Pomme ehne, We ne W.; Weck-Hannemann, Hannelo e
A icle
S eue hin e ziehung: Einige oman ische, ealis ische und
nich zule z empi ische Be unde
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de
Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Pomme ehne, We ne W.; Weck-Hannemann, Hannelo e (1992) :
S eue hin e ziehung: Einige oman ische, ealis ische und nich zule z empi ische Be unde,
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de Gesellscha
ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik, ISSN 0342-1783, Duncke &
Humblo , Be lin, Vol. 112, Iss. 3, pp. 433-466,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.112.3.433
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Zei sch i ü Wi scha s- u. Sozialwissenscha en (ZWS) 112 (1992), S. 433 - 466
Duncke & Humblo , Be lin 41
S eue hin e ziehung: Einige oman ische, ealis ische
und nich zule z empi ische Be unde
Von We ne W. Pomme ehne und Hannelo e Weck-Hannemann
*
S eue hin e ziehung is nich e s ein Phänomen unse e Zei . Dami haben sich
be ei s in ühe en Jah hunde en S aa swissenscha le , S aa spoli ike und auch
Li e a en be aß . In diesem Bei ag wi d anhand ausgewähl e li e a ische Re e en-
zen beleg , wie sich die Sich weise on de S eue oman ik übe die S eue echnik bis
zum S eue ealismus gewandel ha . Die in de neoklassischen Theo ie de S eue hin-
e ziehung mi ih e ob igkei lichen Ve hal enspe spek i e iden i izie en Ein luß-
g ößen we den anhand o liegende empi ische Un e suchungen au ih e Aussage-
k a hin übe p ü und einem Modell des mündigen Bü ge s gegenübe ges ell .
1. S eue hin e ziehung - ein du chaus ökonomisches Kalkül
Übe S eue be ug wi d in den Zei ungen gelegen lich be ich e , wobei
die genaue en Ta bes ände o so um issen sind, daß de geneig e Lese zu
e ahnen e mag, um wen es sich dabei handel . Man e sp ich sich hie on
eine gewisse Absch eckung und Disziplinie ung. Wenige häu ig wi d übe
gleichsam die „Vo s u e des S eue be ugs" be ich e , die bloße S eue hin-
e ziehung, bei de keine be üge ischen Manipula ionen wie Buch äl-
schung und de lei meh im Spiel sind. Vielmeh handel es sich, wenn man
den P lich igen ag , um schlich es Ve gessen einzelne Einkommens- und
Ve mögenskomponen en, um unbeabsich ig es Gel endmachen übe höh-
e Abzüge, um empo ä e Unach samkei en beim Aus üllen de S eue -
e klä ung, um pa ielle Unkenn nis de S eue gese ze und iele ähnliche
Sach e hal e - alles Ums ände, welche die S eue behö den wiede um e -
anlassen, dem Unbehol enen, Unwissenden und I enden mi Ra und Ta
zu Sei e zu s ehen.
* Übe a bei e e An i s o lesung des e s genann en Au o s an de Uni e si ä des
Saa landes, e gänz und e wei e um empi ische Be unde du ch die zwei genann e
Au o in (Uni e si ä Kons anz). Fü hil eiche Anme kungen zu eine ühe en Fassung
dieses Bei ages danken wi Heinz Buho e , Thomas Eh mann, Ca l-L. Hol e ich,
Jü gen Kaube, Susanne K ebs, Anselm Röme , Wal au Schelkle und Ei ik S ind-
land. Ganz besonde e Dank gil Ch is ian Schee , dessen ak ibische Kommen a e
und we olle Hinweise sowohl dazu beige agen haben, e bliebene Ungenauigkei-
en und Fehle auszu äumen, als auch dazu, die wesen lichen Aussagen his o isch
besse zu undie en. Ungeach e all diese Hil eleis ungen sind die im olgenden e -
e enen Ansich en allein uns zuzusch eiben.
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434 We ne W. Pomme ehne und Hannelo e Weck-Hannemann
Ein solches Beispiel wa o nich allzu lange Zei in de Zei ung zu lesen
(Südku ie , 6. Feb . 1985):
„William", ein schon e was be ag e englische Schä e hund, is e mu lich de
wohlhabends e Vie beine un e de K one des b i ischen Empi e. Zu Reich um is
e an de Bö se gekommen, ,be a en' on dem indigen We papie händle Robe
Beckmann. Diese ha e o meh e en Jah en au den Namen des Hundes ein Kon o
e ö ne . Seinen e s en Bö sengewinn in diesem ü ihn a emden Me ie e ziel e
„William" be ei s 1973. Vo jede de o isiko eichen T ansak ionen lies Beck-
mann die Ak ienku se o , und „William" signalisie du ch Schwanzwedeln ode
Le zenhub seine Meinung übe den An- und Ve kau de Papie e.
Das Ve mögen on „William" beläu sich de zei au (umge echne ) nahezu eine
halbe Million DM. Nun soll e da au gu 100000 DM Ve mögenss eue en ich en,
de en Zahlung meh als eine Dekade e mieden we den konn e. De Fall is deli-
ka , denn aus ganz na ü lichen G ünden kann de Hund diese S eue n nich zahlen.
Und seinem „In e essen e e e " sind die Hände gebunden: „Ich wä e glücklich,
die S eue n zu bezahlen, wenn das mein Geld wä e, abe die Papie e gehö en mi
nich ", e klä e Robe Beckmann o einem Londone Ge ich . An das Geld komm
- zumindes o e s - niemand he an.
