Schöbel, Sö en
Book Pa
Quali a i e und quan i a i e Aspek e des
Flächen e b auchs
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ARL – Akademie ü Raumen wicklung in de Leibniz-Gemeinscha
Sugges ed Ci a ion: Schöbel, Sö en (2025) : Quali a i e und quan i a i e Aspek e des
Flächen e b auchs, In: Jacoby, Ch is ian Klee, And eas (Ed.): Nachhal ige Flächennu zung
du ch Raum- und Umwel planung, ISBN 978-3-88838-447-9, Ve lag de ARL - Akademie ü
Raumen wicklung in de Leibniz-Gemeinscha , Hanno e , pp. 33-59,
h ps://doi.o g/10.60683/pnh9-7c59
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/329528
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Quali a i e und quan i a i e Aspek e des Flächen e b auchs
h ps://doi.o g/10.60683/pnh9-7c59
In:
Jacoby, Ch is ian; Klee, And eas (H sg.) (2025):
Nachhal ige Flächennu zung du ch Raum- und Umwel planung.
Hanno e , 33-59. = A bei sbe ich e de ARL 39.
h ps://doi.o g/10.60683/6naz-dy47
h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by-sa/4.0/
33QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ASPEKTE DES FLÄCHENVERBRAUCHS
Sö en Schöbel
QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ASPEKTE
DES FLÄCHENVERBRAUCHS
Gliede ung
1 Einlei ung
1.1 S a us age Siedlungsbau
1.2 Rückkeh de Ene giep oduk ion
2 Flächen e b auch aus quali a i e Sich
2.1 De ini ionen und Di e enzie ungen
2.2 Auswi kungen des Flächen e b auchs – En zug on Flächenwi ksamkei
3 Falls udien
3.1 Falls udie Ein amilienhaus
3.1.1 Allgemeine Da en
3.1.2 Un e such e Fälle
3.1.3 E gebnisse de Nachka ie ung
3.2 F ei lächen-Sola anlagen
3.2.1 Allgemeine Da en
3.2.2 Un e such e Fälle
4 Folge ungen und Vo schläge
Li e a u
Ku z assung
Die nega i en Folgen des Flächen e b auchs liegen in einem En zug on Flächenwi k-
samkei eie , kollek i e Gü e : Habi a e, Ressou cen, Landscha , F ei aum. Die Fol-
gen müssen quali a i und quan i a i e ass we den, wenn nach Legi imi ä und
Mul i unk ionali ä un e schieden we den soll. In diesem Bei ag wi d dies ü die
Typen „F eis ehendes Ein amilienhaus“ (EFH) und „F ei lächen-Sola anlage“ (FFA)
e such . Fallbeispiele zum Ein amilienhaus zeigen, dass au P i a g unds ücken eine
Beg enzung de nega i en Wi kungen sowohl in quali a i e wie quan i a i e Hinsich
un e lau en wi d, wäh end lächenspa endes Bauen mi Gemeinscha s lächen sowohl
ökologisch wie sozial quali a i e Vo eile b ing . Bei F ei lächen-Sola anlagen zeig
sich, dass ü ökologische Di e enzie ungen K i e ien o liegen, dem E hal soziale
Quali ä en abe die zunehmende G ößenen wicklung en gegens eh . Fü beide Inan-
sp uchnahmen wi d emp ohlen, sie du ch in kollek i e Nu zung e bleibende, mul i-
unk ionale Landscha sge üs e anzu eiche n.
Schlüsselwö e
Landscha – ökologische Quali ä – soziale Quali ä – Ein amilienhaus – Ene giewende
– F ei lächen-Sola anlage
34 39 _ NACHHALTIGE FLÄCHENNUTZUNG DURCH RAUM- UND UMWELTPLANUNG
Quali a i e and Quan i a i e Aspec s o Space Consump ion
Abs ac
The nega i e consequences o land consump ion lie in a wi hd awal o land
e ec i eness o ee, collec i e goods: habi a s, esou ces, landscape, open space.
This mus be eco ded quali a i ely and quan i a i ely i a dis inc ion is o be made
be ween legi imacy and mul i unc ionali y. In his a icle, his is a emp ed o he
ypes “de ached single- amily house” and “open space sola ins alla ion”. Case s udies
on he de ached single- amily house show ha on p i a e p ope ies a limi a ion o
nega i e e ec s is unde mined bo h quali a i ely and quan i a i ely, whe eas land-
sa ing cons uc ion wi h common a eas b ings quali a i e ad an ages bo h ecologi-
cally and socially. In he case o open space sola ins alla ions, i is shown ha c i e ia
exis o ecological di e en ia ion, bu ha he p ese a ion o social quali ies is
opposed by he inc easing de elopmen o size. Fo bo h uses, i is ecommended
ha hey be en iched by mul i unc ional landscape amewo ks emaining in collec i e
use.
Keywo ds
Landscape – ecological quali y – social quali y – de ached single- amily house – ene gy
u na ound – open space sola ins alla ion
1 Einlei ung
De Flächen e b auch, aus plane ische Sich die Flächenneuinansp uchnahme ü
Siedlungs- und Ve keh szwecke, physisch, sozial und ökologisch abe – wie gezeig
we den wi d: nu ode auch da übe hinaus – die bauliche Inansp uchnahme zu o
unbebau e F ei läche, gil als eines de d ängends en Umwel p obleme. Boden, de
bebau wi d, s eh ü o ganismische P ozesse, die G undlage allen Lebens sind, in de
Regel nich meh zu Ve ügung. Neben de Viel al an A en sind on einem Rückgang
un e bau e F ei lächen auch E näh ung, T inkwasse und iele ande e menschliche
Lebensg undlagen i e e sibel be o en. De alle g öß e Teil bauliche Flächeninan-
sp uchnahme e wandel zudem ei zugängliche, e wobene Landscha in p i a e
bzw. unk ionsde inie e Zonen, sodass mi dem Flächen e b auch auch ein kollek-
i es Gu e lo en geh . Es is dahe bundeswei , wie auch in Baye n, e klä es umwel -
poli isches Ziel, den Flächen e b auch zu eduzie en.
