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Zu den langfristigen Bestimmungsgründen der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes: Ein sektoraler Ansatz

Abstract

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Zu den langfristigen Bestimmungsgründen der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes: Ein sektoraler Ansatz

Author: Sell, Friedrich L.
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1997
DOI: 10.3790/ccm.30.3.325
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/293353/1/ccm.30.3.325.pdf
Sell, F ied ich L.
A icle
Zu den lang is igen Bes immungsg ünden de
Umlau geschwindigkei des Geldes: Ein sek o ale Ansa z
K edi und Kapi al
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Sell, F ied ich L. (1997) : Zu den lang is igen Bes immungsg ünden de
Umlau geschwindigkei des Geldes: Ein sek o ale Ansa z, K edi und Kapi al, ISSN 0023-4591,
Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 30, Iss. 3, pp. 325-347,
h ps://doi.o g/10.3790/ccm.30.3.325
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/293353
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Zu den lang is igen Bes immungsg ünden
de Umlau geschwindigkei des Geldes:
Ein sek o ale Ansa z
Von F ied ich L. Seil, D esden
I. Einlei ung1
Sei nunmeh (mindes ens) 20 Jah en wi d in de Geld heo ie da um
ges i en, ob die lang is ige En wicklung de Umlau geschwindigkei
des Geldes wich ige Indus iena ionen einem Random Walk olg , ob sie
s a dessen kon inuie lich endmäßig abnimm ode ob de abneh-
mende T end B üche au weis (Scheide 1993, S. 6), ja ielleich soga on
einem Au wä s end abgelös wi d (Bo do/ Jonung 1987).
Die Bean wo ung diese s i igen F age e schein auch ü die ak u-
elle Geldpoli ik nich ganz unwich ig:
(i) Bekann lich besi zen Random Walks eine im Zei ablau unbe-
sch änk wachsende Va ianz; jede „Inno a ion" wi k unbesch änk
in die Zukun hinein; dies implizie le z lich, daß die zukün igen
We e lang is ig p ak isch nich p ognos izie ba sind (Rüdel 1989,
S. 13).
(ii) Folg die Umlau geschwindigkei einem (abnehmenden) T end, so
is zu agen, ob diese P ozeß end-s a ionä ode di e enz-s a io-
nä is ; nu im e s e en Falle kann dami ge echne we den, daß die
Abweichungen on einem de e minis ischen T end sich im Du ch-
schni gegensei ig au heben bzw. s a ionä sind. Die P ognos izie -
ba kei on als Ni eaug öße is dann noch ela i gu . Im zwei en
Fall dagegen is lediglich die Wachs ums a e on gu o he sag-
ba , ohne daß lang is ig eine Annähe ung an einen hypo he ischen
T end e lau de Ni eau a iablen gegeben sein muß (McCallum
1993, S. 15 .).
i Wich ige An egungen, uch ba e Gesp äche und k i ische Anme kungen zu
diesem Au sa z e danke ich Ma in T. Bohl. Fü we olle Hil e, insbesonde e bei
de E s ellung des ma hema ischen Anhangs, danke ich Hen ich Maaß. Wol gang
Pa zig schulde ich einen o malen Hinweis. Kons uk i e Beme kungen e danke
ich schließlich einem anonymen Re e ee.
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(iii) Bei T end b ücken, wie sie in den USA zu Beginn de 80e Jah e beob-
ach e we den konn en, s ell sich ü die Geldpoli ik die schon klas-
sische F age nach dem ansi o ischen ode pe manen en Cha ak e
diese E eignisse (Scheide 1993, S. 6). Wäh end es bei s ä ke en an-
si o ischen Schwankungen de Geldnach age zwa schwie ige wi d,
diejenige Geldmengenexpansions a e zu be echnen, die P eisni eau-
s abili ä implizie en wü de (Ge n e al. 1994, S. 15), bedeu en pe -
manen e T endb üche bzw. -wenden eine undamen ale Ände ung
de „gleichgewich igen" Umlau geschwindigkei im Konzep de
„P eislücke". Solche T endwenden wu den abe on den sogenann en
„Ins i u ionalis en" sei Jah en ü ün g oße Indus iena ionen dia-
gnos izie
(s. u.)
und ü ande e in de Zukun o he gesag .
