Heise, A ne
A icle
G een G ow h ode Pos wachs um: Einige Anme kungen
zum Bei ag on Fabian Lindne
Wi scha sdiens
Sugges ed Ci a ion: Heise, A ne (2024) : G een G ow h ode Pos wachs um: Einige Anme kungen
zum Bei ag on Fabian Lindne , Wi scha sdiens , ISSN 1613-978X, Sciendo, Wa saw, Vol. 104, Iss.
2, pp. 123-127,
h ps://doi.o g/10.2478/wd-2024-0036
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h ps://hdl.handle.ne /10419/284463
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ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 123
Analysen Wachs um
P o . D . A ne Heise is P o esso ü VWL, insb.
Finanzpoli ik und Public Go e nance am Fachbe eich
Sozialökonomie de Uni e si ä Hambu g.
DOI: 10.2478/wd-2024-0036
JEL: Q52, Q54, I31
Wi scha sdiens , 2024, 104(2), 123-127
© De /die Au o :in 2024. Open Access: Diese A ikel wi d un e de
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Wi scha ge ö de .
A ne Heise
G een G ow h ode Pos wachs um – einige
Anme kungen zum Bei ag on Fabian Lindne
In seinem jüngs en Bei ag im Wi scha sdiens „Kein Wachs um is auch keine Lösung –
eine K i ik an Deg ow h- und Pos wachs umsansä zen“ g ei Fabian Lindne eine essenziell
wich ige Deba e au : Können die Ziele de Pa ise Klimakon e enz – die Besch änkung
de E de wä mung au nich meh als +1,5 °C gegenübe dem o indus iellen Zei al e –
mi wei e em Wi scha swachs um e einba we den ode beda es eine Abkeh om
Wi scha swachs um, wie es de Pos wachs umsansa z naheleg ? Zu diesem Bei ag we den
hie einige wei e üh ende Übe legungen zu Diskussion ges ell .
Im Ke n geh es um die F age, ob Wi scha swachs um
und T eibhausgas (THG)-Emissionen, die wesen lich ü
die E de wä mung e an wo lich gemach we den, on-
einande en koppel we den können ode ob eine Reduk-
ion de THG-Emissionen no wendige weise eine Reduk-
ion de ökonomischen Ak i i ä implizie und ob dies
übe haup mi dem kapi alis ischen Wi scha ssys em
e einba wä e. Ohne einem G een G ow h unk i isch ge-
genübe zus ehen, nimm Lindne (2023a) doch o allem
gegenübe dem Pos wachs umsansa z eine k i ische Hal-
ung ein: „Kein Wachs um is auch keine Lösung“. Diese
Einschä zung wi d insbesonde e dami beg ünde , dass
de allgemeine Wachs ums e zich ü hochen wickel-
e Volkswi scha en wie Deu schland mi einem Wohl-
s ands e lus in einem Ausmaß e bunden wä e, de alle
Be ölke ungs- und Einkommens g uppen e en müss e.
Und dies gil selbs dann, wenn es zu eine ex emen Um-
e eilung on den obe en zu den un e en Einkommens-
beziehe :innen kommen wü de. Die Einschä zung Lind-
ne s, dass ein de a ige Wohls ands e lus wede poli-
isch du chse zba wä e, noch mi de kul u k i ischen
Zu ückweisung de Gleichse zung on ma e iellem Wohl-
s and und Lebensquali ä und -zu iedenhei beg ünde
we den könn e, e schein mi akzep abel.
Ich möch e im Folgenden einige wei e üh ende Übe le-
gungen zu Deba e um die En kopplungs hese ans ellen,
um die Diskussion zwischen den G een G ow h- und den
Pos wachs umsansä zen besse einschä zen zu können.
