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Elemente verbandsinterner Willensbildung

Abstract

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Elemente verbandsinterner Willensbildung

Author: Buchholz, Edwin H.
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1964
DOI: 10.3790/schm.84.5.537
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/291060/1/schm.084.5.537.pdf
Buchholz, Edwin H.
A icle
Elemen e e bandsin e ne Willensbildung
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Buchholz, Edwin H. (1964) : Elemen e e bandsin e ne Willensbildung,
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke
& Humblo , Be lin, Vol. 84, Iss. 5, pp. 537-550,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.5.537
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/291060
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Elemen e e bandßin e ne Willensbildung*
Von Edwin H. Buchiholz, Tübingen
Als sich de zei weilige ös e eidiische Jus izminis e und Wiene
Uni e si ä sp o esso F anz Klein im Jah e 1913 mi seinem G und iß
.•Das O ganisa ionswesen de Gegenwa " in die Klassike de deu -
schen Ve bands o schung ein eih e, glaub e e , eine zunehmende Be-
es igung und E wei e ung (de Willens- und Handlungssphä e ge ade
de Mi gliede in den damaligen O ganisa ions e assungen wah zu-
nehmen, moch e diese Tendenz auch nich in allen de on Klein un-
e such en O ganisa ionen in gleichem Maße e iden sein1. Im Gegen-
sa z dazu is heu e s ändig die Rede on de zunehmenden Ve selb-
s ändigung des „Ins i u ionellen" in den O ganisa ionen und de dami
e bundenen „Behe schung" de Mi gliede du ch die Füh ungs- und
Lei ungss äbe.
T ä en beide Beobach ungen zu, so hä e sich in den le z en 50 Jah-
en in de in e nen Willensbildung de O ganisa ionen o enba ein
deu liche Wandel zuunguns en de Mi gliede ollzogen. Ob es die-
sen Wandel a sächlich gab, soll jedoch ebenso o enbleiben wie die
F age, welche Fak o en ihn gegebenen alls begüns ig haben. Viel-
meh soll hie nu einigen jene Elemen e e bandsin e ne Willens-
bildung nachgegangen we den, die in Ve bandss uk u en heu ige
P ägung nachzuweisen sind und bei de Willensbildung wi ksam we -
den ode wi ksam we den können.
Vo auszuschicken sind indessen noch einige Anme kungen zu Te -
minologie, da man wohl in de Bundes epublik Deu schland noch nich
da on ausgehen kann, daß in den an de Ve bands o schung be eilig-
en sozialwisisenscha lichen Disziplinen — o allem Soziologie, Wissen-
scha on de Poli ik, Na ionalökonomie und Rech swissenscha —
selbs so elemen a e Beg i e wie Ve ein, Ve band ode O ganisa ion
den »gleichen Inhal haben2, ganz zu schweigen on den mannig achen
* Eine gekü z e Fassung dieses Bei ags hiel Ve . als Re e a im Fachausschuß
ü O ganisa ionssoziologie am 29. 4.1964 au dem 15. Deu schen Soziologen ag in
Heidelbe g.
1 Vgl. F anz Klein: Das O ganisa ionswesen de Gegenwa . Ein G und iß.
Be lin 1913. S. 106 .
2 Vgl.: Wö e buch de Soziologie. Un e Mi a bei zahl eiche Fachleu e he -
ausgegeben on Wilhelm Be nsdo u. F ied ich Bülow. S u ga 1955. S. 356 .
u. 592 . Fe ne : Edwin H. Buchholz: In e essen, G uppen, In e essen eng uppen.
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Beg i snuancen, die sich on Au o zu Au o auch inne halb de sel-
ben Disziplin e geben. Ohne hie in beg i sk i ische De ails einzu-
e en, sei lediglich jene E scheinungen in de Beg i sno des heu-
igen Ve bands o sche s E wähnung ge an, welche die ielleich will-
kü lich e scheinende Abg enzung de in diese Analyse einbezogenen
Gebilde ech e igen mögen.
In de mode nen Soziologie deck de Beg i „O ganisa ion" eine
ähnliche Viel al he e ogens e Gebilde wie o ün zig Jah en. Es
ehlen zwa die Zün e, Gilden, Gesellen e bände usw., da ü wu den
abe beispielsweise Schulen, K ankenhäuse und Ge ängnisse neu in
den Objek ka alog de O ganisa ionsanalyse au genommen, und dem
Indus iebe ieb wu de eine besonde e Vo zugss ellung einge äum .
