Beie ling, Bi gi e al.
Resea ch Repo
Jugendbe u sagen u en als Bei ag zu inklusi e
Übe gangsges al ung zwischen Schule und Be u
BIBB Fachbei äge zu be u lichen Bildung
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Übe gangsges al ung zwischen Schule und Be u , BIBB Fachbei äge zu be u lichen Bildung, ISBN
978-3-96208-513-1, Bundesins i u ü Be u sbildung (BIBB), Bonn,
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Jugendbe u sagen u en
als Bei ag zu inklusi e
Übe gangsges al ung zwischen
Schule und Be u
Bi gi Beie ling | Ru h Engg ube | F ank Neises | Leande Pallei |
And eas Oehme | Wol gang Sch öe | Ma c Thielen | F ank Tillmann
BIBB FACHBEITRÄGE ZUR BERUFLICHEN BILDUNG
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Bi gi Beie ling | Ru h Engg ube | F ank Neises |
Leande Pallei | And eas Oehme | Wol gang Sch öe |
Ma c Thielen | F ank Tillmann
Jugendbe u sagen u en
als Bei ag zu inklusi e
Übe gangsges al ung zwischen
Schule und Be u
Imp essum
Zi ie o schlag:
Beie ling, Bi gi ; Engg ube , Ru h; Neises, F ank; Pallei , Leande ;
Oehme, And eas; Sch öe , Wol gang; Thielen, Ma c; Tillmann, F ank:
Jugendbe u sagen u en als Bei ag zu inklusi e Übe gangsges al-
ung zwischen Schule und Be u . Bonn 2024. URL: h ps://www.
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Abbildungs- und Tabellen e zeichnis 3
▶ Inhal s e zeichnis
1 Inklusi e S uk u en am Übe gang zwischen Schule und Be u – aus
menschen ech liche Pe spek i e ausbuchs abie .................... 5
2 Jugendbe u sagen u en – Ve s ändnis und G undlagen................ 8
3 En wicklung de Zusammena bei inne halb und auße halb de
Jugendbe u sagen u .......................................... 10
4 En wicklung eines mul ip o essionellen Fall e s ändnisses . . . . . . . . . . . . . 13
5 Gewäh leis ung eine quali ä s ollen Übe gangsbeglei ung............. 16
6 Ins i u ionalisie ung lexible Hil en inne halb de
egulä en Be u sausbildung..................................... 18
7 Pa izipa ion junge Menschen und Abbau on Ba ie en............... 20
8 Ausblick: Jugendbe u sagen u en inklusi ausges al en................ 23
Li e a u e zeichnis ................................................ 24
Ve zeichnis de Au o innen und Au o en . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
Abs ac ......................................................... 28
1 Inklusi e S uk u en am Übe gang zwischen Schule und Be u 5
1 Inklusi e S uk u en am Übe gang
zwischen Schule und Be u – aus
menschen ech liche Pe spek i e
ausbuchs abie
Jugendbe u sagen u en (nach olgend: JBA) sollen allen jungen Menschen am Übe gang zwi-
schen Schule und Be u Un e s ü zungsangebo e bie en und ech sk eisübe g ei end mindes-
ens zwischen den Ak eu en Jobcen e (Sozialgese zbuch II, SGB II), Jugendam bzw. ö en -
lichem T äge de Jugendhil e (SGB VIII) und Agen u ü A bei (SGB III) koope a i agie en
( gl. Se ices elle Jugendbe u sagen u en im BIBB 2022). Dami is eine no wendige und
seh ambi ionie e inklusi e He aus o de ung in diesem Übe gangsbe eich o mulie , die
menschen ech lich gebo en is .
Doch g oße E wa ungen können e d ücken. Da um is es auch wich ig, die JBA nich im-
me wiede neu mi nu schwe einzulösenden Ansp üchen zu kon on ie en. Es wi d schon
iel e wa e , sowei de Ansp uch bes eh , dass die JBA inklusi ü alle junge Menschen und
ih e Belange, Beda e und In e essen am Übe gang zwischen Schule und Be u ech sk eis-
übe g ei end eine kommunale Ve an wo ungsgemeinscha in den lokalen In as uk u en
sein sollen ( gl. Engg ube /Neises 2023).
Die JBA sind dami Ho nungs äge innen ü alle diejenigen in de Fachö en lichkei ,
die sei Jah en die No wendigkei sehen (z.B. B aun 1996), dass es eine Anlau s elle ü alle
jungen Menschen im Sinne eines One-S op-Go e nmen -P inzips, also einen zen alen Be a-
ungso im Dschungel de Angebo e im Übe gangsbe eich1 o O , geben soll e (z.B. Lan-
desne zwe ks elle RÜMSA 2019). In diese Anlau s elle sollen mi den jungen Menschen
und ausgehend on ih en Beda en und Anliegen ih e sozialen, quali ika ionsbezogenen und
be u lichen Pe spek i en be a en sowie ü sie Anschlüsse gescha en we den, um ih e be u -
liche und soziale Teilhabe zu s ä ken. Alle jungen Menschen sollen diesen O au suchen kön-
nen. Dies bedeu e selbs e s ändlich auch, nied igschwellig und ba ie e ei zu agie en, keine
Pe soneng uppen auszuschließen und dami le z lich inklusi zu a bei en.
Ein zen ale Bezugspunk in menschen ech liche Pe spek i e is die sei 2009 in Deu sch-
land gel ende UN-Kon en ion übe die Rech e on Menschen mi Behinde ungen (UN-Behin-
de en ech skon en ion: UN-BRK). Diese Kon en ion is gel endes Bundes ech und kann ü
die lokale A bei o O eine wich ige Basis sein, um Zugangsba ie en abzubauen und die
Angebo e an alle jungen Menschen, und dami auch an jene mi Behinde ungen, zu ich en.
Die UN-BRK is ein s a ke menschen- und g und ech liche Bezugspunk und eine Chance ü
die JBA, sowohl ih e ech sk eisübe g ei ende Be a ung und Un e s ü zung als auch ih e Ve -
ne zungsa bei und S uk u en wicklung am Übe gang zwischen Schule und Be u inklusi
zu beg ünden und au eine disk iminie ungs eie Teilhabe am Ausbildungs- und A bei s-
ma k auszu ich en.