Des Wei e en möch e ich einige k i ische Anme kungen
zu G ößeno dnung des Wohls ands e lus es machen,
den ein Pos wachs umsszena io bedeu en wü de – hie
scheinen mi die Be echnungen Lindne s allzu apoka-
lyp isch. Schließlich sollen noch einige Aus üh ungen zu
den Risiken eines Pos wachs umsszena ios aus de Pe -
spek i e eines pos keynesianischen Ve p lich ungspa a-
digmas (Heise, 2019) gemach we den, die zwa nich au
die s ik e Un e einba kei on Wachs ums e zich und
Kapi alismus („Wachs umszwang“) hinauslau en, wohl
abe S abili ä sp obleme eines o sch ei enden Finanz-
kapi alismus ad essie en.
Is eine En kopplung on Wachs um und THG-
Emissionen möglich?
Gelegen lich wi d die En kopplungs hese in binä e Weise
disku ie : De Pos wachs umsansa z e nein eine En -
kopplung, s anda dökonomische Ansä ze hingegen e -
auen au die Möglichkei p eisges eue e Technikwahl,
die eine En kopplung du ch Wahl emissions e inge e
Techniken e möglich . Tabelle 1 mach au de G undla-
ge de A bei on Naq i und Zwickl (2017) deu lich, dass
die Beziehung zwischen Wi scha swachs um und Emis-
sionswachs um komplexe is .
De Deg ow h-Ansa z geh on eine eindeu igen Bezie-
hung zwischen Wi scha s- und Emissionswachs um in
de A aus, dass eine Reduk ion de THG-Emission nich
Wi scha sdiens 2024 | 2
124
Analysen Wachs um
Tabelle 1
P o o ypische Beziehungen zwischen Wachs um des
BIP und Wachs um de THG-Emissionen
Δ = Ve ände ung, BIP = B u oinlandsp oduk , THG = T eibhausgase.
Quelle: Eigene Da s ellung basie end au Naq i und Zwickl (2017).
Abbildung 1
G a ische Da s ellung e schiedene Wachs ums-
kons ella ionen
De Wachs umsko ido A bezeichne den Spiel aum zwischen absolu e
und ela i e En kopplung.
Quelle: BP (2022); Wo ld Bank (2022).
+∆THG
+∆BIP
absolu e Kopplung
ela i e Kopplung
keine Kopplung
absolu e En kopplung
ela i e En kopplung
−ΔTHG
−∆BIP
A
I
II
III IV
Wachs umsszena ien Kopplungsbeziehung S a egie
nega i es ΔBIP,
nega i e ΔTHG
absolu e Kopplung Deg ow h
posi i es ΔBIP,
posi i e ode nega i e ΔTHG
ela i e Kopplung/
ela i e En kopplung
Nullwachs um
posi i es ΔBIP,
beliebige ΔTHG
keine Kopplung A-G ow h
posi i es ΔBIP,
nega i e ΔTHG
absolu e En kopplung Re-G ow h ode
G een G ow h
nu einen Ve zich au wei e es Wi scha swachs um,
sonde n eine Reduk ion des be ei s e eich en Ak i i ä s-
ni eaus – also ein zumindes ü länge e Zei äume ne-
ga i es Wi scha swachs um – benö ig . De Ansa z des
Nullwachs ums, de gewisse maßen den gemäßig e en
Teil de Pos wachs umsbewegung da s ell , e kenn die
empi ische E kenn nis an, dass Wi scha swachs um
du chaus mi nega i e THG-Emissionsen wicklung e -
bunden sein kann. Gleichwohl basie de Ansa z da au ,
dass es eine posi i e BIP-THG-Emissionsbeziehung gib .
Im Re-G ow h- ode G een-G ow h-Ansa z wiede um is
eine absolu e En kopplung deshalb möglich, weil nu de
kapi algebundene echnische Fo sch i eine Ve inge-
ung de THG-In ensi ä wi scha liche Ak i i ä e wi -
ken kann. Je höhe also de in es i ionsges ü z e E sa z
emissionsin ensi e P oduk ionsanlagen du ch Anlagen
mi ge inge en Emissionen, des o höhe de Emissions-
ückgang. Und schließlich geh de A-G ow h-Ansa z
(wobei „A“ ü „agnos isch“ s eh und die Unbeding hei
on Wachs um und Emission mein ) da on aus, dass
es deshalb keine de ini i e Beziehung zwischen Wi -
scha s- und Emissionswachs um gib , weil die Technik-
wahl hinsich lich de Emissionsin ensi ä öllig o en sei
und sich jede zei e ände en P eis ela ionen anpassen
könne.
