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Quantifizierungsprobleme der Entwicklungshilfe

Abstract

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Quantifizierungsprobleme der Entwicklungshilfe

Author: Kröller, Edgar
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1967
DOI: 10.3790/schm.87.5.539
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/291147/1/schm.087.5.539.pdf
K ölle , Edga
A icle
Quan i izie ungsp obleme de En wicklungshil e
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: K ölle , Edga (1967) : Quan i izie ungsp obleme de En wicklungshil e,
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke
& Humblo , Be lin, Vol. 87, Iss. 5, pp. 539-566,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.87.5.539
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/291147
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Quan i izie ungsp obleme de En wicklungshil e
Von Edga K ölle , Pa is
De Beg i und die P oblema ik de En wicklungshil e haben sich
sei Jah en einen es en Pla z in de wissenscha lichen Analyse, in
Pa lamen sdeba en sowie in de ö en lichen Meinung und ih en Me-
dien gesiche . Zei weise zum Modea ikel gewo den, lös e die En -
wicklungshil e zahl eiche Deba en und Auseinande se zungen aus, die
e s in le z e Zei wiede eine meh nüch e nen Be ach ung gewi-
chen sind. Ein Haup g und ü iele Miß e s ändnisse und Fehlin e -
p e a ionen in diesen Auseinande se zungen wa und bleib die Schwie-
igkei , den gesam en Komplex de En wicklungshil e aus dem
schwammigen Beg i swi wa , in den e du ch die b ei e Diskussion
ge a en wa , zu be eien und ihn du ch eindeu ige De ini ionen meß-
ba und in e na ional e gleichba zu machen.
Dieses P oblem de Quan i izie ung de En wicklungshil e is on
An ang an on dem En wicklungshil eausschuß (De elopmen Assi-
s ance Commi ee — DAC) de OECD, dem alle Gebe lände des
Wes ens angehö en, kla e kann wo den. In den Jah en sei seinem
Bes ehen wu den in enge Zusammena bei mi de Wel bank, dem
In e na ionalen Wäh ungs onds und ande en UN-O ganisa ionen e -
hebliche Fo sch i e au diesem Gebie e gemach , doch bleib imme
noch ein wei e F agenk eis o en, wo um Konzep ionen, De ini ionen
und In e p e a ionen ge ungen wi d. Ein wich ige G und ü die
Schwie igkei , in e na ional akzep ie e No men es zulegen, is die
Ta sache, daß übe das echnische P oblem de Quan i izie ung hinaus
hand es e poli ische und inanzielle In e essen de e schiedenen Län-
de du ch eine Regelung in dem einen ode ande en Sinne be üh
we den.
I. De ini ionen de En wicklungshil e1
1. Die OECD-S a is iken
Die OECD is die S elle, die egelmäßig den olls ändigs en Übe -
blick übe die inanziellen Leis ungen de En wicklungshil egebe an
1 Vgl. OECD (H sg.): Finanzielle Leis ungen an En wicklungslände 1961—65.
Pa is 1967.
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540 Edga K ölle
die un e en wickel en Lände gib . Sie e häl ih e Da en du ch ein
Be ich ssys em, au g und dessen alle wes lichen Gebe lände 2 jäh lich
übe Volumen, A , Zweck und Bes immung ih e En wicklungshil e
Au schluß geben. Diese s a is ischen Be ich e dienen auße dem als
Basis ü die jäh liche Übe p ü ung (Annual Aid Re iew), de sich
jedes Land un e wi und de en Gesam e gebnis Gegens and de
jäh lichen, häu ig on den zus ändigen Minis e n besuch en Gip elkon-
e enz (High Le el Mee ing) is , bei de auch de Be ich des Vo si -
zenden des DAC (Chai man's Repo ) o geleg wi d.
Bei de s a is ischen E assung des bila e alen Kapi al e keh s e -
wende die OECD im P inzip dieselben Me hoden und De ini ionen wie
de In e na ionale Wäh ungs onds bei seinen Zahlungsbilanzs a is i-
ken. Als „lang is ig" gil eine Kapi al ansak ion, wenn sie keine
es en Rückzahl is un e lieg ode wenn diese ein Jah übe s eig .
„Finanzielle Leis ungen" um assen nich nu T ansak ionen in ba
ode au K edi , sonde n auch den geldlichen Gegenwe on Wa en
( o allem Nah ungsmi ellie e ungen) und Diens leis ungen ( o al-
lem Technische Hil e). Die Zahlen beziehen sich au lau ende P eise.
2. Die En wicklungslände
Als En wicklungslände gel en alle Lände , die wede en wickel
sind noch zum Os block gehö en. Als en wickel gel en alle OECD-
Lände (auße G iechenland, Spanien und de Tü kei) sowie Aus a-
lien, Neuseeland, Finnland und die Süda ikanische Union.
3. Zusagen und Auszahlungen
Mi eine „Zusage" e p lich e sich ein Gebe land du ch eine es e
Ve einba ung (Ve ag) gegenübe einem Nehme land, diesem En -
wicklungshil e in einem bes imm en Volumen zu bes imm en Bedin-
gungen ü einen bes imm en Zweck zu Ve ügung zu s ellen. Anga-
ben übe Zusagen we den au eine B u obasis ausgewiesen. Wenige
es e En wicklungshil e e sp echungen wie „Rahmenzusagen", allge-
meine Budge sä ze ode Be äge, die noch Gegens and on Ve hand-
2 Dem En wicklungshil eausschuß gehö en auße dem Nich -OECD-Land Aus a-
lien die olgenden OECD-Lände an: Belgien, Dänema k, Deu schland, England,
F ank eich, I alien, Japan, Kanada, Niede lande, No wegen, Ös e eich, Po ugal,
Schweden und die USA.
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Quan i izie ungsp obleme de En wicklungshil e 541
lungen mi En wicklungslände n sind, we den nich als Zusagen ausge-
wiesen. Zusagen bedeu en einen po en iellen Kapi al ans e und spie-
geln die En wicklungshil epoli ik des be e enden Gebe landes wide .
