Henze, Le i; S ahl, The esia
Resea ch Repo
Belas ungswi kung on Klimapoli ik: Impulse ü ein
um assendes Ve s ändnis
Fach ex e
P o ided in Coope a ion wi h:
Deze na Zukun - Ins i u e o Mac o inance, Be lin
Sugges ed Ci a ion: Henze, Le i; S ahl, The esia (2024) : Belas ungswi kung on Klimapoli ik: Impulse
ü ein um assendes Ve s ändnis, Fach ex e, Deze na Zukun e.V., Be lin
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1 on 28
HINTERGRUNDPAPIER
Impulse ü ein um assendes Ve s ändnis
Belas ungswi kung on
Klimapoli ik
08.05.2024
Le i Henze, The esia S ahl
Le i.henze@deze na zukun .o g
Execu i e Summa y
Dieses Papie gib e s e Impulse aus einem lau enden P ojek zu Gesam be ach ung
de Belas ungswi kung on Klimapoli ik ü p i a e Haushal e. Die g öß en
unmi elba en Belas ungen sind bei Gebäudewa me und Ve keh zu e wa en. Au
Basis e schiedene Analysepe spek i en e scheinen im Wä mesek o zielgenaue und
einkommensbezogene Fö de ung und Kompensa ion d ingend no wendig. Im
Ve keh ssek o is dies wenige de Fall – heu ige Spi zenbeda e an K a s o en sind
ein schlech e Indika o ü Belas ungsspi zen, die beim Ums ieg au klimaneu ale
Mobili ä en s ehen. Es we den En las ungspo en iale du ch den ÖPNV disku ie .
Diese sind nu ealisie ba , wenn nega i e Skalene ek e und hohe A ak i i ä des
mo o isie en Indi idual e keh s ad essie we den. Zule z wi d ü ein g aduelles
Hinwi ken au eine klimaneu ale E näh ung gewo ben
, um zukün igen
Ve eilungskon lik en o zug ei en.
#KLIMAPOLITIK
#HAUSHALTSBELASTUNGEN
#VERTEILUNG
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1. Einlei ung
„Heizhamme “, Ene giek ise, Baue np o es e: In den le z en Jah en gab es iele Gelegenhei en, die
da an e inne en, wie seh es bei de Klimapoli ik um die ge ech e (ode unge ech e) Ve eilung
on Las en geh . De Rückhal ü meh Klimaschu z in de Meh hei de Be ölke ung is zwa
ungeb ochen (Abou-Chadi e al. 2024). Doch e schein imme dann zu b öckeln, wenn sich Teile
de Gesellscha unangemessen s a k belas e ühlen. Die a sächliche Ve eilungswi kung on
klimapoli ischen Ins umen en is indes seh komplex. Das üh dazu, dass Zumu ungen dekla ie
we den, wo keine sind – und umgekeh soziale Folgen ü gesellscha liche G uppen ohne
lau s a ke In e essen e e ung unbeach e bleiben. Nu eine sacho ien ie e ö en liche
Auseinande se zung mi den Ve eilungswi kungen de Klimapoli ik kann hel en, diese Si ua ion
au zulösen. Weil Klimapoli ik o als Ganzes in F age ges ell wi d, e such dieses Papie Impulse
ü ein um assendes Ve s ändnis de Belas ungswi kungen on Klimapoli ik zu geben.
Ausgangspunk is dabei konsequen die Pe spek i e de p i a en Haushal e.
Diese Impulse gehen on d ei Lei gedanken ü eine Gesam be ach ung aus. E s ens muss seh
un e schiedlichen Lebenslagen Rechnung ge agen we den: Eine Pe spek i e, die nu
Indi iduallösungen wie e wa E-Au o und Wä mepumpen be ücksich ig , eich nich aus. Zwei ens
muss eine a sächliche ode zumindes wah scheinliche klimapoli ische Ins umen ie ung
be ücksich ig we den. O mals wi d bloß die Wi kung de CO2-Bep eisung be ach e , obwohl
o dnungs ech liche und ö de poli ische Ins umen e es zum Ins umen enmix gehö en und
gleich alls Ve eilungse ek e haben. D i ens muss ausgehend om Ziel de Klimaneu ali ä
gedach we den. Nu wenn Belas ungswi kungen nich isolie nebeneinande s ehen, kann
sinn oll zwischen Einzelin e essen und Gesam ziel abgewogen we den.
Aus diesen Lei gedanken haben sich d ei wesen liche Analyses änge e geben, die in diesem
Hin e g undpapie en wickel und disku ie we den. Im olgenden Abschni geh es zunächs um
die Sek o en Gebäude und Ve keh . Ve schiedene Analysepe spek i en sollen hie zu einem
besse en Ve s ändnis de Belas ungen p i a e Haushal e bei agen. Im d i en Abschni wi d die
Rolle de Daseins o so ge in de T ans o ma ion am Beispiel des Ö en lichen
Pe sonennah e keh s (ÖPNV) disku ie . Schließlich be ach e de ie e Abschni ku z die
e eilungspoli ischen Implika ionen de Klimaneu ali ä in de Landwi scha .
Zu ich igen Eino dnung de olgenden Aus üh ungen sind zwei Vo beme kungen nö ig. E s ens
sind p i a e Haushal e be ei s heu e zunehmend on den Folgen des Klimawandels be o en und
we den es in Zukun wei e hin sein. Diese indi iduellen und eben alls seh he e ogen e eil en
Klimaschäden sind hie nich be ücksich ig . Zwei ens lassen gegenwä ige haushal sbezogene
Kos en echnungen, wie sie hie anges ell we den, allen alls beding Rückschlüsse au die
olkswi scha lichen Ve meidungskos en zu. Das beg ünde sich zum einen in de ein
buchhal e ischen Di e enz de beiden Be ach ungspe spek i en. Zum ande en bleiben dabei
eine Reihe on ökonomischen Fak o en, wie e wa P adabhängigkei en, Le ne ek e und
Ma k e sagen unbe ücksich ig . Rückschlüsse au ein angemessenes Ambi ionsni eau ü
Klimaschu z lassen sich aus den hie da ges ell en Übe legungen also nu seh beding ziehen.
