Remmling, Gün e
A icle
Au oma ion als echnisches und soziales P oblem
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Remmling, Gün e (1957) : Au oma ion als echnisches und soziales P oblem,
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke
& Humblo , Be lin, Vol. 77, Iss. 2, pp. 39-60,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.77.2.39
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167] 39
Au oma ion als echnisches und soziales P oblem
Von
Gün e Remmling - Be lin
We sich heu e mi dem Thema Au oma ion beschä ig , b auch
nich meh zu be ü ch en, on e ns ha en Leu en leich e ä ge
in den K eis de Lese on Science Fic ion Li e a u e wiesen zu
we den.
Die Deba e übe dieses P oblem is au nahezu allen wissen-
scha lichen F on en in in e na ionalem Ausmaß en b ann .
Die Fachbe ich e de Gesellscha ü Soziale Be iebsp axis
weisen zum Beispiel in den Mä z- und Ap ilhe en 1956 in einem
Li e a u e zeichnis die Ti el on 166 deu schen Ve ö en lichungen
zum Thema Au oma ion aus. Fü den ame ikanischen Raum nenn
F ied ich Pollock in den Li e a u hinweisen seines Buches „Au o-
ma ion44 221 Publika ionen1. In de Zei sch i Con ol Enginee ing
e scheinen s ändig Bibliog aphien übe echnische und heo e ische
P obleme de Au oma ion, ü die P o esso Thomas J. Higgins on
de Uni e si y o Wisconsin e an wo lich zeichne . P o . Higgins
ha on 1945 bis 1955 3612 Ti el zusammenges ell . Seine Biblio-
g aphie en häl echnische Ve ö en lichungen übe au oma ische
Kon olle in englische , deu sche , anzösische und ussische
Sp ache.
Im Jah e 1954 en s anden in Ame ika ie Zei sch i en, die
sich haup sächlich mi de Au oma ion beschä igen. So die Mona s-
sch i „Au oma ion. The Magazine o Au oma ic Ope a ions",
Cle eland, Ohio ode „Au oma ic Con ol. The Applica ions Maga-
zine o Sys em Enginee ing", New Yo k, N. Y. Mindes ens 20 an-
de e Zei sch i en be assen sich eben alls o wiegend mi diesem
Thema, wie ein asche Übe blick e gab. Die au schluß eichs e
Bibliog aphie is die de Cle eland Public Lib a y2.
Meh als 21 Kon e enzen und Hea ings, wie die Ma ga e Con-
e ence de Ins i u ion o P oduc ion Enginee s om 16. bis 19. Juni
1 F ied ich P o 11 o c k , Au oma ion, F ank u e Bei äge zu Soziologie, Bd. V,
F ank u /Main 1956.
2 Cle eland Public Lib a y, Au oma ion, Bulle in o he Business In o ma ions
Bu eau, Cle eland, Vol. 24, N . 4, 1953.
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40 Gün e Remmling [168
in London ode die Hea ings o dem Subcommi ee on Economics
S abiliza ion o he Joined Commi ee on he Economic Repo ,
Cong ess o he Uni ed S a es, 84. Cong ess, i s Sess. Washing on
1955, haben sich mi den on de Au oma ion au gewo enen P o-
blemen be aß .
Auch die deu schen Tageszei ungen b ingen in imme s ä ke em
Maße A ikel mi Übe sch i en wie „Fab ik ohne Menschen — ein
Sch eckgespens ?"3. Diese im Feuille on de „Wel " om 24. Janua
1957 en hal ene Au sa z ha den Un e i el „Keine Angs o den
Folgen de Au oma ion — Au schluß eiche Ta sachen und Zahlen".
Diese A de Be ich e s a ung is zumeis wide sp uchs oll,
o schnell und wenig e an wo ungsbewuß . Wäh end die einen die
neue echnische En wicklung op imis isch beg üßen, lassen ande e
düs e e Kassand a-Ru e hö en; eine Si ua ion, die meh zu Ve -
wi ung und Beun uhigung de Ö en lichkei bei äg als zu ih e
In o ma ion.
Um so wich ige is es zu e suchen, den ganzen Komplex mi
wissenscha liche Genauigkei zu un e suchen und die e schiedenen
F on en zu e kennen. Jede Ve ö en lichung, die übe den ein
echnischen Be ich hinausgeh , beinhal e nämlich einen bes imm en
In e essens andpunk , den man nu zwischen den Zeilen he auslesen
kann, wenn man die Si ua ion in ih en haup sächlichen Aspek en e -
kann ha . Eine soziologische Analyse dü e hie zu bei agen.
Zunächs soll nich e kann we den, daß die Soziologie sich schon
sei länge em mi P oblemen auseinande se z , die im G unde die
gleichen Vo zeichen agen wie die, die au gewo en we den, wenn
man den Komplex Au oma ion au seine soziologisch ele an en
Komponen en eduzie . Ein Soziologe, um Auskun zu diesem
Thema be ag , wi d also o e s geneig sein, die F age mi einem
Exku s zu bean wo en, de e wa so aus allen könn e: Ha de ech-
nische Fo sch i die Kul u und den Menschen besieg ? Diese F age
s ell sich ielleich de om Rou ine-All ag ausgelaug e „Funk ionä "
unse e Maschinenwel , wenn e bei Anb uch seines ku zen Feie -
abends zwischen Kino und Illus ie e zu wählen ha .
E s ell sie nich allein. Schon in den zwanzige Jah en wa de
ame ikanische Soziologe Ogbu n das S ichwo in die Deba e —
Cul u al Lag. Diese Fachausd uck de angelsächsischen Soziologie is
nich zu übe se zen. We den Te minus geb auch , will sagen, daß
ein Riß kla zwischen Kul u und Technik, daß die Kul u hink :
ode umgekeh : die echnisch-zi ilisa o ische En wicklung mi g oße
3 „Die Wel ", Unabhängige Tageszei ung ü Deu schland, N . 20, 12. Jg., Aus-
gabe B, Be lin, Donne s ag, 24. Janua 1957, S. 6.