1 Als Übe gangsbe eich we den hie im wei en Sinne alle Angebo e, Maßnahmen, P og amme ode Ini ia i-
en e s anden, die junge Menschen wäh end und nach ih em allgemeinbildenden Schulbesuch in ih em
Übe gangsp ozess zwischen Schule und Be u un e s ü zen. Dami g enz sich diese Beg i on jenem des
„Übe gangssek o s“ ab, de z. B. im Be u sbildungsbe ich ( gl. BMBF 2023) ausgewähl e be u s o be ei-
ende Angebo e bezeichne .
▶
61 Inklusi e S uk u en am Übe gang zwischen Schule und Be u
Gene ell dü en nach de UN-BRK Be a ung und Un e s ü zung am Übe gang, die Ve mi lung
on Hil en bzw. Leis ungen sowie die Inansp uchnahme on Un e s ü zungsdiens en nich zu
Einsch änkung de Selbs bes immung junge Menschen üh en, sonde n es müssen ü alle
Pe sonen chancengleiche En al ungsmöglichkei en im Rahmen e gleichba e Wahlmöglich-
kei en und dami eine disk iminie ungs eie Teilhabe am Ausbildungs- und A bei sma k si-
che ges ell we den. Dies e lang auch das im G undgese z (GG) e anke e sozials aa liche
Gebo de Wah ung gleiche , on de sozialen He kun möglichs unabhängige Ausbildungs-
und Be u schancen: Alle jungen Menschen müssen die Chance haben, Ausbildung und Be u
unabhängig on ih e sozialen ode e hnischen He kun , eine Behinde ung ode ande en in
ih e Pe son liegenden Me kmalen ( gl. § 1 Allgemeines Gleichbehandlungsgese z) ei wäh-
len zu können. Dies is als s aa liche Au gabe on besonde e Bedeu ung. Denn das Rech ,
Ausbildung und Be u ei zu wählen und zu G undlage eine eigen e an wo lichen Lebens-
üh ung machen zu können, is eine besonde e Ausp ägung des um assende en in A ikel 2
Absa z 1 GG e bü g en Rech s au eie En al ung de Pe sönlichkei ( gl. Bundes e as-
sungsge ich 2023, Rn. 74-77).
Ta sächlich zeigen sich am Übe gang in den Be u abe nach wie o soziale Ungleichhei-
en und disk iminie ende Zusch eibungen ( gl. Beie ling u. a. 2024). Wäh end de An eil an
Auszubildenden mi S udienbe ech igung inne halb on zehn Jah en on ca. 20 P ozen au
nahezu 30 P ozen ges iegen is ( gl. BMBF 2023, S. 60), s ehen Jugendlichen mi maximal
Haup schulabschluss nu e wa und 60 P ozen de bei de Bundesagen u ü A bei gemelde-
en Ausbildungss ellen und ein im Ve gleich schmales Be u sspek um o en ( gl. BMBF 2024,
S. 29). Diese jungen Menschen münden besonde s häu ig in be u s o be ei ende Bildungsgän-
ge des Übe gangssek o s ( gl. Hol mann/Menze/Solga 2019) und we den in be ieblichen
Auswahl e ah en schnell ausso ie ( gl. P o sch 2014). Zum Teil wi d dabei om Haup -
schulabschluss au nega i e Leis ungen ode ehlende Ausbildungs ei e geschlossen ( gl.
Sche /Janz/Mülle 2015, S. 161–182). Die be u lichen Übe gänge sind zudem p ekä , da
die jungen Menschen häu ig in Be u e münden, in denen deu lich meh Ausbildungs e ä-
ge o zei ig beende we den ( gl. Au o :inneng uppe Bildungsbe ich e s a ung 2024,
S. 297 .). Auch Jugendliche ohne deu sche S aa sangehö igkei sind, selbs wenn soziale Un-
gleichhei s ak o en gleichzei ig be ücksich ig we den, die sie häu ig eben alls be e en, beim
Zugang zu Be u sausbildung wei e hin deu lich benach eilig ( gl. Au o :inneng uppe Bil-
dungsbe ich e s a ung 2024, S. 179). Ins i u ionell und s uk u ell besonde s e schwe
sind die Übe gänge on jungen Menschen mi Behinde ung. Sie münden as ausnahmslos in
Bildungsgänge des Übe gangssek o s und anschließend in Sonde ins i u ionen des Sys ems
de be u lichen Rehabili a ion ein, beispielsweise in We ks ä en ü behinde e Menschen
( gl. Deu sches Ins i u ü Menschen ech e 2020, S. 44). Diese e ö nen kaum Wege au
den allgemeinen A bei sma k ( gl. Deu sches Ins i u ü Menschen ech e 2023, S. 42).
In egulä en Ausbildungsbe u en lag de An eil an Auszubildenden mi ane kann e Schwe -
behinde ung in Be ieben mi mindes ens 20 A bei splä zen im Jah 2017 lediglich bei 0,7 P o-
zen ( gl. BMAS 2021, S. 157), obwohl de An eil an jungen Menschen mi Schwe behinde-
ung in de Al e sg uppe on 18 bis 24 Jah en nach Zahlen des S a is ischen Bundesam es on
2023 mi ca. 1,6 P ozen meh als doppel so hoch is . Insgesam bes eh das P oblem, dass im
Jah 2021 nahezu zwei Millionen Pe sonen im Al e on 25 bis 34 Jah en ohne Be u sabschluss
in das Beschä igungssys em eingemünde sind und ein besonde s hohes A bei slosigkei s isi-
ko agen ( gl. Au o :inneng uppe Bildungsbe ich e s a ung 2024, S. 311). Schon diese
wenigen Da en weisen da au hin, wie g undlegend Disk iminie ungen hema isie we den
müssen und wie wegweisend eine inklusi e Aus ich ung de JBA sein kann.
