Fechne , F ank
Book Re iew — Published Ve sion
[Rezension] Von Scho leme , Sabine (2022): UNESCO-
Wel kul u e be und pos koloniale Disku se. Eine
ölke ech liche Be ach ung
Poli ische Vie eljah essch i
P o ided in Coope a ion wi h:
Sp inge Na u e
Sugges ed Ci a ion: Fechne , F ank (2023) : [Rezension] Von Scho leme , Sabine (2022): UNESCO-
Wel kul u e be und pos koloniale Disku se. Eine ölke ech liche Be ach ung, Poli ische
Vie eljah essch i , ISSN 1862-2860, Sp inge Fachmedien Wiesbaden GmbH, Wiesbaden, Vol. 64,
Iss. 4, pp. 897-899,
h ps://doi.o g/10.1007/s11615-023-00493-z
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/309519
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REZENSION
h ps://doi.o g/10.1007/s11615-023-00493-z
Poli ische Vie eljah essch i (2023) 64:897–899
Von Scho leme , Sabine (2022):
UNESCO-Wel kul u e be und pos koloniale Disku se.
Eine ölke ech liche Be ach ung
Baden Baden: Nomos Ve lagsgesellscha . 698 Sei en. 149,00 C
F ank Fechne
Angenommen: 22. Augus 2023 / Online publizie : 11. Sep embe 2023
© The Au ho (s) 2023
Kul u gü e sind sei Jah hunde en den e schiedens en Ge ah en ausgese z . Die
UNESCO ha es sich in de Wel e bekon en ion on 1972 zu Au gabe gemach ,
Kul u gü e on he o agende Bedeu ung im In e esse de Menschhei und ü
kün ige Gene a ionen zu bewah en. Kul u gü e sind einmalig, ih e Ze s ö ung
bedeu e einen unwiede b inglichen Ve lus . Diese Ansa z de UNESCO wi d in
neue e Zei du ch A gumen e in einem sog. pos kolonialen Disku s in age ge-
s ell , die das Sys em de UNESCO on de Basis he ang ei en. Im Ke n is es das
A gumen , die UNESCO sei wes lich dominie und wü de ih e Au assungen den
Gemeinscha en o O au zwingen und dami koloniale Abhängigkei en o se zen.
Sabine on Scho leme ha zu F age de Behandlung on Wel e be du ch die
UNESCO ein um assendes Buch o geleg . Die Ve asse in is ü die Behand-
lung dieses Thema p ädes inie . Sie is Inhabe in des UNESCO-Leh s uhls ü In-
e na ionale Beziehungen in D esden und is zudem im Fachausschuss Kul u de
Deu schen UNESCO-Kommission ä ig. Die an ih em Leh s uhl en s andene S udie
wi d im Nachwo als k i ische Re lexion de A bei en bezeichne , die sei Augus
2018 in dem zu diesem Zei punk neu geg ünde en In e na ional Law Associa ion
(ILA) Commi ee on Pa icipa ion in Global He i age Go e nance geleis e wu -
den. Le z lich soll das Buch dazu bei agen, dass die Wel e bekon en ion ein halbes
Jah hunde nach ih e Ve abschiedung wei e an S ahlk a gewinn . Dami es auch
in de in e na ionalen Deba e gesehen wi d, wä e eine Übe se zung ins Englische
wünschenswe .
Siche lich gib es nich s auch nu annähe nd Ve gleichba es zu diese Thema ik.
In e s e Linie s ell das Buch eine p o unde Bes andsau nahme de K i ik da , die
in den le z en Jah en an den Abläu en in de UNESCO o geb ach wo den is .
F ank Fechne
TU Ilmenau, Ilmenau, Deu schland
E-Mail: ank. echne @ u-ilmenau.de
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898 F. Fechne
Das Buch um ass e wa 700 Sei en. Da on nimm allein das eng ged uck e Li e-
a u e zeichnis 90 Sei en ein. De Tex wi d du ch 2359 Fußno en e gänz , die
nich nu Li e a u nachweise en hal en, sonde n da übe hinausgehend aus üh li-
che E läu e ungen. Au allend sind die zahl eichen wö lichen Zi a e. Diese machen
die wiede gegebenen Au assungen au hen isch, alle dings geh diese ehe unübli-
che Me hode zulas en de Kla hei . Mögliche weise esul ie diese Eind uck auch
aus den ielen ähnlichen S ellungnahmen, die, wenn sie auch in un e schiedlichen
Kon ex en au ge üh we den, doch edundan wi ken. Diesen k i ischen S immen
we den keine ande slau enden Au assungen gegenübe ges ell . Gib es diese nich ?
Gegena gumen e we den angedeu e , abe kaum wei e ausge üh . En schuldigend
wi d da au hingewiesen, die UNESCO sei eine le n ähige Ins i u ion und wü de die
In e essen on Communi ies mi le weile schon iel besse be ücksich igen.
An einigen S ellen is eine kla e Ablehnung de K i ik besonde s zu e missen.
Das gil beispielsweise hinsich lich de Fo de ung, den Ein luss de Wissenscha bei
de Benennung on Kul u gu zu ückzud ängen. Das gil auch ü den Wunsch, Re-
s au ie ungen du ch o O lebende Laien ohne wissenscha liche Anlei ung du ch-
üh en zu lassen. Abe auch die Behaup ung, eine Subs anz e ände ung wü de die
Au hen izi ä eines O es nich be üh en („Li ing He i age“, S. 292), müss e in die-
se Einsei igkei du ch Gegenbeispiele en k ä e we den. A gumen e und Beispiele
hä en sich aus einem Ve gleich mi dem Tie - und A enschu z ablei en lassen, de
hie gegenübe den Kul u gü e n eine Vo ei e olle einnimm .