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2. Belas ungen in den Sek o en Wä me und Ve keh
Nich ohne G und ha die ö en liche Diskussion übe die Belas ungen du ch Klimaschu z in den
le z en Jah en e s ä k die Sek o en Wä me und Ve keh in den Blick genommen. Hie sind die
p i a en Haushal e di ek e Ve u sache und die en s ehenden Emissionen machen knapp
31 P ozen de Gesam emissionen Deu schlands aus (Des a is 2021). T o z um ang eiche
Fö de ungen is bei den p i a en Haushal en kein klimapoli ische Fo sch i e ziel wo den: Die
Di ek emissionen p i a e Haushal e s agnie en sei e wa zwei Jah zehn en (siehe Abbildung 1).
In beiden Sek o en is Emissions e meidung eue und e o de g oße In es i ions olumen mi
langen Absch eibungszei äumen sowie ein um ang eiches ak i es Handeln de p i a en
Haushal e. Sowohl die Ins alla ion eine Wä mepumpe als auch de Ums ieg au Elek omobili ä
e o de eils um ang eiche Beglei a bei en an Gebäudehülle, Heizanlage und Elek ik.
Schließlich e olg die Übe üh ung de beiden Sek o en in den zwei en eu opäischen
Emissionshandel (EU-ETS II) spä es ens 2028 und e s e P eisp ognosen hal en P eise on
250 Eu o p o Tonne (60 c /l Benzin, 5 c /kWh E dgas) ü wah scheinlich (Nesselhau & Mülle
2023).
Dami wi d deu lich, dass die F age des ich igen klimapoli ischen Ins umen a iums
o de g ündig Ve eilungskon lik e au wi . Teils e en s a k oneinande abweichende
Vo s ellungen on Ge ech igkei au einande , wenn es da um geh , wie das Ins umen a ium des
Klimaschu zes in den beiden Sek o en ausges al e we den soll (zu Übe sich siehe Pahle, 2024).
Abbildung 1: Di ek emissionen p i a e Haushal e in Deu schland: Quelle: S a is isches Bundesam
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Die in de Gesellscha s a k di e gie enden Ge ech igkei s o s ellungen e mischen sich mi eils
seh komplexen und meh dimensionalen Wi kmechanismen klimapoli ische Ins umen e.
Ökonomische Analysen können dabei hel en, übe diese Wi kmechanismen au zuklä en und die
Deba e übe die Las en e eilung de Klimapoli ik zu e sachlichen. Im Folgenden we den d ei
sich e gänzende Blickwinkel au die Sek o en Wä me und Ve keh e ö e , die jeweils
un e schiedliche Wi kmechanismen ausleuch en. E s ens we den s a ische Rechnungen disku ie ,
die den CO2-Fußabd uck de Haushal e und einen hypo he ischen CO2-P eis e wenden, um
heo e ische Maximalbelas ungen abzulei en. Zwei ens we den haushal sbezogene
Ve meidungskos en jeweils ü Wä me und Ve keh geschä z , um indika i e Aussagen übe die
Validi ä diese s a ischen Be ach ungen zu e en. D i ens we den he e ogene
Ve hal ense ek e disku ie , die ge ade übe einen länge is igen Be ach ungszei aum
e hebliche e eilungspoli ische Implika ionen haben können. Es is möglich, diese Aspek e in eine
Modellsimula ion zusammenzu üh en (siehe Teilabschni 3). Da on wi d hie im Sinne eine
Übe sich Abs and genommen, die hel en soll, die Wi kungsweise eines in de Reali ä iel äl igen
Ins umen enmixes einschä zen zu können.
2.1 S a ische Analyse: Belas ungen du ch den CO2-Fußabd uck
In den Sek o en Wä me und Ve keh haben die Haushal e b ei ges eu e CO2-
Fußabd ücke, was zu he e ogenen Belas ungen inne halb de Einkommensdezile
üh .
Gemessen am Einkommensan eil können klimapoli ische Maßnahmen eine s a k eg essi e
Wi kung haben, also Haushal e mi ge inge en Einkommen ela i s ä ke belas en als solche mi
hohem Einkommen. Das lieg da in beg ünde , dass de Ene gie e b auch nu un e p opo ional
zum Einkommen ans eig . Insbesonde e die Bep eisung on Emissionen s eh aus diesem G und
imme wiede in de K i ik. Die eg essi e Ve eilungswi kung is mu maßlich eines de zen alen
Hinde nisse ü e ek i en Klimaschu z und Gegens and ielzählige Un e suchungen (eine
Übe sich inde sich in Kalkuhl e al. 2022). Bis o wenigen Jah en bes and die einhellige
Emp ehlung da in, die Einnahmen in Fo m eines Klimagelds unkomplizie p o Kop an die
Haushal e zu ückzuzahlen. Dadu ch p o i ie en Haushal e de e s en Einkommensdezile im
Du chschni bis übe den Einkommensmedian hinweg – e s ein Du chschni shaushal mi
höhe em Einkommen wü de eine Ne obelas ung e ah en (Edenho e e al. 2020). Diese
g undsä zlich p og essi e Wi kung des Klimagelds is in s a ischen Mik osimula ionen iel ach
beleg . Um agen zeigen auch, dass ein Klimageld die Akzep anz on CO2-Bep eisung deu lich
s eige n kann, besonde s un e jenen Wähle g uppen, die Klimapoli ik skep isch gegenübe s ehen
(Somme e al. 2022; Abou-Chadi e al. 2024).
Mi zunehmenden Ambi ionen, auch im Ve keh s- und Gebäudesek o klimapoli ische Fo sch i e
zu e zielen, sind alle dings die ho izon alen Ve eilungswi kungen de CO2-Bep eisung, also die
Sp eizung inne halb de Einkommensdezile, in den Fokus de poli ischen Deba e ge ück .