1 Inklusi e S uk u en am Übe gang zwischen Schule und Be u 7
So ha das Disk iminie ungs e bo in de UN-BRK – s a uie in A ikel 5 und beg i lich
nähe spezi izie in A ikel 2 – besonde e Bindungsk a . Das Disk iminie ungs e bo gehö
zu den unmi elba anwendba en Bes and eilen alle ölke ech lichen Menschen ech sübe -
einkommen und is on deu schen Behö den und Ge ich en di ek zu beach en ( gl. Bundes-
sozialge ich 2012, Rn. 29). Es du chzieh alle Menschen ech e gleiche maßen und gil ü
alle Menschen unabhängig on Al e , He kun , Geschlech , Behinde ung ode ande en indi-
iduellen Me kmalen. Auch das g undgese zliche Benach eiligungs e bo nach A ikel 3 Ab-
sa z 2 GG is in dessen Lich zu sehen. Zugänge zu bzw. Übe gänge in Ausbildung und Beschä -
igung müssen also nich nu o mal, sonde n subs anziell disk iminie ungs ei sein ( gl. UN,
Commi ee on he Righ s o Pe sons wi h Disabili ies 2018, Zi e 10, 14, 18). Ve knüp
mi wei e en zen alen menschen ech lichen P inzipien – zu nennen sind hie insbesonde e
Zugänglichkei , Selbs bes immung und Inklusion ( A ikel 3 UN-BRK) – bedeu e das, dass
Chancengleichhei in den Übe gängen und un e Gewäh leis ung e gleichba e Wahlmög-
lichkei en abgesiche sein muss.
Die Realisie ung so e s andene inklusi e S uk u en an den Übe gängen zwischen Schu-
le und Be u mein nich , dass besonde e Maßnahmen in den In as uk u en o O zuguns-
en bes imm e junge Menschen, die benach eilig we den, pe se e bo en wä en. Nach allen
Menschen ech sabkommen sind solche besonde en Maßnahmen „zu Beschleunigung ode
He bei üh ung de a sächlichen Gleichbe ech igung“ benach eilig e G uppen zulässig ( A i-
kel 5 Absa z 4 UN-BRK). Dabei gil abe , dass diese Maßnahmen ü junge Menschen nach de
UN-BRK nu dann nich als Disk iminie ung gewe e we den, wenn sie ih e sei s im Einklang
mi den P inzipien und Rech en de Kon en ion s ehen, d.h., sie dü en – so de UN-Fachaus-
schuss – „insbesonde e […] nich zu Ve s e igung on Isolie ung, Seg ega ion, S e eo ypisie-
ung, S igma isie ung ode sons ige Disk iminie ung on Menschen mi Behinde ungen üh-
en“ (UN, Commi ee on he Righ s o Pe sons wi h Disabili ies 2018, Zi . 29). Auch nach
A ikel 3 Absa z 3 Sa z 2 GG sind be o zugende Maßnahmen zwa e laub , abe nich ohne
wei e es gebo en: Lau Bundes e assungsge ich (2023, Rn. 98) sind sie jeden alls nach an-
gig gegenübe Fö de maßnahmen, die Chancengleichhei zwischen Menschen mi und ohne
Behinde ungen he s ellen, denn – so das Ge ich – A ikel 3 Absa z 3 Sa z 2 GG schü z auch
Menschen mi Behinde ungen o allem da o , dass ihnen En al ungs- und Be ä igungsmög-
lichkei en o en hal en we den, die ande en o ens ehen.
Diese g und- und menschen ech lichen Maßs äbe s ehen im Rang übe den – die Anwen-
dungsp axis meis bes immenden – Sozialgese zen. Sie müssen dahe ü die P axis bei de
Auslegung und Anwendung alle Büche des Sozialgese zbuchs (SGB) sowie de nachgeo dne-
en Rech sno men und Aus üh ungs o sch i en handlungslei end sein, sowei es de Wo lau
de jeweils einschlägigen Gese zespa ag a en zuläss . An welchen S ellen das gel ende Sozial-
ech on seinem ak uellen Wo lau he eine solchen g und- und menschen ech skon o men
Auslegung bzw. Anwendung en gegens eh ode nich , is in de Fachwel o ums i en. Nich
sel en sind die Auslegungsmöglichkei en ü ein inklusi e es Ve s ändnis des gel enden Rech s
g öße als gemeinhin angenommen – und sowei sie eichen, sind sie auch auszuschöp en:
Deu sche Rech s o sch i en sind nach Möglichkei so auszulegen, dass ein Kon lik mi öl-
ke ech lichen Ve p lich ungen de Bundes epublik Deu schland nich en s eh ( gl. Bundes-
e assungsge ich 2020, Rn. 40). Gleichwohl bleiben eine Reihe on Unkla hei en und
We ungswide sp üchen zwischen dem ak uell gel enden Sozial ech und den hie skizzie en
g und- und menschen ech lichen Maßs äben. Fü die P axis bedeu e das eine g oße He aus-
o de ung beim Ve such, ag ähige Lösungen zu en wickeln.
14 4 En wicklung eines mul ip o essionellen Fall e s ändnisses
ko, dass spezi ische Au äge eine Behö de un e gehen können. En sp echend e schein ein
im gemeinsamen Aus ausch gewonnenes, un e einande abges imm es mul ip o essionelles
Fall e s ändnis ziel üh ende , das die un e schiedlichen achlichen Sich weisen abgleich ,
anspa en mach , ideale weise gegensei ig e gänz , abe im Zwei el nebeneinande s ehen
läss .
