Übe zeugungen zu scha en
( gl. Kap. 2.1.6).
Dies zeig au , dass na u wissenscha liches Wissen sowie ein Ve s ändnis de Epis-
emologie du ch NOS ü K i isches Denken bei de Bewe ung on SSI zwa no -
wendige, jedoch keine hin eichenden Bedingungen da s ellen (Ennis, 1989). Nu e -
gänz du ch die Selbs e lexion in e ne und ex e ne Fak o en und ein Bewuss sein
ü de en Ein lüsse können o eilige Schlüsse übe dach und e idie , bes ehende
Ansich en hin e ag und soziale Kon ex e mi einbezogen we den (Lee & Yang,
2019).
K i isches Denken im na u wissenscha lichen Un e ich
81
Resul ie end lassen sich d ei Schwe punk e K i ischen Denkens im na u wissen-
scha lichen Un e ich ablei en, welche sich eben alls sys emisch bedingen (Abbil-
dung 13):
− Das na u wissenscha liche Fachwissen s ell eine undie e G undlage da , au
de basie end beg ünde e Bewe ungen und Handlungen ge o en we den kön-
nen.
− Das epis emologische Ve s ändnis, ges ü z au die Konzep e on NOS und NO-
SIS, be ähig dazu, die Ve lässlichkei und Wissenscha lichkei on In o ma io-
nen einzuschä zen, angewand e Me hoden ko ek einzuo dnen und die En s e-
hung wissenscha liche E kenn nisse nachzu ollziehen.
− Die Selbs e lexion e möglich es, in e ne und ex e ne Ein luss ak o en wah zu-
nehmen und au diese G undlage sich selbs zu egulie en, um kogni i e Ve ze -
ungen zu e kennen, den eigenen S andpunk zu hin e agen und gegebenen alls
neue Bewe ungen o zunehmen.
Abbildung 13: T iadisches Modell K i ischen Denkens in de Na u wissenscha sdidak ik (eigenes Mo-
dell)
Da aus e wächs ein mul ipe spek i ische Möglichkei s aum, de Le nende be ä-
hig , na u wissenscha liches Wissen im übe geo dne en Kon ex wah zunehmen
und zu bewe en. Es soll an diese S elle abe he o gehoben we den, dass es nich
Konzep ionelle Teil - Syn hese
82
da um geh , eine ich ige En scheidung zu e mi eln, sonde n einen Möglichkei s-
aum zu scha en, in dem eigene e lek ie e En scheidungen ge äll we den können.
Ziel is es dahe , diese ande en En scheidungsansä ze so handhabba zu machen,
dass sie zu handlungs ele an en Lösungs indung einen subjek i e ah ba en Meh -
we im Gegensa z zum eigenen in ui i en (Bauch-)Ge ühl bie en. Hie lassen sich
Pa allelen zu den All ags o s ellungen on SuS e kennen, da diese ebenso nich aus-
löschba sind und im Umgang mi diese Ta sache die e ügba en al e na i en Sich -
weisen a ak i e gemach we den müssen (Dui e al., 1981; Reine s, 2022).
Um in diesem Kon ex dem Ziel de Na u wissenscha sdidak ik ge ech zu we den,
Wissen und Fähigkei en zu e mi eln, die auch p ak isch Anwendung inden kön-
nen, müssen Möglichkei en gescha en we den, in denen K i isches Denken bewuss
angewand und geschul we den kann (Sadle , 2011; Zeidle & Kahn, 2014). Hie ü
bie e die Thema isie ung on SSI einen Bezugs ahmen ü die Anwendung und Fö -
de ung K i ischen Denkens in de Chemiedidak ik (Ra ol e al., 2019) und komm
dami gleichzei ig de Fo de ung nach, dass Denk ähigkei en am bes en zielge ich e
inne halb bes imm e Domänen e mi el we den (Pe kins, 1987). Dabei soll e K i-
isches Denken explizi e mi el und hema isie we den (Facione, 1990; Kols ø e
al., 2006), da sich auch bei ähnlich komplexen Kons uk en, beispielsweise bei NOS,
gezeig ha , dass explizi e Ve mi lungsansä ze gegenübe implizi en Ansä zen e ek-
i e sind (Abd-El-Khalick e al., 1998; Hö ecke & Sil a, 2011; Khish e & Abd-El-
Khalick, 2002; Lede man & Lede man, 2014).
Insgesam komm dem K i ischen Denken sowohl im Le np ozess na u wissen-
scha liche Cha ak e is ika und Me hodiken als auch in de Bewe ung on SSI eine
besonde e Bedeu ung zu, in dem es als Bindeglied zwischen den na u wissenscha -
lichen und menschenbezogenen Aspek en ungie . Vo diesem Hin e g und läss
sich die Anwendba kei na u wissenscha lichen Wissens als ein Kon inuum beg ei-
en, das sich mi wachsende Kon ex ualisie ung in Bezug au den Menschen s eige
(Abbildung 14).
K i isches Denken im na u wissenscha lichen Un e ich
83
Abbildung 14: Ebenenmodell des K i ischen Denkens in de Na u wissenscha sdidak ik
(eigene Da s ellung)
Wäh end das eine na u wissenscha liche Fachwissen im Sinne des Ve ügungswis-
sens (Moh , 1989) noch eine ge inge Anwendba kei in de pe sönlichen Lebens ea-
li ä de *s Einzelnen ha , bau ein Ve s ändnis on NOS au dem Fachwissen au ,
e gänz dessen Bedeu ung in soziokul u ellen Kon ex en und heb die Bedeu ung
des Menschen bei de Wissensgenese he aus (Reine s, 2022). NOSIS wiede um e -
wei e das Konzep um die Komponen e de Digi alisie ung inklusi e de dami
e bundenen He aus o de ungen. K i isches Denken hingegen e binde alle Ebe-
nen und umschließ sie als G undlage, indem es die einzelnen kogni i en und a ek-
i en Elemen e sys emisch mi einande e binde und so eine besse e Abwägba kei
sowie einen mul ipe spek i ischen Möglichkei s aum scha , in dem au Basis de
o angegangenen Fak o en indi iduelle En scheidungen möglich sind. Dami wi d
das e wo bene Fachwissen kon ex ualisie und zum O ien ie ungswissen e hoben,
dem ein a sächliche Nu zen zukomm , und so beispielsweise die gesellscha liche
Konzep ionelle Teil - Syn hese
84
Pa izipa ion bei na u wissenscha lichen F ages ellungen und ein kon inuie liches
Wei e le nen e möglich .
Übe haup s ell es sich mi le weile als unmöglich da , säm liches o handenes
Fachwissen im Schulun e ich zu e mi eln. Das Wissen de Wel e doppel sich
alle ün bis zwöl Jah e (Lyman & Va ian, 2003) und is zudem as olls ändig di-
gi al ab u ba . In diesem Ve lau kann es somi nich meh das Ziel sein, eine g oße
Quan i ä an Fachwissen zu e mi eln, sonde n anhand exempla ischen Fachwis-
sens ein quali a i um assende es Ve s ändnis im Umgang mi und de Aneignung
on neuem Fachwissen zu ö de n. Hie ü is abe die Fähigkei zu Selbs e lexion
ele an , um po enzielle Wissenslücken zu iden i izie en, wohingegen ein Ve s änd-
nis de Epis emologie bei de Auswahl und Bewe ung neue Wissensquellen no -
wendig is . Das na u wissenscha liche G undwissen is an diese S elle als G und-
ge üs onnö en, um neues Wissen in bes ehendes in eg ie en zu können. K i isches
Denken s ell also keine Abkeh on de achinhal lichen Ve mi lung da , sonde n
ielmeh eine Neuaus ich ung de achlichen Ve mi lung mi dem Ziel de maxima-
len Anwendba kei .
Auch ü Leh ende spiel K i isches Denken eine ele an e Rolle, besonde s im Ve -
mi lungs- und Bewe ungskon ex . Die Didak ik se z sich im Ke n mi Menschen
auseinande , welche e schiedene Vo ausse zungen, soziale Einbindungen, He -
kün e, Iden i ä en, Mo i a ionen und emo ionale Zus ände mi b ingen. Diese Viel-
al in einen pädagogisch sinn ollen Kon ex zu se zen, beinhal e das Po enzial, ge-
ziel e au die Bedü nisse de *s Einzelnen einzugehen, achspezi ische Inhal e e -
s ändliche au zube ei en und diese didak isch zielge ich e e zu ans o mie en (Rei-
ne s, 2022). K i isches Denken e möglich es Leh k ä en, zwischen kogni i en und
a ek i en Fak o en abzuwägen und so die indi iduelle Fö de ung im Chemieun e -
ich zu e besse n. Dies is besonde s ele an , da emo ionale und mo i a ionale
Aspek e häu ig das Le n e hal en und den Le n o sch i beein lussen.
Besonde e Bedeu ung e lang K i isches Denken bei Leis ungsbewe ungen und in
Diagnosesi ua ionen, in denen kogni i e Ve ze ungen eine Rolle spielen können.
Typische Ve ze ungen sind un e ande em de Rosen hal-E ek , selbs e üllende P o-
phezeiungen du ch E wa ungen an die Leis ung, de Kon as -E ek , bei dem Leis-
ungsun e schiede inne halb eine G uppe die Beu eilung einzelne Le nende e -
ze en, ode de In e enz-E ek , bei dem Leh k ä e eigene Pe sönlichkei sme kmale
au die Le nenden p ojizie en ode diese mi gegen eiligen Eigenscha en e sehen
(G oß, 2022; K e schme & S a y, 1998; Sämme , 1999; Wenge , 2006). Diese Ve -
K i isches Denken im na u wissenscha lichen Un e ich
85
ze ungen ge äh den die Objek i i ä und Fai ness bei de Leis ungsbeu eilung, wes-
halb K i isches Denken ü eine e lek ie e und möglichs un o eingenommene Be-
we ung une lässlich is . Des Wei e en kann K i isches Denken und insbesonde e
die Selbs e lexion zu Selbs egula ion und so zu Ve besse ung des Un e ich s bei-
agen, indem eigene U eile und Un e ich ss a egien hin e ag ode die Auswahl
on Ma e ial und Me hoden übe dach we den. Die Fähigkei , übe die eigenen
Denkmus e nachzudenken, un e s ü z die Leh k ä e dabei, sowohl kogni i e Ve -
ze ungen zu e meiden als auch die emo ionalen und mo i a ionalen Bedü nisse
de Le nenden besse zu e s ehen. Dies e möglich es, empa hisch au Le nende zu
eagie en und eine ö de liche Le na mosphä e zu scha en.
Abschließend is K i isches Denken ü Leh k ä e ein en scheidende Fak o zu
kon inuie lichen p o essionellen Wei e en wicklung. Indem de eigene Un e ich
selbs s ändig kons an übe p ü wi d, wi d nich nu de Un e ich e besse , son-
de n auch die Quali ä de na u wissenscha lichen Bildung lang is ig ges ä k .
87
4
4
Empi ische Teil – Me hodik
Ziel dieses P ojek s wa es, K i isches Denken nich nu neu zu de inie en und kon-
zep ionell zu undie en, sonde n das Kons uk auch in seine Meh dimensionali ä
g ei ba und ope a ionalisie ba zu machen.
De u sp üngliche En wu diese A bei e olg e zunächs das Ziel, Ansä ze zu
explizi en Fö de ung K i ischen Denkens zu en wickeln. Wäh end de E s konzep-
ion zeig e sich jedoch, dass keine geeigne en Ins umen e exis ie en, die de Kom-
plexi ä und Meh dimensionali ä dieses Kons uk s ge ech we den konn en. Vo
diesem Hin e g und wu de die Aus ich ung des P ojek s angepass und die En wick-
lung eines Ins umen a iums, welches K i isches Denken sowohl du ch Selbs - als
auch du ch F emdeinschä zung in seine Komplexi ä alide e assen kann, ins Zen -
um des empi ischen E kenn nisin e esses gese z .
In diesem Kapi el wi d die G undaus ich ung des empi ischen Vo gehens da geleg
sowie die Da ene hebungs- und Auswe ungsme hoden di e enzie besch ieben,
um eine bes mögliche T anspa enz de einzelnen Sch i e zu Wah ung de Gü e
diese A bei zu gewäh leis en.
4.1
Konzep ion des empi ischen Fo schungsp ojek s
Wie das o angegangene Kapi el ( gl. Kap. 3) au gezeig ha , s ell K i isches Den-
ken ein ele an es Bildungsziel da , welchem insbesonde e im Hinblick au die Na-
u wissenscha en eine besonde e Bedeu ung zukomm . Dennoch bleib neben de
De ini ion des Kons uk s ü die Na u wissenscha sdidak ik die F age nach de
Ope a ionalisie ba kei o en, um K i isches Denken auch zielge ich e ad essie en
und au lange Sich ö de n zu können.
Au g und de Komplexi ä des Kons uk s des K i ischen Denkens und des Mangels
an hin eichenden Ins umen en, die de Neude ini ion ge ech we den, läss sich de
empi ische Teil diese A bei als s a k explo a i cha ak e isie en, weswegen schwe -
punk mäßig quali a i e Ins umen e de Da ene hebung Anwendung inden
(Lamnek & K ell, 2016). Dabei wi d au Me hoden de quali a i en Sozial o schung
zu ückgeg i en, da diese geeigne sind, den dynamischen und mul ipe spek i ischen
Cha ak e des K i ischen Denkens angemessen zu e assen und eine e s ehend-in-
e p e a i e Rekons uk ion zu e möglichen (Dö ing & Bo z, 2016).
Empi ische Teil – Me hodik
88
Das explo a i e Vo gehen e laub eine g oße Flexibili ä und eine o ene He ange-
hensweise an den Fo schungsp ozess, um diesen dynamisch an neue E kenn nisse
anzupassen und neue Pe spek i en au das Thema zu en wickeln (Blume , 1980).
Diese Flexibili ä is jedoch nich unge ich e , sonde n okussie sich im Lau e de -
Un e suchung, wobei die „O ien ie ung de E hebungsins umen e bzw. de en Aus-
wahl und Anwendung an de P oblems ellung und de sozialen Reali ä “ e olgen
(Lamnek & K ell, 2016, S. 37). In Konsequenz bauen die S udien dieses Fo schungs-
p ojek s in Anlehnung an das P inzip de Zi kula i ä und Flexibili ä (Dö ing & Bo z,
2016) i e a i au einande au , wobei die E kenn nisse eine S udie ü die Konzep-
ion ode Übe a bei ung de nächs en S udie dien en.
Die handlungslei ende Fo schungs age ü den empi ischen Teil dieses Fo schungs-
p ojek s wi d wie olg o mulie :
Wie kann K i isches Denken als Kons uk im Kon ex de Chemiedidak ik
ope a ionalisie we den?
Zu Bean wo ung diese Fo schungs age und als O ien ie ung ü die Explo a ion
dienen die im Wei e en au ge üh en Un e suchungs agen:
1. Welche e schiedenen Pe spek i en nehmen angehende Chemieleh k ä e bei de
Bewe ung on gesellscha lichen F ages ellungen mi na u wissenscha lichem
Bezug (SSI) ein?
2. Welches Ve s ändnis haben angehende Chemieleh k ä e on de Beg i lichkei
des K i ischen Denkens?
3. Inwiewei inde Selbs e lexion bei angehenden Chemieleh k ä en bei de Be-
we ung on gesellscha lichen F ages ellungen mi na u wissenscha lichem Be-
zug s a ?
Die Un e suchungs agen beinhal en je nach S udie und Ins umen wei e e un e -
geo dne e Un e suchungs agen, welche de Bean wo ung de übe geo dne en Un-
e suchungs age dienen und in de Einzelbe ach ung de S udien au ge üh we -
den.
Da es das Ziel de empi ischen Un e suchung is , K i isches Denken ope a ionali-
sie ba zu machen, müssen in diesem Zuge eben alls die Gelingensbedingungen o -
mulie we den, welche ü diese Ope a ionalisie ung gel en. Das Ins umen muss:
Konzep ion des empi ischen Fo schungsp ojek s
89
− unabhängig om Fachwissen sein, da K i isches Denken als mul ipe spek i ische
Denkp axis und nich das Fachwissen gemessen we den soll,
− gleichzei ig Zug i au meh e e Dimensionen des Denkens e möglichen, die ü
eine Anwendung beispielsweise in Bewe ungsp ozessen ele an sind,
− eine F emdeinschä zung de Fähigkei zum K i ischen Denken e möglichen, wel-
che mi eine Selbs einschä zung iangulie we den kann,
− kon ex unabhängig sein, um in un e schiedlichen achdidak ischen Kon ex en
und Themenbe eichen anwendba zu sein, und
− sowohl die a ek i e als auch die kogni i e Dimension sys emisch e assen.
Da K i isches Denken als mul ipe spek i ische Denkp axis e s anden we den kann,
die besonde s in En scheidungs- und Bewe ungssi ua ionen on hohe Rele anz is ,
wu de als Ausgangspunk de Explo a ion die Un e suchung on Bewe ungspe -
spek i en bei de Thema isie ung on SSI gewähl . Ge ade SSI bie en au g und ih e
kon o e sen Na u , ih e Uneindeu igkei , ih e e hisch-mo alischen An eile sowie
ih e lebenswel lichen Bedeu ung sowohl das Po enzial als auch die No wendigkei ,
K i isches Denken anzuwenden (Bybee, 1997; Gunn e al., 2008; Kols ø e al., 2006;
Osbo ne, 2014; Ra ol e al., 2019; Yacoubian, 2015; Zeidle , 2014).
Ein Ke ns ück des explo a i en Vo gehens s ell dabei die e ände e Aus ich ung
de on den Teilnehmenden e wa e en An wo en da . Angelehn an Clough (2008),
Dewey (1933) sowie Paul und Elde (2014) kann angenommen we den, dass sich die
Fähigkei zu denken in de Fähigkei wide spiegel , sich selbs F agen zu s ellen. Die-
se Annahme olgend s ell die Fo mulie ung on F agen inne halb gegebene Kon-
ex e eine Möglichkei da , die Dimensionen des Denkens de Teilnehmenden zu
e g ünden. Au diese Weise wi d das Po enzial zu denken übe den Ab u on (Fach-
)Wissen ges ell , da de Fo mulie ung on F agen eine po enzielle Aneignung on
Wissen olgen kann.
Eine wei e e Aus ich ung lieg in de E g ündung de Fähigkei zu Selbs e lexion,
da diese im Kon ex des K i ischen Denkens als eine wesen liche me akogni i e Fä-
higkei gil ( gl. Kap. 3.3). Neben dem Fachwissen und dem epis emologischen Ve -
s ändnis s ell sie die d i e g oße Face e K i ischen Denkens in de Na u wissen-
scha sdidak ik da , die jedoch eine e ie enden Be ach ung beda ( gl. Kap. 3.5).
Da übe hinaus spiel das Ve s ändnis on K i ischem Denken eine zen ale Rolle,
Empi ische Teil – Me hodik
96
(Ins i u ü Chemiedidak ik (H sg.), 2023b, 2023a; Ma h.-Na . Fakul ä de Uni e -
si ä zu Köln (H sg.), 2018). Die S ichp oben alle E hebungen on S udie 1 en -
s amm en de selben G uppe on Semina eilnehmenden, wobei die S ichp oben-
g öße leich a iie e, da die Teilnehmendenzahl nich in jede Si zung, in de e ho-
ben wu de, kons an wa . Die S ichp obeng öße belie sich au N = 15 in de F age-
bogene hebung S1.F1, au N = 12 in de F agebogene hebung S1.F2 sowie au
N = 15 in de abschließenden F agebogene hebung S1.F3. Ab de d i en F agebo-
gens udie wu den auch wei e e pe sonenbezogene Da en, wie das S udienp o il in
Bezug au die Schul o m, die Anzahl an Fachsemes e n und die Zwei äche e ho-
ben. Die am s ä ks en e e ene G uppe bilde en 13 Teilnehmende mi dem S udi-
enp o il Leh am ü Gymnasien und Gesam schulen, wohingegen Leh am ss udie-
ende ü Haup -, Real- und Gesam schule sowie Sonde pädagogik jeweils nu ein-
mal o kamen.
Im Win e semes e 2022/2023 wu de e s mals im Rahmen de S udie S2 ein In e -
iewlei aden ü die geplan en In e iewe hebungen pilo ie (S2.I0). Die Pilo ie-
ungss ichp obe bes and aus N = 3 S udie enden, wobei ein*e Teilnehmende des
Leh am s das S udienp o il Sonde pädagogik und zwei Teilnehmende ü Haup -,
Real-, Sekunda - und Gesam schulen s udie en. Die Teilnehmenden s amm en aus
de Chemie-Vo lesung des Moduls Ma hema isch-Na u wissenscha liche G undlegung
(MNF-B), welches on Leh am ss udie enden ande e Na u wissenscha en als E -
gänzungsmodul besuch wi d (Ins i u ü Chemiedidak ik (H sg.), 2023a, 2023b;
Ma h.-Na . Fakul ä de Uni e si ä zu Köln (H sg.), 2018). Dami konn e siche ge-
s ell we den, dass die Teilnehmenden nich im spä e en Ve lau Teil de eigen lichen
S ichp obe on Chemieleh am ss udie enden wu den, abe gleichzei ig eine ü die
Pilo ie ung e gleichba e achliche Eignung sei ens de Teilnehmenden o lag. Zwei
Teilnehmende be anden sich im e s en Semes e , eine Pe son im ie en Semes e .
Die au die Pilo ie ung olgende In e iew- und F agebogene hebung (S2.F1 &
S2.I1) and mi N = 10 S udie enden des Chemieleh am s s a . Diese se z e sich aus
sechs S udie enden im Bachelo s udiengang und ie S udie enden im Mas e s udi-
engang Leh am Chemie zusammen. Die Bachelo s udie enden en s amm en dem
Semina zum Modul G undlegende Aspek e de Fachdidak ik (B2 HR/SP B3 GG) (Ins i-
u ü Chemiedidak ik (H sg.), 2023b, 2023a; Ma h.-Na . Fakul ä de Uni e si ä zu
Köln (H sg.), 2018), wobei alle das S udienp o il ü Gymnasien und Gesam schulen
au wiesen. Die S udie enden hie wa en du chschni lich im d i en Fachsemes e ,
ein*e Teilnehmende* ha e ein na u wissenscha liches Fach als Zwei ach. Die
Mas e s udie enden en s amm en hingegen dem Semina zu Ausgewähl en Themenge-
bie en des Chemieun e ich s (M1 HR/GG) (Ins i u ü Chemiedidak ik (H sg.), 2023c;
Me hoden de Da ene hebung
97
Ma h.-Na . Fakul ä de Uni e si ä zu Köln (H sg.), 2021) und wa en eben alls im
S udienp o il ü Gymnasien und Gesam schulen e o e . Die S udie enden wa en
du chschni lich im d i en Fachsemes e des Mas e s und zwei on ihnen s udie en
ein na u wissenscha liches Zwei ach. Beide Semina e, aus denen die Teilnehmen-
den s amm en, wu den on ande en Dozie enden und nich om Un e suchenden
selbs ges al e .
Die E hebungen de d i en S udie S3 anden im Somme semes e 2023 s a . Hie
wu de ein neue , kombinie e F agebogen eingese z , welche mi N = 4 Mas e s u-
die enden aus dem Semina Ve ie ende Aspek e de Chemiedidak ik (M1 HR/SP/GG)
(Ins i u ü Chemiedidak ik (H sg.), 2023c, 2023d; Ma h.-Na . Fakul ä de Uni e -
si ä zu Köln (H sg.), 2021) pilo ie wu de (S3.F0). Alle Teilnehmenden wa en im
S udienp o il Leh am Chemie ü Gymnasien und Gesam schulen e o e und wa-
en as alle im e s en Fachsemes e des Mas e s. Hie wies keine de Be ag en ein
na u wissenscha liches Zwei ach au . Die Haup e hebungen S3.F1&2 sowie
S3.I1&2, welche beide im P e-Pos -Tes -Design gehal en wa en, wu den mi Ba-
chelo s udie enden des Chemieleh am s im Semina zu achbezogenen Le n- und Kommu-
nika ionsp ozessen (B5 HR/GG B3 SP) du chge üh , welches om Un e suchenden
selbs als Leh pe son be eu wu de. An de F agebogene hebung nahmen N = 16
S udie ende eil, zwöl da on mi S udienp o il ü Gymnasien und Gesam schulen,
zwei ü sonde pädagogische Fö de ung und eine Pe son ü Haup -, Real-, Se-
kunda - und Gesam schulen. Die S udie enden wa en du chschni lich im sechs en
Fachsemes e und ün on ihnen wiesen ein na u wissenscha liches Zwei ach au .
Von diesen 16 S udie enden nahmen zehn an de In e iews udie S3.I1&2 eil. Vie
da on ha en be ei s an de In e iews udie S2.I1 eilgenommen, weshalb mi diesen
nu ein abschließendes Pos -In e iew in S3.I2 ge üh wu de. Dies wa dadu ch
möglich, dass sich de In e iewlei aden nach seine Pilo ie ung S2.I0 nich meh
g undlegend e ände ha e und de zei liche Abs and zu E hebung S2.I1 nich zu
g oß wa . Dami wa eine Ve gleichba kei zu den sechs S udie enden gegeben, wel-
che an de P e-E hebung S3.I1 wäh end des Semina s eilnahmen, weshalb au diese
Weise eine P e-Pos -S ichp obe on N = 10 zus ande kam. Die S ichp obe se z e
sich aus ach S udie enden mi S udienp o il ü Gymnasien und Gesam schulen so-
wie zwei mi P o il ü sonde pädagogische Fö de ung zusammen. Die Teilnehmen-
den an de In e iewe hebung wa en du chschni lich im ün en Semes e , zwei S u-
die ende s udie en ein na u wissenscha liches Zwei ach.
Die ie e S udie S4 wa eine eine F agebogens udie und and im Rahmen des che-
miedidak ischen Semina s Ein üh ung in das wissenscha liche A bei en im Basismodul
Empi ische Teil – Me hodik
98
G undlegende Aspek e de Fachdidak ik (B2 HR/SP B3 GG) (Ins i u ü Chemiedidak ik
(H sg.), 2023b, 2023a; Ma h.-Na . Fakul ä de Uni e si ä zu Köln (H sg.), 2018)
s a , welches eben alls om Un e suchenden selbs konzipie und gelei e wu de.
Dieses wu de im Somme semes e 2023 als Block e ans al ung ü zwei G uppen
gehal en. Die beiden G uppen un e schieden sich hinsich lich de im F agebogen
e wende en Kon ex e, wa en jedoch ansons en iden isch. Die S ichp obe de e s en
G uppe S4.F1 bes and aus N = 17 Teilnehmenden, wo on 13 das S udienp o il ü
Gymnasien und Gesam schulen, d ei ü Haup -, Real-, Sekunda - und Gesam schu-
len und zwei ü sonde pädagogische Fö de ung o wiesen. Sechs S udie ende ha -
en ein na u wissenscha liches Zwei ach und be anden sich du chschni lich im
d i en Fachsemes e . Die zwei e G uppe S4.F2 bes and aus N = 14 Teilnehmenden,
zehn da on mi S udienp o il ü Gymnasien und Gesam schulen, zwei ü sonde -
pädagogische Fö de ung und ein*e Be ag e* ü Haup -, Real-, Sekunda - und Ge-
sam schulen. Auch hie wa en die S udie enden du chschni lich im d i en Fachse-
mes e , wohingegen hie sieben Teilnehmende ein na u wissenscha liches Zwei -
ach ha en.