„Auszahlungen" be e en den Kapi al luß, de a sächlich e olg
is . Ih e Höhe wi d häu ig du ch echnische Gegebenhei en beding , wie
den Abschluß on P ojek o be ei ungen, P ä-In es i ionss udien e c.
ö en liche Auszahlungen wäh end eines Be ich szei aumes we den
ausgewiesen als 1. B u osumme, 2. Ne o-Leis ung (un e Abzug on
Rückzahlungen), 3. Ne o-T ans e (un e Abzug on Rückzahlungen
und Zinsen). Auszahlungen on P i a kapi al we den g undsä zlich als
Ne o-Leis ung ausgewiesen, d.h. Neuin es i ionen abzüglich Desin-
es i ionen (Kapi al epa iie ung) und neue K edi e abzüglich Rück-
zahlungen (Zinsen und Di idenden we den also nich abgezogen). Die
Angaben beziehen sich dabei au die Fo de ungen de Gebe lände
gegenübe den Nehme lände n, wäh end Ve ände ungen ih e Ve -
bindlichkei en gegenübe den Nehme lände n (z.B. du ch Kapi al-
luch ) unbe ücksich ig bleiben.
4. ö en liche Leis ungen
ö en liche Leis ungen um assen die Mi el, die du ch die Regie ung
ode ö en liche S ellen de Gebe lände den un e en wickel en Län-
de n ü wi scha liche (also nich -mili ä isdie) Zwecke zu Ve ügung
ges ell we den. Im einzelnen sind da in en hal en:
1. Bila e ale Geschenke (Zuschüsse) in ba , Wa en (Nah ungsmi -
el) ode Diens leis ungen (Technische Hil e) sowie geschenka ige
(d.h. nich in ha e Wäh ung ückzahlba e) K edi e. Sachleis ungen,
o allem Nah ungsmi ellie e ungen de USA, we den dabei im allge-
meinen zu Wel ma k p eisen, zum Teil abe auch zu den höhe en in-
ländischen Ankau sp eisen bewe e . Technische Hil e wi d au g und
des — e schiedenen — Lohnni eaus in den jeweiligen Gebe lände n
bewe e .
2. Bila e ale K edi e, die in ha e Wäh ung ückzahlba sind:
Neben Neuausleihungen en häl diese Pos en Konsolidie ungsk edi e
(d. h. die Ve länge ung de Lau zei eines ö en lichen K edi s) und
Re inanzie ungsk edi e (d. h. die Umwandlung eines P i a k edi es in
eine ö en liche Anleihe).
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542 Edga K ölle
3. Mul ila e ale Leis ungen: Zuschüsse an die e schiedenen UN-
O ganisa ionen, Bei äge an die Wel bank und ih e Filialen sowie an
den En wicklungshil e onds de EWG, die In e ame ikanische En -
wicklungsbank, die Asia ische En wicklungsbank e c.
5. P i a kap i al
Die Haup ka ego ien sind: 1. Di ek in es i ionen, einschl. ein e-
s ie e Gewinne, und de E we b on Be eiligungen an einem wi -
scha lichen Un e nehmen in einem En wicklungsland; 2. We papie -
in es i ionen in En wicklungslände n und mul ila e alen Finanzie-
ungsins i u en; 3. Finanzie ungsk edi e; 4. Expo k edi e. Hie we -
den nu die Ne o-Ve ände ungen de Expo k edi e an En wicklungs-
lände wäh end des be e enden Be ich szei aumes ausgewiesen.
6. Technische Hil e
Sie um aß ö en liche (d. h. nich p i a e) Leis ungen ü in die
En wicklungslände en sand e Fachk ä e und En wicklungshel e so-
wie ü die Ausbildung on S uden en und P ak ikan en aus En wick-
lungslände n.
Tabelle 1 a gib eine Au gliede ung de wich igs en Komponen en
de En wicklungshil e ü alle Gebe lände insgesam in den Jah en
1964 bis 1966. Tabelle 1 b zeig ü die Haup -Gebe lände ö en liche
bila e ale Zusagen, B u oleis ungen, Ne oleis ungen und Ne o ans-
e s im Jah e 1966.
Tabelle 1 a
Finanzielle Leis ungen de DAC-S aa en 1964
—
1966
(Ne o-Auszahlungen in M d. DM)
1964 1965 1966
ö en liche Leis ungen, bila e al 22,0 23,0 23,7
ö en liche Leis ungen, mul ila e al . .. 1,5 1,8 2,1
P i a e In es i ionen und K edi e 9,3 13,4 9,2
P i a e Expo k edi e 3,5 3,0 4,5
Insgesam 36,3 41,2 39,5
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Quan i izie ungsp obleme de En wicklungshil e 543
Tabelle 1 b
Ö en liche bila e ale Leis ungen 1966
(in M d. DM)
Zusagen B u o-
Auszahlungen
Ne o-
Auszahlungen
Ne o-
T ans e
USA 17,8 15,6 14,2 13,2
F ank eich 3,9 3,1 2,8 2,6
Deu schland 1,9 2,2 1,8 1,5
England 1,8 2,1 1,8 1,5
Sons ige 5,9 4,0 3,1 2,9
Insgesam 31,3 27,0 23,7 21,7
Quelle: OECD (H sg.): En wicklungshil e — Poli ik und Leis ungen. Jah esp ü-
ung 1967. Pa is 1967.