Die ökonomische Beg ündung de genann en T endb üche - ob nun
ansi o isch ode pe manen - wi d as einhellig bei den sogenann en
Finanzinno a ionen gesuch , die on eine Libe alisie ung bzw. De egu-
lie ung des Finanzsek o s und on de Ein üh ung neue Technologien,
insbesonde e in de Telekommunika ion und de EDV, beglei e wa en.
Dami we den die U sachen ü T endwenden - zumindes abe ü
s a ke Schwankungen - in de Umlau geschwindigkei des Geldes aus-
schließlich im mone ä en Be eich gesuch .
In diesem Bei ag wi d de Ve such gemach zu zeigen, daß es gu e
A gumen e auch ü ealwi scha lich undie e Schwankungen/T end-
wenden in de Umlau geschwindigkei gib . Diese liegen o allem in
den signi ikan un e schiedlichen Kassenhal ungsgewohnhei en in de
o mellen Ökonomie eine sei s sowie in de in o mellen Ökonomie bzw.
Scha enwi scha ande e sei s. Bei gegebenen In e dependenzen zwi-
schen diesen beiden Sek o en, üh en wi scha spoli ische Maßnahmen
- ge ade solche de (De-)Regulie ung - zu G ößen Ve schiebungen, welche
eben alls die Va iabili ä on e klä en können. Die o liegende A bei
eih sich mi hin in die schon beach lich lange Folge on Bei ägen zu
Ins abili ä de Geldnach age ein, die insbesonde s sei Beginn de 70e
Jah e in den einschlägigen Ve ö en lichungen zu inden sind.
II. Die „Ins i u ionalis Hypo hesis" übe
den lang is igen Ve lau on
Bei de „Ins i u ionalis "-Hypo hese handel es sich um den Ve such,
e klä ende A gumen e ü die lang is ige En wicklung de Umlau ge-
schwindigkei heo e isch zu beg ünden und eine empi ischen E aluie-
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Bes immungsg ünde de Umlau geschwindigkei des Geldes 327
ung zu un e ziehen. Me hodisches We kzeug sind Eingleichungsmodelle
de adi ionellen Reg essionsanalyse ode de mode nen Koin eg a ions-
analyse mi eine endogenen und eine Anzahl e klä ende Va iablen.
Die sogenann en Ins i u ionalis en - als maßgebliche Rep äsen an en
seien insbesonde e Bo do und Jonung genann - e e en die Au as-
sung, daß ü die lang is ige En wicklung (sp ich: Ve ände ung) de
Umlau geschwindigkei die olgenden „ins i u ionellen" Fak o en -
neben adi ionellen Ein lußg ößen wie Zins und pe manen em Einkom-
men - maßgeblich sind:
(i) de Mone a isie ungsp ozeß bzw. -g ad (/¿);
(ii) das Ausmaß de Ausdi e enzie ung im Finanzsek o ( inancial
sophis ica ion,
<p);
(iii) das „Siche hei s"- und S abili ä sni eau de wi scha lichen Tä ig-
kei ((7)
(i ) de Ausb ei ungsg ad des Bankensys ems (ß):
PKE
Abbildung 1 a
Quelle: Bo do/Jonung (1987), S. 101
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328 F ied ich L. Sell
Demzu olge is in de e s en Phase de wi scha lichen En wicklung
mi einem Sinken de Umlau geschwindigkei - bei zunehmende Mone-
a isie ung, hohe Ins abili ä des wi scha lichen Wachs ums und sich
ausdehnendem Bankensek o - zu echnen. Spä e keh sich die Rich-
ung o allem du ch eine s eigende inanzielle Tie e, Finanzinno a io-
nen e c. wiede um. Wäh end x und ß in de Regel kaum noch signi i-
kan e Ände ungen e ah en, äg die Konjunk u - und Sozialpoli ik
ei e Indus iena ionen eben alls zu einem Wiede ans ieg de Umlau ge-
schwindigkei bei (Bo do/Jonung 1987, S. 22 .). S ilisie e gib sich
da aus de olgende Ve lau ü Vi bzw. 2 in Abhängigkei om P o-
Kop -Einkommen (PKE) ( gl. Bo do/Jonung 1987, S. 101):
Beide Funk ionen ü die Umlau geschwindigkei weisen einen U- ö -
migen Ve lau au , die V -Funk ion ha abe einen ühe en Wendepunk ;
„ his ela ionship e lec s, among o he hings, subs i u ion o in e es -
bea ing ime deposi s o demand deposi s wi h inancial de elopmen ,
and he channeling o sa ings in o comme cial banks" (Bo do/Jonung
1987, S. 100).