Die abschließenden E hebungen de S udie S5 anden im Win e semes e
2023/2024 mi S udie enden des Mas e s udiengangs Leh am Chemie im Semina
Ve ie ende Aspek e de Chemiedidak ik (M1 HR/SP/GG) s a . De Un e suchende a
hie als Gas dozen in einem ansons en on einem ande en Dozie enden de Che-
miedidak ik konzipie en Semina in E scheinung. Hie nahmen N = 12 S udie ende
an de P e-Pos -F agebogene hebung S5.F1&2 eil, da on neun S udie ende mi S u-
dienp o il ü Gymnasien und Gesam schulen, zwei ü sonde pädagogische Fö de-
ung und ein*e S udie ende* ü Haup -, Real-, Sekunda - und Gesam schulen. Die
S udie enden wa en du chschni lich im e s en Fachsemes e und sechs on ihnen
wiesen ein na u wissenscha liches Zwei ach au . An de abschließenden P e-Pos -
In e iewe hebung nahmen sieben S udie ende eil, welche eben alls du chschni -
lich im e s en Fachsemes e des Mas e s wa en. Vie Teilnehmende s udie en ü
das Leh am an Gymnasien und Gesam schulen, eine Pe son ü Haup -, Real-, Se-
kunda - und Gesam schulen und zwei ü sonde pädagogische Fö de ung. Hie wie-
sen zwei S udie ende ein na u wissenscha liches Zwei ach au .
Eine um assende e Übe sich übe die Ve o ung de Bachelo module de e schie-
denen S udienp o ile kann den jeweiligen Modulhandbüche n de Uni e si ä zu
Köln en nommen we den (Ins i u ü Chemiedidak ik (H sg.), 2023a, 2023b; Ma h.-
Na . Fakul ä de Uni e si ä zu Köln (H sg.), 2018). Eine Eino dnung de S ellung
de Semina e im S udien e lau des Mas e s udiums is eben alls in den zugehö igen
Me hoden de Da ene hebung
99
Modulhandbüche n zu inden (Ins i u ü Chemiedidak ik (H sg.), 2023c, 2023d;
Ma h.-Na . Fakul ä de Uni e si ä zu Köln (H sg.), 2021).
Tabelle 5: Tabella ische Übe sich übe die einzelnen S ichp oben de Fo schungsp ojek es und ih e Cha-
ak e is ika
E hebung Modul Semes e
S ichp o-
beng öße
(N)
Ve eilung au
Schul o men
Teilneh-
mende mi
nawi.
Zwei ach
⌀ Du ch-
schni l.
Fach-
semes e
S1.F1 B5 HR/GG
B3 SP SoSe 22 15 Nich e hoben Nich
e hoben
Nich
e hoben
S1.F2 B5 HR/GG
B3 SP SoSe 22 12 Nich e hoben Nich
e hoben
Nich
e hoben
S1.F3 B5 HR/GG
B3 SP SoSe 22 15
Gym/Ges: 13
HRSG: 1
SoPäd: 1
5 4,3
S2.F1
B2 HR/SP
B3 GG &
M1 HR/GG
WiSe22/23 B.A.: 6
M.Ed.: 4 Gym/Ges B.A.: 6
Gym/Ges M. Ed.: 4
B.A.: 1
M.Ed.: 2
B.A.: 3
M.Ed.: 3,3
S2.I0 GG-MNF-B WiSe22/23 3 HRSG: 2
SoPäd: 1
Nich
e hoben 2,0
S2.I1
B2 HR/SP
B3 GG &
M1 HR/GG
WiSe22/23 B.A.: 6
M.Ed.: 4
Gym/Ges B.A.: 6
Gym/Ges M. Ed.: 4
B.A.: 1
M.Ed.: 2
B.A.: 3
M.Ed.: 3,3
S3.F0 M1
HR/SP/GG SoSe23 4 Gym/Ges: 4 0 1,5
S3.F1&2 B5 HR/GG
B3 SP SoSe23 16 Gym/Ges: 12
HRSG: 1
SoPäd: 2
5 6,0
S3.I1 B5 HR/GG
B3 SP SoSe23 6 Gym/Ges: 4
SoPäd: 2 1 5,8
S3.I2 B5 HR/GG
B3 SP SoSe23 10 (+ 3
Follow-Up)
Gym/Ges: 8
SoPäd: 2 2 5,1
S4.F1 B2 HR/SP
B3 GG SoSe23 17
Gym/Ges: 13
HRSG: 3
SoPäd: 2
6 3,1
S4.F2 B2 HR/SP
B3 GG SoSe23 14
Gym/Ges: 10
HRSG: 1
SoPäd: 3
7 3,1
S5.F1&2 M1
HR/SP/GG WiSe23/24 12
Gym/Ges: 9
HRSG: 1
SoPäd: 2
6 1,3
S5.I1&2 M1
HR/SP/GG WiSe23/24 7 (+ 5
Follow-Up)
Gym/Ges: 4
HRSG: 1
SoPäd: 2
2 1,3
Empi ische Teil – Me hodik
100
4
4.2.3
F agebogene hebungen
Da sich die I ems und Ges al ungen de F agebögen in Abhängigkei on den zuge-
hö igen Un e suchungs agen und au g und des i e a i en Ansa zes oneinande un-
e scheiden, wi d im Folgenden au die g undlegende Konzep ion de F agebogen-
e hebungen eingegangen. Eine de aillie e e Be ach ung de einzelnen eingese z en
I ems e olg in den jeweiligen Kapi eln de S udien.
Die F agebogene hebungen dien en o de g ündig de Un e suchung de indi idu-
ellen Sich weisen und de Selbs einschä zung de Teilnehmenden (Moosb ugge &
B and , 2020c; Tiemann & Kö bs, 2014). Dabei bo de Einsa z on F agebögen
gleichzei ig die Möglichkei , eine g öße e S ichp obe on Teilnehmenden zei ökono-
misch zu un e suchen. Zu Ve ein achung de Da enau nahme wu de die Online-
Um age-Applika ion LimeSu ey e wende , welche eine digi ale Bea bei ung de
F agen sei ens de Teilnehmenden e möglich e und die Da en e a bei ung bei de
spä e en Auswe ung e leich e e (Hussy e al., 2010; Limesu ey GmbH, o. J.). Zu-
sä zlich konn e du ch die Vos uk u ie ung des F agebogens siche ges ell we den,
dass bei de Bean wo ung de F agen de o angegangenen Da enschu ze klä ung
zuges imm wu de, welche eine hohe Rele anz in de Au nahme und Ve a bei ung
pe sonenbezogene Da en zukomm (Lamnek & K ell, 2016; Moosb ugge &
B and , 2020c). Dem F agebogen ging eine Sei e mi de Au klä ung übe die Ziele
des F agebogens o an, mi de Bi e, jede Sei e des F agebogens auszu üllen, da nu
olls ändige Da ensä ze bei de Auswe ung be ücksich ig we den können. Au
diese Weise konn e on eine F eiwilligkei de Teilnahme und eine in o mie en
Einwilligung bei de wei e en Bean wo ung de F agen ausgegangen we den (Dö-
ing & Bo z, 2016). Zum Schu z de Teilnehmenden begann jede F agebogen mi
eine Anlei ung zu E s ellung eines indi iduellen sechss elligen Codes, welche an
die S elle des Namens a . Diese Pseudonymisie ung dien e zum einen de Zusiche-
ung de Anonymi ä beim Aus üllen des F agebogens und dami Reduk ion de so-
zialen E wünsch hei (Buske , 2014), e möglich e abe zugleich die eiwillige Mel-
dung du ch die Teilnehmenden bei e en uell au e enden Rück agen (Riese &
Reinhold, 2014). Zum ande en dien e diese Pseudonymisie ung zu Wah ung de
Un o eingenommenhei bei de Auswe ung, da die Teilnehmenden auch S udie-
ende im Semina wa en und dahe ein pe sönliche Bezug zu ihnen o handen wa .
Die pe sonenbezogenen Da en, wie de Leh am ss udiengang, wei e e Fäche neben
Chemie, de ak uelle Abschni des S udiums und das Semes e , wu den un e Be-
ücksich igung de F agebogens uk u am An ang des F agebogens nach de E s el-
lung des Codes e hoben (Tiemann & Kö bs, 2014).
Me hoden de Da ene hebung
101
Die eigen lichen I ems um ass en e schiedene F agen ypen. Die o enen/nich
s anda disie en F ages ellungen dien en zu e ie en Einsich in die Bewe ungs-
s a egien und Ein lüsse de Teilnehmenden sowie zu Einsich in das subjek i e
Ve s ändnis on Beg i lichkei en wie K i ischem Denken, Selbs e lexion ode kogni i en
Ve ze ungen. Dieses Fo ma e möglich , dass die Teilnehmenden gemäß ih e eige-
nen Vo s ellungen und in ih e Sp achlichkei an wo en können (Po s , 2014;
Reinde s, 2022a). Dami einhe gehend beda es abe zugleich eine e wei e en Aus-
we ung de gegebenen An wo en (Riese & Reinhold, 2014). Die geschlosse-
nen/s anda disie en I ems beinhal e en haup sächlich disk e ges u e Ra ingskalen,
welche auch als Like -Skalen bezeichne we den (Moosb ugge & B and , 2020a) und
zu den am wei es en e b ei e en Skalen in F agebögen de empi ischen Sozial o -
schung zählen (Po s , 2014). Die bei den selbs e s ell en geschlossenen I ems e -
wende en Skalen bes anden aus Ra ingskalen mi ün Abs u ungen, da ün bis sie-
ben Abs u ungen bei Ra ingskalen op imale Eigenscha en hinsich lich de Validi ä
und Reliabili ä au weisen (Moosb ugge & B and , 2020a; Weij e s e al., 2010). Zu
Konk e isie ung sowie besse en In e p e a ion du ch die Teilnehmenden und un e
Be ücksich igung de Pola i ä wu den nume ische und e bale Skalenpunk be-
sch eibungen mi einande kombinie (Moosb ugge & B and , 2020a), wobei die
e balen Besch eibungen s e s an das I em angepass wu den. In diesem Kon ex
wu den alle Skalenpunk e eine Skala benann , da dies einen Ein luss au das subjek-
i e Emp inden und die Zu iedenhei de Teilnehmenden nehmen kann (Johnson
e al., 2005; Moosb ugge & B and , 2020a; Weng, 2004) und sich die Tendenz zum
ex emen U eil e inge (Moo s e al., 2014). Die Tendenz zu Mi e kann bei eine
ün s u igen Ra ingskala nich ausgeschlossen we den (Moosb ugge & B and ,
2020a; Van He k e al., 2004), jedoch s ell die mi le e Ka ego ie bei eine unipola en
Skala keine neu ale An wo da und die Vo eile eine unge aden Anzahl an Ska-
lenpunk en übe wiegen (Weij e s e al., 2010). Eine mindes ens ün s u ige Ra-
ingskala e laub zudem, die e hobenen Da en als quasi-me isch zu be ach en, wenn
die Abs ände zwischen den An wo en als seman isch gleich und du ch nume ische
We zuweisung als gleich g oß in e p e ie we den können (U ban & Maye l, 2011;
Völkl & Ko b, 2018). Dadu ch en s eh die Möglichkei , wie bei eine In e allskala
e wei e e s a is ische Ope a ionen bei de Da enanalyse einse zen zu können, wie
die Be echnung on S eumaßen (ebd.). Die au diese G undlage be echne en S an-
da dabweichungen und Va ianzen de eingese z en Like -Skalen wu den au G und-
lage on Tabelle 6 eingeschä z .
Empi ische Teil – Me hodik
102
Tabelle 6: Einschä zung de Va ianz on Ra ing-Skalen (Iacobucci & Chu chill, 2010)
Skalenpunk e Typische Va ianzbe eich
4 0,7 – 1,3
5 1,2 – 2,0
6 2,0 – 3,0
7 2,5 – 4,0
10 3,0 - 7,0
Neben den selbs e s ell en I ems kamen auch zwei e ablie e We kzeuge aus de Psy-
chologie zum Einsa z. Zum einen and die ku ze Ve sion de Sel -Re lec ion and Insigh
Scale (SRIS) Einzug in den F agebogen (Sil ia, 2021). Dabei handel es sich um ein
psychome isches Ins umen , das en wickel wu de, um die Selbs e lexion (Sel -
Re lec ion) und die Einsich (Insigh ), zwei zen ale Aspek e des pe sönlichen Selbs -
bewuss seins, zu messen (G an e al., 2002; Sil ia, 2021). Die ku ze Ve sion nach
Sil ia (2021) bes eh aus zwei Haup skalen mi je sechs I ems zu Selbs e lexion
(SRIS-SR) und Einsich (SRIS-IN) (Tabelle 7). Dabei handel es sich um siebens u-
ige unipola e Ra ingskalen, wobei die Skala de Selbs e lexion die Tendenz eine
Pe son miss , egelmäßig übe ih e Gedanken, Ge ühle und Handlungen nachzuden-
ken und diese zu bewe en, was im Kon ex dieses Fo schungsp ojek es einen deu -
lichen Meh we da s ell . Die Skala de Einsich bezieh sich au das Maß an Kla hei
und Ve s ändnis, das eine Pe son übe ih e inne en Zus ände ha und inwiewei sie
ih e Gedanken, Ge ühle und Handlungen e s ehen kann.
Tabelle 7: I ems de SRIS nach Sil ia (2021), basie end au dem SRIS on G an e al. (2002), die im spä-
e en Ve lau ekodie en in e sen I ems sind du ch (*) gekennzeichne
Sel -Re lec ion (SRIS-SR)
SR3 Ich be ach e häu ig meine Ge ühlswel .
SR5 Ich nehme mi häu ig Zei , um übe meine Gedanken zu e lek ie en.
SR6 Ich denke o übe die A und Weise nach, wie ich mich in bes imm en Si ua ionen ühle.
SR8 Es is mi wich ig, die Dinge zu bewe en, die ich ue.
SR9 Ich bin seh da an in e essie , nachzu ollziehen, wie ich denke.
SR10 Es is mi seh wich ig, zu e s ehen, was meine Ge ühle bedeu en.
Insigh (SRIS-IN)
IN2 Ich bin o e wunde übe die A und Weise, wie ich wi klich übe Dinge denke. (*)
IN4 Ich bin mi meine Ge ühle bewuss , kann diese abe o nich kla benennen. (*)
IN5 Mein Ve hal en e s aun mich o . (*)
IN6 Das Nachdenken übe meine Gedanken b ing mich du cheinande . (*)
IN7 Ich inde es o schwie ig, meine Ge ühlswel zu e s ehen. (*)
IN8 Ich weiß no male weise, wa um ich so ühle, wie ich ühle.
Me hoden de Da ene hebung
103
Beide Skalen sind dabei essenziell ü ein Ve s ändnis de Selbs egulie ung, da sie
e suchen, die Fähigkei en zu e assen, die ü eine bewuss e Re lexion, Bewe ung
und Anpassung ele an sind. Die ku ze Ve sion de SRIS s ell dabei die übe a bei-
e e Ve sion de SRIS on G an e al. (2002) da , welche jeweils zehn I ems p o
Skala en hiel , um eine e izien e Implemen a ion in Online-F agebögen zu e mögli-
chen (Sil ia, 2021). Die u sp üngliche Ve sion de SRIS wu de mi N = 260 Teilneh-
menden in de e s en Validie ungss udie e p ob und die Tes -Re es -Reliabili ä mi
wei e en N = 28 Teilnehmenden übe p ü (G an e al., 2002). Zu wei e en Op i-
mie ung eliminie e die ku ze Ve sion I ems, welche die psychome ische Quali ä
beein äch ig en sowie nied ige Disk imina ionswe e au wiesen, und wu de mi N =
1192 Teilnehmenden ge es e (Sil ia, 2021). Sowohl die SRIS nach G an e al. (2002)
als auch die Ku z e sion on Sil ia (2021) gel en als alidie e und e ablie e We k-
zeuge, welche auch in ande en S udien Ve wendung inden (Ha ing on & Lo edo,
2010; Sil ia, 2021; S ein & G an , 2014). Au g und de e izien en Implemen a ions-
möglichkei en de ku zen SRIS bei gleichbleibende Robus hei des Tes s sowie de
Passung de Messme hode au den hie im Fo schungsp ojek ad essie en Un e su-
chungsgegens and, wu den die I ems de SRIS im Lau e de S udien in den F age-
bogen zu E hebung in eg ie und eingese z . Da zu diesem Ins umen keine
No mwe abellen o lagen, wu de die Auswe ung schwe punk mäßig desk ip i
o genommen, wobei Summensco es be echne wu den, um die We e de beiden
Skalen mi einande e gleichen zu können.
Ein wei e es und be ei s e ablie es Ins umen s ell de Cogni i e Re lec ion Tes (CRT)
on F ede ick (2005) da , welches die Fähigkei eine Pe son miss , in ui i e An wo -
en zu un e d ücken und s a dessen eine e lek ie e, logische An wo zu geben.
Beim T e en on En scheidungen kann es zu Heu is iken au Basis des angesp o-
chenen Sys ems kommen ( gl. Kap. 2.3.2). Das in ui i e Sys em 1 i in diesen
Fällen eine schnelle Vo en scheidung, welche im Wei e en jedoch nich om a io-
nalen Sys em 2 ko igie wi d (F ede ick, 2002; Kahneman, 2012). Mi dem Ziel, ein
Maß ü die kogni i e Re lexion zu en wickeln, e p ob e F ede ick (2005) ein Se
bes ehend aus d ei F agen, welche eine au den e s en Blick in ui i e, abe alsche
An wo nahelegen und ein bewuss es Nachdenken e o de n (Tabelle 8).
Empi ische Teil – Me hodik
104
Tabelle 8: F agen des CRT nach F ede ick (2005)
F age 1 Ein Schläge und ein Ball kos en zusammen 1,10 €. De Schläge kos e 1,00 €
meh als de Ball. Wie iel kos e de Ball? [Eu o:]8
F age 2 Wenn 5 Maschinen 5 Minu en benö igen, um 5 Ge ä e he zus ellen, wie lange
daue es, mi 100 Maschinen 100 Ge ä e he zus ellen? [Minu en:]
F age 3
In einem See is ein Feld mi See osen. Jeden Tag e doppel sich die G öße des
Feldes. Wenn die See osen 48 Tage b auchen, um den gesam en See zu bede-
cken, wie lange daue es, bis sie die Häl e des Sees bedecken? [Tage:]
Dami miss de Tes die E s impulskon olle in En scheidungsp ozessen und eku -
ie au die Dual-P ocess Theo y und die S ä ke des schnellen und in ui i agie en-
den Sys ems 1 gegenübe dem langsamen, a ionalen Sys ems 2. Teilnehmende mi
einem höhe en Sco e scheinen in En scheidungsp ozessen geduldige zu sein und
übe leg e e En scheidungen zu e en, was naheleg , dass diese ih e e s en in ui i en
Impulse besse kon ollie en und ih e a ionale Ebene zielge ich e e ans eue n kön-
nen. Das F agense wu de mi 3428 Teilnehmenden in 35 sepa a en S udien übe
einen Zei aum on 26 Mona en ge es e , un e ande em mi S udie enden des MIT
und de P ince on Uni e si y (ebd.). T o z seine Ein achhei weis de CRT g oße
Ko ela ionen mi komplexe en Tes s, wie dem Scholas ic Achie emen Tes (SAT)
ode dem Ame ican College Tes (ACT), au , wobei sich de CRT als eine de bes en
P ädik o en ü e olg eiche En scheidungsp ozesse zeig e (ebd.). Au g und de ein-
achen Implemen ie ung und de gleichzei igen hohen Aussagek a wu de de CRT
im F agebogen abwechselnd zu den ande en F agen eingese z . Diese In eg a ion
and in Anlehnung an die E p obungss udien des CRT s a , in welchen die d ei F a-
ges ellungen eben alls als Teil eines g öße en Tes s eingebunden wu den (ebd.). Zu
Ve meidung on Anke - und Konsis enze ek en (Chapman & Johnson, 2002;
Moosb ugge & B and , 2020b; Salancik & P e e , 1977) wu de die Reihen olge de
d ei F agen in LimeSu ey andomisie .
Die Auswe ung des CRT e olg e übe die Be echnung on Mi elwe en und die
Analyse de p ozen ualen Ve eilung de An wo en. Zu Eino dnung de empi i-
schen Da en wu den die on F ede ick (2005) be ei s e hobenen Re e enzwe e he -
angezogen (Tabelle 9).
8 Die An wo en au den Cogni i e Re lec ion Tes (CRT) on F ede ick (2005) sollen an diese S elle na-
ü lich nich o en hal en we den:
F age 1: Ko ek e An wo : 0,05 € In ui i e An wo : 0,10 €
F age 2: Ko ek e An wo : 5 Minu en In ui i e An wo : 100 Minu en
F age 3: Ko ek e An wo : 47 Tage In ui i e An wo : 24 Tage
Me hoden de Da ene hebung
105
Tabelle 9: Ve gleichswe e ü die Auswe ung des CRT (F ede ick, 2005, S. 29)
Die F ages ellungen sowohl de SRIS on Sil ia (2021) als auch des CRT on
F ede ick (2005) wu den aus de O iginalsp ache ins Deu sche übe se z . Dabei
wu de da au geach e , dass inhal lich wie sp achlich eine g oße Nähe zu O iginal-
o mulie ung beibehal en wu de, um Übe se zungs e ze ungen zu eduzie en. Zu
zusä zlichen Absiche ung wu de die Me hode de Rückübe se zung angewende (Ali,
2016; B islin, 1970, 1976), da Wo bedeu ungen häu ig nich gleichbedeu end übe -
se z we den und ande e Bedeu ungsnuancen en hal en können (Mesqui a e al.,
1997). Nach e olg e Übe se zung wu den diese übe se z en I ems on eine bilin-
gualen Pe son zu ückübe se z , um e waige seman ische Un e schiede au zudecken,
und in no wendigen Fällen Anpassungen o genommen.
Die eingese z en F agebögen wu den o ih em E s einsa z pilo ie , um die Taug-
lichkei und Quali ä siche zus ellen (Riese & Reinhold, 2014). Dazu and haup säch-
lich ein E s einsa z du ch Teilnehmende auße halb de eigen lichen S ichp obe und
Fo schende de Chemiedidak ik s a , welchem eine kommunika i e Validie ung
olg e, um e waige He aus o de ungen beim Ve s ändnis de Fo mulie ung ode
Aus ich ung de I ems es s ellen und diese e besse n zu können (K üge e al.,
2014; Reinde s & Be gs-Winkels, 2022).
LimeSu ey wu de so p og ammie , dass jede F age au eine eigenen Sei e da ge-
s ell wu de, um Ablenkungen, Konsis enz- und Anke e ek e zu eduzie en
(Chapman & Johnson, 2002; Moosb ugge & B and , 2020b; Salancik & P e e ,
1977). Gleichzei ig wu den inne halb einzelne I ems, die aus meh e en Teilen be-
s anden, die Reihen olge de einzelnen Teile andomisie , um Reihen olgee ek e,
Empi ische Teil – Me hodik
112
selbs (Welche F agen müssen bean wo e we den?) lenk . Diese E wei e ung be-
ücksich ig auch, dass nich alle Menschen, sonde n nu schä zungsweise 25 % in
ih en Denkp ozessen eine inne e S imme e wenden (Hu lbu e al., 2013). Diese
zusä zliche F age bie e dahe eine al e na i e Pe spek i e, die den Teilnehmenden
eine besse e O ien ie ung und Re lexion e laub , ohne jedoch den Fokus de F a-
gengenese und des E kenn nisin e esses zu e lie en.
Zwischen S udie S2 und S3 wu de de In e iewlei aden a blich angepass , um eine
Zuo dnung de In e iew eile zu den Dimensionen des pa allel en wickel en T iadi-
schen Modells K i ischen Denkens in den Na u wissenscha sdidak iken (s. Abbildung 13; gl.
Kap. 3.5) zu e möglichen. Die F agen des Lei adens blieben inhal lich un e ände ,
wu den jedoch leich neu g uppie . Da die Anpassung o angig de Anwende -
eundlichkei dien e und ein semis uk u ie es Lei adenin e iew keine s a e
S uk u e o de , konn e die Ve gleichba kei zwischen den S ichp oben wei e hin
gewäh leis e we den.
Tabelle 11: Schema ische Da s ellung des In e iewlei adens ab S udie S3
F ages ellung Anme kung
1. Einlei ung und Vo s ellung
2. Eins ieg
3. P oblemau iss
4. F agen o mulie ung 1
5. F agen o mulie ung 2
6. Re lexionss imulus kogni i
7. Nach age zu Re lexion
8. Re lexionss imulus a ek i
9. Explizi e Re lexion
10. Selbs einschä zung und
Ve s ändnis
11. Abschluss
Unge ich e e Eins ieg in
Bewe ungssi ua ion,
wenig explizi
Fokussie ung de
kogni i en Ebene
Fokussie ung de
a ek i en Ebene
Explizi e Thema isie ung de
Beg i lichkei en
Auch hie wi d anhand de Tabelle 11 de g aduelle Übe gang om Allgemeinen zum
Spezi ischen deu lich, jedoch zusä zlich im Kon ex de einzelnen Dimensionen des
Modells. De zugehö ige In e iewlei aden kann im Anhang (A.1.1) eingesehen we -
den.
3. P oblemau iss
4. F agen o mulie ung 1
5. F agen o mulie ung 2
10. Selbs einschä zung und Ve s ändnis
6. Vo gehensbesch eibung
7. Wissens e lexion
8. Selbs e lexi e Aspek e (implizi )
9. Selbs e lexi e Aspek e (explizi )
Me hoden de Da ene hebung
113
4
4.2.5
Ve mi lungseinhei
Ziel de Ve mi lungseinhei wa nich p imä die En wicklung eine Fö de möglich-
kei , sonde n die E p obung des en wickel en Ins umen s in einem P e-Pos -
Follow-Up-Tes o ma . Au diese Weise konn e un e such we den, ob das en wi-
ckel e Ins umen die Dimensionen miss , welche du ch die Ve mi lungseinhei en
angesp ochen und ge ö de we den soll en. Die Fö de möglichkei en wu den im
Vo eld de E s e hebungen en wickel und in ein bes ehendes Semina konzep de
Uni e si ä zu Köln (Semina zu achbezogenen Le n- und Kommunika ionsp ozessen, B5
HR/GG B3 SP) in eg ie . Im Somme semes e 2022 e olg e die e s e E p obung
inne halb dieses Semina s. Nach diesem E s du chlau wu den die Fö de möglich-
kei en im Rahmen des Fo schungsp ojek es im Somme semes e 2023 im gleichen
Semina o ma angewende . Dieses bes and aus ie Ke n hemen (Si zung 1-4;
Kompe enzen, Un e ich sme hoden, Indi iduelle Fö de ung und Medien im Che-
mieun e ich ) und konn e im Rahmen o schungsbasie e Leh e um Inhal e mi
Bezug zum Disse a ionsp ojek (Si zungen 5 bis 12) e gänz we den (K üge e al.,
2014). Die le z e Si zung dien e als Rückblick und Re lexion des Semina s (Tabelle
12).
De o schungs ele an e An eil des Semina s, die Si zungen ün bis zwöl , se z e
sich aus d eimal zwei Einhei en zu e schiedenen Be eichen de Bewe ung zusam-
men, wobei jede Einhei eine Daue on 1,5 S unden ha e.