Nun wi d man sich sagen: Hie lieg ein kla e Fall ü den Ju is en o ! Ein
Hund kann zwa Rech s- und dami S eue objek , nich abe Rech s Subjek
sein1. En wede wu de im Falle on „William" eine Lücke im b i ischen
1 Doch dies gil nu aus heu ige Sich : Kenn nisse on S a p ozessen, in denen
Tie e Rech ssubjek e da s ellen, liegen uns be ei s aus de g iechischen F ühan ike
o . Tie s a en sind im Abendland - o allem im deu sch- anzösischen Rech sum-
eld - insbesonde e im Mi elal e , abe selbs in neue e Zei nachweisba . So inden
sich allein bei Chassenee 1588, Toble 1893 und E ans 1906 Hinweise au meh als 150
P ozesse (in de Zei zwischen dem 9. und dem 19. Jah hunde ), in denen die en sp e-
chenden (meis Haus-)Tie e wegen Rech s e le zungen s a ech lich e u eil wu -
den. Die Fo schung is sich übe die be äch liche Anzahl on Tie p ozessen keines-
wegs einig. B acke / an Kle ens 1989,
61 .,
üh en ie mögliche E klä ungsansä ze
an, denen zu olge die Tie s a e (i) „Rezep ionsgu und aus dem mosaischen Rech
en lehn " sei (so z.B. un e Be u ung au das 2. Buch Moses, Kap. 21, 28), (ii) au de
Selbs e an wo ung de Tie e „als Genosse des Menschen" be uhe (so insbesonde e
in de F ühan ike, ebenso z.T. im Al en Tes amen ), (iii) Res e des „U ech zus andes
im Leben de Völke " da s elle, indem nich die Schuld, als ielmeh das Ve gehen
und seine Wi kung im Vo de g und s eh , ode (i ) in eine , wie es Selle 1984, 66,
nenn , „s a k ch is lich- eligiösen, mi abe - und wunde gläubigen Elemen en e -
se z en Wel anschauung, also in einem ch is lichen Dämonenglauben" beg ünde sei.
Fü insbesonde e den le z genann en E klä ungs e such sp echen die ge ade im Mi -
elal e neben den Tie p ozessen eben alls besonde s häu ig anzu e enden Hexen-
p ozesse (zwischen de zei lichen Häu igkei beide A en on P ozessen bes eh ein
s a is isch gesiche e posi i e Zusammenhang), in denen nich e wa das Tie /de
Mensch, sonde n de Dämon bes a we den soll, de sich des jeweiligen Wesens
bemäch ig ode abe in ihm gezeig ha . Selbs ü die F ühau klä ung mag diese
E klä ungs e such on Bedeu ung sein, wie ein Hundep ozeß aus dem Jah e 1685 (in
Ansbach) e deu lich , in welchem das de Zaube ei schuldig gesp ochene Tie zum
Tod e u eil wu de. Mi zunehmende Du chse zung des Gedankengu es des ömi-
schen Rech s (nich das Tie ha e ü die on ihm begangenen Ta en, ielmeh s eh
de Tie hal e im Mi elpunk des In e esses) s ell das Tie jedoch nich länge ein
Rech ssubjek , sonde n ein Rech sobjek da , d.h. ein ech lich nich e an wo liches
Wesen, das olglich wie eine Sache behandel wi d. Le z e es schließ nich aus, daß
dem Tie - im Gegensa z zu leblosen Sachen - gleichwohl Ge ech igkei wide ah en
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S eue hin e ziehung: Be unde 435
S eue gese z en deck und ausgenü z , ode das Gese z is übe e en wo -
den. Jeden alls is nich ech e sich lich, wo hie bei Raum ü eine ökono-
mische Analyse bes eh .
Und doch e bi g sich hin e dem Ve such on Robe Beckmann, seinen
Hund als in eg e, ech s ähige Pe son (zumindes in die Bankenwel ) einzu-
üh en, ein du chaus ökonomisches Kalkül, denn au diese Weise lassen sich
S eue n spa en, jeden alls bis zum Tod des Hundes. Ob E bnachlaßs eue n
g öße en Ausmaßes an allen, häng dann wohl on dem Tes amen des
Hundes ab. Wah scheinlich dü e „William" seinen In e essen e e e
beau ag haben, auch ü diesen Fall eine „s eue güns ige Lösung" zu
konzipie en.
Die Essenz dieses Beispiels is ech eindeu ig: Das Ve hal en on Rech s-
ad essa en is du chaus zielge ich e angeleg . Es geho ch ih en eigenen
indi iduellen Wunsch o s ellungen ode auch P ä e enzen, de en Umse -
zung sich nach den gegebenen Möglichkei en (und we denk dabei nich an
Einkommen und Ve mögen) ich e , abe auch nach den jeweiligen Ein-
sch änkungen (und hie bei denken nich nu Ökonomen an solch p eisähn-
liche Dinge wie Geld- und F eihei ss a en). Dami wi d das menschliche
Ve hal en ganz allgemein de ökonomischen Analyse zugänglich.