Daneben s ehen nach wie o Genossenscha en, Ka elle, Kamme n,
Ve eine und Ve bände, das Hee , die Ve wal ung und die poli ischen
Pa eien als Fo schungsgegens ände meh ode minde „gleichbe ech-
ig " nebeneinande ; und sie alle heißen „O ganisa ionen"3. Diese
Fes s ellung is wenige als K i ik gedach denn als E klä ung da ü ,
daß ein so wei ge aß e Beg i allgemeingül ige Aussagen e wa übe
die „o ganisa ionsin e ne" Willensbildung ga nich zuließe.
Abe auch die Subs i u ion des Beg i s „O ganisa ion" du ch den
Beg i „Ve band" schü z noch nich o Fehlin e p e a ionen und
Miß e s ändnissen. Konsul ie man e wa das „Wö e buch de So-
ziologie" on 1955, so inde man un e dem S ichwo „Ve band"
as genau dieselben Gebilde au ge üh , die soeben als „O ganisa io-
nen" au gezähl wu den4. Nun gib es zwa zahl eiche F agen an die
Gesellscha sgebilde de aglichen A , de en Bean wo ung es e -
laub , die cha ak e is ischen Un e schiede ebenso ge ing zu ach en wie
die Ga ungsnamen, un e denen die Gebilde in summa zusammenge-
aß we den. Das is o nehmlich so lange de Fall, wie das einzelne
Gebilde isolie on allen ande en un e such wi d. Die e gleichende
Analyse hingegen s öß um so ehe au die G enzen diese e mino-
logischen So glosigkei , je meh Gebilde-G uppen einbezogen we den.
Im einzelnen auszu üh en, wes-halb die Genossenscha en, Konze ne,
Ak iengesellscha en, Ka elle, Kamme n und Ki chen, die Ve eine,
die poli ischen Pa eien usw. om den wei e en Übe legungen ausge-
schlossen sein sollen, käme be ei s einem Di e enzie ungs e such
Elemen e eine wi scha ssoziologischen O ganisa ionsleh e — un e besonde e
Be ücksich igung de deu schen Ve bands o schung (Tübinge Disse a ion. Tübin-
gen 1964). S. 221 .
3 Vgl. Rena e Mayn z: Soziologie de O ganisa ion. Hambu g 1963. S. 8 .
4 Vgl. F ied ich Bülow: A . „Ve band". In: Wö e buch de Soziologie. a.a.O..
S. 592 .
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Elemen e e bandsin e ne Willensbildung 539
nach bes imm en K i e ien gleich und wü de dahe — sowei e übe -
haup gelänge — hie zu wei üh en5. Es mag deshalb genügen, wenn
un e Ve zich au jede wei e e Beg ündung de o genommenen Aus-
wahl lediglich angegeben wi d, welche O ganisa ionen ü diese Ana-
lyse als Anschauungsobjek e he angezogen we den, nämlich die soge-
nann en W/i scha s ach e bände, die A bei gebe e bände und die
Gewe kscha en. Zusammen assen ließen sich diese d ei O ganisa ions-
ga ungen wohl noch am ehes en mi dem Beg i „Wi sclia s e -
bände".
Wi scha s ach e bämde sollen sein: Zusammenschlüsse on Un e -
nehmungen ode on Un e nehmungs e bänden. Von den wenigen
Misch o men, in denen sowohl ein Un e nehmungs e band wie auch
eine einzelne Un e nehmung die Mi gliedscha in einem Wi scha s-
e band e langen können, soll abgesehen we den. Die wich igs en
Funk ionen de Wi scha s ach e bände sollen in de kollek i en
Selbs hil e und in de In e essenwah nehmung gegenübe D i en be-
s ehen. Von de o ganisie en Selbs hil e ausgeschlossen sollen insbe-
sonde e sein alle Maßnahmen zu Behinde ung ode Ausschal ung des
We bewe bs au den Mä k en (Ka elle!) sowie jede e we bswi -
scha liche Be ä igung ode Ein ich ung de Ve bände selbs . Die
Wi scha s ach e bände sollen also lediglich die E we bswi schia en
ih e Mi gliede ö de n, nich abe auch selbs e we bswi scha liche
Geschä sbe iebe un e hal en dü en.