Die Si zungen ün und sechs dien en zu E wei e ung des Ve s ändnisses na u wis-
senscha liche A bei s- und Denkweisen du ch eine exempla ische Ve mi lung on
Na u e o Science (NOS) im Rahmen eines Wo kshops au Basis de Fo schung on
Mülle (2021). Diese bes and aus eine Reihe on NOS-assoziie en Ak i i ä en,
welche un e ande em die Vo läu igkei und die soziokul u elle Eingebundenhei na-
u wissenscha liche E kenn nisse in den Fokus s ell en, abe auch die Subjek i i ä
und K ea i i ä in den Na u wissenscha en he o heben soll en. Diese Eigenscha -
en und Teilbe eiche de Lede man Se en (Lede man, 1992) s ellen dabei besonde s
schwe g ei ba e Me kmale na u wissenscha liche Fo schung da , welche häu ig
on Fehl o s ellungen beglei e we den. Zusä zlich wu den die on McComas
(1998) o mulie en My hen übe NOS disku ie , die A gumen e ü die Ve mi lung
on NOS (D i e e al., 1996; Thomas & Du an , 1987) e ö e wie auch die Delphi-
S udie on Osbo ne e al. (2003) ange üh , um ein um assende es Bild on NOS,
ih e De ini ion sowie de G enzen und Möglichkei en zu zeichnen ( gl. Kap. 2.1.2).
Empi ische Teil – Me hodik
114
Da au au bauend wu de in Si zung sieben das Abg enzungsp oblem zwischen Wis-
senscha und Pseudowissenscha en e ö e ( gl. Kap. 2.1.5) (Fasce, 2017; Hans-
son, 2013; Poppe , 1976) sowie Möglichkei en, In o ma ionen einschä zen zu kön-
nen, o ges ell (Mahne , 2013). In Si zung ach wu de da au hin die B ücke zu Wis-
senscha skommunika ion und de Rezep ion na u wissenscha liche E kenn nisse
in de Gesellscha geschlagen. In diesem Zusammenhang wu den o allem die Aus-
wi kungen on Fehlin o ma ionen, Falschin o ma ionen und Desin o ma ionen au
die Gesellscha hema isie (B aina d e al., 2020; B aina d & Hun e , 2020; Feie -
abend e al., 2022; Meßme e al., 2021; Voda one S i ung Deu schland gGmbH,
2020). Zusä zlich wu den die Möglichkei en und He aus o de ungen disku ie , die
sich aus den Auswi kungen soziale Medien au die Wissenscha skommunika ion
e geben ( gl. Kap. 2.1.3) (A chila e al., 2021; Hö ecke & Allchin, 2020).
In Si zung 9 wu de dann e s mals de Beg i de kogni i en Ve ze ungen einge üh
und ih e Bedeu ung ü die Bewe ung on na u wissenscha lichen Kon ex en (SSI)
e mi el (Gige enze , 1991; Gilo ich e al., 2002; Kahneman e al., 1982; P onin e
al., 2002; Thompson e al., 2013). In diesem Zuge wu de auch die Dual-P ocess The-
o y au geg i en sowie ü ih e Implika ionen sensibilisie ( gl. Kap. 2.3.2) (E ans,
Jona han S . B. T., 2006; Gilo ich e al., 2002; K yje skaia e al., 2021; Osman, 2004).
In Si zung 10 olg e die konk e e De ini ion des Kons uk es des K i ischen Den-
kens (Ab ami e al., 2015; Bailin e al., 1999b; B amba i Guzzo & Dall’Alba, 2017;
By ne & Johns one, 1987; Ennis, 1989; Facione, 1990; Halpe n, 2014; Kogu , 1996;
Mino e al., 2019; Paul & Elde , 2014; Ra ol e al., 2019) sowie die De ini ion und
Bedeu ung de Selbs e lexion inne halb des K i ischen Denkens ( gl. Kap. 3.3). De
sys emische Be ach ungsansa z, bes ehend aus epis emologischem Wissen, na u -
wissenscha lichem Wissen und selbs e lexi em Denken, wu de e mi el ( gl.
Kap. 3.5) und die eigens da ü en wickel e Me hode de Sys emisch- e lexi en S ellung-
nahme (S S) angebahn .
Me hoden de Da ene hebung
115
Tabelle 12: Übe sich übe die Semina si zungen im SoSe23, Semina zu achbezogenen Le n- und Kom-
munika ionsp ozessen (B5 HR/GG B3 SP)
Si zung Inhal
1
Beg üßung, O ganisa o isches und Ein üh ung
P e-Tes -F agebogen
Einblick in die Kompe enzbe eiche und Ziele de Chemiedidak ik
2 Un e ich sme hoden
3 Indi iduelle Fö de ung: Di e enzie ung und Diagnos ik im (inklusi en) Chemieun e ich
4 Umgang mi Medien im Chemieun e ich : Expe imen e, Modelle, didak ische P og amme
und meh
5 Na u e o Science 1 – Wo kshop; angelei e e Selbs e ah ung mi NOS
6 Na u e o Science 2 – Diskussion und Re lexion on NOS
7 Science and Pseudoscience – Das Abg enzungsp oblem und Annähe ungen an Di e enzie-
ungsmöglichkei en
8 Medien und Na u wissenscha en – Wissenscha skommunika ion in Zei en digi ale Medien;
Einschä zung on Quellen
9 Kogni i e Ve ze ungen – Was unse Denken und Ve hal en beein luss ; Dual-P ocess
Theo y
10 K i isches Denken – Beg i sde ini ion und Rele anz bei de Bewe ung na u wissenscha li-
che Kon ex e
11 Sys emisch-Re lexi e-S ellungnahme – Vie sch i me hode zu Fö de ung de Mul ipe spek-
i i ä in Bewe ungskon ex en anhand exempla ische SSI
12 Wei e üh ung und Re lexion de Sys emisch- e lexi en S ellungnahme
13
− Pos -Tes -F agebogen
− Re lexion des Semina s
− E aluie ung, Ausblick und Abschluss
Sys emisch- e lexi e S ellungnahme
Die Sys emisch- e lexi e S ellungnahme (S S) s ell eine angelei e e, konk e e Bewe ungs-
si ua ion da und bes eh aus ie au einande olgenden Sch i en mi dem Ziel, so-
wohl das na u wissenscha liche Wissen, das epis emologische Wissen als auch die
Selbs e lexion de a ek i en Ein lüsse in eine sys emischen Weise in e schiede-
nen Kon ex en zu e lek ie en ( gl. Kap. 3.5).
Die Le nenden konn en einen on ün o gegebenen Kon ex en auswählen und
behiel en diesen wäh end des gesam en P ozesses bei. Alle wählba en Kon ex e s ell-
en dabei sogenann e Socioscien i ic Issues (SSI) da , komplexe gesellscha liche
P oblems ellungen mi einem na u wissenscha lichen Bezug ohne eindeu ige Lö-
sung ( gl. Kap.2.1.6) (Zeidle , 2014; Zeidle & Kahn, 2014; Zeidle & Nichols, 2009),
Empi ische Teil – Me hodik
116
welche au g und ih e kon o e sen Na u einen mul ipe spek i ischen Be ach-
ungsansa z e o de n und dahe hie als konk e e An o de ungssi ua ionen dien en,
um Fähigkei en, Kompe enzen und S a egien anzuwenden (B ude e al., 2017;
Klieme e al., 2003; Le sch, 2007, 2022).
Die auswählba en Kon ex e wu den als dicho ome En scheidung zwischen zwei
Ex emen o o mulie und Reche cheansä ze inhal lich implizie , um die Hemm-
schwelle bei de ini ialen Auseinande se zung zu eduzie en (Tabelle 13).
Tabelle 13: Auswählba e Kon ex e ü die Sys emisch- e lexi e S ellungnahme
Kon ex 1: F acking
(Hyd aulic F ac u ing)
F ages ellung: Soll e die P axis des F ackings, also die hyd aulische F ak-
u ie ung on Ges einsschich en zu Gewinnung on E dgas ode E döl,
o gese z we den, um Ene gie o ä e zu e schließen und die wi scha li-
che En wicklung zu ö de n, ode soll en wi au g und mögliche Umwel -
auswi kungen und Risiken den Einsa z on F acking einsch änken ode
e bie en?
Kon ex 2: Plas ik
F ages ellung: Soll en Einwegplas ikp oduk e, wie Plas ik ü en und Ein-
weg laschen, s ä ke egulie ode e bo en we den, um die Auswi kungen
au die Umwel du ch Plas ikmüll zu eduzie en, ode soll en wi den
Schwe punk ehe au e besse es Recycling und die En wicklung biolo-
gisch abbauba e Kuns s o e legen, um die Vo eile on Plas ikp oduk en
beizubehal en?
Kon ex 3: Nano echnologie
F ages ellung: Soll e die En wicklung und Anwendung on Nano echno-
logie s enge egulie we den, um po enzielle Risiken ü die Gesundhei
und Umwel zu minimie en, ode soll en wi die Chancen und Po enziale
de Nano echnologie nu zen und die Regulie ung lexibel ges al en, um In-
no a ionen und wi scha lichen Fo sch i zu e möglichen?
Kon ex 4: Chemie in de Land-
wi scha
F ages ellung: Soll en chemische Pes izide und Düngemi el in de Land-
wi scha wei e hin wei e b ei e eingese z we den, um E n ee äge zu
maximie en und die Wel e näh ungssiche hei zu gewäh leis en, ode soll-
en wi e s ä k au al e na i e Me hoden wie biologischen Anbau und
nachhal ige Landwi scha se zen, um Umwel auswi kungen und po enzi-
elle Gesundhei s isiken zu minimie en?
Kon ex 5: A omene gie
F ages ellung: Soll e A omene gie als eine bedeu ende Ene giequelle in de
Zukun wei e ausgebau we den, um den s eigenden Ene giebeda zu
decken und den Klimawandel zu bekämp en, ode soll en wi e s ä k au
e neue ba e Ene gien se zen und A omene gie au g und ih e po enziellen
Risiken und Auswi kungen einsch änken ode soga auslau en lassen?
Nach selbs s ändige Auswahl eines Kon ex es, bei dem die S udie enden in e essen-
gelei e en scheiden konn en, um eine G undmo i a ion zu e zeugen, e olg e de
e s e Sch i de S S:
Me hoden de Da ene hebung
117
Sch i 1: Sachanalyse (Einzela bei )
Im e s en Sch i de Sys emisch- e lexi en S ellungnahme üh en die S udie enden
in Einzela bei eine (Web-)Reche che und Sachanalyse des ausgewähl en Kon ex es
sowie eine Bewe ung de dabei e wende en Quellen du ch. De Fokus dieses
Sch i es lag au dem Wissense we b sowie de Einschä zung de eche chie en In-
o ma ionen. Hie gal es, die In o ma ionen zu sammeln, die au a ionale Ebene
eine S ellungnahme als Fundamen dienen können.
Sch i 2: Dialogisches Selbs e lexions aining (Pa ne a bei )
De zwei e Sch i and in Pa ne a bei s a und okussie e die Selbs e lexion, wo-
bei sich die Pa ne *innen gegensei ig un e s ü z en. Beginnend mi einem ku zen
S a emen zum ak uellen S and de eigenen Posi ion wu den im Anschluss anhand
zweie un e schiedliche Impulslei äden gegensei ig abwechselnd e lexi e F agen
ges ell und so de P ozess de E kenn nisgewinnung und Posi ionie ung hin e ag .
Die/De F agens ellende ha e dabei imme die Möglichkei , e gänzende F agen zu
s ellen, die dem e lexi en P ozess dienlich sein könn en. E kenn nisse aus diesem
P ozess wu den eben alls du ch die S udie enden dokumen ie und Ve ände ungen
de eigenen Posi ion deu lich gemach . Hie soll en die eigene a ek i e Ebene be-
leuch e und e waige Ein lüsse au die En scheidung sei ens Sys em 1 hin e ag
we den.
Sch i 3: Sys emisch-Re lexi e S ellungnahme (G uppena bei )
Im d i en Sch i anden sich die S udie enden in G uppen on ie bis sechs Pe -
sonen zusammen. Jede* Le nende nahm dann in einem ku zen Vo ag S ellung zu
dem bea bei e en Kon ex mi dem Ziel, die E kenn nisse aus de Sachanalyse und
dem selbs e lexi en Teil mi einande in Ve bindung zu b ingen und zu e deu li-
chen. Es soll e da au eingegangen we den, wie das Wissen in de Sachanalyse ge-
wonnen wu de, welche Quellen e wende wu den und inwiewei eigene P ägungen
bei de Posi ionie ung eine Rolle spiel en. Im Anschluss an die S ellungnahme de
Einzelpe son olg e jeweils eine ku ze Diskussions unde, in de jedes G uppenmi -
glied F agen zum Ablau und zu Posi ion s ellen konn e, mi dem Ziel, eine di e-
enzie e Be ach ung zu e möglichen.
Sch i 4: P ozess e lexion (Einzela bei )
De ie e und le z e Sch i and wiede in Einzela bei s a und hiel die S udie en-
den dazu an, ih e gemach en E ah ungen in diesem En scheidungsp ozess zu e-
lek ie en, He aus o de ungen zu disku ie en und zu e läu e n, welche Ve ze ungen
Empi ische Teil – Me hodik
118
bei ihnen selbs spü ba wa en. Diese le z e Teil dien e zum einen de Re ospek ion
des P ozesses, zum ande en de In ospek ion und Selbs e kenn nis, wie die eigene
Posi ion zus ande kam, wie sie sich e ände e und was bei zukün igen En schei-
dungen s ä ke okussie we den soll e.
Ein Übe blick übe die konk e en A bei sanweisungen is dem Anhang (A.1.3) bei-
ge üg . Die A bei sanweisungen un e schieden sich in Abhängigkei om en hal e-
nen Impulslei aden, welche inhal lich di e en wa en. Dies lag da in beg ünde , dass
eine Doppelung de F agen keinen e ek i en Meh we gebo en hä e, weil beim
S ellen eine F age be ei s ein dami e knüp e Denkp ozess abläu . So wu de jede
F age im Tandem nu einmal hema isie , was die Gesp äche abwechslungs eiche
ges al en soll e. De zwei e Teil des Impulslei adens kann im Anhang (A.1.3.2) ein-
gesehen we den. Die ande en Au gabens ellungen blieben jedoch deckungsgleich.
In S udie S5 wu de die Ve mi lungseinhei eben alls du chge üh , abe au g und
des Ums ands, dass es sich um das Semina eines ande en Dozen en handel e, s a k
komp imie (Tabelle 14).
Tabelle 14: Übe sich übe die Semina inhal e in S udie S5
Si zung Inhal
1 Beg üßung und Ein üh ung
Na u e o Science – Wo kshop, Diskussion und Re lexion on NOS
2 Science, Pseudoscience und Medien – Wissenscha skommunika ion und ih e He aus o de-
ungen
3 K i isches Denken und de Ein luss in e ne und ex e ne Fak o en
4 Sys emisch-Re lexi e-S ellungnahme – Vie sch i me hode zu Fö de ung de Mul ipe spek-
i i ä in Bewe ungskon ex en anhand exempla ische SSI
5 Pos -Tes -F agebogen
Re lexion und Ve abschiedung
Die Inhal e de Einhei en wa en dennoch e gleichba , auch wenn wenige Raum
ü eine disku si e Auseinande se zung und Re lexion im Plenum gegeben wa .
Die Au gabens ellung de Sys emisch- e lexi en S ellungnahme un e schied sich in
S udie S5 im Ve gleich zu S udie S3 einzig in den zu Wahl ges ell en Kon ex en, da
eine Übe schneidung mi den In e iewkon ex en e hinde we den soll e. Eine
Übe sich übe die e ände en zu Ve ügung ges ell en Kon ex e de Au gaben-
s ellung 1 is im Anhang (A.1.3.3) zu inden.
Me hoden de Da ene hebung
119
4
4.2.6
Ve wende e Kon ex e
Das Ziel des In e iews wa es, die ü die P oband*innen ele an en Aspek e bei
gesellscha lichen P oblems ellungen mi na u wissenscha lichem Bezug zu e g ün-
den und ih e Denk- und Bewe ungsp ozesse im Rahmen de Un e suchung de Fä-
higkei zum K i ischen Denken o enzulegen. Da sich komplexe Denk ähigkei en
nu dann zeigen können, wenn auch komplexe An o de ungssi ua ionen o handen
sind (Le sch & Sch ede , 2013), wu de sich in Anlehnung an den SSR-Ansa z on
Sadle e al. (2007) dazu en schieden, SSI als Kon ex e zu e wenden ( gl. Kap.
2.1.6). Diese zeichnen sich o allem du ch ih e Uneindeu igkei und kon o e se
Na u aus (Chen & Xiao, 2021; Sadle , 2011; Zeidle e al., 2019). Besonde s die
mo alischen und e hischen He aus o de ungen e o de dabei me akogni i e Denk-
p ozesse (Mes e & Cocking, 2002; Zeidle & Sadle , 2007) und K i ischem Denken
komm bei de Auseinande se zung mi SSI eine o angige Bedeu ung zu (Bybee,
1997; Gunn e al., 2008; Kols ø e al., 2006; Osbo ne, 2014; Ra ol e al., 2019; Ya-
coubian, 2015; Zeidle , 2014). Gleichzei ig sind SSI allgegenwä ig in de Lebens e-
ali ä zu inden (Zeidle & Kahn, 2014; Zeidle & Lewis, 2003), was neben den Vo -
eilen ü den E hebungsp ozess auch die All agsnähe und dami Rele anz sowie die
Angemessenhei des E hebungsins umen es un e s eich (Dö ing & Bo z, 2016;
Lamnek & K ell, 2016).
Die Auswahl de Kon ex e, die ü die Ve wendung in den E hebungen ode Fö -
de möglichkei en gewähl wu den, e olg e en lang spezi ische Vo ausse zungen,
um den An o de ungen de Un e suchung ge ech zu we den. Zum einen soll en die
Kon ex e eine chemisch- achwissenscha liche G undlage au weisen, da die Anwen-
dung na u wissenscha lichen Wissens nach wie o im Zen um des E kenn nisin-
e esses s and, zum ande en abe auch ak uell und poli isch ele an sein, um einen
konk e en Lebenswel bezug zu scha en und die pa izipa o ischen Auswi kungen
on na u wissenscha sbezogenen En scheidungen zu un e s eichen. Im gleichen
Zug soll en den e wende en Themen auch gesellscha liche und e hische Implika i-
onen innewohnen, um den kon o e sen und uneindeu igen Cha ak e eale F age-
s ellungen wide zuspiegeln, die neben eine achlichen auch eine mo alisch-e hische
Re lexion e o de n. Diese Vielschich igkei wa ü die Un e suchung de Mul idi-
mensionali ä des K i ischen Denkens in de lei Bewe ungsp ozessen eine wich ige
Vo ausse zung, da neben de kogni i en auch die a ek i e Ebene konk e e Fo -
schungsgegens and wa .
Empi ische Teil – Me hodik
120
Insgesam wu den im Rahmen de Un e suchungen neun e schiedene Kon ex e
eingese z , die e s mals in de F agebogene hebung S1.F1 de S udie S1 Anwendung
anden. Fün diese Kon ex e (A bis E) dien en in den In e iews als Ausgangspunk
ü die P oblema isie ung. Zusä zlich wu den diese ün Kon ex e gemeinsam mi
d ei wei e en SSI in de Sys emisch- e lexi en S ellungnahme als wählba e Bezugs-
ahmen angebo en. Inne halb de E hebungen wu de siche ges ell , dass keine Se -
ings im In e iew gewähl wu den, welche die Teilnehmenden be ei s im Rahmen
de S S in de Ve mi lungseinhei bea bei e en. Im Folgenden we den diese SSI-
Themenbe eiche ku z e läu e und au de en na u wissenscha liche sowie gesell-
scha liche Bedeu ung eingegangen.
4
4.2.6.1
Ini ialkon ex : Handykau
Den e s en eingese z en Kon ex bilde e ein ik i e Handyneukau , bei welchem ne-
ben Neuge ä en auch geb auch e, e neue e und übe a bei e e Handys zu Ve ü-
gung s ehen. Diese Kon ex eigne sich besonde s ü achdidak ische Un e suchun-
gen, da e den all äglichen Konsum als Ausgangspunk bie e , um komplexe Themen,
wie Rohs o e b auch, Recycling und nachhal igen Konsum, g ei ba zu machen
(No dmann e al., 2015). Die F ages ellung wu de wie olg o mulie :
Ausgangssi ua ion:
Angenommen, Ih ak uelles Handy wä e kapu und nich meh zu e en. Sie
s ehen nun o de En scheidung, au welche Weise Sie sich ein neues Ge ä
zulegen.
Ihnen s ehen e schiedene Kau op ionen zu Ve ügung, da un e auch ge-
b auch e ode übe a bei e e Handys wie on Rebuy, Backma ke u. . m..
Au gabe:
Ve suchen Sie, die Aspek e, die ü Sie ele an sind, um eine Kau en scheidung
zu e en, als F age zu o mulie en, die Sie sich selbs s ellen.
Diese Si ua ion s ell eine All agssi ua ion im Leben de meis en S udie enden da ,
da unse e heu ige Technologisie ung s e ig o sch ei e . Dami einhe gehend is
auch ein imme g öße we dende Beda an ele an en Rohs o en, wie den soge-
nann en Sel enen E den, welche auch als k i ische Rohs o e bezeichne we den. Die
K i ikali ä bezieh sich dabei o angig au das Risiko on Ve so gungsengpässen
und wenige au ih e a sächliche Häu igkei (Eu opäische Kommission, 2011). Un-
e den Sel enen E den we den die Oxide de Sel ene delemen e e s anden, wozu
Me hoden de Da ene hebung
121
die Elemen e Y ium, Scandium, Lan han und die da au olgenden 14 Lan hanoide
gehö en. Diese Elemen e we den auch als -Me alle bezeichne , da ih e a oma e
S uk u du ch die sch i weise Bese zung de -O bi ale cha ak e isie is (Reine s,
2003, 2017). Au g und ih e op ischen, magne ischen und ka aly ischen Eigenscha -
en sind sie besonde s ü die High echindus ie on g oßem In e esse und aus dem
heu igen All ag nich meh wegzudenken. Sel ene delemen e kommen häu ig in Ve -
bindung mi Radionukliden, wie U an und Tho ium, o (E dmann & Bundesans al
ü Geowissenscha en und Rohs o e, 2021) und ih e Fö de ung is mi e heblichen
Umwel p oblemen e bunden, da g oße Mengen an oxischen Chemikalien ü die
Ex ak ion und T ennung de Elemen e benö ig we den. Bei de chemischen Ex-
ak ion aus Bas nasi ode ho iumhal igen Monazi we den un e ande em Schwe-
elsäu e, Salzsäu e und di ek e Chlo ie ung eingese z , wobei bis zu 50 % de Roh-
s o e e lo en gehen und als adioak i e Nebenp oduk e an allen. Diese chemischen
P ozesse sind seh ene gieau wendig und üh en zu g oßen, schwe zu en so genden
Ab allmengen und dami einhe gehend e heblichen Umwel schäden in den Abbau-
gebie en (Talens Pei ó & Villalba Méndez, 2013). Hinzu komm die poli ische Ab-
hängigkei on einigen wenigen P oduzie enden. Übe 80 % de abgebau en Sel e-
nen E den komm aus den Bas nasi o kommen Chinas, da on wiede um übe 80 %
aus de wel wei g öß en Lage s ä e in Bayan Obo in de inne en Mongolei
(Deu sche Bundes ag, 2022). Auch das Recycling on echnischen Ge ä en und die
Rückgewinnung de Sel ene delemen e ges al e sich bishe als he aus o de nd, da
diese in den e wende en Ge ä en mi ande en Ma e ialien e bunden und schwe
zu ennen sind (Ma schall & Holdinghausen, 2018; P ech l, 2022).
Die e mein lich ein ache F age nach de He kun des neuen Mobil unkge ä s wi d
dami zu eine meh dimensionalen He aus o de ung, bei welche zwischen dem pe -
sönlichen Ge ühl, welches mi einem Neuge ä e bunden sein kann, und dem ak i-
en Bei ag zu Nachhal igkei abgewogen we den muss.
Auch in de Chemiedidak ik wi d das Thema de Sel enen E den mi le weile e -
s ä k okussie und eine Sensibilisie ung anges eb (Kanbu e al., 2022;
Lawa scheck e al., 2022; Miege & P ech l, 2017; No dmann e al., 2015; P ech l,
2017; P ech l & Legscha, 2022; Reine s, 2017), wobei besonde s das e lexi e Po en-
zial eine Thema isie ung de Sel ene delemen e he o gehoben wi d (P ech l, 2022).
Aus diesem G und sowie de g oßen All agsnähe s ell e die Kon ex ualisie ung du ch
Sel ene delemen e einen geeigne en Ausgangspunk ü die E p obung e schiede-
ne Kon ex e inne halb de E hebungen da .
Besch eibung de S udien
224
Die zwei e Un e suchungs age zum Teilbe eich de Selbs e lexion (SR) ziel e au das
Ve s ändnis ebenjene Beg i lichkei ab und wu de wie olg o mulie :
Welches Ve s ändnis haben Chemieleh am ss udie ende on dem Beg i de
Selbs e lexion? (SR-V)
Tabelle 60: S3.I1&2 - Ka ego ien des Ve s ändnisses de Selbs e lexion (SR-V)
Übe -
ka ego ie Ka ego ie Subka ego ie De ini ion Ni eau
Ve s ändnis Selbs e lexion (SR-V)
SR-V-ND:
Nich de inie ba
Selbs e lexion kann nich de inie we den ode es liegen di -
use De ini ionsansä ze o . N = 0
SR-V-IT:
Implizie es Teil-
e s ändnis
SR-V-IT-AB:
Abwägen
Selbs e lexion wi d als ein abwägende P o-
zess, zum Beispiel zwischen zwei S andpunk-
en, e s anden.
N = 1
SR-V-IT-SV:
Selbs e besse ung
Selbs e lexion wi d als ein P ozess de
Selbs e besse ung e s anden, welche auch
Selbs k i ik beinhal en kann.
SR-V-IT-EM:
Empa hie
Selbs e lexion wi d als das Hinein ühlen in
ande e Pe sonen e s anden und kann auch
mi dem Re lek ie en de Auswi kungen des
eigenen Handelns au ande e Pe sonen ein-
he gehen.
SR-V-IT-HF:
Hin e agen
Selbs e lexion wi d als das Hin e agen on
Themen ode Dingen e s anden.
SR-V-ET:
Explizi es Teil-
e s ändnis
SR-V-ET-IS:
In ospek ion
Selbs e lexion wi d als Zugang zu eigenen
Emo ionen, Gedanken ode We en ode als
Fähigkei zu In ospek ion e s anden.
N = 2
SR-V-ET-HA:
Übe denken on
Handlungen
Selbs e lexion wi d als eine ex pos Bewe -
ung des eigenen Handelns ode Ve hal ens
e s anden.
SR-V-ET-EX:
Bewuss sein ü
ex e ne P ägungen
Selbs e lexion wi d als das Bewuss machen
und Re lek ie en ex e ne P ägungen e s an-
den.
Die Di e enzie ung de Ka ego ien e olg e hinsich lich de Übe eins immung mi
de De ini ion de Selbs e lexion ( gl. Kap. 3.3 ode An ang Kap. 5.3) und inwiewei
Teilaspek e de G undde ini ion implizi ode explizi da in en hal en wa en (Tabelle
60).
S udie S3
225
Ein implizi es Teil e s ändnis (SR-V-IT) lag o , wenn nai e ode unkonk e e De ini i-
onsansä ze o handen wa en, welche dennoch implizi Teile de G undde ini ion
be üh en. S ell e e end hie ü können die Subka ego ien des Hin e agens (SR-V-
IT-HF) ode Abwägens (SR-V-IT-AB) ange üh we den, welche nich konk e mi
de De ini ion übe eins immen, abe Teilbe eiche du ch das implizie e Du chden-
ken ode Abwägen on Fak o en im Bewe ungsp ozess anschneiden. Auch die Em-
pa hie (SR-V-IT-EM) be üh e wa die In ospek ion (SR-V-ET-IS) ode das Übe denken
on Handlungen (SR-V-ET-HA) de ges al , dass beim Hinein ühlen in eine ande e Pe -
son indi ek die eigene Ge ühlswel be ach e und e lek ie wi d, insbesonde e im
Hinblick au Handlungen, die mögliche weise einen Ein luss au die en sp echende
Pe son gehab haben könn en.