Die Idee eines mul ip o essionellen Fall e s ändnisses se z meh Teama bei , abe auch
meh Mi sp ache de jungen Menschen o aus. Inklusion im Sinne de UN-BRK be on die
Teilhabe, also die Mi - und Selbs bes immung in den jeweiligen P ozessen. Inso e n is es auch
angemessen, on eine pa izipa i en Fall- bzw. Beda sklä ung zu sp echen s a on eine
(einmaligen) Bes immung des Un e s ü zungsbeda s. Dies ko espondie auch mi einem au
die eie En scheidungs indung abzielenden Ve s ändnis on Be a ung im Kon ex de Bun-
desagen u ü A bei : „Be a ung is dann gelungen, wenn sie allein de e höh en En schei-
dungs- und Handlungskompe enz ih e Ra suchenden dien “ (Kohn 2020, o. S.). Diese Idee
is nich neu. Das Konzep de „in eg ie en, lexiblen Hil en“ aus de Jugendhil e sah be ei s
zu Beginn de 1990e -Jah e o , mi den Jugendlichen in Dialog zu gehen und das „Team als
Me hode“ einzuse zen ( gl. Kla e zki 1994; A end/Hekele/Rudolp 1991). Au diese Weise
soll en eine dem Selbs e s ändnis de Jugendlichen en sp echende Fo mulie ung des Hil e-
beda s und die indi iduell passende Hil e ge unden we den ( gl. auch Wol 2000). Ge ade
die mul ip o essionellen Sich weisen au einen Fall können demnach genu z we den, um ein-
ge ah ene Lösungswege zu hin e agen, neue Lösungen zu e sinnen und pa izipa i mi den
jungen Menschen gemeinsam zu en wickeln. Au diese Weise könn e e mieden we den, dass
S anda d o mulie ungen ü P obleme sowie S anda dlösungen an den konk e en P oblemen
de Jugendlichen und jungen E wachsenen o beigehen und diese nich meh e eichen.
P ak isch ha sich bewäh , ypische Fälle anonymisie in gemeinsamen Fall unden zu be-
sp echen, um die e schiedenen Sich weisen und olgenden behö dlichen Au äge sowie Ve -
ah ensweisen abzugleichen und wei e zuen wickeln. Von den Fachk ä en wi d dabei posi i
e leb , dass dami ein gegensei iges Kennenle nen de A bei , ih e Bedingungen und Au äge
sowie eine höhe e We schä zung un e einande einhe geh . Man a bei e meh mi einande
im Team als nebeneinande . Dass dies du chaus o ausse zungs oll is , wi d auch in den In e -
iews e wähn :
„Und dazu sind auch diese Fallbesp echungen da, und da haben wi […] auch abwechselnd
p ak isch jede zwei e Woche Teambesp echung, wann, wo genau auch diese Rech sk eise zu-
sammen e en. Das wa auch ein bisschen ein Kamp mi den ande en beiden Rech sk eisen,
diese Zei zu e hal en“ (I4, Z 442 .).
Bei Ein e s ändnis de jungen Menschen bzw. ih e E ziehungsbe ech ig en wi d es bei kom-
plexen Fällen zudem möglich, dass die Fachk ä e aus den in ol ie en Rech sk eisen zusam-
men mi wich igen Ak eu en (e wa aus Schule ode Bildungs äge n) übe den konk e en Fall
be a en und gemeinsam Lösungen en wickeln. Dabei kann auch das Um eld besse einbezogen
we den. So wi d auch in den Expe enin e iews be on :
„[E]s wi d kollegiale Fallbe a ung geben zwischen nu zwei Rech sk eisen, es wi d kollegiale
Fallbe a ung ielleich mal mi d ei Rech sk eisen geben, es wi d ielleich auch mal eine geben,
wo man Ne zwe kpa ne einbezieh ode wo ielleich , weil e sich in eine auße be ieblichen
Maßnahme be inde , auch de T äge be eilig is . Ich glaube, das kann man, das kann man ga
nich so es legen, das e gib sich aus dem Einzel all he aus“ (I6, Z. 985 .).
4 En wicklung eines mul ip o essionellen Fall e s ändnisses 15
Ein solches Vo gehen komm eine Hil eplankon e enz (wie in den E ziehungshil en nach
SGB VIII) bzw. de Gesam planung nach SGB IX ode eine Be u swegekon e enz, so wie sie in
e schiedenen Bundeslände n angebo en wi d, nahe. Die jungen Menschen selbs soll en sich
in diesen P ozess an e schiedenen S ellen einb ingen können: di ek in diesen Kon e enzen
ode indi ek , e wa übe Pee be a ungen ode die Fachk ä e, zu denen die Be e enden einen
gu en Bezug haben.
Mi de Ve s ändigung au ein gemeinsam abges imm es Fall e s ändnis, ü das auch die
Be eiligung de Jugendlichen kons i u i is , kann die Quali ä de Übe gangsbeglei ung ge-
s ä k we den.
16 5 Gewäh leis ung eine quali ä s ollen Übe gangsbeglei ung
5 Gewäh leis ung eine quali ä s ollen
Übe gangsbeglei ung
JBA soll en jungen Menschen eine quali ä s olle Übe gangsbeglei ung e möglichen, dami
diese sich um assend mi ih e Be u swahl und ih em gewünsch en Be u sweg auseinande -
se zen und dabei auch die egionalen Ausbildungsbedingungen be ücksich igen können ( gl.
Engg ube /Neises 2023). Ausd ücklich gehen die in den sechs JBA be ag en Expe innen
und Expe en da on aus, dass junge Menschen in ih e Be u swahl a ional zwischen ih en Be-
u swünschen und den Bedingungen au dem egionalen Ausbildungs- und A bei sma k ab-
wägen, denn „die Jugendlichen sind schon o ien ie , zumeis auch diejenigen, on denen wi
das nich denken. Die haben schon ein Ge ühl, wo, wo sich in de Wel e was u “ (I2, Z. 339 .).
Nich nu wegen de menschen ech lich ge o de en Disk iminie ungs eihei , sonde n auch,
weil on Behinde ung und Benach eiligung be o ene junge Menschen also übe ealis ische
Be u s o s ellungen e ügen ( gl. auch Blanck 2020, S. 200; Kohl ausch 2017), soll en sie
nich mi De izi zusch eibungen wie ehlende Ausbildungs ei e e sehen ode au ein beg enz-
es Be u sspek um hin o ien ie we den. In ih e S udie zu Be u s o be ei ung zeigen Thie-
len und Handelmann (2021, S. 66), wie junge Menschen „de izi o ien ie e Klien elkons uk-
ionen“ in de Be u s o be ei ung e ah en und da au hin in ih en Fähigkei en un e schä z
we den. Abgänge n und Abgänge innen on Fö de schulen im Schwe punk Le nen wi d an-
gesich s de Zusch eibung ehlende Ausbildungs ei e häu ig pauschal on de Au nahme ei-
ne egulä en Be u sausbildung abge a en ( gl. Blanck 2020). Ressou ceno ien ie e Ansä ze
bes ä ken die jungen Menschen demgegenübe da in, eine posi i e Sich au ih e (be u liche)
Zukun zu en wickeln ( gl. Sch opp 2018).