Wie die Wi scha s ach e bände sollen auch die A bei gebe e -
bände und Gewe kscha en nu aus einen G und e bänden ode
Obe e bänden bes ehen, um die on E win G ochla einge üh en Be-
g i e zu e wenden6. In G und e bänden können also nu einzelne
Un e nehmungen bzw. A bei nehme Mi glied we den, in Obe e -
bänden nu Un e nehmungs- bzw. A bei nehme e bände. Die Wah -
nehmung insbesonde e sozialpoli ische In e essen gegenübe D i en
is den A bei gebe - und A bei nehme e bänden ebenso eigen wie
eine kollek i e Selbs hil e. Im Un e schied zu den Wi scha s ach e -
bänden s ehen sich jedoch A bei gebe e bände »und Gewe kscha en
da übe hinaus als Kon ahen en au den o ganisie en A bei smä k-
en gegenübe . Und es wi d zu zeigen sein, daß ge ade mi diese
Funk ion auch besonde e P obleme ü die e bandsin e ne Willens-
5 Di e enzie ungsansä ze sind zu inden bei: Rupe B ei ling: Die Ve bände
in de Bundes epublik. Ih e A en und ih e poli ische Wi kungsweise. Meisen-
heim a. Glan 1955; Josua We ne : Die Wi scha s e bände in de Ma k wi -
scha . Zü ich u. S . Gallen 1957; Joseph H. Kaise : Die Rep äsen a ion o gani-
sie e In e essen. Be lin 1956.
6 E win G ochla: Be iebs e band und Ve bandbe ieb. Wesen, Fo men und
O ganisa ion de Ve bände aus be iebswi scha liche Sich . Be lin 1959. S. 119.
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540 Edwin H. Buchholz
bildung en s ehen. Welches sind nun — wenn on allen e bands-
ex e nen Ein lüssen abgesehen wi d — wich ige Fak o en ü die
in e ne Willensbildung in den genann en Ve bänden?
Un e den in e nen Elemen en gebüh de e s e Rang wohl de
Sa zung. Einhei lichkei bes eh in den Sa zungen alle Wi scha s-
e bände inso e n, als die Mi gliede e sammlung als obe s es Ve -
bandso gan ins i u ionalisie und auch mi den en sp echenden Be-
ugnissen ausges a e is . Ve schieden ge egel is jedoch die S ellung
de Mi gliede in de Mi gliede e sammlung. Dabei is zwischen
G und- und Obe e bänden zu un e scheiden.
In den
G und e bänden
gil das sogenann e genossenscha liche
P inzip („Ein Mann — eine S imme") häu ig auch dann noch, wenn
die Ve bandsbei äge de Mi gliede Di e enzie ungen au weisen.
Das i nich nu ü die Gewe kscha en zu, sonde n ebenso ü
zahl eiche Un e nehmungs e bände. Wo jedoch die ökonomische Po-
enz de Mi gliedun e nehmungen g oße Un e schiede au weis , wi d
diesem Ums and meis auch du ch eine en sp echende S immendi e-
enzie ung Rechnung ge agen. Fälle wie jene , in dem sich ein ein-
ziges Un e nehmen 40 °/o de S immen in de Sa zung siche n konn e7,
s ellen eine ela i sel ene Ausnahme da und sind wohl auch nu
dann möglich, wenn das p i ilegie e Un e nehmen übe eine ehe
noch g öße e Ma k mach e üg , als dies in seinem S immen gewich
bei de e bandsin e nen Willensbildung zum Ausd uck komm , an-
de e sei s abe au die Mi gliedscha im be e enden Wi scha s-
e band We leg , sei es, weil es den exklusi en Zusammenschluß sei-
ne Ma k konku en en ü ch e , sei es, daß seine Ein lußmöglich-
kei en ü die Be ä igung als Einzelin e essen gegenübe Legisla i e
und Exeku i e nich aus ei dien.
Häu ige wi d die un e schiedliche Wi scha sk a de Mi glied-
un e nehmungen du ch zwei ande e Me hoden de S immendi e en-
zie ung be ücksich ig : En wede we den die S immen nach einem
es geleg en Schlüssel gewich e ode die Willensbildung ollzieh sich
in meh e en — meis d ei — Abs iinmungsg uppen. Als Di e enzie-
ungsk i e ien können in beiden Fällen — je nach B anche ode Au -
gabenbe eich des G und e bandes — dienen: die Zahl de Beschä ig-
en in den Mi gliedun e nehmungen (A bei gebe e bände), die Lohn-
und Gehal ssumme, de Umsa z ode soga die Menge de E zeugnis-
einhei en. Sch eib die Sa zung G uppenabs immung o , was du ch-
aus nu ü En scheidungen on besonde e Bedeu ung o gesehen
sein kann, so ha jedes Mi glied inne halb 9eine G uppe nu eine
7 Vgl.
G ochla:
a.a.O., S. 171.