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169] Au oma ion als echnisches und soziales P oblem 41
Geschwindigkei o uns he as und die Kul u sie nich einholen
kann.
Was soll das heißen?
De menschliche Ve s and ha im Be eich de Na u wissenscha en
und de Technik Kenn nisse gesammel und Gedanken e wi klich ,
die das Aussehen de E de in wenigen Jah zehn en e ände haben.
Fü die schöp e ischen Denke diese Be eiche ha „die Zukun
schon begonnen".
De selbe menschliche Ve s and beweg sich im Be eich de
Poli ik, de E hik, de Massenkul u in geis igen Räumen, die denen
des Mi elal e s unheimlich ähneln. E neig dazu, in e na ionale
Kon lik e du ch Mo d und To schlag zu lösen, e hische G undsä ze
zu umgehen und sie „wel emden" Philosophen zu übe lassen. E
bean wo e soziale P obleme noch häu ig mi Un e d ückung ode
b u alen Mach p oben und be iedig seine kul u ellen Bedü nisse
zumeis o de Kinoleinwand, dem Fe nsehschi m und dem Zei ungs-
kiosk.
Das is Cul u al Lag.
Die Einwände gel en: Es gib die UNO, es gib we olle Filme
und Zei sch i en. Abe die Gegen age gil auch: Wie iele minde -
we ige Filme und Illus ie e kommen au eine gu e? Wie iele To e
kommen au einen Lebenden, den die UNO o dem S e ben be-
wah e? Wie iele S ei agen lös e soziale Ve nun und wie iele
en schied die ul imo a io des S eiks ode des heimlichen Kamp es,
wie e sich äglich hin e den Fassaden de Bü ohäuse und We k-
hallen zwischen Einzelnen und G uppen abspiel ? Wie iele Tonnen
Dynami sp eng en neue Tunnels du ch die Be ge und wie iele ilg en
S äd e om E dboden?
Auch das is Cul u al Lag.
Die Soziologen haben die F age au gewo en — sie haben sie
nich gelös . Das hieße on zu wenigen zu iel e langen. Abe o
jede Lösung s and die Diskussion und die geis ige Auseinande -
se zung. Ehe Eins ein die Rela i i ä s heo ie o mulie en konn e,
muß e Galilei die ge äh liche F age au we en, ob sich die Sonne
wi klich um die E de bewege ode ob es nich ielmeh umgekeh
sei. Die Na u wissenscha en haben ih e E kenn nisse ühe sys e-
ma isie en können, als die Wissenscha en om Menschen und de
Gesellscha es e moch en.
Auch das is Cul u al Lag.
Bei manchen In ellek uellen he sch Skepsis o . So e wa bei
dem F ank u e Soziologen und Philosophen Theodo W. Ado no.
E weis au das unheil olle Vo d ingen de Kul u indus ie hin, die
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unse em Zei al e de „Sei enkis en ennen und Schönhei sköniginnen"
sein Gep äge gib .
Bei ande en Denke n s eh de Gedanke im Vo de g und, daß
die sich en al enden mode nen Sozialwissenscha en den zwischen
Kul u und echnische Zi ilisa ion kla enden Abg und übe b ücken
können. Hie is de Soziologe Ka l Mannheim zu nennen, de in
seinem Buch „Mensch und Gesellscha im Zei al e des Umbaus"
zu dem P oblem des Cul u al Lag S ellung nimm .
E
De Mensch mi de „Schubka enseele" is ü Mannheim das
Symbol diese En wicklung; eine „disp opo ionalen En wicklung de
menschlichen Fähigkei en, eine Gleichzei igkei des Ungleich-
zei igen". Mannheim e ine an das Nebeneinande „his o isch un-
gleichzei ige " T anspo mi el im mode nen Ve keh swesen. Schub-
ka e, P e de uh we k, Au o, Flugzeug, exis ie en nebeneinande ,
ohne daß F ik ionen esul ie en. Diese e en e s ein, wenn sich
de Mensch „die neues en E gebnisse echnischen E inde geis es an-
zueignen e mag, um u al e p imi i e Impulse und Mo i e zu be-
iedigen". Wenn dahe „die En wicklung de echnischen Na u -
behe schung meilenwei de En wicklung de mo alischen K ä e
und des menschlichen Wissens um die O dnung und Lenkung de
Gesellscha o ausgeeil is , wie es in de Mode ne wei gehend de
Fall is , wenn also de Mensch mi de „Schubka enseele", mi de
Men ali ä e sunkene Geschich sepochen das Bomben lugzeug
s eue , so en s eh eine Ka as ophe, un e de en Anp all die ge-
genwä ige Gesellscha so dnung ze b echen muß.
Diese Aus üh ungen Mannheims en sp echen de au das P oblem
des Cul u al Lag abges ell en Geschich sphilosophie, Geschich s-
soziologie und Kul u k i ik, die jene ge äh liche Disk epanz zwischen
sozialphilosophischen Lei bilde n und sozialen Real ak o en behan-
del , die kennzeichnend ü die Si ua ion de indus iellen G oß-
gesellscha is . Reichen die ideellen K ä e und in ellek i en Mi el
nich meh zu Ges al ung de Gesellscha aus, bleib unse geis iges
Wollen, unse e He scha übe die T iebs uk u und I a ionalis-
men hin e de a sächlichen Sozialen wicklung zu ück, so eib diese
s eue los seinem e ins e en Ho izon en gegen.
We die Gedanken Mannheims kenn , weiß, daß e die soeben
angedeu e e P oblema ik mi einem um assenden Sys em de Planung
on Mensch und Gesellscha lösen will. Mi de on ihm en wickel-
en Konzep ion sind wi jedoch be ei s wei in das Gebie sozial-
wissenscha liche Hypo hesenbildung und P og amma ik o ge-
d ungen. Fü unse e F ages ellung zu wei . Wi b echen bei diese
no wendigen Andeu ung ab und keh en zum Ausgangspunk zu ück.