Spä es ens mi de Uk aine-In asion und de da aus esul ie enden Gasp eisk ise is deu lich
gewo den, dass Haushal e in Deu schland on s eigenden Ene giep eisen un e schiedlich s a k
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be o en sind und dass diese He e ogeni ä kaum mi dem Einkommen zusammenhäng
(Bachmann & Baye 2023). Als beglei ende Maßnahmen we den o mals zielgenaue Fö de ungen
und Ausnahme egelungen o geschlagen, die schwe e Hä e älle e meiden sollen (Edenho e e
al. 2020; Bach e al. 2023). Alle dings bes ehen zunehmend Bedenken, ob ein solches Vo gehen
dem Ge ech igkei semp inden de Meh hei de Be ölke ung en sp ich und ob auch in de B ei e
ein zielgenaue es Vo gehen no wendig is .1
End es (2024) illus ie das P oblem basie end au eine CO2-P eisp ognose ü den EU-ETS II ü
das Jah 2030 (siehe Abbildung 2). In de hie da ges ell en Be echnung wi d das Au kommen, das
zu Auszahlung eines Klimagelds zu Ve ügung s eh , aus den sek o spezi ischen Haushal sda en
abgelei e und dann ge enn nach Sek o en zu ückgezahl . Das bedeu e , dass kein Au kommen
aus gewe bliche CO2-Bes eue ung an die Haushal e ausgezahl wi d und die Sek o en jeweils nu
sich selbs en las en. Fü die Mie e -Ve mie e -Kos enau eilung wi d on einem lang is igen
Ma k gleichgewich ausgegangen, in dem 20 P ozen de CO2-P eisbelas ung bei den
Mie haushal en an allen (Kholodilin e al. 2017). Es wi d keine lei Anpassungs eak ion un e s ell ,
was in s a ischen Be ach ungen üblich is ( gl. Edenho e e al. 2020; Nöh e al. 2020; Kellne e al.
2023).
Abbildung 2: Jäh liche Belas ung du ch CO2-Bep eisung und P o-Kop -Klimageld; Quelle: End es 2024
Die da aus esul ie ende s a ke S euung de Belas ung is im Wesen lichen au zwei Fak o en
zu ückzu üh en. Im Ve keh ssek o is en scheidend, ob die Haushal e übe einen p i a en Pkw
1 Im Ke n geh es dabei um die F age, was Menschen un e Ve eilungsge ech igkei e s ehen und ob diese Vo s ellungen ih e
klimapoli ischen Eins ellungen p ägen. Wä e ihnen eine gleiche Behandlung on ma e iell in e wa gleichges ell en Menschen wich ige
als die gleiche Behandlung übe die Einkommensschich en hinweg, wü den sie ein P o-Kop -Klimageld ehe ablehnen. Eine
wohl ah s heo e ische E läu e ung inde sich in Hänsel e al. (2022).
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e ügen und wie s a k sie diesen Nu zen. Eine P o-Kop -Rückzahlung üh hie bei jenen
Haushal en, die kein Au o besi zen, zu e heblichen En las ungen (nega i e We e in Abbildung 2),
wäh end be ei s im zwei en und d i en Dezil Haushal e exis ie en, die wegen ih es
Mobili ä sbeda s hohe Belas ungen e ah en. Bei de Wä me is die S euung as ausschließlich
au Menschen mi Wohneigen um zu ückzu üh en. Bei Mie haushal en lieg die Höchs belas ung
in allen Dezilen un e 0,5 P ozen des Haushal seinkommens und besonde s un e e
Einkommensdezile wü den mode a e En las ungen e ah en.2 In Eigen üme haushal en is dies
umgekeh : In den un e en Einkommensdezilen e eichen die Belas ungen as den zweis elligen
P ozen be eich, sind deu lich b ei e ges eu und übe die Einkommen deu lich eg essi e
e eil (End es 2024). Wesen liche T eibe diese S euung is die s a k a iie ende Wohn läche,
die bei Mie haushal en mi du chschni lich 69 Quad a me e n nu e wa halb so g oß is wie in –
o selbs bewohn en – Ein amilienhäuse n (Noka e al. 2023). Insgesam bewi k die S euung
inne halb de Einkommensdezile in beiden Sek o en, dass ein P o-Kop -Klimageld wenig zielgenau
en las e . Zu e gleichba en E gebnissen kommen au ande e Da en- und Be echnungsg undlage
auch Bach e al. (2023) und Kellne e al. (2023).
Be ei s in eine solchen s a ischen Be ach ung is zu e kennen, dass die CO2-Bep eisung im
Ve keh s- und Wä mesek o seh un e schiedliche Belas ungsp o ile e zeug . Zwa wü de in
beiden Sek o en ein P o-Kop -Klimageld die Meh hei de Be ölke ung en las en und es hä e auch
eine leich p og essi e Ve eilungswi kung. Dies läss sich am jeweiligen Belas ungsmedian in den
Einkommensdezilen ablesen (Mi els ich de Boxplo s in Abbildung 2). Alle dings is dies bei de
Wä me e so gung nu bis in das 4. Einkommensdezil de Fall. Hinzu komm , dass hie eine
pauschale mode a e Kos enwei e gabe de CO2-Bep eisung an Mie shaushal e on 20 P ozen
un e s ell wi d, die nach de zei ige Gese zeslage ku z is ig deu lich höhe liegen kann.
Im Ve keh ssek o eich die du chschni liche Ne oen las ung hingegen bis hinein in das
7. Einkommensdezil. Zudem wü de hie on de P o-Kop -Rückzahlung eine g oße G uppe on
Haushal en s a k p o i ie en, da insbesonde e Haushal e de 1. Einkommensdezile sel ene ein
eigenes Au o besi zen. Da die Nu zung des ÖPNV und da aus en s ehende mögliche Meh kos en
de CO2-Bep eisung hie nich be ücksich ig sind, en s ehen so in den e s en Einkommensdezilen
s a ke En las ungen. Es ließen sich also du ch einen ande en Rück e eilungsmodus als ein P o-
Kop -Klimageld deu lich besse e Ve eilungse gebnisse e zielen, wenngleich die Belieb hei eine
pauschalen Rücke s a ung g oß is (Somme e al. 2022; End es 2024). Eine Analyse de S uk u
de Ve meidungskos en inne halb de beiden Sek o en ela i ie die hie disku ie en E gebnisse
jedoch und leg den Schluss nahe, dass de CO2-Fußabd uck im Ve keh ssek o ein e ze es Bild
de Haushal sbelas ungen zeichne .
2 Die Angaben zu Ex emwe en beziehen sich hie jeweils au das 10. und 90. Belas ungspe zen il inne halb de Einkommensdezile,
analog zu Abbildung 2.