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Elemen e e bandsin e ne Willensbildung 541
S imme, und de be e ende An ag is egelmäßig dann e s ange-
nommen, wenn e in zwei G uppen einen es geleg en S immenan eil
au sich e einig .
Solche Bes immungen mögen zwa eine allzu o ensich lichen und
adikalen Be o mundung de Meh hei du ch eine Minde hei im
Wege s ehen, machen jedoch die g undsä zlichen Bedenken gegen die
Be ech igung on S immendi e enzie ungen bei de e bandsin e neii
Willensbildung in G und e bänden nich gegens andslos. Allen mög-
lichen Einwänden o an s eh wohl diese : Jede A on S immen-
di e enzie ung au g und wi scha liche Leis ungsun e schiede (öko-
nomische Mach ak o en) is mi de sogenann en demok a ischen
Willensbildung — d. h. mi de Willenskundgebung de Mi gliede -
meh hei — un e einba !
Noch agwü dige wi d es, wenn die un e schiedliche Wi scha s-
k a de Un e nehmungen nich nu in den G und e bänden als
Maßs ab ü die S immendi e enzie ung dien , sonde n auch noch in
den Obe e bänden. Als einem „Ve bände-Ve band" gehö en ja dem
Obe e band nu Ve bände als Mi gliede an, keine Un e nehmungen.
Schließen sich abe beispielsweise sieben G und e bände zu einem
Oibe e band zusammen, so kann die Willensbildung nach „demok a-
ischem" P inzip wohl nu sel en in de Weise ge egel we den, daß
jede G und e band dasselbe S immengewich e häl , denn die An-
zahl de Mi gliede in den einzelnen G und e bänden bliebe unbe-
ücksich ig . Es wä e also nich ausgeschlossen, daß ie ela i kleine
G und e bände die d ei ande en übe s immen, obwohl diese bedeu-
end meh Einzelmi gliede haben als jene. Das s ünde ohne jeden
Zwei el eine ^demok a ischen" Willensbildung ebenso en gegen wie
eine Gewich ung de S immen nach de Wi scha sk a de Un e -
nehmungen in G und e bänden. De Obe e band is dahe ge adezu
da au angewiesen, die un e schiedlichen Mi gliede zahlen in den
G und e bänden angemessen zu be ücksich igen. E u dies, indem in
de Sa zung e üg wi d, daß die Mi glied e bände bei Abs immun-
gen ü eine bes imm e nachgewiesene Zahl ih e Mi gliede jeweils
eine S imme haben sollen, also e wa ü jedes ange angene Hunde ,
ü jede ange angenen 500 usw. Je nach S uk u de G und e bände
können zwa auch hie gewisse Schwie igkei en au e en, abe g und-
sä zlich dü e gegen dieses Di e enzie ungsp inzip zumindes weni-
ge einzuwenden sein als gegen eine „einhei liche Behandlung" alle
Mi glied e bände.
Ande s is die S immendi e enzie ung in Obe e bänden dagegen
dann zu beu eilen, wenn das S immgewich eines Mi glied e bandes
nich nach de Zahl seine Mi gliede e echne wi d, sonde n nach
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542 Edwin H. Buchholz
de en Wi scha sk a . Wäh end Ein lußp i ilegien, die sich G oßbe-
iebe in G und e bänden noch zu »siche n wuß en, du ch den Me)h -
hei swillen in Obe e bänden meis neu alisie we den können,
bleiben sie in diesem Falle — wenn auch abgeschwäch — e hal en.
Nun is alle dings un e kennba , daß die S uk u de Willensbil-
dung in hohem Maße eine Funk ion de Au gabens uk u manche
Wi scha s e bände is , seien sie G und e bände ode Obe e bände.