Au das hie be ach e e Thema übe agen, heiß das: Die En scheidung,
S eue n zu e meiden, zu umgehen, zu hin e ziehen ode auch planmäßig zu
un e schlagen - all dies is Aus luß ökonomischen Raisonie ens. Leiden-
scha slos geh die Ökonomie da on aus, daß de einzelne abwäg , welches
Ve hal en ü ihn o eilha is . Das bedeu e auch, daß Gese ze nich ein-
ach be olg we den, weil es sie nun einmal gib , sonde n, daß man mi ihnen
umgeh - und zwa au ökonomische Weise2. Im bewuß übe zeichne en
Falle eines eng ge aß en homo oeconomicus, on dem wi einmal annehmen
wollen, daß e übe s abile P ä e enzen in bezug au die Ka ego ien
„S eue eh lichkei " und „Einkommen" e üg , lau e das indi iduelle Kal-
kül e wa wie olg : Wenn es au g und geände e Gegebenhei en, wie z.B.
eine e ek i e en S eue ahndung, ü den einzelnen „ eu e " wi d, die
Gese ze zu übe e en, dann wi d e seine Vo eile en sp echend in wenige
Hin e ziehung und in meh Eh lichkei suchen. Dabei mein „ eu e ", daß e
in seinem Tun, de S eue hin e ziehung, ehe en deck und/ode hä e
bes a wi d. Umgekeh wi d e e meh zu Hin e ziehung übe gehen,
wenn es ü ihn „ eu e " wi d, s eue eh lich zu sein. S eue eh lichkei
soll [so insbesonde e Schopenhaue 1938, abe auch schon gemäß de Gese zessamm-
lung des Königs Hammu abi on Babylon], was zum heu e agenden Gedanken des
Tie schu zes üh .
2 Es wi d also nich e wa danach un e schieden, ob bes imm e Pe sonen „gu " sind
(e wa jene, die ollends ih e S eue p lich nachkommen) ode abe „schlech " sind
(nu weil sie ih e S eue n nich ode nu zum Teil en ich en).
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436 We ne W. Pomme ehne und Hannelo e Weck-Hannemann
komm z.B. dann um so eu e zu s ehen, wenn man - mi s eigendem Ein-
kommen - einem (un e sons gleichen Ums änden) imme höhe en G enz-
s eue sa z un e wo en wi d.
Es wi d iel ach behaup e , daß solch ökonomische Exe zi ien in Fo m
un e blüm e Be echnung des pe sönlichen Nu zenmaximums heu e meh
denn je anzu e en seien. Schließlich wi d das du ch Schwa za bei e -
dien e un e s eue e Einkommen ü die Bundes epublik Deu schland au
inzwischen meh als zehn P ozen des o iziellen Sozialp oduk s geschä z ;
auch nimm die Zahl de wegen S eue hin e ziehung und -be ugs übe -
üh en Pe sonen lau end zu3. Und doch: Sind das alles wi klich Zeichen
unse e Zei ? Wu den de lei ökonomische Kalküle nich schon imme ange-
s ell ? Fü le z e es sp ich be ei s die g oße Hochach ung, die kein ande e
als Smi h 1776, V. Buch, Kap. II, Teil II, A . II, 332, de E hebung de mi -
elal e lichen (Ve mögens-)S eue in einigen deu schen S äd en (insbeson-
de e in Hambu g) en gegengeb ach ha . Do e hiel es sich nämlich so,
daß nach Ve kündigung des S eue sa zes (bzw. des S eue a i s) jede Bü -
ge seine S eue schuld selbs e echne e und ohne Kon olle und Au zeich-
nung in einen mi einem Tuch e deck en „S eue kas en" wa . Zu aus-
d ücklichen Bewunde ung diese E hebungs o m hä en sich Smi h, abe
auch ande e Ökonomen zu o 4 wohl kaum du chge ungen, wä e es nich
schon zu ih e Zei um S eue mo al und S eue eh lichkei ehe schlech
bes ell gewesen5.
3 Vgl. hie zu Weck-Hannemann/Pomme ehne/F ey 1985.
4 So be ei s Nicolo Machia elli in seine Abhandlung übe Ti us Li ius 1540, 1.
Buch, 55. Kap. und mi Bezug au Nü nbe g on Jus i in seinem Haup we k 1766,
400 .
Es is alle dings anzume ken, daß diese A on s eue liche Selbs einschä -
zung und -Ve anlagung im Mi elal e nu in einigen deu schen S äd en (auße in
Hambu g und Nü nbe g insbesonde e in B emen und Lübeck) anzu e en und mi
Siche hei nich ü die Gesam hei de deu schen S äd e ep äsen a i wa [ gl. ü
Hambu g und B emen auch Wald hausen 1911, bes. 62 ., ü Lübeck Hä ung 1903,
bes. 148 ., und ü Nü nbe g on S ome 1970, 240]. Wei aus häu ige wa die
Selbs e anlagung mi anschließende ö en liche Dekla a ion gegenübe de Ob ig-
kei [so z.B. in F ank u a. M. und in Basel; gl. allgemein hie zu on Mau e 1870,
854 . und E e 1963].
Ein G und ü den Modus de heimlichen En ich ung wi d siche lich das on
Smi h als Alleing und bezeichne e Bemühen um E hal ung de kau männischen K e-
di wü digkei gewesen sein. Alle dings konn e man dem noch im 19. Jah hunde
imme wiede gegen eine di ek e Bes eue ung bzw. Ve mögensbes eue ung o ge-
b ach en Hinweis au die Ge ah eine Publizi ä de wi scha lichen Ve häl nisse
de Kau leu e auch bei nich heimliche S eue en ich ung du ch en sp echende Maß-
egeln o beugen, z.B. du ch Geheimhal ungsp lich ü die s äd ischen O gane, wel-
che die Abgaben de S eue p lich igen en gegenzunehmen ha en [so z.B. in Basel;
gl. Hä ung 1903, 152, und on Schönbe g 1879, 137 u. 469 .].