Wäh end es in de Planung üblich is , on allgemeingül igen Rich we en auszugehen,
e wa ü An eile an baulich nu zba en G und-, F ei- ode Bio op lächen, Ve keh san-
bindungen, In as uk u auss a ungen, Lä mimmissionen, schein es kaum umse z-
ba , zu Beg enzung des Flächen e b auchs eine „gesellscha lich no wendige Fläche
p o Kop de Be ölke ung“ ode eine „ äumliche Belas ungsg enze“ zu de inie en. Zu
komplex, ode zu wenig e o sch , sind s uk u ell – opog a isch, his o isch – beding-
e, also „gene ische“ eil äumliche Un e schiede im Flächen e b auch (Schöbel 2019:
32). S a eine heo e ischen G enze wi d eine p agma ische Fo mel gese z , um den
P ozess wenigs ens zu e langsamen. Diese Fo mel besag , dass de Flächen e -
b auch p o Zei einhei – in de Regel angegeben als Hek a p o Jah ode Tag – halbie
we den soll. So se z die Nachhal igkei ss a egie de Bundes egie ung au eine
35QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ASPEKTE DES FLÄCHENVERBRAUCHS
Beg enzung de Neuinansp uchnahme on Flächen ü Siedlungen und Ve keh bis
2030 au un e 30 Hek a p o Tag – also eine Halbie ung des We es on 2017 und ein
Vie el des Du chschni s de Jah e 1993 bis 2003 (Bundes egie ung 2021: 270). Fo -
de ungen, die Neuinansp uchnahme in e ne e Zukun soga au „null“ zu se zen,
müssen mi dem Zusa z „ne o“ e sehen we den, weil schon du ch Wande ungen
on Indus ie und Be ölke ung eil äumlich Neuinansp uchnahmen kaum e hinde
we den können.
1.1 S a us age Siedlungsbau
Schon ohne posi i e Wande ungssalden bes ehen bei Kommunen Wide s ände gegen
eine e bindliche Beg enzung des Flächen e b auchs (Baye ische Gemeinde ag
2018). Sie e weisen au einen on wachsenden Raumansp üchen gep äg en We -
bewe b, basie end au allgemeine Wohls andszunahme, sozialem S uk u wandel
und S anda danhebungen, wie de Zunahme on Single- und Duo-Haushal en (Lan-
deshaup s ad München 2022; gl. S MB 2021), eine Auswei ung des Einzelhandels-
angebo s und de Logis ik sowie s eigenden Raumansp üchen des p oduzie enden
und diens leis enden Gewe bes.
Quan i a i e Haup eibe is de Wohnungsbau. Die S anda ds de Baunu zungs e -
o dnung zemen ie en nied ige Bebauungsdich en ( gl. PV 2022), die on den Woh-
nenden und Bauwilligen als zu e hal ende ode anzus ebende S a us e s anden
we den, wie P o es e gegen Nach e dich ungen in G oßs äd en zeigen, ode die
Bilanzen zu Umse zung des §
13b BauGB1 (BMI 2020). Ge ade in pe iphe en länd-
lichen Kommunen wi d de We bewe b um junge Be ölke ung nach wie o übe das
Angebo an p i a en Bau lächen en schieden.
Nach den G undsä zen de Raumo dnung wä e hie zu un e scheiden zwischen legi i-
men Ansp üchen au Wachs um und Angleichung de Lebens e häl nisse, wie Bildung
on Wohneigen um ü b ei e Be ölke ungsschich en, Di e si izie ung de Lebens-
s ile, Scha ung on A bei splä zen in ländlichen Räumen, Mobili ä , Siche hei im
S aßen e keh , und wenige legi imen Ansp üchen au „Reich umskonsum“, wie Spe-
kula ion mi Bauland ode Scha ung on Zwei wohnsi zen. Eine solche P io isie ung
nach Legi imi ä on Belangen muss auch im kommunalen We bewe b gel en.
Wäh end ü nachzuo dnende Ansp üche o allem s enge quan i a i e G enzen on
Flächeninansp uchnahmen no wendig e scheinen, muss bei unabweisba en Belangen
umso meh e eich we den, quali a i e S anda ds zu Beg enzung de nega i en Wi -
kungen de Flächeninansp uchnahme du chzuse zen. Das bedeu e o allem, längs
e ablie e, quali a i e Typologien und Regeln ü na u haushal s- und sozialwi ksame
S anda ds bei de baulichen Inansp uchnahme wi ksam du chzuse zen.
1 Baugese zbuch in de Fassung de Bekann machung om 3. No embe 2017 (BGBl. I S. 3634), das
zule z du ch A ikel 3 des Gese zes om 20. Dezembe 2023 (BGBl. 2023 I N . 394) geände
wo den is .
36 39 _ NACHHALTIGE FLÄCHENNUTZUNG DURCH RAUM- UND UMWELTPLANUNG
1.2 Rückkeh de Ene giep oduk ion
Klimak ise und K iege zeigen, dass unse e Volkswi scha neben dem Flächen e -
b auch im Inland g oße „ökologische Fußabd ücke“ in ande en Lände n hin e läss .
Impo e on Ene gie und Wa en, Expo e on F eizei und auch Na u schu zp ojek e
im Ausland s ellen imme auch ein Ex e i o ialisie en p oduk i e und konsum i e
Flächeninansp uchnahmen da , de en Beda e im eigenen Land en s ehen. Das Sys-
em ge ä mi Rückschlägen de Globalisie ung an G enzen. Die disku ie e Rück e -
lage ung on s uk u ele an en Wi scha sbe eichen, abe auch de Ve an wo ung
ü die Biodi e si ä nach Eu opa und Deu schland bedeu e hie zusä zlichen Flä-
chend uck.
