Ke schagl, Richa d
A icle
Zu Theo ie de De isenbewi scha ung
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Ke schagl, Richa d (1959) : Zu Theo ie de De isenbewi scha ung, Schmolle s
Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo ,
Be lin, Vol. 79, Iss. 3, pp. 29-41,
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285] 29
Zu Theo ie de De isenbewi scha ung
Von
Richa d Ke schagl -Wien
I.
Wenn wi uns mi den allgemeinen Ausgangspunk en eine
De isenbewi scha ung be assen, können wi als solchen allgemeinen
Ausgangspunk ein Ungleichgewich zwischen Angebo
und Nach age nach De isen es s ellen1. Dieses Ungleichgewich
is du chaus nich e schieden on ande en P eisungleichgewich en in
de Wi scha . Wie bei jedem ande en Ungleichgewich wä e ein
no male Ausgleich dieses Ungleichgewich es du chaus möglich und
wü de echnisch keine Schwie igkei en bie en. Fü einen solchen
Ausgleich komm in e s e Linie die Bildung na ü liche P eise ü
die De isen in Be ach , wobei du ch P eiss eige ungen, also du ch
s eigende Ku se de ausländischen De isen das Gleichgewich wiede
he ges ell wi d. Du ch diese P eiss eige ung wi d eine Ausschal ung
on G enzkäu e schich en und dadu ch eine Ve inge ung de Nach-
age bewi k . Die zwei e Lösung is nich meh ein ma k poli ische
Na u . Sobald du ch e s ä k e Aus uh und e minde e Ein uh eine
E höhung des Eins omes on De isen und eine Ve minde ung des
Auss omes de selben e olg , wü de eben alls du ch Ve minde ung
de Nach age und Ve s ä kung des Angebo es sich ein solche Aus-
gleich e geben. Alle dings bes eh inso e n ein Gegensa z zu e s -
genann en Lösung, als es sich hie speziell bei de Ve s ä kung de
Aus uh um einen Fak o handel , dessen Einsa z keineswegs im
Belieben des be e enden S aa es s eh , sonde n on eine Reihe on
Inponde abilien abhängig e schein , die nich einmal alle ausschließ-
lich ökonomische Na u sein müssen.
1 Ve gleiche hie zu sowie zum Folgenden besonde s: Ke schagl, Richa d,
De isenbewi scha ung — Ein Ab iß ih e ökonomischen P obleme. Be lin 1932. —
De selbe, G und agen und E ah ungs a sachen de De isenbewi scha ung. Zei -
sch i ü die gesam e S aa swissenscha , 94. Band, D i es He , Tübingen 1933. —
P u sche , Pius Michael, De isenbewi scha ung und O ganisa ion de Wi -
scha . Be lin-Wien-Zü ich 1939. — Ri e shausen, Hein ich, In e na ionale
Handels- und De isenpoli ik, F ank u a. M., ohne Jah eszahl. — Luckas, Hans,
Theo ie de De isenzwangswi scha , Jena 1940. — Ei n z i g, Paul, Exchange
Con ol, London 1934.
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30 Richa d Ke schagl [286
An S elle diese beiden na ü lichen Lösungen wähl e die De isen-
bewi scha ung den gleichen e ehl en Weg wie e wa im Jah e 1871
die „Communa ds" wäh end de Belage ung on Pa is. Als das
S ad pa lamen on Pa is Klage da übe üh e, daß nunmeh ein
Huhn 20 s kos e, und daß sich dahe die ä me en und mi le en
Schich en keines meh leis en könn en, schlugen die beiden G uppen
de S ad e wal ung zwei Al e na i lösungen o : en wede den
P eis eines Huhnes gese zlich on 20 s au 2 s he abzuse zen und
Dawide handelnde mi dem Tode zu bes a en, ode abe jedem aus
ö en lichen Mi eln zweimal in de Woche 20 s zu geben, dami
e sich ein Huhn kau en könne. Beide Maßnahmen ugen bekann -
lich wede zu Ve meh ung de disponiblen Zahlen de Hühne bei,
noch e moch en sie das Gleichgewich zwischen Angebo und Nach-
age he zus ellen. Beide Wege üh en ökonomisch gesehen un e -
weige lich nich zu eine Ve besse ung, sonde n eine Ve schlech e-
ung de a sächlichen Si ua ion. Beide Maßnahmen — dies gil auch
ü die De isenbewi scha ung — ziehen einen Schleie übe die
wah en ökonomischen Ta bes ände und agen nich zu Behebung
de Mängel, sonde n zu eine Ve hüllung de selben bei2.