Diese un e schiedlichen BIP-THG-Beziehungen kön-
nen auch g a isch da ges ell we den ( gl. Abbildung 1),
was den Ve gleich on absolu e und ela i e En kopp-
lungshypo hese ebenso anschauliche mach wie das
Ve häl nis on Deg ow h- und Nullwachs umss a egi-
en: Wäh end also im Deg ow h-Ansa z die Reduk ion an
THG-Emissionen no wendige weise an die Reduk ion de
ökonomischen Ak i i ä binden – also einen Rückgang
des BIP (in Abbildung 1 be inden wi uns also in Quad an
III au dem ‚absolu en Kopplungsp ad‘), be ücksich ig
die Nullwachs umss a egie die Möglichkei , dass s uk-
u elle Wandel und echnische Fo sch i du chaus ein
Wachs um de G ößeno dnung A ( gl. Quad an I) e lau-
ben, bei dem zumindes die Emissionsbelas ung nich
wei e s eig und es en sp echend einen Wachs umsko -
ido zwischen 0 und A gib , in dem die Emissionsbelas-
ung ga sinken kann (in Abbildung 1 be inden wi uns al-
so in Quad an II au dem ‚ ela i en En kopplungsp ad‘).
Alle dings e gib sich im Nullwachs umsansa z, dass in
de konk e en Wel lage allen alls wi scha liche S agna-
ion aus eich , um einen Emissions ückgang (zumindes
in den hochen wickel en Lände n) in eine G ößeno d-
nung zu e möglichen, de die maximale E de wä mung
als Klimaziel – das nach gegenwä igen Be echnungen
spä es ens 2035 e eich sein wi d (IPCC, 2021, 583 .)
– da s ellba mach . Die absolu e En kopplungs hese
knüp die Reduk ion on THG-Emissionen an in es i i-
onsges ü z es BIP-Wachs um, wobei die In es i ionen
alle dings T äge emissions eduzie enden echnischen
Fo sch i s sein müssen – G een G ow h (hie be inden
wi uns in Abbildung 1 in Quad an II au dem ‚absolu en
En kopplungsp ad‘, diese muss üb igens nich in Qua-
d an IV e länge we den, denn es gib keine sinn olle
symme ische En sp echung im Sinne eines ‚G een De-
G ow h‘). Dami lös sie den scheinba en Wide sp uch
zwischen Wi scha s- und THG-Emissionswachs um
ebenso au wie die A-G ow h-S a egie, die das e mein -
liche P oblem ga nich e s als solches zuges ehen will.
Wäh end wi le z e e S a egie als allzu ma k - und ech-
nologie e äum nich wei e e olgen wollen, muss die
G een-G ow h-S a egie noch e was genaue be ach e
we den. Hie zu soll zwischen in ensi em und ex ensi em
Wachs um un e schieden we den: In ensi es Wachs um
mein die echnologiege iebene E höhung de Fak o -
p oduk i i ä , wie sie du ch E sa zin es i ionen (bei eine
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 125
Analysen Wachs um
Abbildung 2
BIP und THG-Emissionswachs um on 2010 bis 2019
in 20 OECD-Lände n
OECD-Lände : Aus alien, Belgien, Kanada, Dänema k, Deu schland, F ank-
eich, G oßb i annien, Is ael, I alien, Japan, Niede lande, Neuseeland, No -
wegen, Ös e eich, Polen, Po ugal, Spanien, Südko ea, Schweden, USA.