PKE
Abbildung
1
b
Quelle: Eigenen wu
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Bes immungsg ünde de Umlau geschwindigkei des Geldes 329
De U- ö mige Ve lau kann nach Bo do und Jonung wie olg beg ün-
de we den: Bei nied igem PKE dominie en de Mone a isie ungsp ozeß
und die E wei e ung des Kassenhal ungsmo i s bzw. des Bankensek o s,
so daß sink ; bei mi le em Einkommen we den diese Ein lüsse cum
g ano salis ausbalancie du ch zunehmende Ausdi e enzie ung des
Finanzsek o s und du ch wachsende ökonomische und soziale S abili ä
(nahezu waage ech e Ve lau de -Ku e). Bei höhe en PKEs übe wie-
gen schließlich die Wi kungen on Finanzinno a ionen und neuen
Finanz echniken, so daß wiede ans eig .
III. Ein al e na i e E klä ungsansa z im D ei-Sek o en-Modell
1. Sek o ale Au schlüsselung de Umlau geschwindigkei des Geldes
An diese S elle is zue s de Beg i des mone ä en S uk u wandels
( gl. Seil, 1988) zu e läu e n: Ein besonde es Me kmal on En wick-
lungs- und Indus ielände n bes eh in mone ä e Hinsich da in, daß sie
neben einem o mell-mone a isie en Sek o (indus ielle P oduk ion,
s aa liche Ve wal ung, Zen albank, Geschä sbanken, Finanzin e me-
diä e e c.) in o mell-mone a isie e Be eiche (p oduzie endes Kleinge-
we be, uno ganisie e Geld e leih, K edi genossenscha en, Spa clubs
e c.) und meh ode wenige g oße Res bes ände eines nich -mone a isie -
en Sek o s (Subsis enzWi scha , Tauschhandel e c.) au weisen.
Typische weise is de nich -mone a isie e Sek o in Indus ielände n
nu noch seh klein, dagegen ha de in o mell-mone a isie e Sek o -
hie dann häu ig „Scha enwi scha " genann - auch do du chaus
eine signi ikan e G öße.
„Mone ä e S uk u wandel" s eh als Beg i nun ü den P ozeß,
wäh enddessen (i) de nich -mone a isie e Sek o (ho en lich ohne
Umkeh ung) allmählich zu ückged äng bzw. komme zialisie wi d
(„ inancial widening"), (ii) inne halb des be ei s mone a isie en Sek o s
eine Ve iel achung de inanziellen Anlagemöglichkei en s a inde
(„ inancial deepening") und die Ve bindung zwischen o melle und
in o melle Ökonomie sich - zunächs un e dem Eind uck zunehmende
Regulie ung (im Finanzsek o „ inancial ep ession" genann ), spä e
un e dem Ein luß zunehmende Libe alisie ung - g undlegend wandel .