Dies gil besonde s ü die Ene giewende. Schon die Sub en ionie ung ü Biogas und
Biosp i haben zu eine In ensi ie ung de Landnu zung ge üh : So gingen zwischen
2003 und 2007 o allem deswegen äglich 94
ha Daue g ünland e lo en (Jedicke
2011: 97). Doch diese P ozess, de e hebliche Auswi kungen au die Biodi e si ä ha
(EEA 2006), auch in de S a is ik de Flächeninansp uchnahme nich au . Wenn nun
abe nu die Häl e des on de Bundes egie ung bis 2030 geplan en Zuwachses de
Pho o ol aik – in sieben Jah en on 60 au 215
GWp (BMWK 2022) – au F ei lächen
ealisie wi d, müss e die S a is ik eine Neuinansp uchnahme on äglich 30
ha an
Sonde baugebie en ausweisen2. Die Unabweisba kei eine dezen alen und egene-
a i en Ene giewende leg dami eben alls nahe, quan i a i e und quali a i e S an-
da ds neu zu jus ie en.
Auch hie geh es um die Du chse zung on al e na i en Typologien sozial und ökolo-
gisch mul i unk ionale F ei lächen-Sola anlagen, ü die es abe , ande s als im Sied-
lungswesen, noch keine e ablie en Modelle gib .
Mi de Siedlungs- und Ene gie e so gung sind dami zwei Beispiele besch ieben, die
eine quali a i e E gänzung quan i a i e Beg enzungsziele nahelegen. Ein en sp e-
chende Ve such soll hie un e nommen we den. Eine solche di e enzie e Be ach-
ung wi d schon om G undsa z he du ch das Gleichbehandlungs- und Abwägungs-
gebo nahegeleg , bi g auch die Ge ah on „Wha abou isms“, kann abe die zen alen
P obleme de Flächeninansp uchnahme au zeigen. „Zusä zliche Maßnahmen zu qua-
li a i en Flächenbewe ung und zu Ve meidung on Ze schneidung sind eben alls
no wendig, s ehen abe mi eine Mengenbesch änkung (…) nich im Kon lik “ (Léon/
Renn 2005: 135).
2 Ausgegangen wi d on 1MWp/ha. Fü Niede sachsen (13% de Bundes läche) sieh das Landes-
aumo dnungsp og amm 2022 o , dass bis 2040 65GWp ins allie we den, da on alle dings nu
15GW au F ei lächen (Niede sächsische Landes egie ung 2022: 15). Abe auch dies bedeu e übe
18 Jah e eine ägliche Neuinansp uchnahme on 2,3ha ü Pho o ol aik-F ei lächenanlagen allein in
diesem Bundesland.
37QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ASPEKTE DES FLÄCHENVERBRAUCHS
2 Flächen e b auch aus quali a i e Sich
2.1 De ini ionen und Di e enzie ungen
Als Flächen e b auch wi d s a is isch die Umwandlung insbesonde e on landwi -
scha lich genu z en ode na u belassenen Flächen in „Siedlungs- und Ve keh s -
läche“ (SuV) e ass . Zu Siedlungs- und Ve keh s läche zählen dami olls ändig bis
eilweise e siegel e Flächen, wie Gebäude ü Wohnen, Gewe be, F eizei , Ve so gung,
sowie Ve keh s lächen. Alle dings e ass diese De ini ion – je nach E hebungsme-
hode – au g und des Dominanzp inzips bei de Zuo dnung ( gl. Meinel/Schumache
2009) auch un e siegel e Flächen, wie G ün-, Spo - und F eizei anlagen, F iedhö e,
Hausgä en, Siedlungs-Abs andsg ün und Ve keh sbeglei g ün sowie unbebau e
Baug unds ücke3, schließlich auch F ei lächen-Sola anlagen.
So we den als Siedlungs- und Ve keh s läche auch Flächen e ass , die e wa gegen-
übe eine in ensi en landwi scha lichen Nu zung einen höhe en sozialen und ökolo-
gischen We au weisen können. Ansä ze ü die Fo mulie ung solche S anda ds in
de S ad - und Landscha splanung liegen ü ökologische Ziele o (Bio op lächen-
ak o (Boe iche /Fisch 1988), Ve siegelungsabgabe), ü soziale S anda ds wi d bis-
he au Bes -P ac ice-Beispiele zu ückgeg i en. Dass auch solche ‚We s eige ungen‘
mi einem Ve lus on Fläche ü Nah ungsp oduk ion e bunden is , bleib unbenom-
men.
Umgekeh wä en quali a i zum Flächen e b auch auch Landnu zungsände ungen
zu zählen, die zu e siegelungsähnlichen und zugänglichkei sbesch änkenden Wi kun-
gen üh en, wie Abbau lächen (Kiesabbau, To abbau, B aunkohle agebau) sowie Bo-
denab agungen, -abdeckungen ode - e dich ungen ü Lage - ode Ve ans al ungs-
lächen. Zu Abbau lächen sind Zahlen e ügba . 2020 wu den hie ü äglich 7,7
ha
Fläche beansp uch , wobei „4,4
ha au den Abbau on Bau- und Indus iemine alien,
1,9
ha au den Abbau on To und 1,4
ha au den Abbau on B aunkohle“ en ielen.4
Hie bes ehen Bezüge zu unse em Fokus: Kiesabbau wä e zum Flächen e b auch ü
Siedlung und Ve keh hinzuzu echnen. De B aunkohle agebau müss e, ebenso wie
die Biomassee zeugung, in Rela ion zu Al e na i e F ei lächen-Sola anlage gese z
we den. Um auch dies zu e anschaulichen: De Tagebau Ga zweile lie e in den 100
Jah en seine Lau zei ci ca 400
GWh/ha5, eine Sola -F ei läche mi 0,5
GWh/ha und
Jah müss e ach mal meh Fläche beansp uchen, um in 100 Jah en die gleiche S om-
menge be ei zus ellen. Das be on die He aus o de ungen, wenn die ossile Ene gie-
p oduk ion du ch e neue ba e Ene gien im Land e se z we den soll, mach abe auch
deu lich, dass „Flächen e b auch“ quali a i e Di e enzie ungen naheleg , denn Bo-
den und Landscha we den du ch die Sola anlage nich ie g ei end e ände , du ch
Kohleabbau abe ze s ö .