5 So e me k be ei s on Jus i 1766, 402, daß ein solche S eue en ich ungsmodus
„ o die heu igen Si en und Bescha enhei en de eu opäischen Völke ga nich
b auchba sei. De Eigennu z is eine ga zu wi ksame und mäch ige T ieb ede bey
ielen Menschen, die ga leich übe das Gewissen die Obe hand gewinnen kann,
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S eue hin e ziehung: Be unde
2. S eue oman ik und S eue eh lichkei
437
Eine ähnliche Bewunde ung de möglichs eiwilligen S eue zahlung, ja
meh noch, ge adezu ein Appell hie zu inde sich in de um einiges neue en
Zei , nämlich in de e klä enden Epoche de Roman ike . He ausgeg i en
sei beispielha No alis, dessen - wie e es selbs einmal nann e (1797, 647) -
Poe isie ung de Finanzwissenscha de landes ä e lichen Poli ik du chaus
en gegenkam, wenn e e wa p opagie e:
„Je meh Abgaben ... des o ollkommene de S aa ... Nu we nich im S aa e
leb , in dem Sinne, wie man in seine Gelieb en leb , wi d sich übe Abgaben
beschwe en" (No alis 1798/99, 313).
Selbs Goe he ha ein solches S eue ideal e e en, als e sich in Jena -
wenn auch nu ü ku ze Zei - on dem K eis um Clemens on B en ano
und dem Ehepaa on A nim an egen ließ. So heiß es denn in seinem
damals e aß en „Wilhelm Meis e s Leh jah e" 1829, 430:
„... denn wie de nu ein gu e Va e is , de bei Tische e s seinen Kinde n o leg ,
so is de nu ein gu e Bü ge , de o allen ande en Ausgaben das, was e dem
S aa zu en ich en ha , zu ückleg ."
Auch bei den Geb üde n G imm, die mi Be ina on A nim und ih em K eis
e bunden wa en, inden wi ähnliche Gedanken, wenn sie e wa die oll-
we ige S eue münze als „ eundlich klingendes Geld" ausleg en6. Und
zumal wenn sich de Eigennu z e sp echen kann, daß e keinen ande n Zeugen
seines Meyneides haben wi d, als sein Gewissen."
Im üb igen schein es bei de heimlichen S eue en ich ung bei wei em nich so
zugegangen zu sein, wie Nicolo Machia elli und Adam Smi h e mu e en. In den
deu schen S äd en mi nich heimliche S eue en ich ung und en sp echend ge inge-
en Hin e ziehungsmöglichkei en wu de jeden alls imme wiede zu Denunzia ion
on S eue sünde n au ge o de und mi emp indlichen S a en ged oh , insbeson-
de e mi dem Rech de S ad , das Ve mögen des S eue p lich igen zum dekla ie en
We au zukau en; gl. on Schönbe g 1879, 136 und 468 (zum Ankau s ech ), 213 (zu
Denunzia ion) ü Basel, Hube 1901,
135 .,
ü Hildesheim und Buombe ge 1900 ü
F eibu g i. Ue. Wei e e Indizien lie e Bo he 1906, 97, mi dem Hinweis au die häu-
ige Übe mi lung hin e zogene Be äge euige S eue sünde du ch P ies e . Bei
Hä ung 1898, 1255 ., inden sich s a is ische Be echnungen, denenzu olge in Augs-
bu g die Ve mögenss eue un e schlagungen bis zu 90% be agen haben sollen.
Schließlich scheinen be ei s die ühe en Ve suche eine allgemeinen Reichss eue
(sog. Gemeine P ennig) maßgeblich am Ausmaß de S eue hin e ziehung geschei e
zu sein. So heiß es in einem 1608 anonym e schienenen We k (C. Winzle , 14 .), „...
quia a nen & hic modus suas di icul a es habe , mul is audibus & pe iu iis obno-
xius, quid enim a n du um amque inhumanum es , quam publica ione pompaque
e um amilia um & paupe a is de egi i ili a em & inuidiae expone e ... & in
mobilius, subdi o um ju a ae aes ima ioni c edi opo ea ..
6 Vgl. hie zu und zu ähnlichen Passagen den Roman ike Pausch 1978, 28 ., alle -
dings mi z.T. sinnen s ellenden Ungenauigkei en. Es is nich ganz unbeg ei lich,
daß diese Bewegung in ande en Ge ilden P eußens, namen lich im in de Schweiz
gelegenen Neuchä el, wei wenige ausgep äg wa . Wie Thomann 1985 be ich e , ha
man sich jedoch auch do , so wü de man heu e sagen, ganz ähnliche „ e auensbil-
dende Appelle" anheischig gemach .
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438 We ne W. Pomme ehne und Hannelo e Weck-Hannemann
selbs bei den S aa s ech sgeleh en jene Zei , e wa in on Halle s be ühm
gewo dene „Theo ie des na ü lich=geselligen Zus ands, de Chimä e des
küns lich=bü ge lichen, en gegengese z " (1821, insbes. 348), inde sich eine
ähnliche Eupho ie ü iskalische Abgaben aus möglichs eien S ücken7.