Es gel en bei de Ein üh ung jede De isenbewi scha ung ie
g undlegende Ta sachen:
E s ens: Ech e Ku se machen die De isenbewi -
scha ung übe lüssig3.
Zwei ens: Vo ausse zung hie bei is alle dings, daß nich in la ionie
und dami imme wiede ein neues Ungleichgewich ge-
scha en wi d.
D i ens: Ech e Ku se müssen le z en Endes ge ade bei Pa-
pie wäh ungen um die Kau k a pa i ä en
pendeln. Du ch das Ingangse zen de P eis-Lohn-
Spi ale we den sie dahe imme wiede au s Neue e schü -
e , ebenso wie du ch in la o ischen No end uck zu
Deckung des Budge -De izi s.
Vie ens: Es is dahe ein I glaube, wenngleich ein wei e -
b ei e e I glaube, anzunehmen, daß die De isenbewi -
scha ung es e mögliche, womöglich noch e gänz du ch
P eis axen im Inland, die dem P eis- und Kos engese z
nich en sp echen, bei s abilem Außenku s un-
ges a in la ionie en zu können.
2 Ve gleiche hie zu: Ke schagl, Richa d, Das Geld on heu e. Wien 1949.
Kapi el 11 und 14, S. 60 ., S. 91 .
8 Ke schagl, Richa d, a. o. Kapi el 7, S. 36 . — Obs -Hin ne ,
Geld-, Bank- und Bö sewesen. S u ga 1951. 33. Au lage, S. 16 .
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287] Zu Theo ie de De isenbewi scha ung 31
II.
Wenden wi uns nunmeh de Technik de De isen-
bewi scha ung zu4. Sie geh da au aus, einen küns -
lichen Ku s ode ga meh e e di e enzie e Ku se zu p okla-
mie en, die na ü lich ebenso unech e Ku se sind. Um diese Ku se
au ech zu hal en, e olg die An o de ung und Zu eilung on
De isen zu diesen unech en Ku sen. Hie bei s eh eine Ablie e ungs-
p lich de De isenbesi ze zwa ein An o de ungs ech de De isen-
käu e , abe kein Rech au Zu eilung on De isen gegenübe 5. Es
soll noch spä e da au hingewiesen we den, daß diese Si ua ion, bei
welche die abgelie e e Menge de ange o de en Menge na ü lich
keineswegs en sp ich , eben noch du ch die unech en Ku se e schä
wi d, weil sie ü den De isen e käu e eine Benach eiligung, ü
den De isenkäu e ein Geschenk bedeu e .
Eine wei e e echnische Maßnahme bes eh in de Ve inge ung
de De isenzu eilung und de De isenbewi scha ung im enge en
Sinn übe haup du ch He ausnahme sogenann e selbs -
ausgleichende Geschä e16. Solche selbs ausgleichende
Geschä e sind o allem die Kompensa ionsgeschä e, und zwa so-
wohl solche bila e ale als auch mul ila e ale Na u , als auch die e -
schiedenen A en on Clea ings. Übe beide soll noch spä e ge-
sp ochen we den; hie sei nu es ges ell , daß beide A en on Ge-
schä en on dem Gedanken eine A na ü lichen Ausgleichs ge-
agen sind und dazu dienen sollen,
1. die No wendigkei on De isenzu eilungen und De isenan o de-
ungen ein quan enmäßig zu e minde n,
2. eine A on Selbs ausgleich zwischen De isennach age und
De isenangebo wenigs ens au einzelnen Sek o en zu scha en,
3. in ganz unhal ba en Fällen, insbesonde e au dem Weg übe die
P eise s ellung bei Kompensa ionsgeschä en, eine wenigs ens in-
di ek e Locke ung eines ollkommen illuso isch gewo denen
Zwangsku ses o zunehmen.
Diese echnischen Maßnahmen übe wiegend mone ä en Cha ak e s
inden seh häu ig eine E gänzung, ja manchmal soga einen
E sa z in bes imm en handelspoli ischen und k e-
di poli ischen Maßnahmen7. Hie bei kommen in e s e
4 Ve gleiche hie zu: Ke schagl, Richa d, Das Geld on heu e. Wien 1949.
Kapi el 6 und 7, S. 31 ., S. 36 .