Das explizi e Teil e s ändnis (SR-V-ET) wiede um spiegel e eine in o mie e Vo s el-
lung mi konk e em Bezug zu Elemen en de G undde ini ion wide , wie de In o-
spek ion (SR-V-ET-IS) ode dem Bewuss sein ü ex e ne P ägungen (SR-V-ET-EX). Da-
aus e gab sich die Möglichkei eine Abs u ung in Ni eaus, je nach G ad des Ve -
s ändnisses de Beg i lichkei de Selbs e lexion (Tabelle 60).
De le z e g oße Teilbe eich, de aus dem T iadischen Modell K i ischen Denkens
in de Na u wissenscha sdidak ik en lehn wu de, wi d du ch das epis emologische Ve -
s ändnis (EP) cha ak e isie und um ass die Un e suchungs age
Inwiewei inden sich bei Chemieleh am ss udie enden bei de Bewe ung ge-
sellscha liche P oblems ellungen mi na u wissenscha lichem Bezug epis e-
mologische Aspek e? (EP-A)
Zu Bean wo ung diese F age wu den neun Ka ego ien de inie , wobei jede ü
einen ande en ele an en Fak o bei de Einschä zung de Glaubwü digkei eine
Quelle s and. Neben de Ak uali ä (EP-A-B-AK) spiel e beispielsweise auch die He -
kun on In o ma ionen (EP-A-B-HK) ode die Konsis enz mi ande en Quellen (EP-A-B-
KO) eine en scheidende Rolle bei de Einschä zung de Glaubwü digkei eine
Quelle (Tabelle 61).
Besch eibung de S udien
226
Tabelle 61: S3.I1&2 - Ka ego ien de Aspek e des epis emologischen Ve s ändnisses (EP-A)
Übe -
ka ego ie Ka ego ie Subka ego ie De ini ion
Aspek e des epis emologischen Ve s ändnisses (EP-A)
EP-A-KB:
Keine Bewe -
ung mi els
epis emologische
Aspek e
E üll , wenn keine Bewe ung on Quellen mi els epis emologische As-
pek e o genommen wi d. Imme dann kodie , wenn keine ande e Ka e-
go ie de Un e suchungs age kodie we den konn e.
EP-A-B:
Bewe ung mi -
els epis emologi-
sche Aspek e
EP-A-B-EX:
Expe ise
Die Au o i ä und Expe ise de *s Au o *in we den
als ele an e Fak o en bei de Einschä zung de Ve -
auenswü digkei eine Quelle angesehen.
EP-A-B-AK:
Ak uali ä
Die Ak uali ä eine In o ma ion wi d als ele an e
Fak o bei de Einschä zung de Ve auenswü dig-
kei eine Quelle angesehen.
EP-A-B-IK:
In e essenkon lik e
In e essenkon lik e ode Subjek i i ä we den als ele-
an e Fak o en bei de Einschä zung de Ve auens-
wü digkei eine Quelle angesehen.
EP-A-B-PR:
P äsen a ion
Die A de P äsen a ion wi d als ele an e Fak o
bei de Einschä zung de Ve auenswü digkei eine
Quelle angesehen.
EP-A-B-HK:
He kun
Die He kun eine In o ma ion wi d als ele an e
Fak o bei de Einschä zung de Ve auenswü dig-
kei eine Quelle angesehen.
EP-A-B-ME:
Me hodik
Die e wende en Me hoden ode das Fo schungsdes-
ign we den als ele an e Fak o en bei de Einschä -
zung de Ve auenswü digkei eine Quelle angese-
hen.
EP-A-B-KO:
Konsis enzp ü ung
Die Übe eins immung eine In o ma ion mi ande en
Quellen wi d als ele an e Fak o bei de Einschä -
zung de Ve auenswü digkei eine Quelle angese-
hen.
EP-A-B-TR:
T anspa enz
Die o ene und anspa en e Angabe on He -
kun sin o ma ionen wi d als ele an e Fak o bei
de Einschä zung de Ve auenswü digkei eine
Quelle angesehen.
EP-A-B-SE:
Soziokul u elle Ein-
gebundenhei
Die Be ücksich igung soziokul u elle Ein lüsse wi d
als ele an e Fak o bei de Einschä zung de Ve -
auenswü digkei eine Quelle angesehen.
Neben den dem T iadischen Modell K i ischen Denkens en lehn en Teilbe eichen
s anden zwei wei e e Be eiche im E kenn nisin e esse. Angelehn an die Ka ego ie
zum Ve s ändnis de Beg i lichkei K i ischen Denkens (KD-V) aus S udie S2 e olg e
auch die S udie S3 die Bean wo ung de Un e suchungs age
Welches Ve s ändnis haben Chemieleh am ss udie ende on de Fo mulie ung
k i isch denken ode k i isch sein? (KD-V)
S udie S3
227
mi de Kodie ung zugehö ige Aussagen. Mi hil e des neuen Da enma e ials konn e
au diese Weise die in S udie S2 geleg e G undlage wei e ausgeschä und di e en-
zie we den (Tabelle 62).
Tabelle 62: S3.I1&2 - Ka ego ien des Ve s ändnisses on K i ischem Denken (KD-V)
Übe -
ka ego ie Ka ego ie Subka ego ie De ini ion
Ve s ändnis on K i ischem Denken (KD-V)
KD-V-NA: Nai e
Vo s ellung
KD-V-NA-ND:
Nich de inie ba
K i isches Denken kann nich de inie we den
ode es lieg eine di use De ini ion o .
KD-V-NA-HF:
Hin e agen
K i isches Denken wi d als das Hin e agen
on Dingen ode Themen e s anden, wobei
dies nich wei e ausge üh wi d.
KD-V-NA-SK:
Skepsis
K i isches Denken wi d als g undsä zlich skep-
ische und ungläubige Hal ung e s anden.
KD-V-NA-SV:
Selbs e besse ung/
-k i ik
K i isches Denken wi d als ein P ozess de
Selbs e besse ung e s anden, welche aus a-
delnde Selbs k i ik he o geh .
KD-V-NA-TK:
Tadeln/K i isie en
K i isches Denken wi d als das K i isie en
ode Tadeln ande e e s anden.
KD-V-NA-SD:
Selbs s ändiges Denken
K i isches Denken wi d als eigens ändiges
Denken de inie , wobei die Dimension nich
wei e ausge üh wi d.
KD-V-TG:
Teilbe eich de
G undde ini ion
KD-V-TG-SR:
Selbs e lexion
K i isches Denken wi d als das Hin e agen
de eigenen Pe son ode den eigenen P ägun-
gen im Sinne eine Selbs e lexion e s anden.
KD-V-TG-WI:
Wissen
K i isches Denken wi d als das Hin e agen
und Hinzuziehen on ex e nen In o ma ionen
ode eigenem Wissen e s anden.
KD-V-TG-EP:
Epis emologisches
Ve s ändnis
K i isches Denken wi d als das Hin e agen
und Bewe en on Quellen und ih e Glaub-
wü digkei e s anden.
KD-V-MT:
Zusammenspiel
meh e e Teilbe eiche
de G undde ini ion
K i isches Denken wi d als ein (mul ipe spek i isches) Zusammen-
spiel mindes ens zweie Teilbe eiche on Selbs e lexion, Wissen und
epis emologischem Ve s ändnis e s anden.
Es ließen sich, e gleichba mi de S uk u ie ung bei Ka ego ie des Ve s ändnisses
de Selbs e lexion (SR-V), d ei Ni eaus u en un e scheiden. Ni eau 0 wu de kodie ,
wenn die Vo s ellungen on dem Beg i des K i ischen Denkens di us ode nai
de inie o lagen, wie die unkonk e e Benennung als Hin e agen (KD-V-NA-HF)
ode das Ve s ändnis als Skepsis (KD-V-NA-SK). Wu den konk e e Teilbe eiche de
G undde ini ion ode des T iadischen Modells K i ischen Denkens benann , wu de
die Ka ego ie Teilbe eich de G undde ini ion (KD-V-TG) als Ni eau 1 kodie , welche
Besch eibung de S udien
228
abe mals in die d ei Teilbe eiche Selbs e lexion (KD-V-TG-SR), Wissen (KD-V-TG-
WI) und epis emologisches Ve s ändnis (KD-V-TG-EP) di e enzie wu de. Das höchs e
Ni eau 2 wu de dann e eich , wenn nich nu ein Teilbe eich als Bes and eil K i i-
schen Denkens benann wu de, sonde n das Zusammenspiel mindes ens zweie Teilbe eiche
de G undde ini ion (KD-V-MT) deu lich wu de. Die so en s andene Ka ego ie s ell
dami den mul ipe spek i ischen Cha ak e K i ischen Denkens he aus.
Die le z e Un e suchungs age
Inwiewei sehen sich die S udie enden des Chemieleh am s in de Lage, eine
kla e Posi ion bei de Bewe ung des Kon ex es einzunehmen? (FB)
kann als Zusa z ages ellung bezeichne we den, um gemeinsam mi den An wo en
de Un e suchungs agen zu Selbs einschä zung des Fachwissens (SF) und de achwissen-
scha lichen Bewe ung (NW-FB) e wei e e kombinie e Schlüsse zuzulassen. Diese d ei
F ages ellungen e wiesen sich e s in ih e Kombina ion als gewinnb ingend, da sie
es e möglich en, i a ionale U eile besse he auszus ellen, wie dies be ei s in S udie
S2.I1 e p ob wu de. Die eigene Fähigkei zu Bewe ung (FB) wu de sei ens de Teil-
nehmenden de a eingeschä z , dass sie sich en wede nich in de Lage (FB-NL), un e
Einsch änkungen in de Lage (FB-UE) ode in de Lage (FB-IL) sahen, sich im gegebenen
Kon ex zu posi ionie en. Demen sp echend wu de auch eine S uk u ie ung im
Sinne eine Ni eauabs u ung eingese z (Tabelle 63).
Tabelle 63: S3.I1&2 - Ka ego ien de Fähigkei zu Bewe ung (FB)
Übe -
ka ego ie Ka ego ie De ini ion
Ni eau
Fähigkei zu Bewe ung
(FB)
FB-NL: Sieh sich nich
in de Lage
Es wi d sich nich zuge au , eine En scheidung e en
zu können. N = 0
FB-UE: Sieh sich un e
Einsch änkungen in de
Lage
Es wi d sich mi Einsch änkungen ode Vo behal zuge-
au , eine En scheidung e en zu können. En schei-
dungs endenzen liegen o .
N = 1
FB-IL: Sieh sich in de
Lage Es wi d sich zuge au , eine En scheidung e en zu
können. N = 2
Die aus üh lichen Kodie lei äden zu den einzelnen Ka ego ien de In e iews udie
S3.I1&2 sind dem Anhang (A.3.1.1) beige üg .
Nach de Kodie ung de T ansk ip e mi MAXQDA au G undlage de Kodie lei -
äden wu den die Anzahlen de e gebenen Ka ego ien in Excel abella isch au ge-
agen und sowohl die Summen p o Ka ego ie als auch p o P oband*in da ges ell .
S udie S3
229
In diesem Zuge wu den auch die P e-In e iews de Be ag en aus S udie S2.I1 au
Basis de übe a bei e en Kodie lei äden ekodie . Zusä zlich wu den, wie zu o
schon in S udie S1 und S2, die Einzelzählungen eingese z , da es wenige on In e-
esse wa , wie häu ig ein bes imm e Aspek on eine *m Teilnehmenden benann
wu de, sonde n wie iele e schiedene Aspek e im Sinne de Mul ipe spek i i ä im
Bewe ungsp ozess eine Rolle spiel en. Da die Aspek e de Bewe ung (NW-A, SR-
A und EP-A) sowie das Ve s ändnis de Beg i lichkei en de Selbs e lexion und des
K i ischen Denkens (SR-V und KD-V) on besonde em In e esse wa en, wu de au
G undlage diese We e die Maße de zen alen Tendenz und die S eumaße be ech-
ne und die Ve ände ungen zwischen P e- und Pos -Tes g a isch mi hil e on Ne z-
diag ammen e anschaulich . Zudem wu de mi hil e des Wilcoxon-Tes s ein Signi-
ikanz es du chge üh , um zu e mi eln, ob signi ikan e Un e schiede zwischen P e-
und Pos -Tes bes anden. Nähe e E läu e ungen zu den e wende en Ins umen en
de desk ip i en S a is ik und de Signi ikanz es s sind im Kapi el 4.3.2 au ge üh .
5
5.3.1.2
E gebnisse
Bei de Be ach ung de zu Bewe ung hinzugezogenen na u wissenscha lichen Aspek e
(NW-A) benann en die Be ag en im P e-Tes du chschni lich 2,6 e schiedene As-
pek e als ü sie ele an (Tabelle 64). 70 % (7 on 10) de Teilnehmenden benann en
die Nachhal igkei ode Auswi kungen au die Na u (NW-A-NA) als wich iges En schei-
dungsk i e ium, was in F agen, wie „[W]as is je z besse ü die Umwel ?“ (S3.I1-
SS23-B-B3_5-XJ19MF, Pos. 15), deu lich wu de. Die zwei häu igs e Ka ego ie wa
die Kos enabwägung (NW-A-KA), die sechs on zehn Pe sonen (60 %) im Bewe ungs-
p ozess be ücksich ig en. De d i e g oße Fak o , welche eben alls on 60 % de
Teilnehmenden in den Bewe ungsp ozess inkludie wu de, wa die a sächliche E -
izienz (NW-A-EF) de Technologie. Aussagen, wie „Ich wü de mich e s mal e kun-
digen, wo in die s ä ks e E izienz is [sic]“ (S2.I1-Wi22_23-A1-B2_3-XJ36JE, Pos.
26), können s ell e e end ü Nennungen und F agen diese Ka ego ie ange üh
we den. Wei wenige ele an wa ü die S udie enden die a sächliche Funk ions-
weise (NW-A-FT) de Technik. F agen in diese Rich ung wu den kaum ges ell . Nu
ein*e P oband*in s ell e F agen, wie „Was gib es da eigen lich ü Ve ah en?“
(S2.I1-Wi22_23-B-B2_3-XF21FM, Pos. 80), welche ein besse es Ve s ändnis de
Technologie selbs ans eb en. Obwohl die Auswi kungen und die Nachhal igkei (NW-
A-NA) om G oß eil de Be ag en als ele an e Fak o e ach e wu den, s ell en
nu zwei Teilnehmende die F age nach de He kun de Rohs o e (NW-A-RH) zu
Fe igung de Technologien. Ge ade de Abbau diese mach abe einen nich une -
heblichen Teil de dami e knüp en Umwel isiken aus, besonde s, wenn man au
Besch eibung de S udien
230
die mul i ak o iellen gesellscha lichen, umwel bezogenen, poli ischen ode sozialen
P obleme schau , die beispielsweise mi dem Abbau Sel ene E den einhe gehen.
Tabelle 64: S3.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, na u wissenscha liche Aspek e bei de Bewe ung
gesellscha liche P oblems ellungen mi na u wissenscha lichem Bezug (NW), N = 10
Im Gegensa z zum P e-Tes e besse e sich die Bewe ungsg undlage in den du ch-
ge üh en Pos -Tes s deu lich und es wu den im Schni 4,1 di e en e Pe spek i en
bei de Bewe ung hinzugezogen. Auswi kungen und Nachhal igkei (NW-A-NA) blieb
die häu igs e benann e Ka ego ie, welche on neun de zehn Be ag en (90 %) be-
ücksich ig wu de. Wäh end die E izienz (NW-A-EF) wei e hin on 60 % (6 on
10) de Teilnehmenden be ücksich ig wu de, s ieg de An eil de Pe sonen, die ein
Ve s ändnis de Funk ionsweise ein o de en, au 70 % (7 on 10) und Ve s ändnis-
agen, wie „[W]ie sind denn die He s ellungsp ozesse ü Sola - ode Windene gie?“
(S3.I2-SS23-A-B3_5_EF28SH, Pos. 13), zeig en eine deu liche Häu ung. Auch F a-
gen, wie „[W]ie wei is das machba in de Zukun ?“ (S3.I2-SS23-B-B2_3-SV32BT,
Pos. 19), a en e meh au und ielen un e die Ka ego ie de Umse zba kei (NW-
A-UM). De An eil de Teilnehmenden, die diese Ka ego ie nann en, s ieg on u -
sp ünglich 30 % au 70 %. Re lek ie en im P e-Tes nu zwei Pe sonen die He kun
de Rohs o e (NW-A-RH), so wa en es im Pos -Tes be ei s 50 % de Be ag en (5 on
10). In as allen Ka ego ien konn en deu liche Ans iege de Be ücksich igung du ch
die Teilnehmenden e zeichne we den, welche sich achlich im Pos -In e iew b ei-
e au s ell en als noch zu Beginn im P e-Tes . Insgesam zeig en 8 Teilnehmende
(80 %) e wei e e Bewe ungspe spek i en im Ve gleich zum P e-Tes .
Ka . 1. UK 2. UK Summe
Einzel P e
Summe
Einzel Pos
Summe
Meh . P e
Summe
Meh . Pos
NW-A-KB:
Keine Bewe ung 000 0
NW-A-EF:
E izenz 6 6 10 11
NW-A-KA:
Kos enabwägung 6 5 12 11
NW-A-NA:
Auswi kungen &
Nachhal igkei
7 9 14 25
NW-A-FT:
Funk ionsweise 17212
NW-A-UM:
Umse zba kei 37718
NW-A-RH:
Rohs o he kun 253 9
NW-A-NO:
No wendigkei 121 2
49 85
26 41
NW-A:
Aspek e de na u wissenscha lichen Bewe ung
Summe NW-A
Einzelzählung NW-A
NW: Na u wissenscha liches Wissen
S udie S3
231
Die E gebnisse de selbs e lexi en Aspek e (SR-A) bei de Bewe ung des Kon ex es
zeigen im P e-Tes einen Mi elwe on 2,5 e schiedenen in e nen Fak o en (SR-A-
IF) und 1,7 un e schiedlichen ex e nen Fak o en (SR-A-EF) p o P oband*in (Tabelle
65).
Tabelle 65: S3.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, selbs e lexi e Aspek e bei de Bewe ung gesell-
scha liche P oblems ellungen mi na u wissenscha lichem Bezug (NW), N = 10
Ka . 1. UK 2. UK 3. UK Summe
Einzel P e
Summe
Einzel Pos
Summe
Meh . P e
Summe
Meh . Pos
0000
SR-A-IF-FW:
Fachwissen 38417
SR-A-IF-PR:
Pe sönliche
Rele anz
6 8 21 21
SR-A-IF-MW:
Mo al und We e 36412
SR-A-IF-HA:
Handlungen 1416
SR-A-IF-EM:
Emo ionen 14111
SR-A-IF-EF:
E ah ungen 3445
SR-A-IF-IN:
In e esse 2546
SR-A-IF-BV:
Be angenhei ,
Vo u eile
6109 26
SR-A-IF-PK:
Pe sönlichkei 0000
SR-A-IF-KV:
Kogni i e
Ve ze ungen
05010
48 114
25 54
SR-A-EF-SN:
Soziale
No m/Um eld
9 8 24 36
SR-A-EF-ME:
Medien 5598
SR-A-EF-BI:
Bildung 1325
SR-A-EF-PO:
Poli ik 2343
SR-A-EF-RE:
Religion 0000
39 52
17 19
SR: Selbs e lexion
SR-A:
Aspek e de Selbs e lexion
SR-A-KS:
Keine Selbs e lexion
SR-A-IF:
In e ne
Fak o en &
in ospek i e
Übe p ü ung
Summe SR-A-IF
Einzelzählung SR-A-IF
SR-A-EF:
Bewuss sein ü
ex e ne und
in e ne
Ein luss ak o en
Summe SR-A-EF
Einzelzählung SR-A-EF
Besch eibung de S udien
232
Die am häu igs en e lek ie en in e nen Aspek e wa en die pe sönliche Rele anz (SR-
A-IF-PR) ü sich selbs und die po enzielle pe sönliche Be angenhei (SR-A-IF-BV), wel-
che on jeweils 60 % (6 on 10) de Be ag en ange üh wu den. Die Aussage „Also
ich wü d [sic] sagen, die e s e F age wä e so, was wä e ü mich am bes en […]“
(S2.I1-Wi22_23-A2-B2_3-XJ27BO, Pos. 32) e deu lich dabei die hohe P io i ä ,
welche die pe sönliche Rele anz (SR-A-IF-PR) im En scheidungsp ozess einnehmen
kann, be o ande e Fak o en ode ga achliche F ages ellungen in Be ach gezogen
we den. Deu lich wenige wu den die ande en in e nen Fak o en, wie Mo al und We e
(SR-A-IF-MW) ode gemach e E ah ungen (SR-A-IF-EF), e lek ie und auch die
Re lexion des eigenen Wissenss andes (SR-A-IF-FW) wu de nu on d ei de zehn Be-
ag en (30 %) be ücksich ig .
Als ex e ne Ein luss ak o en (SR-A-EF) e lek ie en 90 % de Be ag en (9 on 10) den
Ein luss ih e sozialen No m (SR-A-EF-SN), welche in den In e iews g öß en eils als
de s ä ks e Ein luss ak o benann wu de. Dies ass e ein*e P oband*in wie olg
zusammen: „Ich wü de sagen, am s ä ks en is a sächlich de Ein luss on F eun-
den, Familie, also Pe sonen, die mi nahes ehen“ (S3.I1-SS23-B-B3_5-EF28SH, Pos.
45). Die Häl e de be ag en Pe sonen e lek ie e zudem den Ein luss de Medien
(SR-A-EF-ME) au ih e Meinung.
In de Pos -E hebung wu den im Schni 1,9 di e en e ex e ne Ein luss ak o en (SR-
A-EF) e lek ie , was nu einen kleinen Ans ieg im Ve gleich zu P e-E hebung da -
s ell . Dennoch wu de auch hie eine e meh e Benennung de poli ischen Ein lüsse
(SR-A-EF-PO) und de eigenen Bildung (SR-A-EF-BI) deu lich, die on jeweils 30 %
de Be ag en (3 on 10) ange üh wu den. Die g öß e Ve ände ung wa bei den
in e nen Fak o en (SR-A-IF) zu e zeichnen, die im Mi el on 2,5 au 5,4 e schiedene
e lek ie e Aspek e p o P oband*in s ieg. De am häu igs en und oll allen Teilneh-
menden im Pos -In e iew be ücksich ig e Aspek wa die pe sönliche Be angenhei (SR-
A-IF-BV) und de Ein luss, den diese au die Meinungsbildung nehmen kann. Dies
wi d beispielsweise in de Aussage „Abe ein Fak o is siche lich meine je zige Mei-
nung, die ich da schon d übe hab“ (S3.I2-SS23-A-B3_5_WJ32FE, Pos. 23) deu lich.
80 % de Be ag en (8 on 10) e lek ie en die pe sönliche Rele anz (SR-A-IF-PR) und
de An eil an Teilnehmenden, die ih Fachwissen (SR-A-IF-FW) in de Bewe ung be-
ücksich ig en, s ieg eben alls au 80 %. Die Re lexion on Mo al und We en (SR-A-
IF-MW) in F agen, wie „inwiewei kann man das noch mo alisch auch un e s ü -
zen?“ (S2.I2-SS23-B-B3_5_XJ36JE, Pos. 21), and bei as zwei D i eln de in e -
iew en Pe sonen s a , knapp ein D i el meh als noch zu o im P e-Tes . Das Be-
wuss sein ü kogni i e Ve ze ungen (SR-A-IF-KV) wu de im Pos -Tes eben alls bei
S udie S3
233
50 % de Be ag en (5 on 10) deu lich, was im Gegensa z zum P e-Tes , in dem
kogni i e Ve ze ungen on keine Pe son hema isie wu den, eine E höhung da -
s ell . Insgesam konn en bei allen Teilnehmenden Ve besse ungen in Fo m on e -
wei e en Pe spek i en bei de Bewe ung im Gegensa z zum P e-In e iew es ge-
s ell we den, wobei de Schwe punk au dem Bewuss sein ü in e ne Fak o en (SR-
A-IF) lag. Doch auch im Be eich de ex e nen Fak o en (SR-A-EX) wa en bei 50 %
de Be ag en e wei e e Pe spek i en zu e zeichnen.
De Be eich des epis emologischen Ve s ändnisses (EP) s ell den d i en Teilbe eich K i-
ischen Denkens da (Tabelle 66). Im P e-Tes anden sich bei 50 % de Be ag en
(5 on 10) keine Teilaspek e (EP-A-KB) ü die Bewe ung on In o ma ionsquellen
ode zu Einschä zung on In o ma ionen. Nu eine Pe son a Aussagen, welche
die He kun (EP-A-B-HK) ode Ve ö en lichungspla o m eine In o ma ion als
ele an he o hoben. Jeweils zwei Pe sonen sahen die Expe ise (EP-A-B-EX) de *s
Au o *in ode die Übe eins immung mi ande en Quellen (EP-A-B-KO) als wich ig bei
de Bewe ung on Quellen an. Die Anzahl di e en e K i e ien zu Bewe ung on
In o ma ionen p o P oband*in lag bei 0,5.
Tabelle 66: S3.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, epis emologische Aspek e bei de Bewe ung gesell-
scha liche P oblems ellungen mi na u wissenscha lichem Bezug (NW), N = 10
Ka . 1. UK 2. UK 3. UK Summe
Einzel P e
Summe
Einzel Pos
Summe
Meh . P e
Summe
Meh . Pos
5050
EP-A-B-EX:
Expe ise 2539
EP-A-B-AK:
Ak uali ä 0101
EP-A-B-IK:
In e essenskon lik e 06010
EP-A-B-PR:
P äsen a ion 0305
EP-A-B-HK:
He kun 110220
EP-A-B-ME:
Me hodik 0303
EP-A-B-KO:
Konsis enzp ü ung 2525
EP-A-B-TR:
T anspa enz 0303
EP-A-B-SE:
Soziokul u elle
Eingebundenhei
0202
758
538Einzelzählung EP-A-B
EP: Epis emologie
EP-A:
Aspek e de Epis emologie
EP-A-KB: Keine Bewe ung de Quelle
EP-A-B:
Bewe ung au
Basis epis emo-
logische Aspek e
Summe EP-A-B
Besch eibung de S udien
240
Tabelle 71: S3.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, Übe sich übe die Einzelzählungen de e schiede-
nen Teilbe eiche, N = 10
Au G undlage diese E gebnisse wu de mi jedem Teilbe eich ein Signi ikanz es
du chge üh , um signi ikan e Ve ände ungen zwischen P e- und Pos -Tes zu iden-
i izie en (Tabelle 72).