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2.2 Ein di e enzie e e Blick: Ve meidungskos en und Haushal sbelas ung
Meis besch änken sich Ve eilungsanalysen wie oben au die s a k e ein ach e Annahme, dass
Haushal e ih Ve hal en nich anpassen, also zum Beispiel den CO2-P eis in olle Höhe agen,
ohne den Ene gie e b auch zu eduzie en. Als g obe Abschä zung on Haushal sbelas ungen is
ein solches Vo gehen hin eichend. Es lie e jedoch, ge ade bei de Be ach ung eines länge en
Zei e lau s, ein Ze bild de a sächlichen Ve eilungswi kung. E idenz deu e zwa da au hin,
dass auch lang is ig die Ene giep eiselas izi ä en ü Wä me und Ve keh ehe ge ing sind (Bach
e al. 2023). Doch bei de a igen Schä zungen muss beach e we den, dass es sich um lang is ige
Beobach ungsda en handel , die sich un e e ände en poli ischen Rahmenbedingungen
eben alls s a k wandeln können. Zu beach en is hie auch, dass Ene giep eiselas izi ä en nu eine
P oxy a iable ü Emissionsp eiselas izi ä en sind. Schä zungen, die di ek au Emissionsp eise
und -s eue n abzielen, sind in de Li e a u noch sel en e e en. Sie inden g undsä zlich zwa
auch ge inge We e ( und 0,3 P ozen punk e Emissions eduk ion ü zusä zliche 10 EUR/ CO2-
Bep eisung), alle dings mi deu lich g öße en S anda d ehle n (Ra a y e al. 2022).
Zudem lassen agg egie geschä z e Elas izi ä en keine Rückschlüsse da au zu, welche Haushal e
ih en Ene gie e b auch eduzie en ode in emissionsa me Technologien in es ie en. Fü die
konk e e Ve eilungswi kung is dies abe auschlaggebend.3 Ein genaue e Blick au die
mik oökonomischen Mo i lagen de Haushal e kann deshalb hel en, die Belas ungswi kungen
klimapoli ische Maßnahmen zusä zlich auszuleuch en und mögliche Anpassungs eak ionen
besse zu e s ehen. Die indi iduellen Ve meidungskos en, mi denen Haushal e kon on ie sind,
sind dabei ein en scheidende Teil diese Mo i lage. Mi dem Beg i de Ve meidungskos en sind
ökonomisch jene Kos en gemein , die du ch die Ve meidung eine bes imm en Menge an
Emissionen an allen (angegeben übliche weise in Eu o p o Tonne CO2-Äqui alen e). Sie sind zum
Beispiel ein Indika o da ü , bis zu welchem P eis Ma k ak eu e be ei sind, ü Emissionen zu
bezahlen, s a in al e na i e Technologien zu in es ie en. Wie auch die Au wendungen ü Ene gie
di e enzie en sich diese sys ema isch en lang sozioökonomische Haushal sme kmale, wodu ch
die a sächlichen Meh belas ungen ü Haushal e, die einen Technologiewechsel ollziehen,
maßgeblich on den oben besch iebenen abweichen können. En scheidend is dabei die F age, ob
und inwiewei CO2-Fußabd uck und Ve meidungskos en mi einande ko elie en. Diese F age wi d
im Folgenden ü den Wechsel zu E-Au o und Wä mepumpe un e such . Einsch änkend soll e
dabei be ücksich ig we den, dass es sich hie um indika i e, ela i e Kos enbe ach ungen
handel .
Gebäudewä me: Kos en des Ums iegs ko elie en mi dem Ene gie e b auch
Bei de Gebäudewä me ko elie en Ve meidungskos en eindeu ig mi dem heu igen
Ene giebeda . Technische Fo sch i e könn en die Kos en des Ums iegs senken,
nich abe die Belas ungs e eilung e ände n.
3 Auch übe eine ai e Ins umen ie ung on Klimapoli ik lassen agg egie e Elas izi ä en wenige Rückschlüsse zu. Zwa hä en ge inge
Elas izi ä en hohe Ene giep eise zu Folge. Sie implizie en dami alle dings auch s abile und hohe s aa liche E löse, die wiede um ü
Kompensa ionsmaßnahmen genu z we den können.
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Im Gebäudebe eich bes ä ig de Blick au die Ve meidungskos en wei gehend das Bild, das sich
aus de Analyse des CO2-Fußabd ucks e gib . Das esul ie aus den undamen alen Eigenscha en
on Wä mepumpen, de wich igs en Al e na i echnologie ü die dezen ale Wä me e so gung.
Da Wä mepumpen e s ens nich zu g oß ausgeleg we den dü en, um übe mäßigen Ve schleiß
zu e meiden, und zwei ens ih E izienzg ad bei schlech e Gebäudedämmung abnimm , is es in
den alle meis en Fällen wi scha lich, Heizungswechsel und Sanie ungsmaßnahmen zu
kombinie en (Gün he e al. 2020). Sanie ungsmaßnahmen sind hingegen insbesonde e dann seh
e ek i , wenn de u sp üngliche Gebäudezus and schlech is .4 Im E gebnis en s ehen zwei
gegenläu ige E ek e: Je schlech e de ene ge ische Zus and eines Gebäudes, des o
kos engüns ige läss sich Ene gie spa en – gleichzei ig e höh sich dabei abe auch de gesam e
In es i ionsbeda , um den zum e izien en Wä mepumpenbe ieb nö igen E izienzg ad zu
e eichen. Abbildung 3 zeig die da aus esul ie ende Kos ens uk u .
Abbildung 3: Indika i e Meh belas ung und Ve meidungskos en du ch Sanie ung und Heizungswechsel; Quelle: Eigene
Be echnungen basie end au Annahmen zu Kos ens uk u 5
4 Wegen undamen ale physikalische P inzipien de Wä me ansmission un e liegen Sanie ungsmaßnahmen einem abnehmenden
G enznu zen ( gl. Biene & G oh 2022).