3 Ab 2017 in Baye n nich meh in de SuV-S a is ik en hal en.
4 h ps://www.umwel bundesam .de/da en/ laeche-boden-land-oekosys eme/ laeche/
laechen e b auch- ue - ohs o abbau#neu-in-ansp uch-genommene- lache-du ch- ohs o abbau-
im- agebau (17.07.2024).
5 Zug undeliegende Annahmen: Flözs ä ke 30m, 35 B aunkohle/m2, 1,15MWh/ Ene giegehal , 45%
Wi kungsg ad im K a we k, en sp ich 390GWh/ha S ome ag, ohne Be iebs- und Rekul i-
ie ungsau wand.
38 39 _ NACHHALTIGE FLÄCHENNUTZUNG DURCH RAUM- UND UMWELTPLANUNG
Au de ande en Sei e sind auch Flächennu zungen zu be ach en, die eine Inansp uch-
nahme du ch Übe bauung da s ellen, au de Fläche selbs abe den Ve lus subs i u-
ie en. Solches mag bishe e nachlässigba sein, wenn es sich abe um e wünsch e
Maßnahmen handel , müssen auch sie e ass we den, wie beg ün e Däche und
Fassaden sowie u bane Landwi scha (Dosch 2008).
Schließlich e u sachen, auch ohne Bebauung, in ensi e Bewi scha ungs o men
Boden e ände ungen, die in den Auswi kungen genauso e heblich sein können, ob-
wohl sie mi hohe P oduk i i ä zu Nah ungsp oduk ion bei agen. Diese sind noch
schwe e zu e assen, müss en in eine Gesam bilanz abe be ücksich ig we den, wie
Bodendeg ada ionen, Humus e lus e, S o ein äge und S uk u e ände ungen so-
wie Auskoppelung on A mo-, Pedo-, Hyd o- und Biosphä e-In e ak ionen du ch Ge-
wächshaus- und Folienanbau6, schließlich, noch schwie ige quan i a i zu assen, En -
di e enzie ung und Ve a mung on Landscha ss uk u en.
Aus umwel plane ische Sich e schien es bishe nich sinn oll, zwischen diesen bau-
lichen und wi scha enden Inansp uchnahmen in de Bilanzie ung nich nu allgemei-
ne, sonde n auch ope a ionale Zusammenhänge he zus ellen. Wenn es abe kün ig
um die He ausbildung on ökologisch und sozial mul i unk ionalen Nu zungs ypolo-
gien geh , müssen diese Sek o en in de äumlichen Planung zusammenge üh we -
den, wie Lebenszyklen in einem Building In o ma ion Modeling (BIM).
2.2 Auswi kungen des Flächen e b auchs – En zug on
Flächenwi ksamkei
Die Inansp uchnahme zu o unbebau e F ei läche e u sach di ek und indi ek öko-
logische, ökonomische und soziale Ve lus e ode Ve a mungen: an Bio opwi ksamkei-
en als Habi a e und ih es Ve bundes sowie an Na u haushal swi ksamkei ü Boden-
uch ba kei , T inkwasse neubildung, Schads o il e ung und Kohlens o bindung,
Ab luss e zöge ung und Hochwasse schu z. Sie be e en abe auch F ei aum und
Landscha mi ih en sozialen Quali ä en in meh e en Dimensionen:
> Quali ä en des ö en lichen Raums als Sphä e emanzipie e F eihei en (Simmel
1903; A end 1960; Bah d 1961; Beck 1995). Sie liegen in de Zugänglichkei ,
Du chlässigkei , O enhei , Gas lichkei on S ad und Siedlung, abe auch on
Landscha ( gl. Schä e 2018; Schöbel 2018). Solche Quali ä en gehen e wa
du ch bauliche ode unk ionale Abschließungen, Abspe ungen und Abscho -
ungen e lo en.
> Quali ä en des kohäsi en Raums als ‚soziale Ki ‘ zwischen Schich en und Milieus.
Sie be e en o melle Begegnungso e wie Mi en, Gemeinscha s lächen, Pa ks,
S aßen und Plä ze mi Au en hal squali ä en (Schöbel 2011: 55). Sie we den
6 Zum Anbau un e Folie sind keine Flächenangaben e ügba , es wi d abe on eine s a ken
Zunahme ausgegangen ( gl. h ps://www.lwg.baye n.de/ olieneinsa z, 17.07.2024; Deu sche
Bundes ag 2020).
39QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ASPEKTE DES FLÄCHENVERBRAUCHS
du ch T ennungen und Dominanzen geschwäch , e wa wenn Zen en nu dem
Komme z ode S aßen ausschließlich dem Au o e keh dienen.
> Quali ä en des inklusi en Raums ü die ‚soziale Einbindung‘ on nich zu domi-
nan en Kul u gehö enden Pa ikula kul u en. Sie e be gen sich in in o mellen
O en, sind „Rände und Nischen“ (Ipsen 2001: 35) mi ungeplan en Au en hal s-,
En al ungs- und Begegnungsmöglichkei en, die du ch ‚Be einigung‘ on B achen
und Res lächen ge äh de we den (Baue /Schöbel 2021: 61).
> Quali ä en des eien Raums und de eien Landscha als zugleich menschliche
und eie Na u – und gesellscha lich p oduzie e Raum. Sie liegen in de szeni-
schen E ah ba kei und Übe schauba kei on S ad und Landscha , in de ma e-
iellen Aneigenba kei on F ei aum, in de äumlichen Möglichkei ü schöp e-
ische Bei äge zu den kollek i en We ken („oeu es“) S ad und Landscha
(Le èb e 2016: 106) und we den du ch P i a isie ung und Funk ionsde ini ion
en zogen.