Es is dahe wohl kein Zu all, daß die Wi scha sk a de Mi glie-
de — gemessen an de Zahl de Beschä ig en ode an de jäh lichen
Lohn- und Gehal ssumme — ge ade bei den A bei gebe e bänden
eine übe agende Rolle spiel , denn die genann en Meßzi e n bes im-
men hie zugleich die Bei agshöhe, und da aus den Bei ägen auch
de gemeinsame Kamp onds gespeis wi d, be ach en die G oßbe-
iebe ih e hohen Einzahlungen wenige als Bei äge, sonde n ehe
als „Einlagen", übe de en Ve ügung sie nich eine wi scha lich
schwäche e Majo i ä be inden lassen wollen. Solange abe eine gu e
Konjunk u es ge ade den G oßbe ieben e laub , Lohne höhungen
zuzus immen, weil sie die Kos ens eige ung au die Absa zp eise o -
wälzen und da übe hinaus du ch Ra ionalisie ungsmaßnahmen mil-
de n können8, wi d es wede zu eine einhei lichen Willensbildung
noch ga zu solida ische Ve hal ensweise de A bei gebe au den
kollek i en A bei smä k en kommen. Die „Anschluß o de ungen4*
de Gewe kscha en we den jedoch wede die Klein- und Mi elbe-
iebe de selben B anche noch die Un e nehmungen ande e Wi -
scha sbe eiche e schonen. Obwohl also un e Ums änden be äch -
liche p i a - und olkswi scha liche Nach eile in Kau genommen
we den müssen, sind gemeinsame Abweh maßnahmen de A bei gebe
um so wenige zu e wa en, je e olg eiche die G oßbe iebe solchen
Nach eilen ausweichen können und je wenige eine kollek i e Ab-
weh maßnahme ohne ih e Zus immung eingelei e ode du chge üh
we den kann.
So alsch es auch wä e, die Sa zung e wa als U sache ü Auswi -
kungen solche und ähnliche A da zus ellen, so unbes ei ba
dü e es doch -sein, daß sie als Ve assungselemen e bandsin e ne
Willensbildung on beach lichem E klä ungswe sein kann. Seh
häu ig bes eh nämlich das ü die E klä ung de e bandsin e nen
Willensbildung In e essan e wenige in dem, was die Sa zung aus-
d ücklich bes imm , als ielmeh da in, was sie o en läß .
Ein ypisches Beispiel da ü is die Angabe des Ve bandszwecks
bzw. de Ve bandsau gaben in den Sa zungen. In den meis en Fällen
8 Vgl. E ich A nd : Theo e ische G undlagen de Lohnpoli ik. Tübingen 1957.
S. 147 .
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Elemen e e baiidsin e ne Willensbildung 543
is de Ve bandszweck so allgemein o mulie , daß die Ve bands-
lei ung kaum jemals Mühe haben dü e, ih e Tä igkei dami e -
einba en zu können, so e n sie nich ge ade gegen einen nega i eu
Ve bandszweck — wie die Un e hal ung eines e we bswi scha liche i
Geschä sbe iebs — e s oßen ha . Posi i wi d dagegen meis nu
e üg , daß dem Wi scha s e band — je nach Ga ung — die
Wah nehmung und Fö de ung diese ode jene In e essen obliege.
Als In e essen äge we den dabei en wede nu die Mi gliede ge-
nann ode die gesam e Quasi-G uppe, d. h. die Summe alle Indi i-
duen ode Sozialgebilde, die au g und des dominie enden Ve bands-
zwecks und au g und ih e sozialen Si ua ion dem be e enden Ve -
band be ei s angehö en ode angehö en könn en9.
Zu diesem Mi el de Ausdehnung des pe sonalen Rep äsen a ions-
be eichs au die gesam e Quasi-<G uppe g ei en mi Vo liebe jene
Wi scha s e bände, die aus de „G öße" de Quiasi-G uppe eine
Vo mach s ellung ü ih e G uppe im gesam en Ve bandsge üge ab-
lei en und (ode ) die Bedeu ungslosigkei kleine e Konku enz e -
bände dami un e s eichen wollen. Und ge ade sie zeichnen sich
häu ig auch du ch eine seh allgemein gehal ene Fo mulie ung des
Ve bandszwecks in de Sa zung aus. Es is dahe wohl nich abwegig,
da in einen Bes immungsg und ü jene E scheinung zu sehen, die
o mi dem Schlagwo „Funk ionä soliga chie" bedach wi d, wenn
au eine einsei ige Begüns igung de Ve bandslei ungen (au Kos en
de Mi gliede ) in de Willensbildung mo/de ne Ve bände hingewie-
sen we den soll.