Dahe und angesich s de wich igen Thema ik wünsch man sich in kün igen
Publika ionen E gänzungen zu wei e en Aspek en des kolonialen Disku ses. Voll-
kommen ausgespa wi d die he ig disku ie e F age de Rück üh ung bewegliche
Kul u gü e , die in kolonialen Kon ex en aus ih en He kun so en e b ach wu -
den. Nu im Hinblick au diese Besch änkung läss sich die Aussage e s ehen, die
ha sche K i ik de pos kolonialen Disku se wü de ab lauen. Bezüglich de Rück üh-
ung on Kul u gü e n is die Diskussion jeden alls in ollem Gange und wi d mi
Vehemenz ge üh . Genaue e Abg enzung bedü e e wa auch de Schu z ma e iel-
le Kul u gü e – sind das wi klich nu S eine? – om imma e iellen Kul u e be wie
Handwe ks echniken, Geb äuchen e c. Le z e e sind zwei ellos auch schu zwü dig,
alle dings e o de n sie ein ganz ande es ech liches Ins umen a ium.
Wünschenswe wä e zudem eine s ä ke e Di e enzie ung de e schiedenen
Kons ella ionen. We ha wem wann Un ech ge an und welche Auswi kungen ha
das au die F age de E hal ung on Kul u gu heu e? Zu di e enzie en wä e zwi-
schen den un e schiedlichen Bezügen on Menschen, die im Gebie on Wel e -
bes ä en wohnen. Wa en sie schon imme do ? Gib es eligiöse Bezüge zu dem
Kul u gu o O ode können die i uellen Handlungen auch an ande e S elle
ausgeüb we den ode is diese Aspek ga nich on Rele anz? Wo in soll die
Be eiligung de Anwohne bes ehen: Is eine wie auch imme gea e e kul u elle
Teilhabe ge o de ode geh es um die Au eilung de mi hil e des Kul u gu s e -
wi scha e en Gewinne? Sollen alle Mi gliede de ö lichen Gemeinscha An eil
haben ode geh es nu um bes imm e Teile de Communi y (wie die e hnologische
Li e a u zeig , gib es auch in ande en Gesellscha en dominan e al e Männe )?
Welche We igkei en sind den un e schiedlichen In e essen zuzuo dnen, um Abwä-
gungs o gänge au a ionale Basis en scheiden zu können? Welche Besonde hei en
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Von Scho leme , Sabine (2022): U NESCO -Wel kul u e be und pos koloniale Disku se. Eine... 899
bes ehen ü a chäologische S ä en? De Unwiede b inglichkei des Fundkon ex s
wi d bedaue liche weise kaum Rechnung ge agen. Ohne solche Di e enzie ungen
is die Be u ung au die Unge ech igkei des Kolonialismus nich meh als ein To -
schlaga gumen , mi dem sich alles ech e igen läss , bis hin – wie auch im Buch
geschilde wi d – zu Wa engewal . Is es denn nich ielmeh die u eigens e Au -
gabe des Völke ech s, Gewal anwendung zu e hinde n?
Wenn es da um geh , die Menschen o O in den P ozess de E hal ung on
Kul u e be einzubeziehen, so is das eine Selbs e s ändlichkei . Ohne Zwei el sind
Ausgleichsleis ungen e o de lich, wenn sich du ch den Schu z eines Kul u gu s
Beein äch igungen ü diejenigen e geben, die do wohnen, ode wenn sie ga
umgesiedel we den müssen. Dieses Gebo ha alle dings nich s mi dem Ausgleich
on kolonialem Un ech zu un. – Ode soll en diese Rech e e wa nu denjenigen
Communi ys einge äum we den, die koloniales Un ech e li en haben? Soll e indes
in endie sein, du ch den Kolonialismus e li enes Un ech du ch die P eisgabe
on Kul u gu ausgleichen zu wollen, so s ell eine solch ku zsich ige Au gabe on
Common He i age o Mankind ein Ve gehen an kün igen Gene a ionen da .
Zu Rech wi d im Buch die En wicklung de Ve gabep axis des Kul u e be i els
k i isch beu eil . Diese wi d als in la ionä bezeichne und das Ungleichgewich
zwischen den e schiedenen S aa en he o gehoben. O ensich lich is de Wel e -
be i el, s a eine Bü de ü die be e enden S aa en zu sein, ein begeh es Label,
das o allem dazu dien , den Tou ismus zu ö de n. Diese Tendenz müss e die
UNESCO gegens eue n, wenn es ih wi klich um den E hal des Kul u e bes geh .
Die Handhabe de UNESCO, den Kul u e be i el wiede zu en ziehen, wi d nu am
Rande e wähn , das Beispiel des D esdne Elb als auch übe haup nu in eine Fuß-
no e au . Wenn Nominie ungen nu mi g oßem inanziellen Au wand zu e eichen
sind, so ge äh de die Ve gabep axis nich nu das Ansehen de UNESCO, sonde n
o allem die Kul u gü e selbs , die o mals dem Massen ou ismus geop e we den
und ü de en E hal ung kein Geld zu Ve ügung s eh . Doch auch die Ve gabe nach
lände mäßigem P opo z wä e nich s ande es als Kul u na ionalismus.
Die o liegende S udie mach deu lich, dass die UNESCO aus e schiedenen
G ünden – o allem wegen de lau s a k o ge agenen In e essen un e schiedlichs-
e Ak eu e – in Ge ah is , die g oße Idee, bedeu ende Kul u gü e ü kün ige
Gene a ionen zu e hal en, aus den Augen zu e lie en.
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jeglichem Medium und Fo ma e laub , so e n Sie den/die u sp ünglichen Au o (en) und die Quelle o d-
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