6 Engel, F i z, Die de isen ech liche Anble ungsp lich als Mi el de De isen-
e assung. Hildbu ghausen 1937, Disse a ion.
6 Schadebe g, E ns , Die p i a e Ve echnung im Rahmen de De isen-
bewi scha ung. Emsde en 1938, Disse a ion.
7 Ve gleiche hie zu: G o e z , F ied ich, De isenbewi scha ung und Expo -
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32 Richa d Ke schagl [288
Linie in Be ach : handelspoli ische Kompensa ions- und Kon ingen -
e äge e schiedene A , welche De isenzahlungen e meiden und
ein Gleichgewich de Ab echnungspos en he bei üh en sollen. Von
besonde e Bedeu ung is eine zwei e Maßnahme, nämlich die E -
ich ung eine sogenann en Genehmigungsba ie e du ch ein Sys em
on Ein uh e laubnissen und - e bo en neben de eigen lichen
de isenpoli ischen Ba ie e, die in de mangelnden Zu eilung gelegen
is . Hie he gehö d i ens die Un e bindung ode Einsch änkung
des sogenann en di ek en ode indi ek en Kapi al ans e s, mag sie
nun legalen Zwecken ode ein ach de Kapi al luch dienen. Schließ-
lich wä e noch eine Reihe on Maßnahmen zu e wähnen, die man
als die S e ilisie ung de po en iellen Nach age8
nach De isen bezeichnen kann. Bekann lich se z eine wi ksame Nach-
age nach De isen o aus, daß die Be e enden übe einen aus-
eichenden Be ag in Inlandswäh ung e ügen, um dieselben be-
zahlen zu können. Is dies nich de Fall, so gleich de Be e ende
dem bekann en Beispiel on Schumpe e , wo nich diejenigen
den P eis eine Wa e bes immen, welche sich die Nase am Schau-
ens e pla d ücken, sonde n diejenigen, welche die Geldbö se
ziehen, in den Laden ein e en und do a sächlich einkau en können.
Diese S e ilisie ung de po en iellen und noch meh de i uellen
Nach age diens zum Beispiel die S illegung on Einkommens eilen
du ch das sogenann e „eise ne Spa en", die Scha ung on Kon en-
spe en alle A und die Ve wendungsbesch änkung on Kon en. Es
e üb ig sich ielleich , noch zu sagen, daß jede In la ion die De isen-
bewi scha ung zu imme schä e en Maßnahmen zu e anlassen
p leg , weil du ch sie das Gewich angebo smäßig ungedeck e Nach-
age sich auch au den De isenmä k en imme s ä ke zu Gel ung
b ing .
III.
Wenden wi uns nunmeh den einzelnen Auswi kungen
diese Technik de De isenbewi scha ung zu9. Bei
ech en Ku sen, bzw. beim Übe gang zu solchen, e gib sich meis eine
A au oma ische Ausgleich, bei unech en Ku sen en e n man sich
on eine au oma ischen Regelung imme wei e . Ein endgül ige und
wi klich ech e Ku s muß alle dings imme wiede au s neue e kämp
und egelmäßig den a sächlichen Kau k a pa i ä en angepaß we -
ö de ung du ch Zusa zaus uh . Gelnhausen 1936 (Disse a ion). — Ba els,
Wilhelm, Übe Fo m, Wi kungen und Möglichkei en de De isenzwangswi scha .
Bo op i. W. (Disse a ion). — Vei , O o, Die e ände e Wäh ungspoli ik und
ih e Folgen. F ank u 1957.
8 Ve gleiche hie zu: Anme kung 7.
9 Ke schagl, Richa d, Das ös e eichische De isen ech . Wien 1952. S. 8 .
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289] Zu Theo ie de De isenbewi scha ung 33
den. Seh o wi d dahe bei einem s a k dynamischen Cha ak e de
Wi scha kein igide , sonde n ein lexible Ku s zumindes
ü eine gewisse Übe gangszei e o de lich sein. Es is dahe eine
Abs immung on Wäh ungs- und Wi scha s-
poli ik au einande absolu no wendig, wobei es soga bei
lexiblen Ku sen no wendig e schein , das P ima de Wäh ungspoli ik
bedingungslos anzue kennen, wenn man nich ein heilloses Du ch-
einande an ich en will.