De Mone a isie ungsp ozeß ha im Zusammenhang mi unse e F age-
s ellung mindes ens zwei wich ige Aspek e: einmal das auch on Bo do/
Jonung e wähn e Me kmal de Ablösung on Tausch- du ch Geldge-
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Schä e, das in de einschlägigen Li e a u auch als „ inancial widening"
bezeichne wi d (Chanda a ka 1977, Seil 1988). Hinzu komm abe
zwei ens auch die zunehmende A ak i i ä on Banksich einlagen als
E gänzung zu physischen Ba geldhal ung (Bo do/Jonung, 1987, S. 22).
Beide E ek e agen c.p. zu eine Absenkung de du chschni lichen
Umlau geschwindigkei bei.
De in o mell-mone a isie e Sek o gehö , wie Al mann zu e end
es s ell , zu den gi a enähnlichen Phänomenen in de Ökonomie:
„Leich zu e kennen, abe schwe zu besch eiben" (1990, S. 90). Imme -
hin bes eh übe die olgenden Me kmale abe wohl hin eichend Konsens
( gl. Schmid 1988, S. 9 .): ela i ein ache Sek o bei i , un egulie e
und we bewe bsin ensi e Mä k e, ehlende s a is ische E assung,
ge inge In eg a ion in die Wi scha so dnung, eilweise nu gedulde e,
bis hin zu illegalen Ak i i ä en.
Das o melle und in o melle Angebo an Gü e n und Diens leis ungen
i nich nu au eine spezi ische Nach age, ielmeh konku ie en
beide Sek o en auch um eine nich -spezi ische Nach age, wobei dem
in o mellen Sek o Regulie ungen im o mellen Sek o We bewe bs o -
eile e scha en, ihm schließlich soga wei gehend seine Exis enz
siche n. Hie e geben sich deu liche Übe schneidungen mi dem Beg i
de Scha enökonomie ( gl. F ey/Pomme ehne 1983). In de De ini ion
on B uno F ey (1981, S. 201) weis sie ohnehin kaum Un e schiede zum
in o mellen Sek o (s.o.) au : „Die Scha enwi scha ... um aß alle
diejenigen Be eiche de Wi scha , die on den s aa lichen Handlungs-
äge n nich bes eue (und egulie ) we den (können)".
Was nun die Umlau geschwindigkei des Geldes in de Scha enwi -
scha be i , so inde man in de Li e a u nich ge ade sel en eine
ech gewag e Inansp uchnahme om P inzip des unzu eichenden G un-
des: „Un e de Annahme gleiche Umlau geschwindigkei ... in de o i-
ziellen und in de Scha enwi scha ..." (Neck/Schneide 1994, S. 123)2.
Viele Hinweise deu en nämlich au signi ikan e Un e schiede hin, e wa
de ges al , Anbie e n des in o mellen Sek o s eine e hebliche Liquidi-
ä sp ä e enz (Al mann 1990, S. 95) zu un e s ellen, mi hin einen übe -
du chschni lichen Kassenhal ungskoe izien en. Da auch die Kassenhal-
ungsgewohnhei en de Nach age nach Gü e n des in o mellen Sek o s
2 „Because o a comple e lack o knowledge abou he eloci y o money in he
shadow economy, he same assump ion is made he e as in mos o he s udies using
his app oach" (Schneide /Neck 1993, S. 355). „Finally, i is assumed ha he
eloci y o he ci cula ion o cash in he i egula sec o is he same as he elo-
ci y o ci cula ion o money in he egula sec o " (Thomas 1992, S. 148).
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Bes immungsg ünde de Umlau geschwindigkei des Geldes 331
häu ig signi ikan e Besonde hei en au weisen, die ehe eine übe du ch-
schni liche Geldnach age nach sich ziehen (Seil 1988, S. 143 .), dü e
somi die Umlau geschwindigkei des Geldes des in o mellen Sek o s
insgesam übe du chschni lich klein sein. Au den e s en Blick gehen
demzu olge mi abnehmende Bedeu ung des in o mellen Sek o s Au -
iebsk ä e ü die du chschni liche Umlau geschwindigkei aus. Diese
Zusammenhang wi d wei e un en noch genaue zu un e suchen sein.