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171] Au oma ion als echnisches und soziales P oblem 43
Da gil es e s einmal zu klä en, ob es ge ech e ig is , on de
Au oma ion als zwei e indus ielle Re olu ion zu sp echen, ja,
es zus ellen, ob es sich hie übe haup um einen e olu ionä en
Vo gang ode nich iel meh um eine e olu ionä e En wicklung
handel .
Es gib Wissenscha le wie Somba , nach de en Au assung die
Maschine so al is wie die Menschhei selbs , die das Maschinenp inzip
jedoch als ein mode nes P inzip de Technik ansp echen. Ande e, wie
Silley, sehen den Bogen und die Spee schleude als die e s en Ma-
schinen an und lassen die e s e g oße indus ielle Re olu ion mi
dem Acke bau und den dami zusammenhängenden E indungen be-
ginnen4. Vo he schend is alle dings die Au assung, nach de die
indus ielle Re olu ion o e wa 150 Jah en mi de zunehmenden
Ve wendung de on James Wa gegen 1770 e besse en Damp -
maschine begonnen ha . Die Damp maschine e möglich e es, mensch-
liche und ie ische Muskelk a so wei zu e se zen und mi Hil e
on A bei smaschinen die A bei s eilung in einem solchen Maße zu
s eige n, daß sich die handwe kliche P oduk ionsweise gegenübe de
indus iellen nich meh behaup en konn e.
Im Gegensa z hie zu sieh F iedmann5 den Beginn de zwei en
indus iellen Re olu ion schon um 1880. Ih e Kennzeichen heißen:
Explosi mo o , We kzeugmaschine und Elek izi ä . Die d i e Re-
olu ion lös die A omene gie im 20. Jah hunde aus. Die gleiche
S u en olge konzipie B inkmann, de alle dings ans elle de he -
monuklea en Komponen e die au oma ische Regelung und Selbs -
s eue ung, also die Kybe ne ik als das d i e e olu ionie ende P in-
zip de echnischen Ges al ung ansieh 6.
Diese S ei de Meinungen kenn beinahe ebenso iel abwei-
chende Au assungen wie heo e ische Köp e. Wäh end die einen nu
ein ode zwei e olu ionä e S u en ane kennen wollen, sp echen die
ande en on d ei und ie de a igen Abschni en. Bolz un e -
scheide ie : 1. Fe igung mi de Hand, 2. Allgemeine We kzeug-
e igung, 3. Halbau oma ion, 4. Au oma ion7. Fishe s Skala de
indus iellen Re olu ionen beinhal e sechs Zei al e : 1. En wicklung
on Handwe kszeug (Ax als Beispiel), 2. Un e eilung eines A bei s-
o ganges in meh e e, 3. Maschinenen wicklung (Damp , Elek izi ä
usw»),, 4. Ausbildung aus auschba e Teile (No mie ung), 5. Massen-
p oduk ion mi Fließsys em (Fo d), 6. Au oma ion8.
4 L. Silley, Mensch und Maschine, Wien 1952.
5 Geo ges F iedmann, Zukun de A bei , Köln 1953.
0 B inkmann, En wicklung und Zukun spe spek i en de Au oma ion,
Neue Zü che Zei ung om 21. 1. 1955.
7 Roge W. Bolz, Design o Au oma ion, Au oma ion He 2/1955.
8 Waldo H. Fishe , Au oma ion. Vo ag, gehal en am 15. Mai 1956 in de
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44 Gün e Remmling [172
Es schein zweckmäßig, No be Wiene zu olgen, de es ü
e üh häl zu sagen, wo die G enze zwischen de e s en und de
zwei en indus iellen Re olu ion wi klich zu inden is . Die gegen-
wä ige indus ielle Technik umschließ neben de To ali ä de E -
gebnisse de e s en indus iellen Re olu ion gleichzei ig iele E -
indungen, die heu e schon als Vo läu e de zwei en indus iellen
Re olu ion zu e kennen sind9.
Wich ige ü unse en Zusammenhang is die F age, ob es sich
übe haup um eine Re olu ion handel .
Wäh end die Ve e e de A bei nehme in e essen au die Ge-
ah en dieses du ch die Au oma ion he au beschwo enen e olu io-
nä en Umb uchs hinweisen, baga ellisie en diejenigen heo e ischen
Ve ech e , die in e essenmäßig und wel anschaulich meh de A -
bei gebe sei e zuneigen, die ganze Angelegenhei ge n, indem sie on
eine e olu ionä en En wicklung sp echen. Diese habe eigen lich
schon in de S einzei begonnen und wä e, ohne g oße soziale Ve -
ände ungen he o zu u en, wei e gelau en. Die Spi ze diese A gu-
men a ion ich e sich gegen die Gewe kscha en, die aus den du ch
den Au oma isie ungsp ozeß ih e Meinung nach zu e wa enden
K isen das Rech he lei en, wei gehende Fo de ungen au eine Um-
ges al ung de gesellscha lichen S uk u e häl nisse zu s ellen.
Diese Gesich spunk is ein wesen liches K i e ium zu Beu ei-
lung de Meinungskämp e, wie sie sich in de Buch-, Zei sch i en-
und Zei ungsli e a u spiegel .
Ebenso iel äl ig is die Skala de e wende en Beg i e, wie
Pollock anschaulich zu schilde n weiß: „Au oma ion is eine ame ika-
nische sp achliche Neubildung, die in den le z en Jah en übe -
aschend schnell wei e Ve b ei ung . . . ge unden ha . ... Es kann
iele lei bedeu en, on de P oduk ion am lau enden Band bis zu
den komplizie es en Fo men au oma ische „Regelungs echnik".
Synonym mi „Au oma ion64 wi d eine bun e Anzahl ande e Wo e
geb auch , z. B. „cybe ne ics", „au oma ic con ol", „con ol
enginee ing", „au oma iza ion", „mechaniza ion" und ande e meh 10.
In Deu schland sp ich man o allem on Regelungs echnik, Au o-
ma isie ung, au oma ische Regelung ode S eue ung.
