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Gewerkschaften und Protestantismus in den 1960er bis 1980er Jahren: Kooperation - Kontroversen - "kritische Solidarität"

Author: Owetschkin, Dimitrij
Publisher: Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung
Year: 2025
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/327985/1/1937142655.pdf
Owe schkin, Dimi ij
Wo king Pape
Gewe kscha en und P o es an ismus in den 1960e bis
1980e Jah en: Koope a ion - Kon o e sen - "k i ische
Solida i ä "
Wo king Pape Fo schungs ö de ung, No. 382
P o ided in Coope a ion wi h:
The Hans Böckle Founda ion
Sugges ed Ci a ion: Owe schkin, Dimi ij (2025) : Gewe kscha en und P o es an ismus in den
1960e bis 1980e Jah en: Koope a ion - Kon o e sen - "k i ische Solida i ä ", Wo king Pape
Fo schungs ö de ung, No. 382, Hans-Böckle -S i ung, Düsseldo
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/327985
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WORKING PAPER
FORSCHUNGSFÖRDERUNG
Numme 382, Sep embe 2025
Gewe kscha en und P o es an ismus
in den 1960e bis 1980e Jah en
Koope a ion – Kon o e sen – „k i ische Solida i ä “
Dimi ij Owe schkin
Au einen Blick
Das Wo king Pape analysie die Beziehungen zwischen Gewe kscha en und P o es an-
ismus wäh end de 1960e bis 1980e Jah e mi Blick au ih e Rele anz ü die gewe k-
scha liche Poli ik. Diese Beziehungen wa en sowohl du ch Annähe ung und zunehmende
Zusammena bei als auch du ch Spannungs elde gep äg . Ausgehend on de Ebene des
DGB we den die Handlungs- und Eins ellungsmus e sowie das Ve häl nis de gewe k-
scha lichen und ki chlichen Ak eu e zueinande un e such , insbesonde e im Rahmen de
Auseinande se zungen um Mi bes immung und Humanisie ung de A bei swel , A bei slo-
sigkei und A bei szei e kü zung, S eik und Ausspe ung. Einen besonde en Aspek s ell
dabei die b isan e P oblema ik de ki chlichen A bei s e häl nisse da , also de Ki che in
ih e Funk ion als A bei gebe .
D . Dimi ij Owe schkin is wissenscha liche Mi a bei e am Ins i u ü soziale
Bewegungen de Ruh -Uni e si ä Bochum. Fo schungsschwe punk e: Gewe k-
scha sgeschich e, Geschich e soziale Bewegungen, Ki chliche Zei geschich e.
ORCID-ID: 0000-0002-1325-4240
© 2025 by Hans-Böckle -S i ung
Geo g-Glock-S aße 18, 40474 Düsseldo
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„Gewe kscha en und P o es an ismus in den 1960e bis 1980e Jah en“ on
Dimi ij Owe schkin is lizenzie un e
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inhabe .
ISSN 2509-2359
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 3
Inhal
Abkü zungen .......................................................................................... 5
Zusammen assung ................................................................................. 7
1. Einlei ung ......................................................................................... 11
1.1 Das Ve häl nis on Gewe kscha en und P o es an ismus:
En wicklung, S uk u en, Vo ausse zungen ............................... 11
1.2 Die e angelische Indus ie- und Soziala bei als
maßgebliche Ak eu in den Beziehungen zwischen
Gewe kscha en und Ki che ...................................................... 19
2. Gewe kscha en und P o es an ismus o dem P oblem de
Un e nehmensmi bes immung ......................................................... 27
2.1 Die Mi bes immungss udie de Sozialkamme im Wide s ei .... 28
2.2 Die Mi bes immungsdiskussion nach de Ve abschiedung
de gese zlichen Regelungen .................................................... 40
3. Auseinande se zungen um die Mi bes immung am A bei spla z ...... 44
3.1 Kon o e sen im Kon ex de No ellie ung des
Be iebs e assungsgese zes ................................................... 44
3.2 Gewe kscha en und Mi bes immung am A bei spla z in den
1980e Jah en ........................................................................... 53
3.3 Gewe kscha liche und ki chliche Ansä ze zwischen
Di e enz und Komplemen a i ä ................................................ 55
4. Humanisie ung de A bei als gewe kscha spoli isches und
soziale hisches P oblem .................................................................. 58
4.1 Gewe kscha en und Humanisie ung ........................................ 58
4.2 Ki chliches Engagemen in de Humanisie ungs age und
das Ve häl nis zu Gewe kscha spoli ik .................................... 62
5. A bei slosigkei und A bei szei e kü zung als Kon lik eld und
gemeinsame He aus o de ung ......................................................... 68
5.1 Gewe kscha liche Posi ionen o dem Hin e g und de
Beschä igungsk ise .................................................................. 68
5.2 Die S ellung de A bei slosigkei sp oblema ik in den
Beziehungen zwischen gewe kscha lichen und ki chlichen
Ak eu en ................................................................................... 71
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 4
5.3 Ki chliche Diens in de A bei swel zwischen K i ik an de
Ki che und „k i ische Solida i ä “ mi den Gewe kscha en ....... 79
5.4 Rolle und Funk ionen des ki chlichen Engagemen s ................. 88
6. S eik und Ausspe ung zwischen Gese zgebung und Solida i ä .... 91
6.1 Gewe kscha en und die Auseinande se zungen um das
Ausspe ungs ech .................................................................... 91
6.2 E angelische Indus ie- und Soziala bei im Kon lik de
In e essen ................................................................................. 93
7. Gewe kscha en und A bei gebe Ki che: De Kon lik um das
ki chliche A bei s ech .................................................................... 100
7.1 Die En wicklung de a bei s ech lichen Regelungen in de
e angelischen Ki che .............................................................. 100
7.2 ÖTV, DGB und de „d i e Weg“ .............................................. 103
7.3 E angelische Indus ie- und Soziala bei in de
inne ki chlichen Auseinande se zung ...................................... 110
7.4 De S ellenwe des ki chlichen A bei s ech s in den
Beziehungen zwischen Gewe kscha en und Ki che ............... 116
8. Fazi ............................................................................................... 118
Li e a u .............................................................................................. 126
A chi e .......................................................................................... 126
Wei e e Quellen und Li e a u ........................................................ 126
Glossa zu S uk u en de e angelischen Indus ie- und Soziala bei ... 155

OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 5
Abkü zungen
AdsD A chi de sozialen Demok a ie
AEU A bei sk eis E angelische Un e nehme in Deu schland
AFG A bei s ö de ungsgese z
AHGR A chi im Haus de Geschich e des Ruh gebie s
Ak A E angelische Ak ionsgemeinscha ü A bei nehme agen
(u sp ünglich „Ak ionsgemeinscha ü A bei e agen“)
A bed Acié ies éunies de Bu bach-Eich-Dudelange
ASIA A bei sgemeinscha de e angelischen Sozial-, Indus ie-
und A bei e p a e
ASS A bei sgemeinscha e angelische Sozialsek e ä innen
und Sek e ä e
BAG Bundesa bei sge ich
BDA Bundes e einigung de Deu schen A bei gebe e bände
BEA Bundes e band E angelische A bei nehme
CDU Ch is lich Demok a ische Union Deu schlands
CGB Ch is liche Gewe kscha sbund Deu schlands
CSU Ch is lich-Soziale Union in Baye n
DBK Deu sche Bischo skon e enz
DEKT Deu sche E angelische Ki chen ag
DGB Deu sche Gewe kscha sbund
DPG Deu sche Pos gewe kscha
EAB E angelische A bei nehme bewegung
EAF E angelische Ak ionsgemeinscha ü Familien agen
EAN E angelische A bei nehme scha
EKD E angelische Ki che in Deu schland
EKHN E angelische Ki che in Hessen und Nassau
EKiR E angelische Ki che im Rheinland
EK W E angelische Ki che on Wes alen
epd E angelische P essediens
EZA E angelisches Zen ala chi
GdED Gewe kscha de Eisenbahne Deu schlands
GSA Gemeinsame Soziala bei de Kon essionen im Be gbau
HBV Gewe kscha Handel, Banken und Ve siche ungen
HdA Humanisie ung des A bei slebens
IG Indus iegewe kscha
IGBE Indus iegewe kscha Be gbau und Ene gie
IG CPK Indus iegewe kscha Chemie, Papie , Ke amik
KDA Ki chliche Diens in de A bei swel
MAN Maschinen ab ik Augsbu g-Nü nbe g
NGG Gewe kscha Nah ung-Genuss-Gas s ä en
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 6
NRW No d hein-Wes alen
ÖTV Gewe kscha Ö en liche Diens e, T anspo und Ve keh
VEA Ve band E angelische A bei nehme o ganisa ionen
WSI Wi scha s- und Sozialwissenscha liches Ins i u
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 7
Zusammen assung
De Deu sche Gewe kscha sbund (DGB) und seine Mi gliedsgewe k-
scha en e s anden sich sei ih e Neubeg ündung nach 1945 als Ein-
hei sgewe kscha en, in denen e schiedene wel anschauliche – d.
h.
auch ch is liche – T adi ionen in eg ie wa en. Dami gewannen ü den
DGB als poli ischen Ak eu die Beziehungen zu den Ki chen zunehmend
an Bedeu ung.
Sei de Nachk iegszei üb en beide G oßki chen einen gewich igen
Ein luss au poli ische Deba en und En scheidungsp ozesse aus. Im P o-
es an ismus zogen die Ane kennung und die Übe nahme ö en liche
Ve an wo ung du ch die Ki che eine e s ä k e Hinwendung zu P oble-
ma ik de Wi scha so dnung, de A bei swel , de a bei enden Menschen
– und in diesem Zusammenhang auch zu den Gewe kscha en – nach
sich.
Jedoch wa das Ve häl nis zwischen den Gewe kscha en und de
e angelischen Ki che noch übe länge e Zei on Miss auen und F emd-
hei gep äg , die u.
a. mi übe kommenen T adi ionen des Meh hei sp o-
es an ismus sowie de gegensei igen lebenswel lichen Dis anz zusam-
menhingen. E s ab e wa den 1960e Jah en konn e dieses Ve häl nis zu-
nehmend e besse we den.
Die Vo ausse zungen da ü wu den o allem du ch das Ein e en de
e angelischen Ki che ü die Einhei sgewe kscha im Jah e 1955 ge-
scha en. In den 1950e Jah en en s anden zudem S uk u en, in de en
Rahmen die Beschä igung de Ki che mi F agen de Wi scha und de
A bei swel ins i u ionalisie wu de. Dazu gehö en auch die Ein ich un-
gen de e angelischen Indus ie- und Soziala bei , denen in den Bezie-
hungen zwischen den Gewe kscha en und de e angelischen Ki che
eine maßgebliche Bedeu ung zukam.
Die Fo men, Ins i u ionen und be eilig en Ak eu e, abe auch die Hand-
lungs- und In e ak ionsebenen diese Beziehungen wa en jedoch, beding
du ch die adi ionell plu ale Ve assung des P o es an ismus, übe aus
iel äl ig. Da übe hinaus wa das Ve häl nis beide O ganisa ionen in ho-
hem Maße pe sonenabhängig. Eine zen ale Rolle spiel e dabei Heinz
Oska Ve e , de on 1969 bis 1982 DGB-Vo si zende wa und zugleich
de Kamme ü soziale O dnung sowie de Synode de E angelischen
Ki che in Deu schland (EKD) angehö e.
Angesich s diese Viel al und o dem Hin e g und des Fo schungs-
s andes, bei dem neben de Geschich e des sozialen P o es an ismus
o wiegend die Ak i i ä en de ki chlichen – und wenige de gewe k-
scha lichen – Ak eu e im Vo de g und s ehen, analysie das Wo king
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 8
Pape die Rele anz de Beziehungen zu e angelischen Ki che ü die
gewe kscha liche Poli ik anhand on de en zen alen Themen elde n.
Ausgehend on de Ebene des DGB we den dabei die Handlungs- und
Eins ellungsmus e sowie das Ve häl nis de gewe kscha lichen und
ki chlichen Ak eu e in den Auseinande se zungen um Mi bes immung und
Humanisie ung de A bei swel , A bei slosigkei und A bei szei e kü -
zung, S eik und Ausspe ung un e such . Schließlich wi d auch die ü
dieses Ve häl nis besonde s b isan e P oblema ik de Ki che als A bei -
gebe hema isie .
Aus den E gebnissen de Un e suchung wi d deu lich, dass sich die
Beziehungen des DGB zu den einzelnen p o es an ischen Ak eu en im
Lau e de 1960e bis 1980e Jah e zwa im Zeichen eine Annähe ung
und eine zunehmenden Zusammena bei en wickel en, zugleich abe
auch mi einigen Spannungs elde n einhe gingen. Die Rele anz diese
Beziehungen ü die gewe kscha liche Poli ik wa on de jeweiligen
Ebene und den be eiligen Ak eu en abhängig.
Di e en e Beziehungsme kmale und -mus e a en zum einen au de
Ebene de o iziellen G emien und Kon ak e und zum ande en au de
Ebene de e angelischen Indus ie- und Soziala bei he o . Au o izielle
Ebene e üll en die Kon ak e de gewe kscha lichen und ki chlichen Füh-
ungs e e e iel ach ep äsen a i e Funk ionen und dien en de De-
mons a ion de gu en Beziehungen on beiden O ganisa ionen. Demge-
genübe spiegel e sich in den „o iziellen“ Äuße ungen ki chliche G e-
mien zu P oblemen de A bei swel die ambi alen e ki chliche S ellung in
kon o e sen gesellscha lichen Deba en wide .
Obwohl die Gewe kscha en in die ki chlichen Diskussionsp ozesse
einbezogen wu den, zeichne en sich die „o iziellen“ ki chlichen Tex e
– beding du ch in den ki chlichen G emien gleiche maßen e e ene he-
e ogene soziale In e essen – du ch Uneindeu igkei aus. In de S udie
de Sozialkamme de EKD zu Mi bes immung on 1968 s anden z.
B.
Posi ionen, die bei de Zusammense zung on Au sich s ä en eine olle
Pa i ä nach dem Mon anmodell be ü wo e en, und solche, die diese Pa-
i ä ablehn en, wei gehend un e bunden nebeneinande .
Vo diesem Hin e g und wu den die Ausgewogenhei und die man-
gelnde Konsequenz de ki chlichen Äuße ungen on den Gewe kscha en
k i isie . Dennoch e üll en diese Äuße ungen ü sie eine bedeu ende
Un e s ü zungs unk ion und dien en als legi ima o ische Ressou ce sowie
als „Schü zenhil e“ bei de Ve olgung und Du chse zung ih e Fo de un-
gen.
Das Ve häl nis de Gewe kscha en zu den Äuße ungen und Ak i i ä-
en de ki chlichen Ak eu e wa du ch gewe kscha liche Kompe enz- und
Funk ionszusch eibungen an die Ki che beding . Aus Sich de Gewe k-
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 15
Hin e g und s ieß seine Beg üßungsansp ache au g oßes mediales In e-
esse und ö en liche Resonanz.1
Exempla isch wa in diese Hinsich de Emp ang des DGB ü Ve e-
e de Ki che im Dezembe 1965 in Düsseldo aus Anlass des zehnjäh-
igen Bes ehens de Ra se klä ung on 1955 (Wel de A bei 1965). Als
hoch ep äsen a i es E eignis, an dem on p o es an ische Sei e neben
dem Ra s o si zenden P äses Ku Scha zahl eiche Mi gliede des Ra-
es und de Sozialkamme de EKD sowie Ve e e de e angelischen
Indus ie- und Soziala bei und sei ens des DGB Mi gliede des Ge-
schä s üh enden Bundes o s andes und de g öße e Teil de Vo si zen-
den de Einzelgewe kscha en und de DGB-Landesbezi ke eilnahmen,
and de Emp ang eine „lebha e An eilnahme on P esse, Funk und Fe n-
sehen“ (S imme de A bei 1966b, S. 14).
Auch Scha s Wü digung on Funk ionä en wu de iel beach e und
hin e ließ einen „nachhal igen Eind uck“. In diesem Kon ex bedeu e e die
Hinwendung de Ki che zu den Gewe kscha en als Gesp ächspa ne ,
wie Scha be on e, die Ane kennung de hohen Bedeu ung des DGB „ ü
die gesellscha liche, ökonomische und kul u elle Zukun Deu schlands“
(S imme de A bei 1966b, S. 15).
Dass die Annähe ung zwischen de e angelischen Ki che und dem
DGB jedoch auch ein Jah zehn nach 1955 eilweise noch agil wa , zeig-
en in de Folge des Emp angs in Düsseldo I i a ionen übe – wide -
sp üchliche – Äuße ungen Scha s in einem In e iew mi de „Wel de
A bei “. Aus de ak ischen Exis enz de ch is lichen Gewe kscha en
olg e ü ihn die Au gabe de Ki che, die au die Hil e zu einem sinn ollen
Mi einande beide Gewe kscha so ganisa ionen im In e esse de A bei -
nehme innen und A bei nehme sowie de Gesam gesellscha ausge ich-
e sein soll e.
Auch „ein gewisses Ri alisie en zwischen dem DGB und den ch is li-
chen Gewe kscha en“ wa lau dem In e iew „ga nich einmal nega i
zu beu eilen“, obwohl Scha gleichzei ig e neu die besonde e Bedeu-
ung de Einhei sgewe kscha he o hob, „die ih niemand ande s abneh-
men kann“ (Scha 1965, S. 8).
Diese Äuße ungen wu den insbesonde e onsei en des Ch is lichen
Gewe kscha sbundes (CGB) als eine Zus immung de Ki che zu ch is li-
chen Gewe kscha en und zu Konku enz beide O ganisa ionen – und
dami als eine Re ision de bishe igen ki chlichen Hal ung – ausgeleg
(S imme de A bei 1966a; an Dam 2010, S. 245). Eine solche In e p e-
a ion muss e da au hin on Scha demen ie we den, de die un e än-
1 Hen y Lillich: Be ich ü den Vo si zenden des Ra es de E angelischen Ki che in
Deu schland He n P äses D. Scha und den s ell e e enden Vo si zenden, He n
Landesbischo D. Lilje, 29. No embe 1962. In: E angelisches Zen ala chi 99/390.

OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 16
de e Posi ion de EKD zu Einhei sgewe kscha bek ä ig e und an die
ch is lichen Gewe kscha en appellie e, keine „Sonde ese a e“ anzu-
s eben (S imme de A bei 1966c, S. 21; Wel de A bei 1966).
Dien en die o iziellen Begegnungen und Gesp äche zwischen den
Spi zen on DGB und EKD in den 1960e Jah en zu einem g oßen Teil
de ö en lichen Bes ä igung ih e gu en Beziehungen, wenngleich dabei
zunehmend auch sachliche F agen wie die EKD-Denksch i zu Eigen-
umsbildung ode die Mi bes immungsp oblema ik zu Sp ache kamen,
wu den in den beiden da au olgenden Jah zehn en bei solchen T e en
s ä ke Diskussionen um d ängende ökonomische und gesellscha liche
P obleme in den Mi elpunk ge ück . Dazu gehö en in e s e Linie die
A bei slosigkei und ih e Bekämp ung.
Die Gesp äche soll en dadu ch nich nu die posi i e En wicklung de
Beziehungen zwischen DGB und EKD, sonde n auch ih e übe eins im-
mende Sich au diese P obleme und nich zule z ih e gemeinsamen Be-
mühungen um de en Lösung dokumen ie en. Vo diesem Hin e g und gin-
gen aus solchen Spi zen e en in den 1980e Jah en auch einige gemein-
same ö en liche E klä ungen des DGB und de EKD he o .
Un e halb de o iziellen Ebene en wickel e sich das Ve häl nis zwi-
schen Gewe kscha en und Ki che o allem in Ges al on A bei skon ak-
en und -beziehungen, die zwischen einzelnen Pe sonen, Gliede ungen
ode Ein ich ungen beide O ganisa ionen en s anden und sich zuneh-
mend in ensi ie en. Zu einem g oßen Teil anden diese Kon ak e und Be-
ziehungen im Rahmen de Bildungsa bei s a (Velle 1973, S. 52). Ge-
we kscha s e e e a en iel ach als Re e en en bei ki chlichen Tagun-
gen und Ve ans al ungen au , wäh end ki chliche Am s äge und Mi a -
bei e an Schulungs- und Bildungs e ans al ungen de Gewe kscha en
eilnahmen.2
Von ki chlichen Ein ich ungen wu den zudem spezielle Leh gänge ü
Gewe kscha s unk ionä e ode Be iebs ä e du chge üh (Velle 1973,
S. 27–31). Manche Ve ans al ungen, beispielsweise ü bes imm e B an-
chen ode Be u s- und In e esseng uppen, wu den on ki chlichen und
gewe kscha lichen Gliede ungen ode Ein ich ungen auch gemeinsam
e an wo e .3
Im Kon ex solche Kon ak e konn e die Zusammena bei gewe k-
scha liche und ki chliche Ak eu e eilweise ins i u ionalisie we den, so-
dass e wa ö liche ode egionale ki chlich-gewe kscha liche A bei s-
2 DGB-Emp ang ü Ve e e de EKD am 7. Dezembe 1965 in Düsseldo . Beispiele
on konk e en A bei sbeziehungen zwischen de E angelischen Ki che und dem DGB.
In: DGB-A chi im A chi de sozialen Demok a ie, 5/DGAI001860.
3 Ebd.
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 17
k eise en s anden.4 Eine maßgebliche Rolle spiel en dabei wiede um
– wie noch zu zeigen sein wi d – S uk u en, Ein ich ungen und Pe sonen
de e angelischen Indus ie- und Soziala bei .
Bezeichnend ü die Phase de spä en 1950e und e s en Häl e de
1960e Jah e wa die Zusammena bei zwischen Gewe kscha en und
Ki che – in die auch ande e Ak eu e einbezogen wu den – in No d hein-
Wes alen (NRW) im Zusammenhang mi de Landesa bei sgemeinscha
„A bei und Leben“.
In Koope a ion zwischen dem DGB-Landesbezi k NRW, dem Sozial-
am de E angelischen Ki che on Wes alen (EK W) und dem Soziale hi-
schen Ausschuss de E angelischen Ki che im Rheinland (EKiR) – denen
sich spä e die F ied ich-Ebe - und die F ied ich-Naumann-S i ung an-
schlossen – sowie un e Be eiligung ka holische S ellen wu den In o ma-
ionssemina e ü Gewe kscha s unk ionä e in Fo m on D eiwochenku -
sen e ans al e .
In diesen Ku sen, die genauso wie die da aus he o gegangene Pub-
lika ion „Menschenwü dige Gesellscha “ (S aa sbü ge liche Bildungs-
s elle des Landes No d hein-Wes alen 1963) au g oße Resonanz s ie-
ßen, wu den aus den Pe spek i en de e angelischen Soziale hik, de ka-
holischen Sozialleh e, des demok a ischen Sozialismus und des Libe a-
lismus gesellscha spoli ische O dnungs o s ellungen disku ie (Velle
1973, S. 54–55; Wö mann 1989, S. 2–3; Jablonowski 1987b, S. 57).
Du ch eine solche Koope a ion en wickel e sich eine s ändige A bei s e -
bindung, die sich in de He ausbildung eines A bei sk eises „Ki che–Ge-
we kscha “ niede schlug (Velle 1973, S. 54–55).
Die Bedeu ung diese Koope a ions o men bes and u.
a. da in, dass sie
eine sei s zum Abbau on Vo u eilen und eine un o eingenommenen
Sich au die Gewe kscha en bei agen konn en und ande e sei s, aus
ki chliche Pe spek i e, die Behandlung soziale hische F agen in gewe k-
scha lichen Bildungs e ans al ungen e möglich en (Sohn 2014, S. 8).
Auch die Gewe kscha en konn en dadu ch ih e Posi ionen und An egun-
gen in ki chliche Deba en einb ingen und sich am En s ehungsp ozess
ki chliche S ellungnahmen, o allem de Denksch i en, be eiligen.5
Zudem ha en die Kon ak e und die Zusammena bei de gewe k-
scha lichen und ki chlichen Ak eu e Auswi kungen au die inne gewe k-
scha liche Diskussion. So wu de beispielsweise de En wu ü das
G undsa zp og amm des DGB im no d hein-wes älischen A bei sk eis
„Ki che–Gewe kscha “ be a en und die E gebnisse de Aussp achen an-
den Eingang in die Ände ungsan äge des DGB-Landesbezi ks au dem
4 Ebd.
5 Ebd.
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 18
auße o den lichen Bundeskong ess on 1963, de das G undsa zp o-
g amm e abschiede e (Dahlhaus 1965, S. 10).
Zugleich wa en die Beziehungen zwischen Gewe kscha en und Ki -
che in hohem Maße pe sonenabhängig. Ab den 1960e Jah en wu den
üh ende Gewe kscha s unk ionä e in ki chliche O gane und G emien au
EKD-Ebene wie die Synode und die Sozialkamme ode auch in das P ä-
sidium des DEKT be u en. Am p ominen es en wa dabei Heinz Oska
Ve e , de 1964 noch als Zwei e Vo si zende de Indus iegewe kscha
Be gbau und Ene gie (IGBE) Mi glied de Kamme ü soziale O dnung
wu de und wäh end de 1970e und de e s en Häl e de 1980e Jah e
als EKD-Synodale ungie e (Owe schkin 2021).
Ve e gehö e da übe hinaus einigen ande en G emien im ki chlichen
Be eich wie z.
B. dem Redak ionsbei a des Deu schen Allgemeinen
Sonn agsbla s ode dem Vo s and des Ve eins de F eunde de E ange-
lischen Sozialakademie F iedewald an. Besonde s eng wa e – u.
a. bio-
g a isch beding – mi de Indus ie- und Soziala bei und ih en Ein ich un-
gen in Wes alen e bunden, wo e in den 1960e Jah en auch den Vo si z
des landeski chlichen Sozialausschusses inneha e.
Auße Ve e a bei e en in de Sozialkamme de EKD wäh end de
1960e bis 1980e Jah e, in un e schiedlichen zei lichen Abschni en, de
Lei e de Mi bes immungsab eilung beim DGB-Bundes o s and Ka l-
Heinz Sohn, de Lei e des Wi scha s- und Sozialwissenscha lichen In-
s i u s des DGB (WSI) Heinz Ma kmann und de Vo si zende de Gewe k-
scha Handel, Banken und Ve siche ungen (HBV) Gün e Volkma , de in
den 1980e Jah en auch de Synode de EKD angehö e, mi . In de Sy-
node wa in diesem Jah zehn zudem zei weilig Mi glied des Geschä s-
üh enden Bundes o s andes des DGB Sieg ied Bleiche e e en.
Solche pe sonellen Ve bindungen e möglich en es den Gewe kscha -
en, sich an de Diskussion de F agen de A bei swel im ki chlichen
Raum unmi elba zu be eilig en, zu ki chlichen Meinungsbildung in die-
sem Be eich beizu agen und gewe kscha liche S andpunk e – die in de
einen ode ande en Fo m in en sp echende ki chliche Tex e ein ließen
konn en – einzub ingen.
Au de ande en Sei e e ho e man sich auch inne halb de Ki che,
du ch ki chlich engagie e Gewe kscha e und die Au geschlossenhei
de Gewe kscha s üh ung – nich zule z auch des on 1962 bis 1969 am-
ie enden kon essionslosen Vo si zenden Ludwig Rosenbe g – gewisse
Ein lussmöglichkei en au die wi scha spoli ische Diskussion im DGB zu
bekommen.6
6 Hen y Lillich: Be ich ü den Vo si zenden des Ra es de E angelischen Ki che in
Deu schland He n P äses D. Scha und den s ell e e enden Vo si zenden, He n
Landesbischo D. Lilje, 29. No embe 1962. In: E angelisches Zen ala chi 99/390.
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 19
So s ell e de Bundesgeschä s üh e de Ak A Hen y Lillich gegenübe
de EKD-Spi ze im Zusammenhang mi den o iziellen Kon ak en zwi-
schen de EKD und dem DGB anlässlich des Bundeskong esses on
1962 in ensi e Ve bindungen zu ki chlichen S ellen und Ein ich ungen
sei ens de neugewähl en Mi gliede des Geschä s üh enden Bundes o -
s andes Gün e S ephan und Wilhelm Ha e kamp, die selbs de e ange-
lischen Ki che angehö en, he aus.
Besonde s he o gehoben wu de on Lillich dabei auch die „be on
e angelisch[e]“ O ien ie ung on Ka l-Heinz Sohn, de neben seine ge-
we kscha lichen Funk ion beim DGB ak i in de e angelischen Indus ie-
und Soziala bei im Rheinland und au de Bundesebene mi a bei e e.7
1.2 Die e angelische Indus ie- und
Soziala bei als maßgebliche Ak eu
in den Beziehungen zwischen
Gewe kscha en und Ki che
Wie be ei s e wähn , nahm die e angelische Indus ie- und Soziala bei in
den Beziehungen zwischen dem P o es an ismus und den Gewe kscha -
en eine zen ale S ellung ein. Diese S ellung e gab sich aus de unk io-
nalen Aus ich ung dieses ki chlichen Tä igkei s eldes au die F agen de
A bei swel und de A bei nehme scha , die sich nach 1945 aus meh e-
en un e schiedlichen Impulsen – ökumenischen Ein lüssen, de A bei
de e angelischen Akademien ode den Ak i i ä en de Gossne -Mission
in Mainz-Kas el – speis e (Sohn 2014, S. 4–6).
In den 1950e Jah en bilde en sich zudem ins i u ionalisie e S uk u en
de Indus ie- und Soziala bei he aus. Zu ihnen gehö en o allem Zu-
sammenschlüsse au Bundesebene wie die 1951 geg ünde e Ak A, in de
alle e angelischen S ellen, O ganisa ionen, Pe sonen und Ein ich ungen
mi Bezug zu A bei swel e e en wa en, und die 1956 en s andene A -
bei sgemeinscha de e angelischen Sozial-, Indus ie- und A bei e p a -
e (ASIA). Im Jah e 1953 wu de zudem die A bei sgemeinscha e ange-
lische Sozialsek e ä innen und Sek e ä e (ASS) ins Leben ge u en
(Jablonowski 1987b, S. 57; Sohn 2014, S. 6).
Zugleich o mie en sich auch e angelische A bei nehme o ganisa io-
nen wie die E angelische A bei e - bzw. (ab 1962) A bei nehme bewe-
gung (EAB) und die E angelische A bei nehme scha (EAN). Wäh end
die EAB in de T adi ion de e angelischen A bei e e eine des 19. Jah -
7 Ebd.
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 20
hunde s s and und sich s a k an dem ka holischen Pendan , de Ka holi-
schen A bei e bewegung, o ien ie e (Sch oede 1994, S. 229–231;
Sch oede 1992, S. 300–317), ging die in Landes e bänden o ganisie e
EAN aus de Männe a bei bzw. dem E angelischen A bei e we k he o .
Demen sp echend wa sie nich e eins ö mig s uk u ie und s ä ke
ki chlich in eg ie (Vokke 1973, S. 30–37; Sohn 2014, S. 4).
Einen zusä zlichen Ans oß und eine In ensi ie ung e uh die e ange-
lische Indus ie- und Soziala bei du ch die EKD-Synode in Espelkamp im
Jah e 1955 un e dem Haup hema „Die Ki che und die Wel de A bei “
(Bisma ck 1955; Jablonowski 1987b, S. 57–63; Jähnichen 1987b, S. 25–
26). In diesem Kon ex k is allisie en sich auch un e schiedliche Fo men
ode Modelle de Indus ie- und Soziala bei he aus, die on be iebsbe-
zogenen Tagungen übe die gesellscha spoli isch o ien ie e Bildungsa -
bei bis zu de au eine Ak i ie ung on G uppen zielenden „gesellscha s-
poli ischen Ak ion“ eich en (Velle 1973, S. 14–37; Jähnichen 1987b,
S. 26–27).
Einen Sonde ypus s ell e die Gemeinsame Soziala bei de Kon essi-
onen im Be gbau (GSA) da , die alle dings au Ini ia i e de Un e nehme -
sei e en s and. Die GSA wa in e s e Linie au eine Bewäl igung zwi-
schenmenschliche P obleme im Be ieb und die Realisie ung bzw. S ä -
kung de be ieblichen „Mi a bei e gemeinscha “ du ch gemeinsame Ta-
gungen ü Angehö ige un e schiedliche S u en de be ieblichen Hie a -
chie ge ich e (Jablonowski 1987b, S. 56–57; Velle 1973, S. 39–40; Lu-
kas 2024; Rehlinghaus 2021).
Sei diese ühen Phase gehö en Beziehungen zu den Gewe kscha -
en zu einem de zen alen Au gabenbe eiche de e angelischen Indu-
s ie- und Soziala bei . Unmi elba nach de G ündung de Ak A wu den
on ih – eilweise schon zu o bes ehende – Kon ak e zu Gewe k-
scha s üh ung au genommen, sodass be ei s im Feb ua 1952 ein e s es
T e en mi Ve e e n des DGB s a and (S imme de A bei 1977a; T ei-
del 2001, S. 129–130; Smola ski 2020, S. 105). Diese F ühphase wa je-
doch noch wesen lich on den Auseinande se zungen um die G ündung
de ch is lichen Gewe kscha en, den Minde hei enschu z und die G up-
penbildung gep äg .
Dadu ch bes anden sei ens de Gewe kscha en noch Be ü ch ungen
um die He ausbildung eine möglichen ch is lichen Konku enzo ganisa-
ion in Ges al de Ak A, die on diese bei gegensei igen Kon ak en en -
k ä e we den muss en (Smola ski 2020, S. 105–106; Vokke 1973,
S. 57).
E s ab de zwei en Häl e de 1950e und zumal in den 1960e Jah en
konn en die Beziehungen zwischen den Ein ich ungen de e angelischen
Indus ie- und Soziala bei und den Gewe kscha en s ä ke e ie und

OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 21
in ensi ie we den. 1967 wu de auch au de Ebene de Ak A ein A bei s-
k eis „Ki che und Gewe kscha “ gebilde , dem haup am liche Ve e e
e schiedene Gewe kscha en wie de Indus iegewe kscha Me all
(IG Me all), de Gewe kscha de Eisenbahne (GdED), de Deu schen
Pos gewe kscha (DPG) ode de Gewe kscha Nah ung-Genuss-Gas -
s ä en (NGG) angehö en (S imme de A bei 1967).
Ein besonde e S ellenwe in den Beziehungen zwischen Gewe k-
scha en und Ki che kam e angelischen Sozialsek e ä innen und -sek e-
ä en zu, die, selbs aus de A bei swel kommend, häu ig Gewe kscha -
e innen und Gewe kscha e ode Be iebs a smi gliede wa en und nach
eine Ausbildung in de E angelischen Sozialakademie F iedewald in den
ki chlichen Diens übe nommen wu den (Vokke 1973, S. 39–46; Sohn
2014, S. 6; T eidel 2001, S. 141–144). Au diese Weise konn en sie ki ch-
liche Kon ak e zu Be ieben, Be iebs ä en und Gewe kscha en, gleich-
sam pe sonell e kö pe , au ech e hal en und ausbauen (Velle 1973,
S. 49).
In den 1960e und 1970e Jah en anden meh ach Ums uk u ie un-
gen de Ak A und ih e Ein ich ungen und O ganisa ionen s a . Ab 1962
se z e sich die Ak A – die nunmeh Ak ionsgemeinscha ü A bei neh-
me agen hieß – aus nu noch zwei T äge n zusammen, de A bei sge-
meinscha ki chliche We ke und Ein ich ungen eine sei s und de EAN,
die 1971 im Zuge de S uk u e o m de EKD mi de EAB zum Bundes-
e band e angelische A bei nehme (BEA) usionie e, ande e sei s (Lil-
lich 1971, S. 52; Lillich 1962).
Im Jah e 1974 wu de schließlich de Ki chliche Diens in de A bei s-
wel (KDA) geg ünde , de sei dem ans elle de au gelös en A bei sge-
meinscha ki chliche We ke und Ein ich ungen neben dem BEA eine de
beiden T äge g uppen de Ak A bilde e. Die ASIA lös e sich dabei eben-
alls au , wäh end die ASS o bes and (Sohn 2014, S. 6).
Mi de G ündung des KDA wu de e s mals eine Zusammen assung de
landeski chlichen haup am lichen Indus ie- und Soziala bei au Bundes-
ebene gescha en (S imme de A bei 1974b). Als unk ionale Diens mi
Koo dinie ungs- und Fö de ungsau gaben en wickel e sich de KDA wäh-
end de 1970e und 1980e Jah e zu eine Ein ich ung, die zu einem maß-
geblichen Aus ausch- und Koope a ionspa ne ü den DGB und seine
Gewe kscha en wu de. Die G undlage diese engen und p oduk i en Be-
ziehungen bilde e die wei gehende Übe eins immung des KDA – dessen
Mi a bei e innen und Mi a bei e zumeis selbs Gewe kscha smi gliede
wa en – mi gewe kscha lichen O ien ie ungen und Posi ionen.
Ungeach e de He e ogeni ä seine Ak eu e, heologischen O ien ie-
ungen und landeski chlichen T adi ionen bilde en die K i ik am Vo ang
ökonomische In e essen, an mi diesen In e essen e bundenen Mach -
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 22
e häl nissen und an en humanisie enden Tendenzen in de A bei swel
sowie das pa eiliche Ein e en ü Schwache und Un e p i ilegie e eine
wesen liche G undlage des KDA-Handelns. Vo diesem Hin e g und a
de KDA mi E klä ungen, S ellungnahmen und Posi ionspapie en zu
zen alen Themen de A bei swel und de A bei sgesellscha au .
Zu diesen Themen gehö en u.
a. Mi bes immung, Humanisie ung de
A bei , S eik und Ausspe ung, A bei slosigkei ode A mu . Nich zule z
se z e sich de KDA abe auch mi de P oblema ik de Ta i e äge in
de Ki che auseinande . Dabei wu den in seinen Tex en gewe kscha li-
che S andpunk e wei gehend un e s ü z und un e soziale hischen As-
pek en e lek ie bzw. e ie .
Gleichwohl gingen die Eins ellungen des KDA zum Teil übe die ge-
we kscha lichen Posi ionen hinaus ode en hiel en k i ische An agen an
die gewe kscha liche Poli ik. Da aus esul ie en mi un e einige Span-
nungen und Di e enzen mi dem DGB ode mi den einzelnen Gewe k-
scha en, die alle dings – angesich s des mi le weile gewachsenen Ve -
auens e häl nisses zwischen beiden Ak eu sg uppen – zu keinen we-
sen lichen Beein äch igungen ih e Beziehungen üh en (Sohn 2014,
S. 7–8).
Einen bedeu enden Fak o ü das Handeln des KDA, de sich auch
au sein Ve häl nis zu den Gewe kscha en auswi k e, s ell e seine als
schwie ig ode labil wah genommene inne ki chliche Lage da . Zum einen
wa en die Beziehungen zwischen dem KDA und dem BEA inne halb de
Ak A, als haup - und nebenam lichem Zweig de e angelischen Indus ie-
und Soziala bei , du ch Reibungen und Kon lik e gep äg . Diese Kon lik e
eich en pa iell noch in die 1950e Jah e zu ück, als die EAB – wenn auch
nich geschlossen – die G ündung de ch is lichen Gewe kscha en be ü -
wo e ha e und 1955 aus de Ak A aus a ( an Dam 2010, S. 202–203;
T eidel 2001, S. 146; Sch oede 1994, S. 229–231).
Den Hin e g und de Ze wü nisse zwischen beiden T äge n de Ak A
in den 1970e und 1980e Jah en bilde en pe sönliche Spannungen, eine
besonde s ü S ei - und Kon lik älle ungüns ige Sa zungskons uk ion
sowie poli ische Meinungs e schiedenhei en zwischen dem „linken“ KDA
und den ehe konse a i o ien ie en Teilen des BEA, o allem de
EAB.8 Im Kon ex de Auseinande se zungen um das KDA-Papie zu
EKD-Synode on 1982 „Jensei s de Vollbeschä igung“, das u.
a. sys em-
k i ische Elemen e en hiel und on dem sich de BEA dis anzie e, kam
8 P o okoll de 6. Ve e e e sammlung des KDA 5./7. Juni 1984 in Dassel. Anlage 5.
D . Wal e Sohn: Be ich des Vo si zenden, S. 3–4. In: E angelisches Zen ala chi
2/11986.
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 23
es zum o enen B uch, und die Ak A ze iel im Jah e 1984 (Sohn 2014,
S. 8–9).9
Dabei a en meh e e EAN-Landes e bände aus dem BEA aus und
bilde en im gleichen Jah einen Ve band e angelische A bei nehme o -
ganisa ionen (VEA), de wei e hin mi dem KDA koope ie e (S acke
1986, S. 106; S acke 1988, S. 54–55). Schließlich wu den 1987 die e -
schiedenen G uppie ungen – KDA, VEA und BEA – in eine E angeli-
schen Kon e enz ü A bei nehme agen e neu e einig (KDA 1987;
S acke 1988, S. 54–55).
T o z de in e nen Spannungen und Di e enzen konn en de KDA und
de BEA in den 1970e Jah en im Rahmen de Ak A auch eine Reihe ge-
meinsam ge agene S ellungnahmen und E klä ungen e ö en lichen.
Gleichwohl wu den dabei mi un e , wie e wa in de S ellungnahme zum
En wu des DGB-G undsa zp og amms on 1981, un e schiedliche Ak-
zen e und O ien ie ungen in ein und demselben Tex e einig (Ak A
1980b).
Eine besonde e Rele anz ü die Beziehungen des KDA zu den Ge-
we kscha en besaß jedoch ein wei e e Aspek seine inne ki chlichen Si-
ua ion. Au g und seine Lage an de Schni s elle on gesellscha lichen,
indus iellen und inne ki chlichen Kon lik en wa e inne halb de Ki che
zum einen mi dem Gegend uck a bei gebe nahe Posi ionen – die u.
a.
du ch den 1966 geg ünde en A bei sk eis E angelische Un e nehme
(AEU) e e en wu den – und mi Maß egelungen einzelne seine Mi a -
bei e kon on ie .
Zum ande en sah e sich de In ages ellung seine Rolle und Funk io-
nen sowie Delegi imie ungs e suchen seine als „einsei ig“ k i isie en Äu-
ße ungen und Ini ia i en sei ens de Ki chenlei ungen gegenübe . Dabei
wu de dem KDA, de keinen S a us als ki cheno izielles O gan besaß,
sonde n eine p i a ech liche Ve einigung da s ell e, die Be ech igung ab-
gesp ochen, o mal ü die Ki che zu sp echen.10 Dadu ch wu de auch
seine Ve mi le olle, e wa beim Zus andekommen de Kon ak e zwischen
den Ki chenlei ungen und den Gewe kscha sspi zen, in age ges ell .11
Vo diesem Hin e g und wi k en die Beziehungen zwischen dem KDA
und dem DGB im Sinne on Un e s ü zung und Hil e gewisse maßen in
9 6. O den liche Ve e e e sammlung 5./7. Juni 1984 in Haus Solling, Dassel, „O sbe-
s immung des KDA in Ki che und Gesellscha “, Ma e ialien ü die A bei sg uppen.
A bei sg uppe 3: De Kon lik zwischen dem KDA und dem „Bundes e band e angeli-
sche A bei nehme “ (B.
E.
A.) in seine gesellscha spoli ischen und ki chenpoli ischen
Dimension. In: E angelisches Zen ala chi 2/11979.
10 P äsiden Hamme an Ho s Ech e nach, 16. Janua 1980. In: E angelisches Zen al-
a chi 2/6344; P äsiden Johann F ank, Landeski chenam Hanno e , an P äsiden
Hamme , Ki chenkanzlei, 4. Feb ua 1980. In: E angelisches Zen ala chi 2/11959.
11 P äsiden Hamme an Ho s Ech e nach, 16. Janua 1980. In: E angelisches Zen al-
a chi 2/6344.
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 24
beide Rich ungen. Eine sei s wu den die gewe kscha lichen Ak i i ä en
im ki chlichen Raum, so e wa in de Synode ode bei o iziellen Gesp ä-
chen mi de EKD – beding nich zule z du ch pe sönliche Kon ak e on
Ve e –, mi Ve e e n des KDA abges imm und Vo lagen ü die Ge-
we kscha ssei e bei diesen Anlässen häu ig on KDA-Ve e e n o be-
ei e .
Ande e sei s e ho en sich auch die Ein ich ungen de Indus ie- und
Soziala bei om DGB eine Un e s ü zung und „Rückendeckung“ bei in-
ne ki chlichen Schwie igkei en ode bei Bemühungen, die eigene Posi ion
inne halb de Ki che au ech zue hal en bzw. zu e besse n.12 In einem
solchen Kon ex e eidig e beispielsweise Ve e auch nach seinem Aus-
scheiden aus dem Am des DGB-Vo si zenden den KDA gegen Ang i e
im Zusammenhang mi dessen Synodenpapie on 1982, das, wie e -
wähn , eine zum Teil adikale K i ik an de bes ehenden Wi scha so d-
nung en hiel (Ki chliche Diens in de A bei swel 1982).
Als diese Ang i e nunmeh on O o Schlech , dem S aa ssek e ä im
Bundeswi scha sminis e ium und einem de Be eilig en am „Lambsdo -
Papie “, das mi zum B uch de soziallibe alen Koali ion beige agen
ha e, ausgingen (Schlech 1982), en gegne e Ve e au sie nich nu mi
sozioökonomischen, sonde n auch mi heologischen A gumen en (Ve e
1983).
In den 1980e Jah en, zei lich e wa pa allel zum Ze b echen de Ak A,
a zudem eine wei e e Ins i u ion au , in de gewe kscha liche und ki ch-
liche Ve e e innen und Ve e e zusammena bei e en. De Ökumeni-
sche soziale hische A bei sk eis Ki che–Gewe kscha , de ab 1984 eine
Reihe on E klä ungen und S ellungnahmen zu F agen wie S eik und
Ausspe ung, A bei szei e kü zung und Flexibilisie ung ode A bei in ei-
ne solida ischen Gesellscha e ö en lich e, s ell e eine in o melle G up-
pie ung on einzelnen Pe sonen da .
Neben p ominen en Gewe kscha e n wie F anz S einkühle , De le
Hensche und We ne Vi a bei e en da in ka holische und e angelische
Soziale hike und Wissenscha le wie F iedhelm Hengsbach ode Sieg-
ied Ka e le sowie üh ende Ve e e des KDA mi . Beme kenswe e -
weise gehö e Ve e – de wie e wähn zu dem Zei punk nich meh
DGB-Vo si zende wa – dem A bei sk eis als Ve e e de e angelischen
Sei e an.
Zwa besaß de A bei sk eis keine o izielle, „am liche“ Legi ima ion.
Seine Mi gliede wu den denn auch nich als Rep äsen an en de Ki chen,
des KDA ode de Gewe kscha en o mal delegie . Jedoch s ell e aus
12 Hen y Lillich an Wilhelm Kal enbo n, 1. Feb ua 1980. In: DGB-A chi im A chi de
sozialen Demok a ie, 5/DGAI001864; Edua d Wö mann an Heinz Oska Ve e , 3. No-
embe 1971. In: ebd., 5/DGAK000276.
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 31
en le z en Endes zu keine Einigung zumal in de übe aus ums i enen
F age nach de Zusammense zung de Au sich s ä e.
Dadu ch konn e das P inzip des „s ell e e enden Konsenses ü die
Gesellscha “, an dem sich die Tä igkei de Kamme o ien ie e, nich e-
alisie we den (Jähnichen 1987a, S. 156–157). Die „Soziale hischen E -
wägungen zu Mi bes immung in de Wi scha de Bundes epublik
Deu schland“ wu den da au hin im No embe 1968 om Ra de EKD
nich als Denksch i , sonde n lediglich als „S udie“ he ausgegeben. Somi
anden in diese Ausa bei ung di e gie ende bzw. gegensä zliche Au as-
sungen gleiche maßen Eingang.
Die Mi bes immungss udie ging da on aus, dass es sich bei de Mi be-
s immung „nich nu um ein wi scha liches, ech liches und poli isches,
sonde n im ie s en G und um ein soziale hisches P oblem“ handel e
(EKD 1968, S. 89, Abschni 1). In diese Pe spek i e olg e Mi bes im-
mung aus „ineinande ge üg en Rech en“ on – au einande angewiese-
nen – Kapi aleigne n und A bei nehme n (EKD 1968, S. 97, Abschni 14),
wodu ch die Fak o en Eigen um und A bei po enziell als gleichwe ig an-
e kann wu den (Jähnichen 1987b, S. 30; B akelmann 1972, S. 218).
De Beg i des Eigen ums schloss demen sp echend, wie es an eine
ielzi ie en S elle de S udie hieß, „nich das Rech zu He scha übe
Menschen ein“ (EKD 1968, S. 97, Abschn. 14). Dami o ien ie e sich die
S udie an de soziale hischen Lei idee de „Pa ne scha “ (EKD 1968,
S. 92, Abschn. 5, S. 106–107), de en konk e e Ausp ägung die Mi be-
s immung da s ell e, die abe auch gegensä zliche S andpunk e und Kon-
lik e nich ausschloss (Jähnichen 2009, S. 14–15; Jähnichen 1994,
S. 285; Jähnichen 1987b, S. 30).
Zu Realisie ung eine solchen Pa ne scha plädie e die Ausa bei-
ung de Sozialkamme ü „ein Bündel gleichzei ige Maßnahmen“, die,
neben de en sp echenden Ausges al ung on Mi bes immungsmöglich-
kei en und Kompe enzen de A bei nehme e e e im Au sich s a ode
de „planmäßige[n] En wicklung eine be ieblichen Pe sonal- und Sozial-
poli ik“, auch eine „Mi wi kung am A bei spla z“ e wa im Rahmen on A -
bei sg uppen einschließen soll en (EKD 1968, S. 106–107, Abschn. 24–
25).
Bezogen au das Mi bes immungsmodell in de Mon anindus ie wu -
den sowohl dessen Vo züge da geleg als auch „be ech ig e Bedenken“
gegen seine Übe agung au ande e B anchen geäuße . Diese Beden-
ken hingen mi Be ü ch ungen im Hinblick au wei eichende Ein lussmög-
lichkei en de Gewe kscha en in Wi scha und Gesellscha sowie eine
po enzielle Abhängigkei des A bei sdi ek o s on den Gewe kscha en
zusammen, die demnach allesam zu eine Ge äh dung de Ta i au ono-

OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 32
mie und eien Lohnaushandlung üh en konn en (EKD 1968, S. 105–106,
Abschn. 23).
Eine solche a bei gebe nahe Sich s and in de Kamme de gewe k-
scha lichen Posi ion gegenübe , die die pa i ä ische Mi bes immung be-
ü wo e e. Besonde s deu lich schlugen sich die on den Kamme mi glie-
de n e e enen gegensä zlichen sozialen und wi scha lichen In e es-
sen sowie die da aus esul ie ende Uneindeu igkei de ki chlichen Posi-
ionie ung in de F age nach de Bese zung de Au sich s ä e niede . Zu
diese F age wu den in de S udie sowohl Meh hei s- als auch Minde -
hei s o en wiede gegeben, die nebeneinande s anden. Eine En schei-
dung zuguns en de einen ode ande en Lösung wu de on de Kamme
als nich zu ih e Au gabe gehö end abgelehn .
Von eine knappen Meh hei de Kamme mi gliede wu de eine un e -
pa i ä ische Kons uk ion be ü wo e , bei de de zu ollen Pa i ä de
A bei nehme sei e ehlende Teil de Au sich s a ssi ze om Ve auen bei-
de Pa eien abhängig gemach we den soll e, wäh end eine Minde hei
den gewe kscha lichen S andpunk de uneingesch änk en Pa i ä e -
a . Die es lichen Mi gliede lehn en hingegen das Konzep de Kamme -
meh hei als eine zu s a ke Einsch änkung de Kapi al ech e ab (EKD
1968, S. 109–110, Abschn. 28).
Die zu Häl e auswä igen A bei nehme e e e im Au sich s a , die
on den Gewe kscha en, Be iebs ä en und Belegscha en zu nominie en
wa en, soll en nach dem Vo schlag de S udie, genauso wie die aus dem
Be ieb kommenden Au sich s a smi gliede , in einem di ek en ode indi-
ek en Ve ah en on den Beschä ig en gewähl we den (EKD 1968,
S. 110, Abschn. 29). Dami wu den in de Ausa bei ung de Sozialkam-
me Vo s ellungen zu Neuges al ung de A bei nehme be eiligung in Be-
ieb und Un e nehmen sys ema isch en wickel und heologisch-sozial-
e hisch beg ünde .
Ih em Ansp uch nach soll e die S udie einen Bei ag zu „sachlichen
U eilsbildung“ leis en und eine „ alschen F on enbildung“ en gegenwi -
ken, ohne eine „ e bindliche Leh meinung“ da zus ellen (EKD 1968,
S. 86–87). Vo diesem Hin e g und wu de sie b ei in de Ö en lichkei
ezipie , wenngleich dabei auch die F age nach de Legi ima ion eine
ki chlichen Äuße ung zu Mi bes immung in de Wi scha eine ele an e
Rolle spiel e und die ö en liche Resonanz in de Umb uchsi ua ion de
spä en 1960e Jah e nu ela i ku z is ig anhiel (Smola ski 2020,
S. 341–363; Riedne , S. 395–397).
Im Mi elpunk de – du chaus kon o e sen – ö en lichen Rezep ion
de S udie s anden jedoch wenige ih e soziale hischen Aspek e, sonde n
in e s e Linie die Vo schläge zu Ausges al ung de Mi bes immungsin-
s i u ionen au Un e nehmensebene. Fü die Gewe kscha en wa en die
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 33
E gebnisse de S udie in de Hinsich en äuschend, als sie die gewe k-
scha liche Fo de ung nach eine ollen Pa i ä im Au sich s a nich un-
e s ü z e.
Dennoch wies de DGB in eine ku zen E klä ung au „seh beme -
kenswe e und in e essan e Aspek e“ in de Ausa bei ung de Sozialkam-
me hin, die „eine so g äl igen P ü ung we “ seien, äuße e zugleich abe
auch sein Bedaue n, „dass sich die S udie nich zu einem kla en und ein-
deu igen E gebnis übe das Ve häl nis on A bei nehme n und Kapi al-
ge be n in de Un e nehmenso dnung ha du ch ingen können“ (DGB-
Bundesp esses elle 1968).
Un e eine ähnlichen Übe sch i wu den auch in de „Wel de A bei “
jene S ellen de S udie abged uck , in denen de Beg i des Eigen ums
und sein Ve häl nis zu A bei , Vo züge de und Bedenken gegen die
Mon anmi bes immung sowie die Meh hei s- und Minde hei sau assun-
gen zu Zusammense zung de Au sich s ä e da geleg wu den (Wel de
A bei 1968a).
Di e enzie se z e sich Geo g Neemann, Mi glied des Geschä s üh-
enden Bundes o s andes des DGB, mi de Mi bes immungss udie in de
Zei sch i de e angelischen Indus ie- und Soziala bei auseinande . E
wü dig e die Ausa bei ung de Sozialkamme als einen Bei ag zu Mi be-
s immungsdiskussion, dem auch dann Ane kennung gebüh e, wenn man
„den E gebnissen de Analysen und den Schluss olge ungen nich in allen
Punk en beip lich en“ konn e (Neemann 1969, S. 5).
Neemann hob die Fo mulie ung de g undsä zlichen Hal ung de Ki -
che zu Mi bes immung posi i he o , bemängel e jedoch eben alls die
Ve meidung konsequen e Schluss olge ungen aus soziale hischen
Übe legungen im Sinne de Be ü wo ung on olle Pa i ä . Diese Inkon-
sequenz ging ü ihn au eine „Fehleinschä zung sowohl de S eue ungs-
unk ion des Kapi als in eine we bewe blichen Ma k wi scha als auch
de In e essenlage de A bei nehme “ zu ück (Neemann 1969, S. 5).
Mi zum Teil deu lich k i ische en Akzen en wu de die S udie in de
„Quelle“ und de „Wel de A bei “ besp ochen. „Die Quelle“ sah in de
Ausa bei ung de Sozialkamme einen „lauen Komp omiss“, de aus de
ehlenden Be ei scha o allem de konse a i en und wi scha s eund-
lichen Mi gliede de Kamme – wie des Kamme o si zenden und Lei e s
de E angelischen Akademie Bad Boll Ebe ha d Mülle – esul ie e, olle
Konsequenzen aus den ich ig e a bei e en soziale hischen P ämissen zu
ziehen (Die Quelle 1968).
In diese Hinsich s imm e die Zei sch i mi de in e nen Einschä zung
des DGB übe ein, die die E gebnisse de S udie au die Du chse zung
„bes imm e[ ] konse a i e[ ] S ömungen inne halb de Sozialkamme “
zu ück üh e (Tes o 2017, S. 166). Auch in de „Wel de A bei “ wu de
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 34
on einem ih e Redak eu e, dem ehemaligen Sozialsek e ä E win O -
mann, de selbs in de e angelischen Indus ie- und Soziala bei ak i
wa , de Mi bes immungss udie nu ein „beg enz e We “ a es ie .
Fü O mann blieb die on de Kamme o geschlagene und mi nu
knappe Meh hei e abschiede e Regelung zu Bese zung de Au sich s-
ä e wei hin e de allgemeinen poli ischen Diskussion und speziell den
Vo s ellungen und Übe legungen sowohl des DGB als auch de CDU-
Sozialausschüsse ode de sozialdemok a ischen Pa ei zu Re o m des
Mi bes immungs ech s zu ück (O mann 1968).
Beme kenswe e weise ie O manns A ikel Einsp uch onsei en
Ebe ha d Mülle s sowie des Geschä s üh e s de Sozialkamme und spä-
e en P äses de EKD-Synode Co nelius on Heyl he o , de o allem
gegen die mi ge eil en Abs immungse gebnisse in de Kamme ge ich e
wa (Wel de A bei 1968b).18. Sowohl Mülle als auch on Heyl bes an-
den da au , dass die S udie als Ganzes beinahe eins immig e abschie-
de wu de, wäh end sich das knappe E gebnis lediglich au den Abschni
übe die Zusammense zung de Au sich s ä e bezog.
Diese In e en ionen – die sich im Falle Mülle s auch gegen den Jou -
nalis en und Rund unk edak eu Gün he Windschild ich e en (Smola ski
2020, S. 343–348) – wa en wohl dadu ch beding , dass de mögliche ö -
en liche Eind uck de Uneinigkei inne halb de Kamme de Funk ion und
anges eb en e s ändigungso ien ie en Wi kung ih e Ausa bei ungen
als „s ell e e endem Konsens“ ode „Komp omiss de Sach e hal e“
(Mülle 1978) en gegens and. So hiel on Heyl dem O mann-A ikel auch
o , zum „unzu e enden Bild“ in de Ö en lichkei beizu agen, als sei die
Ki che gegen die Mi bes immung.19
Die gewe kscha lichen Reak ionen au die Mi bes immungss udie
spiegel en die Si ua ion wide , in de sich die Gewe kscha en um die
Wende zu den 1970e Jah en o dem Hin e g und de poli ischen Kons-
ella ionen in de Auseinande se zung um die Mi bes immung be anden,
und b ach en zugleich wesen liche Eins ellungen und O ien ie ungen in
ih em Ve häl nis zu Ki che zum Ausd uck.
Die soziale hische Beg ündung de Mi bes immung du ch eine ki chli-
che S ellungnahme konn e dabei eine sei s als zusä zliche Legi ima ion
und Un e s ü zung de gewe kscha lichen Fo de ungen – gewisse ma-
ßen im Sinne eine „Schü zenhil e“ – in e p e ie we den. Ande e sei s
wa die gewe kscha liche K i ik an de mangelnden Konsequenz de
ki chlichen Äuße ungen auch du ch Rollenzusch eibungen an die Ki che
beding , die sich au de en Funk ionen, Kompe enz- und Zus ändigkei s-
18 Co nelius A. on Heyl an E win O mann, 22. No embe 1968. In: E angelisches Zen-
ala chi 99/435.
19 Ebd.
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 35
be eiche bei gesellscha spoli ischen F agen, P oblemen und Kon lik en
bezogen.
Diese Aspek e und Zusammenhänge a en be ei s wäh end de Vo -
be ei ung de S udie in de Kamme he o . Im Zuge de abschließenden
Be a ungen wand e sich Ve e beispielsweise gegen die Fo mulie ung
des Abschni s 23 übe die Mon anmi bes immung, de neben de Wü di-
gung de Vo züge des Mon anmodells auch einige gewe kscha sk i ische
Elemen e en hiel und o allem die allgemeine Ein üh ung dieses Modells
nich be ü wo e e (Riedne 1994, S. 385).
In diesem Kon ex wa en auch Spannungen bezeichnend, die zwi-
schen dem DGB und Ka l-Heinz Sohn en s anden. Sohn, de nach sei-
nem Ausscheiden aus de Mi bes immungsab eilung des DGB 1966 P o-
esso an de Sozialakademie Do mund und Vo s andsmi glied de
K upp-S i ung sowie 1969 Vo si zende des Soziale hischen Ausschus-
ses de E angelischen Ki che im Rheinland wu de, a noch o de Ve -
abschiedung de S udie in einigen Ve ö en lichungen ü einen Komp o-
miss o schlag zu Si z e eilung im Au sich s a ein.
Sein Vo schlag zu Zusammense zung de Au sich s ä e sah die Häl e
de Si ze ü An eilseigne , zwei Sechs el ü A bei nehme und ein Sechs-
el ü on beiden G uppen gemeinsam gewähl e Ve e e o (S imme
de A bei 1968; Smola ski 2020, S. 341–342). Au g und diese Au as-
sung, de das spä e e abschiede e Modell de Kamme meh hei en -
sp ach, demen ie e de DGB jede Ve bindung zu Sohn und seine Posi-
ion und lehn e es ab, ihn als Ve e e de A bei nehme sei e in de Kam-
me zu be ach en (Smola ski 2020, S. 323).20
Ve e s Posi ion und Wi ken in de Sozialkamme be a en demgegen-
übe in e s e Linie g undsä zliche F agen nach de Au gabe und dem
Zweck eine ki chlichen S ellungnahme. So wand e e sich gene ell gegen
das Bes eben de Kamme , eine Ve mi lung gegensä zliche Posi ionen
in de F age de Zusammense zung de Au sich s ä e „mi Hil e echne i-
sche Mi elung du ch eine ki chliche Äuße ung“ zu e eichen (Riedne
1994, S. 373).
Fü ihn muss e diese F age on den Be eilig en selbs en schieden
we den und gehö e somi nich zu Au gabe de Ki che. Beme kenswe -
e weise wu de diese Au assung inne halb de Kamme auch om Ve -
e e de Un e nehme sei e Glinz un e s ü z (Riedne 1994, S. 373).
Den Hin e g und de on Ve e e e enen Posi ion bilde en das Ve -
s ändnis de ki chlichen Rolle und die dami e bundenen E wa ungen
an die Ki che, die auch insgesam ü das Ve häl nis de Gewe kscha en
zu ki chlichen Ak eu en p ägend wa en. Im Hinblick da au wu de die Ki -
20 Heinz O. Ve e an Ebe ha d Mülle , 20. Sep embe 1968. In: A chi im Haus de Ge-
schich e des Ruh gebie s, Bes and IGBE, IGBE 3162.
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 36
che on den Gewe kscha en au ge o de , „nich länge einem einsei ig
ballas üh enden Komp omissdenken e ha e [zu] bleiben“, „die poli i-
sche Mi ellinie zu e lassen, Aussagen on g undsä zliche Bedeu ung
zu machen ode kla e und eindeu ige Konzep ionen zu en wickeln“ (Ve e
1971a, S. 76).
Aus eine solchen Pe spek i e soll e die u.
a. in de Mi bes immungs-
s udie on de Ki che ich ige weise e kann e Un e einba kei on pe -
sönliche Abhängigkei und F emdbes immung des Menschen in de A -
bei swel mi den ch is lichen P inzipien bzw. de soziale hischen Fo de-
ung nach Selbs bes immung – im Einklang mi den gewe kscha lichen
Vo s ellungen – zu Konsequenz üh en, ü eine wi kliche Mi bes immung
und olle Gleichbe ech igung einzu e en, ans a wi kungslos bleibende
Modelle auszua bei en (Ve e 1971b; Ve e 1971a, S. 76).
Eine „D i el-Gleichbe ech igung“, wie Ve e noch wäh end de Be a-
ungen in de Sozialkamme beme k e, konn e es nich geben (Riedne
1994, S. 375).
Somi wu de de Ki che in diesem Ve s ändnis eine gesellscha spoli-
ische Rolle zugesch ieben, die übe diejenige eines bloßen „geschä -
ige[n] Makle [s] zwischen den In e essen“ hinausging. Die Ki che soll e
ielmeh , ohne in Konku enz zu den Pa eien und Gewe kscha en zu
e en, „auch ü diese G uppen ein Mahne sein, de imme wiede an die
un e zich ba en G undsä ze humane Ges al ung e inne “ (Ve e 1980b,
S. 136). Im Hinblick da au konn e auch die Mi bes immungss udie mi ih-
em g undlegenden soziale hischen Teil als ein Bei ag zu diesem Rollen-
e s ändnis e s anden we den.
Wäh end sich die gewe kscha lichen Reak ionen au die Mi bes im-
mungss udie de Sozialkamme zwischen de Ane kennung de sozial-
e hischen Beg ündung und de K i ik an de mangelnden Konsequenz
und de Uneindeu igkei beweg en und en sp echende Rollene wa un-
gen und Fo de ungen an die Ki che und ih e ö en lichen S ellungnahmen
zum Ausd uck b ach en, a en in de ki chlichen Diskussion de Mi be-
s immungs age auch wei gehende Di e enzie ungen im Hinblick au die
un e schiedlichen ki chlichen Ak eu e und ih e jeweiligen Posi ionie un-
gen he o .
Die ela i e Uneindeu igkei ode ein Komp omiss- und Ve mi lungs-
cha ak e wa en dabei, beding du ch die wide s ei enden In e essen in-
ne halb de Ki che selbs , in e s e Linie ü die „o iziellen“ ki chlichen Äu-
ße ungen kennzeichnend. Hingegen wa en wei e e, eigens ändige S el-
lungnahmen und Diskussionsbei äge zum Mi bes immungsp oblem aus
dem ki chlichen Raum eilweise ande s ausge ich e und se z en eigene,
di e gie ende Akzen e.

OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 37
Be ei s im Be eich de Indus ie- und Soziala bei wu den solche Di e-
enzie ungen und un e schiedlichen Akzen uie ungen deu lich. So wu de
in de S ellungnahme de Ak A zu Mi bes immungss udie, in de diese
S udie insgesam genauso wie die He auss ellung de „Gleich angigkei
de In e essen de Eigen üme und de A bei nehme am Un e nehmen“
ode die o geschlagenen Maßnahmen zu E wei e ung de Mi bes im-
mungs ech e beg üß wu den, besonde s die soziale hische Beg ündung
de Mi bes immung he o gehoben (Ak A 1969).
Demgegenübe bejah en die EAB und die EAN, als e angelische A -
bei nehme o ganisa ionen, in ih e gemeinsamen E klä ung zwa eben-
alls die Pa ne scha in de Wi scha , hiel en abe die in de S udie o -
geschlagenen Maßnahmen zu Ve wi klichung de Mi bes immung ü
nich aus eichend. Zudem o de en sie eine Ve besse ung des Be iebs-
e assungs ech s sowie eine ech liche Ve anke ung de Mi bes immung
am A bei spla z und in de A bei sg uppe (EAB/EAN 1969).
Fü den sozialk i isch und links o ien ie en Teil de Indus ie- und So-
ziala bei hingegen, den exempla isch de Lei e des Semina s de Goss-
ne -Mission in Mainz-Kas el Ho s Symanowski e kö pe e, se z e sich
die Mi bes immungss udie mi ih en „Sowohl-als-auch-E wägungen“ dem
Vo wu aus, „nu de S abilisie ung de gegenwä igen Zus ände“ zu die-
nen und „nich den Weg in eine e ände e Gesellscha “ – wie sie e wa
das DGB-G undsa zp og amm an isie e – zu weisen (Symanowski
1971, S. 55, 60).
Gleichwohl sah auch Symanowski die Bedeu ung de S udie in de
g undsä zlichen Be ü wo ung de Mi bes immung, die dadu ch einen so-
ziale hischen S ellenwe e hiel , und wü dig e ebenso die E kenn nis on
de No wendigkei eine Mi bes immung am A bei spla z (Symanowski
1971, S. 55, 57–58).
Deu lich e kennba wu den die un e schiedlichen Ansä ze zu E ö e-
ung des Mi bes immungsp oblems auße dem in eine wei e en ki chli-
chen Ausa bei ung, den „G undsä zlichen Übe legungen zu F age de
Mi bes immung de A bei nehme “ des Sozialausschusses de E angeli-
schen Ki che on Wes alen om Feb ua 1969. Die Ak A wand e sich da-
gegen, beide Tex e gegeneinande auszuspielen, und be ach e e sie als
eine gegensei ige E gänzung (S imme de A bei 1969).
Die wes älische Vo lage wu de on einem A bei sk eis un e de Lei-
ung on Ve e , de selbs Vo si zende des landeski chlichen Sozialaus-
schusses wa , und Pe e Heyde, dem Lei e des Sozialam es de EK W,
wei gehend pa allel zu de in de Sozialkamme o be ei e en Mi bes im-
mungss udie e a bei e . Zwischen beiden G emien bes anden wäh end
diese Zei auch einige Spannungen (Smola ski 2020, S. 312–313, 354–
355). Im Gegensa z zu Ausa bei ung de Sozialkamme e zich e e das
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 38
Papie des wes älischen Sozialausschusses au die En wicklung eines
eigenen konk e en Modells zu Neuo dnung de (Un e nehmens-)Mi be-
s immung.
Neben den heologisch-soziale hischen Aus üh ungen wu den in dem
Tex u.
a. die Wandlungen de Vo s ellungen de Gewe kscha en und de
A bei gebe e bände zu Mi bes immung, die Abhängigkei de A bei neh-
me innen und A bei nehme im Be ieb und die S ellung de Füh ungs-
k ä e e ö e (Sozialausschuß de EK W 1969). Im Vo de g und de
wes älischen Vo lage s and jedoch nich so seh die Idee de „Pa ne -
scha “, sonde n – o z einige Skepsis im Vo eld –21 das P oblem de
Mach , des legi imen Mach geb auchs und de Mach kon olle in de Wi -
scha .
In diesem Kon ex wu de Mi bes immung als ein Bei ag zu Übe win-
dung des Ohnmach sge ühls de a bei enden Menschen in ih e A bei s-
wel be ach e . Die zu Be eiligung an En scheidungen no wendigen Mi -
bes immungsins i u ionen, als O gane de In e essen e e ung im Be-
ieb, e schienen dabei als „Ausd uck des Selbs e s ändnisses de A -
bei nehme scha “ (ebd., S. 307).
Zugleich wu de in dem Tex auch das Rech de gewe kscha lichen
O ganisa ion be on , Fo de ungen nach Mi bes immung zu e olgen.
Dadu ch s ell e sich Mi bes immung nich ausschließlich als „Sache de
A bei nehme “ da , sonde n wu de auch explizi als „Sache ih e Gewe k-
scha en“ ane kann (ebd., S. 307).
Die wes älische Vo lage, die dami , e glichen mi de Ausa bei ung
de Sozialkamme , gegenübe den Gewe kscha en und ih en Posi ionen
o ene wa , wi k e alle dings o allem inne ki chlich und e lang e keine
um ang eiche ö en liche Resonanz. B ei ö en lich ezipie wu den Ende
de 1960e Jah e hingegen ande e p o es an ische Wi kungs o men, in
denen die P oblema ik de Mi bes immung gleiche maßen hema isie
und disku ie wu de, wie e wa Poli ische Nach gebe e und e angelische
Ki chen age.
Im Mi elpunk ih e ö en lichen Wah nehmung und Wi kung s anden
dabei jedoch nich die Mi bes immungs agen, sonde n inne ki chliche
Kon o e sen und Kon lik e um eine „(Links-)Poli isie ung“ on Ki che und
Religion bzw. um „mode ne Theologien“ (Lepp 2016, S. 113–118).
Gleichwohl wu de übe diese ki chlichen Ve ans al ungen im Kon ex de
Mi bes immungsdiskussion auch in de gewe kscha lichen P esse be-
ich e .
21 E ich Wol : Be ich übe Gesp äche, die ich mi einigen He en aus Wes alen ge üh
habe übe die wei e en Möglichkei en und Pe spek i en de Bemühungen zu Mi be-
s immungs age, insbesonde e in Bezug au die A bei en de Sozialkamme , Bad Boll,
29. Sep embe 1967, S. 7–8. In: E angelisches Zen ala chi 656/416.
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 39
Poli ische Nach gebe e, die zwischen 1968 und 1972 egelmäßig on
eine ökumenischen G uppe um die p ominen e e angelische Theologin
Do o hee Sölle zu b isan en gesellscha lichen und poli ischen Themen
– wie z.
B. Vie namk ieg, S a ollzug, En wicklungshil e ode Obdachlo-
sigkei – in Köln o ganisie und du chge üh wu den, s ell en gewisse -
maßen einen „go esdiens lichen Bei ag de Ki che zu 68e -Bewegung“
da (Co nehl 2012, S. 265).
Sie wa en zum Teil on massi en Kon lik en mi dem P äses de hei-
nischen Landeski che Joachim Beckmann und dem Kölne ka holischen
Bischo Ka dinal Jose F ings beglei e und wu den auch inne ki chlich
kon o e s disku ie (Co nehl 2012, S. 266–270). Un e diesen Bedingun-
gen and in Köln im Juni 1969 – und ein wei e es Mal im No embe 1970 –
ein Poli isches Nach gebe zu P oblema ik de Mi bes immung s a .
Wie de Be ich übe diese Ve ans al ung in de „Quelle“ he auss ell e,
wu de Mi bes immung dabei aus ch is liche Sich als Ins umen de Ein-
dämmung on He scha nachd ücklich un e s ü z . Auch die Auswei ung
de pa i ä ischen Mi bes immung, die allein du ch den DGB und seine Ge-
we kscha en zu e wi klichen wa , wu de angesich s eine emdbe-
s imm en O dnung als eine Maßnahme zu Ve minde ung des Leidens-
d ucks au den Menschen be ü wo e (Die Quelle 1969). Bezeichnende -
weise wu de in de Diskussion wäh end de Ve ans al ung de en O gani-
sa o en sowohl on „links“ wie auch on „ ech s“ o gewo en, „sich ein-
sei ig die DGB-Au assungen zu eigen gemach “ zu haben (ebd., S. 308).
Eine ähnliche Übe eins immung mi den gewe kscha lichen Posi io-
nen und Fo de ungen wu de auch au dem e angelischen Ki chen ag im
Juli 1969 in S u ga deu lich. Im Rahmen de A bei sg uppe „Demok a-
ie“ ug F i z Vilma on de Bildungsab eilung de IG Me all in eine ge-
sellscha sk i ischen Pe spek i e wei e gehende Fo de ungen zu einem
um assenden Sys em de Mi bes immung am A bei spla z, im Be ieb, im
Un e nehmen und in de Gesam wi scha o und s ell e sie dem in de
S udie de Sozialkamme o mulie en „allzu agen, eingesch änk en Ja
zu Mi bes immung“ en gegen (Vilma 1970b, S. 472).
Diese Fo de ungen wu den in eine on de E angelischen A bei neh-
me scha eingeb ach en En schließung de A bei sg uppe übe nommen
(DEKT 1970, S. 483–484). Im Hinblick da au hob auch E win O manns
A ikel übe den Ki chen ag in de „Quelle“ au eine „Nachba scha “ de
„ch is lich gep äg en und geleb en B üde lichkei “ zu gewe kscha lichen
Poli ik ab und in e p e ie e solche B üde lichkei als eine gegensei ige E -
gänzung zu pa i ä ischen Mi bes immung (O mann 1969, S. 348).
Somi dien e die He auss ellung de Übe eins immung zwischen den
gewe kscha lichen Fo de ungen und den ch is lich beg ünde en P inzi-
pien, aus denen das Ein e en ü die pa i ä ische Mi bes immung abge-
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 40
lei e wu de, e neu de Bes ä igung und Un e s ü zung de gewe kscha -
lichen Posi ion in den poli ischen Auseinande se zungen um die Mi be-
s immungs age. Dieses Mus e blieb auch in den 1970e und eilweise
1980e Jah en e hal en, als das Mi bes immungs hema angesich s neue
K isen- und P oblemlagen in den Hin e g und a .
2.2 Die Mi bes immungsdiskussion nach
de Ve abschiedung de gese zlichen
Regelungen
Im Um eld de Ve assungsklage de A bei gebe gegen das 1976 e ab-
schiede e Mi bes immungsgese z, die u.
a. zum Aus i de Gewe k-
scha en aus de Konze ie en Ak ion üh e, spi z en sich die Auseinan-
de se zungen um die G undsä ze und Wi kungen de Mi bes immung
abe mals zu. In diese Si ua ion wa en es o allem die (ums uk u ie e)
Ak A und zumal de neugebilde e KDA, welche mi die Gewe kscha en
solida isch un e s ü zenden E klä ungen au a en, wäh end sei ens de
„o iziellen“ ki chlichen G emien au de Ebene de EKD keine S ellung-
nahmen e olg en.
Be ei s ku z o de Gese zes e abschiedung k i isie en de BEA und
de KDA im Einklang mi den Gewe kscha en die Regelungen des Mi be-
s immungsgese z es wegen des einsei igen Übe gewich s de Kapi al-
sei e. Fü beide Teile de Ak A s anden diese Regelungen nach wie o
im Wide sp uch zu den soziale hischen G undsä zen und konn en „nu als
eine Übe gangslösung“ in Rich ung eine „ ollen Gleichbe ech igung des
Fak o s A bei “ be ach e we den (S imme de A bei 1976b).
Die A bei gebe klage o dem Bundes e assungsge ich ha e da au -
hin e neu eine Solida isie ung de Ak A mi dem DGB sowie eine e ie e
Auseinande se zung mi de Ve assungsbeschwe de und de en Auswi -
kungen un e soziale hischen Gesich spunk en zu Folge. Beide Ak i i ä-
en de e angelischen Indus ie- und Soziala bei anden auch in de „Wel
de A bei “ Beach ung.
S ell e die Ve assungsklage de A bei gebe ü den DGB einen Ang i
au die Ve assung, die A bei nehme scha , die Gewe kscha en und die
Ta i au onomie (Gewe kscha liche Mona she e 1978) sowie einen Ve -
such, „den S a us quo und die eigenen He scha sposi ionen e as-
sungs ech lich [zu] zemen ie en“ (S imme de A bei 1977d, S. 104), da ,
bedeu e e sie auch aus de Pe spek i e de Ak A bzw. des KDA eine „be-
sonde s schwe wiegende Belas ung des Ve häl nisses zwischen den Ta-
i pa eien“. Die Ve assungsbeschwe de zeug e somi da on, „dass die
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 47
Diese Einschä zung bezog sich o allem au die „Thesen zu Mi be-
s immung im A bei sp ozess“, die im Anhang des Buches on Symano-
wski und Vilma abged uck wu den. Die da in en hal enen Vo schläge zu
Ausges al ung de Mi bes immungss uk u en am A bei spla z wu den
on Vilma Ende de 1960e Jah e in die inne gewe kscha liche Diskus-
sion eingeb ach und bilde en einen ele an en Impuls ü die Deba en
um die No ellie ung des Mi bes immungs ech s und eine Demok a isie-
ung de be ieblichen A bei sbeziehungen.
Die „Thesen zu Mi bes immung im A bei sp ozess“ ich e en sich, aus-
gehend on den A bei se ah ungen in de Indus ie, gegen die Be o -
mundung des a bei enden Menschen du ch die A bei so ganisa ion, die
dami zu seine En mündigung als „ins umen elle A bei sk a “ und le z-
en Endes zu seine Dehumanisie ung üh e (Symanowski/Vilma 1963,
S. 121–122).
Diese S oß ich ung besaß auch demok a ie heo e ische Implika ionen.
Wie die Ausa bei ung he o hob, konn e aus dem zum bloßen Objek und
passi en Be ehlsemp änge im Be ieb he abgese z en Menschen kein
e an wo liche , eine demok a ische Gesellscha mi agende und mi -
ges al ende S aa sbü ge we den (Symanowski/Vilma 1963, S. 122).
Dadu ch üg e sich diese Tex in den im Übe gang zu den 1960e Jah-
en einse zenden Disku s um eine Demok a isie ung und Libe alisie ung
de Bundes epublik ein, in dessen Mi elpunk die Disk epanz zwischen
de poli ischen und de gesellscha lichen Demok a isie ung bzw. zwi-
schen adi ionellen Eins ellungen und Ve hal ensmus e n und de sozio-
ökonomischen und echnischen En wicklung s and (Scheibe 2002).
Die No wendigkei eine unmi elba am A bei spla z anse zenden Mi -
bes immung wu de in den Thesen jedoch o allem aus den unzu eichen-
den Wi kungen de Mi bes immungsins i u ionen au Be iebs- und Un e -
nehmensebene abgelei e , die die konk e e Si ua ion des einzelnen A -
bei nehme s und de einzelnen A bei nehme in nich wesen lich zu än-
de n e moch en.
Vo diesem Hin e g und wu den in de Ausa bei ung Vo schläge zu
Re o m de Be iebs e assung o mulie , die die E ablie ung on Be-
sp echungen am A bei spla z au de Ebene on A bei sg uppen ode Ab-
eilungen o sahen, ü de en Du ch üh ung de Be iebs a e an wo lich
sein soll e (Symanowski/Vilma 1963, S. 123–125). Dadu ch soll e ein
Bei ag zu Subjek we dung des a bei enden Menschen im A bei sp o-
zess geleis e we den.
Ge ade solche A bei sg uppenbesp echungen – und noch s ä ke die
Ins i u ion de A bei sg uppensp eche – wu den um die Wende zu den
1970e Jah en, e mi el du ch Vilma , zum Gegens and in ensi e Ausei-
nande se zungen inne halb de Gewe kscha en. Den Hin e g und de ge-

OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 48
we kscha lichen Deba e um die Mi bes immung am A bei spla z bilde en
eine sei s Ve suche zu Übe windung de wah genommenen „Be iebs-
e ne“ de Gewe kscha en und de gewe kscha lichen Poli ik sowie de
dami e bundenen Passi i ä und Desin e essie hei sei ens de Mi glie-
de , die u.
a. eine „be iebsnahe Ta i poli ik“ einschlossen (Vilma 1968,
S. 472–473; Koopmann 1979, S. 703).
Ande e sei s wa diese Kon o e se du ch Spannungen und Kon lik e
um die Rolle de „Basis“ und die Basiso ien ie ung de Gewe kscha en
beding , mi denen auch die – g oßen eils on Ve auensleu en ausge-
hende – K i ik am Gewe kscha sappa a und seine En emdung on je-
ne „Basis“ bzw. an de Ve selbs s ändigung und Oliga chisie ung de Mi -
bes immungso gane e bunden wa (Teigelkamp 1973, S. 271; Mile /
Tschi bs 2012, S. 459–462). Den unmi elba en Anlass ü die Auseinan-
de se zungen bilde en jedoch Ini ia i en aus den Reihen de Gewe k-
scha en zu No ellie ung de Mi bes immungsgese zgebung, die noch
zu Zei de G oßen Koali ion en wickel wu den.
In einem solchen Kon ex e ö en lich e Vilma 1968 in den „Gewe k-
scha lichen Mona she en“ seine Vo schläge zu Ve anke ung on A -
bei sg uppenbesp echungen in de Be iebs e assung, die spä e on
ihm e idie und wei e en wickel wu den (Vilma 1968; Vilma 1970a).
Auch Hans Ma hö e , de wie Vilma in de Bildungsab eilung de
IG Me all ä ig und zudem Mi glied de sozialdemok a ischen Bundes ags-
ak ion wa , a ku z da au mi einem eigenen, in de S oß ich ung mi
Vilma übe eins immenden En wu zu Re o m des Be iebs e assungs-
gese zes au (Ma hö e 1968; Abelshause 2009, S. 189–193).
Vilma s Vo schläge ziel en au eine Übe windung de Objek si ua ion
des Menschen im Be ieb, eine Demok a isie ung de A bei so ganisa ion
und demen sp echend au die E ablie ung eine Mi bes immung nich ü ,
sonde n unmi elba du ch die A bei nehme innen und A bei nehme
selbs (Vilma 1971, S. 19). Dami soll en diese Vo schläge die im We-
sen lichen ep äsen a i e – und in diese Hinsich ü Vilma nich hin ei-
chende – Mi bes immungskonzep ion des DGB du ch di ek e Be eili-
gungs o men e gänzen und de Ge ah en gegenwi ken, dass sich an-
s elle eine „Gegenmach “ eine „Gegenbü ok a ie“ e ablie e (Vilma 1973,
S. 162).
Als Elemen eine „basisdemok a ischen be ieblichen S a egie“ soll e
die Mi bes immung am A bei spla z du ch „elemen a e Kollek i e“, die A -
bei sg uppen, u.
a. zu Ak i ie ung de Belegscha en bei agen (Vilma
1971, S. 14–15, 19–20). Im Hinblick da au deck en sich die In en ionen
des gesellscha sk i ischen Teils de e angelischen Indus ie- und Sozial-
a bei und de linken basiso ien ie en gewe kscha lichen Rich ungen.
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 49
Wie Vilma sch ieb, gelang e somi ein „übe das allgemeine komp o-
missle ische soziale hische Ge ede o izielle Ki chen e lau ba ungen
hinausgewachsene , konk e sozialk i isch gewo dene ch is liche Pe so-
nalismus […] zu den gleichen be iebsdemok a ischen Konsequenzen wie
die sys emk i ische gewe kscha liche und be iebspoli ische Theo ie“
(Vilma 1971, S. 20).
Eine solchen Mi bes immung am A bei spla z wu den wei eichende
Funk ionen und eine übe den Be ieb hinausgehende Bedeu ung zuge-
sch ieben. Mi de Übe windung de Objek s ellung de A bei nehme
– als „s umme Be ehlsemp änge “, wie ein zei genössisch häu ig e wen-
de e Ausd uck lau e e – soll e sie auch Poli isie ungs- und Mobilisie-
ungsp ozesse de Belegscha en an de „Basis“, e wa du ch eine Sich -
ba machung un e d ück e Kon lik e, be ö de n, das Selbs bewuss sein
de abhängig Beschä ig en s ä ken und den Übe gang zu de en Selbs -
o ganisa ion und schließlich Selbs e wal ung e möglichen.
Im Hinblick da au bilde e die Mi bes immung am A bei spla z in
Vilma s Konzep eine kons i u i e Vo ausse zung ü die Mi bes immung
des Be iebs a s und einen Fak o , du ch den auch die gewe kscha liche
P äsenz im Be ieb ges ä k we den konn e (Vilma 1971, S. 15–16, 50–
52; Vilma 1973, S. 167–169).
In diesem Zusammenhang beinhal e en die Vo schläge on Vilma und
Ma hö e zu No ellie ung des Be iebs e assungsgese zes zum einen
eine Ve anke ung on A bei sg uppenbesp echungen zu Mi bes immung
de Beschä ig en in allen sie unmi elba be e enden F agen, die – in
Übe eins immung mi den Thesen des Semina s in Mainz-Kas el – un e
Einbeziehung des Be iebs a s du chge üh we den soll en. Zum ande en
sahen sie die E ablie ung on du ch die A bei sg uppen zu wählenden
A bei sg uppensp eche n o .
Inne halb de Gewe kscha en lös en diese Vo schläge eine kon o-
e se Diskussion aus (Vilma 1971, S. 22–28, 31–49; Vilma 1981,
S. 279–287; Koopmann 1979, S. 712–726; Huss/Schmid 1972). Im Zuge
de Kon o e se wu den Vilma s und Ma hö e s Ini ia i en on O o B en-
ne ebenso wie on Heinz Oska Ve e und den gewe kscha lichen Lei-
ungsg emien abgelehn und Vilma selbs schied aus de Bildungsab ei-
lung de IG Me all aus.
Au K i ik s ieß insbesonde e die E ablie ung on A bei sg uppensp e-
che n als eine wei e en In e essen e e ungsins anz zwischen dem Be-
iebs a und de Belegscha , die als Konku enz zu den bes ehenden
Ve e ungen wie dem Be iebs a und dem gewe kscha lichen Ve au-
enskö pe – zumal o dem Hin e g und de Möglichkei eine Wahl on
Uno ganisie en – sowie als Ge äh dung de Einhei de In e essen e e-
ung wah genommen wu de.
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 50
Auch im Falle eine Pe sonalunion zwischen A bei sg uppensp eche n
und Ve auensleu en wu de die Un e s ellung de Le z e en un e die be-
iebs e assungs ech liche F iedensp lich und dami eine Einsch än-
kung ih e Handlungsspiel äume be ü ch e (Vilma 1970a, S. 139–140).
Zu den wei e en gewich igen Einwänden gegen die Vo schläge zu Mi -
bes immung am A bei spla z gehö en die Ge ah eines isolie en, „egois-
ischen“ Handelns au sei en de A bei sg uppen sowie da aus esul ie en-
de po enzielle Kon lik e mi dem Be iebs a , die ge inge Rele anz de
A bei spla zebene ü En scheidungen übe die A bei so ganisa ion, A -
bei sbedingungen ode P oduk ionsabläu e und nich zule z Ve suche
de Un e nehme , die Idee eine a bei spla znahen Mi bes immung in ih-
em Sinne au zug ei en und e schiedene Mi bes immungsins i u ionen
gegeneinande auszuspielen (Vilma 1970a, S. 138–142).
Un e diesen Bedingungen e such e Vilma , die K i ik an seinem Kon-
zep zu en k ä en. 1969/70 leg e e einen zusammen mi wei e en Funk-
ionä en im IG-Me all-Vo s and o mulie en e idie en En wu o , in
welchem die Wahl on A bei sg uppensp eche n, um eine es e Ins i u i-
onalisie ung eines neuen „Am es“ zu e meiden, nunmeh bloß als eine
Möglichkei o geschlagen und eine Be eiligung des Be iebs a s an den
G uppenbesp echungen o gesehen wu de (Vilma 1970a, S. 136).
In einem solchen Kon ex wu den 1970 „Übe legungen zu Mi bes im-
mung am A bei spla z“ des Am es ü Indus ie- und Soziala bei de
E angelischen Ki che in Hessen und Nassau (EKHN) e ö en lich , die
un e maßgebliche Be eiligung on Symanowskis Semina en s anden
wa en und aus Sich on Vilma „die bes e, konk e es e ‚o izielle‘ S el-
lungnahme und Beg ündung ü die Mi bes immung am A bei spla z“ da -
s ell en (Vilma 1971, S. 21; Vilma 1973, S. 169).
In diese Ausa bei ung wu de gleiche maßen eine mögliche Wahl on
A bei sg uppensp eche n „ on Fall zu Fall“ – zu Ve hinde ung on de en
Ve selbs s ändigung gegenübe de G uppe – o geschlagen und dem
Be iebs a in allen s i igen F agen ein Mi en scheidungs ech zugesp o-
chen (EKHN 1970). Somi s imm e Vilma e neu mi de du ch das Semi-
na in Mainz-Kas el ep äsen ie en Rich ung de e angelischen Indus ie-
und Soziala bei übe ein.
Dennoch blieb die Hal ung de Gewe kscha en zu Ein ich ung on
neuen Fo men und S uk u en eine Mi bes immung am A bei spla z, bis
au e einzel e Ini ia i en wie e wa bei de DPG (Vilma 1971, S. 28, 70–
72), o wiegend k i isch ode skep isch.
Diese Hal ung wa du ch die Si ua ion in den Be ieben Ende de
1960e und An ang de 1970e Jah e beding , die du ch – in spon anen
A bei sniede legungen e s ä k zu age e ende – Auseinande se zun-
gen und Kon lik e zwischen e ablie en Be iebs ä en und Ve auensleu-
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 51
en, zwischen sich p o essionalisie enden ode „oliga chisie enden“ be-
ieblichen In e essen e e ungen und basis- und pa izipa ionso ien ie -
en S ömungen un e den Gewe kscha smi gliede n gep äg wa (Was-
se mann 2002, S. 39–40).
Vo diesem Hin e g und wa en es iel ach Be iebs ä e g oße We ke,
die in de Ins allie ung on A bei sg uppensp eche n bzw. in de Übe a-
gung diese Funk ion an Ve auensleu e die En s ehung eine po enziel-
len Kon ollins anz und dami eine Ge äh dung ih e Ein lussmöglichkei-
en und ih e Mach sahen (Mile /Tschi bs 2012, S. 468–469). Wie Vilma
e mu e e, be ü ch e en sie zudem au g und ih e eigenen Kon lik un ä-
higkei eine A ikula ion on Kon lik en an de „Basis“ (Vilma 1981,
S. 283–284).
Aus de Gewe kscha spe spek i e konn e demgegenübe , bei alle
Ane kennung im P inzip, die Ein üh ung neue Mi bes immungsins i u io-
nen am A bei spla z zu eine Schwächung de bes ehenden Mi bes im-
mungss uk u en und eine Au spli e ung de Solida i ä üh en (Ve e
1970, S. 2–3).
In diesem Kon ex e schienen nach de Ve abschiedung des no ellie -
en Be iebs e assungsgese zes, in dem die Mi wi kungs ech e de ein-
zelnen Beschä ig en am A bei spla z eilweise e besse wu den (Vilma
1973, S. 169–171; Wasse mann 2002, S. 42), die E wa ungen an die
Mi bes immung am A bei spla z im Sinne eine Mobilisie ung de „Basis“
gegen F emdbes immung und Bü ok a ien ode eines Ansa zes zu A -
bei e selbs e wal ung aus DGB-Sich als wi klichkei s emde Wunsch-
o s ellungen (Balduin 1973, S. 183, 187).
Solche Vo s ellungen be ücksich ig en demnach nich die exis ie en-
den Mach e häl nisse und die gewe kscha lichen Du chse zungsmög-
lichkei en, abe auch die In e essen und Bedü nisse de Beschä ig en
selbs (Balduin 1973, S. 187). Auße dem ließen sie die konk e en Auswi -
kungen de echnologischen En wicklung au die A bei sbedingungen
g oßen eils auße Ach (T au wein-Kalms/Ge lach 1980, S. 31–32).
Gleichwohl wa eine Mi bes immung am A bei spla z auch aus de Pe -
spek i e de gewe kscha lichen O ganisa ion nich en beh lich. Alle dings
soll e sie p imä gewe kscha sbezogene Funk ionen im Sinne de S ä -
kung des Selbs bewuss seins, de Solida i ä sbe ei scha und - ähigkei
de Mi gliede und de E höhung de gewe kscha lichen Du chse zungs-
k a e üllen und konn e somi , als Teil eine Einhei , zusammen mi de
Mi bes immung in Be ieb und Un e nehmen, nu on gewe kscha lichen
Ve auensleu en ge agen we den (Balduin 1973, S. 184–185).
De Ke n de gewe kscha lichen Skepsis gegenübe eine Ins i u io-
nalisie ung de Mi bes immung am A bei spla z lag alle dings au eine
ande en Ebene. Un e dem Gesich spunk de Si ua ion des a bei enden
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 52
Menschen e moch en aus Sich de Gewe kscha en keine neuen, zu-
sä zlichen Ins i u ionen am A bei spla z an sich diese Si ua ion g undle-
gend zu e besse n und meh En al ungs- und Ges al ungs äume zu ge-
wäh leis en. De G und da ü bes and, wie Ve e he auss ell e, in de en -
scheidenden Abhängigkei de gesam en Exis enz des Menschen on sei-
ne A bei swel (Ve e 1973, S. 9; gl. auch Balduin 1973, S. 187).
Folglich konn e nu eine Ve ände ung bzw. Umges al ung de A bei
und ih e Bedingungen selbs – „nach sozialen, gesundhei lichen und
schöp e isch-ges al e ischen Gesich spunk en“ – einen wi klichen Zuge-
winn an a bei spla zbezogene Mi bes immung e möglichen (Balduin
1973, S. 187). Dadu ch lossen die Ansä ze zu Mi bes immung am A -
bei spla z in die Deba en und Ini ia i en zu Humanisie ung de A bei s-
wel ein ( gl. Kapi el 4), die ab den ühen 1970e Jah en zunehmend in
den Vo de g und a en und bei denen F agen de Ins i u ionen eine ge in-
ge e Rolle spiel en (Leminsky 1985, S. 153; Bock-Rosen hal/Hachmeis-
e /So ge 1977, S. 10–14).
Die Hinwendung zu quali a i en Ta i poli ik – wie sie sich exempla-
isch im iel beach e en Lohn ahmen a i e ag de IG Me all ü No d-
wü embe g/No dbaden aus dem Jah e 1973 äuße e – e schien in die-
sem Kon ex gewisse maßen als „ a i poli isches Pendan zu Diskussion
um die Mi bes immung am A bei spla z“ (Mile /Tschi bs 2012, S. 483; gl.
auch Balduin 1973, S. 187).
Un e diesen Bedingungen wu den einige Ansä ze zu a bei spla zna-
hen Be eiligung de Beschä ig en, wenngleich ohne sys ema ische Ve -
knüp ung mi de Idee eine Mi bes immung am A bei spla z, auch expe-
imen ell e p ob (Leminsky 1985, S. 153). Zugleich ließ das gewe k-
scha liche In e esse an diesem Thema jedoch nach und die ehe „akade-
misch“ ge üh e Deba e en al e e in konzep ionelle Hinsich inne halb
de Gewe kscha en keine b ei e Wi kung (T au wein-Kalms/Ge lach
1980, S. 32; S ein/Reisache 1980, S. 28–30).
Die ki chlichen Bei äge zu diese Deba e, wie die Ausa bei ungen des
Semina s in Mainz-Kas el, de eben alls au Ini ia i e on Symanowski o -
mulie e Abschni zu „Mi wi kung am A bei spla z“ aus de Mi bes im-
mungss udie de Sozialkamme (EKD 1968, S. 107) ode die E gebnisse
de A bei sg uppe Demok a ie au dem Ki chen ag on 1969 (DEKT 1970,
S. 483–484), wu den au de einen Sei e, auch übe Vilma s Bezugnah-
men hinaus, in den Gewe kscha en du chaus zu Kenn nis genommen.
Zudem be eilig en sich Gewe kscha s e e e an Diskussionen übe die-
ses Thema au Tagungen im ki chlichen Raum.
Au de ande en Sei e wu de in den Gewe kscha en selbs die Ges al-
ung de Mi bes immung am A bei spla z jedoch o wiegend als ein P o-
blem im Rahmen eine inne gewe kscha lichen Auseinande se zung – und

OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 53
nich als ein au Impulse aus de e angelischen Indus ie- und Soziala -
bei zu ückgehende Ansa z – disku ie . Gleichwohl beein luss en die
Konzep e de Indus ie- und Soziala bei in diesem Be eich unmi elba
einen p ak ischen Ve such zu Umse zung de Mi bes immung am A -
bei spla z im Sinne eine Demok a isie ung des Be iebs, wie e ab Ende
de 1960e Jah e in de Fi ma Opel Hoppmann in Siegen un e nommen
wu de (Beli z 2021).
Das bei Opel Hoppmann implemen ie e Modell beinhal e e neben ei-
ne wei eichenden Mi bes immung sowohl bei wi scha lichen als auch
bei be ieblichen En scheidungen auch eine Gewinnbe eiligung de Be-
schä ig en sowie – ab 1974 – eine „Neu alisie ung des Kapi als“ du ch
die Übe agung alle Geschä san eile de Fi ma au eine gemeinnü zige
S i ung.
Wäh end in de Lei ung des Un e nehmens eine olle Mi bes immung
du ch einen pa i ä isch zusammengese z en Wi scha sausschuss be-
s and, wu de diese Mi bes immungsebene „ on un en“ du ch lächende-
ckend gebilde e A bei sg uppen bzw. - eams e gänz , die säm liche A -
bei nehme innen und A bei nehme einschlossen und um assende Mi wi -
kungs- und Be eiligungs ech e am A bei spla z besaßen (Hoppmann/S ö-
zel 1981; Wäch e /Döll-Jochmann 2009).
Eine zen ale Rolle bei de En s ehung und En wicklung des Siegene
Mi bes immungsmodells spiel en die Ausa bei ungen des Semina s ü
ki chlichen Diens in de Indus ie bzw. des hessen-nassauischen Am es
ü Indus ie- und Soziala bei , Ve ans al ungen de E angelischen Sozi-
alakademie F iedewald und Ans öße de e angelischen Soziale hik
(Beli z 2021). Bezeichnende weise wu de dieses Modell auch als ein P o-
jek im Rahmen des P og amms „Humanisie ung des A bei slebens“ ( gl.
Kapi el 4.1) ge ö de und on F i z Vilma wissenscha lich beglei e
(Vilma 1981).
3.2 Gewe kscha en und Mi bes immung
am A bei spla z in den 1980e Jah en
Indessen wu de mi Beginn de 1980e Jah e die P oblema ik eine Mi -
bes immung am A bei spla z un e e ände en Bedingungen und im Zu-
sammenhang mi de e s ä k en Bedeu ung de Ta i poli ik on den Ge-
we kscha en wiede au genommen.
Einen maßgeblichen Hin e g und bilde en dabei die K ise des Fo -
dismus und de aylo is ischen A bei so ganisa ion sowie die dami e -
bundenen be eiligungso ien ie en Managemen konzep e im Zuge de so-
genann en „Japan ezep ion“, in denen – als „Pa izipa ion im Un e neh-
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 54
mensin e esse“ (Leminsky 1985, S. 157) – Ve ah en zu Delega ion on
Ve an wo ung nach un en und zu di ek en A bei nehme be eiligung,
e wa im Rahmen on G uppena bei und Quali ä szi keln, e p ob wu den
(Kißle /G ei ens ein/Schneide 2011, S. 118–128).
In diesem Kon ex wu de 1984 om DGB ein Konzep zu Mi bes im-
mung am A bei spla z e abschiede (DGB-Bundes o s and 1986, S. 19–
20). Da in wu den in Abg enzung on den „mode nen Füh ungsme ho-
den“ und Managemen s a egien zu A bei nehme be eiligung Elemen e
di ek e Pa izipa ion in das Gesam sys em de In e essen e e ung in e-
g ie (DGB-Bundes o s and 1985a; olls ändige Fassung in: Meyn e al.
2011, S. 257–266).
Das Konzep knüp e auch inso e n an die Diskussionen de spä en
1960e und ühen 1970e Jah e an, als es eine sei s au die S ä kung
des Ein lusses de Beschä ig en au die Ges al ung ih e A bei und dami
au die Fö de ung ih e Selbs e wi klichung und de Humanisie ung de
A bei ge ich e wa . Ande e sei s wu den dabei zusä zliche In e essen-
e e ungsins i u ionen wie A bei sg uppensp eche abgelehn .
S a solche Ins i u ionen soll en die Be iebs- und Pe sonal ä e die
Möglichkei bekommen, A bei sk eise einzu ich en, in denen A bei neh-
me innen und A bei nehme zusammen mi Ve auensleu en, Be iebs-
a smi gliede n, Expe innen und Expe en Vo schläge zu Ges al ung de
A bei sbedingungen e a bei en konn en (DGB-Bundes o s and 1985a,
S. 181–184). Dami behiel de Be iebs a – dem auch die Vo schläge
o zulegen wa en – eine übe geo dne e S ellung gegenübe den di ek en
Be eiligungs o men de Beschä ig en.
Das DGB-Konzep spiegel e die Si ua ion wide , in de sich die Ge-
we kscha en o dem Hin e g und de un e nehme ischen Ra ionalisie-
ungss a egien, neuen Technologien und de Di e enzie ung de be ieb-
lichen S uk u en (Leminsky 1985, S. 157; Kißle /G ei ens ein/Schneide
2011, S. 120–121) sowie de sich e schä enden, mi zunehmende bzw.
o daue nde (Massen-)A bei slosigkei und Be iebsschließungen ein-
he gehenden (S uk u -)K ise be anden.
Zugleich wu de dieses Konzep auch als Folge on Tendenzen eines
„We ewandels“ wah genommen, de ein e s ä k es In e esse de A bei -
nehme scha an de „quali a i en“ Ges al ung de A bei sbedingungen
nach sich zog (Leminsky 1985, S. 157).
Dennoch blieb de a bei spla zbezogene Be eiligungsansa z des DGB
aus den 1980e Jah en, wie in de Mi bes immungs o schung einige Jah -
zehn e spä e es ges ell wu de, „ohne p ak ische Rele anz“ (Kißle /G ei-
ens ein/Schneide 2011, S. 132). Auch inne halb de e angelischen In-
dus ie- und Soziala bei anden die gewe kscha lichen Übe legungen
zu Mi bes immung am A bei spla z zwa Beach ung (Michalik/Schuck
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 55
1985; Bobke 1988), jedoch ging dami angesich s de als aku wah ge-
nommenen P oblemlagen, wie o allem de anhal enden A bei slosigkei
ode de Zukun de A bei , keine um assende Diskussion im Kon ex de
eigenen Ansä ze aus dem ki chlichen Raum einhe .
3.3 Gewe kscha liche und ki chliche
Ansä ze zwischen Di e enz und
Komplemen a i ä
Im Ganzen wu den in de P oblema ik de Mi bes immung am A bei s-
pla z e neu die un e schiedlichen O ien ie ungen de gewe kscha lichen
und de ki chlichen Ansä ze deu lich, die sich auch au ande e Be eiche
de Beziehungen zwischen beiden O ganisa ionen maßgeblich auswi k-
en und die Ges al ung diese Beziehungen insgesam p äg en. Die
G undlage des ki chlichen Ansa zes bilde e eine pe sonale hische O ien-
ie ung, bei de die Si ua ion des Indi iduums und sein Wohl im Mi el-
punk s anden.
Da aus esul ie e auch die o angige Behandlung de Mi bes immung
am A bei spla z – bei de es um den Ein luss au die konk e e Ges al ung
de den a bei enden Menschen unmi elba be e enden A bei sbedin-
gungen und A bei so ganisa ion ging – gegenübe ande en Mi bes im-
mungsebenen und -s uk u en (Velle 1973, S. 42–44).
Diese Ansa z, de be ei s in de Mi bes immungse klä ung des EKD-
Ra es on 1950 zum Ausd uck kam, wa eine sei s in eg a ionis isch aus-
ge ich e . Eine solche Aus ich ung wu de beispielsweise in de E klä ung
de EAB und EAN zu Mi bes immungss udie 1969 deu lich (Jablonowski
1987b, S. 99), in de die Mi bes immung im Rahmen on A bei sg uppen-
besp echungen u.
a. als Mi el e schien, um die Be ei scha de A bei -
nehme zu Zusammena bei im Be ieb und ih e Mi a bei „beim Vollzug
unbequeme Maßnahmen“ zu ö de n (EAB/EAN 1969).
Ande e sei s ließ sich de pe sonale hisch o ien ie e Ansa z abe auch
emanzipa o isch wenden. Dadu ch e schoben sich die Zielse zungen
de Mi bes immung am A bei spla z on eine pa ne scha lichen In eg a-
ion in den be ieblichen Zusammenhang hin zu Au hebung de F emd-
bes immung, Gewinnung de Mündigkei und eine wei eichenden Demo-
k a isie ung des Be iebs (Symanowski 1971, S. 56–60; Velle 1973,
S. 42–44).
Im Hinblick da au be üh e sich diese Ansa z, wie e exempla isch
du ch das Semina in Mainz-Kas el e e en wa , mi den In en ionen de
k i ischen, basiso ien ie en gewe kscha lichen S ömungen bzw. G up-
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 56
pie ungen, s ieß dabei abe gleiche maßen an die G enzen des gewe k-
scha lichen O ganisa ionsin e esses.
Aus de Pe spek i e de Gewe kscha so ganisa ion s and nich die
Mi bes immung des Indi iduums an seinem A bei spla z ode in de A -
bei sg uppe im Zen um de gewe kscha lichen Ini ia i en und Poli ik,
sonde n p imä die Ebene des Un e nehmens und des Be iebs im Sinne
eine kollek i en bzw. o ganisie en und solida ischen In e essen e e-
ung, zumal jede A bei spla z s e s in eine Ab eilung, einen Be ieb, ein
Un e nehmen – bis hin zu gesam en Wi scha – eingebunden wa (Le-
minsky 1969, S. 35; Leminsky 1985, S. 151).
Demen sp echend wa en die Bes ebungen de Gewe kscha en in
e s e Linie au die S ä kung de O ganisa ion und die Eino dnung de
Mi bes immung am A bei spla z in die bes ehenden gewe kscha lichen
bzw. be ieblichen In e essen e e ungss uk u en ge ich e . In diese
Hinsich ziel en ü Ve e alle gewe kscha lichen Mi bes immungs o s el-
lungen au die Ve besse ung de Si ua ion des einzelnen A bei nehme s
ode de einzelnen A bei nehme in am A bei spla z (Ve e 1970, S. 2).
Den gewe kscha lichen Ansa zpunk bilde e somi nich die A bei neh-
me in und de A bei nehme an sich, sonde n als Teile eines Kollek i s,
und ih e He auslösung aus diesem Kollek i zusammenhang muss e zu
ih e Manipulie ba kei , zu Ve minde ung ih e Abweh ähigkei und zu
Ge äh dung de Gesam solida i ä de A bei nehme scha üh en (Le-
minsky 1985, S. 156).
Beding en die un e schiedlichen Schwe punk se zungen in de Mi be-
s immungsp oblema ik kon o e se Diskussionen inne halb de Gewe k-
scha en und wa en die O ien ie ungen an de „Basis“ inne halb de e an-
gelischen Indus ie- und Soziala bei auch mi gewe kscha sk i ischen
Implika ionen e bunden (Sohn/S uppek 1977, S. 11; Symanowski 1971,
S. 59), so schlossen sich beide Ansä ze zu Mi bes immung nich g und-
sä zlich aus.
Sie ließen sich als zwei olge ich ige und ü sich be ech ig e Pe spek-
i en und He angehensweisen deu en, die sich aus den jeweiligen spezi-
ischen Vo ausse zungen, O ien ie ungen und Zielse zungen bzw. Kom-
pe enzen und In e essen de Ak eu e e gaben und ehe komplemen ä
zueinande e hiel en.
Wie de Soziale hike Gün e B akelmann in den 1980e Jah en im Hin-
blick au die Beziehungen zwischen den Gewe kscha en und de Ki che
ückblickend e lek ie e, bedu e es in de F age de Mi bes immung am
A bei spla z „eines seh langen Dialoges“ zwischen beiden O ganisa io-
nen, um dem jeweiligen Gesp ächspa ne die eigene Posi ion – die o -
angige O ien ie ung am Wohl de Pe son in ih e unmi elba en A bei s-
wel au de einen und die He auss ellung des Ins i u ions- und Mach -
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 63
Im Jah e 1977, zu Ve e s 60. Gebu s ag, e schien zudem ein He de
Mi eilungen des Sozialam es mi Bei ägen zu Humanisie ung de A -
bei swel , die aus dem A bei sk eis „Ki che und Indus ie“ in Wes alen
he o gegangen wa en und sowohl mi den gewe kscha lichen Vo s el-
lungen übe eins immende Ansä ze als auch einige gewe kscha sk i i-
sche Aspek e en hiel en (Sozialam de EK W 1977).
Inne halb de e angelischen Indus ie- und Soziala bei en wickel e
sich das Humanisie ungs hema in den 1970e Jah en zu einem bedeu-
enden A bei sschwe punk . Mi de G ündung des KDA au Bundesebene
1974 wu de ein Fachausschuss zu Humanisie ung gebilde , de u.
a.
Kon ak a bei mi Ins i u ionen aus Wissenscha und Poli ik be ieb sowie
Humanisie ungskonzep ionen de Gewe kscha en, A bei gebe und de
am HdA-P og amm be eilig en Fo schungsins i u ionen – zu Bes im-
mung und Konk e isie ung des eigenen S ando s – auswe e e (Weise
1987, S. 519; Riedel 1976).
Da übe hinaus e a bei e e de Fachausschuss Semina modelle zu
Re lexion de Ge äh dungen on Menschlichkei im A bei sp ozess (Wei-
se 1987, S. 519). Mi seinen Ak i i ä en üh e e die A bei de ASIA o ,
die au ih e le z en Jah es agung 1974 mi Be eiligung on Gewe k-
scha s e e e n be iebsdemok a ische Modelle und S a egien zu E -
wei e ung de Handlungs- und En scheidungsspiel äume de a bei enden
Menschen, die wi scha lichen und gesellscha lichen Bedingungen eine
Humanisie ung de A bei sowie die P oblema ik de He scha im Be ieb
disku ie e (S imme de A bei 1974a).
Auch au egionale Ebene anden en sp echende Ak i i ä en s a . In
Baden-Wü embe g wu de beispielsweise in de e angelischen Akade-
mie Bad Boll ein ie zehn ägige Ku s zu Humanisie ung de A bei in
Zusammena bei mi dem DGB-Landesbezi k e ans al e , de im Rah-
men des HdA-P og amms ge ö de wu de und in dem Gewe kscha smi -
gliede U sachen und Zusammenhänge on Kon lik en im Be ieb bzw.
am A bei spla z besp achen und Handlungsmodelle zu Ve ände ung de
Si ua ion de einzelnen Beschä ig en e a bei e en (Geh ing 1980, S. 50).
Die e angelischen Ki chen age bo en eben alls ein b ei es ö en liches
Fo um zu Diskussion des Humanisie ungsp oblems un e Einbeziehung
on Gewe kscha e innen und Gewe kscha e n, Be iebs a sangehö i-
gen sowie A bei nehme innen und A bei nehme n. 1973 in Düsseldo
sp ach mi Ka l Buschmann on de Gewe kscha Tex il und Bekleidung
zum e s en Mal ein Gewe kscha s o si zende im Rahmen des Ki chen-
ages. In seinem Vo ag übe A bei und F eizei ging e auch au F agen
de Humanisie ung ein, ohne alle dings die Beziehungen zwischen den
Gewe kscha en und de Ki che zu hema isie en (Buschmann 1973).

OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 64
Zwei Jah e spä e , au dem Ki chen ag in F ank u , wu den einige As-
pek e und P obleme de Humanisie ung u.
a. mi Be eiligung on We ne
Vi , dem Zwei en Vo si zenden de Indus iegewe kscha Chemie, Pa-
pie , Ke amik (IG CPK), und Ve e e n de Indus ie- und Soziala bei e-
lek ie sowie im Rahmen des „Ma k es de Möglichkei en“ disku ie . Die
soziale hischen G undsä ze und Pe spek i en eine Humani ä in de A -
bei wu den dabei on Gün e B akelmann (1975a) e ö e .
Fü die e angelische Indus ie- und Soziala bei und ih Ve häl nis zu
den Gewe kscha en bedeu e en all diese Ak i i ä en zum einen die He -
ausa bei ung und Klä ung des eigenen S andpunk s in de Auseinande -
se zung mi den gewe kscha lichen Posi ionen, wodu ch kon e gie ende
wie di e gie ende Momen e zu age a en. Zum ande en knüp e ih En-
gagemen an die Koope a ionen de gewe kscha lichen und ki chlichen
Ak eu e im Be eich de – be iebsbezogenen ode übe be ieblichen – Bil-
dungsa bei an und ug, u.
a. du ch die Ve bindung zum HdA-P og amm,
auch zu E a bei ung bzw. Konk e isie ung on Handlungsmodellen au
diesem Gebie bei.
Im Ganzen jedoch wu den die Rolle bzw. die Kompe enzen des KDA
als eine ki chlichen Ein ich ung im Hinblick au die P oblema ik de Hu-
manisie ung o allem in einem übe g ei enden, heologisch-soziale hi-
schen Sinne e s anden. In diese g undlegenden, on de F age nach
dem Menschen e s ändnis und de Bedeu ung de Menschlichkei in de
A bei swel ausgehenden Pe spek i e e schien die Humanisie ung de
A bei auch als „eine en scheidende Au gabe de Ve kündigung“, die nu
in Solida i ä und Zusammena bei mi ande en Ak eu en, d.
h. auch den
Gewe kscha en, wah genommen we den konn e (Fahlbusch 1977a,
S. 122).
Da es aus eine solchen Sich keine ch is lichen „P og amme ode Re-
zep e ü poli ische und echnische Lösungen zu Humanisie ung de A -
bei “ geben konn e, e moch e de KDA, wie sein Vo si zende Wilhelm
Fahlbusch be on e, „nu die G undsa z age nach den Vo ausse zungen
und Auswi kungen de A bei swel [zu] s ellen“. Bei de konk e en Umse -
zung wa de KDA demen sp echend „an alle ande en e wiesen, die übe
den no wendigen Sach e s and und übe das poli ische Ins umen a ium
e üg[ ]en, um die Humanisie ung o anzub ingen“ (Fahlbusch 1977a,
S. 122).
Humanisie ung de A bei swel s ell e sich somi ü die e angelische
Indus ie- und Soziala bei im Wesen lichen als ein soziale hisches P o-
blem da . Im Hinblick da au besaß ih Humanisie ungsansa z auch iel-
ache Be üh ungspunk e mi den gewe kscha lichen Vo s ellungen und
S a egien.
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 65
Be ei s die Ausa bei ung zu heologischen P oblema ik de „Quali ä
des Lebens“ a beispielsweise ü den Vo ang de Gesellscha s- ge-
genübe de Wi scha spoli ik, de quali a i en Zielse zungen wie e wa
soziale Ge ech igkei gegenübe de quan i a i en Gewinno ien ie ung
ode des Solida i ä s- gegenübe dem Indi idualp inzip ein. Da übe hin-
aus hob sie die No wendigkei eines Abbaus on He scha und s uk u-
elle Gewal he o (Becke e al. 1974).
Auch die on Gün e B akelmann o mulie en soziale hischen G unds-
ä ze zu Humanisie ung gingen on de P io i ä de A bei gegenübe
dem Eigen um bzw. Kapi al aus und s ell en den gesellscha s e ände n-
den Cha ak e des Humanisie ungskonzep s he aus (Sonde mann 2023,
S. 225–239, 254–262). Dadu ch en sp achen sie – wenn auch nich in all
ih en Konsequenzen – eben alls wei gehend den gewe kscha lichen Hu-
manisie ungs o de ungen.
So wa ü Ve e die wah e Humanisie ung de A bei „nich ohne Ein-
g i e in die p i a wi scha liche In es i ionsau onomie und den p i a wi -
scha lichen Konku enzmechanismus“ möglich (Ve e 1974, S. 37; Ve -
e 1975, S. 62–63). In Übe eins immung dami hoben auch B akelmanns
soziale hische Übe legungen au den Kon lik zwischen eine an den wi k-
lichen Human- und Sozialbedü nissen des a bei enden Menschen o ien-
ie en P oduk ionso dnung und den Rahmenbedingungen eines kapi a-
lis isch o ganisie en Wi scha ssys ems ab (B akelmann 1975a, S. 247,
254; B akelmann 1975b, S. 657–658).
Gleichwohl e gaben sich aus den un e schiedlichen Zugängen zu
P oblema ik de Humanisie ung sei ens de Gewe kscha en und de
e angelischen Indus ie- und Soziala bei auch Spannungen und Di e-
enzen. Die Spannungs elde be a en zum einen die F age nach dem
Menschenbild und zum ande en die Umse zung de Humanisie ungs o -
s ellungen in de gewe kscha lichen Poli ik.
In eine Analyse de gewe kscha lichen Eins ellungen zu Humanisie-
ung ü den Humanisie ungsausschuss des KDA – die sich alle dings
o wiegend au Ma e ialien zu gewe kscha lichen Bildungsa bei s ü z e
und ande e gewe kscha liche Aussagen ode Tex e wei gehend unbe-
ücksich ig ließ – wu den z.
B. das Fehlen eine Re lexion übe das Bild
des Menschen und de Ein luss eines aylo is ischen und indi idualis i-
schen Menschen e s ändnisses inne halb de Gewe kscha en k i isie
(Riedel 1976, S. 153). Ein wei e e K i ikpunk be a u.
a. das gewe k-
scha liche Miss auen gegenübe de als „Sozial echnik“ abgewe e en
au onomen G uppena bei .
Aus de Pe spek i e de KDA-Analyse e schienen ü die Gewe k-
scha en die a bei enden Menschen somi gleichsam als unmündig und
nu in Ve bindung mi de gewe kscha lichen O ganisa ion zu Humani ä
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 66
ähig (Riedel 1976, S. 153). Auch die Wah nehmung on Ve an wo ung
wa demnach nu kollek i , du ch die Gewe kscha en, möglich, ohne
dass dabei, bei allen Ve weisen au die Mach age, die P oblema ik de
eigenen, gewe kscha lichen Mach e lek ie wo den wä e (Riedel 1976,
S. 153).
Eine solche K i ik wa iel ach du ch die spezi ischen Vo ausse zungen
beding , die die Posi ionen de Gewe kscha en und des KDA au diesem
Gebie jeweils bes imm en und be ei s in de Mi bes immungs age deu -
lich he o a en ( gl. Kapi el 3). S anden ü die e angelische Indus ie-
und Soziala bei , soziale hisch beg ünde , die menschliche Pe son und
ih e Si ua ion in de A bei swel bzw. am A bei spla z – also die E ah ung
de unmi elba Be o enen – im Vo de g und, bilde e den gewe kscha -
lichen Schwe punk die O ganisa ion bzw. die (kollek i e) In e essen e -
e ung.
In diesem Kon ex s imm en zwa die Ve e e de Indus ie- und So-
ziala bei mi de gewe kscha lichen Posi ion e wa in de Be onung de
no wendigen Ve knüp ung on Humanisie ung und Mi bes immung übe -
ein. Jedoch lag aus de e angelischen Sich auch hie de Akzen au de
Mi bes immung am A bei spla z (Becke e al. 1974, S. 167), sodass die
F age nach de Rolle de „Basis“ bei de Humanisie ung wiede um zu
manchen Spannungen im Ve häl nis zwischen dem KDA und den Ge-
we kscha en üh e (Sohn 1980b, S. 143–144).
Da übe hinaus wu de on den Gewe kscha en s ä ke die ma e ielle,
„quan i a i e“ Sei e de Humanisie ung be on und als a i poli ische Au -
gabe e olg , wäh end inne halb de e angelischen Indus ie- und Sozial-
a bei die gewe kscha liche Neigung k i isie wu de, die Belas ungen am
A bei spla z mi un e wenige du ch die Abscha ung on de en Quellen
als ielmeh du ch das Aushandeln on Zulagen zu kompensie en und de
Ins umen alisie ung de A bei insgesam nich hin eichend en gegenzu-
wi ken (S imme de A bei 1974a, S. 77; Sohn/S uppek 1977, S. 19).
In de übe g ei enden Pe spek i e de Indus ie- und Soziala bei s an-
den somi ü die Gewe kscha en in ih e Humanisie ungspoli ik o allem
de en Umse zung in konk e e agespoli ische Themen im Vo de g und,
wäh end die Klä ung g undlegende – heologisch-an h opologische –
F agen demgegenübe zu ück a (Becke /Wö mann 1973, S. 438–439).
All diese Di e genzen in de He angehensweise zu P oblema ik de
Humanisie ung konn en zum Teil, wie beispielsweise in Wes alen, zu
Ve s ändigungsschwie igkei en bei den Kon ak en zwischen de Indu-
s ie- und Soziala bei und Gewe kscha s e e e n üh en (HBS/KDA
1990, S. 6–7), zumal ü die Gewe kscha en mi de sich e schä enden
Wi scha sk ise auch im Humanisie ungskon ex die Siche ung on Ein-
kommen und Beschä igung zunehmend in den Vo de g und ück e.
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 67
Insgesam jedoch wu den die k i ischen An agen de e angelischen
Indus ie- und Soziala bei an die gewe kscha lichen Posi ionen und Kon-
zep e zu Humanisie ung de A bei swel wenige als Ausd uck eines Ge-
gensa zes, sonde n ehe eine „k i ischen Gesp ächspa ne scha “ (So-
zialam de EK W 1977, S. 3) im Rahmen eines gemeinsamen Au gaben-
eldes und wiede um als Ansa zpunk zu E gänzung und E wei e ung de
gewe kscha lichen Posi ionen aus soziale hische Pe spek i e wah ge-
nommen (Riedel 1976, S. 153).
Fü die Gewe kscha en selbs bedeu e en die Kon ak e zu den ki ch-
lichen Ak eu en und die Be eiligung an de ki chlichen Tagungs- und Bil-
dungsa bei ode den Ki chen agen g oßen eils die Möglichkei zum Aus-
ausch sowie zu Einb ingung und Diskussion de eigenen S andpunk e
und Ansä ze in de Humanisie ungs age.
Im Ve häl nis zu Vo angs ellung de Ta i poli ik, die sich – im Sinne
eine „Humanisie ung de A bei aus eigene K a “ (Leminsky 1980) – un-
e den Bedingungen de K ise e s ä k au den Ra ionalisie ungs- und
Dequali izie ungsschu z sowie die Beschä igungssiche ung ich e e, kam
den ki chlichen, o allem soziale hisch o ien ie en Humanisie ungsan-
sä zen ü die Gewe kscha en ein ehe ge inge e S ellenwe zu.
In de P oblema ik de A bei slosigkei und A bei szei e kü zung, die
ab Mi e de 1970e Jah e das Humanisie ungs hema zunehmend übe -
lage e bzw. in den Hin e g und e en ließ, wu de aus Gewe kscha spe -
spek i e jedoch e neu die Posi ionie ung de ki chlichen Ak eu e gegen-
übe den gewe kscha lichen Fo de ungen und Ak ionen, in e s e Linie
im Sinne eine Un e s ü zung ode eilweise auch eine Bündnispa ne -
scha , ele an .
Zugleich implizie e auch diese P oblema ik wei e hin einen Humani-
sie ungsaspek , de dami an die Diskussionss änge de e s en Häl e
des Jah zehn s anschloss. Im Hinblick da au e schien e wa die Ve kü -
zung de A bei szei , e bunden mi de E ablie ung eines quali a i e -
ände en F eizei e s ändnisses, eben alls als ein Teil de Humanisie-
ungss a egie, de nich zule z gesellscha spoli ische Dimensionen be-
saß (He genhan 1979).
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 68
5. A bei slosigkei und
A bei szei e kü zung
als Kon lik eld und
gemeinsame He aus o de ung
5.1 Gewe kscha liche Posi ionen o dem
Hin e g und de Beschä igungsk ise
Die Beschä igungsk ise, die sich in de Folge de Ölp eisk ise on 1973
en wickel e und in eine s eigenden ode au hohem Ni eau s agnie en-
den (Massen-)A bei slosigkei mani es ie e, ück e ab de zwei en Häl e
de 1970e Jah e zunehmend ins Zen um de gewe kscha lichen Poli ik.
Übe lage und e schä wu de sie du ch den wi scha lichen und sozi-
alen S uk u wandel, de mi dem Niede gang de al en Indus ien, dem
Au s ieg de Mik oelek onik und de Expansion des Diens leis ungssek-
o s einhe ging.
Un e diesen Bedingungen, die ü die Gewe kscha sbewegung eine
Ve engung ih e Handlungsspiel äume bedeu e en (Pla z 2018, S. 11–
40), be a das P oblem de A bei slosigkei die Gewe kscha en eine -
sei s als A bei sma k pa eien und Ak eu e de indus iellen Beziehungen
bzw. auch als poli ische Ak eu e. Ande e sei s wa dieses P oblem auch
mi dem – ambi alen en und inne halb des DGB nich einhei lich ge egel-
en (Schneide 2000, S. 366) – Ve häl nis de gewe kscha lichen O gani-
sa ion zu ih en a bei slosen Mi gliede n ode zu E we bslosen insgesam
e bunden.
In einem solchen Kon ex gewannen die Siche ung de Beschä igung
und die S eige ung de Beschä ig enzahlen ü die Gewe kscha en eine
e höh e P io i ä (Voig 2017, S. 296–300). Zu diesem Zweck wu den om
DGB 1977 Fo de ungen zu einem Beschä igungsp og amm au ges ell ,
die neben eine Beschleunigung des quali a i en Wachs ums du ch en -
sp echende In es i ionen und de „sozialen Behe schung de P oduk i i-
ä sen wicklung“ nich zule z e schiedene Fo men de A bei szei e kü -
zung um ass en (DGB-Bundes o s and 1982b, S. 15–16).
Die A bei slosigkei e schien somi ü die Gewe kscha en nich nu als
ein wi scha liches, sonde n auch ein gesellscha liches P oblem, zu des-
sen Übe windung sowohl s aa liches Handeln wie auch Ak i i ä en ande-
e gesellscha liche Ak eu e bei agen soll en.
Ha e de S aa aus gewe kscha liche Sich Vo ausse zungen ü die
Realisie ung des Rech s au A bei zu scha en, be on en die Gewe k-
scha en und ih e üh enden Ve e e wie Ve e ode B ei den We de

OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 69
A bei als eine übe die bloße ma e ielle Exis enzsiche ung hinausgehen-
den sinne üllenden Tä igkei sowie de en soziale Funk ionen im Sinne
de Scha ung on zwischenmenschlichen Kon ak en ode de E höhung
des Selbs we ge ühls (DGB-Bundes o s and 1982a, S. 276).
A bei s ell e in gewe kscha liche Pe spek i e „meh als ein no wen-
diges Übel“ da , sie soll e, wie Ve e e deu lich e, auch „die schöp e i-
sche En al ung des Menschen“ e möglichen (Ve e 1980a, S. 9–10).
Demen sp echend muss e ein Ve lus on A bei o allem eine e hebli-
che Beein äch igung de A bei nehme innen und A bei nehme „in ih e
sozialen und menschlichen Exis enz“ – e wa im Sinne on Einbußen an
menschlichen Beziehungen zu F eunden und A bei skollegen und einem
„Höchs maß an soziale Unsiche hei “ (S imme de A bei 1976a) – be-
deu en (Ve e 1980a, S. 10).
Obwohl diese menschliche Sei e de A bei slosigkei nich im Vo de -
g und de gewe kscha lichen Poli ik s and, beansp uch en die Gewe k-
scha en, auch die In e essen on A bei slosen zu e e en und dadu ch
– ge ade als gesellscha liche Ve an wo ung agende Einhei sgewe k-
scha en – nich lediglich Ve bände on A bei spla zbesi ze n zu sein
(Ve e 1980a, S. 7, 9). De gewe kscha liche Einsa z ü A bei slose,
nich zule z gegen de en Di amie ung als a bei sscheu ode -unwillig, e -
schien somi – im Kon ex de Un eilba kei des Rech s au A bei – als
Ausd uck eine Solida i ä , die sich au die gesam e A bei nehme scha ,
unabhängig on ih em Beschä igungss a us, e s eck e.
Fü Ve e s and ein solche Einsa z auch im In e esse de A bei enden
selbs , da de D uck de „Rese ea mee de A bei slosen“ eine diszipli-
nie ende Wi kung au die noch Beschä ig en ausüb e und dadu ch de en
Be ei scha zum Wide s and schwäch e (DGB-Bundes o s and 1978,
S. 194–195). Im Mi elpunk de gewe kscha lichen Poli ik in de F age
de A bei slosigkei s and jedoch iel ach die Fo de ung nach eine A -
bei szei e kü zung, die on in ensi en ö en lichen Auseinande se zun-
gen beglei e wu de.
In diese Fo de ung, die eine al e gewe kscha liche T adi ion o -
se z e, e banden sich meh e e Aspek e. Neben de Bekämp ung de A -
bei slosigkei bilde e die Ve kü zung de A bei szei – die selbs nich zu
höhe en Belas ungen am A bei spla z üh en du e – ü die Gewe k-
scha en auch ein Elemen de Humanisie ung de A bei und einen Bei-
ag zu Ve besse ung de Be eiligung on A bei nehme innen, A bei neh-
me n und ih en Familien am gesellscha lichen Leben.
Da übe hinaus soll e diese Ve kü zung du ch die E leich e ung de
Au gabene üllung im Familienbe eich auch die Chancengleichhei de
F auen in de A bei swel ö de n (DGB 1980, S. 11–15; DGB 1981, S. 42,
N . 5). Somi s ell e die Fo de ung nach eine A bei szei e kü zung, ins-
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 70
besonde e in Fo m eine 35-S unden-Woche, ü die Gewe kscha en
eine An wo sowohl au die K ise des Wohl ah ss aa es als auch au P o-
zesse de Indi idualisie ung de Lebens üh ung da (Süß 2012, S. 150).
Fo men und Wege de A bei szei e kü zung blieben inne halb de Ge-
we kscha en alle dings ums i en. Wäh end die IG Me all, wenn auch
nich ohne in e ne Kon o e sen, ebenso wie die IG D uck und Papie ü
das Modell eine kü ze en Wochena bei szei ein a und diese Fo de ung
in ha en A bei skämp en du chzuse zen e such e, zogen e wa die
IG CPK, die NGG ode die IGBE eine Ve kü zung de Lebensa bei szei
o (Bahnmülle 1985, S. 32–49; Mülle -Jen sch 1990, S. 381–383; Hem-
me /Mile /Schmi z 1990, S. 428–433).
De DGB sp ach sich in diesem Zusammenhang ü ein gemeinsames,
jedoch b anchenabhängig di e enzie es Vo gehen aus, bei dem die kon-
k e e Ausges al ung de A bei szei e kü zung den zus ändigen Ta i e -
agspa eien übe lassen bleiben soll e (DGB-Bundes o s and 1982a,
S. 278; gl. auch ebd., An ags eil, An ag 202, S. 294–295).
Gleichwohl en hiel das Ak ionsp og amm des Gewe kscha sbundes
aus dem Jah e 1979 im Hinblick au die Fo de ung nach eine A bei szei -
e kü zung bei ollem Lohn- und Gehal sausgleich als Zielpe spek i e die
35-S unden-Woche. Da übe hinaus wu de eine Einsch änkung on
Meh a bei und Übe s unden ge o de (DGB 1979a, S. 23).
Vo einem solchen Hin e g und kam de gesam gesellscha lich übe -
aus ele an en und kon o e sen P oblema ik de A bei slosigkei und ih-
e Bekämp ung auch ü die Beziehungen zwischen den Gewe kscha en
und de e angelischen Ki che – die dabei zum Teil auch eine neue Di-
mension bekamen (Jähnichen 2016, S. 41) – eine zen ale Rolle zu.
Diese Rolle hing u.
a. dami zusammen, dass un e den Bedingungen
de K ise und des wi scha lichen S uk u wandels nich nu die F age de
Kompe enz- und Au gabenzusch eibungen an die Ki che ode de ki chli-
chen Posi ionie ungen gegenübe den gewe kscha lichen Fo de ungen,
sonde n auch de Aspek des gemeinsamen Handelns im Sinne des kon-
k e en Zusammenwi kens on beiden O ganisa ionen bzw. ih en Gliede-
ungen ode Teilen au un e schiedlichen Ebenen in den Vo de g und a .
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 71
5.2 Die S ellung de
A bei slosigkei sp oblema ik in den
Beziehungen zwischen gewe kscha lichen
und ki chlichen Ak eu en
Wäh end ü die Gewe kscha en und ih e Poli ik o allem die F age nach
ki chliche Un e s ü zung ode nach möglichen Bündnispa ne scha en
maßgeblich wa , e banden sich ü die Ki che die Wah nehmung de ge-
sellscha lichen Ve an wo ung bei de Suche nach Lösungen de Be-
schä igungsk ise ode bei de soziale hischen Diskussion übe den We
de A bei mi konk e en Hil s- und Un e s ü zungsmaßnahmen ü Be-
o ene o O . Auch in diese Hinsich ges al e en sich die Beziehungen
zwischen den Gewe kscha en und de Ki che je nach Ebenen und be ei-
lig en Ak eu en un e schiedlich.
Au ep äsen a i e Ebene wa en es Spi zen e en und -gesp äche
zwischen dem DGB-Bundes o s and und dem Ra de EKD, in denen die
Posi ionen, das Handeln und das Zusammenwi ken beide O ganisa io-
nen eingehend besp ochen wu den und aus denen u.
a. gemeinsame
(P esse-)E klä ungen des DGB und de EKD he o gingen. E angelische
Ki chen age, in de en Rahmen sei 1975 F agen de A bei slosigkei so-
wie de Zukun de A bei und de A bei sgesellscha p ominen e ö e
wu den, dien en dabei gleiche maßen als Diskussions-, Aus ausch- und
Begegnungs o en zwischen den gewe kscha lichen und den ki chlichen
Ak eu en.
Im Hinblick da au and auch das T e en zwischen dem DGB und de
EKD in Nü nbe g im Jah e 1979 au Einladung Ve e s anlässlich des do -
igen Ki chen ages s a , und zwei Jah e spä e , beim Ki chen ag in Ham-
bu g, kam es zu einem gemeinsamen Besuch des EKD-Ra s o si zenden
Edua d Lohse mi dem DGB-Vo si zenden Ve e in einem MAN-We k
(Leich 1981). Besonde s exempla isch e schienen in diese Hinsich die
Ki chen age on 1985 in Düsseldo und 1987 in F ank u .
Diese Ki chen age anden un e ak i e und in ensi e Be eiligung on
hoch angigen Gewe kscha s ep äsen an innen und - ep äsen an en wie
u.
a. Gün e Volkma (HBV), He mann Rappe (IG CPK) und Monika Wul -
Ma hies (ÖTV) s a (Wel de A bei 1987b; Hüsson 1985; Wische 1985).
Gewe kscha e innen und Gewe kscha e wa en dabei auch au dem
„Ma k de Möglichkei en“ e e en und ges al e en Einzel e ans al un-
gen und Podiumsgesp äche ode e wa, wie 1985, einen Go esdiens mi
(Hüsson 1985).
Au dem Ki chen ag in F ank u 1987 nahm beispielsweise Jochen Ri-
che , Mi glied des Geschä s üh enden DGB-Bundes o s andes, am Fo-
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 72
um „A bei slosigkei und A mu “ eil, wäh end sich Volkma und de
zwei e Vo si zende de NGG E ich He mann an de om Geschä s üh e
de Hans-Böckle -S i ung F ank on Aue gelei e en Diskussions unde
„Wo Milch und Honig ließen – Ve eilung on Chancen – Ve eilung on
A bei – Ve eilung on Wohls and“ be eilig en (Wel de A bei 1987b; Bo-
nin 1987, S. 604–620). Mi dem Mi glied des Geschä s üh enden Bun-
des o s andes Sieg ied Bleiche , de zugleich auch in de EKD-Synode
e e en wa , gehö e in den 1980e Jah en zudem e s mals ein Rep ä-
sen an des DGB dem P äsidium des DEKT an (Wel de A bei 1985).
S ell en die Ki chen age o allem Fo en ode Anlässe ü Begegnun-
gen und Kon ak e zwischen Ve e e n de Gewe kscha en und de Ki -
che da , kam ü die ki chlichen O ien ie ungen und Posi ionsbes immun-
gen in de F age de A bei slosigkei und ih e Bekämp ung neben Be a-
ungen und Beschlüssen de Synoden de EKD und eilweise auch ih e
einzelnen Gliedki chen insbesonde e de S udie de Sozialkamme on
1982 eine zen ale Bedeu ung zu (Ki chenkanzlei de EKD 1982).
Im Hinblick da au ha e sich die Synode de EKD in Saa b ücken im
Jah e 1977 e s mals in eine aus üh liche en En schließung zu A bei s-
losigkei geäuße (Ki chenkanzlei de EKD 1978, S. 518–520).
Die Synode on 1982 in Be lin-Spandau behandel e das A bei slosig-
kei sp oblem hingegen im b ei e en Kon ex des Themas „Sinn und Wan-
del de A bei in de Indus iegesellscha “ und e abschiede e au diese
G undlage eine Kundgebung zu „Ve an wo ung de Ki che ü die A -
bei swel heu e“ (Ki chenam de EKD 1983, S. 700–707). Aus den Syno-
dal agungen on 1986 und 1989 gingen schließlich spezielle Beschlüsse
zu Bewäl igung de Langzei a bei slosigkei he o (EKD 1986; EKD
1989).
Die ku z o de Synode on 1982 e ö en lich e S udie de Kamme
ü soziale O dnung zu „Solida gemeinscha on A bei enden und A -
bei slosen“ wu de in de Ö en lichkei eben alls iel beach e und kon o-
e s disku ie . Bei de E a bei ung de S udie e liehen die Ve e e de
Gewe kscha ssei e in de Kamme , Heinz Ma kmann om WSI und Gün-
e Volkma on de HBV, den gewe kscha lichen Posi ionen Nachd uck
und b ach en zugleich gewe kscha liche K i ik zum Ausd uck. Diese Po-
si ionen wu den auch om KDA, dessen Vo si zende Wal e Sohn
ebenso de Sozialkamme angehö e, ge eil und un e s ü z .
Dem KDA kam im Kon ex de A bei slosigkei in den Beziehungen zwi-
schen Gewe kscha en und Ki che e neu eine besonde e S ellung zu.
Diese S ellung wa nich nu dadu ch beding , dass inne halb des KDA
gewe kscha snahe O ien ie ungen maßgeblich wa en.
Die e angelische Indus ie- und Soziala bei gehö e zudem neben de
Diakonie auch zu denjenigen ki chlichen S uk u en und Handlungs el-
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 79
und de Mi a bei de Gewe kscha s e e e in ki chlichen G emien. Von
de e angelischen Indus ie- und Soziala bei hingegen wu den die Ein-
s ellungen, Fo de ungen und K i ik de Gewe kscha en wei gehend ge-
eil und zum Teil wei e ge üh .
Die Si ua ion und die Rolle des KDA wa en im Hinblick da au dadu ch
gekennzeichne , dass e zum einen inne ki chlich eine eigene, k i isch
ausge ich e e Posi ion e a . Zum ande en agie e e an de Schni s elle
bzw. in enge Ve bindung zu den Gewe kscha en, was jedoch eine K i ik
an diesen nich ausschloss und auch im Be eich des p ak ischen Han-
delns, d.
h. de A bei slosena bei au egionale ode lokale Ebene, nich
spannungs ei blieb.
5.3 Ki chliche Diens in de A bei swel
zwischen K i ik an de Ki che
und „k i ische Solida i ä “ mi den
Gewe kscha en
Fü die e angelische Indus ie- und Soziala bei en wickel e sich die P o-
blema ik de A bei slosigkei und ih e Auswi kungen be ei s ab Mi e de
1970e Jah e zu einem zen alen Schwe punk ih es Handelns. Beding
du ch ih e besonde e Nähe zu Wel de E we bsa bei wu den dabei au
de Ebene de landeski chlichen Äm e , in Ki chenk eisen und o O iel-
äl ige Ak i i ä en en al e .
Diese Ak i i ä en wa en au de einen Sei e da au ge ich e , die unmi -
elba Be o enen – sowohl bei d ohende En lassung, e wa in olge on
Be iebsschließungen, als auch bei de Bewäl igung de schwie igen Le-
benssi ua ion ode bei de Selbs o ganisa ion – zu s ä ken und zu un e -
s ü zen sowie Bildungsmaßnahmen und Beschä igungsp ojek e zu ini i-
ie en.
Au de ande en Sei e ziel e das Handeln des KDA auch au ein gegen
die soziale Spal ung de Gesellscha ge ich e es Engagemen , au die
He s ellung on Ö en lichkei ü P obleme de A bei slosen, die Ve e-
ung ih e Belange in de poli ischen Diskussion und au eine e s ä k e
Auseinande se zung mi de Zukun und Bedeu ung de A bei , mi de en
ge ech e Ve eilung und mi al e na i en Ges al ungsmöglichkei en des
A bei sma k es (Weise 1987, S. 519; Riemann 2014, S. 14; Sohn 2014,
S. 8).
Be ei s 1975 o de e die Ak A in eine S ellungnahme zum A bei slo-
sigkei sp oblem eine ak i e A bei sma k poli ik, se z e sich ü eigene
Maßnahmen sei ens de Ki chen zu Hil e ü A bei slose ein und un e -

OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 80
s ü z e Beschlüsse des im gleichen Jah s a indenden DGB-Bundes-
kong esses zu Übe windung de A bei slosigkei (S imme de A bei
1975). Eben alls 1975 wu de on de e angelischen Indus ie- und Sozi-
ala bei eine Tagung e ans al e , au de Ve e e de landeski chlichen
Äm e die P oblema ik de A bei slosigkei und Möglichkei en ih e Übe -
windung disku ie en.
1976 wu de schließlich ein eigene Fachausschuss des KDA au de
Bundesebene zu A bei slosigkei geg ünde (Riemann 2014, S. 13). In
einem solchen Kon ex leis e e de KDA wesen liche Hil e und Un e s ü -
zung bei de Ein ich ung und Ve ne zung on A bei slosen e s, -ini ia i-
en und -zen en, on Ausbildungs-, P oduk ions- ode Recyclingwe k-
s ä en (Jablonowski 1989b, S. 24).
Die Tä igkei en des KDA au diesem Gebie wa en jedoch, nich zule z
in Bezug au seine inne ki chliche S ellung, auch mi Schwie igkei en und
P oblemen e bunden. De s eigende An eil am Ressou cenau wand im
Be eich de E we bslosigkei üh e zu einem dadu ch beding en Rück-
gang bei seinen Ak i i ä en im Hinblick au die (be iebliche) A bei swel
(Sohn 2014, S. 8).
Dadu ch sah sich de KDA – auch wegen de g öße en Zus immung
ü diesbezügliches Engagemen inne halb de Ki che – mi de Ge ah
kon on ie , „einsei ig zu eine Ein ich ung ü ki chliche A bei slosena -
bei “ zu we den. Vo diesem Hin e g und wu den beide scheinba al e na-
i en Tä igkei sbe eiche des KDA in seinem Bei ag zu Synode de EKD
on 1982 du ch die Deu ung de sich e s ä kenden A bei slosigkei als
Äuße ung „eine um assenden K ise des gesam en bishe igen Sys ems
de E we bsa bei “ au inhal lich-konzep ionelle Ebene mi einande e -
knüp (Sohn 2014, S. 8).
Auch im Hinblick au das Ve häl nis zu den gewe kscha lichen Ak eu-
en en wickel e sich sein Engagemen im P oblem eld de A bei slosigkei
nich ohne Schwie igkei en. Diese Schwie igkei en gingen zum einen da-
au zu ück, dass die Gewe kscha en eine A bei slosena bei – im Ve -
häl nis zu In e essen e e ung de A bei enden – nich als ih en o an-
gigen Au gabenbe eich be ach e en.
Zum ande en konn e aus gewe kscha liche Sich die Ge ah eine
Kompe enzübe sch ei ung bzw. eine Einmischung in die gewe kscha li-
chen Zus ändigkei en onsei en de ki chlichen Ein ich ungen, die die
G ündung on A bei slosenein ich ungen und die Selbs o ganisa ion on
A bei slosen ans ießen ode un e s ü z en, en s ehen (Jablonowski 1989b,
S. 25).
Be ü ch e wu de nich zule z die Fo mie ung eine selbs s ändigen A -
bei slosen e einigung, die gewisse maßen neben dem DGB ges anden
hä e. In diesem Zusammenhang nahmen die Gewe kscha en – bis au
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 81
Beobach e on de Gewe kscha E ziehung und Wissenscha und de
IG Me all – auch nich am e s en Bundeskong ess de A bei slosenini ia-
i en 1982 in F ank u eil, an dessen Vo be ei ung de KDA be eilig wa
(Mülle -Jen sch 1990, S. 410; Riemann 2014, S. 14). Nich sdes o o z
wu den inne halb des DGB – en gegen de EKD-in e nen Wah neh-
mung – du chaus die pe sönliche und soziale Si ua ion on A bei slosen
sowie de en (gewe kscha liche) In e essen e e ung hema isie und e-
lek ie .
Besonde s ab An ang de 1980e Jah e en wickel e sich zunehmend
eine gewe kscha liche Koope a ion mi ki chlichen S ellen und dem KDA
im Be eich de A bei slosena bei , wie am Beispiel on NRW deu lich wi d
(DGB NRW 1984). So wa be ei s 1979 bei einem T e en des DGB-
Bundes o s andes mi dem KDA im Hinblick au den Einsa z ü (Lang-
zei -)A bei slose die En wicklung eines Bildungsmodells mi eine sozial-
pädagogischen „Vo lau phase“ in ki chliche T äge scha e einba wo -
den, an die sich eine on A bei s e wal ungen, dem DGB und Be u s ö -
de ungswe ken ge agene be u sbezogene Phase anschließen soll e.40
Ungeach e an ängliche Schwie igkei en und P obleme be eilig en
sich die Gewe kscha en zusammen mi Kommunen, ki chlichen Ins i u i-
onen und Wohl ah s e bänden zunehmend auch an de T äge scha
on A bei slosenzen en (DGB NRW 1984, S. 68–75; Jablonowski 1989b,
S. 24–30). Gleichwohl schien im DGB An ang de 1980e Jah e noch ei-
nige Zu ückhal ung gegenübe solchen Ak i i ä en im Be eich de A bei s-
losena bei zu bes ehen.
In diesem Kon ex wand e sich Ve e – gleichsam im Sinne jene EKD-
in e n e mu e en E wa ung eine „Schü zenhil e“ on de Ki che – an die
e angelische Indus ie- und Soziala bei mi de Au o de ung, an den
DGB-Bundeskong ess on 1982 zu appellie en.41 Du ch diese Ak ion
soll e u.
a. die Koope a ion zwischen A bei slosenini ia i en im ki chlichen
Raum und den Gewe kscha en un e s ü z we den.
Eine wesen liche Zielse zung des KDA bei seinem Zusammenwi ken
mi den Gewe kscha en im Rahmen seine A bei slosena bei bes and
da in, eine En solida isie ung de A bei nehme scha en gegenzuwi ken
und de en Au spal ung in A bei ende, ü die die Gewe kscha en zus än-
dig wa en, und in on den Ki chen zu be euende A bei slose sowie ein
Ausspielen beide G uppen gegeneinande zu e hinde n (Jablonowski
1989b, S. 26). In den Auseinande se zungen und Kon lik en um die Lohn-
40 P o okoll de Si zung des KDA-Vo s andes am 6./7.9.1979 in Gladbeck, K eiski chen-
am , S. 4. In: E angelisches Zen ala chi 2/11959.
41 Rüdige Weise an die landeski chlichen Äm e ü Indus ie- und Soziala bei und den
Vo s and des KDA, 17. Mä z 1982, In: E angelisches Zen ala chi 2/11964.
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 82
und A bei szei poli ik s ell e e sich demen sp echend e neu an die Sei e
de Gewe kscha en und e a mi diesen übe eins immende Posi ionen.
Eine solche Posi ionie ung üh e dabei, beding du ch die (am s)ki ch-
liche Hal ung zum Lohn e zich und zu A bei szei e kü zung, zu eine
K i ik des KDA an de Ki che selbs . Zugleich en hiel seine Posi ion, un-
geach e de g undsä zlichen Un e s ü zung ü die Gewe kscha en, auch
einige gewe kscha sk i ische Implika ionen, die mi di e ie enden O ien-
ie ungen, In e essenlagen und Ansa zpunk en des Handelns on ge-
we kscha lichen und ki chlichen Ak eu en zusammenhingen.
De gewe kscha liche S andpunk zu Bekämp ung de A bei slosig-
kei wu de om KDA o allem in de F age de A bei szei (-Regelungen)
un e s ü z . In diese Hinsich be on en Ve e e de e angelischen In-
dus ie- und Soziala bei insbesonde e den Aspek de In e essen und Be-
dü nisse on Beschä ig en, nich zule z in Bezug au ih Familienleben,
und den Gesich spunk de Humanisie ung de A bei .
In eine 1980 – bezeichnende weise zusammen mi de E angelischen
Ak ionsgemeinscha ü Familien agen und au de en Ini ia i e – e ö -
en lich en S ellungnahme de Ak A wu de Zei als „soziale Ka ego ie“ ge-
deu e und eine A bei szei e kü zung als eine Möglichkei angesehen,
„das Maß de no wendig emdbes imm en A bei zu e inge n“.
Im Einklang mi den gewe kscha lichen Vo s ellungen und Fo de un-
gen s ell e die Reduk ion de A bei szei ü beide e angelischen A bei s-
gemeinscha en einen Bei ag zu ge ech en Ve eilung on A bei und
eine ausgewogenen Rollen e eilung in de Familie da und du e nich
du ch Ra ionalisie ungsmaßnahmen ode höhe e Belas ungen ü A bei -
nehme innen und A bei nehme kompensie we den (Ak A/EAF 1980,
S. 164–165).
Auch in de F age nach dem Lohnausgleich bei eine Ve kü zung de
Wochena bei szei eil e de KDA wei gehend die gewe kscha liche Po-
si ion. Zwa wu de noch 1977 on de Ak A die Übe legung Ve e s zu
Möglichkei eine A bei szei e kü zung ohne ollen Lohnausgleich – als
le z es Mi el zu Bekämp ung de A bei slosigkei – beg üß (S imme de
A bei 1977b; Fahlbusch 1977b). Ende de 1970e und in den 1980e Jah-
en jedoch wand e sich die e angelische Indus ie- und Soziala bei e -
s ä k gegen solche Lohneinbußen.
Dami e bunden wa auch die allgemeine F age nach Ve zich leis un-
gen und „Op e n“ sei ens de Gewe kscha en bzw. A bei nehme scha
als Bei ag zu Übe windung de A bei slosigkei ode zu E hal ung on
A bei splä zen. Im Hinblick da au a de KDA-Bundes o s and 1983 mi
eine eingehenden E klä ung zum Fall A bed Saa s ahl au , die in Koope-
a ion mi be o enen Be iebs ä en und Gewe kscha e n en s anden wa
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 83
und in de exempla isch seine Posi ionen da geleg , e lek ie und be-
g ünde wu den (KDA 1983).
Das KDA-Papie ich e e sich in e s e Linie gegen Fo de ungen on
S aa , Banken und A bei gebe n nach einem „Sonde op e “ de Beschä -
ig en on Saa s ahl – d.
h. nach de en Ve zich au Lohn- und Gehal san-
eile zu E hal ung de A bei splä ze –, en hiel abe auch eine explizi e
K i ik an de Hal ung de Ki che.
Das „Sonde op e “ de Belegscha und de IG Me all bes and dabei in
de Zus immung zu Gewäh ung eines zinslosen „Da lehens“ ü das Un-
e nehmen in Höhe eines Mona slohns, das au zwei Jah e e eil und in
zwei Ra en ückzahlba wa (Lauschke 2007, S. 272–275). Die als einsei-
ig und als Ausübung on D uck wah genommenen Op e - und Ve zich s-
o de ungen wu den om KDA als Teil eine ö en lichen Kampagne ge-
deu e , die gegen die Gewe kscha en ge ich e wa .
Wie das Papie he o hob, ziel e diese Kampagne au die En zweiung
zwischen Beschä ig en und ih en Gewe kscha s e e e n, die Ve hinde-
ung au onome gewe kscha liche Poli ik, die Einsch änkung gewe k-
scha liche Handlungs äume und dami le z lich au eine Umwandlung
de Gewe kscha en „ on eine du chse zungs ähigen Ve e ung de A -
bei nehme in e essen in einen E üllungsgehil en de In e essen des Ka-
pi als und in ein Disziplinie ungso gan ü die A bei nehme “ (KDA 1983,
S. 2–3, 6–7, Zi a au S. 7).
Eine solche dezidie e Pa einahme und Un e s ü zung ü die Gewe k-
scha en du ch den KDA – die auch eine Fo de ung nach E ablie ung ge-
sam wi scha liche Mi bes immung in Fo m on Wi scha s-, Sozial- und
B anchen ä en, wie sie u.
a. auch das Ak ions- und das G undsa zp o-
g amm des DGB on 1979 bzw. 1981 en hiel , einschloss (KDA 1983,
S. 9, 15) – s and jedoch de ki chlichen Hal ung in diesen F agen gegen-
übe , wie sie beispielha im Synodenbeschluss on 1977 und de S udie
de Sozialkamme on 1982 zum Ausd uck kam.
Vo diesem Hin e g und wa die K i ik des KDA-Papie s auch gegen
die ki chliche Posi ion ge ich e , wenngleich de KDA seine Ausa bei ung
„nich als Kon on a ionspapie , sonde n als E gänzung“ zu Sozialkam-
me s udie be ach e e (S imme de A bei 1983a). Im Zen um de k i i-
schen Einwände des KDA s and, wie be ei s e wähn , die P oblema ik des
Ve zich s. De Ki che wu de dabei, wiede um im Einklang mi de gewe k-
scha lichen K i ik, o gewo en, Op e und Ve zich nu den A bei neh-
me n und Sozialleis ungsemp änge n, nich abe den A bei gebe n ode
Selbs s ändigen zuzumu en.
So wa in de EKD-S udie mi Blick au Un e nehme denn auch „nich
on Op e n, sonde n on ‚En scheidungsspiel äumen‘ und ‚Ve an wo -
ung‘ ü die A bei splä ze“ die Rede (KDA 1983, S. 8). Zwa beinhal e e
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 84
die S udie du chaus auch Fo de ungen an Un e nehme , die u.
a. eine
mi el is ige Pe sonalpoli ik, meh Ausbildungsplä ze und Wei e bildungs-
maßnahmen, Ausgleichsmaßnahmen ü Gewe kscha en im Falle on
Lohn e zich , wie z.
B. A bei szei e kü zung, ode e wa meh Teilzei a -
bei , Jobsha ing und besonde e A bei splä ze ü s Wochenende ein-
schlossen (Ki chenkanzlei de EKD 1982, S. 52–53, Abschni 92).
Jedoch konn e dabei aus Sich des KDA keine Rede on „Op e n alle “
sein; auch die Fo de ung nach Wochenenda bei splä zen s and ü ihn in
einem beme kenswe en „Wide sp uch zu ühe en Fo de ungen de EKD
nach einem Abbau on Sonn agsa bei “ (KDA 1983, S. 9).
Somi wa die Ki che aus de Pe spek i e de e angelischen Indus ie-
und Soziala bei „an de Einsei igkei de Ve zich sp opaganda und dami
an de Fö de ung on Um e eilungsmechanismen in e keh e Rich ung
nich unbe eilig “ und e nachlässig e dadu ch zudem ih e eigenen ins i-
u ionellen In e essen genauso wie „die In e essen und Bedü nisse de
ih anemp ohlenen Menschen“ (KDA 1983, S. 7, 10).
Wäh end die Ki chen zu den g öß en T äge n de auch du ch ö en li-
che (Sozial e siche ungs-)Leis ungen inanzie en sozialen Ein ich un-
gen gehö en, nahmen sie, wie das KDA-Papie he auss ell e, die Kü zun-
gen solche Leis ungen und Zuschüsse ohne eine ö en liche Mobilisie-
ung hin und gaben sie s a dessen an die Be o enen wei e . In eine ähn-
liche Rich ung ziel e auch die K i ik an den ki chlichen Übe legungen zu
einem „Soziallohnsys em“ im Rahmen des zwei en A bei sma k es, du ch
das – e wa mi den Ins umen en des „d i en Weges“, d.
h. des ki chlichen
A bei s ech s ( gl. Kapi el 7) – Ta i e äge un e lau en we den konn en
(KDA 1983, S. 10–11).
Auch diese Übe legungen wa en ü den KDA Folge eine inne halb
de Ki che e b ei e en „Op e gesinnung“ und „Ve zich smen ali ä “, die
au eine „mangelnde Nähe zu den In e essen de A bei nehme und eine
ühlba e Dis anz zu den e eich en g undlegenden Ve eilungsmechanis-
men“ zu ückgingen (KDA 1983, S. 11).
In diese Hinsich s imm e de S andpunk des KDA e neu mi de ge-
we kscha lichen Hal ung übe ein. Es wa insbesonde e die – du ch die
P oblema ik de A bei s e häl nisse in ki chlichen Ein ich ungen unmi el-
ba be o ene – Gewe kscha ÖTV, de en Vo si zende Monika Wul -Ma-
hies die Ablehnung des „d i en Wegs“ wie des „zwei en A bei sma k s“
gleiche maßen bek ä ig e und auch ki chliche Ve zich s o de ungen aus-
d ücklich k i isie e (Wul -Ma hies 1983).
Mi seine Posi ionie ung in de F age des Lohn e zich s und de A -
bei szei e kü zung un e s ü z e de KDA somi dezidie die gewe k-
scha liche Poli ik. Dadu ch bezog e , im Un e schied zu „o iziellen“
ki chlichen Hal ung, S ellung ü die Gewe kscha en, auch in den Ausei-

OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 85
nande se zungen und A bei skämp en um die 35-S unden-Woche ( gl.
Kapi el 6).
Wäh end die Sozialkamme , wie in de En gegnung ih es Geschä s-
üh e s au die K i ik des KDA be on wu de, ih e Ve zich s o de ungen
keineswegs als einsei ig und den Gedanken eine „Solida gemeinscha “
ielmeh als Einbeziehung alle G uppen in die Solida i ä sp lich e s an-
den wissen woll e (Winkle 1983), hob de KDA nich nu den Aspek de
sozialen bzw. Ve eilungsge ech igkei he o .
Da übe hinaus k i isie e e g undsä zlich den zunehmenden Ve lus
des „Sozialen“ in de Ma k wi scha und „das s uk u elle Übe gewich
des Kapi als“, du ch dessen Übe mach in K isenzei en die A bei nehme -
scha „in eine Si ua ion p inzipielle E p essba kei “ ge ie (KDA 1983,
S. 6, 13).
Die gewe kscha snahe Posi ion des KDA schloss dabei jedoch auch
einige Spannungs elde und Di e enzen zu Posi ion de Gewe kscha en
– ü welche dadu ch umgekeh die Koope a ion mi dem KDA nich im-
me „bequem“ wu de – sowie eine K i ik an de gewe kscha lichen Poli ik
ein (Sohn 2014, S. 7). Wie in de F age de Mi bes immung ode Huma-
nisie ung wa en diese Di e enzen o allem du ch die O ien ie ung de
e angelischen Indus ie- und Soziala bei an den In e essen de unmi el-
ba Be o enen und wenige an denjenigen de gewe kscha lichen O ga-
nisa ion beding .
Neben de F age nach de In e essen e e ung de A bei slosen in ih-
em Bezug zu den Gewe kscha en ode nach de Ve eilung und Abg en-
zung de ki chlichen und de gewe kscha lichen Kompe enzen wa en es
u.
a. Kon lik e zwischen lokalen und übe egionalen In e essenlagen bei
We kschließungen, besonde s bei g öße en Un e nehmen, bei denen sol-
che di e gie enden Eins ellungen und Posi ionen deu lich he o a en
(Sohn 2014, S. 7).
Dabei un e s ü z en ki chliche Ak eu e bei d ohenden Be iebss illle-
gungen ode (Massen-)En lassungen iel ach o allem die dadu ch di ek
be o ene A bei nehme scha . Im Hinblick da au anden o O bzw. au
de Gemeinde- und Ki chenk eisebene zwa auch – alle dings ebenso
nich imme spannungs eie – Ak ionskon ak e ode gemeinsame Ak i i-
ä en mi Gewe kscha e innen und Gewe kscha e n s a (Jablonowski
1989b, S. 38–45; Jähnichen 1989, S. 76–78).
Die Gewe kscha slei ungen be ü wo e en jedoch solche beg enz en
lokalen ode egionalen Ak ionen o allen alls als eine Möglichkei , um au
P obleme au me ksam zu machen. Wie e wa de IG-Chemie-Vo si zende
He mann Rappe e deu lich e, soll e dabei ielmeh – nich zule z au -
g und de Ge ah de Schließung on ande en Teilbe ieben ode We ken
des be o enen Un e nehmens – de gesam e Zusammenhang zwischen
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 86
de Wi scha spoli ik und de A bei slosigkei und nich die Lösung eines
punk uellen P oblems o O im Vo de g und s ehen (Rappe 1984,
S. 75).
Da übe hinaus ging on Teilen des KDA, beding du ch ih e Nähe zu
k i isch-opposi ionellen G uppie ungen inne halb de gewe kscha lichen
und be ieblichen In e essen e e ungen sowie zu den Anliegen on
neuen sozialen Bewegungen, auch eine g undsä zliche e K i ik an den
Gewe kscha en und ih e Poli ik aus. Diese K i ik ich e e sich in e s e
Linie gegen die wei gehende In eg a ion de Gewe kscha en in das be-
s ehende Wi scha ssys em und die dami e bundene gewe kscha liche
„Al e na i losigkei “ zu diesem Sys em.
Im Hinblick au das P oblem de A bei slosigkei konn e eine solche
„Al e na i losigkei “ aus Sich de KDA-Ve e e ü die Gewe kscha en
zu Ge ah de eigenen Handlungsun ähigkei üh en (Schwe d 1980a,
S. 16). Gleichwohl beweg en sich auch diese Einwände im Rahmen jene
„k i ischen Solida i ä “ ode „solida ischen K i ik“, die sowohl om KDA als
wesen liches Elemen seine Beziehungen zu den Gewe kscha en ange-
sehen wie auch om DGB und seinen Ve e e n ane kann wu de (Ve e
1982, S. 12).
Ve banden sich in de Posi ionie ung des KDA Pa einahme und Un-
e s ü zung ü die Gewe kscha en und de en Fo de ungen mi de K i ik
an de „einsei igen“ Hal ung de Ki che, e hiel diese Posi ion in den S el-
lungnahmen des 1983 en s andenen Ökumenischen soziale hischen A -
bei sk eises Ki che–Gewe kscha eine e ie e soziale hisch- heologi-
sche G undie ung und Re lexion.
An diesem A bei sk eis wa en neben p ominen en Gewe kscha e n
wie Ve e , De le Hensche ode F anz S einkühle e angelische und ka-
holische Soziale hike und Wi scha swissenscha le sowie Ve e e
des KDA – wenngleich allesam nich in eine „o iziellen“ Funk ion – be-
eilig . Mi seinem iel beach e en Memo andum „Teilen de A bei is ge-
o de “ g i de A bei sk eis 1984 in die ö en liche Diskussion um die
P oblema ik de A bei szei e kü zung und A bei slosigkei ein.
Die Aussagen und Analysen des KDA-Papie s au g ei end, e ie end
und wei e üh end, be ach e e auch de ki chlich-gewe kscha liche A -
bei sk eis die Poli ik de Un e nehme sei e und ih e ö en lichen Un e -
s ü ze im A bed-Kon lik als einen gegen die Gewe kscha en ge ich e en
„Klassenkamp on oben“ und die Auseinande se zung um die A bei s-
zei e kü zung insgesam als einen Mach kamp zwischen A bei und Ka-
pi al (Ökumenische soziale hische A bei sk eis 1984b, S. 30–31).
Im Vo de g und s anden ü ihn die soziale hischen Aspek e, die de
P oblema ik de A bei szei e kü zung innewohn en. Zu diesen Aspek en
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 87
gehö en de Gesich spunk de sozialen Ge ech igkei und die Zielpe -
spek i e eine „wi ksame en Ve söhnung on A bei und Leben“.
Bedeu e e eine Ve kü zung de A bei szei un e dem Aspek de sozi-
alen Ge ech igkei eine „ge ech e e Ve eilung de o handenen Möglich-
kei en zu E we bsa bei “ (Ökumenische soziale hische A bei sk eis
1984b, S. 12), wa sie im Kon ex de Ve söhnung on A bei und Leben,
e neu im Einklang mi den gewe kscha lichen Vo s ellungen, mi de Hu-
manisie ung de A bei swel e bunden. Somi soll e sie e wa Bes ebun-
gen zu einem „Abbau de A bei sdich e“ genauso wie zu „E möglichung
on meh Kommunika ion in de A bei “ einschließen (Ökumenische so-
ziale hische A bei sk eis 1984b, S. 18).
Auch in de F age nach Lohn e zich e sus Lohnausgleich o dem
Hin e g und de Auseinande se zungen um die 35-S unden-Woche be-
zog de A bei sk eis explizi S ellung an de Sei e de Gewe kscha en.
Dabei o de e e – u.
a. mi Blick au die Sozialkamme s udie on 1982 –
o allem eine s ä ke e Einbeziehung de A bei gebe in die „Solida ge-
meinscha “ und einen en sp echenden Solida i ä sbei ag de Un e neh-
me sei e zu Übe windung de A bei slosigkei (Ökumenische soziale hi-
sche A bei sk eis 1984b, S. 2, 24).
In E wei e ung und Ve ie ung de A gumen a ionen des KDA-Papie s
wies das Memo andum zum „Teilen de A bei “ au den ak isch geleis e-
en Solida i ä sbei ag de Gewe kscha en hin, die du ch die Hinnahme
eale Lohneinbußen in o ausgegangenen Jah en „sich und ih en Mi -
gliede n be ei s ein Solida i ä sop e zugemu e “ hä en, und hob den „ei-
genen soziale hischen S ellenwe “ diese gewe kscha lichen „Vo leis-
ung“ he o (Ökumenische soziale hische A bei sk eis 1984b, S. 24).
Im Hinblick da au wu de om A bei sk eis in einem wei e en Memo-
andum aus dem Jah e 1987, das an die Ausa bei ung on 1984 an-
knüp e, auch die A bei gebe o de ung nach eine Flexibilisie ung de A -
bei szei – ans elle on de en allgemeine Ve kü zung – k i isie .
Mi ih en Folgen on A bei sin ensi ie ung und En solida isie ung, Ve -
einzelung und Ve lus an ö en lichem Engagemen sowie dem Abbau on
Wochenend- und Sonn agskul u muss e die Flexibilisie ung demnach zu
einem „Ve lus an S abili ä in den pe sönlichen und gesellscha lichen Le-
bens o men“ und zu „Ge ah eine Un e we ung menschliche Bedü -
nisse un e die einsei igen In e essen ökonomische Ra ionalisie ung“
üh en (Ökumenische soziale hische A bei sk eis 1987, S. 24).
Du ch eine solche Posi ionie ung in den Kon lik en um A bei slosigkei ,
A bei szei und Ve zich leis ungen wa en die K i ik des ökumenischen A -
bei sk eises und die dami e bundenen Fo de ungen wiede um auch an
die Ad esse de Ki chen ge ich e .
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 88
Ausgehend on de Deu ung de Beschä igungsk ise als eines gesell-
scha lichen Um e eilungsp ozesses on un en nach oben, dessen Exis-
enz in den „o iziellen“ ki chlichen Äuße ungen übe gangen wo den sei,
o de e de A bei sk eis on den Ki chen s a lediglich ka i a i e Maß-
nahmen und Appelle an die Op e be ei scha on Einzelnen ein „pa eili-
ches Wo “ zuguns en de A men und Benach eilig en (Ökumenische so-
ziale hische A bei sk eis 1984b, S. 4).
In diese Fo de ung nach – den ch is lichen soziale hischen T adi io-
nen e p lich e e – eindeu ige Posi ionie ung und Pa einahme in den
sozialen und ökonomischen Auseinande se zungen und Kon lik en a en
sich e neu die Rollene wa ungen de Gewe kscha en und de e ange-
lischen Indus ie- und Soziala bei an die (Am s-)Ki che.
5.4 Rolle und Funk ionen des ki chlichen
Engagemen s
Im Ganzen e üll e das Engagemen de Ki che bzw. ki chlichen Ak eu e
in de F age de Bewäl igung de A bei slosigkei und de A bei szei e -
kü zung ü die Gewe kscha en – zumal in de Si ua ion, in de sich diese
in de De ensi e be anden – eine wesen liche Un e s ü zungs unk ion.
Als ö en liche Un e s ü zung und als Bei äge zu gewe kscha lichen
Diskussionen und Ak ionen wu den dabei neben den E gebnissen de
T e en des EKD-Ra es und de DGB-Spi ze o allem En schließungen
de Landessynoden gewü dig (DGB-Bundes o s and 1986, S. 3) – wie
die de wes älischen Landessynode on 1983, die sich ü A bei szei e -
kü zungen in un e schiedliche Ges al und „in sozial und ech lich abge-
siche e Fo m“ aussp ach (S imme de A bei 1983b, S. 123).
Wei eichende Ane kennung and da übe hinaus das Memo andum
des Ökumenischen soziale hischen A bei sk eises zum „Teilen de A bei “
(Wel de A bei 1984; DGB-Bundes o s and 1986, S. 3–4). Die Ausa bei-
ung de EKD-Sozialkamme on 1987 lie e e aus gewe kscha liche
Pe spek i e eben alls wich ige Ans öße zu Auseinande se zung mi dem
P oblem de Langzei a bei slosigkei und zu gemeinsamen Ak i i ä en in
diesem Be eich (DGB-Bundes o s and 1990, S. 78).
Auch in de Be eiligung de Ki che(n) an gemeinsamen P o es en ge-
gen (d ohende) Be iebss illlegungen, wie e wa An ang de 1980e Jah e
bei den Adle -We ken in F ank u , sahen die Gewe kscha en „ö en liche
Zeichen des Mi einande s“ (B ei 1982). In Ve e s Wo en s ell en diese
gemeinsamen Ak ionen „einen p ak ischen Anschauungsun e ich , wie
die Ki chen den Gewe kscha en hel en können, P obleme zu lösen“, da
(G oß 1981).
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 95
die zu „gesellscha lichen Desin eg a ion“ üh en konn e (S imme de A -
bei 1980b, S. 4).
Mi ih en „Soziale hischen Übe legungen“ schloss die Ak A dadu ch
iel ach an die A gumen a ionslinien des Soziale hike s Gün e B akel-
mann an. Im Jah e 1979 un e zog B akelmann mi seine A bei sg uppe
das Ausspe ungs ech – als „gewe kscha sschädigend bis gewe k-
scha s eindlich“ und als „F emdkö pe “ im Rahmen de eihei lichen So-
zialo dnung – eine k i ischen Analyse (B akelmann 1980b, S. 311–312).
Ausgehend on de P io i ä de A bei o dem Kapi al s ell e e nach-
d ücklich den soziale hischen We des S eiks als eines ak i en Ve suchs
de sozial und ökonomisch Schwäche en he aus, einen Ausgleich gegen
den s uk u ell S ä ke en zu gewinnen.
In den Fo de ungen de S eikenden a demnach „ein S ück ih es
Selbs bes immungs ech es, das sich nich zu allen Bedingungen am
ech lich zugesiche en Le z bes immungs ech de A bei gebe b echen
lassen will“, he o (B akelmann 1980b, S. 308). Im Gegensa z dazu be-
deu e e die Ausspe ung ü B akelmann ein Ins umen de Un e nehme ,
das „du ch bloße Mach demons a ion“ au die Ve meidung eine p oduk-
i en Kon lik egelung ge ich e wa und dadu ch „in die Nähe eine einen
Ve gel ungsmaßnahme“ ück e (B akelmann 1980b, S. 310).
Sowohl die S ellungnahme de Ak A als auch die Ausa bei ung B akel-
manns, die sich beide wei gehend mi den gewe kscha lichen Au assun-
gen und Fo de ungen deck en, anden in den Gewe kscha en Beach ung
und wu den in de gewe kscha lichen P esse abged uck (Wel de A bei
1980a; Wel de A bei 1980b; B akelmann 1980b).
Vo dem Hin e g und de ö en lichen Auseinande se zungen um das
Mi el de Ausspe ung und seine Rech mäßigkei – un e den Bedingun-
gen de Wi scha s- und A bei sma k k ise – bedeu e en die Bei äge aus
de e angelischen Indus ie- und Soziala bei und de e angelischen So-
ziale hik eine zusä zliche S ü zung de gewe kscha lichen Posi ion. In-
ne ki chlich blieben sie jedoch, wo au noch zu ückzukommen sein wi d,
ums i en.
Mi de Ve schä ung und Auswei ung de Kon o e sen um die Aus-
spe ung im Kon ex de A bei skämp e on 1984, des „F anke-E lasses“
und de No ellie ung des §
116 AFG g i en ki chliche Ak eu e e neu in
die Auseinande se zungen an de Sei e de Gewe kscha en ein. Neben
dem KDA wa es nunmeh o allem de ku z zu o geg ünde e Ökume-
nische soziale hische A bei sk eis Ki che–Gewe kscha , de in eine
Reihe on S ellungnahmen a gumen a i zuguns en de gewe kscha li-
chen Posi ionen S ellung bezog und diese Posi ionen ein wei e es Mal
soziale hisch un e maue e.

OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 96
In seine e s en E klä ung zu S eik und Ausspe ung, die An ang Mai
1984, ku z o Beginn des A bei skamp s in de Me allindus ie, e ö en -
lich wu de, be on e de A bei sk eis e neu die p inzipielle Nich gleichwe -
igkei on S eik und Ausspe ung als Mi el im Ta i kon lik und bek ä ig e
die Ablehnung de Ausspe ung als Ins umen de P oduk ionsmi elbesi -
ze zu Du chse zung ih es Mach o eils auch gegen die o ganisie e A -
bei sniede legung de A bei nehme scha (Ökumenische soziale hische
A bei sk eis 1984a, S. 35–36). Den soziale hischen Hin e g und bilde e
auch hie das P inzip des Vo angs de A bei o dem Kapi al.
Diese E klä ung ziel e au eine b ei e ö en liche Wi kung und wu de
u.
a. allen A bei s- und Sozialge ich en sowie Bundes agsabgeo dne en
zugesand (Segbe s 1984, S. 80). Sie en hiel be ei s, in Übe eins im-
mung mi de gewe kscha lichen Posi ion, auch die Fo de ung nach Zah-
lung on Ku za bei e geld an „kal “ Ausgespe e (Ökumenische sozial-
e hische A bei sk eis 1984a, S. 39), die ku z da au im Zusammenhang
mi de beabsich ig en Ände ung des §
116 AFG in den Mi elpunk de
ö en lichen Auseinande se zungen ück e.
Zu den Ände ungsplänen des § 116 e ö en lich e de A bei sk eis
zwei wei e e S ellungnahmen, in denen diese Pläne als Ve le zung de
Neu ali ä sp lich de Bundesans al ü A bei zuguns en eine Pa ei-
nahme ü die A bei gebe , als Ang i au die Ta i au onomie, eine we-
sen liche Beein äch igung de gewe kscha lichen S eik ähigkei und im
Allgemeinen als kon ap oduk i bewe e wu den (Ökumenische sozial-
e hische A bei sk eis 1985; Ökumenische soziale hische A bei sk eis
1986).
Auch diese S ellungnahmen wu den on den Gewe kscha en als Un-
e s ü zung und „Schü zenhil e“ in ih en um assenden Ak ionen gegen die
No ellie ung des §
116 – die auch einen Kamp um die ö en liche Mei-
nung da s ell en – au genommen. Vo diesem Hin e g und anden A gu-
men a ionen des ökumenischen A bei sk eises, speziell aus seine E klä-
ung on 1985, Eingang in das Memo andum des DGB übe die Neu ali-
ä de Bundesans al ü A bei aus dem gleichen Jah , das u.
a. ein Ka-
pi el zu ch is lichen Soziale hik en hiel (DGB-Bundes o s and 1985b,
S. 204).
Die Solida isie ung de e angelischen Indus ie- und Soziala bei mi
den Gewe kscha en im Kamp gegen die Ausspe ung se z e sich auch
nach de Ve abschiedung de Ände ungen des AFG o .
De Ökumenische soziale hische A bei sk eis hob in seine Ausa bei-
ung zu A bei szei e kü zung und Flexibilisie ung on 1987 – auch ange-
sich s de Ta i auseinande se zungen in jenem Jah – ein wei e es Mal
nachd ücklich die ü die Gewe kscha en nega i en Wi kungen des no el-
lie en §
116 im Sinne eine Ve schiebung de K ä e e häl nisse, d.
h. de
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 97
S ä kung de Kapi alsei e und Schwächung ih e Komp omissbe ei scha ,
he o (Ökumenische soziale hische A bei sk eis 1987, S. 25–26).
Eben alls 1987 nahmen Ve e e de Indus ie- und Soziala bei beide
Kon essionen an de om DGB e ans al e en wissenscha lichen Kon e-
enz zu „S eik ech , Demok a ie und Sozials aa “ eil. Dabei bek ä ig en
sie ih e Un e s ü zung des gewe kscha lichen Kamp es und die Ableh-
nung de Ausspe ung u.
a. als „mo alische[ ] Disk iminie ung“ de a bei-
enden Menschen (Ledeganck 1987, S. 126).
Die Solida isie ung de e angelischen Indus ie- und Soziala bei mi
den Gewe kscha en besch änk e sich jedoch nich au ö en liche S el-
lungnahmen und soziale hische Ausa bei ungen. Wie eilweise be ei s bei
ühe en A bei skämp en (Junge Ki che 1979), wu den im Zuge des
S eiks on 1984 o allem au lokale und egionale Ebene ki chliche
Ve e e und Ein ich ungen im Be eich de A bei swel – genauso wie
wei e e G uppie ungen beide Ki chen – unmi elba Teil de Auseinan-
de se zungen, was en sp echende Gegen eak ionen de A bei gebe sei e
nach sich zog (We ne 1984; Segbe s 1984).
Au Bundesebene bezog die Ve e e e sammlung des KDA im Juni
1984 – ebenso wie de Ökumenische soziale hische A bei sk eis in seine
E klä ung om Mai dieses Jah es (Ökumenische soziale hische A bei s-
k eis 1984a, S. 35) – o dem Hin e g und des Ta i kon lik s abe mals
S ellung an de Sei e de Gewe kscha en und wü dig e de en Handeln
als solida ische Ak ion zu Neu e eilung de A bei zuguns en de A -
bei slosen. Dabei o de e das KDA-G emium e neu ein Ve bo de Aus-
spe ung und e anlass e eine Spende an den gewe kscha lichen Soli-
da i ä s onds (He manni 1989, S. 223–225; Segbe s 1984, S. 80).42
Un e dessen ie auch das Am ü Indus ie- und Soziala bei de
E angelischen Ki che in Hessen und Nassau zu Spenden ü ausge-
spe e Me alla bei e au und schick e zusammen mi ka holischen G up-
pen und Ein ich ungen allen F ank u e Ki chengemeinden Fü bi en o -
schläge ü die S eikenden und Ausgespe en, die besonde es Au sehen
e eg en. De F ank u e A bei gebe e band p o es ie e gegen diese
Ak ion und sp ach ki chlichen Ve e e n die Be ech igung ab, in eine Ta-
i unde Pa ei zu e g ei en und gewe kscha liche Fo de ungen zu un e -
s ü zen (Segbe s 1984, S. 81; We ne 1984, S. 47).
Diese Kon o e sen gingen zudem mi Ki chenaus i sd ohungen ein-
he . Schließlich blieben am Ende des A bei skamp es Ve e e de A -
bei gebe bei de Ve ans al ung anlässlich de Am sein üh ung des Sozi-
42 Soziale F iede in Ge ah . E klä ung de Ve e e e sammlung des Ki chlichen Diens-
es in de A bei swel in de EKD in Dassel am 7.6.1984. In: E angelisches Zen al-
a chi 2/11986.
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 98
alp a e s in F ank u Wal e Sohn, de gleichzei ig Vo si zende des KDA
au Bundesebene wa , e n (We ne 1984, S. 47).
Auch in den Auseinande se zungen um die No ellie ung des §
116
AFG en al e en einzelne Ve e e und Ein ich ungen de e angelischen
Indus ie- und Soziala bei Ak i i ä en, die au die Ablehnung de A bei -
gebe sei e s ießen. Im Hinblick da au zeig e sich de damalige Lei e des
Sozialwissenscha lichen Ins i u s de EKD B akelmann – so in eine Ve -
ans al ung o Be iebs- und Pe sonal ä en im Dezembe 1985 – eben-
alls solida isch mi dem DGB hinsich lich de Fo de ung nach de Beibe-
hal ung dieses Pa ag aphen (He manni 1989, S. 270).
Eine scha e K i ik ie in diese Si ua ion insbesonde e eine Ini ia i e
des KDA-Vo si zenden Wal e Sohn im Mä z 1986 he o . Zusammen mi
Mi a bei e n des Am es ü Indus ie- und Soziala bei de EKHN ich e e
e einen Appell an Ki chengemeinden und s a e e in Ve bindung dami
eine Un e sch i enak ion ü die uneingesch änk e E hal ung des S eik-
ech s und gegen eine Ände ung des §
116 (He manni 1989, S. 270–271).
Au g und diese Ak ion, die au die Un e s ü zung de „o ganisie e[n]
A bei nehme scha im Kamp gegen die Schwächung ih e Gegenmach “
ziel e, wa de Bundes o si zende des E angelischen A bei sk eises de
CDU/CSU Alb ech Ma in den Ve e e n de Indus ie- und Soziala bei
„Klassenkamp denken des 19. Jah hunde s“ und einen „demagogischen
Missb auch de Bibel“ o (He manni 1989, S. 271).
Somi kamen in den Auseinande se zungen um die P oblema ik on
S eik und Ausspe ung sowohl die pa eiliche Posi ionie ung de Indu-
s ie- und Soziala bei zuguns en de gewe kscha lichen Fo de ungen als
auch die spannungsgeladene Si ua ion des KDA an de Schni s elle on
inne - und auße ki chlichen Kon lik en in eine ma kan en Weise zum
Ausd uck. Wäh end eine solche Posi ionie ung ü die Gewe kscha en
in de ö en lichen Auseinande se zung eine „Schü zenhil e“ und eine
zusä zliche soziale hische Beg ündungs essou ce bedeu e e, ha e sie
– und zumal die o ensi en Solida isie ungsak ionen des KDA – Ang i e
und Delegi imie ungs e suche sei ens de A bei gebe zu Folge.
Da übe hinaus ie en seine Ak i i ä en auch inne halb de Ki che Ge-
gen eak ionen he o , die on Ve e e n de A bei gebe posi ionen aus-
gingen. Die Ki chenlei ungen olg en un e diesen Bedingungen eines in-
ne ki chlichen Kon lik s on gegensä zlichen sozialen In e essen de Kon-
s i u ionslogik ki chenlei enden Handelns, die zu eine eine eindeu ige
Pa einahme e meidenden Linie o male Ausgewogenhei üh e (Wil-
lems 2001, S. 82–85). Vo diesem Hin e g und k i isie e de EKD-Ra s-
o si zende Lohse wäh end de Ta i auseinande se zungen on 1984 die
Fü bi en o schläge de hessen-nassauischen Indus ie- und Soziala bei
als „einsei ig“ (Segbe s 1984, S. 81).
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 99
Auch die „o izielle“ E klä ung de EKD und de DBK zum Ta i kon lik
om Juni 1984 en hiel einen Appell an beide Ta i pa eien, im In e esse
des Gemeinwohls und de A bei slosen keine Lösungen, die Vo eile ü
Einzelne ode G uppen zulas en ande e e scha en soll en, zuzulassen
und ielmeh „ohne Rücksich au P es igedenken zu einem Komp omiss
zu kommen“ (Lohse/Hö ne 1984).
In diesem Kon ex üh en „einsei ige“ S ellungnahmen de Ak A ode
des KDA – wie be ei s die Ausa bei ung zu S eik und Ausspe ung aus
dem Jah e 1980 – inne ki chlich zu Hin e agung ih es Manda s au -
g und de Be ü ch ung, solche S ellungnahmen könn en in de Ö en lich-
kei als Meinung „de “ Ki che wah genommen we den.43
Fü die Gewe kscha en hingegen s ell en die Ki chen als G oßo gani-
sa ionen einen objek i gegebenen poli ischen (Mach -)Fak o da . Da-
du ch üb en sie, wie e wa E ns B ei in seine Ein üh ung zu DGB-
Kon e enz übe S eik ech , Demok a ie und Sozials aa abe mals be-
on e, auch bei einem Ve zich au das Beziehen eine konk e en Posi ion
in S ei agen und Kon lik en de ac o eine poli ische Wi kung aus, da
auch ein solche Ve zich eine implizi e Pa einahme bedeu e e.
Fü B ei und die Gewe kscha en bes and somi die F age o allem
da in, au welche Weise die Ki che poli isch wi k e (B ei 1987, S. 14; B ei
1986, S. 109), und in diesem übe g ei enden Kon ex wa en ü sie auch
das „einsei ige“ und pa eiische Engagemen de e angelischen Indus ie-
und Soziala bei im P oblem eld on S eik und Ausspe ung genauso wie
de en Solida isie ung mi den Gewe kscha en e o e .
43 P äsiden Johann F ank, Landeski chenam Hanno e , an P äsiden Hamme , Ki -
chenkanzlei, 4. Feb ua 1980. In: E angelisches Zen ala chi 2/11959.
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 100
7. Gewe kscha en und A bei gebe
Ki che: De Kon lik um das
ki chliche A bei s ech
Neben den Kon ak elde n, den übe eins immenden Posi ionen, de Zu-
sammena bei und den gemeinsamen Ak i i ä en, die – ungeach e ein-
zelne Di e enzen ode Spannungen – in den hema ischen Be eichen
wie Mi bes immung, Humanisie ung und A bei slosigkei zwischen den
Gewe kscha en und de e angelischen Ki che bes anden, wa das Ve -
häl nis beide O ganisa ionen besonde s in den 1970e und 1980e Jah-
en du ch den Kon lik um das ki chliche A bei s ech belas e .
Im Un e schied zu den genann en Be eichen bezog sich diese Kon lik
au die Ki che bzw. ki chliche Ein ich ungen in ih e Funk ion als A bei -
gebe und dami als Ak eu e de indus iellen Beziehungen, die den Ge-
we kscha en als In e essen e e ungen de A bei nehme scha gegen-
übe s anden. Da de DGB keine Ta i pa ei bilde e, be a en die Ausei-
nande se zungen um die Regelung de A bei sbeziehungen in ki chlichen
Ein ich ungen o allem die Gewe kscha ÖTV (Wiede 2022; B oock-
mann 1996/2006).
Gleichwohl wi k en sich diese Auseinande se zungen auch au die Be-
ziehungen zwischen den Gewe kscha en und de Ki che au de Ebene
des DGB aus, be üh en sie doch g undlegende F agen des gewe k-
scha lichen wie ki chlichen Selbs e s ändnisses. Dem KDA bzw. de
e angelischen Indus ie- und Soziala bei kam auch in diese Hinsich
eine eigens ändige Rolle zu, die eine sei s du ch ih e spezi ische Nähe zu
den Gewe kscha en und den gewe kscha lichen Posi ionen und ande-
e sei s – dami e bunden – du ch ih e ambi alen e inne ki chliche Lage
beding wa .
7.1 Die En wicklung de a bei s ech lichen
Regelungen in de e angelischen Ki che
Im Mi elpunk de Auseinande se zungen zwischen gewe kscha lichen
und ki chlichen Ak eu en s anden a bei s ech liche Regelungen ü Be-
schä ig e im ki chlichen Be eich. Dabei bes anden beide G oßki chen un-
e Be u ung au ih e e assungs ech lich ga an ie e Au onomie au de
eigens ändigen, on jede „F emdbes immung“ eien Ges al ung diese
Regelungen.

OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 101
Be ei s bei de Vo be ei ung und Be a ung des Be iebs e assungs-
und spä e des Pe sonal e e ungsgese zes in de e s en Häl e de
1950e Jah e ha en in ensi e poli ische Ein lussnahmen und In e en io-
nen ki chliche S ellen zu He ausnahme de Ki chen aus dem Gel ungs-
be eich diese Gese ze ge üh (Smola ski 2020, S. 173–250; Jähnichen
2015, S. 29–36). Die Gewe kscha en s eb en hingegen eine Übe a-
gung de gese zlichen Mi bes immungs ech e de A bei nehme innen und
A bei nehme sowie ih e Ve e ungen auch au den ki chlichen Be eich
und o allem den Abschluss on Ta i e ägen an.
Vo einem solchen Hin e g und a zunehmend eine Disk epanz zwi-
schen de a bei s ech lichen Sonde s ellung de Ki che und de en Be ü -
wo ung eine A bei nehme mi bes immung in de Wi scha he o , wie
sie in de E klä ung des EKD-Ra es on 1950 und nich zule z in de S u-
die de Sozialkamme on 1968 zum Ausd uck geb ach wu de (Smo-
la ski 2020). Diese wah genommene Disk epanz s ell e einen wesen li-
chen Fak o im S ei um die A bei s e häl nisse in ki chlichen Ein ich un-
gen in den 1970e und 1980e Jah en da .
Auch bei de zwei en Säule des dualen Sys ems de indus iellen Be-
ziehungen – de Ta i au onomie – üh en die Annähe ungsp ozesse und
die In ensi ie ung de Kon ak e zwischen de Ki che und den Gewe k-
scha en im Zuge des Ein e ens de EKD ü die Einhei sgewe kscha
und de s ä ke en ki chlichen Hinwendung zu P oblemen de A bei swel
im Kon ex de EKD-Synode in Espelkamp nich zu eine Einigung übe
Ta i e äge.
Als einzige Landeski che schloss lediglich die E angelisch-Lu he i-
sche Landeski che in Schleswig-Hols ein 1960 einen Ta i e ag mi de
ÖTV und de Deu schen Anges ell en-Gewe kscha ab, de alle dings ei-
nen Ve zich au A bei skamp maßnahmen beinhal e e (Jähnichen 2015,
S. 39–40; Jähnichen 2012, S. 297–298).
Angesich s diese Si ua ion se z e de Ra de EKD 1957 eine heolo-
gische Kommission zu Regelung ki chliche A bei s e häl nisse ein, die
1959 Lei sä ze zu F age de Ta i e äge beschloss (EKD 1959b). Eben-
alls 1957 wu de sei ens des om bekann en e angelischen Soziale hike
Heinz-Die ich Wendland gelei e en Ins i u s ü Ch is liche Gesellscha s-
wissenscha en an de Uni e si ä Müns e ein Vo um zu F age eines Ta-
i e agsabschlusses mi den Gewe kscha en in Schleswig-Hols ein
o geleg (in: Klu e/Segbe s 2006, S. 95–98), das nachd ücklich ü Ta i -
e äge plädie e und de en g undsä zliche soziale hische Bedeu ung
he auss ich (Jähnichen 2015, S. 39–40; Jähnichen 2012, S. 297–298).
Gegenübe diese Minde hei sposi ion wü dig en die Lei sä ze de
EKD-Kommission – de Wendland ebenso angehö e – den Ta i e ag
zwa als „Elemen de sozialen Rech s- und F iedenso dnung“ sowie als
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 102
Mi el zum Ausgleich de In e essen. Dabei e kann en sie auch das Rech
de A bei nehme in de Ki che au die Mi wi kung bei de Ges al ung ei-
gene A bei sbedingungen an (EKD 1959b, S. 109, 111).
Zugleich lehn en sie jedoch jeden „Ve such, Ta i e handlungen und
a i e agliche Maßnahmen nu als Mi el des Klassenkamp es zu benu -
zen“, als „Missb auch“ ab und bes anden au de No wendigkei , „bei de
Anwendung de G undsä ze des Ta i e agswesens“ die S uk u und
die Rech so dnung de Ki che sowie das Wesen de ki chlichen „Diens -
gemeinscha “ zu be ücksich igen (ebd., S. 109–110). Die Möglichkei on
S eik und Ausspe ung im ki chlichen Raum wu de dabei g undsä zlich
bes i en (ebd., S. 111–112).
Vo diesem Hin e g und sp achen sich die Landeski chen bei ih en Be-
a ungen 1959 gegen den Abschluss on Ta i e ägen mi den Gewe k-
scha en aus und schlugen s a dessen einen „d i en Weg“ o , de sich
sowohl on eine einsei igen Bes immung du ch den A bei gebe als auch
on eine Ta i e einba ung un e schied und zu Regelung de ki chlichen
A bei sbeziehungen die Bildung pa i ä ische landeski chliche Kommis-
sionen ü a bei s ech liche F agen o sah (EKD 1959a).
Ebenso wie im Be eich de Be iebs e assung spiel e in de ki chli-
chen A gumen a ion auch hie de Ve weis au die No wendigkei eine
Rücksich nahme au die Si ua ion de Ki chen in de Deu schen Demo-
k a ischen Republik eine ele an e Rolle.
Die Deba en um das ki chliche A bei s ech in ensi ie en sich un e
den Bedingungen de Mi bes immungsini ia i e des DGB und de Re o m-
poli ik de soziallibe alen Koali ion am Ende de 1960e und in de e s en
Häl e de 1970e Jah e (Jähnichen 2015, S. 41–42; Jähnichen 2012,
S. 300–301). Jedoch wu den bei de No ellie ung des Be iebs e as-
sungs- und des Pe sonal e e ungsgese zes (1972 bzw. 1974) du ch e -
neu e ki chliche In e en ionen die Ausnahme egelungen ü die Ki chen
beibehal en (Smola ski 2020, S. 374–395).
Auch au de a i lichen Ebene wu de nach in e nen Diskussionen und
Be a ungen 1976 om Ra de EKD eine Rich linie „ ü ein Ki chengese z
übe das Ve ah en zu Regelung de A bei s e häl nisse de Mi a bei e
im ki chlichen Diens “ e lassen (Ra de EKD 1976).
Diese Rich linie emp ahl den Landeski chen den „d i en Weg“, d.
h. ein
Ve ah en, das konsensuale Ve einba ungen du ch pa i ä isch bese z e
a bei s ech liche Kommissionen aus A bei gebe - und A bei nehme e -
e e innen und - e e e n sowie – im Falle eine Nich einigung – einen
eben alls pa i ä isch zusammengese z en Schlich ungsausschuss o -
sah, de eine endgül ige En scheidung e en soll e (Jähnichen 2015,
S. 42–44; Jähnichen 2012, S. 301–304; Wiede 2022, S. 34).
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 103
Ende de 1970e Jah e wu den in den meis en Landeski chen en sp e-
chende a bei s ech liche Gese ze e abschiede . Die im Jah e 1977 aus
den Landeski chen on Hambu g, Lübeck, Eu in und Schleswig-Hols ein
gebilde e No delbische E angelisch-Lu he ische Ki che blieb dabei alle -
dings, als Rech snach olge , wei e hin bei dem a i e aglichen Weg
(Jähnichen 2015, S. 44–45; Jähnichen 2012, S. 304–305).
Den heologischen Hin e g und de ki chlichen A bei s ech s egelun-
gen bilde e de Gedanke de besonde en ki chlichen „Diens gemein-
scha “, die sich au den ki chlichen Au ag bezog und in de ih em Wesen
nach wede ein Gegensa z zwischen Kapi al und A bei noch gegensä z-
liche ode di e gie ende In e essen zwischen A bei gebe und A bei neh-
me n exis ie en konn en (Beye /Nu zinge 1991, S. 46–53). Diese Ge-
danke spiegel e alle dings his o isch eine pa ia chalische P axis de A -
bei sbeziehungen in de Ki che wide und s ell e eine nach ägliche Theo-
logisie ung on ech lichen Ka ego ien da (Jähnichen 2015, S. 38).
Mi seinen Konno a ionen aus de Zei des Na ionalsozialismus wa e
iel ach on einem hie a chisch s uk u ie en Gesellscha sbild gep äg
und ug zu Ve deckung on Mach e häl nissen in de Ki che bei (Jähni-
chen 2015, S. 36–38, 52). In den Auseinande se zungen zwischen den
gewe kscha lichen und ki chlichen Ak eu en um die Regelung de ki ch-
lichen A bei sbeziehungen in den 1970e und 1980e Jah en kam dem
Beg i und dem Ve s ändnis on „Diens gemeinscha “ denn auch eine
zen ale Bedeu ung zu.
7.2 ÖTV, DGB und de „d i e Weg“
Wie eingangs e wähn , be a en die Auseinande se zungen um die Rege-
lung de ki chlichen A bei sbeziehungen unmi elba in e s e Linie die
ÖTV als Ta i pa ei. Als zus ändige Gewe kscha üh e sie be ei s ab den
1950e Jah en Gesp äche mi de EKD. Einen Gegens and diese Ge-
sp äche bilde e neben Ta i agen o allem die Mi a bei de Gewe k-
scha s e e e innen und - e e e in de a bei s ech lichen Kommission
de EKD (B oockmann 1996/2006, S. 108–112).
Wäh end im Zuge de Bemühungen um eine Wei e en wicklung des
ki chlichen Diens ech s in de e s en Häl e de 1970e Jah e in den Ki -
chen eine einhei liche Regelung de Mi a bei e e e ungen bzw. a bei s-
ech lichen F agen – kon o e s – disku ie bzw. anges eb wu de (Smo-
la ski 2020, S. 402–405), wu de die ÖTV bei de Neube u ung de a bei s-
ech lichen Kommission de EKD im Jah e 1975 nich be ücksich ig . Das
üh e zu I i a ionen au sei en de Gewe kscha , die eine Be eiligung in
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 104
diese Kommission o de e (B oockmann 1996/2006, S. 111; Kleine Ven-
neka e 2015, S. 255; Jähnichen 2015, S. 42; Jähnichen 2012, S. 301).
Gleichwohl bemüh e sich die ÖTV auch nach de Ve abschiedung de
EKD-Rich linie on 1976 um die Wiede au nahme bzw. Fo üh ung de
Kon ak e zu Ki che. Vo diesem Hin e g und anden ab 1977 e neu e
T e en mi Ve e e n de EKD s a , die jedoch wiede um keine Annähe-
ung in de s i igen F age de Ta i e äge b ach en (B oockmann 1996/
2006, S. 112–113).
Da sei ens de EKD noch Unsiche hei und zum Teil Miss auen ge-
genübe de Au nahme on di ek en Gesp ächen mi de ÖTV bes anden,
wa en ki chliche Ve e e bes eb , die P oblema ik de Ki che als A bei -
gebe zunächs mi dem DGB zu disku ie en.44 So and das T e en on
EKD und ÖTV im Sep embe 1977 e s nach dem Gesp äch zwischen
dem Ra de EKD und dem Bundes o s and des DGB im Juli dieses Jah-
es s a . An ang de 1980e Jah e wa de DGB auch an wei e en T e en
zwischen de EKD und de ÖTV be eilig (B oockmann 1996/2006,
S. 113–114).
Die gewe kscha lichen Bes ebungen und Fo de ungen nach a i e -
aglichen Ve einba ungen mi den Ki chen wa en u.
a. dadu ch beding ,
dass besonde s im Zuge de Expansion des ki chlichen Wohl ah ssek o s,
speziell de Diakonie und de Ca i as, sei Mi e de 1960e Jah e die Zahl
de ki chlichen Beschä ig en in beiden Kon essionen e heblich zunahm
(Jähnichen 2015, S. 23–24). Fü den e angelischen Be eich ging man im
DGB 1977 on 200.000 Mi a bei e innen und Mi a bei e n aus.45
In beiden Ki chen und ih en Ein ich ungen insgesam wa en am Ende
de 1970e Jah e ca. 600.000 A bei nehme innen und A bei nehme be-
schä ig (B oockmann 1979, S. 39). Im Übe gang zu den 1990e Jah en
wa en es be ei s as 900.000 (Beye /Nu zinge 1991, S. 266). Dabei be-
s and die P oblema ik aus gewe kscha liche Pe spek i e auch da in,
dass de O ganisa ionsg ad diese Beschä ig en schä zungsweise nu
bei d ei bis ün P ozen lag (Beye /Nu zinge 1991, S. 266; He bo g 1985,
S. 281).
Un e diesen Bedingungen lie die Hal ung de ÖTV in de Kon o e se
um das ki chliche A bei s ech au eine dezidie e Ablehnung des „d i en
Weges“ hinaus, in dem sie einen Ang i au die Ta i au onomie und
die Ta i poli ik de Gewe kscha en ebenso wie eine Ve d ängung on In-
e essengegensä zen sah (B oockmann 1979, S. 41; Smola ski 2020,
S. 406–409). Da aus esul ie e auch die Weige ung de Gewe kscha ,
44 Ab eilung Vo si zende . Ve me k. Be . Punk 3 des Gesp äches mi dem Ra de EKD
am 9.7.1977 „Die Ki che als A bei gebe “, 4. Juli 1977. In: DGB-A chi im A chi de
sozialen Demok a ie, 5/DGCS000085.
45 Ebd.
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 111
zu nehmen, um die Diskussionen und Gesp äche au Spi zenebene zu
e möglichen und zu be ö de n.50
Seine Au gaben im Hinblick au die Un e s ü zung de Gewe kscha en
sah e dabei o nehmlich in de Be a ung und de Mi wi kung an gewe k-
scha lichen Bildungsmaßnahmen, so e wa in de Hil e ü die ÖTV bei de
Wei e bildung de Funk ionä e ü die Fachg uppe Ki chliche Mi a bei-
e .51 Auch an de Vo be ei ung de Gesp äche zwischen Ki che und Ge-
we kscha en im Jah e 1977 wa de KDA mi elba be eilig .52
Alle dings e wiesen sich diese Bemühungen aus Sich des KDA als
nich e olg eich. In ih e „Makle “-Rolle wu de die e angelische Indus ie-
und Soziala bei , beding nich zule z du ch ih e inne ki chlich als gewe k-
scha snah wah genommene Hal ung, on de eigenen Ki che nich ak-
zep ie (Sohn 1980b, S. 142). E s o diesem Hin e g und e ö en lich e
de KDA 1978 ein on seine Ve e e e sammlung e abschiede es
„Memo andum zu F age on Ta i e ägen in de Ki che“, in dem e , u.
a.
mi heologischen A gumen en, nachd ücklich S ellung zuguns en a i e -
agliche Ve einba ungen mi den Gewe kscha en bezog (KDA 1978).
Die No wendigkei de Ta i e äge e gab sich ü den KDA aus meh-
e en gewich igen G ünden. Zum einen olg e sie aus dem „du ch und
du ch wel liche[n]“ Cha ak e de ki chlichen Ins i u ion. Demen sp e-
chend bes anden auch in de ki chlichen A bei swel „wel lich no male In-
e essengegensä ze“, die zu ih em Ausgleich ein e nün iges, allgemei-
nes und ö en lich ane kann es Ve ah en – wie es die Ta i au onomie
da s ell e – benö ig en (KDA 1978, S. 75). Im Hinblick da au bedu e die
Ki che solche „höchs i dische O dnungen“ auch „zum Schu ze o eige-
nem Fehl e hal en“ (Schwe d 1982, S. 52).
Zum ande en e möglich e de Abschluss on Ta i e ägen aus Sich
des KDA die He s ellung eines kons uk i en Ve häl nisses und eine in-
s i u ionalisie en, d.
h. nich länge o allem pe sonell gep äg en Bezie-
hung zwischen den Gewe kscha en und de Ki che (Sohn 1980b, S. 141;
Sohn 1980a, S. 32–33). Da in konn e ü ihn nich nu ein wesen liche
Bei ag zu Ve besse ung des allgemeinen Ve häl nisses zwischen Ki che
und A bei nehme scha bes ehen. Eine ins i u ionell ge egel e und gesi-
che e Beziehung zu den Gewe kscha en als Ta i pa ne lag, wie Ve e-
50 Tä igkei sbe ich des KDA 1976–1978, S. 3. In: E angelisches Zen ala chi 2/11952;
Niede sch i de E gebnisse de KDA-Vo s andssi zung am 21./22.10.1977 in F ank-
u /Main, Dominikane klos e , S. 2. In: E angelisches Zen ala chi 2/11950.
51 E angelische Ak ionsgemeinscha ü A bei nehme agen in de Bundes epublik
Deu schland e.
V., Vo be ich e ü die Mi gliede e sammlung de Ak A und die Vo -
s andssi zung des KDA (17. Feb ua 1977), S. 9. In: E angelisches Zen ala chi
2/11949; Tä igkei sbe ich des KDA 1976–1978, S. 3. In: E angelisches Zen ala chi
2/11952.
52 Ebd.

OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 112
e des KDA be on en, auch im Eigenin e esse de Ki che (Sohn 1980b,
S. 141–142).
Au g und eine solchen e aglichen Bindung konn en die Gewe k-
scha en nich zule z „mi inne ki chlichen P oblemen bekann gemach
we den“ und wä en dami ehe be ei , ih e sei s de Ki che zu Sei e zu
s ehen und sie ge ade in Si ua ionen zu un e s ü zen, in denen sie selbs
Hil e benö igen wü de (KDA 1978, S. 87; Sohn 1980a, S. 33). Schließlich
esul ie e ü den KDA aus dem besonde en ki chlichen Au ag – auch
als „Diens gemeinscha “ – eine Vo bild- ode Modell unk ion de Ki che
und ih e Ein ich ungen ü die „Wel “.
Un e diesem Gesich spunk soll en ki chliche O dnungen ü ih e Be-
schä ig en in e s e Linie besse e, ge ech e e Bedingungen in quan i a i-
e wie quali a i e Hinsich bzw. im Sinne on meh Mi bes immung und
Demok a isie ung scha en, die den „wel lichen Regelungen jeweils einige
Sch i e o aus“ (Schwe d 1977, S. 138) und dami „nach olge ähig“ wä-
en (Schwe d 1982, S. 52–53). Du ch solche Bedingungen konn en dem-
nach auch „Zeichen ü die Ve besse ung und Ve ände ung wel liche
Ve häl nisse“ gese z we den (Schwe d 1982, S. 53).
Mi diesen A gumen en posi ionie e sich de KDA nich nu au de
Sei e de Gewe kscha en und ih e Fo de ungen. Sein Ein e en ü Ta-
i e äge ging zudem mi eine – eilweise be eiungs heologisch kon u-
ie en – K i ik an de Ki che einhe , in de sich auch seine ambi alen e
inne ki chliche S ellung wide spiegel e. Dadu ch wa die Auseinande se -
zung um das ki chliche A bei s ech mi den inne ki chlichen Kon o e -
sen um die S ellung, Rolle und Funk ionen de Ki che in Gesellscha und
Poli ik e bunden, de en Hin e g und jeweils un e schiedliche Ki chen e -
s ändnisse bilde en.
Die K i ik des KDA im Zusammenhang mi de Regelung de ki chli-
chen A bei s e häl nisse ich e e sich in e s e Linie gegen die Ha moni-
sie ung diese Ve häl nisse und dami die Leugnung und Ve d ängung de
Wel lichkei de Ki che (KDA 1978, S. 75). Solche Ve d ängungs- und
Leugnungsp ozesse wa en aus Sich des KDA symp oma isch ü eine
„Ve gö zung“ de Ki che, die e wa in de Be u ung au die ki chliche
„Au onomie“ und de Ve weige ung a i e agliche Abschlüsse als ei-
ne e mein lichen „F emdbes immung“ zum Ausd uck kam (KDA 1978,
S. 75).
Wie man be ei s in den Ve handlungen zwischen de EKD und de
ÖTV 1977 dem S andpunk de Ki chenlei ungen en gegenhiel (Thimme
1977, S. 38), wu de die „au onome“ und „nich emdbes imm e“ Ki che
dennoch mi ö en lichen Mi eln ge ö de , übe nahm „in ih e Ve wal ung
alle Gese ze de wel lichen Bü ok a ie“ und schloss du chaus Ve äge mi
dem S aa übe den ki chlichen Un e ich , die Mili ä - ode die Ge ange-
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 113
nenseelso ge (KDA 1978, S. 75). Die Nich ane kennung de Wel lichkei
de Ki che üh e somi zu eine „insula en Sonde egelung“ un e Bezug
au die besonde e ki chliche A bei s- und Diens gemeinscha .
Diese „Diens gemeinscha “ wu de jedoch, wie KDA-Ve e e be on-
en, on de Ki che als be ei s exis en behaup e und o ausgese z , wäh-
end sie „e s du ch Kon lik e und Auseinande se zungen hindu ch im-
me wiede neu gescha en we den“ muss e (Schwe d 1980b, S. 52–53;
Schwe d 1982, S. 52–53).
Solche „kle ikalen Sonde ins i u ionen“, die on de imme noch bes e-
henden Ve ha ung de Ki che in „ob igkei lichen, hie a chischen S uk u-
en und Ve hal ensweisen“ zeug e, s anden aus Sich des KDA auch im
Wide sp uch zu ki chlichen Bejahung de – „wel lichen“ – Einhei sgewe k-
scha und zu Ablehnung de G ündung on eigenen ch is lichen Gewe k-
scha en du ch die EKD im Jah e 1955 (Schwe d 1982, S. 51–52).
Die Disk epanz in ki chlichen Aussagen übe die Gewe kscha en und
die Ta i au onomie bezogen au die Wi scha ode den ö en lichen
Diens eine sei s und den eigenen Raum ande e sei s bilde e somi auch
hie einen de wesen lichen Aspek e in den Kon o e sen um das ki chli-
che A bei s ech .
De KDA e wies in Übe eins immung mi den Gewe kscha en wiede -
hol au den Gegensa z zwischen de ki chlichen Ane kennung de Ge-
we kscha en und de Ta i e äge als Elemen e eine sozialpa ne -
scha lichen O dnung in de Wi scha und de sch o en Ablehnung a i -
e agliche Regelungen im eigenen Be eich, die nunmeh als Ins u-
men e des Klassenkamp es e schienen (KDA 1978, S. 76; Sohn 1980b,
S. 142).
Diese Disk epanz e gab sich ü den KDA aus de Unkenn nis und dem
Un e s ändnis de meinungsbildenden und En scheidungen o be ei en-
den bzw. e enden ki chlichen S ellen gegenübe den Gewe kscha en
und ih em Selbs e s ändnis genauso wie gegenübe de Zusammense -
zung de gewe kscha lichen Ta i kommissionen, zu denen nich zule z
ki chliche Mi a bei e innen und Mi a bei e gehö en (KDA 1978, S. 76).
Inne halb de Ki che wa en dami nach seine Wah nehmung auch Un-
kenn nis und Un e s ändnis hinsich lich de Au gaben und de Tä igkei
de e angelischen Indus ie- und Soziala bei e bunden (Sohn 1980b,
S. 142; Sohn 1980a, S. 33–34).
Füh e eine solche Unkenn nis zu ki chlichen Be ü ch ung eine
„F emdbes immung“ du ch die Gewe kscha en, esul ie e ü den KDA
aus Ta i e ägen, im Gegen eil, nich eine gewe kscha liche „F emd-“,
sonde n ielmeh „ein S ück Mi bes immung“, die on den ki chlichen Mi -
a bei e innen und Mi a bei e n selbs , „ges ä k du ch ih e O ganisa ion“,
ausgeüb wu de (Schwe d 1982, S. 53). Vo diesem Hin e g und wi k e
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 114
sich die Ablehnung on Ta i e ägen mi den Gewe kscha en du ch die
Ki che und die Scha ung eigene a bei s ech liche Sonde egelungen im
Sinne des „d i en Weges“ auch au die Si ua ion de e angelischen In-
dus ie- und Soziala bei als eine ki chlichen Ins i u ion aus.
Aus de Pe spek i e des KDA beein äch ig e diese Ablehnung nich
zule z die Glaubwü digkei de ki chlichen A bei im Be eich de A bei s-
wel selbs (Schwe d 1980b, S. 52). Die „insula e Sonde egelung“ und
die dami e bundene Gleichse zung de ideellen, e s he zus ellenden
„Diens gemeinscha “ mi den exis ie enden A bei s e häl nissen in de
Ki che üh en dadu ch auch zu eine Rela i ie ung de K i ik, die de KDA
an manchen gewe kscha lichen Posi ionen üb e, und belas e en zudem
seine Solida i ä mi de eigenen Ki che (Schwe d 1980b, S. 53).
Somi beweg e sich de KDA in den Kon o e sen um das ki chliche
A bei s ech in einem Spannungs eld zwischen ki chlichen Ansp üchen
und gewe kscha lichen Fo de ungen, zwischen heologischen Legi ima-
ionen und den In e essen de Beschä ig en im Raum de Ki che. Sein
Ein e en ü Ta i e äge und gegen den „d i en Weg“ ging zudem mi
eine Zuspi zung de inne ki chlichen Auseinande se zungen einhe .
B ach e be ei s das „Memo andum zu F age on Ta i e ägen in de
Ki che“ dem KDA „keine zusä zlichen F eunde“ im ki chlichen Be eich
(Sohn 1980b, S. 142), a en besonde s im Kon lik um das gewe kscha -
liche Zu i s ech zu ki chlichen Ein ich ungen wei e e Di e enzen und
Spannungen zwischen de e angelischen Indus ie- und Soziala bei und
ki chenlei enden S ellen he o .
Anlässlich des Beschlusses des Bundes e assungsge ich s übe den
Fall Volma s ein e ö en lich e de Vo s and de Ak A 1981 eine S ellung-
nahme, in de diese Beschluss als eine e hebliche Belas ung ü das Ve -
häl nis on Gewe kscha en und Ki che beu eil wu de. Aus Sich de
e angelischen Indus ie- und Soziala bei üh e die Ge ich sen schei-
dung zu eine wei e en Einengung de – ohnehin eingesch änk en – Mög-
lichkei en ü eine gewe kscha liche In e essen e e ung im ki chlichen
Be eich (Ak A 1981, S. 75).
Dabei k i isie e die Ak A auch die Hal ung de Ki che, die sich ih e
„Diens gemeinscha “ gewisse maßen gese zlich e s ei en und om
S aa absiche n ließ und du ch die Beansp uchung des Beschlusses nich
ih e Eigens ändigkei , sonde n ielmeh ih e Angs demons ie e. Mi
dem Hinweis au die E klä ung de no delbischen und de be lin-b anden-
bu gischen Landeski chen gegenübe de ÖTV, die bishe ige P axis des
gewe kscha lichen Zu i s beibehal en zu wollen, ie die Ak A die ki ch-
lichen A bei gebe au , die En scheidung des Ge ich s in ih en Ein ich un-
gen gleich alls nich anzuwenden (Ak A 1981).
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 115
In eine ähnliche Rich ung ziel e die S ellungnahme de E angelischen
Akademie Bad Boll, die eng mi de Indus ie- und Soziala bei e bunden
wa und in de sich auch die Bundesgeschä ss elle de Ak A und des KDA
be and.
Im Zusammenhang mi de Klage de O hopädischen Ans al en und
dem U eil des Bundes e assungsge ich s s ell e die Akademie ebenso
den Gegensa z de P axis de Ki che als A bei gebe , die die gewe k-
scha liche Be ä igung als In e essen e e ung de A bei nehme innen
und A bei nehme behinde e, zu ki chlichen Bejahung und Un e s ü -
zung de Einhei sgewe kscha und dami die Disk epanz „zwischen ge-
we kscha s eundlichen Wo en und gewe kscha s eindlichem Ve hal-
en“ he aus (S imme de A bei 1981).
Diese Disk epanz muss e sich demnach nega i au die Bemühungen
de Indus ie- und Soziala bei zum Au bau des Ve auens zu A bei neh-
me scha und zu „ih e legi imen In e essen e e ung“ auswi ken. Im
Hinblick da au e klä e die Akademie – auch gegenübe dem DGB –,53
einen eien Zu i ü Gewe kscha sbeau ag e jede zei zu gewäh leis-
en, und appellie e, genauso wie die Ak A, an alle ki chlichen S ellen und
Ein ich ungen, diesem Beispiel zu olgen (S imme de A bei 1981).
In Baye n üh e eine solche Posi ionie ung zu einem Kon lik zwischen
de Indus ie- und Soziala bei und de Lei ung de Landeski che. In ei-
nem B ie an den Landesbischo Johannes Hanselmann o de e die lan-
deski chliche Ak ionsgemeinscha ü A bei nehme agen im Feb ua
1982 in ähnliche Weise wie die Ak A au Bundesebene ki chliche Ein ich-
ungen dazu au , on dem du ch das Bundes e assungsge ich bes ä ig-
en Ve weige ungs ech hinsich lich des gewe kscha lichen Zugangs kei-
nen Geb auch zu machen, um eine B üskie ung des DGB zu e meiden.
Wie die baye ische Ak ionsgemeinscha dabei be on e, bedeu e e die
gese zliche Rech mäßigkei eine Maßnahme noch nich ih e Legi imi ä
in soziale hische Hinsich (epd 1982b). Bei de Landeski chenlei ung
s ieß diese Au u au scha e Ablehnung. De baye ische Landeski -
chen a bezeichne e es seine sei s als „une äglich“, das obe s e bun-
desdeu sche Ge ich du ch Nich beach ung on dessen En scheidungen
zu b üskie en, und wa den Ve e e n de Indus ie- und Soziala bei o ,
mi ih em Vo s oß zu S ei , Un uhe und Un ieden beizu agen (epd
1982a).
53 Ch is oph Bausch, E angelische Akademie Bad Boll an Lo ha Zimme mann, Vo si -
zende des Landesbezi ks Baden-Wü embe g des Deu schen Gewe kscha sbun-
des, 3. Juli 1981. In: DGB-A chi im A chi de sozialen Demok a ie, 5/DGAI001857.
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 116
7.4 De S ellenwe des ki chlichen
A bei s ech s in den Beziehungen
zwischen Gewe kscha en und Ki che
Im Hinblick au das Ve häl nis on Gewe kscha en und Ki che spiegel en
sich in den Auseinande se zungen um das ki chliche A bei s ech und die
gewe kscha liche Be ä igung in ki chlichen Ein ich ungen bezeichnende
Handlungs- und Eins ellungsme kmale bzw. -mus e de gewe kscha li-
chen und de ki chlichen Ak eu e wide , die du ch ih e jeweiligen S uk u-
en und ih e en sp echende inne o ganisa o ische S ellung beding wa-
en.
Wäh end sich de KDA mi seinen gewe kscha snahen und ki chen-
k i ischen Posi ionen in eine Spannung zu ki chenlei enden S ellen be-
and, wa das Handeln de ÖTV o allem du ch ih e Funk ionen als Ta-
i pa ei und ü die O ganisie ung und Be euung ki chliche Beschä ig e
zus ändige Gewe kscha bes imm . Fü die Ak i i ä en des DGB in die-
sem Be eich wa en hingegen auch übe g ei ende Mo i e, Übe legungen
und S a egien bedeu sam, die seine Rolle als Dach e band und als poli-
ische Ak eu (Hassel 2003, S. 198–110) p äg en.
Inso e n s anden P obleme de a bei s ech lichen Regelungen in de
Ki che ü den DGB und seine Beziehungen zu Ki che on de Mi e de
1970e bis in die 1980e Jah e nich so seh im Mi elpunk . Zu einem
zen alen Thema in diesen Beziehungen wu de o allem die P oblema ik
de A bei slosigkei und ih e Bekämp ung.
Un e den Bedingungen de wi scha lichen K ise und de De ensi si-
ua ion, in de sich de DGB zunehmend be and, hob e s ä ke gemein-
same O ien ie ungen und Au gaben, die wei gehende Übe eins immung
in den zen alen P oblemen de A bei swel – zumal in de F age de A -
bei slosigkei (Leich 1981, S. 55) – und nich zule z auch eine po enzielle
Bündnispa ne scha zwischen den Gewe kscha en und de Ki che o
dem Hin e g und de gemeinsamen He aus o de ungen he o (B ei
1982, S. 89–90).
Dabei wu den zwa F agen de Ta i e äge und des „d i en Weges“,
wie gezeig , om DGB bei seinen Kon ak en und Gesp ächen mi de EKD
ode im ki chlichen Raum selbs du chaus hema isie , die Fo de ungen
de ÖTV ak i un e s ü z und die Posi ionen de Ki che k i isie . Jedoch
s ell en z.
B. Ve e ode B ei gleichzei ig ausd ücklich die im G oßen und
Ganzen posi i e, „e euliche“ En wicklung de Beziehungen zwischen
den Gewe kscha en und de Ki che, bis hin zu En s ehung eine A
„Ziel- und Handlungsgemeinscha “ in ielen Punk en, he aus (S imme
de A bei 1980c; S imme de A bei 1977c), wäh end inne halb des KDA

OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 117
eine solche Einschä zung bezeichnende weise als zu op imis isch wah -
genommen wu de.54
In diesem Kon ex be on e Ve e „die No wendigkei de bewäh en
und wei hin e auens ollen Zusammena bei de Ki che mi den Rep ä-
sen an en de Gewe kscha en“ auch in de P oblema ik de Ki che als
A bei gebe – u.
a. zwecks „Besei igung on Unkla hei en im gegensei i-
gen Ve s ändnis un e Be ücksich igung de gewe kscha lich bekann en
Besonde hei en ki chlichen Diens es“ (S imme de A bei 1977c) – und
di e enzie e in den Auseinande se zungen um das gewe kscha liche
Zu i s ech zwischen de Hal ung de „Ki che“ und „manche ih e Ein-
ich ungen“ (Leich 1981, S. 55).
Bei den Gesp ächen zwischen dem DGB und de EKD im Jah e 1980,
bei denen wiede um die Bewäl igung on A bei slosigkei im Fokus s and,
soll e zu Ve meidung on zusä zlichen Belas ungen ü das Ve häl nis
beide O ganisa ionen die P oblema ik de Ta i e äge – wenngleich sie
on Ve e du chaus angesp ochen wu de (Ve e 1980a, S. 16–17; DGB-
Bundes o s and 1982b, S. 4) – als Diskussionspunk wei gehend ausge-
klamme we den.55 Einen ele an en Fak o bilde e dabei nich zule z
auch de Ve weis au die o male Nich zus ändigkei des DGB.56
Im Ganzen e schien die P oblema ik de Ta i e äge aus de Pe -
spek i e des DGB und seine Beziehungen zu EKD eine sei s als eine
„o ene F age“ (S imme de A bei 1980c) und ein Spannungs eld, das
„Kon lik po enzial und In e essenkollisionen“ in sich ba g (B ei 1986,
S. 110). Die Ablehnung on Ta i e agsabschlüssen s ell e demen sp e-
chend ein Hinde nis ü eine noch s ä ke e und enge e Zusammena bei
und ein iel „selbs e s ändliche [es]“, „wi klich be iede e[s]“ Ve häl nis
on Gewe kscha en und Ki che da (S imme de A bei 1980c; Ve e
1977, S. 135).
Ande e sei s gehö en zu diesem Ve häl nis auch ge eil e G undlagen.
Fü Ve e genauso wie ü B ei bo en sie du chaus die Möglichkei , ge-
meinsame Anliegen in gemeinsame Ve an wo ung de Gewe kscha en
und de Ki che – welche zugleich zum Ve lassen on poli ische Neu ali-
ä und zu Pa einahme ü Schwache und Un e p i ilegie e au ge o de
wu de – zu e olgen, ohne die Un e schiede zwischen beiden O ganisa-
ionen zu e wischen (Ve e 1977, S. 132–136; B ei 1986, S. 109–110).
54 P o okoll de Si zung des KDA-Vo s andes am 24./25.1.1980 in F ank u /Main, Domi-
nikane klos e , S. 5. In: E angelisches Zen ala chi 2/11959.
55 DGB und EKD: Thema Ta i e äge blieb ausgeklamme . E s es Gesp äch nach d ei
Jah en soll e nich belas e we den. epd Zen alausgabe 176 om 12. Sep embe
1980. In: E angelisches Zen ala chi 2/17711.
56 P äsiden Hamme an Ho s Ech e nach, 16. Janua 1980. In: E angelisches Zen al-
a chi 2/6344; No iz übe die Diskussion im Ra zum Thema EKD/DGB am 11. Juli
1980. In: E angelisches Zen ala chi 2/6345.
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 118
8. Fazi
Die Beziehungen des DGB zu e angelischen Ki che und zu den einzel-
nen p o es an ischen Ak eu en en wickel en sich im Lau e de 1960e ,
1970e und 1980e Jah e im Zeichen eine Annähe ung und eine zuneh-
menden Zusammena bei , die un e schiedliche Fo men und Ausp ägun-
gen annahm, abe auch mi o bes ehende Dis anz und einigen Span-
nungs elde n zwischen beiden O ganisa ionen bzw. ih en Gliede ungen
einhe ging.
Die Rele anz und die Auswi kungen diese Beziehungen im Hinblick
au die gewe kscha liche Poli ik – die in jenen Jah zehn en u.
a. in den
Auseinande se zungen um Mi bes immung, Humanisie ung de A bei ,
A bei slosigkei ode S eik und Ausspe ung deu lich wu den – wa en je-
doch on de jeweiligen Ebene und den jeweils be eiligen Ak eu en ab-
hängig.
Im Allgemeinen a en dabei di e en e Beziehungsme kmale und
-mus e zum einen au de Ebene de o iziellen G emien und Kon ak e
und zum ande en au de Ebene de e angelischen Indus ie- und Sozial-
a bei he o . Au o izielle Ebene e üll en die Kon ak e und Zusammen-
kün e de gewe kscha lichen und ki chlichen Füh ungs e e e iel ach
ep äsen a i e Funk ionen und dien en de Demons a ion de gu en Be-
ziehungen sowie de gemeinsamen Bemühungen beide O ganisa ionen
zu Lösung ie g ei ende gesellscha liche P obleme, allen o an de A -
bei slosigkei .
Demgegenübe spiegel e sich in den „o iziellen“ Äuße ungen und S el-
lungnahmen ki chliche O gane und G emien, wie de Sozialkamme , de
Synode und des Ra es de EKD, zu P oblemen de A bei swel ode de
Wi scha s- und Sozialo dnung die ambi alen e ki chliche S ellung in
kon o e sen gesellscha lichen Deba en wide . Obwohl die Gewe k-
scha en – so o allem im Rahmen de Sozialkamme – in die ki chlichen
Diskussions- und Meinungsbildungsp ozesse einbezogen wu den, zeich-
ne en sich die „o iziellen“ ki chlichen Tex e o wiegend du ch Ausgewo-
genhei , Uneindeu igkei und eine ehlende Fes legung au eine be-
s imm e Posi ion in de Kon o e se aus.
Beding du ch he e ogene, u.
a. auch gegensä zliche soziale In e es-
sen, die in den ki chlichen G emien wie in de Ki che insgesam e e en
und eilweise o ganisie wa en, sowie du ch die dami e bundene po en-
zielle Ge ah inne ki chliche Kon lik e (Willems 2007, S. 328–329), s ell-
en die „o iziellen“ Äuße ungen das E gebnis eines in e nen Aushand-
lungs- und In eg a ionsp ozesses und inso e n eines Komp omisses da
(Sohn 1980a, S. 34–35; B akelmann 1980c, S. 56–57).
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 119
In de S udie de Sozialkamme zu Mi bes immung on 1968 s anden
z.
B. die eine olle Pa i ä nach dem Mon anmodell be ü wo enden bzw.
ablehnenden Posi ionen zu Zusammense zung on Au sich s ä en wei -
gehend un e bunden nebeneinande . Die Denksch i zu A bei slosigkei
aus dem Jah e 1982 sp ach sich eben alls sowohl ü eine A bei szei e -
kü zung als auch gegen einen ollen Lohnausgleich aus.
Auch die E klä ung des EKD-Ra es und de Deu schen Bischo skon e-
enz on 1985 beinhal e e einen Appell an die Gewe kscha en, A bei ge-
be und den S aa gleiche maßen, eigene In e essen zu ückzus ellen und
gemeinsam im Sinne eines Sozialpak s zu handeln. In eine ähnlichen
Weise o de e die S ellungnahme de Vo si zenden des EKD-Ra es und
de DBK zum Ta i kon lik on 1984 beide Ta i pa eien zum Ve zich au
Vo eile ü einzelne Be eilig e und zum E eichen eines Komp omisses
au .
Vo diesem Hin e g und wu den die Uneindeu igkei , mangelnde Kon-
k e ion und Konsequenz, Ausgewogenhei ode auch, wie im Falle de
A bei slosigkei sdenksch i , eine einsei ige Aus ich ung de ki chlichen
Äuße ungen zulas en de A bei nehme scha on den Gewe kscha en
k i isie . Nich sdes o o z e üll en diese Äuße ungen ü sie eine bedeu-
ende Un e s ü zungs unk ion und dien en somi als „Schü zenhil e“ bei
de Ve olgung und Du chse zung ih e Fo de ungen.
Im Hinblick da au s ell en die soziale hische Beg ündung de Mi be-
s immung du ch ein ki chliches Dokumen ode das Ein e en de Ki che
ü gemeinsame Lösungss a egien bei de Bekämp ung de A bei slosig-
kei eine zusä zliche legi ima o ische Ressou ce ü das gewe kscha li-
che Handeln da .
Obwohl die S ellungnahmen de ki chlichen G emien und die Spi zen-
gesp äche zwischen Gewe kscha en und Ki che hinsich lich ih e Wi -
kung zum Teil skep isch beu eil wu den, besaßen sie aus gewe kscha -
liche Sich einen Ö en lichkei se ek und konn en zudem eine gewisse
Legi ima ions- und Absiche ungs unk ion ü die – auch gemeinsame –
A bei o O e üllen (HBS/KDA 1990, S. 31–32, 38).
Gleichzei ig wa das Ve häl nis de Gewe kscha en zu den Äuße un-
gen und Ak i i ä en de ki chlichen Ak eu e iel ach du ch gewe kscha li-
che Kompe enzzusch eibungen an die Ki che beding . Aus gewe kscha -
liche Pe spek i e kamen de Ki che, abgesehen on ka i a i en und seel-
so ge lichen Au gaben, o allem soziale hische Kompe enzen zu, die
sich au allgemeine gesellscha liche und soziale P obleme und de en Be-
wäl igung bezogen.
In einem solchen Rahmen soll e die Ki che, neben de konk e en Hil e
– e wa de Be a ung, Un e s ü zung und Be euung on A bei slosen –,
nachd ücklich au jene P obleme hinweisen, die Bedeu ung on We en
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 120
und on Rech en des a bei enden Menschen he o heben und sich ü
de en Ve wi klichung einse zen.
Die Ausa bei ung on „exak e[n], poli isch en scheidungs ei e[n] Mo-
delle[n]“ und Gese zes o schlägen (Ve e 1977, S. 133–134) ode , wie
bei de Bekämp ung de A bei slosigkei , on konk e en a bei sma k poli-
ischen Maßnahmen gehö e ü die Gewe kscha en hingegen nich zu
den ki chlichen Kompe enzen, sonde n lag im Zus ändigkei sbe eich de
A bei sma k pa eien bzw. des S aa es. Die Ki che soll e ielmeh , ohne
die Au gaben on Pa eien und Gewe kscha en zu übe nehmen, ü
diese G uppen ein „Mahne “ sein (Ve e 1980b, S. 136).
Den Hin e g und solche Kompe enzzusch eibungen und -abg enzun-
gen onsei en de Gewe kscha en bilde en das Ve s ändnis de Rolle
und Funk ionen de Ki che als gesellscha lichen und poli ischen Ak eu s
und dami zusammenhängende E wa ungen und Fo de ungen. Aus ge-
we kscha liche Pe spek i e wa das ki chliche Handeln nach wie o
wei gehend du ch ein p oblema isches Ve häl nis zu A bei swel gep äg .
Fü Ve e hing dieses Ve häl nis mi den übe kommenen his o ischen
Bindungen de Ki che an die He schenden, dem zumeis bü ge lichen
Sozialp o il ih e Am s äge , abe auch mi dem ki chlichen Schwe punk
au de Glaubens e kündigung bzw. de Seel- und Fü so ge au de
Ebene de Pe son zusammen. Dadu ch blieben de Ki che, mi ih em
S eben nach Ausgleich, Komp omiss und Ve söhnung, solche gesell-
scha lichen Be eiche emd, die mi Mach , In e essen und Kon lik en e -
bunden wa en (Ve e 1980a, S. 14–15; Ve e 1982, S. 10–11).
Vo diesem Hin e g und o de en die Gewe kscha en die Ki che au ,
die „poli ische Mi ellinie“, ein einsei iges Komp omissdenken und „den
Boden eine Scheinneu ali ä “ zu e lassen (Ve e 1971a, S. 76; Ve e
1977, S. 134), zu den gesellscha lichen Misss änden und Unge ech ig-
kei en nich – was ansons en eine Billigung gleichkäme – zu schweigen
und zuguns en on Schwachen, Abhängigen und Ohnmäch igen Pa ei
zu e g ei en (Ve e 1971a, S. 78; Ve e 1977, S. 133). Die Ki che s ell e
sich dadu ch nich bloß als Fo um ode Mi le , sonde n als eine poli ische,
pa eiliche und s ei ba e Ki che da .
Eine in diesem Sinne wi kende Ki che soll e demnach nich nu zu
Bewäl igung on A bei slosigkei , A mu ode Benach eiligung bei agen.
Da übe hinaus ha e sie sich auch – an de Sei e de Gewe kscha en –
mi mo alische und heologische Au o i ä ü die Übe windung de U -
sachen diese gesellscha lichen P obleme und inso e n ü eine Ve än-
de ung de gesellscha lichen S uk u en einzuse zen.
Dabei muss e die Ki che, wie Ve e he auss ell e, nich „quasi zu
Klasseno ganisa ion“ we den und nich „blind“ gewe kscha liche Fo de-
ungen übe nehmen, sonde n, du chaus unabhängig, eigene, sach e -
OWETSCHKIN: GEWERKSCHAFTEN UND PROTESTANTISMUS | 127
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