Tabelle 72: S3.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, Wilcoxon-Tes de Einzelzählungen de e -
schiedenen Teilbe eiche, N = 10
Alle Teilbe eiche zeig en bei einem Signi ikanzni eau
α
= 0,05 s a is isch signi i-
kan e Un e schiede. Wäh end de Teilbe eich des na u wissenscha lichen Wissens (NW-
A) mi z = -2,090, p = 0,039 und eine mi le en E ek s ä ke on = 0,467 nahe an
Einzel-
zählung
P e Pos P e Pos P e Pos P e Pos P e Pos P e Pos P e Pos
XJ36JE3147030122 2522
BN10LB35511150323 3823
XF21FM1137020302 2611
XJ27BO3615020101 1302
SJ16DI3555140302 4510
SV32BT1548170312 1533
IP17SE3636031311 2511
EF28SH45810171221 5733
WJ32FE3445040202 1332
XJ19MF 2 3 5 9 1 1 0 2 1 2 4712
MW 2,600 4,100 4,200 7,300 0,500 3,800 0,200 2,300 0,900 1,800 2,500 5,400 1,700 1,900
S abw. 0,966 1,853 1,814 2,163 0,527 2,044 0,422 0,823 0,876 0,632 1,434 1,647 1,059 0,994
Va ianz 0,933 3,433 3,289 4,678 0,278 4,178 0,178 0,678 0,767 0,400 2,056 2,711 1,122 0,989
Max 46811171323 5833
Min 1115010101 1300
Median35470,53,502,512 251,52
Modus3545030302 2512
SR-A-EF
Teil-
nehmende
aus S2
Teilnehmende aus
S3
NW-A EP-ASR-A KD-V SR-V SR-A-IF
Tes s a is ikena
Ein achzählung NW_A_Pos
-
NW_A_P e
SR_A_Pos -
SR_A_P e
EP_A_Pos
-
EP_A_P e
KD_V_Pos -
KD_V_P e
SR_V_Pos -
SR_V_P e
SR_A_IF_Pos -
SR_A_IF_P e
SR_A_EF_Pos -
SR_A_EF_P e
Z -2,090b -2,692b -2,682b -2,836b -2,165b -2,820b -,707b
Asymp. Sig.
(2-sei ig) 0,037 0,007 0,007 0,005 0,030 0,005 0,480
Exak e Sig. (2-sei ig) 0,039 0,004 0,004 0,002 0,047 0,002 0,750
Exak e Sig. (1-sei ig) 0,020 0,002 0,002 0,001 0,023 0,001 0,375
Punk -
Wah scheinlichkei 0,006 0,002 0,002 0,001 0,020 0,001 0,219
a. Wilcoxon-Tes
b. Basie au
nega i en Rängen.
E ek s ä ke 0,467 0,602 0,600 0,634 0,484 0,631 0,158
S3.I1&2 - Wilcoxon-Tes
S udie S3
241
einem s a ken E ek lag, übe sch i en die ande en beiden Teilbe eiche, die Selbs e-
lexion (SR-A) mi z = -2,692, p = 0,004 sowie das epis emologische Ve s ändnis (EP-A)
mi z = -2,682, p = 0,004, den Schwellenwe ü einen s a ken E ek ( = 0,5) deu -
lich. He o zuheben is , dass die Pe spek i e wei e ung im Be eich de Selbs e lexion
(SR-A) o wiegend im Be eich de in e nen Fak o en (SR-A-IF) s a and.
Auch das Ve s ändnis de Beg i lichkei en de Selbs e lexion (SR-V) und des K i ischen
Denkens (KD-V) zeig e signi ikan e Un e schiede zwischen P e- und Pos -Tes . Wäh-
end das Ve s ändnis de Selbs e lexion (SR-V) bei z = -2,165, p = 0,047 eine mi le e
E ek s ä ke on = 0,484 au wies, zeig e die Ve s ändnise wei e ung im Be eich des K i-
ischen Denkens (KD-V) eine deu liche Signi ikanz mi z = -2,836, p = 0,047 und eine
E ek s ä ke on = 0,634.
Diese Ve ände ungen lassen sich auch g a isch e anschaulichen, indem die absolu e
Anzahl de Aspek e aus den Einzelzählungen du ch die maximale Anzahl de Ka e-
go ien des jeweiligen Lei adens ge eil wi d. Das E gebnis is ein ela i e We , de
die Ve gleichba kei zwischen den Lei äden gewäh leis e und eine konsis en e Da -
s ellung in einem Ne zdiag amm e möglich . Au diese Weise wi d e sich lich, wie
iel P ozen de maximal möglichen Aspek e in jedem Teilbe eich e eich wu den.
Fü eine summa i e Übe sich wu den die Mi elwe e alle Teilnehmenden zu Da -
s ellung he angezogen (Abbildung 22). Schwe punk diese Da s ellung lieg au den
d ei Teilbe eichen de Bewe ungsaspek e (NW-A, SR-A, EP-A) sowie au dem Ve -
s ändnis de Beg i lichkei en Selbs e lexion (SR-V) und K i isches Denken (KD-V).
Diese ün Be eiche wu den in den Fokus de Un e suchung ge ück , da sie das zen -
ale Un e suchungsin e esse ep äsen ie en und sich skalie ba da s ellen lassen. Die
Zusa z ages ellungen zu achlichen Bewe ung (NW-FB), Selbs einschä zung des Fachwis-
sens (NW-SF) sowie zu Fähigkei zu Bewe ung (FB) wu den bei diese Da s ellung
nich be ücksich ig
Die iadische Da s ellung eku ie au das T iadische Modell K i ischen Denkens
und bilde sowohl die Pe spek i en de einzelnen Teilbe eiche (SR-A, EP-A und
NW-A) als auch die Zusammen üh ung de empi isch gewonnenen Da en mi den
konzep ionellen Ansä zen ab. Die ün eilige Da s ellung e wei e dies um das Ve -
s ändnis de in diesem P ojek ele an en Beg i lichkei en K i isches Denken (KD-V)
und Selbs e lexion (SR-V).
Besch eibung de S udien
242
Abbildung 22: S3.I1&2 - Gesam übe sich übe die p ozen ualen An eile an den einzelnen Teilbe eichen
(% max. Ka . bezeichne den p ozen ualen An eil an den maximal möglichen Ka ego ien)
Diese Da s ellung kann auch indi iduell ü jede*n Teilnehmende*n angewende
we den, um die Ve ände ungen zwischen P e- und Pos -Be agung au Ebene ein-
zelne Pe sonen au zuzeigen (Abbildung 23).
0
20
40
60
80
100
NW-A
SR-AEP-A
S3.I1&2 - Übe sich Gesam , % max. Ka .
P e Pos
0
20
40
60
80
100
NW-A
SR-A
EP-ASR-V
KD-V
S3.I1&2 - Übe sich Gesam , % max. Ka .
P e Pos
0
20
40
60
80
100
NW-A
SR-AEP-A
S3.I1&2 - BN10LB, % max. Ka .
P e Pos
0
20
40
60
80
100
NW-A
SR-A
EP-ASR-V
KD-V
S3.I1&2 - BN10LB, % max. Ka .
P e Pos
0
20
40
60
80
100
NW-A
SR-AEP-A
S3.I1&2 - SV32BT, % max. Ka .
P e Pos
0
20
40
60
80
100
NW-A
SR-A
EP-ASR-V
KD-V
S3.I1&2 - SV32BT, % max. Ka .
P e Pos
S udie S3
243
Abbildung 23: S3.I1&2 - Exempla ische Auswahl indi iduelle Ve gleichsdiag amme
(% max. Ka . bezeichne den p ozen ualen An eil an de maximalen Anzahl mögliche Ka ego ien)
Abbildung 23 zeig d ei exempla ische Ve gleichsdiag amme, in denen die Ve ände-
ungen zwischen P e- und Pos -In e iew du ch die un e schiedlichen Ausp ägun-
gen im Ne zdiag amm e sich lich we den.
Neben den P e- und Pos -In e iews wu de mi d ei eiwilligen P oband*innen e wa
sechs Mona e spä e ein Follow-Up-In e iew du chge üh , um die Nachhal igkei
de gemach en Ve ände ungen zu übe p ü en. Hie ü wu den zwei neue Kon ex e
(Kon ex C: Plas ik und Kon ex D: F acking) e wende und diese den Teilnehmen-
den andomisie zuge eil . Wei e e In o ma ionen zu den Kon ex en sind in den
zugehö igen Kapi eln (4.2.6.4 und 4.2.6.5) zu inden.
Die E gebnisse des Follow-Up-In e iews wa en wei gehend mi den E gebnissen
de Pos -In e iews e gleichba (Abbildung 24). Die Anzahl e schiedene Aspek e
im Be eich na u wissenscha liche Bewe ung (NW-A) blieb kons an hoch und auch die
E gebnisse in den Be eichen de Selbs e lexion (SR-A) und des epis emologischen Ve -
s ändnisses (EP-A) zeig en ähnlich hohe We e wie im Pos -In e iew. Zwa a en in
e einzel en Fällen Reduk ionen bezüglich de Anzahl hinzugezogene Pe spek i en
au , diese blieben jedoch au eine Di e enz on 1 beg enz . Im Gegen eil wu den in
den Follow-Up-In e iews häu ige höhe e We e und di e enzie e e Pe spek i en
es ges ell als im Pos -In e iew. Auch das Ve s ändnis de Beg i e Selbs e lexion
(SR-V) und K i isches Denken (KD-V) blieb in allen Fällen au de höchs en Ni eau-
s u e (Ni eau 2). Dies deu e wei e hin au ein undie es und in o mie es Ve s änd-
nis diese Beg i e hin.
Au g und des posi i en und s uk u ie en Ve lau s de In e iews wu den nach dem
In e iew geziel e Nach agen ges ell , um die Hin e g ünde ü die Re lexionen de
0
20
40
60
80
100
NW-A
SR-AEP-A
S3.I1&2 - SJ16DI, % max. Ka .
P e Pos
0
20
40
60
80
100
NW-A
SR-A
EP-ASR-V
KD-V
S3.I1&2 - SJ16DI, % max. Ka .
P e Pos
Besch eibung de S udien
244
Teilnehmenden zu e mi eln. Dabei gaben die Teilnehmenden an, dass die Auseinan-
de se zung mi de Thema ik des K i ischen Denkens sie sensible gemach habe,
insbesonde e in Bezug au die Wah nehmung on In o ma ionen und Bewe ungs-
p ozessen. Diese ges eige e Sensibili ä beglei e sie wei e hin im All ag, insbesonde e
in En scheidungssi ua ionen.
0
20
40
60
80
100
NW-A
SR-AEP-A
S3.I1&2 - Übe sich Follow Up, % max. Ka .
P e Pos FU
0
20
40
60
80
100
NW-A
SR-A
EP-ASR-V
KD-V
S3.I1&2 - Übe sich Follow Up, % max. Ka .
P e Pos FU
0
20
40
60
80
100
NW-A
SR-AEP-A
S3.I1&2 - BN10LB, % max. Ka .
P e Pos FU
0
20
40
60
80
100
NW-A
SR-A
EP-ASR-V
KD-V
S3.I1&2 - BN10LB, % max. Ka .
P e Pos FU
0
20
40
60
80
100
NW-A
SR-AEP-A
S3.I1&2 - XF21FM, % max. Ka .
P e Pos FU
0
20
40
60
80
100
NW-A
SR-A
EP-ASR-V
KD-V
S3.I1&2 - XF21FM, % max. Ka .
P e Pos FU
S udie S3
245
Abbildung 24: S3.I1&2 + FU - Gesam übe sich und Ve gleichsdiag amme de Teilnehmenden: P ozen-
uale An eile an den einzelnen Teilbe eichen (% max. Ka . bezeichne den p ozen ualen An eil an de ma-
ximalen Anzahl mögliche Ka ego ien)
Diese E gebnisse in Ve bindung mi de Rückmeldung de Teilnehmenden deu en
au eine Nachhal igkei de e ziel en Resul a e de Ve mi lungseinhei hin und lie-
e n e s e Anzeichen ü die Funk ionali ä des Ins umen s. Dies leg nahe, dass das
Ins umen nich nu dazu geeigne is , K i isches Denken in de du ch die Semi-
na einhei en e mi el en Fo m abzubilden, sonde n weis auch da au hin, dass K i-
isches Denken als mul ipe spek i ische Denkansa z geziel ge ö de we den kann.
Au g und de ge ingen S ichp obenzahl on N = 3 ü die Follow-Up-S ichp obe
wu de au eine s a is ische Auswe ung e zich e .
5
5.3.2
F agebogene hebung S3.F1&2
De in S udie S3.F1&2 eingese z e F agebogen s ell e eine E wei e ung de o ange-
gangenen F agebogen o ma e aus S udie S1 und S2 da . Zusä zlich zu den be ei s
e ablie en I ems de SRIS on Sil ia (2021) und des CRT on F ede ick (2005) wu -
den e s mals zusä zliche I ems in eg ie , die das Ve s ändnis de Beg i e de Selbs-
e lexion und des K i ischen Denkens sowie die beein lussenden Fak o en in Be-
we ungsp ozessen un e suchen soll en. Ziel wa es, ie e e Einblicke in die Bewe -
ungsp ozesse und Beg i s e s ändnisse zu gewinnen sowie die P ak ikabili ä eines
e wei e en F agebogen o ma s ü den Einsa z in g öße en S ichp oben zu e p o-
ben.
De e s e Teil des F agebogens bes and aus den obliga o ischen F agen zu be ag en
Pe son und lei e e die Genese des Codes an. Da au olg e de e s e neue Block de
Ve s ändnis agen (VF), welche im o enen F agen o ma das Ve s ändnis de Beg i -
lichkei en und Ein luss ak o en e ag e (Tabelle 73).
0
20
40
60
80
100
NW-A
SR-AEP-A
S3.I1&2 - EF28SH, % max. Ka .
P e Pos FU
0
20
40
60
80
100
NW-A
SR-A
EP-ASR-V
KD-V
S3.I1&2 - EF28FH, % max. Ka .
P e Pos FU
Besch eibung de S udien
246
Tabelle 73: S3.F1&2 - F ages ellungen des Blocks Ve s ändnis agen (VF)
F agen-
code F ages ellung I em o ma
VF1 Was e s ehen Sie un e dem Beg i Selbs e lexion? O en
VF2 Was e s ehen Sie un e K i ischem Denken? O en
VF3 Was glauben Sie, was beein luss Sie besonde s, wenn Sie im All ag In o -
ma ionen bewe en, die einen na u wissenscha lichen Bezug haben? O en
Au den Block de Ve s ändnis agen (VF) olg e ein Abschni , dessen Fokus au de
Einschä zung de In ospek ion (IS) de Teilnehmenden lag. Ziel wa die E g ündung,
inwiewei Chemieleh am ss udie ende bewuss in e ne Fak o en bei de Bewe ung
na u wissenscha liche Kon ex e e lek ie en. Die Be ag en konn en ih selbs e le-
xi en Ve hal en au eine unipola en ün s u igen Like -Skala eins u en, wobei die
Skala on 1 = nie/ga nich bis 5 = imme /seh aus üh lich eich e (Tabelle 74). Me ho-
dische De ails zu I emkons uk ion sind im Kapi el 4.2.3 einzusehen.
Tabelle 74: S3.F1&2 - F ages ellungen des Blocks In ospek ion (IS)
F agen-
code F ages ellung I em o ma
IS1
Wie o machen Sie sich Ih e eigenen Gedanken und Ge ühle bewuss ,
wenn Sie sich im All ag zu Themen eine Meinung bilden, die einen na u -
wissenscha lichen Bezug haben?
Geschlossen
IS2
Inwiewei se zen Sie sich mi Ih en eigenen Mo al-und We o s ellungen
auseinande , wenn Sie sich im All ag zu Themen eine Meinung bilden, die
einen na u wissenscha lichen Bezug haben?
Geschlossen
IS3
Wie häu ig denken Sie übe Ih e pe sönlichen E ah ungen und Hin e -
g ünde nach, wenn Sie sich im All ag zu Themen eine Meinung bilden,
die einen na u wissenscha lichen Bezug haben?
Geschlossen
IS4
Inwie e n e lek ie en Sie Ih e In e essen und Mo i a ionen, wenn Sie
sich im All ag zu Themen eine Meinung bilden, die einen na u wissen-
scha lichen Bezug haben?
Geschlossen
IS5
Wie häu ig hin e agen Sie Ih e eigenen Vo u eile und Annahmen,
wenn Sie sich im All ag zu Themen eine Meinung bilden, die einen na u -
wissenscha lichen Bezug haben?
Geschlossen
Die ün I ems wu den so ges al e , dass sie un e schiedliche Face en de In ospek-
ion (IS) abbilden. Diese um ass en die Re lexion eigene Gedanken und Ge ühle,
mo alische We e, pe sönliche E ah ungen, In e essen sowie bes ehende Vo u -
eile.
S udie S3
247
De anschließende Block Ein luss ak o en (EF) dien e dazu, sowohl die on den Teil-
nehmenden wah genommenen und e lek ie en Ein luss ak o en mi hil e geschlos-
sene als auch o ene F age o ma e zu e heben. Die F ages ellungen wu den in eine
Ab olge om Allgemeinen zum Explizi en o mulie , um zunächs ein unbeein luss-
es Bild zu gewinnen, be o spezi ische Fak o en geziel e hoben wu den (Tabelle
75).
Tabelle 75: S3.F1&2 - F ages ellungen des Blocks Ein luss ak o en (EF)
F agen-
code F ages ellung I em o ma
EF1
Welche Fak o en haben Ih e Meinung nach einen Ein luss au Ih e En -
scheidungen, wenn Sie ein Thema mi na u wissenscha lichem Bezug be-
we en sollen?
O en
EF2 Inwiewei glauben Sie, dass Sie in de Lage sind, o nehmlich au achliche
Ebene zu u eilen? Geschlossen
EF3 Was wissen Sie übe kogni i e Ve ze ungen? O en
EF4
Wie seh hin e agen Sie olgende Fak o en, wenn Sie sich im All ag zu
Themen eine Meinung bilden, die einen na u wissenscha lichen Bezug ha-
ben?
Geschlossen
EF4_1 Eigene Pe sönlichkei
EF4_2 S immung und Emo ion
EF4_3 We e und Mo al o s ellungen
EF4_4 Eigene G undeins ellung
EF4_5 Eigene Bildung
EF4_6 Eigenes Al e
EF4_7 Eigenes Geschlech
EF4_8 Eigene soziale Schich
EF4_9 Eigene Religion
EF4_10 Eigene E hnie
EF4_11 Eigene Kul u
EF4_12 Wissen
EF4_13 Mediale Kon ex
EF4_14 Poli ische Eins ellung
EF4_15 E ah ungen und E inne ungen
EF4_16 Selbs konzep und Selbs we ge ühl
EF4_17 Soziale No men und E wa ungen
EF4_18 Mo i a ion und Bedü nisse
EF4_19 Ve ügba kei on Al e na i en
EF4_20 In ui ion und Bauchge ühl
EF4_21 G uppendynamik und Kon o mi ä sd uck
EF4_22 E wa ungen und Vo u eile
EF4_23 F aming und P äsen a ion on In o ma ion
EF4_24 Selek i e Wah nehmung und Bes ä igungs ehle
EF4_25 Übe gene alisie ung und Ka ego isie ung
EF4_26 Komplexi ä de In o ma ion
Pe sonenbezogene Fak o en
Bezug zu kogni i en
Ve ze ungen
Besch eibung de S udien
248
Die I ems EF2 und EF4 wu den au ün s u igen Like -Skalen bewe e , die an die
jeweilige F ages ellung angepass wu den. Wäh end EF2 on 1 = übe haup nich bis
5 = olls ändig skalie wa , eich en die Like -Skalen de I ems EF4 on 1 = ga nich
bis 5 = um assend. Die I ems on EF4 um ass en insgesam 26 Ein luss ak o en, wel-
che in 16 pe sonenbezogene Fak o en und zehn Fak o en mi Bezug zu kogni i en
Ve ze ungen un e eil we den konn en.
Obwohl die F age EF3 in ih e Fo mulie ung den Ve s ändnis agen (VF) ähnel ,
wu de de Be eich de kogni i en Ve ze ungen hema isch zu den Ein luss ak o en
(EF) gezähl und dien e als o ene F ages ellung zudem de Au locke ung des an-
sons en geschlossenen F agen o ma s dieses Blocks.
De le z e F agenblock Bewe ung und Gewich ung (BG) ziel e da au ab, die Einschä -
zung de emp undenen Rele anz de in EF4 genann en Fak o en sowie den G ad,
in dem die Teilnehmenden diese Fak o en bewuss in ih e Bewe ungen einbeziehen,
zu e assen (Tabelle 76). Die Like -Skala diese geschlossenen I ems eich e on
1 = nie/ga nich bis zu 5 = imme /seh s a k, wodu ch die subjek i e Einschä zung de
Teilnehmenden hinsich lich des Ein lusses on Fak o en, wie Emo ionen ode
We e, im Ve gleich zum Fachwissen e ass wu de.
Tabelle 76: S3.F1&2 - F ages ellungen des Blocks Bewe ung und Gewich ung (BG)
F agen-
code F ages ellung I em o ma
BG1
Wie s a k schä zen Sie den Ein luss de o hin genann en Fak o en
(Bauchge ühl, S immung usw.) im Ve gleich zum Fachwissen ein, wenn Sie
ein Thema mi na u wissenscha lichem Bezug bewe en sollen?
Geschlossen
BG2
Inwiewei wägen Sie diese Fak o en (Bauchge ühl. S immung usw.) bewuss
gegen Ih Fachwissen ab, wenn Sie ein Thema mi na u wissenscha lichem
Bezug bewe en sollen?
Geschlossen
Die I ems de be ei s e ablie en Tes ins umen e des CRT und SRIS wu den zwi-
schen die einzelnen F agenblöcke gese z und die Reihen olge de CRT-F agen an-
domisie . Dies dien e dazu, Ablenkungen, Konsis enz- und Anke e ek e zu edu-
zie en. De inale Au bau des eingese z en F agebogens kann Tabelle 77 en nommen
we den.
De inale F agebogen de S udie S3.F1&2 um ass e somi ün o enen F ages el-
lungen, 46 geschlossene I ems, die mi els eine Like -Skala e aluie wu den, sowie
die d ei Au gaben des Cogni i e Re lec ion Tes s (CRT) nach F ede ick (2005). Die
Länge des F agebogens wu de bewuss gewähl , um sowohl eine hin eichende Tie e
und B ei e de E hebung siche zus ellen als auch die Belas ung de Teilnehmenden
S udie S3
249
in einem akzep ablen Rahmen zu hal en. De übe wiegende An eil geschlossene Li-
ke -I ems ug dazu bei, die Bea bei ungszei e izien zu ges al en, sodass diese mi
e wa 20 bis 30 Minu en in einem akzep ablen Rahmen blieb. Übe dies wu den du ch
eine kla s uk u ie e Ano dnung de F agen sowie eine hema ische Gliede ung
Maßnahmen e g i en, um die kogni i e Belas ung zu minimie en und die Da enqua-
li ä siche zus ellen.
Tabelle 77: S3.F1&2 - Ab olge de F ageblöcke im inalen F agebogen
F agencode F ages ellung I em o ma
PI Pe sönliche In o ma ionen
VF1 Ve s ändnis age 1 O en
VF2 Ve s ändnis age 2 O en
CRT1 E s e andomisie e F age des CRT Zahleneingabe
VF3 Ve s ändnis age 3 O en
IS In ospek ion Geschlossen
SR SRIS – Sel -Re lec ion Geschlossen
CRT2 Zwei e andomisie e F age des CRT Zahleneingabe
IN SRIS - Insigh Geschlossen
EF1 Ein luss ak o en 1 O en
CRT3 D i e andomisie e F age des CRT Zahleneingabe
EF2-4 Ein luss ak o en 2-4 O en/Geschlossen
BG Bewe ung und Gewich ung Geschlossen
Die Ges al ung des Um angs des F agebogens basie e au de Zielse zung, eine um-
assende und di e enzie e Da eng undlage ü die Un e suchung zu scha en. Wäh-
end die o enen F agen dazu dien en, quali a i e Einblicke in die Denk- und Re le-
xionsp ozesse de Teilnehmenden zu gewinnen, e möglich en die geschlossenen Li-
ke -I ems eine s anda disie e E hebung quan i a i e Da en, die eine e gleichende
Analyse und s a is ische Auswe ung begüns ig en. De CRT e gänz e das Ins u-
men a ium, indem e die kogni i en Re lexions ähigkei en de Teilnehmenden e -
ass e und somi eine zusä zliche Dimension ü die In e p e a ion de E gebnisse
be ei s ell e. Die lei enden Un e suchungs agen de einzelnen F agenblöcke sind in
Tabelle 78 au ge üh .
Besch eibung de S udien
256
Tabelle 82: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Ve s ändnis K i isches Denken (VK),
N = 16
Das im F agenblock EF eingehol e Ve s ändnis kogni i e Ve ze ungen (KV) zeig e e -
gleichba zum K i ischen Denken im P e-Tes wei es gehend nai e (KV-NA) ode
nich o handene Beg i sde ini ionen (Tabelle 83). Nu ie Teilnehmende wiesen
eine Vo s ellung des Beg i s au , welche en wede als Denk- und Wah nehmungs ehle
(KV-TG-DF) ode Ein luss in e ne Fak o en (KV-TG-IF) cha ak e isie wu de. El
Pe sonen konn en den Beg i demgegenübe nich de inie en (KV-NA-UK).
Ka . 1.UK 2. UK Summe
Einzel P e
Summe
Einzel Pos
Summe
Meh .P e
Summe
Meh . Pos Ni eau
VK-NA-ND:
Nich de inie ba 4141
VK-NA-HF:
Hin e agen 4343
VK-NA-SK:
Skepsis 5252
VK-NA-SV:
Selbs k i ik/- e besse ung 0000
VK-NA-TK:
Tadeln/K i isie en 1010
VK-NA-SD:
Selbs s ändiges Denken 1111
15 7
15 7
VK-TG-MP:
Mul ipe spek i i ä 0202
VK-TG-SR:
Selbs e lexion 1718
VK-TG-WI:
Wissen 5777
VK-TG-EP:
Epis emologisches
Ve s ändnis
0606
823
622
07 N=2
VK-NA: Nai e Vo s ellung
N=0
Summe VK-NA:
Einzelzählung VK-NA:
VK-TG: Teilbe eich de
G undde ini ion
N=1
Summe VK-TG:
Einzelzählung VK-TG:
VK: Ve s ändis K i isches Denken
VK-MT:
Zusammenspiel
meh e e
Teilbe eiche
S udie S3
257
Tabelle 83: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Ve s ändnis kogni i e Ve ze ungen (KV),
N = 16
Im Gegensa z dazu zeig e sich ein deu lich e besse es Ve s ändnis kogni i e Ve -
ze ungen im Pos -Tes , in dem nu noch d ei Pe sonen Schwie igkei en mi de De-
ini ion au wiesen (KV-NA-UK). 81,3 % (13 on 16) e eich en die höchs e Ni eau-
s u e 1, wobei sechs P oband*innen kogni i e Ve ze ungen als Wah nehmungs ehle
(KV-TG-DF) in e p e ie en und ach Teilnehmende da un e in e ne Ein lüsse (KV-
TG-IF) au Denk- und Bewe ungsp ozesse ass en. Ex e ne Fak o en (KV-TG-EF)
wu den indes on zwei Be ag en als Bes and eil kogni i e Ve ze ungen e kann .
Die An wo en de o enen F agen VF3 und EF1 wu den bezüglich de ange üh en
Bewe ungs ak o en (BF) ausgewe e und en sp echend g uppie (Tabelle 84). Au
Ebene de selbs e lexi en Aspek e (BF-SR) zeig e sich im P e-Tes , dass o allem das
Fach- ode Vo wissen (BF-SR-FW) ü den g öß en An eil de Be ag en (68,6 %, 11
on 16) als ele an e Fak o angesehen wu de. Wei e e in e ne Fak o en (BF-SR-IF),
wie Emo ionen (BF-SR-IF-EM), pe sönliches In e esse (BF-SR-IF-IN) ode die eigene Be-
angenhei (BF-SR-IF-BV), anden jeweils bei zwei Teilnehmenden E wähnung. Un e
den ex e nen Fak o en (BF-SR-EX) wu de o allem die soziale No m (BF-SR-SN) als
g öß e Ein luss ak o ange üh (37,5 %, 6 on 16), abe auch die Bildung (BF-SR-
Ka . 1.UK 2. UK Summe
Einzel P e
Summe
Einzel Pos
Summe
Meh . P e
Summe
Meh . Pos Ni eau
KV-NA-UK:
Unkonk e /Keine
Vo s ellung
11 3 11 3
KV-NA-FV:
Fehl o s ellungen 1010
Summe NA 12 3
Einzelzählung NA 12 3
KV-TG-DF:
Denk-und
Wah nehmungs ehle
3636
KV-TG-IF:
Ein luss on
in e nen Fak o en
1718
KV-TG-EF:
Ein luss on
ex e nen Fak o en
0202
416
415
KV-NA: Nai e
Vo s ellungen
N=0
KV-TG: Teilbe eich de
G undde ini ion
N=1
Summe TG
Einzelzählung TG
KV: Ve s ändnis kogni i e Ve ze ungen
Besch eibung de S udien
258
BI) on ün Pe sonen ode die Medien (BF-SR-ME) on ie Pe sonen als beein lus-
send wah genommen. Insgesam wu den im Schni p o P oband*in 2,25 e schie-
dene selbs e lexi e Fak o en im P e-Tes benann .