Abs ahie man om o malen Ins anzenau bau, so is die Lei ung
de
Wi scha s e bände on Un e nehmungen
zunächs dadu ch ge-
kennzeichne , daß an ih e Spi ze as imme ein Un e nehme ode
Manage s eh . Den G undsa z, mi de Ve bands üh ung einen Un e -
nehme zu be auen, wi d man ge adezu als Vo sich smaßnahme de
Mi gliedun e nehmungen e klä en dü en, die Ve bandsgeschicke nich
zu einsei ig den Funk ionä en zu übe an wo en. Übe den nö igen
Sach e s and und übe die e o de liche B anchenkenn nis könn e
zwa ein Spi zen unk ionä auch e ügen; ja, e könn e den als Ve -
bands üh e eingese z en Un e nehme soga da in übe e en. Abe
e wü de wah scheinlich in ielen Fällen dazu neigen, ü den Ve -
band eine idominie ende S ellung gegenübe den einzelnen Un e neh-
mungen anzus eben. Und eben das wü de dem Willen de Mi glied-
un e neihmungen zuwide lau en, om Ve band so unabhängig wie nu
möglich zu bleiben. Bei dem als Ve bands üh e ä igen Un e nehme
dagegen können die Mi gliedun e nehmungen da on ausgehen, daß e
9 Vgl. Buchholz: a.a.O., S. 117 . u. 200 .
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544 Edwin H. Buchholz
genauso wenig ein In e esse da an ha wie sie, den Cha ak e des
Ve bandes als Hil sein ich un g de Mi gliedun e nehmungen zu e -
ände n; denn das P imä e wi d ü ihn als Ve bands üh e wohl seine
Un e nehmung bleiben. Jeden alls können die Mi gliedun e nehmun-
gen dami echnen, daß de als Füh e ih es Ve bandes ä ige Un e -
nehme bei allen seinen En scheidungen und Maßnahmen auch die
Auswi kungen ü sein eigenes Un e nehmen p ü , daß e also
— -
gleichsam s ell e e end ü alle Mi gliede — s ändig Ve bands-
in e esisen und Mi gliede in e essen gegeneinande abwäg .
Nun sind im Zei al e de Kapi algesellscha en eine sei s und des
Ve bandsplu alismus ande e sei s auch bei uns in Deu schland die
Allein- und Mi un e nehme als Ve bands üh e imme s ä ke on
den Manage n de Kapi algesellscha en e d äng wo den10. Fü den
Manage gel en abe nich meh alle Vo züge, die den Allein- ode
Mi un e nehme als Ve bands üh e auszeichnen. Bei ihm kann o
allem die s ändige Abs immung de Ve bands in e essen mi den Mi -
gliede in e essen nich meh in gleichem Maße un e s ell we den,
weil ja nich die gleichen Vo ausse zungen gegeben sind. "Wechsel ein
Manage aus eine Un e nehmenslei ung in die Ve bandslei ung übe
und behäl e diese Posi ion ga übe meh e e Wahlpe ioden, so is
es du chaus möglich — wenn nich soga wah scheinlich. —, daß seine
Einschä zung des Funk ional e häl nisses zwischen Ve band und Mi -
gliedun e nehmungen sich zuguns en des Ve bandes ände und daß
diese Wandel auch in de Ve bandspoli ik seinen Niede schlag in-
de . Dami is wohl um so ehe zu echnen, je schwie ige es ü den
Manage is , wiede in die ühe e ode in eine ande e Un e nehmens-
lei ung einzu e en. Ob e nun die Ve bandslei ung als willkommene
Lebensau gabe ode als hinzunehmendes Schicksal be ach e , wi d
wah scheinlich wenig da an ände n können, daß e sich om Un e -
nehmensmanage zum Ve bands unk ionä en wickel . Und dami
wä e ein wesen liche Impuls gegeben ü eine Ve bandsen wicklung,
de en ^igengese zlichkei "11 on den Mi gliedun e nehmungen meis
um so be ei willige gedulde wi d, je meh sie ma e iell da on p o i-
ie en und je wenige sie ih en ideellen Mi gliede p lieh en nachkom-
men; auch dazu können ja Ve bands unk ionä e iel bei agen.
Es mag wohl nich zule z au den e s ä k en Ein luß de Kapi al-
gesellscha en in den Wi scha s e bänden on Un e nehmungen zu-
ückzu üh en sein, daß eine Maßnahme, die siche iel zu Ve mei-
10 Von den Allein- und Mi un e nehme n sollen sich die Manage dadu ch
un e scheiden, daß sie nu übe agene Lei ungs unk ionen an Un e nehmungen
haben, keine eigen umsbeding en.
11 A nold Gehlen: P obleme eine soziologischen Handlungsleh e. In: Ca l
B inkmann (H sg.): Soziologie und Leben. Tübingen 1952. S. 30.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.5.537 | Gene a ed on 2023-04-04 11:34:32