II. B u o- und Ne o-Leis ungen
Die Gebe lände des Wes ens haben sich e p lich e , den En wick-
lungslände n ein bes imm es und s eigendes Volumen an En wicklungs-
hil e zu Ve ügung zu s ellen. Sowei diese Hil e in Fo m on K edi-
en e geben wi d, besch änk sich ih en wicklungs ele an e Teil wie
auch die wi scha liche Belas ung des Gebe landes au die Ne o-Lei-
s ung, d. h. die in dem be e enden Be ich szei aum neu gewäh en
K edi e abzüglich Rückzahlungen ühe e K edi e. Zu Be echnung
des Ne o-T ans e s müß en auße dem noch die Zinse äge abgezogen
we den. Obwohl die Tendenz in Rich ung de Ne o-T ans e -De ini-
ion geh , is diese nich unums i en. Zunächs wü den zahlungsbi-
lanz echnisch lau ende T ansak ionen mi Kapi al ansak ionen e -
meng . Genau genommen müß en auße dem au de Sei e des Emp än-
ge landes on den Zinszahlungen die Ren abili ä des au genommenen
K edi es abgezogen we den ode zumindes de Teil, de expo ö -
de nd ode impo spa end wi k . Aus G ünden de Nich -Quan i izie -
ba kei sind solche Ve eine ungen des Ne o-T ans e s alle dings
p ak isch nich möglich.
Eines is jedoch kla : Um eine bes imm e kün ige Ne o-Leis ung zu
e eichen, müssen die Gebe lände spä e um so meh B u o-Hil e
geben, je hä e die je zigen Bedingungen ih e En wicklungshil e sind.
Ande s ausged ück : Je kulan e ih e gegenwä ige Bedingungen, des o
wenige b auch spä e das B u o olumen die Ne o-Leis ung zu übe -
sch ei en.
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544 Edga K ölle
Wie seh ein ela i ha e K edi — zu 6% und 15 Jah en — die
Sche e zwischen B u o-Be ag, Ne o-Leis ung und Ne o-T ans e
zunehmend ö ne , zeig Tabelle 2. Wenn jedes Jah ein B u o-K edi
on 1000 gegeben wi d, so be äg de Ne o-T ans e nu im e s en
Jah e 1000, da wede Zins- nodi Rückzahlungen an allen. De im zwei-
Tabelle 2
B u ok edi , Ne oleis ung und Ne o ans e
eine Anleihe zu 6% Zinsen mi 15 Jah en Rückzahlung
Jah B u o-
K edi
Auss ehende
Schulden
Rück-
zahlung Zinsen Ne o-
Leis ung
Ne o-
T ans e
(1) (2) (3) (4) (5) =
(1)
—(3) (6) = (5)-(4)
B u ok edi on 1000 p o Jah
5 1 000,0 4 333,0 266,8 216,0 733,2 517,2
10 1 000,0 6 998,5 600,3 395,9 399,7 3,8
15 1 000,0 7 996,5 933,8 475,8 66,2 - 409,6
20 1 000,0 7 994,0 1 000,5 379,7
—
0,5 - 480,2
25 1 000,0 7 991,5 1 000,5 479,5 -0,5 - 480,0
30 1 000,0 7 989,0 1 000,5 479,4 -0,5 - 479,9
40 1 000,0 7 984,0 1 000,5 479,1 -0,5 - 479,6
50 1 000,0 7 979,0 1 000,5 478,8 -0,5 - 479,3
60 1 000,0 7 974,5 1 000,5 478,5 -0,5 - 479,0
Ne o ans e on 1000 p o Jah
5 1 583,3 5 637,1 320,8 262,5 1 262,5 1 000,0
10 2 670,8 13 180,7 981,3 689,5 1 689,5 1 000,0
15 4 336,6 23 275,8 2 075,7 1 260,9 2 260,9 1 000,0
20 6 505,2 36 785,3 3 479,6 2 025,6 3 025,6 1 000,0
25 9 399,9 54 864,0 5 351,0 3 048,9 4 048,0 1 000,0
30 13 300,0 79 057,3 7 881,7 4 418,3 5 418,3 1 000,0
40 25 460,1 154 760,3 15 756,7 8 703,4 9 703,4 1 000,0
50 47 247,8 290 332,9 29 870,5 16 377,3 17 377,3 1 000,0
60 86 267,5 533 122,9 55 147,3 30 120,2 31 120,2 1 000,0
Quelle: D agosla A amo ic and Associa es: Economic G ow h and Ex e nal
Deb . Johns Hopkins P ess. 1964.
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Quan i izie ungsp obleme de En wicklungshil e 545
en Jah gegebene B u ok edi on 1000 wi d be ei s du ch die au -
g und des K edi s om e s en Jah en s ehenden Zinszahlungen (60)
und Rückzahlungen (66,7) e minde . De Ne o ans e be äg so-
mi nu noch 873,3. Im ün en Jah e sink e au 517,2 und ab dem
el en Jah e wi d e nega i .
Umgekeh ausged ück : Um einen jäh lichen Ne o ans e on 1000
zu e eichen, genüg nu im e s en Jah ein B u o-K edi on 1000,
da noch kein Schuldendiens an äll . Im zwei en Jah müß e de
B u o-K edi be ei s au 1126,7 ans eigen, denn de K edi om e -
s en Jah muß mi 60 ü Zinsen und mi 66,7 ü Rückzahlungen be-
dien we den. Im ün en Jah müß e de B u o-K edi au 1583
s eigen, im zehn en Jah e au 2671 usw.
Daß leich e e K edi bedingungen das B u o-Ne o-Ve häl nis we-
sen lich beein lussen, soll in Tabelle 3 illus ie we den. Um einen
jäh lichen Ne o-T ans e on 1000 zu gewäh leis en, müß e im Jah e 30
de B u o-K edi 13 300 sein, wenn e zu 6 % und 15 Jah en gegeben
wi d, dagegen nu 3907 bei 3 % Zinsen und 40jäh ige Rückzahl is .