De bedeu ends e Theo e ike de Au oma ion No be Wiene ,
Ma hema ikp o esso am Massachusse s Ins i u e o Technology,
nenn die neue Wissenscha Kybe ne ik, om G iechischen kybe -
nä äs: de Mann, de das S eue ude häl . E lei e diesen Beg i
Wha on School o Finance and Comme ce, Uni e si y o Pennsyl ania, Philadel-
phia, Pa.
9 No be Wiene , Mensch und Mensch-Maschine, F ank u /Main 1952.
10 Pollock, a.a.O., S.2.
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173] Au oma ion als echnisches und soziales P oblem 45
aus dem S udium de allgemeinen Theo ien de Regelung und de
Kommunika ionen, eine im Lau de le z en 15 Jah e en wickel en
ma hema ischen Theo ie he 11.
„De Ausd uck Au oma ion schein as zu de gleichen Zei on
zwei Au o en unabhängig oneinande gep äg wo den zu sein, und
zwa on John Diebold, de damals an de G adua e School o
Business Adminis a ion de Ha a d Uni e si ä a bei e e, und on
Dell Hä de , Vizep äsiden und Lei e des Fab ika ionsdiens es de
Fo d Mo o Company.
Wah scheinlich ha Hä de als e s e diesen Ausd uck im Jah e
1947 geb auch in eine Besch eibung de bes en Behandlungs-
me hoden on We ks ücken im P oduk ions e lau , du ch die eine
Ve zöge ung du ch Handg i e e mieden wi d. Im Gegensa z zu
diese Konzep ion de Au oma ion se z Diebold den Akzen au die
Ve inge ung de — so kos spieligen — o en Zei en, die sich
zwischen den A bei sgängen au schnellen Maschinen e geben (indem
man die Maschine anhäl , um on Hand ein neues We ks ück anzu-
se zen ode das bea bei e e S ück he auszunehmen). Diebold ha
schon ühe un e s ichen, . . . daß die Au oma ion eine neue A
da s ell , die gesam en P oduk ions o gänge zu sehen: sie um aß
sowohl das au oma ische A bei en de Anlagen als auch den P oduk-
ionsablau , de die Anwendung au oma ische Bea bei ungsme ho-
den, insbesonde e die Selbs egulie ung des gesam en P oduk ions-
mechanismus e laub .
Die Indus ie weis s ändig . . . echnischen Fo sch i au , de
nich s mi de Au oma ion zu un ha . Das bequems e wü de es o en-
sich lich sein, in de Au oma ion eine Reihe on echnischen Ve -
ollkommnungen zu sehen, abe sie is nich einzig ein Phänomen
diese A . In Wi klichkei is die Au oma ion ein besonde es P o-
duk ionssys em, das eine Reihe einge üh e P inzipien mi e -
schiedenen, neue dings en wickel en Theo ien de Kommunika ion
e einig 12."
Pollock un e scheide d ei Typen on Beg i sbes immungen:
„1. Au oma ion is nich s als ein neue Name ü die o sch ei-
ende Mechanisie ung des A bei sp ozesses . . .
2. Die zwei e G uppe on De ini ionen äum ein, daß es sich bei
de Au oma ion um adikal neue P oduk ionsme hoden
handle . . .
11 Vgl. das g undlegende ma hema ische We k: No be Wiene , Cybe ne ics
o Con ol and Communica ion in he Animal and he Machine, New Yo k 1948.
12 H. de Bi o , Die Au oma ion und ih e Konsequenzen, in: Bundesa bei s-
bla , Jah g. 1956, N . 20, S. 670.
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46 Gün e Remmling [174
3. Die d i e G uppe is o allem o ien ie ... an de E se zung
on Gehi n unk ionen du ch elek onische Ge ä e, sowie an
de endenziellen Ve d ängung de ,di ek en6 A bei aus de
P oduk ion13."
In de P axis lassen sich d ei Haup o men de Au oma ion
un e scheiden: „Die e s e wi d om Technike gewöhnlich In eg a-
ion genann . . . . Man gib ih auch häu ig den Namen „De oi e -
sys em", denn einige ih e Anwendungsmöglichkei en . . . en s anden
in de Au omobilindus ie de Ve einig en S aa en. Dieses Sys em
bes eh haup sächlich da in, e schiedene Fab ika ions o gänge zu
e binden, die bishe ge enn e olg sind, und zwa du ch ein zu-
sammenhängendes „Fließband, das das P oduk du chläu , ohne on
Menschenhand be üh zu we den"14.
„De zwei e Typ de Au oma ion g ünde sich au das P inzip
de ,Rückmeldung4 (Feed-Back) ode das Sys em des geschlossenen
K eises (Closed-Loop) und au die Anwendung elek onische Ein-
ich ungen ü die au oma ische Aus üh ung on A bei sgängen . . .
Diese Ein ich ungen we den ,Se omechanismen4 genann . . . Sie . . .
e ich en die Au gabe on Regula o en. Diese Appa a e spielen eine
seh g oße Rolle in de chemischen Indus ie und in den E döl-
a ine ien, die sie zum ö nen und Schließen ausende on Spe en
e wenden, welche ih e sei s iele ande e Mechanismen in Bewegung
se zen, die das Funk ionie en des gesag en P oduk ionsp ozesses
ga an ie en . .
„De d i e Typ de Au oma ion bes eh in eine ande en An-
wendung de allgemeinen . . . P inzipien, die du ch die Ma hema ike
und Ingenieu e au dem Gebie de Kommunika ionen und de Kon-
olle . . . ausgea bei e wu den. Es handel sich um die Kalkula o en.
De Kalkula o is eine elek onische Maschine, die ähig is , In o -
ma ionen . . . au zunehmen und zu o dnen und . . . ein ache ode
e wickel e Be echnung auszu üh en . . . Einige Kalkula o en unk-
ionie en du ch Ve gleich on Dimensionen, wie Länge, Gewich ode
ande e Quan i ä en, das sind die e gleichenden Kalkula o en; an-
de e a bei en mi Zi e n, das sind die nume ischen Kalkula o en.
. . . Diese d i e Typ de Au oma ion wi d allgemein die Kalku-
la o en echnik genann 15."