> Quali ä en des di e enziellen Raums. Sie liegen in de s uk u ellen Mischung und
Übe lage ung on Nu zungen sowie in de Ve mi lung zwischen globalem und lo-
kalem, ö en lichem und p i a em Raum (Le èb e 1976; Schöbel 2021) und we -
den du ch Seg ega ion und Homogenisie ung eingesch änk .
Die nega i en Folgen des Flächen e b auchs liegen also in einem En zug on Flächen-
wi ksamkei ü die Exis enz eie , kollek i e und me i o ische Gü e : Habi a e,
Ressou cen, Landscha , F ei aum. Diese Flächenwi ksamkei läss sich nu quali a i
und quan i a i e assen. Dies soll zu den beiden Flächeninansp uchnahmen „F ei-
s ehendes Ein amilienhaus“ und „F ei lächen-Sola anlage“ e such we den.
3 Falls udien
Fü das Ziel, e meidba e Flächeninansp uchnahme quan i a i zu beg enzen und
gleichzei ig nich e meidba e Inansp uchnahmen so zu quali izie en, dass die nega-
i en E ek e ge ing aus allen, liegen ü die beiden hie zu disku ie enden Typen Kon-
zep e o – sie heißen „ lächenspa endes Bauen“ und „na u e ägliche Sola ene -
gie“. Wäh end e s e es sei An ang de 1980e Jah e hema isie wi d (Simonis
1981), is dies bei na u e äglichen F ei lächen-Sola anlagen sei Ende de 1990e
Jah e eben alls de Fall (Tegge s-Junge 1999). Nun dü e bezüglich de quan i a i en
Beg enzung eigen lich da on ausgegangen we den, dass lächenspa endes Bauen
hie zu bei äg , na u e ägliche Sola anlagen nich , weil sie meh Fläche benö igen.
We den nun abe in den kün igen S a is iken die na u haushal s- und auch sozialwi k-
samen Flächenan eile de beiden Nu zungs ypen di e enzie e hoben, können sich
diese Annahmen ela i ie en. Dies soll in den olgenden Falls udien un e such we -
den.
46 39 _ NACHHALTIGE FLÄCHENNUTZUNG DURCH RAUM- UND UMWELTPLANUNG
Abb. 3: Auswe ung de a sächlich ealisie en G unds ücksg ößen und Gebäudeg und lächen in den
un e such en Siedlungen / Eigene Da s ellung / Da en: ALKIS de Baye ischen Ve messungs e wal ung,
Landesam ü Digi alisie ung, B ei band und Ve messung
47QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ASPEKTE DES FLÄCHENVERBRAUCHS
F eie, kollek i e
und me i o ische
Flächenwi ksam-
kei en
Hü en hale Feld Un e eld Am Eichenbühl
Ökologische Quali ä en
Bio opwi ksamkei
Habi a (Al bäume,
Wiesen, Obs ge-
hölze e c.)
+ im gesam en Ge-
bie Al bes ände
und na u nahe He-
cken, ex ensi ge-
p leg e Rasen und
S auden lächen,
Gemüsebee e
- in den Gä en und
Hecken o he -
schend imme g ü-
ne Exo en, ‚Gol a-
sen‘, seh wenige
Obs bäume und
ex ensi gep leg e
Rasen, kleine G ün-
anlage mi ex ensi-
e P lege
o in den Gä en im
No den G oßbäu-
me, in den kleinen
Gä en e häl nis-
mäßig iele kleine-
e Gehölze, Hecken
und ex ensi ge-
p leg e Rasen, Ge-
müsebee e
Bio opwi ksamkei
Ve bund (Du ch-
lässigkei ü Klein-
säuge , Insek en,
Amphibien e c.)
+ Gä en und
Nebens aßen mi
ne za ige
Ve bindung und
Du chlässigkei
- S aßen und Ein-
iedungen wenig
e bunden bzw.
du chlässig
o g oße Teil
du chlässige Gä -
en, en lang de
Kanäle und Gi e -
os e einge-
sch änk
Na u haushal wi k-
samkei (bezüglich
Ve siegelung)
+ ü mi elg oße
G unds ücke
ge inge
Ve siegelungsan eil
- ü g oße G und-
s ücke hohe Ve -
siegelungsan eil
o ü kleine G und-
s ücke e gleichs-
weise mi le e
Ve siegelungsan-
eil, du chgehend
ex ensi beg ün e
Däche
Soziale Quali ä en F ei aum / Landscha
… des ö en lichen
Raums
+ die neue und his-
o ische Allee und
die Wohns aßen
bilden ein o enes
Raumge üs , die
iel äl igen Ve zah-
nungen mi de
Landscha (s.
u.)