Inne halb des o mell-mone a isie en Sek o s geh mi s eigendem
En wicklungsni eau das Au kommen on Geldsubs i u en einhe
(„ inancial deepening"). Wenn man da on ausgeh , daß es sich hie um
supe io e (Anlage-)Gü e handel , so e ände sich die Zusammense -
zung des Geld e mögens zunehmend zuguns en des Geldkapi als und zu
Las en de Kassenhal ung. Dadu ch wi d die Umlau geschwindigkei des
Geldes endenziell e höh .
Mi zunehmenden P o-Kop -Einkommen nimm i. d.R. auch die G öße
des Finanzsek o s und dami die Bankendich e zu; dami s eig nich nu
das Deposi enau kommen, sonde n o allem auch die Anzahl de e ö -
ne en Sich kon en und die Höhe de übe Sich kon en abgewickel en
T ansak ionen. Je g öße das Volumen diese T ansak ionen im Ve häl -
nis zum Deposi en olumen, des o höhe wi d auch c.p. die Umlau ge-
schwindigkei des Geldes aus allen (Sho 1983, S. 100). Hie au ha im
üb igen be ei s I ing Fishe hingewiesen: „The ou side causes ha
a ec he eloci ies o ci cula ion ... any hing which makes i easie o
pass money om one pe son o ano he ... and he sys em o banking
and he habi s o he people in u ilizing ha sys em" (Fishe 1911, S. 79,
88).
Eine gegenläu ige Wi kung au die Umlau geschwindigkei ha McKin-
non's „condui e ec " (de selbe 1973): Solange in En wicklungslände n
de eale E ag de Geldhal ung un e de du chschni lichen E ags-
a e ü Sachkapi al lieg - e wa als Folge inanzielle Rep ession ( gl.
Seil 1988) - e suchen die sich noch übe wiegend selbs inanzie enden
Un e nehmen einen Abbau de In es i ionsbesch änkungen du ch
e höh e Kassenhal ung. D.h., es lieg eine komplemen ä e Beziehung
zwischen Geld und Geldsubs i u en eine sei s sowie Realkapi al ande e -
sei s o . Auch ü diese Beziehung gib es, dogmengeschich lich gesehen,
Vo bilde , e wa das Finanzie ungsmo i de Kassenhal ung bei Keynes,
wo au Laumas (1980, S. 123
.)
au me ksam gemach ha : „en ep e-
neu s ypically hold some cash balances o assu e hemsel es ha hey
will be able o ca y ou in es men plans" (ebenda, S. 124).
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332 F ied ich L. Sell
Besonde s wich ig an de Übe legung on McKinnon is abe , daß wie-
de um Regulie ungen - hie im Finanzsek o - einen wesen lichen Ein-
luß au die Kassenhal ungsgewohnhei en des p i a en Sek o s haben.
Ande e Au o en, wie Taylo (1983) und . Wijnbe gen (1983) haben heo-
e isch und empi isch nachgewiesen, daß es, neben de on McKinnon
beobach e en Ve hal ensweise, in olge inanzielle Rep ession insbeson-
de e zu K edi au nahme bei in o mellen Geld e leihe n, die einen Teil
de Scha en Wi scha da s ellen, komm .
An diese S elle läß sich mögliche weise ein beme kenswe es De izi
in de Analyse on Bo do und Jonung besei igen; zwa üh en sie aus
(1987): „The ub ic o g owing economic secu i y and s abili y encom-
passes many o he aspec s o he mode n wel a e s a e, including
unemploymen bene i s, public insu ance schemes, old age pensions, and
a ious go e nmen -p o ided heal h p og ams, as well as mac oeconomic
policies aimed a minimizing business cycle luc ua ions and main aining
ull employmen . These de elopmen s educe he e u ns on holding
money as a con ingency ese e and as a s o e o alue" (ebenda, S. 23).