Tabelle 3
Nö ige jäh liche B u ok edi Dach 30 Jah en, um einen jäh lichen
Ne o ans e on 1000 zu gewäh leis en — Ve schiedene Anleihebedingungen
Anleihebedingungen Ne o-
T ans e
B u o-
K edi
Auss ehende
Schulden
Rück-
zahlung Zinsen
Zins (%>) F is
(Jah e)
Ne o-
T ans e
B u o-
K edi
Auss ehende
Schulden
Rück-
zahlung Zinsen
6 15 1 000 13 300 79 058 7 882 4 418
6 40 1000 7 827 79 058 2 409 4418
3 15 1000 7 388 47 575 5 032 1 357
3 45 1 000 3 907 47 575 1551 1357
IDA-Bedingungena) 1000 1635 33 503 393 242
a) Die IDA, In e na ional De elopmen Associa ion (eine Filiale de Wel bank),
gib ih e K edi e zu 8/4®/o Zinsen. Die Rückzahlung e olg om 11. zum 20. Jah
mi jäh lich 1 °/o und om 21. zum 50. Jah mi jäh lich 3°/o de K edi summe.
Quelle: D agosla A amo ic and Associa es: Economic G ow h and Ex e nal
Deb . Johns Hopkins P ess. 1964.
III. Die Me hoden des abgezins en Gegenwa we es
En wicklungshil e wi d in Ges al on Zuschüssen und K edi en zu
s a k oneinande abweichenden Bedingungen hinsich lich Zinssa z
und F is igkei gegeben. Die F age en s eh somi , wie man diese
35 Schmolle s Jah buch 87,5
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546 Edga K ölle
Elemen e sinn oll agg egie en kann. Im P inzip haben sich zwei Me-
hoden he ausgebilde : die Ne o-Me hode und die Me hode des abge-
zins en Gegenwa swe es.
Die Ne o-Me hode zähl ü den be e enden Zei aum Zuschüsse
und B u o-K edi e zusammen, zieh om Gesam be ag die im
gleichen Zei aum einlau enden Rückzahlungen ab und e häl somi
die Ne o-Leis ung. Ein wei e e Abzug de Zinszahlungen e gib den
Ne o-T ans e . Somi be ücksich ig diese Me hode die K edi bedin-
gungen de Ve gangenhei .
Im Gegensa z dazu be ücksich ig die Me hode des abgezins en Ge-
genwa swe es die Zukun . Sie e gleich den Gesam s om des au -
g und eine bes imm en K edi e gabe älligen Schuldendiens es mi
de Kapi alsumme, die das gleiche K edi olumen, zu einem bes imm-
en, al e na i en Zinssa z angeleg , e b ach hä e. Diesem Ve gleich
un e lieg die Übe legung, daß de als En wicklungshil e zu Ve ü-
gung ges ell e K edi im Gebe land eine höhe e Rendi e e b ach
hä e, so daß de Gebe ein um so g öße es Op e au sich genommen
ha , je meh de al e na i e Zinssa z die a sächlichen K edi bedin-
gungen übe s eig . Die Di e enz zwischen dem Nominalwe des K e-
di s und dem zu dem al e na i en Zinssa z abgezins en Schuldendiens
is das „Zuschußelemen " des K edi s und wi d häu ig als P ozen sa z
des K edi s ausged ück .
Man benu z dabei olgende Fo mel3 ü das Zuschußelemen :
* Ti + Zi
Z = N — Z
= 1
(l+Q
De Vo eil de Me hode4 lieg da in, daß sie mi einem einzigen
Pa ame e (Z) die wesen lichen K edi bedingungen ausd ück und so-
mi K edi e und K edi p og amme e schiedene Auss a ung gu
e gleichba mach .
Ein besonde es P oblem lieg in de Wahl des Abzinsungssa zes, de
de al e na i en Ve wendung des K edi s en sp ich . Soll da ü ein
einhei liche Zinssa z ü alle Lände gewähl we den, de die allge-
meine Kapi alp oduk i i ä ausd ück und dessen Höhe bei e wa 10 %
zu e mu en is ? Ode soll man ü jedes Land den he schenden Zins-
sa z ü lang is iges ö en liches Kapi al he anziehen? Dies sind
3 Hie bei bedeu en: Z = Zuschußelemen , N = Nominalwe des K edi s, l =
Lau zei in Jah en, Ti, Zi = im Jah e i ällige Tilgungs- und Zinszahlungen, q =
al e na i e Zinssa z (als B uch eil on 1).
4 Vgl. Go an Ohlin: Fo eign Aid Policies Reconside ed. De elopmen Cen e S u-
dies, OECD. Pa is 1966. — John A. Pincus: The Cos o Fo eign Aid. Re iew o
Economics and S a is ics. XLV (1963).
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Quan i izie ungsp obleme de En wicklungshil e 553
Expo au äge zu ück. Schließlich lieg ein wesen liches K i e ium de
olkswi scha lichen Belas ung in dem Maße, zu dem einheimische
Kapazi ä en ausgenu z sind ode b ach liegen.
Bei de Beu eilung de ela i en Belas ung is die allgemeine Wi -
scha sk a des Gebe landes in die Übe legung einzubeziehen sowie
sein Kapi albeda ü Inlandsin es i ionen, die Un e s ü zung inlän-
dische No s andsgebie e sowie besonde e na ionale Gegebenhei en
(z.B. Flüch lingsp oblem, auße gewöhnliche Ve eidigungslas en e c.).
Hinzu kommen s uk u elle Budge - und Zahlungsbilanzschwie ig-
kei en.
Die allgemeine Wi scha sk a eines Landes schläg sich wei gehend
im P o-Kop -Einkommen niede . Es is dahe wiede hol o geschlagen
wo den, das P o-Kop -Einkommen zum Ausgangspunk eines Sys ems
zu machen, das die Ve gabe on En wicklungshil e ähnlichen Regeln
un e wi , wie dies eine p og essi e Bes eue ung u .
Hie bie en sich zwei g undsä zliche Möglichkei en an: die Anwen-
dung eines p og essi en S eue sa zes ode eines p opo ionalen Sa zes
nach Abzug eines F eibe ages ü jedes Land. Als F eibe ag könn en
beispielsweise DM 600,— gewähl we den, was dem du chschni lichen
P o-Kop -Einkommen de un e en wickel en Lände en sp ich . Auch
ande e Be äge ließen sich ech e igen. De Abzug eines gleich hohen
F eibe ages wü de sich na ü lich au die einzelnen Gebe lände e -
schieden auswi ken. Wäh end ein Abzug on DM 600,— das P o-Kop -
Einkommen de USA nu um 5% e minde n wü de, wü de es bei
Deu schland um 10%, bei Japan um 25% und bei Po ugal um 40%
sinken. Da das so e minde e Volkseinkommen dann als Basis ü
einen p opo ionalen Bei ag dienen wü de, wä en die Auswi kungen
au die Las en e eilung de En wicklungshil e e heblich. En schei-
dend wä e, wie hoch de F eibe ag gewähl wi d.
