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Grundlagen der Entwicklungsplanung

Abstract

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Grundlagen der Entwicklungsplanung

Author: Kruse-Rodenacker, Albrecht
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1967
DOI: 10.3790/schm.87.1.77
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/291133/1/schm.087.1.077.pdf
K use-Rodenacke , Alb ech
A icle
G undlagen de En wicklungsplanung
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: K use-Rodenacke , Alb ech (1967) : G undlagen de En wicklungsplanung,
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke
& Humblo , Be lin, Vol. 87, Iss. 1, pp. 77-82,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.87.1.77
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/291133
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G undlagen de En wicklungsplanung
Beme kungen zu Jan Tinbe gens gleichnamigem Buch*
Fas zwanzig Jiah e lang haben wi E ah ungen mi de En wick-
lungshil e und zehn Jah e lang mi de En wicklungsplanung gemach .
Aus außenpoli isch o ien ie en und e s eu en Hil smaßnahmen en -
wickel e sich meh und meh die O ien ie ung au En wicklungsp o-
jek e und schließlich au ganze En wicklungsp og amme. En wicklungs-
planung wia zugleich das Objek zahl eiche wissenscha liche Ana-
lysen o allem in den angelsächsischen Lände n. En husiasmus und
Op imismus sind längs e klungen. Die Ziele unse es „En wick-
lungsjah zehn s" we den bei wei em nich e eich . Die En wicklungs-
lände ge a en in imme g öße e Übe schuldung. Die Kapi alhil e de
Gebe lände wächs nich meh an. Au de Suche nach neuen Lö-
sungen s ell sich die F age nach de B auchba kei al e Rezep e. Ein
be ühm gewo denes S anda dwe k aus de op imis ischen F ühepoche
de En wicklungsplanung sind die „G undlagen de En wicklungs-
planung" on Jan Tinbe gen.
E e aß e es im Au ag des Ins i u s ü Wi scha liche En -
wicklung de Wel bank, Washing on, und e ö en lich e es in eng-
lische Fassung im Jah e 1958. Sei dem zähl diese in e s ändliche
Sp ache e aß e Un e suchung zu den ane kann en S anda dwe ken
de neuen En wicklungsli e a u . Sie is o allem ü Ve wal ungs-
und Be a e expe en de Regie ungen und Fimanzins i u ionen sowie
abe auch nach dem ausd ücklichen Wunsche des Ve asse s ü „alle
jene Ins i u ionen, G uppen und O ganisa ionen, . . . die sich mi e -
ziehe ischen Au gaben und den P oblemen de wi scha lichen En -
wicklung be assen" gedach . In den le z en Jah en sind jedoch iele
neue A bei en übe öllig neua ige P oblems ellungen e schienen,
so daß dieses Bändchen, bei alle Beach ung, das es in de b ei en
Ö en lichkei e dien , doch im wesen lichen nu ü eine Ein üh ung
in die P obleme wi scha liche und gesellscha liche En wicklung
dienen kann.
De Ve asse gib zunächs einen Übe blick übe die G undlagen
de En wicklungspoli ik und wende sich sodann dem P oblem de
* Jan Tinbe gen: G undlagen de En wicklungsplanung. Sch i en eihe de
Fo schungss elle de F ied ich-Ebe -S i ung. Hanno e 1964. 111 S.
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78 Be ich e
P og ammie ung zu. Ohne in die in e essan en Einzelhei en zu gehen,
behandel e die Haup me kmale de allgemeinen P og ammie ung,
die Vo ausse zungen ü eine s eigende Nach age und die Bedeu ung
einzelne In es i ionsp ojek e. In einem d i en Abschni behandel
e die Bewe ung und Auswahl ö en liche In es i ionsp ojek e. Im
ie en Abschni schließlich bilden die p i a en In es i ionen und ih
Bei ag zu En wicklung wi scha lich un e en wickel e Gebie e das
Thema.
In dem ein üh enden, e s en Abschni übe die En wicklungspoli ik
s ell de Ve asse olgende ie Au gabenbe eiche he aus:
1. Scha ung on güns igen Vo ausse zungen ü die sozio-ökono-
mische En wicklung;
2. Ein üh ung eine allgemeinen, d. h. on Un e nehme scha ,
Ö en lichkei und Regie ung ge agenen En wicklungsbe ei scha ;
3. Du ch üh ung on en wicklungso ien ie en In es i ionen und
schließlich
4. Maßnahmen, die au die An egung und E leich e ung p i a e
Ak i i ä en und In es i ionen abzielen.