Es gib also zwei A en on Rechenanlagen: Die zi e nmäßig
a bei enden Rechenau oma en und die „analog" a bei enden In e-
g ie anlagen ü Di e en ialgleichungen.
13 F ied ich P o 11 o c k . a.a.O., S. 118.
14 H. d e B i o , a.a.O., S. 671.
15 H.deBi o , a.a.O., S. 672.
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181] Au oma ion als echnisches und soziales P oblem 53
3 290 000 000 DM, ein Bilanz e mögen on mindes ens 12 900 Mill.
DM, meh als 260 Toch e - und behe sch e Be eiligungsgesellscha en
e ügen, de en Bilanzen übe wiegend un e ö en lich bleiben und
mindes ens eine Million A bei e und Anges ell e beschä igen. Die
Be eiligung eich on de AEG und K upp bis zu Siemens. „Um
un e sich bleiben zu können, haben die Gesellscha e de Physi-
kalischen S udiengesellscha eine Höchs zahl on insgesam 30 be-
eilig en Fi men beschlossen. Es können dahe nu noch d ei wei e e
Gesellscha en au genommen we den. Die Au nahme on Ve bänden
— auch die on Un e nehme n, Technike n und Wissenscha le n —
wi d abgelehn 35."
Diese bishe geschilde e P ozeß s ell dem Soziologen F agen
on une hö em In e esse. Dennoch zeichnen sich die eigen lich so-
ziologischen Komponen en e s in Um issen ab, da noch alles im
Fluß is . Um Spekula ionen zu e meiden und angesich s de ge-
wal igen Komplexhei des Gesam phänomens müssen o e s Andeu-
ungen genügen.
Das In e esse des Soziologen beweg sich in einem wei e en und
einen enge en K eise. Zunächs sind K ä e im in e na ionalen Span-
nungs eld ü die Dynamik des e olu ionä en Vo gangs e an -
wo lich.
So zwing die Spannung zwischen den beiden globalen Supe -
mäch en zu schnellem Fo sch i . Au diese Zusammenhänge e -
weis H. Schwa z in seinem A ikel „A e he Russians he Head o
us in Au oma ic Con ol?"36 E weis da au hin, daß die Sowje s
die Au oma ion ü die P oduk ionsweise de Zukun hal en und
be ei s wei o gesch i en seien. Dahe bleibe den Ame ikane n
nich s ande es üb ig, als alle Ene gie au die En wicklung de neuen
P oduk ionsweise zu e wenden.
Wei eichende Konsequenzen wi d die Au oma ion in den wi -
scha lich un e en wickel en Lände n haben, die du ch Ein üh ung
de neuen P oduk ionsweise ih en ge äh lichs en Engpaß, den Mangel
an quali izie en Facha bei e n, übe winden können. „In den un e -
en wickel en Lände n kann die Au oma ion dazu bei agen, daß
einige langwie ige und kos spielige E appen au dem Weg zu In-
dus ialisie ung übe sp ungen we den können. Die Übe legung hie -
zu is olgende: Die Bemühungen diese Lände um eine schnelle
Indus ialisie ung sind du ch das Fehlen on Kapi al und die
Knapphei an quali izie en A bei sk ä en e schwe . De Ka-
35 De S a de deu schen P i a indus ie in die A omwi scha , in: F ank u -
e He e, 11. Jg., He 7, Juli 1956, S. 474 .
36 H. Schwa z, „A e he Russians he Head o us in Au oma ic Con ol?"
in: Au oma ic Con ol, July 1954, S. 23 .
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54 Gün e Remmling [182
pi al- und A bei sk ä ebeda eine au oma ischen Fab ik is abe
— au die P oduk ionseinhei bezogen — wenige g oß als de eine
Fab ik des adi ionellen Typs. Un e bes imm en Vo ausse zungen
können so die au oma ischen Fab iken einen g oßen Vo eil ü die
un e en wickel en Lände da s ellen37.64
Ca lo Schmid glaub soga , daß Eu opa und No dame ika dami
o eine bedeu samen dialek ischen Wendung s ehen: „Wäh end
die e s e indus ielle Re olu ion die neuen P oduk ionsweisen au
Eu opa und No dame ika konzen ie e . . kann in de zwei en
Re olu ion die [nich kapi alis ische] Pe iphe ie selbs zum eigen -
lichen Anwendungsgebie de neuen P oduk ionsweisen we den38."
Die Möglichkei eines immanen en Wandels de Gesellscha s-
s uk u als Folge de zwei en indus iellen Re olu ion in e essie
den Soziologen na u gemäß am s ä ks en.
Pollock ha diesen Gedanken s a k akzen uie : „In eine du ch
das Vo he schen de Au oma ion gekennzeichne en ma k wi scha -
lich o ien ie en Wi scha könn e sich . . . eine Gesellscha he aus-
bilden, de en S uk u sich am bes en am Au bau eine au o i ä en
mili ä ischen Hie a chie deu lich machen läß . An de Spi ze de ge-
sellscha lichen Py amide we den wi einen wi scha lichen Gene-
als ab inden, den wah en He en de Maschinen und de Men-
schen. Diese ela i kleine G uppe wi d zusammen mi ih em „ O i-
zie ko ps44 allein in de Lage sein, die echnischen und wi scha -
lichen Vo gänge ganz zu du chschauen und die En scheidungen in
allen F agen de Wi scha spoli ik zu e en . . . Ve gleichba mi
dem O izie sko ps eines Hee es wä en in unse e Gesellscha s-
kons uk ion die Ingenieu e, die Adminis a o en und die Technike
de Menschenbehandlung39.44
„Die Un e o izie e in de P oduk ionssphä e eine du ch
die Au oma ion bes imm en Gesellscha sind die meh ode wenige
quali izie en A bei sk ä e, welche die Au sich übe die Maschine,
ih e Ins andhal ung und Repa a u beso gen. S a usmäßig gehö en
zu ihnen noch diejenigen gele n en ode angele n en A bei e und
Anges ell en, de en Be u s ä igkei nich ode noch nich du ch die
Maschine eliminie wo den is . De Un e schied zwischen Einkom-
men und Lebensgewohnhei quali izie e A bei e und Anges ell e ,
de ohnedies asch im Schwinden beg i en is , wi d die Tendenz
haben, ollends wegzu allen40.44
37 Bi o , a.a.O., S. 675.
38 Ca lo Schmid, a.a.O., S. 8.
3Ü P o 11 o c k , a.a.O., S. 94 .