Was nun die Technik und die Anwendung de Ku se anbe i ,
so is es no wendig, sich übe die un e meidlichen Konsequenzen
einzelne Maßnahmen ollkommen im kla en zu sein. Jede unech e,
das heiß zu nied ige Einhei sku s üh seine sei s zu Expo -
besch änkungen und Impo anku belungen, also genau zum gegen-
eiligen E ek , de anges eb we den soll e, um wiede zu einem
na ü lichen Gleichgewich szus and zu gelangen. Da die Ablie e ungs-
p lich zu unech en Ku sen p ak isch eine Benach eiligung, ja Be-
aubung de Expo eu e und eine Zu eilung on De isen zu un-
ech en Ku sen eine P ämiie ung des Impo eu s bedeu e , s eige
man dami au de einen Sei e küns lich die Abneigung gegen eh -
liche Ablie e ung, wäh end au de ande en Sei e die Geschenk-
ideologie den Wunsch nach de E langung halb geschenk e , weil zu
billige De isen imme s ä ke we den läß 10.
Diesem Ums and be ach e man iel ach du ch di e en-
zie e Ku se zu begegnen. Solche di e enzie e Ku se we den
sowohl au de Ablie e ungssei e als auch au de Zu eilungssei e de
De isen angewende . Ih e Höhe wi d sich im wesen lichen bei Im-
po en nach de Lebenswich igkei des Impo es und bei Expo en
nach de Schwie igkei des Expo es ich en. Die Di e enzie ung
bedeu e dahe p ak isch eine A a iie ende Finanzzölle bei de
Ein uh und eine A a iie ende Expo p ämien bei de Aus uh .
Ein ähnliche E ek kann e ziel we den du ch Selbs belassung des
Expo e löses zu meh ode minde eien Ve wendung desselben,
sei es zum Eigenbeda , sei es zum Ve kau . Hie bei kann es sich
en wede um öllig eien Ve kau ode um besch änk e Ve kau s-
möglichkei en handeln. In beiden Fällen wi d jedoch die Bildung
ziemlich eie Ku se möglich sein. An sich is die Ve quickung
handelspoli ische und de isenpoli ische Maßnahmen une wünsch
und komplizie , ganz abgesehen on ih e Unübe sich lichkei 11. Das
gleiche gil noch in e höh em Ausmaß ü di e enzie e Ku se.
10 Ve gleiche hie zu auch: S ucken, Rudol , Geld und K edi . 2. Au lage. Tü-
bingen 1957. S. 148 .
11 A m o n n , Al ed, Wi scha spoli ik au I wegen. F ank u a. M. 1958,
S. 48 .
Schmollen Jah buch 79, 3
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34 Richa d Ke schagl [290
Schließlich abe bes eh du chaus die Möglichkei , au diesem Weg
die Annähe ung an ech e Ku se zu e möglichen.
Eine besonde e Bedeu ung komm de A de Du ch üh ung
de sogenann en Ablie e ungsp lich zu. Wi kennen die
e schiedens en Sys eme, beginnend bei de bloßen Ablie e ungs-
p lich ü De isen, Valu en und bes imm e We papie e sowie Gold,
bis zu E s eckung de selben nich nu au alle Edelme alle, sonde n
soga au die e schiedens en A en on Auslandsbesi z übe haup .
Je um ang eiche alle dings eine solche Ablie e ungsp lich ausgebau
wi d, des o schwie ige wi d ih e p ak ische Du ch üh ung. Sie is
be ei s bei We papie besi z nich leich , bei Schmuck-, Gemälde- ode
Reali ä enbesi z im Ausland nich ohne wei e es möglich, wenn nich
ein Hee on bezahl en und p ämiie en Denunzian en gescha en
we den soll12. Hie bes eh auch eine besonde s enge Ve knüp ung
mi den F agen de S eue luch und de Kapi al luch . Alle diese
Maßnahmen, ganz unabhängig on de F age ih e mo alischen Ve -
e ba kei , übe die, da es sich hie um No mensys eme handel ,
übe das ein Fo male hinaus seh e schiedene Ansich en bes ehen
können, we den zwei ellos schon hinsich lich ih e Du ch üh ba kei
ein Unding, sobald ein allzu g oßes zahlenmäßiges Miß e häl nis
zwischen kon ollie en und kon ollie enden Pe sonen ein i .