Man mag sich aus heu ige Sich agen, was die Li e a en, abe auch die
S aa swissenscha le zu de lei Begeis e ungss ü men und Appellen bewo-
gen ha . Wa e wa die S eue mo al be ei s so nied ig, daß sich as jede
anges eck , ja nahezu genö ig sah, möglichs iel an S eue n zu umgehen
und zu hin e ziehen, um nich de Äch ung du ch die Mi bü ge anheimzu-
allen? Ode abe handel e es sich bei den Roman ike n mi ih en Gleichnis-
sen und mo alischen Appellen ü meh S eue eh lichkei und eiwillige
S eue en ich ung um p i ilegie e Pe sonen, die sich ih e eigenen Gedan-
ken übe We und No wendigkei on S eue n mach en - Gedanken, die
sich kondensie e wa au olgende Lei idee b ingen lassen: Bei anges eng-
e Übung e mag sich de einzelne so seh als Teil de ö en lichen Hand
emp inden, daß e mi leidenscha liche Be ei scha die S eue n gleichsam
an sich selbs en ich e . Denn das Ganze is doch meh als seine Teile.
Es wa en in e s e Linie wohl diese „o ganologischen" Au assungen, aus
denen he aus sich die Roman ike gegen das kausale Denken de Au klä-
ung, gegen die na u ech liche Leh e om S aa s e ag und dami auch
gegen eine ökonomische Beg ündung de S aa sausgaben (aus bes imm en
A en on Ma k e sagen) und gegen eine äqui alenz heo e ische S eue -
ech e igung wand en. Ja, man wi d kaum zu wei gehen, ih e S eue phi-
losophie als ideengeschich liche An i hese zu den indi idualis ischen Leh-
en de Na u ech sphilosophie und de Ökonomie eines Adam Smi h zu
sehen. Vo allem Mülle ha diese Ablehnung de Leh e des ökonomischen
Libe alismus und des au dem homo oeconomicus au bauenden Theo iege-
bildes in imme neue Fo meln ge aß , so e wa, wenn e den S aa als „das
Ganze dieses bü ge lichen Lebens selbs " bezeichne (1809, 29) und sich
s ik dagegen e weh , ihn bloß als „nü zliche E indung" zum Vo eil de
Bü ge au zu assen, ode ga als „gegensei ige Siche hei s=Ve siche ung,
ohne die de Mensch im No h alle, wenn auch unbequeme und unbehag-
liche , doch ganz wohl leben könne". Nein, so eng könne man dies nich
sehen; schließlich is „de Mensch ... nich zu denken auße halb des S aa-
es". Ode , wie es bei No alis mi de oben ange üh en S elle wei e geh :
„Das Bedü niß eines S aa es is das d ingends e Bedü niß eines Menschen. Um
Mensch zu we den und zu bleiben, beda es eines S aa s."
7 So e wa in seine Emp ehlung ü den Pa imonials aa als de in de „O dnung
Go es und de Na u " beg ünde en S aa s o m, in welche de Landeshe im P inzip
aus eigenem Ve mögen leben soll und in de „die wah e Regel da in bes eh , en wede
keine S eue n zu o de n, ode wo dies nich möglich is , nu eywillige, bey denen,
ih e Ungleichhei ungeach e , sich niemand zu beschwe en ha ".
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S eue hin e ziehung: Be unde 439
Auch wenn dieses Wi ken de deu schen Idealis en und Roman ike nich
ohne e euliche Folgen ü den Fiskus wa - p i a issime kamen sie nich
umhin, sich des oman ischen Schleie s zu en ledigen. Ih e eigenen S eue -
angelegenhei en wa en auch ü sie eine Sache kühle E wägung. Dies
zeig e sich deu lich im Ve lau eines gegen Be ina on A nim anges eng en
und asch be ühm gewo denen S eue p ozesses, in welchem es wiede um
um einen Hund ging, nunmeh alle dings als Objek de Bes eue ung.
Um die Geschich e ku z zu machen: Mi dem Finanzedik om 27. Ok obe
1810 und dem Luxuss eue edik om olgenden Tage8 lei e e F ied ich Wil-
helm III. on P eußen eine S eue e o m ein, de en Ziel da in bes and,
die im F ieden on Tilsi au gezwungene Kon ibu ion an F ank eich
siche zus ellen. Zu „Au b ingung de eins weilen nö higen Fonds" wu de
eine Reihe neue S eue objek e au ge üh , da un e Diene scha en, Rei -
und Ku schp e de, Equipagen und eben auch Hunde. G undlage de Hunde-
s eue sa zung wa en nich e wa die unliebsamen Relik e in den Chausseen,
sonde n - ganz in anzösische Manie - die E hebung eine „S eue au
Genüsse"9.
Man kann sich unschwe o s ellen, welche Folgen eine S eue au „zum
Luxus" ode , im damaligen Am sdeu sch, „zu Ve gnüglichkei gehal ene
Hunde" zei igen we den. Hiel man sich bislang als ypischen Jung e n-,
Schoß- ode Hages olzhund einen Spi z, einen Pudel ode auch ein Möps-
chen10, so a en nach Ink a e en des Hundes eue e lasses meh und meh
jene Hunde assen an de en S elle, die au g und ih e „p imä en Funk ion"
einen Geb auchs-, Beda s- ode auch Nu zhund da s ell en, so de s eue -
eie Hi en- und Wachhund und - scheinba am Rande de S eue umgehung
8 Vgl. Gese z=Sammlung ü die Königlich P eußischen S aa en Jg. 1810, N . 3,
33 .