5 Es we den die Meh kos en ü den Einbau eine Wä mepumpe geschä z , im Ve gleich zu einem Business-as-usual Szena io des Heizens
mi E dgas (ohne CO2-P eis). Wenn das Objek einen schlech e en Ene gie izienzg ad als D ha , so we den auße dem Sanie ungskos en
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Wenige eindeu ig sind die disku ie en Modelle gebnisse hingegen bei de Bewe ung eines
sek o spezi ischen Ins umen enmixes. Die simulie en Ve eilungse ek e hängen in allen
Szena ien on de Kalib ie ung de oben e läu e en di e enzie en Adop ions a en ab. Weich
das Adop ions e hal en de Haushal e zwischen einzelnen Gü e n oneinande ab, kann sich auch
das sek o spezi ische Ve eilungse gebnis un e schiedlich da s ellen. Das is ü Elek oau os und
Wä mepumpen de Fall: Wäh end de Ums ieg au Elek omobili ä deu lich on Haushal en mi
höhe em Einkommen dominie is , schein das Adop ions e hal en bei Wä mepumpen nich s a k
mi dem Haushal seinkommen zu ko elie en (Da is 2023; Schla mann & Kuhn 2024).13 Bei eine
sek o spezi ischen Ausges al ung on CO2-P eiskompensa ion und Fö de maßnahmen müssen
e hal ensspezi ische Un e schiede be ücksich ig we den, um keine une wünsch en
Ve ze ungen en lang de Einkommensdezile zu e zeugen. Gleichzei ig soll en die
sozioökonomischen De e minan en in diese Hinsich wei e un e such we den. Zum Beispiel
legen die on Schla mann & Kuhn (2024) e wende en Da en nahe, dass beim Heizungswechsel
keine wesen lichen Finanzie ungshü den ü Haushal e mi wenig Einkommen bes ehen ode die
K W-P og amme diese in de Ve gangenhei e ek i abgebau haben.
3. Die Rolle de Daseins o so ge am Beispiel des ÖPNV
De ÖPNV kann einen subs anziellen Bei ag zu Emissionsminde ung und soziale
Teilhabe leis en. Da ü müssen jedoch dessen nega i e Skalene ek e und die hohe
A ak i i ä des mo o isie en Indi idual e keh s (MIV) ad essie we den. Nu
dann ließen sich auch g oße ö en liche Meh kos en e meiden.
Ein s a ke ö en liche Pe sonennah e keh (ÖPNV) s eh imme wiede im Fokus eine sozialen
und ökologischen Ve keh swende. Besonde s in s a k e dich e en Lebens äumen sind die
Vo eile eines modal shi zum ÖPNV mi Bezug au Raumnu zung sowie Schads o - und
Lä mbelas ung o ensich lich (Peisele e al. 2024). Ge ade im ländlichen Raum kann eine
Auswei ung Teilhabemöglichkei en e schließen. Aus klimaökonomische Sich sind alle dings zwei
wei e e F agen on en scheidende Bedeu ung, nämlich (i) wie sich die Kos ens uk u du ch den
klimaneu alen An iebswechsel e ände und (ii) welche Po enziale ü Emissions eduk ionen
sich aus de Ve lage ung on Ve keh en in den ÖPNV e geben. Fü p i a e Haushal e is in de
Folge en scheidend, welche Be- und En las ungen dami jeweils e bunden sind.
13 Da is (2023) kann ü die USA anhand on Mik oda en zeigen, dass p ak isch alle Einkommensdezile mi eine e gleichba hohen
Wah scheinlichkei eine Wä mepumpe nu zen. Ohne Wei e es sind diese E gebnisse nich übe agba au ande e Lände , da die
Wi scha lichkei on Wä mepumpen e heblich on den egionalen Klimabedingungen abhäng und in den USA o allem Lu -Lu -
Wä mepumpen zum Einsa z kommen. Aus noch unkla en G ünden olgen die Adop ions a en in Deu schland jedoch ähnlichen Mus e n
(Schla mann & Kuhn 2024).
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De e s e Kos en ak o is de An iebswechsel.
Nach de zei igen Un e suchungen is diese
au de Schiene zwa mi g oßen
In es i ionsbeda en in neue Züge e bunden
(S om- s a Dieselbe ieb), ha abe einen
unwesen lichen Ein luss au die
Leis ungskos en de Pe sonenbe ö de ung
(BMDV 2021). Ein gu es D i el (35 %) de
Pe sonen e keh sleis ung en s eh abe im
s aßengebundenen ÖPNV, und diese An eil
wi d sich auch un e Szena ien de
Angebo sauswei ung nich e ände n (Roland
Be ge e al. 2021). Im Bus e keh is de
Technologiewechsel mi mode a en
Meh kos en e bunden (siehe Abbildung 8).
Dies lieg da in beg ünde , dass du ch
Ladepausen ein Fah zeugmeh beda bes eh
und die Anscha ungskos en ü
ba e ieelek ische Fah zeuge in absehba e
Zei noch signi ikan höhe sein we den. Au die
Gesam kos en ha beides alle dings einen seh
ge ingen Ein luss, da diese on den
Pe sonalkos en dominie we den. Die dami
e bundenen Meh kos en lägen bei e wa 12
bis 15 P ozen , je nachdem, welche
mi el is igen Annahmen übe den S om- und
T eibs o bezug gemach we den. Dies
schein – unabhängig da on, ob es du ch die
Nu ze :innen ode die ö en lichen Haushal e
inanzie wi d – e k a ba .
Deu lich g öße e Kos ens eige ungen scheinen
hingegen du ch die Angebo sauswei ung des
ÖPNV möglich. Besonde s au dem Land
s ehen kommunale Ve keh sun e nehmen im
di ek en We bewe b mi dem mo o isie en Indi idual e keh . Eine subs anzielle Auswei ung
schein deshalb nu denkba , wenn sich die P eise ü die Nu ze :innen nich wesen lich e ände n.
Fü die be iebswi scha liche Rechnung is en scheidend, wie iel Nu zungsauswei ung du ch ein
e höh es Angebo zu e eichen is . Abbildung 9 demons ie ein mögliches Auswei ungsszena io
des Ve bands Deu sche Ve keh sun e nehmen, das bei einem Zuwachs de konsum i en
Zuschüsse bis 2030 on e wa zehn Millia den Eu o p o Jah on eine Leis ungsauswei ung on
25 P ozen ausgeh (Roland Be ge e al. 2021). Deu lich s eigende Leis ungskos en in allen
Ve keh sa en implizie en, dass eine Angebo sauswei ung o z gleichbleibende Nu ze p eise mi
eine sinkenden Auslas ung einhe geh . De ÖPNV s öß also insbesonde e im ländlichen Raum
au nega i e Skalene ek e, wo die Auswei ung o allem du ch Beda s e keh e e möglich
we den soll.