wi ken zusä zlich
als ö en liche
Raum
- einzelne Du ch-
s ichwege, eine
G ün läche am
wes lichen Rand
und ein b ei e e
Weg en lang des
nö dlichen Ge-
bie s andes e bin-
den die insgesam
geschlossen wi -
kenden Schlei en-
und S ichs aßen-
äume
-/o einzelne Du ch-
wegungen und
G ünzug e ne zen
ge üs a ig, als ab-
ges u es Sys em
die Schlei en- und
S ichs aßen äu-
me, so dass diese
im Inne n halbo -
en wi ken; dies gil
alle dings kaum ü
Ve bindungen zu
ande en O s eilen
ode de ang en-
zenden Landscha
48 39 _ NACHHALTIGE FLÄCHENNUTZUNG DURCH RAUM- UND UMWELTPLANUNG
F eie, kollek i e
und me i o ische
Flächenwi ksam-
kei en
Hü en hale Feld Un e eld Am Eichenbühl
… des kohäsi en
Raums
+ die Misch lächen
im S aßenland, die
gemeinsame, „ ei-
wachsende Hecke“
zwischen den
G unds ücken,
konzep ionell de
geplan e Ange 16
und S euobs wie-
sen zwischen
Wohnhö en bie en
iel äl ige Begeg-
nungsanlässe
- nu im wes lichen
E wei e ungs eil
exis ie au eine
wohl du ch das Re-
lie e zwungenen
Res läche eine
G ünanlage mi
Spielpla z, jedoch
ohne Funk ion als
zen ale O ü
die Siedlung
+ das on Wegen
beglei e e En wäs-
se ungssys em aus
Kanälen und Mul-
den zwischen Gä -
en, S aßen, G ün-
zug und
Re en ions läche
bilde wie die Ga a-
genhö e einen kol-
lek i en Ak ions-
und
Ve an wo ungs-
aum, zen ale
G ün läche mi
Spielpla z und Au -
en hal sgelegen-
hei en
… des inklusi en
Raums
+ ü eine junge
Siedlung e -
gleichsweise iele
Nischen und Rän-
de : Schluch wald,
Wäldchen, Weihe
als ela i unde i-
nie e F ei äume
mi in o mellem
Cha ak e
- auße einem
Plans aßenzwickel
zum Feldweg im
Süden, dem Wäld-
chen im No dwes-
en und de ös lich
ang enzenden Aue,
d.
h. Rände n de
ang enzenden Kul-
u landscha , gib
es in de Siedlung
selbs keine unde i-
nie en Nischen
mi in o melle Be-
gegnungsquali ä
+ o p i a en Gä -
en einige Bänke im
ö en lichen S a-
ßen aum und Si z-
g uppe am Wende-
hamme , P ade
zwischen den Wen-
dehämme n, auch
die Re en ionsmul-
de und G ün läche
am wes lichen Ga-
agenho besi zen
Cha ak e als in o -
melle Begegnungs-
o e
16 Bishe nich ealisie , de zei Maisacke .
49QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ASPEKTE DES FLÄCHENVERBRAUCHS
F eie, kollek i e
und me i o ische
Flächenwi ksam-
kei en
Hü en hale Feld Un e eld Am Eichenbühl
… des eien Raums + das Konzep de
äumlichen und
s uk u ellen Ve -
zahnung „Typolo-
gie de 15 Land-
scha selemen e“
und das kollek i e
P lanzen und P le-
gen bie en ak i e
Teilhabe an kollek-
i p oduzie em
Raum und Na u
- die Siedlungs äu-
me e möglichen
wede eine ak i e
Mi ges al ung de
Landscha noch
szenische Ve bin-
dung zu auße halb
des Plangebie es
liegenden Hoch-
punk en, zum
Bach al ode zu
Hangsi ua ion
o die Kanäle und
Mulden sind ein ge-
s al e e , ak i ie-
ende , kollek i e
Umgang mi de an
sich p oblema i-
schen Lage in Be-
zug au En wässe-
ung (Hang,
Lehmboden)
… des di e enziel-
len Raums
+ die Mischung mi
dem Typus „Wohn-
ho “17; e schieden
g oße und e wei-
e ba e Wohn-
und Nebengebäu-
de, die
Misch lächen und
Haus o be eiche
in den S aßen und
die Gebäudes el-
lung als Sich -
schu z bie en Di -
e enzen und
zugleich Ve mi -
lungen zwischen
p i a em und ö -
en lichem Raum
- eine o handene
Viel al an All ags-
p ak iken des
Wohnens bes eh
im ge enn en Ne-
beneinande p i a-
e Räume; de
g oße An eil öllig
abscho ende
Sich schu zhecken
und -wände und
die einen As-
phal s aßen bie-
en keine Ve mi -
lung zwischen
p i a em und ö -
en lichem Raum
o die Gemein-
scha sga agenhö-
e und die leich e
Abs u ung bei
G unds ücks- und
Gebäudeg ößen
sowie nied ige Zäu-
ne und Hecken als
e mi elnde
Sich schu z e lau-
ben und e mi eln
eine gewisse Viel-
al on Nu zungs-
ypen, jedoch nu
im Inne n de Sied-
lung, das nach au-
ßen dadu ch auch
homogen wi k
Tab. 2: Quali a i e Bewe ung eie , kollek i e und me i o ische Flächenwi ksamkei en
17 Bishe nu als einzelnes Modellp ojek ealisie .
50 39 _ NACHHALTIGE FLÄCHENNUTZUNG DURCH RAUM- UND UMWELTPLANUNG
Dabei läss sich zusammen assend sagen, dass au P i a g unds ücken eine Beg en-
zung de nega i en Wi kungen des Flächen e b auchs sowohl in quali a i e wie auch
in quan i a i e Hinsich un e lau en wi d:
> Die Zunahme de G öße on Baug unds ücken ( gl. Abb. 1) zeig sich auch in den
un e such en Gebie en, du ch Zusammenlegungen inne halb de o maligen Plan-
gebie e und du ch g oßzügige e Ausweisungen in E wei e ungen. Im E gebnis gib
es in allen d ei un e such en Gebie en seh kleine, lächenspa end bebau e Wohn-
g unds ücke wie auch seh g oße.
> In allen Gebie en gib es einen hohen Du chschni sowie „Aus eiße “ hinsich lich
de Ve siegelungsan eile in den p i a en F ei lächen. Neben dem P oblem de
Scho e gä en, die sich au das Baugebie mi locke e Bebauung konzen ie en,
gib es in allen Gebie en G unds ücke mi ex em hohem, abe auch einzelne mi
seh ge ingem Ve siegelungsan eil.
> De An eil on na u nah ges al e en und gep leg en Gä en is , das Hü en hale
Feld ausgenommen, insgesam ge ing. Im Gebie mi locke e Bauweise domi-
nie en, neben e siegel en Au ah en, S ellplä zen, Te assen, Ga agen und
Schwimmbäde n, in ensi gemäh e Rasen lächen und imme g üne Exo en die
F ei lächen.