Quelle: BP (2022); Wo ld Bank (2022).
BIP-Wachs um in %
-5 -4 -3 -2 -1 0 1
2
THG-Emmisionswachs um in %
R2 = 0,1411
0,5
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
3,5
4,0
4,5
5,0
0
Ne o-In es i ions ä igkei on Null) e zeug wi d. Ex en-
si es Wachs um hingegen bezieh sich au die E höhung
des Ou pu s mi els Kapi als ocke höhung, also du ch
E wei e ungsin es i ionen (bei eine Ne o-In es i ions ä-
igkei g öße als Null). Absolu e En kopplung ließe sich
nu bei ausschließliche Realisie ung on E sa zin es i i-
onen beg ünden, sobald abe E wei e ungsin es i ionen
zugelassen we den, en s eh unabdingba ein posi i e
Zusammenhang zwischen Wi scha s- und THG-Emis-
sionswachs um.
„G üne (E wei e ungs-)In es i ionen“ können also den
Zielkon lik zwischen Wachs um und Nachhal igkei
nich au lösen, können abe dazu bei agen, die „Null-
emissions-Wachs ums a e“ A zu e höhen und dami die
ela i e En kopplung o an eiben. Dies geschieh du ch
einen Rückgang de THG-Emissionen bei gleichem ΔBIP-
Ni eau. Dies en sp ich in Abbildung 1 einem Übe gang
om P ad absolu e Kopplung zu einem P ad ela i e
Kopplung/ ela i e En kopplung. Ein Blick in die Empi ie
leg diesen ela i en En kopplungszusammenhang na-
he, wobei die „Nullemissions-Wachs ums a e“ un e den
Bedingungen des s uk u ellen Wandels und echnolo-
gischen Fo sch i s de e gangenen Dekade bei e was
übe 2 % p. a. zu liegen schein , wäh end ein Nullwachs-
um e wa mi eine Reduk ion de THG-Emissionen on
ca. 7 % p. a. einhe ginge.
Massi e Rückgang des Wohls andsni eaus?
Zu Bean wo ung de F age, welche Auswi kungen die
Ve olgung de Pa ise Klimaziele ü das Wi scha s-
wachs um und den Wohls and in unse en Gesellscha en
bedeu e , äg die Akzep anz de ela i en En kopplungs-
hese nun zweie lei bei: E s ens zeig sich, dass p i a e
und ö en liche E sa zin es i ionen au die Höhe de „Null-
emissions-Wachs ums a e“ A posi i einwi ken können
und zwei ens häng die Bes immung de „nachhal igen“
Wachs ums a e om benö ig en Emissions ückgang ab.
Obend ein sind beide Übe legungen mi einande e bun-
den. Lindne me k zu ech an, dass die Pos wachs ums-
p oponen en nich seh explizi hinsich lich ih e quan i a-
i en An o de ungen an kün ig akzep ables Wi scha s-
wachs um sind – am ein achs en mag es deshalb sein, ein
wel wei es Nullwachs um als Zielg öße anzunehmen und
die möglichen Konsequenzen ü die Wohls andsen wick-
lung insbesonde e de hochen wickel en Lände da aus
abzulei en.1 Dies jeden alls is Lindne s Vo gehen und e
un e s ell , dass die wenige en wickel en Lände – China
mi einem e wa du chschni lichen BIP p o Kop wü de als
T ennlinie zwischen hochen wickel en und wenige en -
wickel en Lände n anzusehen sein und müss e a säch-
lich ge ade ein Nullwachs um ealisie en (!) – wei e hin
wachsen dü en, wäh end die hochen wickel en Volks-
wi scha en en sp echend soga sch ump en müss en.