Ganz allgemein e s eh de Ve asse un e einem P og amm die
Gesam hei de gewünsch en In es i ionen und deshalb auch un e
P og ammie ung die Gesam hei de hie zu e o de lichen plane-
ischen Maßnahmen. Abgesehen on den beg i lichen P äzisie ungen
gib de Ve asse in diesem e s en Kapi el lediglich eine A Wunsch-
lis e an, die alles das beinhal e , was in einem En wicklungsland o -
genommen bzw. ü ein glückliches Gelingen de En wicklungsplanung
o ausgese z we den soll e. Hie inden die ielen Pos ula e, die in
de inzwischen angeschwollenen En wicklungsli e a u zu Genüge be-
kann gewo den sind, b ei en Raum.
Im zwei en Abschni , de on de P og ammie ung handel , un e -
such de Ve asse die Vo ausse zungen, die ü ein solches Ve ah en
als no wendig anzusehen sind. Als Zweck de allgemeinen P og am-
mie ung is die Koo dinie ung de sozio-ökonomischen Zusammen-
hänge inne halb eine Volkswi scha anzusehen. Übe die Koo di-
nie ung be ei s bes ehende Zusammenhänge hinausg ei end, ich e
sich die P og ammie ung auch au die kün ige En wicklung eines
Landes und au den op imalen Weg, die gese z en Ziele de En -
wicklung zu e eichen und zu e wi klichen. Wesen liches Me kmal
de allgemeinen P og ammie ung is die Au s ellung on Al e na i -
p og ammen, die ih e sei s on e schiedenen Vo ausse zungen aus-
gehen. Im mak oökonomischen P og amm sind Vo ausse zungen übe
die Be ölke ungsen wicklung und Angiaben übe die ealisie ba e
S eige ung des P o-Kop -Einkommens en hal en. De Ve asse scheu
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nich , einen ü alle En wicklungslände ele an en Du chschni de
Wachs ums a en alle Wi scha szweige anzugeben und ihn mi 1,5 °/o
jäh lich zu bezi e n (S. 22), wiewohl de a ige Du chschni szahlen
ü ein konk e es Land und einen konk e en Sek o p ak isch keinen
Aussagewe haben. Wei e e Kennzi e n ü den mak oökonomischen
Be eich sind die g oben Schä zungen de Ein uh en und de zu e -
zielenden Expo e löse. Daneben schenk de Ve asse dem Kapi al-
quo ien en in diesem wie auch in den olgenden Abschni en seine
ganz besonde e Au me ksamkei . Wie in den e gangenen Jah en
üblich, be on e die Kons anz des Kapi alkoe izien en übe g öße e
Zei äume. Damals ehl en noch die de aillie en Un e suchungen übe
die En wickking des Kapi alkoe izien en, die spä e e kennen ließen,
daß die Kons anz des Kapi alkoe izien en nu ü einige en wickel e
Lände mi einem speziellen S uk u e ek es ges ell we den kann.
Diese Beobach ung, die wi ü einige Lände machen können, is
nun abe wiede um ü ande e Lände übe haup nich ele an . Man
geh wohl nich ehl in de Annahme, daß die sogenann e Kons anz
des Kapi alkoe izien en selbe die Quelle on zahl eichen Fehlbe ech-
nungen und Fehlschä zungen gewesen is . In diesem Abschni wi d
dann das au dem Kapi alkoe izien en basie ende Schema des geplan-
en Einkommenzuwachses en wo en, das sei Jah en ü iele En -
wicklungspläne on g undlegende Bedeu ung gewesen is . Es inden
sich noch keine Angaben übe e besse e Fo men de Planung, die
heu e in einigen Lände n wie z. B. Indien p ak izie we den.