9 Ähnlich die Beg ündung de Ein üh ung eine Hundes eue in Schleswig-Hol-
s ein pe Pa en (1807) und im damaligen Fü s en um Lübeck pe Gese z (1834): gl.
mi wei e üh enden Hinweisen ü Deu schland und Rußland Sodo sky 1901, 717 .;
1903, 813 ., und ü F ank eich Pa ieu 1863, 142 ., sowie Dela ou 1889, 1080.
Ande s dagegen in G oßb i annien, wo Vocke 1866, 475, zu olge die Ein üh ung eine
Hundes eue 1796 (bei Vocke älschlich 1795) mi olgende Absich beg ünde
wu de: „Fo he be e p o ec ion o Pe sons and P ope y o his Majes ys Subjec s
agains he e ils a ising om he inc ease o dogs." In sublime Di e enzie ung inde
sich diese Gedanke spä e auch bei dem (zu Un ech ) als „le z em Physiok a en"
bezeichne en A nd 1852,
313 .,
de in seinen Plänen eine „na u gemäßen S eue " als
E gänzung zu alleinigen G unds eue eine S eue au die indi ek e E b olge und eine
S eue au Hunde o sah, da le z e e „du ch ih eies Umhe lau en die eie Bewe-
gung de Gesellscha s ö en."
10 So die an angs des 19. Jah hunde s au dem eu opäischen Kon inen o he -
schenden Vo lieben. Ande s wiede um in G oßb i annien, wo sich neben dem Mops -
sei König William III. als dem Hund des englischen He sche s - insbesonde e de
Zwe gspaniel zum Lieblingshund de A is ok a ie en wickel ha e. Vgl. hie zu und
mi wei e gehenden kul u geschich lichen Hinweisen Bo enschen 1983 sowie B ak-
ke / an Kle ens 1989, 124 .
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440 We ne W. Pomme ehne und Hannelo e Weck-Hannemann
- die im Luxuss eue dek e om 28.10.1810 zunächs nich explizi genann-
en Jagdhunde11. Es e s aun auch nich , daß die Zahl de sozusagen „ iska-
lisch mo i ie en Hunde assenumwandlungen" zunahm, die Hundebesi ze
also (zumindes au dem Papie ) genau das e such haben, wessen Be ina
on A nim om Magis a de S ad Be lin mi unnachsich ige Hä e ange-
klag wu de. Nich nu , daß sie ih en Hund ein halbes Jah lang dem Fiskus
gegenübe e heimlich ha e. Nein, aus ih e spä e en eigenhändig un e -
zeichne en E s eingabe an die „Hundes eue -Commission" - ein meh köp i-
ges G emium aus Hundes eue spezialis en - geh eindeu ig he o , daß sie
den amilia isie en Findling, dessen Zugehö igkei zu Rasse de Pudel
nich zu e kennen wa , als „Jagdhund" zu dekla ie en - ach e e, genaue
als Schweiß- und He zhund, de eindeu ig de s eue eien Obe klasse de
leisch essenden ca nassie s zuzu echnen gewesen wä e. Doch diese Ve -
such des S eue be ugs mißlang.
Mo alischen Vo hal ungen wa o enkundig auch in jenen Zei en keine
nachhal ige Wi kung beschieden, denn Be ina on A nim wa keineswegs
ein Einzel all. So e gaben s a is ische E hebungen in Wü embe g, daß die
e hebliche Locke ung de Hundes eue sch aube wäh end de Jah e 1839/41
eine explosi e Zunahme de Anzahl dekla ie e Hunde zu Folge ha e. Das
Ausmaß diese Ve ände ung, so olge e die S u ga e S eue behö de, läß
au das zu o nich -dekla ie e Hal en on Hunden und au S eue be ug in
be äch lichem Ausmaß schließen. Denn, so as wö lich, mi solch gewal i-
gen Wandlungen in de Hundepopula ion sei auch bei eine auße o den -
lichen Ve ände ung de Gebu enhäu igkei nich zu echnen12.
Wie Sodo sky 1903, 815 aus üh , ha e auch in G oßb i annien, wo - wie
schon be ich e - be ei s 1796 eine Hundes eue einge üh wo den wa ,
„die bes ehende S eue be eiung ü Schä e - und Viehhunde" nich nu zu
„S eue umgehung, S ei igkei en und dadu ch zu Unsiche hei en, Schwie-
igkei en und zu Kos spieligkei en de E hebung" ge üh , sonde n le z lich
dazu, daß - wie Sodo sky schä z - „kaum ein Fün el" alle Hunde bes eu-
e wu de. Die 1867 e olg e Abscha ung alle S eue be eiungen und die
He abse zung des S eue sa zes um meh als 50% ha e - ähnlich wie in
Wü embe g - eine solche Flu on Neudekla a ionen zu Folge, daß das
Hundes eue au kommen o z de d as ischen S eue sa zsenkung insgesam
soga zunahm13.
11 In de königlichen Dekla a ion om 14. 9.1811 jedoch, die „manche lei Zwei el
und An agen übe die Anwendung des Edik es om 28s en Oc obe .J. ... besei i-
gen" soll e, wu den nunmeh (S. 348) ausd ücklich auch Jagdhunde als s eue be ei
au ge üh .
12 Ebensowenig lassen sie sich au eine iskalisch induzie e Zuwande ung on
Hunden zu ück üh en, denn de lei Vo gänge wä en im Zuge de ges engen Kon olle
an den S ad o en unschwe en deck wo den.