Fü Deu schland e echne Lindne nun einen We on
−70 %, Singapu s Wi scha sleis ung müss e ga um as
80 % sinken und selbs Lände wie die Tü kei (−10 %),
Tschechien (−40 %) ode Spanien (−55 %) müss en eno -
me Wohls ands e lus e akzep ie en (Lindne , 2023b) –
Lindne s Einschä zung, eine de a ige En wicklung sei
poli isch nich zu e mi eln, is siche zuzus immen.2
Be ach e man die G undannahmen, die den Be ech-
nungen zug unde liegen, wi d alle dings de en Reali-
ä s e ne deu lich: Es wi d on eine o alen Ni ellie ung
de wel wei en P o-Kop -Einkommen („Kon e genz“) bei
S agna ion des Wel -BIPs ausgegangen. Un ealis isch
e schein dabei nich nu die o ale Ni ellie ung, sonde n
auch die Annahme, dass das Wel -BIP daue ha nich
wei e s eigen dü e. Un e den akzep ie en Bedingun-
gen de ela i en En kopplung abe da zumindes dann
wiede ein BIP-Wachs um de G ößeno dnung A ealisie
we den, wenn die Klimaneu ali ä gewäh leis e is . Da
o aussich lich spä es ens 2035 die zu s abilisie ende
E d e wä mung on +1,5 °C e eich sein wi d, soll e die
Klimaneu ali ä du ch Nullwachs um eben alls gegen
2035 e wi klich sein. Ges eh man den wenige en wi-
1 Dami ein wel wei es Nullwachs um als hin eichend angesehen we -
den kann, muss eine zukün ige Abnahme de Emissionsin ensi ä
un e s ell we den, wie es sie his o isch – wel wei und übe länge e
Zei äume hinweg – noch nich gegeben ha . Doch bedeu e diese
his o ische Reminiszenz eben nich , dass de a ige En wicklungen
unmöglich sind (Wa lenius, 2023).
2 Deg ow h-P o agonis en sehen in Lände n wie Cos a Rica ode Tune-
sien Vo bilde , die hin eichenden Wohls and mi plane a ischen G en-
zen e einba en (Hickel, 2019).
Wi scha sdiens 2024 | 2
126
Analysen Wachs um
ckel en Volkswi scha en, die e wa einen An eil on 20 %
am Wel -BIP haben, bis dahin ein eales BIP-Wachs um
on 3 % bis 5 % p. a. zu und e lang on den Lände n mi
e wa du chschni lichem P o-Kop -Einkommen ein Null-
wachs um (insbesonde e China, Russland, Mexiko e c.
mi einem An eil am Wel -BIP on e wa 25 %), so müss en
die hochen wickel en Volkswi scha en zwischen −1,0 %
und −1,8 % p. a. bis 2035 sch ump en3, um das Wel -BIP
eal kons an zu hal en – dies be ä e o allem die USA
und die EU mi einem Wel -BIP-An eil on e wa 55 %).
Kumulie en sp ich dies eine Senkung des Wohls ands-
ni eaus in diesen Lände n bis 2035 zwischen −11 % und
−20 % – siche wenige apokalyp isch als in de P ojek i-
on Lindne s, abe imme noch s a k genug, um die poli i-
sche Umse zba kei in Zwei el zu ziehen.
Hie nun e weisen iele Deg ow h- und Nullwachs ums-
heo e ike :innen da au , dass die Belas ungen in e s e
Linie on den wohlhabends en Einkommensdezilen zu a-
gen seien, denn diese könn en den Wohls ands e lus am
ehes en wi scha lich agen und seien am s ä ks en ü
die THG-Emission e an wo lich ( gl. z. B. Buch-Hansen
und Koch, 2019; Hickel, 2019; IEA, 2023). In Deu schland
e hal en die obe s en d ei Einkommensdezile e wa 50 %
des e ügba en Einkommens – das obe s e Einkom-
mensdezil wiede um allein ha einen An eil on e wa 25 %;
(bpb, 2020) – wü de man also allein diesen wohlhabends-
en Einkommen die Las en mi p og essi e S eige ung
au e legen, wü den sich diese Einkommen um 20 % bis
40 % e inge n und wi wü den ab dem 7. Einkommens-
dezil eine wei gehend egali ä e Einkommens e eilung
e hal en. Wenngleich eine de a ige „Soaking he Rich“-
Poli ik un e demok a ischen En scheidungs e häl nissen
du chaus denkba wä e – imme hin wü den dann 70 % de
Wähle scha unbelas e bleiben –, gib es keine ealpoli i-
schen Vo bilde in libe al-demok a isch e ass en Volks-
wi scha en, die au die Du chse zba kei eine solchen
poli ökonomischen S a egie schließen ließen.