Abbildung 8: Technologiekos en ü Pe sonenbusse; Quelle:
Sphe a 2021
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Abbildung 9: Skalene ek e im ÖPNV; Quellen: Roland Be ge e al. (2021). und Lübbe s e al. (2022)
Angesich s de g oßen klimapoli ischen Bedeu ung, die de Auswei ung des ö en lichen Fe n- und
Nah e keh s beigemessen wi d, is das eine e nüch e nde Pe spek i e. Denn meh hei lich gehen
die Szena ien zu einem klimaneu alen Deu schland on eine wei s ä ke en Auswei ung de
ö en lichen Pe sonenbe ö de ungsleis ung aus (Lübbe s e al. 2022). S eigende Kos en lassen sich
mi den oben angesp ochenen posi i en E ek en au Lebensquali ä , Teilhabe und Umwel
du chaus ech e igen. Doch e o de eine Angebo sauswei ung e hebliche ö en liche
Zuschüsse, sollen eale Nu zungsp eise annähe nd kons an bleiben, was wiede um Bedingung
ü eine hohe Auslas ung is .
Wie also lassen sich mögliche nega i e Skalene ek e de Angebo sauswei ung eindämmen? Zwei
s uk u elle Hü den gil es, zu ad essie en. Zum einen müss en die Leis ungskos en mi el- bis
lang is ig du ch einen schnelle en Hochlau des au onomen Fah ens gesenk we den. Dies könn e
den hohen Pe sonalkos enan eil senken (siehe Abbildung 8). Da die Be ö de ungsun e nehmen
mi Pe sonalmangel zu kämp en haben und de Weg zu Klimaneu ali ä ohnehin einen eno men
A bei sk ä ebeda nach sich zieh , dü e de esul ie ende S ellenabbau leich zu e k a en sein
(F iese e al. 2024). Im Gegensa z zu eine s ä ke en Auswei ung de konsum i en Bezuschussung
des ÖPNV hä e au onomes Fah en einen s uk u ell kos ensenkenden E ek und wü de die
ö en lichen Haushal e schonen.
Die Senkung de Nu zungsp eise, gleichwohl au welche Weise, ha alle dings den Nebene ek ,
dass zusä zliche Ve keh e induzie we den. Diese übe wiegen in S udien deu lich die
klimapoli isch e wünsch e Wi kung eines modal shi (Bull e al. 2021). Die no wendige Bedingung
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da ü , dass Kos ensenkungen im ÖPNV auch zu einem subs anziellen Rückgang des mo o isie en
Indi idual e keh s üh en, sind also Maßnahmen, die Le z e en wenige a ak i machen. Hie zu
gehö neben de Bep eisung on Ve keh semissionen auch ein Abbau de s eue lichen
Begüns igungen des PKW, kos enge ech e Pa k aumbewi scha ung, Ve keh sbe uhigung, die
Auswei ung des ÖPNV-Vo angs im Fließ e keh , eine konsequen e Geschwindigkei s eduk ion
des MIV sowie die Reduk ion de Flächen des Fließ- und S and e keh s (Buchholz & Flaig 2022;
Peisele e al. 2024; Plö z e al. 2024). We den die ge inge A ak i i ä des ÖPNV und die hohe
A ak i i ä des MIV gemeinsam ad essie , kann eine Angebo sauswei ung auch mi höhe e
du chschni liche Auslas ung gelingen und so kos ensenkend wi ken – und gleichzei ig a sächlich
zum Rückgang des mo o isie en Indi idual e keh s üh en.14 Volkswi scha lich is mi g oße
Siche hei da on auszugehen, dass eine Auswei ung des ÖPNV wohl ah s ö de nd is – doch gil
das nu inso e n dabei die ex e nen Kos en des Ve keh s gesenk we den können, die beinahe
ausschließlich im MIV en s ehen (Peisele e al. 2024).
4. Klimaneu ale E näh ung: Zukün igen Ve eilungskon lik en o g ei en
Die konsumbezogenen Emissionen de E näh ung s agnie en. Das Se zen au einen
Ve hal enswandel on un en geh unbequemen und bislang nich gu e s andenen
Ve eilungskon lik en aus dem Weg.
Im Gegensa z zum Ve keh s- und Wä mesek o spiel die Landwi scha in de klimapoli ischen
Deba e bishe eine un e geo dne e Rolle. Das is e s ändlich, denn Klimaneu ali ä is hie eine
deu lich komplexe e Ziel o gabe als in ande en Sek o en. Das Emissionsp o il de Landwi scha
bes eh zum g oßen Teil aus Me han und S ickoxiden, und diese sind übe wiegend nich di ek
e meidba e P ozessemissionen. Die Landnu zung is in Klimaschu zszena ien ein g oße Hebel
zu Realisie ung on Nega i emissionen – e wa übe die Wiede e nässung on Moo en, du ch
Wiede au o s ung ode du ch eine e izien e e Flächenbewi scha ung du ch ge inge e
Tie hal ung. Nich zule z p oduzie de Sek o übe lebensno wendige Gü e und is dami eng
e knüp mi dem E eichen on wi scha lichen En wicklungszielen (IPCC 2023).
E schwe end komm die wei e b ei e e Au assung hinzu, man könne sich zu
Emissions eduk ion au einen g aduellen Wandel des E näh ungss ils e lassen. Zum Beispiel is
de Fleischkonsum sei einigen Jah en ückläu ig: Im Du chschni essen die Deu schen heu e
knapp 52 Kilog amm Fleisch im Jah , so wenig wie zule z o 30 Jah en (BMEL 2024a). Auch die
Emissionen de Landwi scha sind sei 2014 um knappe 12 P ozen gesunken und dami sei
einem Jah zehn leich ückläu ig (Umwel bundesam 2024). Beide T ends äuschen abe da übe
hinweg, dass die Emissionen de E näh ung in Deu schland – die ü den Nexus soziale und
ökologische Ziele en scheidend sind – sei Jah en s agnie en. Dies ha im Wesen lichen zwei
G ünde.