40 Ibid., S. 99.
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183] Au oma ion als echnisches und soziales P oblem 55
Auch Teilnehme de Ma ga e-Con e ence e kann en diese Ge-
ah : „Die kleine Anzahl on Ingenieu en, welche le z lich die au o-
ma ischen Fab iken kon ollie en, könn en die Gesellscha e -
p essen . . . und den Konsum und die Lebensgewohnhei en de Men-
schen den In e essen de Maschinen gleichschal en. Dann wü de die
au oma ische Fab ik das To zu Huxleys ,B a e new Wo ld4 au -
schließen41."
So kann leich eine neue zahlenmäßig kleine Eli e in Fo m de
Au oma ionhie a chie en s ehen, de en hochspezialisie en Fähig-
kei en die b ei e Masse de üb igen A bei nehme nich s an e -
gleichba em Wissen ode Zusammengehö igkei sge ühl en gegenzu-
se zen ha . Pollock häl diesen po en iellen Wandel de Gesellscha s-
s uk u ü eine schwe e Ge äh dung de plu ali ä en Demok a ie:
.,Mi de En al ung de au oma ischen P oduk ionsweise wächs in
de di ek o alen Obe schich de Ein luß de Ingenieu e und dami
das Denken und U eilen in Ka ego ien, die den Ingenieu en ge-
läu ig sind, Na u behe schung und Menschenbehe schung. Die da -
aus esul ie ende geis ige und poli ische Hal ung i sich mi den
au o i ä en Tendenzen, die au allen S u en de Hie a chie au -
e en, de en obe s e G uppe sie bilden42."
Auch Ca lo Schmid schließ sich diese Au assung an: „Das
Manage um wi d an Bedeu ung noch gewinnen. Wi lau en Ge ah ,
eine Technok a ie zu e allen, die le z lich alles behe schen
könn e und ih e En scheidungen nich im Hinblick au den Menschen,
sonde n im Hinblick au das gu e Funk ionie en ih e Au oma en
i , dem sie den Menschen op e . Diese Technok a en we den au
die ö en liche Meinung ... in einem seh iel s ä ke en Maße ein-
zuwi ken e mögen als die heu igen Manage 43."
Neben den möglichen Ve schiebungen de gesellscha lichen To al-
s uk u sind die pa iellen Ve ände ungen on Bedeu ung: „In de
Fab ik s eige die Au oma isie ung, de Tendenz nach, das Be u s-
können des A bei e s, ja sie mach aus ihm ielleich schon einen
halben Ingenieu . De E ek wä e mögliche weise eine ,Mi el-
klassenpsychologie6 im Sinne Talco Pa sons. Im Bü o jedoch oll-
zieh sich die Umwandlung in de en gegengese z en Rich ung: Die
Bü ok ä e we den p ole a isie . Denn hie gleich sich die A bei
jene am Mon ageband an, und die äuße e Ähnlichkei zwischen de
Tä igkei de S eno ypis in und jene des Be iebslei e s, de Um-
s and, daß beide an Sch eib ischen si zen, mi Bleis i und Papie
umgehen, indi iduelle Rechena bei leis en, e schwinde imme
41 Ma ga e Con e ence, S. 66.
42 P o 11 o c k , a.a.O.. S. 260.
43 Ca lo Schmid, a.a.O., S. 19.
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56 Gün e Remmling [184
meh . Könn e dies in psychologische Hinsich nich zu Folge haben,
daß die Anges ell en au hö en, sich mi de Be iebslei ung zu iden i-
izie en, wie es so häu ig de Fall is 44?"
Auch die Technik des Regie ens kann du ch den Ein luß de
Au oma ion e ände we den. Schon Ende 1948 ha de Domini-
kane mönch Pe e Duba le in „Le Monde" au die heo e ischen
Möglichkei en hingewiesen, eine „machine ä gou e ne " zu kon-
s uie en. E mein , mi diese Regie ungsmaschine, einem elek o-
nischen Kalkula o , die de Regie ung Maßnahmen bezeichne , du ch
die in eine bes imm en Si ua ion ein spezi isches poli isches Ziel mi
de g öß en Wah scheinlichkei e eich we den kann. No be
Wiene mein zu diese U opie: daß wi mi de p ak ischen An-
wendung de „ heo y o games" au die Lösung ak ische und s a-
egische P obleme mi Hil e eines Riesenkalkula o s den e s en
Sch i zu „machine ä gou e ne " be ei s ge an haben. Die Ge ah
eine solch Maschine sei, daß sie „ on einem Menschen ode eine
Clique geb auch we den könn e, um ih e He scha übe die
üb igen Menschen zu e g öße n"45.
Es is ielleich nich alsch, wenn man die nega i en Sei en eine
Sache s ä ke he ausa bei e als die posi i en; denn diese s ellen zu-
meis kein P oblem da . Wi wollen jedoch diesen Übe blick nich ab-
schließen, ohne s ichwo a ig die gu en Aspek e genann zu haben.
„Die Ge ä e de Au oma ion, e bunden mi den medianischen Wun-
de n, die sich die Ingenieu e ausdenken, sollen den Menschen on de
Skla e ei de „A bei an de Ke e" (wie die anzösische Sp ache
die Fließbanda bei nenn : „T a ail ä la chaine") be eien. Ebenso-
wenig wie ein a ionell denkende Mensch es wünschen kann, die
du ch den Indus ialisie ungsp ozeß e möglich e E leich e ung und
P oduk i i ä ss eige ung de A bei ückgängig zu machen, selbs
wenn e es könn e, wi d e da au e zich en wollen, daß die heu e
au s äuße s e ges eige e En humanisie ung de A bei au hö und
Maschinen die geis - und ne enze s ö enden A bei en übe all do
e ich en, wo sie dies ebensogu ode besse können als de
Mensch46."