Deg ow h und die Sys em age
Neben die F age nach de poli ischen Umse zba kei ei-
ne Deg ow h- bzw. Nullwachs umss a egie gesell sich
die mindes ens ebenso ele an e F age nach de en Sys-
emkon o mi ä . Lindne e weis zwa au die (scheinba-
en) Vo züge des Wachs ums, e wähn abe nich die ech
b ei ge üh e Diskussion, ob unse ma kwi scha liches
Sys em – ode ande s: unse kapi alis isches Sys em –
übe haup ohne Wachs um unk ions ähig bleiben kann.
Is dem kapi alis ischen Sys em ielleich ein Wachs ums-
3 Ganz g ob en sp ich dies den P ojek ionen, die sich aus de BIP-THG-
Emissionskopplung in Abbildung 1 und den Be echnungen in SRU
(2022, 6 .) e geben.
zwang immanen , de jede Deg ow h- ode Nullwachs-
umss a egie zu g undsä zlichen Sys em age machen
wü de? Deg ow h-Be ü wo e :innen sind zumeis ech
explizi da in, das kapi alis ische Wi scha ssys em ü
un e einba mi einem Deg ow h-Szena io zu e klä en ( gl.
z. B. Kallis, 2017; C ownshaw e al., 2019; Hickel, 2019, 30),
wobei nich imme deu lich wi d, ob das Deg ow h-Szena-
io als objek i e Beg ündung eine no wendigen Sys em-
ans o ma ion gesehen ode ielmeh nu als Ka alysa o
eine gewünsch en Sys em ans o ma ion o geschoben
wi d ( gl. z. B. Schmelze e al., 2022). Und auch die Sys-
emal e na i e am Ende eines T ans o ma ions p ozesses
wi d sel en konk e isie (C ownshaw e al., 2019, 118 .).
Kla abe dü e sein, dass die An wo au die F age
nach dem inhä en en Wachs umszwang des Kapi alis-
mus un e schiedlich aus allen wi d, wenn un e schiedli-
che Pa adigmen be ag we den. Be o dies in de ge-
bo enen Kü ze geschehen soll, muss zunächs es geleg
we den, was un e Funk ions ähigkei eines ökonomi-
schen Sys ems e s anden we den soll. Übliche weise
wi d da un e die Eigenscha eine lang is igen S abili-
ä und Gleichgewich igkei e s anden (B inkmann e al.,
2017, 645). Das s anda dökonomische Pa adigma sieh
au g und de dem Kapi alismus zug undeliegenden On-
ologie als in e empo ale Tausch- ode Ma k wi scha
und de dami beg ünde en Gül igkei des Wal as-Ge-
se zes (Heise, 2017) diese Eigenscha en ü gegeben an.
Wachs um wi d dann du ch die Endlichkei de P oduk i-
ons ak o en und dem endogenen echnischen Fo sch i
beg enz . Wenn Umwel als P oduk ions ak o beg i en
wi d und ih e Übe nu zung ga ein ( empo ä es) nega-
i es Wachs um e o de lich machen soll e, wä e dies
du chaus mi dem Kapi alismus e einba ; ein Wachs-
umszwang e gib sich hie nich (Rich e s und Siemonei ,
2019, 4; Binswange , 2022).