14 Dass eine Senkung de Nu zungsp eise e hebliche posi i e soziale Wi kungen en al en kann, un e s eich dabei den hie skizzie en
Kon lik zwischen sozialen und klimapoli ischen Zielen ( gl. Rozynek 2024).
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Zunächs is de gegenläu ige T end in de P oduk ion und im Konsum ein klassisches P oblem des
ca bon leakage: Emissionsin ensi e Nah ungsmi el we den zunehmend impo ie . Die
T eibhausgase, die du ch deu schen Konsum en s ehen, we den also heu e meh im Ausland
emi ie . Im gleichen Zei aum, in dem die p oduk ionssei igen Emissionen abgenommen haben
(2014 bis 2022, siehe oben), is auch de Selbs e so gungsg ad um e was meh als 12 P ozen
zu ückgegangen (BMEL 2024b). Ausschlaggebend ü die ausbleibende Emissionsminde ung
dü e hie o allem sein, dass de s agnie ende Rind leisch- und de F ischmilchkonsum
zunehmend übe Auslandsimpo e gedeck we den (Rückgang des Selbs e so gungsg ads sei
2011 on jeweils 12 und 6 P ozen (BMEL 2024b)). Rein bilanziell haben sich dadu ch die
p oduk ionsbezogenen Emissionen e besse .
De zwei e G und is eine Ve schiebung des Fleischkonsums. Diese nimm zwa gemessen am
konsumie en Gewich ab. Alle dings läss sich in den le z en Jah en eine Ve schiebung des
Konsums weg on ehe klima eundlichem Schweine leisch hin zu Hühne - und besonde s
klimaschädlichem Rind leisch beobach en. Dabei handel es sich e mu lich um einen klassischen
Wohls andse ek . Schweine leisch gil als wenige gesund ode minde we ige als ande e
Fleischso en, Rind leisch hingegen als hochwe ig. Dass eine eiche we dende Gesellscha ih en
Schweine leischkonsum du ch Rind und Huhn subs i uie , is deshalb plausibel. Un e Annahme
eines linea en T ends im Konsum und gleichbleibenden P oduk ionsemissionen e gib sich
keine lei Reduk ion de T eibhausgasemissionen du ch E näh ung (siehe Abbildung 10).15
15 Gemäß de Me hodik des Umwel bundesam s we den hie nich nu landwi scha liche Emissionen be ücksich ig , sonde n auch die
de Ve a bei ung, des T anspo s und de Lage ung.
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Abbildung 10: Du chschni liche CO2-Äqui alenzemissionen de E näh ung in Deu schland; Quelle: Eigene Be echnung au
Basis on Da en des Umwel bundesam s und des BMEL
Auch wenn die F age de Kos en äge scha im Ag a sek o noch wei gehend ungeklä is , läss
sich die Dimension des P oblems übe die Ve meidungskos en in de Landwi scha zumindes
g ob andeu en. Tabelle 1 gib einen Übe blick zu Kos enschä zungen e schiedene
Kohlens o senken ( gl. Edenho e e al. 2024). Wi d de Flächen e b auch de Landwi scha
nich eduzie , weil de Wa enko b de E näh ung sich zum Beispiel nich e ände , sind
Ve meidungskos en on übe 400 Eu o p o Kop und Jah denkba .16 Das en sp ich in e wa dem
doppel en Mona sbudge ü E näh ung eines du chschni lichen Singlehaushal s in Deu schland.
Ve ände sich die E näh ung, könn en die du chschni lichen Ve meidungskos en du ch
güns ige e Kohlens o senken und ge inge e Wa enko bemissionen auch endenziell im
eins elligen Be eich liegen. Eine wich ige Einsch änkung dabei is jedoch, dass
Nega i emissions echnologien nich gleichwe ig sind. Zum Beispiel nimm de on Moo en und
Wälde n gespeiche e Kohlens o im Zei e lau ab, sie s ellen also im Gegensa z zu Technologien
wie Bioene gie mi CO2-Abscheidung und -Speiche ung (BECCS), bei welche Biomasse ü S om
16 In diese g oben Übe schlags echnung wi d da on ausgegangen, dass zuguns en emissionsä me e E näh ung wede in das P eisge üge
eingeg i en wi d noch en sp echende egula o ische Maßnahmen ge o en we den. Es wi d de p ojizie e Wa enko b aus Abbildung
9 sowie ein Du chschni sp eis de Emissionskompensa ion angenommen.
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e b ann und das da aus he o gehende CO2 gespeiche wi d, ode Di ec Ai Ca bon Cap u e
and S o age (DACCS), bei dem CO2 di ek aus de Lu en nommen und gespeiche wi d, keine
daue ha e Senkenleis ung zu Ve ügung. Zusä zlich is die Speiche daue ele an (siehe
Schä zungen Tabelle 1). Inso e n de gespeiche e Kohlens o e wa du ch menschliche Eing i e
wiede in die A mosphä e eingeb ach we den kann, handel es sich um au geschobene
Emissionen, die olkswi scha lich einen ge inge en We haben als die pe manen e geologische
Speiche ung (Kalkuhl e al. 2022a).
Technologie
Kos en (EUR/ CO
2
E)
Speiche ungsdaue
Wiede au o s ung, Au o s ung
0 - 45
Jah zehn e
Wiede e nässung on Moo en 35 - 100
Jah zehn e
Basal düngung (enhanced wea he ing)
45 - 180
Jah hunde e
Mee -En säue ung (ocean alkaliniza ion)
10 - 450
Jah hunde e
Bioene gie + Abscheidung (BECCS) 90 - 180
Jah ausende
Di ec Ai Cap u e (DACCS) 90 - 270
Jah ausende
Technische Kohlens o senken de en Kos en (in Eu o p o gespeiche e Tonne CO
2
) und die geschä z e
Speiche daue . Die Kos enpunk e sind Schä zungen ü 2050 (in heu igem Geldwe ) mi Ausnahme de
Moo wiede e nässung (Schä zung ü heu e). Nich pe manen e Senken geben olkswi scha lich eine
"Kohlens o schuld" an zukün ige Gene
a ionen, da de A mosphä e wiede hol CO2
en zogen we den
muss.