Um Jugendliche in ih en En scheidungsp ozessen geziel zu un e s ü zen, plädie en die
be ag en Expe en und Expe innen ü quali ä s olle Be u so ien ie ungs- und Be u s-
be a ungsangebo e in den allgemeinbildenden Schulen und be onen, „ lächendeckend eine
möglichs gu e, hochwe ige Be u so ien ie ung anzubie en, mi allen Pa ne n unse e Regi-
on“ (I6, Z. 835 .). Dazu könn e auch die sogenann e „Be u sbe a ung o dem E we bsleben“
de Bundesagen u ü A bei (2021) bei agen, denn diese habe „je z ih Konzep komple
e wei e , dass die je z ja doppel so iele Be u sbe a e haben, also die auch an den Schulen
o O sind“ (I5, Z. 82 .). So könn en junge Menschen in ih en eilweise komplizie en, zei -
und dami auch pe sonalin ensi en Suchp ozessen in ih e Be u swahl ganzhei lich – und da-
mi nich nu einsei ig au die Ve mi lung eie Ausbildungsplä ze ausge ich e – un e s ü z
we den.
Quali ä s olle Übe gangsbeglei ung bedeu e e ne , dass die JBA mi au suchende , nie-
de schwellige Soziale A bei auch die jungen Menschen ansp echen und ihnen Un e s ü -
zung anbie en, die au g und nega i e E ah ungen mi dem Bildungs- und Hil esys em schwe
e eichba sind ( gl. Engg ube /Neises 2023). Dabei soll e es um ganzhei liche Be a ungs-
und Un e s ü zungsangebo e gehen, die sich an alle jungen Menschen und nich nu an jene
mi bes imm en de izi ä en Zusch eibungen ich en und in denen die Beda e und In e essen
de Jugendlichen im Vo de g und s ehen. Zudem soll en Angebo e wie de Bundes eiwilli-
gendiens , das F eiwillige Soziale, Kul u elle, Poli ische ode Ökologische Jah konzep ionell
wei e en wickel we den. Die S uk u en soll en so ges al e we den, dass sie bei indi iduel-
lem Beda junge Menschen eine in ensi e Un e s ü zung und Anlei ung e möglichen und
▶
5 Gewäh leis ung eine quali ä s ollen Übe gangsbeglei ung 17
Hil en bei de Be u swahl e gänzen ( gl. K ohn/Beh end 2019). Dami könn en sie nich nu
– wie bishe – p i ilegie en, sonde n allen jungen Menschen Zei en de Lebenso ien ie ung
und Selbs indung gewäh en.
18 6 Ins i u ionalisie ung lexible Hil en inne halb de egulä en Be u sausbildung
6 Ins i u ionalisie ung lexible
Hil en inne halb de egulä en
Be u sausbildung
Wie oben e wähn , is das Konzep de JBA – neben de Ebene indi iduelle Falla bei – eng
mi eine koo dinie enden bzw. planenden Funk ion e schiedene Un e s ü zungsangebo e
in de Region – also mi eine s uk u ellen Ebene – e bunden. Das Ziel de Bemühungen um
Abs immung de egionalen Angebo e wu de bislang in de Regel als Ges al ung eine ech s-
k eisübe g ei end kohä en en Angebo slandscha besch ieben ( gl. Landesne zwe ks el-
le RÜMSA 2019). Da in is zum einen de Ansp uch en hal en, Leis ungen in de benö ig en
Quali ä quan i a i aus eichend o zuhal en (‚Angebo slücken schließen‘), zum ande en geh
dami auch die E ablie ung eine achlichen Aus ich ung on Angebo en einhe . Dabei ha sich
die Kopplung on indi iduelle Be a ung in eine Anlau s elle mi egionalem Planungs- bzw.
Koo dina ionsau ag in de P axis bewäh ( gl. BMBF 2009). Fü die Be a ung benö ig die
JBA einen gu en Übe blick übe die e schiedenen ( egionalen) Möglichkei en zu Un e s ü -
zung, und umgekeh können die E ah ungen aus Be a ungsp ozessen in die Ges al ung de
Un e s ü zungslandscha ein ließen.
Mi Blick au die Umse zung de UN-BRK, die Sonde sys eme nu zuläss , wenn gemäß
A ikel 2 UN-BRK dami keine Disk iminie ungen und Chancenungleichhei einhe gehen, e -
ände sich diese koo dinie ende Funk ion: Wäh end de zei noch wei gehend Un e s ü zung
und zum Teil auch be u liche Bildung ü iele benach eilig e ode als beein äch ig iden-
i izie e junge Menschen in Sonde sys emen neben dem egulä en be u lichen Bildungs-
sys em angebo en we den, wi d es zukün ig da um gehen, die Regelsys eme g undsä zlich
inklusi auszuges al en. Dabei spielen Un e s ü zungsangebo e wie Le n- bzw. Schulbeglei-
ungen, Soziala bei an Be u sschulen und indi iduelle Assis enzen wei e hin eine g oße Rol-
le. Im Sinne „angemessene[ ] Vo keh ungen“ (A ikel 2 UN-BRK) müssen im Regelsys em die
Hil e- und Un e s ü zungsmaßnahmen o gehal en we den, die no wendig sind, um auch bei
indi iduellen Beein äch igungen an eine egulä en Be u sausbildung eilzuhaben. Im Sinne
on Inklusion bedeu e das, die Hil en bzw. Un e s ü zungsleis ungen im egulä en Be u s-
ausbildungssys em zu in eg ie en. Hin e eine Anlau s elle ü alle, die die be eilig en Rech s-
k eise in eg ie , s eh ideale weise auch eine au den Beda abges imm e in eg ie e Hil e-
landscha . „In eg ie “ mein dabei – wiede um mi Blick au das Konzep de „In eg ie en
Hil en“ (siehe oben) – eine o ganisa ionale Ve knüp ung e einzel e Angebo e im Rahmen
des egulä en Ausbildungssys ems, sodass Hil en wie ‚aus eine Hand‘ geleis e we den kön-
nen. Fü JBA bedeu e dies, dass sie g undsä zlich das SGB IX und seine Ins umen e (z.B.