Im Rahmen de ökonome ischen Un e suchungen inde sich nu noch
eine de beiden Va iablen, nämlich „ he in luence o g owing economic
s abili y" (S. 32), ohne daß die e schiedenen P oxies hie ü bei den
Schä zungen Signi ikanz e eichen konn en. Bei diese Vo gehens weise
ehl alle dings nich nu ein Maß ü „g owing economic secu i y", son-
de n auch die Einsich in die Wechselwi kungen zwischen „s aa liche
P äsenz" in Fo m on Regulie ungen eine sei s und de Exis enz de
Scha enwi scha ande e sei s.
Die wesen lichen Elemen e unse e eigenen Übe legungen lassen sich
du ch eine d ei-sek o ale In e p e a ion de Fishe schen Ve keh sglei-
chung ein angen: De in den d ei Sek o en, in o mell-mone a isie (JM),
o mell-mone a isie (FM) und nich -mone a isie (NM) e zeug e
Ou pu e gib als Summe de ini o isch das gesam wi scha liche Realein-
kommen y. Dieses muß abe dem P oduk on Geldmenge und Umlau ge-
schwindigkei , di idie du ch das P eisni eau gleich sein (Gleichung 1):
(1) y =
"B—
+ V
NM
+
" FM R'LM
Yim _ M
PlM P
(la) P P
yP = Y m —— + yNMP + Y/m = M
F
F
M
"IM
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Bes immungsg ünde de Umlau geschwindigkei des Geldes 339
Tabelle 1
Pa ielle Ablei ungen ü das Wachs um de Geldumlau geschwindigkei
[A] cO = n> o
[B] cR
= B0 <0
>0
ü
u
8>V
8 < V
[Ci] d >
¿Sc = 3«* >0 ü a>0; 8> V; 1 >2ß
>0 ü a < 0; 8 < V; 1 <2il
>0 ü a>0; 8> V; 1 <2 n
abe lô-> |V-ÎÎ|
>0 l a>0; 8 < V; 1 >2iî
abe 16-< | -o|
<0 l a>0; 8 < V; 1 >2ÌÌ
abe Is- i > | -n|
<0 a a > 0; 8> V; 1 <2Cl
abe Is- | < | -n|
>0 a a<0; 8 < V; 1 >2iî
abe Is- i > | -n|
>0 a a<0; 8> V; 1 <2£2
abe |5- | < |V- ì|
[CJ
[c3]
[D] cM
En sp echend
<0 u 8>V;1<2V
>0 u 6 < V; 1 > 2V
usw. analog zu [CJ
Konsis enz: l>2Vo 1<2Q
1 < 2Vo 1 > 2£î
Quelle: Eigenen wu
22'
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340 F ied ich L. Sell
Als ökonomisch „plausibel" können die olgenden Vo zeichen gel en:
(i) Es kann da on ausgegangen we den, daß de Koe izien de Wachs-
ums a e on im o mell-mone a isie en Sek o posi i is . Da ü
sp echen in e s e Linie die on Bo do und Jonung ange üh en
A gumen e (s.o.).
(ii) Eine s a ke Zunahme im Regulie ungsg ad üh zu eine ausge-
p äg en Angebo s- und übe P eissenkungen auch en sp echenden
Nach ageauswei ung (-einsch änkung) im in o mellen ( o mellen)
Sek o . Da die Kassenhal ungsgewohnhei en im in o mellen Sek o
deu lich s ä ke ausgep äg sind als im o mellen Sek o , kann en-
denziell mi einem nega i en Koe izien en ge echne we den.
(iii) Wi sehen abe noch ein wei e es: „I he coe icien (B2, de Ve as-
se ) is ze o, hen changes in money a e unco ela ed wi h changes
on eloci y and his p o ides suppo o he mode n quan i y
heo y. By con as i ( . ) is minus one, changes in eloci y ully
o se changes in m and money would appea o ha e no impac on
nominal na ional income" (Gould e al. 1978, S. 230).