> Eben alls das Hü en hale Feld ausgenommen e mi eln die Siedlungen einen
seh in o e ie en Cha ak e . Dazu agen die S ich- und Schlei ens aßen bei,
zu denen in den OBB-A bei sblä e n gesag wi d, dass dami die Zahl doppel-
sei ig e schlossene G unds ücke eduzie we den könne (OBB 2001: 33). Solche
Sackgassene schließungen mögen auch die Au en hal squali ä eine Wohns aße
ü spielende Kinde e höhen, üh en abe zu undu chlässigen Siedlungs eilen. In
den o ges ell en Siedlungen wi d dies eilweise du ch Fußweg e bindungen wie
Gassen, Mis wege und Du chgänge e mieden, die abe o nu ü O skundige
Du chlässigkei signalisie en.
> Nach de in den OBB-A bei sblä e n e e enen Theo ie lieg de Geb auchs-
we eine Wohnanlage „gleiche maßen beg ünde in den nich einsehba en
p i a en F ei äumen und den iel äl igen Kommunika ionsmöglichkei en in den
ö en lichen Flächen“ (OBB 2001: 13). Danach wü den die im Gebie mi locke e
Bebauung in den äl e en, abe auch in ganz neu bebau en Abschni en zu massi-
en isuellen Abscho ungen gegenübe dem ö en lichen bzw. gemeinscha -
lichen S aßen aum zu Wohnum eldquali ä bei agen, was abe ge ade nich de
Fall is , weil die hohen Hecken und Wände keine lei Ve mi lungsabsich zwischen
de ö en lichen und de p i a en Sphä e (ges al e e Übe gangs aum) e kennen
lassen. De Sich schu z ü die p i a en Be eiche soll e in den ö en lichen Raum
hinein nich abweisend wi ken, weil sons dessen Au en hal squali ä und Kommu-
nika ionsmöglichkei en leiden.
51QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ASPEKTE DES FLÄCHENVERBRAUCHS
> De Ve gleich alle d ei Siedlungen zeig , dass das g öß e quan i a i e Einspa -
po enzial ehe in de G öße de p i a en G unds ücke lieg , wäh end die E schlie-
ßungs läche s a k on de Lagesi ua ion und de gewähl en S uk u abhängig is
und o allem quali a i zu Reduk ion on nega i en sozialen und ökologischen
Wi kungen des Flächen e b auchs bei agen kann.
3.2 F ei lächen-Sola anlagen
3.2.1 Allgemeine Da en
Fü F ei lächen-Sola anlagen exis ie en keine Mindes - ode Höchs g enzen ü ih e
Ausdehnung ode ih e Moduldich e. Da die Anlagen bau ech lich nich p i ilegie
sind, müssen sie du ch Bebauungspläne als Sonde gebie e ausgewiesen we den.
Schon wegen des dami e bundenen Planungsau wandes sind die Anlagen heu e in
de Regel meh e e Hek a g oß und je nach En e nung zu einem geeigne en Ein-
speisepunk e langen In es o en eben alls Mindes g ößen. Aus siche hei s- und e -
siche ungs echnischen G ünden sind in Deu schland alle Anlagen eingezäun und
meis du ch Kame as übe wach . Da die Module bei ech winklige Aus ich ung zu
Sonne, das heiß einem Au s ellwinkel on 35-45°, lange Scha en we en, wu de
ühe nu maximal ein D i el de ausgewiesenen und eingezäun en Fläche mi Modu-
len übe deck . Heu e sind, wegen de s a k gesunkenen Kos en ü die Module, auch
ge inge e Winkel und dami dich e e Ano dnungen möglich, sodass du chschni lich
mi de Häl e de Fläche 1
MWh/ha*a e zeug we den. Bei eine Os -Wes -Aus ich-
ung mi einem Winkel on 15° können meh als d ei Vie el eine Fläche übe deck
we den, so sind bis zu 1,45
GWh/ha*a möglich (Badel /Niepel /Wiehe e al. 2020: 11).
Abb. 4: G ößenzunahme on Pho o ol aik-F ei lächenanlagen / Da enquelle: Wikipedia „Lis e on
Sola k a we ken in Deu schland“
52 39 _ NACHHALTIGE FLÄCHENNUTZUNG DURCH RAUM- UND UMWELTPLANUNG
Die ökologischen Wi kungen de Anlagen sind inzwischen gu e o sch (He den/
Rassmus/Gha adjedaghi 2009; KNE 2022). Auch wenn es a en- und o sspezi isch
g öße e Un e schiede, ‚Gewinne ‘ und ‚Ve lie e ‘ gib , kann als Faus egel gel en: Je
locke e die Module angeo dne we den, des o meh habi a wi ksame Fläche en -
s eh neu, zumindes wenn die Fläche zu o in ensi acke baulich genu z wu de und
nun ex ensi gep leg wi d, o du ch Scha beweidung. Fü bes imm e A en können
soga al e sgemisch e Popula ionen beg ünde we den, wenn die Fläche besonde s
g oß is (BNE 2019). Du ch die Umzäunung en s ehen abe auch Ba ie en e wa ü
g öße e Säuge .
Abbildung 4 zeig die G ößenzunahme on Pho o ol aik-F ei lächenanlagen (Leis-
ungspeak). Auße eine S eige ung on Modul-Wi kungsg aden is de Leis ungs-
peak o allem au eine Zunahme de Modulgesam läche zu ückzu üh en.
3.2.2 Un e such e Fälle
Die bislang g öß e zusammenhängende F ei lächen-Sola anlage Baye ns wu de im
obe baye ischen Landk eis Neubu g-Sch obenhausen e ich e ( gl. Abb. 5).