13 Es sei nu am Rande e wähn , daß eine iskalisch mo i ie e „Hunde assenum-
wandlung" bei de heu igen deu schen Einkommenss eue (Wachhund als Be iebs-
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S eue hin e ziehung: Be unde 447
imme hin heo e isch gezeig we den kann, daß de /die P lich ige au eine
E höhung de S eue belas ung (un e sons gleichen Ums änden) mi meh
S eue hin e ziehung eagie , wi d diese - mi de Volksmeinung übe ein-
s immende - Folge ung be ei s in F age ges ell , wenn man demselben Zen-
si en Risikoa e sion zubillig . Eine höhe e G enzs eue belas ung ha dann
sowohl einen Subs i u ionse ek , de zu meh Hin e ziehung Anlaß gib , als
auch einen in de Wi kung en gegenge ich e en Einkommense ek , denn
bei (mi zunehmendem Einkommen abnehmende ) Risikoa e sion wi d sich
de P lich ige im Zuge des du ch die S eue e höhung geschmäle en Ein-
kommens zunehmend s eue eh lich e hal en. Dies bedeu e abe , daß mi
Hil e de S anda d heo ie keine eindeu igen Hypo hesen übe den Ne o-
e ek de Bes eue ung abgelei e we den können.
Die aus de Theo ie deduzie en Folge ungen keh en sich soga ins
Gegen eil de Volksmeinung, wenn schließlich be ücksich ig wi d, daß die
Bemessung de S a s eue nich am Um ang des e heimlich en Einkom-
mens anse z , sonde n - wie in de Bundes epublik Deu schland, in den Ve -
einig en S aa en und in de Schweiz de Fall - an dem hin e zogenen
S eue be ag. Dann nämlich wi d kein Subs i u ionse ek meh wi ksam,
d. h. eine höhe e G enzs eue belas ung ha wegen des noch imme wi ksa-
men Einkommense ek s eindeu ig wenige Hin e ziehung zu Folge.
Die wesen lichen Hypo hesen übe den Ein luß de mu maßlichen Bes im-
mungsg ünde de S eue hin e ziehung sind in Tabelle 1 wiede gegeben. Sie
e weis auch au den heo e isch zu e wa enden Ein luß des (wah en) Ein-
kommens un e de Annahme absolu e Risikoa e sion und bei Un e s el-
lung eine linea -p og essi en S eue unk ion (die eine e nün ige App o-
xima ion an die Reali ä da s ell ).
Tabelle 1
Hypo hesen übe den Ein luß de Bes immungsg ünde de S eue hin e ziehung
Bes immungsg ünde Ein luß au das Ausmaß
an S eue hin e ziehung
Wah scheinlichkei de En deckung nega i
S a s eue höhe nega i
G enzs eue belas ung nega i *
wah es Einkommen posi i *
* Un e de Annahme abnehmende absolu e Risikoa e sion und eine linea -p og essi en S eue unk ion
,wah en F eizei ' abs ahie wi d. Ve suche, de lei Anpassungs e hal en (ode auch
das Ve hal en des Gegenspiele s, des Fiskus) zu be ücksich igen, üh en zum E geb-
nis, daß die Wi kung e wa eine Ände ung de S eue belas ung „ o allem nich ein-
deu ig sind" (Penca el 1979, 121).
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448 We ne W. Pomme ehne und Hannelo e Weck-Hannemann
Es is beg ei liche weise nich ein ach, diese zen alen Aussagen des
neoklassischen Ansa zes empi isch zu übe p ü en. Die Schwie igkei en
beginnen be ei s mi de F age, was eigen lich un e S eue hin e ziehung zu
e s ehen is und wie diese insbesonde e dem Fiskus gegenübe unlichs
e heimlich e Ak i i ä übe haup gemessen we den kann24. Gleichwohl
gib es inzwischen eine Reihe on ökonome ischen Un e suchungen, in
denen e such wi d, diese Hypo hesen, welche eine ob igkei lichen Sich -
weise besonde s nahe liegen, au zwa un e schiedliche, jedoch in jeweils
konzise Weise zu übe p ü en25. Die haup sächlichen E gebnisse diese o -
wiegend au die Ve einig en S aa en Bezug nehmenden S udien sind in
Tabelle 2 zusammenges ell .
Zunächs äll au , daß die beiden in ih e Wi kungs ich ung heo e isch
eindeu ig bes imm en Ein luß ak o en, das Ausmaß de Kon olle du ch den
Fiskus und die S a höhe, nu in einem Teil de Que - und Längsschni s-
analysen übe haup be ücksich ig we den. Diese Mangel is zum Teil au
ehlende Da en zu ückzu üh en (so insbesonde e, was die Nähe ungsg öße
ü die Wah scheinlichkei de En deckung be i ), o allem abe da au ,
daß die Zensi en de ame ikanischen Bundeseinkommens eue alle ein und
demselben Sys em on Nach- und S a s eue n un e liegen, welches sich
übe dies im Lau de Zei nu wenig geände ha .