Budge ü Ausbildung ode A bei , Pe sönliches Budge , Un e s ü z e Beschä igung) mi ein-
beziehen müssen, um inklusi zu a bei en.
Da lau UN-BRK Behinde ung aus de Wechselwi kung zwischen Pe son und Umwel en -
s eh , wi d o allem Un e s ü zung benö ig , die au Si ua ionen eagie en und an ihnen a -
bei en kann, die bes imm e Menschen bei be u liche Bildung bzw. am Übe gang behinde n.
Zwa müssen beispielsweise die Cu icula on be u lichen Ausbildungen be ei s g undsä zlich
inklusi ges al e sein, sodass sie niemanden disk iminie en. Jensei s da on en s eh jedoch in
bes imm en Si ua ionen indi iduell ode ü bes imm e G uppen ein Un e s ü zungsbeda ,
wie e wa Hil en beim Le nen, Kon lik bea bei ung, soziales T aining. Zudem benö igen auch
▶
6 Ins i u ionalisie ung lexible Hil en inne halb de egulä en Be u sausbildung 19
Ausbildungso ganisa ionen, e wa Be iebe ode Be u sschulen, Be a ung und Beglei ung in
bes imm en Fällen (z.B. bei Anpassung on A bei splä zen, Au be ei ung on Leh inhal en,
im Umgang mi sozial schwie igen Si ua ionen e c.). Übe indi iduell zugeo dne e Assis enzen
hinaus is dahe wesen lich, dass die O ganisa ionen des Be u sbildungssys ems bzw. des
Übe gangs Un e s ü zung als egulä en Bes and eil beinhal en. Hil e is dann im Regelsys-
em – insbesonde e an Be u sschulen, abe auch ausbildenden Be ieben ode T äge n – so
ins i u ionalisie , dass sie lexibel den Beda au g ei en kann, de in eine Si ua ion en s eh .
Sie s eh somi po enziell allen imme dann zu Ve ügung, wenn Un e s ü zung benö ig wi d.
Ähnlich läu es be ei s je z mi Schulsoziala bei , die e s ä k auch in Be u sschulen einge-
se z we den könn e. Mi solchen Vo bilde n ließen sich auch Un e s ü zungsins umen e wie
das Ausbildungscoaching ode die Assis ie e Ausbildung („AsA lex“) zukün ig als lexibel
einse zba e Un e s ü zung ges al en. Dami solche Ins umen e au egionale Ebene in dem
hie besch iebenen Sinn on Inklusion im Regelsys em be u liche Ausbildung nu zba sind,
beda es jedoch auch de en sp echenden Ände ungen au den übe geo dne en Ebenen wie
jene de Bundesagen u ü A bei mi ih e Maßnahmelogik und Ve gabep axis mi els Aus-
sch eibungen.
Die Angebo e können du chaus in e schiedene T äge scha bleiben, wenn sie als Be-
s and eil de egulä en Ausbildung agie en. Wie in de JBA selbs sind auch bei de Hil e in
de Be u sausbildung Teama bei und die Einbindung in die S uk u en de Ausbildung, also
in Be u sschulen, Be ieben ode bei Ausbildungs äge n, wesen lich: Um die Un e s ü zung
dem Beda en sp echend zu ges al en, gil es, die e schiedenen mul ip o essionellen Sich -
weisen zusammenzub ingen und mi de Sich de jungen E wachsenen zu ück zu koppeln.
Die einzelnen Fachk ä e agie en dann nich nebeneinande in ih en e schiedenen Rollen,
sonde n mi einande und inden bei Beda ‚maßgeschneide e A angemen s‘ als Lösung ü
besonde e Si ua ionen, in denen Auszubildende benach eilig sind, s igma isie ode disk i-
minie ode in ih e Teilhabe an de Ausbildung behinde we den.
Solch ein A bei s e s ändnis on lexible und in eg ie e Hil e im egionalen Feld zu en -
wickeln und ein den konk e en Beda en o O en sp echendes Angebo o zuhal en, is die
Au gabe de JBA au de s uk u ellen Ebene. Mi eine g undsä zlichen Ins i u ionalisie ung
on in eg ie en, lexibel einse zba en Hil en im Regelsys em de be u lichen Bildung wü de
sich de Koo dinie ungsbeda in de Region gegenübe dem heu igen S and, de du ch eine
Vielzahl on P og ammen und P ojek en im Übe gangsbe eich gekennzeichne is , o aus-
sich lich e heblich eduzie en. Es bliebe die Au gabe bes ehen, den Beda solche Hil en lang-
is ig quan i a i abzuschä zen sowie quali a i wei e zuen wickeln. Sie kann dazu beispiels-
weise Fo bildungen, Dialog o en un e den Ak eu en ini iie en und Planungsda en e heben,
um die Ressou cen geziel an die O e zu lenken, an denen sie benö ig we den. Die JBA hä en
du ch ih e indi iduellen Be a ungen und ih e Anbindung an die jeweiligen Behö den die nö i-
gen In o ma ionen, um als zen ale , ech sk eisübe g ei ende Ak eu diese Au gabe zu übe -
nehmen. So wu de auch in den hie e wähn en Expe enin e iews, die in sechs JBA ge üh
wu den ( gl. hie Kapi el 2), he ausges ell : „Also, die JBA is i gendwie wie die D ehscheibe“
(I5, Z. 1060) in de jeweiligen Region.