Tabelle 1: Op ionen ü Technische Kohlens o senken; Quellen: Edenho e e al. 2024 und Ha je e al.
2015
Welche Schlüsse sich mi Hinsich au poli ische Lösungs o schläge aus diese unübe sich lichen
Si ua ion e geben, is nich leich zu bean wo en. Fes s eh , dass eine klimaneu ale
Landwi scha ohne Reduk ion des Fleischkonsums schwe denkba is und ohne ein
An eizsys em ü Kohlens o senken nich unk ionie . Szena ien ü eine klimaneu ale
Landwi scha gehen eins immig on einem Rückgang de Nu z ie hal ung aus (Lübbe s e al.
2022). Eine Ums ellung des Wa enko bs au die Emp ehlung de deu schen Gesellscha ü
E näh ung, die einen Fleischkonsum on maximal 300 G amm die Woche emp iehl , wü de die
T eibhausgasemissionen du ch E näh ung um ein knappes Vie el senken.17 Alle dings is unkla ,
wie die Be ölke ung da on übe zeug we den soll.
Aus soziale Sich schein eine Au nahme de Landwi scha in den ETS nich emp ehlenswe , da
P eisunsiche hei en bei Nah ungsmi eln e heblichen sozialen Sp engs o bie en. S a dessen
wä e eine mode a e eu opawei e Bes eue ung on S ickoxid- und Me hanemissionen ein
gangba e Weg. Zwa wi ken P eiss eige ungen in de E näh ung besonde s eg essi – doch bei
einem behu samen Vo gehen, das den Wechsel zu wenige Fleischkonsum an eiz , wü den
17 Hie wi d da on ausgegangen, dass sich de Fleischkonsum an eilig so e eil wie heu e.
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Meh belas ungen e mieden we den können. Die Einnahmen de Bes eue ung könn en zunächs
in ollem Um ang an die Be iebe ausgeschü e we den und spä e in einen
Kompensa ionsmechanismus ü Kohlens o senken übe üh we den. Mode a e, abe
bes imm e s eue liche Eing i e in die P eiss uk u de E näh ung könn en so hel en, d as ische en
und schwe e lösba en Ve eilungskon lik en de nahen Zukun o zug ei en.
5. Fazi : En las ungsmaßnahmen zwischen Akzep anz, Umse zba kei und
Zielgenauigkei
Die Klimapoli ik in Deu schland und Eu opa muss in den nächs en Jah en einen ie g ei enden
Rich ungswechsel e ah en. Mi dem Gebäude- und Ve keh ssek o ücken Wi scha sbe eiche in
den Fokus, in denen bishe wenig Fo sch i e ziel wu de und p i a e Haushal e unmi elba
implizie sind. Zügige Deka bonisie ung bedeu e in beiden Sek o en einen aschen
Ma k hochlau on ausge ei en Technologien bei o bes ehende Unsiche hei übe die Kos en.
Un e diesen Pa ame e n b auch es obus e Lösungen ü die e eilungspoli ischen
Konsequenzen de Klimapoli ik und eine o wäh ende und um assende soziale
Folgenabschä zung. Nu wenn die ela i en Belas ungswi kungen klimapoli ische Ins umen e
mi gedach und adäqua ad essie we den, kann ein soziale Konsens ü zügigen Klimaschu z
gelingen. Gleichzei ig müssen die G enzen des Möglichen gu e s anden sein, dami e eilungs-
und klimapoli ische Ziele sich nich gegensei ig blockie en. Das e o de eine eh liche und
um assende Deba e, die die Wi kung un e schiedliche Ins umen e in den Blick nimm . Ein P o-
Kop -Klimageld is ein wich iges Übe gangsins umen , wi d abe mi el is ig diese komplexen
P oblemlage nich ge ech we den können.
Eine En las ung ulne able Haushal e is bei de Wä mewende unausweichlich. Hie sind bis ie
in die Mi e de Gesellscha hohe Spi zenbelas ungen möglich. Sowohl ü Haushal e, die mi dem
Heizungswechsel noch wa en, als auch ü solche, die üh ums eigen, müssen Lösungen
ge unden we den. Vo schläge dazu – mi un e schiedlichen S ä ken und Schwächen – bes ehen
be ei s, ih e Umse zba kei is alle dings unsiche (Bachmann & Baye 2023; Baue mann e al.
2023; Kellne e al. 2023).18 Im Ve keh ssek o s ehen die a sächlichen Belas ungswi kungen de
CO2-Bep eisung im Wide sp uch zu eine o au geheiz en poli ischen Deba e um Sp i p eise. Aus
e eilungspoli ische Sich e gib sich hie keine d ingende No wendigkei ü beda so ien ie e
En las ungsmaßnahmen ode Fö de ins umen e. Hie soll e das e ügba e Einkommen de
Haushal e kla im Vo de g und s ehen, e wa du ch eine Ve s eue ung des Klimagelds ode eine
einkommensbezogene Fö de ung.
In diesem Papie wu den zwei wei e e P oblem elde disku ie . Zum einen die Rolle de
Daseins o so ge am Beispiel des ÖPNV: Wenn nega i e Skalene ek e und hohe A ak i i ä des
MIV gleichzei ig ad essie we den, kann de ÖPNV einen subs anziellen Bei ag zu Klimaschu z
und soziale Teilhabe leis en. Weil eine g undsä zliche Eino dnung bei de kommunalen
Wä me e so gung noch schwie ige is , wu de hie zunächs on eine solchen abgesehen. Hie
müssen d ingend analy ische Lücken geschlossen we den, um die klimapoli ische Deba e
o anzub ingen. Zum ande en wu de ein ku so ische Blick da au e such , welche
ökonomischen Implika ionen eine klimaneu ale Landwi scha haben könn e. Die Komplexi ä
18 Zumindes beim Vo schlag on Baue mann e al. (2023) is alle dings die lang is ige Ve eilungswi kung noch unkla .
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dieses P oblems emp iehl ühes poli isches Handeln, das ökonomische An eize se z , um
zukün igen Ve eilungskon lik en o zug ei en.
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6 0c150ddb48, [Zule z au ge u en: 11.3.2024].