Zu einem gegen eiligen E gebnis üh de Einwand, daß die Volks-
einkommen de nich -ame ikanischen Lände du ch die Um echnung
zu dem o iziellen Wechselku s un e bewe e sind. Die Un e bewe -
ung se z sich somi auch in jedem An eil des Volkseinkommens o .
Wü de man dagegen Kau k a pa i ä en (die eilich wiede ih e
eigene P oblema ik haben) zu Kon e sion he anziehen, so wü de das
P o-Kop -Einkommen — bewe e zu in e nen US-P eisen — bei den
USA gleich bleiben, sich abe im Falle Deu schlands um ca. 40%, bei
Japan um 75 % und bei Po ugal um 160 % e höhen.
All diese Übe legungen haben bis je z noch zu keine akzep ie en
Fo mel ge üh , die au den in e nen Las enausgleich anwendba wä e.
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554
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Quan i izie ungsp obleme de En wicklungshil e 555
De einzige Sch i , zu dem sich das DAC du chge ungen ha , is ein
Ve gleich de ela i en Posi ionen de einzelnen Gebe lände hinsich -
lich ih es P o-Kop -Einkommens au de einen Sei e und des An eils
ih e En wicklungshil e (un e al e na i en De ini ionen) am Volks-
einkommen au de ande en Sei e. Diese Ve gleich be uh da au , daß
sich eine P og ession in einem s eigenden An eil de En wicklungshil e
am Volkseinkommen bei einem höhe en P o-Kop -Einkommen niede -
schlagen müsse.
Diese Ve gleich is in Tabelle 6 da ges ell . Sie zeig z.B., daß
F ank eich mi seinem P o-Kop -Einkommen den 7.—10. Pla z ein-
nimm , mi seine En wicklungshil e abe an de Spi ze lieg . Die USA,
ande sei s liegen mi dem P o-Kop -Einkommen an de e s en, mi de
En wicklungshil e abe an de 4.—8. S elle. Fü Deu schland is die
ela i e Posi ion un e beiden Gesich spunk en e wa gleich. Im allge-
meinen e ände sich die ela i e Posi ion de einzelnen Lände un e
al e na i en De ini ionen de En wicklungshil e wenig. Eine Ausnahme
is z. B. Po ugal, dessen Ne o-T ans e (du ch hohe Zinse äge) we-
sen lich un e seine Ne o-Leis ung lieg . Bei Ös e eich wi d du ch
ha e Bedingungen (s aa liche Expo k edi e) das Zuschußelemen un-
e häl nismäßig s a k e inge und seine ela i e Posi ion un e
diese De ini ion en sp echend e schlech e .
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VI. Ku z is ige Angebo sbesch änkungen
In de e s en Häl e dieses Jah zehn es is das eale Sozialp oduk
de Gebe lände im Du chschni um 5 % p o Jah ges iegen. Im Ge-
gensa z zu diesem eno men wi scha lichen Au schwung ha das Volu-
men ih e En wicklungshil e wäh end dieses Zei aumes nich annä-
he nd so s a k zugenommen. Als Haup g ünde da ü wu den o wie-
gend Budge - und Zahlungsbilanzschwie igkei en ange üh .
Bei nähe e Be ach ung schein die wah e U sache jedoch die nie-
d ige P io i ä gewesen zu sein, die de En wicklungshil e in de ö en -
lichen Ausgabenpoli ik de Gebe lände einge äum wu de. Da En -
wicklungshil e im allgemeinen nich Teil eine länge is igen Finanz-
planung is , wi d sie bei Haushal s- und Zahlungsbilanzschwie igkei en
be o zug gekü z , ohne ande sei s on Budge - und Zahlungsbilanz-
übe schüssen en sp echend zu p o i ie en6. Hinzu komm , daß die Ge-
be lände im Zeichen de Vollbeschä igung und de ollen Kapazi ä s-
0
Die wich igs e Ausnahme is wohl Deu schland, das 1961 ü 840 Millionen DM
Wel bankbonds kau e.
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556 Edga K ölle
ausnu zung wenig Anlaß ha en, En wicklungshil e geziel ü die
Nach ages eige ung einzuse zen.
Tabelle 7 zeig , daß das Volumen de ö en lichen En wicklungshil e
an den gesam en ö en lichen Ausgaben nu einen ge ingen An eil ha :
knapp 2 °/o im Du chschni bei allen Lände n in den Jah en 1961—65.
Bei diesem Ve gleich is alle dings zu beach en, daß diese An eil nich
in allen Lände n mi de Budge belas ung iden isch is . Wäh end
Aus alien, Belgien, Dänema k, Holland, No wegen, Po ugal und
Schweden z. B. 1965 ih e gesam e ö en liche En wicklungshil e aus
dem Haushal inanzie en, wa das bei F ank eich zu 90% de Fall,
bei England zu 75%, bei Kanada zu 70%, bei Deu schland und den
USA zu 60%, bei I alien und Japan zu einem D i el und bei Ös e -
eich zu 15%. De Res kam om Kapi alma k und on besonde en
Finanzie ungsins i u en (z. B. K edi ans al ü Wiede au bau in
Deu schland). Auße dem wi d die wah e Budge belas ung dadu ch e -
schleie , daß Rückzahlungen on En wicklungshil e nich un e dem
be e enden Haushal s i el, sonde n als allgemeine s aa liche Ein-
nahmen e buch we den. Dadu ch muß jeweils imme wiede de
B u obe ag genehmig we den. Selbs wenn — als heo e ische Fall
— die En wicklungshil e nu die Rückzahlungen inanzie e, die Ne o-
Leis ung also Null wä e, wü de die Genehmigung des u. U. hohen B u -
obe ages ein Budge p oblem da s ellen.