Tabelle 84: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Bewe ungs ak o en, selbs e lexi e Aspek e
(BF-RA), N = 16
Im Pos -F agebogen s ieg die du chschni liche Anzahl di e enzie e selbs e lexi-
e Aspek e p o P oband*in au 3,4 und auch de wah genommene Ein luss in e ne
und ex e ne Fak o en nahm zu. So wu de un e ande em de zu o nu on eine
Pe son be ücksich ig e Aspek de gemach en E ah ungen (BF-SR-IF-EF) im Pos -
Ka . 1.UK 2. UK 3. UK Summe
Einzel P e
Summe
Einzel Pos
Summe
Meh . P e
Summe
Meh . Pos
BF-SR-IF-FW:
Fachwissen 11 10 16 14
BF-SR-IF-PR:
Pe sönliche Rele anz 1213
BF-SR-IF-MW:
Mo al und We e 1313
BF-SR-IF-MW:
Handlungen 0000
BF-SR-IF-EM:
Emo ionen 2223
BF-SR-IF-EF:
E ah ungen 1618
BF-SR-IF-IN:
In e esse 2323
BF-SR-IF-BV:
Be angenhei , Vo u eile 2537
BF-SR-IF-PK:
Pe sönlichkei 0203
BF-SR-IF-KV:
Kogni i e Ve ze ungen 0101
Summe SR-IF 26 45
Einzelzählung SR-IF 20 34
BF-SR-EF-SN:
Soziale No m 69 712
BF-SR-EF-ME:
Medien 4749
BF-SR-EF-BI:
S udium/Bildung 5455
BF-SR-EF-PO:
Poli ische Posi ion 0101
BF-SR-EF-RL:
Religion 1010
Summe SR-EF 17 27
Einzelzählung SR-EF 16 21
Summe SR Gesam 43 72
Einzelzählung SR Gesam 36 55
SR: Selbs e lexi e Fak o en
SR-IF: In e ne Fak o enSR-EF: Ex e ne Fak o en
BF: Bewe ungs ak o en
S udie S3
259
Tes on sechs Teilnehmenden (37,5 %) au geg i en. Ebenso e höh e sich die Au -
me ksamkei ü den Ein luss de eigenen Be angenhei (BF-SR-IG-BV) on 12,5 % (2
on 16) au 31,3 % (5 on 16). Die Sensibili ä ü die soziale No m (BF-SR-EF-SN)
s ieg au 56,3 % (9 on 16) und das Bewuss sein ü den Ein luss on Medien (BF-
SR-EF-ME) wu de im Pos -Tes on 43,8 % de Teilnehmenden als ele an e Ein-
luss ak o e lek ie .
Im P e-Tes wu den lediglich on sieben de 16 Be ag en (43,8 %) Bewe ungs ak-
o en mi epis emologischem Bezug (BF-EP) ange üh , wodu ch de Mi elwe di e en-
e Aspek e p o Pe son nu bei 0,4 lag. Lediglich die Au o i ä on Expe *innen (BF-
EP-EX) (3 on 16, 18,8 %) und die He kun eine In o ma ion (BF-EP-HK) (2 on 16,
12,5 %) wu den on meh als eine Pe son als ele an e Ein luss ak o en bei de
Bewe ung benann (Tabelle 85).
Tabelle 85: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Bewe ungs ak o en, epis emologische Aspek e
(BF-EP), N = 16
Im Pos -Tes nahm die Au me ksamkei ü Ein luss ak o en mi epis emologi-
schem Bezug leich zu, wobei 12 de 16 Teilnehmenden (75 %) en sp echende As-
pek e an üh en. Sieben Pe sonen bezeichne en die He kun eine In o ma ion (BF-EP-
HK) als ele an en Ein luss ak o und die soziokul u elle Eingebundenhei (BF-EP-SE)
Ka . 1.UK 2. UK 3. UK Summe
Einzel P e
Summe
Einzel Pos
Summe
Meh . P e
Summe
Meh . Pos
BF-EP-EX:
Au o i ä en/Expe ise 3233
BF-EP-AK:
Ak uali ä 0202
BF-EP-IK:
In e essenskon lik e 0000
BF-EP-PR:
P äsen a ion 1234
BF-EP-HK:
He kun de In o ma ion 2748
BF-EP-ME:
Me hodik 1010
BF-EP-KO:
Konsis enzp ü ung 0000
BF-EP-TR:
T anspa enz 0000
BF-EF-SE:
Soziokul u elle
Eingebundenhei
0303
Summe EP 11 20
Einzelzählung EP 716
BF: Bewe ungs ak o en
EP: Epis emologische Fak o en
Besch eibung de S udien
260
wu de on d ei Teilnehmenden be ücksich ig . Die du chschni liche Anzahl di e-
enzie e Aspek e p o Pe son s ieg ge ing ügig au 1,0.
Wissensbezogene Aspek e (BF-WI) wu den on den S udie enden o z de geziel en
F ages ellung nach Ein luss ak o en bei de Bewe ung on Themen mi na u wis-
senscha lichem Bezug nu sel en genann (Tabelle 86). Die E gebnisse on P e- und
Pos -Tes blieben au e gleichba nied igem Ni eau und zeig en keine signi ikan en
Un e schiede. De am häu igs en genann e Aspek wa die Einhal ung wissenscha li-
che S anda ds (BF-WI-WS), die jedoch meis wenig konk e besch ieben wu den.
Tabelle 86: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Bewe ungs ak o en, na u wissenscha liche
Aspek e (BF-NW), N = 16
De ge inge Bezug au na u wissenscha liche Aspek e könn e au die ge inge e Kon-
ex ualisie ung des F agebogen o ma s im Ve gleich zu In e iewe hebung zu ück-
zu üh en sein, was zu wenige spezi ischen und wenige e lek ie en An wo en
üh e.
Die Übe p ü ung alle E gebnisse de o enen F ages ellungen im Ve gleich zwi-
schen P e- und Pos -Tes zeig e signi ikan e Ve besse ungen im Ve s ändnis de Selbs-
e lexion (VS) mi z = -2,511, p = 0,014 und eine mi le en E ek s ä ke on
= 0,444 (Tabelle 87). Das Ve s ändnis K i ischen Denkens (VK) e besse e sich eben-
Ka . 1.UK 2. UK 3. UK Summe
Einzel P e
Summe
Einzel Pos
Summe
Meh . P e
Summe
Meh . Pos
BF-NW-WS:
Wissenscha liche
S anda ds
34 3 5
BF-NW-EF:
E izenz 00 0 0
BF-NW-KA:
Kos enabwägung 00 0 0
BF-NW-NA:
Auswi kungen &
Nachhal igkei
11 1 1
BF-NW-FT:
Funk ionsweise 00 0 0
BF-NW-UM:
Umse zba kei 00 0 0
BF-NW-RH:
Rohs o he kun 00 0 0
BF-NW-NO:
No wendigkei 00 0 0
46
45
BF: Bewe ungs ak o en
NW: Na u wissenscha liche Fak o en
Summe NW
Einzelzählung NW
S udie S3
261
alls signi ikan und e eich e mi z = -2,873 und p = 0,002 soga eine s a ke E ek -
s ä ke on = 0,508. Un e den Bewe ungs ak o en zeig e sich de Un e schied im
Be eich wissensbezogene Aspek e (BF-WI) als nich signi ikan (z = -0,577, p = 1,000,
= 0,102), wohingegen die We e de epis emologischen Aspek e (BF-EP) die Signi i-
kanzg enze knapp übe sch i en (z = -2,165, p = 0,047, = 0,383).
Tabelle 87: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Wilcoxon-Tes de o enen F ages ellungen,
N = 16
Eine deu lich signi ikan e e Pe spek i e wei e ung wa bei den selbs e lexi en Aspek en
(BF-SR) zu e zeichnen (z = -2,428, p = 0,016, = 0,429), welche sich schwe punk -
mäßig au die Re lexion in e ne Fak o en (BF-SR-IF) zu ück üh en ließ (z = -2,435,
p = 0,018, = 0,430). Die Un e schiede bei de Re lexion ex e ne Fak o en (BF-SR-
EF) e blieben nich signi ikan (z = -1,184, p = 0,340, = 0,209). Eine g öße e Ve -
ände ung wa hingegen bezüglich des Ve s ändnisses kogni i e Ve ze ungen (KV) e -
kenn lich, welches sich mi z = -2, 653 und p = 0,010 bei eine mi le en E ek s ä ke
on = 0,469 signi ikan e besse e.
Die Einschä zungen de Teilnehmenden zu den geschlossenen F agen zu In ospek-
ion (IS) zeig en sich im P e-Tes wei gehend gleichbleibend au einem ähnlichen Ni-
eau und lagen du chschni lich bei 3,363 au de ün s u igen Like -Skala (Tabelle
88). Im Pos -Tes gaben die Teilnehmenden in allen Fällen höhe e Zus immungs-
we e an, insbesonde e bei de Re lexion pe sönliche E ah ungen und Hin e g ünde (IS3)
und de Re lexion on Vo u eilen und -annahmen (IS5). Dies üh e zu eine E höhung
des Du chschni swe es au 3,950. Das Minimum de Zus immung übe alle ün
I ems und Teilnehmenden s ieg on 1 au 2, wäh end de Median bei allen Teilneh-
menden au 4 ans ieg. Die Va ianzen de P e- als auch de Pos -Tes s de I ems IS1
Tes s a is iken
a
VS_Pos -
VS_P e
VK_Pos
-
VK_P e
BFWI_Pos -
BFWi_P e
BFEP_Pos
-
BFEP_P e
BFSR_Pos -
BFSR_P e
BFSRIF_Pos -
BFSRIF_P e
BFSREF_Pos
-
BFSREF_P e
KV_Pos
-
KV_P e
Z -2,511b -2,873b -,577b -2,165b -2,428b -2,435b -1,184b -2,653b
Asymp. Sig. (2-
sei ig) 0,012 0,004 0,564 0,030 0,015 0,015 0,236 0,008
Exak e Sig. (2-sei ig) 0,014 0,002 1,000 0,047 0,016 0,018 0,340 0,010
Exak e Sig. (1-sei ig) 0,007 0,001 0,500 0,023 0,008 0,009 0,170 0,005
Punk -
Wah scheinlichkei 0,006 0,001 0,375 0,020 0,005 0,007 0,035 0,004
a Wilcoxon-Tes
b Die Summe de nega i en Ränge is gleich de Summe de posi i en Ränge.
c Basie au nega i en Rängen.
E ek s ä ke 0,444 0,508 0,102 0,383 0,429 0,430 0,209 0,469
S3.F1&2 - Wilcoxon-Tes
Besch eibung de S udien
262
bis IS5 zeig en ü eine ün s u ige Like -Skala ge inge Abweichungen om Mi el-
we mi We en un e halb on 1,0 ( gl. Kap. 4.2.3), was au eine gewisse Homoge-
ni ä de An wo en schließen läss . Diese E gebnisse und beobach e en Ve ände-
ungen deu en dami au eine subjek i emp undene e höh e Sensibili ä ü Ein luss-
ak o en und dami e bundene e lexi e P ozesse im Pos -Tes hin.
Tabelle 88: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, In ospek ion (IS), N = 16
Die Ve ände ungen de I ems des Blocks In ospek ion (IS) zwischen P e- und Pos -
Tes ielen bei allen I ems bis au IS4 (In e essen und Mo i a ionen) signi ikan bei mi -
le e E ek s ä ke aus (Tabelle 89).
P e
Code IS1 IS2 IS3 IS4 IS5 Summe IS Summe el. %
Summe 53 53 54 55 54 269 1076,0
Mi elwe 3,313 3,313 3,375 3,438 3,375 16,813 67,3
S abw. 0,793 0,602 0,957 0,892 0,619 2,786 11,1
Va ianz 0,629 0,363 0,917 0,796 0,383 7,763 124,2
Modus 4344320,080,0
Median 3,5 3 3,5 4 3 17,0 68,0
Min2212212,048,0
Max4455420,080,0
Pos
Code IS1 IS2 IS3 IS4 IS5 Summe IS Summe el. %
Summe 62 63 66 61 64 316 1264,0
Mi elwe 3,875 3,938 4,125 3,813 4,000 19,750 79,0
S abw. 0,619 0,772 0,500 0,544 0,730 2,082 8,3
Va ianz 0,383 0,596 0,250 0,296 0,533 4,333 69,3
Modus 4444420,080,0
Median4444420,080,0
Min3233317,068,0
Max5555525,0100,0
IS1:
IS2:
IS3:
IS4:
IS5:
Wie o machen Sie sich Ih e eigenen Gedanken und Ge ühle bewuss , wenn Sie sich
im All ag zu Themen eine Meinung bilden, die einen na u wissenscha lichen Bezug
haben?
Inwiewei se zen Sie sich mi deinen eigenen Mo al o s ellungen und We e
auseinande , wenn Sie sich im All ag zu Themen eine Meinung bilden, die einen
na u wissenscha lichen Bezug haben?
Wie häu ig denken Sie übe Ih e pe sönlichen E ah ungen und Hin e g ünde nach,
wenn Sie sich im All ag zu Themen eine Meinung bilden, die einen
na u wissenscha lichen Bezug haben?
Inwie e n e lek ie en Sie Ih e In e essen und Mo i a ionen, wenn Sie sich im All ag
zu Themen eine Meinung bilden, die einen na u wissenscha lichen Bezug haben?
Wie häu ig hin e agen Sie Ih e eigenen Vo u eile und Annahmen, wenn Sie sich im
All ag zu Themen eine Meinung bilden, die einen na u wissenscha lichen Bezug
haben?
S udie S3
263
Tabelle 89: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Wilcoxon-Tes des Blocks In ospek ion (IS),
N = 16
Die E gebnisse des I ems EF2, das nach de Fähigkei zu ein achlichen Bewe ung
in Bewe ungsp ozessen ag e, e gaben im P e-Tes einen Mi elwe on 3,250 au
de Like -Skala, was au eine mäßige Einschä zung de eigenen Fähigkei zu ein
achlichen Bewe ung hinweis (Tabelle 90).
Tabelle 90: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Ein luss ak o en 2 (EF2), N = 16
Diese We s ieg im Pos -Tes signi ikan (z = -2,309, p = 0,035, = 0,408) au
3,750, was eine Ve besse ung des pe sönlichen Emp indens, au ein achliche
Ebene u eilen zu können, ausd ück (Tabelle 91). Hie bei sei jedoch noch einmal
be on , dass dieses I em die subjek i e und nich -kon ex ualisie e Selbs einschä -
zung de Fähigkei wiede gib , ein au achliche Ebene bewe en zu können. Dieses
Emp inden kann on de a sächlichen U eils ähigkei abweichen und spiegel nu
die pe sönliche Übe zeugung wide . Dennoch läss sich ein ges eige es Selbs be-
wuss sein hinsich lich des eigenen Bewe ungs e mögens e kennen, was mögliche -
weise au die explizi e Thema isie ung on S a egien zu Bewe ung und Posi ionie-
ung im Rahmen de Ve mi lungseinhei zu ückzu üh en is .
F age
Exak e
Signi ikanz
zweisei ig
Z-We E ek s ä ke Signi ikanz
IS1 0,035 -2,309b 0,408 Signi ikan
IS2 0,018 -2,486b 0,439 Signi ikan
IS3 0,028 -2,292b 0,405 Signi ikan
IS4 0,186 -1,513b 0,267 Nich signi ikan
IS5 0,036 -2,233b 0,395 Signi ikan
Code EF2 P e EF2 Pos EF2 el.P e EF2 el.Pos
Summe 52 60 1040,0 1200,0
Mi elwe 3,250 3,750 65,0 75,0
S abw. 0,775 0,447 15,5 8,9
Va ianz 0,600 0,200 240,0 80,0
Modus 4 4 80 80
Median 3 4 60 80
Min 2 3 40 60
Max 4 4 80 80
EF2: Inwiewei glauben Sie, dass Sie in de Lage sind,
o nehmlich au achliche Ebene zu u eilen?
Besch eibung de S udien
264
Tabelle 91: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Wilcoxon-Tes des I ems EF2, N = 16
Die E gebnisse de pe sonenbezogenen I ems de F ages ellung EF4 (Tabelle 92)
zeig en im P e-Tes eine subjek i wah genommene e höh e Re lexionsbe ei scha
ü den Ein luss de eigenen G undeins ellung (EF4_4), de eigenen We - und Mo al o -
s ellungen (EF4_3) sowie ü das eigene Wissen, was sich in Mi elwe en übe 3,500
ausd ück e (EF4_12). Deu lich wenige häu ig wu de im All ag die eigene Religion
(EF4_9) ode das eigene Geschlech (EF4_7) e lek ie .
Tabelle 92: S3.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Ein luss ak o en 4 (EF4), pe sonenbezogene Ein-
lüsse, N = 16
F age
Exak e
Signi ikanz
zweisei ig
Z-We E ek s ä ke Signi ikanz
EF2 0,035 -2,309b 0,408 Signi ikan
Code EF4
1
EF4
2
EF4
3
EF4
4
EF4
5
EF4
6
EF4
7
EF4
8
EF4
9
EF4
10
EF4
11
EF4
12
EF4
13
EF4
14
EF4
15
EF4
16
Summe 53 47 59 65 56 39 34 43 27 36 44 59 53 49 56 44
MW 3,313 2,938 3,688 4,063 3,500 2,438 2,125 2,688 1,688 2,250 2,750 3,688 3,313 3,063 3,500 2,750
S abw. 1,078 0,929 0,704 0,443 0,816 0,892 1,258 1,014 1,014 1,000 0,931 0,704 0,793 1,237 0,966 1,238
Va ianz 1,163 0,863 0,496 0,196 0,667 0,796 1,583 1,029 1,029 1,000 0,867 0,496 0,629 1,529 0,933 1,533
Modus4344422312344443
Median4344422312343,5343
Min 1223211111122121
Max 5555545444454555
Code EF4
1
EF4
2
EF4
3
EF4
4
EF4
5
EF4
6
EF4
7
EF4
8
EF4
9
EF4
10
EF4
11
EF4
12
EF4
13
EF4
14
EF4
15
EF4
16
Summe 57 59 68 65 60 45 43 55 34 43 55 70 65 62 67 61
MW 3,563 3,688 4,250 4,063 3,750 2,813 2,688 3,438 2,125 2,688 3,438 4,375 4,063 3,875 4,188 3,813
S abw. 0,892 0,873 0,577 0,574 0,577 1,167 1,302 0,964 1,408 0,946 0,727 0,500 0,680 0,806 0,544 1,167
Va ianz 0,796 0,763 0,333 0,329 0,333 1,363 1,696 0,929 1,983 0,896 0,529 0,250 0,463 0,650 0,296 1,363
Modus4444422313344444
Median444442,52,531,53344444
Min 1233311111243231
Max 5555555554555555
P e
Pos
S udie S3
265
Alle pe sonenbezogenen I ems zeig en im Pos -Tes e höh e We e, wobei insbeson-
de e das Selbs konzep und Selbs we ge ühl (EF4_16), die poli ische Eins ellung (EF4_14)
sowie die S immung und Emo ion (EF4_2) deu lich höhe e We e au wiesen und im
Mi el um mindes ens 0,750 s iegen. Abe auch die eigene soziale Schich (EF4_8) und
de mediale Kon ex (EF4_13) wu den deu lich häu ige e lek ie .
Un e den Ein lüssen mi Bezug zu kogni i en Ve ze ungen anden im P e-Tes die
eigene Mo i a ion (EF4_18) und die Komplexi ä on In o ma ionen (EF4_26), mi Mi el-
we en knapp übe 3,200, e meh Beach ung. Am wenigs en wu den G uppendyna-
miken (EF4_21) und Übe gene alisie ungen (EF4_25) bei all äglichen Bewe ungen be-
ücksich ig (Tabelle 93).
EF4:
EF4_1 Eigene Pe sönlichkei
EF4_2 S immung und Emo ion
EF4_3 We e und Mo al o s ellungen
EF4_4 Eigene G undeins ellung
EF4_5 Eigene Bildung
EF4_6 Eigenes Al e
EF4_7 Eigenes Geschlech
EF4_8 Eigene soziale Schich
EF4_9 Eigene Religion
EF4_10 Eigene E hnie
EF4_11 Eigene Kul u
EF4_12 Wissen
EF4_13 Mediale Kon ex
EF4_14 Poli ische Eins ellung
EF4_15 E ah ungen und E inne ungen
EF4_16 Selbs konzep und Selbs we ge ühl
Wie seh hin e agen Sie olgende Fak o en, wenn Sie sich im
All ag zu Themen eine Meinung bilden, die einen
na u wissenscha lichen Bezug haben?
Pe sonenbezogene Ein lüsse
Besch eibung de S udien
272
Ve s ändnis de Beg i lichkei en Selbs e lexion (VS), K i isches Denken (VK) und kog-
ni i e Ve ze ungen (KV) e besse e sich zudem deu lich und auch die Aspek e de
Epis emologie (BF-EP) und Selbs e lexion (BF-SR) di e enzie en sich e kennba aus.
5
5.3.3
In e kode eliabili ä
Zu Annähe ung an eine In e subjek i i ä wu den mindes ens 50 % de Da ensä ze
zusä zlich on einem In e kode mi Expe ise in de Chemiedidak ik kodie und
die In e kode eliabili ä e mi el (s. dazu auch Kap. 4.3.1). Dazu wu den eine eigene
un e wende e MAXQDA-Da ei, welche die Da ensä ze en hiel , sowie die no wen-
digen Kodie lei äden zu Ve ügung ges ell .
Fün de zehn Da ensä ze de In e iews udie S3.I1&2, bes ehend aus P e- und Pos -
Tes s, wu den andomisie ausgewähl und dem In e kode zu Ve ügung ges ell .
Die Ka ego ien zeig en seh gu e Übe eins immungswe e (κ = 0,800), o allem in
den du ch die o angegangenen S udien ausgeschä en Ka ego ien, die sich au die
Aspek e de Bewe ung und das Ve s ändnis de Beg i lichkei en bezogen (Tabelle
100). Die Ka ego ien de achlichen Bewe ung (NW-FB) und de Fähigkei zu Bewe ung
(FB) e eich en nied ige e, abe dennoch gu e Übe eins immungswe e, was sich
auch au die wenigen sowohl om Kode als auch In e kode e gebenen Kodie un-
gen zu ück üh en lassen könn e.
Tabelle 100: S3.I1&2 – In e kode eliabili ä de In e iewe hebung
Ka ego ie Cohens-Kappa (κ)
Aspek e na u wissenscha liche Bewe ung (NW-A) κ = 0,889
Aspek e de Selbs e lexion (SR-A) κ = 0,897
Aspek e epis emologischen Ve s ändnisses (EP-A) κ = 0,880
Ve s ändnis Selbs e lexion (SR-V) κ = 0,894
Ve s ändnis K i isches Denken (KD-V) κ = 0,879
Selbs einschä zung Fachwissen (NW-SF) κ = 0,843
Fachliche Bewe ung (NW-FB) κ = 0,724
Fähigkei zu Bewe ung (FB) κ = 0,720
Ein Beispiel ü S ellen, die om In e kode und Kode un e schiedlich bewe e
wu den, is das olgende Zi a : „Ja, Mensch ech e und sowas, Rassismus, da bin ich
seh emo ional in ol ie . Da bin ich dann nich ganz so […] neu al“ (S2.I2-SS23-
A-B2_3-BN10LB, Pos. 37). Dieses wu de om Kode in die Ka ego ie Emo ionen
S udie S3
273
(SR-A-IF-EM) de selbs e lexi en Aspek e (SR-A) kodie , da die emo ionale In ol-
ie hei explizi he o gehoben wu de. Zusä zlich dazu o dne e de In e kode die-
sem Zi a jedoch die Ka ego ie Mo al und We e (SR-A-IF-MW) zu, da die emo ionale
Be angenhei au das We esys em de Pe son zu ückzu üh en wa . In de spä e en
Kodie kon e enz konn e diese S elle disku ie und sich de a geeinig we den, dass
de Vo schlag des In e kode s angenommen wu de.
Ein ande es Beispiel is das Zi a
Also, ja ein ach wi scha liche Aspek e gene ell. Also wenn sich je z eine da-
on au g und on Absä zen deu lich meh lohn , dann könn e man ielleich
auch abwägen zu sagen okay, ielleich is sie nich ganz so e izien ode iel-
leich ein bisschen wenige umwel eundlich, abe dadu ch, dass sie sich so
k ass meh lohn , wi d das so iel meh ausgebau (S3.I2-SS23-A-
B3_5_DE17RG, Pos. 11).
Dieses wu de om Kode als Kos enabwägung (NW-A-KA) kodie , da wi scha liche
Aspek e bei diese Aussage explizi im Vo de g und s anden. De In e kode e wog
zudem, auch die Ka ego ien Nachhal igkei (NW-A-NA) und E izienz (NW-A-EF) zu
kodie en, da beide Aspek e im Abwägep ozess benann we den. In de spä e en Ko-
die kon e enz wu de sich jedoch gegen diese Meh achkodie ung en schieden, da
diese Aspek e in de Aussage nich im Vo de g und s anden, sonde n als Beispiel ü
die Kos en-Nu zen-Abwägung dien en.
Von de F agebogene hebung (S3.F1&2) wu de au g und des ge inge en Da enum-
angs im Ve gleich zu In e iewe hebung das gesam e Da enma e ial in e kodie .
Auch hie bei e gaben sich hohe Übe eins immungen zwischen Kode und In e -
kode , was e mu lich au die g oße Übe eins immung mi den meh ach übe a bei-
e en Kodie lei äden de In e iews udien zu ückzu üh en is (Tabelle 101).
Tabelle 101: S3.F1&2 – In e kode eliabili ä de F agebogene hebung
Ka ego ie Cohens-Kappa (κ)
Bewe ungs ak o en (BF) κ = 0,870
Ve s ändnis Selbs e lexion (VS) κ = 0,894
Ve s ändnis K i isches Denken (VK) κ = 0,879
Ve s ändnis kogni i e Ve ze ungen (KV) κ = 0,843
Besch eibung de S udien
274
Auch bei de Kodie ung de o enen F agen de F agebögen gab es un e schiedliche
In e p e a ionen sei ens des Kode s und In e kode s. So wu de die Aussage „Nich
zu allem gleich ja ode nein zu sagen und nich di ek zuzus immen, sonde n sich
e s mal selbe mi e was auseinande zuse zen, be o man sich eine Meinung bilde “
(S3.F1-SS23-B3_5_ IP17SE, Pos. 3) om Kode als Skepsis (VK-SK) in e p e ie , da
eine g undlegend zwei elnde Hal ung implizie wu de. De In e kode kodie e hin-
gegen die Ka ego ie selbs s ändiges Denken (VK-SD). Obwohl beide Kodie ungen je
nach In e p e a ion g undsä zlich möglich sind, wu de sich in de Kodie kon e enz
ü das Beibehal en de Kodie ung Skepsis (VK-SK) en schieden, da diese Aspek
zue s ange üh und da on ausgehend e wei e wu de.