In jenen Un e suchungen, in denen zumindes eine diese beiden Poli ik-
pa ame e be ücksich ig wo den is , zeig sich kein einhei liches Bild. Bei-
spielsweise kommen Wi e/ Woodbu y 1985 zum E gebnis, daß diese Ein-
luß ak o en bei einigen S ichp oben on S eue zahle n den e wa e en
absch eckenden E ek au weisen, wäh end sich ü ande e kein s a is isch
gesiche e Zusammenhang ode ein soga posi i es signi ikan es Vo zei-
chen e gib . Die ehlende Eindeu igkei is e mu lich Folge da on, daß in
diese und den wei e en ühen Un e suchungen on eine einsei igen Kau-
sali ä sbeziehung ausgegangen wi d, indem die Wah scheinlichkei de En -
deckung und die S a höhe als exogen behandel we den, obwohl beide
du chaus endogen sein können, m.a.W. ih e sei s on dem Ausmaß an
S eue hin e ziehung (und wei e en Bes immungsg ößen) abhängen. Wenn
24 Vgl. zu beiden P oblemen die aus üh liche E ö e ung bei Weck-Hannemann
/
Pomme ehne 1989, 523 .
25 Nu am Rande be ücksich ig we den hie expe imen elle Un e suchungen und
Be agungen de Zensi en übe ih e S eue men ali ä und ih Hin e ziehungs e hal-
en [ gl. ü Übe sich en Jackson/Milli on 1986, Ro h/Scholz/Wi e 1989 ode El e s
1991]. Zum einen sind die dabei gewonnenen E gebnisse auße o den lich sensi i in
bezug au A und Weise des Un e suchungsdesigns, de Fo mulie ung de konk e en
F agen, de Ges al ung de En scheidungssi ua ion, abe auch des Re e enzpunk es.
Zum ande en haben neue e Un e suchungen e deu lich , daß zwischen dem angeb-
lichen und dem a sächlichen Dekla a ions e hal en on S eue p lich igen o
be äch liche Di e genzen bes ehen; gl. Webley/Hals ead 1986, Hi e 1987 sowie
El e s 1991.
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S eue hin e ziehung: Be unde 449
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454 We ne W. Pomme ehne und Hannelo e Weck-Hannemann
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456 We ne W. Pomme ehne und Hannelo e Weck-Hannemann
le z e es zu i , dann is die meis e wende e OLS-Schä z echnik inad-
äqua und lie e e ze e Koe izien en. Die ko ek e Spezi ika ion e o -
de die Be ücksich igung de wechselsei igen In e ak ionen im Rahmen
eines Simul angleichungsmodells und en sp echende Schä z e ah en, wie
sie neue en Un e suchungen (sei 1985) as du chweg zug undeliegen.
Gleichwohl k is allisie sich auch in diesen S udien keine deu liche E i-
denz ü einen Absch eckungse ek diese beiden Va iablen he aus26: Wie-
de um komm es ü e schiedene G uppen on Zensi en zu un e schied-
lichen und z.T. en gegengese z en E gebnissen (so z.B. bei Dubin/Wilde
1988), die übe dies sensi i on de konk e en Spezi ika ion de beiden Poli-
ikpa ame e sowie de zu e klä enden Va iable abhängen [C ane /Nou zad
1985, 1986, Po e ba 1987, Dubin/G ae z/ Wilde 1987]. Die einzige Poli ik a-
iable, die in nahezu allen Un e suchungen den e wa e en nega i en Ein-
luß au das Ausmaß an Hin e ziehung au weis , bes eh in de Bes eue ung
( on Einkommen und Kapi ale ägen) an de Quelle. Das mi Schwa za bei
e ziel e Einkommen wi d dabei alle dings nich e aß , zumal es wei weni-
ge gu en deck we den kann als e wa übe höh e Unkos en und sons ige zu
Un ech gel end gemach e S eue abzüge.
Dami is zugleich eine wei e e Schwie igkei angesp ochen, de die mei-
s en ange üh en Un e suchungen gegenübe s ehen. Von wenigen Ausnah-
men abgesehen27 wi d als abhängige Va iable nämlich au eine G öße abge-
s ell , die ih e sei s au Schä zungen de S eue behö den be uh , die wie-
de um on dem E olg de Fahndungsak i i ä en des Fiskus nich unabhän-
gig is . Wie e olg eich die S eue behö den bei de Au deckung des wah en
Einkommens wa en, bleib abe le z lich im Dunkeln. Mi angemessenem
Vo behal sind dahe auch die E gebnisse diese S udien zu in e p e ie en,
denn die geschä z en Koe izien en spiegeln das Ve hal en sowohl de
S eue behö den als auch de Zensi en wide . Deu lich wenige Vo behal e
bes ehen dagegen gegenübe den Un e suchungen on C ane / Nou zad
1985, 1986 und den beiden zule z ange üh en Analysen. Sie s ellen als Ve -
gleichsg öße (zu dem dem Fiskus gegenübe dekla ie en Einkommen) au
eine on den In o ma ionen de S eue s a is ik möglichs unabhängige Ein-
kommense assung ab. Siche lich is auch in diese Re e enzg öße ein Teil
des mi Schwa za bei e ziel en Einkommens nich e aß . Die en sp echen-
den abhängigen Va iablen hängen jedoch as ausschließlich om Ve hal en
de S eue p lich igen ab, so daß die geschä z en Koe izien en mi meh
Ve auen in e p e ie we den können.
26 Ebensowenig sp echen die E gebnisse da ü , daß die beiden Poli ikins umen e
beliebig subs i uie we den können. In de Ta weisen die bei C ane/Nou zad 1986
sowie Weck-Hannemann/Pomme ehne 1989 ausgewiesenen Koe izien en da au hin,
daß eine bes en alls bescheidene Subs i u ionsbeziehung bes eh .
27 Hie zu zählen die S udien on C ane/Nou zad 1985, 1986 sowie die beiden
zule z au ge üh en Un e suchungen.
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