3. Bes immungsg ünde de Umlau geschwindigkei
in adi ionellen En wicklungslände n
T adi ionelle En wicklungslände seien im olgenden du ch die olgen-
den Annahmen gekennzeichne :
(26) 7 < 0
(27) VFM < 0
(28) V IM = 0
(29) i = n + *
(30) R > 0
Neben eine anhal enden Mone a isie ung (26) und zunehmende
Bedeu ung de Sich einlagen (27) spiel hie o allem noch inanzielle
Rep ession - mi den oben besch iebenen Ausweiche ek en au den
in o mellen Geldma k - eine en scheidende Rolle (30). E s spä e kann
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Bes immungsg ünde de Umlau geschwindigkei des Geldes 341
in Schwellenlände n die zunehmende Besei igung de selben im Zuge de
Libe alisie ung des Finanzsek o s e wa e we den.
Die Reduzie e-Fo m-Gleichung lau e je z :
= QV m + B0R + Ü7 + Bi [x,y,z] + B2M bzw.
^ V = n( FM + 7) + B0R + Bi/[x,y,z] 4- B2M
De i.d.R. allende Ve lau on ( < 0) wi d insbesonde e e klä
du ch:
(i) die noch abnehmende Umlau geschwindigkei des Geldes im mone-
a isie en Sek o ( FM, s.o.);
(ii) den o ansch ei enden Mone a isie ungsp ozeß (7, s.o.);
(iii) eilweise du ch noch wi ksame Ve s ä kungen im Regulie ungsg ad
(R, s.o.).
IV. Empi ische E idenz
In eine ökonome ischen Que schni sun e suchung ü 42 En wick-
lungs-, Schwellen- und Indus ielände wu de de Zusammenhang zwi-
schen 2 (Y/M2) eine sei s und eine P oxy ü R ge es e . Die Da en
s ammen aus dem Wel en wicklungsbe ich 1995. Als Nähe ungsg öße
ü R(a, b) dien e de An eil de Ausgaben de Zen al egie ung ü
Wohnung, Sozial e siche ung und Wohl ah a) an den Gesam ausgaben
und b) am BSP in %.
In beiden Fällen ha de Regulie ungsg ad R das im heo e ischen
Modell e wa e e nega i e Vo zeichen; dabei is de Koe izien on Ra
bei knapp 5 (5,8%), de Koe izien on Rb bei eichlich 10 (6,6%) s a i-
s isch signi ikan . Somi wi d de in de heo e ischen Analyse he ausge-
a bei e e Ein luß on (De-)Regulie ung au die gesam wi scha lichen
Kassenhal ungsgewohnhei en empi isch bes ä ig .
V. Implika ionen ü Geld heo ie und -poli ik
(i) Eine lang is ig o ien ie e Geldpoli ik soll e den olgenden Zusam-
menhang beach en: Die beobach e e Ins abili ä de agg egie en
Geldnach age ha auch nich -mone ä e Aspek e. Wie in diesem Bei-
ag gezeig , ha s aa liche (De-)Regulie ungspoli ik di ek e Auswi -
kungen au die Umlau geschwindigkei des Geldes.
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342 F ied ich L. Sell
An eil de Ausgaben ü Wohnung, Sozial e siche ung und Wohl ah
an den s aa lichen Gesam ausgaben in % (Ra)
V2= 2,928»** - 0,0244 R«**
(9,526) (-1,047)
l2 =0,064
Abb. 2a: Regulie ungsg ad und Umlau geschwindigkei I
Quelle: Wel en wicklungsbe ich 1995; Eigene Be echnungen
(ii) Das Konzep de „gleichgewich igen Umlau geschwindigkei " - wie
es e wa im P*-Ansa z e wende wi d - is an die on Bo do und
Jonung es ges ell en Nich -Linea i ä en anzupassen. Rei e Indu-
s iena ionen müssen u. a. mi pe manen en T endb üchen bzw.
eine T endumkeh echnen.
(iii) Theo e ische wie auch empi ische Un e suchungen de Geldnach-
age soll en zwischen „ o melle " und „in o melle " Kassenhal ung
un e scheiden. Dabei is die du ch nich s zu ech e igende
Annahme iden ische Kassenhal ungskoe izien en bzw. Umlau ge-
schwindigkei en in beiden Sek o en au zugeben.