20 7 Pa izipa ion junge Menschen und Abbau on Ba ie en
7 Pa izipa ion junge Menschen und
Abbau on Ba ie en
In JBA als ‚One-S op-Go e nmen ‘ wi d nich nu on den Rech sk eisen SGB II, III und VIII
(sowie bes en alls SGB IX) eine gemeinsame Be a ung und ein Eingangsmanagemen aus eine
‚Hand‘ und un e einem ‚Dach‘ e wa e , sonde n auch de Abbau on Ba ie en und die S ä -
kung de Selbs bes immung junge Menschen. Sei 2021 heiß es beispielsweise in §1 SGB VIII:
Kinde - und Jugendhil e soll „jungen Menschen e möglichen ode e leich e n, en sp echend
ih em Al e und ih e indi iduellen Fähigkei en in allen sie be e enden Lebensbe eichen
selbs bes imm zu in e agie en und dami gleichbe ech ig am Leben in de Gesellscha eil-
haben zu können“. Dabei wi d nich nu eine Pa izipa ion an den Angebo en ge o de , son-
de n de be ei s angesp ochene Ansp uch au eine disk iminie ungs eie Teilhabe ges ä k .
Eine disk iminie ungs eie Teilhabe kann dabei nu dann e eich we den, wenn die
jungen Menschen in de be u lichen O ien ie ung und Bildung selbs bes imm en scheiden
können, sodass das Wunsch- und Wahl ech de jungen Menschen e wi klich wi d und sie
an den Regelangebo en des Ausbildungs- und A bei sma k es eilhaben können. Gleichzei ig
s ehen die JBA o de He aus o de ung, am All ag und sozialen Um eld de jungen Menschen
nied igschwellig anzuse zen. En sp echend müss e die A bei de JBA on einem pa izipa i-
en und assis enzo ien ie en Be a ungs e s ändnis gep äg sein und die jungen Menschen
auch wäh end de Du ch üh ung on Maßnahmen beglei en.
Gleichzei ig zeig sich in de P axis, dass diese Ansp uch nu eingelös we den kann, wenn
Zugangsba ie en aus de Pe spek i e de jungen Menschen bea bei e we den. So wi d auch
selbs k i isch in den In e iews des Fo schungsp ojek s „Inklusion in de Be u lichen Bildung“
he ausges ell : „Da si zen imme die al en Sozialpädagogen, die Mi a bei e om, Mi a bei-
e innen om Jobcen e , Agen u ü A bei , die meinen, sie wüss en, was die jungen Men-
schen b auchen. Und wi wollen da auch die jungen Menschen einbeziehen“ (I4, Z. 799 .).
In diesem Fo schungsp ojek sowie in de Halleschen Kinde - und Jugends udie ( gl. Fehse
u. a. 2024) s ell e sich he aus, dass Ba ie en jeweils in de einzelnen Be a ungssi ua ion mi
jungen Menschen aus de Pe spek i e ih e all äglichen Lebensbewäl igung he ausgea bei e
we den müss en – le z lich kann nahezu alles zu Ba ie e ode auch Un e s ü zungs essou ce
we den ( gl. Lemke u. a. 2024). Dennoch lassen sich neben sozials uk u ellen Bedingungen –
wie A mu – au de o ganisa ionalen Ebene de JBA ie Zugangsba ie en nachzeichnen, die
in eine inklusi en JBA mi jungen Menschen imme wiede zu e lek ie en sind, inwiewei
diese Zugänge blockie en:
▶Räumliche bzw. bauliche Ba ie en: Ge ade in ländlichen Regionen, abe auch in G oß-
s äd en s ellen sich ü junge Menschen o e hebliche Mobili ä san o de ungen, um die An-
gebo e on JBA in Ansp uch zu nehmen. Dabei o ien ie en sich JBA mi ih em Ansa z eine
Zen alisie ung on Angebo en zumeis – wie iele ande e Modelle und P og amme – an
eine ‚Re e enzka ego ie S ad ‘, wobei die Mobili ä o ausse zungen ländliche Räume o
nich mi gedach we den ( gl. Beie le/Tillmann/Reissig 2016). So sind junge Menschen
o au den ÖPNV angewiesen, diese is abe ge ade au dem Land schlech ausgebau . Doch
selbs in G oßs äd en – wie Halle (Saale) – is die Mobili ä on Jugendlichen iel ach ein-
gesch änk , wie eine Jugendliche aus einem Sa elli ens ad eil be ich e : „Meine F eunde
wohnen so ehe alle hie so in de S aße. Sons komm’ ich je z nich so iel aus. Schüle -
▶
7 Pa izipa ion junge Menschen und Abbau on Ba ie en 21
icke hab ich nich , und Fah ad, da haben meine El e n was dagegen – wegen dem Ve keh
so“ (J. 12; 19:56-20:05). So besch eiben iele Jugendliche ih en Ak i i ä s adius im S ad -
gebie als besch änk ( gl. Fehse u.a. 2024).
▶Symbolische Ba ie en: Einige JBA sind so ausges al e , dass sie au benach eilig e junge
Menschen wenig a ak i wi ken. Viel ach sind sie äumlich, auch aus Kos eng ünden, di-
ek im Jobcen e angesiedel , das als Anlau s elle bei ielen Jugendlichen o dem Hin e -
g und ih e Rep essionse ah ungen nega i konno ie is ( gl. Fehse u. a. 2024). Auch
die P äsenz on Tü s ehe n im Eingangsbe eich, an denen jede Besuche in und jede Be-
suche in de JBA o bei muss, emp inden die be ag en Jugendlichen als bed ohlich. Eine
Jugendliche e klä : „Wenn da schon imme die A zen am Eingang s ehen, die da imme , die
deinen Te min checken und dich so on oben angucken – da will man schon, so ech gleich
wiede abd ehen“ (J13, 23:17-23:30). So kon ligie en o enba ins i u ionell- unk ionale
Vo keh ungen mi den An o de ungen an eine o en ges al e e Anlau s elle onsei en de
Jugendlichen. G undsä zlich wi d in den Expe enin e iews au die A ak i i ä on JBA
als niede schwellige Anlau s elle hingewiesen, dami „es hie ku ze Wege gib ü die Ju-
gendlichen in einem niede schwelligen Haus, sage ich mal, Jugend ö de ung, Jugendhaus
mi Jugend e , da sind die Leu e cool, das is kein Am , kein Jugendam , kein Sozialam ,
keine Agen u ü A bei “ (I4, Z. 924 .). Eine de be ag en JBA ha mi jungen Menschen
zwei Wo kshops du chge üh und so „eine Bü olandscha ges al e , wo Jugendliche sagen,
sie wü den sich do wohl ühlen“ (I6, Z. 572 .). Schließlich wi k au sie auch de Al e s-
un e schied zu Ansp echpe sonen de JBA zunächs iel ach be emdlich, wo au du ch ein
Team mi jünge en Be a e n bzw. Be a e innen eagie we den könn e.