Zu Be echnung de e ek i en Budge belas ung müß en auße Rück-
zahlungen auch Zinse äge aus ühe en En wicklungshil ek edi en
abgezogen we den. Ande sei s müß e man dann die Zinszahlungen
hinzu echnen, die die Regie ung du ch die Au nahme on En wick-
lungshil ekapi al au dem einheimischen Kapi alma k au b ingen muß.
In den Jah en 1961 bis 1965 is de An eil de ö en lichen En -
wicklungshil e an den gesam en ö en lichen Ausgaben lau end gesun-
ken — on 2,1 au 1,8%. Von dem Zuwachs an s aa lichen Ausgaben
in diesem Zei aum p o i ie e die En wicklungshil e nu zu 0,2%.
Dies e gib einen Elas izi ä skoe izien en on 0,1: P o ein P ozen Zu-
wachs an ö en lichen Ausgaben wuchs die En wicklungshil e nu um
0,1 %.
Dies zeig , daß die En wicklungshil e mi ande en ö en lichen Aus-
gabeka ego ien, o allem Ve eidigungs-, In es i ions- und Sozialaus-
gaben, nich e olg eich konku ie en konn e. Wäh end ü alle Gebe -
lände im Du chschni in den Jah en 1961—1965 die En wicklungs-
hil e p o Jah nu um 0,8 % s ieg, s iegen die Ve eidigungsausgaben
um 2,9%, die ö en liche Kapi albildung um 8,7% und Sub en ionen
und T ans e s um 9,4%. Fü einzelne Lände is de Un e schied in
den Wachs ums a en noch ausgep äg e .
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558 Edga K ölle
Audi Zahlungsbilanzschwie igkei en du ch die Ve gabe on En wick-
lungshil e we den häu ig wenig sachkundig da ges ell und dienen
als Rech e igung ü die wei e b ei e e Lie e bindung7.
Im P inzip üh die Ve gabe on En wicklungshil e en wede zu
einem en sp echenden Expo du ch das Gebe land ode ein ande es
Land ode zu eine E höhung de De isen ese en des Emp änge -
landes. Selbs wenn die En wicklungshil e oll in einen en sp echenden
Expo du ch den Gebe umgese z wi d, können ü ihn Zahlungs-
bilanzsdiwie igkei en en s ehen: Das ausge üh e Gu ha gewöhnlich
einen gewissen Impo an eil, ode es hä e an das En wicklungsland
ode ein ande es Land zu no malen komme ziellen Bedingungen aus-
ge üh we den können.
Fü das einzelne Gebe land is alle dings nich so seh die du ch-
schni liche, sonde n die ma ginale Belas ung de Zahlungsbilanz du ch
eine E höhung seine En widdungshil e on Bedeu ung. S udien haben
e geben, daß diese Ma ginalbelas ung z. B. ü England und Deu sch-
land e heblich un e 50% lieg . Eine S udie ü die USA übe den
Rück lußan eil ( eedback a io) nich -lie e gebundene En wicklungs-
hil e e gab, daß sich En wicklungshil e nach La ein-Ame ika zu 55%,
nach dem Fe nen Os en (auße Japan) zu 47 %, nach dem Nahen Os en
und Südasien zu 31 % und nach A ika zu 15 % in Expo en niede -
schläg 8.
Diese Zusammenhänge lassen e hebliche Zwei el au kommen hin-
sich lich de Möglichkei , Zahlungsbilanzschwie igkei en du ch En wick-
lungshil ekü zungen wi ksam zu begegnen. Hinzu komm de zei liche
Phasen e zug zwischen Zusagen und Auszahlungen, de ü die ge-
sam e En wicklungshil e du chschni lich e wa 1,5 Jah e und ü In-
es i ionsp ojek e 3—4 Jah e be äg und somi eine p omp en Aus-
wi kung on Einspa ungen au die Zahlungsbilanz im Wege s eh .
VII. Be echnung des En wicklungshil ebeda s
Die Konzep ion eines „Kapi albeda s" de En wicklungslände
wu de au de Gen e Wel handelskon e enz on 1964 schlaga ig ins
Lich de Ö en lichkei ge ück . Die Gebe lände wu den mi mas-
si em p opagandis ischem Au wand mi eine Be echnung kon on-
ie , wonach die un e en wickel en Lände 1970 ein Zahlungsbilanz-
7
Ande e G ünde da ü sind de Wunsch, mi dem inanzie en P ojek oll
iden i izie zu we den, die Gewinnung on Expo mä k en und Rücksich au die
ö en liche Meinung.
8 The Uni ed S a es Balance o Paymen s in 1968. The B ookings Ins i u ion.
Washing on. D. C. 1963.
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Quan i izie ung8p obleme de En wicklungshil e 559
de izi on 20 M d. Dolla au weisen wü den, wenn sie das Wachs ums-
ziel des „U. N.-En wicklungsdezenniums" on jäh lich 5 % ih es So-
zialp oduk es e eichen wollen. Diese (nach dem Gene alsek e ä de
Kon e enz benann e) „P ebisch-Lücke" soll e sowohl du ch ein höhe-
es Volumen an En wicklungshil e als auch du ch höhe e Eigenleis un-
gen de En wicklungslände gedeck we den. Sie s i e e iel Ve wi -
ung und wa meh du ch ideologischen Schwung als du ch Realismus
gep äg und ha dahe iel be ech ig e K i ik ge unden. Sei he sind
Lücken-(gap-)Be echnungen s a k in Mode ge a en9. Ih e Haup ypen
und Quan i izie ungsp obleme sollen hie ku z skizzie we den.