Die Ve wendung de sogenann en F eizei , die ja den Menschen
in olge de du ch die Au oma ion bewi k en A bei szei e kü zungen
in imme s ä ke em Maße zu eil we den soll, is ein imme wiede
he ig disku ie es P oblem. Sie is , wie Da id Riesman in seinen
Büche n „The Lonely C owd" und „Indi idualism Reconside ed"
44 Michael Ha ing on, Die d i e Re olu ionie ung de A bei , in: F ank-
u e He e, 10. Jg., He 7, Juli 1955, S. 472.
45 No be Wiene , a.a.O., S. 181.
4ß Pollock, a.a.O., S. 91.
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185] Au oma ion als echnisches und soziales P oblem 57
nachweis , in de e wal e en Wel sei langem Objek de Mani-
pulie ung und s ä ks en gesellscha lichen D uckes. Man sp ich in
den USA on „Leisu e Indus ies" und e wa e on ihnen, daß sie
die Ge ah de Langeweile bannen. Fü den deu schen Raum p äg e
de F ank u e Soziologe Ado no den Beg i de Kul u indus ie.
Nich s wä e nun jedoch wenige wünschenswe als ein Zus and,
in dem de Mensch den Zwang de en emdenden A bei mi dem
Zwang de Hö igkei gegenübe ihm e ig angelie e en Zei e ei-
bungen e ausch e. Die Folge wä e geis ige und seelische Ve ödung.
Als einen möglichen Ausweg bezeichne de Senio de Heidel-
be ge Soziologen Al ed Webe die Exis enz des Pendle s, wohl
o ien ie am Beispiel des Commu o s de ame ikanischen G oß-
s äd e, de o den To en de S ad sein Ga enhaus besi z . „. . . ü
den Pendle , den Familien a e ode die Familienmu e , s ehen
d außen Haus, Ho und Ga en an e s e S elle. Das, was dann als
Zi ilisa ions egen übe ihn niede geh , is nu eine E gänzung, abe
keine Sensa ion in de Weise, daß sie ihn sich selbs en emden und
ihn en wü digen könn e, wie dies bei dem de Fall is , de den g oß-
s äd ischen Sensa ionen nachläu 47."
Auch die Bewegung des „Do i you sel ", die sich in Ame ika aus-
b ei e , d. h. das Bas eln, die Beschä igung zu Haus an eine eigenen
We kbank, äll hinein in eine sinn olle Aus üllung de F eizei .
Wei e hin dü e sich die im Zuge de Au oma ion zu e wa ende
Dezen alisie ung, die Ve legung de We ke in ela i kleine Ge-
meinden, posi i auswi ken. „Ein dezen alisie es We k, das in eine
kleine Gemeinde in eg ie is , schein . . . (bei seine Belegscha ) ein
Bewuß sein on de Ve an wo ung ü ö en liche Angelegenhei en
he o zu u en, sowie den Wunsch, e was au diesem Gebie zu un.
Ob es sich dabei um die Kampagne ü die Mi el zum Bau eine
neuen Ki che handel ode die alljäh liche Sammlung ü die Wohl-
ä igen-Ve einigungen (Communi y Ches ) ode i gend e was ande es,
jede schein sich da um kümme n zu wollen und sie als einen Teil
seine pe sönlichen Ve an wo ung anzusehen48."
Vo ausse zung jede sinn ollen Daseinse ah ung is die Fähig-
kei zu Sammlung, zu Ve dich ung eine ü das eigene G und e -
hal en le z lich maßgebenden geis igen Wel . Da unse E ziehungs-
wesen au die E eichung echnische und in ellek uelle Leis ungen
spezialis ische A ausge ich e is , kann es diese Vo ausse zung nich
scha en. Hie ha die E wachsenenbildung anzuse zen. Bei de
he anwachsenden Gene a ion jedoch müssen die Keime zu einem
47 Al ed Webe , Die Bewäl igung de F eizei , in: Re olu ion de Robo e ,
a.a.O., S. 153 .
48 Hea ings, S. 184.
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58 Gün e Remmling [186
humanis ischen und abge unde en Wel - und Lebensbild gep leg und
en wickel we den. De gesam e Bildungss and und dami die gei-
s igen Fähigkei en allgemein müssen gehoben we den. Eine Um-
ges al ung des Bildungswesens und die Ve länge ung de Schulzei
we den wohl unumgänglich sein. T e end o mulie F i z E le in
seinem be ei s e wähn en Vo ag: „Ich ede hie nich de einen
Ausbildung on Spezialis en, on ,Fachidio en', das Wo , die nu ih
Leh buch sehen und ielleich die geis ige Nah ung au dem Gebie
de Poli ik aus de „Bild"-Zei ung beziehen, sonde n wi müssen uns
die Zei nehmen ü meh und besse e Allgemeinbildung auch de
Fachleu e. Nu so können wi de Ge ah begegnen, daß sich eine
echnok a ische Geis eshal ung de Fachleu e he ausbilde , die sie als
absolu ü die üb ige Gesellscha und die P oduk ion unen beh -
liche K ä e in die Vo s ellung hinein eib , die ande en seien eigen -
lich meh ode minde übe lüssige Ballas de menschlichen Gesell-
scha . Dem is nu o zubeugen, wenn unse e Ausbildung ü die
en sp echende He ausa bei ung de Pe sönlichkei swe e so g , wenn
alle, die die Ausbildung du chlau en, an dem kul u ellen Reich um
de Na ion eilhaben und es le nen, so selbs ändig wie nu möglich
zu denken und nich nu au ih em Spezialgebie Wissen anzu-
häu en49."
Schließen wi mi eine Fo de ung an die Wissenscha en, den
neuen P oblemen gegenübe au geschlossen zu sein.
Die seelische No , in die iele A bei nehme du ch die Au oma-
ion ge a en, die ne öse E müdung und ne liche Anspannung, die
die Bindung an die alles behe schende Maschine mi sich b ing ,
s ell neue An o de ungen auch an Psychologen und Ä z e.