Ein Sonde p oblem bilde de beim Clea ing zu Anwen-
dung gelangende Ku s13. Unech e Ku se üh en na ü lich
seh leich dazu, bei zu hohen Ku sen ü den Impo eu das Clea ing
zu umgehen und bei zu nied igen Ku sen das Clea ing übe mäßig
auszunü zen. Dies kann bei nich -exklusi en Clea ings au legale, bei
exklusi en Clea ings nu au illegale Weise geschehen. Alle dings be-
s eh as imme die Möglichkei , übe D i lände zu lie e n ode min-
des ens zu ak u ie en, um ein Zwangsclea ing zu umgehen. Ein ypi-
sches Beispiel wä en e wa die Clea ings zwischen I alien und e schie-
denen ande en S aa en, solange als T ies ein selbs ändiges S ad - und
Wäh ungsgebie da s ell e. Hie wa es du chaus nich schwie ig, übe
T ies zu lie e n ode zu beziehen, wo kein Clea ing bes and. Alle -
dings gib es ein noch ein ache es Mi el, das alle dings aus ande en
G ünden Schwie igkei en he o u : die Ta sache, daß de Schluß-
p eis eine Wa e sich aus Ku s mal P eis zusammense z , üh zu
de Möglichkei , einen unech en Ku s im P eis zu ko igie en. Alle -
dings üh en dann unech e Ku se auße dem noch zu unech en P eisen.
Dies kann na ü lich aus ande en G ünden une wünsch sein, zum
Beispiel aus G ünden de Ve zollung ode de S eue ück e gü ung.
12 Ve gleiche hie zu: Ke schagl, Richa d, Das ös e eichische De isen ech .
Wien 1952. S. 23 . und S. 30 .
13 Ke schagl, Richa d, Handelspoli ik. Wien 1947. S. 114 .
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291] Zu Theo ie de De isenbewi scha ung 35
Wenden wi uns nun den e schiedenen A en de
Clea ings zu. Man ha zunächs zu un e scheiden zwischen
exklusi en und nich exklusi en Clea ings, das
heiß solchen Clea ings, übe welche ausschließlich die be e enden
zwischens aa lichen Zahlungen abgewickel we den müssen, und
solchen, übe die zwischens aa liche Zahlungen nu abge echne we den
können. Man ha wei e zu un e scheiden zwischen Clea ings mi
es em Ku s und solchen, in denen nu ein echnungsmäßig zu
beliebigen Ku sen abge echne we den kann. Man ha wei e
zu un e scheiden zwischen dem sogenann en ech en Clea-
ing und einem ad essie en Clea ing. Wäh end bei
e s e em die Be iedigung de Fo de ungsbe ech ig en je nach dem
jeweiligen Gesam gu habens and des Clea ings e olg und keine un-
mi elba e Bindung zwischen Impo eu und Expo eu bes eh , bleib
beim ad essie en Clea ing diese Bindung au ech und de
Emp angsbe ech ig e e häl sein Geld nich nach dem jeweiligen S and
des Clea ings, sonde n nach S and und Da um de jeweils zu seinen
Guns en e olg en indi iduellen Einzahlungen. Schließlich wä e zu
un e scheiden zwischen bila e alem und mul ila e alem
Clea ing. An sich wä e ein mul ila e ales Clea ing schon aus dem
G unde besonde s o eilha , weil Saldi aus einem Clea ing mi
solchen aus einem ande en Clea ing kompensie we den können und
dami gewisse maßen ein „Clea ing übe dem Clea ing" möglich is .
Dies se z abe na ü lich o aus, daß es sich um eine einhei liche Ab-
echnungseinhei handel , und daß die a sächlich in na ionale Wäh-
ung geleis e en Zahlungen einen hohen G ad on Gleichwe igkei
au weisen. Mi ande en Wo en: sogenann e weiche und sogenann e
ha e Wäh ungen wi d man kaum zusammen ohne wei e es in einem
mul ila e alem Clea ing ab echnen können. Typisch hie ü is e wa
die Eu opäische Zahlungsunion, wo nich nu die Fes -
se zung eine Ab echnungseinhei in Gold echnisch no wendig wa ,
sonde n wo sich die Schwankungen in de Ab echnung zum Teil aus
dem G und e gaben, daß einige de geleis e en Einzahlungen in In-
landswäh ung gewisse alu a ische Schwächemomen e au wiesen.