„Scho nho “ e s eck sich übe 150 Hek a om Süd and in das Königsmoos an de
Donau und gliede sich in meh e e Teil lächen, die Flu s ücke zusammen assen und
so die ü das Donaumoos cha ak e is ischen schmalen Moo hu ens ei en wei es -
gehend au heben, was au einem g oßen Teil de be e enden Fläche jedoch o he
schon de Fall wa . Die nö dliche Teil läche wi d du ch einen ci ca 40 Me e b ei en
Ko ido ü Ausgleichsmaßnahmen ge eil , de bes ehenden Wegen olg und ih en
Gehölzbes and e häl , sowie einen wei e en un e de Hochspannungslei ung. Die
Modul lächen sind kompak , um „den Ko ido zwischen beiden Teil lächen möglichs
b ei zu belassen“ (Ku eld 2019: 94).
Die nu ein Sechzigs el de Fläche on Scho nho bedeckende F ei lächen-Sola anlage
Kweke ij in den Niede landen ( gl. Abb. 6) wi d ökologisch als hochwe ig einges u
(Oudes/S emke 2021: 65). Die Besonde hei lieg abe da in, dass die Sola anlage als
in eg ie e Landscha spa k ges al e is , das heiß , sie is olls ändig zugänglich und
bilde den g öß en Teil des Pa kes selbs . Bis au wenige Module, die sich auße halb
be inden, is de Be eich du ch einen nied igen Edelkas anien-S ake enzaun und
nach s du ch e schlossene To e einge iede . Die Umspannanlagen sind in zen alen,
mi Kle e p lanzen beg ün en Me allgi e -Boxen zusammenge ass . Oudes/S emke
(2021: 131) zählen ü die Anlage ganze 14 e schiedene ökonomische, ökologische
und kul u elle Funk ionen au .
53QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ASPEKTE DES FLÄCHENVERBRAUCHS
Abb. 5: Pho o ol aik-F ei lächenanlage Scho nho , Obe baye n / Eigene Da s ellung / Digi ales O ho-
pho o DOP10 de Baye ischen Ve messungs e wal ung, Landesam ü Digi alisie ung, B ei band und
Ve messung. Umg i en sind Flächen, die im Sa elli enbild be ei s Pho o ol aik-Module agen und
solche, die im Baye n-A las den Zusa z „Sola “ agen (S and: 6/2024)
Auch hie we den im Folgenden die E gebnisse des quan i a i en und quali a i en Ve -
gleichs abella isch zusammenge ass ( gl. Tab. 3 und 4).
54 39 _ NACHHALTIGE FLÄCHENNUTZUNG DURCH RAUM- UND UMWELTPLANUNG
Quan i ä en Scho nho Kweke ij (Hengelo, NL)
Gesam g öße /
g öß es eingezäun es
Teils ück
150 ha / 40 ha 7,1 ha / -
Modul eihen:
maximale Höhe,
Tischb ei e
3,5 m, 6 m 1,5 m, 3,5-5 m
Leis ung / Jah es-
e ag 120 MWp / 110 GWh 2 MWp / unbekann
Tab 3: Quan i a i e Ve gleich de Pho o ol aik-F ei lächenanlagen
Abb. 6: Sola -Landscha spa k De Kweke ij bei Hengelo, Niede lande / Fo o: Schöbel
55QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ASPEKTE DES FLÄCHENVERBRAUCHS
F eie, kollek i e und
me i o ische Flächen-
wi ksamkei en
Scho nho De Kweke ij (Hengelo, NL)
Ökologische Quali ä en
Bio opwi ksamkei
Habi a (Al bäume,
Wiesen, Obs gehölze
e c.)
„Scha ung eines g oß lächig
ex ensi bewi scha e en
abgeschlossenen und dami
be uhig en Raumes“ (Ku eld
2019: 93) sowie Ausgleichs-
lächen und Ko ido e mi
al em Gehölzbes and, Ex en-
si g ünland, Hochs auden-
lu en, Flachmulden und
Kleingewässe n (Bebau-
ungsplan)
T ocken-Nässes ando e,
Vege a ionspu e , Schla -,
Nes - und Übe win e ungs-
gelegenhei en, e hal ene Be-
s ands ege a ion (Oudes/
S emke 2021: 131)
Bio opwi ksamkei Ve -
bund (Du chlässigkei
ü Kleinsäuge , Insek-
en, Amphibien e c.)
Zaun ü Niede wild du ch-
gängig
nied ige , du chlässige Zaun
Na u haushal wi ksam-
kei (bezüglich Ve sie-
gelung)
‚passi e‘ Moo -Wiede e -
nässung du ch Spe ung on
D ainagen (Ku eld 2019: 93),
keine ‚ak i e‘ G undwas-
se -Anhebung (BN 2022)
Posi i e E ek e gegenübe
de o he igen in ensi en
Acke nu zung
Soziale Quali ä en F ei aum / Landscha
… des ö en lichen
Raums
o bes ehende Haup wege
mi Gehölzen bleiben e hal-
en und we den, wie auch
de Siedlungs and, du ch ge-
widme e Landscha sp le-
ge-Flächen, abe auch p i a-
e G ün lächen beglei e .
O enhei , Zugänglichkei
und Du chlässigkei sind
du ch die Ausdehnung und
ehlende Wegeal e na i en
seh eingesch änk
+ Eingänge, Eingangsbe-
eich, Ein iedung und We-
ge üh ung wi ken o en, zu-
gänglich, im No den und
Os en e was eingesch änk
du chlässig, insgesam einla-
dend und gas lich
… des kohäsi en Raums - bis au geplan e In opa il-
lons (Ku eld 2019: 96) keine
Begegnungso e
+ Si zg uppe, Bänke und
Tische, Spazie p ade und
B ücken se zen soziale
T e punk e
… des inklusi en Raums o sowei die Wege und P le-
ge lächen nich abgespe
we den, bes eh ein Po enzi-
al ü in o melle Begeg-
nungso e
o au g und de Übe lage-
ung on Funk ionss uk u-
en Po enzial ü in o melle
Begegnungso e, beg enz
du ch Regeln und Kon olle