Besonde e Skepsis is dem Hinweis des Ve asse s en gegenzu-
b ingen, daß übe all do , wo keine geeigne en s a is ischen Da en
bescha we den können, Zahlen e gleichba e Lände he angezogen
we den dü en. „Soga die Ve gleichba kei is nich no wendig, wenn
e wiesen is , daß zwischen den Lände n keine au allenden Un e -
schiede bes ehen" (S. 26). Es is nich anzunehmen, daß de Ve asse
au G und seine um ang eichen p ak ischen E ah ung, die e in-
zwischen mi En wicklungsplänen sammeln konn e, heu e in de glei-
chen unk i ischen Weise zu jenen P ak iken a en wü de, die ielleich
am alle meis en zu Ve schleie ung de a sächlichen Gegebenhei en
in einem En wicklungsland und zu ma e iellen Aushöhlung de En -
wicklungspläne beige agen haben. Ta sächlich kennen wi heu e eine
Reihe on En wicklungsplänen, die den ihnen zug unde geleg en Kapi-
alkoe izien en „ e gleichba en Lände n" en nehmen ode ga aus
eine Meh zahl on „ e gleichba en Lände n" ein a i hme isches Mi -
el ih e Kapi alkoe izien en bilden und dem eigenen Plan zug unde
legen. Ve olg man den U sp ung de Kapi alkoe izien en in den
„ e gleichba en Lände n", so s ell sich dann he aus, daß sie ih e sei s
wiede on ande en „ e gleichba en Lände n" ein ach übe nommen
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wu den. Da ande e sei s bei dem angewand en Schema Ve ände ungen
des Kapi alkoe izien en auße o den lich g oße Ve ände ungen in den
geplan en Zuwachs a en des Einkommens bewi ken, so wi d ge ade
hie die Ge ah deu lich, die in de En wicklungsplanung mi de un-
ko ek en Handhabung on s a is ischen Da en und on Kennzi e n
ode ga du ch ih e meh ode wenige leich e ige „T ansplan a-
ion" en s ehen.
In den E ö e ungen übe die Vo ausse zungen de Nach age geh
de Ve asse on den ein achs en G undlagen unse e Leh büche aus,
ohne neue e und di e enzie e e Me hoden de Vo ausse zungen in
Be ach zu ziehen. Hie bei ließ e sich wohl on de didak ischen
No wendigkei de Ve ein achung eine an sich komplizie en Ma e ie
lei en. Jedoch schein ge ade in diesem Zusammenhang diese G ad de
Ve ein achung p oblema isch zu we den. Seine Aus üh ungen mün-
den in Ke nsä zen wie: „Wi wissen einiges da übe , wie s eigende
Einkommen ausgegeben we den: e häl nismäßig sel en ü Geb auchs-
gü e , meh ü Luxusgü e . Die Tendenz is in e na ional, Hinweise
können on ausländischen S a is iken bezogen we den" (S. 26). Ge-
ade diese Tendenzen sind in ielen En wicklungslände n und dann
auch wiede in ielen Einkommens- und Konsumg uppen einzelne
En wicklungslände nich zu beobach en, und es is ge ade die Au gabe
de En wicklungsplanung, de a ige Tendenzen nich als Gese z zu
pos ulie en, sonde n sie zu s eue n ode zu ko igie en. Die G öße des
Ma k es, übe die nun inzwischen auch schon eine ech wei gehende
Li e a u o lieg , sieh e in enge Abhängigkei mi de S eige ung
des Einkommens. Diabei e s eh e un e einem „ha monischen P o-
g amm" ein In es i ionsp og amm ü den Binnenma k , das die In-
es i ionen in den einzelnen Wi scha szweigen genau in dem Maße
o nimm , in dem „sich das wachsende Einkommen als Nach age
au die e schiedenen Gü e e eil " (S. 32). Hie haben wi es mi
eine jene Faus egeln zu un, mi denen de Ve asse seine Publi-
ka ion zu be eiche n ach e . In de P axis jedoch sind diese Faus -
egeln nich e wa b auchba e Anlei ung ü die En wicklungspoli ik,
sonde n e schleie n ge adezu die eigen lichen P obleme.
Im Zusammenhang de in e na ionalen Koo dinie ung e weis de
Ve asse mi Rech au die No wendigkei , die E gebnisse de Wel -
ma k analysen und Wel ma k p ognosen zen al zu sammeln und den
einzelnen Lände n zu Ve ügung zu s ellen. Inzwischen sind ja in
iele lei Hinsich nich nu s a is ische Bes andsau nahmen zen al
du chge üh und e ö en lich , sonde n auch in e essan e P ognosen
übe die zukün ige En wicklung de Wel mä k e e schienen.