▶Wissens- und Ve s ehensba ie en: Ein wei e e Be eich on Hü den be i die Wissens-
und Ve s ehens o ausse zungen ü junge Menschen. Hie sind zunächs die sp achlichen
Ba ie en zu nennen, die sich nich nu au Menschen mi Zuwande ungsgeschich e e s e-
cken, sonde n auch au ein Angewiesensein au Leich e Sp ache. Hie liegen In o ma ionen
zumeis nich zielg uppenge ech o , und an den Un e suchungss ando en lieg die Ve -
ügba kei on lediglich eh enam lich ä igen Sp achmi le n bzw. -mi le innen ( gl. Holl-
weg 2021) deu lich un e dem Beda . Ein Jugendliche aus A ghanis an, de übe einen
Sp achmi le zu seinen E ah ungen bei de Be u sbe a ung in de JBA ge ag wi d, schil-
de : „Da hab ich meis ens nich so iel e s anden, wie das alles unk ionie . Abe dann
ag ich ande e aus de Klasse, die schon länge da sind, und die können mi das manchmal
schon e klä en“ (J8, 13:38-47). Dies illus ie , dass hie in o melle Wege auße halb de
Un e s ü zungsins i u ionen wah genommen we den müssen, um de en unzu eichende
sp achliche und inhal liche Übe se zungsleis ung zumindes eilweise zu kompensie en.
Zudem sind die JBA und ih e Angebo e in den Un e suchungs egionen den jugendlichen
Be ag en wei gehend unbekann ( gl. Lemke u.a. 2024).
▶Adminis a i e Ba ie en: Als wich igs e e wal ungsbezogene Ba ie e is die Ableh-
nung on Zus ändigkei du ch einen eingesch änk en K eis de Koope a ionspa ne zu be-
ach en. So sehen manche JBA keine Einbeziehung des Rech sk eises SGB VIII o . Eine
on den Fachk ä en als äuße s wünschenswe be ach e e ‚wa me Übe gabe‘ on jungen
Menschen zu ande en Un e s ü zungsangebo en is somi nich möglich. Auch mi Blick au
Al e sg enzen is die Ausges al ung on JBA – und dami ih e Zus ändigkei en – seh un e -
schiedlich und a iie zwischen Al e sg enzen: un e 25, un e 27 ode un e 35 Jah en
( gl. Engg ube /Neises 2023, S. 8).
22 7 Pa izipa ion junge Menschen und Abbau on Ba ie en
Zugangsba ie en e scheinen als das e ze e Spiegelbild de E möglichung on disk iminie-
ungs eie Teilhabe. JBA sind he ausge o de , imme wiede zu e lek ie en, welche sozialen
und pe sonalen Ressou cen junge Menschen ih Angebo konk e o ausse z ode einen Zu-
gang blockie , diese können indi iduell sind, abe sind iel ach sozial, abe auch o ganisa io-
nal beding und e hinde n die Nu zung on Un e s ü zung und Be a ung du ch die jungen
Menschen ( gl. Mögling/Tillmann/Reissig 2015). Zudem be ich en die jungen Menschen
on E ah ungen ehlende Handlungs- und En scheidungsspiel äume in de Be a ung, da die
s anda disie en, un lexiblen Ve wal ungs e ah en und - o gaben dem en gegens ehen. So
wä e es auch eine Fo m de Pa izipa ion, wenn die JBA egelmäßig eine Rückmeldung und
E alua ion du ch die jungen Menschen übe ih e Angebo e und die Wi ksamkei ih e A bei
o ganisie ( gl. Koope a ions e bund Jugendsoziala bei 2021).
7 Pa izipa ion junge Menschen und Abbau on Ba ie en 23
8 Ausblick: Jugendbe u sagen u en
inklusi ausges al en
Es wu de gezeig , dass sich JBA un e den skizzie en Vo ausse zungen zu Schal s elle ü die
menschen ech lich ge o de e inklusi e Übe gangsges al ung ü junge Menschen am Übe -
gang on de Schule in den Be u en wickeln können. Hie zu müssen die Ak eu e de JBA sich
als Ve an wo ungsgemeinscha e s ehen. Wenn sich JBA als zus ändig ü alle jungen Men-
schen e s ehen und de en indi iduelle In e essen und Beda e zum Ausgangspunk ü die
Be a ung und Un e s ü zung machen, we den de izi o ien ie e Cha ak e is ika übe wunden
und eine neue ‚Ma ke‘ als jugendge ech e Anlau s elle e ablie , die Jugendliche ansp ich , e -
eich und o en ih en Anliegen begegne .
Inklusion wi d wenige du ch einen ausdi e enzie en und häu ig undu chsich igen Übe -
gangsdschungel zwischen Schule und Be u be ö de , sonde n ielmeh du ch eine anspa-
en e und abges imm e Falla bei und Hil es uk u , die an den Beda en de jungen Menschen
anse z . Dami dies inklusi gelingen kann, müssen auch die Fachk ä e aus dem Be eich de
be u lichen Rehabili a ion de Agen u en ü A bei mi in eg ie we den. Zudem is die Ve -
säulung in den Rech sk eisen, die zu Zus ändigkei skonku enzen ode Doppels uk u en üh-
en kann und dadu ch eine inklusi e Falla bei behinde , so z.B. im Ve häl nis zwischen SGB
IX und III, sozial ech lich zu übe winden.
Insgesam beda es de uneingesch änk en Un e s ü zung de Fachk ä e o O du ch
Poli ik, abe auch du ch die Lei ungsebenen in den Kommunen, dami eine Zusammena bei
de Pa ne au Augenhöhe o z de un e schiedlichen o ganisa ionalen Zugänge möglich
wi d. Diese müssen be ei sein, auch ih e Konzep e und Vo gehensweisen anzupassen und das
gemeinsame Neue in den S uk u en und Abläu en zu en wickeln.
▶