De Münchne P o esso Al ed Ma chionini ha be ei s die Au -
me ksamkei seine Be u skollegen au das P oblem de Zi ilisa-
ionsk ankhei en gelenk und au die gesundhei lichen Ge ah en-
quellen de zwei en indus iellen Re olu ion hingewiesen. Die S ich-
wo e ü den Medizine lau en: Co ono h ombose, Angina pec o is,
He za hy hmie und Ge äßskle ose50.
Ande e sei s e mag die echnische Sei e des Au oma isie ungs-
p ozesses de Medizin we olle Hil e zu leis en. Hie übe be ich e
de Ame ikane Leslie R. G o es: „Wenn ein Pa ien au genommen
wi d, dann geh e du ch eine lange Reihe on Un e suchungen und
Tes s. Auße dem wi d seine ganze Lebensgeschich e un e such . All-
ag, E ziehung, Lebensweise, soziale Umgebung, A de Beschä i-
49 F i z E le , a.a.O., S. 170 .
50 Al ed Ma chionini, Die En wicklung de Zi ilisa ionsk ankhei en, in:
Re olu ion de Robo e , a.a.O., S. 106 .
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187J Au oma ion als echnisches und soziales P oblem 59
gung, K ankhei sgeschich e und ieles ande e sind nu ein Teil de
Da en, die es ges ell und au Lochka en übe agen we den. Dann
wi d die Lochka e des Pa ien en mi denen de ühe en Pa ien en
in einem elek ischen Spezialge ä e glichen. Inne halb wenige
Minu en liegen den Chi u gen die Ka en alle Fälle o , bei denen
es sich um ähnliche He zsymp ome, um e gleichba e Al e sklassen,
Einkommen und Be u ssi ua ion handel , sowie die jeweils gewähl e
A de Behandlung ode des chi u gischen Eing i es und ih e E -
gebnisse. Au G und de in diesem Ma e ial niede geleg en E ah-
ung kann sich de A z ein Bild des mi dem Eing i e bundenen
Risikos machen, und seine En scheidung wi d au Fak en und nich
au In ui ion be uhen. Ohne daß e sich ans engen muß, leg ihm
die Maschine gleicha ige Fälle aus seine und de P axis ande e
o . Sie u es g ündliche und asche und e spa dem A z die
Ans engung . . . und die Zei , die e au wenden müß e, um zu den
ü eine En scheidung no wendigen Un e lagen zu gelangen51."
Die Sozialwissenscha le we den in enge Zusammena bei mi
Medizine n, A chi ek en und Technike n und ielen ande en meh
die G undlagen des neuen Gemeinwesens zu scha en haben. Die
In eg a ions o gänge in de S ad planung weisen hie ü besonde s
im „ ownplanning" Englands und de USA gu e Ansa zpunk e au .
Die Sozialwissenscha le müssen ih e sei s den Willen zu zwin-
genden ele an en F ages ellungen au b ingen. No wendig is , daß
die Wissenscha die Realda en und die empi ischen Me hoden wie
Enque en, empi isch-s a is ische E hebungen, Meinungs o schung,
Einbeziehung on e ah enen Nich spezialis en in die Fo schungs-
a bei e ns nimm und Fo men des A bei ens en wickel , die
meh e e Wissensgebie e und Spezialis en um assen.
„De Soziologie, de Poli ik als Wissenscha und de Pädagogik
sind in Ve bindung mi dem philosophischen Bewuß sein de Gegen-
wa Au gaben ges ell , de en Fö de ung au allen Ebenen des Den-
kens und de p ak ischen Anwendung zu den d inglichs en de Epoche
gehö . Die Ge ah en des A o nzei al e s we den sich nich on selbs
au lösen. Abe die A bei an ih e E hellung und an ih e Übe -
windung du ch Einsich , E ziehung und Gewah we den de Gemein-
samkei en des menschlichen Schicksals is nich ohne Ho nung52.44
51 Pollock, a.a.O., S. 255 .
52 A nold Be gs ässe , De Soziologe, in: Die Neue Gesellscha , Sonde -
he : De Mensch im A omzei al e . Biele eld 1956. S. 28.
Li e a u zu Au oma ion: D i e b o 1 d , John: Die au oma ische Fab ik, Nes
Ve lag, F ank u 1954. —• Fou as ie, Jean; Die g oße Ho nung des zwan-
zigs en Jah hunde s, Bund Ve lag, Köln 1954. — Jünge , F ied ich Geo g: Die
Pe ek ion de Technik, Ve lag V. Klos e mann, F ank u 1949. — Jungk,
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60 Gün e Remmling [188
Robe : Die Zukun ha schon begonnen, Ve lag Sche z & Go e s, S u ga 1952.
— Pollock, F ied ich: Au oma ion in USA, in: F ank u e Bei äge zu So-
ziologie, Band I, Eu opäische Ve lagsans al , F ank u 1955. — Pollock,
F ied ich: Au oma ion, in: F ank u e Bei äge zu Soziologie, Band V, Eu opäische
Ve lagsans al , F ank u 1956. — Poppi z, Hein ich, Hans Paul Bah d ,
E ns Augus J ü e s
>
Hanno K e s i n g : Technik und Indus iea bei , in: Soziale
Fo schung und P axis, Band 16, I. C. B. Moh (Paul Siebeck), Tübingen 1957. —
R a u p a c h , Hans: Indus ialismus als Wi klichkei und Wi scha ss u e, Ve lag
Duncke & Humblo , Be lin 1954. — S i 11 e y , L.: Menschen und Maschinen, Schön-
b unn-Ve lag, Wien 1952. — S e hl, Rol : Die Robo e sind un e uns, Ge ha d
S alling Ve lag, Oldenbu g 1952. — Webe , Al ed: De d i e ode de ie e
Mensch, R.Pipe & Co. Ve lag, München 1953. — Wiene , No be : Mensch
und Mensch-Maschine, Al ed Me zne Ve lag, F ank u 1952.
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