De lei e schiedene In e p e a ionsmöglichkei en e deu lichen die He aus o de-
ung, die mi de Kodie ung solch komplexe Kons uk e einhe geh . Dennoch zei-
gen die e mi el en Übe eins immungen eine seh gu e T ennschä e de einzelnen
Ka ego ien, weshalb diese ü wei e e E hebungen als geeigne angesehen we den
können.
5
5.3.4
Rückmeldungen de Teilnehmenden zu Ve mi lungseinhei
Zu Übe p ü ung de Funk ionali ä des Ins umen s wu de, wie in Kapi el 4.2.5 be-
sch ieben, eine Ve mi lungseinhei im Rahmen de Semina s uk u eingese z und
die Me hode de Sys emisch- e lexi en S ellungnahme (S S) e p ob . In diesem Rah-
men wu de on den S udie enden in de ie en und le z en Au gabe de S S eine
P ozess e lexion du chge üh , welche einen Einblick in die Gedanken de S udie-
enden bezüglich de emp undenen He aus o de ungen und Ve ände ungen wäh-
end des P ozesses e möglichen soll e. Folgend soll ein exempla ische Einblick in
die Rückmeldungen de S udie enden gegeben we den14. Au g und des Ums ands,
dass die Abgaben zu Re lexionsau gabe un e Kla namen e olg en, konn e keine
Zuo dnung zu den in den F agebögen und In e iews e wende en Kü zeln o ge-
nommen we den. Es wu den dahe e ein ach e nume ische Kü zel e wende .
Die Bedeu ung de Selbs e lexion und des Ve s ändnisses kogni i e P ozesse in
Bewe ungsp ozessen wu de on den Teilnehmenden au e schiedene Weise be-
sch ieben. Dabei a en emo ionale, soziale und epis emologische Ein lüsse als zen -
ale He aus o de ungen he o . Ein Aspek , de genann wu de, is die Schwie igkei ,
14 Die Zi a e wu den im O iginal belassen und au die Kenn lichmachung on sp achlichen, o hog a i-
schen ode g amma ischen Fehle n zuguns en de Lesba kei e zich e .
S udie S3
275
be ei s ge ass e Meinungen zu e lek ie en und zu e idie en, sowie die No wendig-
kei , ein Bewuss sein da ü zu en wickeln, wie olgendes Zi a e anschaulich :
Die g öß e He aus o de ung is das Zugeben bzw. sich das Einges ehen de e ände en
Meinung nach neuen E gebnissen. Wenn man zu einem Thema schon eine bes imm e Mei-
nung und Posi ionie ung ha , is es ehe schwie ige sich om Gegen eil übe zeugen zu las-
sen. Ge ade die Emo ionale Ebene mach es einem schwie ig. Abe auch hie : Wenn man
sich dessen bewuss is , is es schon ein g oße Sch i in Rich ung O enhei und einem
gewissen Abs and zu de pe sönlichen Emo ionalen Ebene und dadu ch kann man diese
dann besse e lek ie en und sich besse neuposi ionie en (S3-S S-1).
Ein wei e e zen ale Punk wa die Rolle de a ek i en und sozialen Ein lüsse, wel-
che die Wah nehmung und In e p e a ion on In o ma ionen lenken können. Ein*e
Teilnehmende* s ell e die bewuss e Re lexion de lei Ein lüsse und die Bedeu ung
eine bewuss en Dis anz he aus, um diesen Ein lüssen zu begegnen:
Bei de Bea bei ung des Themas is mi au ge allen, dass kogni i e Ve ze ungen und kul u-
elle Aspek e eine spü ba e Rolle spielen. Unse e indi iduellen E ah ungen, Übe zeugungen
und kul u ellen Hin e g ünde beein lussen, wie wi In o ma ionen au nehmen und in e p e-
ie en. […] Ebenso is de Ein luss on Familie und F eunden nich zu un e schä zen, da
ih e Meinungen und Pe spek i en unse Denken beein lussen können. Es is wich ig, sich
diese Ein lüsse bewuss zu sein und eine k i ische Be ach ung zu p legen, um eine ausge-
wogene und objek i e Sich weise zu gewäh leis en (S3-S S-2).
Neben diesen a ek i en Fak o en wu de auch die Unsiche hei in Bezug au die ei-
gene En scheidung hema isie . De e wende e Impulslei aden zu Selbs e lexion
hal den S udie enden bei de Re lexion de eigenen En scheidungs indung und dem
Hin e agen de Bedingungen, un e denen die En scheidungen ge o en wu den:
Du ch den Impulslei aden habe ich beme k , dass ich mich zwa ü eine Meinung en schie-
den habe, dennoch im Momen noch seh unsiche mi meine En scheidung bin. Ob diese
wi klich ich ig is und wenn ich ande e Li e a u in den 30 Minu en angeschau hä e, wohl
zu eine ande en En scheidung gekommen wä e (S3-S S-3).
Auch die mi Socioscien i ic Issues e bundene Uneindeu igkei on Bewe ungssi-
ua ionen wu de als He aus o de ung benann , wie das nach olgende Zi a zeig :
P oblema isch ü die Posi ionie ung – und das is mi nich nu bei diesem Thema au ge al-
len – is , dass eine eindeu ige und endgül ige Aussage eigen lich nich zu e en is . Ganz im
Sinne on Na u o Science is meine Posi ionie ung imme nu o läu ig. Eine sei s, weil
sich Sachlagen mi neuen E kenn nissen imme ände n können, ande sei s, weil ich nich
einschä zen kann, wie iel ich zu einem Thema a sächlich weiß (S3-S S-4).
Besch eibung de S udien
276
Da übe hinaus wu de auch die Bedeu ung soziale No men und ex e ne E wa un-
gen he o gehoben. Eine Pe son e lek ie e, wie soziale Fak o en und das Bes e-
ben, de Meh hei zu en sp echen, die eigene Posi ionie ung e schwe en können.
Das mi de S S e bundene dialogische Selbs e lexions aining schien einen posi i-
en Ein luss da au zu haben, eine posi i e Dis anz zu diesen ex e nen Fak o en zu
wah en, wie olgendes Zi a zeig :
Im Hinblick au meine Selbs e lexion habe ich selbs geme k , dass man o zu bequem
handel und in de Masse „mi schwimm “, obwohl man es selbs eigen lich auch nich gu
inde . […]. In de E a bei ung des dialogischen Selbs e lexions ainings is mi au ge allen,
dass o Unsiche hei en au e en können, wie man sich selbs „ ich ig“ posi ionie en kann,
um nich nega i au zu allen […]. Insbesonde e die Ve ze ungen du ch soziale Fak o en
wa en ü mich besonde s spü ba , weil mich die soziale No m […] gep äg und mein Wel -
bild somi auch au oma isch mi ges al e [ha ]. […]. Das dialogische Selbs e lexions aining
ha mi hie besonde s gehol en, weil ich du ch die S a egie, mich au mich und meine eige-
nen We e und Ansich en zu konzen ie en, iel k i ische , selbs siche e und nachdenkliche
gewo den bin, im Leben au zu allen, S ellung zu beziehen, die Hand zu e heben und nich
ein ach im S om „mi zuschwimmen“ (S3-S S-5).
Auch ein*e wei e e* Teilnehmende* benann e die Rele anz des E kennens und
Bewuss we dens kogni i e Ve ze ungen, um mi diesen umzugehen und diese ak i
in den En scheidungsp ozessen zu be ücksich igen:
Es is wich ig, diese Beein lussungen als kogni i e Ve ze ungen zu e kennen und sich be-
wuss zu machen, dass sie meine En scheidungen beein lussen können. De e s e Sch i
bes and da in, diese Ve ze ungen e s einmal übe haup zu e kennen. Ich habe mich ge ag ,
ob meine Meinung wi klich au meinen eigenen Übe zeugungen basie ode ob sie on äu-
ße en Ein lüssen gep äg is . […] Indem ich diese Sch i e be olg habe - das E kennen, Hin-
e agen und Re lek ie en - konn e ich besse mi den kogni i en Ve ze ungen umgehen,
die meinen En scheidungs indungsp ozess beein luss en. Ich konn e le nen, meine eigenen
Übe zeugungen on den Ein lüssen ande e zu un e scheiden und undie e En scheidungen
zu e en, die meinen eigenen We en und No men en sp echen (S -S S-6).
Die Da s ellung eine eilnehmenden Pe son e deu lich zudem, dass unbewuss e
Vo eingenommenhei Reche chep ozesse beein äch igen und eine nach olgende
Re lexion einen Bei ag zu eine undie en Posi ionie ung leis en kann:
Nach de Vo s ellung und Besp echung unse e E gebnisse in de Kleing uppe is mi au -
ge allen, dass meine Posi ionie ung anhand meine Vo eins ellung seh o he sehba wa .
Ich ha e mi zu Beginn meine Reche che es o genommen, möglichs objek i o zuge-
hen und den A gumen en de Posi ion, zu de ich in ui i nich endie e bzw. gegen die ich
einen inne en Wide s and spü e so g äl ig nachzugehen und diese möglichs objek i zu p ü-
en. Im Nachhinein glaube ich, dass ich dabei nich seh so g äl ig o gegangen bin, mich
S udie S3
277
z.B. nich wei e gehend mi de wi scha lichen Lage Deu schlands und den Folgen eine
Impo abhängigkei ü E dgas on Ame ika Expe ise be ass habe […] (S3-S S-7).
Auch in den In e iews gab es Aussagen, die sich au die Ve mi lungseinhei und
die Me hode de S S bezogen. Die nach olgende Äuße ung knüp hema isch am
o angegangenen Zi a an und spiegel den Ein luss de subjek i emp undenen Ob-
jek i i ä wide :
Weil ich zu Beginn an eigen lich dach e, dass ich mega k i isch o gehe und je z au jeden
Fall e suche, mi eine objek i e Meinung zu bilden und möglichs alles in Be ach zu zie-
hen, abe ich bei diese Re lexionsau gabe dann geme k habe, dass [ich] eigen lich ga nich
so k i isch o gegangen bin und es so seh o ausschauba wa , wie ich mich am Ende posi-
ionie e (S3.I2-SS23-B-B3_5_SJ16DI-Pos , Pos. 45).
Diese Pe spek i e wei e ung wi d auch bei eine ande en eilnehmenden Pe son
deu lich:
[I]ch bin mi ela i siche , dass ich beim le z en Mal auch gesag habe, dass ich ein seh
e lek ie e Mensch bin. Und dann im Rahmen des Semina s is mi hal eigen lich au ge al-
len, dass man hal soga noch ie e in die Ebene eingehen konn e des Re lek ie ens, und
ich mi dann so zei weise dach e, ach k ass, okay, so, das geh ja hie noch iel ie e . Und
wa ich da o übe haup so k ass e lek ie , wie ich je z dach e? Ode dach e ich das ein ach
nu in dem Momen , weil ich es nich besse wuss e (S3.I2-SS23-B-B3_5_XJ36JE, Pos. 51)?
Den emp undenen Ein luss de Semina inhal e benann en auch ande e Teilneh-
mende:
Ich wü de sagen, o dem Semina hä e ich das as ga nich gemach . Und sei dem ich das
Semina besuch habe, wü de ich da iel meh d au ach en (S3.I2-SS23-A-B3_5_XF21FM,
Pos. 29).
Ich habe abe schon das Ge ühl, dass je z , im Ve gleich zum e s en In e iew, also zu dem
Zei punk ich noch einmal iel ein kla e es Bild habe, wie man mi In o ma ionen umgeh
und mi nochmal iel bewuss e bin übe die ganzen Ve ze ungen, die es geben kann. Und
es auch, also ich auch au oma ische da an denken (S3.I2-SS23-B-B3_5_SJ16DI, Pos. 47).
[D]u ch das Semina haben wi noch mal, da bin ich eh lich: Kul u wa imme so, ja man
ha das Wo gehö und man weiß unge äh , was das is , abe was wi klich Kul u ü einen
Ein luss ha , ha e ich o he keine Ahnung on. Und je z habe ich das noch mal so meh
geme k , weil wi hal auch da übe gesp ochen haben. [F]ü uns sind Dinge no mal ode das
soll e so sein und in ande en Kul u en hal ga nich . Und dann habe ich noch mal geme k ,
wie un e schiedlich das is , wo man hal auch au gewachsen is und welche No men und
We e man bekommen ha (S3.I2-SS23-B-B2_3-SV32BT, Pos. 43).
Besch eibung de S udien
278
[W]i haben ja auch nochmal da übe ge ede in dem Semina , dass man auch ielleich noch
mal bewuss wi d, welche Quellen je z noch meh , meh se iöse sind als ande e. Das and
ich auch noch mal ganz gu , weil man sich dann selbe noch mal ins Gehi n u und noch
mal selbe übe denk (S3.I2-SS23-B-B3_5_IP17SE, Pos. 41).
Also mi is au jeden Fall bewuss e gewo den, ge ade so In e ne quellen noch mal wi klich
genau zu hin e agen und auch Zei sch i en, also Onlinezei sch i en, genaue zu hin e a-
gen. Abe auch diese kogni i en Ve ze ungen wa en mi o he ga nich so bewuss . Und
je z nehme ich die iel ö e wah (S3.I2-SS23-A-B2_3-XJ189MF, Pos. 21).
Die Re lexion on Ein lüssen schein besonde s bei de Auseinande se zung mi ein
na u wissenscha lichen und chemischen Themen eine besonde e Rolle zu spielen,
da ein Le nen achliche Inhal e nich pe se auch zu eine Anwendung des Wissens
in de Lebens eali ä zu üh en schein , wie olgende Äuße ung naheleg :
[A]lso ich inde je z auch, eben auch so ein na u wissenscha liche Aspek ode so was, je z
auch im Chemies udium ode so, so iel wi klich da on nehme ich je z auch je z nich mi
ü solche Themen. Also, das is ja iel so, was wi in de Chemie wi machen, ja auch seh
klein. Das is ja je z nich , das i ja je z keine g oßen gesellscha lichen Themen i gend-
wie (S3.I2-SS23-B-B3_5_IP17SE, Pos. 39).
Ge ade das E kennen on na u wissenscha lichen Themen in de Lebens eali ä is
abe ein essenzielle Teil na u wissenscha liche G undbildung und beda dahe
neben dem Wissen de Fähigkei zu Re lexion:
Des o meh e lek ie e ich mich auch, weil wenn ich meine Meinung sage, ich das hal auch
mi gu em Gewissen und undie sagen möch e. Und da ü b auche ich hal Re lexion
(S3.I3-SS23-A-B2_3-NB10LB, Pos. 42).
Abschließend soll hie noch ein Zi a ange üh we den, welches die Rele anz selbs -
e lexi e Denkweisen besonde s in Ve bindung mi den Na u wissenscha en he -
o heb :
Ich wü de sagen, es is au jeden Fall eine Fähigkei , mi sich mi le weile auch iel e lek ie-
ende und auch mi seinem Wissen umzugehen, zu eine En scheidung zu kommen und
diese zu lösen. In sich einzuho chen und sich zu agen, wie denke ich eigen lich da übe ?
Ich wuss e zu wenig da übe und ich habe mich zu wenig dami be ass und auch zu wenig
da übe gele n . Man ha imme gedach , oh ja, man s udie Chemie und man kann k i isch
denken i gendwie, abe eigen lich kann man das dann doch nich . Und das is einem, inde
ich auch, ge ade dann e s mal bewuss gewo den. Man beschä ig sich iel meh mi sich
selbs , inde ich je z . Also ich inde, man is i gendwie, iel meh übe sich hinausgewachsen
(EH2-SS23-A-B3_5_XF21FM-Pos , Pos. 51).
S udie S3
279
En gegen de Vo s ellung eine du ch das Le nen on Fachwissen implizi e wo be-
nen Fähigkei zum K i ischen Denken un e s eich diese Aussage die Wich igkei
de Ve mi lung eines mul ipe spek i ischen Denkansa zes, welche selbs e lexi e
Denkweisen bewuss inkludie , um das na u wissenscha liche Wissen zu e gänzen
und dami zu s ä ken.
5
5.3.5
Abschluss de S udie S3
Die Resul a e de S udie S3 weisen au eine deu liche Ve ände ba kei de Denkp o-
zesse in Bewe ungssi ua ionen du ch eine explizi e Thema isie ung K i ischen Den-
kens hin, welche mi hil e des en wickel en Ins umen a iums da ges ell we den
konn e. Da aus lassen sich zwei mögliche Schluss olge ungen ablei en:
Zum einen schein die zug undeliegende konzep ionelle En wicklung das Ins umen
de a op imie zu haben, dass die in den Semina einhei en anges eb e Fö de ung
K i ischen Denkens auch du ch dieses ope a ionalisie und mi els des Ve gleichs
zwischen P e- und Pos -Tes s gemessen we den konn e. Zum ande en leg dies die
Annahme nahe, dass K i isches Denken du ch explizi e Thema isie ung g undsä z-
lich ad essie ba zu sein schein .
Die E gebnisse zeigen dabei deu liche Ve besse ungen on sowohl F emd- als auch
Selbs einschä zung, was zum einen ü eine e besse e Selbs wah nehmung und
subjek i emp undene S eige ung de Selbs e lexions ähigkei sp ich , zum ande en
abe auch a sächliche Pe spek i e wei e ungen in konk e en Bewe ungsp ozessen
wide spiegel . Es kann demnach nich nu eine S eige ung des indi iduellen Ve -
s ändnisses au Ebene des Fak enwissens, sonde n du ch die F emdeinschä zung
auch eine Kompe enze wei e ung au Ebene des Ve ügungswissens e zeichne
we den.
Diese E gebnisse sind jedoch mi Vo behal zu in e p e ie en, da de beobach e e
E ek , insbesonde e im Hinblick au das Ve s ändnis de zug undeliegenden Kon-
s uk e, au g und de explizi en Thema isie ung inne halb de Semina einhei en zu
e wa en wa . Gleichzei ig sind das Wissen und Ve s ändnis eines Beg i s nich
gleichbedeu end mi de Anwendung des Gele n en, auch wenn das Ve s ehen einen
Bei ag zu Umse zung in Handeln leis en kann. In de Folge bleib eine e knüp e
Be ach ung on F emd- und Selbs einschä zung no wendig, um beide Ebenen in
Rela ion zueinande bewe en zu können.
Besch eibung de S udien
280
Dennoch zeigen besonde s die E gebnisse de In e iews udie Anzeichen ü nach-
hal ige Ve besse ungen de Bewe ungspe spek i en in konk e en Kon ex en mi na-
u wissenscha lichem Bezug und dami auch Ausp ägungen au Kompe enzebene.
Vo allem die Resul a e de Follow-Up-In e iews deu en da au hin, dass die Teil-
nehmenden nich nu ku z is ig on de explizi en Thema isie ung K i ischen Den-
kens p o i ie en konn en, sonde n dass die gewonnenen E kenn nisse und S a egien
auch lang is ig in all ägliche Bewe ungs- und En scheidungsp ozesse in eg ie we -
den konn en. Diese Annahme wi d zudem on den S udie enden eedbacks un e -
s ü z , welche eben alls e kennen lassen, dass die bewuss e Auseinande se zung mi
K i ischem Denken, insbesonde e in Ve bindung mi konk e en Bewe ungsanlässen
und He angehensweisen, auch au indi iduelle Ebene posi i e Impulse se zen
konn e.
Das Ins umen a ium e weis sich dahe in seine kombinie en Fo m on F emd-
und Selbs einschä zung als geeigne , um sich diesem komplexen Kons uk nähe n
zu können, weshalb dessen S uk u ü wei e e S udien beibehal en wu de.
Genaue be ach e zeig e sich die In e iew o m besonde s ü die F emdeinschä -
zung als ziel üh end, wäh end die konk e en Bewe ungsanlässe eine undie e Ana-
lyse de Bewe ungsp ozesse e möglich en. Die E gebnisse de un e schiedlichen
eingese z en Se ings zeig en da übe hinaus keine es s ellba en Un e schiede, was
eine Kon ex unabhängigkei naheleg . Eine Übe p ü ung dessen and in nach olgen-
den S udien geziel s a .
Unge ich e e E hebungsansä ze in Fo m de o enen F agen zu den Bewe ungs ak o-
en (BF) des F agebogens, welche keine konk e en Se ings beinhal e en, e wiesen
sich als e kennba wenige e giebig. Aus diesem G und kann angenommen we den,
dass eine E wei e ung de o enen F ages ellungen des F agebogens um konk e e
Bewe ungssi ua ionen eine sinn olle E gänzung zu E hebung eine b ei e en S ich-
p obeng öße bie e . Die E p obung diese E gänzung wu de in S udie S4 umgese z .
Zu Übe p ü ung de Rep oduzie ba kei de E gebnisse und Siche s ellung de
Kon ex unabhängigkei des Ins umen s wu de eine Wiede holung dieses E he-
bungsau baus mi eine wei e en S ichp obe anges eb .
S udie S4
281
5
5.4
S udie S4
Die ie e S udie S4 dien e als Zwischens udie zu Übe p ü ung de Kon ex unab-
hängigkei und S abili ä des in S udie S3.F1&2 eingese z en F agebogens. Die Da-
ene hebung and am Ende des Somme semes e s 2023 im Rahmen des Blocksemi-
na s zu Ein üh ung in das wissenscha liche A bei en s a , das im Basismodul G undlegende
Aspek e de Fachdidak ik (B2 HR/SP B3 GG) e anke is und om Un e suchenden
in seine Funk ion als Dozen abgehal en wu de. Insgesam nahmen zwei G uppen
an den Block e ans al ungen eil, was eine e gleichende E hebung zweie unabhän-
gige G uppen e möglich e. In de G uppe S4.F1 wu den N = 17 olls ändige Da-
ensä ze gewonnen, wäh end in de G uppe S4.F2 N = 14 olls ändige Da ensä ze
e hoben wu den (Abbildung 25).
De Au bau de eingese z en F agebögen en sp ach dem in S udie S3.F1&2 einge-
se z en E hebungsins umen , welches basie end au den in diese S udie gewonne-
nen E gebnissen um kon ex ualisie e F ages ellungen zu ele an en Bewe ungsas-
pek en e wei e wu de. Dazu wu den ie kon ex ualisie e o ene F agen nach e-
le an en Bewe ungsaspek en (ASP) hinzuge üg , welche die bishe igen nich -kon ex u-
alisie en o enen F ages ellungen zu den Ein luss ak o en (EF) e gänz en.
Zu Kon ex ualisie ung wu den ü den F agenblock Bewe ungsaspek e (ASP) Se ings
o de inie , on denen ausgehend die Bean wo ung de F agen e olgen soll e (Ta-
belle 102). Diese Se ings a iie en zwischen den G uppen S4.F1 und S4.F2, um die
Un e suchung des Ein lusses de Kon ex e au die Bewe ung und e waige G up-
penun e schiede zu e möglichen. Fü die F agebogene hebung in S udie S4.F1&2
wu den die be ei s eingese z en Kon ex e Sola ene gie e so gung s. Windk a an-
lage (Kon ex A) und E-Mobili ä s. B enns o zellenan ieb (Kon ex B) e wende
( gl. Kap. 4.2.6.2 und 4.2.6.3).
Abbildung 25: Übe sich übe den Au bau und die E hebungspa ame e de S udie S4
Besch eibung de S udien
288
Tabelle 108: S4.F1&2 - E gebnisse de F agebogene hebung, Mann-Whi ney-U-Tes de geschlossenen
I ems, N = 17 und N = 14
Exak e
Signi ikanz
zweisei ig
Z-We E ek s ä ke Signi ikanz
IS1 0,308 -1,02 0,130 Nich signi ikan
IS2 0,494 -0,68 0,087 Nich signi ikan
IS3 0,966 -0,04 0,005 Nich signi ikan
IS4 0,833 -0,21 0,027 Nich signi ikan
IS5 0,414 -0,82 0,104 Nich signi ikan
EF2 0,338 -0,96 0,122 Nich signi ikan
EF4_1 0,720 -0,36 0,046 Nich signi ikan
EF4_2 0,310 -1,01 0,129 Nich signi ikan
EF4_3 0,518 -0,65 0,082 Nich signi ikan
EF4_4 0,753 -0,32 0,040 Nich signi ikan
EF4_5 0,013 -2,48 0,316 Signi ikan
EF4_6 0,227 -1,21 0,154 Nich signi ikan
EF4_7 0,701 -0,38 0,049 Nich signi ikan
EF4_8 0,935 -0,08 0,010 Nich signi ikan
EF4_9 0,379 -0,88 0,112 Nich signi ikan
EF4_10 0,775 -0,29 0,036 Nich signi ikan
EF4_11 0,616 -0,50 0,064 Nich signi ikan
EF4_12 0,151 -1,44 0,182 Nich signi ikan
EF4_13 0,141 -1,47 0,187 Nich signi ikan
EF4_14 0,455 -0,75 0,095 Nich signi ikan
EF4_15 0,647 -0,46 0,058 Nich signi ikan
EF4_16 0,258 -1,13 0,144 Nich signi ikan
EF4_17 0,142 -1,47 0,187 Nich signi ikan
EF4_18 0,045 -2,00 0,255 Signi ikan
EF4_19 0,574 -0,56 0,071 Nich signi ikan
EF4_20 0,400 -0,84 0,107 Nich signi ikan
EF4_21 0,014 -2,45 0,311 Signi ikan
EF4_22 0,195 -1,29 0,164 Nich signi ikan
EF4_23 0,315 -1,00 0,128 Nich signi ikan
EF4_24 0,753 -0,31 0,040 Nich signi ikan
EF4_25 0,748 -0,32 0,041 Nich signi ikan
EF4_26 0,697 -0,39 0,049 Nich signi ikan
BG1 0,174 -1,36 0,173 Nich signi ikan
BG2 0,688 -0,40 0,051 Nich signi ikan
SR3 0,279 -1,08 0,138 Nich signi ikan
SR5 0,232 -1,20 0,152 Nich signi ikan
SR6 0,383 -0,87 0,111 Nich signi ikan
SR8 0,887 -0,14 0,018 Nich signi ikan
SR9 0,408 -0,83 0,105 Nich signi ikan
SR10 0,355 -0,93 0,117 Nich signi ikan
IN2 0,777 -0,28 0,036 Nich signi ikan
IN4 0,128 -1,52 0,193 Nich signi ikan
IN5 0,607 -0,51 0,065 Nich signi ikan
IN6 0,808 -0,24 0,031 Nich signi ikan
IN7 0,252 -1,15 0,145 Nich signi ikan
IN8 0,185 -1,32 0,168 Nich signi ikan
CRT1 ,200b 0,19 0,024 Nich signi ikan
CRT2 0,193 ,200b 0,025 Nich signi ikan
CRT3 0,099 0,19 0,025 Nich signi ikan
S4.F1&2 - Übe sich Mann-Whi ney-U-Tes
S udie S4
289
Die üb igen E gebnisse des F agebogens we den im Folgenden in einem ku zen
Übe blick da ges ell :
Beide G uppen in e p e ie en den Beg i de Selbs e lexion (VS) p imä als die Re-
lexion eigene Handlungen (VS-ET-HA) und Gedanken (VS-ET-IS-GE). K i isches Den-
ken (VK) wu de on de Meh hei beide G uppen als das Hin e agen (VK-NA-HF)
on Dingen e s anden, wobei diese De ini ion meis ohne wei e e Konk e isie ung
angegeben wu de. Kogni i e Ve ze ungen (KV) wu den übe wiegend als Denk- und
Wah nehmungs ehle (KV-TG-DF) besch ieben.