G undsä zlich gib es zwei Me hoden, den Kapi albeda zu be ech-
nen. Die eine Me hode geh on einem bes imm en En wicklungsziel
aus — meis eine bes imm en Wachs ums a e des Sozialp oduk s —.
be echne den I we& i ions- bzw. Impo beda , schä z die eigene
Spa - bzw. Expo leis ung und e häl somi die Lücke, die zu F emd-
inamzie ung üb ig bleib . Die ande e Me hode basie au de Kapi al-
au nahme ähigkei de En wicklungslände („abso p i e capaci y").
Bei de Be echnung, die au einem bes imm en En wicklungsziel
au bau , s oßen wi selbs bei de on den Ve ein en Na ionen p o-
klamie en Wachs ums a e on jäh lich 5 % des Sozialp oduk s de
En wicklungslände au Unkla hei en. Die Meinungen gehen ausein-
ande , ob dami eine du chschni liche Ra e ü alle Lände und den
gesam en Zei aum 1960—1970 gemein is ode eine jäh liche Min-
des a e ü jedes Land; e ne ob diese Ra e au das jeweils ges ie-
gene Sozialp oduk anzuwenden is („Compound a e") ode e s am
Ende de Pe iode e eich we den soll („ e minal a e"). Die Auswi -
kung de einen ode ande en De ini ion au den Kapi albeda is
e heblich.
Is eine Wachs ums a e gewähl , gabel sich die Me hode: En wede
man be echne den In es i ionsbeda du ch Mul iplika ion de Wachs-
ums a e mi dem Kapi alkoe izien en und zieh da on die geschä z e
Spa leis ung ab (In es i ionslücke). Ode man schä z den Impo -
beda und zieh da on die p ojezie en Expo e löse ab (Impo lücke).
Be echnungen de In es i ionslücke haben einen op imis ischen
T end, da die G enzspa a e imme höhe als die Du chschni sspa -
a e angenommen we den kann: Die Lücke wi d kleine . Be echnungen
9 Vgl. Edga K ölle : Volumen und Ve eilung de En wicklungshil e. Außenwi -
scha . Mä z 1966. — OECD (H sg.): Quan i a i e Models as an Aid o De elop-
men Assis ance Policy — A epo by he expe g oup on he uses o analy ical
echniques. Pa is 1967. Siehe audi die do au ge üh e Li e a u .
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560 Edga K öllc
de Impo lücke dagegen haben eine pessimis ische Tendenz, da die
jäh liche Zuwachs a e de nö igen Impo e höhe angenommen wi d
als die de (nach agebeding en) Expo e: Die Lücke wi d g öße . Bei-
des kann abe nich wah sein, denn ex pos sind beide Lücken iden-
isch. De Anpassungsp ozeß kann beispielsweise so e lau en: Ein
höhe es ex-an e-Spa olumen wi d mangels Expo - und dami Impo -
möglichkei en „ us ie " und so lange in den Konsum abged äng ,
bis sich die nied ige e In es i ionslücke au die Impo lücke e höh .
Ode beide Lücken kon e gie en du ch Impo subs i u ion in de Mi e.
Die ielen — meis be ech ig en — Einwände gegen die Lücken-
be echnungen sollen hie nich wiede hol we den. Es genüge de Hin-
weis, daß e hebliche Quan i izie ungsp obleme bei de Schä zung de
k i ischen Pa ame e en s ehen — z. B. du ch die in e empo ale und
in e geog a ische Va ia ion des Kapi alkoe izien en. Neben diesem
P oblem de Vo ausschä zung echnische Rela ionen und ökonomi-
sche E wa ungen müssen zu Bes immung gewisse Pa ame e We -
u eile ge äll we den: Welche Wachs ums a e soll den En wicklungs-
lände n zuges anden und welche Eigenleis ungen, die sich in de Spa -
a e und im Kapi alkoe izien en (In es i ionse izienz) niede schlagen
wü den, sollen ihnen ab e lang we den?
Die Me hode de Schä zung des Kapi albeda s de En wicklungs-
lände au g und ih e Kapi alau nahme ähigkei — u sp ünglich on
Max F. Millikan und Wal Whi man Ros ow en wickel und 1965 on
de Wel bank wiede au geg i en — o de , so iel Kapi al zu Ve -
ügung zu s ellen, wie „p oduk i " e wende we den kann. Da jedoch
die Kapi alau nahme ähigkei ab einem gewissen In es i ions olumen
eine Funk ion sinkende Ren abili ä is , en s eh auch hie die F age,
welche Mindes en abili ä s a e („cu -o a e o e u n") die Gebe -
lände den einzelnen En wicklungslände n zu konzedie en be ei sind.
Hinzu i das äuße s schwie ige P oblem, die Ren abili ä des
eingese z en Kapi als zu messen. Mak o-ökonomisch is das ohnehin
kaum möglich, und au de P ojek ebene en s ehen ande e Ve ze -
ungen: Du ch den Subs i u ionse ek eigewo dene einheimische
Mi el inanzie die En wicklungshil e häu ig ga nich das P ojek ,
an das sie nominell gebunden is , sonde n ielleich ein Vo haben, das
die Gebe nie in Be ach gezogen hä en. Auße dem sag die Ren a-
bili ä eines P ojek es noch nich s übe die wi scha liche Ve wendung
seine E löse aus. Hinzu e en Ve ze ungen du ch übe höh e Wech-
selku se in ielen En wicklungslände n, wodu ch die De isenkos en
küns lich e inge we den. Diese Ve ze ungen können alle dings
du ch die Ve wendung on „shadow p ices" eilweise e mieden
we den.
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Quan i izie ungsp obleme de En wicklungshil e 561
Ein Weg, de Elemen e beide Me hoden e ein , wu de on Rosen-
s ein-Rodan10 besch i en. E wähl e ü jedes Land die Wachs ums a e
des Sozialp oduk s, die eine o gegebenen Kapi alp oduk i i ä (Ka-
pi alkoe izien = 3:1) en sp ach, und be echne e dann du ch die
Mul iplika ion de e schiedenen Wachs ums a en mi dem gleichen
Kapi alkoe izien en den In es i ionsbeda . Ein Abzug de geschä z en
Spa leis ung e gab dann die In es i ionslücke.