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Bes immungsg ünde de Umlau geschwindigkei des Geldes 343
10 20 30
An eil de Ausgaben ü Wohnung, Sozial e siche ung
und Wohl ah am BSP in % (R^)
V2= 2,831*** - 0,0553 Rb* *2
=
0,0591
(9,939) (-1,891)
Abb. 2b: Regulie ungsg ad und Umlau geschwindigkei II
Quelle: Wel en wicklungsbe ich 1995; Eigene Be echnungen
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Zusammen assung
Zu den lang is igen Bes immungsg ünden de Umlau geschwindigkei
des Geldes: Ein sek o ale Ansa z
Bei de E o schung de u.a. on Bo do/Jonung es ges ell en T endwenden in
de Umlau geschwindigkei sowie de beobach e en Schwankungen de Geldnach-
age s anden bishe mone ä e E klä ungen im Vo de g und. In diesem Bei ag
wi d de Ve such gemach zu zeigen, daß es gu e A gumen e auch ü ealwi -
scha lich undie e Schwankungen/T endwenden in de Umlau geschwindigkei
gib . Diese liegen o allem in den signi ikan -un e schiedlichen Kassenhal ungs-
gewohnhei en in de o mellen Ökonomie eine sei s sowie in de in o mellen Öko-
nomie ande e sei s. Bei gegebenen In e dependenzen zwischen diesen beiden Sek-
o en üh en wi scha spoli ische Maßnahmen - ge ade solche de (De-)Regulie-
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Bes immungsg ünde de Umlau geschwindigkei des Geldes 347
ung - zu G ößen Ve schiebungen, welche die Va iabili ä de Umlau geschwindig-
kei e klä en können. Die E gebnisse we den inne halb eines allgemeinen Gleich-
gewich sansa zes abgelei e .
Summa y
On he Long- un De e minan s o Income Veloci y o Money:
A Sec o al App oach
Up o now, mone a y explana ions we e in he limeligh o he esea ch on he
end e e sals in he income eloci y o money. Bo do /Jonung, among o he s,
ep esen his ype o esea ch. Also, a g ea e a iabili y o he money demand
unc ion has been obse ed. In his pape , an a emp is made o show ha he e
a e also good easons o a ia ions/ end e e sals in he income eloci y o
money ounded in he " eal" economic wo ld. These e ec s esul om he signi i-
can -di e en habi s o money holdings in he o mal economy on he one side and
in he in o mal economy on he o he side. Economic policy measu es - abo e all
hose o (de) egula ion - lead, a a gi en in e dependence be ween he wo sec o s,
o a shi o sizes which can in pa explain he a iabili y o he income eloci y
o money. The esul s a e de i ed wi hin a gene al equilib ium app oach.
Résumé
Les causes de dé e mina ion de la i esse de ci cula ion de la monnaie
à long e me: une é alua ion sec o ielle
Dans l'é ude des en e semen s de endance dans la i esse de ci cula ion -
qu'en e au es Bo do/Jonung on cons a és - de même que des luc ua ions de la
demande moné ai e les explica ions moné ai es jusqu'ici p é alen . Ce a icle
en ep end la en a i e de démon e qu'il y a aussi de bons a gumen s pou des
luc ua ions/ en e semen s de endance dans la i esse de ci cula ion qui son
ondés dans l'économie éelle. Ceux-ci igu en a an ou dans les cou umes de
conse e de la monnaie qui se dis inguen signi ica i emen dans l'économie o -
melle d'une pa e dans l'économie in o melle de l'au e. E an donné les in e dé-
pendances en e ces deux sec eu s les mesu es de poli ique économique - su ou
celles de la (dé) égula isa ion - mènen à des déplacemen s de ac eu s qui peu-
en explique la a iabili é de la i esse de ci cula ion. Les ésul a s son dé i és
d'un modèle d'équilib e géné al.
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