In den jeweiligen Bewe ungskon ex en e lek ie en beide G uppen au de selbs e-
lexi en Ebene (BF-SR) p imä in e ne Fak o en (BF-SR-IF), wie das eigene Fachwissen (BF-
SR-IF-FW), das pe sönliche In e esse (BF-SR-IF-UN) sowie mögliche Be angenhei en
(BF-SR-IF-BV). Als ein luss eichs e ex e ne Fak o (BF-SR-EF) wu de das soziale
Um eld (BF-SR-EF-SN) wah genommen. Im Be eich de epis emologischen Aspek e (BF-
EP) e wiesen sich die He kun de In o ma ionen (BF-EP-HK) und die Expe ise (BF-
EP-EX) de Quelle als wich igs e Bewe ungs ak o en. Auch au na u wissenscha liche
Ebene (BF-NW) wa en die benann en ele an en Fak o en o z un e schiedliche
Kon ex e seh e gleichba und konzen ie en sich au die Umse zba kei (BF-NW-
UM) und die Abwägung de Kos en (BF-NW-KA).
Bei den geschlossenen I ems zu In ospek ion (IS) e eich en beide G uppen übe alle
I ems hinweg e gleichba e Mi elwe e, mi einem Gesam mi elwe on 3,412 Ska-
lenpunk en ü G uppe S4.F1 und 3,243 ü G uppe S4.F2. Diese E gebnisse deu en
au eine mode a e Re lexionsbe ei scha in e ne Fak o en, wie Ge ühle, Mo al o -
s ellungen ode das In e esse, hin.
Als besonde s häu ig e lek ie e Ein luss ak o en (EF4) nann en beide G uppen o -
wiegend das eigene Wissen (EF4_12) und den medialen Kon ex (EF4_13). Die eigene
eligiöse Übe zeugung (EF4_9) spiel e ü die Meh hei de Teilnehmenden eine un e -
geo dne e Rolle.
Im I emblock Bewe ung und Gewich ung (BG) lagen die Mi elwe e de G uppe S4.F1
bei 2,765 und die de G uppe S4.F2 bei 2,500. Beide G uppen bewe e en dami die
Ein luss ak o en aus EF4 insgesam als mode a bis schwach und gaben an, diese
nu gelegen lich zu e lek ie en.
De SRIS mach e bei G uppe S4.F1 mi einem Mi elwe on 5,402 eine leich hö-
he e Tendenz, selbs e lexi es Ve hal en (SR) zu zeigen, sich ba als bei G uppe S4.F2
Besch eibung de S udien
290
mi einem Mi elwe on 4,964. Beide G uppen e eich en au de Skala de Einsich
(IN) nied ige e We e mi du chschni lich 4,000 bei G uppe S4.F1 und 4,369 bei
G uppe S4.F2.
Im CRT wu de eine ähnliche Ve eilung de E gebnisse, welche auch mi den Vo -
s udien e gleichba wa en, e kenn lich (Tabelle 109).
Tabelle 109: S4.F1&2 – E gebnisse de F agebogene hebung, CRT, N = 17 und N = 14
5
5.4.3
In e kode eliabili ä
Auch in de S udie S4 wu de die Kodie ung zusä zlich on einem wei e en Dok o-
anden de Chemiedidak ik o genommen und zu wei e en Übe p ü ung de In-
e subjek i i ä die In e kode eliabili ä bes imm (Tabelle 110)( gl. Kap. 4.3.1). Ins-
gesam wu den neun de 17 Da ensä ze (52,9 %) de G uppe S4.F1 und sieben de
14 Da ensä ze (50 %) de G uppe S4.F2 andomisie ausgewähl und dem In e -
kode zu Ve ügung ges ell .
Tabelle 110: S4.F1&2 – In e kode eliabili ä de F agebogene hebung
Ka ego ie Cohens-Kappa (κ)
Bewe ungs ak o en (BF) κ = 0,898
Ve s ändnis Selbs e lexion (VS) κ = 0,890
Ve s ändnis K i isches Denken (VK) κ = 0,871
Ve s ändnis kogni i e Ve ze ungen (KV) κ = 0,897
Die Übe eins immungen de Kodie ungen und die e echne e In e kode eliabili ä
zeig en insgesam e gleichba e We e zu S udie S3.F1&2. Die Kodie ungen alle
ie Kodie lei äden e eich en hohe Übe eins immungen, was ü eine hohe T enn-
schä e de en wickel en Ka ego ien sp ich und sich au die i e a i e Übe a bei ung
S4.F1
17,6 23,5 35,3 23,5
0123
Low High
S4.F2
14,3 28,6 28,6 28,6
0123
Low High
Ve eilung de E gebisse in %
Ve eilung de E gebisse in %
S udie S4
291
diese inne halb de e s en S udien zu ück üh en läss . Diese T ennschä e ließ eine
un e ände e Ve wendung de Kodie lei äden in S udie S5 zu.
5
5.4.4
Abschluss de S udie S4
Die Zwischens udie S4 dien e schwe punk mäßig de Implemen ie ung kon ex uali-
sie e F ages ellungen und de Übe p ü ung de S abili ä des Ins umen s sowie
dessen Kon ex unabhängigkei .
Hinsich lich de Kon ex ualisie ung de o enen F ages ellungen konn e besonde s
im Hinblick au epis emologische und na u wissenscha liche Bewe ungs ak o en
ein deu lich e besse es An wo e hal en de Teilnehmenden beobach e we den.
Dies läss den Schluss zu, dass unge ich e e F ages ellungen zu beein lussenden Be-
we ungs ak o en die a sächlich be ücksich ig en Pe spek i en nu ungenügend ab-
decken und dahe konk e e An o de ungssi ua ionen in Fo m on Kon ex en no -
wendig sind.
In Bezug au die Kon ex unabhängigkei konn en zwischen den beiden G uppen,
welche sepa a oneinande be ag wu den, keine nennenswe en Un e schiede hin-
sich lich des An wo e hal ens es ges ell we den. Auch die e ablie en I ems des
CRT und SRIS wiesen keine bedeu samen Abweichungen im G uppen e gleich au
und zeig en e gleichba e E gebnisse mi den G uppen o angegangene S udien.
Die An wo en de o enen F ages ellungen wa en e gleichba ausgep äg wie die
geschlossenen I ems, was sich in ähnlichen Ve s ändniss uk u en de Beg i lichkei-
en und hinzugezogenen Pe spek i en inne halb de Bewe ungskon ex e aus-
d ück e. Obwohl in den o enen F agen de F agebögen un e schiedliche Kon ex e
einge üh wu den, ließ die s a is ische Auswe ung mi els des Mann-Whi ney-U-
Tes s keine signi ikan en Un e schiede zwischen den beiden G uppen hinsich lich
de e wende en Bewe ungspe spek i en e kennen. T o z diese übe geo dne en
Kon ex unabhängigkei konn en au quali a i e Ebene leich e Un e schiede hin-
sich lich de Gewich ung einzelne Bewe ungsaspek e beobach e we den, was sich
jedoch nich au das un e such e Kons uk de Denkpe spek i en im Bewe ungs-
p ozess auswi k e. Dieses E gebnis deu e da au hin, dass die zu un e suchenden
F ages ellungen sowie die zug unde liegenden Denkp ozesse wei gehend kon ex un-
abhängig sind und nich signi ikan du ch die Va ia ion des zu bewe enden Se ings
beein luss we den. Gleichzei ig könn e die S abili ä des Ins umen s als Indiz ü
die Reliabili ä in e p e ie we den, da insbesonde e die konsis en e Messung übe
e schiedene Kon ex e und G uppen hinweg da au hindeu e , dass das Ins umen
Besch eibung de S udien
292
s abil die ele an en Kons uk e e ass . Übe dies könn e diese Kon ex unabhängig-
kei auch die Kons uk alidi ä s ä ken, da sie naheleg , dass die F ages ellung das
Kons uk unabhängig on äuße en Ein lüssen miss . T o zdem sind diese E geb-
nisse au g und de ge ingen S ichp oben- und Kon ex a iabili ä un e Vo behal
zu in e p e ie en und bedü en wei e e Übe p ü ungen du ch nach olgende S udien.
Au den E kenn nissen on S udie S4 au bauend wu den dahe in de zwei en
Haup s udie S5 die bishe e wende en Kon ex e A (Sola ene gie s. Windk a ) und
B (E-Mobili ä s. B enns o zellenan ieb) um die Kon ex e C (Plas ik), D (F a-
cking) und E (S ickoxidg enzwe e) e gänz , um eine e ie e Übe p ü ung de Kon-
ex unabhängigkei o nehmen zu können.
5
5.5
S udie S5
Die abschließende Haup s udie S5 wu de im Win e semes e 2023/2024 du chge-
üh . Zu wei e en Übe p ü ung de S abili ä des Ins umen s und zu Un e su-
chung eine achlich o gesch i ene en S ichp obe wu den die E hebungen im Mas-
e s udiengang Leh am Chemie im Semina Ve ie ende Aspek e de Chemiedidak ik
(M1 HR/SP/GG) du chge üh . Im Rahmen dieses on einem ande en Dozie enden
de Chemiedidak ik konzipie en Semina s übe nahm de Un e suchende die Rolle
eines Gas dozen en. In de P e-Pos -F agebogene hebung konn en insgesam
N = 12 olls ändige Da ensä ze gewonnen we den, wäh end an de P e-Pos -In e -
iewe hebung N = 7 Pe sonen be eilig wa en (Abbildung 26). Da es sich um das
Semina eines ande en Dozie enden handel e, wa de ü die inhal liche Ve mi lung
und die Du ch üh ung de Sys emisch- e lexi en S ellungnahme o gesehene Zei -
ahmen au ün Semina si zungen à 1,5 S unden beg enz . Ein Übe blick übe die
Inhal e de Semina si zungen is dem Kapi el 4.2.5 zu en nehmen.
Au G undlage de o angegangenen S udien wu de die Kombina ion aus In e iew-
und F agebogene hebung zu F emd- und Selbs einschä zung beibehal en.
Abbildung 26: Übe sich übe den Au bau und die E hebungspa ame e de S udie S5
S udie S5
293
5
5.5.1
In e iewe hebung S5.I1&2
Die In e iewe hebung in S udie S5.I1&2 en sp ach in Au bau und S uk u de S u-
die S3.I1&2. Auch die eingese z en In e iewlei äden und Kodie lei äden blieben
un e ände . Zu wei e üh enden Übe p ü ung de Kon ex abhängigkei wu den
jedoch die Kon ex e angepass , wobei die Kon ex e C (Plas ik) und D (F acking) als
Bewe ungsse ings einge üh wu den. Die Kon ex e wu den ü das P e-In e iew
andomisie und gleichmäßig au die Teilnehmenden e eil , wobei im Pos -In e -
iew de jeweils ande e Kon ex behandel wu de. De exempla ische In e iewlei -
aden is im Anhang (A.1.1) zu inden. Die e wende en Kodie lei äden sind eben-
alls dem Anhang (A.3.1.1) beige üg . Nähe e E läu e ungen zum Au bau und zu
Auswe ung de In e iews können in de aus üh lichen Da s ellung de S udie
S3.I1&2 ( gl. Kap. 5.3.1) nachgelesen we den.
Bei de Bewe ung des Kon ex es nann en die Teilnehmenden im P e-Tes im
Du chschni 2,9 e schiedene Aspek e de na u wissenscha lichen Bewe ung (NW-A) als
G undlage ü ih e Posi ionie ung (Tabelle 111). De mi e wa 86 % (6 on 7) g öß e
An eil de In e iew en sah die Nachhal igkei (NW-A-NA) als ele an es K i e ium
ü ih e En scheidung an. Dies äuße e sich in ges ell en F agen, wie „Wie wei g ei
man da in die gegebenen Na u bes ände ein? (S5.I1-WS23-D-M01-AB30VT, Pos.
36)“ ode „Wie be o en is die Na u ? Wie be o en is […] P lanzenwel und Tie -
wel ?“ (S5.I1-WS23-D-M01-IF12CG, Pos. 39). 57,1 % (4 on 7) be ücksich ig en
zudem die Umse zba kei (NW-A-UM) de Technologien. Dies zeig e sich in Aussa-
gen, wie „[W]enn ich mich i gendwozu posi ionie e, […] dann mache ich mi häu ig
seh iel Gedanken da um, inwiewei wi d das wi klich Reali ä we den“ (S5.I1-
WS23-C-M01-VM14OL, Pos. 34), ode in de He o hebung de Umse zba kei als
„ein seh g oße Aspek “ (S5.I1-WS23-C-M01-MB14BO, Pos. 32). Aspek e, die sich
au die Ka ego ien E izienz (NW-A-EF), Kos enabwägung (NW-A-KA) und Rohs o he -
kun (NW-A-RH) bezogen, wu den jeweils on nu eine Pe son genann .
Im Pos -Tes e wei e en sechs de sieben Teilnehmenden (85,7 %) ih e Bewe ungs-
g undlage, was zum Ans ieg de du chschni lichen Anzahl be ücksich ig e Pe spek-
i en au 4,3 üh e. Neben den be ei s im P e-Tes häu ig benann en Ka ego ien
Nachhal igkei (NW-A-NA) und Umse zba kei (NW-A-UM) s ieg die Be ücksich i-
gung de Aspek e No wendigkei (NW-A-NO) ( on 42,9 % au 85,7 %) und Kos enab-
wägung (NW-A-KA) ( on 14,3 % au 71,4 %) deu lich an. Auch die E izienz (NW-A)
wu de häu ige (42,9 %, 3 on 7) als ele an e Aspek ü die En scheidung ange-
üh .
Besch eibung de S udien
294
Tabelle 111: S5.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, na u wissenscha liche Aspek e bei de Bewe -
ung gesellscha liche P oblems ellungen mi na u wissenscha lichem Bezug (NW), N = 7
Die Kodie ung de im P e-Tes be ücksich ig en selbs e lexi en Aspek e (SR-A) e gab
im Mi el 2,9 e schiedene in e ne Fak o en (SR-A-IF) und 1,7 un e schiedliche ex e ne
Fak o en (SR-A-EF) (Tabelle 112). Die am häu igs en (57 %, 4 on 7) benann en in-
e nen Fak o en (SR-A-IF) wa en die Re lexion des eigenen Fachwissens (SR-A-IF-FW)
und die Be ücksich igung de pe sönlichen Rele anz (SR-A-PR). Le z e e spiegel e sich
in Aussagen, wie „Na ü lich, ob das Thema ü mich ele an is “ (S5.I1-WS23-D-
M01-SJ21BO, Pos. 51), explizi wide . Die Aspek e Emo ionen (SR-A-IF-EM), E ah-
ungen (SR-A-IF-EF) und In e esse (SR-A-IF-IN) wu den on je d ei Pe sonen e lek-
ie .
Un e den ex e nen Fak o en (SR-A-EF) wu de o allem die soziale No m (SR-A-EF-
SN) als g oße Ein luss ak o on 57,1 % (4 on 7) de Be ag en benann . Jeweils
d ei Pe sonen emp anden zudem ih e eigene Bildung (SR-A-EF-BI) und die Medien
(SR-A-EF-ME) als beein lussend im Bewe ungsp ozess. Eine eilnehmende Pe son
benann e die Auswi kungen on Medien mi de Aussage „Medien p ägen mich
seh “ (S5.I1-WS23-D-M01-VF42IB, Pos. 56) ku z, abe di ek . Die Fak o en Poli ik
(SR-A-EF-PO) und Religion (SR-A-EF-RE) spiel en im P e-Tes nu ü jeweils eine
Pe son eine Rolle.
Ka . 1. UK 2. UK Summe
Einzel P e
Summe
Einzel Pos
Summe
Meh . P e
Summe
Meh . Pos
NW-A-KB:
Keine Bewe ung 000 0
NW-A-EF:
E izenz 132 3
NW-A-KA:
Kos enabwägung 15112
NW-A-NA:
Auswi kungen &
Nachhal igkei
6 7 18 39
NW-A-FT:
Funk ionsweise 428 4
NW-A-UM:
Umse zba kei 4 5 13 11
NW-A-RH:
Rohs o he kun 121 2
NW-A-NO:
No wendigkei 36622
49 93
20 30
Summe NW-A
Einzelzählung NW-A
NW: Na u wissenscha liches Wissen
NW-A:
Aspek e de na u wissenscha lichen Bewe ung
S udie S5
295
Tabelle 112: S5.I1&2 - E gebnisse de In e iewe hebung, selbs e lexi e Aspek e bei de Bewe ung ge-
sellscha liche P oblems ellungen mi na u wissenscha lichem Bezug (SR), N = 7
Im Pos -Tes s ieg die Anzahl di e en e Bewe ungspe spek i en mi selbs e lexi em
Bezug (SR-A) bei jede Pe son s a k an. Du chschni lich benann en die Be ag en im
zwei en In e iew 6,3 e schiedene in e ne Fak o en (SR-A-IF). Fas alle Teilnehmen-
Ka . 1. UK 2. UK 3. UK Summe
Einzel P e
Summe
Einzel Pos
Summe
Meh . P e
Summe
Meh . Pos
0000
SR-A-IF-FW:
Fachwissen 46510
SR-A-IF-PR:
Pe sönliche
Rele anz
46724
SR-A-IF-MW:
Mo al und We e 0407
SR-A-IF-HA:
Handlungen 1314
SR-A-IF-EM:
Emo ionen 35415
SR-A-IF-EF:
E ah ungen 35515
SR-A-IF-IN:
In e esse 3465
SR-A-IF-BV:
Be angenhei ,
Vo u eile
25411
SR-A-IF-PK:
Pe sönlichkei 0404
SR-A-IF-KV:
Kogni i e
Ve ze ungen
0203
32 98
20 44
SR-A-EF-SN:
Soziale
No m/Um eld
4 7 12 44
SR-A-EF-ME:
Medien 36517
SR-A-EF-BI:
Bildung 36613
SR-A-EF-PO:
Poli ik 1338
SR-A-EF-RE:
Religion 1111
27 83
12 23
SR: Selbs e lexion
SR-A:
Aspek e de Selbs e lexion
SR-A-KS:
Keine Selbs e lexion
SR-A-IF:
In e ne
Fak o en &
in ospek i e
Übe p ü ung
Summe SR-A-IF
Einzelzählung SR-A-IF
SR-A-EF:
Bewuss sein ü
ex e ne und
in e ne
Ein luss ak o en
Summe SR-A-EF
Einzelzählung SR-A-EF
Besch eibung de S udien
296
den (85,7 %, 6 on 7) g i en hie die Ka ego ien Fachwissen (SR-A-IF-EF) und Pe -
sönliche Rele anz (SR-A-IF-PR) au und jeweils 71,4 % (5 on 7) e lek ie en die Ein-
lüsse ih e Emo ionen (SR-A-IF-EM), E ah ungen (SR-A-IF-EF) und ih e pe sönli-
chen Be angenhei (SR-A-IF-BV). Diese Re lexion de Be angenhei d ück e sich aus
in Aussagen, wie „Mi is hal bewuss , dass wenn ich e was lese, was meine eigene
Meinung besi z , dass ich dem meh We ung zugebe“ (S5.I2-WS23-D-M01-
MB14BO, Pos. 36), ode in F ages ellungen, wie „Habe ich mich je z nu einsei ig
in o mie ? Habe ich wi klich nu die Sachen in o mie , wo ich genau weiß […] das
geh , glaube ich, in die Rich ung, die ich mi eh schon o gedach habe?“ (S5.I2-
WS23-C-M01-AB30VT, Pos. 36). Auch die Ka ego ien Pe sönlichkei (SR-A-IF-PK)
sowie Mo al und We e (SR-A-IF-MW), die o he nich be ücksich ig wu den, wu -
den im Pos -Tes on 57,1 % (4 on 7) de Teilnehmenden au geg i en und zum
Teil seh kla als Ein luss ak o en benann , wie olgendes Beispiel zeig : „Das sind
eigen lich meine höhe en Ziele und meine We e und meine Mo al, die hin e meine
Meinung s eck [sic]“ (S5.I2-WS23-D-M01-NB13SH, Pos. 40). Zwei Pe sonen e-
lek ie en zudem geziel kogni i e Ve ze ungen (SR-A-IF-KV) in Aussagen, wie „[W]ie
s a k dann Ve ze ungen en s ehen, um dann zu übe legen, okay, welche Pe spek i e
habe ich denn je z eigen lich eingenommen?“ (S5.I2-WS23-C-M01-AB30VT, Pos.
56).
Auch die Menge de un e schiedlichen ex e nen Fak o en (SR-A-EF), die im Pos -In-
e iew au geg i en wu den, e doppel e sich as on 1,7 au 3,3. Alle Teilnehmen-
den benann en dabei ih soziales Um eld (SR-A-EF-SN) als p ägend ü ih e Posi io-
nie ung und die Nennungen de Ka ego ien Medien (SR-A-EF-ME) und Bildung (SR-
A-EF-BI) s iegen au jeweils 85,7 % (6 on 7). Als Beispiel ü Aussagen, die sich au
den Ein luss de Bildung bezogen, dien olgendes Zi a : „Also zum einen bin ich ja
in eine ech p i ilegie en Si ua ion, dass ich s udie en kann. Das können iele Men-
schen nich . Das heiß , ich habe Zugang zu ganz ande en A en und Weisen de
In o ma ionsbescha ung, die je z ande e ielleich nich wissen“ (S5.I2-WS23-D-
M01-MB14BO, Pos. 42). Auch de po enzielle Ein luss de Poli ik (SR-A-EF-PO)
wu de on d ei Pe sonen (42,9 %) au geg i en.
Die Un e suchung de epis emologischen Aspek e (EP-A) im P e-In e iew zeig e du ch-
schni lich 3,3 e schiedene K i e ien zu Bewe ung on Quellen (Tabelle 113). Da-
bei s anden p imä die He kun (EP-A-B-HK) de In o ma ionen sowie die Übe ein-
s immung mi ande en Quellen (EP-A-B-KO) bei jeweils 71,4 % de Be ag en (5 on 7)
im Vo de g und. Diese A de Konsis enzp ü ung (EP-A-B-KO) and sich in Zi a en,
wie „Dann wü de ich […] e suchen ande e Quellen zu inden, die den A ikel un-
e s ü zen ode ielleich auch wide legen“ (S5.I1-WS23-D-M01-AB30VT, Pos. 48),
S udie S5
297
wiede . Auch die T anspa enz (EP-A-B-TR), po enzielle In e essenkon lik e (EP-A-B-
IK) ode die Ak uali ä on In o ma ionen (EP-A-B-AK) spiel en ü jeweils 42,9 % (3
on 7) eine Rolle, wobei sich le z e e in F agen, wie „[W]as is je z unse ak uelle
Fo schungss and [?]“ (S5.I1-WS23-C-M01-MB14BO, Pos. 30), ausd ück e. Die Ex-
pe ise (EP-A-B-EX), P äsen a ion (EP-A-B-PR) ode Me hodik (EP-A-B-ME) de In-
o ma ionsquelle spiel en ü den G oß eil de Teilnehmenden in de E s be agung
keine Rolle.
Im Pos -Tes zeig en sich deu lich e meh e Bewe ungspe spek i en p o P o-
band*in, was sich in eine Mi elwe e höhung on 3,3 au 5,6 äuße e. Alle Teilneh-
menden emp anden die He kun (EP-A-B-HK) und mögliche In e essenkon lik e (EP-
A-B-IK) de Quellen als wich ige K i e ien, was in konk e en F agen, wie „Wie we -
den die ge ö de ? Sind die unabhängig? S eh dahin e noch i gendeine Lobby ode
sons i gendwas?“ (S5.I2-WS23-C-M01-AB30VT, Pos. 26), deu lich wu de. Eben-
alls gewann die Expe ise (EP-A-B-EX) an Be ücksich igung (71,5 % 5 on 7) und
auch die Me hodik (EP-A-B-ME) nahm an Bedeu ung zu (57,1 %, 4 on 7). Die Be-
ücksich igung des me hodischen Vo gehens läss sich anhand des olgenden Bei-
spielzi a s aus üh en: „Und wenn ich so eine S udie inde, dann wü de ich mi als
alle e s es das Abs ac du chlesen und dann auch schauen, wie je z die S udie ab-
gelau en is . Also was haben die un e such ? Wie haben sie es un e such ?“ (S5.I2-
WS23-D-M01-MB14BO, Pos. 16). Zwei Pe sonen e lek ie en da übe hinaus die
soziokul u elle Eingebundenhei (EP-A-B-SE) wissenscha liche E kenn nisse. Exemp-
la isch können hie olgende Zi a e ange üh we den:
„Und dabei is mi abe e s mal au ge allen, dass es ja ga nich nu um meine
Religion geh , sonde n ielleich auch um die de jenigen, die die Pape gesch ie-
ben haben, die ich lese“ (S5.I2-WS23-D-M01-IF12CG, Pos. 32).
„Also, man müss e dann auch gucken, wo wu de die S udie du chge üh ?
Wenn e [sic] zum Beispiel je z auch ein Land is , was je z seh g oß in F a-
cking is , denke ich, wi d das auch noch mal Ein luss da au haben, was iel-
leich auch in den S udien dann kommunizie we den da . Und hal auch wie,
dass die Regie ung gene ell so is mi Zensu und sowas. Wenn ich nu an China
denke, da we den auch häu ig S udien ode sowas […] zensie “ (S5.I2-WS23-
D-M01-MB14BO, Pos. 38).
Beide Zi a e e deu lichen ein Bewuss sein ü die Ein lussnahme gesellscha liche
S uk u en au die Ve ö en lichung wissenscha liche E kenn nisse.
Besch eibung de S udien
304
Ve s ändnisses (EP-A) (z = -2,379, p = 0,016, = 0,636) wu den signi ikan e Ve än-
de ungen mi hohe E ek s ä ke hinsich lich de bei de Bewe ung hinzugezogenen
Pe spek i en e kennba . Die g öß e Ve ände ung im Teilbe eich de Selbs e lexion
wa dabei bei den in e nen Fak o en (SR-A-IF) zu e o en.
Das Ve s ändnis des Beg i s de Selbs e lexion (SR-V) lag be ei s im P e-Tes au einem
in o mie en Ni eau o und zeig e im P e-Pos -Ve gleich keine signi ikan en Ve -
ände ungen, auch wenn die exak e Signi ikanz on p = 0,063 und eine Tes s a is ik
on z = -2,121 Ve ände ungs endenzen in eine posi i e Rich ung e kennen läss .
Das Ve s ändnis om K i ischen Denken (KD-V) hingegen e ände e sich deu lich sig-
ni ikan mi eine hohen E ek s ä ke (z = -2,428, p = 0,016, = 0,649) in Rich ung
eines in o mie e en Ve s ändnisses.
Diese Ve ände ungen wu den in Abbildung 27 g a isch ü die gesam e S ichp obe
mi Bezug au das T iadische Modell K i ischen Denkens da ges ell . De Schwe -
punk de Da s ellung lag wie in S udie S3 ( gl. Kap. 5.3.1.2) au den Bewe ungs-
eilbe eichen des na u wissenscha lichen Wissens (NW-A), des epis emologischen Ve s änd-
nisses (EP-A) und de Selbs e lexion (SR-A) sowie au den Beg i s e s ändnissen on K i i-
schem Denken (KD-V) und Selbs e lexion (SR-V).
Abbildung 27: S5.I1&2 - Gesam übe sich übe die p ozen ualen An eile an den einzelnen Teilbe eichen
(% max. Ka . bezeichne den p ozen ualen An eil an de maximalen Anzahl mögliche Ka ego ien)
In Abbildung 28 sind zudem exempla ische Ve gleichsdiag amme einzelne P o-
band*innen zu Ve anschaulichung de indi iduellen En wicklung abgebilde .
0
20
40
60
80
100
NW-A
EP-ASR-A
S5.I1&2 - Übe sich Gesam , % max. Ka .
P e Pos
0
20
40
60
80
100
NW-A
EP-A
SR-ASR-V
KD-V
S5.I1&2 - Übe sich Gesam , % max. Ka .
P e Pos
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