Ande s mag es aussehen, wenn mi dem pos keynesia-
nischen Pa adigma eine al e na i e On ologie des Kapi-
alismus als k edi basie e Ve p lich ungsökonomie an-
genommen wi d. Un e Zu ückweisung des Wal as-Ge-
se zes wi d hie selbs un e Missach ung de plane a en
G enzen die s abile Gleichgewich igkei des Kapi alismus
bes i en und eine mak oökonomische In e en ion zu
E höhung des Ak i i ä s- und Beschä igungsni eaus
ge o de . Wenn nun die Umwel als Wachs umsbeg en-
zung hinzu i , e höh sich eine sei s das Ins abili ä s i-
siko zinsbelas e e Finanzbeziehungen (Hyman P. Minkys
„Finanzielle Ins abili ä shypo hese“), ande e sei s be-
schleunig sich die T ans o ma ion om Indus ie- zum
Finanz- bzw. Casino-Kapi alismus (Heise, 2023), in dem
nich die We schöp ung du ch Realin es i ionen, son-
de n die Abschöp ung on Ve mögensp eiss eige ungen
du ch Finanzin es i ionen handlungslei end wi d. Ande s
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 127
Analysen Wachs um
Ti le: G een G ow h o Pos -G ow h – Some Commen s on Fabian Lindne ’s A icle
Abs ac : In his la es a icle in his jou nal “No g ow h is no solu ion ei he – a c i ique o deg ow h and pos -g ow h app oaches”,
Fabian Lindne akes up an impo an deba e: Can he goals o he Pa is clima e con e ence – limi ing global wa ming o no mo e han
+1.5 °C compa ed o he p e-indus ial age – be econciled wi h con inued economic g ow h o does i equi e a shi away om eco-
nomic g ow h, as sugges ed by he pos -g ow h app oach? Some u he conside a ions a e p esen ed he e o discussion.
als de g oße englische Ökonom John Mayna d Keynes
es annahm, wü de ein Nullwachs um also nich den „Tod
des Ren ie s“ (Keynes, 1936, 185) bedeu en, sonde n
ielmeh dessen e wei e es Handlungspo enzial beg ün-
den. Da aus läss sich zwa kein un e meidba e Sys em-
zusammenb uch ablei en, wohl abe eine Ve schä ung
des Zielkon lik s zwischen Ökologie und Ökonomie.
Schluss olge ungen
Lindne s A ikel is mi „Kein Wachs um is auch keine Lö-
sung“ übe sch ieben. Also doch au Wachs um – g ünes
Wachs um – se zen? Dies kann abe nu die nach ollzieh-
ba e Schluss olge ung sein, wenn es un e züglich gelän-
ge, die ela i e En kopplung sowei o anzub ingen, dass
e izien es Wachs um im Sinne des Pa ise Klimaschu z-
ziels da s ellba wi d. Zwa e weis Lindne da au , dass
die ela i e En kopplung in de Ve gangenhei be ei s o-
angekommen is , e lie e abe kein A gumen – jensei s
eine agen Ho nung, dass alsbald ein hin eichendes En -
kopplungsni eau e eich we den wi d. Die agen Ho nun-
gen we den na ü lich die Nullwachs umsp oponen en nich
übe zeugen, wie sie auch eine e an wo lichen Poli ik
nich als alleinige Handlungsg undlage dienen dü en. Na-
ü lich muss die Poli ik e s ä k An eize ü klima eundli-
che In es i ionen se zen und auch selbs ä igen. Es wä e
abe un edlich, da in des P oblems Lösung behaup en zu
wollen. Vielmeh müssen wi uns wohl einges ehen, dass
de Zielkon lik zwischen Ökologie und Ökonomie nich
olls ändig au gelös we den kann und in demok a isch
e ass en Gesellscha en ku z is ige ökonomisch-soziale
Ziele gegenübe länge is igen ökologischen Zielen p io i-
ä behandel we den. Ode deu liche : Wi we den das Ziel
de Beg enzung de E de wä mung au +1,5 °C nich e ei-
chen und müssen uns ielmeh da au konzen ie en, die
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