VIII. Die Selbs hil e de En wicklungslände
En wicklungshil e kann nu hel en. Die Haup las ih e En wicklung
müssen die un e en wickel en Lände selbs agen. Ta sächlich b ingen
sie e wa d ei Vie el ih e In es i ionen du ch eigene Spa leis ungen
au . Die Eigenleis ungen de En wicklungslände wi ken sich jedoch
nich nu in dem G ad de Mobilisie ung einheimische Hil squellen —
de Spa leis ung — aus, sonde n auch in de Wi ksamkei , das In es i-
ionskapi al in wi scha liche En wicklung umzuse zen.
Da es ein En wicklungsziel gib (5% Zuwachs p o Jah des Sozial-
p oduk s) sowie ein En wicklungshil eziel (1 % des Volkseinkommens
de Gebe lände ), is es e was e wunde lich, daß das „magische En -
wicklungsd eieck46 nich du ch ein Selbs hil eziel geschlossen wi d. De
G und is da in zu suchen, daß sich ein so schille nde Beg i wie
„Selbs hil e" de Quan i izie ung wei gehend en zieh . Sei Jah en
e such man, du ch ökonome ische Be echnungen selbs hil e- ele-
an e Va iable zu isolie en und in eine einzigen Rich zahl sinn oll
zu kombinie en. Imme wiede komm man abe zu dem E gebnis, daß
eine einzige No m den di e enzie en Komplex de Selbs hil e de
un e en wickel en Lände nich zu e assen e mag.
Zunächs ließen iele quali a i e Fak o en in die Eigenleis ungen
ein, z. B. die Übe windung des en wicklungshemmenden sozio-kul u-
ellen Rahmens sowie a chaische Denk- und Lebens o men, die Ein-
dämmung de Ko up ion und de Ve schwendung on Mi eln du ch
K iege, ambi iöse außenpoli ische P og amme, P es igep ojek e u. a.,
die Au ech e hal ung on Ruhe und O dnung, die Scha ung eines
güns igen In es i ionsklimas, die Ve hinde ung on Kapi al luch usw.
Diese quali a i en Fak o en wi ken sich na ü lich au quan i a i e
Pa ame e aus, z. B. au die Spa leis ung (du chschni lich und ma -
ginal), den Kapi alkoe izien en, die Expo leis ung und den Impo -
beda .
10 Paul N. Rosens ein-Rodan: In e na ional Aid o Unde -De eloped Coun ies.
The Re iew o Economics and S a is ics. May 1961.
36 Schmolle s Jah buch 87,5
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562 Edga K ölle
Um dem Ideal eine einzigen Selbs hil eno m wenigs ens nahe zu
kommen, kann man e suchen, die e eich e Wachs ums a e des Sozial-
p oduk s au zuspal en in den Teil, de du ch eigene Spa leis ungen und
den Teil, de du ch F emdkapi al beding wu de. Man müß e dazu —
eine gleiche In es i ionse izienz un e s ellend — beide Komponen en
du ch den gleichen Kapi alkoe izien en eilen — ein kühne Sch i 11!
Eine wei e e Schwie igkei is , ob man die subjek i e Bemühung
ode den objek i en E olg de Eigenleis ungen beu eilen soll. Ein
Land kann du ch das Fehlen on Bodenschä zen ode du ch ein ungün-
s iges Klima o z g oße Ans engungen nu einen beg enz en E olg
haben. Einem ande en Land schenk eine üppige Na u die F üch e
ohne besonde e Mühe. In diesem Dilemma zieh man sich häu ig au
die P ü ung zu ück, ob sich k i ische Selbs hil e ak o en im Zei ablau
e besse haben — ohne Rücksich au ih en absolu en S anda d.
Wenn man den Ve such mach , den e schiedenen En wicklungslän-
de n einen Rang zuzuweisen, je nachdem wie sie un e dem einen ode
ande en Selbs hil ek i e ium abschneiden12, so sieh man, daß auch
dieses Ve ah en nich zu schlüssigen E gebnissen üh : Ein Land
s eh gewöhnlich un e dem einen Gesich spunk gu und gleichzei ig
un e dem ande en wenige gu da. Auße dem sind manche de K i e-
ien ko elie , z. B. Zuwachs ai en on Expo en und Impo en, abe
auch die In es i ions-(und Spa -) a e und de Kapi alkoe izien (d.h.
eine In es i ionse wei e ung wi d mi sinkende E izienz bezahl ).
In le z e Zei haben zwei Selbs hil easpek e de En wicklungs-
lände imme s ä ke e Bedeu ung gewonnen: die Ve schuldung13 und
das Be ölke ungswachs um.
Die gegenwä ige Ve schuldung de En wicklungslände be äg ca.
170 M d. DM, ih jäh liche Schuldendiens ca. 20 M d. DM. Diese
Schuldendiens — Rückzahlungen und Zinsen — is ein s a es Ele-
men in de Zahlungsbilanz diese Lände und üh bei Expo schwie-
igkei en, Miße n en, In la ion, Kapi al luch ode manchmal nu beim
Ausbleiben on eine neuen Kapi alzu uh zu Zahlungsbilanzk isen.
Diese se zen die Gläubige eine e p esse ischen Si ua ion aus, weil sie
auße Umschuldungen p ak isch keine Wahl haben (Beispiele sind
Tü kei, B asilien, Ghana und Indonesien). De Selbs hil easpek lieg
da in, daß das Schuldne land nich au Wa nzeichen geach e und die
11 Vgl. Edga K ölle : G ow h, Aid and Pe o mance. In e economics. No embe
1967.
12 Dies geschieh in OECD (H sg.): Quan i a i e Models as an Aid o De elop-
men Assis ance Policy. Pa is 1967.
13 Vgl. Edga K ölle : Die Ve schuldung de En wicklungslände . (Neue Zü che
Zei ung. 7. No . 1965).
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