Mi diese F age und den o he gehend besp ochenen F agen
haben wi abe schon d ei de wich igs en P obleme de Clea ings
behandel : das P oblem de Wahl de Clea ingseinhei , das P oblem
de Wahl des ich igen Ku ses und schließlich das P oblem de Ab-
echnung de ungleich „ha en" Wäh ungen im selben
Clea ing. Ein ie es P oblem on en scheidende Bedeu ung bleib
jedoch selbs e s ändlich das P oblem de Saldobe eini-
gung. Aus dem o he Gesag em e gib sich, daß diese Be einigung
bei einem ad essie en Clea ing na u gemäß keine Rolle spiel . Bei
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36 Richa d Kc schagl [292
einem no malen Clea ing jedoch b ing das En s ehen hohe Saldi
no wendige weise schließlich das ganze Clea ing zum E liegen. Es
gib im wesen lichen ie Möglichkei en, um eine solchen Ge ah zu
begegnen. Die e s e Möglichkei is die egelmäßige und nich zu
lang is ige Ab echnung, mi de Ve p lich ung zu aschen Ab-
deckung solche Saldi in ha e Valu a, ähnlich wie dies be ei s
bei de La einischen Münzunion de Fall wa 14. Die zwei e Möglich-
kei bes eh in de mul ila e alen Ve wendung solche
Saldi, das heiß , de Ve wendung de in einem bila e alem
Clea ing sich e gebenden Ak i - und Passi saldi in ande en Clea ings,
welche jeweils die en gegengese z e Tendenz au weisen. Die d i e
Möglichkei is die eines Clea ings ops, das heiß de Un e -
sagung wei e e Einzahlungen zu Ve hinde ung wei e e Ve schiebun-
gen au jene Sei e, welche einen Übe hang au weis . Als ie e Mög-
lichkei , abe schon als äuße s es Mi el, komm die Konsolidie-
ung on Clea ingsaldis du ch die Umwandlung lang is ige
Ve p lich ungen bei gleichzei ige He ausnahme aus dem Clea ing in
Be ach . Dies se z alle dings o aus, daß de jeweilige Clea ing-
Gläubige gewill und in de Lage is , eine solchen Kon e sion zuzu-
s immen15.
Viele S aa en, wie zum Beispiel die skandina ischen,
haben au eine De isenbewi scha ung im eigen lichen Sinn, das heiß
inne halb de mone ä en Spa e, bewuß e zich e und sich mi
handelspoli ischen Maßnahmen begnüg 16. Eine solche Ope a ion läß
sich e häl nismäßig leich du ch üh en, wenn sys ema isch on den
d ei Ba ie en des Handels, nämlich on de Zollba ie e, de Ein-
uh - und Aus uh ba ie e und on de du ch Saldobildung in
Clea ings und Kon ingen e ägen gegebenen Ba ie e en sp echend
Geb auch gemach wi d. Die sogenann e Libe alisie ung im Rahmen
de OEEC und des GATT be uh im wesen lichen da au , die Ge-
nehmigungsba ie e und die Clea ing- ode De isenzu eilungs-
ba ie e zu besei igen und nu die Zollba ie e zu belassen. P ak isch
ha dies alle dings iel ach dazu ge üh , daß nunmeh die Zoll-
ba ie e e s ech e höh wu de, au die bei Bes ehen de beiden
ande en Ba ie en kein besonde e We geleg wu de ode we den
muß e17. Duch die Ve nachlässigung de Zollba ie e und ih en E sa z
14 Ve gleiche hie zu: Ke schagl, Richa d, Das Geld on heu e. Wien 1949.
Kapi el 14.
15 Solche Maßnahmen wa en zum Beispiel in de Eu opäischen Zahlungsunion
im Ve häl nis Wes deu schlands zu England wiede hol e o de lich.
16 Ve gleiche hie zu insbesonde s: Philipson, I a , Das De isen ech
Schwedens. Basel 1943. — Bank ü in e na ionalen Zahlungs-
ausgleich: Die De isenbes immungen in Schweden. Basel 1941.
17 Dies wa zum Beispiel bei Ös e eich de Fall, das eine Regulie ung seines
be ei s ollkommen gegens andslos gewo denen Zoll a i s bis zum Ink a e en
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