De Abschni übe die Bewe ung und Auswahl ö en liche In-
es i ionen dü e heu e als e al e angesehen we den. Die E ö e-
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ungen übe den Ve bund poli ische und ökonomische En scheidun-
gen gehen nich übe die üblichen und inzwischen ech s apazie en
Pos úla e hinaus. Im üb igen abe bie e de Ve asse eine ech
anschauliche Übe sich übe die einschlägigen P obleme de In es i-
ionsk i e ien, die in den nach olgenden Jah en on eine um ang-
eichen und imme wei e wachsenden Spezialli e a u behandel wo -
den sind. Die skizzenha e Da s ellung seines Ins umen es de „Ve -
echnungsp eise" is inzwischen du ch seine eigenen A bei en wei e -
en wickel wo den.
De Abschni übe die p i a en In es i ionen be aß sich o allem
auch mi de Bes immung de ü p i a e In es i ion geeigne en Ge-
we bezweige. Hie wa n de Ve asse ausd ücklich o Faus egeln
und Rezep en. Au die F age, welche Sek o en ein Land ü seine
En wicklung be o zugen soll e, ück e olgende Punk e in den
Vo de g und:
1. Im Hinblick au Boden e häl nisse und Klimia sind die geeigne en
landwi scha lichen P oduk e zu bes immen.
2. Die Ve keh s e häl nisse sind zu be ücksich igen, wobei insbeson-
de e Wasse wege im Vo de g und de Be ach ung s ehen sollen.
3. Die En wicklung de inländischen Nach age soll e als Folge des
s eigenden Einkommens sys ema isch un e such und p ognos i-
zie we den.
4. In Lände n mi be äch liche A bei slosigkei soll e P ojek en
mi hohem Beschä igungse ek de Vo zug gegeben we den.
Anschließend gib de Ve asse einen ech um ang eichen Ka alog
de no wendigen Maßnahmen zu S imulie ung on P i a in es i-
ionen. Mi Rech e weis e da au , daß iele A gumen e in de
Kon o e se p i a e ode ö en liche Ini ia i e e al e seien. „Man
nahm wede den e ziel en Fo sch i bei ö en lichen und p i a en
Un e nehme n noch bei den übe wiegend s aa lich und den übe -
wiegend p i a wi schia lich ges eue en Volkswi scha en zu Kenn -
nis" (S. 79).
Im Anhang gib de Ve asse eine Reihe on de aillie en Angaben
zum Kapi alquo ien en en wickel e und un e en wickel e Volkswi -
scha en an. Desgleichen inden sich Aus üh ungen übe undamen ale
Ungleichgewich e und Ve echnungsp eise in En wicklungslände n,
e ne übe den Sozialp oduk -Ve meh ungs es .
T o z de k i ischen Beme kungen, die e wa zehn Jah e nach E -
scheinen de englischen E s ausgabe no wendig sind, is doch de
g undlegende Cha ak e de Publika ion imme noch unbes ei ba .
Fü alle diejenigen, die sich mi F agen de En wicklungspoli ik be-
schä igen, zeig die e neu e Lek ü e des o liegenden Buches, wie
6 Schmolle s Jah buch 87,1
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seh sich inzwischen nich nu die Wel de wi scha lich un e en -
wickel en Lände gewandel , sonde n unse wissenscha liche und
empi ische Ho izon gewei e ha . Es is aglos das Ve diens on
Jan Tinbe gen, hie zu du ch diese Publika ion sowie du ch seine zahl-
eichen spä e en A bei en wesen lich beige agen zu haben.
Abschließend sei noch beme k , daß die Beschä igung mi En -
wicklungs agen in den le z en Jah en zugleich auch zu neuen F age-
s ellungen hinsich lich unse e eigenen, hoch en wickel en Volkswi -
scha ge üh ha . So dü e in Zukun die Behandlung on nich -
mone ä en E ägen mi de no wendigen Dis anz zu We leh e und
Wohl ah s heo ie eine g öße e Rolle spielen. Auch in diese Hinsich
gib Tinbe gens Buch beme kenswe e, wenn auch heu e nich meh
allzu ak uelle An egungen.
Alb ech K use-Rodenacke , S u ga
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